jSoltcttgflüt ■Ägjj 1 cO 0 5 Tageskalcndcr aus dem Jahre 1813. 16. September. Treffen bei Dahlenburg in der Göhrde (Lüneburg). Tas Lützowsche Freikorps bereitet den Franzosen eine empfindliche Niederlage. Hierbei fällt die kühne Eleonore Prohaska aus Potsdam. waren vor zehn Jahren noch von so geringer Bedeutung, daß die Reichsstatistik sie im Jahrbuch kaum erwähnte Heute verfügen die 81 hessischen Mtienacsellschafteu über ein Kapital von 281 Millionen Mark, von dem 183 Millionen im Handcisgewerbe, 27 Millionen im Berkehrsgeweroe, 24 Millionen in der Nahrungsmittel-, je 16 Millionen in der Maschinen- und Chemischen Industrie arbeiten. Dazu treten 239 Gesellschaften m. b. H., die über ein Stammkapital von .->2 Millionen Mark verfügen, und 976 Genossenschaften mit 150000 Mitgliedern, von «denen 161 Genossenschaften für 191/2 Millionen haften. Wie schon bemerkt, geht der errungene Erwerb nicht ganz im Verbrauch unter; cs ist vielen möglich gewesen, etwas zurück zu legen. Was im Sparstrumpf, in den Banken und in kleineren Grunderwerbungen angelegt ist, entzieht sich 10er Feststellung. Dagegen berichten die Sparkassen die sich von 42 auf 52 mit 16 Filialen Vermehrt haben, über eine ständige Zunahme der Einlagen. Bon 242 OOO Sparbüchern in den öffentlichen Sparkassen sind es 300 000 geworden, von einem Gesambguthabcn der Einleger von 203 Millionen 372 Millionen Mark. Gewiß soll nicht verkannt werden, daß man aus den Sparkassenguthabcn allein keine überspannten Schlüsse ziehen darf, weil früher viel Geld, das heute in den Kassen zinsbringend angelegt wird, zu Hause verwahrt wurde. Aber es ist doch zweifellos, daß heute weit mehr Geld als früher unter den Leuten ist — ein Zeichen des zunehmenden Wohlstandes aller Schichten des Volkes. l", «'VP '3'5? 3u Alfred de Digmjs 50. Todestag. (Zum 17. September.) Unter den leidenschaftlich erhitzten, lebenslustig erregten Gepalten der französischen Romantik steht, wie eine fremde, cdclgeformte, aber marmorkalte Statue, ein Dichter der in einsamer Größe, fern von den andern, melancholischen Visionen einer höheren Welt nachzuschaucn scheint: Alfred de Vlgnh. Wie vieles trennt diesen verschlossenen Aristokraten von dem lovialcn Frcundschaftstaumel derer um Victor Hugo, diesen weltfremden Pessimisten voii der kindlichen binnensreudc Mussets! Die neueste Forschung der Franzosen, öin Brünettere und Lasserre, hat daher noch besonders bervorgehoben, datz dieser „Romantiker" eigentlich gar kein Romantiker war, und so ist für diesen Schöpfer von ein paar hundert unvergeßlich schönen Versen, der vor 50 Jahren ziemlich unbeachtet starb, eine innige Verehrung und Begeisterung^ aufgeflammt, die sich bei der Erinnerungsfeier des 17. September nach allen Anzeichen in überraschender Weise offenbaren wird. Ter junge^Graf aus altadligem Geschlecht, zu spät ac l-oren. um im emne seiner Vorfahren kriegerischen Lorbeer zu erwerben, gibt die Langeweile eines untätigen Militär dienstes rasch aus und widmet sich ganz seinem inneren Beruf, den er mit Heiligkeit eines Priesters gepflegt. In den ersten Strophen, die die klassische Grazie Andrö Chenicrs fort- klingen