163. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 81 Erscheint «glich mit Ausnahme des Sonntags. germeifter a. D. Geh. Regierungsuat Dr. Darren» p p und Kommerzienrat Kleinschmidt als Kandi- tra Die nationalliberale Partei Groß-Frankfurts stellte für die "bevorstehende Landtagswahl in Frankfurt Bürgermeister a. D m Die „Gießener Zamilienblötter" werden dem ,2lnictger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie .Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^ä)51. Redaktion:^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. DerrtFches Keid>« Die Stadt Dortmund und das Kaiserjubiläum. Die Stadtverordnetenversarmntung in Dortmund genehmigte den Antrag des Magistrats, aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers für ein Säuglingsheim 150000 Mark mit der Bestimmung zu stiften, daß die Verwendung des Geldes nur nach Maß- aabe eines besonderen Beschlusses der Kollegien erfolgen darf. — Weiter wurden zur Vergrößerung und Vermehrung der städtifchen Parkanlagen 50000 Mark bereitgestellt. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Zu d e n prcußis chen Landtags Wahlen. Dienstag, 8. April 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Zur Annahme der Gotthardvertragr. Vielfach ist in der schweizerischen Bundesversammlung zum Ausdruck crekommen, daß die Erklärungen, btc von der deutschen Regierung unmittelbar -vor dem Zusammcn- 1 treten der Bund es v e rsammlung über die Auslegung einiger j Vertragspunkte abgegeben worden find, viel dazu beigetra- . gen haben, verschiedene Bedeiiken und Einwäirde gegen den Vertrag zu entkräften oder doch wenigstens in ihrer Wirkung zu beeinträchtigen. Wenn trotzdem der Ratronalrat .eine Gegnerschaft von 77 verwerfenden Strm- men aufweist, schreibt die „Köln. Ztg", so erklärt sich das aus der grundsätzlich ablehnenden Haltung der französischen Schweiz, von der kaum etwas mehr als ein halbes Dutzend von ^geordneten für den Vertrag zu haben waren, so erklärt sich dies außerdem aus der Haltung der sozialdemokratischen Partei und der ostschweizerifchen Demokraten. Die Sozialdemokraten stimmten dagegen, weil sie in dem Vertrag ein Werk der herrschenden radikal-freisinnigen Partei sehen, die oMchwei- zcrischen Demokraten, weil ihnen der Vertrag als cm Schulfall für das von ihnen seit einigen Jahren angefochtene Vorgehen des Bundesrats In Sachen der auswärtigen Politik erscheint. Die geschlossenste Gegnerschaft lieferte allerdings — das beweist die Abstimmung und beweisen nicht weniger die Erörterungen, über die wir in den letzten Tagen eingehend berichtet haben — die f r a n - zösische Schweiz, wo die Bewegung gegen den Gott- hardvertrag sehr stark in.einer einseitigen regionalen Interessenpolitik trieb und wo .sie sich, wie wir wiederholt feststellen konnten, unverblümt gegen Deutschland richtete. Von einigen Vertragsgegnern im -Nationalrat wurde über- dies versichert, daß die Bewegung gegen den Gotthard- vertrag nicht gegen das Deutsche Reich gerichtet sei. Was die so häufig erhobenen Bedenken betrifft, der Gotthardvertrag verletze die Unabhängigkeit und gar die Neutralität der Schweiz, so wies Bundesrat Dr. Ludwig Forrer in seinem Schlußwort vor der Abstimmung daraus hin, daß der entsprechende Einwand schon im Jahre 1869 zu Untersitchungen. Anlaß gegeben habe. Es fct aber schon damals tlargelegt worden. Daß es der Schwerz frei- stände, derartige Verträge abzuschlreßen, und Frankreich habe es — wiewohl cs, wie Bundesrat Forrer ausdrücklich bemerkte, durch die westschweizcrische Presse zur Genüge aufmerksam gemacht worden fei — denn auch unterboten auf. i Die vereinigten.Arbeitgeberverbände. Eine für die deutschen Arbeitgeber bedeutsame Gründung hat sich am 5. April in Berlin vollzogen. Die bisherigen Zentralorganisationen, nämlich btc Hauptstelle Deutscher Arbeitgeberverbände und Der Verein Deutscher Arbeitgeberverbände haben sich -zu einem neuen zentralen Verbände, der Vereinigung! der deutschen Arbeitgeberverbände, zusammengeschlossen. Mit dieser Zusammenlegung wird der.Schlußstein in der Entwicklung der deutschen Arbeitgeberverbände gelegt. Tie beiden zentralen Organisationen bestanden seit dem Jahre 1904 nebeneinander und hielten sich an.Stärke ungefähr die Wage. Bisher waren sie durch einen.Kartellvertrag verbunden, nunmehr ist an Stelle dessen eine völlige Vereinigung getreten. Die Satzungen der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, die durch eingehende lVorverhaiidlmigm festgesetzt waren, wurden in der gründenden Versammlung einstimmig angenommen. Erster Vorsitzender ist Fabrikbesitzer Garde n s-Hannover und zweiter Vorsitzender Lcmdrat a. D. Rötger-Derlin. Die Geschäftsführung wurde an Syndikus Dr. Tä nzl er-Berlin übertragen. Maximal- und Minimalbestinmtung auf. .. Die neuen Zollsätze bilden den Maximaltaritz Der Pran dent wird ermächtigt, über gegenseitige Verträge zu verhandeln .und Ländern, welche die amerikanische Zufuhr begünstigen, Zugeständnisse zu machen. Unterwood gab ferner die neuen Zollsätze für folgende Produkte an: Borsäure 21,43 Proz. vom Werte, Leim 