Nr. 56 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Sithener^awilienblätter: zweimal wöchentl.Nrei§: Nfittfflrbcn Kreis föiefoen (Dienstag und Freitag) ; zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 165. Jahrgang Aeitag, 7. März 1913 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der Vriihl'schen Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. VezrrgSprer >: monatlich 75 Vs., vierteljährlich Alt. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Alk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausivärts 20 Pienniq. Ehefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für- den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton", ,Ver»nischtes" und „Gerichtssaal": K. Neurath; für .Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfahr 12 Seiten. Der göH von Janina. Wir erhielten folgende Meldungen: Athen, 6. März. (Agence Havas.) Infolge des entscheidenden Sieges der Griechen hat der türkische Befehlshaber Essad Pascha, der die Truppen in der Gegend von Janina zusammengezogen hat, dem griechischen Kronprinzen die Nebergabe an geboten. Athen, 6. März. (Amtlich.) General S out za ist mit dreiEskadrons heute morgen um 9 11 hr in Janina eingezogen. In Besani ist die hellenische Flagge gehißt worden. Die Einnahme Janinas in Epirus durch die griechischen Truppen ist zweifellos einer der bedeutendsten militärischen Erfolge im Balkankriege; sie bedeutet für Griechenland nach so manchen Fehlschlägen die Wiederherstellung seines politischen Ansehens. Griechenland rückt mit diesem Siege erst wirklich an die Seite seiner bisher weit glücklicheren Verbündeten. Janina war es, um deswillen man in Athen den ersten Waffenstillstand von Tschataldscha nicht unterschreiben wollte. Nach Janina sandte man den Kronprinzen Konstantin, der sich persönlich für den Erfolg verbürgte und der die Hoffnung, die man auf ihn setzte, nun auch tatsächlich erfüllt hat. Die Aussichten der Griechen, in Epirus kriegerische Lorbeeren zu pflücken, waren durchaus nicht groß. Man hatte in Anbetracht der sehr schwachen Finanzen des Staates von der Anlage ständiger Befestigungen und Garnisonen an der bisherigen Nordwestgrenze Griechenlands abgesehen, was sich bei Ausbruch des Balkankrieges als schwerer Nachteil herausstellte. Man hatte nur einen schwachen Rückhalt in den Sperrbefestigungen bei Arta an der zwischen Berg und Fluß eingeengten Straße von Janina. Alles andere mußte aus dem Stegreif von der Küste her gemacht werden. Hier aber half die anfeuernde Erinnerung einer großen Vergangenheit. Die Griechen kämpften in Epirus jetzt sozusagen auf ihrem historischstem Boden. Dort sammelte sich schon im peleponnesischen .Krieg die stolze Flotte Athens, die Thucidides beschrieben hat. Es Libt kaum einen berühmten Römer, der nicht an dieser Wasserstraße zwischen Italien und Griechenland, zwischen Europa und Asien erschienen wäre, durch die die Flut der Völkerbewegnng sich Jahrhunderte hindurch hin- und hergcwälzt hat. Nero auf seinem phataftischen Zuge nach Griechenland Tarn dort vorbei. Im Mittelalter jene gewaltige Frankenflottc, die von Venedig zum vierten Kreuzzuuge auszog. Unablässig kamen die Flottenzüge der Türken, der Venezianer, der Franken an dem heutigen Santi Quargnta vorbei, wo jetzt die Griechen zum letzten Ringen mit den Türken gelandet waren. 1797 kamen die Franzosen unter Bonaparte dorthin, 1799 wieder die Russen und Türken, 1815 die Engländer, und erst am 1. Juni 1864 wehte wieder drüben in Korfu die Fahne Griechenlands und bezeichnete den Stützpunkt für die heutigen Vorstöße Griechenlands zur Wiedergewinnung der einst verlorenen Herrschaft in Epirus. Von einem in Athen wohüenden Deutschen erhalten wir noch folgende Mitteilungen, deren überschwänglicher Grund- ion ja zu erklären ist: Griechenland ist nicht mehr der über die Achsel angesehene schwache Miniaturstaat, der 1897 gegen die Türken schmählich unterlag. Seine Truppen haben nun im Balkankriege trotz anfänglicher Mißerfolge Mut, Ausdauer und Geschicklichkeit bewiesen. Kreta, Samos, Chios, Mytilene und Lemnos sind dem Mutierlande wieder zugefall'n, und in 'Epirus mag die Freude der griechischen Bevölkerung, die so viele Jahre unter der türkischen Fremdherrschaft stand, jetzt nach den: Falle Janinas unbeschireibüch sein. Griechenland verdankt seine Erfolge vor allem einem Manne, dem Kreter Eleuth?rios V eniz e l o s, der vor drei Jahren von einer Beg.i;ierungswoge der Vol.sliune auf den Ministerpräsidentenstuhl getragen wurde und sich dort bewährt hat. Er verwarf die zerfahrene Politik seiner Vorgänger und 'stellte statt der Wahrnehmung persönlicher und parteipolitischer Interessen das Wohl des Landes in den Vordergrund. Die Revision der Verfassung benutzte er zu einer Stärkung der monarchischen Ordnung, wie sie Griechenland ganz besonders brauchte. Durch eine llug zurückhaltende auswärtige Politik vermied er bis zuletzt, d. h. bis zum Ausbruch des Balkautrieges, mit voller Äbsich jede türtische Verwickelung, so daß Handel und Wandel in Griechenland nicht nur vor Stö 'nngen, sondern, was viel wichtiger ist, auch vor der Furcht vor,Störungen bewahrt blieben. Wenn die Wunden des jetzigen Krieges geheilt sind, was nicht lange währen dürfte, wenn die Fremden wieder durch das neue Hellas pilgern, wird mcm mit Staunen feststellen, daß sich das Aussehen der griechischen Städte in wenigen Jahren sehr vorteilhaft verändert hat. War es früher ein Scherzwort, daß man in Athen nur Staub und Politik finde, so trifft auch das Körnchen Wahrheit jenes Witzes nicht mehr zu. Die ehemaligen politischen Straßenkundg bungen scheinen auf N mwerwi de kehr eingestellt, und in den Hauptstraßen, die vollständig rnoderni- sicrt und asphaltiert sind, fehlt der Staub. Anstelle der alten schmu' iaen P'erd bahnen verk hren cl gante elektrische Tramways tuie in den schönsten Städten des großen Europas. Statt des unerfreulichen Papicrg l?es erhält man beim Wechseln jetzt blankes Silber, mit) die Drachme ist nicht mehr 50 Pfennig wert, sondern steht heute pari, d. h. 80 Pfennig, oder noch besser. Die griechische Auswanderung, besonders nach den Vereinigten Staaten, die als bedenkliches Zeichen angesehen wurde, hat sich durch die heimgezahlten Summen der Ausgewanderten und durch die starke Rückwanderung wohlhabend gewordener Landsleute als Goldquell erwiesen. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die früher so kränkliche Industrie erlebt einen unleugbaren Aufschwung. Die letzte für die Griechen siegreiche Schlacht. Ueber die in der obigen Meldung schon erwähnte Schlacht, die zur Einnahme von Janina führte, erhalten wir, folgende Meldung: Athen, 6. März. Für den allgemeinen Angriff gegen die Befestigungen von Janina wurde es nach dem neuen Plan als notwendig betrachtet, Truppen auf den linken Flügel zu verschieben, von wo der Angriff unternommen werden sollte. Damit die Truppenverschiebungen von dem Feinde, der glaubte, daß der Angriff auf der rechten' Seite stattfinden würde, unbemerkt blieb, befahl der Kronprinz eine intensive Beschießung aller feindlichen Stellungen. Diesem Befehle entsprechend wurde vorgestern der Feind den ganzen Tag Mit lebhaftem Geschützfeuer angegriffen: das Fort Bisani antwortete anfangs nicht, dann aber eröffnete es das Feuer gegen die Griechen. Während des Tages sind mehr als 30 000 Geschosse abgefeuert worden, die in Bisani großen Schaden verursachten und dort sechs Batterien völlig zum Schweigen brachten. Der Kronprinz, die Prinzen und der Generalstab verfolgten den Kampf in der Nähe der Feucr- linie. Während die grie chische Artillerie auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Türken ablenkte, rückten starke griechische Truppe nabt eilun gen rasch vom linken Flügel vor, und erreichten die Höhen von Mandliassa. Das Geschützfeuer dauerte die ganze Nacht weniger heftig fort und wurde gestern früh wieder lebhaft ausgenommen, als die griechischen Truppen kühn gegen dm Feind vorrücktm. Die Türken waren bestürzt durch die Plötzlichkeit des von beträchtlichen Streitkräftm ausgeführtm Angriffes, wichen zurück und begannenin Unordnunggegen Bisani zu fliehen, da sie deM heftigen Fmer nicht mehr widerstehen konnten. Um 11 Uhr vorm. trat wieder Ruhe ein. Die Griechen setztm den Vormarsch fort, besetzten nachmittags die Berge und die Batterien von St. Nicolas. Sie machten 110 Gefangene, darunter 40 Offiziere, und er -- obertenmehrereKanonen und Maschinengewehre. Die Begeisterung unter dm griechischen Truppen ist unbeschreiblich. Der rechte Flügel behauptete seine Stellungen, während die Division Metzowo schnell vorrückte und Trisko und Kotonraki besetzte. Um' 3 Uhr nachmittags war die Flucht der Türkm auf dm linken Flügel allgemein. Die Türkm flüchtetm in panik- artigem Schreckm in die Ebene in der Richtung auf Janina hinab. Vergebms versuchten die Offiziere die Flüchtenden zuM Stehen zu bringen. Die Flucht der Türkm auf Janina dauerte bis Mitternacht. Der Kronprinz drückte seine Freude über die Tapferkeit und dm Erfolg der Tmppen aus, die bis an den vor dem Toren von Janina getegenm Ort Toulouti vorgerückt sind. Die Begeisterung in Athen. Paris, 6. März. Aus Achen wird telegraphiert: Die Einnahme von Janina rief unbeschreibliche Begeisterung hervor. Mit besonderem Stolz betont man, baß die erste der drei großen türkischen Festungen von den Griechen erobert worben fei. Tie türkische Bechtzung von Irmina wirb als Kriegsgefangene anig 'sehen. Tie Uebergabe der Waffen wird abteikungsweife erfolgen. Rücktritt des GroßwesierS? K o n st a n t i n o p e l, 5. März. .Heute nachmittag, liefen hartnäckige Gerüchte um, daß ber Großwesip die Absicht kundgegeben habe, zurückzutreten. Die Gerüchte sind nicht bestätigt worben. Die Botschafter berieten, wie das „Reutersche Bureau" erfährt, in iArer Konferenz am Donnerstag, die 21/.> Stunden dauerte, über die durch den rumänisch-bulgarischen Streit geschaffene Lage. Die nächste Versammlung findet am Dienstag statt. Serbische Truppentransporte zum Sinken gebracht? Die Heldentaten des türkischen Kreuzers „Hamidijc" sind immer mit einiger Vorsicht aufzunehmen. Er will jetzt, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, 24 Truppcn- transportschiffe in den Grund gebohrt haben. Aber das Dementi folgt dieser Verkündigung auf dem Füße. Man wird ja bald hören, ob an dem Vorgang etwas Wahres ist: Die Wiener „Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel: Der Kreuzer „Hamidijc traf heute morgen vor der Bucht von Hagion-Oros auf eine Flotte von 24 griechischen Schiffen, die serbische Truppen mit 24 kleinen und 10 großen Geschützen nach Skutari transportiert hatten. Der „Hamid i j e" e r ö f f n e t e b a s F e u e r g e g e n d r e i Transportschiffe, welche sanken. Erst drei Stunde später Das Wetter int Mürz und vergangenen Zebrnar. Tie Wetterlundigcu lassen den Frühling mit dem ersten M'irz beginnen. In unserer Gegend und vor allem auch in Südeuropa entspricht diese Einteilung der Jahreszeiten den natürlichen Verhältnissen. In Nordeuropa dagegen muß der März noch ganz entschieden dem Winter zugerechuet werden. Der Monat weist in Deutschland folgende Mittellemperaturen auf: Aachen 5,2 Grad, Berlin 3,7 Grad, Breslau 1,9 Grad, Bromberg 1,2 Grad, Königsberg 0,2 Grad, Frankfurt 5,0 Grad, Karlsruhe 5,2 Grad, Straßburg 5,4 Grad, Stuttgart 5,0 Grad, München 2,3 Grad. Winterlich sind demnach noch die Verhältnisse im Osten des Reiches, während nach Westen die Wärme zunimmt. Die mittlere Tageswärme steigt vom 1. bis 31. des Monats um 4 Grad an, in Mittel- und Süddeutschland (Tiefland) von 3—4 Grad bis 7 bis 8 Grad. Am stärksten ist der Wärmeanstteg in der zwecken Monatshälfte. Durchschnittlich kann mit einer mittleren Nacht- temperattir von 1—2 Grad und einer Nachmittagswarmc von 9 Grad gerechnet werden. Tiefe Frosttemperaturen können aber noch bis zu Ende des Monats beobachtet werden, ^er kälteste Märzlag n>ar der 2. März 1877 mit 11—13 Grad Kälte ie nach ber .Höhenlage des Ortes. Die höchste Wärme wurde am 27. Marz 1903 mit 23,4 Grad beobachtet. Tie mittlere Zahl der ,vrost- tage beträgt immer noch 10. 