'^•k Ssp N V\^. Okr (f)Dn £ '^‘uqq schr^r?M -sKs 5%$s yi-ka WZ ?o« !(?■ ? b(n die Älc,*n!t. . varen Kempin _ abgestimmt. Goetz ton", rn Armin Wasser- Hicr scheint sich ein Die heutiqe Nummer umfaßt 10 Seiten. Verständnis für das Schicksal dec Judith, die um den „einzigen Mann" der Erde trauert. Freilich das hieße den Holoscrnes restlos spielen, und diese Kraft ist wohl nur ganz vereinzelten Darstellern gegeben. Die Begabung des Herrn Heinz aber fordert zu dieser Betrachtung heraus; seine gestrige Schöpfung ruhte scholl auf den Grundpfeilern zu einem solchen Bau; er mag cs sich nicht verdrießen lassen, nun Stein auf Stein diesem Funda- Ortschaften nach Landau, das reichen Festschmuck angelegt hatte. Unter den .Hochrufen der spalierbildenden Jugend, Vereine und einer tausendköpfigen Menschenmenge erfolgte die Fahrt zu der Festhalte, wo in dem prächtig geschmückten Festsaal die , Begrüßungsansprachen seitens der Spitzen der Behörden, Geistlichkeit usw. stattfanden. Nach dieser Huldigungsseier begaben sich die Herrschaften nach dem Paradefeld, wo die Parade, der Garnison stattfand. Um 12 Uhr trafen die hohen Herrschaften wieder in Villa Ludwigshöhe ein. und ungetrübtem Blicke, hat Werner hier manches Bild geschaffen, das als zeitgenössische Urkunde seinen Wert behalten wird. In Werners Bildern aus jenen Tagen, die iwch keine Mo- mentphotoßraphie kannten, ist eine mit unglaublicher Gewissenhaftigkeit bis ins letzte Detail hinein durchgearbeitetc Bilderchronik erhalten. Bei der Neuorganisation der Berliner Akademie wurde Werner Hochschuldirektor, und der Posten des Akademiepräsidenten wurde abgetrennt. Seit 1873 gehört er der Akademie an, außerdem neun anderen Mademien bis noch Earacas hin. Die höchsten Anton von Werner. Am 9. Mai begeht der Direktor der Berliner akademischen Hochschule für die bildenden Künste, Wirklicher Geheimer Rat Professor Anton v. Werner, seinen 70. Geburtstag Anton v. Werner, der Sproß einer zwar altadligen, aber verarmten Familie, hat sich aus der Enge emporgearbeitet. In Frankfurt a. O- als Sohn eines Tischlers geboren, wurde er wegen seiner früh sich zeigenden Vorliebe für Zeichnen zum Dekorationsmaler bestimmt. Als Sechszehnjähriger kam er nach beendigter Lehre 1859 an die Berliner Akademie. Als Illustrator verdiente er sich sein Brot. Arbeiten nach Adolf Schrödter, dem humorvollen Maler des Don Quichote, zogen ihn 1862 nach Düsseldorf. Sein bewegliches Talent, das besonders von Karl Friedrich Lessing Anregungen empfing, erntete hier bald gute Erfolge mit den Illustrationen zu den Dichtungen Scheffels. Kürz vor dem Krieg begann er seine erste große Aufgabe, Wandgemälde int Kieler Gymnasium. Da traf ihn die.Kriegsnachricht. Als Augenzeuge bei der Kaiserproklamation, in Ver^ sailles bereitete er das Bild vor, das die deutschen Fürsten 1877 dem achtzigjährigen Kaiser zum Geschenk darbrachten. Als die siegreichen Truppen in Berlin einsogen, schuf Werner das große Velarium vor dem Platz am Brandenburger Tore „Kampf und Sieg", dann den Fries für die Siegessäule, der in Venedig in Glasmosaik ausgeführt wurde. Ans Grund dieser Arbeiten traten die Berliner Künstler mit einer Eingabe an den Kultusminister heran, Werner die seit Gottfried Schadow verwaiste Direktorstelle der Akademie zu über tragen. 2lm 6. April 1875 ronrde Werner Direktor. Er galt als ärgster Revolutionär. Einen Sturm des Univilleiis über den hereinbrechenden Naturalismus gab es, als der neue Rektor gleich an eine Reorganisation der Akademie ging und nacheinander ■ Schaper, Hertel, Gussow, Gude als Lehrer heranzog. Die Besuchs- Ziffer vervielfachte sich jedenfalls, und mit der Einführung des Atelierunterrichts, mit durchgreifenden Maßnahmen, erwarb sich Werner gerade damals große Verdienste um die Hochschule. Ms sie 25 Jahre später das langersehnte neue Heim in der Harden bergstraße bekam, galt sie allerdings nicht mehr als Stätte des Fortschritts. Die siebziger und achtziger Jahre waren des Künstlers Glanzzeit. Er matte für das Berliner Rathaus das Bild des Berliner Kongresses, dem er selbst beigewohnt hat, richtete auf Bismarcks Wunsch die ersölgreiche Deutsche Abteilung der Pariser Weltausstellung von 1878 ein, schuf die Rathausbilder für Saarbrücken, zwei Bilder für die Nuhmeshalle im Zeughause. Als 1880 die Panoramamanie begann, malte er mit Engen Bracht und anderen das Sedanpanorama. Tie Treppenhansbilder im Die Reife des Prinjregeuten von Sayern. Edenkoben, 8. Mai. Um 2 Uhr fuhr das Prinz- re g e n t e n p a a r im Hvfsonderzug nach F r a n k e n t h a l, überall in den von dem Zug berührten Ortschaften von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. In Frankenthal erfolgte die Ankunft um 2.45 Uhr. Nach Empfang am Bahnhof durch den Bezirksamtsvorstand uijj) den Bürgermeister erfolgte im Automobil die Fahrt durch die festlich geschmückte Stadt unter dem Jubel.des Publikums nach dem Rathcms, wo die offizielle Begrüßungsfeier stattfand. Von hier ans erfolgte dann tviederum im Automobil die Fahrt nach Bad Dürkheim zum Besuch der herrlich gelegenen Ruine Limburg. Hierauf erfolgte die Rückkehr nach Bad Dürkheim. Nach dem Vorbeimarsch der Winzer und Winzerinnen in Pfälzer Trachten erfolgte die Weitcrfahrt nach Hildenbrandseck, wo bei Reichsrat Buhl der Tee eingenommen wurde. Bon da aus erfolgte die Rückfahrt nach der Billa Ludwigshöhe. Heute früh 8.30 Uhr fuhren der Prinz-Regent und seine Ge nrahlin mit den Prmzessineiitöchtern und Gefolge in fünf Auto mobilen von Villa Ludwigshöhe durch die festlich geschmückten Ehrungen sind ihm zuteil geworden, die ein Künstler empfangen kann; er besitzt die großen goldenen Medaillen von Berlin und München, den Orden pour le nteritc und ist Exzellenz seit betrachtet, war ein Erfolg. Dekorationen mit feinem Farbensinn von Herrn Kurt Für die Spielleitung zeichnete Herr Hans Sreitag, 9. Mi 1915 Bezugspreis: monatlich 75Pf^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantibortlich für den politischen Teil: August — Judith im Darmstädter Hoftheater. Darmstadt, 8. Mai, wird uns geicbticben: Im Rahmen für „Feuille- Herr des Bundesstaats, also der König von Preußen. Und außerdem ist'in -den «meisten Bundesstaaten, anch in Preußen, die „Niederschlagung" durch Verfassungsbestimmungen beschränkt und beseitigt. Nach Art. 49 Abs. 3 der preußischen Verfassung kann der König bereits eingeteitete Untersuchungen nur auf Grund eines besonderen Gesetzes Niederschlagen. Einen Straferlaß also in jenen ältesten und gebräuchlichsten Sinne könnte Wilhelm II. zu seinem Regierungsjubiläum