m. 82 Zweites Blatt 165. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Kiehener Zamrlienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..rlrelsblatt für den Kreis Giehsn" zweimal wöchentlich. Tle „Landwirtschaftlichen Zei!- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gietzener Anzeige? General-Anzeiger für Oberheßen Mittwoch, 9. April (9(3 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Blich- und Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redakti on:e^$$£l 12. Tel.-Adr.: AnzcigerÄreben. Uns den Reichstagsausschüssen. :: Berlin, 8. April. Der Militär-Voranschlag im Biidgelausichuß. 'Ter Budgecausschuß begann heute die Beratung des Militär- Voranschlags. Ter Berichterstatter v o n P u t l i tz gab einen lieber» blick Aber die inr Voranschlag enthaltenen M e h r s o r d e r u n g c n, die man trennen müsse: in die Summen, die durch die im letzten Jahre beschlossene Heeresverstärlnng nötig geworden seien, weiter die, die die einfache Konsequenz dieser Beschlüsse bilden, und die neuen Mehrforderungen. Tie letzteren betragen ungefähr 7,6 Millionen Mark: es werde sich darum handeln, diese Forderungen besonders genau zu prüfen. Sie beziehen sich einmal auf die Erhöhung der Raufi'tterrationen im Betrage von 1,8 Millionen, aus verkehrstechnische Forderungen mit 3 Millionen mtb neue Stellen mit 3,8 Millionen Mark. Beim Gehalts titel des Kriegsministers wünscht ein Zentrumsvertreter Erklärungen über den vielbesprochenen P roses fall des Amtsrichters in Rybnick gegen den Bez irksoffizi er Hauptmann Kam ml er, der im Urteil des Landgerichts in Ratibor als böswilliger Geistes- sckm-acher bezeichnet worden sei. Ter Kriegsminister verwies daraus, daß das Gerichtsverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Er werde deshalb sich nur teilweise über den Fall aussprechen können. Selbstverständlich würde die Militärverwaltung einen bösartiger geistesschwacher Offizier an dieser Stelle nicht länger belassen. Äber es liege keineswegs so, daß der Ausspruch des Gerichtsurteils mit Sieber beit den Tatsachen entspreche. Tenn die bisherige Untersuchung der Militärverwaltung habe keinerlei Anhaltspunkte für die Richtigkeit dieser Behauptung ergeben. Haupt mann Kammler habe sich freiwillig fünf Wochen lang in der p s v ch o l o g i s ch e n Klinik in Breslau n u f g e h a l t e n, u n d d a s h i e r a u f g e f ä l lteUr teil sage, ) a ß die Untersuchung keine g e i st i g e n Defekte ergeben habe, die die Bezeichnung Schwachsinn oder- gar bösartiger Schwachsinn verdienen würde. Tas Urteil des Gerichts ft übe s i ch auf verschiedene Behauptungen, hie nicht in Üebcrcinftimmung mit den tatsächlichen Verhältnissen' stehen. So könne insbesondere von häufigen und besonders strengen Bestrafungen durch Hauptmann Stammler keine Rede sein. Ausfallenderweise habe das Gericht nicht die dienstlichen Akten e i n g c f o r dert, bevor es ein Urteil über das dienstliche Verhalten des Offiziers gefällt habe. Hauptmann Stammler fei daher augenblicklich noch in dienstlichen Verhältnissen belassen, aber in Urlaub, bis das Gerichtsverfahren abgeschlossen sei. Von Vertretern der N a t i o n a l 1 i b e r al e n Partei und des Zentra m s werden tret, dieser Ausführungen Bedenken geäußert, ob dieser Offizier geeignet fei, gerade an 'der Stelle Tienst zu tun, wo der Verkehr mit Zivilisten im Mittelpunkt stehe. Es sollte mit bci'onbcrer Sorgfalt bei der Auswahl solcher Offiziere vorgegangen werden. Mit besonderer Schärfe griff ein Vertreter der Sozialdemokratie die Militärverwaltung an, von der es bekannt sei. daß sie regelmäßig Offiziere schüfe gegenüber dein Urteil bürgerlicher Gerichte, und der vorliegende Fall sei besonders kraß, da in dem Urteil auch als erwiesen angenommen sei, daß sowohl Hauptmann Stammler wie der Bezirkskommandeur wiederholt die Unwahrheit gesagt haben. Tie Erklärung des Kriegs tninisters werde einen höchst peinlichen Eindruck Hervorrufen. Ein fortschrittlicher Mgeordneter spricht dann auf Grund persönlicher Bekanntschaft sich) im wesentlichen zugunsten des angegriffenen Hauptmanns Stammler aus, der vor feinem Sturz vom Pferde allgenrein im Kreise seiner Kameraden und außerhalb sehr geschätzt gewesen und der auch nach diesem Unglücksfall zwar im Anfänge reizbar gewesen, aber kaum dienst unfähig wegen irgend eines geistigen Defekts geworden sei. Tas Urteil des Gerichts mache auch ihm einen eigentümlichen Eindruck, da das Gericht sich die notwendigen 11 n ter tagen nicht beschafft habe. Ter Kr i e g s m i n i st e