Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten. 9 3 , Tageskalender aus -cm Jahre 1813. 8. Oktober. Der König von Bayern schließt mit Oesterreich den Vertrag von Ried, und tritt auf die Seite der Verbündeten. begaben sich der Präsident und die königliche Familie mit Gefolge auf die Balkons des Palais und wohnten dem Inständigen Vorbeimarsch des Madrider Armeekorps bei. Ber und nach dem Vorbeimarsch veranstaltete die Menge vor dem Palais begeisterte Kundgebungen. Poincarö nahni später das Frühstück im intimen Kreise. Danach besuchte der Präsident die Mitglieder der Königsfamckie. , Nachmittags um 4 Uhr empfing er auf der französischen Bot- chaft die französische Kolonie in Madrid. )nil. oel aus Kaiserslautern, Schwurgericht wegen Er- dner aus Kaiserslautern r- bat kurz vor Ablaut dec beim Reichsgericht namens bcnry Spencer idthretin Rerroad ermordet andere Morde, von abenwill, eingestandea Aus Heften. Neuwahl im Wahlkreis Wald-Michelbach. rb. Darmstadt, 6. Oft. Im vierten Wahlkreis der Provinz Starkenburg, Wald-Michelbach, dessen Landtagsmandat infolge des Ablebens des Abg. Dr. Heidenreich erledigtist, hat nach den Vorschriften des neuen Wahlgesetzes innerhalb vier Wochen vom Staatsministcrinm die Anberaumung einer Neuwahl zu erfolgen. Der Wahlkreis ist zwar bei der Line Reichstagsersatzwahl. R a st a t t, 7. Oft. Bei der heutigen Reichstagsersatzwahl im 8. badischen Reichstagswahlkreise erhielt Neu- h aus (Zentrum) 13 298, Unser (Liberaler Blockkandidat) 3873 und Müller (Soz.) 4569 Stimmen. Neuhaus ist somit gewählt. Maria Walewska und Alfred Beierles als Napoleon konnte des Norwegers Debüt nur einen geteilten Erfolg buchen. — Im Berliner Königlichen Schauspielhaus wurden, wie uns aus Berlin geschrieben wird, „Die drei Brüder von Damaskus", ein „Komödienspiel" von Alexander Zinn, gegeben. Die Intention, irr Märchenform eine allgemeine psychologische Wal/rheit spielend zu beleuchten, hat der Versuch mit Fuldas „Talisman" gemein. Zinn will etwa zeigen, wie oberflächlich die Etiketten sind, in die die öffentlick>e Meinung rubriziert: wie der als Tunichtgut Verschriene, in eine neue Position, vor neue Aufgaben gestellt und vom Vertrauen getragen, oftmals ibm selbst vorher verborgene Eharakterquali- täten an den Tag legt, in dem Rollenfach, in das der Zufall il)N verschlagen, wächst. Ein erschlichener Name — der seines Bruders Dirbas, den die Legende blind, kritiklos mit jeder Heldentugend schmückt — macht aus dem jungen Taugenichts Aslan selbst eine Art von Helden. Als er arm und hungrig nach langen Jahren in seine Vaterstadt zurückkehrt, tönt ihm von allen Seiten Dirbas, des Verschollenen, Ruhm entgegen. Kein andere wäre imstande, die Stadt von dem Tyrannenjoch des grausamen Sahib, vor dem die Bürger zittern, zu befreien. Aslans alter, in Listen erfahrener Diener, rät ihm, sich selbst als den Ersehnten auszugeben. Das sei das leichteste Mittel, um zu Geld zu kommen. Skrupellos folgt ihm der Jüngling. Aber die Heldengesten, die er nun in der Rolle nachahmt, wecken — so ist der Plan des Stückes — die l>eldisch königlichen Instinkte, die in den Tiefen seines Wesens hinter dem Leichtsinn schlummerten. An sich gewiß ein psychologisch interessaMer Vorwurf, der aber leider nur Programm bleibt. Statt daß der Autor von der Wandlung uns in den Taten Aslans etwas sehen ließe, verwickelt er ihn in ein Wirrsal gehäufter Abenteuer, die ihn obendrein durchaus als den alten Toren zeigen. Das hübsche Gesicht von des Sahibs Töchterlein läßt diesen „Helden" die Rebellion, die er doch leiten sollte, anscheinend völlig vergessen. Sie spielt sich hinter seinem Rücken, über seinem Kopf ab. Er erntet jedoch, wo er nickst gesät hat. Der richtige Dirbas, der herbeigeeilt ist, um gegen ihn zu zeugen, zerstört damit nur seinen eigenen Nimbus. Das Volk jauchzt Aslan zu: Das sei der Mann, den sie als Herrn brauchten Und der Kalif erklärt sein Einverständnis. Das Ganze Iö)t sich nach einigen Ansätzen, die Ausblicke verhießen, in eine recht belanglos bunte Schau auf. Die glänzende Ausstattung und das gute Spiel — Herr Elewing durfte in der Hauptrolle lern -Laient nach allen Seiten leuchten lassen — vermochten über die innere Leere nicht hinwegzutäuscheu. Der Premierenbeifall, der niemms fehlen darf, hielt sich in mäßigen Grenzen. Amtsgebäudes zu Peking sich vvn der Monarchie lossagte, indem er den Amtseid als provisorischer Präsident der Republik leistete, den Eindruck eines gebrochenen Mannes gemacht habe. Manche seiner Gegner sagen ihm denn auch nach, daß er sich noch immer mit dem Gedanken einer dereinstigen Wiederaufrichtung der Mandschudynastie trage, während wiederum andere ihm unterschieben, daß er an die Errichtung einer' eigenen Dynastie denke. Aber Puanschikai ist vielleicht zu nüchtern und zu vorsichtig, um sich mit solchen weitausschauenden Plänen zu tragen, die angesichts der 'tark republikanischen Stimmung im Reiche der Mitte sehr gefährlich wäre. Denn was das chinesische Staatsrecht über das Verhältnis zwischen Volk und Herrscher sagte, gilt sicher noch weit mehr für das Verhältnis zwischen Volk und Präsident: „Tas Wasser bleibt immer Wasser, wenn sich auch kein Fisch darinnen bewegt; der Fisch stirbt ohne Wasser." Im übrigen hat der neue Präsident auch für die nächsten Jahre weit nähere Sorgen. Denn wenn er sich auch auf die Tsin-pu-tang, die Fortschrittspartei, und größtenteils auch auf die Kung-ho-tang, die republikanische Partei, stützen kann, so hat er doch in der extrem demokratischen Partei, der Kuo-sin-tang, die aus den Jungchinesen des Südens besteht, 'erbitterte Gegner. Nun verfügen freilich die ersteren beiden Parteien nicht nur über die große Mehrheit im Parlament, sondern Puanschikai ist offenbar entschlossen und er scheint auch die Macht dazu zu haben, dieses im wesentlichen als Jasagemaschine zu benutzen, wobei ihm in dem neuen Premierminister H si u n g h s i lingi ein tüchtiger Sekundant zur Seite steht. Ein erster großer Erfolg ist ihm ja auch insofern sicher, als die Anerkennung der neuen Republik durch die Mächte unmittelbar bevorsteht. In der auswärtigen Politik wird seine Taktik in erster Reibe dahin gehen, an der friedlichen Verständigung mit Japan, freilich bei entschiedener Ab- weisung der Tokioter Vormundschaft, festzuhalten. Im übrigen steht Puanschikai nicht auf dem nationalistischen Standpunkt; vielmehr ist er davon durchdrungen, daß China auf das wirtschaftliche Zusammenarbeiten mit den Mächten und auf deren finanzielle Hilfe angewiesen ist. Insbesondere ist bekannt, daß er von freundschaftlichen Gesinnungen für Deutschland erfüllt ist, dessen uneigennützige Politik er ausdrücklich und wiederholt anerkannt hat. Der Präsident von China. Puanschikai hat's erreicht! Der „Mann mit dem doppelten Gesicht", der seit dem Sturz der Mandschudynastie zu Beginn des vorigen Jahres provisorischer Präsident der neugebackkenen Republik China war, ist mit 507 gegen 186 Stimmen zum endgültigen Präsidenten gewählt worden. Eigentlich ohne Gegenkandidat, denn Lijuanhung, auf den 179 Stimmen fielen, hatte schon vor der Wahl erklärt, daß er eine Wahl nicht annehmen werde, wobei er vielleicht an die auch dem chinesischen Fabelschatz angehörende .Geschichte von dem Fuchs und den zu hoch hängenden Früchten dachte. Die Wahl des Präsidenten ist auf fünf Jahre erfolgt, und nach Ablauf der Amtszeit ist er abermals auf fünf Jahre wählbar. Puanschikai ist ganz der Mann, sich auf zehn Jahre sicher im Sattel zu fühlen, und im übrigen wird er sich vielleicht für die spätere Zeit mit dem chinesichen Sprichwort trösten: das Wasser fließt durch den Strom, und doch bleibt immer Wasser darin! Puanschikai, der im Alter von 55 Jahren steht, gilt als einer der klügsten Köpfe des Reiches der Mitte. Er entstammt» nicht, wie fast alle chinesischen Würdenträger, einer Literatenfamilie, sondern seine Vorfahren waren wie er selber Soldaten. Infolge seiner Verdienste um die Niederschlagung der 1883 in Korea ausgebrochenen Revolution ernannte ihn Lihungtschang 1885 zum Generalresidenten in Söul, in welcher Stellung er große Tatkraft und Umsicht entwickelte, aber vergeblich vor den japanischen Eroberungsplänen warnte. 