nicht aus eigener Machtvollkommenheit erlassen. Man sieht, die Amnestiemöglichkeit ist, schon an sich gesetzlich und verfassungsrechtlich sehr beschränkt. Die Begnadigung ist überhaupt nur Beseitigung der Rechtsfolgen des Verbrechens, nicht der begangenen Straftat selbst; diese kann daher auch noch später, insbesondere zur Begründung der Rückfallschärfung, in Betracht gezogen werden. Tie Begnadigung beseitigt nur die Straffolgen, nicht die privatrechtliche Ersatz- und Genugtuungspflicht, läßt also die sog. Buße unberührt. Ebenso haben Berwaltungsmaß- rc'geln, wie die Unterbringung in eine Erziehungs- oder Besserungsanstalt, mit der Begnadigung nichts zu tun. Trotzdem könnte zu Ehren und zur Feier deT Regie- rungsjubiläums Wilhelms II. manches getan werden, was zur Abmilderung des Strafrechtsdruckes beiträgt, so z. B. durch Begünstigung der S t r a f v e r j ä h r u n g. Tie Straf- Verjährung wird belanntlich durch gewisfe^Handlungen der Strafbehördeu unterbrochen, und diese haben cs in der Hand, hierdurch die vom Gesetz vorgesehene Verjährung einfach illusorisch zu machen. Tatsächlich wird vielfach kurz vor Ablauf der Berjährungspflicht der Steckbrief, der hinter einem Beschuldigten erlassen ist, immer wieder erneuert, so daß eine Verjährung nie eintritt. Eine derartige wahllose Unterbrechung ist mit dem Grundgedanken der Verjährung' unvereinbar und widerspricht dem allgemeinen Rechtsempfinden. Ter Ausschuß, der den Entwurf eines neuen Strafgesetzbuches ausarbeitet, will die Unterbrechung der Verjährung bei der Strafverfolgung ganz beseitigen. Ein königlicher Erlaß aus Anlaß des Regierungsjubiläums könnte bis zum Zustandekommen des neuen Strafgesetzbuches den vom Ausschuß gewünschten Zustand jetzt schon herbeiführen. Es wäre auch eine Amnestie. Hebbel-ZykluS wurde gestern „Judith" gegeben. Tie Aufführung in ihrer Gesamtheit — D i e b a y r i s cd - t i r o l i f ä) e Bahnlinie Parten- ! i r tf) c it — Reutte. An der Südostgrenze des Deutschen Reiches scheidet die dem Zentralkamm der Alpen vorgelagerte sogenannte nördliche Kalkalpenkette Bayern von Tirol. Es führen eine Anzahl für Wagen gut benutzbare Pässe hinüber, aber mit Eisenbahnen hatte man lös zum vorigen Jahre dieses Greuzgcbirgc nirgendwo überquert, sondern bloß im Westen am Bodensee und im Osten unter Benutzung des Jnntals umgangen. Das ist nun seit dem Bau der Gebirgsbahn Innsbruck—Scharmtzpaß—Mittenwald— Partenkirchm, der namentlich auf österreichischer Seite manche technische Schwierigkeiten zu überwinden hatte, anders geworden. Während der durchgehende und der Güterverkehr andauernd die dem Inn folgende, aller größern Steigungen entbehrende Bahn linie München—Rosenheim—Innsbruck benutzen werden, ist es für Vergilügungsreisende, die von München nach Innsbruck fahren wollen, jedenfalls vorteilhaft, sich des landschaftlich schönen neuen Verkehrsweges zu bedienen. Ein weiteres reizvolles Stück alpinen Geländes wird dem Eisenbahnverkehr demnächst, wahrscheinlich schon zu Pfingsten, durch eine Art von Fortsetzung der 191 l» Kl ui. langen Strecke Innsbruck—Partenkirchen, nämlich durch die 42,2 Klui. messende Linie Partenkirchen - Reutte, erschlossen werden. Rentle ist der wichtigste Ort eines nördlich der ermähnten Kalkalpenkette gelegenen und durch sie vom übrigen Tirol geschiedenen österreichischen Gebietsstückes. Bisher besaß Reutte eine Eisen bahnverbindung bloß über Kempten nach Bayern hinein, nicht aber mit Oesterreich. Ein unvermittelter, nicht über deutsches Gebiet gehender Babiianschluß Renttes an Tirol und das übrige Oesterreich wäre bloß mittels der vielerörterten Fernpaßbahn möglich, bereu Bau aber noch in weitem Felde steht. Es ist also für Reutte und das ganze nördlich der Kalkalpen gelegene österreichische Ge biet ein großer Vorzug, daß jetzt mittels der demnächst zu eröffnenden neuen Bahn ein wenn auch über deutsches Gebiet gehender, so doch ununterbrochener Schienenweg mit Innsbruck hergestellt wurde. Die Vollendung der neuen Bahn ist einer seits von den Jnnsbruckiwn, denen der Fremdenverkehr Tirols am Herzen liegt, und anderseits von den Augsburgern, die durch München von ihrem alten Handelsverkehr nach Süden hin ale- gedrängt mürben, lebhaft herbeigesehnt morden. Dem Reisepublikum des heurigen Sommers sei, wenn es Oberbayern oder Tirol besucht, die Benutzung der neuen Linie angelegentlich empfohlen. Sie umgeht zwar in weitem Bogen den schönen Plausee, erschließt aber etwa halbwegs zwischen Partenkirchen unb Reutte jenen bem Westabsturz des W e 11 er stein- Gebirges unb der Zugspitze vorgelagerten weiten Talkessel, in bem unterhalb des Fern pap es die eigenartig altertümlichen Orte Ehrwald« Lernwos und Bieber iuicr liegen. Der König von Spanien in Paris. Trinksprüche. Paris, 8. Mai. Präsident Poincare gab gestern abend zu Ehren des Königs von Spanien im Elysee ein Galadiner, dem die Präsidenten und zahlreiche Mitglieder des Senats und der Kammer, hervorragende Vertreter der Kunst und Wissenschaft und die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden beiwohnten. Hierbei hielt der Präsident folgenden Trinkspruch: Sire! Frankreich, bas die beiden letzten Besuche Eurer Majestät in dankbarer Erinnerung behalten hat, gedenkt bewegt- der Sympathie, die Sie ihm stets bezeugt haben. Es ist glücklich, von neuem einen Herrscher zu bewillkommnen, der es durch seine Treue, Anmut und Tapferkeit zu bezaubern gewußt hat. Es begrüßt in Ihnen eine edle Nation, die der Geschichte so viele ruhmvolle Seiten diktiert und der Welt, so viele Beispiele von Ritterlichkeit geliefert hat. Ich beglückwünsche mich besonders, Eure Majestät nach bem einmütigen Votum empfangen zu können,, durch welches die üesetzgebenden Versammlungen unserer beiden Länder unseren M a r o k k o v e r t r ä g e n ihre Billigung gegeben haben. Die langen und höflichen llnterhand- lungen, die zu den jüngsten Abkommen geführt haben, würden, menu es dessen bedurft hätte, Spanien und Frankreich in die Lage gebracht haben, sich einander besser zu kennen und noch mehr zu schätzen. Nicht erst seit gestern haben die beiden großen benachbarten Völker die enge Solidarität ihrer Interessen unb die ständigen Ursachen ihrer überlieferten Freundschaft begriffen. Aber indem sie von jetzt an mit gegenseitige:n Vertrauen an einem Werke der Zivilisation und des Friedens Zusammenarbeiten werden, werden sie klarer als je in ihrer Nachbarschaft eine Lektion der Natur und in ihrer Verwandtschaft ein Gesetz ihrer Bestimmung erblicken. Ich erhebe mein Glas zu