r betont, daß die Militärverwaltung bei der Auswahl der BezirlSoffiziere durchaus sorgfältig vorgehe. Sollte das Gerichtsverfahren endgültig ergeben, daß die Unwahrhaftigkeit der beiden genannten Offiziere nachgewiesen fei, so wäre es ganz selbstverständlich, daß, hieraus die schärfsten Kon st - auenzen gezogen würden: aber bis jetzt handele es sich bei diesen Behauptungen ausschließlich um unkontrollierbare Press en achruh- tcn. Er müsse sich also fein endgültiges Urteil Vorbehalten. Im Anschluß an diesen Fall Stammler wurde die all gemeine Stellung der Bezirksoffiziere sowie ihr Verhalten bei .K o n t r o l l v c r s a m m l u n g c n erörtert und darüber Klage geführt, daß es sich hier im wesentlichen um reine Versorgungsstellen bei höchst geringer Beschäftigung handele. Der Kriegsminister solle allen seinen Einfluß dahm aufbictcn, daß die Beschimpfung der Reservisten bet .Kontrollversammlungen am- Darmstadt und der Flugsport. Darmltadt, d. April. Reben dem Bestreben Darmstadts, in künstlerischer Hinsicht vte erste Stadt Hessens zu sein, steht auch das Verlangen, tu sportlichen Dingen eine hervorragende Stellung tm lanbe et n zunehmen. Die Rähe von Frankfurt, Wiesbaden und Mannheim lassen es allerdings ausgeschlossen erscheinen, daß Darmstadt ie- maf* diesen Städten im Rennsport Konkurrenz machen wird. Auch der Radsport wird in Hessens Hauptstadt immer nur eine bescheidene Rolle spielen. Tie Freunde dieser Sportzweige werden allo nach wie vor außerhalb Darmstadts gehen müssen, wenn ne nach Objekten für ihre Begeisterung suchen. Der neue Golsklub wird auf das sportliche Leben bei Hauptstadt auch keinen großen Einfluß ausüben. ES ist ja wohl auch nur für einen kleinen und ganz ausgewählten Kreis bestimmt. . Ist der Ehrgeiz Darmstadts tm Renn- und Radsport nur gering, so scheint es, als entwickle sich diese Stadt zu einem flugsportlichen Mittelpunkt, nicht nur für das Großherzogtum, sondern auch der ganzen Rhein- und Maingegend. A/te landschaftlich so überaus günftige Lage der Stadt gestattet auch die Anlage großer Plätze für Flieger. Für die Entwicklung des Darmstädter Flugsportes ist es nicht allein von Bedeutung, datz die neue Webroorlage eine Militär-Fliegerstation hier ooriiebt; vor allem ist die Tätigkeit, die von privater Seite entfaltet wird, ausschlaggebend für das Interesse gemefen,J)G5 man jetzt dem Flugsport entgegenbringt. Ttese private Tätigkeit möge hier kurz erwähnt sein: . Ausgehend von den Erfolgen der „Jla" in Frankfurt wurde 1909 ilt Darmstadt die „Hessische Flugstudien-Gesellschaft" gegründet die aber im Gründungsjahr nur eine beschrankte Tätigkeit entfalten konnte. Ter Versuch, im Jahre 1910 cm Flugfest -u veranstalten, mißlang. Erst im folgenden Jahre gluckte cv dem Überaus rührigen Verein, der seine Mitgliederzahl inzwischen stark erhöht hatte, daß Darmstadt dem Ersten Oberrheinischen Rundflug als Zwischenstation angegliedert wurde. Freckich kostete diese Auszeichnung dem Verein das nettf Summckten von o000 Mk., das erst durch eine Sammlung aufgebracht werden mußte Aber — wohl ein seltenes Ereignis — diese Sammlung ergab sogar noch einen Ueberschuß. . zz., . . . Die Hessische Flugstudien-Gesellfchast batte durch diese Zwischenlandung erreicht, daß das Interesse der Masse an dem jjSBB—1W 111 ZJgwaMMML«--1BIWIJUMT TO 3T* hört. Von anderer Seite wird auf die zweifellos in den letzten Jahren cingetrctcne Besserung verwiesen, auch das Verhalten der Unteroffiziere aus den Kasernen- höfen sei im allgemeinen besser geworden. Ein Zentruinsmit- glied teilt mit, daß er als Verteidiger vor dein Kriegsgericht die allerbesten Erfahrungen gemacht habe und deshalb die alick e m e i ii e n Angriffe gegen Kriegsgeri ch t ee nicht billigen könne, sowohl ivas die Schärfe der Strafe gegen höhere Offiziere wie die verständige Behandlung von Straffällen gegen gemeine Soldaten betrifft, könne er sich n r lobend äußern. Es werden in der Erörterung weiter die Fälle, des F l ü g e l a d j u t a n t e n des Kaisers von S e n b e n sowie des bayerischen Oberst Hennings kurz berührt. Ter Kriegsminister erklärte zum Falle von Senden, ihm lägen die Akten noch nicht vor: was er bisher gehört habe, beziehe sich darauf, daß dieser Offizier keine Beleidigung gegen die betreffende Persönlichkeit in dem Eisenbahncoupe aussprechen wollte, sondern daß sich der Ausdruck „Schweinerei" auf daS ganze Milieu bezogen habe. Eine Erörterung des Falles des £? b e t ft e n Henning s, der bekanntlich den Redakteur eines pfälzischen Blattes tätlich beleidigt