Schmidt 4441 ‘etlicher Teil- nnigstgeliebten ^h^ach ’rp“etbea«». Postschaffuer. Juli 1913. «Ssr» vack che-Fabrik erreranm eine M atigeiegt »’/, äsche .ehrankfertigbei^rnd rindblenieBdwtiflMerttie Edelweiss Fernsprecher 487 tions- gearbeitete Auflage , Vetiur und wiro^ ?5 40 • o io IL BI’>Ä -znr" ' icrunnv Etz Z?^?5ZL S§5|8 Kt< 156 165. Zahrgang Dritter Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. T r i n k e r s ü r s o r g e st o l l e für Zum Besuch des Königs von Italien. Berlin, 6. Juli. Die „Norbb. Allg. Ztg." schreibt: Der Besuch des italienischen Königspaares in . .^et ist unter den besten Eindrücken verlaufen. Ter p o l i tische G e d a n i en a u s t a u s ch zwischen den Monarchen imb ihren Staatsmännern trug das herzliche, vertrauensvolle Gepräge, das den Beziehungen Deutschlands und Italiens untereinander wie zu dem österreichisch-ungarischen Bundesgenossen aufgcdrückt ist. Der Inhalt der Erörterungen galt vor allem der Lage aus dem Balkan. Leider ist dort eine höchst unbefriedigende Wendung eingetreten. Zwischen den bisherigen Verbündeten sind erbitterte, für beide Teile verlustreiche Zusammenstöße erfolgt. Die Schuld an den hartnäckigen, anscheinend noch unentschiedenen Kämpfen und die Verantwortung für deren Folgen wird beiderseits dem Gegner zu geschoben. Eine Besonderheir im übrigen ist, bei der als l'riegsmäß,ig zu bezeichnenden Lage, bisher die Vermeidung des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen, da die Gesandteli der kämpfenden Staaten noch auf ihren Posten sind. Es steht dahin, ob dies den Wunsch der Balkanregiening bedeutet, das Aeusterste zu verhüten und den letzten Faden zur Wiederaufnahme der Verhandlungen nicht abreißen zu lassen. Sämtliche Großmächte bekennen sich zuni Grundsatz der Nicht ei n m i s ch u n g in die militärischen Vorgänge zwischen den früheren Verbündeten. Tie Aufgabe Europas kann vorläufig mir darin bestehen, die Feindseligkeiten örtlich und zeitlich einzuschränten. Meine Ueberraschung, aber eine beachtenswerte neue Tatsache für die Entwicklung auf dem Balkan bedeutet die M o b i l m a ch u n g R u m an i e n s. Tas damit verbundene politische Programm dürfte bis auf weiteres in dem Wunsche umschrieben sein, der Silistria- frage cige für Rumänien befriedigendere Lösung zu geben, als sie'bisher'durch £>ic Beratungen der Botschafter in "Petersburg geftmdcn hat. Die „Gießener Zannlienblätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchcnllich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Heer und Flotte. — Tas Militärwochenblalt meldet: Freiherr v. d. Golt;, Generalfeldniarichall und Generalinspektenr der zweiten 'JIrmce* Inspektion, wnrde nuf sein Gesuch von dieser Stellung enthoben und ift ui das Verhältnis der Offiziere zur Tisvosilion übergctretc . Er verbleibt im Verhältnis als Chef des Infanteric-Negnnentes v. Bogen (5. CüvreiiB.) 91r.41 und wird auch ferner in der Dienst- nltcrliflc der Generale geführt, v. Sachs, Generalmajor und Infvekteur der ersten Pionierinspektion, wurde zum Jnsvekteur der Feldtclegraphie, Adams, Cberft nut dem Range eines Brigade- kommaiideurs und SlbteilungScheis tm Kriegsministerium, wurde zum Inspekteur der ersten Pwnierinspektion ernannt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Vertag: 51. Redaktion: e=$a> 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGieven, Deutsche Kolonien. Berlin, 5. Juli. Im Neichstölvnialamt fand unter beni Vorsitz des Ministerialdireltvrs Dr. Gleim eine Beratung über die Förderung der Fischerei in den d e u t s ch e n K v l v n i e n Afrikas statt. An der Sitzung nahmen Sachverständige, Vertreter verschiedener Behörden und der deutschen Fischereivereiirc teil. Man kam dahin überein, daß eine systematische Erkundung der Küslcngemässer, Krccks und Flußunterläufe Ostasrikas und Kameruns ein zeitliches und örtlick)es Vorhandensein von Fischen und andern nutzbaren Wassertieren erforderlich ist und baldigst in Angriff zu nehmen sei. Für Süd-West-Afrika, wo derartige Vorarbeiten bereits früher ausgesührl worden sind, ist nach übereinstimmender Ansicht der Sachverstänoigen nunmehr die Aussendung einer größeren Expedition geboten, um Grundlagen zu ocr regelrechten Ausbeutung der dortigen Seefischbestände zu gewinnen. Hierzu wäre ein geeignet gebautes, mit allen, technischen Hilfsmitteln ausgerüstetes Schiff zu entsenden. Diese Expedition hätte auch die Aufgabe, die Ergebnisse der Vorerkundung Kameruns zu ergänzen. Tie Versammlung war darüber einig, daß unter möglichster Beschleunigung alles getan werden müsse, um die großen fremdländischen Einfuhren von Fischen in unsere afrikanischen Kolonien allmählich durch eigene Produktion abzulösen. '-Lic jährliche. Einfuhr nach Kamerun, die mit dem weiteren Ausbau des Babnnctzes noch erheblich gesteigert werden wird, beziffert sich allein auf nahezu 2 Millionen Mark. ** Besserung a ni Hypot h e kc n m arkt. Wie man erfährt, sind Anzeichen vorhanden, daß eine Besserung auf dem Hypothesenmarkt eintritt. In den Großstädten sollen durch Hypothekenbanken und Versicherungsgesellschaften Darlehen auf Grundstücke wieder zu haben sein. Es wird damit gerecht,et, daß durch den in der Industrie erfolgten Rückgang der Konjunktur und der hiermit verbundenen unsicheren Geld- anlage und deren zweifelhafte Verzinsung dem Pfandbriefmarkt neue Liebhaber zugeführt lucrbcn, die mit einer sicheren Verzinsung ihrer Anlagewertc rechnen. ** 3um Gedenktage der Gefechte Lausach- Frohnhofen läßt Vas Präsidium der „Hassia" die Gräber der Gefallenen wie alljährlich am 13. Ittli schmücken. Die Feier beginnt 91/2 Uhr am Denkmal in Frohnhofe n. Die Abfahrt vom Hauptbahnhof in Darmstadt erfolgt 6 Uhr 38 Minuten. •* Die Absetzung des Gerhart Hauptmann- scheu Festspiels für 1813 vom Breslauer Spielplan hat viel Staub aufgewirbelt. Parteipolitische Beweggründe ivurdcn untergeschoben mit) parteipolitische Beweggründe sprachen bei den Protestversammlungen mit. Da in Wirklichkeit eine nationalpolitischc Frage vorliegt, hat sich die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes entschlossen, das Stück hier einmal von einem Schauspieler vorlesen zu lassen, um jedem die Bildung eines eigenen sachlichen Urteils zu ermöglichen. Ter Vortrag findet nächsten Freitag, 11.