M. 7A Erstes Blatt |63. Jahrgang Montag, 10. Februar 1915 D» e^artWX^t TSrtT n Bezuasvreii: eif*uK tffltt*, mt&ev jflEfiMV V ▼ monatlich 75 Pf., viertel- Sonntags. - Dcrlasien: M A A. A AA W AA A A A. A A A jährlich I'ik. 2.20: durch ää intAiiAitAr 11 ityAtnAr**<« MB IDlvnvllvl aUIwIUvI wirtschLfMche Ze,«fragen M M BS1 W V V" Ef v ▼ Cheiredakleur: A Goetz, ^erniprech-Anschlüsse: MA Perantwortlich sür den für bte Nedaktion 112, politischen Teil: August ®S- Heneral-Anzeiger für Gberhessen SäMe fü""b!"es'g"6nümm" HotafionsOmf ttttöVerlag dervrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei B. Lange. BedaNion. Expedition und vruckerei- Lchulftratze 7. ."LhE'wr d°n bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Hr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße |6a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Frankreichs Gegenvorlage. Man schreibt uns aus militärischen Kreisen: Die kommende deutsche Heeresvorlage wirft bereits ihre Schatten voraus — in Gestalt einer französischen Gegenvorlage. Herr Etienne, der neue Kriegsminister wird, das pfeifen in Paris bereits die Spatzen von allen Dächern, demnächst die Einführung des „automatischen" Gewehres beantragen und dafür sowie für die Vermehrung des Fliegetz- korps und für die Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit bei der Kavallerie rund 400 Millionen Franken anfordern. Bekanntlich hat das französische Volk jahrelang, ja eigentlich jahrzehntelang seinem „fusil Lebet" eine unzweifelhafte Uebcrlegenheit über alle anderen Systeme nachgerühmt und must nun seit einiger Zeit von allen Sachverständigen hören, dast die Waffe den Anforderungen nicht mehr genügt und deshalb eine Neubewaffnung der Infanterie vorgenommen werden muß. Das L.belgewehr 1886 Mod. 93 hat unter dem Lauf ein Röhrenmagazin für acht Patronen, die vom Schlost aus einzeln mit der Hand eingeführt werden. Dieses Ladesystem ist ziemlich umständlich, besonders in der Hitze und Aufregung des Gefechts oder wenn der Soldat kälte Finger hat. Man kann das Magazin aber auch abstellen und das Gewehr als Einzellader gebrauchen, d. h.1 jede Patrone einzeln einführen. Unser deutsches Gewehr 88 ist viel praktischer. Wir haben immer fünf Patronen in einem Ladestreifen vereinigt, der durch einen einfachen Griff eingesetzt wird. Das deutsche Gewehr besitzt so vor dem französischen den Vorteil größerer Einfachheit unb. höherer Feuergeschwindigkeit. In entscheidenden Kämpfen würde sich dieser Umstand bei gleicher Tapferkeit rind gleicher Truppenzahl sicherlich bemerkbar machen. Mer weiter: Die Anfangsgeschwindigkeit des Lebelgewehres beträgt 690 Meter, die des deutschen Gewehres aber 900 Meter, ein ganz gewaltiger Vorteil wieder auf feiten der deutschen Waffe. Die Geschoßbahnen unseres Gewehres und infolgedessen auch die Treffgenauigkeit auf den entscheidenden Gefechtsenfernungen unter 1000 Meter sind bedeutend) günstiger als beim französischen Gewehr. Der deutsche Infanterist kann ein kleines Ziel aus nahe und mittlere Entfernungen leichter treffen, als der französische, weil die Scheitelhöhen der Geschoßbahnen beim deutschen Gewehr geringer und deshalb die bestrichenen Räume größer sind, als beim französischen Gewehr. Das Spitzgeschost, die Pulverladung und) somit die Durchschlagskraft ist zwar bei beiden Gewehren annähernd gleich. Aber im übrigen ist das deutsche Gewehr mit der 8-Patrone dem französischen Gewehr mit der v-Patrone ballistisch wie auch für den praktischen Gebrauch recht erheblich überlegen. Das weist man natürlich im Armeeausfchust der französischen Deputiertenkammer, und reformgenialisch wie der Franzose ist, will er gleich zum nenesten und kühnsten Zystcm, zum Selbstladegelvehr übergehen, das ähnlich wie bei den Maschinengewehren den Rückstoß automatisch zum Laden ausnutzt. Es ist gewist sehr bestechend, sofort zu .sagen, daß ein Repetiergewehr die größten Vorteile bieten werde. Merkwürdig nur, daß. sich zurzeit nur sehr wenige Staaten dazu entschließen können, das Selbstladegewehr einzuführen. Mexico z. B. Hut seine Infanterie damit ausgerüstet und die Vereinigten Staaten von Nordamerika verwenden auch zum Teil den Selbstlader. Aber es must doch zu denken geben, dast die größten Militärstaaten, obwohl es Dutzende von sehr brauchbaren Modellen gibt, sich so schwer zu dieser Waffe entscheiden können. Im Kriege Patli-Skandale. In der über fünfzigjährigen Süngerinlaufbahn der am 10. Februar siebzigjährigen Adelina Patli gab cs auch einige sehr bewegte Theaterabende, richtige und eigentliche Theater - ikandalc. Zwei davon waren besonders merkwürdiger Art. Als bie Künstlern int Jahre 1885 in Amerika gastierte, wurde sie in Washington vom Präsidenten eingeladen, eine Soiree durch ihre (Gegenwart zu verherrlichen. Solch eine Einladung in das Weiße Haus wird in Amerika wie die höchste Ehre betrachtet, wie ein Befehl, dem man unbedingt nachzukommcn -hat. Die höchslgestellten Persönlichkeiten bemühen sich deshalb -um solche Auszeichnung. Nichtsdestoweniger befand es Madame Patti für gut. noch in letzter Stunde dem Präsidenten,nitzuteilen, baß sie zu kommen verhindert sei. Die Aristokratie Washingtons war empört über diesen Mangel an Takt und Rücksicht bei einer ^Sängerin, die von ihr auf den Händen getragen wurde. Tic Rache, die man zu nehmen beschloß, war ebenso originell wie f-oshaft. Als Madame Patti einige Tage später neben Ntcoltm -in der „Lucia" auftrat, war das Haus, wie gewöhnlich, aus- oerkauft. Aber auf den Plätzen, wo sonst dic „Aristokratie" Washingtons dem Gesang der Diva lauschte, saß der gemeinste Pöbel, dein dic Billette unentgeltlich von unbekannten-Händen gewendet worden waren. Tie Patti war außer sich. Jede Arie, bie sie sang, wurde von dem Pöbel unter nicht endenwollcndem Äejohle mitgesuiigcn. Schließlich wollte sie nicht mehr die Bühne betreten. Der Skandal, der sich nun erhob, läßt sich einfach uicht schildern. Man drohte, sie zu lynchen, wenn ste iltcht ihre Rolle zu Ende spielte. So blieb der Patti nichts übrig, als sich in das Unabänderliche zu fügen. Sic, die sich vor einigen Tagen wegen einer schlechten Laune, von der sie sich überkommen 'iihlte, geweigert hatte, in der vornehmsten Gesellschaft Washing- wns zu erscheinen, mußte jetzt ihre schönsten Triller an einen Pöbel verschwendend — Der andere Patti-Skairdal spieste sich 'n Spanien ab. Der bekaniite Impresario Jos. I. Schürmann erzählt davon in seinen „Lebenserinncrungen". Schürmann hatte rin gemeinsames Gastspiel von der Patti und, dem einst berühmten Tenor Roberto Stagno in Barcelona arrangiert. „Die Traviata" sollte gegeben werden, aber im letzten Augenblick wagte Stagno i-och nicht, sich in dieser Rolle neben der Patti hören zu lassen vid sagte ab. Schürmann bewog Nicolini, einzuspringcn. So 'and die Vorstellung statt: aber es gab einen Theaterskandal, bie Patti wurde ausgepfiffen. Unmittelbar nach der Vorstellung krfuhrcn Schürmann und die Patti, daß der Skandal bestellte Arbeit Stagnos gewesen war. Er hatte zahlreiche Billetts auf- lekauft, um zu verhindern, daß Nicolini die Nolle singe, auch sollte er seiner großen Nebenbuhlerin einen Streich spielen. 