hatte, lehnte der bayerische Militärvertreter aus ver- fassungsreckstlichen Gründen jede Erklärung ab: das gehöre vor den bayerischen Landtag. Im Zusammenhang mit einem Fall in Württemberg, wo ein Soldat infolge falscher Behandlung gestorben sei, schnitt man wieder das Thema der S o l da t e n m i ß h a n d l n n g e n an, wobei von Zentrumsseite dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben wurde, daß speziell im letzten Jahre wieder eine Vermehrung dieser Fälle zu beobachten sei, nach dem erfreulichen Nachlassen in den vergangenen Jahren. Ter Kriegsminister bestreitet die Wiederzunahme und weist das durch Zahlen- material nach. Er versichert, daß die Verwaltung mit größter Energie vorgegangen sei, um die Zahl auf das denkbar niedrigste Maß herunterzubringen. Tie Beratung wird morgen fortgesetzt. Der WahlprHfnrigsansschnß verhandelte heute über eine grundsätzliche Frage, und zwar unter Zuziehung eines Regierungskommissars. E? handelt sich um die Entscheidung darüber, ob die in die Wählerliste eingetragenen Wähler bei einer Nachwahl zur Ausübung des Wahlrechts auch bann berechtigt sinb, wenn sie i n z w i sch c n ihren Wohnsitz verlegt haben. Ter Ausschuß beschloß mit zwölf gegen zwei Stimmen, diese Frage, die aus Anlaß der Prüfung her Wahl des Abgeordneten b. Halem (Schweb > akut geworden ist, dem Plenum zur Entscheidung zu überlassen. Der Ausschuß für die Konkurrenzklausel der Handlungsgehilfen setzte heute die Beratung des Gesetzentwurfes in ihrer ersten Sitzung nach den Osterferien fort. Der £ 75 c des Handelsgesetz buch es wurde in die folgende Fassung gebracht: „Hat der Handlungsgehilfe für ven Fall, daß er die in der Vereinbarung übernommene Verpflichtung nicht erfüllt, eine Strafe versprochen, so kann der Prinzipal Ansprüche nur nach Maßgabe der Vorschriften des 8 340 des B. G. B. geltend machen., Tie Vorschriften des bürgerlichen Gesetzbuches über die Herabsetzung einer unverhältnismäßig hohen Vertragsstrafe bleiben unberührt." preußische; Abgeordnetenhaus. Berlin, 8. April. ßum Kapitel „Höhere Lehranstalten" wurde heute die Bs- sprechung über allgemeine Schul- u nd Lehrer frag en fortgesetzt. Kultusminister v. Trott zu Solz stellte fest, daß sich die llcberfüllimg des Oberlehrerberufs 1912 besonders unangenehm (emerfbar gemacht habe, daß wir zurzeit 1550 anstellungsfähige .Kandidaten haben, von denen etwa 400 zur Anstellung kommen tonnen. Im nächsten Jahre werde sich die UebcrfüHung noch steigern. Das sind trübe Aussichten für die Anwärter. Man kann daher mit dem Minister nur wünschen, baß der Zudrang zu dem Beruf sich erheblich mindern möge. Tie gestern von dem ZentrnmSabgeordneten Heß ausgestellte Behauptung von der I m p a r i t ä t bei B e s e tz u n g der Stellen bezeichnet der Minister als durchaus unzutreffend, was das Zentrum aber höchstwahrscheinlich nicht abhalten wird, dieses Steckenpferd weiter zu reiten. Die Aussprache, der das Haus nicht gerade mit sonderlichem Interesse folgte, wurde schließlich durch einen Schlußantrag beendigt, und es kam das nicht weniger mannigfaltige Kapitel „Höhere Lehranstalten für ^>ie weibliche Jugend" an die Reihe. Der Abg. v. Goßler (Kons.) legte eine Lanze ein für die Privat sch ulen, gegen die die Gemeinden oft zu rigoros vorgehen, eine Meinung, der sich auch der Zentrninsabg. Tr. Kaufmann anschloß. Nachdenr sich dann 'noch die Abgeordneten F r o m m e (Natl.) und Ernst (Volkspck für die Weiterentwicklung der höheren Mädchenschulen ausgesprochen hatten, vertagte sich das Haus. * Der Voranschlagsausschuß beriet _ das Eisenbahn- anleihegestz. lieber die für unsere Gegend besonders wichtigen Bahnen sei folgendes mitgeteilt: Tie Nebenbahn H a i g e r — G u st e r n h a i n wird von konservativer Seite mit dem Einwurf bekämpft, daß genügendes Interesse fair diese Bahn nicht vorhanden sei. Ter Ausschuß erklärte sich aber für den Bau. Weiter werden die Mittel für den Bau der Nebenbahn von Stockhausen nach B c i l st e i n bewilligt, ebenso die Kosten für den Bau eines dritten und vierten Gleises für die Linie Haiger — Dillenburg. Die Kosten für den Bau von Verbinbungsbahneil bei Hanau-Ost und Gießen werden bewilligt. Die hessischen Oberlehrer unö die resoMngsreform. Ter Hessische Ober lehrerverein hat zur neuen Beamlenbesoldungsvorlage folgende Eingabe an das Groß- herzogliche Staarsmi nisteri nm und die beiden Kammern der L a n d st ä n d e gerichtet: Wir bitten, endlich auch in Hessen, wie das fast in allen deutschen Bundesstaaten schon seit Jahren durchgeführt ist, die