Nr. 82 Der Lietzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich LletzraerZamilienbüMer: zweimal wöchentl.Nreir- blaltskr den Areis Sietzen (Dienstag und Freitag); zweimal monalt.-Land- wirHchafMche Zeitfragen Fetirfprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse sür Depeschen: AnzcigLr Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tagcsnununer bis vorurittags 9 Uhr. (63. Jahrgang M lll 9. April (913 Bezugspreis: monatlich 75Pf.,viertel- jährlich AN. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; burd) dieBost Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Vestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; sür „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neu» Rotationsdruck und Verlag der Vriihl'schen Miv.-Vnch- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. b? Büdingen: Kernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bchnhofstratze 16a. Anzeigenteil: H. Beck. , mHJA —!■, .IBM nuutfW MlMhH.miniwmutsM>a oa'-nr 'tb i >i n -r JMUMtk .mmih j>i wawaur^g.-rarni Die heutige Nummer umfatzt 14 Leiten. Der zweite Tag im Reichstag. □ Berlin, 8. April. Der Reichskanzler saß auch heute zu Begimr der Sitzunc, pünktlich auf feinem Platz. Auch sonst bot Pas Haus das übliche Bild. Tribünen, Bundesrats- und Hoflogcn hxircn, tote gestern, stark besetzt. Heute kamen in der Hauptsache die Redner des ehemaligen Bülow-Blocks zu Wort, Bassermann für die Nationalliberalen, Graf Kan i tz für die Konservativen und M ü l l e r - M e i n i n g e u für die Fortschrittspartei. Abg. Bassermann begann mit einer herzlichen Anerkennung der gestrigen Rede des Kanzlers. Er behandelte dann mit großer Routine ausführlich die auswärtige Lage Pes Reichs und stellte die Frage, ob deren Verschlechterung in per Tat erst seit der letzten Ballankrisis datiert, oder ob nicht die Gründe dafür erheblich weiter zurück- liegen? Herr Bassermann bejahte diese Frage und wies auf den eigentlichen Ausgangspunkt hin: jene Zeit, da wir ben Rückversicherungsvertrag mit Rußland kündigten, und Rußland und Frankreich sich die Hand reichten. Er schilderte dann weiter, wie wir durch unseren wirtschaftlichen Aufschwung im Gegensatz zu England gerieten. Schließlich aber verkannte er nicht, daß durch die Wendung per Dinge auf dem Balkan die Lage sich erneut zu unseren Ungunsden verschob: besonders da dadurch der Panslawismus neue Nahrung erhält und der französische Chauvinismus nach wie vor seine Hetze gegen Deutschland betreibt. Dazu zeitigt die imper'alistische W ltc, die alle Völler ergriffen har, immer neue Neibungsflächen, so daß wir tatsächlich unsere Pflicht versäumen würden, wollten wir uns nicht so stark machen, daß wir allen neuen Eventualitäten gewachsen sind. Der nationalliberale Führer fand im Verlauf seiner Rede manche Gelegenheit, den sozialdemolratischen Verneinungs-Standpunkt mit geschickter Pointe ad absurdum zrr führen. Im zweiten Teil seiner Ausführungen befaßte sich Herr Bassermann mit der Vorlage selbst. Er konnte darauf Hinweisen, daß gerade seine Freunde schon im Vorjahr und früher manche Forderung erhoben hätten, die jetzt durch die Vorlage erfüllt werde. Er begrüßte die Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht, behielt sich natürlich im einzelnen die- Prü " sung vor. Abg. Bassermann nnterließ dann aber auch nicht, angesichts der gewaltigen Opfer, die dem Volke aust erlegt werden, auf gewisse notwendige Reformen auf dem Gebiete des Militär st raf rechts hinzuweisen, ferner auf die Notwendigkeit der Beseitigung der bevorzugten Regimenter, auf gleiche Behandlung der bürgerlichen Offiziere u. a. und betonte dann nochmals, daß seine Freunde einmütig bereit sind, den Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht durchzuführen. Graf Kanitz hatte seine Rede auf einen recht friedlichen Ton gestimmt; er betrachtet die Vorlage als „ein Friedenswerk allerersten Ranges", weshalb auch seine Freunde auf den Boden der Vorlage treten. Ziemlich kritischer war Herr Müller-Meiningen, der beson ders an der Zurückhaltung des Kriegsministers scharfe Kritik übte. Er kündigte doppelte, ja dreifache Prüfung jeder einzelnen Forderung an und befürwortete dann mehr Sparsamkeit bei den Militärausgaben und eine Reihe von Reformen, die der verständnislosen Ignorierung moderner Rechtsideen beim Ofsizierkorps ein Ende machen sollten. Die Rede Müller-Meiningens zeitigte eine lurze Entgegnung des Kriegsministers, der einen Gegensatz zwischen Generalstab und Kriegsministerium bestritt und v e es, was darüber geschrieben worden ist, als Klatsch bezeichnete. Dann kam Herr Seh da an die Reihe, und nach ihm setzte mit dem Obergenosscn Sch ei bemann die zweite Garnitur der Redner ein. Das Echo der Kanzlerrede. Die Rede des Reichskanzlers, die ja ur streitig in einem mannhaften Tone gehalten war, hat nicht nur im Deutschen Reiche im allgemeinen einen red)t guten Eindruck gemacht, sondern auch im Auslände eine respektvolle Aufn...Me gesunden. Wer die nachstehenden zahlreichen Pressestimmcn aufmerksam durchlieft, der muß doch, wenn er es bisher noch nicht geglaubt hat, verstehen lernen, daß die neuesten Ereignisse Deutschlands Stellung erheblich bedrohlicher gemacht haben. Während man vor dem Balkankrieg den Statusquo, der den Weltfrieden verbürge, in allen Tonarten gelobt hat, ist jetzt die europäische Türkei unter die höchst aktionslustigen Balkanvölker verteilt worden, man sucht nach „Entschädigungen" für Montenegro, anstatt zu bedenken, wie man das Germanentum vor der näher branden Slawenwoge schirmen könne. Das wird freilich keine Londoner Konferenz auf ihre Tagesordnung schreiben, sondern das ist die Aufgabe der deutschen itnb österreichischen Staatsmänner. Der Kanzler hat die Dinge offen beim rechten Namen genannt, und das Ausland horcht auf. Selbst der auffallende Schlußsatz in der Rede des Kanzlers, der die Behütung von Haus und Hof gegen Bedrohungen io nachdrücklich betonte, ist draußen mit Stillschweigen h'n- aenommen worden. Es war sehr an der Zeit, daß, statt des so oft in unserem Volke getadelten Liebäugelns mit den Franzosen, einmal wieder an Bismarcksche Zeiten erinnert wurde. Wenn diese Wehrvorlagen, hoffentlich ohne wesentliche Abstriche, angenommen werden, so ist uns der Friede wohl gesichert. Allerdings werden auch unsere Diplomat er: sich künftig besser rühren müssen, und wenn Herr v. Betlpnann das Wirken pes Dreibundes gelobt fyat, so hoffen, wir, daß per Dreibund in der nächsten Zeit noch wirksamer dem andern Mächtebund die Stange hält. Der Eindruck in Frankreich. . Paris, 8. Aeml. Die Rede des Reichskanzlers wird von der gesamten Presse lebhaft erörtert und von verschiedenen Blättern insbesondere als ein neuer Beweis für die Notwendigkeit der französischen Heeresver- ftärkung bezeichnet. Der „Figaro" schreibt: Die Wirtlichkeit entspricht so wenig dem Dont Reichskanzler etwas allzu schwarz in Schwarz gemalten Bild. Wie ,tn Rußland, so liegt auch die öffentliche Meinung Frankreichs keineswegs die kriegerischen. Ideen, die miait ihm lediglich'für die Zwecke einer allgemeinen Beweisführung zuschreibt. In Frankreich gibt es jene chauvinistische Stimmung, jene absolute Sicherheit des Sieges nicht, von der der Reichskanzler mir Unrecht jprach. Man darf aus dem Umstande, daß einige Pariser Bühnen patriotische Stücke ausführen, nicht den Schluß ziehen, daß das gesamte französische Volk sich eifrig für die Revanche vorbereitet. 