1894 rettete er sich nur durch schleunige Flucht vor der japanischen Gefangenschaft, wurde bann zum Justizkommissar, 1896 zum Gouverneur von Schantung und 1901 nach dem Tode Lihungtschangs zum Vizek'ö-nig von Tschili ernannt, in welcher Stellung er sich außerordentliche Verdienste vor allem um die Modernisierung des Heeres und die Reform der Verwaltung erwarb'. Er war durchaus kein Gegner der neuen Ideen, wenn er auch die weitgehenden Forderungen des Jungchinesen- tums bekämpfte; vielmehr trat er im Jahre 1907 in einer Denkschrift für die Einführung einer modernen Verfassung ein. Als am 14. November 1908 der Kaiser Tsai Tin und Tags darauf die Kaiserin-Witwe auf heute noch nicht geklarte Weise aus dem Leben schieden und der Bruder des Kaisers, Prinz Tschun, sich aus eigenen Gnaden zum Regenten ernannte, sank Puanschikais Einfluß, und er wurde schon nach einem Jahre seiner Aemter entboben, um erst bei Ausbruch der Revolution als Retter in der Not zurück- berufen zu werden. Ob der Mann mit dem doppelten Gesicht die Mandschudynastie, die jetzt durch ein unmündiges Kind, durch den Kaiser Puyi, vertreten war, nicht retten wollte ober nicht retten konnte, barüber sind bie Akten zwar noch nicht geschlossen, boch spricht bte Wahrscheinlichkeit dafür, baß er bie Sache ber Dynastie als verloren ansah unb als chinesischer Patriot ans beut Chaos, aus bem Kampf aller gegen alle zu retten suchte, was zu retten war. Augenzeugen versichern jebenfalls, daß er, als er am 10. März 1912 im Kuppelsaale des neuen Auswärtigen le-akikon. naberüdMtißt.) 'ui bet tötende Mes 6)e« ?, 2te tonnen auf IHrem selbst auf die Äe'ahr bin, ixttw Mm ‘öts Reich' . V\ t-M W eint cM MüMm, was jen- doriMnGcmMcksdesiher? der ßtenje einen Cbitbaum uidstülkes jenseits der Grenze ine des Lbstbaumes zufa agen; d. h. er dars sie ent rsw. . qJSS Aminen ,ai)l ""wirte aus bem — Leipziger Theaterbrief: Gin norwegisches Napoleondrama. Ans Leipzig, 5. Oktober, wird uns geschrieben: „Maria Walewska", Schauspiel in 3 Akten von dem Norweger Johann Bojer, gelangte soeben im Leipziger Schauspielhaus zur Uraufführung. Auch dieses Drama lebt nur vom galanten Napoleon, von pikanten Ueberbleibseln hinter den Kulissen der Geschichte. Keine eisenklirrenden Schlachten und diplomatischen Sckachzügc, nur feurige Schäfcrstunden und Liebes- nctze. Die historische Tatsache der episodischen Liebelei mit der „schönen Polin", wie sie sich in den schlüpfrigen Memoiren der Gräfin Potocka und den Indiskretionen des Kammerdieners Konstant erhielt, etwas idealisiert und theatralisiert. In heißen inneren Kämpfen läßt der geborene Romanschriftsteller sie zur „Nationalheldin", einer spaten Judith und Schwester der „Monna Vanna", werden, die allen Bestürmungen Napoleons, der Welt und Himmel in Bewegung setzt und Großherzöge und den Erzbischof in ihrem Vorzimmer um mehr als Gunst für ihn bitten läßt, trotzt und ihrem ungeliebten Eheherrn Treue hält. • Erst als ihre Liebe Staatsaktion wird und der rasende Napoleon ihr die Freiheit Polens, als Entgelt, verspricht, wird sie, vom Mann getrennt, seine Geliebte. Aber nach dreijährigem Liebesglück verstößt sie Napoleon am Tage des Schönbrunner Friedens aus „Gründen der Staatsraison", ohne ihr die versprochene Freiheit Polens zu schenken, und sie vergibt ihm, glücklich einen Sohn des Kaisers gebären zu können. Diese ziemlich dürftige Handlung ist von dramatischen Erregungen stark durchi'e'tt. Ein interessantes, anekdotisches, dramatisches Spiel, aber kein künstlerisches, blutarmes Leben . . . Trotz glänzender Leistungen Gertrude Langfelders als Präsident Poincare in Madrid. Madrid, 7. Okt. Sämtliche Zeitungen begrüßen den Präsidenten Poincare in herzlichen Willkommensartikeln. Bei dem Empfange am Bahnhof trugen der König und der Jnsant Ferdinand das Großkreuz der Ehrenlegion. Bei der Ankunft des Zuges spielte die Musik die Marseillaise und die Königshymne. Der König näherte sich der Tür des Wagens des Präsidenten und begrüßte ihn militärisch. Der Präsident stieg aus und drückte dem König herzlich die Hand, der ihn, bewillkommnete und ihm seine Freude über den Besuch ausdrückte. Der König unb ber Präsibent stellten gegenseitig bie beiberseitigen Gefolge vor. Poincare überreichte ben zu seinem persönlichen Dienst kommanbierten Offizieren, barunter General Marquis Val- tierra, kommanbierenber General bes 6. Armeekorps, das Großkreuz der Ehrenlegion. Präsident Poincare wurde im Palais der Königin Viktoria Eugenia, der Königin-Mutter Maria Christtne und der ganzen königlichen Familie empfangen. Nach einer kurzen Unterhaltung Mpr-ile m Ti-ven 94-98 . h*90^=^’ Krotpreilk "62 xich und Frucht ch. uu» WWW -- ----------- Disziplinlosigkeit im schweizerischen Heere. Im Laufe der letzten Gebirysmanöver im Kanton Grau* bünbenproteftiertvnzwerbündlerischeBatail- lone, als sie Lei einem Schneegestöber auf dem Flucela. raß (250 Meter) nach Abbruch der Manöver, während die Offiziere bei der Kritik waren, längere Zeit auf den Abmarschbefehl warten mußten, $egen diese Verzögerung und betrugen sich disziplinwidrig. Oberst Wille, der Kommandant des dritten Armee'orps, veröffentlichte in der „Neuen Züricher Zeitung" einen heftigen Artikel gegen die Jnd iszip lin der Truppen, und warf ihnen Kriegsunbrauchbarkeit vor. Der Artikel, der in der Schweizer Presse und in der des Auslands viel kommentiert wurde, war im Nationalrate vor überfüllten Tribünen Gegen- land zweier Anfragen. Vital-Granbünden versuchte die Haltung der Truppen mit Rücksicht auf die furchtbaren Witterungsverhältnisse zu entschuldigen. Der zweite Redner kritisierte die Truppen s charf. Bundesrat Hoffmann, Chef des Militävdepartements, rügte scharf die Jndisziplin der Truppen. Die amtliche Darstellung der Vorgänge stimme keineswegs mit derjenigen des Obersten Wille überein, ber in seinem Artikel von einer Revolte rebe. Die Mannschaft marschierte nicht ohne Befehl, sonbern auf Befehl in bie Kantonnements. Der Rebner betonte, baß die Instruktion ber neu in ber Schweiz geschaffenen Gebirgstruppen! besonbere Sorgfalt verlange. Bevor bie Einzelausbilbung be- enbigt sei, bürsten ben Truppen keine außergewöhnlichen Strapazen zugemutet werben. Den Artikel Willes bebaucre ber Bunbesrat. Zwar war seine Ansicht, auf bie Mängel in ber Ausbildung hinzuweifen, eine gute, boch beging er in bei Form Taktlosigkeiten. Eine Maßregelung ber Offiziere lehne ber Bunbesrat aber ab, ebenso bas Verbot an bir Offiziere, künftig öffentlich militärische Dinge in ben Zeitungen zu besprechen, ba bie öffentliche Erörterung über die Manneszucht unb Kriegstüchtigkeit ber schweizerischen Armei. ersprießlich sein könne. Die Fragesteller erklärten sich bamit befriebigt. blasse trafen sich fiierQtr '? 