ebenen: ler teiltet- . hmittagg ms statt. rbliebenen: jnser. M ■vom 2382 merzliche der Vater, nd Onkel litt r b langem, Iden sanft bei dem Ah- y, Schwieger- chsten Dank dem. er. 2379 Itet lvc^en-Achtfien- un^ÄnSättcth“11- ,undM 6inlc,B'" ^geni) Leiden butter. n«4' il jj I c-tite I llttß* untet' •At 1913 ^Lgflhü w®. 21 * 1 ciitAir ÄS-S W K L ,'a : Erstes Blatt 165. Jahrgang Gerichtssaal": K. Neu- Nr. 81 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerFmnilienblättcr! zweimal wöchenll.ttreis- blattfürdenttreisGiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernsprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen. - - - ,,. • . ^Ä^Ta^snummer Rotationsdruck und Verlag der Vrnhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruüei'ei R. Lange. Heöaftion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. La,ck": E.Heß^Mr den bis vormittags^9'Uhr. Büdingen: Fernsprecher Hl 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Dienstag, 8. April 1915 Bezugspreis: monatlich 75Pj., viertel* jährlich Alk. 2.20; durch Abhole* iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel* jährl. ausschl. Bestellg. 3ei(enpret§: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Der Reichskanzler über Wehrvorlage und weltpslitik. □ Berlin, 7ö. April. Die große Woche hoi heute im Reichstage ifacn Anfang genommen, nämlich die erste Beratung der Wehr- vorlage, mit der die des Luftflottennachtragsetats verbunden ist, während die erste Lesung der Tccknngsvorlagen an zweiter Stelle der Tagesordnung steht. Schon äußer- Hd) tonnte man den: Palast am Königsplatz anmerken, daß es sich um den ersten Tag der großen Woche handelte, denn das Haus war umlagert von den zahllosen Scharen derjenigen, die Vergeblid) auf Einlaß gehofft hatten, drinnen waren alle Tribünen üb erfüllt, und sogar die Ho flöge war voll besetzt; unter den Zuhörern war entsprechend dem Gegenstand der Tagesordnung die Uniform stark vertreten. Der Sitzungssaal wies nur wenig Lücken auf, und am Bundesratstisch sah man eine ganz ungewöhnliche „Fülle der Gesichte". Unter außerordentlicher Spannung des Hauses begann der Reichskanzler seine Rede zur Begründung der Wehrvorlage. Herr v. Bethmann-Hollweg sprad; ruhig und sachlich, indem er nur bei dein wiederholten Appell an di? Volksvertretrmg seine Stimme steigerte, und seine Ausführungen zeichneten sid) durch eine angesichts der heiklen Materie begreifliche diplomatische Zurückhaltung aus, so daß sie, rein äußerlich betrachtet, mehrfad) den Eindruck starker Widersprüche in sid) machten. Es bestehen keine direkten Interessengegensätze zwischen Teutschland und Rußland, aber die panslavistischen Bestrebungen geben Ursache zur Besorgnis. Unsere Beziehungen zur französischen Regierung sind ignttc, aber die öffentliche Meinung in Frankreich oder wenigstens ein Teil davon ist; von einem bedenklichen Chauvimsmus erfüllt. .Hoffnungsvoller betrachtet der Kanzler die Beziehungen zu Großbritanien, aber von den Churchillschen Vorschlägen zur Verminderung des Flottenbaues verspricht er sid) keinen praktischen Erfolg. Die Betrachtung unserer 'Beziehungen zu diesen drei Staaten bildeten daspolitisch bedeutsamste Moment der aus- führlichen Darlegungen des Kanzlers, die freilid) manches Wenn und Aber enthielten. Was die B^iehungen zum Zarenreiche betrifft, so wies der leitende Staatsmann darauf hin, daß sich durch die Umwälzungen auf dem Balkan die militärpolitisd)e Lage auf dem Festlande verschoben habe und zwar zu Gunsten des Slawentums gegenüber dem Germanentum. Aber der Reichskanzler verwahrte sich zugleid) dagegen, daß er das Gespenst eines Rassenkri eges an die Viaud malen wolle, indem er versicherte, daß seine Bestrebungen, mit dem russischen Kabinett offene und vertrauensvolle Beziehungen zu unterhalten, nicht unerwidert geblieben seien. 1 Was Frankreich beireffe, so habe ei- allen Grund zu glauben, daß die gegenwärtige französische Regierung in nachbarlichem Frieden mit uns zu leben wünsche. Doch einen Wechsel auf die Zukunft wollte der Redner nickst diskontieren, wobei ihm wohl die naheliegende Erwägung vorschwebte, daß, wie auf das Kabinett Briand unvermutet und plötzlick) das Ministerium Bärthou folgte, oudi dieses eines Tages einem neuen Kabinett unbekannter Gesinnungsart Platz "machen könnte. Wer wenn der Kanzler wiederholt auf den französischen Chauvinismus und den russischen Panslavismus Bezug nahm, so sollte das jedenfalls nur indirekt als Motiv für die Wehrvorlage gelten, denn er betonte an anderer Stelle, daß wir niemals mit unserem russischen Nachbarn um die Wette rüsten wollten, und daß in der geplanten Rückkehr Frankreichs zur dreijährigen Dienstzeit so wenig eine Herausforderung liege, wie unsere Vorlagen eine Provokation Frankreichs oder irgend jemandes in der Welt bedeuten. Am bemerkenswertesten waren die Ausführungen über das Verhältnis zu England, die eine Antwort auf die Friedens- und Frenndschaftsklänge von jenseits des Kanals bedeuten. Der Leiter der deutschen Politik begrüßte diese „Anregung", und er betonte, daß „solche Fäden der Freund- sck)aft gesponnen werden müßten". Aber, so fügte er hinzu, politische Freundschaften sind politische Geschäfte, und diese.ließen sick) out leichtesten unter starken Partnern abschließen. Was den Vorschlag des Ministers Churchill betreffend die Festlegung einer Pause im Flottenbau betrifft, so wies Herr v. Bethmann Hollweg mit einer leisen Ironie darauf hin, daß jener Vorschlag in England selbst kein sonderliches Echo gefunden, und daß die Marinesachverständigen diesseits, wie jenseits der Nordsee auf die großen Schwierigkeiten einer Ausführung dieses Problems hingewiesen haben. Aber die Rcichsregie- rung will doch abwarten, „ob die englische Regierung mit konkreten Vorschlägen an uns herantrcten sollte". Hier liegt, anscheinend eine Differenz der Auffassung vor, denn Churchill hat betont, daß deratige Anregungen >chon früher an die deutsche Regierung ergangen seien: aber dieser Widerspruch ist wohl aus die Verschiedene Bewertung der Begriffe Anregungen und Vorschläge zurückzuführen. Die Friedensgarantien des Dreibundes, der nicht nur den verbündeten Völkern, sondern der Welt dient, schätzt der Reichskanzler hock; ein, aber er entbindet uns nicht von dein toujours en vedettc! Und so habe auch die Regierung die Militärvorlage md)t eingebracht, weil wir Krieg, sondern weil wir Frieden haben und weil, wenn Krieg kommt, nNr Sieger bleiben wollen! Das war die Quintessenz der Ausführungen des leitenden Staatsmannes, die in dieser Form - und deshalb mußten sie naturgemäß als lückenhaft und nicht frei von Widersprüchen erscheinen — sür die breite Öffentlichkeit bestimmt sind, während die eingehendere weltpolilischc ebenso wie die militärtechnische Begründung dem Ausschuß Vorbehalten bleiben muß. Presseftimmen. ,4~ Berlin, 8. April (Dralstbericht). Der „Berliner Lokal-Anzeiger" schreibt: Das für uns Wichtigste scheint zu sein, was brr Kanzler über Frankreich sagte, denn wenn es auch richtig ist, daß man ähnliche Gedanken schon öfter in letzter Zeit gelesen und gehört hat, von dem leitenden Staatsmann des deutschen Reiches hat man sie zum ersten Male gehört. So wenig wie der Inhalt war der Ton der Kanzlerrede dazu angetan, irgend jemand zu reizen. Nach dem Kanzler nahm der preußische Kriegs- minister von Heering en das Wort. Er vermochte jedoch die Aufmerksamkeit des Hauses nur in geringem Grade zu