Ehren Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Königin, des Prinzen von Asturien und trinke auf die Größe und bas Gedeihen Spaniens! , Der K ö u i g erwiderte: Sie haben mir soeben ein Willkommen geboten v.t Ausdrücken, bic nur die Bewegung steigern können, die mich ergreift, wenn ich mich aur bem Boden dieses edlen Frankreichs befinde, das mir immer so lebhafte Sympathien bekundet. Ihre Worte gehen mir unmittelbar zu Herzen. Sie werden auch die K ö- n i g i n tief rühren, die lebhaft bedauert, au dem heutigen Tage die kostbaren Zeichen der Freundschaft, die mir gegeben wurden, nicht mit mir empfangen zu können. Die spanische Nation nnrb mit Freuden in bem warmen Empfang, der mir bereitet, a b er - mal? b i e brüderlichen Gefühle f c ft ft e 11 c n , die das französische Volk für sie hegt. Unsere beiben Länder, bisher Nachbarn in Europa, luerben es von jetzt ab auch in Afrika sein. Sie werden sich freuen, in den von ihnen gesiegelten Verträgen die Bahn erweitert zu haben, die ihnen gestatten wird, jeden Tag mehr die zahlreichen sie einigenden Bande zu befestigen und ihre Mitarbeit immer enger zu gestalten an einem Werke des Friedens und des Fortschritts. Herr Präsident! Ich erhebe mein Glas auf Ihre Gesundheit unb auf das Wohl Frankreichs! 9lad) dem Galadiner unterhielt sich der König mit verschiedenen Herren, mit den Ministern, den Präsidenten des öcnaty und der Kammer, Lvubet, Driand und Bourgois. später fand ein glänzender iEmpsang statt, welchem viele Mitglieder der Diplomatie, der Wissenschaft, Kunst, Litcra- Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GietzenerFamilienblatter: -iveimalwöchenll.ureis- blatt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 i Adresse ^nr Depeschen: Amwhme^von Anzeigen Kotationsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Fchukstrahe 7. Land": E.Heß;^sür den bis oom^^atog§n9nuf)r" Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Baicrneister, der sich zu einem recht tüchtigen Regisseur zu entwickeln scheint. Vielleicht hätte man die Volksszeneu etwas charakteristischer heransarbeiten können. Ein früheres Mitglied der Darmstädter Bühne, Frl. Teresina Oster «jetzt am Hoftheater in Dresden), spielte die Titelrolle. Manches beutete au, baß die Künstlerin noch rinnt al eine Judith iverdeu wird, heute ist sie es noch nicht. Sie muß iwch zu sehr am äußeren Gestalten arbeiten, das noch nicht organisch aus dem Innern hervorbricht. Die Künstlerin scheint das aber selbst zu fühlen. Sie sucht durch Sprachtechnik manches wett zu machen. Allein mit leisem, kaum vernehmbarem Ton werden keine Seelenkonflikte gebeutet. 9hm der Holofernes des Herrn Hein z. Schauspielerisch ohne Frage eine achtunggebietende Seifhmg. Die Wirkung des Dramas hängt aber wesercklich von dem iSinbrurE ab, beit wir von ber Gkftalt bes Holofernes empfangen. Sie muß ins Riesenmaß gesteigert sein. Sein Tob muß nicht allein befreien, sondern auch erschüttern. Empfinden wir so, dann erst haben wir das rechte Line 3ubiläumsamneftie? Man schreibt uns: Kaiser Wilhelm II. wirb, so heißt es, altem Brauche folgend, an seinem Regievungsju'biläum eine Amnestie erlassen. Man will darüber vorläufig nur soviel wisseu, daß sie. uicht Mer eine Strafgrenz.e von etwa 0 bis 8 Wochen oder 500 Mark hin aus-reich en werbe. Ein Straferlaß in großem Umfange sei kann: wahrscheinlich. Es stehe uicht zu erwarten, daß p o li tische. Veraehen in weiterem ALaße von der Amnestie betroffen werben. Die Beschränkung auf eine so uiebrige Skrafgretrze, wie bic genannte, erscheint allerbiugs wenig -großzügig, wenn man bedenkt, baß in einem1 Jahre in Straffachen ll/3 Millionen Deutsche verwickelt werdeu, V_> Million wegen Vergehen nnb Verbrechen verurteilt werden, wozu noch Hnnderttausenbe von Bestraften kommen, die wegen Uebertretung vom Gericht oder durch Polizeimaubat Strafe erlitten haben. Es wäre ein geradezu verschwindender Prozentsatz dieser Zahlen, ioeun eine so niedrige Straf grenze bei der JubiläumS- anmeftie eingehalten werden würde. Die Amnestie, die wörtlich ein Vergessen sund Verzeihen begangener Verbrechen bedeutet, ist nichts anderes als eine Form der Begnadigung, indem sie U.ttersuchungen niederschlägt, bereits verhängte Strafen erläßt oder beendigt und bic Folgen der ^erstandenen tilgt. Tie Amnestie unterscheidet sich von der gewöhnlichen Begnadigung nur dadurch, daß sie ein Akt der Politik ish daß sie einen mehr oder weniger allgemeinen Charakter trägt und daß sie die verwiritcn Strafen allen von ihr ergriffenen Personen ohne Rücksicht darauf erläßt, oh sie der Begnadignugsinstanz bekannt sind oder nick)t. Der Träger des ^Begnadmungsrecht ist in allen Fällen (auch in dem der Antrags- nno Privatklageverbrechen) der Staat intb zwar bäld das Deutsche Reich, das durch den Kaiser, bald die Hentschen Einzelstaaten, die durch ihre Landesherrn dezw. die Senate von Hamburg, Lübeck und Bremeu das Beguadigungsrecht ausüben. Wilhelm II. als Deutschem Kaiser steht das Begnadigungsrecht, nicht aber etwa die Niederschlaguug> allerdings nur in einem gesetzlich eng' begrenzten Umfange zu, nämlich nach der Strafprozeß- ockduung (§ 484) in Sachen, in denen das Reichsgericht in erster nntt letzter Instanz erkannt hat. Dies wäre also nicht nur bei Hoch-- und Landesverrat gegen Kaiser und Reich sowie bei Spionage, sondern auch bei deu gemäß § 3 der Strafprozeßordnung mit diesen „zusammenhängeuben" Verbrechen, der Fall. Also- auch bei Versuch und Teilnahme, nicht aber dei Begünstigung und unterlassener Anzeige. Zweitens hat der Kaiser Beanadigangsrecht nach bcml Gesetz vom 7. April 1900 betreffend die Konsulargerichtsbartiit § 72 in 'Sachen in b-enen ber Konful oder das Äonsnlargerich't in erster Instanz erkartnt hat. Auch in Elsaß-Lothringeu lierrscht kaiserliches Begnadigungsrecht. Es kann seiner Ausübung nach dem Statthalter, aber auch — und dies dürfte etwas bedenklich erscheinen — an die Vorsteher verschiedener Verwallungszweigc auf landesrechttichem Wege übertragen werden. Endlich steht dem Kaiser ein Bc- gM-digungsrecht zu hinsichtlich der Strafurteile der Mariue- gerichte, sowie der von bht Reichs v>erwa Ihm gsbe hör den er- i Offen en Strafverfügungen. Ju allen üb eigen Fällen hat der Kaiser als solcher fein Begnadigungsrecht, sondern nur der Landes- tur und der spanischen Kvlvnie beiwohnten. Der König und der Präsident durchschritten alle Säle und wurden ehrfurchtsvoll begrüßt. Gegen 11 Uhr verließ der König das Elysee nnd begab sich von Kürassieren begleitet, ohne Zwischenfall nach "dem Ministerium des Aeuß-ern. Preffestimmen. Einzelne