1883 hatten 27 ~age im Marz Temperaturen unte^ Null. Ganz abnorm war auch der Marz 1888 Noch am 20. wurde ganz Europa von eiligen Nordwinden überflutet, die von heftigen Schneestürmen begleitet waren. Deutschland lag damals unter einer tiefen Schneedecke, die gegen Ende des Monats verschwand, ^n unseren Gebirgen gehört der März nock) ganz dem Winter an. ^er Brocken hat eine Mitteltemperatur von —3,2 Grad Feldberg Taunus -0,6 Grad, Sckneekoppe -6,4 Grad, 3.ugiWe-10,6 Grad. In vielen Jahren tragen die Mittelgebirge über 800 Meter noch eine dauernde Schneedecke. Die Niedericklage sind im März im Mittel gering, die Bewölkung nimmt weiter ab, dergleichen die Nebel Häufigkeit. Gewitter komme» im Marz nicht häufiger wie im Winter vor. Erst im April setzt die Gewitter- tätigfeit stärker ein, das Kennzeichen der wärmeren Jahreszeit. Aus unserem engeren hessischen Bezirk seien noch folgende Monatstemperaturen mitgeteilt: Darmstadt 5,2 Grad, (menen 4,3, Bad-Nauheim 4,1, Mainz 5,6, Offenbach 4,9, Michelstadt 3,9, Sckwtten 3,6, Worms 5,3, Alzey 4,5 Grad. Der vergangene Februar war u it g c iv o I) n 11 d) t r o et e n. Bis zum 10, lagerte hohep Druck über Südeuropa, Ivährcnd Tiefdruckgebiete im Norden vorüberzogen und warme Luftmassen ansaugten. Dqher war es überall um 5—6 Grad zu warm. Die Tagestemperaturen erleben sich in Südwestdeutschland aus 10 bis 12 Grad, in Ostdeutschland nur auf 8 Grad. Ganz Deutschland, den Osten ausgenommen, war frostsrei. Nur in Bromberg trat am 2. vorübergehend stärkerer Frost ein. Die Niederschläge waren anfangs stark. Es fielen vom 2.—8. Februar in vielen Gegenden 20 und mehr Millimeter Regen. Am 13. in Ostdeutschland, am 15. auch im Westen und Süden begann eine kältere, frvstreiche, aber fast durchaus trockene Wetterperiode. Heber Nord- und Nordosteuropa stellte sich hoher Druck ein, der kalte Luftmassen über Europa sandte. Die Temperaturen gingen jetzt vielerorts bis 6 Grad unter das normale Mittel herab. Ganz besonders kräftig war der Frost in Ostdeutschland, wo verschiedentlich 15—18 Grad Kälte vorkamen. Im Westen ftieg die Kälte nicht über 10 Grad. Schnee fiel nur in ganz geringer Menge: in den Niederiingen nirgends mehr als einige Zentimeter. Dabei trat die sehr seltene Erscheinung ein, daß selbst die Mittelgebirge schneefrei waren. Die trockenen Ostwinde verzehrten bald die letzten Schiieereste. Der Iwhe Druck brachte eine große Anzahl völlig heiterer, herrlicher Muttertage mit angenehmen Mittagstemperaturen. In den Annalen des Wintersports wird dem Februar keine rühmliche Stelle beschieden sein. * — Felix Holländer Intendant des Frankfurter Schauspielhauses. Felix Holländer ist der Posten eines Intendanten am Frankfurter Schauspielhause übertragen worden. Wie aus Frankfurt a. M. zuverlässig gemeldet wird, verhandelt die zuständige Stelle seit Wochen mit dem trefflichen Berliner Theatermann. Die Stellung ist übrigens nicht ausgeschrieben worden, sondern man verhandelt mit Holländer allein. Es bleibt abzuwarten, ob und unter welchen Voraussetzungen Holländer nach Frankfurt a. M. geht; für Berlin würde, wie die „Voss. Ztg." bemerkt, das Sck;eiden des kühnen und feinsinnigen Regisseurs und Dramaturgen, der im Verbände der Rcinhardtbühneu an führender Stelle wirkt, einen ernsthaften Verlust bedeuten, der lebhaft zu bedauern wäre. Immerhin darf man hoffen, daß Holländer dem Berliner Theaterleben erhalten bleiben werde, da er erst jüngst einen neuen langjährigen Vertrag mit Reinhardt abgeschlossen hat. — Gregors Stellung erschüttert. Die Wiener Blätter erklärten, daß die Direktion über die Vorfälle im Hof- theater Aufklärung zu geben hat, wie es kouyneu könne, daß in einem1 Institut, wie ber Wiener Hofoper, sich Szenen ereignen können, wie sie in der kleinsten Provinzstadt nicht möglich sind. Wer die Verhälttiisse an der Wiener Hofoper kennt, wird verstehen, daß die Auftritte nicht ohne Folgen bleiben können. In der Tat verlautet, daß die Stellung des Direktors Gregor burdi den Skandal erschüttert ist und daß er bereits demnächst vorläufig durch den Hoskapell- meifter Schalk ersetzt werden wird. Die durch den Skandal am meisten getroffene Sängerin, die von Kolleginnen als eine sehr feinfühlige und gewissenhafte Künstlerin geschildert wird, ist nod) nicht wieder hergestellt. — Mawsons Südpolarreise. Ans Sydney,- 5. März, wird gemeldet: Professor David erhielt von dem Südpolarforscher Mawson ein drahtloses Telegramm, " dem Mawson über den Tod des Dr. M e r tz und des Leutnants Ninnis nähere Mitteilungeir macht. Danach stürzte Ninnis bei Erforschung des neuen Küstenstriches, 300 Meilen südöstlich vom Winterguartier, mit einem .Hundegespann und fast allem Proviant in eine unergründliche Gletscherspalte. Tr. Mertz und Mawson machten sich mit unzureichenden Lebensrnitteln und sechs Hunden über das Plateau auf den Weg zur Schutzhütte. Schlechtes Wetter hemmte jedock) ihr Weiterkommen. Sie lebten hauptsädilick) vom Fleisch der Hunde. Dr. Mertz starb am 17. Januar an den Folgen vvn Unterernährung. Mawson mußte sid) nun allein durch Schnee und Nebel hindurcharbeiten. Er wurde wie durch ein Wunder behütet, als er eine Strecke passierte, die von Gletscherspalten dicht durchzogen loar. Wohlbehalten gelangte er schließlich zur Schutzhütte. Das Expeditionsschiff „Aurora" hatte gewartet, solange es sich mit seiner Sicherheit vertrug, hatte aber einige Stunde vor Mawsons An^inft ab- fahren müssen. In der £>ütte fand Mawson sechs Leute, die zurückgelassen worden waren, um nad) ihm zu suchen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Ein Sonderkursus zur Ausbildung von Schulärzten findet vom 14.—26. April an ber Akademie für praktische Medizin in Düsseldorf statt. — An der Universität Tübingen wird eine neue Professur für Mineralogie und Kristallographie errichtet. Tübingen war von allen größeren deutschen Universitäten die einzige, an der bis ietit nur eine Lehrkraft für dieses Fach angestellt war, obgleich die bortige paläontologische Sammlung $u den bedeutendsten in Deutschland gehört. mrS Saloniki ausgelaufene Schiffe tomtien einige schiffbrüchige Mannschaften retten. Athen, 6. MLr-, (Hgence Havas.) Vie Meldung der „Neuen Freien Presse", daß der türkische Kreuzer „Harni - bi j e" in der Ducht von Hagton-Oros drei griechische Transportschiffe in den Grund gebohrt habe, ist unbegründet Neues von Enver Bep. Kon stavtinopel, 6 März. Enver Bey unternahm heute als Bevbachtnn aSo ffi^ie r einen Erkun- dnn gSflng von San Stefano aus aus einem deutschen Doppeldecker, den der deutsche Flieger Hauptmann Krey steuerte. Dctiffcbe» Reich. Kaiser und Reichskanzler. Der Kaiser stattete am Donnerstag vormittag dem Reichskanzler v. Bethmann-Hollweg einen Besuch ab Den Schwarzen Adlerorden verlieh der Kaiser dem Generaladiutanten des Kaisers General der Infanterie von Loewenfeld. Das würt tembergische Kultusministerium hat für das Regierungsjubiläum des Kaisers und für den Gedächtnistag der Befreiungskriege für sämtliche höhere Schulen und Volksschulen, Lehrerbildungs- unb Erziehungsanstalten Schulferien mit schulfreiem Tag angeordnet. Deutsche Luftschiffe in England. Zwischen