lassen, herrscht ein antikisierender Geist, der erst später durch romantische Tendenzen verdrängt wird In feinem prächtigen historischen Roman „Cinq-Mars" schasst er einige der wenigen Nachahmungen Walter Scotts, die an künstlerischer Geschlossenheit den Meister überragen; mit der Ucbersetzung von Shakespeares „Othello" bekennt er sich zu dem großen Briten, den die französische Klassik als „einen wüsten Barbaren" verachtet. In dem symbolischen Roman „etello" und dem wundervollen Drama „Chatterton" ist es dann die romantische Selbstherrlichkeit des Dichters, das Recht der Persönlichkeit, das er predigt, und in ergreisenden Bildern hat ?r die Tragik der allzu sensiblen, allzu zerbrechlichen Dichterseele gemalt, die von „der Welt Unfläterei" verschlurgen wird. Dieser Kampf des Jdealmenschen gegen die unbesiegbare Gemeinheit und rohe Brutalität des Lebens bildet den Grundton jenes stolzen Pessimismus, der am ergreifenden in feinen Gedichten zum.Ausdruck ringt Lin Iagdbesuch des Halfers? c x lo- Sept. Nach dem Jagdfrühstück setzte Äser^ltxe-n Origen Jagdgästen des Grasen Lansch-Monnich die Jagd in der Ojojnitzer Remise bis nach mittags 4 Uhr fort Die Ges-mtstrecke betrug 1825 Stück und Wildenten. Um 4 Uhr wurde die Rück fahrt nach Schloß Salza angetreten. Um 8 Uhr abends fand Stunde, wo der närrische Junge sich versteckte, um'die mit leinen rnysttschen Erlebnissen zu füllen. In das ^U- t ihn Evelme, zieht den auf Wolkenhöl)en Wandelnden Mvüi? Ä e5 tnr ?"?^^bischer Leidenschaft all seine Mystik einbußt und, den sehr soliden Erdboden unter den Füßen tImSÄ-h 5U ^rden verspricht, dem rühmliche Erfolge die Laichen lullen. Heinrich Wteselin, der nunmehr Kurzgeschorene, T Simsonkrafte in den Armen Delilas verloren, er wird banah daß er beim angeblichen Manne Evelinens, der milbr-F.$OrntU5b l6rc $>anb «"hält, nachdem er bereits mit ihr — durchgebrannt war. Herr Woerz hat den *"e überhaupt an der Aufführung !*V0bcn 1,f Ettlmger gab den prächtigen Herrgott des Theaters, eine von satter Lebensweisheit und geistvollem Sar- kasmus erfüllte Gestalt, mit vielem Gelingen, wenngleich oft allzu komisch; vvrtreitlich war Frl. Breda als Evelinc und H^r Nd^vloll'ichtdie entzückendste Gestalt, die man seit langem auf der Buhne sah, zu mimen batte: den Herrn Kudelius der überall ist und nirgends bemerft wird und dem die kränkenden «SÄ lnnc.r blc_ Wangen bleichen. Ter Erfolg des Abends war zart wie das Stück, aber innig wann. M. r- k Sinc " bue Südpolforschungsreise. Die Ena« Su? ??Cn' p1”’- London berichtet wird, eine neue sudpolwrichungsreve deren Ziel nicht der Pol, sondern das £aeb ^uard VII. benannte Land ist, das feit der Entdeckung lIn^SilrC 19°- nid)t weiter betreten worden ist. T^ Zeitung der Forschungsreise wird I. Foster Starkhouse über- nehmem der im Jahre 1910 die Ausrüstung der Seott^n a^efuört bat und sich bereits seit jener Zeit mit dnn Plane bte|er_ neuen Forschungsreise trägt Außer der Erforichung dieses großen Gebietes des Südvolkontinentes wird te Spedition ausgedehnte Untersuchungen über die Bewegung ausfuhren. Als Teilnehmer der Expedition werden Meteorologen, Physiker, Kartographen