1 00 II. n. ® ? Mc sich nn Angriff dein ^oren. ber AILM 3- MannsM übet B. C, cht. faltigem schein -1.15TILbii6iiereterlätii(l iSiirf 10-0 W.* J" i’et 2,00 - 3,00 Ml., wirb vr Pid. 92-100 1'sg., IL, Wn J ■ reit. ■ iiir 1913i - SB«"""" rrrit» #(t ' ... ;n5 ptun *'■ ' 1 8* IlLgt®*1' zu bem Evaugeliengebüsch und daß sie im April alle Ansprüche befriedigen würden und nicht früher, und er und Mr. Hall sagen, sie denken, daß überhaupt nicksts getan werden wird." Diese Voraussicht Shakespeares sollte sich auch bewahrheiten. Jrn Frühling 1616 wies der Lord Oberrichter Cornbe mit seinen Ansprüchen ab, und eine der letzten Neuigkeiten, die des sterbenden Shakespeare Ohr traf, niu.ß die angenehme Nachricht gewesen sein, daß er recht behatten und daß überhaupt nichts geschehen werde. Aus den Aufzeichnungen Greenes weißt die Verfasserin noch nach, daß sich Shakespeare der traurigen Verhältnisse eines verstorbenen Mr. Barbor annahm, der durch eben jenen W. Combe in die größte Not gebracht worden war. Zuerst starb seine Fran und dann er selbst, und nun tat der Dichter für die Kinder, was in seinen Kräften stand. So geht aus diesen neuen Mitteilungen die so ost angezweifelte Herzensgüte Shakespeares in einem reinen Glanze hervor. .gedeih^ ~ y.Ntöirte rr noch wahren S Ln Anj cn wohnhaft einzig durch- eifrig ritte, bie Ungeredbtigtetien ab,uwehren. Das geS aus den Tageb.,^ aufieidmunqen ®recn8 6ert)or, in denen es voin 17.Nov. 1611 beißt Mein Vetter Shakespeare kam gestern zur Stadt, ich ging ihn ZU sehen, was er machte; er er zahlte, mir datz sie ihm vnstckMt hätten, sic beabsichtigten Nicht weiter emzuhegen als bis alduns ■ Sti"- Ht. 256 Erstes Blatt 165. Jahrgang Mttwsch, 8. Gttober $915 Der Gießener Anzeiger W8F Ä f pssessziUMUBZOUUAr VIT||fl 17r te»vVIIlnieIIIll ZJLIlivLUvL MU General-Anzeiger für Oberhesien MW bis vonnittaA^I Uhn Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei u. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck. letzten Wahl oom Zentrum stark umstritten gewesen, durfte aber auch bei der direkten Wahl bei richtiger Auswahl des Kandidaten den Rotronalliberaten sicher sein. Die Wabl er- fo(gt zunächst nur für den Rest der gegenwärtigen Landtagsperiode, also bis zum Herbst 1914. Deutsches Reich. Der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg lst Dienstag vormittag 8 Uhr von München nach Schloß Linderhof zur Jagd abgereist. Ausland. Die Fremdenmorde in Meriko. Die „Times" veröffentlicht einen Bericht,' den das auswärtige Amt über den Tod des Deutschen von Tha- dem und des Engländers Loughton erhalten hat, die im letzten August in Mexiko ermordet worden sind. Die beiden saßen in einem Hause des Herrn Jturbise auf der Veranda beim Kartenspiel. Sie hatten grade durch einen reitenden Boten das Geld zur Lohnzahlung erhalten. Ter Bote hatte kaum fünf Minuten das Haus verlassen, als er Schüsse hörte. Er kehrte sofort um und fand beidö Männer tot mtb das Geld verschwunden. Tie Räuber hatten anscheinend von dem Eintreffen des Geldes gewußt und sich in der Nachbarschaft versteckt gehalten. Kein Uebercinkommen Italiens mit der Tür kei. Die „Agencia Stefani" veröffentlicht folgende Note: Die Nachricht des „Gaulois" über ein geheimes Uebereinkommen Italiens mit der Türkei ist vollständig erfunden. Kirche und Schule. Ein kirchlicher Nichtungsstreit bei den Konservativen. Der protestantisch-orthodoxe „Reichs bote" eifert gegen die „thcologisch-liberalisierende" „Kreuz-Zeitung". Am 25. September hatte die „Kreuz-Zeitung" einen Leit Z e i t der Enteignung als maßgebend ansieht. Ebenso -ist mit Recht für die aus Grund des Fluchtliniengesetzes erfolgte Enteignung der in § 10 Abs. 2 Ent. Ges. ausgesprochene Grundsatz angewendet, daß bei Ermittelung der zu leistenden Entschädigung weder aus eine Werterhöhung noch aus eine Wertminderung Rücksicht zu nehmen ist, die ihre Ursache in demjenigen Unternehmen hat, für das die Enteignung erfolgt. Die folgerichtige Anwendung dieses Grundsatzes führt aber zu der von der Revision mit Recht beanstandeten Annahme des Berufungsgerichts, daß die vorliegend enteignete Fläche, die schon zur Zeit der Flucht- linienfcstsetzung im Jahr 1904 sog. zukünftiges Bauland war, deshalb als Baustellenland und als Hinterland zu bewerten ist, weil sie — nach den getroffenen Feststellungen — ganz unabhängig von der mit der Fluchtlinienfestsetzung von 1894 begonnenen Anlage der Kopernikusstraße zufolge der allgemeinen Entwicklung der Stadt Düsseldorf und der 1900 erfolgten, ein selbständiges Unternehmen bildenden Anlage der Merowingerstraße zur Zeit der Enteignung die volle Baulandeigenschaft erlangt haben würde, sofern nicht die Fluchtlinie für die Kopernikusstraße festgesetzt worden wäre. Allerdings wurde, worauf die Revision hinweist, das enteignete Grundstück durch diese Festsetzung der Baufluchtlinie mit rechtlicher Notwendigkeit unbebaubar und zwar in dem Sinn, daß es nicht bebaut werden durfte. Der erkennende Senat hat auch bereits in einem neueren Urteil vom 5. Januar 1912, VII. 208/11, unter ausdrücklicher Bezugnahme auf das Urteil vom 5. Dezember 1902 nochmals ausgeführt, daß „es zur Feststellung der Eigenschaft eines Bauplatzes nicht erforderlich ist, daß das Grundstück zur Zeit der Enteignung tatsächlich diese Eigenschaft hatte, sondern daß es genügt, wenn es vor der Enteignung die Eigenschafterlangthabenwürde, sofernnichtdie Fluchtlinienfestsetzung für die zur Enteignung führende Straßen anlage erfolgt wäre." Von dieser Auffassung abzugehen liegt kein Anlaß vor. — Die Revision der Stadtgemeinde Düsseldorf ist deshalb als ungegründet zurückgewiesen worden. artikel gebracht, in dem sie das Kuliurchristentum des Allgemeinen Protestantischen Missionsvereins zum Unterschied gegen die ältere christliche Mission mit ihrer Verkündigung Jesu als des Heilandes der Mühseligen und Beladenen verherrlicht. Dieser Artikel hat besonders durch folgende Stellen den Anstoß des „Reichsboten" erregt: „Dos Aullrelen der christlichen Sendboten früherer Zeit litt hauptsächlich an zwei Uebeln. Alan sah ben Hauptseind, der aus- gerottet werden müsse, in dem Aberglauben rind denr Fetischismus der Massen und gewahrte nicht den ciaenen, viel stärkeren Gegner, das gebildete, stolze, in der Kuncffulsischen Wellauschaurmg groß gewordene Literatentum, das mit Verachtung aus die abcndländi- schen Apostel herabblicktc. Da war es zuerst der Allgemeine Evangelisch - Protestantische Missionsvcrein, der den geraden und zielsicheren Weg aus diesem fehlerhaften Kreislatü hcraussand. in- deni er den (Grundsatz umstellte, die vornehmste unb grundlegende Ausgabe der christlichen Mission müsse es sein, einen Boden der Verständigung und gemeinsamer geistiger und ethischer Interessen zwischen dein Reiche des Christentums unb jener führenden Schicht der Güntsc