'Tas nationale Empfinden Frankreichs ist durch die Agadirkrise enifaltct worden, und für diese Krise ist Frantreich gewiß nicht verantwortlich. Die große Mehrheit der Franz-osen wünscht mit aller Entschiedenheit den Frieden, aber einen würdigen, stolzen Frieden. Hat der Zeppelin-Zwischenfall nicht in glänzender Weise die Korrektheit und Höflichkeit der französischen Regierung und die vollständige Rrlhe des französischen Bürgertums gezeigt? Deutsch--, land will sich den Ueberschuß seiner Bevölkerung zunutze machen Das ist sein gutes Recht, und niemand kann cs deshalb tadeln. Slbcr es ist auch das Recht und die Pflicht seiner östlichen und westlichen Nachbarn, aus einer so außerordeirtlichcn Hceresver- mchrung die Schlußfolgerung zu ziehen und ihre eigenen Militärkräfte in demselben Maße zu erhöhen. Die „Republique Franeaise" schreibt: Die Sozialisten Frankreichs werden von der Rede entzückt sein. Der Reichskanzler hat von ihnen einige ihrer Argumente entliehen, indem er dem Reichstag — wie er es nannte — die gefährliche Seite des Wiedererwachens des französischen Nationalgefühls zeigte. Die „France" schreibt: Herr v. Bethmann Hollweg weiß besser als irgend wer, oaß wir nicht so unvernünftig sind. Aber er hat es vorgezogen, von unserer kriegerischen Stimmung zu sprechen, wohl wissend, daß er damit unseren Sozialisten ein Mittel in die Hand gibt, um das Gesetz über die dreijährige Dienstzeü zu bekämpfen. Die „Lankerns schreibt: Um ihre Wchrvorlage zu rechtfertigen, richten die Deutschen das Schreckgespenst eines kriegerischen und chauvinistischen Frankreich auf. Das ist bloße Einbildung und wenn Deutschland den Beweis dafür haben will, braucht es blaß seine Wehrvorlago zurückzuziehen, und die französische Regierung wird auch ohne den Druck der ösfentlichen Meinung die ihre zurückziehen. Aber der Reichstag wird alles bewilligen, was man von ihm verlangt, und deshalb muß Frankreich solche Kraftansttengung mit einer gleichen beantworten. Die „Auto rite" meint: Falls nach dieser Rede das französische Parlament noch zögert, die uneingeschränkte dreijährige Dienstzeit zu bewilligen, dann würden sich seine Mitglieder einfach des Hochverrats schuldig machen und die Todessttafe verdienen. „E v e n e m e n t" schreibt: Die Logik hätte es verlangt, daß die Schlußfolgerung in der Rede des Reichskanzlers auf Einfchränkung der Rüstung gelautet hätte. Leider ist die Schlußfolgerung ein Aufruf an das deutsche Volk, neue Militär last en auf sich zu nehmen. Frankreich sieht sich deshalb in die Notwendigkeit versetzt, sich nicht an die Worte des Reichskanzlers, die übrigens ausgezeichnet waren, sondern an die Taten zu halten. Die „Aur o r e" schreibt: Tic Stelle über die internationale Politik kann nur gebilligt werden. Die Entscheidungen der Loirdoner Konferenz müssen nach der Ansicht des Reichskanzlers möglichst rasch ausgcführt werden. Diese Ausfassung haben wir immer geteilt. Das ist. auch die einzige Haltung, die zum Wschluß des Friedens führen kaim. Da8 Echo in London. London, 8. April. Die „Time s" schreibt: Der deutsche Reichskanzler hat von der augenblicklichen Lage im wesentlichen die gleiche Auffassung wie Sir Edward Grey. Der Reick)sfänzler sprach seine wohlverdiente Anerkennung für die außerordentliche Hingabe und den versöhnlichen Geist aus, die der Staatssekretär tu der Leitung der Besprechungen der Bot- schafter bewiesen hat, nud daß Deutscbland sich in demselben Sinne bemüht habe. Das halten wir für absolut richtig, und weil Deutschland so gehandelt hat, ist die Erhaltung des europäischen Friedens möglich gewesen. Ter Kanzler betont ebenso deutlich wie Sir Edward Grey, daß cs tiicht viel Zweck hat, ein Abkommen zu schließen, wenn es nicht durchgcführt werdcm soll. Natürlich und mit Recht schwieg er über den einzuschlagenden Kurs, aber 'er sagte es klar, daß die Haltung, die die Verbündeten gemein - saut einnehmen, von den Mächten geprüft werden soll. Zunächst müssen die Londoner Beschlüsse mit aller Schleunigkeit durl geführt werden, und nur dann werden sich nach dem Urteil des Kanzlers friedliche Lösungen für die ausstehenden Fragen finden lassen. Es ist zu hoffen, daß sich diese Prophezeiungen erfüllen mögen. Gestalten und Bilder aus dem Völkerfrühling. Das Blutbad zu Bremen (10. April). Tettenborns Einzng in .Hamburg am 18. März hatte die Herzen an der Waterkant höher schlagen lassen. Uebetall Ivar der Ausstand emporgeflammt. Im Bremtschen, tm Hannoverfchen, in den Oldeuburgifchen Landen war es lebendig geworden. Am 19. März hatten der Unterpräfekt in Oldenburg und die sämtlichen französischen Beamten es vorgezogen, sich durch ein Gendarmen kommandv in Sicherheit nach Bremen geleiten zu lassen. Wer zuvor batte der Unterpräsekt, Baron Frochot, aus eigener Machtbefugnis einen Regierungsausschuß, aus fünf Mitgliedern, angesehenen Oldeiiburger Bürgern, eingesetzt, die, über Ordnung und Rlihe in der Stadt wachen sollten. Was sollte der arm: RegierungscrussckMß den immer höher schlagenden Flammen der Begeisterung gegenüber tun? Sollte er das Freiheitsfeuer dampfen? Ein vergebliches Beginnen! Ein armseliger Aufruf, ein Appell an die Einwohner zur Erhaltung von Ruhe und Ordnung war alles, was der Ausschuß in den drei Tagen ferner Wirksmstkeit vollbrachte. Schwer, sehr schwer sollte er büßen. Schon zog das Ungewitter herauf. Die ganze Latldschaft ward unter das Kriegsgesetz gestellt, und der grausame Bandamme — „welchen Gott verdamme" sang Freimund Raimar (Rückert) von ihm — ward zum blutigen Vollstrecker der von Napoleon durch einen Senatsbeschluß angedrohcen Gewaltstreiche erkoren. „Niemals hat cm römischer Prolonsul, ein Herzog Alba oder ein Wallenstein eine l’o übermütig bock fahrende