Erstes Blatt 165. Jahrgang Mittwoch, (7. September 1913 General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 2(8 Der Sicherer Anzeiger Oft M " B-zuqSpreis. scheint taflitcf), auver ÄÄMÄ ▼ W ▼ monatlich75Ps.,viertel- WW mtottoitor n ittMAor =sEa£^L/IV||Vllvl 44111VlUViSS ^erujprech-Anschlüsse: NM WM Verantwortlich für den tt.r die Nedaktion 112, /w w A .. - politischen Teil: August •äBZ“ General-Anzeiger für Oberhessen SLL-Z- b!™''iS“ tiotatiofisöruct und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei R. ränge. Reöaftion, Expedition und Druckerei: Lchuiftrahe 7. bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seilen. Notwehr oder Totschlag? Im Berliner Landwchroffizierskasino hat sich gestern ein Zusammenstoß ereignet, der noch manchen Anlaß zu Presseerörterungen geben wird. Wir geben daher einigen juristischen Ausführungen unseres Berliner Mitarbeiters schon jetzt Raum, indem wir im Anschluß daran die Einzelheiten des sensationellen Falles darlegen: Im Trcppcnflur des Berliner Landwchroffizierkasinos geraten zwei feindliche Herren der besten Gesellschaft in einen Wortwechsel. Der eine, Kammcrherr v. We st er n Hagen, schlägt dem andern, Prof. Maaß, ins Gesicht. Dieser zieht einen Revolver aus der Tasche und erschießt den Kammerherrn. Die hcrbeigerufene Gerichtskommission läßt den Professor sofort frei. Denn er hat in Notwehr gehandelt. Seine Tat ist nach dem geltenden Recht nicht etwa nur entschuldbar und straflos, sondern berechtigt! Wer die Geheimnisse des Notwchrparagraphen unseres deutschen Strafgesetzbuches nicht gründlich kennt, ist darüber, wenn er lediglich sein natürliches Empfinden sprechen läßt, zunächst doch etwas verwundert. Warum, so fragt er sich, mußte der Professor gleich schießen? Gab es keine andere Form der Abwehr? Warum hat er überhaupt den Revolver in der ,Tasche mitgebracht? Der Professor rechtfertigt sich damit, daß er auf Angriffe des Kammerherrn vorbereitet sein mußte. Und doch war der tödliche Schuß eine durchaus berechtigte Handlung? Kein Kläger, kein Richter kann gegen den Professor vorgehen? Die Gerichtskommission, die den Professor sofort freilicß, hat tatsächlich nach Recht und Gesetz gehandelt. Notwehr ist nach § 53 des Strafgesetzbuchs die zur Abwehr eines gegenwärtigen rechtswidrigen Angriffs erforderliche Verteidigung. Ob der Angriff vorgesehen war oder nicht, ob er von dem Angegriffenen verschuldet worden oder nicht, ist nach dem heutigen Rechte gleichgültig. Selbst wenn der Professor den Kammerherrn durch Worte zum Schlage gereizt hat, ging er dadurch des Notwehrrechtes nicht verlustig. Der Angriff des Kammerherrn mußte allerdings „gegenwärtig" sein, d. h. unmittelbar bevorstehen oder bereits begonnen haben. Der Professor brauchte den eigentlichen Beginn des Angriffes nicht abzuwarten. Der Professor durfte sogar schon schießen, ehe ihn die Hand des Kammerherrn traf. Di-- Notwehr darf zwar nach dem Wort und Sinn des Gesetzes die Grenzen der unbedingt notwendigen Verteidigung nicht überschreiten. Das Maß der „erforderlichen" Verteidigung liegt lediglich in der Heftig- Tcit des Angriffes. Ist die Abwehr des Angriffes auf andere Weise nicht möglich, so Tann auch das unbedeutendste Rechtsaut durch Tötung des Angreifers geschützt werden. Der Professor durfte schießen, selbst wenn ihm die Möglichkeit einer unschimpflichen oder ungefährlichen Flucht geboten gewesen wäre. Die Notwehr blieb berechtigte Handlung. Sie hxirc unberechtigt und dennoch straflos, weil entschuldbar nach Msatz 3 des § 53, wenn der Professor in „Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist." Die öffentliche Meinung könnte aber jetzt dafür sorgen, daß in einem künftigen deutschen Strafgesetzbuch der Notwehrparagraph etwas anders formuliert wird. Die Kommission zur Beratung des vorliegenden Entwurfes hat in dem § 66 die Vorschriften über Notwehr unverändert angenommen. Sie hat zwar dann die früher bekanntgegebenen vorläufigen Beschlüsse hinsichtlich des „Notstandes" nicht in vollem Umfange aufrecht erhalten und verschiedene Aen- derungen angebracht. Notstand und Notwehr sind aber verschiedene gesetzgeberische Begriffe. Der alte Notwehrbegriff ■ I ■! im ist geblieben, die Verteidigung um jeden Preis. Man darf z. B. einen geistesschwachen Angreifer straflos und berechtigt töten, der einem auch nur einen Westenknopf abreißen will. Man darf jeden, auch den geringfügigsten Angriff mit dem Revolver beantworten. Die Einschränkung „erforderlich" in § 53 StGB, schützt den Angreifer zu wenig. Es kann wirklich Tötung oes Angreifers erforderlich sein, um kann wirklich Tötung des Angreifers erforderlich sein, um den Westenknopf, den er mir durchaus abreißen will, zu verteidigen. Diese „T o t s ch l ä g e r m o r a l", die § 227 des Bürgerlichen Gesetzbuchs dem § 53 StGB, wörtlich abgeschrieben hat, ist aber nach unserem heutigen verfeinerten Empfinden ein unerträgliches Privileg für nervöse Empfindlichkeit und brutalen Egoismus. Pflicht des Staatsbürgers ist es, bei geringfügigen Anlässen Ruhe und Selbstbeherrschung zu bewahren. Diese Pflicht wird der Gesetzgeber in einem künftigen besseren Notwehrparagraphen zum Ausdruck bringen müssen. ♦ Wir haben diese Ausführungen wiedergogebeu, obgleich der vorliegende Fall durchaus berechtigte Notwehr annehmen läßt, auch nach dem Volksempfindcu. Wir erhielten nämlich folgende ausführliche Meldung: Einen verhängnisvollen Ausgang nahm ein unbeabsichtigtes Zusammentreffen, das der lippische Kammerherr Rittmeister d. R. Lothar von W e st e r n h a g e n vom Kürassierregiment Nr. 8 im Landwehroffiziers-Kasino an der Hardenbergstraße in Charlottenburg mit dem Porträtmaler Professor HeinrichMaaß hatte. Westernhagen war zu einer Vernehmung vor dem militärischen Ehrenrat geladen, verfrühte sich aber und traf auf dem Korridordes Gebäudes mit dem Professor Maaß zusammen, der in der gleichen Sache als Z i v i l z e u g e vernommen werden sollte und eine Stunde früher geladen war. Beide kamen ins Gespräch, das sogleich mit großer Heftigkeit geführt wurde. Westernhäg en wurde dabei glegen Maaß tätlich; dieser griff infolgedessen zum Revolver, und der Schuß, der dem Gegner ins Herz drang, war von tödlicher Wirkung. lieber den Vorfall wird auf Grund amtlicher Meldung ausführlich berichtet: Der Erschossene, der im Alter von 37 Jahren stand, wurde tm Anschluß an einen Artikel, der im Mai d. I. in einem Berliner» Wochenblatt erschienen war, von verschiedenen Seiten beschuldigt, allerhand Schiebungenin Titelangelegenheiten vorgenommen zu haben. Prof. Maaß, der 53 Jahre alt ist, gehört dem Militärstande nicht an. Er war von dem Ehrengericht lediglich als Zeuge geladen. Seine Vernehmung war beendet. Im Vestibül trat er mit dem Herrn von Westernhagen zusammen. Dieser, cm hochgewachsener Mann von 1,91 Meter Größe, befand sich m Uniform. Er schritt auf den Maler zu und schlug ihm 'nach kurzem, hcftigein Gespräch mit der Faust ins Gesicht. Dann zog er den Säbel und wollte mit diesem auf den Maler eindrinaen. Prof. Maaß, der vorher von den Drohungen des Rittmeisters Kenntnis erlangt hatte, griff jetzt nach einem Revolver, den er bei sich trug, und gab einen Schuß auf den Gegner ab. Von Westcrnhagen, der in diesem Augenblick zur Vernehmung aui- gerufen lvurde, ging noch ein Stück die Treppen hinauf, brach aber alsbald zusammen. Tie Kugel war ihm ins Herz gedrungen Der Maler trat in seiner Aufregung sofort vor den versammelten Ehrenrat, schilderte den Sachverhalt und stellte sich zur Ver- tügung, woraus ungesäumt Staatsanwaltschaft und Polizei von deni Vorgefallenen benachrichtigt wurden. Aus Aus der Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 16. Sept. 