Zweites Blatt M. 55 165. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint rmt Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Oherhesien Die „Kietzener Familienblätter" werden dem »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nrclsblatt fkr tzen Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Diz „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Donnerstag, 6. März 1913 Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Universitäts - Blich- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: es® 51. Redaktion:e^ll2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Der Keifer in Bremen. Bremen, 5. März. Der Kaiser ist im Automobil von Wilhelmshaven kommend, um 12 Uhr 10 Minuten mit Gefolge vor dem Rathause angekommcn, wo er vom Senat, den Spitzen der Behörden und dem Offizierkorps empfangen wurde. Entgegen dem bisherigen Brauche begab sich der Kaiser nicht in den Ratskeller, sondern durch die untere Halle nach dem neuen Rathause, das er eingehend besichtigte. Um 1 Uhr nahm der Kaiser, indem er einer Einladung des Senats folgte, das Frühstück im neuen Rathause. Um 3 Uhr 1.5 Minuten nachmittags verließ der Kaiser das neue Rathaus und begab sich, von dem zahlreich angesammelten Publikum herzlich begrüßt, zum Bahnhöfe, von Jüo er nach Verabschiedung von dem Bürgermeister Barkhauscn um 3 Uhr 20 Minuten weiterreiste. Der „Jkdam" meldet: Der Mi nist er rat hat den Bericht des türkischen Botschafters in Petersburg über das Ergebnis der Friedensverhandlungen in Petersburg beraten und beschlossen, neue Instruktionen an den Botschafter zu senden. Damit hofft der Ministerrat, daß die Meinungsverschiedenheiten wegen der türkisch-bulgarischen Grenze beigelegt werden. Im allgemeinen lehnt man hier jeden Gedanken an eine Kriegsentschädigung ab. Aus den Neichrtagsausschüssen. :: Berlin, 5. März. Das Etatnotgesetz. Der Buda et a r-s schuß nahm heute das Etatnot- gesetz an. mit kleinen ' Streichungen bezw. Zurückstellung von Positionen. Im Einzelnen ist davon mitzuteilen: Der .Kriegsminister begründet ausführlich und teilweise vertrau- lick> die im Notgesetz enthaltene Forderung eines neuen Armeeinspekteurs in Danzig. Das Zentrum bezweifelt die Dringlichkeit der Forderung. Eine solche Maßregel müsse im Zusammenhang mit der allgemeinen Organisation durchgeführt werden. Wenn man diese Forderung bewillige, so ziehe das Konsequenzen für die Militärvorlage nach sich. Der Kriegsminister erwidert, daß es sich um die Umwandlung einer der bestehenden sieben Armee- inspcktionen aus einer nicht etatisierten in eine etatisierte Stelle handele. Es finde also keinerlei Bindung des Reichstags für die künftige Militärvorlage statt. Bei der Abstimmung wurde der geforderte Armeeinspekteur gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Mehrheit des Zentrums angenommen. Die Zentrumsmitglieder, Fürst Löwenstein und Freiherr v. Thünefeld, stinnnten für die Forderung. Dagegen wurde die Mietsentschädigung von 15 000 auf 10000 Mk. ermäßigt. Eine weitere Auseinandersetzung ergab sich bei den Forderungen für Neubauten, wo das Zentrum Bedenken äußerte, ob iricht durch die kommende Militärvorlage auch die in dem Notgesetz angeforderten Bauten wieder berührt werden, so daß im ganzen eine Verteuerung der Bauten cintreten würde. Von der Verwaltung wird das bestritten, die Forderungen seien darauf geprüft. Die Forderungen werden bewilligt, die Forderungen für die Magazingebäude in Jüterbog und Neubreisach zurückgestcllt. Tann folgen Erörterungen über den Grund stücks- tausch in der Angelegenheit des von: preußischen Abgeordnetenhaus verlangten Gartens. Nach einer Aussprache wird die Forderung aus diesem Notgesetz herausgenommen und zurückgestellt. Im übrigen wird, wie schon erwähnt, das Notgesetz angenommen. Der Kolonialvoranschlag. Der Ausschuß setzte hierauf die Beratung des Kolonialvoranschlags fort. Eine volksparteiliche Entschließung über die etatrechtliche Verbindung von Polizeitruppe und BS3TZ Sch u tz t r u p p e in Sü d w e st in den Beziehungen zwischen Reich und Schutzgebiet wird weiter erörtert. Vom Zenrtum wird die Streichung von zwei Kompagnien der Schutztruppe gefordert. Aus dem Ausschuß wird die Regierung aufgefordert, das Schutztruppengesetz mit größerem Interesse weiter zu behandeln, wodurch auch ein besserer Schutz der Kolonien ermöglicht tvürdc. Staatssekretär Dr. So lf erklärt sich bereit, unter der Bedingung, daß der Reichstag auf den Paragraphen, der eine Einschränkung der Kommandogewalt des Kaisers einführt, Verzicht leistet; nach dieser Bestimmung ist die Ernennung der Offiziere der Gegenzeichnung des Reichskanzlers Vorbehalten. Im übrigen legt, wie der Staatssekretär erklärt, die Verwaltung auf dieses Gesetz großer: Wert. Die Entschließung wird schließlich angenommen. Der Wahlprüfnngsausschuß erklärte die Wahl des Abgeordneten Frommer (kons., Preuß.-Eplau) für g ü l t i g , bei der Wahl des Abgeordneten Pens (Soz., Brandenburg) werden Beweiserhebungen beschlossen. Die Prüfung der Wahl des Grafen Oppersdorfs (b. k. Fr., FraustaDt-Lissa) kam noch nicht zu Ende. Der Ausschuß für die Konkurrenzklaufel strich heute aus der Regierungsvorlage die beiden Paragraphen 75a und 75b des 5?andclsgesetzbuches. § 75a will dem Prinzipal unter verschiedenen Voraussetzungen die Möglichkeit einer Verzichterklärung einräumen, während § 75b nach der Vorlage Ausnahmebestimmungen für Gehilfen außerhalb Europas und mit Gehältern von mehr als 8000 Mk. enthält; auch die sogenannte kleine Konkur- rcnzklausel, die im § 75b enthalten ist, fällt mit dem Ausschußbeschluß. Für die zweite Lesung wurde jedoch eine Berücksichtigung des Auslands Handels in Aussicht gestellt. Der Ausschuß vertagte sich dann auf Dienstag, den 8. April. Aus Ein provisorischesGehaltsgesetz. 2 armstadt, 5. März. Die Regierung hat der Zweiten Kammer einen Gesetzentwurf wegen der Dicnst- bezüge der Staatsbeamten und 'Volksschul- lehrer und deren Hinterbliebenen sowie über die Deckung s m i t t e l zugehen lassen, durch das die Geltungsdauer des Gesetzes vom 17. Juli 1912, das am 31. März dieses Jahres abläuft, für das Jahr 1913 verlängert werden soll. In der Begründung wird ausgeführt, daß die Verlängerung deshalb nötig sei, weil der von der Regierung am 17. Dezember 1912 vorgelegte Gesetzentwurf, der die von den Ständen als äußerst dringlich bezeichnete organische Revision der Beamten- und Lehrer-Gehälter enthalte, vor dem 1. April nicht verabschiedet werde. Deutsches Reich. Die W e h r v o r l a g e und ihre Deckung. Bei der Besprechung der Deckung der einmaligen Kosten der Heeresvorlage durch eine einmalige Abgabevom Vermögen schreibt der Württembergische „Staats- Anzeiger": Wie wir vernehmen, steht die württembergische Regierung dem Gedanken der Erhebung einer einmaligen Abgabe vom Besitz behufs Deckung der einmaligen Kosten der Heeresvorlage sympathisch gegenüber. Das bayerische Prinzregentenpaar in Berlin. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt: „Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Bayern treffen am Donnerstag zum Besuch des Kaiserpaares in der Reichshauptstadt ein. Mit freudigem Willkommengruß werden den hohen Gästen aus Süddeutschland die Herzen entgegenschlagen. Die erneute Bekräftigung bundcsbrüderlichen ---------! .. ................ -rwirrni .......................... Empfindens, in dem Süd und Nord geeint sind, drückt dem Besuch des Regentenpaares den Stempel auf. Aus dem Landtagswahlkrcis Wetzlar. Die fortschrittliche Volkspartei stellte für den Wahlkreis Wetzlar den Bäckermeister K Y r m s e aus Wetzlar als Land- tagskändidaten auf. Die Stadtverordneten von Saarbrücken beschlossen, den Veteranen, soweit sie nicht ein Jahreseinkommen von mehr als 1200 Mark haben, zur Jahrhundertfeier am 10. März ein Ehrengeschenk von 20 Mark zulgcwähren und zu diesem Zweck GOOQ Mark bereit »umstellen. Ferner wurde als Spende zum Jubiläumdes Kaisers und Königs 50 000 Mark zur Verfügung gestellt, deren Zinsen zum Betrieb und zur Unterhaltung einer Waldschule verwendet werden sollen. Zur Errichtung eines Flugstützpunktes wurden 12 000 Mark bewilligt. Ansrand. S7c r König und d i e Königin von England haben am Dienstag abend mit Gefolge beim deutschen Botschafter Fürsten Lichnowsky in der deutschen Botschaft gespeist, die zu Ehren des erstmaligen Erscheinens der Mäjestäten reich geschmückt war. Unter den Gästen befanden sich^ der russische Botschafter und Gräfin von Benclcndorff, der italienische Botschafter und Marquis Jmperiati, Lortgroßkawaler Viscount Haldane, Lordgeheimsiegelbewahrer Marquis of Crewe, Lady of Crewe, der Staatssekretär des Acußern Sir Edward Grey, der Kolonialminister Harcourt und Frau Harcourr, Frau von Kühlmann, und die Mitglieder des Stabes der Botschaft. Es wurde an zwei runden Tischen gespeist. An einem hatte König Georg den Ehrenplatz mit der Fürsten Lickiwwsky, tut dem anderen Königin Mary mit dem Fürsten Lichnowsky zur Seite. Nach Aufhebung der Tafel trug Hermann Gura deutsche Lieder vor. Der ober st e Kriegsrat Frankreichs hat sich einstimmig für die allgemeine dreijährige Dienstzeit ausgesprochen. Die Generale wiesen auf die bedauerlichen Folgen der zweijährigen Dienstzeit hin, sie erklärten, daß sie bei den Besichtigungen wiederholt den geringen Mann- sckwstSbestand der Kompagnien, Batterien und Schwadronen fest- gestellt und die Wahrnehmung gemacht hätten, wie sehr unter den Umständen die Ausbildung der Soldaten gelitten habe. Ein großer Teil der Aussprache bezog sich auf die Frage.der Deckungs- trnppcn. Mehrere Generäle hoben dabei hervor, daß für ein Land, dessen allgemeine Politik einen defensiven^ Charakter habe, eine um so dringendere Notwendigkeit bestehe, starke Deckungstruppen zu besitzen. Die Vermehrung des Mannschaftsbestanbes durch die dreijährige Dienstzeit werde es ermöglichen, die Infanterie- Kompagnien der Armee-Korps an der Ostgrenze auf 200 Mann zu erhöhen, so daß die Deckungsttuppen den ersten Angriff aus- halteik könnten, beinahe ohne das Eintreffen der Reservisten abwarten zu müssen. Als einzige Milderung des dreijährigen Dien st cs wurde von dem Obersten Kriegsrat ein regelmäßiger Urlaub in Aussicht genommen, der hauptsächlich den Zweck haben soll, den Soldaten Beteiligung an landwirtschaftlichen Arbeiten zu ermögliche::. Mit der Frage, ob das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit bereits auf die unter den Fahnen stehenden Truppen anzuwenden Ware, hatte sich der Oberste Kriegsrat nicht zu befassen, da der Kriegsminister auf Grund des bestehenden Gesetzes ermächtigt ist, die freiwerdende Iahresklasse zurückzubehalten, falls er es für notwendig hält. Mehrfach verlautet noch, der Oberste Kriegsrat habe empfohlen, den Universitätsstudenten dadurch eine Erleichterung zu gewähren, daß sie das dritte.Dienstjahr gruppenweise in einer Universitätsstadt ableisten können. — Der französische Mini st e r r a t hat die Beschlüsse des Kriegsrates schon genehmigt, und der Gesetzentwurf wird schon am.1 heutigen Donnerstag der Kammer zugehen. Arbeiterbewegung. Ein Ausstand im Malerqewerbe. Berlin, 4. März. 800 in dem Verbände der Maleret- geschäfte in Berlin und den Vororten organisierte Malermeister haben einstimmig beschlossen, am 8. März sämtlicheorgani- fierten Gehilfen z u entlassen. UrauMMNg eine- ©per. Aus Mainz, 4. März, wird uns geschrieben: „D i e Au s g e sto ß e n c" (La Lepreuse) Legendäre Tragödie in 3 Akten von Henri Bataille, Musik von Silvio La =■ zarri. Die Geschichte dieser Oper, die sowohl in Paris als auch bei ihrer gesttigen deutschen Uraufführung im hiesigen Stadttheater äußerst starke Erfolge hatte, ist überaus merkwürdig. Uebcr zwölf Jahre lag das Kunstwerk im Bureau der Opera- Comique und der Direktor hatte nicht den Mut, das Stück seines grausigen Inhalts wegen aufzusühren. Wahre Kämpfe wurden pm diese Oper in den Zeitungen geführt, als die Verfasser ihr Aufführungsrecht geltend machten. Erst im vorigen Jahre übergab der Direktor das Werk der Bühne und seine glänzeiwe Aufnahme ließ ihn den langen Aufschub nicht gänzlich verschmerzen.. Das Stück versetzt uns ins Mittelalter. Ort der Handlung ein bretonisches Dorf, in dem die Lepra Opfer um Opfer fordert. Die von der Krankheit Ergriffenen werden in weißen .Häufen: verwahrt und eichen ihr schmerzenreiches Dasein fern von jeder «menschlichen Hilfe. Sie sind lebendig begraben. In diesen Häusern finden jedoch nur die Kranken Unterkunft, die sichtbare Zeichen der Lepra trage::. Viele- Verdächtige gehe:: frei umher. Auch die alte Bäuerin Tili und ihre Tochter Metta gehören dazu. Tie Mte wurde ihr Leben lang von den Bauern verspottet und gehaßt und nun sucht sie sich durch ihre schöne Tochter an bei: Spöttern zu rächen. Alietta hat schon mehrere Männer ins Garn gelockt und verdorben. In den: Stück selbst bemüht sie sich um einen fungen Burschen namens Erooanik, zu dem sie jedoch eine glühen... Zuneigung faßt. Ihn sucht Alietta zu bewahren; sie stößt ihn zurück, um ihn nicht auch zu verderben. Die alte Tili weiß aber die Eifersucht der Tochter zu erregen, und so reicht sie deut Geliebten den