Nr. 2,1 Zweites Blatt 163. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Eichener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger' Biennal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erfcheinen monatlich zweimal. Giehener AMtger General-Anzeiger für Oberheffen Dienstag, 9. September 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersitäls - Buch- und Steindruckerci. R. Lange, Gießen.' Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ol. $Rebaftion:e^H2. TeU-Adr.: AnzeigerGießen. lieber die Tätigkeit öcs Gewerbeoereins ffir bas Großherzogtum Hessen hat soeben am Schlüsse des 77. Vereinsjahres die Großh. Zentral - stelle für die Gewerbe einen ausführlichen Bericht veröffentlicht, aus welchem wir zunächst entnehmen, daß in der ^^Nederzahl wieder ein Aussteigen zu verzeichnen ist auf rund 10 700. xer Bericht, ivelchcr als Vorlage für die Hauptversammlung des Landesgewerbevereins am 14. 12 Uhr sand bann im Vereinslokal ein sehr gut besuchter Vortrag über die B o l ks ve r si ch e r u n g statt, zu dem neben Volksverfickerungsbeamten Lindner (Berlin, Verbandssekretär Schmitt (Höchst -als Redner erschienen waren. Der erste Vortragende, Herr Lindner «Berlin) wies nach, daß der C-edanke der Reform der Volksversicherung, wie sie die Deutsäx' Bolksversicheruug Aktiengesellschaft nunmehr in die Praxis um gesetzt hat, seit mehr als 10 Jahren von bürgerlichen Nationalökonomen eindringlich gefördert wurde. Der zweite Redner, Ber- bandsfekretär Schmitt Höchst, wies auf die Einrichtungen bei Gesellschaft bin, die durchweg volkstümlich seien, da den Vet> icherten nickt nur im Aufsichtsrat, sondern in einem besonderen Verwaltungsbeirat und der Hauptversammlung der wengchendste Einfluß ömicrnb gesichert sei. Besonderes Interesse erregten die Tarife, die ganz abgeselien von der Möglichkeit ocr Znsatzvcr- icherung, als äußerst günstig zu bezeichnen sind^ Nack einer außerordentlich lebhaften Ausfpradie fand unter Führung von Verwalter Weiß eine Besichtigung deS BolkSbades statt, »voran ich ein gemeinsames Mittagessen im Vereinslokal anschloß. Weiter wurden im Laufe des Nachmittags noch besichtigt das Säuglingsheim, wobei Pros. Dr. Böttcher interessante Erläuterungen über den Zweck der Einrichtungen gab, sowie die Lesehalle unter freundlicher Führung von Prof. Tr. Belke und zuletzt noch die HäuSckeu der Baugenossenschaft des DereinS unter Leitung von Svarkasfcnkontrollcur Haas. Nach den Besichtigungen wurde ein Spitziergang zur Liebigshöhe unternommen, während am Abend ein Fa m i l i c n a b e n d mit öffentlichem Vortrag im Cafö Leib stattfand. Bei dieser Gelegenheit begrüßte Oberbibliothekar Tr Heuser die erschienenen Gäste, unter denen and) Provinzialdirektor Gcbeimerat Dr. Usingcr war, woraus Werkmeister Bärn» Frankfurt a. M.) in einfacher, schlichter aber begeisternder Weise über Zweck und Ziele der Evang. Arbeitervereine sprach Der SchristAhrcr deS Mittelrbcinischen Ver baudes Evang. Arbeitervereine, Herr Wilhelm (Höchst) beleuchtete die nationalen und sozialen Ausgaben der Vereine, »vährrmd Oberbibliothekar Tr Heuser (Gießen) einen Toast auf Kaiser und Großbi'rzoq ausbrachte. Als letzter Redner des Mends sprach Verbandst ekretär Sckmitt Höchst, der besonders die Frauen zur Mstarben aufforderte. Tie Tarbietungen der Gesangsabteilung deS Vereins, die unter Leitung von Muiiklebrer Gernhardt Gießen, Gemischte und Frauenchöre zu Gehör brachte, verliehen der Veranstaltung ebenso wie die Tellamation von Frl. Bergnerl „Unser Wahlsornch", ein besonderes Gepräge. Am Montag fanden noch zwei Borträge statt, und ztoar hielt Oberlehrer Tr. S