fesseln. Einmal war er nur schwer zu verstehen, und dann mußte er sich die. wichtigsten Argumente für die Beratung im Aus- sckmß cmfsparen. Bon den Abgeordneten sprach zunächst der Sozialdemokrat Haase reckst lange und recht unbedeutend. Kürzer faßten sich die Abgg. Spahn, v. Lieb er t und Behrens. Es ist nichts von Hurrapatriotismus zu spüren, sondern aus wahrer Vaterlandsliebe bewilligen die bürgerlichen Parteien, was sie mit Grund ernster Erwägungen für notwendig erachtet haben. Das „Berliner Tageblatt" schreibt: Eine Diploniatie, die immer nur nach neuen Kanoneri^ruft, danlt ab. Herr v. Bethmann-Hollweg weist gern mit die Schädlichkeit der demokratischen Ideen hin. Mit der feudalen lonser- valiven Ideenlosigkcit kommen wir auch nicht weit. Herr von Bethmann Hollweg hat wie ein Mann gesprochen, der letzthin versichert: Glaubt mir, ich meine cs gut! Nicht von Herausforderungen kann die Rede sein, aber eine Forderung zieht, und das hat Herr v. Bethmann Hollweg verschwiegen, immer noch andere Forderungen nach. Herr v. Heeringcns Erscheinen treibt die Hälfte der Abgeordneten aus bem1 Saal hinaus. Man bat wohl nichts anderes crwarter, als das, was der Minister gab, cüt mattes, inhaltloses und tonloses Gemurmel, Aufzählung alles dessen, was längst bis in das kleinste Dort hinein gedrungen ist. Nicht minder ungenügend als die Begründung der Rüstungs- Vermehrung durch die Regierung waren die Reden der Partci- vcrtretcr, die gestern zu Worte kamen. Die „Berliner Neue st en Nachrichte n" s chreib en: _ Tic defensive Stimmung, wie wir aus zahlreichen Reden unserer verantwortlichen Staatsmänner seit langem' gewöhnt sind, durck?zieht auch wieder die Worte des Reichskanzlers. Alles in allein hat er mit der Ehrlichkeit, die ihn auszeichnet, unsere Weltlage gezeichnet, so )vie sie sich mt5' den Tendenzen unserer altangestammten AuÄrnchsvolitil uvd den Erfordernissen des kritischen Augenblicks ergibt. Tie „Kreuzzeitun g" schreibt: In den Kominissionsberatungcn dürfte der zweite Umstand, den der Kanzler anführte, daß nämlich unsere nröglichen Gegner qmij enorme militärische Anstrengungen gemacht haben, noch stärker zur Geltung kommen, weil diese Tatsachen dort int einzelnen belegt werden können und weil sie der großen Mehrheit doch noch nicht so zum Bewußtsein gekommen sind. Die „Deutsche Tageszeitung" schreibt: Wohl noch niemals bat der Reichskanzler so geschickt und so eindrucksvoll und so wirksam gesprochen wie gestern. Einer Politik, die diese Worte immer nach allen Richtungen und in allen Fällen in die Tat umsetzt, werden )rir gern und freudig folgen. Wenn auch gestern nicht alle Parteien zu Worte gekommen sind, so läßt sich schon jetzt sagen, daß die Hecresvorlage ohne wesentliche Blenderungen und Streichungen angenommen werden wird. Die „Tägliche Rundschau" schreibt: Der Reichskanzler hat es verstanden, ohne die viel zu viel gebrauchte Friedensbeteuerung noch einmal herv'oitzuholen, vor Europa den historischen und fast mich mathcmatitchen Beweis zu liefern, daß wir dem Frieden der Welt dienen, 'er hat aber auch gezeigt, daß der Friede nicht von uns allein abhängt und daß mic gesonnen sind, den uns aufgenötigten Krieg zu schlagen im Vertrauen auf die Tüchtigkeit und Tapferkeit unseres Heeres. Die „Vossische Zeitung" schreibt: Die Verweisungen auf den Panslawismus und den Ehauvi- nismus waren früher so gut möglich gewesen wie heute. Zu dem Erfreulichsten der Rede des Reichskanzlers gehört, daß, ime er meint, das Vertrauen ztvischen England und Deutschland wieder keimt. Eine Stärkung seiner Wehrkraft wird Teutschland vornehmen. Zu ihrer Bewilligung wird der Reickstag bereit sein, obwohl der Reichskanzler sie gestern nur unzulänglich zu begründen vermochte. Tie Rücksicht auf die Steuerzahler erheischt die Ablehnung alles Ueberflüssigen, die Rücksicht auf die Sicherheit des Vaterlandes die Genehmigung alles Notwendigen. Die „Berliner Morgenpost" schreibt: Herr von Bethmann Hvllweg enthielt sich der geschwollenen Zentenarpbrafen, die in diesen Tagen im Schwange sind. So mag man der Kanzlerrcche schon Lob nachsagen, auch vielleicht, da sie aus den Friedenston gestimmt war. Aber er will uns einreden, daß man sich gegen das Panslawistengcschrei und das Chauvinisten- geschrei mit mehr als 100000 neuen Soldaten wappnen müsse. was wird nun? Wien, 7. April. Wie verlautet, liegt nach der neuerlichen Ablehnung der in dem Telegramm des Vizeadmirals Burnev ausgesprochenen Forderungen der Großmäck)tc durch Montenegro die Entscheidung über die von der internationalen Flotte 5 it unternehmenden Schritt e nunmehr dem A d m i r a l s r a t ob, dessen Mitglieder im Besitze der notwendigen Irlstruktioncn ihrer Regierungen sein dürften. Zunächst handele es sich darum, die Blockade für effektiv zu erklären und ihre Ausdehnung zu bestimmen. Ta dar Widerstand Montenegros in hervorragendem Maße durd) die in Zahl und Kriegsmaterial vor Skutari weit überwiegende 'Beteiligung Serbiens genährt wird, sei anzunetzmen, 'daß die Admiralität einen Tesdpuß fassen werde, wonach die. Blockade and) die w eitere AusschiffungserbischerTruppenver* hindern wird. Die „Neue Freie Presse" erfährt von besonderer Seite: Unter den Mächte« sind Verhandlungen im Zuge betreffs Ausdehnung der Blockade auch:auf die nordalbanischen Häfen San Giovanni di Medua und Dn^ r a z z o.' Insbesondere ist Oestcrreid)-Ungarn in dieser Richtung bemüht und hat die Jnitiarive ergriffen. Die Dre> bunomüchte spradien sid) bereits sür den Antrag Oesterreichs aus, dce Zustimmung der Staaten der Triple-Entente liegt nodj nicht vor, dock) wird sie erhofft, da die Gefal)r vorliegt, daß in jenen beiden Häfen noch Truppen und Munition für die Belagerung Skutaris einlaufen tonnen. Die ernsten Vorstellungen bei Serbien dauern fort. Die Weigerung Serbiens. Belgrad, 7. April. Die serbische Regierung« überreichte gestern den Vertretern der Großmächte die Antwort auf'das Begehren der Mächte betreffend Räumung Albaniens und Schutz der albanesischen Nationalität. In der Antwort wird erklärt, daß Serbien vor dem Friedensschluß seine Truppen aus Albanien nicht zurückziehen könne. Tie Forderung eines besonderen Schutzes der Albanesen könne Serbien mit Rücksicht auf ferne Landesverfassung und Landesgesetze, wonad) allen Staatsbürgern gleid)e 'Rechte und Pflidsten zustehen, nicht erfüllen. - Die Kämpfe vor Skutari. Wien, 7.. April. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Antivari: Von wohlunterrichteter Seite, welche den verschiedenen Kämpfen aus nächster Nähe beigewvhnt hat, lvird miteteilt, daß beide Alliierte, Serbien und Montenegro, bisher noch keine einzige Position in der Umgebung Skutaris eingenommen haben. Staatssekretär Grey über die Flotteudemonftration. London, 7. April. In teer heutigen Sitzung des Unterhauses beantwortete Gr eh eine Anfrage betreffend die Flottendemonstration, indem er Zagte: Zwei britische Kriegsschiff begaben sich nach der rnontenegrini- schen Küste, um au der internationalen Flottercdemvnstra-' tion teilzunehmen. Oesterreichisch-ungarische, französische, deutsche und italienisck)e ^Kriegsschiffe befinden sich zu demselben Zwecke dort. । Der rangälteste britische Marineoffiziier ist angewiesen, sich nrit den rangältesten Marineoffizieren des internationalen Geschwaders tzu verbinden und mit ihneic alle Sck)ritte zu beraten, welche möglich find, um auf die montenegrinische Regierung einen Druck a ns- zuübcn, daß sie die Entscheidung der Mächte annimmt. Eine Landung von ^Marineabteilungen, Feldgeschützen oder ein Bombardement wird nicht v o r g e n o m - m en ohne daß 1 tu e,i t cft e Instruktionen erteilt sind. (Beifall.) Die Haltung der russischen Regierung, die keinen Mangel an Schiffen hat, wurde in einem vom-2. April veröffentlichten Kommunique erklärt, das Haus wird vielleicht gestatten, einige Erklärungen über das Ziel der Flottendemonstration zu geben und darüber wie und warum die britische Regierung daran teilnahm'. Wir nehmen daran teil, lveil wir mit den anderen Großmächten an bent1 Uebereinkommen beteiligt sind, das durd). die Flottendemonstration aufredü ^erhalten werden soll. Das Uebereinkommen besteht darin, daß Albanien a n t o n o m w e r d e n s o l l. Wir finb willens, hieran teilzuuehmen, weil die Albanesen in der Rasse und in der Sprache und im großen Umfange auch in der Religion ein Volk für sich bilden. Daß das Uebereinkommen durck) die internationale Aktion aufrechtcrhalten werden soll, bleibt für die Fortdauer des Friedens wesentlick). Diebritische Regierung hat kein direktes.Interesse an den Einzelheiten des U e b e r e i n k o m in e n s. Wir würden uns aller Wahrscheinlichkeit nad) nicht einem Ueber- einkonimen widersetzen, welches die Zustimmung der näher interessierten Mächte gefunden hat. Aber weil wir glauben, daß das Uebereintommen in den Hanptlinien in Ueber- einstimmung steht mit der Menschlichkeit, Freiheit und Ge- reck)tigkeit und weil wir wissen, daß der Friede Europas auf der Aufrechterhaltung der Eintracht zwischen den Mächten beruht, die in diesem Gebiet am nächsten interessiert sind, deswegen hielten mir es für richtig — durch die Teilnahme an deni Uebereinkomnien übernehmen wir eine ehrenvolle Verpflichtung — an der internationalen Aktion teil- znnehmen, die sid) jetzt vollzieht, um das Uebereinkommen aufrecht zu erhalten und ihm Respekt zu verschaffen. (Beif.) Auf die Frage des Liberalen David Mason, wie Grey die .Haltimg der Regierung mit der Neutralitätserklärung vereinbaren könne, erwiderte Grey: Wie ich schon sagte, ist das, was in Akbmrien vor sich geht, kein Befrei- ungs-, sondern ein Eroberungskrieg, der auch schon lange aufgehört hat, von irgend einer Tragweite für den Krieg zwisck)en der Türkei und den Verbündeten zu sein. Die Großmächte haben sich über die Grenzen Albaniens geeinigt, und wir sind willens, und aebunden, an der internationalen Aktion teilzunehmen. Mehrere W- geordnete drangen in Asquith, er solle Gelegenheit zu einer Diskussion über die Frage geben. Asquith erwiderte, es sei sehr zweifelhaft, ob eine Äskussion in diesem Augenblick im öffentlichen Interesse liege. Wenn im Hanse der Wunsch nach einer Diskussion vorhanden sei, so könne sie am Donnerstag stattfinden. Wenn and) die Regierung weit davon entfernt ist, .eine Diskussion vermeiden zu'wollen, so glaube ich nicht, sdjloß Asquith, daß im Hinblick auf die großen und sehr delikaten Interessen, die auf dem Spiele stehen, sich ein Vorteil von der Diskussion ergeben würde. B o n a r Law erklärte namens der Opposition, daß er die Debatte als sehr wünsck)enswert betrachte. (Beifall.) Mason beantragte Vertagung des Hauses, um sofortige Gelegenheit zur Distussion zu geben Nur 15 9Nit- glieder der 'Liberalen und der Arbeiterpartei unterstützen ihn, und da die Gesetze des Hauses vorsehcn, daß 40 Mit- glietzer einen Derartigen Antrag unterstützen müssen, findet eine Aussprache nich statt. Tür-kisch-serbifche Kämpfe. Belgrad", 7. April. (Bon amtlicher serbischer Zwischen den Serben und Türken fanden neue Kämpfe statt. Es handelt sich hierbei nm die türkischen Truppen D s cha v i d B a s ch a s. Der Kampf fand bei Liousme statt. Die Türken batten acht Bataillone, hier Geschütze, drei Maschinengewehre und einige Kavallerie. Nach einem sehr heftigen Kampfe flohen die Türken in Unordnung in der Richtung auf Fig-eri. Die Serben besetzten Liousme und nahmen über 1000 Soldaten und 18 Offiziere gefangen. Im Hospital sanden die Serben noch sieben Offiziere, etwa 60 Verwaltungsbeamte und 500 kraule türkische Soldaten vor. Die Bevöli'ermrg begrüßte die Serben mit großer Begeisterung. Der Gesundheitszustand der Serben ist sehr gut. Ter türkische Kriegsbericht. Konstantinopel, 7. April. Der amtliche Kriegsbericht besagt: Gestern eröffnete der Feind das Feuer gegen unsere Rekognosziernngsabteilungen auf dem rechten Flügel der Ts chat al dscha arme e. Auf dem linken Flügel wurden von der. beiderseitigen Artillerie einige Kanonenschüsse gewechselt, die jedoch wirkungslos waren. Vor Vulair habe sich nichts ereignet. Ein deutsche Flieger über der bulgarischen SLeLtmrg. Konstantinopel, 7. April. Der deutsche Pi- lotScherff machte gestern mit Hauptmann Ke mal B e y einen SVsftüubiqen Erkundungs fln g bis nach Strand- scha. Das bulgarische Hauptlager bei KabaWsche- foj Wurde anscheinend erfolgreich mit Bomben beworfen. Da das Flugschiff nur 400 Meter hoch flog, war es dem SchrappniÄlfeuer ausgesetzt. Die bulgarischen Hauptkräfte stehen zwischen Tfchata'.dscha und Kab'tdscheköj. Ihre Angriffsvorbereitung war deutlich wahrnehmbar. Ein Bombardement von Nrla, im Osten von Smyrna. Athen, 7. April. Der griechische Torpedoboots^ Zerstörer ,,Keravons" bornbardierte '■ Urla im Osten von Smyrna. Das Feuer richtete sich aber nur gegen die Militärlager, nicht 'gegen die Stadt selber. Acht türkische Soldaten wurden getötet, 120 verwundet. Ein Erlaß des Marineministeriums besagt, daß der „Kera- vons" Befehl erhalten habe, an der asiatischen Küste zu kreuzen, da Nachrichten zufolge die Türken im Golf Von Smyrna Truppen zusammena ezogen hätten, um sie nach Chios auszuschissen. 2SUS Stadt LLtt- LQttd. Gieße .8. April 1913. ** Ordensangelegenheiten. Der Großb^rzog hat dem Bezirksamt mann Großh. Hess. Prof. Mischlich zu Misahohe, Schutzgebiet Togo, die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Württemberg verliehene): Ritterkreuzies ‘1. Klasse des Friedrichs- Ordens erteilt, dem Geh. Kommerzienrat Louis K annen- viehe r zu Mülheim a. d. Ruhr das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps 'des Großmütigen verliefen, dem Hofrat Ällex. K o ch, KunstschriftsteNer und Verleger in Darmstadt, die-ErlauLnrJ zur Annahme und zum Tragen des ihm txoit dem König von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes 1. Klasse des Friedrichs-Ordens und dem Mitglied der Sanitätskolonne Darmstadt, dem Kotonnen- führer-Stellvertreter und Rechner >Joh. Bapt. Silz zu Darmstadt und dem Mitglied der Sanitätskolonne Darmstadt und Leiter der Außenabteitung der .Hauptkolonne Christoph Wamboldt zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ibüen von dem König von Preußen verliehenen Rote KreaD-Medaille 2. Klasse erteilt. ** Lehrerpcrsvnalien. Übertragen rourde der Schul- mntsaspirarrtin Elisabeth Gerhard zu Oppenheim eine Lehrerin- stelle an der höh. Bürgerschule zu Oppenheim unter Belassung in der Kategorie der Bolksschutlehrerinne.n. ** Aus de m Militär-Wochenblatt. Nocl- dechen, Gen.-Major und Kommandeur der 25. Fekdart.- Brig. (.Hess.' wurde zum Inspekteur der 1. Fußart.-Insp. ernannt. Prinz zu Solms-Höhensolms-Lich, Major und Kommandeur der Leib-Eskadr. des Regts. der Gardes du Eorps, wurde zum Stabe des Hus.-Reats. König Wilhelm I. (1. Rhein.) 