Sprach in den eroberten Provinzen geführt wie Bandamme in Bremen" schreibt Förster,. Ein Kind der großen Revolution war meser Vandamme. Noch unter Robespierre war der Zwciunbzwanzigjähr.ige General der Republik geworden. Diese NevolutivnSm-rmter verstanden sich auf das „Pazrfizieren". Mau stellte einige angesehene Bürger, ob schuldig oder nicht, an eine Mauer und ließ ein Peloton aufmarschicrcn: Salveiigcknatter, und die Leute, die vor den Gewchrmündung-.m standen,' warm für alle Ewigkeit pazifiziert. Der Schrecken ging vor Bandamme her. Am 3. April erließ er einen Tagesbefehl, dessen hochmütige, selbstbewußte Sprache den Wüterich, den ,-vchlächlcr von Bremen", wie er seither genannt worden ist, in das rechte Licht setzt. „Glücklich in allen meinen Unternehmungen habe id'/ feiner Widerwärtigkeit mich zu erinnern," Po smmte er Kaut und stolz in die Welt hinaus. (Bei.CulM belehrten ihn die Preußen eines Besseren,. „Gut und bieder von Charakter, geredü durch 9-ewohnheit , welch bittere Ironie!) werde ich schrecklich durch Pflicht. Ganz Soldat und den Pflichten meines Standes ergeben, schone ich nichts, wenn der Wille meines Kaisers, das Wojst des Vaterlandes und der Ruf unserer Waffen es erfordern." ^Dic ersten Opfer waren die Mitglieder des unglücklichen Oldenburgiscken Fünseraussämsses. VandamMe empfing die Armen, die nach Brenren geschleppt wurden, mit den schrecklichen Worten: „Heute abend noch werde ich Sie erschießen lassen." Worauf der Vorsitzende, Herr v. Berger, fest entgegnete: „Exzellenz, wir waren von dem Unterpräselten in die Brescl-c gestellt." — „Nun wohl," entgegnete kalt Vandamme, „wenn Sie von einem elenden Unterpräfekten in die Bresche gestellt waren, hätten Sie dort sterben müssen." Wenige Tage darauf, cs war vird uns ge- scknieben: Kurz vor Schluß der Spielzeit hat die Barmer Bühne mit der Uraußühruirg der Komödie „Tas Frühstück beim Minister" von TI). Heinrich einen Treffer gemacht. Der Vonvurf, den sich Th. Heinricl, in seinem int Stil der feineren Satire gehaltenen Werke nimmt, ist neu. Einmal sind, sostiel bekannt, in der Be leucktung des Theaterwitzes die Demokraten bislang zu kurz gekommen, und dann hat man eine Stadtverordneteu- sitzung noch „richt als Szenenbild gesehen. Es bandelt sich um das Entwickeln eines Mannes, dessen fortschrittliche Gesinnung der Regierung nicht genehm ist. Zugleich aber fischt der Dicl>ter ein schmackhaftt's literarisches „Frühstück" auf in Gestalt einer Fülle von Ergötz!ichkeitcn und einer Reihe fein beobachteter Charaktertypen aus dem Gebiete der von Parteiinteressen und persönlichen Ei>ü'lkeiten getragenen Kvmmunalpolittk. Auch die Fraucnfrage wird aufgerollt, und als Verckreter des gesunden Mcnsckfenverstandes hört matt einen in seiner Urwüchsigkeit cr= frischend wirkenden jungen Münchner Maler, der zum Schlüsse die Braut hcimführt . . . Mit der Einstudierung hatte sich das Barmer Stadttheater unter der Regie Miclmel P i ch o n s die größte Mühe gegeben. Das Publikum, das alle drei Akte hindurch in launiger Heiterkeit und interessanter Spannung gehalten wurde, zollte bet Novität starke Bei falls kund g eb ung und rief den Autor zu iviederholcken Malen. — Ein neuer drahtloser Alarm!. In St. Georges Hall zeigt eben eilt Herr Raymond Phikli ps eine neue Methode, um dra!stlose Alarmsignale zu übermitteln. Es scheint eure einfache Sache zu fein. .Anstatt, daß der Telegraphist daöl l-erühm!te 8.0.8.-Signal telegraphiert, hält der Markoni-Monn seinen Finger einige Minuten lang aus den Aussend-Knops und bringt dadurch eine Funkemrusgabe hervor. Phillips hat einen besonderen Detektor dafür erfunden, der dies Signal, und nur dieses, empßingt. Dieser Apparat ist so gebaut, daß er in allen Scläffen, die sich in der bestimmten Zone befinden und die damit ausgestattet sind, automattsch alle anderen Botschaften aussck-altet und außerdem nach kurzer Zeit die Schiffsglocke oder die. SäKffs- hupe in Bewegung setzt. Do daß aus diese Art der Telegraphist nicht an seinem Instrument sein muß, wenn der Ruf kommt. Man wird sich erinnern, daß, während die „Titanic" sank, ein großes Schiff nur 5 Meilen weit entfernt Jan, aber die Signalc der „Titanic" nicht vernahm, weil der Markoni-Mann zu Bett war. Man darf annehmcnt, daß alles an Bord gerettet worden wäre, 'wenn Man diesen Apparat damals gehabt 1 tttc. Der Erfinder ist sehr zurückhaltend über die Eim-elheiten seiner 'Erfindling, so daß ein endgültiges Urteil noch nicht gegeben werden kann. Er gestattete jedoch den Zuschauern, auf die Bülme zu kommen und den ^Apparat in Bewegung zu setzen, so daß frath zuM Entzücken der 'Zuschauer gnmzende Töne aus der heiseren Schifsshupc kamen, die am anderen Ende bc3 Saales angebrackst war. — Joseph-Joachim-Stiftung. Anläßlich des 50- iährigcn Künstleritibiläums des verstorbenen Professors Dr. Iosevh Joachim ist eine Stiftung errichtet worden, deren Zw<Ä ist: unbemittelten Schülern der in Deutschland vom Staate oder von Stadtgemeinden errichteten oder untersttitztcn musikalischen BildungSanstalien ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts der Religion und der Staatsangehörigkeit Prämien in Gestalt von Streichinstrumenten oder in Geld zn gewähren. Geeignete Bewerber haben ihre Gesuche bis mm 1. Juni d. I. nit das Kuratorium der Ioscph-Ioachim-Stiftung in Eharlottenburg 2, Fasanenstraße Nr. 1, cinzureichen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaf t. In M ü n eben ist am 5. d. Ni. .der ordentliche Professor für Geschichte, insbcsoiwere historische Hilfswifscnsckxtstc'n, Dr Henry Simons seid, Mitglied der lwyerischen Akademie der Wissenschaften, im 61. Lebensjahre geftorben. — Wie ans sicherer Ouelle verlautet, wird der in weiten Kreisen bekannte ötabtffnrrvr Dr. Hansjakol> von St. Marttn in Freiburg i. B. am l. Ok- tobet d. I. in den Ruhestand treten und nach seiner Heimcktstadt Hasloch im Kinzigtal übersiedeln, wo er sich eine Villa erbauen l'ißt. — Vom 15. bis 18. April wird zu Wiesbaden unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Hoftat Prof. Dr. Penzoldt, (Erlangen' dar 60. ^Deutsche Kongreß für i n n e re Missio n tagen. Die Sitzungen sindeu iin1 Neuen Knryausc statt. „Daily Chronik! e" schreibt: Herr v. Bethmann Hollwcg sprach in liebenswürdiger Weise seine Anerkennung über Sir Edward Grey aus: seine Worte über die Rolle Großbritanniens waren durchaus herzlich gehalten. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, daß, indem Sir Edward Grey diese Anerkemrung verdient hat, er ein Iota von der Achtung einbüßt, mit der die britische Diplomatie in Paris und Petersburg betrachtet wird, und das ist sicher eine schöne Leistung. „Daily News" sagt: In seiner gestrigen Rede sprach der Reichskanzler über den Vorschlag Churchills in Ausdrücken, die zwar nicht bindend, aber durchaus verschieden von den Aeußerungen waren, mit denen derartige Vorschläge vor zwei oder drei Jahren ausgenommen wurden, und er sprach mit Enthusiasmus von den belferen Beziehungen der beiden Länder. „Daily Telegraph" bezeichnet die Rede des Reichs- kairzlers als eine der charakteristischsten öffentlichen Erklärungen, die ein leitender europäischer Staatsmann seit längerer Zeit gemacht hat. Das Blatt schreibt: Eine Rede wie diese: offen, furchtlos und staatsmännisch, ist nach unserer Meinung von dem größten Wert in der gegenwärtigen Lage sowohl durch das Lob, das sie den wohlüberlegten und gut geführten diplomatischen Bemühungen zollte, als auch durch die Mahnungen, die sie an die deutsche Nation richtete. Tie Worte des Reichskanzlers tragen dazu bei, die Atmosphäre zu klären und damit die wichtigsten Probleme, klarer zu definieren. Es ist nicht der Fehler des Herrn v. Bethmann Hollweg, wenn wir jetzt nicht verstehen, wie die Lage Deutschlands ist, welche Ziele es verfolgt und gegen welche Gefahren es sich zu sichern fudxt. Die Aufnahme der Rede in Wien. Wien, 8. April. Sämtliche Blätter besprechen die Rede des Reichskanzlers und geben dem nachhaltigen Eindruck, welche sie in allen Kreisen der Bevölkerung gemacht hat, beredten Ausdruck. Das „F r e m d e n b l a 11" schreibt: Mit Klarheit und Entschiedimheit, welche keiner Frage der Gegenwart aus dem Wege ging, gibt der Reichskanzler von Bethmann Hollweg ein treffendes Bild der gesamten politischen Lage. Ohne Uebertrcibung unb ohne Abschwächung, in männlicher Geradheit und Dffanbeit, sagt der Reichskanzler heraus, wie die Tinge stehen. Das „Neue Wiener Tagblatt" sagt: Wir in Oesterreich fühlen uns eins mit seinem Gedankengange. Der 'Reichskanzler trat gestern Hand in Hand mit Oesterreich vor die Welr. Tie Harmonie zwisck-en Wien und Berlin in der Auffassung der Weltfrage drängt geradezu zu dieser Innigkeit in der Bekräftigung des Treuzurseitestehens. Es ist doch etwas Schones um die Kraft, welche friedfertig ist, weil sie sich nicht fürchtet, weil sie ihrer Stärke sich bewußt ist und treue Freunde ihr eigen nennt. Diese Kraft ist der Dreibund, der dem Frieden Europas freudig dient. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Ter Reichskanzler sprach mit großer Offenheit über die Strömungen in Frankreich und Rußland. Die Rede wird dort zum Nachdenken einladen darüber, ob sich der nicht zuweilen die Fänger verbrennt, der glaubt, ohne Schaden mit dem Feuer spielen zu dürfen. Tie „Reichspost" sagt: Eine tapfere Entschlossenheit liegt in den Worten des Reichskanzlers, eine Entschlossenheit, die auch die Nachbarn verstehen werden, an die sie gerichtet sind. Darauf baut sich die Hoffnung, daß gerade diese kräftige Bekundung deutscher Bereitschaft, alles einzusetzen für des Reiches Ruhm, Ehre und Existenz, als eine wahre Friedenstat wirken wird, zum Segen für ganz Europa. Die Wirkung in Ungarn. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Os en pest: An der Börse sa-uken infolge der gestrigen Rede des deutschen Reich Kanzlers alle Ku rf e. Die Staatspapiere fielen um 3 bis Kronen. Wien, 8. April. Die Abendblätter enthalten eine Information von maßgebender Stelle, wonach die gestrigen Reden des deutschen Reichskanzlers und Sir Edward Greys geeignet sind, die Friedenszuversicht zu stärken. Der „Pester Lloyd" schreibt: Die neuerliche Bekundung der deutschen Bundestreue gegen- über Oesterreich-Ungarn entsprach durchaus den Erwartungen, nicht nur maßgebender Kreise, sondern auch unserer gesamten öffentlichen Meinung. Der „Budapests Hirlap" sagt: Der Kanzler bat die große Aufgabe glänzend gelöst, die Wehrvorlage zu begründen und dabei doch eine friedliche Rede zu halten. Italienische Presi stimmen. Rom, 8. April. „Popvlo Romano" schreibt, die Rede des Reichskanzlers, die an die hervorragendsten Reden Bismarcks und Bülows erinnere, könne nicht ein Gegenstand sofortiger Kritik sein, sie werde aber sicherlich mit der Rede Sir Edward Greys im Unterhause einen heilsamen Einfluß auf die politischen Kreise Europas üben, und zur schnellen Herbeiführung des Friedens auf dem Balkan beitragen. „23 i t a" erklärt, die Rede ahne eilten friedlichen Geist. Keiner der Vorgänger des Kanzlers habe aufrichtiger die Absicht gezeigt, einen Konflikt mit Frankreich zu vermeiden. Das Blatt hebt weiter die Wichtigkeit der vertrauensvollen Auslassungen England gegenüber hervor, da durch das Zusammengehen der Kabinette von Berlin und London bisher Verwicklungen vermieden und die schwierigen Punkte der Balkankrise gelöst wurden. Das Blatt schließt mit dem Ausdruck der Genugtuung über die Erklärungen des Reichskanzlers bezüglich bei- Verbündeten Deutschlands, aus denen hervorgehe, daß die völlige Intimität zwischen Italien und Deutschland wicderhergestellt sei.__________ Die Londoner BoifchüfterlonserenZ. Gegenüber den verbündeten Lo.ltansta.atcn entwickelt sich über die Friedensbedingunqen eine ähnliche Laa? wie bet der Halsstarrigkeit Montenegros in Bezug auf Skutari. Die Balknnstauten beharren, und die Mächte wollen an ihren Bedingungen auch nichts ändern. Wo zeigen sich da die „Umrisse einer friedlicheren Lage"? London, 8. April. Tie Botschafter traten heute nachmittag um 4 Uhr zu einer Sitzung zusammen. — Die montenegrinischen Delegierten und Hakti Pascha statteten dem Auswärtigen Amt Besuche ab. Wie das Reuter-Bureau erfährt, wird die Botschafter- Vereinigung, die heute im Auswärtigen Amte znsammen- trat und über zwei Stunden dauerte, vor Freitag nachmittag nicht mehr zusammentrcten. Die Botschafter trafen die Entscheidung über die Bedingungen der Antwort, welche die Mächte den Ba l l a n st a a t e n als Antwort auf ihre letzte Note überreichen werden. Im Lause des Abends sandten die Botschafter Telegramme au ihre Regierungen, in denen ihre Entscheidungen dar gelegt werden. Es besteht Grund zu der Annahme, daß die den Bälkanverbünbeten bereits mitgeteilten Entscheidungen d er Mächte unverändert geblieben sind. In den zuständigen Kreisen wird betont, daß die wirkliche Frage die sei, ob die Kriegführenden den Frieden wünschen. Im bejahenden Falle, so wird erklärt, sollte wohl reine Schwierigkeit bestehen, den Frieden zustande zu bringen. Ties werde den beteiligten Regierungen dargestellt werden. Erkundigungen in diplo- manscheu Kreisen zeigen, daß die Stimmung