Oberlehrer in ihrenr Gehalt den richterlichen Beamten an den Amtsund Landgerichten, die. Direktoren der höheren Lehranstalten mindestens den Landgerichtsdirektoren gleick^ustellen. Tiefe Bitte enthält eine von der gesamten Oberlehrerschaft Deutschlands schort seit Jahrzehnten vertretene grundsätzliche Forderung, bereit Vertretung der deutsche Oberlehrerstand als Ehrensa ch c ansieht. Was die Gleichstellung der Oberlehrer mit den Amts- und Landrichtern betrifft, so beziehen wir uns im allgemeinen auf die Begründungen, die dafür in der Denkschrift des Verbandes akademisch gebildeter Lokalbeamten in Hessen über die neue Be- soloungsordnung vorgebracht sind. Jml besonderen möchten wir nochmals darauf Hutweisen, daß die neue hessische Regierungsvorlage zwar eine Gleichstellung der Oberlehrer mit den Amts- r i ch t e r n , nicht aber mit den O b e r a m t s r i chte rn und Landrichtern vorsieht, und ausdrücklich betonen, daß wir und mit einer solchen teilweisen oder vielmehr nur scheinbaren Gleichstellung keineswegs zufrieden erklären können. In, den deulsck-en Bundesstaaten, in denen die Gleichstellung durchgeführt ist — und das sind, wie gesagt, fast alle Bundesstaaten (Reich und Preußen. Sachsen, Württemberg, Bayern, Baden, Oldenburg, Braunschweig, Waldeck, Schaumburg-Lippe, Neuß j. und ä. Linie, Sck-warzburg-Sondershausen, Sachsen-Weimar, Hamburg, Lübeck), — iiontutt es nicht vor, wie das nach der Vortage der Fall ifern würde, daß die Oberlehrer das Höchstgehalt der Oberamts- und Landrichter überhaupt nicht erreichen können. Wir bitten also unreine völlige Gleichstellung, d. h. um Gleichstellung der Oberlehrer mit den Amts- und Landrickstern. Eine solche ist nm' so mehr gerechtfertigt, als die Beförderung sm ö g l i chk ei t der Oberlehrer im Vergleich zu den Justizbeamten eine außerordentlich geringe ist. Selbst wenn die Gleichstellung nach unserer Bitte durchgeftihrl wäre, also die Oberamts- und Landrichterstellen nickst nie,'gehobene aufzufassen wären, was sie nach der Regierungsvorlage tatsächlich den unseren gegenüber sind, wäre die Beförderungsmöglich feit der Justizbeamten immer noch 2stimal so groß als die unsre. Außerdem fc-nnen die Justizbeamten in viel höhere Stellen vor- rüden als die Oberlehrer. In der Gehalisilasse 74, der höchsten, in der sich noch Beamte ans dem Oberlehrerstand besinden, sind 33 Justizbeamte, d. h. 14 Proz. von sämtlichen, dagegen nur 3 ehemalige Oberlehrer, d. h. 0,6 Proz. Also befinden sich in dieser Klasse über 20mal weniger Oberlehrer als Justizbeamte. In den noch höheren Gehaltsklassen, in denen es feine ehemaligen Oberlehrer mehr gibt, befindet sich immer noch eine ganze Reihe Jnstizbeamten, nämlich 3 Proz. Für die Direktoren der höheren Lehranstalten sind in der Regierungsvorlage drei Gehaltsklassen vorgesehene 1. Direktoren der Realschulen: 5800—7000 Mk.: 2. Tirettoren der Vollanstalien zu Laubach, Büdingen, Alsfeld und Heppenheim: 6200—7000 Mk.; 3. Direktoren der übrigen Vollanstalten: 6200 bis 7400 Mk. Danach würde nicht einmal die höchste Klasse (3.) das Höchst' gehalt der Amts- und Landgerichtsdireltoren erreichen, für die 6200—7600 Mk. vorgesehen sind, und die übrigen Schuldirektoren würden nur die Höchstgehaltssätze der Oberamtsrichter und Landrichter erreichen. Die Oberamtsrichter würden sogar nod.n beträchtlich besser gestellt sein, da sie eine Ticnstzulage von 300 Mark beziehen sollen. Ter Oberamtsrichter in Tannstadt II und die Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen in Darmstadt Flugsport geweckt wurde. Dieses Interesse auch im Lause des Winters wachzuerhalten, war die Ausgabe einer Reihe von interessanten Vorträgen bekannter Flugsachleute. Daß aber nur vereinte Kräfte stark machen, sahen auch die Leiter der Hessischen Flugstudien-Gesellschaft ein. Nachdem die Eintragung des Vereins vorgenommen war, konnte er im Herbst 1912 dem Deutschen Luftsahrer-Verbande beitreten. Auch sonst organisierte sich der Darmstädter Verein in größerem Stil. Bereits im Februar 1912 trat der Mainzer Verein für Flugwesen kjetzt Mainzer Verein für Luftfahrt an die Hessische Flugstudien-Gesellschaft mit dem Vorschläge heran, beide Vereine^zur Erhöhung ihres Einflusses im Luftfahrer-Berband und im Süd- westdeutschen Karteck zu einer Vereinigung zusammenzuschließen. Auch sollte versucht werden, den Großherzog zur Uebernahmc des Protektorats zu bewegen. Die Verbindung der beiden Vereine kam zustande. Und kurze Zeit darauf löste der Gießener Verein für Luftfahrt seine Verbindung mit Marburg