-Juli, in Steins Garten statt. ** T i e S ch u l z e - T e l i tz s ch - S t i f t u n g zur Errichtung von Fortbildungskursen für ältere Kleingewerbetreibende, Arbeiter, Landwirte, kleine Beamte und geschäftlich tätige Frauen, die von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung in Verbindung mit dem Allgemeinen Verband der Genossenschaften im Jahre 1912 begründet worden ist, verfügt über ein Kapiial von 22 000 Mark und einige laufende Einnahmen. Aus den Mitteln der Stiftung sollen Entrichtungen geschaffen werden, die älteren Kleingewerbetreibenden, Arbeitern, kleinen Landwirten und verwandten Berufen zur Ergänzung ihrer oft dürftigen Bildung die Hand bieten. Tic Stiftung will nicht eine einzelne Unterrichtsveranstaltung an einer Zentralstelle ins Leben rufen, sondern überall, wo das Bedürfnis hervortrite, die Einrichtung derartiger Kurse anregen und einen Teil der entstehenden -Kosten übernehmen. Tie Verwaltung der Stiftung rechnet darauf, bis zn 100 Kurse zu unterstützen und einigen, Tausend Personen zu einer notwendigen und segensreichen Ergänzung und praktischen Anwendung ihrer Schulbiloung zu ver- lhelfen. Eine besondere Ausgabe der Stiftung soll cs {ein, in geeigneten Fällen die Ehefrauen von kleinen Gewerbetreibenden usw. in der Buchführung unterrichten zu lassen und dadurch für ihre Mitarbeit im Geschäfte des Mannes besser auszurüsten. Tie Stiftung wird vom Vorstand der Gesellschaft nir Verbreitung von Volksbildung, Berlin NW. 52, Lüneburger Straße 21, verwaltet. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 4. Juli. Während der diesjährigen H e r b st ü b u n g e n des 18. Ä r m e e t o r p s wirb auch der südliche Teil des Kreises Lauterbach stark mit Einquartierung- bedacht werden. Zunächst wird die 50. Infanterie Brigade (Ins.- Regt. Nr. 1.17 und 118), die in der Zeit vom 30. August bis 8. September ihre Hebungen zwischen Freiensteinau und Gelnhausen abkält, vom 3. bis 9. September in etwa 11 Ortschaft'N des Kreises Lauterbach cinqunrtiert. Bei dem anschließenden Tioi- sionsmanöver der 25. Tivision (Grosch. Hess.) vom 9. bis 13. September, ist voraussichtlicb leine Einquartierung zu erwarten, da sich dieses Manöver zwischen Gelnhausen und Opvcrts abspielt. Tagegen wird das daran anschließende Korpsmanöver vom 15. bis 17. September hauptsächlich in dem südlichen Teil des Kreises Lauterbach und zwar zwischen Grebenhain und Steinau stattfinden, wobei wieder eine starke Einquartierung zu erwarten ist. Kreis Friedberg. = Bad-Rauhe i'm, 5. Juli. Eine dreitägige Gedenkfeier in großzügigem Stil, die dem Gedächtnis Richard Wagners gewidmet, fand unter Teilnahme zahlreicher Kurgäste und Wagnerfrcuude in der letzten Woche statt. Ter erste Festtag brachte ein Konzert der Kurkapelle unter Professor Windersteins Leitung aus Werken Richard Wagners, bei dem Fräulein Ellen Beck, Kammersängerin aus Kopenhagen, die Arie der Elisabeth „Dich teure Halle grüß ich wieder" aus Tannhäuser, die Ballade der Senta „Traft ihr das Schiff im Meere an" aus Ter fliegende Holländer und die Arie „Gerechter Gott, so'ist's entschieden schon" aus R ienzi sang. Tie zweite Veranstaltung war ein Rosen fest, dessen Ertrag für bedürftige Musiler besttmmt war, auf der mit Lampions und Blumen prächtig ausgeschmückten Terrasse, wobei die Gardedragoner aus Darmstadt und die Militär- musikschulc aus Friedberg konzertierten. Zahlreiche junge Tameu hatten den Verlauf der Rosen zu Liebhaberpreisen übernommen. Am Abend war die Terrasse festlich beleuchtet. Tic Festlichkeit stand unter dem Protektorat der Damen Fürstin Salm-Dyck, Frau b. Rauch, Geheimrat Prof. Grvc- del, Pros. Schott, Bürgermeister Kayser, Theodore Lejeune. Ter dritte Tag brackste das zweite große Wagnertonzert der Kurkapelle unter Mitwirkung von Fräulein Ellen Beck und Walter Kirchhoff, König!. Kammersänger von der Hofoper in Berlin. Ellen Beck trug „Isoldens Erzählung" und „Träume" aus den fünf Gedichten, Walter Kirchhoff die „Gralserzählung" und „Walters Preislied" vor. Ten Schluß machte das von beiden vorgetragenc Duett zwischen Elsa und Lohcngriu. Fräulein Beck und HerckLf.rch- hoff waren vorzüglich bei Stimme und ihre Darbietungen waren ein selten hoher Genuß. Tas festlich gestimmte Publikum des bis auf den letzten Platz ausvcrkanfteit großen Konzertsaales spendete jedem Vortrag lebhaften Beifall. Hessen-Nassau. h. Eschborn, 4. Juli. Ter Frankfurter Polizeipräsident Rieß von Scheuern schloß ist nm Tage der allgemeinen Autorevision hier mit seinem Auto angehalten worden, .veil bet Autoführer weder Führerschein noch einen sonstigen Ausweis besäst. w. Homburg v. d. H., 5. Juli. Die Kaiserin traf mn 12.25 Uhr mittels Sonderzug zu längerem Kur- ■ aufenthalt hier ein. Zum Empfang hatte sich Prinz : Joachim am Bahnhof eingefunden. Nach herzlicher Begrüßung fuhr die Kaiserin mit dem Prinzen Joachim im offenen Wagen nach dem Schloß. Die Stadt hat reichen Flaggenschmuck angelegt. ** Tageskalender: Stadt und Landkreis Gießen, .. . Jeden Dienstag abend von 6l/2—8 Uhr. Gießen, Asterweg 9. Sprechstunde Montag, 7.3uli W Rotationsdruck und Verlag der Brübl'sche» Universitäts - Buch- und Steindruckerei. N. Lange, Gießen. Ans Stadt und LcrnH. Gieße n , 7. Juli 1913. , Die Neubaustrecke Alsfeld—Niederaula mit der Abzweigbahn nach Schlitz wird eifrig gefördert. Zahlreiche Brücken sind wegen der Wegeunterführungen noer lieber» sührungen auf dieser Bahnsttecke nötig. 