herzustellen." In seinem Schmerze über die Abtrünnigkeit der „Kreuz- Zeitung" gibt der „Reichsbote" einen Artikel der Korrespondenz des „Allgemeinen Positiven Verbandes" wieder, der ttanerersüllt die Frage auswirft: „Was geht in der „Kreuz-Zeitung vor?" und sortfährt: „Dieses angesehene konservative Organ hat sich bekanntlich in einer mehr als einhalbhundertjährigen Geschichte ganz besondere Verdienste nm die Erhaltung und Vertretung des gläubige» Protestantismus in der Oesfentlichkeit erworben. Aber in iieueftcr Zeit, seit dem großen Nedaktionswechsel, scheint sie ihre Ueberlicierung verlassen zu wollen. Schon das erregte Aufsehen, als sie einen entschiedenen Vertreter der Offenbarungstheologie, der früher ihr Mitarbeiter war, mit ausdrücklicher Namennennung als minderwertig lind zurückgeblieben herabzusetzcn suchte." Der Reichsbote zerbricht sich dann ebenfalls den Kopf über die jetzige veränderte Haltung der „Kreuzzeitung" und klammert sich an die Hoffnung, daß es sich in dem Falle des oben erwähnten Leitartikels wahrscheinlich nur nm redaktionelle Unachtsamkeit handelt. Denn er kann es nicht glauben, daß sich darin eine grundsätzliche Schwenkung des angesehenen und verdienstvollen konservativen Organs nach der thcologi sch-liberal isierend en Mitte hin vollziehe. Aus Stadt und Lauds Gießen, 7. Oktober 1913. ** Tageskalender für Mittwoch, den 8. Okt.: Stadttheater: .Prinz Friedrich von Homburg." Anfang 7 Uhr. N a t u r he i l v e r e i n: Vortrag über Maqeukraiikheite, ,:iib ihre Verhütung. Abends 8'/, Uhr im Hotel Schütz. * ** Ordensverleihung. Der deutsche Kaiser hat als König von Preußen dem Oberbahnassistenten M a r g o l f gelegentlich seiner Versetzung in den Ruhestand nach 55 jähr, aktiver Dienstzeit den roten Adlerorden 4. Klasse verliehen. ** Nuhestandsversetzung. Der Großherzog hat den Oberlehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium 311 Darmstadt Professor Dr. Otto Zimmermann auf sein Ruchsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dieilste, mit Wirkung vom 16. Oktober 1913 an in den Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlaß nntrbc ihm die Krone zum Ritter- kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Schulangelegenheiten. Uebertragen wurde deut Schulamtsaspiranten Wilhelm Hölzinger aus Mittel- Gründau die Lehrerstelle an der Volksschule zu Appenrod; dem Schulamtsaspiranten Karl Becker au? Rieder-Gemünden eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Rieder-Ofleiden; dem SchltlamtSaspiranten Karl Klee aus Holzheim die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Deckenbach; bem Schulamtsaspiranten Jakob Wien aus Rodheim v. b. H. die erledigte 1. Lehrerstelle an der Volksschule zu Wallernhausen. — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern auf die erledigte 2. Lehrerstetle an der Volksschule zu Gedern präsentierte Lehrer Heinrich List zu Feldkrückcn; der von dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode- Gedern auf die erledigte 1. Lehrerstelle an der Volksschule zu Ranstadt präsentierte Schulamtsaspirant Georg Müller aus Usenborn. — Erledigt ist die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vocken- rode. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ** Die 16. Hauptversammlung des deutschen Fröbelverbandes fand vom 2. bis 5. Oktober in Halle statt. Zahlreiche Pädagogen des In- und Atislandes, Abgesandte von pädagogischen Vereinigungen, von Anstalten und Regierungen nahmen daran teil. Die Vorträge und Verhandlungen befaßten sich diesmal vorzugsweise mit der Fluchtlinienfestsetzung und Bauplatzeigenschaft. . Für die Bemessung der Enteignungsent- schädtgung ist, wie das Reichsgericht kürzlich in einem liegen die Stadtgemcinde Düsseldorf geführten Enteignungsprozesse entschieden hat, nicht der Wert zur Zeit der Fluch tlinien fcstsc tzun g maßgebend, sondern der Wert zur Zeit der Enteignung; dabei genügt es aber für die Annahme der Bauplatzeigenschaft eines Grundstücks, daß das Grundstück diese Eigenschaft vor der Enteignung erlangthabenwürde, sofernnichtdie F l u ch t l i n i e n f e st s e tz u n g für d i c z u r E n t e i g - uung führende S t r a ß e u a n l a g e erfolgt wäre. Der Sachverhalt, der zu dieser für das Enteignungsverfahren äußerst wichtigen Entscheidung führte, war der: Durch den im Jahr 1894 für den südlich der Suitber- tusstraße gelegenen Teil der Gemarkung Düsseldorf-llutcr- mlk ausgestellten Bebauungsplan war ein dort belegenes Grundstück des Klägers insofern betroffen worden, als Teile ? Vni . Plaue vorgesehene Straßen, die Merowingerstraße und die Kopernikusstraße, in Anspruch genommen wurden. Während die Merowinger- stratze bereits tm Jahr 1900 angelegt und in der bebaut wurde, unterblieb die Ausführung der Koper- Ni küsst raße bis 1910^ Erst in diesem Jahr enteignete die Beklagte zum Zweck der Anlage dieser Straße die dem Klä- 37 4o Quadratmeter große Parzelle (Kol. 18 Rr. 1934/82). Der Bezirksausschuß bewertete diese Parzelle als Ackerland mit 3 Mark für den Quadratmeter und setzte demgemäß die Entschädigimg auf 11235 Mark fest. Der Kläger verlangte jedoch weitere 83 765 Mark nebst Zinsen seit dem 14. Januar 1911, da das enteignete Grundstück als B a u st e l l e zu bewerten sei. Das Landgericht D ü s s e l d 0 r f hat ausgesprochen, daß die Entschädigung nach dem gemeinen Werte z u r Z e i t d e r Enteignung zu bemessen sei und die beklagte Stadtge meinde zur Zahlung weiterer 56 990 Mark an den Kläger verurteilt. Die Berufung der Beklagten ist oom Oberlandesgericht Düsseldorf zurückgewicsen worden, auch die beim Reichsgericht eingelegte Revision war ohne Erfolg. Aus dem reichsgerichtlichen Urteile dürften folgende Ausführungen interessieren: Zunächst entspricht cs der seit längerer Zeit feststehenden Rechtsprechung des Reichsgerichts, daß der Jn- stattzrichter bei Bemessung der Entschädigung nicht den Wert zur Zeit der Fluchtlimenfestsetzung, sondern den zur sozialen Wirksamkeit, die die Kindergärtnerin häufig, die Jugendleiterin fast immer auszuüben haben. Die Arbeit der Kindcrgättnerin und Jugendleiterin beschränkt sich nicht auf die Kleinen, noch nicht Schulpflichtigen. Sie umfaßt in der Hort- und Heimarbeit die Schulkinder — und soll sich, vom Horte und Jugendheime ausgehend, auch auf die der Schule entwachsenen Jugendlichen erstrecken. — Eingehend wurde dann die Ausbildung der Fröbelschen Kindcrpflegerin besprochen, die im Gegensatz zur Kindergärtnerin aus der Volksschule hervorgeht. Besichtigungen und Vorführungen aller Art gaben der Tagung eine angenehme Abwechslung. ** Die Sch l a cht v i eh Preise für unsere heimischen Metzger stellen sich augenblicklich wie folgt: Ochsen 98 bis 100 Mk., Rinder 93 bis 95 Mk., Mhe 80 bis 84 Mk., Kälber 94 bis 96 Mi., Schweine 77 bis 79 Mk., fette übermästete Tiere 2 Mk. billiger. Die Preise verstehen sich pro Zentner Schlachtgewicht. ** Ein ernstes Wort an alle Hausfrauen! Seit längerer Zeit tritt im Kleinhandel die Unsitte zutage, eine Reihe von Verbrauchsartikel mit Zugaben zu verkaufen. Viele Hausfrauen glauben ein Geschenk zu bekommen, wenn sie Waren mit Zugaben kaufen. Das ist ein großer Irrtum. Kein Kaufmann kann etwas verschenken! Wenn man etwas „zugibt", so ist entweder der Kostenpreis