lein Gießen am vormittag einen Vortrag über Alkohol und Volkswohl, der besonderes Interesse sand. Ter Redner erläuterte insbesondere die großen Gefahren, die der Alkoholgenuß in gesundheitlicher, nwralisckcr und sitllicher Hinsicht in sich birgt Seine Aus'übrungen gilben Veranlassung zu einer crnsfülirlicken, sehr anregenden Aussprache. Ten Scklutz der Vortragsreihe bildete ein Vortrag des Vereinsvorsitzenben Oberbibliothekar Dr. H e u I e r über „Neuere Normen der Jugendpflege". Ansgehend von den ältesten Formen brr kirchlichen Jugenbpslege, ber Jüng- lingsvereine. ließ er bie übrigen kirchlichen Formen Revue passieren. erwähnte bann bie Turnvereine, Wandervogel, Pfadpfinber und 3ugcnbmebrpcreinc, ben 3ungbeul)d)lanbbimb, bie jetzt staatlich gesörderten Formen, um bann zum Schluß ausführlicher bie sozialistische Jugendbewegung zu beipretben. Die sich an ben Vortrag anscklietzenbe eingebenbe Aussprache lieft er kennen, welches Unterere man ganz besonders ber Jiigcnbmlege nttav-nrnbrinat. Den Schluß bes Kursus, an bem etwa 30 hiesige unb fast ebensoviel auswärtige Personen von Butzbach, Hörnsheim. Friedberg, Frank- "irt. Höchst, Homburg v. d. H. Oberursel, Wetzlar usw.) leih genommen haben, bildete eine Besprechung allgemeiner Verems- iraqen. wobei Verbanvsiekretär Schmitt- Hockst sehr beachtenswerte Anregungen bot. Aus Statt uttt Can&» Dieß en, 9. September 1913. Das Borgunweien Von einem bic'igen Kaufmann wird uns geschrieben: cd»on gar on tu von offiziellen Handelsvertretungen aus bie nachteiligen Folgen des Borgunwesens binqcmiefrn worden Die ungesunde Borgwirtschan bringt ja auch auf die Dauer den Konsumenten wie den Gewerbetreibenden gleich schwere morgen Beim Stonfumenten bat das Borgen ui der Regel eine Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage zur Folge, namentlich ivenn von ihm schon die Bedarfsartikel des täglichen Ledens wie Kleidungsstücke. Kolonialwaren, Fleisch und Brot auf Kredit entnommen werden. Der barzahlende Konsument bezw. die barzahlende Hausfrau kauft nur, was sie bezahlen kann. Tas Wirtschaftsgeld wird für alle Bedürfnisse planmäßig eingctcilt und erst der überbleibende Rest wird für weniger dringende Bedürfnisse und Vergnügungen vcrwandt. Dadurch bleiben ordentliche Wirtschafts' und Farnilien- verhältnisfe erhalten. Anders ist es beim Borgsystcm. Ist sozusagen das tägliche Brot auf Kredit entnommen worden, so mutz Gebalt bezw. Lohn zunächst dazu herhaltcn, um die Schulden zu bezahlen. Gleichzeitig werdet» aber wieder Schulden gemacht und die Hausfrau ist gar zu leicht versucht, mehr aus Borg zu entnehmen, als sie am Ende der Gehalts- oder Lohnveriode bezahlen kann, und so geht ihr bald die lieber- sicht für ein richtiges Haushalten verloren. Kommt dazu noch ein Gehalts- ober Lobnausfall, vielleicht auch Krankheit, so ist das Unglück da. Die Hausfrau ist zu der übermäßigen Borgwirtschafl häufig ohne Wissen des Mannes gekommen. Ist sie nun gezwungen die Schuld einzugcstchcn, so führen, nur allzuleicht Vorwürfe und Zänkereien zu unliebsamen Familienzerwürfnissen. Um alles dies zu vermeiden, liegt es im Interesse teder vernünftigen Hausfrau, das Borgen zu unterlassen und »venigstens die Bedarfsartikel des täglichen Lebens, wie Kleidungsstücke, Kolonialwaren, Fleisch und Brot, gegen bar einzukaufen. Ebenso unliebsam macht sich die Borgwirtschast bei den heutigen schwierigen Geldverhältnissen für die Gewerbetreibenden bemerkbar. Durch die schleppende Zahlungstvcise ber Konsumenten erleiden die Gewerbetreibenden nicht unerhebliche Zinsverluste, sondern sic sind auch infolge des Festliegens ihrer Kapitalien