900000 Kubikmeter Boden sind gelöst und bewegt worden, sechs große Bagger im Betrieb. Jeder Bagger macht eine Tagesleistung von etwa 1400 Kubikmeter, so daß bald eine Million Kubikmeter Boden beivegt sein wird. In die Prücken sind bis jetzt 20 000 Kubiime er Mauerwerk eingebaut. Tie beiden Talbrücken an der Hardtmühle und in der Steinfürst bei Alsfeld, die die Bahn, später mit je ack t Pogen in 22 Meter Höhe über das EnwTal führen, werden Ende 1913 fcrtiggcftellt. Tic Schwalm-Brücke bei Altenburg wird Ende Juli, die Brücke über die Altenburgerstraße Mitte September dieses Jahres vollendet. Tie Widerlager der neuen Grünberger Straßenbrücke sind nahezu fertig. Mit der Lieferung ’ür die 60 Meter lange Gjrünbergcr Straßenbrücke ist begonnen worden. Bon April 1913'bis April 1914 sind acht Millionen Kilogramm Zement erforderlich. Täglich müssen 3—5 Eisenbahnwagen Zement einlaufen. Ter Umfang der' geleisteten Arbeite geht auch aus den Abschlagszahlungen hervor, die rund 1800000 Mart betragen. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Politische Sagesschau. Die Arbeitsnachweise im Deutschen Reiche. Das Kaiserl. Statistische Amt hat nach der D. I. C. eine Erhebung des Bestandes an A r b e i t s n a ch w ei i c n \ u r 19 12 vorgenommen, deren Ergebnis nunmehr in Form einer Sonderbeilage zum Reichsarbeitsblatt Nr. 6 der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht ist. Zur Beschaffung des Materials waren insgesamt 8611 Fragebogen ausgesandt worden, von denen 2o8() beantwortet an das Statistische Amt zuruckgelangten. Von die,en wieder sind 2224 bearbeitet worden, während die übrigen nicht in Betracht kamen. n. f , ... . < , Aus den Ergebnissen die,er wichtigen Erhebung ist folgendes hervorzuheben: Es waren Ende 1911 insgesamt 2224 Arbeitsnachweise im Deutschen Reiche vorhanden. Davon befanden ,ich in den Händen der Gemeinden 383 Nackfweye, von Her- bergen und Wanderarbeitsstntten 226, von Landwirtschaftskammern usw 97, von Innungen 572, der Arbeitgeber 112, der Angestellten 90, der Arbeiter 547, der Arbeitgeber und -nehmer gemeinsam 119: sonstige Arbeitsnachweise waren 78 vorhanden. Von 1439 der vorhandenen 2221 Arbeitsnachweise wurden im Jahre 1909 rund 1 900 000, d. 1). durchschnittlich 1331 Stellen besetzt: von 1985 Nachweisen im Jahre 1912 rund 3 6 00 0 00 b h durchschnittlich 1811 Stellen Im Iahresdurch,chmtt 1909 bis 1912 sind 2 872 635 Vermittlungen vollzogen worden. Was das paritätische Mitwirken von Arbeitgebern und Arbeitnehmern betrifft, so bejahten, abgesehen von den 119 Arbeitsnachweisen in den Händen der Arbeitgeber und -nehmer 199 gemeindliche, 86 Jnnnngsnachweise, 22 Angestellten-Arbcitsnachwepe nnd 5 sonstige Arbeitsnachweise die Frage nach der paritätischen Mitarbeit beider Teile. * Ein dankenswerter Beschluß des Schweizer Bundesrats. Es ist eine nicht abzuleugnende Tatsache, daß von den drei Nationalitäten, die in der schweizer Eibgenossen)chast eine staatliche Gemeinschaft bilden, die ziffernmäßig und wirtschaftlich stärkste, die deutsche, obwoh sie auch am literarischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Leben der Schweiz den Löwenanteil besitzt, um gleichgültigsten den Fragen der Erhaltung und Ausbreitung ihrer Muttersprache gegenüber steht, -Ate Folge ist, daß bisher das Welschtum überall auf Kosten de^ ^.eutsch- "Schweizertums sprachlichen Boden gewonnen hat. E^ muß daher als eilt hocherfreüliches Zeichen beginnender Selbstbesinnung auf deutsch-schweizerischer Sette begrüßt werden, daß der schweizerische Bundesrat kürzlich folgenden Erlaß vom 2. Dezember 1912 veröffentlicht hat: Den Tepartemcntcn wird vom Bundesrat empfohlen, bei ihren Beiträgen zum Geschäftsbericht, wie' in allen ihren deutschen Schreiben, B e r i ch t e n u n d Erlassen überhaupt, m ö g l i ch st aus Reinheit der Sprache zu halten und den Gebrauch von Fremdwörtern tunlich st zu vermeiden. In der Begründung des Beschlusses heißt es: Für die sranzösischeu Erlasse wird in der Verwaltung auf Reinheit der Sprache und guten Stil gehalten Alle französischen Erlasse des Bundesrats und der Bundestanzlei sind der Durchsicht des sranzösischeii Vizekanzlers uiiter- worfen. Wir möchten den Departementen eine gleiche Sorgfalt in der Behandlung deutscher Berichte, Entwürfe und Schreiben empfehlen, wie für die französische Sprache. Vielfach leiden aber die Vorlagen der Tepartemente an einem Uebermaß der griechischen, lateinischen unb französischen Sprache entlehnter Fremdwörter, die durch ganz gute deutsche Wörter und Weuduugen ersetzt werden tonnten. ’ Man hat sich vielfach in dem Maße an eine .Mischsprache qewShüt, daß oft bic.. die fein Liter-r-Gymnaimm. be- fiufit Iialcn, zu deren vollem Verständnis