'Der Abg. Dr. Stephan hat folgende „dringliche Anfrage" bei der Zweiten Kammer eingebracht: 1. Ist der Großh. Regierung bekannt, daß die Kreisverwal- tung des Krepes Worms die Errichtung einer Bezirks- sparka ssc für die Landgemeinden des Kreises angeregl hat, und daß sic, nachdem und obwohl ihr die Stellungnahme der Kreisstadt Worms zu diesem ihre Interessen schwer schädigenden Plan bekannt geworden ist, durch staatliche und kommunale Beamten der Kreisvcrroaltung die Durchführung desselben unterstützt und fördert? 2. Welche Schritte gedenkt die Großh. Regierung gegen dieses Handeln der Kreisbehörde gegen die Interessen eines Gliedes des von ihr verwalteten Kreises zu hm? ober billigt die Großh. Regierung ein deratiges Vorgehen? Im Falle Soxleth-Wagner ist bekanntlich das seinerzeit gegen Wagner anhängig gemachte Strafverfahren nach der Voruntersuchung eingestellt worden. Inzwischen hatte Wagner das Disziplinarver> fahren gegen sich selbst beantragt, das bis zur Anstellung des Strafverfahrens ruhte, nunmehr aber wieder ausgenommen wurde. Voraussichtlich dürften hier sehr interessante Tatsachen in öffentlicher Verhandlung zur Sprache kommen. Deutsches Reich. Im nächsten preußischen Voranschlag werden, wie wir hören, Mittel eingestellt werden, um int Interesse der Förderung der Wasserwirtschaft den Genossenschaften und Wasservcrbänden die Aufgaben zu erleichtern, die ihnen mit dem Inkrafttreten des Wassergesctzes erwachsen und die zum Teil finanziell sehr bedeutend sein werden. Damit wird einem Wunsche des Landtages entsprochen werden. Ausland. Thron rede der Königin Wilhelmine. Die Thronrede, womit die Königin Wilhelmine die Session der Generalstaaten eröffnete, umfaßt ein weitgehendes liberales Programm, als deren .Hauptpunkte die Ankündigung von Vorlagen auf Einführung einer allgemeinen staatlichen Altersversorguitg vom 7 0. Jahre an, auf Reform der Verfassung zur Ermöglichung des allgemeinen Wahlrechts einschließlich des Frauenstimmrechts und auf Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer unter Erhöhung der Erbschaftssteuer zu betrachten sind. Ferner wird für die Verteidigung Indiens ein Groß- kampfschiff (vermutlich von rund 21000 Tonnen) verlangt und eine Vorlage zur Trockenlegung der Zuydersee ange- lündigt. Die Krankenversicherung wird auf weitere Kategorien von Versicherten ausgedehnt. Heer und Flotte. Die Burg.HohenzoIlern ohne Besatzung. Die langjährige Besatzung der Burg Hohenzollern, eine Konstanzer Kompagnie, verläßt in den nächsten Tagen die Burg, da die Garnison für immer aufgehoben wird. Die Garnison Burg Hohenzollern war eine der eigenartigsten und teuersten Garnisonen, da sie ganz abseits des Verkehrs lag. Die Mannschaften erhielten bis zur Neuordnung der Servisverhältnisse im Jahre 1912 Gardelöhnung, der Schloßhauptmann hatte Anspruch auf 720 Mark, die drei Offiziere auf 432 Mark Tellerzulage im Jahre. Cholera in Serbien. Belgrad, 16. Sept. Trotz aller Maßnahmen nimmt die Cholera in N i s ch in den letzten fünf Tagen zu. Es sollen sich über 80 neue Fälle, darunter viele tödliche, ereignet haben. In Belgrad sollen gestern zwei neue Fäll" fcstgestellt sein. Line neue Ktifts im $ranffurter Schauspielhaus. Aus Frankfurt a. M., 16. September, wird uns geschrieben: Felix Holländer teilt heute der Theatergesellschast hüt daß er nicht in der Lage sei, die Intendanz des hiesigen Schauspielhauses zum 1. April 1914 zu übernehmen. Holländers Gründe zum Rücktritt sind privater Natur. Er hatte bereits für die ganze Spielzeit den Spielplan festgelegt, und die bisher unter seiner Leitung aufgeführten Stücke gaben Zeugnis von seinem ernsten Wollen. Dos Schauspielhaus ist ober vor eine schwere Zeit gestellt, da d i e b e st e n K r ä f t e durch Holländer entlassen sind und die neu engagierten bisher nicht zeigten, daß sie zur Ausfüllung der großen tiefen Lücken geeignet sind. Die Leitung wird vorerst durch die Regisseure weitergeführt. * ff. Gin neues Museum in Antwerpen. Antwerpen zählt jetzt ein Museum mehr: ein kunstgewerbliches. Es ist, wie die „Kunstchronik" berichtet, in der „Fleischerhalle" gegenüber dem „Steen" untergebracht, einem der schönsten noch vorhandenen Beispiele mittelalterlicher Baukunst, bas damit nach vielen Jahren sorgsamer Restauration dem Publikum wieder zugänglich gemacht wird. Die zur Schau gestellten Gegenstände sind zur Stunde noch nicht alle cingeorbnct,J>od) hat man schor: einen’ Uebcrblicf über die kunstgewerblichen Schätze, die die Fleischerhalle bergen wird. Obenan steht eine lange Reihe geschnitzter Möbel aus der Gottk unb vlämischen Renaissance; ein Rektabel des 15. Jahrhunberts; ein Altar mit einer Bekleidung aus vergoldetem Leber, Mechelner Arbeit: eine Beichtbank aus Marmor unb Schmiedeeisen: eine geschnitzte Kanzel vlämischer Herkunft usw. Ein augenblicklich im Museum Plantin besinblicher Schrank aus dem 16. Jahrhundert wirb in die neue Sammlung übergeführt werben. Der geschnitzte hl. Georg, der das ehemalige Antwerpener Tor gleichen Namens schmückte, ist jetzt hier wieder zum Vorschein gekommen. Bemerkt sei noch ein hl. Christoph aus dem 15. Jahrhundert; Fackelhalter der Gilde der Faßschläger aus gedrechseltem Holze nebst einem schmiedeeisernen Stück von dem Balkon des neo. schwundenen „Lantaarnhof"; eine ganze Reihe polychrom behandelter Holzfiguren Antwerpener Künscker, darunter eine Hand, das Merkzeichen der in Antwerpen begründeten St. Lukas-Gilde. Verschiedene Arbeiten aus Mechelner Leder, das vielfach mit dem Csrkw?leder 'rccAechielt wirb, Die Waffen- und Geschütz- abtcilung verspricht burdj bie reiche Auswahl von Mobellen be- sonbers interessant zu werden; ebenso bie ber Kunstschlosserei An Rüstungen gibt es dort