Becher, aus dem sie vorher getrunken. Sie kredenzt ihm ben Tod'. Erooanik verfällt fernem' Schicksal und soll in das iveiße Haus eingeschlossen werden. Eine Prozession holt ihn ab wie zum Begräbnis. Herzzerreißend wird der Abschied von Eltern und Geschwistern. Wie er sich bereit macht, von der Welt zu scheiden, erscheint Alietta und folgt ihm freiwillig in die trostlose Abgeschiedenheit. Den Stoff hat der Textdichter einer Valladensammlung entnommen und hat ihm auch den Hauch des Volt'sdramas gelassen. Die furchtbaren Leiden der gräßliche:: Krankheit treten dem Zuschauer überhaupt nicht vor Augen. Er fühlt nur das Walten einer zersetzenden Gewalt, die ihn erschauern und zittern macht, aber nicht ab stößt und empört. Und wenn ihn auch die Handlung die tödlichen Qualen vermuten läßt, so ist ihnen die schmerzende Schärfe genommen, und eine zarte Romantik breitet ihren Schleier über die grausame Wirklichkeit. Die gedankenreiche, etwas akademisch angehauchte Musik ist schon vor einiger Zeit in der Allgemeine:: Musikzeitunn näher untersucht und nicht mit Unrecht als ganz hervorragend angesprochen worden: Wegen der Kongruenz zwischen Absichten und Können, ihrer Reife und 9fbrunbung, ihrer Vereinigung von Lieblichkeit uub Herbheit und ihrer starken Theaterwirkung heißt es dort, verdient die „Lepreuse". zu den gelungensten Werken gezählt werden, die in den letzten Jahrzehnten das Licht der Rampe erblickten. Und wirklich, man fühlte sich tief ergriffen von der Harmonie zwischen Handlung und Musik, von der furchtbaren Kraft mit der Lazarri sein Werk meistert. Der Beifall war, wie schon eingangs erwähnt, sehr stark unb die gute Ausnahme in Mainz dürfte den Siegeszug des Stückes eröffnen, da eine große Anzahl Theaterdirektoren der glänzenden Aufführung beiwolmteu. Auch der Komponist, der sogar den Proben bcigcwohnt batte, war anwesend. Er sowohl, wie Kapellmeister Gvrter und Hofrat Behreiws wurden des öftern auf die Bühne gerufen. Tie Leistungen der Sänger waren durchweg sehr gut. Namentlich seien erwähnt: Frl. Gauntier (Alietta), Frl. Hofmann (Die alte Tili) mtb Herr Gesser (Erovanik). N. ♦ ks. Arons Grab. In einem Bortrage, den der englische Forscher Julian (toanbe im Camera-Klub zu London über seine Reisen in Aegypten unb Arabien jüngst gehalten hat, erstattete er auch Bericht über das heilige Grabmal auf dem Berge Hör, das nach der lieber!ieferung als Axons Grab gilt. Es wird von den Mohammedanern eifersüchtig gehütet, und Julian Grande halt sich für den ersten ^Europäer, dem es vergönnt war, das Innere des Grabmals zu betreten. Auch kein Jude soll seit Jahrhunderten in b-em heiligen Grabmal gewesen fein, ba die Molstimmedaner es als eines ihrer National Heiligtümer ansehen. Herrn Grande ist es ttotz der eifersüchttgen Bewachung gelungen, eine Photographie des Inneren auszunehmen, die er zur weiteren Forschung und Klarlegung wissensck-astlichen Stellen unterbreiten will. Ter Forscher fand nänckich an der Wand einige arabische Inschriften, aber auch gewisse hebräische Zeichen, die auf ihn den Anschein große:: Alters mttdtfcn unb von denen er annimmt, daß sie, loenn entziffert, von großem lvissensckMftlichcn Werte fein werden. Es war Herrn Grande wegen der überaus strengen Aufsicht umnöglich, die Inschriften in der kurzen Zeit zu kopieren. — Ein unbekanntes Gedicht Korners: „Das Eiserne Kren z". Angesichts der am 9. März 1813 erfolgten Stiftung des Eiserne:: .Kreuzes dürste die Wiedergabe eines unbekannten Gedichtes Theodor Körners, das der Dichter in der ersten Begeisterung über den neuen Kriegsorden geschaffen hat, von besonderen^.Interesse sein. In einem im Jahre 1819 in Halle erschienenen Buche von Fr. W. Lehmann, Kgl. Preußischen Universitäts-Schreibemeister, mit dem Titel „Ein Eicheukranz um Theodor Korner", das bestimmt war, dem Freihestshelden ein kalligraphisches Denkmal zu setze::, wird dies Originalgedicht abgedruckt, mit dem ausdrücklichen Vermerk, daß es sich nicht in den hinterlassenen Schriften des Verfassers befindet. Es lautet: Das Eiserne Kreuz. Als ein Denkmal jener Tage, Ueberstandner Leidenzeit, Ms ein Simwild harter Plage Ward das Eh rne K^euz geweiht. Eines Mannes Brust zu schmücken. Der mit unerschrocknen Blicken, Und mit eisernem Gemüth Der Gefahr ins Auge sieht. Stark unb fest wie dieses Eisen, Müsse des Soldaten Muth Sich dereinst im Kamps beweisen Ungebeugt von Feinbeswuth; Wie es in bem Feuer glühet, Unterm Hammer Funken sprühet; Biet' er im Gefecht mit Lust Ten Geschossen seine .Brust. Finster sey des Siegers Seck, Wie dies schwarze Eisenerz, Unb aus seinem Innern stehle Sich kein Jubel mtb kein Schmerz', Erst, wenn er den Feind bezwungen, Unb bas Vaterland errungen, iDeffnc die verschlossene Brust Sich der neuen Lebenslust. Ohne Rostfleck, ohne SchramMe Ohne Bruch wie dieses Erz Unb geläutert in der FlaMMe Sey auch des Soldaten Herz. Ohne Furcht und ohne Tadel Sey er vom gediegnen Lkdcl; Unb von jeder Schlacke rein Müsse sey ne Seele seyn. Wie, mit Schweiß im Angesichte, Aus ber Erde tiefem Sckmcht, Zu den: hellen Smrnenlickite Es der Bergmann einst gebracht; So will auch der Freiheit Segen Auf gefahrvoll steilen Wegen, 9hir mit Arbeit, Müh und Peiir Einst zu Tag gefördert seyn. T h . K ö r vM c. 2tus Stadt und fand« G ieße n, 6. März 1913. - Pfarrpersonalien. Der Großherzotz hat den eoang. Pfarrer Phil. Münch 311 Dornheim anläßlich seine. Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps deS Großmütige, verliehen. "Oberlehrerpersonalien. Durch Entschließung deS Ministeriums deS Innern wurde der LehramtSrefcrendai Hch. Schaaf zu WoruiS zum Lebran.tsassesior ernannt. ** Lehrerpersonalien Ucbertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Jos. 3 cf)i 111 er aus Weinolsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober Mörlen. — Er ledig t ist die mit einem kalt;. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ludwigshöhe. Mir der Stelle ist Organistendienst verbunden. — 3n den Ruhestand rcr fett wurde der Lehrer an der Gemerndeschule zu Rohrbach Mr. Tieburgj Ludw. Tarmstädter auf sein Nachsuchen, unter An erkemrung seiner langjährigen treuen Dienste, und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzenbe Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eikartsborn. "Erledigt ist die Stelle des P s a u d m e i st e r s des Beitreibungsbezirks F ü r r h i. O.