1870/71 war es ein sehr großer Vorteil für uns, daß unsere Truppen eine durchgebildete Feuerdisziplin befaßen, d. h. nur schossen, wenn es Zeit war, und dann nur soviel als nötig, während auf französischer Seite mastlos viel Munition vergeudet wurde, so daß sehr oft Munitionsmangel eintrat. Tarin liegt aber eine austerordentliche Gefahr. Eine Jn- fanterietruppe, die ihre Munition verschoßen hat, ist wertlos. Nun erhält jeder deutsche und französische Soldat 120 Patronen; man wird sich bei der höchsten Feuergeschwindigkeit eines Gewehres, z>. B. unseres deutschen (20 gezielte Schuß in einer Minute) herausrechnen können, dast die mitgenommene Menge Patronen nicht weit reicht. Die Frage des Munitionsersatzes bildet daher eine der schwierigsten Fragen der Kriegstechnik. Nun denke man sich die Infanterie durchweg mit Selbstladern au--gerüstet, wodurch die Feuergeschwindigkeit ungeheuer gesteigert wird. Wie groß, wäre dann die Schwierigkeit der Munitionszufuhr! Man hat gesagt, die Frage der Munitionszüfuhr regelt sich wie früher: Als man den Mehrlader einsührte, waren die gleichen Sorgen vorhanden und sie sind doch überwunden worden. Gewist, aber damals lag die Sache wesentlich anders. Damals war der Soldat noch nicht so bepackt wie heute. Auch der Preis der Sclbstlader wird, ganz abgesehen davon, dast man vielleicht, wie bei dein Maxim- Maschinengewehr, erst ein Patent kaufen must, bedeutend höher sein, als bei dem jetzigen Mehrlader. Es ist also auch in Frankreich noch nicht aller Tage Abend. Wir können die andern ruhig auspröbieren lassen. Line Hebe der KcFcrs bei de feier der Friedrich-w helms-Unive Mät. Am Samstag mittag hielt die Friedrich-Wilhelms-Un.i- versität in Berlin die Feier zur Erinnerung an die Erhebung der deutschen Nation im Jähre 1813 ab. Unter den geladenen Gästen waren der Reichskanzler, der Kriegs- minister, die Minister Dr. Sydow und Dr. Lentze und der Präsident des Landtags. Der Kaiser in der Uniform der Leibgardehusaren und die Kaiserin wurden im Portal vom Rektor der Universität, Grafen Baudissin und dem Kultusminister v. Trott zu Solz empfangen. Tie Feier begann mit dem Vortrag einiger Lieder durch den Akademischen Gesangverein unter Leitung des Geheimrats Friedländer. Geheimer Rat Dietrich S ch ä f e r hielt die Festrede. Er untersuchte die Ursachen, aus denen.Preußen, bör von Natur am wenigsten begünstigte Kurstaat Deutschlands, der Grundstein des neuen Reiches werden mußte und seine Fürsten Bauherren. Das Geleistete enthalte für uns die Aufforderung zu neuen Taten, zur Erneuerung alter Kräfte, um den Platz zu behaupten inmitten der Völker, mit denen wir Schritt halten wollen und müssen, um deutsch, frei und stark zu bleiben. Der Vorsitzende des studentischen Ausschusses bekräftigte darauf die Verehrung und Begeisterung der akademischen Jugend für die große Zeit und ihre berühmten Universitätslehrer. Wenn jetzt wieder der Ruf des Vaterlandes an die Studenten ergehe, so werde es einmütig heißen: „Burschen heraus!" Der Chor sang das „Vaterlandslied" von Friedrich Eggers. Dann erhob sich die ganze Versammlung und sang Arndts Lied: „Der Gott, der Eisen wachsen ließ". Nun betrat der Kaiser das Katheder und hielt eine längere Ansprache. Eine Rede des Kaisers. Dic Rede des Kaisers in der Aula der Universität lautete: Kommilitonen! Ich möchte am Schluß dieser erhebenden Feier Euch noch ein kurzes Begleitmort mitgeben. Ich habe in der Dabei hatte er ausgesprengt, daß durch Jntriguen des Ehepaars Patti-Nicolini er die Nölle nicht erhalten habe, weil sie aus Geldgier die ganze Einnahme hatten haben Mollen. Schürmann erzählt nun: „Am Wend nach der Vorstellung, ließ mich, die Patti zu sich bitten. „Hören Sic, Herr Schürmann," sagte sic, „ich mill nicht mehr von dem gestrigen Wend reden, die .Erinnerung ist mir schmerzlich. Wer ich will mich rächen, ich muß mich an dem Urheber dieser Kabale rächen. Und diese Rache soll ofsen- kundig sein, llebermorgen singe ich im „Barbier von Sevilla" mit Stagno. Er hat mir eine schwere Stunde bereitet; wie du mir, so ich dir. Sie werden für meine Rechnung für 2000 Franken Billetts an der Kasse kaufen Und sie unter erstklassige Pfeifer und Zischer verteilen. Und empfehlen Sie diesen Leuten be- sonders den Auftritt unseres Stagno." — Ich verbeugte mich und erfüllte auf Wort getreu die Wünsche der großen Sängerin. Noch nie wurde das Auftreten eines Tenors mit so Mildem Pfeifen und Zischen begrüßt. Das weiße Atlaßkoftüm des unglücklichen Sängers war das Signal, das die Spottsucht des Publikums entfesselte. Man ahmte das Glucksen einer Henne nach, die Geräusche von Küssen, das Gurren von Tauben, kurz die Patti und Nicolini konnten zufrieden sein, sie kosteten alle Süßigkeiten befriedigter Rache." * — Di e Ex p edi ti o n zu r N e 11u n g d er T e i l n eh Me r der Schrödcr-Stranz-Expedition. Wie bereits gemeldet, bcsindec sich zur Rettung der deutschen Forscher, die an der Nordküste Spitzbergens in gefahrvollster Lage überwintern, eine Hilfsexpedition vom Kohlenbergwerk in der Adventbai aus unterwegs. Tic Hilfsexpedition, die so güt, wie es sich von der Wventbai eben machen ließ, mit allem Nötigen versehen ist, dürfte voraussichtlich die Mitglieder» der überwinternden Expedition erreichen, welche in Begleitung des Schiffsführers Ritscher in die südlichen Teste der Wijdebucht vorgedmngcn sind. Erst gegen Ende des Monates Februar wird man durch Vermittlung der funkentclegraphi scheu Station in Green Harbour auf Spitzbergen über das Schicksal dieser .Hilfsexpedition Nachricht erhalten. Wenig wahrscheinlich ist es, daß diese immerhin gefahrvolle und durch die klimatisck-en Verhältnisse der Wintcrnacht in hohem Maße behinderte Expedition einen vollen Erfolg haben wird. Tas Hilfskomitee hat daher in seiner letzten Sitzung beschlossen, sofort die Organisation einer zweiten Hilfs expedition in dic Wege zu leiten. Bekanntlich haben sich nicht nur in Berlin, sondern auch in Frankfurt und an einigen anderen Orten Männer gefunden, die tatkräftig für die verunglückte Expedition einzutreten bereit sind. Dic letzte Sitzung am 7. Februar fand unter Vorsitz des Hofmarschalls v. Breitenbach und in Gegenwart von Vertretern des Frankfurter Komitees statt, wobei im wesentlichen folgende Be- alten Preußenstadt Königsberg die Ostpreußen daraus hingewiesen, daß der Kern der großen erhebenden Zeit darin zu suchen gewesen ist, daß das preußische Volk seine sittliche Lebcnsan- s ch a u u n g , begründet auf der Religion, miedergefundcn hat, begründet auf der Religion, die, wie wir missen, das Verhältnis des Menschen zu Gott bedeutet, mit anderen Worten, den Glauben an seinen Gott wiedergefunden hat. Das heutige Gesclstecht, welches in diesem Jahrhundert lebt, welches leicht dahin führt, hauptsächlich das, was man sieht, oder beweisen, oder mit Händen greifen kann, zu glauben, das dagegen für Transzendentales geringere Fähigkeit zeigt und dem das Wort „Religion" Schwierigkeiten bereitet, dieses Geschlecht bedarf wohl eines Hinweises, wie es zu dem alten Glauben seiner Väter kommen kann. Ter heutige Tag, der Tag von Königs- bern, unh alle die Feste, die wir int Laufe des Jahres noch feiern werden in E i n rung an d e große Zeit der Erhebung des Vaterlandes, giot uns dazu die Möglichkeit. Denken mir doch daran, daß kurz nach dem Hintritt des großen Königs das Preußenvolk diesen Glauben verloren hatte. Ausländisches Wesen griff um sich, und als die große Belasttmgsprobc des Jahres 1806 tarn, brachen die Stützen, und ein Zusammenbruch fand statt, wie ihn die Welt kaum je gesehen hatte, und der die Herzen verzagen ließ. War das Menschentat? Das war