und trat ebenfalls dem stunde bei. In Worms wurde dann auch ein Verein für Luftfahrt gegründet. Ter Großherzog übernahm nun über diese Vereinigung, die unter der Bezeichnung „Großherzoglich Hessische Vereinigung für Luftfahrt" bekannt ist, das Protektorat. Ter Fürst entroarf selbst das Abzeichen, das er dem Bund verlieh. Durch diese Neuorganisation und die Zugehörigkeit der „Groß- lserzoglich Hessischen Vereinigung für Suftfaljrt" zum Deutschen Luftfahrerverbande war es möglich, im größeren Stile zu arbeiten. d^och in lebhafter Erinnerung ist der außerordentliche Erfolg, dcn der Oberrheinijche Rundflug 1912 für Tannstadt bedeutete. Die (Siiiniiabmen an Eintrittsgeldern übertrafen alle Erwartungen. Staatliche, städtische und Militärbehörden stellten sich in den Dienst der neuen Hessischen Vereinigung. Damals landete auch ein Zeppelin-Luftschiff zum ersten Male in Darmstadt. An dem diesjährigen Rundflug wird sich weder Darmstadt iwch Mainz noch Frankfurt beteiligen. Dagegen wurde beim Kartell um Berücksichtigung des Gießener Vereins gebeten, was auch zugesagt wurde. «So wird Gießen, wie bereits mehrfach erwähnt, am Pfingstsonntag eine Zwischenlandung erhalten und damit zum crftcnmall an einem Rundflug beteiligt fein. Neben der Hessischen Flugstudien-Gesellschaft besteht in Darmstadt noch ein Verein, der sich „Darmstädter Flugsport-Bereini- gung" nennt. Dieser Vereinigung gehören zum größten Teil jüngere Freunde des Flugsportes an, Studenten, Schüler höherer Lehranstalten uflv. Mit welcher Begeisterung sich unsere Jugend dem modmnsten Sport, der doch nicht ohne Gefahren ist, hin- gibt, geht daraus hervor, daß die Flugsport-Vereinigung andauernd Osteitversuche unternimmt. Unter Leitung eines Herrn stud Watzinger wurden auf der Wasserkuppe in der Röhn im vorigen Sommer solche Gleitversuche in größerem Maßstabe abgehalten. Darunter war ein Gleitflug von über 600 Meter Länge, also der größte, der bis heute in Deutschland ausgeführt wurde. Um diese Versuche weiter auszubauen, u. a. auch unter Verwendung von Motoren, wandte sich die Flugsport-Vereinigung an die Flugstudien-Gesellschaft um Beihilfe. Tie Flugstudien- Gesellschaft erklärte sich bereit, finanzielle Unterstützung zu gewähren. Sämtliche Mitglieder der Bereinigung traten nun der Studien-Gesellschaft als außerordentliche Mitglieder bei. Man wird nun einen besonderen Sportausschuß schaffen, und allmählich wird dann die Flugsport-Bereinigung in der Flugstudicn-Gesell- schaft aufgeben. Ta in diesem Sommer, wie gesagt, Darmstadt sich nicht am Rundflug beteiligen wird, soll eine Ausstellung von Modellen und Gleitflugapparaten veranstaltet werden, zu der die Vorarbeiten bereits im vollsten Gange sind. Wesentlich andere Pläne sollet! tm Jahre 1914 verwirklicht werden. Wie bekannt, werden im nächsten Jahre in Darmstadt zrvei große Ausstellungen (eine Gewerbeausstellung und eine „retrospektive Ausstellung" im Ausstellungsgebäude^ stattfinden, zu der ein starker Zuzug erwartet wird. Die Hess. Flugstadien Gesellschaft trägt sich nun mit der Absicht, das Kartell zu veranlassen, Darmstadt beim Rtindfluge 1914 zu einer Etappe zu machen. Weiler sind in Gemeinschaft mit den anderen hessischen Vereinen große flug- sportliche Veranstaltungen beabsichtigt, deren Einzelheiten natürlich noch nicht festliegen. Berücksichtigt man noch, daß die Technische Hochschule einen eigenen Lehrstuhl für Flugtechnik errichtet bat, und daß weiter eine Opel-Stiftung für Versuche auf diesem Gebiete besteht, so darf man mit Recht sagen, daß für Darmstadt alle Aussicht vor- handelt ist, ein Zentralpunkt für das Flugwesen Südwestdeutsch- lands zu werden. B. 8. mtb Mainz — Höchstgefralt 7000 Mf. -fr .500 Mk. Tienstzulage würden sogar höher ftcigcn als die Iwchftbesoldeten Schuldirektoren. Nach diesem Vorschlag ift ba5 Verhältnis der Gehälter der Schuldirektoren zu dcnienigcu der richterlichen Beamten ein so h n g ft n ft i g e e gemacht, bie keinen Erfolg hatten. Das !Sofa und die Vorhänge, sowie ein Stuhl waren verbrannt, j gtäbiger konnte infolge eines Leidens nicht mehr gehen und hielt sich die meiste Zeit int Wohnzimmer auf dem ©ofa aus. Er dürfte gestern nachmittag eine Pfeife, die !angekohlt aufgefunden 'wurde, geraucht haben. Da seine Tochter nicht anwesend war, wurde der Brand erst später entdeckt. d). Rüdeshcim, 8. April. Trotzdem die Vorbereitungen nim Bau ber neuen Rheinbrücke so gut wie erlcbigt sinb, laufen jetzt noch Pro teste bei ber Eiscnbahnverwaltung ein. Die Stadtverordnetenversammlung von Rüdeshcim