14,29 Proz., Rote Mennige 25, Wichse 15, Apotheker- waren 10, Olivenöl 21,5, Fensterglas durchschnittlich 28,31, Glas scheiben 38,45, Fahrräder 25, Hausmöbel 15, Rasiermener 35 Proz. Tie hauptsächlichsten Reduktionen bei Baumwollwaren sind folgende: Baumwollgarne jetzt 19,29, wasserdichte Stoffe 25, fertige Kleider 39, Plüsche 40, Taschentücher 30, Strümpfe 50, Handschuhe 36, Baumwolldamast 25 Proz. Ferner Wollgarne setzt 20 Proz., wollene Kleidungsstücks 35, Teppickfc 20,35, Nähseide 15, gekämmte Wolle 15, wollene Strumpfbänder und Gurte 35, Banmwollvorhänge und Tischdecken 35, baumwollene Strumpfbänder 25, Tischtücher 26, die Zölle auf Porzellanerde und Walkerde werden auf die Hälfte reduziert. Es werden weiter reduziert die Zölle auf verziertes Porzellan auf 55 Proz. des Wertes, geschliffenes und verziertes Glas 44 Proz., Automobile und Motorräder 40 Proz. des Wertes, eiserne und stählerne Schmiedearbeiten und Kugellager werden auf die Hälfte reduziert, Stahlblech, Eisenblech und Weißblech auf 20 Proz., Büchsen- und Sckrotflinten auf 35 Proz., Dampfmaschinen und Druckerpressen auf die Hälfte, ebenso Anstreichfarben und Schwämme auf die .Hälfte des bisherigen Zolles, Bleiweiß auf 25 Proz., Regen- und Sonnenschirme auf 30, Frauenglaeehandschuhe auf 2 Dollar pro ^Un t cr in o ob sagte, daß die allgemeine Herabsetzung der Tarife die Ausdehnung des amerikanischen Handels auf dem Weltmärkte fördern werde, und erklärte, die künftige Entwicklung der großen amerikanischen Industrie liege über See. Aus Jßeftcw. Darmstadt, 7. April. Der Königliche Bankinspektor bei der Preußenkasse, M ag er, hat nach der ,,Franks. Ztg." die erste Direktor stelle bei der kürzlich neugegründeten Zentralkasse De r - h ess is che n l an d w t r t- schaftl. Genossenschaften an genommen. Der neu- gegründeten Zentralkässe sind bereits 120 Genossenschaften beigetreten. Dem Moratorium für die hessische landwirtschaftliche Genossenschaftsbank haben setzt die Gläubiger mit Forderungen von 14 Millionen Mark zugestimmt. zweiter Lesung angenommen. . Hierauf wandte sich das Haus wieder dem .Kultusetat zu, und zwar dem Kapitel „H öh c r c L e hran st a l t c n". Zunächst bringt der Abg. v. Goßler (Kons.) allerl-and Wümche vor. Lebhafte Beunruhigung soll die Tatfache hervorgerusen lmven, daß im letzten Jähre zum ersten Male ein Angehöriger lübi)cfcnl Glaubens als Direktor einer höheren Lehranstalt beftahgt wurde. | Tann vertagt sich das Haus^ Der Unterrichts aus schuß des Abgeordnetenhauses ist über eine Bittschrift des westpreußrfchen Rektorenvereins in Danzig um Erhöhmrg des Mindestsatzes der Am t s- zulagen für V o l ks s ch u l r c k r o r e n am 1000 Mk zur Tagesordnung übergegangen. Eingaben von Direktoren und Ober- lehrern von Mädchenickulcn um Gleichstellung der >emr- n a r i st i s ch v o r g c b i l b e t e n Oberlehrer an Lhzeen mit den akademisch vor gebildeten Oberlehrern wurde ebenfalls verworfen. Regierungsseitig wurde erklärt, daß die seminarfttftch gebilöcccn Oberlehrer an den höheren Lehranstalten für die weibliche Jugend eine Lehrertätegorie bilden, die allmählich verschwuiden wird E« handelt sich gegen wär ft g noch um' 50—60' solcher Ober lehr er. — Eingaben um einheitliche gesetzliche Regelung der Besoldungsv erhältnisse an den öffentlichen mittleren Schulen tvurden der Regiermrg zur Berücksichtigung überwiesen. Die Forderung der Einführung des Hauswirtschaf t l i ch e n Unterrichts als obligatorisches Lehrfach für alle Mädckimschulen bildete den Gegenstand eingehender Verhandlungen im Unterftchtsausschuß. Vom' Verein „Frauenerwerb" iit Berlin und dem katholischen Frauenbu'ld in Köln waren Wünsche geäußert worden, den nur fatuliativ eingeführten hausnnrtschastlichen Unterricht für alle Mäd- ckenschulen, auch für die höheren Töchcer schul en obligatorisch zu machen. Die Durchführung des Gedankens ist so gedacht, daß 20 —24 Volkssckulmädchen der letzten Klasse an einem Nachmittag der Woche in besonderen Schulküchen einen vierstündigen Unterricht im Kochen un.ö im gefaulten Haushalt genössen, angepaßt nn die Bedürfnisse des kleineren und mitrleren Standes. Dabei solle auch das Verständnis für Nährgehalt sowie Kinderernährung intb Kindererziehuug gern eie werden. Die Kosten tragen grundsätzlich die Geinemden, der Staat tritt nur unterstützend' ein. Der Vertreter der U nt er ri ch t s v e r w a lt u n g hob hervor, daß die UMerrichtsberwaltung der vorliegenden Materie volle Unterstützung aiirgc.eeihcn lassen werde. Sie habe auf diesem Gebieie bereits Schritte unternommen. Diese Schritte I>aben bereits Erfolge, gehabt. Gegenüber 657 schulen int Jahre 1906 hätten bereits 1779. Schulen den Un- Die Tarisvorlage der vereinigten Staaten. Washington, 7. April. Die Tarifvorlage ist dem Repräsentantenhause zugegangen. Ter Ausfall an Z o l l ei n n a h m e n , der durch dw Verminderung der Zollsätze verursacht wird, soll burm eine Einkommensteuer eingebracht werden, von der man WO Millionen Dollar erwartet. Die Vorlage sieht die sofortige Reduktion des Zuckerzolles um 25 Prozent und den völligen