Blätter versuchen, den im Elyseepalast gewechselten Trinksprüchen eine tiefere Bedeutung beizumessen. Die „Petit R e p ub l i q u c" schreibt: „Tic äußere Lage hat gezeigt, aus welch mannigfaltigen Elementen das europäische Gleichgewicht beruht. Für die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens wäre cs nicht gleichgültig, Spanien in die Tripelcntentc cinlreten u sehen, und für Frankreich wäre es nützlich, an seiner Südwestgrcnze jede Sicherheit und Freiheit zu haben; das würde die Verteidigungskräfte Frankreichs beträchtlich vermehre n. Gewiß, cs kann nicht sofort von einem französisch-spanischen Bündnis die Rede sein, aber die Trinksprüche des Präsidenten Poincare und des Königs Alfons bilden die erfreuliche Ankündigung, daß sich ein Einvernehmen auf fester Grundlage vorbereitet." Der Madrider Berichterstatter des „M a t i n" meldet zu einer Mitteilung der „Correspondeneia de Espana", wonach zwischen Spanien und Frankreich Verhandlungen über ein militärisches Einvernehmen schweben, daß in der Tat seit Mei Fahren derartige Vorbesprechungen geführt Werdern In Madrid hofft man, daß Frankreich und Spanien zu einem ernsten Einvernehmen gelangen und daß diesem der Abschluß eines Handelsvertrages vorausgehen werde. Paris, 8. Mai. Der König von Spanien begab sich heute morgen mit dem Präsidenten Poincare nach Fontainebleau, wo eine Kavallerieübung stattfand. Der König folgte beritten, der Präsident und die Minister beobachteten von einem Erdhügel die Uebung. Der Präsident schenkte dem König das Pferd, auf dem er geritten hatte. Nach dem Schießen der Artillerie auf Polygon fand ein Frühstück im Schlosse statt. «Öeute abend gab der Minister des Acußern im Ministerium des Aeußern ein Diner von 156 Gedecken zu Ehren des Königs von Spanien. Präsident Poincare und seine Gemahlin, das Gefolge des Königs, alle Mitglieder des diplomatischen Korps, unter ihnen auch der deutsche Botschafter und Freifrau v. Schön, die Präsidenten des Senats und der .Kammer, der frühere Präsident der Republik Loubet sowie hohe Staatsbeamte nahmen an dem Tiner teil. Der neue amerikanische Zolllaris. Aus New Bork wird gemeldet: Das Unterhaus des Kongresses hat an der Tarifvorlage 2 7 Abänderungen vorgenommen. Das wichtigste für Deutschland ist, daß Indigo wieder zollfrei gemacht wurde, sowie daß der Wertzoll für Abziehbilder von 30 auf 20IProzent reduziert wurde. Roggen und Calcium-Karbid sowie Schuhmaschinen wurden auf die Freiliste gesetzt. Die Liste auf Konsum-Schokolade wurde aus 2 Cents pro Pfund plus 25 Prozent des Werres erhöht. Die gewirkten und gestrickten Untcrzcugc wurden aus 30 Prozent, Schirina, auf 35, einfache Linoleums auf 20, geschliffene Edelsteine auf 20 Prozent des Wortes erhöht. Die Einheitssätze für lmgemustcrtc Leinenwaren und Shirting beträgt 35 Prozent des Wertes. Mineralwasser wurde auf 10 Cents, Sacguard Baumwolle und Leinengewebc auf 30 Prozent des Wertes reduziert. Dir Ausführungsbestimmungen sind unverändert geblieben. Ihre Tragweite wird von den Importeuren jetzt in vollem Umfang erkannt und verursacht große Besorgnisse. Washington, 8. Mai. DaS Repräsentantenhaus hat das Tarifgcsen mit unwesentlichen Aenderungen mit 281 gegen 139 Stimmen angenommen. Die Botschafterkonferenz. London, 8. Mai. Die Botschafter sind heute nachmittag im Auswärtigen Amt zusammengetreten. Sie erörterten die Zukunft Skutaris und die Frage der staatlichen Gestaltung Mbaniens im allgemeinen. Die Botschaftervereinigung dauerte 2i/3 Stunden. Die nächste Vereinigung findet nicht Dor dem 20. Mai statt, außer, wenn die Lage, die sich sehr gebessert hat, weiter entwickeln sollte. Das Reutersche Bureau erfährt: Die Botschaftervereinigung traf keine Entscheidung von Wichtigkeit. Ein Vorschlag Oesterreich-Ungarns und Italiens betreffend Albanien war unterbreitet worden, aber es fand keine Besprechung statt. Man entschied sich dahin, ihn. den Regierungen aller Großmächte zu unterbreiten und diese zu unterrichten, daß die Botschafter einige Tage nicht zusammeniommen, damit die Regierungen den Vorschlag prüfen könnten. Die Einzelheiten der Räumung Skutaris wurden behandelt, aber die Frage über die Grenze Albaniens wurde nicht berührt. Einr Antwort der verbündeten Balkanstaaten wegen des Präliminarfriedens ist noch nicht einge- troffen. Wie verlautet, werden die kriegführenden Staaten eine Woche nach Beginn der Friedensverhandlungen mit der .A b r ü st u n g beginnen. „Jeune Ture" spricht sich, indem sie auf die Schwierigkeiten hinweist, die der Türkei aus den Hoheitsrechten über Kreta erwuchsen, gegen die türkische Souveränität über Albanien aus. Stiitari in brand gesetzt. London, 9. Mai. In Skutari ist ein gewaltiger Brand ausgebrochen. Das Feuer entstand heute mittag in denr großen Basar von Skutari, dem größten Gebäude der Stadt. Bei dem völligen Mangel an Lösch- und Hilfsmitteln in der Stadt ist eine Katastrophe unvermeidlich. Man wird wohl nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß die Montenegriner vor dem Verlassen der Stadt ihren Grimm über das ihnen verloren gegangene Skutari durch die Einäscherung Ausdruck geben wollen. Das internationale Besatzungskorps für Skutari wird 1000 Mann stark sein. England wird davon 300, Italien, Oesterreich-Ungarn imb Frankreich werden je 200, Deutschland wird 100 Mann stellen. Deutsches Reich. Der deutsch-hannoversche W a h t v e r e i n dcr Wablkreisc Göttingen -Münden beschloß int Einvernehmen mit Dem Landesdirektorimn dcr Partei, in diesem Jahre zum erstenmal sich an der Landtagswahl offiziell zu beteiligen und den Patteimitqliedcrn zu empfehlen, für die Kandidarcn der rechtsstehenden Parteien zu stimmen. Der sozial de mokrati sch e Reichstags- abgcordnctc Kaoen, langjähriger Vertreter des Wahlkreises Dresden-Neustadt, ist lebensgefährlich crtranU. Ausland. Der Heeresaus schütz der französischen Kammer nahin zwei Artikel des Gesetzentwurfes Rcinach—Montebello über die Urlaubscrtcilung an. Abgesehen von den Sonn- und den gesetzlichen Festtagen soll die Gesamtzahl der gleichzeitig beurlaubten Mannschaften in jedem Truppenteile ein Zehntel der gesetzlichen Effektivstärke nicht überschreiten. Aus Stafct unv Land. Gießen, 9. Mai 1913. • • In den Ruhestand versetzt wurde dcr Gc- fangenaufseher an der Zellenstrafanstalt Butzbach Friedr. Kraft auf sein Nachsnchem unter Anerkennung seiner treuen Dienste, bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. * * Versetzt w urbe der Finanzamtsgehilfe bei dem Finanzamt Friedberg Gg. Rausch in gleicher Diensteigenschaft an da§ Finanzamt Darmstadt I. * • Neuer Konsul. Der zum Brasilianischen Generalkonsul für das Deutsche Reich mit dem Amtssitz in Hamburg ernannte Joao Carlo da Fonseca Pereira Pinto, dem das RcichSexequatur erteilt wurde, ist zur Ausübung konsularischer Dienstvcrrichlungcn in Hessen zugelassen worden. "Erledigt ist die Stelle des Finanzamtsgehilfen beim Finanzamt Friedberg. * * Verstärkter B a h n v e r k e h r beim Prinz- Heinrich-Flug. Die Eisenbahn-Verwaltung hat wegen des Prinz-H-einrich-Fluges angeordnet, daß die sonst nur au Wochentagen fahrenden Arbeiterzüge ausnahm streife am Sonntag morgen gefahren werden. Es kommen die Strecken Don Mücke, Nidda, Friedberg, Marburg und Dillenburg in Betracht. Interessenten können bei den in Frage kommenden Dienststellen näheres erfahren. Auch die elektrische Straßenbahn hat für frühe Fahrtmöglichkeit gesorgt. Am ersten Pfingsttage wird anläßlich der Landung der Flieger des Prmz Heinrich-Fluges aus dem Trieb der Verkehr der Straßenbahn um 3’/2 U f) r morgens beginnen und zwar se,t mit dem ersten Wagen ab 31/2 Uhr morgens ab Marktplatz sofort dcr 7'/, Minulcnbctricb auf der roten Linie ein. Ta ein starker Andrang zn erivarten ii'l, werden auch die Hinteren Plattformen dcr Wagcn zum Ein- und Aussteigen geöffnet und mit einem Kontrollbcamtcn besetzt. Tas Piiblikurn ivird im eigenen Interesse und zur möglichst glatten "Abwicklung des Verkehrs gebeten, den 9ln» oebnungen der Beamten unbedingte Folge zu (einen und folgende Vorschriften zu beachten: Das Fahrgeld ist schon vor dem Emsteigen bereit zu halten und sofort beim Gin- steigen zu entrichten. Ferner ist es zu vermeiden, die Führer mit Wechseln größerer Geldstücke auszuhalten. Die Plattformen sind, bi? der Wagen vollstönbig besetzt ist, freizuhalten. "Verschleppung von Gepäckstücken. Bei dem jetzigen stärkeren Reiseverkehr werben vielfach Verschleppungen ber Gepäckstücke infolge vorhanbener alter Beklebzettel verursacht, wodurch für das reisende Publikum häufig recht iinangenehme Folgen cntslehen. Rach dem für den Gcpäckoerkehr maßgebenden Bestiininungen müssen ältere Bezeichnungen (Eifenbahnbeförberungszeichen, PoslbeförberungS- zeichen usw.), bie mit Eifenbahnbeförderungszeichen verwechselt werben können, von ben ®cpäcfftücfcn entfernt fein. Es liegt im Interesse bes reisenden Publikums, diese Bestiminungen gewissenhaft zu beachten. •• Die Bekämpfung der Tuberkulose bei ber Eisenbahnverwaltung. Die hessisch-preußischen Eisenbahnen haben ihre Fürsorge auch ans bie Bekäinpfung ber Tuberkulose erstreckt. Die Erkrankten werben in Heilstätten geschickt, ober es wirb in anderer Weise, durch Verbesserung der Wohnungsverhältnisse, durch Bereitstellung der erforderlichen Mittel zur Besserung der Ernährung usw. für die Kranken gesorgt. Die Kosten hierfür werben ganz ober zum Teil von ber Verivaltung getragen. 1912 sind dafür von bcn Reichscisenbahnen 24 000 Mark und von ber preußisch- hessischen Verwaltung 164 600 Mark cmfgewenbet worben, wovon 86 800 Mark auf Beamte unb 77 800 Mark auf Arbeiterfamilien entfielen. — Der Eifenbahntöchterhort unb die Eisenbahnvercine haben gleichfalls burch Unterstützung ber Kranken unb ihrer Familie zur Bekämpfung der Tuberkulose beigetragen. Kreis Alsfeld. n. Mücke, 8. Mai. Der Lcrndwirtschaftskammer-Aus- schuß für Oberhessen veranstaltete heute hier eine Ords- ziegenschau. Die Beschickung hätte besser sein dürfen; es waren 2 ältere Böcke, 20 Ziegen und 12 Lämmer aufgetrieben. Mit einigen Ausnahmen war sehr gutes Material vertreten. Dos Prämiierungsergebnis ist: Klasse 1, Ael - tere Böcke: Gemeinde Nieder-Obmen ein 2. Preis, .Klasse 2, Aeltere Ziegen: .Karl Mohr II., Nieder- Ohmen ein 1. Preis; Otto Philippi, Ober-Ohmen, Heinr. Bräuning III., Flensungen und Heinrich Bräuning I., Flensungen je ein 2. Preis; Heinr. OKün II., Flensungen, Adam Böck, Nieder-Ohmen, Wilhelm Weifenbach, Mücke, Friedr. Tröller, Merlau, Otto Kreider, Ober-Ohmen, Heinr. Seim II., Flensungen imd Friede. Tröller, Merlau je ein 2. Preis; Mara. Graulich, Flensungen, Will). Kochendörfer, Merlau, Gg. Bott, Flensungen und Karl Schellhaas, Ober- Ohmen je eine Anerkennung. Klosse 3, Jüngere Ziegen: Fr. Laub, Nieder-Ohmen und Friede. Tröller, Merlau je eine Anerkennung. Klasse 4, Ziegenlämmer: Heinr. Seim II., Flensungen ein 1. Preis; Gg. Bott, Flensungen ein 2. Preis; Kurl Schellhaas, Wettsaasen und Will). Weifenbach, Mücke je ein 3. Preis: Iohs. Deuckert VI., Flensungen zwei 3. Preise; Ad. Weitzel, Merlau eine Anerkennung. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 8. Mai. In der heute abgehaltenen Sitzung der Stadtverwaltung, bei der der Bürgermeister, die Beigeordneten und sämtliche Stadtverordnete anwesend waren, wurde die Anlage des Platzes vor dem Einpfangs- gebäude des neuen Bahnhofs und) den Plänen des Stadtbaurats Kölle in Frankfurt vesd)lossen. Dcr Plan sieht die Wilhelnrstraße mit 23 Meter Breite vor, die verlängerte .Hanauer Straße bleibt in! ihrer seitherigen Breite. Der Platz vor dein Empfangsgebäude wird an der südlichen <2eite 471/» Meter, an der nördlichen 50 Meter breit. Es ist Raum vorgesehen, um durch die Wilhelmstraßc eine elektrische Bahnlinie zu führen und vor dem Empfangsgebäude Raum für Ein- und Ausfuhrgeteise zu legen Der Platz wird gärtnerischen Schmuck erhalten. Mit der Bahn- Verwaltung soll verhandelt werden, ob der Personendurchgang und) Den Geleisen am alten Bahnhof nicht als Durch gang nach dem Barvaravicrtel bestehen bleiben und aus gebaut werden kann. r. Bad-Nauheim, 8. Mai. Im hentia/n zweiten Sinfoniekonzcrt der Kurkapelle kam als Neuheit das große Violinkonzert mit Orchester von Hofkapellmeister Map ü. Schillings zur Aufführung. Das Werk ist technisch eincs der schivierigsten, was die Musiklitcratur kennt, unb bietet dem großen Pnblikuni nur wenig Genuß. Dem ausübenben Künstler. Konzettmeister Wilhelm i, sowie bem Orchester unter Prof. Winberstein würbe reicher Beifall für bie Wicbergabe des iuilfangreichen — 45 Minuten Spielzeit erforbcrnbcn — Werkes gespendet. Brückners Sinfonie "Ar. 4 erzielte einen tiefgehenden unbestrittenen Erfolg. — Finanzminister Braun stattete heute niittng unserem Badeort einen längeren Besuch ab unb »nachte in Begleitung bcS Babc- birektors ©ehciuuat Dr. Eser,und bes KurbircktorS Oberst d. Frankenberq einen ausgcbehnten Runbgang burch nufer Bab. — Das gestern im Kurtheater zur 9(uffü()rung gebrachte neue Lustspiel von Bahr „Das Prinzips errang einen rein äußerlichen Heiterkeitserfolg. Der unbefriebigenbe Schluß beS Stückes mißfiel gänzlich. 