hat sich nun! standsmitgliedcr dieses Vereins verfügen. Isaak hebt ivcitcr her- mit der Lage der Brücke zufriedengegeben, dagegen den Beschlus; vor, das' Pallmann in Geschäftskreisen einen sehr guten Ruf Angeklagte und das; Nieder-Modau keine Verpflichtungen an Pallmann hatte selbst hat aber Gr der Angeklagte Es kommt ein Geschäft zur Sprache da'-': und verliest dann Hierzu vormittag 81 -> Uhr ausgesetzt. Coanac • Deutscher 400 bis 1700 Mk. Fordern Sic Kataloge von der Generalvertretung: Pianola, Phonola und Phonola-Piano 2150-2650 Mk. 1250 und 950 Mk. Werkstätte! Klavierstimmen. Auf polieren von Pianos WWW chädlich t 1 ■ ■ <6. sV >1 OmM FImoriil Äi Breuabor 850 600 Vertretungen: Ssechsiein, Berdux, Feurich, Knauß, Maud, Neumeyer.Perzina, Schiedmayer, Thürmer, Hofberg, Mannborg Automobil-u. Pneumatik- Reparaturgebrauchten Wagen die Elsässisa^ Bank (;uni Einzug gegeben, die Wechsel bei Fälligkeit eingelöst. Frankfurt am Klaiu Mainzcdandstrassc 153 : Tel. I 12493 Wieödorf, 25. Sept. 1911. 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Harmoniums den Angeklagten auch lyicr das Gedächtnis. Zsaat soll nun seine Beziehungen zur Landwirtschaftlichen Kreditbank in Frankfurt erklären. Er versuchte dies mit so großer Umständlichkeit, daß der Zusammenhang seiner Ausführungen igez) Frau Gustav Wichettjaur. (c-y Jedermann staunt, wie kräftig er ist. ,,Vom 4. Monat au bekam mein kleiner Paul Scotts Eumlsux» und hat sich durch ihren ständigen Gebrauch zu einem kräftigen, munteren Krude entwickelt. Ileberrafchend war die anhaltende GewichtsNiuahme, sowie die geradezu sichtbare Steigerung dar Körperbväfte des Kleinen. Rach einer überstandenen Operation ist das ständige Einnehmen Ihrer Scotts Emulsion laut Äbrswae des Arztes für den Kleinen von großem Werte gewesen, um ihn wieder hoch M bringen. Heute staunt jedermann, wie kräftig und inunter der Knabe ist, und wie sick)>er er überall heruntlänft." Gespielte Pianinos, Flüge! u. Harmoniums sind meistens in groß. Zahl vorrätig (30-1200 Mk.) (Schutzmarke Schwan) ist garantiert frei von Chlor, Wasserglas und sonstigen scharfen Bestandteilen, daher für die Wäsche Gerreht-saal. Gießen, 9. April. Herr Jakob 91 e u ft ä b t c r, Wallt oi- straße, bittet uns, mitzuteileu, daß er mit dem in unserem Gerichtsbericht vom 7. April genannten Althändler I. N. nicht identisch ist. || Marburg, 8. April. In mehrstündiger Verhandlung beschäftigte sich heute die Slra'kammer mit dem schon vielfach vorbestraften Arbeiter Münker, der in vielen Städten die Angehörigen der christlichen Gemeinschaften brandschatzte. Im Osten Deutschlands gab er an, daß er nur der Reise nach seiner Mutter in Siegen sei, die er vor seinem Tode — er wollte nämlich unheil bar krank fein — noch einmal sehen müsse, in Westdeutschland sagte er dasselbe, jedoch mit dem Unterschiede, daß seine Muller in Posen wohne. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Jahren Gefängnis. Modau hätten zurückgegeben werden müssen. glaubt jedoch ein Recht dazu gehabt zu haben, diese Wechsel be- halten zu können, da er sie ja bezahlt hätte. Liebe/ diese Frage wird ui Einzelheiten cingegangen, und Isaak weiß auf die verschiedenen Borhalte keine bestimmte Antwort zu geben. Ein Beisitzer: Waren Sie sich klar darüber, daß die Akzepte reine Kredite waren. CREME DEHNE beste in J Märtte. ke. Frankfurt a. M. Schmeinemarktbericht vom 9. April. Aickgetrieben waren 1630 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 57.00—60.00 Mk., Schlachtgewicht 75.00—77.00 Alk., vollsicischige Schweine unter 80 kg- Lebendgewicht 56.00—59.00 Alk., Schlachtgewicht 74—76.00 Alk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 58.00—61.00 Mk., Schlachtgewicht 75.00—77 Mk.: vollsicischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 58.00—Gl.00 Mk., Schlachtgewicht 75—76.00 Alk. Geschäft gedrückt, bleibt Uebersland. ic. Frankfurt a. M., 9. April. (Orig.-Telegr. des „®iefc. 9(n5.e) Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt preise- Weizen (hiesiger) 21.15—0^.00, Kurhessischer Mk. 21.10—00 00, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 17.50 bis 17.60, Gerste (Wetterauer) Alk. 17.00—18.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Nied Mk. 17.00— 1 *.0(>, Jöafer Alk. 17.50—18.50, Mais Mk. 15.25 vis 15.75, Weizenmehl 0 Alk. 32.50—32.75, Weizenmehl I Alk. 30.50—30.75, Weizenmehl 111 Mk. 27.25—27.5u, Roggeu- inehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roqgenmehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenwehl I Alk. 00.00-00.00, Weizenkleie Alk. 10.60-11.80, Weizenschalen Alk. 11.00—11.15, Roggenkleie Alk. 11.25—11.50, Malzkeime Mk. 13.00—11.25, Biertreber 14.00—14.25, Raps Mk. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 9. April. (Orig.-Telegr. des ,®ies. Anzeigers^.) Karto s fel markt. Man notierte; Kartoffeln in Waggons Mk. 4.00—4.50, im Kleinhandel Alt. 5.00—5.50, für je 100 Kg. trag, die Summe von 1 Million auzulegen. Er hat dem Pall- mann drei ober vier Lchpothekeu augebvteu. Der Angeklagte ec klärt dann umständlich dieses Geschäft. Der Vorsitzende ermahnt ihm eine Bedeutung beizumessen. Es kommen dann weitere „Geschäfte" zur Sprache, die austerordentlich verwickelt sind. S o hat der Angeklagte z. B. für die Landwirtschaftliche Kreditbank in Frankfurt a. M. im ganzen 4 Millionen beschafft. Mehrere Wechsel aus Nieder Modau in hohen Beträgen hat der Angeklagte auch bei der B-aherischen Handelsbank in Aschaffenburg diskontiert. Der Dirck or dieser Bank, Wolfsthal, fragte bei Isaak daraufhin an, wie es denn mitten Bilanzen dieser Kreditkasse stehe. Isaak schrieb darauf an Pallmann, das; man eine Bilanz ausstellen und die Wechsel in dien Bilanz einsetzen möge. Sachverständiger Regierungsrat Bastian: Wer war für das Soll zu belasten'? Isaak gibt auch hier erst ausweickiendc Antworten und antwortet erst auf wiederholten Vorhalt : Pallmann war zu belasten. Nun iriri) dem Angeklagten vorgehalten, weshalb er denn diesen Brief an Pallmann richtete, es war doch selbstverständlich, daß die Wechsel mit verbucht werden mussten. Aus dem weiteren Verhör geht hervor, oast Isaak eine günstige Bilanz von Ruder-Modau haben wollte. Wie immer, wenn es sich um eine wichtige Sache dreht, so verlästt aus französischen Weinen daueiuMacholl mit der Hammer-Schutzmarke. Überall erhältlich. HteM M Stapel«Sin Sonnenstroße 18 (früher 31) — Telephon 031 erteilt Rat in Rechtssachen, emvtiehlt sich in Anfertigung von Gesuchen. Steuerdeklarationen. Forderungsbeitrci- bung, Aufst. v. Verrnügensvf-rzeiehnissem Auskunft u. Vertretung in Erbschaftssachen vor Gericht und Anleitung von rechtsgültigen Privat-Testamenten. 10636 Sprechstunden: 8—7 Uhr. Sonntags: 10—2 Uhr. ihn mehrmals, bei der Sache zu bleiben, u..- ——------ einen Brief, aus dem hervorgehen soll, daß Isaak sehr wohl von dem Verhältnis Pallnianu Nieder-Modau gewusst habe. Ter Angeklagte behauptet aber, diesen Brief geschrieben zu haben, ohne 650 Fl. 10 Avlcr Taarwciu . M. 1.35 09 3cltiuucr Burg . M. 1.60 10 Graacher Ehr kn st . M. 1.70 Die Nieder-Modaucr Genoffenschaftrknse. be. Darmstadt, 8. April. Heute wird zunächst der Angeklagte Isaak vernommen. Er bekundet, daß er am 6. März 1912 in Haft genommen worden sei Auf seine Frage, weshalb er verhaftet werde, wurde ihm vom Untersuchungsrichter die Antwort, weil er sich Hhpotl)eken des Nicdermodauer Vereins angeeignet habe, die er dann zu seinen Schiebungen benutzte. Der Angeklagte beginnt weil ausholend diese Belwuptung zu widerlegen, bis ihn der Staatsanwalt unterbricht und ihn daraus aufmerksam macht, daß es sich ja darum gar nicht handele, sondern darum, das; er die Straftaten Ahams gekannt und trotzdem mit Wechseln der Nieder-Modauer Baut operiert habe. Nun erzählt der Angeklagte in ebenso weitläufiger Weise, daß er mit noch einigen anderen, darunter einem Spekulanten Roth, von dem Baron v. Oetinger Baugrund gekauft habe. Damals sei er vermögend gewesen und konnte deshalb feinen Käufern große Baugelder zusichern. Irgendwelche Beziehungen mit Pallmann habe er damals noch nicht gehabt, am allerwenigsten habe er eine Ahnung davon gehabt, in welchem Verhältnis Pallmann zu Nieder-Modau gestanden l>abe. Auch habe er nicht der Baugesellschaft, von der in der Anklageschrift die Rede ist, angehört. Bet der Verleihung von Baugeldern lyabc er in den Jahren 1905—1907 einen Verlust von etwa 900 000 Mk. gehabt. Nachdem Isaak dies dann näher erläutert, fährt er fort' Nun wollte ich mich aus diesem Geschäft^zurückziehen, Haupt sächlich auch darum, weil ich von einem Schlaganfall betroffen wurde. Ich bot dem Roth die Summe von 150 000 Mk. in bar an und erklärte mich auch bereit,' 60 Prozent Baugelder zu gewähren, wenn Roth das Gelände allein übernähme. Roth hat sich dann die .Sache überlegt und ist zu mir gekommen mit dem Bescheid, daß zwar nicht er, wohl aber ein ihm befreundeter Geschäftsmann Pallmann dies Anerbieten annehmen werde Daraufhin hatte ich eine Unterredung mit Pallmann. Er wollte aber 100 Prozent Baugeldcr von mir haben. Auch hiermit er klärte ich mich einverstanden. Ich stellte Pallmann etwa 300 000 Mk. an Baugeldern zur Verfügung. Isaak gibt bann an, daß Pallmann ihm gesagt habe, daß der Spar- und Kreditverein Nieder-Modau ihm verpflichtet sei, weil er ihm große Gefälligkeiten erwiesen habe. Auch könne er frei über die Vor- A46V-.