Wegfall bcs ^mckcr- zolles für 1916 vor. Rohwolle wird sofort zollfrei, ,ltc joIiihgc aller Waren sind erheblich verringert worden. Die Freiliste schließt folgende Artikel em: Fleuch, Mehl, Brot, Stiefel, schuhe, Nutzholz, Kohle, Zuggeschirr, Sattterwaren Eisenerz, Milch, Sahne, Kartoffeln, Salz Schweine Mais Maismehl, baumwollenes Packtuch, landwirtschaftliche Gerate, -eder, Holzwaren, Bibeln, Druckpapiere im Werte von 2V, Cent pro Pfurrd, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Setzmaichrnen, Registrierkassen, Stahlschienen, Zaundraht, baumwollene Krawatten, Nagel, Reif- und Bandeisen, Fische, Schwefel, Soda, Gerbmaterialien, Essigsäuren, Schwefelsäuren, Borax, tzolzwaren einschl. Besenstiele, Faßdauben, Radnaben, Pfosten, Latten und Schmdeln. Folgende bisher zollfreie Artikel werden künftig Zöllen unterworfen: Rohe ungeschliffene Tramanten, Evelsteme, Pelze, Kohlenteerprodukte mit 10 Prozent, flüchtige Oele mit 20 Prozent, Gewürze mit ein bis zwei Prozent pro Pfunds , Unterwood zeigt bei der Begründung der Bill im Hause an verschiedenen Verspielen die Rebukftion der Z ö l l e a u s d e r W e r t b a s i s. Bei gereinigtem Weinstein wurden früher 25,45 Prozent, jetzt 17,85 Proz. vom Werte erhoben, bei medizinischen Prävaraten früher 59,05, jetzt 31,11 Proz., Rizinusöl früher 33,90, jetzt 15 Proz., Waschblau früher 23,59, jetzt lo Proz., gewöhnliche Seife früher 20, jetzt 5 Proz , Backpulver Saleratus früher 21,54, jetzt 8,50 Proz., unverziertem Porzellan und Stcnn- gutwaren früher 55, jetzt 35 Proz., Taschenmesser früher 77,68, jetzt 35 und 55 Proz., Lckferen früher 53,77, jetzt 30 Proz., Messern und Gabeln 41,98, jetzt 27, Baunrwolltückier früher 42,74, retzt 26,69 Proz., gestrickten Hemden und Unterheinden sowie Unterzeug früher 60,27, jetzt 25 Proz., Bettdecken früher 72,69, jetzt 25 Proz., Flanellen früher 93,29, jetzt 30 Proz., Kleidungsstücken für Frauen und Kinder früher 99,70, jetzt 35 Proz., Zündhölzern früher 27,59, jetzt 14 Proz., Gummiwaren früher 35, jetzt 10 Proz. Bei der Einkommensteuer find alle Einkommen unter 4000 Dollar ausgenommen. Einkommen bis zu 20 000 Dollar zahlen ein Prozent, solche von 20—50 000 Dollar zwei Prozent, solche, von 50—100000 Dollar drei Prozent, Einkommen über 100 000 Dollar vier Prozent. Die Vorlage hebt die bestehende Die Nieder-Modauer Eenosjenschastskrise. Darmstadt, 7. April. Heute morgen 8V* Uhr begann vor der hiesigen Strafkammer I der Prozess gegen die vier Angeklagten Adam, Beck, Ihrig und Isaak. Es wird zunächft die Anktagefchrift verlesen und bann die gefälschten Wechsel, die 240 an der Zahl sind, ebenso werden 15 Urkunden bezeichnet, die gefälscht wurden. Es wird dann zur Vernchmung des Hauptangeklagten Philipp Adam geschritten, der die Fälschung zugibt. Die Wechsel habe er alle für den Kaufmann Palmann, der inzwischen verstorben ist, ausgestellt. 2tuf die einzelnen Fälle im allgemeinen eingehend, bekundet der Angeklagte, daß Palmann in früheren Jahren der Kass? Geld zu leihen versprochen hat, hatte von der Bank aber nichts zu beanspruchen. In der Hauptsache handelte es sich nm Äesälligkeits- akzepte. Die Bedeutung der Wechsel will sich der Angeklagte nicht genau überlegt haben. Präsident: Waruni haben Sie dein P. die Wechsel gegeben? Angeklagrer: Weil P. auch der Kasse geholfen hat. Präs.: Zn welchem Zwecke waren die Wechsel? Angell.: P. sagte, er hätte sein Geld festgelegt und brauche Geld für feinen Bau. Präs.: Sie haben auch Blankowechsel gegeben? Angell.: Ja. Präs.: Haben Sie da auch beit Namen Ihres Schwagers, des Bürgermeisters Roßmann braufgeschrieben? Ter Angeklagte gibt bies zu. Präs.: Welchen Nutzen haben Sie gehabt? 9lngekl.: Keinen. Später, als ich nicht mehr unterschreib en wollte, hat P. mir mit Anzeige gedroht. P. hat auch gesagt, baß Isaak ein sehr vcr- mögenbcr Mann sei, ber gleichfalls Bürgschaft übernehme. Präs.: Die Kasse hatte an P. nichts zu zahlen, imb trotzdem' hat P. «außer den Wechseln noch Werturkunden erhalten? Haben Sie diese Urkunden jeinals wieder gesehen? Angell.: Ich habe danach gesucht. Präs.: Nach Urkunden im' Werte von 40000 Mark mußten Sie suchen? Wie Km es, daß Sie so langeffälschen konnten? Angell.: Weil ich Blankoakzepte unterschrieben habe. Präs.: Wie viele? Angell.: Tas kann ick nicht sagen. Es mögen 1000 gewesen sein. Präs.: Unter diese A^epte haben Sie also Ihren und den Namen Roßmänns gesatzft unb es P. überlassen, ben Betrag airsznfüllen? Angell.: Ich traute P. vollkommen. Präs.: Sie wußten also niclß, für welche. Beträge die Kasse einftehen mußte? Angell. : Nein. Präs.: Weshalb taten Sie dem Palmamr diesen großen Gefallen? Wer hat denn btc Anregung zu den großen Festen gegeben, bie gefeiert wurden? Angftl. «sehr erregt): Herr Direktor, ich war nie'dabei. Bei mir sind feine Feste gefeiert worden. Präs.: Waren Sie nickt in einem Kegelklub, wo es hoch herging? Tas Kapital muß doch irgendwo hingekommen sein. Angell.: Ich mußte es dem Palntann geben. Präs.:1 Sie >haben auch Bargeld entnommen? Wie viel war daö? 