heute ein wenig hofinuvgsooller ist, ohne daß dafür ein Grund angeführt wird. Jedoch wird erklärt, oaß die Haltung der Verbündeten gemäßigter erscheine. Es sollen zwei Vorschläge sinanzi-ellen Charakters gemacht werden, die einen gewissen Einfluß auf die monte- negrinische Regierung haben durften Aber über teilten dieser Punkte ist eine genaue Auskunft zu erhalten. Der montenegrinische Friedensdelegierte batte heute eine Unterredung mit dem französischen Botschafter und besuchte später Sir Artur Nicolson im Auswärtigen Amte. Entschädigung für Montenegro? Rom, 9. April. Laut „Tribuna"-Meldung aus London seien die Mächte einig, Montenegro fü r S ku t a r i 20 M i l- lionen Francs und einen a lbawe fischen Küstenstrich zu geben. Die Gesandten Italiens und Rußlands unterhandeln darüber in Cetinje. mit Aussicht auf Erfolg. Dem „Echo de Paris" imrb aus Cetinje gemeldet, daß gegenwärtig zwischen den Kabinetten von Rom und Petersburg Verhandlungen schnoben betreffs Feststellung der finanziellen und territorialen Entschädigungen, durch welche Montenegro bewogen werden könnte, auf den Besitz von Skutari zu verzichten. Eine englische Drohung an Serbien. Wien, 9. April. Wie in gut unterrichteten Kreisen verlautet, habe England gedroht, die 17 griechischen Transportdampfer mit serbischen Truppen mit seinen Kriegsschiffen in den Grund zu schießen, falls die Schiffe Saloniki verließen. Tie Truppen wurden wieder ausgeschifft. Oesterreich nnd das künftige Albanien. Wien, 8. April. Gestern fand eine Versammlung zur Gründung eines humanitären Vereins zur Förderung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessen Oestcrreich - Un g arns in Albanien statt, an der u. a. Mitglieder des Hochadels, der Präsident des gegenwärtig in Triest tagenden albanesischen Kongresses Fait Bey unb mehrere Albanesen teilnahmen. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der die Bewunderung und die Sympathie für die heldenmütigen Verteidiger Skutaris ausgedrückt und die Hoffnung ausgesprochen wird, dost die gerechte Sache Mbaniens siege. Die Versammlung schloß mit einer Kundgebung für den Kaiser und den Thronfolger. Ein angeblicher russischer Spion. Ofen pest, 8. April. Nach einer Blättermeldung aus Budapest wurde vor einigen Tagen ein angeblicher russisch- r Sp:on namens Bravura verhaftet. Ja seiner Wohnung wurden zahlreiche Festungspläne und miitär'sche Notizen, sowie eine weitverzweigte chiffrierte Korrespondenz g - funden. , Bravura verfügte über bedeu ende Geidm t.el di durch eine französische Dank angewiesen wurden. Man vermutet, daß Bravura, der aus Petersburg gebürtig ist und dem russischen '.' i i ärstende angehört, z hl. eie! e Mt schuldige hat, doch s.e.u er jede Spiouag. a.ftcyt in tibrebe. Die Polizei beobachtet vollkommenes Stillschweigen. Die letzten Kämpfe. Konstantinopel, 8. April. (Amtlicher Kriegsbericht.) Vorgestern, nach Mitternacht, griff der Feind untere Stellungen auf den Höhen westlich von Tschanakb- scha und Käst an ia an. Unsere Truppen erwiderten den Angriff und warfen die Bulgaren zurück. Im Laufe des gestrigen Tages entwickelte sich ein s ch lv a ch e § Infanteriegefecht zwischen feindlichen Truppen und türkischen Abteilungen, die gegen die Höhen nördlich von Kum- burgas vor unserem linken Flügel vorrückten. Bei Bulair herrscht Ruhe. Gestern lief die „M e d s ch i d i s e h" mit einigen Torpedobooten aus den Dardanellen aus und nahm den Kurs südlich von Tenedos; einige von dort kommende feindliche Torpedoboote flohen. Sofia, 8. April. Zwei Jahrgänge der Landwehr, etwa 20 000 Mann irrt Alter von 45 unb 46 Jahren, sind auf unbestimmte Zeit beurlaubt worden. Ans Stafct rind äand» Gießen, 9. April 1913. •* Ordensverleihung. Der Groß Herzog hat dem Vorsitzenden deS Hessischen Apothekervereins, Medizinalrat Tr. Emil Vogt in Butzbach, das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verlieben. ** Vahnpersou alien. Mit Ermächtigung des Groß- Herzogs wurde dem Regierungsbaumeister bes Eisenbahnbau- faches, _Wilh. Rau aus Kalk, sowie dem Großh. Regierungs- baumcister dos Maschineubausaches, Gg. Drcßel aus Nürnberg, die etatsmäßige Stelle eines Regierungsbaumeisters in der Hessisch-Preußischen Eisenbalugemeinschaft verliehen. ** Die völkerkundliche Ausstellung war in den drei ersten Tagen befriedigend besucht, allerdings mehr von auswärts, besonders von Schulen. Tas Gießener Publikum läßt dergleichen ja erfahrungsgemäß mehr an sich heranlommen. Um seinetwillen und um der Sache willen wäre sa zu wünschen, daß man nicht hinterdrein von so vielen das bekannte erstaunte: „Ja, iöeiut ich das gewußt hätte, wäre ich auch gekommen" hören müßte. Tie bisherigen Besucher, unter ihnen beute die fürstlichen Herrschaften von Lich, haben sich jedenfalls alle hochbefriedigt ausgesprochen. Es gilt nicht Reichhaltigkeit der ausgestellten Dinge, sondern besonders auch dem Interessanten und Lehrenden, was man von den Missionaren zu hören bekommt. Unsere jungen Mädchen arbeiten dort oben sehr eifrig und mit großem Vergnügen. Als beste Zeit für den Besuch ist der Nachmittag zu empfehleu, da dann weniger Schulen da sind. ** Säuglings st erblich^eit und Geburtenrückgang in Hessen. Jin Jahr 1912 wurden 32339 Kinder lebend geboren und 3251 starben im 1. Lebensjahr. Es berechnet sich demnach die Säuglingssterblichkeit auf 10,1 Prc-zent der Lebendgeborenen. Es ist das eine so günstige Ziffer, wie sie noch nie zuvor zu verzeichnen war. Die betreffenden Ziffern für die J-ahre 1906 vis 1912 sind: 14,2, 13,0, 12,6, 13,0, 11,2, 12,9, 10,1. Wie man hieraus ist die Säuglingssterblichkeit mancherlei Schwankungen ausgesetzt, besonders bcbingt durch den Einfluß eines sehr heißen und schwülen Sommers. Es wird jetzt vor allem darauf ankommen, darauf hinzuwirken, daß der günstige ^otand der Säuglingssterblichleit auch dauernd erhalten bleibt, was int Hinblick auf den anhaltenden Geburtenrückgang notwendig ist. Die Zahl der Lebendgeborenen gestaltete sich nämlich in den einzelnen Jahren 1906 bis 1912 wie folgt: 37 615, 36 979, 37 359, 36 299, 34 670, 33 209, 32 339. Auf 1000 Einwohner berechnet, ist die Geburtsziffer im Zeitraum 1906/12 von 31 auf 25 gesunken. Sie ist seit 1822, von welchetn Jahr an Berechnungen vorliegen, noch nie so niedrig gewesen. Der höchste Stand berechnete sich auf 38 für den Anfang der 1870 er Jahre. " Ausgabe der Zulassung ur Rechtsanwaltschaft. Der Rechtsanwalt Justizrat Adolf Lindt zu Darin- ckadt bni die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft am Landgericht der Provinz Starkenburg aufgegeben. " Zur Wasserversorgung. Vor einigen Tagen ifl mit beit Arbeiten für eine zweite Zubrinaerlcitung für Onell- ivoper ans dem städtischen Wasserwerk Gatccfbotn hinter Lmbenstruth der Anfang gemacht. Die Arbeiten, die auf zwei Jahre verteilt sind, werben von ber Hoch- unb Tief, bcmgesetlschaft Wrnn & Co. auSgeführt. " Erledigt ist die Stelle bc5 Oberförsters bet Cbcrförfterei Romrod • * Gine Provinzial-Ausschu ß-Sitzung findet am Sa in st ag den 19. April, vormittags 8/49 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch ber Firma I. H. 3 bring zu Lich nm Erlaubnis zum Betriebe einer Schanke wirtschaft in dem Hause Asterweg 12 zu Gießen. 