Lzeanogrch'hen usw. angeiuhrt, dock) ist aus den vorliegenden richten nicht zu ersehen, ob schon bestimmte Gelehrte für die 'ul naljme gewonnen sind. Die Forscher sollen schon im nächsten August von London aufbrechen; ihr erstes Reiseziel ist Punla «Urenas; von dort soll das norwegische Erpeditionsfchiff Polaris eme ^.ampyacht, die für diesen Zweck geörtert ist, sich südwärts wenden, um gegen die Jahreswende das Gebiet des ewigen Eises zu erreichen. Die englischen Gelehrten hoffen, ihre Arbeit in zwei Lvmmern beenden zu können, doch nehmen sie genug Proviant mit, um davon, vier oder gar fünf Jahre leben zu können. Tie Kosten der Forschungsreise werden auf rund 800 000 Mark angegeben. ff Ein griechischer Grabfund in Ancona. In Ancona, aus einem Besitztum des Grafen Feretti ist, wie bereits GmtCQuantum abzugewinnen, so beim Roggen statt 19,7 Doppelzentner vor zohn Jahren heute 22,1 D.-Z., beim Weizen 28 statt 23 D.-Z., bei den Kartoffeln 177 statt 135 Doppelzentner. Wenig befriedigend hat sich der B i e h st a n d entwickelt, der schon bei der Zählung vom Jahre 1902 auf einen Verkaufswert von 134 Mill. Mk. geschätzt wurde. Erklärlich ist der Rückgang der Sch afz u ch t, die in Deutschland bei der australischen und bei der Baumwollkonkurrenz aus dem Aus stcrbeetat steht. Der Schafbestand verminderte sich von 82000 auf 48000 Stück, aber auch, entgegen den Erfahrungen in den anderen deutschen Gebieten, der Rinderbestand von 331000 auf 303 000. Dafür war die Vermehrung des S ch w c i n e b e st a ir d e s' um 23 000 Stück fein vollwertiger Ersatz. Umso erfreulicher ist es, daß die Zie ge, die Kuh des kleinen Mannes, nicht ebenfalls zurückgedrängt wurde, sondern ihren Bestand von 127 000 auf 132 000 Stück vermehrte. Leider stehen die Viehzüchter in einem immer schlechter werdenden Kampfe mit den Viehseuchen. Von der Maul- und Klauenseuche wurden z. B. im Jahre 1901 nur 557 Gehöfte befallen, während 1911 über 4600 Gehöfte neu betroffen wurden, aus denen dadurch 26 000 Rinder und 27 000 Schweine in Gefahr kämen. Tas sollte doch den Landwirten die Augen über die Gefährlichkeit der Seuchenübertragung öffnen, denn es wird immer wieder beklagt, daß man 'diese Gefahr vielfach auf die leichte Schulter nimmt und sich über die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßregeln oft hinwegsetzt. Ueber Handel, Industrie und Gewerbe stehen nicht so klare Produktionsziffern zur Verfügung. Aber die Nachweise über den öffentlichen Verkehr, die Avbeiterverhäst- uisse, Erwcrbsgesellfchaften und Sparkassen bezciigen den außerordentlichen Aufschwung, den das Großherzogtum in der iniigsten Zett genommen hat. Tas hessische Schienennetz der Eisenbahnen verlängerte sich von 1274 auf 14 Kilometer, das der Straßenbahnen von 18 000 auf o7 ,00 Meter, und in den letzten sechs Jahren die Kraftwagen von 264 auf 1342. Daneben besteht ein großer Wässe r v e r k e h r. Der Verkehr von Massengütern auf den UmJ^Jag^teI(en Worms, Gernsheim, Gustavsburg, Mainz und Bingen ging allein von 1910 zu 1911 von 746000 Tonnen auf I1/2 Millionen in die Höhe, und der Güterverkehr iii den Rheinhäfen Worms, Weisenau, Gustavsburg, Mainz