'ICngcff.: Tas alles weiß ich nickt. Vielleicht etwa 200 000—300 000 Mark ober mehr. Präs.: Sie haben auch Urkunden entwendet Und haben sie an Valmann gegeben. Angell.: Davon weiß ick nichts. Präs.: Was haben Sie beim mit Isaak zu tun gehabt? Angell.: Gar nichts. Präs.: Wie kamen Sie ba^u, Wertpapiere auSzugeben? Angell.: Zur Sicherheit ber ausgeftollten Wechsel. Die meisten bieser Wertpapiere sfftd auch zurückgekommen. Dem Isaak habe ich keine Werturkunden gegeben. Es kommt dann eine Angelegenheit Lorenz zur Sprache, in ber der Angeklagte eine weitgehenbe Bürgschaft, übernahm. Der Präsident betont auch hier, daß bie Kasse bieser Angelegenheit fernstanb. Der Angellagte hat bie Bürgschaft übernommen, nur weil Palmann die Sache so „schön hingestellt hatte". u.er Präsident hält bann dem Angeklagten weitere Falle vor, M denen er leichtfertig mit dem Gelbe anderer mngegangen sei. Präs . .lareit Sie sich klar darüber, baß Sie hier eine Unttcue begangen Haven? Bas preußische Abgeordnetenhaus. Berlin, 7. Apftl. Tie erste Beratung bcs Gesetzt-ntwunes, bctr. btc Verpflickftung zum Besuck c länblicher F o r t b i l d u n g s s ch n len in einer Reihe preußischer Provinzen mürbe fortgesetzt. Der Däne Klop- penborg jieht in bem Gesetz ein Kampf- und Ausnalstuegcwtz gegen bic Dänen, eine Kennzeichnung, die ber LandwirtschasiS- minifter Frhr. v. Schorlemer als unzutteffclw zurückwcist. Tie Einführung des obligaiori|d>crt Religionsunterrichts lehnt der Minister ab. Tic Vorlage geht schließlich gegen tue stimmen brr gesamten Linken an ben verstärften Gemeinbeausschuß. Es folgt bic erste Beratung des Gesetzentwurfes über bie Bewilligung weiterer Staatsmittel (15 Millionen) zur Verbesserung ber W o h n u n g s v c r h ä l t n i s sc von Arbeitern, bic in st a a t l i ch e n B e t r i c b e n beschäftigt sind, unb von gering besolbecen Staatsbeamten. Tic Vorlage finbet fteundlimc Aufnahme. Abg. Dr. Schröber-Kaffel (Tctl.i wünscht, baß die Wiriick-aftlickkcit ocr Baugenossenstkusten, bic überbies tetne Konkurrenz für bas selbständige Baugewerbe bilden dürfen, von der Regierung genau geprüft werde, eine Verzinsung von 5/ ? bis 6 Prozent fei unbedingt notwendig. Ein Regicrungsv/rtrctcr äußert fick zustimmeno. Der Gesetzentwurf wird m erster und Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Sberheften terrickft in den Lehrplan aufgenommen. Man tverbc bald mit 2000 Schulen rechnen können. Ferner sei die Unterrichtsverwaltung in der Sage gewesen, leistungsschwachen Gemeinden, vor allein bei der ersten Einrichtung des 5)aushaltungsUnterrichts erhebliche Beihilfen zu gewähren. Den hauswirffchaftlichen Unterricht in allen Volksschäilen obligatorisch zu machen, sei nicht möglich^ besonders wegen ber großen Kosten, bie ben Gemeinden badurcy erwüchsen. Der Kultusminister habe in ben Lehrplan ber Volks- schullehrerinnrn-Seminare bic Hauswirtschaftskunbe aufnehmen lassen. Vom Ausschuß wurde her Wunsch geäußert, baß durch die dlusnahmc des Hauswirtschaftlichen Unterrichts der übrige Unterricht nicht eingeschränkt werden dürfe. Zunächst solle man in den Städten Versuche machen unb bic Frage erweiter ausgestalteu, wenn 'ich biese Versuche bewährt haben, ^-ie Gesuche würben der Staatsregierung bahin zur Erwägung überwiesen, baß ber Haushaltungsuntevcichl als ein für bic 2lus- bildung ber fünftigen Hausfrau bedeutsamer Lehrgcgenstai^, zunächst in den größeren Schulsystemen der Mädchcnvolksschnle Pflicht- mäßig Ausnahme findet. lassen, eine Einsprache gegen iben Gottharbverlrag erheben, weil es offenbar selbst der Ansicht sei. baß von einer Verletzung der Neutralität nicht die Rede sein könne. „Wir haben", sagte Bundesrat Forrer in derselben Rede, „Deutschland und Italien vrrfprochen, ihre Frachten und Transporte nicht teurer als die anderer Staaten zu, befördern." Daß dieses Versprechen auch nicht von fern einen Eingriff in bie Selbständigkeit der Schweiz bedeutet, diefen Nachweis nochmals zu bringen, erübrigt sich. Tie neue Abmachung trägt dazu bei, ber gemeinsamen Arbeit des Deutschen Reiches und ber schweizerischen Eidgenossenschaft an einer zweckmäßigen unb fortschrittlichen Entwicklung ber führenden mitteleuropäischett Transitlinien eine gute Grundlage zu geben. Bern, 7. April. Der Ausschuß des Ständerates für ben Gotthardvcrtrag hat heute nachmittag seine Schlußsitzung abgehalten. Es wurde mit 12 gegen 1 Stimme bic Ratifizierung beschlossen. _____________________ Der Kaiser in Homburg. Homburg v. d. £>., 7. April. Gütern nachmittag unternahm der gesamte Hof einen Automobil au slflug über Usingen nach Weilburg und durch das Weittal und Weilmünster zurück. Heute vormittag hörte der Kaiser ben Dortrag des Chefs des Zivilkabinetts Wirkt. Geh. Rats ton Valentin und des Vertreters des Auswärtigen Amtes Gesandten ton Treutler. Um 12 Uhr empfingen die Mn- je.stäten den Besuch der Königin Wilhelmrne der Niederlande mit der Prinzessin Juliane und den Prinzgemahl Heinrich. Später empfing der Kaiser eine Aborbtrung des 2. Königlich-Sächsischen Grenadier-Regiments Nr. 101 Kaiser Wilhelm, König von Preußen, dessen Chef der Kaiser ist, zur Ueberbringung des vom König von Sachfen dem Kaiser > verliehenen Dienst-Auszeichnungs- treuzes und zur Ueberreichung einer vom Regiment dar- gebotenen Erinnerungsgabe anläßlich des 25 jährigen Jubiläums des Kaisers. Das Herzogspaar von Cumberland wird am 10. April hier etntreffen und bis zum 12. April als Gäste des Kaiserpaares hier bleiben. Boden. Es wurde rrunmehr sofort zur Landung ge- Fleischpreise in Gieren Lu n e v i l Ic Kg. 92-100 Pfg. Völkerkundliche Husfietiung Eine Ersparnis der Basler Million D7/4) Der Vorstand: O. SÄI o i f c r. h ßaupfciusffeHungsgegenffände; D7 h Zur Saal! Telephon 403. Färbezu Hause^Heihnaiw Farben Weizen 100 Kg. 21.25-21.50 dJif. 