^ Meldeschluß Samstag, 8. März. ** Die schriftliche Staatsprüfung für den höheren Forst dienst beginnt am Mittwoch, 26. Marz, zu Darmstadt. Gesuche um Zulassung sind unter Verwendung des Eingabestempels von 1,50 Ml bis zum 12. März bei der Ministe riakabteilung für Forst- und Kameralverwaltung einzureichen •• Reichszuschuß für Wissenschaft!. Arbeiten. Dem Jngenienr-Ehemiker Karl Elschner, dem bisherigen 2. Leiter der Phosphatwerke aus Na non Marshall- Inseln, ist durch das Reichs-Kolomalamt ein R e i chs - Zuschuß zur Veröffentlichung einer Arbeit bewilligt worden, die während des eben abgelaufenen Semesters in Gießener Instituten angefertigt worden ist. Sie behandelt: „Eoral- loizene Phosphatinseln Austral-Oceaniens und ihre Produkte". Elschner, 5er bereits mehrere größere Expeditionen erfolgreich leitete, wird in kurzer Zeit Deutschland wieder verlassen. "Wanderkurse der Zentrale für Mutter - und Säuglings für sorge inÄessen. Der zwölftägiqe thirfud, bei die Wcuibcrlehrerui der Zentrale für Mutier und Säuglings fstrsorge über die Pflege und Ernährung des Kindes in den beiden ersten Lebensiahren in Heppenheim abgehallen hat, ist am 20. Februar beendet worden. Der Kursus erfreute sich eines lrirhaften Zuspruchs von Frauen und Mädchen Heppenheims. Der Andrang war so stark, daß zahlreiche Frauen und Mädchen, die an ihm teilnehmen wollten, rncht zngelassen werden l'onnteii, ob vwhl der Kursus in zwei 9Lbtcilungnt cingticilt war. Am Nach mittag nahmen 113 Mädclxm der verschiedensten Altersstufen daran teil. Die Zahl der Teilnchmerinnen an dem abeiids statt findenden Frauenkursus betrug 150. 60 Frauen und 72 Mädchen konnte eine Bescheinigung über regelmäßige Teilnahme an dem Kursus «usgestellt werden. Zurzeit jindet ein Wanderlursus in Laute r- badj statt Für den März ist ein Kursus in Schotten vor gesehen. Aus allen Teilen des Landes sind der Zentrale Gesuche WJt Veranstaltungen von Wanderkursen zugegangen, so daß die Zentrale denuiächst eine zweite Wanderlehrerin anstellen muß. " Klare Betonung der Eiitlassung ist nottoenbig, tote folgender Fall beweist: Nicht ganz korrekt handelte eine Stepperin, die bei dem Schästefabrikant Rebenschütz beschäftigt war. Sie war bis kurz vor Weihnachten drei Wochen krank gewesen, batte sich aber er ft nach Neujahr wieder zur Arbeit ge- trtdbet. Rebenschük hatte zunächst allerlei Ausflüchte: bann bot rt ihr eine Arbeit an, auf die die Mlägerin nicht geübt war und bei der sie in den ersten Wochen höchstens drei Mark verdient haben würde. Ter Fabrikant mutete dem 1 ungen Mäddvn zu, die Losten des von ihm einseitig geänderten Arbeitsverhältnisses allein zu tragen. Andere Arbeit wieö Rebenschütz der Klägerin nickst an ; er gab ihr aber auch nicht zu verstehen, daß sie infolge der «ttvaü verspäteten Meldung zur Arbeit sich als entlassen betrachten könne. Auch die Invalidenkarte behielt er; er tat mit einem Worte nichts, was zur Klärung des Verhältnisses hätte beitragen können. Mit Rücksicht darauf, daß beide Parteien nicht ganz korrekt gehandelt batten, schlug das Gericht einen Vergleich von 8 Mark vor. Tie Klägerin erklärte sich auch dazu bereit: Rebenschütz aber pochte auf sein vermeimliches Reckst. Höchstens iuolle er zwei Mark zahlen. Er ließ sich auch nicht zu dem Vergleich bemegen, als ihm der Vorsitzenbe ziemlich deutlich zu verstehen gab, daß sein Prozeß ungünstig für ihn auSgehen könne. Er änderte vielmehr seine Taktik und widerrief ein Zugeständnis, das er in der ersten Verhandlung der Klägerin ge- mackst hatte. Ohne das Eiuverst.iubuiS von der anderen Seite kann aber das einmal gemachte Zugeständnis einer Partei nickst widerrufen toerben, meinte der Vorsitzende Es kam schließlich M einem Urteil. In dem Umstand, daß die Klägerin nach der Krankheit noch Einige Zeit zu Hause blieb, erblickt das Gericht nach Lage der Sache lein unbefugtes Verlassen der Arbeit. Ter Beklagte luar deshalb verpslickstet, der Klägerin den Arbeiis- entgana in voller Höhe im Betrage von 40 Mark für zivei Wochen SU zahlen. ,^Jch geize weiter!" erklärte der Veriirteilte ärgerlich Als ihm von allen Seiten aber klar gemacht wurde, daß das Urteil sofort rechtskräftig sei, warf er ärgerlich zwei Goldfüchse auf den Tisch unb verschwand. Kreis Alsfeld. Stornborf, 3. März Gestern abend sprach Landwirt Moll auS Sdilalingat Brandenburg) über die Tätigkeit und WirkiingSweise des ..Deutschen Bauernbundes". Herr Moll sprach über die Arbeitstätigkeit des Deutschen '.Bauern blindes, der eS sich zur Aufgabe gemacht habe, ben deutschen Mittelstand mit Rat unb Tat zu unterftiit.’zn. ? Baden rod, 3. März. Gestern abend hielt der Land- wirtsch-asll KonNimverein seine Hauptversanmüung ab. Der Rechner erstattete die Zahresreckmmig und konnte eine Dividende von 7 Prozent verteilt werden. Kreis Lauterbach. ■*' AngerSbach, 4. März. Durch das KreiSveteiinär- amt Lanlerbach werben zurzeit sämtliche hier gehaltenen Klauentiere einer U n ters ii ch i, ng auf Seuchen- verdacht unterzogen, da der Ursprung der vor einiger Zeit in einen», hiesigeil Gehöft zum AuSbrnch gekommenen Maul- und Klanenfeiiche bis jetzt nicht ermittelt werden konnte. Es wird angenommen, daß die Seuche auch noch in anderen Gehöften vorhanden fein könnte, aber von den Viehbesitzern wegen der unliebsamen Sperre verheimlicht wird. Die Untersuchung geschieht auf Anordnung deS Ministeriums. X Schlitz, 4. März. Das Krieg er fest des Haffia- bezirkS La u 1c r b ach - S chl i l; wird am 6. und 7. Juli hier gefeiert. Der Krieger- und Militärverein verbindet damit die Feier feines 25jährigen Bestehens. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 2 '."i m. ttn 12 MLrtz findet die Ent Tafiung der « a n b i b a t c n bc • evang Predigers em inars statt 15 Kandidaten befudmt zurzeit ba? Scimnar, ii von ihnen Werben entlassen Mit der Entlassung wird eine Abscknedsseier für Direktor Geb. Minfxurat D .2 ger ocrbiuibcn - Heute fand in der Aula des Gymnasiums die \ n 110 f f u u g der Gymnasialabiturienten ft an 'A'a ’nem i^-iang des Sängerchors hielt Pro' B a r. m ‘[bfdr. >srede Tirefun 'N 11 fett überreichte Preise. Starkenburg und Rheinhessen. bs. Darmstadt, 3. März. Im Anschluß an die Besprechung, die Ende Oktober über die Frage des Sorg» Unwesens und der kaufmännischen Buchführung stattgefunden hat, ist in der am letzten Freitag abgehaltenen Sitzung der Ausschüsse für Handwerk und Kleinhandel der Ortsgruppe Darmstadt des H a n s a - B u n d e s ein greifbares Ergebnis erzielt worden Man einigte sich dahin, die einzelnen Innungen uni> irerterrereinigungen zu veranlassen, bei ihren Mitgliedern dahin zu wirten, die Rechnungen für Ausbesserung ipalesrens am Schlüsse des Monats und die Rechnungen für sonstige Lieferungen spätestens am Schlüsse des