zum Freiud- ioorterbuch Zuflucht nehmen müssen. Wrr begreifen wohl, haft in der Bundesverwaltung mit den drei Landessprachen oft für gewisse, insbesondere technische Bezeichnungen Wärter gewühlt werden, die allen, oder doch zwei Landes- sprachen gemeinsam sind. Bei sranzösischeu und 'tat,euu- chen Erlchseu hütet man sich zwar sehr vor Wortbitdung.n die dem Geist der Sprache nidjt entsprechen oder ihr ,remd sind Nur in der deutschen Sprache läßt man Feduldig alles über sich ergehen. Wir möchten aber doch daran erinnern, daß nicht alle Bürger des deutsch-schweizerischen Sprachgebietes FranMsch, Lateinisch oder gar Griechisch gelernt ** Vom Großh. Hof. Der Grobherzog empfing am Samstag mittag 123/4 Uhr den neuen preußischen Gesandten am hessischen Hofe Freiherrn v. d. Lancken- Wackenitz, bisher Botschaftsrat in Paris, zur Ueberceichung seines Beglaubigungsschreibens in seierlichcr Audienz. Zu dem gleichen Zwecke wurde der belgische Gesandte mit dem Sitz in Berlin, Beyens, empfangen. Nach der Audienz fand zu Ehren der Gesandten Galatafel im Residenzschlosse statt. 91 m Freitag abend folgten beide Diplomaten einer Einladung des Staatsniinisters Tr. v. Ewald zum Souper. ** Lehrerpersonalien. Der von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein auf die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschiile zu Dreieichenhain präsentierte Lehrer Ferd. Hitz e r ot h zu Viaibach wurde bestätigt. — Erl e d i gt ist die mit einem cvaug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu N i eder-Ka inSba ch. Das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Erbach-Erdach zu. haben, und daß auf sie auch einige Rücksicht genommen werden sollte. Die „Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland" nehmen mit Recht an, daß dieser Beschluß wohl in erster Linie der tatträftigen Aufklärungsarbeit des deutsch-schweizerischen Sprachvereins (Sitz Zürich) zu danken ist. Vie Abgrenzung der Reichs- Stagtr- nnd Gemcindefinanzen. Berlin, 5. Juli. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bespricht im Anschluß an die verabschiedeten Steucrgesctze die Frage nach einer Abgrenzung der Reichs-, Landes- und Gcnieindc- sinanzcn. Es sei anzunehrncn, daß die Enttvickelung der Kom- rnunalfinanzcn, zu deren Gunsten die Aufhebung der Rcichsanteile an der Grundlvertzuwachssteuer erfolgt, in dieser Richtung fort- schrcite und daß so die neue Reichsbesitzstcuer einem gerechtfertigten und gesunden Steuerprinzip den Boden bereitet habe. Die richtige Abgrenzung zwischen den Reichs-, Staats- und Gemeindefinanzen werde auch zukünftig eins der wichtigsten Probleme der deutschen Politik sein. Weiter stellt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" fest, daß die rasche unverkürzte Bewilligung der Wehrvorlagen auch int Auslande nachhaltig gewirkt habe. Die Zustimmung unb Opserbereitschast der Ausländsdeutschen hätten das Gelingen des Werkes erleichtert. Damit passe die Erleichterung der Erhaltung der deutschen Staatsangehörigkeit durch das neue Staatsangehörig- lcitsgesetz gut zusammen. So schlossen bic Ereignisse dieses Sommers die Bande zwischen dem deutschen Reiche unb seinen ausländischen Kindern enger. VermiscLiter des gestrigen Tages wurde beute mit erhöhtem Eifer gearbeitet. Kießling auf Ago-Doppeldecker. Er zwei Runden um den Bodensee und Meteorologische Beobachtungen -er Station Gießen. «a Wetter Z F V Juli 8 10 9 I Juli 1013 Regen Sonnenschein £ c t» 8? t>ie Erklärung rechtsumvirksam sein, da sic der für diese in § 765 BGB. vorgeschriebenen schriftlichen jorm ermangele. Denn die .schriftliche Erreilung der Bürgschaftserklärung" erfordere, bah der Wille, für eine fremde Schuld cinzustehen. aus der Urkunde selbst, wenn auch vielleicht unter Berücksichtigung anbcrm.-itcc Umstünde, zu entnehmen und somit in derselben schriftlich erklärt sei: die bloße Mituntcrzeichnuug einer Urkunde enthalte diese Erklärung nicht und sei sonach ungenügend. Für die kumulative Schuldübernahme — das Eintreten als selbständiger Gesamtschuldner in ein Schuldverhältnis — sei diese schriftliche Form nicht vorgeschrieben, sie könne formlos — also auch durch Mitunterzeichnung einer Urkunde entsprechend andcrweiter münd- licher Abmachungen — erfolgen. Allerdings werde die Erklärung, für die Schuld eines anderen mit diesem aufzukommen, i n der Regel eine — formbedürftige — Bürgschaft sein und sei im Zweifel als Bürgschaft aufzufassen. Nur unter besonderen „näher dargelegten Uniständen könne eine solche Erklärung im Einzelfalle als Erklärung einer eignen s c l b st ä n - digen Verbindlichkeit, bereit Fortbestand von der Verbindlichkeit des ursprünglichen und eigentlichen Schuldners unabhängig sein sollte, -— int Sinn des § 421 ff. BGB. — und somit als — formlose — „kumulative Schuldübernahme" betrachtet werden. Vüchertisch. — „Hundert Franc n". Ein lustiges Buch von Gustav Hochstetler. (Dr. S. Rabinowitz Verlag, Leipzig.) Gustav Hoch- stetter ist Redakteur imb Mitarbeiter der „Lustigen Blätter". Wenn man das Buch zu Ende gelesen hat, all biesc Erzählungen, Dialoge, Skizzen, Verse und Briefe, dann meint man, nun könne letner mehr kommen, der uns über die Frauen noch etwas Neues sagen könnte. Es ist ein „lustiges" Buch und macht keinen Anspruch auf Tiefe und Gründlichkeit. — Dr. W. Wilson, „Der Staat". Elemente histo- rtscher und praktischer Politik. Autorisierte Uebersetzung von Günther Thomas, mit dem Bilde und einem Geleitwort des Verfassers, einem Vorwort des Uebersetzers, Inhaltsverzeichnis und Sachregtster. 