9kr. 7 versetzt. ** Bahnperson alien. Die Reserve Lokomotivfüh- führer Kapp, Rohrbach, Bruun, Lieth und Lotz in Gießen wurden zu Lokomotivführern, die Schaffner Erb und Tüll in Gießen, Buch in Laubach, Schneider in Nidda, P a b st in Gießen, B o m m in Gießen zu Eisenbahn-Unter aj i i sie n ten, die Ran gier führ er Schnabel und Steiß in Gießen zum Rangiermeister, die Hilfswagen- sührer Jung unb S chlesier zu Wagenführern, die Hilfs- rangierführer R. und 5). Lotz, Mandler, Frdr. Hahn, Lotz, >Lten*gel, Ludw. Hahn II., Müller III. in Gießen und Haub in Butzbach zu Rangierführern, der Lade-Schaffner Karl Weber II. zu Gießen zum Lademeister, der Hilfsladefchaffner Chrißsirn Weber in Gießen zum Schaffner, die HilfSschasstrer Schäfer, Adam und Johannes Kuhl in Gießen zu Schaffnern, die Hilfsschaffner V i e h m a n n , F r i tz i u s, Christ, Wilhelm Waldt- schmitt, Wilhelm Schneider II., Karl Steinmül- ler, Meisel, Leun itnb Kreuter zu Gießen, Karl und Usinger zu Nidda zu Schaffnern, der Hilfslademeister S ch o t t "in Gießen zum Schaffner int Fahrladedienst, die Hilfslolomjotivftihrer Gärtner, Geller, Heckroth, Panthel, 5)udel, Eckhardt, Strecker, Eute- neuer, Carle, Hardt, Jünger, Ullrich, James, Weller, Troß in Gießen zu Lokomotivführern, der Hilfsrottensührer Kart Hahn in Gießen zum Rottenführer ernannt. Versetzt wurden Lademeister Weinemann von Gießen nach Siegburg und Lademeister Deppert von Darmstadt nach Gießen. ** Polizenvesen. Der Großherzog hat den Regierungsassessor Fritz Stumps m Darmstadt zum Polizeikommissär bei dem Polizeiamt Darmstadt mit dem Titel Polizeiaiutmann ernannt. ** lieber den Der kehr von Kraftfahrzeugen enthält das heutige Äreisblatt eine Bekamrtmachnng des hiesigen Polizcicvmtes. Als wichtigste der darin angegebenen Vorschristen ist wohl die Bestimmung zu betrachten, daß die Fahrgeschwindigkeit innerhalb des Stadtgebiets 15 Ktometer in der Stunde nicht überfd/reirm darf. Bei Dunkelheit, Nebel, scharfen Straßen- früm'mungcn usw. muß so langsam gefahren werden, daß das Fahrzeug sofort zum. Halten gebracht werden kann. ** Der älteste Einhundertsechzehner. Aus Bodenheim wird uns geschrieben: Bei dem Regiments- jubiläum der 116er zu Gießen dürfte als ältester Veteran dieses Regiments der hier wohnende 91 Jahre alte Bürger Johann Leber III. vertreten sein. Der wackere Alte hängt noch heute mit ganzer Seele an seinem ehc- meiligen Regiment, in dos er ' Jahre 1642, also vor 71 Jahren, als Zwanzigjähriger eintrat. Im 2. Bataillon wachte er im Sturm jähre 1 S-j£ die Erstürmung Freiburgs mit. Aus die Jubiläumsfeier iceut sich der alte VateilondS- ücrtcibiger aaitz besonders. 'Lv will dabei noch einmal den Paradewarich rn seiner lieb^wordencn Truppe so stramm als möglich mitmacheri. Lau», rcis Gießen. --- Wieseck, 8. A,>il. Der aus Gieren fiominenbe 24 Jahre alte Maschinenschlosser Ludwig Beimborn griff m dem TransforinatorenL'.äuschen in die Drähte der elektrischen Hochspannungsleitung und war sofort tot. Die augestcllten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. B. Tret 5 a. L., 7. April. Gestern vormittag fand in der hiesigen Kirche die Einführung der DelauatS- kr an ke.nschw ester statt, mit der die hier neu eröffnete Pfleg estation besetzt worden ist. Der Leiter der Tekanats- krantenpflege, Pfarrer Schwabe-Gießen, bielt die Fest< predig! und vollzog im Auftrag des Dekanats die Ver- pflichtimg und Einweisrnkg der Schwester. Unser Kirclien- aesang verein half die eindrucksvolle Feier durch den Vortrag eines Chore-, verschönern. Die neue Schwester, Kall). Lölkes, ist eiim Tochter unserer Gemeinde: sie hat ihre Ausbildung im Elisabethenstift zu Darmstadt empfangen und die staatliche Prüfung abgelegt. Ihr Arbeitsgebiet ist zunächst Treis und Allendors. Id Holzheim, 6. April. Unser Dorf hat sich dem Elektrizitätswerk Wölfersheim angeschloffen. Die HauSleitnngen irerden eben ausgcführt. Etwas über 40 Häuser sind an geschlossen; demnächst beginnt mein mit der Oberleitung. Kreis Büdingen. (w Ni e d e r-M o ck stad t, 7. April. Aus Furcht vor Strafe in den Tod gegangen ist der lljäh- rige Otto Bretthauer von ljicr. Sein kleines Schwesterchen, auf das ■ er acht geben sollte, hatte eine Fensterscheibe zertrümmert, Weshalb ihm von der Mutter eine geringfügige, körperliche Züchtigung zuteil geworden war. Daraufhin hatte sich, der Junge, ohne daß man darauf geachtet hatte, entfernt und Itror auch während der Nacht nicht nach Hause gekommen. Am anderen Tage suchte man überall nach ihm. Am Sonntag ließ man dann die Voliz-cilündin „Lady" des Wachtnieisters Wiener von Nidda kommen, die sofort die Spur des Jungen bis zur Nidda aufnahm. An berfelben Stelle, wo die Hündin „laut" gab, gelang es, die Leiche des unglücklichen Jungen zu bergen, der aus Furcht vor Strafe in der Nidda ein nasses Grab gesucht hatte. . Heute an seinem 11. Geburtstage wurde er zu Grabe getragen. Kreis Lauterbach. ~ La uterbach, 6. April. Bei Renoo'iernng des zur alten Dotzert'schen Brauerei gehörigen Wohnhauses an der Hohbrücke hier, jetzt Wirtschaft „Bürgerliches Brauhaus", wurde unter dem alten Verputz an der Außenseite reichliches Eichen holzfach ivcrk freigelegt, dessen Eckpfosten mit knnstvollcin Schnitzwerk versehen sind, von dessen Vorhandensein der Eigentümer keine Ahnung hatte, da der Verputz schon weit über ein Menschenalter das Fachwerk verdeckte. Der Großh. Denkmalpfleger für Oberhesfcn, Prof Walde aus Darmstadt, besichtigte gestern da? Gebäude und erteilte dein Besitzer Ratschläge über den Anstrich des Fachwerks, daß künftig sichtbar bleiben fall. Kreis Schotten. st. Schotten, 7. April. (Mord und Selbstmord.) Heute vormittag 11 Uhr entdeckte Förster Reeg hier in dem «chutzhänschon im Walddistrikt Spies', an der Kreisstraße Schotten-Nidda, zwei Leichen, die als die des Bernhard Serth, Laborant aus Frankfurt, und dessen Frau ermittelt wurden. > Das Paar wohnte seit 1. April im Gasthaus „zur Traube^" hier und ging heute vormittag kur-; nach 8 Uhr spazieren. Um 9 Uhr wurden von in der Nähe arbeitenden Leuten zwei Schüsse gehört. Die Leute gaben den Schüssen aber keine weitere Bedeutung und erst um 11 Uhr fand Förster Reeg die Beiden als Leichen umschlungen aus der Baut in dem Schutzhäuschen sitzend: aus dem Boden lag eine Vrowningpistole. Um 1 Uhr war das Gericht zur Untersuchung am Tatort. d. Gedern, 5. April. Der Unfall des Lehrers Kromm, der am dritten Osterfciertage bei einem Ausflüge auf dem Taufstein von einem Baume herunterstürzte, auf dem er Schwämme sllchte, ist nicht so folgenschwer verlaufen, wie cmzunehmen war. Herr Kromm gedenkt demnächst seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. • = Ulfa, 7. April. Bei der heutigen Bürgermeister-Stichwahl erhielten Gg. Ludw. Hofmann 138 und Heinr. Phil. Roll 102 Stimmen. Fünf Stimmen wurden für ungültig erklärt. Herr Hofmann ist somit gewählt. Die Agitation ivar sehr lebhaft. Kreis Friedberg. L Friedberg, 6. April. Atit dem Ban des Krematoriums ist begonnen worden. Die Südseite der Friedhofskapelle ist abgebrochen worden. Mit den Grund- und Maurerarbeiten hat man begonnen; sie werden von einer Friedberg- Fauerbachcr Firma auSgefühit. Ein auswärts ivohnender Friedberger hat der Stadtverwolümg 1000 Mk. zur inneren AuSschmücFung des Krematoriums überschickt. — Da die Geleiöcmlagen utnb der Bahnkörper des neuen Bahnhofes beinahe fertig sind, hat man viele italstnifche Arbeiter entlassen. dl Bad-Nauheim, 6. April. Eine unangenehnic Ueberraschung ist den Grundbesitzern zuteil geworden, die bei der Feld