Gottesgericht! Und ebenso hinterher! -Eine Wendung in der Weltgeschichte! Es ist schon ein wunderbares Ding um die Wieder- geburt eines Menschen, aber bie Wiedergeburt einer ganzen Nation, das ist so gewaltig, daß es wert ist, im Herzen behalten und nicht vergessen zu werden. Tas war auch nicht der Menschen Tat, sondern das war Gottes Tat! So erhob sich, im Glauben an Gott, ein unterdrücktes, zerstückeltes Volk — ein Wunder, wie es noch nicht dagewiesen — und warf alles vor sich her. Das war auch nicht Tat der Menschen, das war Gottes Tat! Nun, Kommilitonen, ich denke, ihr versteht Mich schon. Wenn wir nur an das Greifbare denken, uns Nur an das Greifbare halten, nm glauben zu können, so haben wir in den Tatsachen der Vergangenheit, in den Geschichtstatsachen, die sichtbaren Beweise für das Walten Gottes. Wir haben die sichtbaren Beweise, daß er mit uns war und mit uns ist. Und aus diesen Lehren der Vergangenheit, kann sich auch die gesamte deutsche Jugend den im Feuer bewährten Schild des Glaubens sckmiieden, der nie in der Wäfsenrüstung eines Deutschen und Preußen fehlen darf! Und mit solchen Waffen wollen wir, unbekümmert um rechts und links, unseren geraden Weg gehen, Augen empor, Herzen empor, im Vertrauen zu Gott! Tann können mir alle des gewaltigen er ste u Kanzlers Worte wiederholen: „W i r Deutschen fürchten Gott, und sonst nichts in der Welt!" Und dessen jum' Zeichen wollen wir auf unser deutsches Vaterland und Unser geliebtes Preußen drei Hurras ausbringen. Deutschland und Preußen Hurra! Hurra Hurra! An der Stalle: „Wir Deutsche fürchten Gott" unterbrach ihn laute, begeisterte Zustimmung. Ebenso wurde am Schluß der Rede studentisch getrampelt. Der Rektor brachte das Gelübde unwandelbarer Treue dar und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser und die Kaiserin, das jubelnden Widerhall sand. An die Feier schloß sich eine Auffahrt der Studierenden, wobei am Denkmal Friedrich Wilhelms III. im Lustgarten ein Kranz niedergelegt wurde. Die religiöse Auffassung, die in der neuesten Rede des Kaisers lebt, ist bei ihm nichts Neues mehr. Wer mit noch etwas größerem Nachdruck als früher betont er, daß die großen Katastrophen in der Weltgeschichte, von denen die Völker betroffen wurden, Gottesgerichte gewesen seien. Es war in dieser Hinsicht eine Fortsetzung seiner Königsberger Worte, indem er sagte, daß der sittliche Kern in einem Volke ihm die Zukunft sichere, aber nicht autonome' Entscheidungen mit sich bringe. Diese würden vielmehr sichtbarlich vom persönlichen Gott gefällt. Zur Bekräftigung seiner Worte zog er auch das bekannte Wort des „gewaltig e n e r st e n Kanzlers" heran: „Wir Deutsche fürchten schlüsse gefaßt wurden: Sobald als tunlich geht ein passendes Eisschiff unter kundiger Führung, dem im Süden und Südwesten Spitzbergens vorgelagerten Eise auslveichend, an der Eiskante zwischen Grönland imd Spitzbergen entlang bis zur Nordwcst- ecke Spitzbergens. Die Wärme des Golfstromwassers, läßt es nach allen Erfahrungen aussichtsreich erscheinen, schon zu früher Jahreszeit diesen Punkt zu erreichen und dort eine Schlitten- crpediticm zu landen, wclck>e an der Küste entlang bis zur Nordostecke der Redbai Vordringen und über den Richardsee und die Woodbai zur Treurenderg-Bucht vorzudringen gedenkt. Die kurze Entfernung dieses Land- und Eisweges, die günstige Besckmfscnhcit des verhältnismäßig stachen Landes, und die große Wahrscheinlichkeit, die nördlichen Bnchten Spitzbergens auf leidlichem Eise überqueren zu können, lassen die Hoffnung gerechtfertigt erscheinen, daß unter ortskundiger Führung diese Schlittencxpcdition ihr Ziel erreichen wird, daß .sie ferner mit gewisser Aussicht auf Erfolg nach der Nordküste des Nordostlandes und in dessen in Betracht kommende Buchten Vorstöße machen und die dort möglickicr- weise noch befindlichen Erpedittonsteilnehmei' anffudien und bergen kann. Alle Vorverhandlungen zur Ausführung der Expedition sind bereits in vollem Gange. Notwendig ist es, daß die Sammlungen für die Expedition fortgesetzt werden, deren Betrag bis jetzt erst etwa ein Drittel der voraussichtlichen Kosten deckt. kf. „Bedecken Sie sich!" In der italienischen Zeitschrift „Ora" wird ein allerliebstes, wenn auch etwas gewagtes Geschichtchen von Theophil Gautier, dem berühmten Dichter und Kritiker der französischen Romantik, und von der nicht minder berühmten Schauspielerin Deiazet erzählt. Gautier befleißigte sich einer musterhaften und vielleicht etwas gesuchten Höflichkeit. Eines Tages patte er eben gebadet und befand sich in einem nahezu adamitischcn Zustande „nackt, wie der Vortrag eines Madcmikers", doch trug er auf dem Kopfe das Barett, das er, wie auch viele andere Romantiker, so sehr liebte. In diesem Slugcnblicke und Zustande überraschte ihn die Tejazet, der Stern des Palais Royal, der Abgott des damaligen Paris. Wer weiß, was sie von dem Dichter wollte; vielleicht handelte es sich nm irgend eine Kritik, vielleicht war eS etwas anderes, was die Schml- spielerin in Erregung versetzt hatte — kurz, sic sttirmte in seine Wohnung, überhörte die Bemerkung des Dieners, das; Herr Gauttcr augenblicklich nicht zu sprechen und im Bade sei, durchflog: die Zimmer und Prallte so auf den nicht wenig überraschten Dichter. Gautier faßte sich schnell, entschuldigte sein Kostüm, das bei den Eingeborenen in Zentralafrika sehr Mode sei, lüftete sein Barett und hieß dic Künstlerin höflichst wstlkommcn. Die Doiazet wollte sich vor Lachen ansschüttcn und gab ihm die hübsche Antwort: „Bedecken Sic sich, bitte, bedecken Sie sich! Sic könnten sich erkälten . . Line Sitzung öts Zentralvorftander der natisnalliberalen Partei. Die „Nationalliberale Korrespondenz" berichtet über die Sitzung des Zentralvorstandes der Nationalliberalen Partei, die cm gestrigen Sonntag unter überaus starker Beteiligung aus alle» Teilen des Reiches in Berlin ftattfand. Reichstagsabg. Basser-- mann als Vorsitzender hieß die Versammlung willkommen und gedachte dann zunächst in warmen Worten der Toten, der noch im vorigen Jahre verstorbenen Aby. Äobrecht und Hackenberg, ohne des eben in Darmstadt verschiedenen Geheimrats Haas, zu bereu Andenken sich die Erschienenen von ihren Plätzen erhoben hatten. Zum ersten Punkt: Auswärtige Politik, Landesverteidigung und Kostendeckung hatte dec Abg. Basser mann selbst das Referat übernommen. Der Redner gab ein den Ernst der Zeit auszeigendes Bild unserer auswärtigen Lage. Tie ganze internationale Lage „nötige nnS zu gewaltigen militärischen Anstrengungen, wie sie vielleicht einzig daständen in der Geschichte". Tas deutsche Volk sei reis genug, ür sich in Anspruch zu nehmen., selbständig zu prüfen, ob bic Vorschläge der Regierung für die Erhaltung der Schlagfertigkeit unserer Wehr ausreichend sind. Was die Deckungsfrage anlange, so sei der Weg vorgezeichnet durch den im Vorjahre angenommenen De'itzsteuerantrag Bassermann-Erzberger. Greise die Regierung mit fester Entschlossenheit zu, dann, aber aulh nur dann werde sie die vorhandenen Schwierigkeiten überwinden. In der sich anschließenden Aussprache, an der sich br* Der Balkankrieg scheint doch noch etwas länger dauern zu foffen, als man , in den letzten Tagen angenommen tyattc. Bei recht spärlichen, und dazu wenig verläßliche Me'.dnngen aus Sofia und Konstantinopel kann man sich nur schwer ein Bild über die nächsten Aussichten machen. In die Türken ist Bewegung gekommen, sie verstärken ihre Truppen in Gallipoli um ein Armeekorps und landen, wie es scheint, auch an dem andern Kriegsschauplatz neue Truppen. Die Bulgaren ziehen sich von der Tschataldschalinic weiter zurück. Der Berichterstatter der „F-rankf. Ztg." in Konstantinopel, der sonst über die türkischen Aussichten meist pessimistische Stimmungsbilder schrieb, berichtet vom 9. d. M. über einen „besseren und übersichtlicheren Zug in der Armeeleitung"'. Fünf Transportdampfer mit 8000 Mann seien unter dem Schutze zweier Torpedoboote in die Gegend von Mydia im Schwarzen Meere abgegangen. Man glaube, daß sie sich vielleicht nach Burgas oder Warna begeben. „Tic Annahme dürfte kaum zutreffen. Die Pforte '.veiß, daß in einem solchen Falle eine russische Intervention unvermeidlich ist, dagegen wird heute nacht mit der Landung des in Jsmid konzentriert gewesenen Armeekorps sowie einer Kurdendivision an verschiedenen Punkten bei Rodosto gerechnet. 