-V -wfrniL /u-f mw IfötavwtwA' iftAUv&opA* wryvv/<.4 All. Fabrikant: Carl Gentner, Göppingen 1200 bis 3300 Mk. HARMONIUMS 36 bis 1000 Mk. Nur anerkannt gute Fabrikate. Höchst. Barrabatt Kleinste Raten Langjährige Garantie. Probelieferung überallhin . Pianinos Zu vermieten: monatlich 2 bis 30 Mk.° »«rrnonlnms Bei Ankauf eines gemieteten Instrumentes Gutschrift der Miete laut besond. Bedingungen rvir. den Beschluß, gegen die Linienführung Widerspruch zu erheben. — Aus der rechtsrheinischen Seite bis zur Rüdesheimer Aue sind einzelne Abmessungen der Brücke bekannt geworden. So sollen die beiderseitigen Fußwege der Brücke „1,50 Meter breit werden. Die Höhe der Brücke, vom Wasserspiegel aus gemessen, ist aus 17,10 Meter fest gelegt. Hierbei ist das Gitterwerk nicht einbegriffen. Der erste Brückenpfeiler aus der rechtsrheinischen Seite kommt hinter dem Hafcndamm, der zweite int Rheine seitlich von der Hafeneinfahrt, der dritte etwa 175 Meter vom Ufer entfernt und der vierte an der Rüdesheimer Aue.^ Die ein zelnen Spannweiten betragen 84,70, 169,40 und 92,55 Meter. Kreis Wetzlar. — Krofdorf, 8. April. Die hiesige Gemeindevertretung hat die Errichtung eines Kriegerdenkmals mit 7 gegen 5 Stimmen genehmigt. Es i|t für die 11 Gemeinden der vereinigten Bürgermeisterei Krofdorf geplant und soll am 18. Oktober seiner Bestimmung übergeben werden. Q Niedergirmes, 8. April. Hier wurde ein neues Pfarrhaus erbaut. Kreisbaumeister Witte a. D. wurde die Leitung übertragen. Am Montag begann da§ neue Schuljahr, gleichzeitig ist hier der 7. und 8. Lehrer angestellt morden. -g. Garbenheim, 8. April. Mit Beginn des neuen Schuljahres ist an unserer Schule die 4. Klasse eingerichtet und Lehrer Heller (bisher in Griedelbach) übertragen worden. Angeklagter: Ja. Bors.: Einem so erfahrenen Bankier wie Sie mußte es aber doch bekannt sein, daß es den Bestimmungen des Genossenschaftsgesetzes widerspricht, solche Wechselkredite zu bc- willigen. Der Angeklagte weicht auch hier einer bestimmten Antwort aus. Bors.: Wie erklären Sie sich denn die vielen Akzepte von Nieder Modau? Augekl.: Nieder-Modau war doch dem Pallmann verpflichtet. Für mich bestand keine Notwendigkeit, dahin zu forschen, wie das alles znsammenhinge. Ich war der Ansicht, daß es sich nm durchaus reelle Geschäfte handele.^ Isaak belam von Pallmann auch für eine persönlich.' Schuld Akzepte Nieder-Modau im Werte von 68 000 Mk. Bors.: Ist es Ihnen denn nicht aufgefailen, daß Nieder-Modau für Pallmann eine so hohe Verpflichtung übernahm? Eine bestimmte Antwort gibt Isaak auch hierauf nickst. Die Akzepte hat er dann an für den Freiherrn von Waiubott besorgte. Er erhielt den Auf Er hat dem Pall- L J©h=Hi8MS^ X nompson s fenpulver Willi. Rudolph Grossh. Hess. Hoflieferant C’/t Fernsnr. 389 GiCSSCU Seltersweg 91 1250 „ 10 Tbvoncv «dosberg . M. 1.75 per Slnfdic inkl. Glas od. lechw. 10 Psa. billiger. Versand in Patent-Leihkisten v. 30 Fl. an. Bei Eninalnne 100 Fl. einer Sorte 5u/0 Rabatt. Ev. Probefl. g. Wertberechn, u. Porto ohne sonst. Kosten p. Nachn. Angebote an Rudals Mossc, Trier, unter Chiffre K. W. 5730. >s*\ ^^OAegenhcit. , , , , . 3,0 feinster arab. Gummi puln. 2A). Waisec 129A), Alkohol IVO. 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Wieoer holt der .'ingellagte wen au ., )U datz dcn ■ nie lofe nach Wcwichr ober ailai), ionöern nur in versiegelten Oriqinalslaschcn itt Vorsitzende seine Frage etwa zehnmal wiederholen muß, weil 1 Karroi^mii unserer Schutzmarke (Fi'cher mit dem Dorsch). Scott L Lowuc, Ä. m. Isaat ihm immer ausweicht. Da der Angeklagte hier eine b- H" Frankfurt a. M. genügende Auskunft nicht gibt, verlässt der Vorsitzende dies. werden von abgelagerten Ab prciyileitr ,jj,luuaen an der Mosel rcctte gut entwickelte Weine, die man viel den „191 lern" dieser Preicklaacu vorzieht, wie folgt abgegeben- 800 Jl. 09 Piesporter .... M. 1.15 1300 „ 10 Enkirchner .... M. 1.25 Weitere 4 sind naturrein 6 eckige Trahtgcsiechtc, LtachelSrüht, SroljtiDonner, fironipeii etc. kaufen Sie billigst bet J. 8. Häuser Neustadt 56, Nodbcimcr Strahe 42, _____Dclevbon 660. (1412 Feinste« 102752 Hpfelkrau( ärztl. empfohlen,zu haben bet Theod. Schlierbach Franks. Str. 9. Tel. *3. 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