bereinigung für zu viel erhaltenes oder geringeren Klassen zugeteiltes Gelände Geldentschädigungen erhalten. Der Feldbereinigungskommissär teilte den Beteiligten mit, daß die Auszahlung der Gelder nicht stattfinden könne, bevor nicht die Genehmigung der Hypothekenglänbiger zur Auszahlung eingeholt sei. Die Gläubiger verlangten, daß die Ueberschusse aus den Grundstücken zur verstärkten Tilgung der Hypothekschnüden verwandt werden sollten. Die Grundbesitzer haben sich mit dem Gesuch an die Gläubiger gewandt, die Auszahlung der Gelder zu genehmigen, da sie pünktliche ZinSzahler seien und die Gelder zur embenueitigen Verwendung nötig hätten. — Aus der Wetterau, 7. April. Eine sebr ungünstige Verbindung nachdem T^unuS hat Die Wetterau mit ihrem lebhaften Passanten verkehr und ihrer großen Zahl von Mitgliedern touristischer Vereine (Vogelsberger Höhenklub, Taunusklub Wetterau, Wandervereine und Wandervogelsektionen'. Die Wetterau mit Friedberg, Butzbach, Nidda, Hungen, Bad-Nrauheim, bann weiter Gießen 'mit der Hessen benutzen zu Tminus fahrt en sämtlich regelmäßig bett 7,53 Uhr aus Friedberg fahrenden und 8,28 Uhr in H j m b u r g ein treffenden Zug. Die Homburger clcl,rische Bahn hat zu diesem Zug keine Anschlußverbindung. Man ist genötigt, in HonEürg bis zum nächsten Zuge 91 5 Uhr zu warten, oder den langen Weg zur Saalburg oder zum Rand des Gebirges zu Fuß zurückzulegen. Das hält viele vom Besuch des Taunus ab. Durch Einführung einer ständigen Anschlußvcr'b inbuug zu 'diesem hauptsächlich benutzten 8,28 Uhr in Homburg einlanfenben Zuge würde die Homburger Straßenbahn bedeutend^ zur Hebung des' Tau- nusverkehrS aus der Wetterau und Oberl)essen beitragen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 7. April. Der Verband der Desinfektoren in Hessen hielt gestern unter Vorsitz von Herling-Darmstodt seinen Verbandstag ab, der aus den drei Provinzen gut besucht war. Als Vertreter der Medizinal- abtcilmig war Geh. Medizinalrat Dr. Balser, als Vertreter des Polizeiamtes Negierungsrat Dr. Gennes und für die Sonitätshauptkolonne vom Roten Kreuz Houptmann ä la suite Lotheiben anwesend, ferner eine 2lnzahl Bürgermeister und Beigeordnete. Der Vorsitzende berichtete über die Verbandstätigkeit. Zur Verhandlung stand die Herbeiführung einer einheitlichen Desinfektions'- und Dienstordnung, "ein An- ircig auf Erlaß eines Verbots an die Landgemeinden wegen der Bestellung von Gemeinde-Desinfektoren, wobei der Vorsitzende Darauf hinwies, daß besonders auf dem Lande die Desinfektion bei schweren Krankheiten wie Tuberkulose, Diph- terie, Scharlach und Masern sehr schlecht durchgeführt würde. Auch die einheitliche Desinfektion der Schule und Wohn- räunie wird gewünscht. Geh. Medizinalrat Dr. Balsev sagt den Erlaß entsprechender Vorschriften zu, da besonders die Tuberkulose energisch bekämpft werden muffe. Vielfach herrschen auf dem Lande noch sehr traurige Zustande. Die Desinfektoren wünschen ferner Gewährung eines festen Monatsgehalts, Kilometergelder, einheitliche Dienstkleidung, Angliederung an die Sanitätskolonne und Versicherung gegen Krankheit bei einer staatlichen Ortskrankenkasse. Die Anträge und Eingaben sanden einstimmig Annahme. w. Da rm'stab t, 7. April. PrinK und Prinzessin! .Heinrich von Preußen sind heute abend 8,05 Uhr mit dem sahrplanmäßigen Zuge direkt nach Kiel abgereist. Dieburg, 8. Älpril. Im 95. Lebensjahre ftarb ön hiesigen Kapuzinerkloster der Senior der tirolischen und rheinisch- westfälischen Ordensprovinz Pater Jngenuinus Pa ltzHeimer, der seit 47 Jahren hier wirkte und Ehrenbürger von Dieburg war. Ter Verstorbene wurde 1818 in W'innebach int Pickstertale,geboren und feierte voriges Jahr unter Anteilnahme der ganzen Stadt sei n70jLhriges Priefterjubiläum'. Pater Immergrün, so nannte ihn der VolkSmund, war eine in weitem Umkreise bekannte und in allen Kreisen und Schichten der Bevölkerung populäre Persönlichkeit. w. Mörlenbach, 8. April. (Priv.-Tel.). Gestern abend zwischen 6 und 7 Uhr kam es in der hier neu errichteten Sanerstoffsabrik zu einer Explosion. Der Werkmeister und zwei Arbeiter wurden getötet und ein weiterer Arbeiter schwer verletzt. Das Fabrikgebäude ist vollständig zerstört. ch. Bingen, 7. April. Der städtische Voranschlag für 1913 schließt mit 1058 536,26 Mk. ab. Die Einkünfte an Gemeindeumlagen sind mit 419 300 Mk. eingestellt; eine Erhöhung des Steuersatzes ist hierbei nicht vorgesehen. Die Schulden sind mit 7 588 925,56 Mk. eingesetzt worden. Sie weisen gegen das Vorjahr eine Abnahme von 75 314,18 Mk. äuf. DaS Vermögen der Stadt beträgt 11517 660,92 Mark. Zum ersten Male sind in den Voranschlag 10 000 Mk. als Ertrag aus der Billet-, Filial- unb Warenhaussteuer eingesetzt worden. w. Bensheim, 7. April. Heute nacht brannte hier das Wohnhaus des GüterbestätterS Kraft nieder. In dem niedergebrannten Haus fand man die Leiche eines Knechtes vor. Die Entstehungsursache deS Feuers ist unbekannt. Heffen-Naffau. ? Marburg, 7. April. Eine blutige Tat wurde gestern in dem in der südwestlichsten Ecke des KreiseS liegenden Seelbach vollführt. Die etwa 15 Jahre alte Tochter deS Gutsbesitzers Kraft batte mit einem im Hofe beschäftigten, aus Ostpreußen stammenden Kuhschweizer einen kleinen Streit. AlS ihr Vater hinzukam, zog der roheMensch ein Messer und stach dem Manue ins Herz. Kraft, ein etwa 60 Jahre alter Mann, starb nach kurzer Zeit. Der Täter wurde inS Gefängnis nach Gladenbach gebracht. w Hanau, 7. April. In dec Dünlop-Fabrik ist heute früh der 29 Jahre alte Arbeiter Heinrich Fuchs von Langen- selbold in eine Walzmaschine geraten, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod sofort eintrat. = Frankfurt, 7. April. Heute starb hier nach kurzem schweren Leiden der sächsische Generalkonsul und amerikanische Konsul Heinrich Map pes. vereinsnachrichte«. ** Im cbangel". Arbeiterverein hielt am Sonntag abend Oberlebrer Dr. Klein einen Vortrag über den Kampf u m den A l k o h o l i s M u s.. Der Redner beleuchtete die Gefahren des Alkohols für den einzelnen, für die Familie und für unser Volk. Er bewies durch wissenschastlicl)eZ und statistisches Material die hohe Sterblichkeit der besonders mit bent Alkohol in Verbindung stehenben Gewerbe, streifte das Kellnerinnenelend und geißelte die Veralkoholisierung unserer Kolonien. Jntereffant waren die AusführunAcn über die Uebertragung auf die Nachkommenschaft. Zum Schluß forderte der Redner auf, mit in den Kampf einzutreten. X Hungen, 7. April. Der Hassia-Bezirk Hungen hielt gestern in her „Traube" einen außerordentlichen Bezirkstag ab. Die Versammlung befaßte sich mit dem Antrag des Präsidiums, daß jedes aktive Mitglied der Kriegervereine Leser des Verbandsorgans werden soll. Der Bezirkstag stimmte diesem Einträge zu. tu. Steinfurth, 6. April. Der Gesangverein „Frohsinn" hält vom 21.