u. a. die des Herzogs von Anjou aus bem 16. Jahrhundert. Das Museum ber Fleischerhalle soll nach und nach zu einem Spiegelbilde ber kunstgewerblichen Tätigkeit des mittelalterlichen Antwerpens werben. An ber Spitze' ber .Kommission bcrselben stehen Franz und Vincent Claes, die besten Kenner auf diesem Gebiete. , — Die Krankheit ber Beamten ber braht- losen Telegraphie. In bem Maße, als die Einführung der drahtloien Telegraphie Fortschritte macht, mehren sich die ü-äne, in denen Telegraphisten der drahtlosen Stationen von einer eigenartigen Krankheit ergriffen werden, die allen Anzeichen nach mit der Art ihrer Tätigkeit im engsten Zusammenhänge steht. ^as Leiden äußert sich durch Blutarmut; die Symp- tome sind eine ausfallende Blässe, häufig auftretenbe Kopfschmerzen, Appetitmangel unb Verdauungsstörungen. Genauere Beobachtungen haben eine Abnahme ber roten Blutkörperchen ergeben unb zugleich eine Abnahme bes Hämoglobingehaltes ber Blutkörperchen. Bis zu einem gewissen Grabe wird dieses Leiden durch die ungünstige Installation ber drahtlosen Telegraphiestationen auf vielen Schiffen gefördert: aber es scheint, daß bie Ozon- bilbung der Luft unb bie unmittelbare Nähe hochgespannter Strömung auf ben menschlichen Organismus einen Einfluß aus- üben, ber noch nicht genügend erkannt und ersorsckst ist. Man hat ähnliche Krankheitserscheinungen auch bei den Elektrizitätsarbeitern an den Niagarafällen feststellen können und bei in die Nahe starker Dynamos gelegten Schnecken beobachtete man heftige Muskelzusammenziehungen. ff. Das „fliegende B o o t". In ber letzten September- Woche wird zum entenmal in Europa das „fliegende Boot" gezeigt werden eine Erfindung des belannten amerikanischen Flugzeug- erfinberg Glenn Curtitz. Glenn Curtiß, ber das merkwürdige ö-abrjeug aus dem Waner und in ber Luft wahrscheinlich selbst vormbcen roirb, hat einem Mitarbeiter ber „Daily Mail" jüngst eine Beschreibung bes fliegenbeil Bootes - das übrigens in ben Vereinigten Staaten sehr verbreitet sein soll — gegeben: es ist die üblichen Schwimmkörper zum ^^/wmen aus bem Wasser trägt, sondern ein richtiges ge- flugelte Boot ist- Der flache Bootskörper hat etwa sieben Meter ?rei.te betragt 1 20 Meter, so baß vier Fahrgäste ziemlich bequem bann Platz finden. Auf dem Wasser wie in ber Luft rann ba§ fliegenbe Boot angeblich mit Geschwindigkeiten fahren bie je nach ber Witterung zwischen 70 und 115 Kilometern liegen. Menn Curtttz erklärt sein „fliegendes.Boot" für die Flugmaschinc H, I, 11,, der Zukunft. Gegenwärtig läßt sich ein fliegendes Boot für etwas weniger als 30 000 Mark Herstellen. — Die nützlichen Fremdwörter. Im Kampfe um cm möglichst reines Gewand unserer Muttersprache bekommt man von denen, bie für bie immer ernster bedrohten Fremdwörter eint Lanze einlegen, wohl öfters einmal jugerufen: „Ihr mögt ja in manchem ganz recht haben, aber bedenkt doch, was nützen einer# nicht die Fremdwörter beim Erlernen fremder Sprachen!" Zweierlei muß man solchen Fremdwortferen erwidern. Erstens: ,Jhr seid ja seltsame Volkssreunde; ihr denkt nur an bie schließlich doch geringe Zahl berer, die eine fremde Sprache lernen- baß aber für Millionen unserer Volksgenossen bas Verstänbnis von Zeitungen unb Büchern gerabe burch biefe Frembwörter erschwer! roirb baSJununert euch, wie es scheint, nicht." Zweitens kann man ben spiest umkehren unb sagen: „Die Frembwörter schaden uns beim Erlernen frember Sprachen." Schon mancher Schüler Ichneb ba im Vertrauen auf unsere Frembwörter, im franzöfifckfen Angabe bie Wörter parterre, Perron, coupe, couoert; aber bet geringe- Lehrer rechnete sie mit Recht als Fehler an, beim die ö-ranjoien lagen für diese Wörter rez-be-chaussöe, quai, com- partiment, enveloppe. Nicht einmal la garberobe läßt der Lehrer steifen er setzt bas richtige französische Wort le vesttaire darüber xer Knabe, ber etwa il fest bläme schreibt, ist ein Opfer ber H-rembworterwut vergangener Tage, bie unserem lieben Deutsch w manches angeblich sranzösische Wort aufgebrängt hat unb nun ben Schuler, ber bic fremde Sprache lernt, vom Gebrauch des richtigen französischen Ausdrucks — in dieser Stelle ist es il > est compromis— abhält. Wie diese halb deutschen, halb franzö- Mchen Wörter sogar einem Franzosen, der bas Deutsche lernen will, zu schaffen machen, erzählt anschaulich ber preußische General ber Infanterie Gras Monts in feinen Auszeichnungen über den Aufenthalt Napoleons III. auf Wilhelmshöhe Napoleon, ber al- ehemaliger Schüler bes Augsburger Gymnasiums Deutsch verstaub, mußte öfters um Auskunft über beutsche Ausbrücke bitten, bie ber Form nach französischen Ursprungs find. Da fragt' ei etwa: „Was sind denn charakterisierte Portepee-Fähnriche^" „Was sind Reservebatterien?" Schwer hielt es, ihm die Bedeutung bes Wortes „abkommandiert" klarzumachen. Graf Monts versuchte es aus verschiedene Weise, bis endlich der Kaiser ausrief: „Oh, c'est betarfje". — So erleichtern bie Frembwörter das Erlernen der fremben Sprache! Rau (Zwickau). — Kurze Nachrichten aus Kun st und Wissenschaft. Gerhart Hauptmann roirb seinen Wohnsitz nach Berlin verlegen: er hat in der Kolonie Gruneroalb, Hubertusallee 25, zum 1. Oktober eine Wohnung gemietet. Arbeiterbewegung. Birmingham, Iß SeW. ZwölkVahnarbeiter auf dem Güter bahn Hof der Midlandrcnlwav, die sich rortgerten, die ton Liverpool kommenden (thurr um- und au^ulobcn, wuroen entlassen Taraushin legten die anderen Arbeiter bi? Arbeit nieder Gegenwärtig feiern tausend Arbeiter des Güterbahnhoss Lnftschiffahrt. Ueber den geplanten Ausbau des Luftschiffs- und Flugwesens in der deutschen Marine erfahren wir: Tic Katastrophe mit dem ersten Marinelust- schiss bei Helgoland wird die Pläne deS Reichsmarineamts bezüglich des Ausbaues des Marineflugwesens nicht erschüttern. Zunächst wird der neue „L 2" von der Marineverwaltung übernommen und sofort in Ticnit gestellt werden, tur den untergegangenen Marineluftkreuzer wird ein Ersatz- bau bestellt werden. Irn nächsten Jahre werden wettere Bestellungen auf Marineluftschisfe erfolgen. Die Pläne der Verwaltung gehen dahin, z e h n s o l ch e r Luits d) i N c allmählich zu erwerben und zwar sollen alle L'inncbinc aei Curdaven stationiert werden. Zn Dienst gestellt werden amt Schiffe, '.wei bleiben als Materialrcservc. Für die acht rd)inc der Ausklärungslustflotte sind vier Doppeldrehhallen, für die Reserve zwei feste Hallen geplant. Dazu kommen Kasernen für die Marinelustschifsertruppen. Die Kosten werden von Jahr zu Jahr etat^mäßig angeiordert werden, bis der C'ic samtplan ausgesührt ist Die L bcnsdauer j ^e-' Lustkreuzers währt vier Jahre, nach Ablauf dieser Zei. ist ein Ersatz einzustellen. ' p Für die Flugzeuge besteht folgender Plan: Zu schat- sen sind eine Mutterstation und sechs Aunenstationen mit einem Bestände von 50 Flugzeugen, 36 Flugzeuge stehen im Dienst, 14 bleiben in Reserve Die Mutterstation erhält einen Flugplatz und Kasernements. 