Quartals der ?runb ichaft zu übermitteln. Man hält die Durchführung einer derartigen Maßnahme für möglich und erhofft von ihr inen bedeutend schnelleren Eingang der ausstehenden Beträge^ — Vor einiger Zeit tauchte das Gerücht auf, daß die Stadt der Duncan-Schule einen Zuschuß geleistet habe, um das Unternehmen zu halten Tie Bürgermeisterei veröffentlicht nun eine Richtigstellung Darin heißt eS, daß die Stadt der Tuncan-SckuUe lediglich ein Darlehen gewährt habe. Außer dem Grundbesitz der Schule, der zur Sicherheit dient, haben sich solvente Frank- furter Bürger bereit erklärt, Bürgschaft für die Schuld zu leisten, so daß für die Stadt jedes Risiko ausgeschlossen ist. Mit dem Betrieb unb dem Fortbestand der Schule hat die Stadt nichts zu tun. M it dem Darlehen wurden die Baukosten abgetragen. Auch andern Tarlehnssuchem wurde fein Geld entzogen. Tas Geld wurde aus Sparlassenmitteln entnommen und wird um y< Prozent höher verzinst als das sonst ausgeliehene Geld. Hessen-Nassau. ss Marburg, 4. März. In das UntersuchungS- gesängnis wurde der Hüttenarbeiter Weiß aus Weiden- bnulen bei Gladenbach cingeliefert. Er steht im Verdacht, sein Hau8 in Brand gesetzt zu haben. Herborn, 3. Mürz. Die für gestern nachmittag einberufene Berfammluug von Interessenten für das Eisenbahner 0 j e k t Herborn — Mengerskirchen war von 80Pcr- onen besucht. Bürgermeister Birkendahl berichtete über die Aussührung des Projektes sin allgemeinen. Nachdem sich das alte Projett von hier nach Löhnberg als unausführbar erwiesen bat, hat man sich dahin geeinigt, von hier über Greisen st ei n— 59 eil ft ein — Mengerskirchen eine Bahn zustande zu bringen. Viele Millionen könnten auf dieser Strecke nutzbar gemacht werden. Industrie und Handel bctimen Leben. Von den Buberusfchcn Werken war Tirektor Hassel- Wetzlar anwesend. Er gab die Versicherung ab, baß das Proj.lt von den Buderusschen Werken unterstützt werben würbe. Es sprachen noch einige Herren, bie iämtlid) die Vorzüge der geplanten Strecke anerkannten. Von Beilstein war eine Vertretung in der Versammlung nicht anwesend, obwohl es sehr stark bei dem Zustandekommen der Bahn interessiert ist. In das Komitee, das die Angclegenheil bearbeiten soll, wurden gewählt Bürgermeister Birkendahl, Karl Neuendorff, Louis Bömper, Louis Schumann in Herborn: Bürgermeister Kolb und Fabrikant Berkenhofs Mertzmbad;; Bürgermeister Hiek--Hörbach: Bürgermeister Dscker-Hirfck-berg; Gemeinde-Porsteher Schweizer und Wirt Simon in Greifenstein: Bürgermeister Stahl und Bäcker Adolf Hartmann in Haiern: Bürgermeister Gimber-Rodenberg: Bürgermeister Tropp Odersberg; Pfarrer Stör unb Bürgermeister ^chneiber-Nendcroth; Bürgermeister Hild-Arbom und Bürger - meistcr Anzäon imb Wirt Gotthard in Mengerskirchen. Die Zeugen Zinn und der junge Heß werden wegen geistiger Minderwertigkeit, ba sie von brr Bedeutung des Etdes infolge- dessen fernen Begriff haben, auf Gerichtsbeicküuß hin nicku vereidigt. Die Edeirau des Metzgers Rupp II. wird utm Schluß der Beweisaufnahme noch einmal vorgerufcn unb gefragt, ob sie nicht wisse, baß ihr Ehemann in der Scheuer cm Selms geschlachtet habe. Tie Frau erzählt, daß m Mutterscha gelammt hatte unb banatb krank würbe. Das Tier hatte große Schmerzen und ihr Mann schnitt dem Tier deshalb ben Hals ab. Das Fleisch bat der Schäfer Zinn für bie Hunde bekommen. Damit ist die Beweisaufnahme erledigt . Den Geschworenen wird nur die Schulbfrage auf Meineid vorgelegt. Staatsanwalt Trümverl begründete die'Anklage, indem er darauf hinwies, daß der Eid die Grundlage unserer Rcchls- orbming sei. Es sei auch sehr schwer, den Meineidigen uir Verantwortung zu ziehen, weil der Beweis nur sehr feilen zu führen fei. So sei auch über den Wortlaut dessen, was Frau Sdmierle vor der Straftimmcr befunbet, kein Beweis zu erbringen. Der Staatsanwalt läßt beshalb bie Anklage gegen sie fallen. Anders liege aber der Fall bei dem Ehemann, der wifienllich falsch ge schworen habe, daß er am 25. Februar fein Schar gekauft, und auch leins erhalten habe, .'lls Beweis, baß Stbnicrle um bie fragliche Zeit ein Tier getauft bar, liegt ber unterschriebene Kaufvertrag vor. Hierzu komme das Zeugnis des Rupp I., das allein allerdings eine Anklage auf Meineid nicht stützen könne, aber es seien auch noch bi; Zeugen Rnvp II. und dessen Frau, sowie Bernges unb Fran da Er bin.-c, bas Beweis- material zu prüsen unb die Sdwldftage zu b.nahen. Ter Berteibiger, Rechtsanwalt Römhclb. ging mit den Zeugenaussagen scharf ins Gericht. Wie die Ihitcridinit unter den Kausvcrtcag gekommen ist, den Heß vorgelegt hat, ist nicht zu sagen. Nachgewiescn ist, daß Schnier!e am 25. Februar bei Heß in Ranstadt mar, um sich 250 Mk. für ein an Heß verkauftes Rind zu holen. Sdmierle ist ein braver, unbescholtener Mann, der sich, wie einwandsftei bargetan würbe, cbrlid) und redlich Mühe gegeben bat, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Ein lolcher Mann schwört mit Bewußtsein keinen falschen Eid. Er plädiert deshalb auf Freisprechung. Nach kurzer Beratung wird der Spruch der Geschworenen verkündet: für beibe Angeklagte wird die Schiildfrage verneint, woraus der Gerichtshof ein fr eis p r c ch e n d e s Urteil fällt. (ßcrid?tsfaaL tti. Gießen, 6. März. Gestern abend verhandelte in der Zeughauskascrne bas Kriegsgericht per 25. Division in zwei Anklagefällen Die Anklage richtete sich gegen ben im Oktober angetretenen K G. von Osten - dach, der schon am 29. Januar b. I. vor dem Kriegsgericht, geitaiiben hatte. Er war sahnenflüchtig geworben, weil er nicht bei ber Insanterie, sonbern bei der Marine dienen wollte Auf Antrag des Verteidigers hatte der Gerichtshof damals beschlofscn, G. im Garniionlazarett von einem Spezialisten auf seinen Geistes zustanb untersuchen zu lassen. Der Sachvemänbigc hatte den Angeklagten zwar als geistig minbernilrtig bezeichnet, aber für Tntl5 H^^iungen sei er doch verantwortlich zu machen. Dr. Weckerling blieb auch in der gestrigen Verhandlung bei seiner dnud)t. Stabsarzt Tr. Romberg, der G. eingehenb beobachtet bat, war der Ansicht, daß ber Angeklagte bochgrabig schwachsinnia sei unb bie Tat baber unter § 51 b S. G falle Der Anklage Vertreter beantragte infolge des Gutachtens bes Stabsarztes Dr Romberg iZ-reifprechung und das Kriegsgericht erkannte auch dem gemafi. — In ber weiteren Verhanblung verurteilte bas ^lriegs» geriast den gestänbigen Musketier B. von ber 5. Komp des 168 Im.