Budenheim und Bingen 1909—1911 von 2.77 auf 3.48 Mill Tonnen An der Vermehrung waren besonders Mainz Worms und Budenheim beteiligt. Ver krank ist und Interesse hat für gute Hausmittel iine Arznei- oder üehdB S5SSÄ topf'”1* t Steid>lu^ Blutarmut ° $kro- jchwächtiufu d*-|r)ialkBnJ, phulot«, ßidtt. Rheu"’»- ®n., BUl Tellff IMark^ nbrnebttoitcnummlte 'radt nnb Bandeisen arloffe» bei M B, Häuser „ffaMSfi. tri._6go die Tiere DaDurcb. n?:nn üb? ck bar alle Beschwerden über den Gießener Martt doi dem ge* wählten terinärpolizeilichen Maßregeln in Hessen, die er als viel wcit- Vase von ovaler Form, mit schrägem Rand und einem hohen sclnnalen Hals Auf diesem Gefäße befindet sich eine griechische Inschrift allgemeinen Inhalts, die einen trefflichen Einblick in den Geist, der die damalige Gesellsckiaft beherrscht hat, tun läßt Neben der Base lag ein Deckel von weißem Porzellan, in der Art der Vasenmalerei bemalt- Er stammt Ivahrscheinlich aus Alexandria. Dieses Stück ist von außergewöhnlicher Seltenheit. Sehr interessant find auch noch andere Majolikafrückc, wie z B. ein Teckel mit Vlumenornarnenten, ein Hunde- oder Wolfskopf mit aufgesperrtem Racken, ebenfalls aus Porzellan Neben den Füßen des Toten lag ein große-? Armband au» Bronzeplatten, auf denen ein Löwen- ober Hunds köpf eingvabicrt ist, ferner ein Dronzeleuckter, eine Elfenb inkassette, ein Henkel mit einem Storchen köpf und daS Fragment eines BaSreliejs. Von auserlesener pstasfckale in edelster Form und Dtädilinftem Glanze. An kleineren Geräten wurden nodi gefunden zwei Eisen- kämme, einige Terrakottenvasen, mehrere Bronze und Bleiringe und einige Bronzeknöpfe Aus einem Geldstück, daS allerdings sehr stark angefressen ist, nnrb sich vielleicht das genaue Atter diese- Grabes bestimmen lassen " Volkskunde der Zigeuner Interessante Einzelheiten über volkskundlich wichtige Taffachen. die sich noch unter den cnaliidKit und deutschen Zigeunern erhalten haben, teilt T W Thompson mit, der lange unter Zigeunern gelebt bat Ein Ft am nkleid bart keine Nahrung uttb kein Gesäß, in dem Nahrung gekockt oder gegessen wird, berühren: sonst werden Nahrung und iMäf. befleckt nnd müssen vernichtet nxrden Eine ähnliche befleckende Wirkung geht von allem ans, wirs mit der Kleidung oder dem Bett ber Frauen sufammenhängt: das gleiche gilt von allen Gegenständen, bic kranftm Pen'oncn gehören Neben wlcken Schutz- solche gegen Zauber und dösen Blick. Damit hängt die Haupt legräbnissittc der Zigeuner zusammen, die Besitztümer des Toten zu verbrennen ober sonst irgendwie zu »erfrören. Tiefe Verrück Hing brr zsleider gefdnrht nicht etwa zum Nutzen des Toten in einem künftigen Leben, sondern iveil man fürckt-n. daß in diesen Gegenständen die Geister der Verstorbenen Haufen und Unglück annckten konnten Furcht vor den Okiftcm der Verschiedenen ist auck der Grund für die Sitte, daß der Name de - Toten nicht wieder verwendet und möglichst wenig von ihm gefprodh-n wirs Früher wurden sogar die Leichen an abgelegenen Stellen ver brannt und Dornen auf dem Grabe gepflanzt, um die Lebenden Viehhändler-Versammlung in Säften. Gießen, IG. Scpt. Gestern