der Luftfahrzeug-Gesellschaft in Bitterfeld, die augenblicklich für die e n g l i s ch e Regierung einen Parseval- kreuzer von 86 Meter Länge unt> 15 Meter größtem Durchschnitt zum Preise von 550000 Mark baut, und der englischen Regierung ist ein Vertrag zustand" gekommen, wonach die Luftfahrzeug-GeseTschaft der englischen Regierung zu diesem Luftschiff auch die Zeichnungen liefert. England darf für eine gewisse Zeit selbständig so viel Luftschiffe bauen wie es will, für jedes dieser Luftschiffe aber muß es an die Luftfahrzeug-Gesellschaft eine bestimmte Summe entrichten. Die deutsche Regierung hat zu diesem Vertrag die Genehmigung gegeben. Eine Anfrageüber den bulgarischen Boykott. Der Abg. Bassermann hat folgende kurze Anfragegestellt: „Ist dem .Herrn Reichskanzler bekannt, daß nt Bulgarien unter Beteiligung amtlicher bulgarij'djer Stellen ein Boykott deutf cher Waren staltfindet? Welche Maßregel gedenkt der Herr Reichskanzler dagegen zu ergreifen? Ich begnüge mich mit einer schriftlichen Antwort." Auslanv. Präsident Gras Tisza über das allgemeine Wahlrecht in Deutschland. Das „Berliner Tageblatt meldet aus Budapest: Im ungarischen Abgeordnetenhause äußerte sich Präsident Gras Tisza über die Wahlrechtsvorlage und hob ais Argument gegen das allgemeine Wahlrecht dessen Wirkung in Deutschland hervor. Nirgends habe das allgemeine Wahlrecht so destruktive Ergebnisse erbracht als in Deutschland. (Allgemeine Zustimmung.) Wo sei im Deutschen Reichstage das gewaltige geistige und sittliche Kapital vertreten, das die große reicl^deutsche liberale Intelligenz vertrete? Wie müßte wohl, wenn in Deutschland der Parlamentarismus bestände, die aus einem solchen Reichstage l>ervor- gehende parlameittariscl>e. Regierung aussehen? Das Deutsche Reich bestehe neben seinem NeickfStagc, weil es keinen Paria- mentarismus besitze. Güt bißchen übertrieben darf man diese „Feststellung" schon nennen! FrankreichsneueLuftkreuzer. Die von dem französischen Kriegsministerium bestellten acht großen Luftkreuzer von 20000 Kubikmeter sotten tm November ober Dezember dieses Jahres fertig- gestettt werden. Die französische Militärverwaltung wird demnach Ende dieses Jahres über acht große Luftkreuzer, fünf kleine Luftkreuzer und acht AusUärungslu.ftschiffe verfügen. Die chinesische Anleihe. Aus Peking wird berichtet: Der Finanzminister erklärte heute morgen bcn Gesandten der sechs Mächte,, daß es.zronklos sei, über die Anleihe auf der Grundlage des letzten Vorschages bdtr. der Beiräte zu beraten, da dieser Plan von der Nationalversammlung so verschieden sei, daß das neue Parlament ihn sicherlich z u r ü ck w e i s e n würde. Der englische Gesandte erwiderte nachmittags, wenn die Bedingungen der Gesandten der sechs Mächte nicht angenommen würden, sei es unwahrscheinlich, daß sich fernerhin eine günstige Gelegenheit zum Abschluß einer Sechsmächte-Anleihe bieten würde. — Es wird allgemein angenommen, daß die Chinesen hoffen, daß die Verhandlungen in London zu einer vollständig neuen Anleihe von 20 Millionen Pfund Sterling führen. Schwurgericht. th. Gießen- 6. März. Zweikampf. Unter einem Andrang, wie ihn die Gießener Schwurgerichts- Verhandlungen sonst nur bei großen Mordprozessen zu verzeichnen haben, verhandelten beute die Geschtoorenen gegen den am 29. März 1888 zu Michelstadt geborenen ehemaligen Leutnant beö Fuß Art Rgts. Nr. 3, Friedrich Wilh. Ittmann wegen Tötung im Zweikampf. Die Anklage verttat Oberstaatsanwalt Hofmann. Die Verteidigung führten die Rechtsamvälte Ju- stizrat Dr. Jung und Falk- Frankfurt a. M. Der Angeklagte ist geständig, am 15. November in der 6. Schneise des Licher Walde-' ben Flieger Georg Fighiera ans Nizza im Zweikampf getötet zu haben Aul Befragen erklärte Jttmann, er habe im Januar 1912 auf einem Ballfest im Wiesbadener Kurhause die Frau Fighiera kennen gelernt. Er hat die Frau, die juh in ihrer Ehe recht unglücklich fühlte, wiederholt getroffen. Ihr Mann habe ihr vor der Hocweit ein Lungenleiden verheimlicht und sie leide sehr unter fernen krankhaften Ideen Frau Fighiera wollte sich von ihrem Manne scheiden lassen, und ihm bann angeboren Auf Betragen des Vorsitzenden LandaerichtSrat M och erklärte Jttmann er habe mit der Dame nur anständig verkehrt und den Ehemann erst am Morgen auf dem Kampfplatz kennen gelernt. Nach Frau ,vighieran Abreise von Wiesbaden entspann sich ein lebhafter Brieiwcchsel. xer Vorsitzende bemerkt, daß aus den Briefen ber- lwrgehe, daß Jttmann e> gewesen ist, der schon im Februar die tyran gedrängt habe, sich von ihrem Ehemann zu trennen Er habe auch einmal geschrieben, der Ehemann Fighiera müsse mit oder ohne DtzeU fort, wenn er nicht in die Trennung nnlliae Der Angeklagte erwidert, daß sich der Inhalt seiner Briefe nur auö einer getvisscn Stimmung heraus erklären lasse: er habe nie die Absicht gehabt, bcn Ehemann Fighiera zu toten Der Vorsitzende fragt, ob er noch geschrieben habe, nachdem Fighiera im Mai v. I die Liebesbriefe entdeckt, und Jttmann gebeten habe, den Briefwechsel einznstellen. Der Angeklagte entgegnet, er habe ans Bitten der Frau den Brieiwechsel tortgesetzl Der Angeklagte gibt weiter zu, daß er den "ikiei des C bemanne» nicht beantwortet l»abe und daß «ich dieser dann uh seiner Regiments-Kommandeur geroanbr habe. Infolgedessen inracb der Ehrenrat fein Urteil, das zwar durch den Maner gemildert wurde ihn aber zwang, seinen Abschtcd zu ne. i v.;,gni ? > Vor Wurfs der Feigheit ließ Jttmann den Fighiera fordern und als dieser in Paris keinen Zeugen für den Zweikampf fand, schlug der Kartellträger Assessor Beck in Offenbach vor, aut Gießener S. E. Waffen anzutreten. Becks Bemühungen gelang es, die Forderung auf dreimaligen Kugelwechsel und 10 Schritt Entfernung berabjubrüden. Noch vor diesem X)anbei habe sich Fighiera an den Obersten des Angeklagten gewandt und diesem mitgeleilt, daß der sehr belastende zweite Bries an Jttmann versehentlich gar nicht abgesandt sei, und sich setzt unter Geschäfts- papieren bei ihm vorgnunden habe. Das Ehrengericht des S. C. genehmigte den Zweikamvs nicht, weil Fighiera bei dem Obersten die Beleidigung zurückgenonnnen hatte. Dagegen forderte Fighiera noch wahrend her Verhandlungen des Ehrengerichts den Angeklagten aut Pistolen. Dieser Zweikampf wurde bann auch vom Ehrengericht gutgeheißen. Der Vorsitzende richtet an den Angeklagten die Frage, ob er nicht gewußt hat, daß Frau Fighiera früher schon einmal