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Tie Stadtverordneten in Küstrin haben beschlossen, den durch den Zusammenbruch des Bankhauses Puppe-Kustrin geschädigten Gewerbetreibenden ein Darlehen aus städtischen Mitteln zu gewähren und hierzu eine Anleihe von . 150 000 Mk. auszunehmen im Haushalt! Immer größerer Beliebtheit erfreut sich meine hier am Platz bestehende Einrichtung der Herrichtung von Wäsche als Naßwäsche (Pfundwäsche). Nicht allein, daß zu jeder Jahreszeit die Wäsche blendend weiß ohne Anwendung scharfer Mittel geliefert wird, ist Naß- und Pfundwäsche bei genauer Berechnung erheblich billiger als jede im Haus gereinigte Wäsche. Ein Versuch überzeugt Die Wäsche wird gratis zu jeder Tageszeit abgeholt u. in einigen Tagen zurückgebracht. Besichtigung währ, der Betriebszeit ist gestattet Gross - Wäscherei Die fröhliche ansjauchzende Lebensbejahung ist bei dem hastigen geschäftlichen Streben und bei der gesellschaftlichen Ueberbürdung und Ueber- reizung fast verloren gegangen. 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Tie eine Gruppe soll so lange am Startplatz bleiben, bn> alle Flieger abgeflogen Und, weil ja gerade beim Start leicht Beschädigungen eintreten. Tie zweite Gruppe wird an einem geeigneten Punkt der Flugstrecke ausgestellt. _Tie_ Begleitwagen der Flugzeuge fahren genau bezeichnete Postanstalten an, bei denen sie erfahren, ob ihre Flieger eine Notlandung ausführen mußten. Zur weiteren Begleitung dienen einige Sportwagen. Dem Prinzen, Heinrich stehen als Leiter des Fluges 4 Wagen des Freiwilligen Automobilkorps als Ordonnanzwagen zur Verfügung. Diese Wagen, in denen sich auco Aerzt» befinden, sollen bei Notlandungen Hilfe leisten und dem Prinzen Informationen erteilen. Ter amtliche Bericht über die Fahrt be§ Z 4 nach Frankreich Berlin, 7. April. Der amtliche Bericht des Luit- schiiführers über die Fahrt des Luftschiffes Z. l am '-s. April lautet: Tie Wetternachrichten, die die Zeppelinbaugesell- schäft vor Antritt der Fahrt, die als Höhenprüfungsfahrt nach dem Hasen Baden-Oos geplant war, eingeholt hatte, lauteten derart, daß die Fahrt unbedenttich angetreten werden tonnte. Das Schiff geriet bald nach der Abfahrt in starken N e b e l und Schneetreiben und wurde in dieser Nebelschicht, die die Orientierung w e d e r w n a eh b e r Erde n o ch nach der Tonne zuliest, durch starken ö st l i ch e n Wind verschlagen. Als die Besatzung^die Orientierung wieder aufnehmen konnte, befand sich das stochiff bereits über französischent Kirch strasse 13 a Ferner: Veredelungsmesser, Bast, Baumwachs, | Baumsägen, Kokosstricke, Spaten, Rechen etc. aufstieg des Schiffes -umrde ohne vorherige Erlaubnis der ranzösischen Regierung zunächst verböte n. Das Verbot wurde dadurch unterstützt, dah die Zündkerzen der Motore entfernt wurden. Es fand eine Untersuchung der Schiffe und die Vernehmung der Besatzung statt, in bereit Verfolg die Freilassung des Schiffes und der Besatzung genehmigt wurde. Die Offiziere wurdim auf die Rückfahrt mit dem Automobil bis zur Grenze verwiesen. Einige Leute der Besatzung der Hinteren Gondel wollen bemerkt haben, da st aut das S ch i f f ^g e s ch o s s e n wurde. Diesbezügliche Wahrnehmungen am L-chiff wurdeit nicht gemacht, auch in der vorderen Gondel wurde von dem Schiesten nichts bemerkt. Wenn auch die Bevölkerung sich den Insassen und dem Schiff gegenüber unfreundlich verhielt, _ so verdienen im Gegensatz hierzu die Mastnahmen der französischen Regierung, insbesondere der Militärbehörden, die zur schnellen Freilassung des Schisses führten, Anerkennung. Es sei hinzugefügt, dost die Untersuchung des Schiffes durch Offiziere, darunter au'ch Iburch General H'ir- stch aucr, den Inspekteur des französischen Fliegerwesens, er-- folgte. Unsere Offiziere, die der Untersuchung beiwohnten, sind der Ansicht, d a st man aus dieser Untersuchung nicht schließen dürfe, daß Frankreich nunmehr in derLage sei, uns die Zeppelin - schiffe n a ch z u m a ch e n. AerhcMer Verein für die BaSler Mission. Zur Jahresversammlung in Giesteu, am 9. April, riackrntttagS 3 llbr, im oberen Gemeindesaal, Kirchstt. 