Nr. 7 LrschetM tögllch mit Ausnahme de» Sonntag». Die „6kßenet 5amiltenblStter- werden dem .Anzeiger' otermal roäcbenthd) deigelegl. da» „Krclsblati für den «ret» Lietzen- zweimal wöchentlich. Die ..Landwlrttchaflltcher, Leit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. 163. Jahrgang Donner?ing, f). Januar W13 Lietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen iRotattonghrud an* «erlag »ei !8t0bl*ldjee Unmerfnotc - Ruch- unb «Btemörudetel ÖL Lange. G'etzen. iHebnrnon Srnedition unb 1)ruderet: Schul- (troße 1 ErvediNon unb ‘«erlag e^s# 6L Stedaktwm^ÄGi 12. LeU-Adr^Anzeiger'L'etzen. den Präsident des Reichseisenbahnamtes Wackerzapp: ver- Be- in Mb. Deutscher Reichstag. 85. Sitzung, Mittwoch den 8. Januar. Am Tische des Bundesrats: Wackerzapp. Präsident Kacmpf eröffnet die erste Sitzung nach den Ferien um 2 Uhr 15 Min. und führt aus: Da Sie alle wieder zu neuer parlamentarischer Tätigten hier erschienen sind, gestalte ich mir, Ihnen allen ein gesegnetes neues Jahr und einen ersprießlichen Erfolg unserer gemein- schaftlichen Arbeiten zu wünschen (Beifall). Dankestelegramme für die Anteilnahme des Reichstags beim Hinschciden des Prinzregenten Shi poib von Bayern sind eingegangen vom Prinz- regcntcn Ludwig von Bayern, von den beiden bayrischen Kammern und vom bayrischen Ministerpräsidenten Freiherrn von Hertling. Der Präsident fährt fort, während sich das HauS erhebt: Am SO. Dezember ist der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Kiderlen-Waechter. der 2% Jahre hin. durch unter schwierigen Vcrhältnisien das Auswärtige Amt geleitet und dem Vaterlande große Dienste geleistet hat, nach kurzem Krankenlager verstorben. Ich habe der Schwester des Entschlafenen, der Freifrau von Gemmingen ,das herzliche Beileid des Reichstags übermittelt und an der Bahre des Ent- sckilafenen einen Kranz niederlegen lassen. Freifrau von Gern- mingen hat dem Reichstag für seine Anteilnahme ihren herzlichen Dank ausgesprochen. Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Die Genehmigung zur Einleitung einer Privatklage wegen Beleidigung gegen den Abg. Hestermann (Bauernbund) wird abgelehnt. I Die Werpellation über den Wagenmangel. Die sozialdemokratische Interpellation lautet: Was gedenkt der Reichskanzler als verantwortlicher Leiter des ReichscisenbahnamtS zu tun, um gemäß Artikel 43 der RcichSverfassung dafür Sorge zu tragen, daß die preußischen Staatseisenbahnen so mit Betriebsmaterial ausgerüstet werden, wie das Verkehrsbedürfnis es erheischt? Abg. König-Dortmund (Soz.) begründet die Interpellation. Die Mißstände sind durchaus nicht beseitigt. Es fehlen immer noch a n 5000 Wagen. Die Zusagen des preußischen Eisenbahnministers, daß bald Abhilfe cin- treten werde, hat sich nicht erfüllt. Der Verlust an Ansehen, den die preußische Verwaltung damit erlitten hat, wird sich nur schwer ausgleichen lasten. Auch die Industrie anderer Staaten, die auf diese Weise nicht mit Kohlen versorgt werden können, wie die Sachsens, Elsaß-Lotbrinaens führen bittere Klage. Die Rcichsverfastung legt den Behörden die bestimmte Verpflichtung auf, für die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnen zu sorgen. So ist die Frage des Wagenmangels geradezu zu einer politischen Frage geworden. Es scheint, als ob der Minister über die Kalamität getäuscht worden ist. Die Verwaltung glaubte ihrer Herr zu werden, indem sie das linksrheinische Gebiet sozusagen für den Verkehr sperren ließ, das wirkte natürlich wieder ungünstig auf das Ruhrgebiet zurück. Auch die scharfe Kontrolle über die einzelnen Wagen, die diese wieder möglichst schnell in den Verkehr zurückbrinyen sollten, hat nickt geholfen. Die Bahnhöfe im Industriegebiet wie z. B. in, Herne, Bochum und anderswo sind eben vollkommen veraltet und unzureichend. Die ganze Industrie . leidet darunter, ganze Werke mit tausenden von Arbeitern müsten tagelang feiern. Tie Lohnausfälle gehen in die Hunderttausende. Die Bergarbeiter hungern infolge des Wagenmangels, die Zechenbesitzer aber machen ein Geschäft daraus, indem sie die Preise der Kohlen erhöhen. Sogar die „Post" konstatiert, daß die Bergarbeiter den Schaden tragen, und sie wundert sich, daß die Bergarbeiter sich das so ruhig gefallen lasten. Eine merkwürdig scharfe Sprache des Scharfmacher- organS. Die Großindustrie macht der Staatsverwaltung schwere Vorwürfe wegen des Wagenmangels. Natürlich werden d i e Eisen bahn-Bedien st eten durch den Wagenmangel schwer belastet. Ein junger Mann hat in einer Woche 135 Arbeitsstunden gehabt. Trotzdem wird den Arbeitern keine ent- sprechende Entschädigung gezahlt. Sie erhalten etwa 10 Pfennig für die Ueberstunde. Das ist keine Bezahlung der geleisteten Arbeit, von einer Gratifikation ganz abgesehen. Hilfe wird geschaffen werden können durch den Ausbau der Wasserstraßen und der Städtebahnen. Schuld an den Uebelständen trägt die unselige Profitmacherei der Staatseisenbahnen, besonders der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschaft. Mitschuldig sind aber die Mehrheitsparteien des preußischen Abgeordnetenhauses, die die Negierung und speziell die Eisenbahnverwaltung nicht scharf genug überwachen und zur Rechenschaft ziehen. Eine Besserung wird da erst eintreten können, wenn das jetzige Wahlsystem beseitigt und das Abgeordnetenhaus eine Zusammensetzung erhalten wird, die der Gerechtigkeit und den tatsächlichen Verhältniffen entspricht. sonenve T c h au fordern. Weiter ist der Bau von Au 8- fuhr st recken aus dem Ruhrrevier zu verlangen, eine angemcstene Vermehrung des Wagenparks, Bau von Wagen mit großem Ladegewicht, beschleunigter Ausbau von Babnbossanlagen und Gleisen Endlich brauchen wir eine zweckentsprechende Au^ gestaltung der Güterwagengemeinsckast in Deutschland. Ick sprecke die Hoffnung aus daß derartige katastrophal» Un- zuträglich r> itcn, wie wir sie im vorigen Jabre erlebt haben, in Zukunft vermieden werden. (Beifall im Zentrum.) Abg Schwabach Durck b 43 der Neichsversastung ist die Zuständigkeit deS Reichstages in dieser Frage zweifellos gegeben. Es muß aus- sallen, daß die Interpellanten sich daraus beschrankt Haven, lediglich den Mangel an Betriebsmitteln zu rügen. Tas wundert mich um so mehr, als die großen Verkehrsstockungen dock min- desiens ebenso sehr, wie auf den Wagenmangel, auf die u n. z u l ä n g l i ck e n b a u I i ck e n Anlagen bei der znrückzusühren sind. Es isi anck nickt angebrackt, bei dieser Gelegenheit die Kritik lediglich auf die Eisenbahnverwaltung zu ve- schränken. Da kommen auch andere Instanzen in Frage. x)te Verkehrsstockungen, die nun schon Monate aalten, haben auch schwere soziale Schäden für Industrie und Landwirtschaft, vor allem auch für weite Schichten der Arbeiterschaft, im Gekolae gehabt. Die Erneuerung des Betriebsmaterials erfoTaf bei uns in einem viel zu langsamen Tempo. In dieser Beziehung könnten wir uns die amerikanischen Bahnen zum Vorbild nehmen. Tie vreußiscke Verwaltung verfährt nach einem oewisten Lwtem, ebne aus d i e B e d ü r s n i s s e d e s L e b e n s Rücksicht zu nehmen. Sie folgt daber nickt der Entwickelung der wirtsckastlicken Situation. Es gebt nickt an der Industrie immer größere Stcuer- lasten auszuerleaen und sie aleickreitia durck ungeeignete aß- ngh.men zu zwinoen. ihre Betriebskonten ständig zu vergrößern. Tie Mißstände sind weniger verursacht durck den Wagenmanaet au sich, als durch die zu gerinne Leistungsfähigkeit der baul'cken Anlagen, der Bahnhöfe und Geleise. _ Tie zahlreichen notwendig werdenden llmbauten müllen sie natürlich noch verringern. Aus fies? Mißstände hnben die Industriellen keinen Einsluß: sie werden wohl wegen d?s Maoenmangels an sich befragt, nickt aber wegen dieser baulichen Anlagen Ihre Unzulänglichkeit ist es. die zu Leiten den ganzen Betrieb außer Rand und Band bringt. Ter fetziae Eisenbahnminister