der Zugabe auf den Preis der Ware vraufgeschlagen, oder es wird versucht, geringwertigere Ware, die man sonst nicht los wird, durch eine Zugabe anzubringen. Jede Zugabe verteuert die Ware. Der Wert einer mit Zugabe gelausten Ware entspricht daher nie dem gezahlten Preise. Tie Ware muß stets teurer oder geringwertiger als reelle, zum gleichen Preise gekaufte Ware sein. Zum Beweise da- fur dient die Tatsache, daß von gewissen Geschäften dieselbe Ware ohne Zugabe billiger abgegeben wird, als mit Zugabe, «^ertn gesagt wird, es würden Zugaben gewährt, weit da- j andere Reklame gespart werde, so ist das ebenso w ' oonn das Geschäft mit Zugaben erfordert ebensoviel Rettanie rote das Geschäft ohne Zugaben. Ta^u kommen nvcki die besonderen. Unkosten für den Versand, die Verpackung der Zugaben, für verlockend ausgestattete Prospekte usw., sowie für zahlreiches Personal. Bei den „Zugaben" wird auf die Leichtgläubigkeit der trauen spekuliert, deren gesundes Urteil man durch Geschenke beeinflussen' will. Warum werden Eier, Butter und ähnliche Nahrungsmittel nie mit Zugaben verkauft? Weit die .Hausfrauen diese Waren beurteilen und bewerten können. Nur bei Daren, deren Herstellungswert und Zusammensetzung die Hausfrauen nicht kennen, werden Zugaben gewährt. Sie sparen viel Geld, wenn Sie Waren mit Zugaben zurückweisen. Ter beste Beweis, daß das Zugabewesen nur darauf abzielt, den Dummen das Geld aus der Tasche zu locken, ist die Tatsache, daß der redliche Kaufmannsstand diesen Unfug ausnahmslos auf das schärfste verurteilt. Ter Kaufmann weiß genau, daß niemand etwas verschenken kann: er führte die Waren mit Zugaben nur gezwungen, weil es die .Haus- frauen wollten. Nun soll es aber anders werden! 23 große deutsche Detaillisten-Verbände mit weit über 1000 angeschloffenen Vereinen gehen dem Unwesen zu Leibe und suchen zunächst die Hausfrauen aufzuklären. Auch die meisten deutschen Handels- und Gewerbe-üammern haben sich dieser Bewegung bereits angeschlossen; sie fördern in ihren Be- zirken durch ihren Einfluß diese auf Gesundung des redlichen .Handels gerichteten Bestrebungen, die das kaufende Publikum vor Uebervorteilung schützen sollen. Die Hausfrau aber muß selbst auch das ihrige dazu beitragen, sie muß Waren mit Zugaben ablehnen — in ihrem eigenen und auch im Interesse der Familie. Landkreis Gießen. Londorf, 8. Okt. Heute fand hier unter einer Beteiligung von 168 Stimmen die Gemeinderatswahl statt. Aufgestellt hatten sich 25 Kandidaten. 5 Personen mußten als Ersatz gewählt roep den. Wiedergervählt wurden Polier L. Schombcr, Bildhauer Schnacker und Sclmhmaclxw Hasselbach Landwitt und Fuhrunternehmer G. Formhals und Landwitt L. Göbel wurden neu hinzugewählt. -m Hungen, 8. Okt. Um unliebsamen Vorkommnissen, die sich in den letzten Tagen mehrmals ereigneten, für die Zukunft vorzubeugen, sei im Interesse des reisenden Publü kurns an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß der Abendzug 6.34 Uhr ab Gießen — Gelnhausen in Hungen stehen bleibt und von da ein Triebwagen bis Nidda weiterfährt. Wer also von Hungen aus noch Weiterreisen will, muß dort den Zug verlassen und den bereitftehenden Triebwagen besteigen, der wenige Minuten nach Ankunft des Zuges abgeht. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 7. Okt. Das Mangan-Eisen- st einberg werk im benachbarten Ober-Rosbach ging durch Verkauf an den Besitzer der Gruben Rosbach über. Der Verkaufspreis betrug ausschließlich der Gebäude 60 000 Mark. — Am Donnerstag nächster Woche treffen beim hiesigen Bataillon 320 Rekruten ein. — Am 9. d. M. findet im hiesigen Saalbau eine Obst- und Gemüseausstellung statt. )( B ad-Nauheim, 7. Okt. Ein Stück Alt-Nauheim ift noch in der Kirchweihe erhalten geblieben, die hier als Saisonschlußfest noch mehr als sonst in altgewohnter Weise gefeiert wird. Auf dem Marktplatz in der Altstadt, wo ein ganzes Quartier von Buden, Karuffels und sonstigen Vergnügungsstätten erstanden ist, herrschte am Sonntag und Montag ein buntes Leben und Treiben. Dazu war in nicht weniger als 6 Lokalen Tanzmusik. Begünstigt durch das herrliche Wetter, war der Besuch von außerhalb sehr stark. GButzbach,7. Okt. Bei dem heutigen Militärvferdeq markt wurden von etwa 60 zum Verkauf gestellten Pferden vier Stück angekauft. Die für die Tiere bezahlten Preise bewegten sich zwischen 1100—1450 Mk. Butzbach, 7. Okt. Das Landeszuchthaus Rockenberg hatte durch Wettbewerb die Lieferung des sehr bedeutenden St ar» toffelbedarfs der Anstalt ausgeschtteben. Ta-^ billigste Angebot mit 2.99 Mk. für den Doppelzentner war für die Sötte Wortmann gemacht worden, die als eine ganz vorzügliche Sötte bekannt ist. Die Direktion war aber der Änsicht, daß Wortmamr für die Sträflinge nicht fein genug ist und bevorzugte eine höhere Offerte für Industrie oder magnum bonum. (R- Vilbel, 7. Okt. Der am 23. Juni l. I. mit ca. 80 Stimmen Mehrheit als Bürgermeister gewählte Stadtsekretär Adam Berg wurde heute als Bürgermeister bestätigt. Die Verpflichtung erfolgt nächste Woche. Das Amt als Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamter wurde dem seitherigen Bürgermeister Eduard M ü h l s ch w e i n belassen. r. Reichelsheim, 7. Okt. In der gestrigen Gemeinderatssitzung, zu der Kreisamttnann Verberg und Kulturinspektor Heil von Friedberg eftchienen waren, wurde die Kanalisierung unseres Ortes beschlossen. Dieselbe soll sofott in Angriff genommen werden, damit sie bis zu Jahresende fertig gestellt ist. Nach dem von der Klüturinspektion Friedberg ausgestellten Voranschlag würden sich die Kosten auf 36 000 Mk. belaufen. — Mit der am 15. und 16. November d. I. hier stattsirrdenden Bezirks-Geflügel - und Kaninchcnausstellung ist eine Verlosung verbunden. Ter Vettrieb der Lose geschieht durch Wilh. Cassebecr II. in Reichelsheim. )( Steinfurth, 7. Okt. Im zweiten Blütenslor entfalten jetzt unsere ausgedehnten Rosenfelder eine herrliche Pracht, die von jedem Fremden, der durch unsere Gemarkung mit der Bahn fährt, bewundert wird. Die Roscn- züchter können noch täglich zahlreiche Pakete verschicke,^. So gehen die hiesigen Rosen noch in großer Menge nach Berlin. Abends werden die Pakete gewöhnlich in Bad-Nauheim zur Post gegeben; am nächsten Morgen können dann die Rosen schon aus dem Berliner Markte verkauft werden. Den Roscn- züchtern ist durch das schöne Wetter der letzten Wochen und die dadurch bedingte lang anhaltende Blütezeit länger als sonst noch eine schöne Einnahmeguelle offen geblieben. Erst die ersten Fröste werden die Rosenernte beenden. Dann wird der Versand der Stecklinge und Ableger beginnen, die alljährlich bis weit nach Rußland, Amerika, Indien usw. gehen. Kreis Wetzlar. k. Lützellinden, 7. Okt. Die Zusammenlegung der Feldmark in einer Gesamtgröße von zirka 500 Hektar ist nun erfolgt und zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeführt. Während des Winterhalbjahres braucht nur noch das Wegenetz (95 505 lsde. Meter) und eine Brücke gebaut zu werden. b. Blasbach, 7. Okt. Während das neue Pfarrhaus seiner Vollendung entgegen geht, soll jetzt auch eine zweiklas- sige Schule nebst Lehrerwohnung errichtet werden. Hessen-Nassau. • Rodheim a. d. B., 7. Okt. Der Männerturnverein feierte am Sonntag mit seinem Abturnen zugleich eine Abschiedsfeier für die Rekruten. Am Abend hielt m der dichtbesetzten Turnhalle der 2. Vorsitzende Schmidt eine eindrucksvolle Ansprache. Ter Verein, der zum 63au Hessen gehört und über 100 Mitglieder zählt, hat im letzten Jahre wiederum gute Erfolge erzielt. Er errang insgesamt 22 Preise. h. Frankfurt a. M., 7. Okt. Die hiesige Ottskranken- kassc bezahlte im letzten Geschäftsjahr 638 128 Mk. für ärztliche Behandlung. Dafür lmirdcn 272 Aerzte beschäftigt, die zusammen 167 981 Ärankheitsfälle behandelten. I). Frankfurt a. M., 7. Okt. Eine hier abgchaltene Versammlung des alle katholischen Körpersckxtftcn Frankfurts umfassenden Latholikenkomitces beschloß einstimmig, mit dem Zea» IHV JJnsereMarine ^JtfSSr -WS WL- rf Dd*-S ftiSS® dbfi M K Franks Aß 3 ®«"8an-6ijen, “ Uer='teiad) gm« feruben Köbach &? 