oft gezwungen, zur Befriedigung ihrer Gläubiger fremde Mittel in Anspruch zu nehmen. Das ist aber besonders mißlich, weil gegenwärtig dafür ganz (infter- orbentlid) Hohe Zinsen bezahlt »ocrden müssen. In den meisten Fällen aber ist es bem Kleingewerbetreibenden überhaupt nicht möglich, den nötigen Kredit bei Bankinstituten zu bekommen, »voburch dann die Lage geradezu eint ganz verzweifelte wird. Die Geschäftsinhaber werden von ihren Lieferanten und Fabrikanten an immer kürzere Zahlungsfristen gebunden, sodaß sic schließlich gezwungen werden, ihr Geschäft auf Bar- .Zahlung einzurichten. Unter solchen Verhältnissen können Detaillisten und Gewerbetreibende ihren Kunden keine langen Zahlungsfristen mehr gewähren. Die Käufer dürfen cs daher bem Kaufmann und Handwerker nicht verargen, wenn diese an die bestehenden Zahlungsverpflichtungen erinnern, die außenstehenden Forderungen cintrcibni und die Barzahlung mehr einzuführen suchen. Wenn Konsumenten und Hausfrauen sich klar machen, daß Borgen schließlich nur zu neuen Sorgen führt, so »verben s»c cinsehen, daß sic nur in ihrem eigenen Interesse handeln, wenn sie künftig ihre täglichen Bedarfsartikel, wie Kleidungsstücke, Kolonialwaren, Jleifch und Brot gegen Barzahlung einkaufen. • ** Das Rcserve-Jnfantcrie-Rcgimcnt bes 18. Armeekorps wirb am 2*. September zu einer 1-häfligcn Uebung, bis 9. Oktober b. I., auf bem Truppenübungsplatz Darmstadt ettrgczogen werden. Führer des Referve-Regimenks ist Herr Oberstleutnant Toerr vom Leibgarde-Infanterie Regiment Nr. llö. Das Reserve-Regiment wird im Lause der Uebung auch ein gefechtsmäßiges Schießen auf dem Truppenübungsplatz ab halten. ** Tic Lu flschiffcrkomvagnie Darm stabt. Am 1. Oktober wird bie von biefem Zeitpunkt ab in Darmstadt norm- sonierende Luftschisserkompagnie auf dem Truppenübungsplatz ein- treffen Die Luftjchiperkoulpagnie wird jolange auf bem Truppen» Übungsplatz luttergebracht werden, bis die für sie bestimmten Aüfenrenbautcn usw. fcrtuTfltftdlt sind "Weitere Erleichterungen sürDehrpflichtige beim Auslxbungsgeschäft. Ausu.'r den bereite- oeröffenb liebten Bestimmungen gesetzlicher Art, bie wesentliche Erleichterungen für Wehrpflichtige beim Anshebungsgcsck>aft bringen, sind weitere bcrarttge iliorschriften in ber jetzt verfügten Abänderung zur „Heerordnung" bekanntgegcbcn worben. So barf mit Genehmigung der Brigabekvmmanbenrc ober Lanbwehr Inspekteure von ber per* f ö n l ich c u Bo r st el l u n g beim A u s hcb u ng s g e s chäst ab. gesehen iderben, wenn nach niilitärärztlichem OKnachien bie Ticnst- unbraud,barfeit ohne weiteres aus üorbanbenen Unterlagen mili- iärärztlichen Zeugnissen usw.) hervorgcht. Ferner sind Mannschaften des Beurloubtenstandes, über die in demselben Jabre beim Prümngsgesdiäft hinsichtlich ihrer Versorgung unb außerdem beim Aushebungsgeschäft hinsichtlich ihres Militärbienstderbältnisses im Veurlaubtcnstande zu cntschciben ist, nur beim PrüfungSge- sckäst vorzustellcn. Neu ist »ociter bic Bestimmung, baß bie bem Beurlaubtenstandc angehöreubcn Studierenden ber M i l i l ö r- B e - terinär-Äkabcmie von ber Teilnahme an Kontrollversammlungen befreit ssnb, und baß Mannschaften des Beurlaudtemiandes onDcrcr Dassen, bic zu Uebungen bei ben Krastsahrttuppen einbe- nifen sinb. nach Beenbigunq ber Uebung durch bic Bezirk»- tommanbo-3 zum Beurlaubtenstanbe ber Kraftfabrtruppen übergeführt werben, ^irannschaften bes Bcurlaubtenskande sber Vcrkcbrs- inippen üben, wie auch neu bestimmt worben ist, im allgemeinen bei diesen. Tie Einberufung erfolgt durch bic ltzeneralkommondos auf Ansuchen ber General-Fnivektion be- Mttitär