2. Gesuch bes Georg Gröninger X. zu Ockstadt um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft. 3. Gesuch bes Michael GorSler zu Lauterbach um Ausstellung eines Wanberge w e r"b e s ch e i n S für 1913. * • Das städtische Elektrizitätswerk hat im ab- gelaufenen Jahre 1 875 000 Kilowatt elektrische Energie erzeugt. Man kann mit Sicherheit erwarten, baß der Be- barf an Strom burch ben Ausbau ber Straßenbahn und den Bedarf der noch anzuschließenden Landorte im laufenden Jahre nahe an 1]4 Milliarde Kilowatt kommen wirb. • • Zwei Damenvorträge veranstaltet morgen Mabame L. Bern Harb in Steins Garten über bie Frau als GesunbhciLswächterm, baS Hinsiechen unb Verblühen so vieler Frauen iisw. ** Zu unserer neulichen Warnung vor der wilben Kolportage religiöser Schriften wird uns von einem der hiasiaen ,Geistlichen ein scherzhafter Beleg mitgeteilt. Bei Tisch wirb ihm gemeldet, es sei ein Mann da, der eine Empfehlung für den Gustav-Adolf- Verein begehre. Draußien erwartet ihn ein Kolporteur und überreicht ihnt ein Heft eines neuen christlichen Familienblattes von irgend einem Stuttgarter Verlag mit ber Bitte um Enrpfehlung, da ein Teil des Reingewinns beut Gustav-Adolf-Verein zusließe — bie gewöhnliche Lockspeise bei biesem Büchervertriev. Der Geistliche erklärt, baß er grundsätzlich keine solche Empfehlung gebe, sondern seine Gemeindeglieber davor warne. „Tann gehe ich mit meinem Kollegen hin und vertreibe von jetzt an sozialdemokratische Schriften", schnaubt ihn der Eble zornig an, worauf ihm ber Pfarrer erwidert: „Tas ist mir auch viel lieber, das wäre wenigstens ehrlich". Es bleibt dabei, daß es geraten ist, fich einer solchen geschäftlichen Ausbeutung der Frömmigkeit zu erlvehren. Landkreis Gießen. — Geilshausen, 8. April. Bei der B ü r g e r m' e i st e r- wahl nntrbe der Sohn des verstorbenen Bürgermeisters, Heinrich Wagner IV., mit 61 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, Beigeordneter Georg Meuz, erhielt 34 Stimmen. Kreis Büdingen. -l. Ober-Mockff'tadt, 8. April. Unsere Gemeinde erhält jetzt auch ein neues Schulgebäude, zu beut der -Staat einen Zuschuß von 12 000 Mk. leistet. Kreis Alsfeld. () Hainbach, 8. April. Ein hiesiger Landwirt wollte in seiner Scheuer Stroh vom Gerüst herabwerfen, glitt hierbei aus unb stürzte in die Tenne. Er zog sich schwere Verletzungen zu. Kreis Lauterbachs 1( Nösb erts, 8. April. Ein Automvbilunglück trug sich heute morgen auf der Straße nach Nösberts zu. Der Chauffeur wollte einem entgegentommenden Ful)rwerck aus- weicken. D»e Bretnfe versagte unb das Automobil wurde gegen einen Baum geschleudert. Das Fahrzeug überschlug sich und fiel einen Abhang hinunter. Der Besitzer erlitt eine erhebliche Kopfverletzung, der Sohn kant mit dem Schrecken davon. Der Chauffeur trug erhebliche Verletzungen an Kopf ünd Händen davon. — Eine Frau hatte O e l zunr Heißwerden in beit Ofen gestellt, das darauf Feuer fing und brannte. Die Frau erlitt erhebliche Verletzungen im "Gesicht. Kreis Schotten. sd. Schotten, 8. Aprli. Die gestern hier gefundenen Leichen sind als die be§ Bernhard Serth, Sohn des Schutzmannes E. Serth ans Franksurt-Niederrad, unb ber Marie. H etzel aus Nocbhausen, Oberamt Brackenheim in Württeni- berq, ermittelt worben. Die Ursache, die das noch sehr junge Paar in ben Tob getrieben hat, konnte nicht ermittelt werben. oft Schotten, 8. April. Heute vormittag rannte der Sohn des Försters Adam mit bcrn Fahrrabe gegen einen Baum, stürzte vom Rabe unb blieb bewußtlos liegen. Er würbe in die Wohnung gebracht, wo er hoffnungslos bar* nieberlicgt. Kreis Friedberg. -l. Assenheim^, 8. April. Ein Knecht des Altbürger- meifters Best wollte in der Lehmkaute einen Wagen voll Lehm holen. Mit dem LoShacken bon Lehm beschäftigt, löste sich plötzlich ein mächtiger Klumpen Lehm los. Der Knecht konnte nicht mehr schnell genug zur Seite springen und wurde Von 'ber Erbmasse begraben. Obgleich Hilfe sofort zur Stelle war, konnte man nur noch die Leiche des Unglücklichen aus dem Lehm hervorzieheü. -l. Stammhcim, 8. April. Am Sonntag hat sich bei 50jahrigc Landwirt Faust aus jeinem Heuboden erhängt. Er hat in letzter Zeit schon verschiedene Male versucht, geht ent Leben ein Ende zu machen, doch konnte er bisher immer rechtzeitig daran gehindert werden. Diesmal war mau aber zu spät gekommen, unb Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 8. April. (Priv.-Tel.) Der frühere langjährige Leiter des hessischen Schulwesens, Geh. Ober« schulrat Fricdr. Greim, ist gestern gestorben. Der Verstorbene, ber 89 Jahre alt wurde, war bis zu seinem Todc geistig unb körperlich noch sehr rüstig. (rin) Bensheim, 8. April. Zn dem Groß feuer sei noch mitgeteilt, baß das zw eiteOpfer, der 28 jährige Kutscher Ab am Arnold unter schrecklichen Schmerzen seinem Leiben erlegen ist. (mt) Heppenheim, 8. April. Tödlich verunglückt ist heute früh ber 62jährige Müller Nik. Gölz, ber bet dem Mühlenbesitzer Phil. Schäfer bedienstet war. Er geriet aus unbekannter Ursache in den Fahrstuhl und wurde tot aufgesunden. —= Worms, 8. Avril. Das Mitglied der Generalbirektion besHauses Cornelius Heyl, Hermann Hochgesand, ist nach 31jähriger erfolgreicher Tätigkeit gestorben. Kreis Wetzlar. 