—23. Juli ein großes Sängerfcst, verbunden mit Fahnenweihe ab, zu dem eine große Anzahl Vereine ihr Erscheinen zugesagt hat. Der Feftplatz wird an den Bahnhof gelegt und soll mich für Volksbelustigungen aller Art dienen. = Hörnsheim, 6. April. Im Kriegerverein hielt gestern abend in einer gut besuchten Versammlung Lehrer Keil aus Klein-Linden einen Vortrag. Er schilderte die Zeit vor 100 Jahren bis zum' Kriegsjahre 1870/1871. Der hiesig? Gesangverein sang einige recht schöne Lieder. Sport« —. D eutscher Motorradsport. Vom^ 10. bis 14. Mai 1913 findet eine mehrtägige Motor-Prufungsfahrl in Deutschland ftatt. Ter Veranstalt er ilt der Allgemeine Deutsche Automobil- Club, der Vertreter bc^ Deutschen Motorradsportes. Die fünf- Ä" fi. bnlt«m. ^'>b°nd ber * .Qu§ beit drei L e\^cbiM ’"tah k^d für bi, tö*onn ] gjjsetmeißet elt ubtt die Ver- ^H^iführung *«9, ein b9eme>nben wegen .' '°°bn der Vor. Lande die 4.uberfu(oje, Diph- ^Skfiihrt würde W und Wohnet Dr. Bolsen ba besonders die »Nüsse. Vielfach y Zuslände. Tie "eS festen Monats, ensiklcidung, An- ersicherung gegen Jl'e. Die Anträge nb Drinzessiit '05 Uhr mü dem ereist. sjähre ftab int hm Md chemisch-- Pc^tzheimer, von Dieburg war. Mstertoleigeboren ber ganzem Stabt tergrün, so nannte !reise bekannte unb mg pv-uläre Per- iv.'Tel.). Gestern der hier neu er» loston. Der Werl» t und ein weiterer ibe ist vollständig tädtische Vor- ;- 5,26 Ml. ab. Sie 419300 M. ein» . (jietbci uidjf vor« 56 M. emgM/ ne Abnahme tow er W betragl sind in den Vor- öillct-, Filialen. nacht brannte hier t nieder. Zn dem , o^iche eines be§ FeuerS ist >m* e Tat wurde gestern s Kreises liegenden ,re alte Tochter I tzase beschäftigten' inen kleinen Streit, isch ein Mester und ein etwa 60 Jahre E Täter wurde «15 op-F°brik ist he^ uchS von Langen« Li er sa sch^- hi-- «Z ig ML die & ’t beE vnd M btf statilE iich-S UM oaS ^n ~ntcrelW .W^Äie Nist W M ebner am- . hielt« ASS-" ää oi Kc« btl^ hiesrse19 in bi? LA Large PMungsswecke beginnt m Erftrtt, berührt TWringen, König- reich Sackffcn, Provinz Hannover und cnbct in Braunsckpveib. Tie deutsche Industrie verhält sich noch adivartend, während die ausländische Motorrad-fFuduftric sich eifrig für btc Fahrt nttcr- essrert. Auskünfte über die Veranstaltung erteilt die Zentral-- Gsschäfts stelle des Mlgemeincn Deutschen Automobil-Club, München, Neuttirmsttaße 5/1. Jin August und September veranstaltet der Club außerdem zwei Bergprüsungssahrten für Motorräder, eine lin Thüringen und eine in Süddeutschland, wofür die behördliche Genehmigung bereits gesichert ist. Universitäts-Nachrichten. bk. Marburg, 7. April. Der Privatdozent Professor Lic. theol. Walter Bauer hier wurde zum außerordentlichen Pro- fesior für neutesiamcntliche Theologie und Exegese in der Breslauer evangelisch-theologischen Fakultät als Nachfolger von Prof. Hoennicke ernannt. Der Stallmannprozeh. Berlin, 7. April. In der heutigen Verhandlung des Stallmann-Prozesses wurde Kriminalkommissar v. Manteuffel vernommen, der seit 1892 Leiter des Spielcrdezcrnats im Ber liner PoliZeipräsidium ist. Er erklärt das Spiel Rouge et noir, das fast ausschließlich von internationalen Falschspielern angewendet werde und sich von dem bekannten Bauernfängerspiel „Kümmelblättchen" nur dadurch unterscheide, daß es noch leichter als dieses sei. Das Zerreißen der Karlen nach dem Spiel deute fast immer auf Falschspiel hin. Das bestreiten die Verteidiger. Auf dein Zeugentisch wird im Anschluß an die Vernehmung Manteuffels von dem Staatsanwalt ein neues Spiel Karten aus» gebreitet. Ter Staatsanwalt selbst spielte die Rolle des Falschspielers und beweist dabei eine große Geschicklichkeit, indem er sede umzuschlagende Karte vorher namhaft Macht. Der Angeklagte Kramer steht kopfschüttelnd dabei. — Eine große Reihe von Beweisanträg en und .ihre Besprechung füllten den Rest der Verhandlung aus. Allgemeine Aünstler-versammlung. Berlin, 6. April. Int Bürgersaale des' Rathauses fand gestern abend unter dem Vorsitz des Professor Kampf eine zahlreich besuchte Versammlung statt, um über die Vorbereitungen zu einem wirtschaftlichen Zu saMmenschluß der Berliner Künstlerschaft zu beraten. Als erster Redner sprach Bürgermeister Dr^ Reiche über „Behörden unb Kunst" und ftihrte Dabei aus, daß die Behörden sich in die wirtschaftlichen Kämpfe der Künstler nicht ei nm i schien sollten, zumal es bei ihnen ohne Bevormundung nicht abgehe. ^Der Syndikus der Allgemeinen Kunstgenossenschaft 'Dr. Rothe sprach hierauf über „Rechtsschutz" Und wies darauf hin, daß eine starke Organisation für Mechtsbelehrung und Rechtsschutz, wenn es nöttg sei aber auch für das nötige Geld sorgen mässe, damit der Künstler den Kampf ums Recht aufnehmen könne. S. Fraenkel (Berlin) behandelte die wirtschaftliche Umfrage, die an die Berliner Känftlerschast gerichtet worden ist. Auf die Fragebogen sind im! ganzen 575 Antworten eingegangen. Daraus ergebe sich, daß die Bildhauer im allgemeinen künstlerisch besser daständen als die Maler und daß die Künstlerinnen im Durchschnitt mehr verdienten als die Künstler. Gegen 50 Prozent aller Künstler führten über ihre Einnahmen genau Buch. 45 Antworten ließen erkennen, daß, die Einsender ohne Nutzen arbeiteten. Einkommen von 15 000 bis 25 000 Mark gaben drei Bildhauer an und ein Maler. An den Wettbewerben feien von 100 Künstlern irnhner nur 19 beteiligt gewesen; das sei erfreulich, es zeige, daß die Wettbewerbe immer mehr in Mißkredit kämen. — Irl. Lina Krause erörterte die Frage einer Kran kerwersichenrng für Künstler. — Otto Marcus behandelte das Thema „Künstlerisches Verlagsrecht. — Maler Kayser sprach über den Kunsthandel und trat warm für autorisierte Verkaufsstellen ein. Air letzter Stelle sprach stürmisch begrüßt, Reichstagsabgeordneter Pfarrer a. D. 'Friedrich NauMann, dessen Ausführungen in dem Satze gipfelten, daß durch eine gewerkschaftliche Organisation mtot bei der Verschiedenheit der Interessen w^nig werde ausrichten können, wenn auch verschiedene humanitäre Einrichtungen ihren Nutzen haben mürben. Schließlich wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Versammlung beauftragt die Unterzeichner des Einladungsschreibens in gemeinsamer Beratung, unter Heranziehung berufener Kräfte die beste ForM für den als notwendig erkannten wirtschaftlichen Zusammenschluß der Berliner Künstt erschüft zu suchen. Kuttff und wissenschatt. — Prof e ssor Gottlob El st er, der Leiter der Bildhauerschule unb Kunstgießereianstalt in Weimar, wird am 1. Oktober zurucktr cten. Das Verhältnis, in dem die Bildhauerschule usw. zu der Hochschule bisher steht, ist allerdings nur lose, soll aber vom genannten Zeitpunkt ab fester unb ein heitlicher werden. Der Rücktritt Elsters von der Leitung der künstlerischen Anstalten wird in Fach- und Laienkreisen sehr bedauert, aber sein persönliches Verhältnis zu der Leitung der Hochschule hat den Entschluß zum Rücktritt, wie verlautet, in ihm reifen lassen. Professor Elster, ein Münchener von Geburt, steht erst im 45. Lebensjahr und in der Vollkraft seines Schaffens. Großherzog Wilhelm Ernst hat ihn bis in die letzte Zeit mit großen Arbeiten betraut, unb gegenwärtig arbeite: der Künstler an den Büsten des Großherzogspaares, das ihm in feinem Atelier verschiedene und ausgedehnte Sitzungen gewährte. Die von Elster begründete Erzgießereianstalt unter Gießerei meister Köhler' hat sich vorzüglich entwickelt, und zahlreiche auswärtige Bildhauer geben ihre Modelte nach Weimar zur Ausführung. — Als Nachfolger von Professor Elster ist der Bildhauer Richard Engel- m an n in Berlin auscrsehen. Er stammt aus Bayreuth, steht im 44. Lebensjahr und hat seine künstlerische Ausbildung in München genossen und stand mehrere Jahre in Florenz in enger Beziehung zu Böcklin. • — Soemmeringpreis. Aus Frankfurt a. M., 8. April, wird gemeldet: Der alle vier Jahre von der Senkenberg. Natur- forschenden Gesellschaft zur Verteilung kommende Soemmcring- preis für ausgezeichnete wissenschaftliche Leistungen wurde heute in einer Festversammlung dem Professor