1101 Der Gebäude 60000 r Woche treffen beim W Am 9. d. M. findet >'museausstellung statt, un ciütf Alt-Nauheim geblieben, die hier als . m altgewohnter Weise m der Altstadt, wo ein ieU und sonstigen Ver- chte am Sonntag und iben. Tazu war in nicht egünstigi Durch das Heu- cherhalb sehr stark. rigm®i[itärDfcTbei äui gestellten Pferden tncr ' btten Breite beroegten fot) »ichchauL Ävckenderg l \At bätiz/zaVr .fizr- trieben. 2re MM Än- •ntner mir für die Sorte sk gant vorzügliche Sorte Lu'Ä, dich Wortmann ad bevorzugte eine höhne im. 23. ZM l. I. mit ca. meiner gewählte Stad!' / als Bürgermeijttt' >tgt nächste Woche, üs Standesbeamter winde irdMühlschweinv er gestrigen Gerne i n d e- n yrrbetg und Munn* ircn, wurde die Kanals ien. Tici'cke B M M is zu Zckescnde fertig ge ektion Kriedberg autgeM- H'OOOMbelm^ t U dm itattixnbaM nchenausllettungs L>cr Lose geschieht durch weiten $1«=*.^ Xnfelbet eine W- n der durch unsere ^e- uiibert wird-Die -"ü 11 «Hit tit nde v.lut Men. Erst elleoNeu^n^ird ?- 3"ÄÖ.«> äsä t nut/0* J^ben. . icke gebauU'l - ■ w-L'r bti V«|e q 9^tt äÄä S Ub-I inrn Stog. '“‘“"■Äh* Ä .Totbern h/j? Mer M die das n '0^. Die nende ^beitrage^ussran X WZtz S?1S'*S ?:«ä ?ÄÄ « hu»°,e ''b“aä'" bis Mdd, „„"V? ^«rchn Wb »°ch »ntunfi ©liefert B3 Rationelle Nervenpflege los die Biocitm-Fabrik, Berlin 8. 61/185. ss6/w Weltberühmt! Kakao Wrr Bedarf Besonders empfehlenswert: Deutsche, Milch-, bittere Schokolade. Staatsmedaille in Gold 1896! ich die Ehre "habe, Ihnen meine bewegte Dankbarkett onsdrückeni zu können, mit der ich an meine Aufenthalte in Frankreich zu- rülidenke. Ich bitte Sie, in dem begeisterten Empfang, den die Stadt Madrid Ihnen bereitet bat, eine beredte, aufrichtige Kundgebung der Sympathien des spanischen Volkes für Sie und Ihr Vaterland zu erblicken. Es hat mit Ihrer Person zu gleicher Zeit die glänzende Vergangenheit undLie ruhmvolle Gegenwart der benachbarten befreundeten Nation begrünt. In der Stunde, wo Frankreich und Spanien sich zur Erfüllung der gemeinsamen Ausgabe der Zivili-srr- t i o n jenseits der Meerenge anschicken, finden sie, baß eine Uebereinstimrnnng der Geister und Herzen bereits geschaffen ist, und die edlen Anstrengungen, die .Strafte beider Völker hi Einklang bringen zu wollen, sind ebenso der Begeisterung der Herzen zu danken, wie sie die Wirkung einer unweigerlichen Forderung der Logik sind, die dazu führt, die Einmütigkeit jener Interessen in fruchtbarer Zusammenarbeit zu sichern. Die Erinnerung Ihres Besuches wird in meinem Gedäckftnis nicht erlöschen, denn ich erblicke darin ein kostbares Unterpfand für eine Zukunft der Intimität der guten und immer herzlicher werdenden Entente zwischen Spanien und tl-rankrerch, an das ich hier den Grast der Freundschaft und der tiefen Bewunderung richte. Ich heiße Sie willkommen und enjebe zu Ihrer Ehre mein Glas und trinke auf die Wohlfahrt Frankreichs. Die Musik spielte die Marseilaise! Natürlich bedarf das Gehirn, um den hohen Ansprüchen zu genügen, einer besonders sorgsamen Pflege. D^e in unseren Tagen miss äusterste angespannte geistige Tätigkeit führt leicht zu Erschöpfungszuständen, tz-ur Verminderung der Arbeits- und Schaf- fenskrast und anderen zum Kapitel der Neurasthenie gehörenden Schwächeerscheinungen, die den Strebsamen oft genug kurz norm Ziel niederwerfen. Die rationelle Pflege des Gehirns und des übrigen Nervensystems besteht in erster Linie in einer zweckmäßigen Ernährung, das heißt einmal in dem Ersah der verbrauchten Mrvensubstanz und ferner in der allgemeinen Kräftigung des Organismus durch die entsprechenden Nährstoffe. Zu dieser wissenschaftlichen Erkenntnis war man schon vor Jahren gelangt, aber ihre ^Nutzbarmachung in der Praxis stieß zunächst leider auf enorme Hindernisse, denn es war lange Zeit nicht möglich, ein Nähr-Präparat herzustellen, das alle Nähr- stofse, speziell auch für die Nerven, in konzentrierter Form enthält. Es mußte erst ein neues Verfahren gefunden werden, das die Herstellung genügender M-engen dieser kostbaren Substanzen von physiologisch reiner Beschaffenheit ermöglichte. Pros. Dr. Habermann ist die Lösung dieses wichtigen Problems gelungen. Unter Anwendung seines patentierte« Verfahrens gelangt jetzt ein Kräftigungsmittel unter dem Namen „Biocitin" in den Handel, welches alle dem Körper nötigen Nährstoffe nur in geläuterter, idealer und konzentrierter Form enthält. Kämpfe mit Berufsschwierigkeiten, Mißerfolge im täglichen Leben zerrütten unser Nervensystem. Kranke Nerven sind aber die Ursachen zahlreicher Leiden unb Schinerzen, von denen der.Kulturmensch nur zu häufig heimgesucht wirb; gesunde Nerven dagegen sind die Quellen eines wonnigen Krastgesühls und ungetrübter Lebenssreude. Gesunder Schlaf, Arbeitslust,Ausdauer, Energie sind dieKennzeichen eines gesunden Nervensystems. Das Quellengebiet unserer Krast, das Reservoir aller Energie ist das Gehirn; hier lausen alle von außen kommenden Reize ein, werden zu Wahrnehmungen, Vorstellungen, ©ebanfcii und Gedankenreihen verarbeitet, und ihre Summe bildet im Verein mit der ererbten Grundlage unser Gemüt, unseren Verstand, unseren Charakter, unsere Individualität. Dies aber sind die Wunderkräste, die unser persönliches sowie soziales Leben gestalten, die jedem seinen Werk, seine Stellung, seinen Erfolg im Leben bestimmen. suchte. Ein Verstoß gegen die guten Sitten ist dem Beklagten aus seiner Maßnahme nicht zum Vorwurf zu machen. Berlin, 7. Okt. Die Geschworenen bejahten in der Verhandlung gegen die Hedwig Müller, die ihren Geliebten er- chossen hat, nach zweistündiger Beratung die Schuldfrage nach Totschlag unter Zubilligung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Rttrnaten. Das Gericht ging — ein äußerst seltener Fall vor einem Schwurgericht — erheblich über den Antrag des Staatsanwalts hinaus unb erkannte auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von seckfs Monaten Untersuchungshaft. Seit dieser Zeit wird von ärztlicher Seite zur Stärkung und Auffrischung abgespannter Nerven das „Biocitin" in steigendem Mäße mit vorzüglichem Erfolg angewendet. Biocitin bildet eine ideale Kraftnahrung für jeden, der einer Hebung feines Kräftezustandes bedarf. Geistig ober körperlich überarbeitete, burch Krankheit oder andere Ursachen heruntergekommene, blutarme, an zehrender Krankheit (wie Tuberkulose usw.) leidende Personen, schwächliche, geistig oder körperlich zurückgebliebene Kinder, stillende Mütter — sie alle finden im Biocitin ein Kräftigungsmittel von unvergleichlicher Wirksamkeit. Vor allem aber ist es das große Heer der Nervösen, denen das Biocitin Kräftigung und Aufsrflchung des gesamten Nervensystems bringt. Biocitin ist das einzige Präparat, welches 10 Prozent physio- logflch reine Nervensubstanz nach dem patentierten Verfahren von Professor Dr. Habermann enthält. Wir bitten daher, unbedingt minderwertige Nachahmimgen und lose abgewogenes Präparat znrückzuweisen. Biocitin ist nur in O rig in al Packungen in Apotheken und Drogerien käuflich. Falls nicht erhältlich ober etwas anderes angeboten wirb, wende man sich direkt an uns. Der Versand erfolgt ohne ^Berechnung von Porto und Verpackungsspefen. Ein Geschmacksmuster nebst einer populär wissenschaftlichen ?lb- handlung über rationelle Nervenpflege sendet auf Wunsch kosten- DnSZentral-Nerorn- fnsicui. ber Siv dcS Brwuszykind, in wel chci» aile körperlichen und geistigen Enip- finbitnqcu zulainmelll- strömcn. Letzte 21ad?t*icbfciu Trinksprüche in Madrid. Madrid, 7. Okt. Wahrend des Galadiners brachte K ö n i g A l f o n s in französischer Sprache folgenden Trink- spruch aus: Herr Präsident! Ick) Lin glücklich. Ihnen meine volle Freude bezeugen zu können, die ich bei dieser Gelegenheit empfinde, wo ©eeicfcufaaL Gesellschaftlicher Boykott. Ter praktische Arzt Dr. G., ber seit 1903 in Annweiler praktizierte, verpflichtete sich im Herbst 1005, auf 3Vs Jahre als Militärarzt ber Schutztruppe tätig zu sein. Er übertrug deshalb seine Praxis in Annweiler dem Arzt Dr. K. unb schloß mit diesem am 31. Oktober 1905 einen Vertrag, worin er erklärt, daß er auf seine Praxis in Annweiler verzichtet unb sich verpflichtet, keine Praxis dort wieder auszuüben. Als Gegenleistung zahlte Dr. K. dem Dr. G. 2000 Mark. Im Jahre 1909 ist Dr. G. für den Tropendienst untauglich befunden und deshalb pensioniert worden. Er machte nun verschiedene Versuche, an anderen Orten Deutschlands ein Unterkommen als Arzt zu finden. Im Herbst 1909 hörte er, daß viele Einwohner von Annweiler die Niederlassung eines weiteren Arztes für nötig hielten; das Bürgermeisteramt des Ortes erließ auch' später' eine entsprechende Bekanntmachung in den Zeitungen. Dr. G. bot daraufhin dem Dr. K. wiederholt die Rückzahlung der im Jahre 1905 erhaltenen 2000 Mark an unb suchte diesen zu bewegen, mit feiner Rückkehr nach Annweiler einverstanden zu sein. Dr. K. lehnte aber ab. Trotzdem ließ sich Dr. G. im Januar 1910 in Annweiler als praktischer Arzt nieder. Dr. K. klagte nun zunächst gegen Dr. G. auf Schadensersatz wegen des ihm aus der Konkurrenz des Dr. G. entstehenden Verlustes. Diese Klage ist abgewiesen worden. Dann beantragte Dr. K. bei dem ärztlichen Bezirksverein Landau, den Dr. G. vom kollegialen Verkehr auszuschließen. Der ärztliche Bezirksverein kann nämlich nicht nur seine Mir.'lieber wegen standesunwürdigen Benehmens aus dein Verein ausschließen, sondern er hat auch das Recht, gegen Nichrmttglieder wegen Verstoßes gegen die Standesehre in der Weise vorzugeheu, daß er sie vom kollegialen Verkehr ausschließt. Es bau beit sich also um einen gesellschaftlichen Boykott. Der Bezirksverein gab dem Antrag des Dr. K. statt und teilte den Ausschluß des Dr. G. den in Betracht kommenden Bürgermeistereien unb Krankenkassenvorständen mit. Eine Beschwerde des Dr. G. an die Aerztekammer blieb erfolglos. Nun erhob Dr. G. gegen den ärztlichen Bezirksverein Landau eine Klage auf Aufhebung des Beschlusses, indem er geltend machte: die Verrusserklärung sei unberechtigt: , da er ein anderes Unterkommen nicht gesunden habe, habe er nicht anders handeln können; eine Verletzung der Standesehre liege deshalb nicht vor. Das Landgericht Landau verurteilte den Bezirksverein, den Beschluß auf Ausschluß des Klägers vom kollegialen Verkehr auf- zuheben und die Aufhebung denjenigen Behörden und Kassenvorständen, denen er früher den Ausschluß mitgctctlt hatte, be- kanntzugeben. Dagegen hat das Oberlandesgericht Zweibrücken die Klage, soweit sie auf Aufhebung des Ausschlusses des Klägers gerichtet ist, abgewiesen unb den Beklagten nur verurteilt, die Bekanntgabe dieses Ausschlusses, soweit sie über den Kreis ber Mitglieder des Vereins hinausgeht, z u r ü ck z u « e h m e n. In seinen Entscheidungsgründen prüft da§ .Oberlandesgericht, ob der Beklagte burch die fragliche Verrufserklärung dem Kläger in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise Schaden zugefügt habe (§ 826 BGB.). Es verneint einen Verstoß gegen die guten Sitten, da ber Ausschluß des Klägers nur eine'Mißbilligung des Bruches seines Versprechens, in Ann- ,Weiler feine Praxis wieder auszuüben, bedeuten sollte. Eine scharfe Rüge des Verhaltens des Klägers sei gerechtsettigt und -geboten gewesen, da die Nichteinhaltung des dem Dr. K. gegebenen Versprechens seitens des Klägers einen groben Verstoß gegen die Standessitte und die Standesehre enthalte. Es liegt deshalb in dem Ausschluß des Klägers nicht ein Verstoß gegen die guten Sitten, sondern im Gegenteil eine Hochhaltung der ärztlichen Standesehre. Dagegen sei anzuerkennen, daß die Bekanntgabe der Maßnahme des Vereins über den Kreis seiner Mitglieder hinaus nicht notwendig erschien und zu wett ging. Das Reichsgericht hat dieses Urteil bestätigt unb die Revision bes Klägers zu rückg emiefen. Zur Be- grünbung mürbe kurz bemerkt: Nach § 826 BGB. war zu fragen, ob man sagen kann, baß die Maßnahme des Vereins, der Ausschluß des Klägers, nach dem Anstandsgef ü hl aller billig und gerecht Denkenden verwerflich ist. Das ist zu verneinen. Der Beklagte hat gehandelt in Erfüllung feiner Pflicht, zu der er vom Staat berufen ist. Er ging dabei von der Ansicht aus, daß das Verhalten des Klägers mit der ärztlichen Standesehre nicht vereinbar sei. Es ist hierbei das unkollegiale und wenig schonungsvolle Verhalten des Klägers gewürdigt worden, mit dem er wieder in die Praxis hmeinzukomrnen Märkte. r. Echzell, 7. Okt. Der gestrige Schweineinarkt war mit über 300 Vieren befahren. Die Preise waren hoch. Kleine Ferkel kosteten 30 bis 40 Mark das Paar; größere entsprechend höher. Um 1 Uhr war der Marlt ausverkaust. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Lessen st'ir Donnerstag, den 9. Okt. 1913 : Meist trüb und wolkig, Regenschauer, zeitweise aufklarend, etwas kühler. GEORG A. J ASM ATZ I AKT. GES. DRESDEN Grösste deutsche Cigaretten Fabrik. tralTonritee ber deutschen Katholikenversammlungen in Unterhandlungen einzutreten, um in der nächsten Zeit die Abhaltung des Katholikentags in Frankfurt zu erwirken. h Höchst a. M., 7. Okt. Ein rasendes Auto, das leider unerkannt enlkam, riß bei den Farbwerken einen kleinen Jungen uni und schleuderte ihn beiseite, so daß dieser mit schweren Verletzungen bewußtlos liegen blieb. Yiichertisch. — Im E i g enh a us e langes Leben, Gesundheit und F a rn i l i e n g l ü ck. Wie man lange leben, gesunde Kinder großziehen, Nerven und Lungen kräftig erhalten kann, weist überzeugend Professor Baumgart nach in der Aufklärungsschrift: „Die Quelle der Gesundheit im Einfamilienhause". Für jede Familie eine Stätte des Glückes und Wohlbefindens. Mit zahlreichen Haus- beisvielen. Ansichten, Grundrissen und Perspektiven. 