3 2 Transport dumpfer sollen diese Ladung bewerkstelligen. Sie wird unter dem Schutze der Flotte vor sich gehen. Zu dem Zwecke erwartet man heute nacht das Bombardement R o - d o st o S. Daß das gestrige Gefecht mit der bulgarischen Nachhut eine ziemlich ernste Ausdehnung annahm, geht aus dem Eintreffen von mehr als hundert Verwundeten hervor." Aus Sofia werden wieder Siegesnotizen verbreitet; die Türken seien vor Bulair zurückgetrieben worden. Es tvird dabei aber auch bestätigt, daß dir Türken am Samstag abend, als Dunkelheit eintrat, unter Hilfeleistung von ttvanzig Kriegsschiffen Truppen zu landen versuchten. Daß ^ies gelungen sei, wird zwar bestritten, aber es jft eben eine bulgarische Meldung. Ihr stehen kurkische Berichte, die von 'Erfolgen sprechen, gegenüber. Wir geden noch folgende Me'ldungen wieder: Ein neuer Kampf bei Tschataldscha. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Bei einem neuen Kampfe in der Tschataldscha- lrnie ließen zurückgehende Bulgaren 40 Tote und 45 Verwundete zurück. 81 Bulgaren, darunter ein Oberst, wurden gefangen genommen Konstantinopel, 8. Febr. Eine amtliche Veröffentlichung besagt: Der Feind setzt die Rückwärts- bewegung bei Tschataldscha fort. Es erfolgten mehrere Zusannnenstöße, die mit dem Rückzug des Feindes endeten. Insbesondere bei dem Dorfe Plafa war der Kampf ziemlich erbittert Tas Kriegsschiff „Jdjlalije", das vor Bue- juek-Tschekmedje liegt, richtete ein Geschützfeuer gegen die feindlichen Stellungen. Die Beschießung Adriano pol s dauert Tag und Nacht fort, ohne bedeutenden Schaden anzurichten. Tie feindlichen Streitkräfte sind beschäftigt, auf beit Höhen südlich des Torfes Kannlo und in der UnuTcbintg von Ckifttpoli Befestigungen und Verschanzungen zu errichten: sie werden von den Geschützen unserer Landtruppen und Flotte beschossen. Die Konsuln von Adrian opel erneuerten bei den hiesigen Botschaftern ihre Bitte, es möge entweder eine neutrale Zone geschaffen, die es den Ausländern ermöglicht, außer Schußweite zu bleiben, oder deit Ausländem gestattet werden, Mrianopel zu verlassen. Sofia, 8. Febr. Die türkischen Truppen rückten gestern ans der Tschataldscha.Linie in drei Richtungen vor. Eine aus sechs Bataillonen bestehende Kolomte marschierte, unterstützt von der Artillerie des Forts Giaur-Bajir und den Kanonen zweier .streu,ser und zweier Torpedoboote, welche vor Bujuk-Tschekmedschc verankert waren, morgens um 9 Uhr gegen die bulgarischen Truppen, welche die Positionen bei Amautkoej besetzt hielten. Diese warfen den Feind durch einen energisckun Angriff gegen die Brücke von Bujuk-Tschckmedsckx zurück. Erne zweite aus zwei Bataillonen bestehende >do- lonne rückte twrgeftem von Baktscheichkoej vor, zog sich aber vor dem Infanterie- und Artilleriefeuer der Bulgaren über Karasu zurück, ohne den Gegenstoß abzuwarten, zu tvelchem sich die Bulgaren anschickten. Endlich setzte sich ein türkisches Regiment mit einer Mitrailleusen-Abteilung und Gebir-isbatteric voll dem Dorfe Guktscheli her in Bewegung, wurde aber von den bulgarischen Truppen mit dem Baionett angegriffen nnb Kle w toiirbc ,n un zu einem Rückzug in größter Unordnung gezwungen, wobei es die Toten und Verwundeten auf dem Schlachtfeld suruck- ließ. Außerdem sind alle Versuche der Türken, auf der ~mte Zenidzekoej-Larakoej in der Gegend von Terkos zur Offensive überzugehen, gescheitert. Der Feind zog sich Serail in seine ursprünglichen Stellungen zurück. Wahrend des ganzen Tages machten bulgarische Flugzeuge Er- cundungspslüge über der Tschataldscha-Linie. Tic Beschießung von Adrianopel eingestellt? Konstantinopel, 10. Febr. Nach Meldungen hiesiger Blatter haben die Bulgaren gestern abend die Beschießung von Adrian opel eingestellt. Sofia, 9. Febr. Nach hier eingetroffenen, nicht amtlichen Meldungen unternahm ein türkisches Regiment heute einen Ausfall an der Ostfront von Adrianopel, wurde jedoch zurückgeschlagen. An der Küste des Marmarameeres führten die Türken heute keine Aktionen durch. Ties wird dahin ausgelegt, daß sie infolge des gestrigen Mißerfolges die Absicht, eine Landung durchzuführen, aufgegeben haben. Konstantinopel, 8. Febr. Wie verlautet, protestierten die Konsuln in Adrianopel energisch bei den Botschaftern gegen die Art der Beschießung der Stadt, die gegen das Prinzip der Mensch- lichkeit verstoße. Nach einer Blattermeldung haben die Minister gestern gleich nach dem Selamlit in der Moschee über die Sage der türkischen Flotte beraten. Bon» Kriegsschauplatz auf Gallipoli. Tie Wiener „Neue Freie Presse" schreibt aus Konstantinopel: Die türkischen Bewegungen nach Gallipoli wurden von zahlreichen griechischen Banden beobachtet und belästigt. Infolgedessen wurden die griechischen Bürgermeister und die Notabeln aus den geräumten Ortschaften als Bürgen nach Gallipoli mitgenommen und die Ortschaften selbst durch Beschießung seitens der Kriegsschiffe gänzlich zerstört. Alle Einwohner flüchteten in wilder Panik nach Gallipoli, zum Teil auch auf die dorthin bestimmten Truppentransportdampfer. Dabei kam es nach Erzählungen hier angekommener Flüchtlinge wiederholt zu Schreckensszenen. Zahlreiche Boote kenterten infolge von Ueberlastung. Hunderte von Personen ertranken, darunter viele Soldaten. Erst dicht vor Gallipoli gelang es dem türkischen Kvm-- mandanten, die Massenflucht zum Stehen zu bringen und V. Das T rk für die, |nn Von ben Benn reckt vie - auch Nick Tätigkeit des baues, des Verein wird Hirten Md ßwgen aus I fanmlungen kmit erteilt. ** Sta mit Frl. 