C o r r e l - Berlin zuerkannt. Professor Eorrel hat eine Arbeit über Vererbungslehre und Vererbungstheorie geliefert. Ter von Soemmering, dem Erfinder des elektrischen Telegraphen, 1828 gestiftete Preis besteht in 500 Gulden und einer goldenen Medaille. — Kurze Nachrichten ans Kunst und Wisse n - s ch a f t. Der Lehrer für Violoncellspiel an ber Kgl. Mademie der Tonkunst in München Prof. Heinrich Kiefer tritt im Herbst d. I. vom Lehramte zurück; zu seinem Nachfolger wurde der Cellist und Lehrer- am Dr. Hochschen Konservatorium in Frankfurt a. M. Johannes He gar berufen. — In Münch e n ist der ordentliche Universitätsprofessor Henry Sim o ns- f e l d am Sonntag abend nach längerem schwerem Leiden gestorben. Beide Lokomotivführer und beide Heizer sowie bet Zugführer des Lastzuges wurde getötet. Unter den Passagieren befinden sich Tote und Verletzte. — Der „Reichsverband zur Unter ft ütznngdeut- scher Veteranen" wendet sich an alle Kreise des deutschen Volles zur Unterstützung der „Kaiser-Jubiläumsstiftung für bedürftige Veteranen". Die Broschüre „Die Aufgaben und Ziele des Reichsverbandes zur Unterstützung deutscher Veteranen" steht jedem Interessenten kostenlos zur Verfügung., Beitrittserklärungen und Zeichnungen zur „Kaiser-Jubiläumsftiftung für bedürftige Veteranen" werden erbeten an die Geschäftsstelle, Berlin W. 9, Potsdamer Straße 126. bandel. ^.Offenbach, 6. April. Das diesjährige Gefchäftsergeb- nis der L e d e r w e r k e v o r m. P h. Jakob S p i ch a r z verzeichnet gegenüber dem des Vorjahres einen Rückgang, so daß keine Dividende ausbezahlt werden kann. Die Verwaltung begründet den Rückgang mit der noch nie dagewesenen Hohe der Rohhäutepreise, ferner habe die Ueberproduktion einen Kom kurrenzkampf hervorgerufen, so daß Verkaufspreise angenommen werden mußten, die direkten Verlust brachten. Dazu fei noch die Geschäftsstockung in Rußland gekommen, die bis Mitte des Vorjahres angehalten habe. Eine Wendung zu einer mäßigen Besserung sei erst in den letzten Monaten eingetreten, Bedarf und Umsatz erfuhren wieder eine Steigerung, so daß es möglich war, neben dem Ausgleich des Verlustes des ersten Halbjahres noch einen kleinen Uebcrschuß herauszuwirtschaften. Die Absatzstockung in den vom Balkankrieg betroffenen Ländern wirkte dann wieder hemmend auf das Geschäft ein, eine Erscheinung, die jetzt noch fortwirkt. Ter Betrie.bsgewinn hat sich um 44 000 Mk. ermäßigt. Der Reingewinn ist um 49 000 Mk. geringer und beträgt 25153 Mark. Einschi. Vortrag stehen 48 000Mk. weniger zur Verfügung. Ter Vortrag wird um 18 000 Mk. erhöht. Das Akttenkapital beträgt V/2 Millionen Mark. NermrschteK. * Wettersturz. Wie aus Südwestdcutschland gemeldet wird, trat im gesamten Schwarzwald und in den Vogesen gestern ein rascher Wettersturz ein. Oberhalb von 800 Meter fiel bei 0 b'lisl 2 Grad Kälte Schnee. * Schwarze Pocken. Aus Recklinghausen, 7. April, wird gemeldet: In der Genreinde Ehsel ist eine Arbeiterfamilie unter den Erscheinungen der schwarten Pocken erkrankt. Uni eine Ausbreitung der gefährlichen Seuche z.u verhindern, wurden umfassende Maßnahmen getroffen. Die Angehörigen der Familie wurden in einer Baracke untergebracht. 1 * Eifersu cht. Aus B r au nschwei g,juirb gemeldet: In Hemptenrode erschoß der Landwirt Schrader seinen Vater und verwundete sich schwer durch einen Schuß in die Schläfe. Auf dem Wege zum Krankenhause erlag er seinen Verletzungen. Der Grund zur Tat foU Eifersucht sein, da der Vater Schraders dessen junger Frau nachstellte. *Mitseinen Kindern verbrannt. Aus K e m Pt en fAllgäuh 7. April, wird gemeldet: In R e i t c n b a di b r a n n t e am Samstag nacht das Anwesen des Maurers Abrell nieder. Bei deut Versuch, seine drei Kinder im Alter von 6 bis Iß Jahreri zu retten, verbrante Abrell mit diesen. Die Frau ist infolge des Unglücks schwer krank. * Ein schweres B 0 01sunglück. Aus Bernburg 7. April, wird gemeldet: Auf der Saale ertranken gestern infolge Kenterns eines Bootes ein Musketter des hier garni- sonierenden 3. Bataillons 4. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 72 und fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Shtaben im Alter von 13 Jahren. Der Soldat hatte die Kinder aut der Fahrt von Älder- stedt nach Gröna auf ihr Bitten an einer Anlegestelle in das Boot aufgenommen; auf der Rückfahrt ereignete sich dann das Unglück, wahrscheinlich infolge Wechselns der Plätze. Ter Soldat er tränt bei dem Versuche, die Kinder zu retten. * Zum Unfall des deutschen Viermasters „Mimi". Aus Bey City (Oregon), 7. April, wird gemeldet: Beim Kentern des Hamburger Viermasters „Mimi" bei Astoria sind 18 Personen ertrunken. Nachdem die Rettungsmannschast ber Station Garibaldi fast 24 Stunden vergeblich gegen den heftigen Sturm angekämpft hatte, gelang es ihr heute früh um 5 Uhr, den Kapitän Westphal und den Kapitän Fischer, den Präsidenten der „Portland Engineering Corporation" sowie zwei Matrosen zu retten. * E i s e n b a h n z u s a mm e n st 0 ß. Aus Budapest, wird gemeldet: Zwischen Ofenpest und Fiume stteß bei der Station Og ul in ein nach Fiume gehender Schnellzug mit einem aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Lastzüge zusammen. ArnMcher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, den 9. April 1913: Wechselnd bewölkt, meist trocken, kühl, Nordwind. Letzte Hadmcbten* Der Sturm auf Skutari. Cattaro, 8. April. Naeh >Kw eitägigem Bombardement von Skutari 'wurde heute zum allgemeinen Angriff geschritten. 1 Schon morgens wütete ein Artillerieduell. Die Türken antworten vom Tcwabvsch sehr schwach. Mau nimmt an, daß sie bei den letzten Gefechten sehr große -Verluste erlitten haben. In der Stadt hörte man nach ckO Uhr morgens ziemlich hefttges Gewehr- feuer. Man vermutet, -daß von unM.fri^enen Arnauteu eine Meuterei inszeniert wurde. In amtlichen Kreisen in Cetinj e hält man diesen Sturm für den letzten, der auf die Stadt unternommen werden mutz. * Die Veteranen für sorge. Weimar, 7. April. Der Landtag hat beschlossen, den Reichstagsbeschluß für die Veteranenunterstützung nicht abKuwar- ten, sondern größere Mittel zur sofortigen Hilfe bereit zu stellen. Der Religionsunterricht in Spanien. Madrid, 7. April. Der Rat für das öffentliche Unterrichtswesen behandelte die Frage des Religionsunterrichts an den Volksschulen. Der dlusschußbericht wurde mit 31 gegen 20 Stimmen angenommen. In dem Bericht heißt es in Artikel 1: Der Religionsunterricht wird in den Volksschulen in der gleichen Weise erteilt wie bisher. Artikel 2: Ausgenommen von der Teilnahme am Religionsunterricht sind Kinder, deren Väter einer anderen Religion als der katholischen au^ckhören, sowie Kinder, deren Vätei', obwohl Katholiken, den Wunsch nach Befreiung vom Religionsunterricht ausdrücken und sich verpflichten, den Kindern diesen Unterricht zu Hause zu erteilen. Ein Lustmv rd. Saarbrücken, 8. April. Das neunjährige Töch-- fernen des Landwirts Kretschmar in Hausweiler, das seit dem 1. März verschwunden ist, wurde in einem Bache auf- gefunden. Als der Tat verdächtig wurde der Sohn eines Metzger- nieisters in Hausweiler verhaftet. Der Ausstand der spanischen SritBen arbeitet ist beigelegt. Madrid, 8. April. Der Gouverneur von H u e l v a meldet, daß der Ausstand der Rio-Tinto-G rubenarbeiter beigelegt ist. neueste OngM-Mlgaog-Hätette Krane IS. 