3in Frieden sind die Ausjenstalionen nicht besetzt, erhalten aber Flughallen und Materialbedarf. Das zurzeit durch die Helgoländer Katastrophe zusammengeschmolzene Personal wird von Jahr zu Fahr verstärkt werden, je nach den fortschreitenden Indienststellungen in der Marinelustslotte. Die Maximalstärke wird 1480 Mann betragen. Diese Pläne sollen in etwa a ch t Jahren durch- ge führt sein. Die nächsten beiden Etatsjabrc (1914 und 1915) werden etwa 22 Millionen Mark erfordern. Zunächst mögen diese Pläne noch etwas abenteuerlich erscheinen, namentlich nach der Helgoländer Katastrophe, die bei vielen Fachmännern die Verwendbarkeit der Zeppeline im Verbände der Flotte bezweiseln läßt. Man wird aber aus dem eingeschlagenen Wege trotz alledem fortschrcitcn. Noch vor wenigen Jahren besäst Deutschland noch kein einziges Unterseeboot, 1906 das erste, bald werden cs 72 Boote sein. Vor sieben Jahren 50 Mann Untersecbootspersonal, zurzeit 827 Mann, im nächsten Jahre 2600 Mann. Aehn- lief) wird die Entwicklung bei der jüngsten Waffe fein. (Ein Automobilunsall »es deutschen Militärattache'; v. winterseldt in Paris. Paris, Iß. Sept. Der deutsche Militärattache in Paris, Major v. Winterseldt, welcher Deutschland bei den großen Armeemanövern int 3üben Frankreichs vertritt, fuhr heute früh mit seinen russischen und griechi- schen Kollegen in einem Automobil, in welchem auch der mit der Führung der fremden Offiziere im Manöverterrain betraute französische Oberst Dupont säst, infolge deS Bruclws eines vorderen Pneumatiks gegen einen Baum. Die Insassen wurden herauSgeschleudert. Dabei erlitt Major v. Winterseldt Quetschungen an der Brust und an den Beinen, welche jedoch keinen sehr gefährlichen Charakter zu tragen scheinen. Major v. Winterseldt behielt volles Bewusttsein. Er wurde sofort in einem aus Toulouse herbeigeholten Ambulanzauto in das Militärhospital ge- sdiafst. Die anderen Militärattaches erlitten leichte Verletzungen. Die „Agence HavaS" meldet noch folgende Einzelheiten: Der Unfall ereignete sich auf der Garonm-brücke in Grisolles. Der Wagen fuhr in mästigem Tempo, als ihm ein Fuhrwerk entgegenkam, das auf der Mitte der Straste fuhr. Ihn einem Zusammenstoß auszuweick>en, machte der Chauffeur einen großen Bogen und bremste. Das Tempo war bereits sehr verlangsamt, als der Reifen des Automob i l s platzte. Der Wagen kippte um und im selben Auaenblick fing der Bsuzinbe Halter Feuer. Die Insassen der folgenden Automobile kamen den Verunglückten zur Hilfe. Man hob v. Winterseldt sofort auf und trug ihn in ein Privathaus in Grisolles, wo ihm Militärärzte die erste Hilfe angedeihen ließen und feststellten, daß der Zustand nicht ernst zu sein schien, obgleich er über sehr heftige innere Schmerzen Nagte. Er trug zwei leichtere Verletzungen am Kopfe, jedoch keinen Bruch davon. Sobald Präsident Poincarb von dem schweren Unfall erfuhr, sandte er den Oberst Aubert von seinem militärischen Ok'folgc, um sich nach dem Befinden des Verletzten zu erkundigen. Ein ivenifl später, als der Präsident der Republik nm 10.30 Uhr in l Isle Ioudain an kam, konnte er zu seiner Befriedigung erfahren, dast der Zustand des Verletzten nicht so ernst ist, wie anfangs geglaulK nmrbd. Der nriegsminister Etienne telegraphierte, sobald er von dem Unfall Kenntnis erhielt, an das .Hauptquartier, um Einzelheiten über den Unfall und um Meldungen über den Zustand des Verletzten zu erhalten. Er setzte die deutsche Botschaft davon in Kenntnis. 2tii5 Stabt iinb Land. Gießen, 17. September 1913. Vom Manöver des 18. Armeekorps. fr Hauptquartier ©i rite in, 16. Sept. Sieg brr Hess en über die P r c u ft c n. Tic blaue beniiebe 25 Tiviiion war bekanntlich geftern abend östlich des Rabenstriner Grundes auf Freien-Steinau lurüdgcgau- gen, batte auf Befehl ibrcd Kommandeurs, des Generalleutnant v Plüskow, den südwestlich von Freien-Steinau liegenden Winterberg geschanzt und dann biwakiert. Die rote 21. Division unter ihrem Kommandeur Gcncrallcut- nant v Hollen folgte ben Aiitürfgc bcnh.it 7 ruinvn bis an bat 8al*- bach westlich Rebsdors nad) dem Hoherotd-Berq bin und hatte bert die II. ^nfantericbrigabc, bei Fi|chh»ni die 12. Biwaks bezogen Mit beginn en dem Licht trat „Rot" beute den Vormarsch zwilchen Rabmübl und Wettges auf Salz an. doch infolge des berr- frtienbeit starken Ncl'dd vcrzögcNc sich der Vormarsch, zumal die Aufllärung kaum möglich gewesen Die Haue 25. Division gab. als ihr der Vormarsch der Roten gemeldet, die verschanzte 3tdhnta ant Winterberg au», ließ ne nur sänvach als Scheinstellung Irietzt, zog fid> nach Norocii nach dem Röder Büppel und nahm bter eine formidable i'mttien an. 3brr Artillerie, Regiment 25 int» 61, hatte qrifjsrichtimg erkannt und bevor .Liot feine Bau erzen aufgeiahren Tic schweren Felddaubitzen standen mablgcbaft au» dem 'luovcl, bic rote 2L«‘5)iuüwn war gedeckt in dem Walde westlich Radmuhl vorgerückt, auf dem rechten Flügel die 3nfantm?reqimader 38 und «7, links anschließend die Regimenter -^0 tnu 81 und hatte den Wald südwestlich von Salz erreicht Tiefer Vormarsch war „Blau" rechtzeitig durch eine craftc Flicgermcldung imtgeteilt nvrscn. Der Nckel hatte sich, ic mehr die Stunden br-: Tages vorrückten, »er- zogen und war der Macht der Sonne gewichen, so bar die Fi.eger- oftizierc mit ihren Flugzeugen an der Uebung Mitwirken konnten, tnirbci ereignete es sich, daß eine Meldung von einem roten Flieger Blau zugeworfen wurde, die Mannschaften der blauen 10/117 auningen Gegen 11 llhr ging „Rot" durch Salz aut ben Röder-Küppel zum Angriff über, nachdem seine Artillerie, die Regimenter 27 und 63, aus der Höhe südwestlich Tal', aitfgef.ihren und oerwendungsberc11 war, die ichweren Fcldhaubitzci:, Fußart.