abend tagte im Lenzschen Felfenkeller eine gemeinsame. vom Bund der Viehhändler Teutschlands und vom Oberhessischen Viebhändlerverein cinbcrufcnc, stark besuchte Versammlung, um über die Mißstände, die ans dem Gießener BieHmarkt herrschten, zu beraten DaS hessische Ministerium, welches um die Entsendung eines Vertreters gebeten worden war, hatte Erschienenen und führte aus. daß in feinem der deichen Bundes floaten dem Viehhanoel soviel Schwierigkeiten berenet würben als in Hellen: ganz besonders aber gestalte sich die Lage des Vieh- bano.sts schwierig und Snhattbar m Gießen mit seinen bedeutend m Viehmärkten, und man müsse fast bedauern, daß dtefer Pia:, in Hessen liege. Es hagele förmlich von Anzeigen gegen die Vt-b- Händler, und die unteren Polizcibeantten feien auch wenig zuvorkommend. Tie Vormärkte seien offiziell verboten, doch dulde man diesen Vorhandel: nur ab und i umgreife man zu und erhebe Anzeigen. Neuerdings habe man die -sacke auf einen anderem Karren geladen, man verlange, daß der Händler, der an den Bormärkten, allo am Tage vor dem eigentlichen Markt, in Gießen geschäftlich tätig und nicht im Besitz eines Ausweises ist, die hessische Steuer bezahlt zu haben, wenn er nicht Hesse ist, daß er dem beimd). Staate einen Tribut bezahlt, ein B erlang en, toelchrt ungerecht Jet. Man müsse verlangen, daß. wenn der Handel den Bormarkr nötig hat, auch auf diesen die Marktfreiheit ausgedehnt wird, wie dies an anderen Marttorten in Teutfchland, wo ein Borhandel beliebt, der Fall ist. lieber die Frage, ob ein Bormarkt für Gießen notig sei ober nicht, bitte der Redner die Versammlung, zu enffcheiden, es sei dies eine Frage, über die sich streiten ließe. Weiter wem Daniel darauf bin, daß das Biehtreiben zu den Markten in Gießen direkt lebensgefährlich fei, wegen des starken Wagenverkehrs, der auf der Stra 6 c, bic zum Marktplatz führt, Herri cht. Auch bte $ er - ladegelcgenheit am Bahnhof, bic drei Rampen, 1« für die Menge des Viehs an den Markttagen ganz unzureichend, und man müße sich an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wenden, um bann einen Wandel zum Bessern herbeizuführen. Der Vorsitzende des Oberhessischen Btehhandlcrveretns. Flörsheim- Alsfeld, betätigt im großen und ganzen btcie Ais- führungen. Man frrafe bic Marktbesucher wegen jeber kleinen Bcr- fehlung. Tie Eisenbahnabfertiaung für Diehtransporte, bte tne großen Märkte in Gießen nfltig haben, fei ganz unzureuchenib. Die Klage über die Behandlung der Viehhändler durch die Gietzc- ner Polizei sei alt: bei einigermaßen gutem Willen sei aber mit Milde mehr zu erreichen als durch die rücksichtslose Anzeigern. Heber die Notwendigkeit des Borhandels könne man geteilter Meinung sein; er wisse aber, daß die Mehrheit der Be- lucher des Gießener Marktes für den Bormarkt eintrete und dreien für nötig halte. Von einer Unterredung mit dem Dezernenten des Ministeriums, Professor Lorenz in Darmstadt, über Besckuverden des Viehhanbels hält ber Redner gar nichts; diesem fehle es an dem nötigen Verständnis für die Bedürfnisse des Verkehrs und des Handels. Das Verlangen eines Ursprungszeugnisses, wenn man Vieh zum