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Der Konzern der Reichsgenossenschaffsbank. Die Krisis im hessischen ländlichen Genossenschaftswesen. Sonderabdruck aus der „Frankfurter Zeitung". Die Broschüre ist zu beziehen durch die Buchhandlungen zum Preise von 50 Pfg.; durch die Expedition der Frankfurter Zeitung", Frankfurt am Main zum Preise von 60 Pfg. inkl. Porto. Albert Bassermann Deutschlands grösster u.berühmtester Schauspieler kommt nach liessen! AlbertBassermann Deutschlands grösster u. berühmtester Schauspieler kommt nach Giessen I AlbertBassermann Deutschlands grösster u. berühmtester Schauspieler kommt nach (liessen! Cafe Ebel Telephon 586 Fnb.t Karl Ohm Burggrabcn Täglich Konzert der Original - Zigeuner - Kapelle G. R. V. 1885 Donnerstag, 10. April Vereinsabend bei Mitglied Amend. Der Vorstand. lÄpieFöaiis Programm Samstag-Dienstag Lilly Beck die berühmte schwedische Schauspielerin spielt die Hauptrolle in Liebeswahn Schauspiel aus dem Leben einer Tänzerin — in 3 Akten. — Ferner der Humoresken - Schlager Die Liebe siegt Nack der berühmten Ko- möble von Pierre Wolf. Glänzendes Lustspiel in 2 Akten. a5/« Wissenschaftliche u. Natur Ausnahmen: Leben ein. Schmetterlings Flottenmanöver pathe - Journal u.daS übrige wie immer erstklassige Programm. Ferner ein deutscher Kunstsilm: Schatten des hebens Schauspiel in 2 Akten. — Dargeitellt von den bedeutendsten Berliner Bühnenkünstlern. |äi », (ragen «iw Za jedem 2111*6™ Fr» abzugeben ^ekoratöons -Plüsche bis 130 cm breit Ein Posten dnnkel- blaue u. schwarze ta-talf für Wieder-Verkäufer Cm Geniestreich (fine brillante nordische Komödie. Bortreffliche Humoresken, entzückende Natur- Vie LaM . SitruM .d» N' Dollar eüvartct. öticict, eM8‘ Sers, Milch, S b°umw°x E ©tablfdnenen, M und Essigsäuren, *1 stiele, Faßdauben, M Folgende bis de ' ZolleniMironcn Pelze, KohlenleetM 9Q Prozent, Geivunc Untcrivood zct an verschiedenen v'ft der Aertbaiis. 95 45 Prozent, KP* V zinischen PrWMN ' früher 33,90,ji$ Ip.j- ncroöbniidK Seife inu) gj,r 21,54 1.W gutroaren früher oo, l setzt 35 und 55 'yioi Messern und Mein 41 letzt 26,69 Pro»., gcsm zeug früher 60,27, jci 25 flanellen st für Frauen und ftinbe früher 27,59, setzt 14 s Sei der Einloi 4000 Tollar ausgcnc zahlen ein Prozent, i solche von 50—100 ( 100 000 Toilat vier Maximal- und Mini Tie neuen Zoll bfitl wird ermächtig und Ländern, welche geständnissc zu mad Zollsätze für folgend, Werte, Leun 14,29 P waren 10. Eliöenöl 2 scheiben 35,45, Fah 35 Prcf;. Sie fiauDti sind folgende.- Saumir fertige Mer 39, Pl ^Michuhe N, '«.Wv, Men 90, AliMwostvvrW« b^d/r 25, DM ^alkerde werden ai Kliert die Zölle oeMstene- und Motorräder 4 ^Schmiedearbeiten ui Stahlblech, Eisendle «chrotslinten aus ? U di? halste, cb 'Miste des bisherig! Sonnenschirme aus > .tt"terwood d'c A'ksdeh . ^Q-rttc fordern _r W» Iimerihn Biograph ■=• BST Ab Saniotas der mit großer Spannung erwartete Film Königin Luise Pinna Fabbri spielt die Hauptrolle in Stumme Verehrung Ergreifendes Lebensbild in 2 Akten. Dieser bocksvannende Film, durch seinen dramatischen Ausbau interessant von Anfang bis stt (5nde, iit ein bedeutendes Werk mit unerwarteter Entwickelung, eine sorgsüllige Regie, ein sicheres und behutsames Sviet der Künstler, eine leidenschaftliche x)ntrigitc. Konsamn- Abschlag. Um mein Lager zu räumen, verkaufe ich voit heute 14 Tage lang zu untenstehenden Preisen. Sämtliche Preise verstehen sich bei Abnahme von 5 Dosen. Es sollte kein Kunde versäumen, diese günstige Gelegen heil zu benutzen. a8/4 Sämtliche Konserven sind nur erstklassige Fabrikate und von der größten Konservenfabrik Deutschlands. W 2 grosse wissenschaftliche pämen-Vorträge Programm v. 8. bis 88, Äpriü Schlager 1. Rnngcs WWW Tragödie eines Kindes. Die Vitas cope-Ges. hat mit dieser Tragödie ihr bestem Werk geschaffen. Die Hauptrolle liegt affl in den Händen eines Mimbcn, ivclcher seine liebe Mutter, die den Tod bei einer Rodelpartie ge- I sunden hat, nickt vergessett kann. — Herrliche test Vandsckastsgpsnahmen, vorzügliche Fnszeuierung, sowie spannende Handlung sickern diesem hervor Ega ragenden Film einen beispiellosen, großen Erfolg. I Leo will dünner werden Reizende Komödie. Fl In der Hauptrolle Susanne Granvais. Wie man den Hof macht W Vorzügliche Humoreske. Anüerdem amüsante n. ernste Schaunummcrn und ans pielicitigcn Wunsch als Extracinlagc: M Königin Luise I. Teiln Plöckst rasse 12 . 5ur 2lnm Ot in Au-'drnck (Tcf, nten «ini^/scha d-z «y» * s.öfifcn Snbt Zu haby. "‘«mtenT1*0' • tochtene £ Artigen malten Ä er weisen "Kugs ifirnieÄ ’Pctl henen ^ trieb Ä'u' mXJ ■ der illustrierten Wochenschatt er gänzeu unseren Spielplan. a® 4 DW Wie man durch richtige Schönheitspffege int ^eruf, in der Gesellschaft sich Beachtung ver jöfflfl schafft und Erfolg erzielt. Warum ist das Weib schöner als der Akaun? Was fesselt «kSH den Mann? Der Weg zu idealer Schönheit a&i» deS Körpers und der Seele. Wie sich der Einfluß deö Siebes lebens auf die Sckiönheit äflttä geltend macht. Wie wirkt die Ehe auf MA Schönheit und Gesundheit? Soll man den Schönsten heiraten? M WelchesMädch-engefallt? Die Pflege u. Erhaltung wahrer Frauenschönheit Die Behandlungen der Schönheitösehler merben an lebendem Modell gemeinver- WW stündlich demonstriert. MZ Wie erlangt man eine gesunde Bütte? W.Ä Wie beseitigt man Schünheitssehler, wie WM Magerkeit, Korpulenz, bohle Augen, welken HalS, starke Hüften, eingefallene Wangen, Falten usw. ? H Warum gönn! man i. Frau so oll keine Erholung? I §ü!Khiieii H per Pfund 25 Psg. empfiehlt llI.M. Schulhof 8 Tel. 119 Markt 1 Farben ff.aeke. Water in I waren Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf (!1” Hanspänc M5 Kurzaeschttitt. Eicken Holz M.3.L5>, knrzgeickn.Tanncn" bolz Ai. 3.50 ver Narren frei ins Hans. F. Wellbüfer, Marburg. Str., Tel. 743. (IM1 Das Hinsiechen und Verblühen so vieler jung. Frauen u. die Ursache desselben? Wie wirkt Krankheit ans tyc Schönheit ? Das Seelenleben der Frau und die damit verbundenen Leiden: ^Warutn so viele nervöse, kratike Frauen und unzufriedene Eben?" Schilderungen zahlreich, tragischer Fraucnschicksale, dem Leben entnommen. Die Krankheiten der Kulturmenschen — Geisteskrankheiten-AlkoholiSmuS-Zuckerkrankheit — Schwindsucht — Herzleiden — Nervenleiden u. ihr Einstuß a. d. diackkoinmen 3. Teil. WN" „Schönheitswettbewerb“ Uff Im Anschluß an bett.^nrtrag findet ein „Schönheitswettbewerb" statt, alle Mädchen u. Frauen iverdcn zur Beteiligilng um fünf hohe Preise u. Diplome eingeladen, die den „schönsten Frauen" zugefprocken werden sollen. Das schönste Haar, der schönste Teint, die schönste Figur werden diplomiert. Eintrittspreise: Reserviert M. 1.—, 1. Platz 75 Psg., 2. Platz 50 Pfg. |2385 Die Vorträge fanden überall ungeteilten Beifall. — Brechend volle Säle Berlin, Dresden, Dortmund, Breslau. Die Vorträge ffnden ohne Restauration statt. Schnittbohnen, junge 2-Psd. Dose 1-Psd. Dose 30 Pfg. 23 Pfg. „ T 38 „ 25 „ ertrn junge 4G „ 29 <5rbscn-Wcmüfc 38 „ 25 „ junge 44 „ 29 „ mittelscin ».» „ 35 „ sein B 70 „ 10 ff „ I 90 „ 50 „ cjtrnfcin 110 „ 65 Wirsing zioblrabr 32 „ 32 „ 22 Spinat «s „ 30 Leipziger Allerlei 00 „ 32 ttarotten, ncjrOnitte« 31 „ 21 (Erbsen mit strtrottcii »0 32 Breckbobnen Wachsbohnen 30 „ 23 39 „ 27 Sellerie 55 „ 35 Pflaumen 44 „ 28 Mirabellen 15 Kirschen m. «ticl, rot u.schwarz 70 „ 40 „ ohne „ rot 100 53 Birnen, tveiß unb rot 70 , 40 Melange 100 55 Heidelbeeren 65 „ 39 Neincelanden 85 48 Deutschlands grösster u. berühmtester Schauspieler kommt nach Giessen!