- Regt. 3, nordöstlich Wettges in Stellung gegangen, die Iniam rie. Regt. 88 und 87, dem Bereich des blauen Gewebrieuers genaht, die Artillerie ausreichend die feindliche Artillerie beschiftigt, einen möglidnt großen Teil ihrer Feuerkraft aber auf die blauen 117er gelenkt- Em überwältigendes Feuer wurde auf die blauen Truppen am Röder'Ä'üppel gerichtet, die noch zurückgehaltenen Teile der Artillerie eingesetzt und die Maschinengewehre 88 gegen die am westlichen Teil des Röder-Kuppels befindlichen Masclnncngewehrc 118 in Tätigkeit gesetzt. Unter dem Heulen der Geschütze, dem nervenerschülternden Taf—Taf—Tal der Maschinengewehre und dem Geknatter der Gewehre stürmte die rote 41. Brigade gegen hie feindlichen Schützenlinien am Röder-Kuppel vor Mit Hurri wurde III. 117 geworfen. Die rote 42. Infanterie-Brigade auf dem linken Flügel jedoch konnte den Angriff nicht mumacken, da sie noch nicht gefechtsbereit war Während III 117 geschlagen zurückflutete, zog Blau Verstärkungen heran zum Gegenstoß. Er gelang Tic 87er und 88er wurden auf Salz zurückaeworfen und gleichzeitig vom blauen Ins -Reg. 118, das aus ter Richtung von Freien-Steinau vorbrach, der rote rechte Flügel, Reg 88, völlig umfaßt und niedergerungen, ehe die 42 Brigade, Regimenter 80 unb 81, Hilfe bringen konnte In dem Moment wurde das Gefecht durch das Signal „Das Ganze Halt?" abgebrochen. Das Manöver des 18. Armeekorps, ein in allen seinen Teilen kriegsmäßig durchgeführtes, hatte fein Ende erreicht. Die Trutoen der 21. unb 25. Division bezogen am Nachmittage nun friedlich nebeneinander Biwak bei Nieder Moos, von wo sie morgen unter Führung des kommandierenden Generals v. Sckenck aufbrechen und gegen einen markierten Feind kämpfen werden. * •• Orden Sangelegenheit. Der Großherzog hat dem Großherzoqlichen Gesandten und bevollniächticiten Minister am Königlich Preußischen Hofe und Bevollmächtigten zum Bundesrat Geh. StaatSrot Dr.-Ing. Maximilian Freiherrn von Biegeleben die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen deS ihm vom Großherzog von Sachsen-Weimar- Eisenach verliehenen GroßkreuzeS deS HauSordenS der Wachsamkeit oder vom weißen Falken erteilt. — Auszeichnung. Der Groß Herzog hat dem Landbriefträger Adam Scholl in Fränkifch-Crumbach daß Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste • verliehen. ** Wegen des Geburtstages der Großherzogin, die heute ihr 42. Lebensjahr beginnt, sind die Schulen geschlossen und die amtlichen Glebäube beflaggt. Auch einige Behörden haben Feiertaqsbienst. ** Unser Regiment kehrt ficute nacht zwischen 1 unb 2 Uhr aus bcm Manöver zurück. ** Kunftexamen. Dem Schreiner Will» Heiner hier, der auf Grund hervorragenber Leistungen aus bcr Bausachschule zu Blankenburg am Harz zur erleichterten Prüfung für ben Einjährig-Freiwilligen-Dienft zugelasfen war, hat gestern biese Prüfung bestanben. "Ein st ellungbesBer fahrens. Wir berichteten s. Ht. barüber, baß bcr Apotheker geh ilfe H. bahicr wegen MeineibsvcrbachtS in Untersuchungshaft genommen worben fei. Die uns bamals geworbene Information, baß der k l a r c Beweis für seine Täterschaft erbracht fei, hat sich als nicht zutreffenb erwiesen. Herr H. ist vielmehr burch Beschluß bes Großhcrzoglichen LanbgerichtS Gießen, Ferienslraskam- Sner, vom 23. August 1913 außer Verfolgung gesetzt, bcr gegen ihn erlassene Haftbefehl aufgehoben, unb bie Kosten bes Verfahrens sind ber Staatskasse auferlcgt worben. Da bic Staatsanwaltsck-aft biefen Beschluß nicht angefochten hat, so ist bas gegen Herrn H. eingeleitetc Verfahren enbgültig eingestellt. Wir hatten über bic Einstellung bes Verfahrens bereits kurz berichtet, haben aber ber vorstchenbcn Zuschrift 'wchmals Raum gegeben, weil, wie uns mitgeteilt wirb, bic Meinung verbreitet ist, Herr H. sei nur gegen Sicherheitsleistung auf freien Fuß gesetzt. ** Ein Weltreifender. Heute morgen sprach bei uns ein Weltreisender Emmerich von Fiebinger vor, bcr bereits seit dem H>. Dezember 1904 von San Franzisko aus unterwegs ist und Kanada, Alaska, Nordasien, Japan, Edina, Arabien, Nord asrika, Spanien, Frankreich, Italicn, Griechenland, Balkanstaolen, Ungarn, Oesterreich, Schweiz, Württemberg, Baden, Pfalz, Luxemburg, Belgien, Rheinproviuz, HessewNapau und Hessen bereist bat. In Bad-Nauheim baue Herr Fiebinger drei Tage Station und wegen hoben Fiebers das Krankenhaus aussuchen müssen. Von Gießen aus will er über Kassel nach Berlin marschieren, iuh von Berlin nach Emden wenden, von dort nach England übersetzen. Nach England bat er noch 1000 Milometrr in Südafrika zu erledigen und bereift nachher Australien 6000 Kilometers Durch Südafrika kehrt er nach San Franzisko zurück. Ter Aelt- reisende gedenkt in Jahren spätestens wieder in San Franzisko zu sein Er hat noch zirka 14 000 iHlometer zurückzulegen, während er bereits 96 650 Krlometer hinter sich hat. Emmerich von Fiebinger legt durchschnittlich 40 Kilometer am Tage zurück unb bat trotz seines langen Marsches seinen Humor noch nicht verloren. Zur Weltausstellung im Jahre 1915 will er wieder in San Franzisko sein. Falls ihm dies gelingt, dann hat er seine Wette, die Welt in 12 Iuhren ohne Geld zu durchreisen, gewonnen und bat in verhÄtniSmäßig kurzer Zeit die 60 000 D. verdient, die ihm als Lohn für ferne Entbehrungen und Müden werden, v. F., der aus Siebenbürgen stammt, ist seinem Berufe nach Ingenieur, und wird voraussichtlich hier einen Vortrag über feine Reife halten. Landkreis Gießen. a. Hungen, 16. Sept. Bei der heutigen Gemeinde- ratSwahl wurden gewählt: Karl Stein, Landwirt, mit 161, August Schäfer, Holzhändler, mit 137 und Johanne« Verleit, Kaufmann, mit 107 Stimmen. Kreis Alsfeld. Im Alsfeld, 16. Sept. Stadtvorstandsfitzuna.) Anwesend: Bürgermeister Dr. Vössing als Vorsitzender, die (Mc- mnnberxit6nutghebtT Koch. Ramspeck, Müller, Braun. Mlmgcl- bdffer, Gundrum, Jakob, Enocrs, Eder, Bastian, Arnold. Festsetzung bcr Gebühr für bic Trichinenschau Ta.- Großd Ministerium des Innern bat dem i^emeinderatsdeschlusz vom 8 Juli 1913, bie Gebühr für TnannenfrfHu auf 25 Psg für da» -r-tiid festzusehen, wovon der Beschauer _*•) Pig er halten unb der Rest in die Stadtkasse stießen solle, die l^cncbmigun« versagt, bo <4 Bedenk n trägt, daß eine so geringe B z chluna c»eS Beschauers nicht für eine sorgfältige Veoback tun oer Vorichiiw'i der Fleischbeichauordnung bürge und »anal eine geropfcnbiiftv Untenudning des Fleische» glichen sei 3n Schl eck, thöfen begenen in denen unter stündiger Kontrolle eines Tierarye» wu Hilke em es 7eid)tnoifoi** große Mengen von scdweincn untersucht würden erschein'- eine verhältnismäßig mebrige (Hfbübi »uLiHig. Im übrigen ist da» Minister-.um damit hnrrrftanN n. baß t*nx Tri- diinenfctaurT für die llnterfudning eines Schweines oder miet ein- geüHjrtcn Fleischstückes 50 Vfg. vergütet werden. Ter Staowoc- stand beschließt, dem Vorschlag ber Schla^tbausk. mmisnon e:U- spreckend, die Trichinenschaugebühr auf 50 Vfg ür ßstzusetzen unb zwar allgemein mit Strlung rom 1. Oktober 1913 ab Von dieser Gebühr 'oll der Beschauer 40 Pig. erhalten — Erlaß erner Zusatzbestimmung für b i e trief tri« zitätSwerkSsatzung bejüglid; Sicher heiis leist ung. Ter Vorsitzende führt hierzu aus, daß das Beitreibung^- Dcriauren nicht bic genügende Sicberhen für den Gingang dce sbädtuchen Gefälle biete unb die Erfahrung gelehrt habe, rote notwendig es fei, daß die Stac>t tu einem Mittel greife, welch > roettcren Verlusten der Scadt bet Konkursen