0. Wichtige Verhandlungen über die Nationalspende, Borträge von Missionar Möller über den Wert der Organisation der Rheinischen Mifsionsgemeinde, und Missions- inspektor Dr. Vömel über die Bedeutung der Gemeindebildung für Völker mit alter Kultur und für kulturlose Völker. Zur Teilnahme ladet die Missionsfreunde aus Stadt und Land ein Goldküstc Hütte ein.FerischoriesterS Ausrüstung eines Fetischpriesterö Zaubergeräie Negerküche Afrikanische Weberei Missionsschülerarbeiten ffieue Kraft durch Biuson! Ich trank Bioson zur Kräftigung und Bluterneuerung bei Blutarmut und allgemeiner Schwäche und habe damit den denkbar besten Erfolg erzielt. Mein Allgemeinbestnden besserte sich merklich, Kraft und Energie nahmen wesentlich zu 'E- Wieder, Schweidnitz, Untere Wilhelmstr. 22. Unterschrift beglaubigt: 8. Januar 1913, Groeger, Kgl. Notar. Bioson nur edit in grossen Paketen ä Ml. 3.— in Apotheken, Drogerien. (b”/3 J^ieb der Akademie für praktische Medizin und Direktor des pathologischen Instituts h'T stad fischen Krankenanstalten in Köl n n. Rh. Berufen worden. Den Strafrechtslehrer Geh. Rat Tr. jur. Emanuel Ritter v. U l l m a n n , orb. Professor der Universität M ü n- chen, ist in Wien int 71. Lebensjahre gestorben. hk. Seminar für landwrrt i ch as 1 li ch e 23 c r • wall u ngsk n n d c. Aus Königsberg i. Pr. wird der „ö'orb- schulkorr." gemeldet: 23on besonderer Bedeutung für die studieren' den Landwirte ist das an der Universität Königsberg im Ent- flehen begriffene Seminar für landwirtschaftliche Verwaltungs- lnnde. Es ist hervorgeaangen aus den unter Leitung des Pro- tessors der Staalswissenschasteu Dr. G e r l a ch seit 1910 an der Universität abgehaltenen agrarpoliliscl en Uebinigcn. Zn denr Seminar für landwirtschastliche Verwaltui gs'unde soll solchen Land- wirten, die Leiter grosser Gutsbetriebe zu werden beabsichtigen oder aber als Beamte von Landwirtschaslskammern usw Stellungen übernehmen wollen, Gelegenheit zu einer ziveckentsvrechenden Ausbildung gegeben iverden. Der Studiengaug soll sich aus Vor- lesungeit und Uebungen zusammensetzen. ?lls Lcfonbere Lehrgegen- sta'nde des Seminars sind hervorzuheben: Landwirtschastsrecht, landwirtschaftliches Kreditivesen und Besitzbefesligung, ländliches Genossenschaftsivesen, landwirtschaftliches Versicherungswesen, innere Kolonisation und Arbeiter-Ansiedeluna, ländliche Wohlfahrts* und Heimatspstege, Technik der landwirtschaftlichen Verwaltung, land- ivirtschastliche Handelskunde, Buchsührung und Bilanzkunde. EDELWEISS ™ Krofdorfer GIFCCFM Krofdorfer „ ® Straße 12 vJlL-OÖILlN Straße 12 B S3 Fernsprecher 487 (DIT/2) Fernsprecher 487 H Brotpreise in Gießen I Weißbrot 2 ttg. 56 Big., | Schwarzbrot 2 Kg. 48 Pfg. : Ja. Präs.: Sie haben auch die Bilanz: ausgestellt. Zunächst 'mit Hilfe des Lelwers Adelberger, später Be stunde. Präs.: In einer halben Stunde Tonnte man so wichtige Bilanzen erledigen? Wussten Sie, daß die.Bilanzen nicht richtig waren? Angell.: Ja. Präs.: Warum haben Sie uirin gesagt, dass die Bälanzeu nicht ftiinmen? Angell.: Tas konube ich doch nicht. Präs.: Weil Sie wussten, daß Sie sonst -ins Zuchthaus kommen. Angell.: Ja. Präs.: Sie haben auch Einnahmen, die Sie gehabt haben, nicht gebucht? Angell.: Ja. Der Augollagte gibt dann eine Reihe von Einzel- fällen an. lieber 350 000 Mk. hat er auf diesem Wege an sich gebracht. ^Präs.: Als Sie von Ihrem Posten enthoben wurden, stufst en Sie doch, daß Sie die Bank ikm! .Hunderttau sende geschädigt^ hatten. Wie konnten Sie sich bann noch einmal von Be-k 27 000 Mk. geben lassen? Wie tob eit Sie es überhaupt fertig gebracht, dass Ihnen Beck das Geld gegeben hat? Der Angcllagte kann hierauf teilte bestimmte Antwort geben. Präs.: Wie kam es, dass Sie abgingen? Angell.: Weil ich eingesehen habe, dass es nicht mehr geht. Präs.: Sie sind doch aber Kontrolleur geblieben, wie kam denn das? Angell.: Das weiß ich nicht. , Ich habe mich nicht dazu gemeldet. 1907 ist der Angeklagte auch von diesem Posten enthoben worden und, wie er angibt, auf Veranlassung Z-hNigs. Präs.: Von den gefälschten Wechseln haben Sie Ihrig, Beck und Isaak nichts gesagt? Angell.: Nein. Präs.: Die Wechsel waren nicht gebucht. Etliche sind doch aber 1905 bezahlt wordeit. Ist denn da nicht gefragt worden, warum diese Wechsel nicht gebucht wordeil sind? Angell.: Ihrig hat gefragt. Präs.: Was sagte denn frei Herr Kommerzienrat? Angell.: Er hat gesagt, dass daö nicht mehr sein dürfe. Tie Kasse dürfe nur mit der Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Verkehr treten. Präs.: Haben Sie auch gesagt, dass das Csefälligkeitswechsel waren? Angell.: Ja, aber Palmann hat die Sache herumgedreht. Es wird dann auf die Geschäftsführung im allgemeinen eingegangen. Der Angeklagte gibt nochmals zu, mehr als 1000 Blankowechsel an Palmann gegeben zu haben. Rechtsanwalt Sch ö dl er, der Verteidiger Becks, stellt den Antrag, dem Angeklagten Adam jeden einzelnen Wechsel nochmals vorzulegen, damit dieser angebe, welcher gefälscht sei und welcher nicht. Adam habe gar kein so ausgezeichnetes Gedächtnis, wie er hier glauben machen will. Tadurch, dass er so leichtferttg alles zugebe, belaste er auch die anderen Angeklagten. Ter Präsident^ bittet den Verteidiger, seinen Antrag während der Beweisaufnahme zu formulieren. ES wird dann die Flucht des Angellagten am 8. August 1911 besprochen. Hierbei ist es besonders