8 Bad-Nauheim, 8. Mai. Zur Vertreter- und Hauptversammlung des Hessischen Landeslehrervereins am 13. und 14. Mai sind die Vorbereitungen nun beendet. Durch das Entgegenkommen der Kurdirektion, der Badeverwaltung und der Stadt ist es ermöglicht worden, den 800 hessischen Lehrern neben den beruflichen Versammlungen soviel an Unterhaltung und Abwechslung zu bieten, daß jedem Teilnehmer der Ausenthakt hier eine angenehme Erinnerung bleiben wird. Die Vertreterversammlung findet am 13. Mai im Sprudel-Hotel, die Hauptversammlung am 14. Mai im neuen Konzertsaal des Kurhauses statt. Gleichzeitig tagen hier der Lehrerverein für Naturkunde, ber Unterstützungsverein provisorisch angestellter Lehrer und ber Feuerversicherungsverband. Auch wird eine Lehrmittel- Ausstellung veranstaltet. Starkenburg und Rheinhessen. rm. D ar in st a dt, 8. Mai. Eine gefährliche Diebin scheint die gestern hier fcstgenoniinene kaum 19 Jahre alte Italienerin Santellani zu sein, die ein ganze? Warenlager durch Mansarden diebstählc erbeutet hat. Bis jetzt hat sie fünf Diebstähle zugegeben, doch sind damit die Eigentümer dec gestohlenen Gegenstände, die man in der Wohnung auffanb, noch lange nicht feslgestellt. Heute wurde ermittelt, daß sie auch in Ebcrstadt und GrieShciin uer- schicbcne Diebstähle ausgefühlt hat. Hier lagern noch 5 Kostüme, Blusen, Tamenmäntcl, 10 Untcrrörfe, 15 Schürzen, 7 Hemden, zahlreiche Strümpfe, 18 Taschentücher, 4 Damenuhren, 7 MebaillonS, 6 Ringe, 7 Portcmonnais usw., für bie sich noch keine Besitzer gemelbet haben. m. Offenbach 8. Mai. Die gegen bie städtischen Vaupolizeitechuiler Sch u ch und W c st phah l angestrengte Disziplinär klage beschäftigte gestern den Krcisaus- schuß. Die Voraesd/ichte hängt mit den Differenzen des Beigeordneten Walter zusammen. Wcstphahl und Sd)uck hatten in Anzeigen an die Bürgermeisterei, das Kreisamt unb die Staatsanwaltschaft die gleichen Bez-id)tungen gegen Walter erhoben. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft hatte darauf der Berwaltungsgerichtshof in einer Vor- ent|'d)eibang gegen Walter am 8. Juli 1911 erkannt, daß er der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen nicht sd)uldig ist; die Staatsauwaltsdwft hatte 'daraufhin die Untersuchung gegen Walter wegen Amtsvergehen eingestellt Diese Vorgänge veranlaßten die Bürgermeisterei, nunmehr gegen die Heiden Baupolizeitcchnitcr im Disziplinarversahren .sttage«, auf Entlassung aus dem Dienst ohne Ruhegehalt bemz Kreisausschuß anzustreu gen. Begründet wurde diese Klage damit, daß beide ihre imd) der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs ungerechtfertigten Anzeigen gegen WMcr aus Rache gegen ihren Vorgesetzten eiugercicht haben und nod) dazu zu einer Zeit, wo dessen Stellung schon erschüttert war. Die Angeklagten wollen in gutem Glauben gehandelt haben und berufen sich auf das Zeugnis der Bauunternehmer G. Lang, Beck und I. Keifer, ferner des Architekt^) Fritz Bossert und des Baupoli.zeiamtsvorstehers Haubold, außerdem auf die Baupolizeiakten der Portlandzementfabrik. Der Vertreter der Stadt, Oberbürgermeister Dr. Dullo, forderte als Gegenbeweis die Zeugenvernehmung des früheren Beigeordneten Walter, außerdem forderten beide Parteien die sämtlichen Disziplinarakteu gegen Walter und die bürgermeisterlichen Disziplinarakteu gegen Schud) und Westphahl. Der Beweisbeschluß soll am 21. Mai verkündet werden. — Verschwunden ist der <>3jährige, frühere städttsche Arbeiter August Bode, der seit längerer Zeit leidend ist. Man nimmt an, daß er sich ein Leid angetan hat. — Der 16jährigc Bäckerlehrling Kart Aid)ert aus dcr Frankfurter Straße 68, der wegen seines schlechten Lebenswandels von seiner Mutter Vorhalt gemacht bekam, tötete s ich durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Kreis Wetzlar. — Dutenhofen, 7. Mai. Dutenhofen baut eine Turnhalle für Schüler und Turnverein. Gleich bem Schulgrunbstück wirb bei ber Zusammenlegung ber Ländereien auch ber Turnplatz unentgeltlich abgetreten. Auch bie Kleinkinderschule dürfte in dem neuen Heim ein Unterkommen finden. — Am 20. unb 21. Juli feiert der Turnverein fein Fahnenweihfest. . X Salzböden, 7. Mai. Unsere Schule, zurzeit 101 Kinder, ist die stärkste einklassige Volksschule bc5 Schulaufsichtsbezirks Wetzlar. Die Anstellung eines 2. Lehrers wirb auch hier nicht auSbleiben. Hessen-Nassau. [] Marburg, 8. Mai. Für bie hier neu zu gründende Maschinengewehr-Abteilung beS hiesigen Jägerbataillons soll in unmittelbarer Nähe der jetzigen Kaserne zwischen dem Offizierskasino und ber großen Exerzierhalle am Kämpfrasen eine neue Kaserne gebaut werben. BiS diese fertig ist (man rechnet damit, baß sie im Herbst bezogen werden kann), müssen rund 180 Soldaten in Bürgerquattiercn untcrgebracht werben. — Das neu errichtete stäbtische Gaswerk wirb am Samstag in Betrieb genommen. Hessen-Nassau. W. Frankfurts 8. Mai. Gestern abend tagte, wie jährlich, im Hotel „Englischer Hof" die Zusammenkunft der deutschen Standesherren unter dem Vorsitz des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode. Nach der Versammlung fand sicmeinsamcs Fcstdincr mit darauffolgendem Ball in den Fest- raumen des „Englischen Hofes" statt. Unter den Herrschaften betäuben sich GrotzHerzog und Großherzogin, Fürst und Fürstin zu Solms-Hohensolms-Lich, Fürst zu Salm-Salm,, Fürst Castell- Castell, Fürst zu Wied, Fürst zu Dscnburg-Birstein, Fürst zu Hohenlohe Bartenstcin, Fürst von der Leyen, Prinz Viktor zu Erback-Schönberg, Fürst und Fürstin zu Stolberg-Wernigerode, i-Kas zu Solms-Wildenfels, Graf von Neipperg, Graf Kuno von Stolberg Roßla, Graf von Rechberg, Graf Albrecht zu Swlberg- tieuti, ntH htit nc 9tnWW )ci wE dvese N i. des LM°! ru-eVam gegen W cinaereidit hüben B ttUuneld>m«iÄ ienl Alluiben gehnnM >ü,^ der 8auunl» M-°,chkd--s $*»* der Portlandzement' -h,' rjrgennei'te1 i>r dtt jeugcnverne^ flur»rbrm forderten Uralten gegen WM .nraficn gegen ist de. Äih-iA hc bcrieit langem 'l)bC, Dn I gg, tmS ° na iiu? 6t* L uhelixj s° wurde tei*. mbillt - 46 * c-ermöglicht worden' ti?en ?£*ng zu bieten, hier ane angenehme y^rfammlimg findet , “* Kurhauses statt -rein für Nilurkunde -nMlter Lehrermd i wird eine Lehrmittel- 'inhksscn. ONahrliche Diebin e hum 19 Zahre alte '« em ganze? Waren- le erbeutet hat. Bis i. doch sind damit die ibf, die man in der 'flgflteßt Heute wurde unb Griesheim uer» • Hier lagern noch iLilctrötfc, 15 Schürzen, o'chentücher, 4 Damen- irtcmonnaiB ufw., fül »oben. gegen die städtischer irphahl angestrengte gestern den MisM» ; den Differenzen de- Kestphchl und 3d)inh nefflerei, das KreisMl den Dichtungen gegen bei ÄoatsanwaltM chishvf in einer $dp lull 1911 erkannt, daß higungen nicht schuldig nirtin bie Untersuchung uwfttllt. Aye Lm- •i, nunmefc gegen dir lincrrverfahren MS W? i». 