1913 Berlin—Leipzig Hermann Hillger Verlag. (Preis geh. 5 Mk.) 18,3 ' J 9,9 • j. jil g B“ E ep-e-<* Was Brindejonc von seinem Fluge erzählt. Im „Matin" veröffentlicht Brindejonc des Moulinais, der von feiner Rekordluftfahrt durch Europa glücklich nach Paris zurückgelehrt ist, „Eindrücke eines Reifenden", in beiten er allerlei von seinem kühnen Unternehmen berichtet. Mit bescheidenem Stolz stellt^ er das Ergebnis seiner Reise voraus: „Die Fortschritte sind in der Flugtunst in letzter Zeit derartig gewesen, daß ich mit einem einzigen Apparat,. cincfm einzigen Motor und einem einzigen Mecl-aniker, landens ganz gleich wo, wieder aufsteigen in den verschiedensten Gegenden mit einziger Unterstützung von Leuten, die niemals in ihrem Leben eine Flngmaschine gesehen hatten, den Rundflug von 5 0 00 Kilometern, den ich mir vorgenommen hatte, beinahe mit der Pünktlichkeit eines Kursbuches habe zu gutem Ende führen können. Und hatte ich dabei meinen Mechaniker wirklich so nötig? Der tapfere und tüchtige Bursche, der mir auf meinem langen Weg folgte, der nur meinen Motor in Warschau in Augenschein nahm, mir in Dwinsk ein Rad auswechselte, in St. Petersburg die Zylinder reinigte und zwar nur aus Vorsicht, leistete mir den großen Dienst, mir auf jeder Etappe den Koffer zu überreichen, in dem sich der unumgänglich nötige Gefellschaftsanzug für mich befand." Brindejonc, so zufrieden er mit seinem Apparat ist, will doch nicht sagen, daß alles bereits vollkommen sei. Die Flugmaschine müßte beim Landen auf eine viel geringere Schnelligkeit eingestellt werden können, etwa auf 25 oder 30 Kilometer in der Stunde: während seine geringste Schnelligkeit 62 Kilometer in der Stunde beträgt. Dann würde die Lanbung viel genauer und bequemer auszuführen sein. Eine wertvolle Hilfe für den Flieger sei die automatische Abfahrt des Motors, denn bei den GOmal, die er während der Reise seinen Motor in Bewegung setzen mußte, Ijattq er keine geübten Leute zur Verfügung, sondern mußte sich.auf Personen verlassen, die noch nie^in Flugzeug gefeiten hatten uni) beim Drehen der Schraube entsetzt flüchteten. „Eine gute Karte von 1:200000 und ein Kornppß genügen, um ans Ziel zu gelangen. Man muß sich aber deshalb noch nicht in Sicherheit glauben, weil die Karte vorzüglich ist und der Kompaß nach Wunsch arbeitet. Eigentlich weiß man nie, wo man ist, und am häufigsten verbringt man seine Zeit damit, den richtigen Weg zu nerlieren und ihn wieberzufinden, da sich immer wieder Wollen zwischen den Flieger und den Boden schieben. Es ist mir mehrere Male vor gekommen, daß sich ohne Aufregung eine^Stunde, zwei Sttinden, ja sogar drei Stunden über einem Meer von Wolken schwebte, ohne das geringste Stüddyen Erde zu scheu. Ich würde einem Anfänger nicht raten, es ebenso zu machen. Während der Etappe von Hamburg nach dem Haag habe ich nicht gewußt, wo ich bin, bis ick) an den Zuidersee gelangte, und auf der letzten 3ioute habe ick), über Regenwolken fliegend, die Orientierung erst über (Sambrai wicdergefunden, nachdem ich den Bvden kurz nach dem .Haag hatte entschwinden sehen. i?lber man kann sick) aud) bei klarem Wetter verirren. Es wäre deshalb von Nutzen, wenn der Flieger, von Zeit zu Zeit sick) dem Booen nähernd, ganz deutlich auf einem Dach oen Namen einer Stadt über einer wichtigen Eisenbahnstation lesen könnte. Eines Tages batte ich in der Nähe der Pyrenäen die Richtung verloren, als idi plötzlich vor meinem Blick schneegekrönte Berge sid) erheben sah, die id) nicht bestimm en konnte. Sollte ich darüber hinweg fliegen oder umtHjrcii ? Da zufällig bemerke ich, wie ich mtd) ’bem Bodew nähere, einige Worte in schönen deutlichen Buchstaben auf eine Mauer geschrieben, „Brauerei von Vid)" lese id). Mich? id) blickte ans die Karle, ich entdecke dieses Torf, und sofort weiß ich, wo id) mich befinde. Nun hatte ich nur noch einen Entschluß zu fassen. Denn beim Fliegen muß man in ernsthaften Fällen sehr rasd)e Entschlüsse fassen. Deshalb ist eine sportliche Hygiene notwendig. Die Muskeln stählen, um nicht unter physischen Anstrengungen zu leiden, das Nervensystem allmählid) an immer schwierigere Fahrten gewöhnen - das ist, glaube id), das Geheimnis' jener Eigenschaften, die ein guter Flieger besitzen muß." * „ ...... wasserte nach 134 Minuten bei Konstanz. Gsell auf Friedttchschastm-Doppeldecker, der gestern von Hirth mit 35 Sekunden geschlagen worden war, startete heute nochmals um 4,19 Uhr um den Großen Preis. In der ersten Runde verbesserte er seine Zeit von gestern um drei Minuten, mußte aber dann in der zweiten Runde bei Arbon infolge Zerspringens einer Zündkerze eine Wasserung vornehmen. Er zog «vor, den Flug nicht $u beenden und wasserte außerhalb be6 Bojenvierecks bei Konstanz Kohnett auf Friedricl)shafen-Eiw Hocker suchte die Zeit von Vollmöller zu drücken und startete um 4,06 Uhr für den Preis der Sportflugzeuge. Um an Zeit zu sparen, nahm er hinter der Ziellinie bei Radolfzell eine scharfe Kurve, wobei ihm der eine Sckstvimmer brad>. Um 4,46 Uhr startete Strack-Duisburg auf Straff Einbecker (mit hock>ziehbarem Wasserungsgestell) um einige Befähigungsnachweise, die er erfüllte. Nachdem später Vollmöller auf Albatros Sport Eindecker einen Passagierflug ausgeführt hatte, startete Kießling auf Ago Doppeldecker zu einem Höhenflug mit der vorschriflsgemäß ergänzten Belastung auf 500 Meter in 12,8 Minuten, eine Leistung, die von Hirth auf Albatros-Eindecker mit 11,5 Minuten geschlagen unrrbe. • - Nkorgen ist bei- letzte F-lugtag. Am Abend wird noch ein lFrstefstm im Insel-Hotel und die Preisverteittmg ftattfinben. w. Konsta n z, 5. Juli. Bodenseewasserflug-Wettbewerb 1913.) Tas offizielle Ergebnis der soeben, abends 8 Uhr, zu Ende gegangenen Preisverteilung ist folgende: 1. Befähigungsnachweis: Otto Doppeldecker iBaierlein» 500 Mk., Avicckik-Doppeldecker (Faller) 800 Mk., Friedrichshafen-Doppeldecker iGsell) 1000 Mk., Friednd)shafen-Eindccker l.Kohnert) 500 Mk., Ago- Doppeldeckrr iMining) 1000 Ml., Strack-Eindecker (Strack) 500 Mark, Albatros-Eindecker (Vollmöller, 800 Mk., MbatroS-Toppel- decker (Thelen) 1000 Mk., Albatros Eindecker (Hirth. 