von Wichtigkeit, fest, zustellen, ob Adam gewarnt worden sei, und ob ihm von einer Seite Hilfe zuteil geworden sei. Der Mitangeklagte Ihrig ist beschuldigt, dem Adam zur Flucht verholfen zu haben. ' Der Angeklagte Lldam gibt an, vor seiner Flucht noch 200 Mr. aus der Gemeindekasse entnommen zu haben. Tas übrige Geld will er aus Mieten, die er airs seinen Häusern ziehe, erhalten haben. Im ganzen sollen es 500 Mk. gewesen sein. Ter ?lngellagte beitreitet entschieden, daß ihm eine Warnung zuteil wurde. Der Präsident bezeichnet eS als sehr unwahrscheinlich, dass Adam von der damaligen Erregung nichtt' gemerkt haben sollte, die doch in den weitesten Kreisen herrschte. Auf die Frage des Staatsanwalts Dr. Krug, wie denn Pali^nn eine solche Macht über den Angellagten erlangen konnte, wei^dieser feine Antwort zu geben. Die Sitzung wird um 1 Uhr abgebrochen und bis morgen Dienstag 81/s Uhr ausgesetzt. '/. , 94—98 /, , 84-100 Schlachtviehpreise in Frankfurt a. Ak. Ochsen Kalber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 75-93 Mk. '/, Kg. Schlachtgw. 85-110Vf. , 74-77 „ Getreidepreise in Mannhei in Bahnhofstrasse 64 , Pfgo®Tage a)geg. Oblig. 412 084.78 94 649.67 440.- 59 559.08 Gießen, 29. Mürz 1913. a-9/s Gewerbebank zu Gießen e. G. m. b. H ♦ W. Moefer C Loos L. Walther 2103 Kuhl. keine Einwendung. [B8. Mark. 35000 Mark. 20000 das Hol.;. (B8/. ©@©©@©®@ © GGEOOGGG 15000 und Llngehörigcn von Lungenkranken. D7, 4 Nernlcldung von Ansteckung. Volt. B7* 5 GGGGOGAG • OOGGOOGÄ MMHG 11 771.99 17 870.19 Ausgabe von 2lttcsten für Älrifnahinc in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur werden repariert, sow. neu überzogen schnell und billig. Mitgliederguthaben Reservefonds Spezialreservefonds Nachlässe für noch nicht fälligeGüter- kaufgelder Reingewinn 430.— 15 073.55 8 277.92 Abgang in 1912 . . . . . Mitgliederstand Ende 1912 . . Ter Vorstand Mitgliederstand Ende 1911 . . Zugang in 1912 . . . . . Aktiva Ausgeliehene Kapitalien u. zwar folgende Einlagen: 1. Geh. Kommerzienrat Dr. Wilhelm Gail in Gießen eine Sammlung von Altertümern u. Gegenständen der Völkerkunde im Werte von . 2. der Oberhessische Geschichtsverein zu Gießen eine solche im Werte von 3. die Stadt Gießen eine Sammlung von Altertümern im Werte von 400.— 3 874.40 Mark. B8/< d)geg. Bürgschaft , c) geg. Güterkaufgelder d) geg. Wert- papieren.d. Kurs vom 31. Dezbr. 1912 Kassenvorrat Ausstände Mobilien nach 10^/gAbnutzg. 590 140.98 . . 241 . . ______8 249 . . 10 . . 239 Gewerbebankin Gießen Angeiragene MssWüst mit WMek HWiK. Bekanntmachung In unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Oberhessisches Museum und Gail'sche Sammlungen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb von Altertümern, sowie von Gegenständen der Völkerkunde, der Kunst und des Gewerbes und ihre Aufstellung in geeigneten, dem allgemeinen Besuch zugänglichen Räumen. Das Stammkapital beträgt 70000 Mark. Zum Geschäftsführer wurde Dr. Carl Kramer, Hauptmann a. D., in Gießen bestellt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 30. Dezember 1912 festgestellt. Die Gesellschaft wird durch den Geschäftsführer, der Direktor der Sammlungen ist, vertreten. Die Gesellschaft endet mit dem 1. Juli 1936. Die Gesellschafter leisten auf das Stammkapital (Medizinische Klinik, Klinikstraße). prechstundc: Jeden Mittwoch abend von 5-!/27 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken medizinischen Klinik und der schönen Aussicht, 2 kleinere Grundstücke hinter dem Schlachthof. ' B-, Der in der außerordentlichen Generalversammlung vom 19. März 1912 gefaßte Beschluß, unsere Bank in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht umznwandeln, ist nach Ablauf der gesetzlichen Wartezeit nunmehr gerichtlich eingetragen worden und die Umwandlung damit zur Durchführung gelangt. Der Geschäftsanteil ist wie bisher auf Mk. 1000.— belassen, doch können die Mitglieder für die Folge zwei Anteile erwerben. Die Haftsumme der Mitglieder ist auf Mk. 2000.— für jeden Anteil festgesetzt. Ne» ei»trete«de Mitglieder und Mitglieder, die einen zweiten Geschäftsanteil erwerben wollen, nehmen an der Dividende des laufenden Jahres zn dreiviertcl teil, sofern sic ihre Geschäftsanteile bis längstens 15. April er. cingezahlt haben. Anmeldungen zum Beitritt neuer Mitglieder nehmen wir brieflich oder während der Geschäftsstunden an unserer Kasse jederzeit entgegen. Zn etwaigen weiteren diesbezüglichen Auskünften sind wir stets gerne bereit. Lieferungs-Vergebung. Der Bedarf an Kleider-, Weißzeug- und! Bettwerkftüüen der chirurgischen Universitäts- Klinik für das Rechnungsjahr 1913 soll auf dem Wege öffelltlicher Ausschreibung vergeben werden. Passiva Jfl Kapitaleinlag. 555 784.40 Par- ib Borschutz-Berern (eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpsiicht) zn Staufenberg. Bilanz am 31. Dezember 1912. Italiener, WMbttk. AuS meiner Svezmlzucht m. freiem Auslauf gebe Brut- cicr ab p. Stück 40 Psg. unter Garant, s.Befruchtung, 1 Tag alte Kücken ab 30. März p. St. SO Psg. tnkl. Packung, lebende Slnhinft garantiert. Vorausbestellung erforderlich. 