bat das auch erkannt, denn bei seinem Amtsantritt vor sechs Fahren hat er bereits ein entsprechendes Programm ausgestellt. Bei den Milliardeneinnahmen der preußischen Bahnen kann die Rückwirkung auf die finanziellen Verhältnisse nickt allzu groß sein. Auck ist für einen staatlichen Be- trieb die Rücksicht auf das materielle Erträgnis nicktmaßaebei^, es kommen neben den strategischen auck allgemein wirtschnknrcke Interessen in Betracht. So kann dem preußischen Osten im Wesentlichen nur durck den Rau von Eisenbahnen geholfen werden. Jedenfalls bat die Ausstattung unserer Eisenbahnen mit Betriebsmitteln feder Art seit Jcckr»n zu vielen Bedenken Anlaß gegeben Die damit betriebene Finanzpolitik 'st nickt gesund und leidet an einer ausgesprochenen Hypertrophie. Gewiß muß der Finanzminister eine ausschlaggebende Stellung bei Bemessung der Staatsausgab?n haben, aber die jetzige preußisch' Eisenbahnfinanzpolitik führt zu schweren Schädigungen des Staatsvermögens und des öffentlichen Wohles. Taß eine Verstärkung der Betriebsmittel notwendig ist. bat der Reickskanzler bereits früher selbst zugegeben, wie das heute der Präsident der Reichseisenbahnen getan hat. Jedenfalls muß das Mögliche geschehen, um die Wiederkehr solcher Zustände vorzu- bengen. (Beifall.)' Aba. (Rraf Kanitz «Tonf.?! Wir Bebauern die Kalamität auck, die der Wagenmangel für viele Arbeiter gehabt hat, aber die Stimmung des Hauses in nicht mehr derart, um -.rauf des längeren einzugeben. Es ist dock festzustellen daß feir Land der Welt derart mit Eisenbahnmateriat versorgt ist wie wir in Preußen. Das bezeugen auck die amtlichen Statistiken des R'ichseisenbahnamtes. Danach verfügt eS über mehr als br3 Tw iHe an Material wie bie anderen deutschen Bundesstaiten einschließlich Elsaß-Lotbringen. Die Ausgaben deS preußisch-n Etats sind demgemäß auch ganz gewaltig. Die Verwaltung trist» allo nicht die Schuld. Unsere Eisenbahnen könnten auck dadurch entastet weroen, daß die Güter etwas mehr al? bisher auf dem Wasserwege befördert werden. Abg. Dove (Vsi.): So unschuldig, wie der Präsident des ReichseisenVahnamteS gesagt hat, ist der preußische Eisenbahnminister an den bentigen Zuständen nicht. Er hat zwar gesagt, nicht der Minister ist schuld, sondern der niederträchtige Verkehr. (Heiterkeit.) Es geht eben bei der Eisenbahn so. wie bei jedem staatlichen Gebäude: wenn cs fertig ist, hat es nickt Platz genug, für alles, was hinein soll. Es fehlt das richtige Augenmaß. Dazu kommt, daß bei den Staatsbahnen daS fiskalische Interesse mit den Interessen des Verkehrs und des öffentlichen Wohles in eine Hand gelegt ist. Man hat durck das Reichseisenbahnamt ein Gegengewicht schaffen wollen, aber leider können sich die Reicksinstanzen Preußen gegenüber immer nur schwer durchsetzen. Wir im Reichstag müllen uns überlegen, wie wir den Reichsinstanzen durch Gesetz die erforderlichen Machtmittel an die Hand geben können. Wir müssen die Befugnisse der Reichs- Verfassung in die Wirklichkeit umsetzen. Wir brauchen ein Reich seifenbahngeseh. Aba. Srsinski (Bgle)' schildert die Verhältnisse in Oberschlesien. DaS HauS vertagt sich. Donnerstag: 1 Uhr: Weiterberatung. Wahlprüsun- gen, Konkurrenzklausel. Schluß 6% Uhr. Da die Ueberwachung der Ausführung der Reichsgesetze fassungsmäßig dem Reichskanzler obliegt, geschieht auch die antwortung der heutigen Interpellation durch ihn bezw. seinem Auftrage durch mich als Leiter des Reichseisenbahn- amtes, das gesetzlich mit der Aufsicht über die Eisen- bahnen betraut ist. Diese Rechtslage bringt es mit sich, daß beute der preußische Eisenbahnminister nicht anwesend ist. _ Er würde aber umsoweniger Veranlassung dazu haben, als er über die letzte Wagenuot ihre Ursachen und die Mittel zu ihrer Bekämpfung sich wiederholt im preußischen Abgeordnetenhaus und Herrenhaus, sowie an Ort und Stelle ausgesprochen bat, und zwar so eingehend, daß heute hier von keiner Seite mehr etwas Neues wird vorgetragen werden können. Es kann wohl nicht geleugnet werden, daß die Wagennot, besonders im Ruhrgebiet, und die daraus entstandenen Schäden hauptsächlich eine preußische Angelegenheit darstellen. (Sehr richtig! rechts.) Infolgedessen will ich auf Einzelheiten und interne Vcr- hältniffe hier nicht eingehen, im Gegensatz zum Herrn Vor- rebner, der meines Erachtens die Grenzen unserer heutigen Be- sprechung erheblich überschritten hat. (Zustimmung rechts.) ES entsteht nun die Frage nach den Ursachen der eingetretenen Schwierigkeit. Von verschiedenen Seiten ist dafür der angeblich im Ruhrgebiet vorhandene Personalmangel verantwortlich gemacht worden. Diese Behauptung stutzt sich darauf, daß allge- mein in der preußischen Eisenbahnverwaltung die Vermehrung des Personals nicht gleichen Schritt gehalten habe mit der Zunahme des Verkehrs und zweitens wird gesagt, daß speziell im Ruhrgebiet das Personal nicht dem dort vorhandenen besonders starken Verkehr angemessen fei. Ich haste beide Momente nicht für zutreffend. Wirtschaftlich wäre es doch nickt zu recklfertigen, wenn man verlangen würde, daß jeder Verkehrszunahme sofort eine entsprechende Vermehrung des Personals folgen würde. Es wird dabei außer Acht gelaßen, daß es ein Hauptgcbot jeder rationellen Wirtschaftsführung in allen Unternehmungen ist. mit möglich st wenigPersonalmö glich st vielzu leisten. Selbstverständlich unter Vermeidung jeder Belastung des Personals. Dieses Ziel wird auch von der preußischen Eisenbahnver- wallung erreicht, vor allem durch Verbesserung und Vervollkommnung der Betriebseinrichtungen. Ick will nur an die Zentralisierung der Stellwerke, an die Einführung der durchgehenden Wagenbremse und viele andere Verbesserungen erinnern, durch die viel Personal erspart worden ist. Auck die Bezugnahme auf den besonderen Personalmangel im Ruhrgebiet trifft nickt zu. Auf solche abnormalen Erscheinungen, wie wir sie in der letzten Zeit im Ruhrgebiet gehabt haben, kann die Besetzung des Personals nickt aufgebaut werden. Das Personal kann nur dem normalen Verkehr angepaßt werden unter Vorbehalt einer ausreichenden Reserve. Daß das Personal dabei nickt überlastet wird, dafür sorgen die bekannten Tienstvor- fckriften. Der Wagenmangel ist überhaupt nickt eigentlich die Ursache der jetzt bestehenden Schwierigkeiten. Auch wenn wir mehr Wagen gehabt hätten, wären diese Schwierigkeiten nicht vermieden worden. Gerade in der Zeit der größten Not waren die großen Bahnhöfe im Ruhrgebiet vollgepfropft mit Wagen, die nicht abgefertigt werden konnten. Tas Neichseisenbahnamt erblickt die Ha uvt Ursache der Schwierigkeiten in der außergewöhnlichen, nickt voraus zu heredi nenben Steigerung bes Verkehrs unb barin. daß biefer außergewöhnlichen Verkehrssteigerung bie Einrichtungen bes Betriebes, namentlich bi» Bahnhofs- einrichtunpen. nicht gewachsen waren. Mit welcher Mehranfor- beruna des Verkehrs wir eß zu tun hatten, ergibt sich aus der Tatsache, daß im Oktober vorigen Jahres trotz des Wagenmang?ls immer nock 14 Prozent Wogen mehr ir Betrieb waren als im Oktober 1907, unb daß biete Steigerung im Ruhrgebiet sogar 16 Prozent betrug. Der Eisenbahnverwaltung wirb ber Vorwurf gemacht, baß sie bie Verkehrssteigerung bes vorigen Jahres nicht rechtzeitig erkannt unb nicht rechtzeitig Vorsorge getroffen habe. Ein solcher Vorwurf ist meines Erachtens unzutreffenb In bie Zukunft kann niemonb sehen. Was verlangt werben kann, ist bie sorgfältige Beobachtung ber VerkebrSentwicklung unb die Prüfung der Frage, ob bamit bie BetriebSeinrichtungen gleichen Schritt Halten. Das ist von ber Eisenbahnverwaltung. speziell von ber preußischen Staatseisenbahnverwaltung, geschehen. „ . , Man kann ber preußischen Verwaltung keinen Vorwurf Baratts machen baß sie bie Entwicklung int einzelnen nicht vor- ansgeschen hat. Bei einer normalen Zunahme des Verkehrs hätten bie getroffenen