Verkehrswesens, ben Autos hulffch langsani und sehr behutsam durchfahren kverden. '* Der ProvinzialauSschußder Provinz € t a r - Ten bürg verhandel lc heute über bic Klage des Müdlenbefitzers Bo ? o auf der R< ichel»heimer Erdleihmühle in brr Wrllerau gegen die Provinz Oberheffen auf eine Gut» schäbigung für entgangenes Wasser infolge des LberheffifcheN Wasserwerkes in Höhe von etwa 250000Mk. nebst -I Proz. Zinsen feil Avril 1912. In späteren Berhanblungen hat er verschiedene Nachgaben gemacht, besteht aber im Prinzip auf seiner Forderung, da nach ben Bestimmungen bes BachgefetzeS die Provinz für den ihm erwachsenen Schaben aufzukommen habe. Tie Provinz Cbrr» heften bestreitet zunäcks^ oaß sic sdrabem-riatzpflickttg sei unb daraufhin wies der Kreisaus,chuß die Klage wegen rvriPätcter Geltend- inadmng der Forderung ab. Ter BcrioaltungsgericktShof befummle bann ben Provinzialausschutz als nächste Instanz und blcfcr hob bic Borcntfcheibung auf unb verwies bie Zache an die Bonnstanz zurück. — Auch eine Enteignungsklage einiger Landwirte in Birklar wegen ber Höbe der Entschädigung für bie Tulbung einiger für bas Elektrizitätswerk Wölfersheim zu errichtender Holzmastm wurde verhandelt. Die Entscheidung soll aber erst demnächst erfolgen. •• Di e Fr e i w. San i t ät skol on ne wird, wie aus dem Anzeigenteil ber geftr Nr. ersichtlich ist, auch in diesem Jahre einen durch einen Arzt geleiteten Äusbrlbung-kursus veranstalten, der am 15. Oktober beginnen soll. Tie Teilnahme ist jeder männlichen Person int Alter von über 20 Jahren gestattet Ter Unterricht irfolgt unentgeltlich unb soll die Teilnehmer in den Stand setzen, bei U.iglückSfällen die erste sachgemäße Hilfe zu leisten^ Tie ZanttätSkolonne erblickt in ber »vcncttcn Verbreitung dieser Fähig- teit eine ihrer £>03irtmifgaben, unb befindet sich babei in lleber- ustimmung mit allen Behörden, bie sich mit Unglücksfällen und hren Folgen zu befaften haben. Tas Reichsversicherungsamt brängt in n euerer Zeit besonders bar auf, daß in allen Betrieben mindestens ein Äusseder oder Arbeiter auSgcbilbet ist Der AusbildungskursuS Lictct daher allen Arbeitgebern eine günstige Gelegenheit ur kostenlosen Ausbildung ihres Pcrionals. Landkreis Gicben. ' lc. Slein'Linben, 8. September. Der hiesige Kaninchen- und Gestügelzuchlverein hat beschlossen, am Y Oktober in der „Deutschen Eiche" eine Ausstellung für Kaninchen und Gcftügcl abzuhalten. k. Lollar, 8. September. Ein unvorsichtiger Rad« fahrer fuhr in schnellstem Zeitmaß die Staufenberger Straße herunter und überrannte eine alte Frau und ein Lind. Frau und Nadler wurden verletzt. f. Geilshausen, 7. Sept. Bei der Gemeinde ratswahl am 6. September wurden gewählt: Gastwirr Konrad Becker mit 72, Landwirt Heinrich Wagner UI mit 68 und Gastwirt Ludwig Hofmann II mit 61 Stimmen. 96 Wähler gaben von 120 ihre Stimmen ab. ll. Treis, 7. Sept. Die hier seit etwa 3 Wochen arbeitende Dreschmaschine wird mit einem an die Ueberlandzen träte angeschlossenen Elektromotor getrieben Es ist hiermit, ein durchschlagender Beweis für die Verwendbarkeit der Elek- trizität im Dienste der Landwirtschaft erbracht. Der Betrieb ist, bei geringen Mehrkosten im Vergleich zur Dampfmaschine, in jeder Hinsicht vorteilhafter als diese. Kreis Büdingen. □ Salzhausen bei Nidda. Das Kaufmanns-Erholungsheim erfreut sich eines fortgesetzt regen Besuchs. Die Sonntagskonzerte und die Theatervorstellungen bieten eine angenehme Abwechslung für die Gäste, die Ruhe und Stille zur Erholung suchen. Kreis Friedberg. r. Bad--Nauheim, 8. Sept. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung kamen u. a. folgende Angelegenheiten zur Verhandlung: Von der Anleihe von 1902 werden auSgelost die Nummern 7, 94, 155, 336, 444, 563, 570 zu je 1000 Mark, 78, 128, 223, 243, 313, 361, 445 zu je 500 Mark, 51, 175 zu je 200 Mark. — Der Vorsitzende, Bürgermeuter Tr. Kayser teilt mit, daß ihn« der Italienische ftlub für das städtische Krankenhaus 312,40 Mark übersandt habe. Dem Klub wird herzlicher Dank ausgesprochen. — Tu- Iahrhiindertsci-.-r der Schlacht bei Leipzig will die Stadt durch einen Festzug, Pflanzen einer Gidtc an der englisclien Mrche und eine allgemeine Feier der Bürgerschaft begehen. Die Schulkinder scülen Brezeln empsangen. In den Festausschuß wurden gewählt die Stadtv. Seb äs er, KNnkerfuß, Kissel und Stamm I. — Da verschiedentlich Versuche gemacht werden, Diesel-Oelmotoren ein- zuführen, beantragt die Bürgermeisterei, diese Motoren wegen ihr..' Geruches und Geräusches durch Ortssatzung zu verbieten. Die Versammlung ist einstimmig der Ansicht, daß man für un sere Handwerker usw. billigere Elektrizität liefern müsse, als fic die Stadt, gebunden durch Vertrag mit dem Staat, abgeben kann. D^ Gewerbe in der Umgebung beziehe den Strom viel billiger und könne unserem eingesessenen Handwerk gefährliche Konkurrenz machen. Die Bürgermeisterer wird Versuche, die schon oft gemacht sind, wiederholen, um eine Herabsetzung des Elektrizitätspreises zu erreichen. — Ein Anlieger des Spielplatzes, den der Sportverein benützt, fordert wegen verschiedener Beschädigungen seines Besitztums von der Stadt als Eigentümerin des Platzes 40 Mark Schadenersatz. Der Anspruch wird als nicht berechtigt abgelehnt und der Gefuchsteller Christ. Hartmann II. an den Sportverein verwiesen. Dem Verein fall mitgeteilt werden, das-, die Stadt die Erlaubnis zur Benützung des Platzes zurückzieht, wenn der Verein sich nicht in entspreckxmder Weise mit den Anliegern abfindet. — Um die Arbeiten für die Herstellung des Eleonvrenringes beginnen zu können, muß der Gärtner L. Linkmann die von der Stadt gepachteten Grundstücke bis zum 15. d. Mts. räumen. Er fordert 349 Mark Entschädigung für Pflanzen, Blumen usw. Die Versammlung ist bereit 120 Mart zu zahlen, da das Gelände nur für landwirtschaftlichen Betrieb verpachtet war. — Gesuche von Dr. Graf, dem Mieter ber alten Sprudel Apotheke, um Erlaß der Miete für Monat März, wo er angeblich in Benutzung der Räumlichkeiten behindert war, und der Frau L. Genzel Wwe. wegen zu hoher Anforderung von Kosten für Herstellung eines Fußsteiges werden nach eingehender Prüfung der Verhältnisse abgelehnt. k. Rockenberg, 8. Sept. Die Staatsanwaltschaft weilte zur Untersuchung eines Sittlichkeitsverbrechens hier, das von einem jungen Menschen an noch schulpflichtigen Mädchen begangen wurde. h. Münzenberg, 7. Sept. Bei der gestrigen Gemeinderatswahl siegten die 4 Kandidaten der bürgerlichen Parteien mit großer Mehrheit über die sozialdemokratischen Gegner. Gewählt wurden die seitherigen Gemeinderatsmitglieder Ludwig Karl mit 127 Stimmen, Konrad Benner mit 9 Stimmen?, neu gewählt wurden Wilhelm Reis mit 111 Stimmen, Heinrich Grib mit 93 Stimmen. Starkenburg und Nheinhessen. w Mainz, 7. Sept. DeutscherWeinbau-Kongreß. Nack einer heute vormittag stattgehabten Sitzung des Gesamt- Ausschusses fand beute nachmittag unter zahlreicher Beteiligung bic erste öffentliche Kongreß-Sitzung statt. Offizielle Vertreter hatten entsandt das Reichsamt des Innern, das preußische Land- lvirtschaftsministeriilm, ferner die Ministerien von Bayern, Baden, .Hessen und Elsaß-Lothringen, der deutsche Landwirtschastsrat, die Laudwirtschastsräte von Bayern und Elsaß-Lothringen, mehrere Landwirtschastskammeni, Landwirtschaftliche Vereine, die Handelskammern von Mainz, Bingen, Mannheim, Trier, Koblenz Karlsruhe und Würzburg, die Stadt-Magisttate von Würzburg und Main; u a. Der Präsident des Deutschen Weinbau-Verbandes Reickisrat Buhl begrüßte die Versammlung, voraus sprachen zunächst für die Stadt Mainz Oberbürgermeister Dr. Goetteb- maiin, für das Reichsamt des Innern Geh. Reg.