1000 Mk. 2. Großer Preis vom Bodensee. Hirth 106 Min. 17 Sek. 25 000 Äiark, Gsell 106 Min. 51 Sek. 10 000 Mk., Thelen 128 Min. 41 Sek. 5000 Mk. sowie den Ehrenpreis des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes. 3. Preise für Steigungssähigkeit: Hirth 11 Min. 6 Sek. 3000 Mk., Kissting 12 Min. 8 Sek. 2000 Mk 4. Preis für Sportflugzeuge: Vollmöller 50 Min. 5000 Mk. und den Ehrenpreis des Kaiserlid)en Automobil-Klubs. 5. Konstruk- ttonspreise: Albattws (Hirth) 5000 Mk., Ago .Kißling. 3000 Mark, Friedrichshafen (Gsell) 2000 Mk. 6. Mechanikerpreist: . ... . galt es doch, die glänzenden Leistungen von gestern zu überbieten. Als erster startete 3,28 Uhr —c ot—/T'-’ *4—*— die vorschriftsmäßigen Konstanz, 4. Juli. Bodensee-Wasserflug 1913. Infolge der ausgezeichneten Erfolge ^er Fabrikant Gutmann in Frankfurt an d er Oder, der am Mittwoch seine Frau und seine beiden Töchter niedersr/oß und sich bann selbst zu töten versuchte, ist nunmehr verstorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. * 40 Gebäude verbrannt. Aus Meseritz wird gemeldet: In Glozewo sind 15 Bauernwirtschaften mit den dazu' gehörigen 40 Gebäuden niedergebrannt. Das Feuer wurde durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, verursacht. * Opfer der Berge. Aus Z ü r i ch wird gemeldet: An der Weißen Frau im Berner Oberland stürzten gestern infolge Schneeabbruches drei Touristen ab. Sie sind von der Rettuugs- Es/ erWi'lt 1Uöd)t äs&sa WÄ Aedaklio» «Si6r Ä für die . tis J Die ge Ä- B"ich btr a» -m- Saften Sei»!' 'SifccrjuraigetJ1 mm »rt-ttendc etruma, mit ust-'e bi-5 zum Al'en.v hier [ehr lrästtg südliche Teil des von größeren -Tie Hermutu suchen rnerden, c nach Norden i Lerres cntlan Anlgaren die fc gcbotö, die auf von Geivgcli unc Kräften umfaßt zirungcn. Tiefe der in der Ebe lenen Haupt wandten die Bv der Stellung Tie im Becken mußten währei .vaurtnrnicc ge> lowabachs aus unter fehr.fchw den, in das öftl Vianina zurück? ist jedenfalls j von Molsch bulgarischen B nicht weit etrap.e Human sammenslöße f. bildet aljo eine VriiDolaf Ma iwm ftharf nach dtlmü ein weiter inbe Bulgarien t clnjeken idnn, irr der größere Jei( t ^gelegt ist, sind Armeegruppen n gekomme: aus die Werte vo nichts als ein B ^gend von Widt lamleit der Terb den Au sag Willen nich rilÄ’lÖ) vielm 5 ^eresleitui rtiüqel un> sj* »41 ' S .auch ein mr ff“ tat, um) fett --Q^vAhali station gefunden worden. Der Student Mar Blau aus Bern ist tot, der StudeM S i e r l e i n wurde mit einem schweren Bein brück) abends zu Tal gebracht, während der dritte Tourist unversehrt geblieben ist. * Tas Opfer seiner. Frau. Aus Char lotten- b u r g wird gemeldet: S t e u c r s e k r c t ä r Riese ist mit seiner Frau nach Unterschlagungen in bei- Höhe von 200 000 M a r k, zum Schaden verschiedener Privatfirmen, geflüchtet. Riese ist, wie fcstgestcllt wurde, vor ungefähr zwei Tagen nach England abgereist. Eine Revision der ihm unterstellten Stenerzahistelle ergab, daß dort keine Gelder fehlen. Ter ©teuerfefretär steht im 53. Lebenswahre und ist seit sieben Fahren in zweiter Ehe ver heiratet. Seine zweite Frau, die im Fahre 1866 geboren ist, zwang den bis dahin soliden und tüchtigen Beamten, seine Unterschrift unter hohe Wechsel zu geben und sich durch Versprechest hoher Zinsen von kleinen Leuten Darlehen zu verschaffen. Unter dem Einfluß seiner Frau mußte der Mann mit ihr Nacht für Nacht V e r g nü g u n g s st ä 11 e n auf suchen. Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung preiswert die BiühPsche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 1 TianöcL Di e deut s che M a s chin e ni n du strie au s oem W eIlmar k t e im Mai 19 13. Tie deutschen Maschinen ei n f u b r ' im Mai 1913 zeigt im ganzen das gleiche Bild wie im Vormonat: Eine starke Einfuhr von landwirtschaftlichen Maschinen steht, der Jahreszeit entsprechend, im Vordergrund: sie umfaßt beinahe drei Viertel der Einfuhr an eigentlichen Mascknnen, die, wie eine vom Vereine deutscher Maschinenbau-Anstalten bearbeitete — unten wiedergegebene — Aufstellung zeigt, sich auf 11405 Tonnen belief und einen Gesamtwert von 9 880 000 Mk. darstellte. Tie Ausfuhr Deutschlands au Maschinen verteilte sich wie in den vergangenen Monaten mit einiger Gleichmäßigkeit über sämtliche Gebiete der Maschinenerzeiignug, auf denen die deutsche Maschine-,i- industrie führend ist: sie belief sick) im Monat Mai für die eigentlichen Maschinen auf 47126 Tonnen im Werte von 56 333 000 Mark. Die Ergebnisse der Monate Januar bis Mai 1913 zu- fammengenommen brachten eS in den gleick>en Maschinengattungen auf eine Einfuhr voll insgesamt 39 414 Tonnen im Werte von 35 954 000 Mk. und auf eine Ausfuhr von 225 948 Tonnen im • Werte ton 271 764 000 Mk. Tas Gesamtergebnis vom Jahre 1912 stellte sich dazu in der Einfuhr auf 77 937 Tonnen mit 73 278 000 Mk. an Werl, gegen 536 676 Tonnen mit einem Wertbetrage von 628 071000 Mk. in der Ausfuhr. Wertvolle Aufschlüsse über die Bedeutung der deutsckocn Masd)iuenindnsttie auf dem Weltmärkte erhält man, wenn man die Gewichtsmengen zu den Werten der Ein- und Ausfuhr in Beziehung setzt: alsdann er gibt sich für 1 Tonne als Wert in Mart für die letzten Monate: 1913 Februar März Avril fDlai in der Einfuhr . . . 