0 Lützellinden, 8. April. Unser erster Lehrer Fröhlich wurde am 1. April zum Hauptlehrer ernannt. Er würbe heute in sein Amt eingeführt. t Die Straßburger ,ö TiM % filier kurzen Jtfw*"' rulfldfafrc, dak 2 Hotel,.6 - et sei UI%er 1 «SSÄ» S'ä“- ZMer >ei. - < FMlie cMammc l WneÄ lruurwien tcc- F durck Spiel Md L Angeklagte Stallm Die ganze reim, der Anklage MM ci beweis. - den einzigen unter ä beantrag ’$ Jahre Coclangno suchungAait: Ma ' drei Jahre Ge'a" f* ErMM ckn Nach bat ^laiboher? Kt - erster Stelle iiw® qrn lediglich M öHgr Die Piaidooers lr.rSen n Die Alarmierung de maliaeii Zahlmeislerasvn Stmch dieses nieder berausgebildelm Schwin des in einer ^nenanita fälschten Schreibens zu b IusStraßburg, ü irrmanstalt Stcvhan aspirant Bnlter n 'Garnison zue Beobaclst ist, wurde der Persu Gin Automobil fuhr vv stiegen und ein gesö bürget Staatsan fcWrtftj M'üJnei i' per 'ehr mit allen i.eomnon trfr« 5 SS ®Üau t" Sieii, b‘.n 8.81 $t-6r”6l)erjDg 1 »i, ii» Vm nicht mindens SMMz Wolter zur Vernehmung nach Straßburg bringen ?u müssen. An der Anstalt setzte man sich telephonisch mit her Staatsanwaltschaft in Verbindung. Daraufhin stellte es sich heraus, bafe die beiden Befreier einen Schwindel vorhatten. Die beiden Automobilisten entkamen. Schon vor einigen Wochen rar der Versuch g c m a d) t worden, Wolter aus dem Straßburger .Hospital zu befreien. Letzte Nachrichten. Neue Wirren in Marokko. Paris, 9. April. Wie aus Casablanca gemeldet wird, versuchte der Prätendent Cl Hibn im gesamten Atlasaebiet Anhänger nm sich zu scharen, indem er aus den Märkten den Heiligen Krieg verkünden läßt. Der Käid der A n f l n s ist seinerseits bemüht, in der Gegend von Agadir eine Truppenabteiiung zu versainmeln. Nach einer Blättermeldung aus Tetua sollen die Kriids der Rifstämme eine Abteilung aufgebracht haben, die Dank den Verstärkungen aus dem Innern an 20 000 Mann zählen soll. Die Truppe, die angeblich mit Mausergewchrcn ausgerüstet und mit reichlicher Munition versehen ist, plane einen nächtlichen Angriffauf Tetuan unb erforderlichenfalls eine Belagerung dieser Stadt. In Tetu.au liegen zwar über 7000 Mann spanischer Truppen, doch sei die Bevölkerung sehr beunruhigt, da sie befürchte, daß ein Teil der Eingeborenen im Augenblick eines Angriffs einen Aufstand anzetteln formte. Versnrichtes. Die Straßburger Schule des ö a n p t m a n it s von Köpenick. Die Alarmierung der Straßburger Garnison durch den ehe- maliacn Iahlmeisteraspiranten Wolter sollte nicht der letzte Streich dieses in der Schule des Hauptmanns von Köpenick herausgebildeten Schwindlers sein. Gestern versuchten Freunde des in einer Irrenanstalt Untergebrachten, ihn mittels eines gefälschten Schreibens zn befreien, was ihnen aber doch nicht gelang. Ans S t r a ß b u r g , 9. ?lpril, wird uns gemeldet: In der Landesirrenanstalt S t e p h a n s f e l d , wo der frühere Zahlmeister- aspirant Wolter wegen seiner Alarmierung der Straßburger Garnison zur Beobackchnng seines Geisteszustandes untergebracht ist, wurde der Versuch g cm a d) t, Wolle r z u b e fr eien. Ein Automobil fuhr vor der Anstalt vor, dem zwei Insassen entfliegen und ein gefälschtes Schreiben d er Straßburger Staatsanwaltschaft vorwiesen. Sie gaben an. Dtr Stallmannprozeß. Berlin, ß. April. Zu der heutigen Verhandlung war der Zeuge v. Dippe Wßchmals telegraphisch geladen ivorbcn, um Ansschl uß darüber üb geben, ob die Angabe des Angeklagten Niemela auf Wahrizeit beruhe, daß Dippe die Bekanntschaft zwischen Niemela und dem in diesem Prozeß mehrfad) genannten Falschspieler Tarliöre vermittelt habe. — Der Zeuge Dippe tritt dieser Behauptung ent schieden entgegen. — Staatsanwalt und Verteidigung verzichteten nach gegenseitigem Uebercinkommen auf eine Reihe von Zeugen. Nach einer kurzen Pause ergreift der Vertreter der Anklage Staatsanwaltschaftsrat Dr Weißmann das Wort zu seinem Plaid oh er. " Er nimmt zunächst 'darauf Bezug, daß die Verhandlnirg gegen den rumänischen Falschspieler Stephan Bujes bereits den Beweis gdiefert habe, daß Leutnant v. Dippe am 1. Juni 1910 im Hotel „Fürstenhvf" zu Berlin um 80 000 Mark betrogen worden sei unb daß von einem „Spielverlust" nicht die Rede ^sein könne. Der Beweis, daß von den Angeklagten in diesem Falle betrügerische Schiebungen vorgenommen wurden, sei allerdings nur sehr schwer zu führen. ... Was zunächst den Angeklagten Stallmann anlange, w ser erwiesen, daß Stallmann fid) niemals bemüht habe, durch chr- fidk Arbeit auch nur einen Pfennig zu verdienen. Es ser eine unbestreitbare Tatsache, daß Stallmann falsch gesprelt habe; außerdem liege fein eigenes Geständnis vor, daß er gewerbsmäßiger Spider sei. - Der Angeklagte Niemela, der einer achtbaren Familie entstamme, hat sich nachweisbar die zur Bestreitung seines luxuriösen Lebenswandels erforderlichen Mittel ausschließlich durch Spiel und ähnliche Machinationen erworben. — Wie der Angeklagte Stallmann, so bat auch der Angeklagte Kramer selbst zugegeberr, ein gewerbsmäßiger Spieler zu sein. Dre ganze Beweisführung griinbet sich, wie der Vertreter der Anklage weiter ausführt, lediglich auf einen Indizienbeweis. - Der Staatsanwalt ging dann des näheren auf den einzigen unter Anklage stehenden Fall Dippe ein und beantragte hierauf gegen Stallmann wegen Betruges zwei Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft: gegen Niemela wegen Beihilfe zum Betrug drei Jahre ^Gefängnis und gegen K r a nie r wegen versuchter Erjwessung ebenfalls drei Jahre Gefängnis. Nach den Ausführungen des Staatsanwalts nahmen die Plaidovers der Verteidiger ihren Anfang. An erster Stelle sprach Rechtsanwalt Men er I., dessen Ausführun grn lediglich von allgemeinen Gesichtspunkten ausgingen. — Die Plaidoyers werden morgen fortgesetzt. * Gräßlicher T o d. Aus Memmingen, 7. April, wird geschrieben: In dem Dorfe Ferthofen hat sich ein furchtbarer Unglücksfall zugetragen, hinter dem man eine Böswilligkeit ver mutet. Eine Egge war mit den Stacheln nach oben aus die Dorfstraße gelegt. Der Oekonom Meridün stürzte in voriger Wacht in der Dunkelheit darüber und fiel so unglücklich, daß ihm ein Stadzel durch ein Auge drang und am Hinlerkopf wieder herauskam. So aufgespießt sand man den Unglücklichen heute früh tot auf. * Zerstörte A l Pe u v e r c i ns h ü t t e. Schifahrer haben die Nachricht nad) Pontre> sina gebracht, daß die bekannte neue Bovalhü11e der Sektion Bernina des Schweizer Alpenklubs von einer Lawine vollständig zerstört worden sei. * Der Riesendampfer „Imperuto r" wird am 21. April den Hamburger Hafen verlassen und nach seinem Liegeplatz auf der Unterelbe ab gehen, um dort Kohlen und Proviant einzunehmen. Am 26. April soll eine Probefahrt von einem Tag unternommen werden. * Eine ganze Familie irrsinnig geworden. Aus Sc. iSenth bei Bordeaux wird gemeldet: Tie Familie Gauthier, die aus fü n f'P e r so n e n besteht, wurde plötzlich vom Verfolgungswahnsinn befallen. Ein Priester touroe von ihnen durch Stockschläge übel zugerichtet. * Verschüttete Dörfer. Aus A t h en, 8. April, wird gemeldet: In der Nähe von Kalavrhta (Achaja-Peloponnes) sind durch eine Senkung des Bodens und einen Bergrutsch die Dörfer S k i v e n a und Triv los verschüttet worden; da sich die meisten Einwohner außerhalb der Dörfer befanden, wurden nur drei Frauen getötet. * Wahlweiber mit der Kanone. In London erschreckten am Dienstag morgen Suffragetten die Stadt, indem sie eine alte Kanone aus Sebastopol, die vor dem unteren Eingang vom Dudlephousc steht, abfeuerten. Auf der Kanone fand man die Inschrift: ,,Botes for warnen!" Die bedeutende Führerin der Frauenrechlsbewegr'.ng, Miß Annie Kenny, ist unter der Anklage der Aufreizung verhaftet worden. Seit Jahren laut Attest des Oberhofmarschallamtes von den Hofhaltungen Sr. ßdSajestät $Ses Kaisers zahlreichen anderen Hofhaltungen, militärischen Bekleidungskammern und vielen Privathaushaltuugen ständig verwendetes, zuverlässig wirkendes Mottenschutzmittel. 