116:13 Geflügelzucht Tal Josasat K.Magnrr6,2imbural9ahM. Stephan, Direktor. Kraft, Rechner. Kaiser, Kontrolleur. GeneralversammLung Sonntag, den 20. April d. Js., uachm. 3 Nhr, bei Gastwirt Louis Geißler, dahier. Tages-Ordnung: 1. Vorlage der Rechnung 1912. 2. Beschluß über die Verwendung des Reingewinns. 3. Annahme eines Dieners. ■ 4. Wahl des Aufsichtsrates. 5. Verschiedenes. Die Nechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten bei deut Rechner offen. Staufenberg, am 7. April 1913. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. Gelüudeverpachtmrg. Mittwoch, den 9. Avril sollen an Crt und Stelle In unser Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: Die Firma Ingenieur Heinrich Brinkmann, Ingenieur-Bureau zu Gießen, Inhaber: Ingenieur Heinrich Brinkmann zu Gießen. Dem Kaufmann Julius Weniger m Gießen und dem Ingenieur Willi Paetsch in Wetzlar ist, und zwar jedem für sich allein, Prokura erteilt. Gießen, den 3. April 1913. Großherzoglichcs Amtsgericht. Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Mit Rücksicht auf die zurzeit bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbrändcn mache ich darauf aufmerksam, das; eS verboten ist, mit unbewahrtem Feuer oder Vicht einen Wald zu betreten oder sich diesem zu nähern, oder in der Nähe eines Waldes Feuer anzuzünden. lB' 4 Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis aus Art. 39, Ziffer 2 des Feldstrasgesetzes vom 13. Juli 1904 nufncforbeit, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis 20. April 1913 cinznballcu. Diese Bekanntmachung findet aus die Militärbriestauber ■ In der Zeit vom 10. bis cinfchliefilich 30. Avril 1913 werden die sämtlichen städt. Stranenkanälc gespült. Während dieser Zeit sind die Nuckstattverschlüsse an Grundstucksentwässerungen verschlofiett zu halten. B9/< Die Pslasterarbcitcn vor der Universitätsbibliothek t5cke BiSmarck- und Mevlcrftranc sollen Montag, den 11. April d. F>, vormittags 111 ? Hhr, aus unserem Ties- bnuomt vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden daselbst offen und sind Angebote auf Vordruck bis zum vorgenannten Zeitpunkt an das Tiesbauamt einzttreichen. — Zuschlagsfrist 4 Wochen. Die Pflaster- und (sbaussierarbeit zur Hofherstellung beim 'Neubau der Dberrealschule soll Lamstag, btn 19. Mi! i>. Z., nurmittaflö 10 Uhr, öfientlich vergeben werdett. 1B®7 Arbeitöbesclireibutig und Bedingungen liegen auf dem städtischen Hochbanamt zur Ginfscht offen. Attgebole auf Vordruck, der daselbst erhältlich, siyd bis zum genannten Termin dorthin einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. sehen, sind bis zum 23. April l. I., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 8. April 1913. b8/4 Großh. Verwaltung der chirurgischen Univ.-Klinik. Die KöttiAl. ^berförfterei Krofdorf verkauft freihändig aus dem SchutzbezirkKrofdors folgende Fichteu-Stäiume und Stangen: Distrikt 2, Forst: 2 Stämme 2. Kl. 13—17 Mir. lang, 32 Ztm. Dchm. —2 42 Fstm.; 21 Stämme B. Kl. 11—16 9)1 tr. lang, 23- 29 Ztm. Dchm.—13,4,3 Fstm. Distrikt 8d, ^cfchctts- wald: 13 Stangen 1., 38 St. 2., 139 St. 3. Kl. Distrikt 22, 24 u. 25, Kübbett: 1 Stamm 2. Kl. 22 2)ltr. lang, 23 Zlm. Dchm.---1,08 Fstm.) 12 Stämme 3. Kl. 14-25 lUtr. lang, 20 biö 28 Ztm. Dmm. ■=- 8,96 Fstm.: 63 Stailuue 4. Kl. 8 bis 18 Mtr. lang, 11—22 Ztm. Dchm. — 17,09 Fstm. — Gebote hierauf sind pro Festmeter Stammholz und pro Stück Stangen bis zum 24. April an die König!. Cberförftcret Krofdorf zu richten. Dieselbe erteilt auch Auskunft über Gießen, den 4. April 1913. Großherzogliches Amtsgericht. Bekänntmachttttg auf die Dauer von 6 Fahren verpachtet iverden: nachmittags.3' > Nhr 3 kleinere Grundstücke am Schiffen- berger Weg bei demBahnwärterhauS und links bei den letzten Häusern, etwa 20 kleinere Grundstücke bei der ™ |S b R jRs H eh FH2 O u. Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr.Rover), Leipzig Färberei 8m. Rover, !]■«« chemischeWaschanstalten Chem. Reinigen u. Färben v. 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Beste Gelegenheit zur Ausbildung als Herrenfahrer oder Berufs- Chauffeur :: Anmeldung kann jederzeit erfolgen. o<>o c*j 0< o< o< o< »o<>o Hessische Automobil-Zentrale Kronenberg ßt Schilling Telephon 2059 Giessen Süd-Anlage 7 ü □ O In der Wrosth. Vanbe{M?eib und Pflegeanstalt bei Goddelau iPhilivvShospitall sind mehrere Wärtcrstcllcn au besetzen. Kräftige, lebige, innge Männer, nicht unter 19 Jahre alt, wollen sich bei unterfertigter Ttelle melden. Wcbnlt 450 Dtnrt steigend nach 3 Jahren biß 600 Mark bei freier Station und Dienstkleidung inkl. Schuhen. Nach Ojähriger tadelloser Dienstzeit wird eine Prämie von 1000 Mark gewährt. Daselbst sind auch mehrere Wärterinncnitellen nut einem Nnfangsgebalt von 300 Mk. steigend bis 450 Mark bei sonst gleichen Bergunuiguiigen au besetzen. torostb. Direktion der ^andcS-Heil uub Pflegcaustalt „PbilivvSbosvital^ bei tooddelau. Dr.'JJlnne r. [D\< Stellentjesuche Verkäufe b .'iuv. Junge v. ^ande list' ,J > s.2lnsangsstelle als Vnufb. ob. 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