Maßnahmen auSgereicht. (Fine Vermehrung unb Verbesserung ber Betriebsmittel ist alljährlick vorgenommen, unb bie Leistungsfähigkeit ber Bahnen war erheblich größer als bie Zunahme beS Verkehrs, wie sie hätte vorausge- fehen werben können. Ganze Jahre hinburch ist auch ein überaus großer Wagenmangel nickt hervorgetreten. Als er zum ersten Male eintrat, beruhte ba? nicht bloß auf ber Zunahme beS Verkehrs. es spielten eben auch anbere Ursachen mit. Die preußische Verwaltuna hat vollkommen Reckt, wenn sie meint, baß bie seit 1905 getroffenen VerkehrSerlcickterungcn für eine normale und vorauszuseben? Entwicklung vollständig ausaereickt haben wurde. Tas kann man sogar auch für die Verhältnisse vom Oktober und November vorigen Jahres sagen. Auck bie baulichen Anlagen hätten für eine normale Verkehrssteigerung vollstänbig ausreichen können. Die Verwaltung hat tatsächlich in großem Umfange für ben Jnlanbverkebr vorgesorgt. Die bafür auSgegehenen Summen erreichen eine Höhe von vielen Millionen. Ebenso sinb bie Bahnhöfe für ben Jnlanbverkebr erheblich erweitert worben, bie größeren unb großen Bahnhöfe sinb viel leistungsfähiger geworben, auch burck Verbesserung ber Anfahrten. Auch hierfür sinb toieber 275 Millionen ausgegeben worben. Das Gleiche gilt auch für bie Abfuhrlinien, auck bie Verkehrsverhältnisse nach Hollanb unb England sind durch neue Linien berücksichtigt worden. Bei dieser Sachlage liegt keine Veranlassung vor, ber preußischen Verwaltung vorzuwerfen, baß sie ihren Verpflichtungen gegenüber bem Reich nicht nachgekommen ist; es lagen eben ungünstige Jahre vor, unb bie Abwicklung des Verkehrs Hat sich schließlich boch ohne beachtenswerte Störungen unb Stockungen vollzogen. Den Verkehrsbedürfnissen ist im allgemeinen genügt worben, unb auch für bie Zukunft ist Vorsorge getroffen. Der preußische Eisenbahnminister hat auch mit Recht in Aussicht stellen können, baß auch eine bebeutenbe Zu. nähme beS Verkehrs bewältigt werben kann. Die getroffenen Maßnahmen rechtfertigen biefe Zusicherung. (Beifall.) Auf Antrag des Abg. Haase (Soz.) wirb die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Dr. Bell (Zentr.): Der Interpellant hat bie Mehrheitsparteien beS preußischen Abgeorbnetenhauses zu Unreckt angegriffen. Denn sie haben seit Jahren auf bie Mißstänbe des Wagenmangels hin- gcwieseu und Besserung verlangt. Die Aussprache des preußischen Eisenbahnministers mit den Beteiligten an Ort und Stelle wird sicherlich ersprießlich wirken. Freilich sollte man in Zukunft ben Kreis ber Beteiligten erweitern und auch die Vertreter der Beamten unb Arbeiter zu solchen Aussprachen hinzuziehen. Trotz bet Zusage beö Eisenbahnministers, baß eine Besserung eintreten werbe, fehlten auck im Dezember noch 78 304 Wagen oder 9,17 Prozent bes Wagenbedarfs, unb ber Wagen mangel bauerte fort bis zum 27. Dezember. Die Verantwortung ber Verwaltung, baß bie Verkehrssteigerung nicht vorhergesehen würbe, trifft nicht zu. Denn man konnte bie eingetretene Verkehrssteigerung sehr wohl voraussehen; man brauchte nur auf bie Warnungen in früheren Jahren zu achten unb ben Verkehrsaufschwung ber letzten Jahre beobachten. Leiber entsprechen bie Verkehrsverhältnisse, besonders im rheinischen Jnbustriegebiet, nicht annähernb bem tatsächlichen Verkehr. Das gilt sowohl von ben Bahnhofsanlagen, als von dem vorhandenen Wagenpark unb bem Eisenbahnpersonal. DaS Personal ist überlastet, unb trotzbem war noch ein Zuzug auS bem Osten erforberlid), ber aber auch ganz ungenügenb war. Infolge ber Verkehrskalamität mußten verschiedene Betriebe eingestellt ‘» erben, was eine erhebliche Schädigung der Volkswirtschaft bedeutet. Aber selbst die Eiienbahnverwalchng hat sicher ganz bedeu'ende Einbußen erlitten. Als Abhilfe ist zunächst die vollständig^, Trennung beö ® ü ter- vom Per- Zur Sesol-una -er im Staatsdienst angestellten hessischen Geometer s. Klaffe. Man schreibt uns: Im „Gießener Anzeiger" Nr. 304 vom 27. v. Mts. findet sich in dem Artikel „Die beiden Kammern in Hessen" bei der Besprechung der Revision der Besoldungs- Ordnung die Stelle: „Die Erste Kammer wird die Regierungsvorlage ablehnen, die ein Mehr gegenüber der letzten Vorlage von etma Mk. 225 000 pro Jahr fordert, sie wird sich deshalb erst recht nicht bereit finden lassen, auf die Sonderwünsche der Lehrer, Geometer, Unterbeamten usw. einzugehen." Es möge nun gestattet sein, die Wünsche der Geometer 1. Klasse hier vorzutragen und zu begründen. Nach dem Entwurf der neuen Besoldungsordnung sind die hessischen Geometer 1. Klasse in die Gehaltsklasse 48 von 2100—4400 Mark bei 21jähriger Aufrückungsfrist einge- reiht worden. In der Begründung wird von der Groß- herzoglichen Negierung gesagt, daß durch die neuen Gehaltssätze die organische Revision der Besoldungsordnung durchgeführt werden soll, d. h., daß durch sie die Sparten und Unstimmigkeiten beseitigt werden sollen, die sich in der alten Besoldungsordnung finden oder im Laufe der Jahre Entstanden sind. „Es waren also einzelne Beamte und Bc- amtenklafien in diejenigen höheren Klassen einzuordueu, mit denen ne gleichzuftellen die Vorbildung, die Wich- Hgleit der Stellung und Dienstobliegenheiten, das Vorbild anderer Stauten rechtfertigt oder verlangt." (Darmstädter Zeitung" Nr. 292 vom 11. 12. 12.) Des weiteren wird in der Begründung gesagt, daß bei den mittleren Beamten der Anfangsgehalt von 2100 Mark mit dem Anfangsgehalt der mittleren Beamten in Preußen übereinstimmt, während nur im Endgehalt von 4400 Mk. die hessischen mittleren Beamter um 100 Mk. hinter den preußischen mittleren Beamten zurückbleiben. Diese Begründungen sind völlig zutreffend für die mittler eit Beamten des Ver- waltungs-, Justiz- und Finanzdienstes. In keiner Hinsicht sind sie aber dafür stichhaltig, daß auch die Geometer 1. Klasse in die Gehaltsklasse 48 ausgenommen worden sind, denn die Geometer 1. Klasse haben durch den schon seit 1885 vorgeschriebenen Besuch der Technischen Hochschule und für die zu liefernde praktische Probearbeit eine 2i/2 Jahre längere und somit auch bedeutend kostspieligere Ausbildung, als die mittleren Beamten des Verwaltungs-, Justiz- und Finanzdienstes, so daß die Geometer 1. Klasse überhaupt nicht in die Gehaltsklasse 48 einzureihen sein werden. ‘ Auch entspricht es nicht der dieitstlichen Stellung, daß die Geomeier 1. Klasse in die Gehaltsklasse 48 ausgenommen worden sind, weil an die Geometer 1. Klasse in Hessen dieselben Anforderungen gestellt werden, wie an ihre Kollegen in Preußen, und diese wie jene in ihrem Fache an der ersten Stelle stehen. Wie das Bermessungsweseu in anderen deutschen Staaten bewertet wird, zeigen 11. a. die Einrichtungen in Bayern, wo für alle Geometer ein volles akademisches Studium vorgeschrieben ist. Daß auch das Vorbild der anderen deutschen Staaten mit nicht voll akademisch aebildeten Geometern bei der Einreihung der Geometer 1. Klasse in die Gehaltsklasse 48 nicht maßgebend gewesen sein kann, soll an dem nachfolgenden Vergleich gezeigt werden. In Preußen erhalten die mit den hessischen Geometern 1. Klasse zu vergleichenden Landmesser im Lokaldienst nach dem Gesetz vom 26. Mai 1909 einen Gehalt, nicht wie die Regierungsvorlage vermuten läßt, von 2100 bis 4500 Mk, sondern einen solchen von 2 7 00 bis 5100 M k. bei 18jähriger Aufrückungsfrist, int Gegensatz zu den preußischen mittleren Beamten im Lokaldienst, für die 2100 bis 4500 Mk. bei 21jähriger Aufrückungsfrist vorgesehen sind. Hiernach müssen die hessischen Geometer 1. Klasse in ihren Anfangsgehältern um t>00 Mk., im Höcksteinkornmen aber um 700 Mk. hinter ihren preußischen Kollegen zurückbleiben. Ferner ist hervorzuheben, daß die hessischen Geometer 1. Klasse in ihrer Eigenschaft als Staatsdienstanwärter in allen Stufen eine um 300 Mk. höhere Vergütung beziehen, als diejenigen Staatsdienstanwärter (Finanzaspiranten, Gerichtsschreiberaspiranten usw.), aus denen die mittleren Beamten des Verwaltungs-, Justiz- und Finanzdienstes hervorgehen. Hiernach ist bei den im Staatsdienst verwendeten Geometern 1. Klasse ein Unterschied gegenüber den vorgenannten Gruppen schon gemacht. Was aber für die verwendeten Geometer 1. Klasse gilt, das sollte doch für die fest angestellten auch gelten. Aus den vorstehenden Darlegungen ergibt sich, daß die hessischen Geometer 1. Klasse allen Grund haben, eine Erhöhung ihrer vorgesehenen Gehaltsbezüge und die Einreihung in eine höhere, ihrer Vorbildung und dienstlichen ; Stellung, sowie dem Vorbild anderer Staaten entsprechende Gehaltsklasse anzustreben. Das sind Wünsche, deren Berücksichtigung schon in dem Besoldungsgesetz von 1898 recht und billig gewesen wäre. Statistisches aus Hessen. R.B. T a r m st a d t, 8. Jan. D i e Bevölkerung nach Altersklassen in Hessen stellte sich bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 aus 1 282 051 Personen und zwar 639 198 männliche und 642 853 weibliche. Davon lebten in der Provinz Starkenburg 294 418 männliche und 295 962 weibliche, in der Provinz Oberhessen 154 408 männliche und 154 825 weibliche und in der Provinz Rheinhessen 190 372 männliche und 192 066 weibliche Personen. Tie Zahl der Kinder unter einem Jahr betrug in Starkenburg 15 458, in Oberhessen 7097 und in Rheinhessen 8955, die Zahl der Kinder von 1—5 Jahren im ganzen Großherzogtum 61 761 männliche und 60 103 weibliche, von 5—10 Jahren 73 881 männliche und 72 506 weibliche, von 10—15 Jahren gab es 12 767 .Knaben und 12 674 Mädchen, von 20—25 Jahren 58 209 männliche und 52 063 weibliche Personen, von 30—40 Jahren 92 600 männliche und 93 474 weibliche, von 40—50 Jahren 66 966 männliche und 68 536 weibliche, von 50—60 Jahren 45 578 männliche und 49 293 weibliche, von 60—70 Jahren 37155 männliche und 36 339 weibliche, von 70—80 Jahren 14 273 männliche und 16 777 weibliche, von 80—90 Jahren 2334 männliche und 2840 weibliche und von über 90 Jahren 107 männliche und 102 weibliche Personen. Aus diesen Zahlen erhellt, daß int allgemeinen viel mehr Frauen wesentlich älter werden als Männer. Bis zu 20 Jahren halten sich Männer und Frauen mit je 23 000 die Wage, von 20—25 Jahren sind fast 6000 Männer mehr vorhanden und dann geht die Zahl der Männer, namentlich vom 50. Jahre ab, wieder wesentlich zurück. Es wird also durch bic1 amtliche Statistik bestätigt, daß in Hessen die Frauen ein zäheres Leben haben, als der Mann! Einkommen und Vermögen. Das Einkommen und Vermögen -der hessischen Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten ganz außerordentlich gewachsen. Während im Jahre 1890 das gesamte Einkommen von zusammen 209 366 Einkommenfteuerpflichtigen 275 Millionen betrug, stellte es sich int Jahre 1900 bei 270134 Einkommen- seuerpslichtigen aus 391 Millionen, im Jahre 1910 bei 367 377 Pflichtigen auf 582 Millionen und 1912 bei 383 053 Pflichtigen aus 620 Millionen. Tas Vermögen dieser Steuerzahler stieg von 4167 Millionen int Jahre 1900 auf 4599 Millionen im Jahre 1910 und auf 4693 Millionen im Jahre 1912. Auf den Kopf der Bevölkerung kamen int Jahre 1890 nur 277 Mark Ein kommen, im Jahre 1900 351 Mark, int Jahre 1910 456 Mark und im Jahre 1912 475 Mart. Tas Vermögen fiel dagegen von 3687 Mark aus den Kopf der Bevölkerung int Jahre 1900 aus 3596 Mark int Jahre 1912. Ganz außerordentlich sind auch die Zahlen über die Steuerverteilnng. 1890 gab es 135 404 Steuerzahler mit 500—900 Mark Einkommen, 1912 144 386 mit dem gleichen Einkommen. Dagegen stieg die Zahl der Personen mit einem Einkommen von 900—1700 Mark von 44 970 Personen^ im Jahre 1890 aus 143 993 im Jahre 1910 und auf 161 478 im Jahre 1912, die Personenzahl mit Einkommen von 1700—2600 Mark von 12 456 im Jahre 1890 auf 38 184 im Jahre 1912, der Personen mit 2600—4000 Mark von 8455 im Jahre 1890 aus 20 755 im Jahre 1912, bei 4000—6000 Mark Einkommen von 3973 im Jahre 1890 ans 8784 im Jahre 1912, bei 6000—8000 Mark Einkommen von 1688 int Jahre 1890 auf 3566 im Jahre 1912, bei 8000—12 000 Mark von 1242 im Jahre 1890 auf 2554 im Jahre 1912 und bei Einkommen von 12000 und mehr Mark von 1131 im Jahre 1890 auf 2799 int Jahre 1912. Nicht so rapid, wie das Einkommen, ist das Vermögen angewachsen. Hierüber liegen, da die Vermögenssteuer erst 1901 in Hessen eingeiübrt wurde, erst seit diesem Jahre die Ergebnisse vor. Es waren 1901 mit einem reinen Vermögeit von 3000—15000 Mark veranlagt 84 682 Personen, 1910 94 689 Personen, mit 15 000—30 000 Mark 1901 30129 Personen, 1910 33 338 Personen, mit 30 000—60 000 Mark 1901 17 678 Personen, 1910 19 250 Personen.. Bei einem Vermögen von 90—150 Tausend Mark stieg die Zähl von 3348 auf 3737 Personen, bei 150 bis 300 Tausend Mark von 1986 auf 2333 Personen, bei 500 000 Mark bis 1 Million 314 auf 433 Personen und die Zahl der Millionäre in Hessen wuchs in demselben Zeitraum von 10 Jahren um 39, nthnlid)! von 203 auf 242 Personen. Ans Statt ttnO Cant« (Bienen, 9. Januar 1913. * * Prüfungswesen. Durch Entschließung des Ministeriums der Fincrnzen wurde der ständige juristische Hilfsarbeiter bei diesem Ministerium, Finanzrat Kuhl zum Mitglied der Prüfungskommission für die mittleren Stellen im Finanzfach ernannt. * * Selbständige cvang. Kirchen gemeinde. Der Großherzog hat die Errichtung einer selbständigen Kirchengemeinde Talheim genehmigt. * * Alt katholischer W eihbis cho f. Ter von der altkatholischen Synode zum Koadjutor mit dem Rechte der Nachfolge für den latholischen Bischof Josepb Temmel zu Bonn gewählte Weihbischof Dr. Gg. M 0 0 g daselbst ist zufolge Entschließung des Großherzogs anerkannt und vereidigt worden. * * Zulass ungen zur Re ch t s a n w al t s cha f t. Am 14. Dezember wurde der Notar und Rechtsanwalt Wilh. Schott zit Pfeddersheim zur Rechtsanwaltschaft bei dein Amtsgericht Pfeddersheim zugelassen, nachidem er die Zulassung als Rechtsanwalt bei dem Amtsgericht Osthofen aufgegeben hatte: am 16. Dezember wurde der Referendar Tr. Friedrich Knöpfe! zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Groß- 4erau zugelassen: am 17. Dezember wurde der Rechtsanwalt Dr. Jriedr. Diehl zu Groß-Gerau zur Rechtsanwaltschiaft bei dem Oberlandesgericht zugelassen, nachdem er die Zu lassung bei dem Amtsgericht Groß-Gerau aufgegeben hatte: an demselben Tage wurde der Gerichtsassessor Karl Mei sel zu Darmstadt zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg zugelassen. ** Oberhessischer Obstbauverein. In der letzten außerordentlichen Hauptversammlung in Gießen wurden die neuen Satzungen angenommen. Aus diesen geht hervor, daß in Zukunft der Verein sich in Kreisobst- gartenbauticreine mit ihren Unterorganen g:i. bcrn wird. In allen Versammlungen des laufenden Beremsjahres wett den die vom Verein Beauftragten in dieser Angelegenheit Aufklärung geben. Der Zweck der Neugliederung ist, eine intensivere Arbeit auf dem gesamten Gebiete des Obstund Gartenbaues zu teilten. Beauftragt sind vom Verein int Kreis Friedberg Gartenbauinspektor John, für den Kreis Gießen Dr. S^pffmamt und Obstbautechniker Wennmacher, für die Kreise Alsfeld, Lauterbach, Schotten Vereinsobstbautechniker Koch-Alsfeld. Landkreis Gießen. — Heuchelheim, 8. Ian. Im Gafthause von F. Kreiling Derannaltct am nächsten Sonntag nachmittag die Landwirtschaflskammcr einen Vortrag über „Die Verminderung und Bekämpfung der Getreideschädlinge durch die Bestellzeit und geeignete Düngung". Redner ist Landwirt- schaftsleyrer Tamm-Lich. — Watzenborn, 8 Jan. Am Sonntag, 12. Januar, nachmittags 3 Uhr, findet hier bei Wirt Pfaff zur Ludwigs- Höhe eine Versammlung des Ober hessischen Schäfer- vereinS statt. Kreis Büdingen. — Wallernhausen, 8. Jan. Am Sonntag findet im Gasthause von Bürgermeister Reuning ein Vortrag von Landwuckschaftslehrer Wagner-Büdingen über „Die Vorteile der Feldbereinigung" statt. Kreis Alsfeld. X Ilsdorf, 8. Jan. Am vorigen Sonntag sand hier die Weihnachtsfeier des V. H.