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Geschält ruhig Tie Zufuhren tvareu au» den Kreisetr Friedberg, Hanau mib Dieburg. ______________________ Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, ben 10. April 1913: Wolktg. incm trocken, intlber. Der Welfen bes uck) in Homburg. Homburg v. d H., 9. April. Morgen mittag treffen Her- zog unb Herzogin von Cumberland zusammen mit der Prinzessin von Braunschweig-Lüneburg und dem Prinzenpaar Max von Baden zum Besuch hier ein. Die Herrschaften treffen sich heute in Frankfurt a. M. D i e Krankheit des Papstes. Rom, 9. April. Die Krankheit des Papstes scheint eine heftige Nierenentzündung zu sein. Sollte diese noch nicht ganz feststehende Diagnose sick) bestätigen, so dürfte der Papst bet seiner geschwächten Konstitution nach ärztlichem Urteil nur noch kurze Frist am Leben bleiben können. Der Papst ist vollständig appetitlos und nimmt selbst Eier und Milch nur mit Widerwillen zü sich. Ein Ober Präsidenten wechsel. Posen, 9. April. Laut polnischen Blättern soll der Ober- präsident Dr. Schwarz ko pp seinen Abschied eingereicht haben. Sein Nachfolger dürste Unterstaatssekretär Wahn schaffe werben. Dr. Schwarzkopp soll zurzeit krank unb bettlägerig fein. San Vigo (Californien), 9. April. Ter amerikanische Leutnant C hantier wurde bei dem Sturz eines Wasserflut zeugs sofort getötet. Der Führer der Flugmaschine wurde sdtzver ver iefct.____________________■ Künstlerische Fabrikarchitektur. Aus der Sil honette der Stadt Bremen ragt der hochcharaktervolle Bau, ben die Kaffe.-.Handels-Altiengesellscl-aft errichten ließ. Ter verblüffend frisd-e, ästhetisch und praktisch vollendete Ban ist in der Tat eine Sehenswürdigkeit der alten Hansaftabt, dessen Besichtigung allen Personen empfohlen fei, die fid; für künstlerisch Fabrik- ard)rieltur, vollkommene ted)nisck>e EiuridMngen und modernste kaufmännische Organifation interessieren. In dieser Fabrik werden die Kaffeebohnen von dem giftigen Bestandteil, dem Koffein befreit, ohne daß wertvolle Stoffe verloren gehen, noch fremde Stosse ausgenommen werden. Damit ist eine große Aufgabe der NahrungSmittelchemie gelöst und ein Kaffee geboten, der allen Anforderungen des verwöhntesten Geschmacks geredyt wird unb absolut keine schädlichen Nebenwiriüttgen ausübt. Alle Nervösen und Herzleibenden, überhaupt alle Personen, denen der Genuß des gewöhnlichen Kaffees bisher unzuträglich war, können zn dem allgemein beliebten, braunen Getränk znrückkehren, ivcnn sie Kaffee Hag, beit koffeinfreien Bohnenkaffee, verwenden.Lb^Vr. b9/4 Holz versteigert werden: lO Puppcistäriimc mit 3 Fcstmeter 15 Raummeter Scheitholz (Pruael" 14 Haufen Reiser. Gießen, den 8. April 1913. Der Großherzogliche ^reisbauinspeklor. Hechler. Holzversteigernrrg. Nächsten Samstag, den 12. April 1. JH., vormittags ft Uhr, soll im Schiffeuberger Tal an der Abzweigung nach Steinberg nachstehendes älfllkoa.en£acti bewahrt ? IBWsetostet tOTf. ilUeid kostet 75 PL bis4 Paar Gardinen Rasten ®Pf. wie neu au&cnrYJunr;’«: sunifOB aufzufärben. AuSdPÜtiiClich. fordere rruot. St’auussäieTarbeu m P&kdien trat SddeifatScliulnasriix Zäk Bona? k>h- Farben rrtiStt non ia Apensen j-1 Haupt-Hgentur alter aut eingefübrter erstklassig. Versidierungs-Gesellschast mit allen Branchen für Gießen u. Umgebung an rührigen kautionsfähigen Herrn au vergeben. Garantiertes Mmdett- einkommen ca. 2400 Mk. Außerdem Proviuon extra vergütet. — Schrntllche Attgcbote unter 2433 an die Geschäftsstelle des Gienener Anzeigers erbet. MM Naturreiner Zitronensaft Frei von Alkohol, Zucker, Salizyl und sonstigen ictiad lich. Konservierungstmtleln. 1 Ltr. entspricht dem Gehalt von 70 Zitronen. Dieser Zitronensaft sollte in jedem Haushalt und -'luche an Stelle des für das Blut o schädlichen EMas verweilet werden. 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Ab Dienstag bis Freitag D wildejagd Großer Sensationsfilm von atemraubender Spannung in 3 Akten. Moritz Prince Der berühmte Komiker spielt die Hauptrolle in der köstlichen Komödie: Der gutmütige Moritz Erstklassiger Komödien-Schlager in 2 Akten. Ferner ein hervorragender Variet6-Akt: Trapezkünstlerinnen Koloriert. Die hochinteressante Naturaufnahme: av/4 Krokodiljagd PathS - Journal Auße.rd. einige pTS M1 o f Versäumen Sie nicht,sich diesesdiesmalsganz vorzügliche i—llB • hervorragende Riesenprogramm anzusehen Die Abteilungen Kietzen des NkNesbmidks d. üevW. Kßlgmilliltse!?- Mv. h. DkvWeil MisiiiillgeseWst machen ihre Mitglieder auf die (d% völkerkundliche Ausstellung der Baseler Misfion bis 23. April 1913 in den Räumen der alten Klinik zu Gietzcn, Licbigftratzc aufmerksam und bitten um regen Besuch derselben Naturhrilverein Siehen Wie warnen unsere Mitglieder vor dem Besuche der von Madame Lola Bernhard angeknndigteu beiden Damen-Vorträge. v9/. Ter Borstand. Männer-Turnverein. Die ordentl. zrühjahrs- Mtglreder-Vsrsammlung findet SamStag dcn 12. Avril, abends 9 Uhr, im Hotel Köhler statt. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Rech- nungSablage. 3. Turnratsmahl. 4. Sommerfesllichkeiten. 5. Deutsches Turnfest. 6. Einrichtung deS Turnplatzes. 7. Verschiedenes. Wir weisen unsere Mitglieder nur die Bestimmungen des Satzes 33 Absatz 3 unserer Satzungen und Satz 4 der Ordnung für die Turnratswahl bin. Unser diesjähriges ===== AnÄurnen ====== findet Sonntag, den 13. Avril, nachmittags von 3 11 bi- ab, auf der Liebigsböbe statt.v29/» Lose Isfrehüipng e|ein. 116er Gießen - Stadt. Anmeldungen zur Teilnahme an dem Regiments- Jubiläum werden noch bis zum 10. dS. Mts. entgegen genommen. (2266) A. Dickore. für faataiiilegs. Beginn des ersten praktischen Kurses für Helferinnen: Dienstag, den 15. April 1913 im hiesigen Garnison-Lazarett. Anmeldungen werden entgegengenommen schriftlich oder persönlich bis zum 12. April, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr, am 7., 9. und 11. 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