5 ,ii jL, W' «d- -u S*SS i °b-"L ** 2' *1 ■ SiS ü* edont bezog- B ’1C -5rqeri^" z, ^„wnw^ SBcmitrerobc, Graf Pückler-Limpiirg, Graf von Rechten! unb Graf von Schasberg. — Heute mittag folgten die Standesherreu eiltet Einladung des Grvßhcrzv gspaares zum Frühstück im Jagdschloß K ranichftein. nahmen etwa 50 Personen an der Tafel teil. Nach dem Frühstück machten die frerr- schaften eine Automobilfahrt in die Bergstraße mit dem Endziel Secheim. In zwölf Automobilen trafen die Gäste des Groß- Herzogs gegen 5 Uhr in See heim ein und begaben sich zum Schloß, woselbst der Tee eingenommen wurde. Gegen abend erfolgte die Rückfahrt nach Darmstadt und Frankfurt. w Hö cl) st, 8. Mai. Die Stadtverordneten bewilligten beute 2 0 000 Mark zur Errichtung einer Kaiser-Wil- belni-II.-Stift an g. Die Zinsen werden für erwachsene arme Lungenkranke verwandt. Der Usedomer Bürgermeister Troemel m der Fremdenlegion. Wie wir bereits berichteten, Yak der seit dem 28. März spurlos verschwundene Usedomer Bürgermeister Trvemel fetzt einen Brief ans Saida in Algier geschrieben, worin er mit teilt, daß er sich auf fünf Jahre in der französischen Fremdenlegion an werb en lieft. Von seinen Verwandten sind bereits Schritte eingeleitet worden, um den Unglück - lichen Mann, der im Dämmerzustände gehandelt hat, frei zubekommen. Diese Schritte dürften durch das Auswärtige Amt unterstützt werden. Ter „Tag" erführt zu der seltsamen Angelegenheit folgende Einzelheiten: Ter jetzt 32 Iabre alte Bürgermeister Troemel von Usedom nahm am Freitag, dem 28. März, an einer Kreistagssitzung teil, die unter dem Vorsitz des Laudrats in Swinemünde statt fand. Nach Beendigung der Sitzung begab er sich mit mehreren anderen Teilnehmern nach dem Bahnhof, um sofort nach Usedom zurückzufahren, wo ihn, wie er sagte, dringende Geschäft? er warteten. Wie man später fcststellte, löste er onf dem Bahnbof eine Karte nach Berlin. Am Samstag schrieb er aus Berlin nach Usedom, daß -er dort durch den Beigeordneten vertreten^ sein möchte. Tas war das letzte Lebenszeichen von Troemel. Seine Fran fuhr sofort nach Berlin, wo sie ihn vergebens suchte. Sie mußte nach einigen Tagen unverrichteter Tinge zuruckkehren. Auch die von den Behörden eingeleiteten Ermittelungen blieben erfolglos. Troemel war und blieb unauffindbar. Bereits ein mal, und zwar 1911, war der Usedomer Bürgermeister auf dieselbe Weise verschwunden. Er tauchte damals erst nach wenigen Monaten in Paris auf, von wo ihn seine Verwandten zurück- holten. Man stellte damals fest, daß Troemel im Dämmerzustände gehandelt hatte. Damals wie anch jetzt wurde seine Amts- und Kassenführung in bester Ordnung befunden Tie Familie des Vermißten gab sich anch diesmal der .Hoffnung hin, daß Troemel, wie bereits zwei Jahre früher, aus seinem Dämmerzustände erwacht, der Familie^ ein Lebenszeichen geben würde, so daß man ihn bann ohne Schwierig leiten znrüctholen konnte. Diese Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt. Wohl bat der Unglückliche das ersehnte Lebenszeichen gegeben, ob es aber gelingen wird, ihn bald wieder der Heimat znzuführen, ist noch sehr zweifelhaft. Eine Schwester Troemels ist an den Regierungs- assessor Bernvointer in Lunds Hut in Bauern verheiratet. Diese Schwester erhielt am Morgen des 2. Mai einen aus Saida (Algier) abgestemVeiten Brief, dessen Aufschrift sie sofort als von ihres vermißten Bruders Hand hernihrend erkannte. Die Mitteilungen, die ihr Bruder an sie gelangen ließ, waren so niederschmetternder Art, daß sie heftig erkrankte. Troemel schrieb in dem Briefe, daß er sich in Saida befinde, wo er dem 2. Regiment der Fremdenlegion eingereiht sei. Er habe auf fünf Jahre Dienste bet der Fremdenlegion genommen. Weiter sagt er in dem Briese, daß er in einem Zustande von Geistesablvesenheit gehandelt habe, aus dem er erst jetzt erwacht sei. Er fleht seine Schwester an, alles aufzubieten, um ihn aus der entsetzlichen Lage 51t befreien. Sie möge auch seiner Fran schonend die Sachlage mitteilen. Bernpointer richtete sofort ein ausführliches Schreiben an den Usedomer Magistrat, in dem er diesen von dem Briefe in Kenntnis setzte, dann mußte er auf Anraten seines Arztes Urlaub nehmen, um seine vor Schrecken schwer erkrankte Frau nach dem Allgäu zu bringen, wo er Genesung für sie erhofft. Der Usedomer Magistrat setzte Frau Troemel schonend in Kenntnis von dem Schreiben ihres Gatten. Die unglückliche Frau brach fassungslos zusammen, als sie die ganze Sckhvere des Inhalts ermessen konnte. Inan Troemel ist derart zusammengebrochen, daß sie sich in ärztlicher Behandlung befindet und sorgsam über wacht wird. Der Magistrat verständigte den Vorgesetzten des Verschwundenen, den Landrat in Swinemünde, von dem Vorfall und dieser wiederum den Regierungspräsidenten. Die Familie will jetzt Schritte unternehmen, um Troemel, der unter dem Namen Tunzel in die Dienste der Fremdenlegion getreten ist, wieder zu befreien. Man glaubt bestimmt, daß das Auswärtige Amt diese Schritte unterstützen wird. Allerdings wird es nicht leicht sein, Troemel, der allem Anschein nach sich freiwillig gestellt hat, wieder sreizubekommen. Die einzige Hoffnung besteht darin, daß die französische Regierung, wenn sie davon in Kenntnis gesetzt wird, daß Troemel int Dämmerzustände gehandelt bat, ihn als geisteskrank entläßt. Der Nachweis ist um so leichter zu führen, als Troemel ja bereits einmal, im Jahre 1911, in demselben Zustande nach Paris reifte und dort schließlich in einem Sanatorium anfgesunben wurde. Vermischtes. * . De r A r nftädte r Verband m athematiscker u n b natur w i s s e n s ch af t l i ch e r Vereine an Deutschen Hochschulen wird in der Pfingftwock? in Arnstadt in Thüringen seinen 11. Verbanbstag ab halten. Der Verband, deut an der Universität Gieß e n der Mathematisch Nalurwissensch-aft liebe Verein angehört, ist der größte wissenschaftliche Verband Deutschlands und bat sich- mit den hauptsächlichsten anderen wissen- sclxiftlichen Verbänden, die an Deutschen Universitäten und Tech-- nischen Hochschulen bestehen, zum Deutschen Wissenschafter-Ver band vereinigt, der mit 82 Korporationen, 2500 Aktiven und 14 000 Alten Herren der zweitgrößte studentische Verband ist. — E i n Dokument u n f e r e r 3 e i I ist der Aufruf, den die Universität Breslau in Erinnerung an 1813 soeben an die akademische Jugend erlassen bat und der in die Worte ausklingt: „Akademiker von 1913, ged em et eurer sozialen Pflichten." Es ist das erste Mal in Deutschland, daß eine amtliche Instanz sich entschließt, die Förderung sozialer Studentenarbeit öffentlich zu empfehlen und es ist nunmehr zu hoffen, baß e.