verheiratet gewesen war und daß diese Ehe getrennt worden ist, weil die Frau einen österreichischen und auch einen deutschen Offizier genau so an sich gefettet hat, rote sie dies bei ihm getan habe. Der Angeklagte bejahte diese Frage. Der Angettagte kommt nun zur Schilderung des Duells. Beim ersten Kugel wechsel schoß Fighiera schon bei zwei, doch ging die Äugel unmittetz bar zu seinen Füßen in ben Boden. Darauf schoß er, ohne den Gegner zu treffen. Zum zweiten Gang wurden die Plätze gewechselt: dabei sagte ihm sein Sekundant, er sötte zielen: seines Erachtens hat sein Gegner bei diesem Gang ebenfalls gezielt. Fighieras Waffe ging wieder zuerst los, aber ohne zu treffen: er selbst hat auf des Gegners Beine gehalten und sah, wie er zusammenbrach. Er hatte ihn in den Oberschenkel getroffen. Ter Angeklagte versicherte, es sei nicht seine Absicht gewesen, den Gegner .zu toten. Ehe Fighiera verstarb, bat er sich mit Jttmaitn versöhnt und in der Klinik auch feine Blumen angenommen. Bor dem Duell, so erklärte der Angettagte, bat sein Sekundant ihm mitgeteilt, daß Fighiera darauf ausgehe, ihn zu treffen, er habe aber gesagt, er wotte ihn schonen, worauf jener ihn zur Vorsicht gemahnt «hat. Der Angeklagte sieht ein, daß er die Veranlassung zu der ganzen unglücklichen Geschichte war und versichert noch einmal, daß er den Mann nicht habe töten wollen. Auf Befragen des Oberstaatsanwalts gesteht der Angettagte, daß er noch nach der Eingabe des Ehemanns ans Regiment mit Frau Fighiera im Briefwechsel gestanden habe, ja noch sogar im August mit der Frau 14 Tage in Lugano gewesen sei. Hier hat ihm die Frau mitgeteilt, daß sie von ihrem Mann in andern Umständen sei, wodurch sich das Verhältnis zwischen ihnen sehr abgekühlt hat. Nach einigen Zwischenfragen des Oberstaatsanwalts H o f m a n n n ist die Vernehmung des Angeklagten beendet. Bei der Zeugenvernehmung erklärt Assistenzarzt Dr. Stephan, er habe hei dem Zweikampf als Arzt mitgewirkt, aber keine 93eobad;tiutgcn machen formen. Gerichtsassessor Beck - Offenbach, der die erste nicht genehmigte Forderung uberbrackste, war bei dem Zweikampf nicht zugegen. Fighiera war nach seiner Deobaclstung ein sehr sympathischer Mensch von anständiger Ge- sinnunng. Regimentskommandeur Oberst Meckel vom 3. Fuß-Ar- tincrie»9icgt. teilte mit, daß der Spruch des Ehrengerichts einsttrn- mig auf schichten W schied gebrütet hat. Der oberste Kriegsherr hat aber den Spruch in Verw-.rrnung geändert und cs wurde Dem Clnge-- ffagten nahe gelegt, seinen Abschied einzureichen, den er dann auch erhaben hat. Auf Veranlassung Jttrnanns hat sich bann ber Ehrenamt mit einer von diesem an Fighiera gestellten schweren Forderung besaßt, das Duell aber nicht genehmigt, weil der Gegner in einem zweiten Brief an den Zeugen alle Beleidigungen förmlich zurückgenommen hatte. Oberst Meckel ist der Anfickst, daß Frau Fighiera eine äußerst raffinierte Frau sei, die es verstauben hat, ben jungen Offizier in ihre Netze zu fangen, dieser war ja nicht der lerste Offfzier, dem sie die Karriere brrbnrben h-tt Hauptmann Wolf war bei dem Duell als Vertreter be? Regiments juge .cn Unb holt es für ganz selbstverständlich, daß ^sitnuinn gezielt hat. Dr Büchner, der als Arzt bei dem Duell tätig war, schildert ben Hergang. Nach dem Duell habe er mit Frau Fighiera ge- sproclfen, die die Sache anfänglich sehr gelassen aufnahm. Ms sich später der Zustand des Verletzten zum Schlimmen wendete, wurde die 5rau aufgeregt und gebärdete sich sehr erschüttert. Ms sich einmal die Frau Fighiera nut Jttmann teleplfonisch verständigen wollte, geriet der Patient außer sich Die Frau verfiel von einem Extrem ins andere. Fighiera hat gewußt, daß Jttmann ein vorzüglicher Pistolenschütze war; die Versöhnungsversüchc scheiterten. Drei junge Akademiker, die beim Ehrengericht des S. C. mit-- gewirkt haben, machen von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch. Frau Dr. M a r x - Frankfurt a. M. bekundet, daß Frau .Fighiera wiederholt geäußert habe, sie wünsche den Tod ihres Mannes. Mchtig.ist, daß am Tage vor dem Duell Jttmann sie telephonisch veranlassen wollte, Frau Fighiera von der Reise nach Gießen zurückzuhalten. Die Eheleute waren aber schon abg ereilt. Der Vertreter ber Anklage beantragt, bei den Akten beffudliche Briefe ber Frau Fighiera zur Verlesung zu bringen. Der Verteidiger beantragt, dann auch die Briefe des Angeklagten zu verlesen. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Koch, bittet, doch diese Sacht* nicht so zu behandeln, als ob sie ein übergroßes Interesse für die Oefsentlichkeit habe. Es werben dann nur gewisse Stellen des Briefwechsels verlesen. Die Briefe der Frau Fighiera lassen erkennen, daß diese den Angettagten stets in dem Glauben gelassen hat, sse wolle faf) von ihrem Manne trennen und Jttmann dann heiraten. In einem Briefe schreibt sie, cs wäre gut, wenn das Duett bald stattfinde und ihr Mann nachher nicht mehr lebte. In einem Brief vom 21. Oktober schreibt Jttmann, er werde Fighiera im Duell töten, wenn er nicht in die Scheidung willige, imb er sei ein guter Schütze. Es wird darauf die eidliche Aussage ber Frau Fighiera verlesen, bic nicht zum Termin geladen ist, weil fie in Nizza lebt. Sie ist 1883 in Hamburg geboren und war dort mit einem Oberlehrer vermählt. 1911 hat sie Fighiera in Paris geheiratet Im Jahre 1912 will sie eine Zeülang die Msicht gehabt haben, sich von ihrem Manne zu trennen unb wurde darin durch die Bekanntschaft mit Jttmann bestärk. Von diesem Scheidungs- gedankeu tarn sie aber später wieder ab. Das Protokoll bestätigt, was Jttmann selbst über das Verhältnis zu der Frau angegeben' Aus dem Urteil ber Ehescheibungsklage wirb festgestellt, baß die Frau für den schuldigen Teil erklärt wurde. Sie halte zugleich mit zwei Offizieren und mit Fighiera Verhältnisse an- Geh. Medizinalrat Dr. foabertorn als medizinischer Sachverständiger erörtert den Befund der Leiche des Fighiera. Er erklärt, daß zu der Verwundung Blutvergiftung cüigetrcten sei, und so der Sckuß mittelbar die Todesursache sei. Die Sektton bube ferner ergeben, daß keine Lungentuberkulose vorgelegen habe, in dieser Hiniictzt sei Fighiera gounb gewesen. Damit ist die Beweisaufnahme beendet und den Gcschwv reiten wird die Schultchaqc vorgetogt, die auf Zweikamps mit löblichen Waffen und Todesfall lautet. Oberstaatsanwalt Hofmann führt aus: Das Drama, welches Anfang Januar b. I. im