-Rat Dr. Jung, für die hessische Regierung Ministerialrat Hölzinger, welcher gleichzeitig im Auftrag des Großherzogs Ernst Ludwig dem Präsidenten Reichsrat Buhl das Komturkreuz vom Verdienstorden Philipps des Großmütigen überreichte. Im Namen des Kgl. preußischen Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten sprach Geh Reg.-Rat Frhr. v. Hammerstein-Loxten und für die hessische .Handelskammer Geh. Kommerzienrat Dr. Bamberger-Mainz. Hierauf hielten Vorträge der Vorsitzende des hessischen Weinbauverbandes, Weingutsbesitzer Sittmann-Oppenheim über „die Bedeutung des hessischen Weinbaues und Weinhandels" und Prof. Tr. Kroemer-Geisenheim a. Rh. über „Neuere Forschungen über das Wurzelwachstum der Reben und seine Bedeutung für die Bodenbearbeitung und Düngung der Weinberge". An den Kaiser und den Großherzog von Hessen wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Kreis Wetzlar. X Wetzlar, 7. Sept. Ucber das Vermögen des Glaser- nreisters Lißner, der in seinem Betrieb 10—12 Gesellen beschäftigt hatte, ist Konkurs verhängt worden. Lißner hat die Fensterverglasungen für die umfangreichen Kasernenbauten aeliefert und infolge der verlangten zahlreichen Nacharbeiten bei dem Geschäft Geld zugcsetzt, statt dabei zu verdienen. Hessen-Nassau. X piel- Warenfabrikant an bie Freuden, die seine Waren den Kindern bereiten. Er war gefühlstot." . . , „ Ein weibliches Gegenstück zu dieser „Bestie in Mensckxmgestalt _ war Mrs. Guineß, der „weibliche Blaubart", die nur ihrer einsamen Fann jahrelang Verbrechen auf Verbrechen häufte unb gegen 180 Menschen ermorbete unb versck>arrte. Der Psychologe fand bei ber Untersuchung dieser Fran deutliche Anzeick>cn einer ausgebildeten Hysterie; sie besaß nicht die normalen Hem' mnngsvorstellungen, bie beim Austcmchen eines verbrecherischen Ge- bankens von bcssen Ausführung zurückhalten, fonbem sie hanbelte unter einem Zwange, bessen gefühlsmäßige Bebingungen ihr völlig unbekannt waren. Pros. Münstcrbcrg wiberspricht ben Anschauungen Lombrosos; er glaubt nicht an ben geborenen Verbrecher. „Irgend ein Gefühl, das wir nicht kennen, hat vielmehr bic Tätig - feit bes gefunben Organismus, bes Fühlens unb Handelns gestört; der Gehirnweg, durch den bie gefühlsbetonten Empsinbungen ein* bringen, ist gesperrt. Der Verbrecher fühlt nicht bie nonnalen Erregungen von Mitleid und Schrecken beim Anblick des Blutes, weil er gefühlstot ist. Dieser Zustand, der tausend Entstehungs- Möglichkeiten bat, ist die Quelle der meisten Verbrechen. Die Hemmungsvorstellungen schwinden, das „Gleichgewicht ocr Gefühle" ist aufgehoben. Verbrecher werden nicht „geboren", sondern es sind Menschen mit schwach arbeitendem Geist." Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung! Gießen, 6. Sept. Tie Herren Hausbesitzer aus der Stein-, Eder- unb Weserstraße, bie sich Hühner halten, sollten boch biese so einsperren, baß man nicht schon morgens um vier Uhr durch bas Geschrei ber Hähne gestört wirb. Diese Rüclsicht- nahme sinb bic Herren Hausbesitzer ihren Mietern schulbig. Es gibt in ber Stabt Leute, bic burch ihren Beruf gezwungen sinb noch abenbs spät zu arbeiten, unb bic ihre Tätigkeit durchaus nicht auf bic frühen Morgcnstunbcn verlegen können. Diese Leute