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Es greife allmählich eine Erbitterung darüber um sich, daß vom Volke fortgesetzt die schwersten Opfer für unsere Rüstungen geordert werden, daß wir aber bei allen Gelegenheiten, wo dir Welt verteilt wird, zurückweichen und zusehen, wie die ander« Völker ihre Machtsphären ausbreiten und ihrer Industrie und ihrem Handel den Weg ebnen. Bezüglich der Deckungsfrage kam von verschiedenen Seiten zuni Ausdruck, daß die Fraktion an der Erbansallsteuer als der unter den gegebenen Verhältnisse geeignetsten Besitzsteuer festhalten möge. Dos Ergebnis der Aussprache wurde in nachstehender, von den Abg. Basfermann, Dr. Friedberg und Schiffer eingebrachten, einstimmig angenommenen Entschließung niedergelegt: Der Ernst der Zeck erfordert mehr als je zum Schuh unserer nationalen und wirtschaftlichen Interessen eine kraß- volle, stetige und zielbewußte auswärtige Politik. Zu ihrer Durchführung bedarf es zunächst einer zeitgemäßen Reform der auswärtigen Dienstes, der durch Beseitigung der herncbend« Exklusivität allen dazu geeigneten Kräften unseres Volkes zu- gänglich zu machen ist. Vor allem ist aber eine schleunige und gründliche Verstärkung unserer Wehr unumgänglich notroenbif. Im Einklang mit dem Standpunkte, welchen die Reichstags- li frattion bei der Quinguennatsvorlage des Jahres 1911 und II bei der Militärvorlage des Jahres 1912 eingenommen hat II fordert der Zentralvorstand die Durchführung der allgemeintn j Wehrpflicht und aller Maßregeln, welche zur Beschleunigung I der Mobilmachung und der Sicherung einer kraftvollen Offen- I sive dienen, und begrüßt mit Genugtuung den Entschluß der I verbündeten Regierungen, dem Reichstag eine diesen Gesichts- 1 punkten entsprechende Vorlage zu unterbreiten. (Verstärkung I der Kaders der Artilleriebespannung und Formierung vM I Kavalleriedivisionen im Frieden, ferner Schaffung einer dem- I schen Luftflotte für Heer und Flotte.) Zur Aufbringung dS ■ Kosten fordert der Zentralvorstand die Ausführung der durch I das Gesetz vom 8. Juli 1912 von den verbündeten R«ic- I rungen Nipp und klar übernommenen Verpflichtung zur Eic- I bringung einer Vorlage übet eine allgemeine B e s i tz st e u c i. > als die nach den eigenen Erklärungen der Regierung nun | eine Vermögens- oder Erbschaftssteuer tn B tracht kommen kann. Er erwartet von der Reichstagsftaktior- ■ daß sie jedem Versuch, von dieser Richtung abzuweicheu, nr.i 1 rückhaltloser Entschiedenheit entgegentreten wird Bei dem nächsten Punkt, Erstattung des Jahresbericht ■ wurden die inneren Angelegenheiten der Partei erörtert. Der I Zentralvorstand beauftragt den Geschäftssührenden Ausschuß, ein« ■ Ausschuß einzusetzen, welcher Vorschläge für eine zweckmäßü " Regelung der Beziehungen zwischen dem Zentralbureau und bm . Geschäftsstellen im Lande im Interesse einer wirksamen AmN rechterhaltung der Parteidisziplin auszuarbeiten und dem Zentral' j Vorstand bei seinem nächsten Zusanrmentreten zu unterbreiten h« I Den letzten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag I Reichstags- und Landtagsabgeordneten Schiffer über die Fleh« 8 teuerung und die innere Kolonisation. Es wurde einstftmn'! I folgende Entschließung angenommen: Der Zentralvorstand warnt davor, dieFleischteuerur.I als eine mir vorübergehende Erscheinung zu betrachten ur.' 1 zu behandeln, und fordert Maßregeln, die ihr unter ÄufteaL' I erhaltung des bestehenden Zoll- und Seuchenschutzes bauen > | abzuhelfen oermögen. Er verlangt die innere Kolon' f a t i o n aber nicht bloß als das wichtigste und ersolgv^ 1 beißendste Abhilfsurittel gegen die Fleischteuerung, »onbern aiO um ihrer selbst nullen aus nationalen, wirtschaftlichen, sozialcn und kulturellen Gründen. Er erblickt in ihr und einer jeE; • genraßen Beschränkung und Neuordnung des Fideikommi' wcscns ein Problem, das dem politischen Streit entzog« und durch gemeinsame Arbeit aller Parteien gelost werd« konnte und sollte. den nadjrücfeiibcn Bulgaren bei Bulair entgegenzutreten. Ein Brand in Konstantinopel. Konstantinopel, 8. Febr. (10 Uhr abends.) Seit zwei Stunden wütet im Stadtteil Beghakechen (Vorstadt Top Hane bei Pera) ein Brand. Tas italienische Hospital war vorn Feuer bedroht, doch ist es dank des tätigen Eingreifens der Mannschaften der fremden Kriegsschiffe außer Gefahr. Bis jetzt sind etwa dreißig Holzhäuser verbrannt. Ter Exminister Nora düng hi an ist nach Europa abgereist. Ein abeirds erschienenes Jrade verfügt die Durchfahrt des französischen Kreuzers „Victor H u g o" durch die Dardanellen, der als dritter Stationär für Konstantinopel bestimmt ist. Das ökumenische Patriarchat beschwerte sich bei der Pforte, daß von"dem Panzer „Messidije" ans während des Bombardements von Myriv-ohito auch auf Frauen und Kinder, die auf der Landungsbrücke war- teten, geschossen wurde, wodurch angeblich einige getötet und verwundet wurden. Die zusammeixgelegte Alte Brücke vom Goldenen Horn ist nach Rodostv geschleppt worden, um als Landungssteg zu dienen. Die Bemühungen der Verbündeten am Tarabofch. Cetinje, 9. Febr. (Amtliche Meldung.) Der rechte Flügel des Generals Martinowitsch besetzte das Dorf Dionysis unterhalb der Befestigungen des Tarabofch. Der linke Flügel, der am Ufer des Skutarisees vorrückte, gelangte fa.st Ibis Siroka. Die Truppen des Zentrums rückten bis 200 Meter gegen d i e Verschanzungen am Tarabofch vor, nachdem die Aufklärungsabteilungen die Stacheldrahtzäune an zwölf Stellen zerstört hatten. Von Sirotagora unb Oblika aus werden die Befestigungen am Tarabosch unausgesetzt bombardiert. Eine serbische Truppenabteilung unter dem Kommando des Obersten Popotviffch und drei montenegrinische Bataillone mit Maschinengewehren rückten gegen Brdica vor und griffen den Feind heftig an. Nach von der Armee des Kronprinzen eingetroffenen Nachrichten wurden die Türken auf derganzenLinieigeschlagen. D|ie montenegrinischen Trirppen rückten vor und besetzten den kleinen Bardonjolt. Der große Bardonjolt ist bereits besetzt. Gestern gefangengenommene Türken bestätigen das Gerücht, daß Hassan Riza gefallen ist. In Skutari macht sich Mangel an Lebensmitteln fühlbar. Munition ist im Ueberfluß vorhanden. steuer in einen Kvnflikt mit der narionaltiberalen Reichstagsfraktion, aus der er deshalb ausschied. 1874 wurde er von Großherzog Lttdwig IV. in die hessische Erste Kammer berufen, in der er durch seine Tatkraft und unermüdliche Arbeitskraft bald die unbestrittene Führung erlangte und in vielen großen Fragen gegen Regierung und Zweite Kammer seinen Willen durchsetzte. Seit 1908 ist von Hehl Vizepräsident der Ersten Kammer. Auch sonst hat er sich um die soziale Hebung der Minderbemittelten manche Verdienste erworben; z. B. als Vorsitzender des hessischen Wohnungsvereins für Minderbemittelte. Lange Jahre ist von Hehl Mitglied der Wormser Handelskammer und der hessischen Landwirt s ch af t s kam m e r. Seine Vaterstadt ehrte ihn durch seine Ernennung zum EhrenbürAer und zahlreiche gemein-! nüCigc Stiftungen werden sein Gedächtnis in Worms wacherhalten. Auch Oppenheim hat ihn zum Ehrenbürger gemacht. Am heutigen Tage werden dem verdienten Manne zahllose Ehrungen dagebracht werden. Eine der wertvollsten wohl widmet ihm unsere Landesuniversität, deren juristische Falultät ihn zum Doctor juris honoris, causa ernannt hat. Festlichkeiten in der Firma Cornelius Hehl. Zur Feier des 70. Geburtstags des Freiherrn Heyl zu Herrnsheim hat die Firma Cornelius Hepl ihre Arbeiterschaft nebst Frauen zu festlichen Veranstaltungen am Montag nachmittag eingeladen. Mittags um 12 Uhr werden die Werkstätten geschlossen. Nachmittags und abends begeben sich die älteren Arbeiter mit ihren Frauen ins stäbttsche Spiel- unb Festhaus, wo durch daS Mainzer Stabttheater ztveimal das vaterländische Schauspiel „Prinz Friedrich von Homburg" aufgeführt wirb. Für die jugendlichen Arbeüerinnen und Arbeiter findet im Ber- einshause der Fabrik Spenerbenn eine festliche Veranstaltung von 2l _> bis 5 Uhr und von 6_ bis 10l/2 Uhr statt. Wertere Festlichkeiten werben in ben großen Sälen bes Festhauses, bet ,Zwölf Apostel", des Konzerthauses zum Karpfen, des Worret- chen Lokales, des Kolosseums unb des Saalbaues Neuhausen abgehalten, wobei die Regimentskapellen der 118 er, bet 1 er Mannheim) und der 117 er (Mainz), sowie die Stadtkapelle Hitzig