Gießener Martt bringt, und die Einhollmg einer polizeilichen Erlaubnis zum Ausladen der Tiere müsse beseitigt ivtr- den. Tie ganze Maßnahme sei unnötig, wenn sie als Schutz gegen i: in xn -x-nb -tne* Deutsches Reich. Die Gäste des Kronprinzenpaares. Die Blätter melden aus Lang fuhr: Die Berliner Gemeindeschüler, die Gäste des Kronprinzen sind, wurden am Montag abend von der Kronprinzessin im Garten der kronprinzlichen Villa zum Abschied empfangen. Au» Stadt und Land» Gießen, 16. September 1913. Dom Manöver des 18. Armeekorps. fc. Hauptauartier, B i r st e i n, 15. Scpt. Unter ber Leitung des Kommandierenden Generals des 18. Armeekorps, v Schenck, in Anwesenheit des Inspekteurs der 7JMx- meeinfpeftion, Generaloberst v. Eichhorn, nahmen am 15. September bic Manöver bed 18. Armeekorps ihren Anfang, die tick zwischen Grebenhain und Steinau nbspiclen. Tie 21 Division stehl unter der Führung ihres Kommandeurs, des Generalleut- nant v. Hollen, während die 25. Division von ihrem Kommandeur. dem Generalleutnant v. Plüskow, geführt wird. Ten Uebungen liegt bic Allgemeine Ä r i e g i l ag e zu- grunbe: Eine ..blaue7' Armee gebt aus Bauern zwischen. Sveffart und Hoher Rhön in nördlicher Richtung zurück, rechter Flügel int Iossa-Tal. Eine „rote" Armee folgt mit einem Tage-manch Abstand. Tie „blaue" Festung Mainz wirb von „Rot" eingefchloffen. Tie besondere Kriegslage für „Blau" ist: DaS „blaue" 18 Armeekorps marschierte auf dem reckten Flügel Auf die Nachricht, daß von der roten EinfchließungSarmee vor Mainz am 13. September starke Kräfte nach Nordosten abgerüdt seien, wurde am 14 September durch Befehl deS Armee-Oberkommandos die 25. Infanterie-Tivision über Flörsbach BUlbach auf Wäch- tersbach-Salmünster abgezweigt, während die Hart milgenommenei -weite Infanterie-Tiviiion — bei ihr das Generalkommando — in bic Gegend von Marjoß-Steinau gelangte. DaS westlich des Gebirges lurüdgegangenc, verstärkte Dragoner-Regiment 24, dem kein Seind.wlgte, hatte die Gegend Gclnhauscn-Dirtheim erreicht Am 14. September, abends, ging an die 25. Infanterie-Division folgender Befehl: Ter Feind, brr uns folgt, ist Heute mit feiner Bor- Hut bis LohrHaiioten gelangt. Nack einer Fliegerrnelduna ist der von Mainz anrüdenbe neue Feind aller Waffen durch Attenstadr in der Richtung Setters marschiert. Sein Berblcib ist nickt fett- gestellt. Tic Armee wirb auf bem Landrücken nordöstlich Schlüchtern und weiter östlich Front machen, die zweite Infanterie-Division in der Gegend Hintersteinau-Wallroth. Die rote 21. Division hatte nach ihrar beson deren Kriegslage den Aul^ trag, über Altenstadt in ber Richtung auf Wenings vorzugehen- und die sich ihr gegenüberstellenden „blauen" Kräfte zu werfen. Nachdem die blaue 25. Divifion heute früh 7* , Ubr von ihrem Sarnmelvlatz nöroltch Hcsselborf auigebrochen, ’ ’ Birstcin qcfid>ert in ber linken Flanke vorgerückt und tue rata 21. Divifion sich westlich Wenings gcfammelt auf Nieoer Seemen den Vormarsch angetreten, kam cs bei Fiickdoin ■ Teilen zum Kampf. Generalleutnant v. PlüSkow hatte, um de» Vormarsch des roten Gegner- aufzuhalten, die Höhen östlich F'ck- born besetzt, und zwar stand nördlich der Straße Fitckborn-Ober- Reichenbach Fcldartillerie-Rcgimcnt 25, daran anschließend südlich der Straße Fcldartllleric-Rcgiment 61 in Position Tie Batterien eröffneten auf eine Entfernung von etwa 3000 Metern da- Feuer gegen den von Bös-Gefäß anrückenden Okaner Tie Infanterie von „Blau", Regimenter 117 und 118 toroic die Pioniere 25 nahmen vor ber Artillerie auf ber Anhöhe gedeckt Stellung, während die Infanterie RegimeMcr 116. 