müssen morgend etwas länger Ruhe haben unb können verlangen, baß bic Herren Hausbesitzer hierauf Rücksicht nehmen. ♦ ► Lollar, 6. Sept. Die steil abfallenbe Straße in Lollar „Am Stein", und bie sehr steile einmünbenbe Straße von Staufenberg, kann man täglich Radfahrer, Autos unb sonstige Fuhrwerke in rasenbcm Tempo durcheilen sehen. Die Straße ist stark bewohnt und hat außerdem einen starken Verkehr burch Ausflügler nach Staufenberg, bic Arbeiter ber Lollarer Hütte unb noch be- sonberS burch bic sehr kinderreichen anliegenden Bewohner der Kolonie. Hier wäre doch bringend nötig, wenn sich die zuständige Behörde einmal energisch ber Sache annehmen würbe. Vcrschiebcnc Unfälle follen in letzter Zeit roieber vorgekommen sein. Mehrere Interessenten. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Hofrats verliehen worben. Prof. Oetker ist am 6. Mai 1854 zu Kassel geboren. — Tie Ernennung des 0. Professors Dr. med. Ewald Heinrich Hering von ber deutschen Universität in Prag und des Privat- dozenteu Prof. Dr. Reiner Müller von der Universität Kiel zu ordentlichen Mitgliedern und Professoren für pathologische Anatomie unb für Hygiene und Bakteriologie an ber Kölner Akademie für praktische Medizin ist bestätigt worden. Sport. Hu n b e - A ns st e l l u n g. Bei der am Sonntag, den 7. d. Mts. in Frankfurt a. M. abgehaltenen großen intern. Ausstellung der 4 Polizeihund-Raffen: Airedale-Terrier, Dobermann- Pinscher, Deutsche Schäferhunde und Rottweiler Hunde erhielt Hera: Volk hier für seine beiden Dobermann-Pinscher in der Schönheitskonkurrenz die höchste Bewertung „vorzüglich", sowie für das beste Dobermann-Pinscherpaar, in schwarz-rot, der Ans- Sept. 1913 Barometer aus 0° reduziert Temperatur 1 der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Grad der Bewölkung In Zehntel der slchtb. tziinmelbfl Wetter 8. 2r"i| 752,8 21.0 7,9 8,3 43 NE 2 0 Sonnenschein 8. 9“ 752,6 14,2 69 NE 2 0 Klarerbimmel 9. n f)öcf 750,8 9,2 7,4. 85 N 2 0 Sonnenfchein sie Ter nperati r am 7. btt 8. Se ptei nber -= + 21,3' C. Niedrigste , » 7. „ Niederschlag: 0,0 mm. 8. n + 8,9' C. Verantwortlich für „Aus Stobt unb Lcmb" i. 23. : K. Neurath. stellung zwei Ehrenpreise. — Fußball. Am Sonntag spielte bie 2. Mannschaft des Sportvereins „Merkur' in Offenbach gegen die Spielriege des Turnvereins Offenbach und entschied das Spiel mit 5: 2 Toren für sich. Das Blutbad in Mühlhausen. Mühlhausen, 8. Sept. Heute nachmittag fanb in Gegenwart eines großen Trauerfolges die Beisetzung ber Frau und vier Kinder Wagners in demselben Grabe statt, in welchem gestern die anderen Opfer beerdigt wurden. Der Ortsgeistliche hielt die Trauerrede. Schulkinder aus Mühlhausen begleiteten den Trauerzug und sangen am Grabe. Der Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Stuttg art: Der Massenmörder Wagner plante dem Orte Egolsheim bei Ludwigsburg dasselbe Schicksal zu bereiten, wie Mühlhausen. Er besuchte seinen Bruder, einen Egolsheimer Klempnermeister nach der Ermordung seiner Familie am „Füll nicht zu sehr den Darm" ist eine der Mahnungen, die Luther an jene richtet, die ein hohes Alter erreichen wollen Es wird also jeder, wes Alters, Standes unb Geschlechtes er auch sei, diese goldene Regel zu beachten haben und wird alles Vorkehren müssen, damit er nicht an habitueller Obstftration Verstopfung ober Hartleibigkeit, leide, bie stets lästig ist, bisweilen sogar ernst unb bedrohlich wirb. Spiclenb leicht schafft man sich täglich beim Erwachen am Morgen bic gewünschte Erleichtern ng und Reinigung ber Därme, wenn man vor bem Schlafengehen ein Weinglas bes echten Hunyabi Jäiws Bitterwassers nimmt, das in jeder Apotheke, Drogerie unb Mineralwasserhanblung er- hältlich ist. ________________________________________________________ 0°/-> In verantwortungsreicher Stellung klarbenken, im rechten Moment richtig hanbeln, geistig und körperlich immer auf der Höhe sein, dazu verhelfen 2 Stück der echten Kola-Pastillen Marke Dallmann (Dallkolat). 