ö gelingt, den Bann zu brechen, der die Entwicklung der feit Jahren in Deutschland ins Leben gerufenen studentischen Arbeiter-Bildungskurse bisher gehemmt bat. Mit diesem Ergebnis würden zugleich die Bemühungen der Eomenius-Gesellschaft mit Erfolg gekrönt werden, die seit dem Jahre 1898, wo ihr erster gleichartiger Ausruf an die akademische Jugend erschien, im Sinne der Breslauer Kundgebung gearbeitet hat und deren Anregung die Einrichtung der Arbeircrkurse in erster Linie zu danken ist. Noch in jüngster Zeit veröffentlichte die Gesellschaft einen Mahnruf an die akademische Jugend zur Schaffung von Siedelungen nnd Siedclnugs- heimen «Settlements, innerhalb der Arbeiterviertel der Groß ftäbte als Weg zu fozialer Berstänbigüng und fruchtbarster Gelegenheit, durch nachbarschaftliches Wohnen die Lage des haub- arbeitenden Volkes kennen zu lernen, freundschaftlichen Verkehr anzuknüpfen und soziale Arbeit zu leisten. Alle, die bei der Schaffung solcher Siedelungen helfen wollen, können bei der Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin Eharlottenburg, Berliner- Straße 22, nähere Aufklärungen erhalten. * Bürgermei sterwastl in Freiburg. Aus Freiburg, .8 Mai, wirb gemeldet: Die Kommission zur Beratung der Oberbürgermeisterwahl am 24. Mai schlägt als Nachfolger von Dr. Wiuterer, der bekanntlich am 1. Juli in den Rn bestand tritt, den seitherigen ersten Bürgermeister Dr. Thoma vor, der bereits seit 25 Jahren im Dienste der Stadt steht. Die Wahl Thomas zum Oberbürgermeister steht außer Frage. * Bluttat. Aus Radolfszell, 8. Mai, wird gemeldet: Heute früh ereignete sich hier eine furchtbare Bluttat. Gegen 4 Uhr morgens schlich sich bet von seiner Ehefrau getrennt lebenbe 53 Jahre alte Schreiner Georg Graf bnrch bas Küchenfenster in bie Wohnung einer Fran Werner, mit ber er früher ein Verhältnis unterhalten hatte, unb überfiel bie mit ihren Kindem in demselben Zimmer schlafende Frau, der er mehrere Stiche in Brust und Hüfte versetzte. Die Stiche waren so schwer, daß bie Frau heute früh gegen 6 Uhr verschieb. Der Mörbcr ist flüchtig. Erhalte bie Fran schon mehrere Male bedroht. Die Tochter ber Frau Werner, bie der Mutter zur Hilfe geeilt war, würbe eben falls schwer verletzt. * Tödlicher Zweikampf. Aus W ton, 8. Ma i, iptrb gemeldet: Heute vormittag fand ein Pistollenduetl zwischen dem der Luftschifserabteilung zugeteilten Oberleutnant Weift nnd bem1 Jnfanteriehauptmann Zbvrawski statt. Weift erhielt einen Schuß in den Hals und starb nachmittags. * An der Westküste Englands herrschen heftige Stürme. Bei Mersen wurden mehrere verankerte Sck)iffe losgerissen. Die Passagierschiffe konnten ihren Anlegeplatz nicht verlassen. — ^lu der Elydemündung ist ein kleine r Dampfer gc ft rau bet. Passagiere und Mannschüft konnten gerettet werden. * Die Erd st ü r z e am Punamakanal wieder- holet: sich neuerdings in beunruhigender Weise. Bei Eulebra sind über 2 Millionen Mbikineter Gestein in den Kanal gestürzt. Amtlicher Wetterbericht. O ef fentl i che r Metterdi enst, Gießen. Wetterausuchtcn in Hessen für Samstag, den 10. Mai 1913: Meist heiter, trocken, marin, schwache Winde aus südöstlicher Richtung. Letzte rinctzrichten. Hofschauspieler Wagner f. bS. Darmstadt, 9. Mni. Der Hofschauspieler Ludwig W agner ist gestern in seiner .Wohnung gestorben. Wagner, ber seit 1879, vom Beginn feiner. Küustlerlaufbahn an, bem Hof- theater angehärte, war beim hiesigen Pichlikum sehr beliebt. Vorlagen an bcn neuen preußischen Landtag. Berlin, 9. Mai. Wie die „Tägliche Rundschau" hört, soll eine Novell c z u m K o m m u n a l a b g a b e u g c s c tz eine der ersten Vorlagen der Staatsregierung sein, mit denen sich der neue Landtag beschäftigen wird. Es kommt hauptsächlich eine A e n de rung der G r u n d w e r t st e u c r in Frage: ferner wird eine Entlastung der mittleren und kleinen Gemeinden von den Schullasten Gegenstand einer gesetzlichen Neuregelung fein. Friede im Baugewerbe. Berlin, 9. Mai. Nachdem am Dienstag der Friede im Baugewerbe Groß-Berlins zustande gekommen ist, wurde heute auch für das übrige deutsche Baugewerbe in den grundlegenden Best immun gen eine Einigung erzielt. Die Arbciterdelegiertcn aus ganz Deutschland, die hier tagten, nahmen die Vermittclungs- vorfchläge der Unparteiischen mit einer geringen Abänderung an. Die Vertreter des Deutschen Arbeitgeberverbandes, die gestern in Leipzig versammelt waren, haben den Vermittlungsvorschlägen ihre Zustimmung gegeben, wollen die erhöhten Löhne aber erst nach der Unterzeichnung des neuen Tarifes zahlen. D i e neue albanisch griechische Grenze. R o nt, 9. Mai. Italien und Oesterreich-Ungarn verlangen, daß der w e stl i ch e Grenzpunkt zwischen Al - b a ii i c u unb Griechenland kurz unterhalb des Kaps Stylos gegenüber Korfu festgesetzt werbe. Griechenland hingegen wünscht, um den ganzen strategisch wichtigen Korfuicmal in den Besitz zu bekommen, den Grenz punkt 50 K ilometer nördlich von Stylos und wird hierin namentlich von Frankreich unterstützt. Frankreich unb Spanien. Paris, 9. Mai Der „Excel sior" erörtert bie Frage, ob. Spanien für Frankreich eine wesentlich: militärische Hilft be beute. Das Blatt kommt zu dem Schluß, baß Spanien 150 000 bis 200 000 Manu stellen könne. Sie könnten aber erst so spät eintreffen, daß die Hilft sehr von ihrer Bedeutung einbüße. Serbische Beschimpfungen der Politik Rußlands. Belgrad, 9. Mai. Die Belgrader Presse ergeht sich in heftigen Ausfällen gegen Rußland und schreibt, es sei heute nach ber kampflosen Uebergabe Skutaris klar, daß sich Serbien uitb Montenegro nicht mehr auf die russische Hilfe verlassen könnten. Skutari werbe Europa nur für kurze Zeit g e- hören, unb bald w erbe bie Krise wieber aus- brechen. Rußland habe Montenegro unb Serbien erst zum Widerstanbe gegen Europa angestachelt unb s i e nun sitzen lassen. Die russischen Staatsmänner hätten immer nur ihre bulgarischen Lieblinge im Auge, von benen sie auf bas frccheste angelogen tvürbnt. 4 Näh, im Russischen Hof. Mietgesuche Ein Herr sucht einfach möbliert. Zimmer. Schristl. Angebole m. Preis unt. 038118 an oen Gießener Anzeig, erb. Groß. Laöeil-Lollil mit 2 großen Schaufenstern am Seltersweg von großer solventer Firma v. 15. August ob. 1. 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