-Regts., ber vor seinem Dienstantritt in vier Fällen Unter' Hblagunflcn im Betrage von 35 Mk begangen bat, zu 10 Tagen Gefängnis. * Schwurgericht. th. Gießen, 5. März. Schluß der Verhandlung wegen Meineid. Der Landwirt Julius König von Selters, der vor dem Lrtcnbergcr Amtsgericht zugunsten bes Angeklagten geschworen hat, aber von ber Anklage bes fahrlässigen FalscheibS frei- gesprochen worben war, wirb von bem Vorsitzenben daraus aufmerksam gemacht, vorsichtig in seiner Aussage zu Werke zu gehen. Er habe in Ortenberg geschworen, baß Schmerle feit 15 Zähren keine Schafe gehalten habe, unb habe bann vor ber Stratfammcr zugegeben, baß er nur von 12 Jahren wisse. K ö n i g will nicht wabrgenomrnen haben, daß Schnierle 1908 ein Sdwf batte, wohl habe er aber einmal gehört, daß der Angeklagte vorübergehend fremde Tiere im Stalle hatte. Ob fein Nachbar von Heß Schafe gekauft hatte, weiß er nicht. Ter Zeuge Schmied Bergiges von Selters hat vor etwa vier Jahren geschen, wie von Schnierlcs ein großes weißes Sd,af mehrmals zur Herde getrieben wurde, und glaubt, baß bie Familie bas Trer bamals sechs bis acht Wochen gehalten hat. Tie Ehefrau Bernges will gesehen haben, wie der junge Max Heß etwas in den Hof von Schmerle geleitet bat: wenn die Zeugin sich nicht irrt, glaubt sie, Heß habe das Teer an einem istrohfeil geführt; sie erklärt^aber bestimmt, daß sie imcberholt gefeben hat, wie aus der Scfmicrle’fchcn Hof reite ein weißes <5chat der Herde zugetrieben wurde. Auf Befragen des Verteidigers bemerkt die Zeugin, Mar Heß sei ihr bekannt gewesen, loeil er m Geschäften mehrere Male in ihrem Hause war Rechtsanwalt Römlicld macht die Zeugin daraus ausmerksam, baß sie nor dem Amtsgericht in Orten berg im Zivilprozeß Heß gegen Schnierle beschworen habe: Ich kann mich nid)t besinnen, ein Schafaus bem Dos bei Schmerle gesehen zu haben. Der Verteidiger richtet an die Zeugin die Frage, wie es komme, daß sie heute Angaben macht, die das Gegenteil befagni. Frau Bernges kann den Widerspruch nicht auffiären. Sie gibt aber ,u, viel mit der Familie Rupp zu verkehren und dabei sei häufig über ben Prozeß Heß-Schnierle und die Sache König geftnodten ivorbcn. Ter Zeuge Max Heß, ein junger Mensch von 27 Jahren bem mau aus den ersten Blick den Geistcsschwachi-n anfieht wirb nun aiifgvrufen Ter Borsibende muß ihm jedes Wort form' lieh abkausen: er antiuortet nur schwer und ganz knapp, mit we- mgen Worten Aus feinen Bekundungen gebt hervor, baß ihm Rupp I. begegnete, als er die Sdjafe nach Selters zu trieb unb ihn mit allen 5 Tieren in feine Ho freite brachte. Von dort will er cm er M en er von Ortenberg iebilbert, mte er öfter mit idmiale zu tun hatte unb sich dieser alle Mühe gc» geben habe, seinen Verpflichtungen nachzukornrnen. In der letzten Zen versuchte Schmerle, sich durch Schiebungen zu bellen. Pfarrer Kumpf von Wenings hält Frau Bernges des Meineides »ür täbig. Der Vorsitz,iide, X'anbgerichtsrat Kock tragt den Zeugen, weiche Tatsachen er Tür seine Meinung ansiihrrn tonne Es gehe dock nidrt an, ohne weiteres von einem Menschen äu bebaupten, in des Meineids fähig. Der Pfarrer erklärt fr. baue die s t u de n ten mor d vor Gericht. . zV -y,a r m stabt, 5. März. Die schweren Ansschreitunqen, denen ant Morgen des 13 Novencker v. I ein M'iisihcnleben Sirm Opfer gerallcn ist, beschäftigte, tote bereit«? gemeldet, unter grauem AndrMtge des Pubulums bas hiesige S-dmniigcruhL Zu verantworten batten sich der Ingcineur B a b r wegen >rorpcr ■ Wrleuung mit Todeserfolg, sonne dei Stubcnrcn I 1 it ä b t unc» Bauer wegen Beihilfe ba;u. Wahrend man zunächst amtabni, aatz cö 1 id> bei den Strritigfcucn, die zu den Straftntfn ftihrten, um volittzche oder religiöse Difterrnzcn gehmidelt Ixrbe hat sich berausgestellt, da? von ioldvn Beweggründen Nicht die Rede fnn lamt. Der Hauplangchvrige Bahr tarn, wie mobl nodi erinnerlich ist, mit ben anderen Angeklagten unb nodi cinigni freunden in später Nachtsrunde üi das Easä „Ernst Lubwig". nad> b«nn er in einer Bar schwer ge.zeck't hatte, so daß er völlig an getrunken Ivar. In dem Eas^ befanden sich eine Anzahl russi- ld;er etubciitm, darunter der Stubent Weiser aus Cnüod:au, bie bald von ihren deutsch-en .shnnntilitonai .^hinsett muroen. xsnt Verlauf der Auseinand.rie',ung -og Weiser einen Rnmli'er, kam aber nidzt dazu, ihn zu gebrauchen. Der Wirt stiftete sdstieiV lid) einigermaßen Frieden unb veranlaßte, daß Weiser unb seine Begleiter bas Lokal verließen. Unter den deutschen Stu dorten, soll mm, was von ihnen allerdings lebhaft bestritten wirb, ver-« abredet worden sein, Weiser zu folgen unb ihm den Revolver ab- zunehmen. Weiser .wurde zunächst von All stöbt ringel)olt unb kam mit diesem ins Handgemenge. Dabei cnthib sicki ber Revolver, ben Weiser in ber Tasche trug, mehrere Male, irnhrschemlich infolge des Ringens. '.'Ülfübt glaubte aber, das- Weiser nut '.'tbsicht gesdwssen habe und ries seinen Freund 'Fahr zur Untt-rstützamg herbei. Dieser zog fein lafd.enmeiTer und stach blindlings auf die am Boden sich Wälzenden ein Weiser erhielt drei Stiche, von denen der eine die große Sdjlagaber traf, so daß er noch wenigen Minuten verblutete. '.Huch AN stöbt wurde von Bahr geftodxm. Er erlitt eine so schwere Armverletzung, daß der Arm für immer ft ei f bleiben wirb : Ws die Folgen des Strritrs bekannt wurden, bemächtigte sich der ^tudentemchaft und der Bürgerschaft große Erregung, die auch in mehreren Beriamnilungen zum .'liisorud kam. Rektor unb Senat der Hocksdrale iura dm ihre sch-irffte Mischilllguim über das Berhalten beider Parteien aus und verboten für die Folge jedes Waffentragen. Bahr, der sich wie seine Mitangellwit«, mit vollständiger Trunkenheit zu rntfduiCbigen suchte, ridücte an die Eltern des Erstochenen ein Sdirribcn. in dem er feine tiefe Reue über die Tat aussprack, Bahr ist bereits 32 Jahre alt unb hat schon praktisch in verschiedenen großen Faftnkrii gearbeitet. An der Hochschule ließ er sich nod) einmal inmiatri kulleren, um sein Staatsexamen zu madjen. Verschiedene Leu mundszeugen stellten den Angeklagten ein gutes Zeugnis aus. Alle Zeugen bekunden, daß die .'lngeklagten sich in einem Zustande hochgradiger Trunkenh.il' beftmben kitten. Auf Grund der Bnoeisaufnahme funTthcn die Geschworenen, wie schon iiritgetrill, sämtliche '?buictiKörperverletzung mit töt Hdzm ^.'lusgange zu einem Jahr drei Monaten, All ftädt wegen B-teiliming cm einer Schlägerei, durch die der Tod eines Memcken herbeigenibrt wurde, zu drei Monaten imb Bauer wegen des gleichen Vergehens zu drei W 0 d, e n Ge- sän gnis verurteilt. — Den Angeklagten werden auch die Kosten des Berfahrens auferlegt. w. Metz, 4. März. Die Stratfammcr verurteilte vier junge Burschen im Alter von 16 bis 18 Jahren, die vor einiacn Mo naten unter dein Namen .Bund ber schwarzen Toten- köpfe" die Metzer Umgegend nnstcher gemacht unb zahlreiche EinbruchsdiebstäHle, darunter mehrere zur Erbeutung von Waffen, sowie rericfaiebeiitlid) Straßeiiräubercien verübt hatten, zu dre i Jahren e i ä n a n i ü m zwei Fällen. ;:i einem Jahr (BefäuaniS unb drei Monaten GetänaniS in jr einem Falle. Einer ber Angellaaten, der zurzeit der Tat das 18. 