usro. vorbeuge. Tic tiermit vom Staftvorstand bereits betraute Mommifiion schlage vor, in bic Satzung über die Abgabe von elektrischem Strom aus dem Eleftrijitätswerte zu Alsfeld eine Bestimmung auf zunehmen, wonach die Stadt Alsfeld berechtigt ist, für den Eingang des Stromgeldes Sicherheit in der von ihr zu bestimmenden Art und Höbe zu verlangen. Er bittet, diesen Vorschlag amunchmai. Gemeindcrat Jakob äußert Bedenkm dahin, daß es roobl nicht gut angängig sei, diese Bestimmung bei gewissen Vcrsonenklasscn durch zu üihrcn: er hält hingegen eine allgemeine Zurrbfübrung für ratsam. Nach eingehender Aussprache nimmt ber Stadtvor- stand den Vorschlag der Kommission an mit dem Zusatz, daß dem Gemcinderat in ,edcm einzelnen Falle bic Entscheidung milcht. — Auf liochmaliges Schreiben des Großb. Finanzamts Alsfeld, worin das Verhältnis der auf die Gemarkungen Alsfeld und Eifa entfaltenden Teile der Bahnlinie genau angegeben ist, beschließt der Skadworstand, nunmehr unter Aufhebung seines Beschlusses vom 2. September l. I. btc Verteilung der (Gemeinbefteunn der Firma Werner u. Lücke so vorzunehmen, daß gleichmäßig die Hälfte auf die Stadt Alsfeld und dte Gemeinde Eifa enteilt. — Geländeerwerb von der Firma L. Wallach zur Erbauung bcr 3u fuhr ft raße. Die Firma L. Wallach hatte das in die zu erbauende Zufuhrftraße fallende Anlvefen am 1. Juli 1913 schulden- und lastenfrei an bic Stadt Alsfeld zu überliefern, worauf die Zahlung des Kauffchillings in Höbe von 50 000 Mark vertraglich zu erfolgen hatte Nachdem icdoch die Angelegenheit teils mit, teils ohne Verfchulden der Firma eine Verzögerung erfahren batte, und Zahlung des Kaufmeises nicht rechtzeitig und vertragsgemäß batte erfolgen können, ist die Firma L. Wallach um Erstattung des Zinsverlustes eingekommen und hat ihr Verlangen in einem von dem Vorsitzenden bcfanntgcgcbmcn schreiben insofern zu rechtfertigen gesucht, alS sie an der Verschleppung der Sache keine Schuld trage. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß auch die Slabt in keiner Weise ein Verschulden treffe, unb er bereits das Ansinnen abschlägtich beantroortet habe. Herr Wallach wünsche jedoch eine Entscheidung durch den Stadtvorstand und die Finanzkommission habe demzufolge vorgeschlagcn, der Firma Wallach für den geltend gemachten Zinsanspruck, bic Zinsen von 50 000 Mark vom 10. Juli 1913 bis zur Auszahlung des KausgeldeS mit 4* ? Prozent zu vergüten. Nach eingehender Aussprache wird der Vorschlag zum Beschluß erhoben DeS weiteren beschlossen, der Firma L. Wallach für Erfüllung deS ß 4 des Kaufvertrags vom 16. Januar 191.3 für das AiiSmauem ber Ccffnung am Giebel des alten Brauhauses einen Betrag von 40 Mark zu gewähren. Ob dieser Betrag bie Firma L. Wallach ober deren Rechtsnachfolger zu bekommen hat, soll brr Entscheidung ber Bürgermeisterei überlassen bleiben. —■ Dem Gesuch brr Firma L. Wallach wegen Erwerb ber Mauer vor dem alten Braubanse wirb gegen eine Kaufsumme von 15 Mark ohne Pfeiler stattaegeben. — Hierauf bringt Gemeinberak Koch ein Gerücht zur Sprache, nach bent bcr neue Balmbofsvlatz tiefer gelegt werden soll, unb somit die zu erbauende Zufuhrstraße eine mäßigere Steigung, als ursprünglich angenommen, erhalten solle. Die Anregung hierzu dürste gewesen sein, daß bcr Neubau Schäfer hierdurch mehr in seiner Lage gewinnen würde. Er bittet, ber Sache auf ben Grund zu geben. Der Vorsitzende erwidert. baß auch ihm bas Gerücht zu Obren gekommen sei Er habe sich mit bcm Vorstand bcr Eisenbahn baiiabteilung Als selb ins Benehmen gesetzt unb erfahren, haß »oohl Briese darüber gewechselt, aber feine Entscheidung zustande gekommen in frrrr Bau- inspektor Westphal habe versprochen, ber Eisenbabndirektion entsprechende Mitteilung zu machen. Herr Braun erklärt, baß er bet bcr Eisenbahnverwaltung diese Erwägung angeregt habe, da die vorgesehene Steigung von 1: 18 viel au steil sei unb zwar noch weit abschüssiger als bie rnftt bcr geplanten parallel laufcnbeir Marburger Straße. Wenn auch bas GesAle jetzt als nicht zu steil betrachtet werbe, so werbe bcr Stadtvorstand. nachdem die Anlage fertig fei, sicherlich seine Meinung ändern. Eine Tifierlrgung des BahnhosSvvrplatzes, wodurch bas Steigungsvcrhältnis der nennt Straße doch minbestens aus 1:22 bcrabgeniinbcrt werde, liege so- wohl int Interesse bcr Stabt als auch im Interesse des Herrn Schäfer, und auS binem Gesicht piintte hab Wege bic bezeichnete Anfrage gestellt Herr Ramfpeck bcm er Fl hit- zu, daß man doch früher allgemein bic bezeichnete Slngung gebilligt habe, auch Herr Braun habe sie für hinreichend erachtet: er bedürfe hier der Aufllärung und glaubt, cs fei richtiger gewesen, wenn Herr Braun im Stadtvorstand einen entsprechenden Antrag gestellt habe Gemeuiderat Eder pslicht^ der Ansicht Ramspcckü bei unb cradjtet ben Beweg»Trnnd zu der Anregung des Herrn Braun ticierliegnib, da doch irüber olles a& stimmt habe, unb jetzt stimme cS auf einmal nneber nicht. Gemeinde- rat Braun erwidert hierauf, daß er das Recht hab’, eine Frage zu stellen. — Das alte Brauhaus, bad ursprünglich alS Armenhaus gedacht war, soll nunmehr in bcr Schellengasse nach bem Vorschlag bcr Baufommission im 6lannt tn-r s>crberge ausgestellt unb nach ben Plänen des städtischen Baubcamten im Erb- gesckroß als Wagenhalle unb barüber mit Wohnungen eingerichtet werden. Hierzu wird ein Kredit von 5000 Mk. bewilligt: bagegert stimmen bie Herren Braun unb Arnold — Der Vorschlag bet md,u.,ofTnnnion über die Verwendung b« Anbaues bcr alten Volksschule al- Eichamt würbe angenommen Als Miete hierfür werben 300 Mk. jährlich beansprucht — Verschiedene RechnimgS- facbcn toerben genehmigt. — In lucbtöücntlidxr Sitzung inurbe .bcm Itädmchen Baubemntrn Herrn Egner bic befinitioe Anstellung' ocrlicbcn unb bic von ihm zu feinem Dzcnstvcrtrag gewünschten Adanberungen genehmigt. — Als Wasen meister würbe Frau Bruno Herrmann angenommen. — Zum Schlüße svrickü bcr Slabtvos- ftanb noch sein Unbehagen über bad Vorgeben brt 5iird>TTtorftenvorstandeS be>'ct»loß der Stadtvorstand in seiner letzten Sidung. zu der bcantTaqtrn Neubcckimg des Chordacßes erst end- gültig Bc'chlutz zu fassen, wenn bie Bauleitung einen Voranschlaq über bic Hohe der von ber Stabt Alsfeld zu bewilligenden Kosten Vorleben werbe. Ohne teboch diesen Beschluß zu würdigen, hak der Kirchen Vorstand mit bcr Reuschiescrung des bezeichneten Tod>- talfÄ beginnen lassen unb erhofft trotzdem bie Bereitstellung des crrorbcTlidicn KrebitS. Der stadtvorstand war hierüber sehr ungehalten unb versicherte mit Bestimmtheit, daß er spKnach ein nt derartigen Vorgeben bes Kirchcnvornaiides nunmehr zur Bewilli- aung bcr * oft en nicht bereitfinden lassen würbe. — Beginn