915,1 1008,3 873,9 866,2 in der Ausfuhr. . . 1219,6 1184,9 1180,3 1195,3 während der gleiche Wert für den Durchschnitt des Jahres 1912 sich in der Einfuhr auf 940,2, in der Ausfuhr auf 1170,2 belief. Es zeigt sick) also, daß audi im Mai die Einfuhr, verglick>en mit der deutschen Ausfuhr, verhältnismäßig geringwertige Erzeugnisse umfaßt. Berlin, 5. Juli. Der Verband von Fabrikanten isolierter L e i t n ng s d r ä hJe berechnet ab Montag, den 7. Juli einen K u vi e rz u s ch l a g von 0,20 Mk. für den Quadrat- Millimeter Kupfergnerschnitt und 1000 Meter Länge. Verantwortlid) für den politischen Teil I. V.: R. Lange. bot ~Qrftenunn\e schmackvol,^-^ KySil äudbrr^-^iec CcttJäf)irW die außer eii nod> bc„ jg« i ftellun'X1?110 Reitete 9Ä io b'ldunq S^run lcherä Ic-\ 6crbicn 1 'Ur! au? cincr ? ?°Üheo,cr kaum ift -'n tzj ber Itnehc ’*W.i Eriter und zweiter Preis Hirth-Mechaniker 1000 Mk., dritter Preis Bollmöller-Mechailiker 500 Mk. 7. Ehrenpreis des Groß- Herzogs von Baden: 5)irth, Ehrenpreis des Ministers für öffent liebe Arbeiten Breitenbach: Gsell, Ehrenpreis des Grafen Zeppe lin: Kol)nert, Ehrenpreis des Bodensee-Berkel)rSpereins: Krß- lmg. w. Friedrichshafen, 5. Juli. Um den großen Preis vom Bodensee startete heute vormittag in Konstanz 7jum Endkampf Pilotingenieur Gsell mit seinem Doppeldecker des Flugzeugsbaus Friedrichshafen. Er flog dabei zum zweimaligen Flug um den Bodensee 108 Minuten 27 Sekunden, während Hirtham 3. 3uli zur gleichen Flugstrecke 106 Minuten 16 Sekunden benötigte. Ter Unterschied zwisd)en Hirth und Gsell beträgt heute 2 Min. 11. Sek., während diese am 3. Juli nur 35 Sek. betrug. Somit erhielt Hirth den ersten Preis in Höhe von 25 000 Mk., Gsell den zweiten in Höhe von 10*000 Mk. und den dritten Preis von 5000 Mk. erhält der Aviatiker Thelen mit seinem Aviatik-Doppeldecker. 9^ad) der Bekanntgabe der Flugzeit des Piloten Gsell stattete Hirth nicht mehr, sondern mackste auf seinem Eindecker mit einem Passagier einen Abstecher nach Friedrichshafen. Nach einigen präckstigen Kurven über der Stadt wasserte er kurz nach Vrl2 Uhr vor dem Kurhotelgarten. Um 2 Uhr flog Hirth wieder nach Konstanz zurück, nachdem er nock) einige großartige Rundfluge über der Stadt unternommen hatte. Posen, 5. Juli. Als gestern abend gegen 7 Uhr 30 Min. der von Posen lommende Marsdoppeldecker „Dresden 4", den Ltn. Bödcr von der Fliegerabtcilung Postn stenette, und in dem Ltn. Kretz vom 14. Attillerieregiment in Thorn als Begleiter saß, auf dem Kunersdorfcr Exerzierplatz bei Frankfurt a. O. landen wollte, murfcie er durch einen Windstoß gegen einen Baum gedrückt und überschlug sich. Ltn. Böder stürzte kopfüber zu Boden und wurde mit einer Gehirnerschütterung in das 6-ar- nisonlazarett gebracht. Lebensgefahr besteht nickst. Ltn. Krey blieb unverletzt. Paris, 5. Juli. Wie aus London gemeldet wird, würde der französisck)? Flieger Levasseur, der auf seinem Flug von Paris nad) London über verbotenes Gelände flog, zu 40 Pfund Geld- buße sowie zur Tragung der Gerichtskosten verurteilt. Sport. ^Travemünde, 4. Juli. Ergebnisse der Segelwettfahrt Kiel—Travemünde: Wind Nordost bis .Nordwest: Windstärke 0 i>i5 4 Meter. In der Klasse 1 a erhielt den ersten Preis und den Wanderpreis „Meteor", den zweiten und den Ehrenpreis des Kayers „Germania"; in der Klasse B. den ersten „Eomet", den zweiten ,,,Jduna" : in der Klasse C. den ersten und ztveiten sowie den Kaiferpolal „Ellinor"; in der Klasse D. den ersten und den Meteorpokal „Paula"; in der Klasse E. den ersten „Heti". In der 10 Meter-Klasse erhielt den ersten Preis „Taron II", in der 9 Meter-Klasse „Pear Gynt" und in der 8 Mcter-Klasse „Maned)en". w T r avemünde, 5. Juli. Ergebnisse der heutigen Segelwettsahrt von Kiel nach Travemünde: "Wind aus Nordost bis Nordwest, Windstärke .0 bis 4 Sekundenmeter. A. I-Klass?, ersten Preis und Wanderpreis des Felca-Stzndikats „Meteor", zweiten (Ehrenpreis des Kaisers) „Germania". In der Klasse der alten Jachten erhielt „Komet" den ersten Preis, „Iduna" den zweiten. In der 19 Meter-Klasse erhielt „Ellinor" den ersten (2. Käiscrpokal, in der 15 Meter-Klasse erhielt „Paula" den ersten und den Meteorpokal, in der 12 Meterklasse erhielt „Heti" den ersten, in der 10 Meter-Klasse erhielt „Tarpon 2" den ersten !PAer $ Meter-Klasse erhielt „Peer Gynt" den ersten und in der 8 Meter-Klasse „Maried)en" den ersten Preis. ^'Travemünde, 5. Juli. Der Kaiser und Prinz .Heinrich nahmen an dem Herrenabend des Kaiserlid)en Jadst- klubs, des Norddeutschen Regattavereins und des Liwecker Jachtklubs im Neuen Kurhaus teil. Vorher nahm der Kaiser eine Preisverteilung für die gestrige Wettfahrt vor. Hunderte von blubcnden.Knrdern sterben in jedem (Sommer an Brechdurchmllcn. .viergegen bietet die bewährte „Kufeke" K'ndernrchrung' m Milch gereicht, den besten Schutz. „Ku feie" erhöbt die Verdaulichkeit der Milch, verhütet die Darmgärungen und macht durch leinen rcidjcn (tzehalt an istährnoffen den gesamten Organismus, besonders auch den Magen