konzertieren werben. Gott". Da kam das Echo aus den Herzen des akademischen Publikums. Von dem gewalttgen eisernen Kanzler haben wir auch Bekenntnisse seiner religiösen Denkart. Er würde dem Walten Gottes vielleicht aber mcht so lebhaft deutend und auslegend gefolgt sein. Auch wir meinen, man kann, tvas göttlich ist, nicht immer präzise begreifen. Auf der andern Seite darf cntch der Ausspruch des Kaisers, daß wir mit unserem Glaubensschilde „unbekümmert um rechts und links" geradeaus gehen wollten, nicht mißverstanden werden. Wir werden, das weiß der Kaiser natürlich so gilt wie wir, die Engländer, Russen und Franzosen genau beobachten müssen. In diesem Sinne waren die kaiserlichen Worte ein weiterer wertvoller. Ansporn zu mutigem Weiterschaffen. Eine plötzliche Abreise der kaiserlichen Familie nach Karlsruhe Die „Berliner Morgenpost meldet, daß der Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise nnb Prinz Oskar Sonntag abend 9 Uhr unerwartet nach Kaisruhe abgereist seien, wo sie im Residenz- schloß als Gäste der Großherzoginwitwe absteigen würdest. Prinz Ernst August von Cumberland, so wird aus Karlsruhe berichtet, werde Montag vormittag dort eintreffen unb bei seinem Schwager Prinz Max von Baden Wohnung nehmen. Tie „Berliner Morgenposf" erinnert uns anläßlich dieser Melbung daran, daß eingeweihte Kreise schon längere Zeit wissen wollten, es werde nach demnächst erfolgter Aussöhnung zwischen ben Häusern Hohenzollern und Gümberlanb Prinz Ernst von Cumberlanb die Regierung des Herzogtums Braunsst)weig übernehmen. Der Berliner '„Lokalanzeiger" meldet die unerwartete Abreise ebenfalls unb fügt hinzu: Tie Rückkehr des Kaisers nach Berlin, der gestern noch beabsichtigt hatte, dem heutigen Fest des Ersten Garbe-Feldartillerie-Regiments beizuwohnen, sei Tür den 12. Februar in Aussicht genommen. Man dürfe annehmen, daß diese unerwartete Reise des Kaiserpaares und der Prinzessin Viktotta Luise durch ganz besondere Gründe veranlaßt worden ist, die vermutlich aut privatem Gebiet liegen werden unb dringlicher Natur sind, denn sonst hätte die Kaiserin, die nod) in der vorigen Woche gegen ihre ursprüngliche Absicht in Berlin zurückblieb, als der Kaiser zur Jahrhundettseier nach Königsberg fuhr, sich kaum zur Rückreise ^entschlossen. Eine Zusammenkunft bes Kaisers mit König Viktor Emanuel? Das „Berliner Tageblatt" meldet ans Rom: Wie in Venedig verlautet, werden Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel am 15. ober 16. Februar in 93 en eb t g zusammen treff en. Ter Kaiser reift von Venebig unmittelbar nach Korfu. Laut bet Beliebiger Zeitung „Adridico" ist der lo. Februar als Tag der Zusammenkunft festgesetzt. -r< Tie ti * L >|ft ? ■“ m Was ^Mern Longtl 'M ^erSchnu, ptr - Irt Hand des «# lieber ^ben bctelb uUerfefrr ar ?er m l« tabotel Schutz giofl an Sji; kurzer lob und in ivd ^behnbet, b ^-.-thefen ani y'ttadK «ne v-nberen Verl JjfjgtÄ und tfll ipotf nid) I «• Der i I >'NuM des 11 wie Ebel Bfeöigung von clofung mrd Äin im Bolle herck er um sich, datz ta .niete Lüftungen? ckegenheitm, wo t f >en, wie die anbei? ihrer Industrie M -r Teckungsfrage ir;. «tz die Fraktion: u den gegebenen nöge. 2as ErgebG »en Abg- einstimmig angeMW als je zum SJj intereiien eine tee e Politik. Zu « [gemäßen Mo.^A n unteres «alte. I mgänghm*™ schm L m I er Wahres 190 jj .2 eingenommen » ^^chleunI ni> D -chatiung einer *1 3« 'rulbl'nMW ÄSÄI cqen .^tta -hi? sSfl r q £,btt be "l Ifta,“1" H um fünft erteilt. „ . „. ** S t adtth eater. Lessinas „Emtlta Galottr mit Frl. Riza Bajor vom Deutschen Theater in Berlin als Gast wird in der morgigen Dienstags-Abonnements- vorstellnng zum letzten Male gegeben. Es wird die zahlreichen Freunde der Kunst unseres Berliner Gastes mteressieren, daß Frl. Bajor die Rotte der „Niob e" in dem bekannten englischen, von Oskar Blumenthal» bearbeiteten Schwank ihrem Gastspielrepertoire einverleibt bat und am Mittwoch hier darin zum ersten Male auftreten wird. — Wie schon bekamtt-g-egebeu, wird am Donnerstag Herbert Eulenbergs „Belind e" durch ein besonders zu- fammengestetttes Ensemble erster Berliner Bühnenkünstler unter der künstlerischen Leitung von Direktor Willst Nord au zur Aufführung gelangen. Das Werk hatte in Leipzig, Dresden, München, Hamburg, Stuttgart, bedeutenden Erfolg und wurde mit dem Volksschitterpreise gekrönt. Das Hamburger Fremdenblatt schreibt: Der Zauber der Reinheit liegt über dieser Dichtung. Aus dem Zusammenstoß ethischer Gesetze mit den Geboten der Natur entstehen Konflikte, die der Dichter konsequent behandelt hat. Sehr schön ist die Sprache des zum größten Teil im jambischen Versmaß geschriebenen Werkes. Der Erfolg war groß and unbestritten. Gastspiele des Friedrich-Wilhelmstädti- schen Schauspielhauses Berlin fanden mit diesem Werke in fast allen großen Städten statt. *♦ Kronb auersch er Quartettverein. Den Bericht über das gestrige Konzert muffen wir wegen Stoffandranges für morgen zurückstellen. tung I en <6lt« t 5 örtert J Palla für uob 3 en ^(5 Sodr (k würbe argunter sAtSil - »LÄ M Atign1 ioMv j Packoe" Statt besonderer Anzeige. Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Carl Amend u. Fran Emma geb. Schimpf. Giessen, Sonntag, den 9. Februar 1913. [1011 könnt, daß der P ostdien st durch den starken Schneefall vokl^ tändig gestört ist. Der Schnee liegt vier Meter tief. Dw Pferde des Postwagens, welcher den Dienst von Rescht nam Enzeli besorgt, sind in der Nähe Von Rescht vor Kalte tot umgefallen. Teheran ist für wenigstens vierzehn Tage von der Postverbindung mit Europa abgeschnitten, was seit zwott Jahren nicht vorgekomimen ist. , * Ein sonderbares Eisenbahnunglück. Ans Großnpi, 9. Febr., wird gemeldet: Auf der Steigung zwischen den Bahnstationen Szljeizowskaja und Kar abu lag riß ein Güterzug in zwei Teile. Vierzig Mit Rohol gefüllte Kesselwagen rollten zurück, sausten mit furchtbarer Geschwuu digkeit an der erstgenannten Station vorbei, und rannten auf einen anderen Güterzug auf, an dessen Lokomotive die Rohölmengen sich entzündeten. In dem Riesenfeuer tarnen zwei Zugbeamte um. . - — Gu t pariert. Eine lustige kleine Geschichte, in herein Theaterkritiker die Heldenrolle spielt, macht jetzt durch die pariser Salons die Runde. Ein bekannter Kritiker hatte eine sehr elegante und mondäne Schauspielerin in seiner Kritik sehr herb beurteilt: die Dame War empört und lechqte nach Rache. Ein paar Tage später besucht sie in Gesellschaft eines lungcn Dandys die „Varietees" und sieht den verhaßten Kritiker. So/ fort bittet sie ihren Begleiter, dem Herrn ein kleines Paket zu übergeben, das sie bei sich trug. Der Dandy übernimmt es. „Mademoiselle hat mich gebeten, Ihnen als Zeichen der Bewunderung ihres Talentes dieses Souvenir zu überreichen.' Inmitten eines .Kreises verständnisvoller Neugieriger öffnet der Kritiker das Paket: und findet ein Dutzend gewöhnlicher Gänsefedern. Allgemeines Lächeln, unterdrücktes Lachen: aber der Kritiker erweist sich als der Situation gewachsen. „Verehrter Derr, sagt er zu dem Ueberbringer, dem Tandy, „danken Sie bitte Made moiselle für die reizenden Federn. Ich wußte wohl, daß fte ihre Bewunderer zu rupfen pflegt, aber ich hatte nte geahnt, daß sie das zu Meinen Gunsten täte." Er hatte die böshasten Lacher aur seiner Seite. Kleine Tageschronik. Die große Liebe, ein Schauspiel von Heinrich Mann fand bei seiner Uraufführung im Berliner Lessing- Theater