festlichen Ballsaal des Kurhauses in Wiesbaden seinen Anfang genommen unb un Sdnncnbcrger Walb sein blutige» Enbe fanb, verlangt Sühne Eine manns- tolle Frau war bic Veranlassung unb zweifellos bte Urheberin Fighiera, der getötete Mann, habe Oxlmut besessen: er habe dem Angeklagten durchaus anständig geschrieben, den Verkehr und den Briefwechsel mit seiner Ehefrau zu unterlassen, unb hak bann «ehr edel gehandelt, als er seine Beleidigung beim Reqi ment zurrnknahm, um dem Angettagten die Uniform zu erhalten, dagegen habe der Angeklagte den Verkehr mü der Frau fort .xcx. Ankläger »childertc bic Sorfmnmnnie im einzelnen imb roenbet fich an die Gefchworcuen, mban er fordert, daß diese die ^ilmlhTranc baahen. ,, ^^ger crDärcn. daß sic das Wort erst nach dem Liahnpruch der Geichwormcu nehmen lverden, da fie allein di Strafeumenung behaitbdn wollten. Nach einer kaum viertelstündigen Beratung verkündet der Obmann die Bejahung ber Schulbfrage, worauf Oberstaatsanwalt Hofmann 31 2 Jahre Festung beantragt. Der Berteibigrr Justizral Dr. Jung hält die beantragte Strafe für viel zu hoch. Ter 9üigcKagte habe gefehlt, aber er sei einer schönen Frau zum Opfer gefallen, deren Vorleben er gefaimt, die ihn verführt hat, unb er sei schon bestraft burd) bcn Verlust seiner Stellung als Offizier. JSä genüge vollständig, wenn man ihn mit der geringsten zuläffigen Strafe von zwei Jahre Festung belege. Rechtsanwalt Falk verweist darauf, daß es nicht die Absicht Jttrnanns war, den Gegner zu töten, nur ein unglücklicher Zufall hat diesen Erfolg herbeigeführt, deshalb liege keine Veranlassung vor, den Angettagten besonders hart zu bestrafen. Der Gerichtshof erkannte danach auf 21/. Jahr Festungshaft. Ms mildernde Umstände kommen die Art in Betracht, wie der Angettagte von Frau Fighiera förmlich verführt worden fei, unb weiter seine Jugenb. Niun Lonne aber ben Angettagten nicht für so unerfahren halten, baß er nicht hätte wissen müllen, wie weit er gehen durste Den Angettagten treffe aber auch eine schwere Schuld, daß die Tinge so gekommen sind, darum habe der Gerichtshof nicht auf bte Minimal strafe erkennen können Aur Stadt und Cant* Gießen, 7. März 1913. *♦ Tageskalenderfür Freitag, den 7. März: Stabt- the ater: ,Ter Revisor/ Anfang 8 Uhr. •• Titel- unb Ordensverleihung. Der Groß- Herzog hat dem Großkaufmann Kommerzienrat Karl Auq. Fischer zu Bingen den Charakter als Geh. Kommerzienrat und ihm bas Ritterkreuz 1. Klaffe des VerdienfiorbenS PhiUppS dcS Großmütigen verliehen. •e Ruyestanbsversetzung. Der Großherzog hat den Oberförster der Dbcrförftcrei Stomborf, Forstmeister Herm. Lautenschläqer zu Stornborf, auf fein Nachfuchen, unter Anerkennung feiner treu geleisteten Dienste, biS zur Wieber- bcrftcQung seiner Gesundheit in den Ruhestand versetzt. Die Stelle wird zur Wiederdesetzung ausgeschrieben. •• Aufnahmeprüfungen im DolkSfchul- lehrerinnen-Seminar. Für die, die beabsichtigen, in das bestehende Seminar für Volksschullehrerinnen zu Darmstadt einzutreten, ist es von Wichtigkeit, zu erfahren, daß die Aufnahmeprüfungen schon vor den Osterserien, am 13. März, ihren Anfang nehmen. Im Unterschied von dem Leherinnenseminar ber Viktoriaschule werden für die unterste Klaffe keine Kenntnisse in fremden Sprachen, sondern nur gediegene Volksschulkenntnisse verlangt, unb etz wird kein Schulgeld erhoben. Die Anmeldiingen sind vorher an die Direktion zu richten nach vorheriger Untersuchung der Schülerin durch den Kreisarzt. — Entgegen ben Bedenken derer, die von dem Lehrerinnenberus meinen abraten zu muffen, fei darauf aufmerksam gemacht, daß gegenwärtig die Unterklaffen der Seminarien schwächer besucht sind. So ist zu erwarten, daß da§ Mehrangebot von Lehrkräften, durch das in den letzten Jahren die sofortige Verivendung der Lehrerinnen zum Teil nicht möglich ivar, allmählich wieder zurückgehen wird, und die Aussichten für bic Lehrerinnen wieder so gut werden, wie sie bisher gewesen sind. ** Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, daß die Aufführung von Parkettsitz Nr. 10 am Sonntag nachmittag bte unbedingt letzte der amüsanten Fliegerposse ist Die Borstellung wird bei kleinen Preisen gegeben, ebenso die Abendvorstellung von „Mein Freund Teddy*. ** Im deutschen Frauenbund für die Kolonien sprach gestern abend in der UniversitälSaula Oberstleutnant z. D. Richelmann über „Wie ich Deutsch-Ost- afrika zur Wißmannzeit und 20 Jahre später gefunden habe/ Der Redner verstand es mit seinen 1*/, stündigen Ausführungen, die von etwa 60 prächtigen Lichtbildern be gleitet waren, die Zuhörer von Anfang bis zum Ende im Bann zu halten. Ausgehend von der Hafenstadt Dar eS Salam machte Herr Richelmann mehrere Reisen in das Innere, besonders zum Ufagaragebirge und zum Viktoriasee. Mit beredten Worten beschrieb der Vortragende die Herrlichkeiten des tropischen Urwaldes, die durchweg recht sauberen Plantagen der deutschen Ansiedler und die Sitten und Gebräuche der Eingeborenen. Am Ende des BortrageS wurde dem Redner lebhafter Beifall gespendet. ** Die Brandschatzung der Geschäftsleute. Eine besondere Charakter-Eigenschaft des Deutschen ist eS, außer der bekannten Gastfreundschaft auch bereitwillig Opfer zu bringen, wenn es fich um großzügige Sachen, zur Ehrung verdienstvoller Männer oder für daS Interesse des Vaterlandes handelt. Selbst bei Gaben zu wohltätigen Zwecken oder für Vereinsförderung kargt man nicht, doch fanden gerade auf letzterem Gebiete in lüngster Zeit leider vielfach Mißbräuche statt. Jeder kleinste Verein auf dem Lande glaubt in den Geschäftskreisen, aus denen Warenlieserungen dorthin erfolgen, die Stelle zu sehen, wo er Mittel für seine Zwecke findet. Die Erreichung der letzteren erfolgt daher mitunter in der Art der Brandschatzung. Ohne irgend jemand nahe treten zu wollen, meinen wir darauf Hinweisen zu sollen, daß diese Art der Selbsthilfe verwerflich ist und dem rechtlich Denkenden gewiß nicht die innere Beftiedigung verschafft. Den reellen GeschästStreiden- den aber möchten wir empfehlen, sich einmütig gegen diese ungerechtfertigten Belastungen zu verwahren, indem sie die geplanten Unterstützungen zurückweisen und dadurch ihr StandeSbewußtsein heben. Landkreis Sieden. — Lich, 6. Febr. In Rr. 53 berichtete man, daß in Wölfersheim am Samstag die Hauptarbeiten für die Zentrale dec elektrischen Beleuchtung fertig geworden seien und Wölfersheim an diesem Sage im Glanze des elektrischen Lichtes