und den Darm wider! ttanövfabtflcr gegen .9rankheitskeime. hv26/1 Höchste Temperatur am 6. bis 7. Sliedrigste „ , 6. , 7. Lliederschlag: 4,0 mm» GestiehtssacrL. •4 Hagcni. W., 4. Juli. Einen interessaitten Prozeß loegcn ichwerer Körperverletzung verhandelte die hiesige Straftarnmer, vor der sich die Fabrilarbeiterin Agnes Branchen zu verantworten hatte. Tas Mädchen mürbe, wie sie bei ihrer Vernehmung angab, von dem Fabrikarbeiter A n t e p o h l fortwährend nut Liebesanträgen verfolgt,.'obwohl sic nichts von ihm wissen uwllte. Ta sie seinem Trär^en nicht nad)gab, beschimpfte er sie wiederholt in ehrverletzender 'Weise. In gleicher Meise bat sich Antepohl übrigens anderen Mädchen gegenüber benommen. Die Belästigungen des Antepohl tvurden fchließlid) so arg, c>aß das junge Mädchen polizeilichen Schutz in Anspruch nehmen mußte. Eines Tages im März d. I. folgte er dem Mädchen bis zu dessen Arbettsstelle und überhäufte sie hier wieder mit Sdnmpsreden, als sie erklärte, er solle sie in Ruhe lassen. Tas Mädchen geriet in begreifliche Erregung, ergriff eine Flasche, in der sich zum Unglück ein Rest Salzsäure befand, und warf die Flasckje dem Manne ins Gesicht. Tie heransspritzende Flüssigkeit verbrannte ihn so, daß er auf beiden Augen erblindete. — Ter Staatsannwlt würdigte die (Eigenart des Falles, beantragte aber doch eine Gc- ängmsstrafe von vier Monaten. Der Gcttdstshvf glaubte aber der Angeklagten, daß sie in Notwehr gehauoelt habe und sprack) )te daher frei. Aus der Rechtsprechung der NeichsgerichtsF „ “ Bedeutung der Mit Unterzeichnung einer Urkunde. Bürgschaft?, kumulative S ch u l d ü b e r - nähme? — Entsch. d. RG. im Bd. 78 S. 37. — M. war dem S. aus Mildstieserung 9300 Mk. schuldig geworden. Ein am 26. Oktober 1904 zwischen den Parteien errichteter Schein hatte olgenden Inhalt: „Id) empfing heule von Herrn M. ein Wechscl- akzept der Firma Schr. über 2500 Mk. per 28. Oktober 1904 Hiergegen hebe ich die erwirkte Pfändung auf und verpflichte mich, den Restbetrag meiner Forderung nicht vor zwei Fahren von heute ab zurückzufordern. Für meine Rcstforderung bezahlt nur Herr M. vier Prozent. Köln, 26. Oktober 1904 " Unterschrieben war dieser Schein von S. und M. und der Ehefrau M. S. klagte demnächst gegen die Eheleute M als Gesamtschuldner aus Zahlung seiner Restfordenmg - er mar der Meinung, daß die Ehefrau M. durch diesen Schein die Schuld ihres Ehemanns neben diesem als Gesamtschuldnerin übernommen habe dog. kumulative Schuldübernahme). Das Oberlandesgericht entspr-ad) der Klage. Er nahm an, daß die Unterschrift der Ehefrau M. eine verbindliche Bedeutung haben müsse und als bloße Zultlmmnng zur Aufhebung der Pfändung, die aud) Gegenstände ihres Vermögens unberechtigt erfaßt habe, nicht zu erklären fei Eine rechtswirksame Bürgschaft stelle die bloße Unterschrift nicht dar, sie sei auch nicht der Erklärung zu entnehmen. Es fei aber anznnchmen, daß die Ehefrau durch die Mitunterzeichnung des Sckwlns jur die darin behandelte Schuld ihres Ehemanns sich mit diesem gesamtschuldnerisch als mitschuldig erklärt habe — sog kumulative Schuldübernahme. — Tas RG. verwies den Rechtsstreit zur Erörterung der der Unterzeichnung der Urkunde vor-an- gcgaiigenen Verhandlungen und zur näheren Feststellung der der Untei^christ der Ehefrau M. hiernad, zukommenden Bedeutung an ba» zurück. -Liefe Bedeutung könne aus dem Schein selbst sonne daraus, datz zu einer kumulativen Schuldübernahme Bcran- lassung Vorgelegen habe, noch nicht feftgestellt werden. Die Urkunde eiithalte vor allem verbindliche Erklärungen des Klägers, dann aud) des Schuldners M. Eine Erklärung der Ehefrau M. sei aus dem Schein selbst nicht zu entnehmen. Würde erwiesen, < . —raf9CC behauptet habe — zwischen ihm und den Ehc- lniten M abgesprochen worden sei, daß die Eheleute M. gesamt- schuldnerisd) sur die -schuld haften und sie gemeinsam nach und nach bezahlen sollten, und daß zu diesem Zwecke die Ehefrau M. die Urkunde mitunterzeichnet habe, so könnte der Unterschrift der M. allerdings die Bedeutung einer Vcrpflichtungserklärung zu- kommen. In diesem Fall sei zu prüfen, ob es sick) um eine 7~ ^O'^^itzuldnerische — Bürgschaft ober etwa um ein Eintreten ut die Verbindlichkeit des Ehenianns neben diesem als Gesamt schnldner im Smpe des §421 BGB. handle. Ms Bürgschaft würde w Frankfurt a. M., 5. Juli. ftorbene Bildhauer Franz Kowarzik aus Frankfurt a.M. hat mit seiner Gattin ein Testament erttchtet, Stiftung von 12004)0 9)1 arC zu Gunsten der freien Äürnste, der Plastik und Malerei vorsieht. Nur deutschen, deutsch-ölterreichischcn und deutsch-schweizerischen Künstlern unter besonderer Berücksichtigung solcher Künstler, die aus Frankfurt, Darmstadt, Düsseldorf, Stuttgart und Karlsruhe stammen, sollen die Zinsen der Stiftung zugute kommen. Nach dem Tode der Witwe des Erblassers soll die Stiftung auf eine Million Mark erhöht werden. — Bei den Weißbinderarbeiten im neuen Maschinenhause auf. dem neuen Ostbahn Hof ereignete sich heute früh ein schwerer Un- gl ü-cks fall. Während der?lrbcit brach ein Gerüst, auf dem sich acht 9lrbeiter befanden, zusammen und die Arbeiter stürzten aus 8 Meter Höhe in die Tiefe. Der Weißbinder Peter Schmidt aus Windecken ivar sofort tot, während die anderen teilweise schwerere innere und äußere Ver- le.tzungen davontrugen. Sie wurden ins Krankenhaus verbracht. Der in Cannes ver das eine 6. 2'1 741,1 17,3 8,0 54 8 2 6. 9'1 740,8 14,1 10,2 M 8 2 7. 7 n 740,4 13,9 11,0 93 SW 2