-C. Vereins zu' Mücke statt. Lehrer Jüngst überraschte die Versammlung mit einem Weihnachtsspiel, Knecht Rupprecht, das von Minbcrn recht schön vorgetragen wurde und den Beifall der zahlreichen Versammlung fand. Eine Weihnachtsverlosung reihte sich an. Kreis Schotten. □ Aus dem Kreise Schotten, 8. Jan. Wie verspätet die Herbstbestellung der Felder ausgeführt wurde und nicht beendigt werden konitte, das zeigen die dieser Tage noch vorgenommenen Arbeiten ans d e m F e l d e. Auf einem Hofe unseres Kreises standen jüngst zwölf Arbeiter im Felde und machten Kartoffel aus. Diese Kartoffeln hatten schon unter der Schneedecke geruht, waren aber wohl erhalten geblieben. Der überaus gelinde Winter ermöglicht auch beim Beginn des neuen Jahres die Fort- setzung der noch zu erledigeirden Feldarbeiten. So sieht wie Gustav $alfe zu Sichten begann. (Zu seinem 60. Geburtstage, 11. Januar.) Kaum mag man es glauben, daß Gustav Falke nun schon ein Sechzigjähriger sein soll; -soviel Jugendsinn und Heiterkeit unb Lebensmut weht durch seine Dichtung! Ein echter und rechter Dichtersmann hat er schon in frühesten Jahren den Weg nach dem Parnaß zu suchen begonnen, unb er hat bic Geschichte seiner ersten dichterischen. Versuche selbst in einer Skizze über seine Kindheit gar anmutig geschildert. Er war 'in seiner Vaterstadt Lübeck Tertianer int ersten Jahre, als ihn sein Mathematiker, dessen schlechtester Schüler Falke war, zuerst als „werdenden Tichter" tu eine freilich nur beschränkte Oessentlichkeit einführte. Im Fallischen Hause hing ein Bild „Ter Torfarzt". Ein alter Schäfer hält eine kranke Ente unterm linken Arm, und in der Rechten eine Medizinflasche, die er gegen das Licht prüft. Dieses Bild hatte Falke besungen. Der Arbeitslehrer, dem seine Mutter die Verse gezeigt hatte, mochte c*5 im Lehrerkollegium ausgeplaudert haben — genug, es geschah zu Faltes größter Verblüffung und ^cham, daß der Herr Professor ihm in der Mathematilstundc vor der ganzen Klasse spöttisch vorwarf: „Enten kannst du besingen, aber rechnen kannst du nicht!" Aber dies Entengedicht ist nicht Falles einziger dichterischer Versuch in seiner Schülerzeit geblieben. „Ich erinnere mich, so erzählt er, aus jener Zeit noch eines längeren Gedichtes voll Schillerschen Jambenschwunges, worin ich alle Toten seit Alexander dem Großen bis auf Goetl-e und Schiller aus deut Grab auferstehen und mich in einem eiidlosen Geistcrzug umkreisen ließ. Das Gedickt war als eine große Wüstenphantasie angelegt. 3d' irrte durch den endlosen Sand, Schädel und Totenbeine bezeichneten die Straße, bis all' dieses Gebein sich wieder zu den Gestalten jener abgestorbenen Geister belebte, aus bereit Muno nun pessimistische Klagen über die Vergänglichkeit alles Irdischen, aller menschlichen Größe unb alles menschlichen Rulnues ertönten. Dieses Opus sand sogar den Beifall meines Stiefvaters nnb seines Freundes Tr. Ave-Lallement, des bekannten Kriminalschriftstellers. Meine Mutter war auch mit dem Gedicht vor Emanuel Geibels Tür gewesen, fand aber doch nicht das Herz, einzutreten, und kehrte wieder um. Schade! Das Gedickt hätte sicher leine Gnade vor ihm gesunden, aber vielleicht hätte der „Dichter" die Freude gehabt, dem berühmten „Kollegen" näherzutrcten und ich wäre um eine Lebenserinnernng reicher geworden, wemt nicht um noch Mehr und Wettvolleres.". Ter angehende Dichterswann hatte, als er das Lübecker Catharineunt verließ, den Wunsch, zu studieren, schöne Wissen- fdwjten oder Musik. Aber der Stiesvater wollte anders: er tat den jungen Menschen in den Buchhaitdel, bei dem er ja auch mit Büchern zu tun habe. So kam Falke zu seinem Beruf, und er begann, wie auch Meister Wilhelm Raabe begonnen Hal Erst hantierte er mit Büchern, verpackte und verkaufte sie, und später hat er selber welche gemacht, die andere verkaufen mußten. Also ist er schließlich doch beim Buchhandel geblieben. — Geheimnisv oll er Verkauf einer berühmten K 11 n st s a m m l u n g. In den Pariser Kunstkreisen hat man bisher mit Spannung einer Auktion entgegengesehen, die im Frühjahr dieses - Jahres stattsinden sollte. Es handelie sich um den Verkauf der berühmten Bildergalerie Streengracht in Haag. ie umfaßt eine glänzende Reihe von Werken der großen holländischen Meister, vor allem auch mehrere Bilder Rembrandts. Der Wert wird in Fachkreisen out acht vis zehn Millionen Franken geschätzt. Man versprach sich von der Verfteigerung di'eser Galerie in Paris wieder allerlei aufsehnerregende Verkäufe und freute sich auf die ungeheuren Preise, die besonders bic Rembrandts erzielen sollten. Nun ist jedoch die „Sensation" nock) früher gekommen, als man geahnt hatte: an zuständiger Stelle wurde mit- geteili, daß die Auktion überhaupt nicht stattfinden könne, die Galerie sei nämlich schon im ganzen von einem einzelnen erstanden worden. Die Ceff entlief feit kennt bisher weder den Namen dieses Käufers, noch bic Höhe der Summe, für die er die Schöbe des holländischen Sammlers erworben hat. Aber die Bilder werden wohl in nicht gar zu langer Zeit auf der anderen Seite des, Ozeans wieder ans dem Dunkel auf tauchen. Tie Pariser trösten sich über dieses entgangene Ereignis des Kunstlebens mit ber^Aussicht auf die anderen großen Versteigerungen, die in diesem Jahre schon ungewöhnlich früh angesetzt find. — Eine neue Krankheit für Mitteleuropa? Großes und uickiebsames Aussehen muß die Nachricht erregen, daß die Pellagra, die man früher seit langem nur als Maiskrankheit in Oberitalien und wenigen benachbarten Gebieten Südeuropas kannte, in England nachgewiesen worden ist. Damit fällt das Gefühl der Sicherheit, das man in Mitteleuropa gegenüber dieser Seuche hatte, in sich zusammen, ebenso auch wahrscheinlich die alte Auffassung, daß die Krankheit lediglich durch den Genuß Don verdorbenem Mais entstell'. Daß sie nicht notwendig auf eine heißere Zone beschränkt zu sein braucht, hatte schon ihre Entdeckung in den Vereinigten Staaten bewiesen, wo sie während der letzten fünf Jahre in nicht weniger als 35 Staaten mit mehreren tausend Fällen gesunden worden ist. Auch dott spielt der Mais in der Volksernährung eine so große Rolle, daß sich damit das Austreten der Pellagra wohl in Zusammenhang bringen liefe Ganz anders aber liegen die Verhältnisse auf den.britischen Jnstln, und damit scheint der alte Glaube an die Entstellung der Maiskrankheit gänzlich hinfällig zu werden. An seine Stelle tritt zunächst die vor drei Jahren von Dr. Sambon ausgestellte Worte, daß auch diese Krankheit durch Insekten aus den Menschen übertragen werde, und zwar durch eine echte Mücke. Der Erreger der Pellagra nwre danach ein Urtier, das dem Keim der Malaria durchaus ähnlich fein soll Ti: alte Auffassung beruhte auf der Annahme, daß in verderbendem Mais durch Bakterien ein Giftstoff erzeugt werde, der die Kranli. il mit ihrem langsamen und qualvollen Verlauf herbeisühre. Diese alte Maistheorie wird nun wohl ebenso das Feld räumen müssen wie bic frühere Erklärung der Schlaskrankheit, die aus den Genuß der Maniol- wurzel geschoben wurde. Tie Vorstellung, daß sich die Pellagra auch auf andere Lander Mitteleuropas verbreiten könnte, ist höchst unbehaglich, da sie zu den entsetzlichsten Krankheiten der Erde gehört. Im letzten Stadium greift sie das Gehirn derart an, daß die Kranken meist wahnsiilnig roerben, wahrend bis' dahin die Merkmale ost wertig deutlich sind. Aus diesem Grunde mögen viele Fälle von Pellagra Überseen ober falsch gedeutet worden sein. Namentlich könnte eine genaue Turchforschung der Irrenhäuser Ueberraschungen zutage fördern. kß Der Umzug eines Di ch t e r g r a b e s. Wie aus Skagen gemeldet wird, haben bic anbauernben, heftigen Herbst- stürme im