15. Tausend. Preis 1.10 Mk. portofrei. Heimkulturverlag, Westdeutsche Verlags- gesestfchast, Wiesbaden. Brauer-Schule Utorms-Rh. (Gegrf 1872 von D’Schne'der] Beginn d.Winton-Semestera am 15. Oktober 19)3 Prop^d E thrich Br^r-AMemie Uzriversstäts-NaehrLchte-r. । — Der Obcrbibliothctär an der Universitätsbibliothek in Halle a. S. Dr. Phil. Oskar Gr n sich ist in den Ruhestand getreten: zu feinem Nachfolger wurde der Oberbibliothekar Dr. Ernst Weber von der Universitätsbibliothek in Kiel berufen. An Stelle Webers tritt Dr. Georg Prochnow, bisher Hilfsbibliothekar in Greifswald, unter Beförderung zum Bibliothekar. Schokolade Feinste Konfitüren. Vermischtes. * Selbstmord des früheren Rechtsanwalts Bredereck. Nach Mittettungen eines aus Brasilien heimgekehrten Berliners hat der frühere Neckitsanwalt Paul Bredereck in einem Hotel in Sao Paulo, wo er von dem deutsches Konsul zur Legitimationsprüfung anfgefordert wurde, Selbstmord durch Vergiften begangen. In demselben Hotel pohnte der erwähnte Berliner .mit dem Reisenden einer Nürnberger Spiel- wciren-Firma. Letzterer erkannte Bredereck und machte auf den Gesuchten aufmerksam. Bredereck muß davon erfahren haben, denn am trüberen Tage wurde er in einem Hotelzimmer b er giftet aufgefunden. * Heiße Bäder bei L u f t r ö h r e n k a t a r r h und Lungenentzündung der Säuglinge und kleinen Kinder hat Pros. A r n e t h , M ü n st e r i. W., mit gronem Er- folg angewandt. Nach seinen Ausführungen in der „Deutsch, med. Wochenschr." bilden die heißen Bäder mit einer kühlen Schluß- Übergießung gewissermaßen eine spezifische Behandlungsart der erwähnten Krankheit. Sie bedingen Herabsetzung des Fiebers, be- günstigen den Auswurf und die Tiefe der Atmung und verhüten dadurch Verklebungen und Sekretstauungen. Außerdem besitzen sie eine beruhigende beziv. erfrischende, Schlaf und auch Appetit machende Wirkung. Auf die Haut, besonders der Brust und des Rumpfes, wirken sie direkt ableitend. Bei der Anwendung der heißen Bäder kommt es nur noch selten vor, daß die Krankheit zum Tode führt, was bei dieser schiveren Erkrankung etwas heißen ivill. Von großer Bedeutung ist auch die wesentliche Abkürzung des Krankheitsverlaufes, die Prof. Arneth feststesten konnte. Kleine Tageschromk. — Aus Braunschweig wird gemeldet: Hoffapellmeisder Riedel, der seit 33 Jahren Dirigent ber Hofkavolle Ivar, ist am Montag abend einem Schlaganfall erleg en. Gingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 7. Okt. Nach den Berichten des G. A. hat die Stadt ktzießen den Teilnehmerinnen an der 27. Hauptversammlung des Allgem. Deutschen Frauenvereins am Sonntag einen festlichen Willkommabend bereitet und sie bei ihrer ersten geschäftlichen Sitzung begrüßen lassen. Das ist sehr zu billigen und muß als eine erfreuliche Abkehr von dem früheren Verhalten der Stadt bei ähnlichen Gelegenheiten noch einmal ausdrücklich hervorgehoben werden. Der hessische Oberlehrerverein hat zweimal eine Hauvtversammlung in Gießen gehalten und die Stadt dazu cingclabcu, diese aber hat diese Einladung ganz unbeachtet gelassen. Es hat das s. Z. ebenso allgemein befremdet, wie ine jüngste von der Stadt betätigte Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit allgemein gebilligt, werden wird. Präsident Poincare antwortete: f5ire‘! Ich bin tief gerührt über den Empfang, den ^Eure Majestät mir heute bereitet haben unb über bic warme Sympathie, die daö edle spanische Volk dem Vertreter Frankreichs bezeugt. Jedesmal, wenn Eure Majestät die Güte gehabt haben, uv mein Land zu tommen, besonders in diesen letzten Monaten, wo Sie die Liebenswürdigkeit gehabt haben, mich in Paris zu. besuchen, haben meine Landsleute Ihnen durch die einmütigen Huldigungen und die Lebhaftigkeit der Gesiihle gezeigt, die Ihre Gnade, Ihr Mut unb Ihre ritterliche Loyalität hervorgerufen haben. Sre erkannter: in Eurer Majestät einen Freund, und voll Genug- tung, daß burch den jüngsten Berttag alle Gründe zu einem Mißverständnis zwischen Leu beiden Nationen entfernt sind, beeilten sie sich, ihre große B.munberung zu beweise,^ die sie für baS tapfere ruhmreiche Spanien hegen und ihren sehr nachdrücklichen Willen tundzugeben, zwisckjen Spanien und Frankreich d i e B a n d e. der traditionellen Freundschaft enger zu knüp- fen. Die Bevölkerung Spaniens beweist ihrerseits burch bewegende Kundgebungen, daß sie von dem gleickfen Zuge des Herzens tinb von der 'beherrschenden Macht der gemeinfamen Interessen fortgerissen wird. Der klare Blick ber öffentlichen Meinung hat die Aufgabe der Regierungen leicht gemacht. Alles gestattet uns jetzt, einer Zukunft der guten Entente und Intimität entgegenzusehen, von der Eure Majestät spricht. Unsere ererbte Verwandtschaft ist die Gleichheit unserer Zivilisation unb Kyttur, wie sie in unseren schonen Sprachen des lateinisch en Stammes zutage tritt, die Solibarität unserer afrikanischen Unternehmungen, bic Notwendigkeit, unsere wirtschaftlichen Beziehungen zu entwickeln unb bic gleiche Neigung für den allgemeinen Frieden. Es wirb für mich eine Freude und Ehre sein, wenn mein Besuch dazu beiträgt, den Bund beider Volker enger und fruchtbarer zu gestalten. Ich erhebe mein Glas zu Ehren Eurer Majestät, ber Königin, ber Königin Marie Christine, des Prinzen von Asturien und der königlichen Familie und trinke auf die Größe unb die WohlsahrH Spaniens. Die Musik spielte die spanische Nationalhymne. In wirklich flut rcl'ne.c»»^» lieget Stahiwareu batclk *o’®T‘ £ eigenem Interesse unseren xiaupiKa talOfl über lausende jlrnUcl all« Jm. den wir gratis und franko ».rsenden. Gebr. Bell, Gräfraih 137 o.SoliDg ---- TaDrik-UtnaudbaMi, ■— fcfall. H Wnalnng (Beamte und Scheiter) Soiintrsfoo, len 9. i>. Mts., oöcnis 9 Ufjr, im Rcstgllraiit „gclfcnfeKcr" Thkim: Staatsarbeitsrecht "'nX“ Hess. Steuerprivileg. XX SSt Politische Diskussion ausgeschlossen. W47 Der ^usschdss. Mc^deimrgp Filiale Frankfnrta.M., Kaiserstr. 75 '-‘^ZoÄcim oZ)i/en C>rj6malbauazf.iyb2f-»Lej3/un6enror)iO'5OOP^ ^orteiZtldftesteKrdftcrueltefÜr <*77e r\rtr>ehcra^e/(6P Licht-Spiel-Haus Bahnhofstraße 34. [6660] Bahnhofstraße 34. Heute Mittwoch bis Freitag ; Der Sensationsfilm : Das einsame Hirten i Drama aus dem Leben der Gegenwart in 3 Akten. Ab Samstag ! I 1 V0ranZ6ig6 !!! Ab Samstag taniilmAir letrle«7z§etr»?mpejix !!! Herstellungskosten 400000 Mark. Ueber 3000 Mitwirkende !!! 1 Auswahl — 25 verschied. 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Polizeiamt Gießen. Soweit Sie noch mit Erledigung unseres Ansschrei- bens vorn 15. September 1913 (Kreisblatt Nr. 74) im Rückstände sind, werden Sie daran mit Frist von 3 Tagen erinnert Gießen, den 3. Oktober 1913. .Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger. Günstige Gelcpheil fürBSetzger! Habe billigst abzugeben: Fettformen, Fcttvrcnen, Papicrabichncidcr, Zabl- tellcr u. klciuc Hackmesser; ferner empfehle mein großes Lager in Flcifchback- und Wurst - stovfmafchinen, Räucher Apparaten, Lckwcincscha- bcn, Metzgerstählen, verzinnten Flciichbakcnrc. re. NgarLorrmm Tel. 165. Neustadt 11. MBMII ■ I■ 11 » auf Tage, Wochen, Monate bet* leihweise -aj gegen mässige Gebühr. Bei Kauf Anrechnung der Leihgebühr. Franz Vogt & Co. B Giessen, Goethestr. 32 I Telephon 1054. 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