trotz offenbarer, starker Schwächen eine warmherzige Aufnahme. * In Nürnberg feuerte der 23 jährige Glaser Greiling auf den Unteroffizier Schetz und seine Geliebte mehrere Schüsse ab. Ter Unteroffizier starb bald darauf, das Mädchen ist schwer verletzt. In R 0 st 0 w am D 0 n brennen seit vierundzwanzig Stunden die Depots der Russischen Gesellschaft sürDampft schiffahrt und Handel. Außerordentlich starke Explosionen vergrößern die Gefahr. Der angerichtebe Schaden ist sehr groß. Aus London wird gemeldet: Zwei Pavillons mit Orchideen im Botanischen Garten von K c w wurden in der vergangenen Nacht schwer beschädigt An dreißig Glasscheiben sind erngeschlagel' und die kostbaren Orchideen nach allen Richtungen verstreut worden. Man glaubt, daß Anhängerinnen des Frauen stimm-« rechts den sehr beträchtlichen Schaden anrichteten. Ter Brebacher Agent der Kreissparkasse Saar-' j brücken bat 30000 Mark unterschlagen. Für ben . Verlust hat die Kreissvarkafle Deckung. Aus Mansfield (Grafschaft Nottingham) toirb nnterw : 8. Febr. gemeldet: In der Kohlengrube von Ruffvrd ber , Mansfield stürzte heute nacht infolge Bruchs einer Kette ein mit ' 800 Gallonen (= 36 Hektoliter) Wasser gefüllter Behälter auS , einer Höhe tion 150 Meter in den Schacht. 13 Berg lauft e Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Febnwr 1913. ** Tageskalender für Montag, 10. ssebr.: Vortrag, 1 veranstaltet von der Freimaurerloge Gießen: Dr. pqil.0 r n e i f c r- Gießen: Die Freimaurerei und die religiöse Krisis der , Meaenroart. Abends 8 Uhr in der Universitätsaula. 3 * •• Ordensverleihungen. Der Gro ßherzog hat bem ordentlichen Honorarprofessor für Mineralogie und Kristallographie an der Universität Heidelberg Dr. Viktor Goldschmidt zu Heidelberg das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, und das Ritter- Ircu5 zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß- mütigen dem Hauptmann v. Strzentieczny, beim Stabe bc§ vierten Unter-Elsässischen Infanterie-Regiments Rr. 143, seither Oberleutnant im Leibgarde-Jnfanterie-Regiment I.Hess.) Rr. 115 verliehen. •• Was ist eine Handangel? Das Ministerium bc§ Innern hat bekanntgegeben, daß unter einer einfachen .Handangel im Sinne des Fischereigesetzes eine Angel mit kiner Schnur zu verstehen ist, an der sich nur ein ein- sicher Angelhaken mit nur einem natürlichen ober künstlichen ftöber — unter Ausschluß von lebenden, toten und künstlichen Fischchen — befindet. Die einfache Handangel muß bei belegtem Master mit dein Strom treiben können und stets in der Hand des Fischers bleiben ** lieber die Belastung von Grund und Boden, die in den beteiligten Kreisen als überaus hciümend für den. Jmmo- tiilienverkebr empfunden wird, läßt der Verein ber Hausbesitzer in seiner Jahreshauptversamimlung am Mittwoch abend int Hotel Schütz durch Rechtsanwalt Raab einen Vortrag halten. Es soll an Beispielen erörtert werden, wiee stark in Verhältnis- tnäfrig kurz er'Zeit die Steuern und Abgaben in die Höhe gegangen sind und in welcher schwierig eit Lage sich zurzeit das Hypotheken wesen befindet, besonders welcl-e Mittel bei Beschaffung zweitstelliger Hypotheken empfehlenswert sind. Man hofft, aus Grund der Aussprache einen Weg zu finden, der gangbar ist und der den besonderen Verhältnissen Gießens Rechnung trägt. Ohne einmütiges und tatkräftiges Zusammengehen der zunächst Beteiligten toird wohl nichts zu erreichen sein. ** Der Obst- und G a r t enb auver et n Gteßen, Ortsgruppe des oberhessischen Obstbauvereins, hält Dienstag abend sm Cafe Ebel eine Hauptversammlung ab. Außer der Erledigung von geschäftlichen Angelegenheiten und einer GratiS- verlosung wird der Sekretär des oberhessischen Obstbauverems Herr Dr. Hoffmann von Fttedberg, einen Vottrag halten Mer: „Die Grundlagen des Gemüsebaues im Garsten". Das Thema dürfte wohl für alle Hausfrauen, namentlich aber für die, die ein Gärtchen bestellen, von großen Interepa [fein. Von dem Vorstände würde deshalb lebhaft begrüßt werden, wenn recht viele Damen den Vortrag hören möchten. Jedermann — auch Nichtmitglieder des Vereins — ist eingeladen. ie Tätigkeit des Vereins erstreckt sich auf die Förderung des O bst - h«ues , des GeMüsebaues und der Blum enzu cht. Der Verein wird Anregung geben zur Anlage geschmackvoller Vorgärten und zur Entfaltung schönen Fenster- und Balkonschmuckes. Aragen auf dem genannten Gebiet werden in den Vereinsversammlungen durch «Fachmänner besprochen und Rat und Aus- email. .ter ?c dnanAtun- e5 m tlmseä l. WM, des'ZL ata Neuhaus Uo er, der 1 G : vtabtfaDelle hjtzj Letzte naebriebten. Türkische Bitten um Friedensvermittlung 5 Konstantinopel, 10. Febr. Der hiesige Berichterstatter des „Ecko de Paris" meldet, daß der türkische Botschafter in London bei dem Staatssekretär des Auswärtigen Sir Edward Grey vorgesprochen habe mit der Bitte, die Mächte möchten erneut Friedens Verhandlungen vermitteln. Sir Grey bedeutete dem Botschafter, sich amtlich an die Regierungen zu wenden. Die Kongo-Kamerun-Grenzfestsetzung. Paris, 10. Febr. Die französisch-deutsche K 0 m» Mission zur Festsetzung der Grenze zwischen der Kongokolonie und Kamerun, konnte trotz großer klimatischer Schwierigkeiten ihre Arbeit am 1. Dezember beginnen. Militärrevolution in Mexiko. New Pork, 9. Febr. Eine Militärrevolution ist in der Stadt Mexiko ausgebrochen. Der Präsident Madero wurde gefangen genommen. Mexiko, 10. Febr. Gestern nachmittag toar die Ruhe fast überall wieder hergestellt. Diaz ist Herr der Situation. Präsident Madero und die Minister halten sich immer noch im Nationalpalast auf, um den blutige Kämpfe geführt wurden. Zwei Hauptleute und drei Leutnants wurden tödlich verletzt. Auch der Kriegsminister wurde verwundet. Ein Negeraufstand. Lissabon, 10. Febr. In dem der portugiesischen Herrschaft bisher noch nicht unterworfenen Distrikt Norupenna auf Mozambique überfiel der Häuptling Stapana die Europäer-Niederlassung, plünderte die Dörfer und tötete d i e Europäer, die sich zu Wehr setzten. Eine portugiesische Expeditton von 1000 Mann unb acht Maschinengewehren schlug die Aufrührer in die Flucht. 200 Neger fielen. Von den Portugiesen wurden ein Leutnant, ein Sergeant und ein Korporal getötet und 22 Soldaten verwundet. OOEL-WTOBEiFOUIGB Sausgas-Motoren Präzisions-Motoren für alle Betriebe u. alle Brennstoffe vermischtes. — Oberleutnant Filchner über seine Süd- polar reise. Aus Berlin, 8. Febr., wird gemeldet: ^n der heutigen stark besuchten Sitzung der Geographischen Gesellschaft berichtete Oberleutnant Dr. Filchner kurz über den äußeren Verlauf der von ihm geführten deutschen Antarkttichen Expedition. Der Vorsitzende Geheimrat Professor Hellmann drückte die Anerkennung für die Verdienste und Hoffnungen der Wissenschaft auf die Ergebnisse der Expedition aus. Sodann hielt Professor E. Tiessen einen durch landlchaftliche Buder belebten Vortrag über das südliche Ehina. Jin Anschliff; an da-? jetzt von ihm vollendete fünfbändige Werk des Frhrn. H-erdmand v. Richth 0 fen. Der Vortrag klang in eine Ebnmg des verstorbenen Forschers aus, dessen Angehörige und Schüler, darunter Sven Hedin, anwesend waren. * Rabiate Schützen. Die Blätter melden aus Posen: Die Kaufleute Witgen und Obst hatten das Grundstück des Müllers Sommer in Tomiee gekauft. Einer der Sohne des Müllers, der mit seinem Vater in Erbstreitigkeiten liegt, lauerte den Käufern auf, erschoß Witgen und verletzte Obst und seinen Vater lebensgefährlich. Dann erschoß er sich selbst. * Opfer der Berge. Aus Mailand wird gemeldet: Fünf Studenten versuchten, den Monte Disgrazia in den Velt- Niederalpen zu besteigen, als sich Eismassen, auf denen sie standen, loslösten und talwärts zu rollen begannen. I)er Führer der Expedition konnte sich noch rechtzeitig an den Felsplatten an- klammern und so drei Genossen retten, die angeseilt waren. Unglücklicherweise riß ein Strick, an dem der Student Levis angebunden war. Der junge Mann stürzte in den 1000 Meter tiefen Abgrund. Die Leiche konnte bisher nicht geborgen werden. , , _ * Sturm und Seenot. Ern furchtbarer Orkan wütete in der Nacht zum Samstag in Nordengland, Irland und Wales. In Renton bei Dumbarton trat der Leven über die Ufer und seifte eine Anzahl Fabriken unter Wasser. Mehrere hundert Arbeiter sind gezwungen zu feiern. Die großen Werke von Armstrong bis Newcastle wurden beschädigt. In North- und South-Szields wurde großer Schaden angerichtet. Auf der Tyne fanden Schiffszusammenstöße statt. 