2cbcni- jahr noch nicht erreicht hatte, wird sich wegen zweier Straßen- übedäHe, die unter Anwendung gefährlicher Waffen criolaten. dem nöchft vor dem 6cf>muraericf)t zn verantivorten hoben. Ein fünfter Genoffe ber Bande ist flüchtig. Die Angeklagten anben die ihnen Z"r Last gelegten Daten zu, betonten ober mehr ober minder, daß sie das Opfer der Echnndliteratnr geworben seien. 94—98 45.50-47.00 82—81 79-80 45—49 82-89 49-54 86-94 mmnnnnnmniniimmB . 1576 Stündiges Lager 200—300 Stück. Ein neuer hochfeiner Buttere rsatz = Heinr. Hohn - Samenhandlung - Giessen WÜhdminn empfiehlt zur Fröhauslaaf: Bei günstiger Witterung 5 üssra hm - Margarine. [1437 frierfer Haupfkafalog franko zu Dien = süiinnnmninniiimniiiinniinnnnnnninnuiiiiiiuifi? Preisaufgabe 10 Mäusburg 10 10 Mäusburg 10 mn,.> Grosser Eingang sämtlicher Neuheiten in Kaftee-Rösterei Täglich frische Röstung. Streng naturell. 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Hamburg 86C Gegründet 1906. Aparte Neuheiten in Spitzenkragen und Jabots n a c oee. Feinste Mastkälbee........ Mittlere Mast- und beste Saugkälber . Geringere Plast- und gute Saugkälber Geringere Saugkälber...... S cha fj. Weidemaslfchafe: Mastlämmer und Masthammel . . S ch w e t n j. Handel. Sine Kohlensteuer in Frankreich. Die französische Kammer nahm mit 364 gegen 195 Stimmen einen sozialistischen Zusatzantrag zum Finanzgefetz an, den auch die Regierung und die Kommission unterstützten. Es wird dadurch jede Ton ne versandter oder verkaufter Steinkohle mit einer Auflage von 50 Centimes belegt in allen Gruben, worin für die Tonne 1 Franc Reinertrag erzielt wird. Finanzinimster Klotz hob hervor,, daß diese Steuer, die 14 Millionen lie'ern wird, sehr mäßig sei angesichts der groben Pflichten dec Steuerträger-. Tie Bergwerke, deren Reinertrag einen Franc auf die Tonne Kohlen nicht überschreitet, sollen steuerfrei bleiben. Für Bergwerke, deren Dleincrtrag zwischen 1 bis 1,50 Francs ist, soll die Steuer dein über einen Franc hinaus erzielten Reinerträge gleich sein Tie Steuer beträgt also 0,50 Franc Spezialgeschäft Franz Bette Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber leinedet Verantwortung.) Einladung. Gießen, 3. März. Die verehrten Herren Stadtväter werden freundlichst eingeladen, bei diesen schönen Tagen täglich ein halbes Stündchen in der Frankfurter Straße zu „lustwandeln". Ein Luftschnapper. höhere Bürgerschule Mda. Die Aufnahme neu eintrelender Schüler findet Montag, den 31. März 1913, vormittags von 9-12 Uhr, aui dem Amtszimmer des Unterzeichneten statt. In die Vorschulklasse werden Knaben und Mädchen nach 2-jährigem Besud) einer Volksschule, in die Sexta nach 3-jährigem Besuch aufgenommen. Tie Aiistalt befolgt den amtlichen Realschnllehrplan mit wahlfreiem Lateinunterricht und berechtigt die Schüler zun, Ueverlrilt in die entsprechenden Klassen des Gymnasiums, Realgymnasiunis und der «Ober)-Realschule. Tas Schulgeld beträgt für die Vorschule und für Sexta je 48 Mk., für Quinta 60 Mk., für Quarta 72 Mk., für Unter- und Oder-Tertia je 84 Mk. — Jede weitere Auskunft wird gerne erteilt. Anmeldungen für das neue Schuljahr werden jetzt schon mündlich ober schriftlich entqegengenonunen und baldigst erbeten. Tabei sind vorzulegen Geburts-- schein, Impfschein und letztes SchlilzengniS. Der Groftlierzogliche Rektor: Cnftfd>iffabrt. Str 11.Zucker*5vCninl'Kräuter- Hnarnälirfctt «Dose 00Ps.l. Wrohovtinc* Wirkung, von Tausenden bestätigt. Enn bei A. Noll, (*. Noll, G. Seidel, Q. Schaaf, C.Karn, W. Slilbiitncv, Drogerien, u. H. licht), Barfümcrie. 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Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung des Bersteigernngsvermerks auf den Namen des Georg Karl Volk zu Gießen im Grundbuch eingetragen waren, sollen Dienstag, den 11. März 1913, vorn». 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht im Gerichtsgebäude, Zimmer Nr. 13, versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 23.Aug. 1912 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Verstcigcrungsvermerks aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sic spätestens im Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Verstcigerungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nach- gesctzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung entgegenstehendes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlages die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der Der- steigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Gießen, den 30. Dezember 1912. Großh. Amtsgericht. b*/3 Bezeichnung der (Mundstücke. Grundbuch für Gießen, Band 28 Blatt 1314: Flur 4 Nr. 245 — 478 qm Grabgarten in der Stephansmark 1195O Mk. Flnr 4 Nr. 24G = 570 qm Hofreite daselbst (Bismarckstraße 10) 74000 „ Holzversteigernng im '^.«schenhcimcr Markwald Montag, den 10. d. Mts., vormittags 10 Uhr. 1 4 9 3 2 15 48 122 13 278 Stämmmc: Stück Kiefern = 1,48 Fstm. — 2.70 tr r . — ' n „ „ = 6,23 „ „ .. -- LOO , „ Fichten --- 4,26 „ „ „ — 14,97 „ „ , -- 31,75 „ „ . „ = 39,34 „ „ Eichen Derbstangen = 0,71 Fstm. „ Fichrcn-Derbstangen = 7,32 Fstm. Dienstag, den 11. ds. Mts., norm. 10 Uhr 35 Ranmmcter Buchcn-Scheitcr 22 n „ Knüppel 5 „ „ Stockholz 50 M „ Reisig 100 n Eichen-Scheiter 120 M „ Knüppel 180 , „ Reisig 90 „ Stockholz 150 „ Reisig. Anfang an beiden Tagen im Hinterwald. Muschcnhcim. am 5. März 1913. Großh. Bürgermeisterei. 1590 Becker. Vergebung joi Weißbiuberarbeiten. Für den Neubau der Ohrenklinik zu Gießen ollen auf Grund der Ministerialerlape vom 16. Juni 1893 und vom 24. Februar 1911 die inneren Bcrputzarbeiten vergeben werden. Los I 2944 qm Decken- und Wandputz „ II 3434 „ r, „ u „ III 1526 „ „ „ „ Die Verdingungsunterlagen sind bet uns, Stephanstraße 18, einzusehen und zum Selbstostenpreis erhältlich. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind verschlossen zum Eröffnungstermin, Montag, den 10. März ds. Fs., vormittags 11 Uhr, bei uns einzuretchen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 26. Februar 1913. Großh. Hochbauamt Gießen- gez. B ecker. Holzverfteigerung Gcmcindcwalv Fellingshausen Samstag, den 8. d. M., vormittags 9 Ubr, in der Wirtschaft des Philiov Weber V. in Fellingshausew Brennholz: Eichen: 47 Rm. Scheit und Knüppel, 180 Rm. Reiser 2. ÄL, 9 Rm. Reiser 3. ttl. Buchen: Rm. Scheit und Knüppel, 15 Rm. Reiier 2. .QL Nadelholz: 47 Rm. Scheit u. Knüppel, 216 Rm. Reiser3. KL Nuvbolz: Eichen. 22 Stämme = 8,71 frm., 53 Rm. Schichtnutzbolz. Nadelholz: 247 Stämme = 80,58 ,3-m., 100 Rm. Schichtnutz- holz, 120 Stangen 1., 155 2., 180 3. ML Bucken: 1 Stamm --- 0,40 Fm. Das Brennholz kommt zuerst zum AuSgebot. Fellingshausen, den 4. März 1913. Ter Bürgermeister. Wagner.D3/* Holzverfteigerung. Montag, den 10. März d. Fs., vormitt. 10 Uhr, kommt im hiesigen Gemeindewald folgendes Holz zur Versteigerung: 56 Eichenstämme mit 49 Fstm. (Für Schreiner und Glaser geeignet.) 23 Rm. Schichtnutzholz. 237 Fichten stamme mit 44,50 Fstm. 91 Fichtenstangen.1. Kl. 109 2. „ 101 „ 3. , 75 4 Buchen: 204 Rm. Scheit, 150 Rm. Knüppel, 367 Rm. Reiser, 117 Rm. Stockholz. Eichen: 11 Rm. Scheit, 10 Rm. Knüppel, 60 Rm. Reiser, 29 Rm. Stockholz. Die Versteigerung sämtlich, vorstehenden Holzes indet im hiesigen Ort statt. Die Eichenstämme und das Brennholz befinden ich an einer guten Abfahrt, 200 Meter von der Staatsstraße, wo der Weg nach Crumbach abzweigt (Distrikt Langheck). 1571 Crumbach, den 4. März 1913. Der Bürgermeister: Krauskopf. Subnussions-Holcherkauf. Nachverzeichnctes Holz aus den Waldungen der Gemeinde Langsdorf soll auf dem Submissionsweg vergeben werden: 3 Eichen-Stämme 2 Kl. von 50—59 Ztm. Mit- tendurchm. — 3,70 Fstm. 8 Eichen-Stämme 3. Kl. von 40—49 Ztm. Mittendurchm. — 6,08 Fstm. 25 Eichen-Stämme 4. Kl. von 30—39 Ztm. Mit tendurchm. — 14,10 Fstm. 22 Eichen-Stämme 5. Kl. von 25—29 Ztm. Mittendurchm. — 8,66 Fstm. 59 Eichen-Stämme 6. Kl. von 15—24 Ztm. Mittendurchm. — 10,17 Fstm. 5 Fichten-Stämme 3. Kl. von 30—39 Ztm. Mittendurchm. — 7,51 Fstm. 9 Fichten-Stämme 4. Kl. von 25—29 Ztm. Mittendurchm. — 7,46 Fstm. 51 Fichten-Stämme 5.a Kl. von 20—24 Ztm. Mittendurchm. — 25,77 Fstm. 628 Fichten-Stämme 5.d Kl. unter 20 Ztm. Mittendurchm. — 141,66 Fstm. 1 Kiefern-Stamm 2. Kl. von 40—49 Ztm. Mittendurchm. — 0,69 Fstm. 4 Kiefern-Stämme 3. Kl. von 30—39 Ztm. Mittendurchm. — 2,55 Fstm. 6 Kiefern-Stämme 4. Kl. von 25—29 Ztm. Mittendurchm. — 2,60 Fstm. 10 ZHesern-Stämme 5. Kl. unter 25 Ztm. Mittendurchm. — 2,29 Fstm. 2 Buchen-Stämme 1. Kl. von 60 und mehr Ztm Mittendurchm. — 2,10 Fstm. 1 Buchen-Stamm 2. Kl. von 50—59 Ztm. Mittendurchm. — 0,98 Fstm. 13 Buchen-Stämme 3. Kl. von 40—49 Ztm. Mit tendurchm. — 11,00 Fstm. 18 Buchen-Stämme 4. Kl. von 30—39 Ztm. Mit tendurchm. — 9,60 Fstm. 1 Buchen Stamm 5. Kl von 25—29 Ztm Mittendurchm. — 0,31 Fstm. 1 Birken-Stamm 5. Kl. von 25—29 Ztm. Mittendurchm. — 0,26 Fstm. 1725 Stück Fichten-Terbstangen = 109,96 Fstm. 10 Stuck Fichten-Reisstangen. Die Gebote sind nach Sortiment und Klassen getrennt mit entsprechender Aufschrift bis Dienstag, den 11. März 1913, mittags 1 Uhr, an Grofib Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die Er öffnung stattfindet und die Bedingungen cingesehen werden können. Langsdorf, den 3. März 1913. Großh. Bürgermeisterei Langsdorf Schiel. $011= nnh Nutzhslz-Ptrsteigtrung. Freitag, den 7. März, vormittags von 9 Uhr an, sollen im Lang-Gönser Gemcindcwald, Distrikt Wehryolz, versteigert werden: 49 Eichenstämme von 12 — 23 Ztm. Dchm., 4 bis 10 Mir. Länge — 10,70 Fstm ; 6 Fichtenstämme von 30—36 Ztm. Dchm., 5 bis 14 Mtr. Länge — 4,26 Fstm.; 16 Fichtenstämme von 25—29 Ztm. Dchm., 6 bis 17 Mtr. Länge — 10,65 Fstm.; 656 Fichtenstäntmc von 12—24 Ztm. Dchm., 8—14 Mtr. Länge = 140,27 Fstm.; 361 Fichten-Derbstangen 1. u. 2. Kl. —24,68 Fstm.; 79 „ Reisslängen — 0,98 n 14 Rm. Eiche Nutzknüppel 2,5 Mtr. lang. Die Zusammenkunft ist am Mandlerweg am Waldeingang. 1545 Lang-Göns, am 4. März 1913. Großh. Bürgermeisterei Lang-Gons. 171 420 13 3 5 Durchm, 17 Durchm., Durchm.^ 5 (in< Schneider. 10 Stück 80 Psg. 85 10 212 39 10 10 10 Durchm., 4—13 Mtr. Länge — 1,09 Lärche-Stämme von 12—17 Ztm. 6—8 Mtr. Länge — 0,54 Fstm. Ahorn-Stämme von 24—40 Ztm. 3—9 Mtr. Länge — 6,69 Fstm. 3.— 4.50 5.25 7.25 8 — 218 Rm. Nutzknüppelreisig in Schichten, 8—10 Mtr. lang. Zusammenkunft: 9*/2 Uhr vorm. im Distrikt Dornhecken. Herb st ein, den 3. März 1913. Großh. Bürgermeisterei Herbstein. Erle-Stämme von 23—31 Ztm. Durchm., 4—9 Mtr. Länge — 1,69 Fstm. Fichte-Derbstangen mit 9,38 Fstm. Rm. sichte- und Lärche Nutzknüppcl in Schichten, 3—4 Mtr. lang. Fstm. Durchm., loo Stück Mk. Bau- nnü NuOlMKeigerW im Gemeindewald Herbstein. Mittwoch, den 12. März, kommen in den Distrikten Tornhccken, Heissert, Rohrbusch, Burgfrieden, Struth und Gallberg zum Berkaufe: Eiche - Stämme, 14—67 Ztm Durchm. und 3—11 Mtr. Länge = 76,45 Fstm., darunter sind 16 Fstm. Schnittholz. Fichte-Stämme von 12—49 Ztm. Durchm., 3—30 Mtr. Länge — 232 Fstm Kiefern-Stämme von 25—39 Ztm. Durchm, 5—13 Mtr. Länge — 8,42 Fstm. Weymutl)skiefer-00 Stuck Mk. 7.25 W • gr* DT" »lut Apfelsinen AXX A 10 Stück 60 Psg. 100 Stück Mk. 5.50 W • Grone: Ä 10 Stück 90 Psg. 100 Stück Mk. 8.50 tt gr Eehte Paterno - Doppel - Blut AB ■ ST 10 Stück SO Psg. 100 ^tück Mk. 7.50 L V 10 „ 90 . 100 „ „ 8.50 W • Ertra größte: M 10 Stück Mk. 1.10 _ 10t) Stuck Mk. 10.— ® : Echte Messina-Zitronen : • M 10 Stück 40 Psg. 100 Stück Mk. 3.75 M •w 10 „ 50 „ 100 „ 4.75 X Ertra grobe: M • 10 Stück 70 Psg. 100 Stück Mk. 650 M Für Wicdervcrkäufer enorm bill. Preise. 1 t Spanischer Garten $ a Hase. A 2 JnGiehen: Babnbosnr.4^,Kirchrnvl. 1 l,Tcl.932 ” Berkaus Ticnotag u. Samstag aus W A dem Markt zu denselben Preisen. H— ® Apfelsinen und Zitronen ein. O Süsrc und saftige Waren — dünnschalig: ----------- 100 Stück Mk. 2.- Dan Beete für die Hautpflege ist: „Heilig“ 25 Pfg. pro Stück 3 Stuck 65 Pfg. b*/, Lanolin-Seile Nachahmungen weisem.zurück. Vereinicte Chemische Werke Aktlenfeeellschaft, Cherlottenburg, Salzufer 16. Abtcilu ir Lanolin-h ebrlk .MartlnikeDfelde Amtlicher Teil. Bekanntmachung. B et r. LandespolizeiUche Abnahme der Erweiterung de» AnfchlubgleiseS derFirma Scheidhauer undONebing zu TniSburg in der Gemarkung Mainzlar. Tie Arbeiten für die Erweiterung deS AnichlukgleiseS der Girina Schcidhauer und Giehing zu Duisburg tn der Gemarkung Mainzlar sind nunmehr sertiggestellt. Ein- Wendungen gegen die planmäßige Auslübrunq des Pro- lektes sind bei Meldung des Ausjchlusses biS 12. März LJ. cnilcblieülid) bei Grofrh. Bürgermeisterei Mainzlar oor- znbnngen. 1578« toießen, den 28. Februar 1913. Grosiherzogliches Krcrsamt Gießen. F.B.: Dr. Merck.