des Sitzung 5 Uhr Schluß 8 Uhr. sS' Homberg, 16. Sept. Die bereits kur; gemelbet, gab es hier in bcr vergangenen Nacht wieberum Feuerlärm. Balo nam 3 Uhr hörte man Feuerrufe unb gleich darauf ertönten auch idron bie Sturmglocken. Im tiefsten Schlafe geweckr. eilten bie Bewohner unseres Städtchens zu bcm Branoplotz hin, ber sich biesmal im Mittelpunkt bcr Statzl bftanb. Das »yeucr war in einer vollgefüllten Scheune rnt- nanben, bie je zur Hälfte bcm Wcißbindermeistcr Fleischhauer und bcm Gastwirt Karl Rühl ^hörtc. Ein N.uchboa flCTQ^c ,m letzten Augenblick bie zwei Bf erbe N’ Hunt, bie hier untergebradst waren In wen' ?cn Aug,rn- ducken sprang das Feuer auf die angrenzenden Wohnhäuset über unb mit knapper Not nur konnten bic Leute ihre aller- notnwnbiqften Habseligkeiten in Sicherheit bringen. Rasch irin oa Feuer weiter um sich und so würbe auch der Sager- raum des W L. Schepp II. ein Raub der Flammen. Die 'rsuerw'hr batte alle Hände voll zu tun, um bic noch weiter angrenzenben CVbaubc zu retten, cS waren dies besonders die Scheune unb das Wohnhaus des Mctzaermeistcrs Christ. Einmal baue die Scheuer schon Feuer gefangen; es gelang nichtfettende R K2 PABSTj- KocRAucfi! <%/>!/ Fluii-u. Seefische ÄÄWÄMI ioalDbin^-^] e P. QJfenbacAa'/cMai/r>. Jn Apotheken die »/« Ztr.=$l. Mk. 2.50, »le > < Ltr.-51. Mk. 1.00 ÄPOIHJKHER’S Amtlicher Teil. I T R A UERHÜtT A. Salomon & Cie. Visitkarten billigst Brühl’sche Druckerei. Tin Dosen zu L>, 40, /ä u>fo. 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Hauptversammlung der Frie dbc r g e r Konferenz. b Frankfurt a. M., 16. Sept. Die „Friedberger Konferenz" hielt heute unter guter Beteiligung aus allen Teilen oc6 Großherzogtums Hessen zum ersten mal ihre Hauptversamm lung unter der Leitung des neuen Vorsitzenden, Pros D. Diehl (Friedberg) ab. Dem von Prof. Lampas «Friedbergs erstatte tc” SdbreÄeridjt Zuwlge hat die Konferenz im letzten Zahre eine rctdic Tätigkeit entfaltet, einmal durch Veranstaltung von Vorträgen in Frankfurt, Mainz, Worms, Gießen, Alzey, Nidda, Alsfeld, Darmstadt und Friedberg, ferner durch eine frucht bringende Mitwirkung in der Synode beim Pfründengesetz und biblischen Geschichtsbuch. Tie weiteren und zukünftigen Aufgaben de§ Vereins wurden wie folgt sestgelegt: Katechisnrusreform, Schaffung eines Spruchbuches, eines lirchengeschichtlichen Abrisses, Regelung der Patronatsrechte, gesetzliche Mitwirkung des Religions- lehrerstandcs, die Synodalwahlen im Jalpc 1914 und die Werbung von Laienmitgliedern für die Konferenz. — Bezüglich der gegnerischen Machenschaften bei seiner Berufung nach Friedberg gab Prof. D. Diehl folgende bedeutsame Erklärung ab, daß Kirchcnrat D. Preuschen (Hirschhorn) nicht mit den Machenschaften in Verbindung gestanden hat, die ihm (Preuschen) von feiten der Parteipressc zugeschoben wurden. In der Besprechung des Jahresberichts regte Pfr. Hermann (Nidda) den Anschluß an die Gemeindekonfcrenz an; hierzu erklärte 1). Diehl, daß entgegen den weiwerbreitcten Anschauungen die Friedberger Konferenz keine kirchliche Mittelpartei sei- sondern je nach der Konstellation mit allen Lagern arbeite, sie fei eine Arbeitskonfercnz. Auf Veranlassung von Pfarrer Strack will man der Schaffung von Leh'knrsen für kbirchenvorstehcr näher treten. Der von Professor Werner (Friedberg) vor getragene Kassenabschluß weist ein günstiges Bild auf. Das Vermögen wuchs auf 1062 Mk. an. Für die Bildung einer Geschäftsordnung wurde folgender Ausschuß berufen: Pros. Lam Pas, Pros D. Diehl und Prof. Werner aus Friedberg, Pfarrer Dörr (Ossenheim), Pfarrer Grein (Kaichen), Pfarrer Vogel (Reichelsheim t. W.), und Pfarrer Weck (Steinfurth). — Im Anschluß hieran hielt Pros. D. Diehl einen Vortrag über „Reformatorische Gedanken in der hessischen Landeskirche", als deren hervorragendste er die kirchliche Arbeit in und an der Gemeinde bezeichnete. Eine sehr rege Debatte machte den Beschluß der Tagung. Wnuöerw riir- Reisen. ** V. H. C. Eine teilweise Begehung seines letzten Werkes, dec blauen Punktmarkierung, unternahm am Sonntag mit rund 60 Teilnehmern der V. H.-C.-Gießen. Von Großen-Buseck führte der Weg über Bersrod zur Frühstücksrast und Geilshausen nach Wcitcrshain, wo bei Gastwirt Theiß Kasseesialion gemacht wurde Eine überaus genußreiche Wanderfahrt bietet die Begehung dieser Wegebezeichnung und der Naturfreund wird vollauf befriedigt Ucber Berg und Tal, durch Wald und Feld führt der Weg, ab und zu hübsche Ausblicke ermöglichend. So ist namentlich der Blick von dem Höhenrücken hinter Geilshausen, der das Buscckcrtal vom Lumdatal trennt, überaus reizvoll. Hinter Weitcrs- fjain, wo die Markierung, die noch bis Nieder-Lhmen geht, verlassen wurde, nahm für ein großes Stück prächtiger Buchcnhoch- wald ine Wanderer auf. Auch dieser Teil der Wandcrstrcckc (blaues Kreuz>, der zum Schluß über würzig duftende, mit Enzian be- srutöilöend'g Getränk von Dorjügtifiem Wohlgeschmack, 'reizt öen ->^ettr,verscheucht ScfjIaflofigMf und 27lattigteit, ftätft das" &e/amt?Hervenfijftem bei Qtmütcertcgungcn unö den Körper er[dilaffcnden Rtanlfytiten; geistige wie körperliche Kräfte roccöcn schnell gehoben. <- flrztllch bevorzugt. Bekanntmachung. Betr.: Walzarbeiten auf den Kreisstraßen. Wegen Vornahme von Walzarbeiten werden die Kreisstraßen Saasen—Grünberg vom 16. d. Mts. und Harbach—Grün berg vom 17. d. Mts. ab bis auf weiteres für den Automobil- und Fuhrwerksverkehr gesperrt. Ter Verkehr der ersteren ist über Veitsberg, derjenige der letzteren über Reiskirchen—Hattenrod zu leiten. Gießen, den 15. September 1913. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Pr. L g e r. - v . ^Tlach dem Basieren eine Wohltat. Eine 70-jährige Dame hat ein Gesicht wie ein junges Mädchen. . »Bei uns hat es sich von Mutter auf Tochter vererbt", schreibt eine 70-jährige Dame, »und seit Generationen sind wir in unserer kleinen Provinzstadt wegen der bis ins hohe Alter erhaltenen irische und Reinheit unserer Gesichtshant bekannt gewesen. Da ich sehen mußte, wieviele meiner Bekannten sich mit Salben und Mirturen abplagten und doch nichts erreichten, habe ich mich entschlossen, das Rezept einmal bekanntzngeben, das wir immer als eine Art Familiengeheimnis betrachteten und dem wir unsere „eioige Jugend" verdanken. Dian mischt 60 gr Kosenwasser mit 3,5 gr Benzoetinktur und 60 gr Fleurs d’Oxzoin. Das kann man sich hei jedem Apotheker oder Drogisten besorgen. Vor Gebrauch wird die Flüssigkeit immer tüchtig durcheinandergeschüttelt und davon tragt man dann morgens und abends ein wenig mit einen weichen Baumnfolle-Lävpchen oder einem Schwämmchen ganz dünn auf. Bei regelmäßiger Anwendung erzielt man schon in einer Woche eine ganz erhebliche Besserung des Aussehens, so rosig, frisch und rem wird dadurch der Teint. Wir haben das selbst bei ver schiedenen Freundinnen gesehen und es ist das einzige Mittel, das mir selbü benutzen. Es ist unser Familienmittel für alle Haut- Unreinigkeiten, das uns bisher noch nie im Stiche ließ. Wir halten cs für das idealste Mittel zur Erhaltung einer natürlichen, gesunden Genchtshaut. Tas Rezept ist altmodisch, einfach und immer wirksam. Wir würden Ihnen gerne noch andere bekanntgeben, es tft aber das einzige, das wir aus persönlicher Erfahrung gut kennen". Wichtig! Tie beschriebene Mischung ist durchaus unschädlich, sehr zweckentsprechend und kann als absolut zuverlässig wärmstens empfohlen werden. ssu/ Märkte. ko, Frankfurt a. 9)1., 16. Sept. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 10 Wagen Heu, OWagen Stroh. Mau notierte: Veu 2JO—3,OO Alk., Stroh (Kornlangstroh) 0.00-0.00 Mk., Wirr- iroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft ruhig. Tie Zu uhren waren aus den Kreisen Friedberg, Dieburg und Hanau. 1c. Frankfurt a. M. Schwei nemnrkt bericht vom 17. Sept. Ausgetrieben waren 1657 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 63.00-65.00 Alk., Schlachtgewicht 80.00—83.00 Alk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 62.00—64.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00— 81/0 Alt.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 61.00—65.00 Mf., Schlachtgewicht 80.00—82 Alk.-, vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 62.00—64.00 2)1 L Schlachtgeivicht 81—82.00 Mk. Geschäft lebhaft. ic. Frankfurt a. M., 17. Sevt. (Orig.-Telegr. des „Gieß. 91ns.*) Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt p rei fe. Weizen (hiesiger) Alk. 20.00—20.15, Kurhessischer Mk. 20.00-20.15, Wetterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 16.60 bis 17.75, Gerste (Wetterauer) Alk. 16.00—17.00, Gerste, Franken, Pfälzer Nied Alk. 17.-»0-17.25, Safer Mk. 16.00—17.00, Mais Alk. 14.50 bis 1-1.75, Weizenmehl 0 Mk. 32.50—32.75^ Weizenmehl I Alk. 30.50—30.75, Weizenmehl III Mk. 27.25-27.5 '. Roggen. mehl 0 Mk. 27.75—28.00, Noggemnehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenwehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleis Mk. 9.15—9.25. Weizenschalen Mk. 9.35-9LO, Roggenkleie Mk. 11.1 * " ^TÜRKs/PABST^ FRANK FURT-mai hv lief, nach Ucber- Wl|QJnl efnfunft (07281 h»tinr. Heuling, Münzenverg. vermischtes. * B e i dem Hauseinsturz in Koburg wurden insgesamt 13 Personen getötet. Im Landkrankenhaus befinden sich noch vier Verletzte. ,* Bazillengefahr in Hamburg? Die Elbbade- anstalten wurden am gestrigen Dienstag vorsichtshalber ge - I ch lassen, da sich im Elbwasser Bazillenkeime vorfanden, die beim Baden leicht übertragbar sind. Es handelt sich, wie aus'? drücklich hervorgehoben wird, nicht um Cholerabazillen. Tie Trinkwasserversorgung ist in keiner Weise ge- ährdet. * Als Mitschuldiger des Kaplans Schmidt wurde, wie aus New York gemeldet wird, der Zahnarzt Murat verhaftet, der an dem Dienstmädchen Au müller die verbotene Operation vorgenommen haben soll, wobei das Mädchen gestorben ist. Kleine Tageschronik. Aus Luckenwalde wird berichtet: Im Jänickcn- dorfer Forst begegneten am Montag der Revierförster und ein Jagdpächter einem Manne, der auf den Anruf ins Gebüsch flüchtete und auf den Förster sein Gewehr anlegte. Darauf schoß der Förster auf den Wilddieb, der getötet wurde. Es handelt sich um einen gewerbsmäßigen Wilderer aus Neuendorf. In u-irki und seine Söhne. Saxlehner's Bitterquelle HUNYADI JÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibigkeit, Blutandrang, etc. Gewöhn!. Dosis: 1 Wasserglas do//. 11». Malzkeims Mk. 12.00—12.25, Biertreber 12.25—12.50, Raps Mk. 29.00—30.00, Futtergerste Mk. 00,00^-00,00. Alles per 100 Kg. ab. hier. 81 Ic. Frankfurt a. M., 17. Sept. (Orig.-Teiegr. des »Gieß. Anzeigers*.) Kartoffel marft. Mau notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 3.50—3.65, im Kleinhandel Mk. 5.00—5.50 für je 100 Kg. Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, den 18. Sept. 1913: Meist trüb und wolkig, zeitweise Niederschlage, kühl. o__ Wer Bedarf bat Letzte Nachrichten. Ein Zwischenfall im Darmstädter Hoftheater. bs. D a rmstadt, 17. Sept. Ein bedauerlicher' Zwischenfall ereignete sich gestern abend im Hosthrater bei der Aufführung vom 2. Teil des Fan st. Herr JVurt Ehrlc, der den Kaiser spielte und im 1. Att als großer Pan an der Zauberkifte des Mephisto zu stehen hat, kam der Kiste zu nahe und zog sich empfindliche Brandwunden zu. Der Künstler spielte aber trotzdem weiter, so daß der Vorfall fast unbemerkt blieb. Der Weilburger Straßenraub erdichtet! Wiesbaden, 17. Sept. Vor einiger Zeit wurde von Weilburg aus von einem eigenartigen und verwegenen ))taubanfall berichtet, dem ein fremder (tzeschäftsreisender zum Opfer gefallen sein sollte. Es wurde erzählt, der Mann fei im Wald von drei Räubern, davon einer als Frauensperson verkleidet, überfallen, beraubt, gemartert und dann gefesselt im Wald in einen Graben geworfen und seinem Schicksal überlassen worden. Wir haben damals gleich ein Fragezeichen hinter diese romanhafte Geschichte gesetzt, die sich denn jetzt in der Tat auch als Schwindel beraub stellt. Der angeblich unter die Räuber gefallene Weinreisende hat den Ueberfall aus noch nicht ganz festgestellten Gründen erdichtet. Der Reife befindet sich jetzt in Köln in Untersuchungshaft und hat ein Geständnis abgelegt. Wegen Betrügereien verhaftet. Hamburg, 17. Sept. Wegen Betrügereien in Höhe von 500 000 Mk. sind der Oberinspektor Sibbcrs und der Stauer John Stehr von der Hamburg-Südamerikonischen Dampfschiffs- Gesellschaft verhaftet worden. Rückkehr einer Erforschungsexpedition. Trömsoe, 17. Sept. Mit dem Motorkutter „Autun" ist der deutsche Ingenieur Voigt hier eingetroffen, der in Spitzbergen Kohlen- und Mineralfelder untersuchte. Er brachte Tr. Gegener und einen Angestellten Professor Hergesclls mit, die bei Croß Bay stationiert waren. Alle Teilnehmer der Erforschungs- cxpcdition sind krank angekommen. Ein schrecklicher Vorfall auf dem Türkheimer Wur st markt. D ür kheim (Pfalz), 17. Sept. Ein schweres .Unwetter überraschte gestern abend etwa 60 000 Besucher des Dürkheim er.Wur st Marktes. In dem Gedränge, das darauf entstand, wurden sieben Personen, mehrere tödlich, durch Messerstiche verletzt. Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. Neurath. Wollen Sie sparen? Licht-Spiel-Haus BahnhofntraD« 31. Bahnhof»!raße 34. H W Programm vom 16. bis 19. September. kandbutter^lOOvf 64 Cocoschmalz Scheimrdie ■%.36w. 26 Kabliau ohne Kops Soennecken’s Kugelfedern. 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