gestrahlt hätte. Auch Lich freut sich unb kann die Zeit nicht erwarten, bis Licht und Kraft abgegeben werden. Seitdem die elektrifchc Lichtanlage neben den Petroleumlampen montiert ist, scheint unter ihnen eine wahre Unlust zum Brennen ausgebrochen zu sein. Die eine rußt unb bic anbere riecht. Viele Lichtabnehmer trösten sich damit, daß das Licht bis zum Herbste überhaupt überflüssig sei. Füc bie Kcaftabnehmer wirb eß noch lange em frommer Munsch bleiben. Kreis Friedberg. --- Friedberg, 6. März. Unter den bei dem Torpedo- "glück Ertrunkenen befindet sich auch ein Friedberger, der 21 jährige Willi Hebous, Cohn deS Kasinowins. Er'war erst feit EamStag auf diesem Torpedoboot eingestellt. stehen. Neue russische Uniformen. Die grosse Frühjahrsmode 1913 Die Mode 1913 Eleg. Taillenkleider Die Mode 1913 Elegante Engi. Mäntel Da su Beginn des I samte Vermögen aus die Darmstädter Bank zu übertragen. Dem- Torvcdobootsbesatz- gemäß erhalten die Aktionäre iür eine Breslauer Bank-Aktie ä An. 1200 eine Darmstädter Bank-Aktie ä 1000 Mk und Mk. 30 tu bar. Die letzte Dividende der Breslauer Diskontobank beträgt 9 Proz., die der Darmstädter Bank GM Vroz. Wetteraussicften in Dessen sür Samstag, den 8. März 1913: Wechselnd bewölkt, einzelne Regenschauer, etwas kälter, nordwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Aus der Hessischen Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 7. Marr. 'Die Zweite Kammer W ihre Beratungen mit der 9. Hauptabteilung, Ministerium der Finanzen, sorr. Finanzminister Dr. Braun legt den Stand der hessischen Staats Papiere dar und erörtert die allgemeine Finanzlage nach ihrer technischen Seite. Außerdem sprechen die Abg. Molthan, Stephan und Reh. Ohne Aussprache werden dann die Kapitel 98—101 angenommen. Zu 102, Kataster, spricht zunächst Wolf (Stadecken). , U r st a d t spricht für die Geometer. Geheimrat Dr. Becker gibt ihm 2his- kunft über verschiedene Fragen. Das Kapitel wird dann ohne Widerspruch angenommen. Bei Kapitel 103, Bauwesen, tritt eine Pause ein. Die Konservativen und die Erbschaftssteuer. Berlin, 7. März. Die „Morgenpose' meldet aus Berlin: In parlamentarischen Kreisen will man den Eindruck gewonnen haben, daß der Widerstand der Konservativen gegen eine Erweiterung der Erbschaftssteuer nicht mehr so stark ist wie bisher und diese Steuer vielleicht, zumal wenn sie mit der Wehrsteuer verbunden ist und die Wünsche der Konservativen berücksichtigt, die Zustimmung der Konservativen finden würde. Wie verlautet, sollen nach der Wehrvorlage die Arrneeinspek- teure, die künstigen Heeressührer, schon im Frieden den Einfluß aus ihre Armeekorps erhalten, der ihnen im Kriege zufällt. Die Entscheidung des Kaisers über die Rüstungsvorlage ist am 25. Januar in einer groeßn militärischen Beratung in Berlin gefallen. Die Vorlage wird zwischen dem 20. und 25. Marz fertig fein, so daß ihre Veröfseut- lichung um den 1. April erfolgen kann. Rumänien mobilisiert? Ofen pest, 7. März. „Az Est" meldet au§ Bukarest, daß Rumänien die Mobilisierung begonnen habe, weck auS Sofia die Nachricht eingetroffen sei, daß trotz der Vermittlung der Großmächte Bulgarien auf keinen Fall Silistria abtreten wird. Laut Meldungen auS Sofia hat die bulgarische Regierung in anbetracht des bevorstehenden Friedensschlüsse? mit der Türkei beschloßen, alle Truppen vom thrazischen Kriegsschauplätze nach der bulgarisch-rumänischen Grenze zu dirigieren. 15 Tage nach Abschluß des Friedens sollen alle bulgarischen Truppen kriegsbereit an der rumänischen Grenze Sandel. Breslauer Diskontobank-Aktien. Laut Bekanntmachung im heutigen Inseratenteil hat die Breslauer Dis- kontobank tn ihrer letzten Generalversammlung beschlossen, das ae° Petersburg, 7. März. Ein Ausschuß der Jittendan- turverwaltung hat einen Entwurf zur neuen Uniformierung der russischen Armee ausgearbeitet. Uniformen in Kakifarbc sollen eingeführt werden. Nur die Garde soll ihre glänzende Uniform! behalten. Eine grau-braune Fezmütze soll die verschiedenen Kopfbedeckungen ersetzen. An Stelle des Offizierswaffenrocks werde ein joppenartiger Sportrock treten. Der Unterschied zwischen Paradeuniform und gewöhnlicher Uniform fällt fort. Dar Torpedobootrunglück bei Helgoland. Aus den bisherigen Ermittelungen über den Unfall, der den Untergang des Torpedobootes S 178 herbeiführte, hat sich fol- qmbef feststellen lassen: Die 11 Halbflottille gehörten.der sogenannten Reserveflottille der Torpedodivrsion der Martn^ station der Nordsee. Tie Besatzungen dieser elf Boote bestehen L. Friedberg, 6. März. Stadckverordneten- s i tz n n g. Einige Baugesuche werden ^genehmigt; der Firma Gebr. Ullrich ein Neubau an dem Edelspfad, der Firma Loth u. Bapp die Errichtmig eineS1 Hauses mit Fuhr- werkswage und der Solrn'schen Verwaltung eine Feldscheuer, dem Rudolf Loos ein Neubau. Die Arbeiten und Lieferungen zur Erbauung ein es Krematoriums werden wie folgt vergeben. Maurerarbeit der Firma Loth u. M>pp für 9613 Mk. Steinmeßarbeit der Firma Hch. Damm für 1724 Mk. Zimmerarbeit der Firma A. Gerbing für 1682 Mk. Spenglerarbeit der Firma Th. Eorvinus für 353 Mk. Dachdeckerarbeit ber Firma K. Bolp sür 1396 Mk. Eisenbetonarbeit der Firma H. Reust für 1725 Mk. Turmaufsatz und Blitzableiter der Firma Fr. Fündling für 609 M. Einäscherungsvfen der Firma Gebr. Beck Offenbach für 9500 Mark. Versenkungsvorrichtung der Firma Jul. Wolf in Heilbronn. Der Errichtung einer Seminarschule steht die Versammlung wohlwollend^ gegenüber. Für den Umbau des Ruth'scheu Hauses zur Schule werden 5000 Mk. beschlügt. Die Miete wird auf 900 Mk. festgesetzt. Die Ausnahme der Kinder erfolgt durch den Schulvorstand unter Mitwirkung der Seminardirektion. Der Sanitätskolonne werden 50 Mk. Unterstützung bewilligt und die Anschaffung eines zweiten Wagens beschlossen. Der Wetterauer Reiter-Verein wird die Seewiese für den 1.Juni zur Abhaltung eines Reiterfestes U. dem Kavallerie- u. Train- Verein sür 28.—30. Juni zur Abhaltung feiner Fahnenweihe überlassen. Für die Obst- u. Gar tenbau-Aus- ftellung, die vom 27.-29. September stattfindet, werden 100 Mk. Zuschuß bewilligt. Der ortsübliche Tagelohn wird festgesetzt: männliche erwachsene Arbeiter 3 Mk., weibliche 2,35 Mk., männliche 16—21 Jahre 2.70 Mk., weibliche 2,20 Mark, jugendl. männl. 1,70 Mk., jugendl. weibl. 