Zusamnienwirken mit dem reißenden Meeresstrome ihr Zerstörungswerk an der Küste von Skagen zwischen dem Leuchtfeuer unb der äußersten Landspitze, also gerade auf der Strecke, wo man Holger Drachmaun sein Grab errichtet hat, mit großer Macht unb Schnelligkeit fortgesetzt, und eine Besichtigung des Dichtergrabes, die am Neujahrstagc vorgenommen mürbe, zeigte, daß die Wogen bereits den Fuß der Tünc überschwemmen. Die Gefahr, baß das ganze Dichtergrab von ben Wellen verschlungen werde, erschien so groß, daß man sich zu einem Umzug des Grabes entschließen mußte. Ein Freund Drach- manns hat zunächst die Aschenurnc aus dem Grabe geholt und sie in Drachmanns Hause in Vcstcrbli ilutergcbracht. Ebenso will man die Steine, die in Tolmenform die eigentliche Grabkammer umgeben in Sicherheit bringen unb schließlich auch das schöne, von Etatsrat Hegel gestiftete Bronzepvttal rechtzeitig nach Vesterby schaffen. Im Sommer soll dann der endgültige Umzug des Dichtergrabes erfolgen, und zwar soll es an den Nord- ltrandsklippen seinen tünftigen Platz finden, wo es vor dem Wogenprall als völlig gesichert gelten kann. — Ein goldenes Vier- Eva ngelienbuch voll- Itän-btg. Erne Handschrift der vatikanischen Bibliothek in Rom enthält das Lukas- und Johannes-Evangelillm in Aoldschrift. -tie dott fehlenden Evangelien snid, )uic Kaspar Ncn6 Gregory in der „Theologischen Llteraturzcitung" mitteilt, jetzt von Robert Szentlvanyi m der Batthanyschen Bibliothek festgestellt worden. So kennen wir jetzt ben ganzen künstlerisch reich geschmückten Codex Aureus von Lorsch. Die Handschrift ist eng mit der Ada-wandschrift in Trier, dem berühmten Hauptwerk karolingischer Buchmalerei, verwandt, und zwar sowohl äußerlich in Form und Schrift wie innerlich im Text. Szentivanyi hält es für wahrscheinlich, daß sie aus der Palastsckmle in Mchen hervorgegangen unb zwischen 783 unb 827 entstanden ist Friedberg — Bad 46—49 85-91 50-55 83-97 nei^ 41-00 86—00 Limburg n. d. Lahn, 8. Ian. Frucht markt. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«. c c Weller s Höchste Temperatur am 7. bis 8. Januar 7. 8. k*ucn in 83—90 76-81 47-51 43-46 76-83 8 a—92 68—75 67—72J 41-45 45—49 84-85 Durch nordwärts ein Zurück fluten der Luftmassen und damit Ab- kühlung einzutreteu. 110—115 105-113 94—102 85-93 86—87 85-86'/, 86-87 Triebwagen Aauf der Strecke Nauheim. Jan. 1913 Mk. 90—97 88—95 33—40 30—35 Mk. 51—55 50-54 66—69 63—68 56—61 50-55 Niedrigste „ Niederschlag 0,0 mm. 67-68 66'/,-67*/2 68'/,-69^/, 67-68 Preise sür lOOVsd Lebend- Schlachtgewicht ÖD Frkf. Ztg. mitteilt, jst in der Klinik des bekannten Berner Chirurgen Pros. Dr. Theodor Kocher in den letzten Wochen eine neqj Blutstillungsrnethobc zur Anwendung gekommen, die sür die Weiterentwicklung der Operationstechnik von erheblicher Beamt 25 543 Tonnen Bvaunkohlenbriketts und 19 209 Tonnen Naßpreßsteine. Ter Gesamtwert aller im Jahre 1912 geförderten Braunkohlen einschließlich der daraus erzeugten Briketts und Naßpreßsteine beziffert sich nach der Tarmst. Ztg. auf rund 800 000 Mk. tn. 3m Gaslhausc. von conntaq nachmittag bk lfrr --le Lemiinderung l'^dilnqe dilrch bie Sebntt ist Landwirt- ■ l Sonntag 12. Januar, irt ^'aft zur Ludwigs- hessischen Cchäfrr- L n, -S. Jan Äie ver- )er au-qesuhrt wurde «men die dieser Märkte. F.C. Wiesbaden» Diehh ok-Mark 1bericht vom 8. Jan. Austrieb: Rinder 67 (Ochsen 21, Bullen 0, Kühe 46), Kälber 149, L . Am Sonntag findet umng ein Vortrag von ngen über »Die Vor- r yt vermischter. * Tabak als Schutzmittel gegen die Cholera. Im „Prometheus" ist zu lesen: Dem Rauchen wurde schon von jeher eine gewisse desinfizierende, den Rauchenden gegen ansteckende Krankheiten schützende Wirkung zugeschrieben, ohne daß mau indessen hinsichtlich der verschiedenen Krankheitsleime für diese Wirkung sichere Unterlagen gehabt hätte. Nach neueren Veröffentlichungen von Prof. Dr. Wenck vom Kaiserlichen Gesnndheitsamte dürfte aber tatsächlich der Tabak als sehr gut wirkendes Schutz- mittel gegen Cholerakeime in Betracht kommen. Nach der „Gazette des Hopitaux" zeigte sich nämlich bei Wencks Untersuchungen, daß in und auf Zigarren, die mit Wasser behandelt worden waren, das 1500 000 Kommabazillen in einem Kubikzentimeter enthält, alle Keime innerhalb vierundzwanzig Stunden abgetötet wurden; daß ferner in keiner der untersuchten, während der letzten Cholera-Epidemie in Hamburg hergestellten Zigarren ein Keim gefunden werden konnte, und daß schließlich während der erwähnten Epidemie kein, einziger .Hamburger Zigarrenarbeiter an der. Cholera erkrankte. Auch der Rauch von Zigarren verschiedener .Herkunft tötete innerhalb kurzer Zeit die Kommabazillen, auch die im Speichel enthaltenen. — Ei n neues Blutstillu n g § mitt eL Wie man der Sandel. ** Die Kohlenproduktion in Hessen. Tie uumat- liche Statistik der Kohlenproduktion weist für Dezember 1912 folgende Zahlen auf: Au Rohbraunkohlen wurden gefördert: 39 070 Tonnen, verkauft 80 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeitenden Rohkohlen wurden erzeugt: 1620 Tonnen Braunkohlen-Briketts und 1054 Tonnen Naßprcß- stcine. Unter Berücksickstigung der aus den Vorntonaten uber- nomntenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben absatzfähig 2174 Tonnen Briketts, 2474 Tonnen Naßpreßsteine, zusammen 4648 Tonnen Brannkohlenprodukte im Gesamtwert von 60 000 Mark. — Die Kohlenförderung für 1912 belief sich auf 443 569 Tonnen. Hiervon wurden 755 Tonnen im Rohzustande verkauft, der Rest zu Briketts, Naßpreßsteinen und Schwelereiprodukten weiter verarbeitet. Erzeugt wurden insgc- schnittspreis pro Malter. Roter Weizen lnassauifcver) 17,00 Mk^ weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 16,50 p.k., Korn 12,90 Mk„ Gerste: ,'Ultergerste 11,00 Alk., Braugerste 13,00 Mk., Hafer 8,00-9,00 Aik., Erbsen 0,00 Kartoffeln 3,40 bis 4,00 Mk. i Sonntag fand neins zu Mücke criammiung mit das von Äinbem VcgaN der zahl- ävnachtsverlosung Keine Enttäuschung. In bezug auf Nährwert, Schmackhafttgke» und leichte Verdaulichkeit steht Scotts Emulsion, dieses seit Jahrzehnten rühmlichst bekannte Kräftigungs- und Stärkungsmittel, zweifellos an erster Stelle. Wer sich die Vorteile dieses Präparates sichern will, bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion zu erhalten. Der Erfolg wird dann nicht fehlen, und Enttäuschungen, wie sie beim Gebrauche minderwertiger Nachahmungen unvermeidlich sind, bleiben erspart. Cs ist die Marke „Scott", welche, seit 37 Jahreu eingesührt, sür Güte und Wirkungskraft bürgt. ^ett-°b°FinW feg LH eS P*( Ls-ß, SM-§^ 2« ■3«- K Z es WkkSMSMlkll Kinder auch bei rauhem Wetter gern, ohne an eine Erkältung und ihre Folgen zu denken. Aengstliche Müller hallen sie dann gern im Zimmer, obwohl die Zimmerluft sie verweichlicht und zu Erkältungen noch eher geneigt macht. Richtiger ist es, ihnen bei ungünstiger Witterung einige der ausgezeichneten Wyberl.Tabletten zu gebe», die die Al- mungsorgane kräftigen. Unentbehrlich sind die Wybert-Tabletten bei eintretendem Küsten, den sie rasch und sicher vertreiben; sie kosten in allen Apotheken unb Drogerien 1 Mark pro Schachtel. Niederlagen in Gießen: Pelikan-Apotheke u. Löwen-Drogerie. ss”/la Schafe 9, Schweine 395. Geschäft mittelmäßig- O eb i en. Vollfleischige. auSgemästete. bSchsien Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren .... Tie nocb nicht gezogen haben (ungejocht) . Junge, fleischige, nicht auSgemästete und allere auSgemästele Bull en. Pollfleiscbige, ausgew^ höchsten Schlachtw. . . Vollfleischige, jüngere ..... t- ä ri eit. Kn hr. Pollsteischige auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes . Polifielschige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ... Wenig gut entwickelte Färsen... ... Aeitere ausgemästete Kühe uud wenig gut entwickelte )üngere Kühe Mäßig genährte Kühe unb Färsen . ... K