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1 — in Apotheken u. Drogenhandl. Jedenfalls in der Umveriitäts- u. Hirsch-Apotheke. Ferner: Adler- Drog, Central-, Kreuz-, Löwen- u. Germania-Drog, wwie ErnstNoll ™™11 । Einkochkrüge : Geleegläser : Dunstflaschen : Saftbeutel : Ansetzflaschen Einmachtöpfe : Kochtöpfe für Gelee usw. 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Zahnarzt Haubach von der Reise zurück. r>K75 Der Plan über die .Herstellung einer unterirdischen Telegraobenlinie in (Mienen liegt bei dem Kaiserlichen Telegravbenaiul daselbst uon beute ad 4 Wochen auS Darmstadt, 9. Semember ll»Lk D*, Kaiserliche Ober Postdirektion. Tteinlieferung u. Planierarbeiten. Die Anlieferung von 1. 150 cbm CbaufsierungSstelnen auS dem fiskalischen 2icinbrnrf) im Sommerlerg au den Beundeweg: 2. desgl. von 130 cbm au die Hänieriette irtHtciic; 3. dec gl. von 90 cbm an die Abfahrt un Distrikt Buchenberg: ferner das Planieren von 400 m Weg t n DtUrrkl Lommerbcra in 2 Pofen foU vergeben werden Lchrtftlichc Angebote iverden bis -um Kl 1. MlS. erbeten Weitere Ausfutlst durch Olroyh. «Zorstwart Menge' zu ,>orftdaus Baumgarten. Giehen, h. Leviember 1913. Grosch. Lberföruerei ^chiffenberg. T r a u l iv e i n. B*/e Versteigerung. Mittwoch. 10. Lept/d. X, nachm. 1 > Uhr im Bieker- scheu SflOlc: 1'ort-ivtziiiiK der Versteigerung von optlNchen und anderen Artikeln, um tu noch Damvimajchincu, (Eisenbahnen u. a. kommen. Pon euva 1 rl Uhr an wird den Ltcigliebhabern für Brillen und 3iuirfcr mehr Rechnung getragen werden können alS bisher. Bon * «1 Uhr an werden 1 Simmcrbuictf, massiv eichen, 1 ÄZeifizeugschrank. 1 Lervierli'chcheu, 1 'Jioicn- stander u. a. versteigert. Beriteigerung bestimmt. 3K7O Wähler, (rlerichtovollzicher. Wohne Jetzt neue Schüfienffr. 21 Karl Lappjr., Dachdeckermeister. Telephon 559. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gieszcn. Daö 2. Siel Schulgeld dcS Rcalgnmnauums und der !i7berrealschule, der Höheren und tfrrocitcrtrn Mädchen» schule und der lävmnafialvorfchule für da» Ri. 1913 kann in den nächsten S Tagen noch ohne Kosten an die 3 tobt- kalle bezahlt werden.B*/, Die mit Jn'tanbfci.ninn des Sftliche " bäude Lchloggaffe Rr. 9 erforderlichen -Heinbinder arbeiten sollen 'JJionhg, Den 15. -ntk«bcr d.Z., Diraitt 10 Uhr, öffentlich vergeben iverden. Die Berdingunavunterlagen liegen aus dem städtischen Hochbauaint zur Einsicht offen. Angebote auf Bordruck, der daselbst erbältlidj, sind bi» zum genannten Termin dorthin cinzurcichen. - .»iulchlagofrist 14 Tage. B“, 4lnträge auf Gaseinrichtungcn. Wegen der tum Quartalwechsel sich häufenden Aus träge für Reuaufffellen. Umstellen von l-lasmrffern ufw. ersuchen wir die verrhrlichen OlaSabncbmer. d,e Bestellungen schon jetzt mit genauer Angabe der.-Zeit, wann die Arbeiten auSzusubren find, an unser Glaswerk einzufendcn- Die Erledigung der Auftrage erfolgt in der Reihenfolge der einlaufenden Bestellungen.________________________ vslubfiht aus Öen Rilifär-Lihichiläiidri. '• Da» bei den Militär-Schieknänden noch lagernde Ho!» muh bei der noch bi» gegen (5nde diese» MonalS andauernden Abwesenheit des Militärs ahgeiahren werden. Ver nach dem 1. CliobcT mn der Holzabfuhr noch im Rückstände ist, hat forstgerichtliche Anzeige zu erwarten.