2er telegraphische Verkehr ist in einem großen Teile des Landes gestört. — In Liverpool ist ein der Hafenverwalttmg gehörendes Boot gekentert. Ein Mann wurde gerettet. Zehn Personen dürsten um gekommen sein. — Ein französisches Torpedoboot stieß gestern abend auf der Reede von Brest mit einer Fischerbarke zusammen, die ohne Lickfter segelte. Tie Barke sank sofort. Von der Besatzung konnte nur ein Mann gerettet werden. Bei Dover ging das sranzösische Segelschiff „L 0 winski" unter. Vier Matrosen ertranken. * Starker Schneefall in — Persien. Aus Tc- II) er an, 8. Febr., wird gemeldet: Tie Postverwaltung gibt be- RiMchalnl - (?rtnift aus der Kgl. Hosvarsüincrie- Fabr. v. (5.D. Wunderlich, Nürubera, um deuHaaren ein duutlesAnsehen zugeben,Dr. Qrfiln s Nufföl, zugl. seines Haaröl, macht d. Haar dunkel und wirkt baarstärkend, beide ä 80 W, 1.40 Mk. ID13/,3 W. Kilbinaer, Drogerie. Felsen-Fahrräder sind die besten. LU Jahre Garantie. Mk. 35 franko jeder deutschen Bahnstat. Laufdeck. 1.50, Luft- ^hläuche 1.50, Kett 1.20, paar SchutzbL 75Pfg. Verlang. Sie unbedingt Katalog. Gebr. Hofacker, Ortsgruppe Gießen. Mittwoch, den 12. Februar, abends 9l/._> Uhr im Vereinsbeim „Hotel - .Kobel": - Monats-Versammlung. Besonders wichtiacTaacs- ordnnna. Zahlreiches Erscheinen ist also unbedingt erforderlich. v'°/,______Der Vorstand. Frische Mazzen zu haben Blickerei Katz, Tel. 498. 010061 Neustadt 14. I TRAUERHÜTE I (v7tl A.Salomon & Cie. | 10 MONS! nom. Mark 3000000 reichsmündelsichere 4% Anleihe der Provinz Oberhessen ük. # ****** Ifi er Jede Tilgung bis 1. April 1919, verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung bis 1. April 1924 ausgeschlossen. Wir legen die Anleihe hiermit unter den nachstehenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung auf: findet Die Zeichnung statt am bei Weis, Herz & Co. ff hmenzufasse 131. Landtc *1 vom Po rj. Geheim in »> in Giessen in Mainz bei der fi^itteEdeutschen Creditbank Filiale Giessen bei dem Bankhanse .Isaac Fulda. Berlin Darmstadt Frankfurt a. M Freitag, den 14. Februar ISIS dem Bankhause Delbrück Schickler & Co., der Commerz- und Disconto-Bank, „ Mitteldeutschen Creditbank, dem Bankhause Gebrüder Schickler, „ BankhauNe Ferdinand Sander, der Mitteldeutschen Creditbank. dem Bankhause Ferdinand Sander, sowie bei den Niederlassungen der Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg, Hannover, Leipzig, Kiel, Altona, Altenburg S. A. und bei den Filialen der Mitteldeutschen Creditbank in Essen, Hanau, Nürnberg und Wiesbaden, bei deren Depositenkassen Der Provinz Oberhessen ist seitens des Grossherzoglichen Staatsministeriums in Darmstadt unter dem 3. Februar 1913 die Genehmigung, zur Ausgabe von vierprozentigen Schuldverschreibungen aut den Inhaber im Betrage von M. 3000000,— zwecks Beschaffung der Mittel -zum Bau elektrischer üeberland-1 anlagen erteilt worden. , Die Tilgung erfolgt durch Ankauf oder Verlosung vom 1. April 1919 ab jährlich mit l°/o des Kapitals unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten Schuldverschreibungen: eine verstärkte Tilgung oder Gesamtkündigung ist vom 1. April 1924 an zulässig. Es gelangen Abschnitte von M. 5000, 2000, 1000, 500, 300 und 200 zur Ausgabe; der 1. Zinsschein ist am 1. Oktober .1913 fällig. Die Schuldverschreibungen sind im ganzen Deutschen Reiche zur Anlage von Mündelgeldern geeignet« Die Zulassung der Anleihe zum Handel und zur Notiz an den Börsen in Berlin und Frankfurt a. M. wird beantragt. im Sam-, I M11- ! SÄ M an l Zm Za, % 1869 Jnit, im -epi 5 im 5evtei Lchon I * eifrig mil I Wl'chastswc I Aals er M | -rwalt des m I ätn Genoiscn ■ aS. 3um 1ö il Meis (Ta I $ ijübnfant I Mil Kami I jftßit cs, als I {ub erobckt I SiHeichelsh in Friedbery i. IE.. iHarhurg und Wetzlar und bei deren Agenturen in Butzbach und Hüdingen während der bei jeder Stelle üblichen Geschäftsstunden. Der Zeichnungspreis beträgt 97j5O°/0 abzüglich 4% Stückzinsen bis zum 31. März 1913. Jeder Zeichnungsstelle ist die Befugnis vorbehalten, die Zeichnung auch schon vor Ablaut der festgesetzten Frist zu schliessen qud den Betrag jeder einzelnen Zuteilung nach ihrem Ermessen zu bestimmen. Bei der Zeichnung ist auf Erfordern eine Sicherheit von 5 °/0 des Nennwertes in bar oder in marktgängigen Wertpapieren zu hinterlegen. Der Zeichner trägt den Stempel der Zuteilungsschlussnote zur Hälfte. Die Abnahme hat in der Zeit vom 20. Februar bis 20. März 1913 zu erfolgen. Berlin, Giessen, im Februar 1913. aw;» K- eia, d ;ir KrichKm kmntcr fül ■906 errichtet ögqv zu ihre öaas auch zu d? Mitglied Mählt rooi rochen Peri link. Groß bas Jahr 1 Delbrück Schickler L Co. Commerz- und Disconto-Bank, Mitteldeutsche Creditbank Filiale Giessen. Neue Universitäts-Aula in Giessen Montag, den 10. Februar 1913, abends 8 Uhr „D*e Freimaurerei und die religiöse Krisis der Gegenwart“ Öffentlich. Vortrag von Dr. phil. Ernst Horn effer-München Eintritt frei für Damen und Herren vi5/i Freimaurerloge Giessen. Tonnerstas, 13. ssebr., 814 Uhr in Steins Karten: Oeffentlicher Vortrag Amtsgerichtsrat Lattmann (Schmalkalden) „Die wirtschaftliche Lage Deutschlands im Kriegsfälle“ Eintritt 20 Pfennig. v8/. Mitglieder frei. DttlUlstolttt Mill Alldeutschen Perband. S'onnerötag, 13. Februar, abends SMUr pünftlidj, in der flrojjtn UiiimWS-Anln: VI. öffentl. Vortrag Herr I. P. Leutz Dpitta, Berlin Die deutsche Ostmark mit Lichtbilder. Eintrittskarten sind zu 1 Mk. abends an der Kasse zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hälfte. Garderobe ist abzugeben, Gebühr 10 Psg. ylO/, Kausnmnischtt Herein. ?rtsgmttbt0krcin. HiiiiMl!«Miii Unser VercinSlokal befindet sich von beute nb im v1"/, Frankfurter Hof Gießener freie 5tudentenfchast Bortragsziklus zur Vorfeier der nationalen Gedenktage. Dritter Bortrag am Dienstag, den 11. Februar 1913, abends 8'/.Ubr, in Steins Garten Sm Prof- Dr. RM iiber GllklsklllNl. Einirittsvreis für Aliaebörige der Universität 30 Psg., für Mchtakademiker 50 Psg. v10/2 DaS Präsidium der freien Studentenschaft. TT i 1 (A 1 ..i Ab 1. Febr. täglich 1 lOtel SchutZ Konzert der 01'10". Deffregger Figurentänzer o OO o 3 Damen Direktion Epner-Albert 4 Herren Vorzügliche Leistungen in Chor, Duett u. Sologesang 776 Anfang Wochentags abends S Uhr, Sonntags nach- Eintritt frei! mittags 5 Uhr. Eintritt frei! 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