ä l b ei Feinste Mastkälvee Ai Miere Vtast- unb beste Saugkälber .... Geringere Blast- unb gute Saugkälber . . . Geringere toaugtalbec o d) a l. Weidemastschafe Piastlämmer und Dlaitbamniel Schwstn », Vollfleischige Schweine von 80—100 k» Lebend- gewlcht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Xlebenb- gewrcht Vollflelschige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht deutung sein wird. Dem ersten Assistenten Kochers, Tr. Anton Fonio, ist es nach langen theoretischeit Untersuchungen und prai tischen Versuchen gelungen, durch ein sehr einfaches Verfahren einen Blutbestandteil, der die Gerinnung stark beschleunigt, in größeren Mengen darzustellen und steril in Ampullen auszubewahren. In der praktischen Anwendung hat sich dieses Präparat nun schon bei einer Reihe von Operationen bewährt. So lourde z. B. bei einem Hämophilen (Bluter) eine Bttrtung, die man nach ben bisherigen Methoden nicht stillen konnte, mit dem neuen Mittel von Dr. Fonio nach wenigen Minuten zum Stillstand gebracht! Ferner lonnte die Operation einer blutenden Geschwulst ohne irgend eine Unterbindung durchgesührt werden. * Automobil Unfälle. Dieser Tage ereignete sich am Bahnübergang in Ensb erg infolge schnellen Fahrens ein Au- tomobilunsall. Ein Pforzheimer Automobil mit sechs Insassen fuhr in schnellem Tempo auf die Bahnschranke auf. Ter Lenker wurde kopfüber aus dem Wagen geschleudert, blieb aber unverletzt. Die anderen fünf Personen sind sämtlich verletzt worden, darunter eine Dame, die eine sehr schwere Stirnwunde erlitt. Ein Manu hat innere Verletzungen davongetragen. — Das Automobil der Ueberlandzentrale Hohenlohe-Ochringen war in der Nacht zum Mittwoch gegen 2 Uhr auf der Straße von Hohebnch nach Oehringen auf dem Heimwege begriffen, als es auf bis jetzt noch nicht aufgeklärte Weise vom Wege abkam. Der Führer des Wagens bremste scharf, wodurch sich das Automobil in voller Fahrt überschlug. Ingenieur Heinrichsen von der Ueberlandzentrale wurde s o - fort getötet, Ingenieur Kerchcr erlitt Verletzungen am Rücken und am Fuß, ein weiterer Ingenieur aus Görlitz solche im Gesicht, ein Herr Frenz von der Verwaltung des Ueberland- werkes blieb unverletzt. * Seenot. Aus Astoria (Oregon) wird gemeldet: Der Petroleumdampser „Rostcrans" ist während eines heftigen Sturmes bei P e a c o ck - S p i t gestrandet. Die See ging sehr hoch. Das Schiff sank und mir drei Mann von der 36 Mann starken Besatzung hallen sich noch an dem über das Wasser ragenden Mast fest. Es besteht aber wenig Hoffnung, daß man sie retten kann. Der Rest der Mannschaft ist wahrscheinlich umgekommen. * Hanseinsturz. Aus Rom, 8. Januar, wird gemeldet: Eine große Mauer fiel heute morgen auf die hintere Seite eines Hauses in der Via del Tritone, in dem sich mehrere Personen befanden, und brachte ein Teil des Hauses zum Einsturz. Bisher sind vier Tote und vier Verwundete, von denen einer schwer verletzt ist, geborgen. Militär ist zur Hilfeleistung herangezogen. Unterstaatssekretär Falcioni begab sich an die Unfallstelle. * Infolge der strengen Kälte wurde die Zitronenernte in Kalifornien vernichtet. Man glaubt, daß nur der 5. Teil zu retten ist. Der Schaden wird ans 20 Millionen Dollars geschätzt, von böten allein 8 Millionen für verminderte Frachteinnahmen auf die Eisenbahn entfallen. 'Das Schicksal einer vol nischen Gräfin. Ende Dezember ist, wie berichtet, auf einer Treibjagd bei Schwarzenau im Regierungsbezirk Brom berg durch einen unglücklichen Zufall der polnische Rittergutsbesitzer Witold von Skorzewski, der früher im Gardekürassierregiment stand, ums Leben gekommen. Er svielte in einem seit Jahren beim Frankfurter Oberlandesgericht schwebenden Zivilprozeß eine Rolle. Der Prozeß läuft darauf hinaus, ihm den rechtmäßigen Besttz seiner Güter streitig zu machen, die er von dem Gtafen Leon v. Skorzewski im Jahre 1903 erbte. Graf Leon soll, obwohl dies in seiner nächsten Umgebung nicht bekannt war, mit der Gräfin Petronella v. Skorzewski vermählt gewesen sein. Wie diese behauptet, ist sie eine Cousine des Grafen Leon gewesen und als Kind bald nach der Geburt mit dem Kind einer Hebamme, angeblich dem jetzt verstorbenen Witold v. Skorzewski vertauscht worden, der also statt ihrer das Millionenvermägen erhielt. (s\taf Leon starb ausweislich der Ctandesamtsbücher ledigen Standes. Gräfin Petronella will aber, wie das „B. T." mitteilt, in London mit ihm getraut worden sein und behauptet, die auf die Eheschließung bezüglichen Legitimationsvapiere seien ihr heimlich entfernt worden. Auf angebliches Betreiben des polnischen Hochadels und der Verwandten ihres Gatten habe man fie zu Unrecht in Irrenanstalten interniert, nur um die Kindesunterschiebung zu verheimlichen und das Majorat einem männlichen Nachkommen zu sichern. Die Gräfin wurde am 9. Juli 1907 durch Beschluß des Amtsgerichts Wetlburg an der Lahn wegen Geisteskrankheit entmündigt. Seit Jahren vrozeisiert die Gräfin nun schon, um die Aufhebung der Entmündigung zu erzielen. Die von ihr gegen den Ersten Staatsanwalt in Limburg an der Lahn geführte Klage wurde vom Landgericht Limburg und dem Oberlandesgericht Frankfurt abgewiesen. Das Reichsgericht hob das Urteil in der Hauptsache deshalb auf, weil das zur Entmündigung erforderliche llnöcrmöaen der Klägerin, ihre Angelegenheiten zu ordnen, nicht bargetan sei. Das OberlandeSgericht ließ nach erneuter Verhandlung einen umfangreichen Beweisbescbluß ergehen. Tie Beweiserhebung wird Klarheit über die Angaben der Klägerin wegen der Kindesunterschiebung und ihrer Ebe mit dem Grafen Leon bringen. Die Sammlung des Beweismaterials muß reckst schwierig fein, da schon über ein halbes Jahr seit Erlaß des Beweisbeschlusses ver- gangen ist. 4- 4,8 ’ C. — 0,7 ° C. du- PellM? leimte, ilt inffc:iten der kann derart •nb bi* dahm irulti>c mögen outet worden j der Jrrcn- ICircMicbc Nachrichten Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Zynagoge (Süd-Anlage). Samstag, den 11. Januar 1913: Vorabend: 4.45 Uhr. Morgens: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatausgang: 5.40 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Gottesdienst. Sabbat feier am 11. Januar 1913: Freitag abend 4.25 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Eabbat-AuSgang 5.40 Uhr. Wochengottesdienst Morgens 7.00, abends 7.00 Mcticn 'mit ihrem langsamen Aaislhcone wud mir Die frühere Er- j. bei Äamol- f demFelde. ingi't zwölf Ar- ir. liefe Kar- qerufit, mären Glinde Winter ihres die Fort- iicn. Zn sieht Pas normale weiter im Januar. Der Januar kann im mitteleuropäischen Klima als der alleinige und eigentliche Wiutermonat gelten, der im normalen Verlauf wenigstens eine Frostperiode zu bringen pflegt. Tie mittleren Januartemperaturen betragen für Frankfurt 0,3, Aachen 1,9, Berlin — 0,4, Breslau unb Bro mb erg — 2,8, Dresden — 0,4, Hamburg —0,6, Helgolaird 1,8, München (1500 Meter Höhe gelegen! —3,0, Straßburg —0,3, Stuttgart —0,2 Grad. In Mittelgebirgshöhen von 1000 Metern sinkt die normale Januar- tenrperatur bereits aus — 4 Grad, in 1500 Metern auf 6—7 Grad und in hochalpinen Lagen von 3000 Metern auf etwa 11 Grad Kälte. Innerhalb Deutschland nimmt die Kälte in östlicher und nordöstlicher Richtung zu. Am wärmsten sind die westlichen Grenzgebiete und das Rheintal, sowie die Nordseeküste, die im Winter klimatisch besonders bevorzugt ist. Kälter ist bereits die Ostsee, doch 'hat auch hier das Wasser wärmenden Einfluß auf die direkt au grenzenden Küstengebiete. Landeinwärts nimmt daher die Kälte zu. Ter normale Wärmeverlauf des Monats ist kein gleichmäßiger. Vom 5.