1,35 Mk., Kinder 1,20 Mk. Das Oktroi-Reglement bedarf nach der neuen Brauovdnung einer anderen Fassung. Auf Antrag kann die Landesfinanzbehörde gestatten, daß die Bestimmungen bis 1919 bestehen bleiben und es soll darum nachgesucht werden. Die Einfiihrung einer Billett-steuer wird beschlossen: Eintrittskarten bis 50 Psg. haben 5 Pfg. und über 50 Pfg. 10 Proz. des Preises als Steuer zu entrichten. Ausnahmen können durch den Bürgermeister genehmigt werden. — Die Stadt entspricht dem Ersuchen der Provinz, die elektrische Betriebs-Einrichtung von jeder stadti- jeten Steuer zu befreien unter der Bedingung, daß die Bureaus hierher verlegt werden. Der Verkauf von 18381 Quadratmeter Gelände des Armenfonds in der Gemarkung Wölfersheim ä Quadratmeter M. 3 wird genehmigt. Die Beratung des Voranschlags wird dis zur nächsten Sitzung vertagt. Der Bürgermeister gedenkt am Schlüsse des Unglücks, das unsere Manne betroffen hat, bei dem eine leider große Zahl Seeleute den Tod in den Wellen gefunden hat, darunter auch einen jungen hoffnungsreichen Friedberger. Die Versammlung erhebt sich von den Sitzen. Der Familie Hebauf soll das Beileid der Stadt ausgesprochen werben. flotte tcilzunehmen. v , „ Am Abend des 4. ds. Mts, waren bei stürmischem Wetter die Nachtangriffe und sonstigen Exerzitien nördlich von Helgoland gegen 11 Uhr beendet. Rach dem Signal des Leiters: „Hebungen beendet", hatten sänttliche Schiffe und Boote die Lichter gesetzt und fuhren nach dem Ankerplatz bei Helgoland, östlich der Düne. Die 11. Halbflottille stand vorn, die Boote liefen, da ein sehr schweres Wetter aufgckommen war, wegen des hohen Seeganges nur halbe Fahrt und mußten, weil die schneller fahrenden Kreuzer noch vor dem Ankerplatz von rück- ivörts aufkamen, der Vorschrift entsprechend, nach Osten ausweichen, um den großen Schiffen zu dem Ankermanöver Raum zu geben. Die geschlossene Formation der Torpedoboote hatte infolge des schweren Wetters sich nicht ganz aufrecht erhalten lassen. ,,S 178" befand sich zu dieser Zett mit seinem Rottenführer „S 177" einige hundert Meter von seiner Halbflottillc Cnt,CSl hierauf „S. 178", unt auf seinen Ankerplatz zu gehen, am Bug des großen Kreuzers „York" vorbeizufahren fhefte, entstand infolge der durch den hohen Seegang verringerten Manö- verierfähigkeit des Bootes Kollisionsgefahr. Die kritische Situation wurde auf dem „York" sofort bemertt. Das Schiff versuchte durch Drehen nach Steuerbord und Rückwärtsschlagen aller Maschinen einen Zusammenstoß zu vermeiden. Es gelang jedoch Nicht mehr „8 178" wurde dickst vor dem Hinteren Kommandoturm getroffen, legte sich stark auf die Seite und sank sehr schnell, da wahrscheinlich der Turbinenraum und der Kesselraum mifge- rissen und vollgelaufen waren. Sämllickfe in der Nähe befindlichen Schiffe und das Torpedoboot „8 177" leisteten sofort tatkräftige Hilfe, die jedoch wegeii des dunkeln, unsichtigen S t u r m we 11 e rs und wegen des hohen Seeganges nur geringen Erfolg hatte 15 Personen konnten gerettet werden. Zwei Seeoffiziere Und 68 Mann sanden den Tod. Da der Dienst auf Torpedobooten außerordentlich anstten- gend ist, ist es selbstverstindlich, daß der Kommandant bie Besatzung nach Beendigung der Hebungen sofort in ihre Hängematten schickt und nur eine geringe Mannschaft auf Deck behält zur Ausführung des Ankermanövers. Daher ist mit Sicherheit anzu- nehmen, daß bei dem außerordentlich schnellen Untergang des „8 178" der größte Teil der Besatzung sich unter Deck und s'ch lösend von dem Unheil überrascht wurde. Die geretteten Mannschaften , 8 178" sind wieder in ihren Truppenteil, in die 5. Kompagnie der zuzeiten Torpedobootsdivision, eingereiht worden. Die Geretteten bekunden, daß das stürmische Wetter daran schuld war, daß nur so wenige gerettet werden konnten. Die Besatzung hatte bis auf wenige Leute das verunglückte Boot bereits verlassen und die Leute trieben schwimmend auf dem Meer umher oder waren in den Rettungsbooten. Sie wurden aber von der furchtbaren See weggerissen und fanden so den Tod. aus Mannschaften im brüten Dienstjahr. Da zu Beginn des l dritten Dienstjahres die Ausbildung der Torpedobootsbefatz-1 ungen als abgeschlossen gelten darf, werden diese mit Ausnahme | eines kleinen Stammes, der zu Konservierungsarbeiten an Bord bleibt, von den Booten heruntergenommen und im Jnlanddienst oder für die weiteren Aufgaben der Torpedodivision verwandt. Die Boote der Reserveflotte bleiben jedoch jederzeit fahrbereit und werden im Laufe des dritten Jahres periodisch, aber überraschend mobilmachungsmäßig bemannt, um sofort zu einer festgesetzten Hebung in See zu gehen. Eine derartige Aktivierung der Boote der 11. Halbflottille hat am 3. d. Mts. stattgefundcn und diese befand sich mit anderen Torpedobootsverbänden in der Nordsee, um dort an größeren Hebungen mit dem Ersten Linienscknsssgeschwader und den Aufklärungsschifsen der Hochsee- Hs tetalä spielt in der diesjährigen Frühjahrs-Mode eine ausserordentlich grosse Bolle! o Ich bringe daher Jackenkleider in ganz besonders grosser und schöner Auswahl! o Mein Sortiment in allen Farben und Grössen beansprucht daher ganz besondere Beachtung! Das MM Kostüms x“? 75- —xi Stoffen Die Mode 19'3 Eleg. Kleiderröcke Konfektionshaus J. Pfeffer Die Mode 1913 Bulgaren-Blusen Theater -Verein. 3. Opernvorstellung: Freitag, den 14. Marz Gesamtgastspiel des Grossh. Hottheaters Wenn ich König wäre! Romantisch-Komische Oper von Adolphe Adam. Im 2. Akt; Indische Tänze, ausgeführt von dem gesamten Ballettkorps. lv7/s Ende nach 10 Uhr. Anfang 7 Uhr. Grösste Auswahl echter chweizer Stickereien Eintrittskarten im Preise von 2—6 Mk. in der Musikalien- handiung von F,. 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Zch bitte alle Leidenden, sich vertrauensvoll an mich zu wenden, (teber Stotterer kann sich mit Hilfe meiner einfachen Methode durch Selbsinntericht in kurzer 3eit von dem Stottern befreien /ohne Medikamente», bei Kindern kann das liebel von den Eltern befreit werden. lEs ist nicht notwendig, das, Kinder zur Sprechstunde mitgebracht werden.» Biele Hundert haben sich in kurzer Zeit mit meiner Methode selbst vom Stottern befreit. äm letzten Zahre gingen bei mir eine grofee Anzahl Danksagebriefe von 'Bertolten ein, die sich selbst mit Hilfe meiner Metdode von dem Stottern befreit haben. ifine grotzc Anzahl Lrigmal Danksagcbriefe liegen in der Sprechstunde zur gesl. Einsicht ans. »Manche hatten vorher Anstalten ohne den gewünschten Erfolg besucht.) 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