—10. Januar zeigt sich in Mitteldeutschland eine vorüber- gehende Wärmezunahme, die mit dem in diesen Tagen besonders häufigen Auftreten westlicher Zyklonen zusammenhängt. Um die Monatsmitte sinkt die Temperatur erneut, um meist erst jetzt ilyren tiefsten Stand im Jahresverlauf zu erreichen, also rund 20 Tage n a ch dem tiefsten Sonnenstände. Der Schluß des Monats bringt durchschnittlich eine rasche und starke Wärmezunahme, der erste normale Vorbote der nahenden wärmeren Jahreszeit. Im Normaljanuar dürfen 18 Frosttage und etwa 8 Eistage (höchste Tageswärme unter dem Gefrierpunkt) erwartet werden. Ter sehr kalte Januar 1887 hatte allein 31 Frosttage, der Januar 1861 20 Eistage, also eine dreiwöchige intensive Kälteperiode. Wie in jedem Monat, so fommen auch hier große Gegensätze vor. 1866 brachte nur 3 Frosttage. Eistage traten 1863, 1866, 1902 überhaupt nicht ein. Gewöhnlich pflegt der einmal zu Beginn des Monats eingeleitete Wettercharakter längere Zeit anzuhalten, wie dies auch im diesjährigen bis jetzt abnorm warmen Winter der Fall ist. »Im Groß Herzogtum Hessen treten speziell folgende Temperaturverhältnisse hervor: Mittlere Monatstempe- raturen 1901—1910: Tarmstadt 0,5, Gießen —0,1, Bad- Nauheim — 0,3, Mainz 1,0, Offenbach 0,3, Michelstadt —0,2, Schotten —0,9, Worms 0,6, Alzey 0,0 Grad. Die mittlere Monatstemperatur liegt danach im Tiefland nur in Oberhessen, den südlichen Teil bei- Provinz ausgenommen, unter den: Gefrierpunkt, in Rheinhessen v. Starkenburg aber über 0 Grad. Naturgemäß sind die Gebirgslagen des Odenwaldes und Vogelsbergs '.älter; für 100 Meter Erhebung kann man im Januar eine Temperaturabnahme von 0,6 Grad rechnen. Der Hoherodskopf im Vogelsberg hat eine ungefähre Januartemperatur von 4 Grad Kälte. Bei allen angeführten Stationen zeigt sich die vorübergehende Wärmezunahme, die vorher erwähnt wurde, vom 6. bis 15. und erst dann Temperaturrückgang bis zum Jahresminimum. Die Niederschläge sind im Januar durchschnittlich geringer als im Tezenrbei. Auch die Bewölkung ist kleiner. Die monatliche Niederschlagshöhe beträgt für Frankfurt 43 Millimeter, (Berlin 39, Helgoland 85, Karlsruhe 53, Stuttgart 36, Weilburg 54. Am niedersckflagsreichsten sind die Gebirge und vom Flachland die Nordseeküste. Ter Feldberg i. T. hat 61 Millimeter fmeift Schnee), die Zugspitze 75 Millimeter (durchaus in Schneeformh Brocken 141 Millimeter. Eine Schneedecke kann im Durchschnitt an 8 Tagen erwartet werden. In seh>r falten Wintern ist es schon vorgekommen, daß während des ganzen Monats auch das mitteldeutsche Tiefland eine Schneedecke trug. Diese Fälle kommen aber äußerst selten vor, viel häufiger ist die. Beobachtung, daß der Monat ganz schneefrei bleibt. Für Hessen verteilt sich der Niederschiag im Januar folgendermaßen: Worms 28, Mainz 35, Alzey 34, Bingen 33, Bensheim 50, Gernsheim 34, Felsberg 72, Tarmstadt 41, Beerfelden 106, Michelstadt 60, Offenbach 34, Schotten 64, Bad-Salzhausen 43, Grünberg 48, Lich 37, Bad-Naüheim 41, Friedberg 47, Herchenhmn 102, Gießen 35, Grebenhain 86, Herbstein 78, Msfeld 44. Ter vergangene Dezember war in West- und Mitteldeutschland ganz erheblich zu itrarm. Eine kürze Frostperiode, die durch geringe Schneefälle eingeleitet wurde, herrschte nur vom 3 —10. Dezember. Tann gewannen bis zum Schluß des Monats tiefe Zyklonen die Oberhand, die warme Südwestwinde anfaugten, unter derdm Einfluß alle Mittelgebirge schneefrei wurdey. In den Weihnachtstagen rückte auch in den Alpen die Schneegrenze auf 1500—2000 Meter, so daß auch der Schwarzwälder Feldberg seine Schneedecke verlor. Nur m geschützten Waldlagen und den Alpen war die Ausübung des Wintersports, zu dem Tausende ausgezogen ivaren, möglich Die Tage vom 22.-28. Dezember waren um 5—7 Grad zu warm. Am 28. wurden vielfach 13 Grad Wärme erreicht iFrankfurt, Trier, Kleve u. a. O.). Dagegen hatte Inner- und Nordrußland bei hoher Schneedecke anhaltend mäßigen Frost. - Eine Eigentümlichkeit des dieslährigen Winters ist der sehr beständige hohe Druck über Süd- und Südost - e u r o p a. Diese Truckverteilung hat warme Südwinde im Gefolge. Solange nicht ein starkes Sinken des Barometers über Südeuropa einsetzt, kann mit Schnee und Kälte nidn gerettet werden. Eine derartige Umwandlung der Wetterlage dürfte vor Mitte Januar kaum tat erwarten fein. Erfahrungsgemäß pflegt aber nach einiger Zeit auf den schon lange bestehenden Transport warmer Luft and. itfafos"“" 1»I3 »i- IUt dL mjL'hl wSS* !■ 51 i „7? Sä-. )er zu- jr S^tfoalt Dr i, 3°. luücrciti > . " Uch in Kreisobst. S? d-udern wird. ' ^rein-iahres tver. Gelegenheit «Weruna ist, eine 01 ^biete des M- ragl )md Dom herein Sr '* iür ben l" tautechniker Benn, '^bach, Ähottcn 8er- , . Ke aus r 0 Serbtt- ' ^eeressttome Aschen dem Jäte auf ernitet j - unb «ne W Egeiuunfne" , TÜ»e über; grab »-.»?" MN M f und u«:fr<|dSSäk L-n-l «Ä um- joll es yor dem Hessen-Nassau. w Hanau, 8. Jan. Von den Erkrankten im Eisenbahn- Regiment ist in der letzten Nacht der Gefreite Wagner aus Lörrach gestorben. w ©ein häufen, 8. Jan. In Birst ein ist in der vergangenen Nacht die altehrivurdige Dorfkirche bis auf den Grund niedergebrannt. = Erda, 8. 'Jan. Die Gemeindevertretung ist schon seit Jahren auf derSuche nach einer ergiebigen Wasserquelle. Da Hohensolms sein Wasser vom „Lcchpenberg" herleitet, kann für Erda nur das „Erlenbachtal" in Frage kommen, ein anderes Quellengebiet ist nicht vorhanden. Die Schürfungen werden mit Beginn der besseren Jahreszeit fortgesetzt. Lnvtsehiffahrt. Friedrichshafen, 8. Jan. Um die Mitte des Monats trifft hier eine militärische Abnahmekommission ein, um mit dem neuesten Militärluftschiff, das jetzt nahezu fertiggestellt ist, Versuchsfahrten zu machen. Auf oer Werst stehen außerdem die beiden fertig gerüsteten Spitzen zu einem weiteren Militärluftschiff, das Ende Februar übernommen werden soll. Dann erfolgt die Erbauung des Delagschiffes „Sachsen". Die Zahl der Arbeiter des Luftschiffbaues wurde in den letzten Wochen von 170 auf 230 erhöht. Die Luftschiffwerst wird gegenwärtig um 12 Meter verlängert. Im Anschluß an die Werft wird eine eigene Versuchswert'stätte erstellt. man öfters tanbtoirte mit Pferden und Pftug im Felde am Acker, den Ackersmann nicht selten in — Hemdsärmeln. Kreis Friedberg. ---Friedberg, 7. Jan. Die Handelskammer Friedberg wird in ihrer nächsten, am Mittwoch, 15. Jan., ftattfindenden Sitzung sich mit der Frage der Einführung einer Filial- und Warenhaus st euer in Friedberg beschäftigen. Weitere Beratungsgegenstände sind: Die Errichtung eines Bahnhofes mit Verladestelle an der Haltestelle Unter-Schmitten und die Einführung von 8 2" 53,3 24 49 90 NNE 2 3 Sonnenschein 8. 9" 54,0 - 05 4.1 93 NNE 2 0 Klarer Himmel 9, 7“ । 54,5 — 2,9 3,6 98 NNE 2 0 • n Statt jeder besonderen Anzeige. Hierdurch die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Frau Katharina Beil Ww. gestern mittag 1 Uhr im 82, Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die trauernd Hinterbliebenen: Familien Beil und Lachmann. Giessen (Löberstr. 4), 9. Januar 1913. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. [295 k A-,' A' I Wir machen hierdurch die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Emma Dietz heute vormittag 10V2 Uhr nach kurzem Kranksein im Alter von 41 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 29i Conrad Dietz. Giessen, Cöln, Hochweisel, den 8. Januar 1913. Die Beerdigung findet zu Hochweisel in aller Stille statt Vermietungen lij-Wim-WohnW der Neuzeit entsprechend, ni. elektr. Vicbt und Bud per 1. April zu vcrm. Näh. 40 ___Plockftr. 9 inrVabcn. | 7 Zimmer ~ 7-Zimmer-Wohnung öit vermieten. [14 Näh. Bcrgttrastc 9 I. 5 Zimmer Wohnung im I. Stock, beit, aus 5 Bim. u. all. Bub. per 1. April 1913 zu verm. (39 ___ sicher Strane 21 p. Sch. Mansardenwohu., nicht schräg, 5 Zimmer mit grotzem Vorplatz, Blcichplatz, Balkon, Gas und Elektr., in ruhigem Hause per 1. Avril zu vermieten. Herrn. (511c, Nord-Anlage 35. 119 § Ludwigstr. 40 Mansarde 5 Bim. mit all. Z,nb.p.1.Avrilod.spät.zverm. 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