168 und 1U> nach Nordwesten au-bogen Die rote Artillerie, Feldartillerie-Regimenter 63 und 27, war unterdessen in dem Walde östlich von Bös- Cöefäü und an der Straße BöS-Gesäß-Fischborn aufgefahrrn und ■ Artilleriefeuer von „Blau" erwidert. Tie ..rote _ sanlerie, die Regimenter 81 und 80, gingen zu beiden Seite» der Straße Bös-Gesäß-Fischborn vor, wahrend bic Infanterie- Regimenter 88 und 87, die Pioniere 21 sowie die Untcroifiucr* schule Biebrich rechts verlängernd vorrückten. Tie 25. Divifun» wurde nach heftiger Gegenwehr von den „roten" IruPDtn geworfen Blau zog sich darauf auf Radmühl, hinter den Raben,»einer Grund zurück und bezog Biwalks bezw. Nvtauartiere in der Linie Radmühl-Hlmbach, während daS siegreiche „Rot" in der Linie Ober- Rcichcnbach-Obcr-Lotzbach zur Ruhe überging. die Seuche gelten soll. Wallerstein-Frankfurt a. M., Vorsitzender des Mitteldeutschen Viehhändler-Vereins, ist der Ansicht, daß man als Beginn des Marktes bereits den Tag vor dem Hauptmarkt bestimmen kann. Er würde dafür die Zeit am Nachmittag um 3 Uhr, wo ber Markt ben Anfang nimmt, für geeignet hatten. Es konnte der Handel in den Ställen, wie es jetzt geschieht^vyr sich gehen, auch mußte eine tierärztliche Untersuchung der Tiere und eine Abstempelung dieses Viel)cs am Montag schon geschehen, und zwar auf Kosten der Stadt als Unternehmer des Marttes. Eine Nachuntersuchung dieser Tiere zum Haupttnartt müßte fort- sallen, wodurch der Austrieb zum Hauptmarkt sich flotter abwickeln würde. OberbürgermeisterMecum erklärt, er fei in die Versammlung gekommen, um die Beschwerden der Besucher des Vieh- marktes von Mund zu Mund zu hören. Wenn die Versammlung in ihrer Mehrheit den Vormarkl für nötig halte, sei er bereit, einen dahingehenden Antrag bei der Stadtverordneten-Bersamm- lung zu unterstützen. Wenn auch ber Stabt dadurch Mehrkosten entgehen, so würde man diese tragen, wenn man damit für die weitere gedeihliche Entwickelung unserer Märkte beitragen kann, an der die Stadt ein Interesse habe. W o h l m u t h - Gießen, als Marktberichterllattcr, erklärt, daß ihm die Beschwerden ber Marktbesucher bekannt seien, und daß die Presse diese auck der Oeffentlichkeit nicht Dorenthalten hat. Mot Behauptungen allgemeiner Art gegen die Polizei fei aber der Sache wenig gebient. Der Leiter unseres PolizeitvcsenS sei aber bisher nie angegangen worben, Bcschwcrben zu prüfen; er billige burdr aus nickt, baß, wie in ber Versammlung behauptet werbe, Schutzleute in Zivil die Viehbänbler zum Uebertreten ber (Mcfce direkt anrcijten. Nur durch ein Verbandeln mit der vorgesetzten Stelle ließen sich die Ucbelständc befeitigen. Wenn cS stimme, daß nur in Gießen, sonst nirgends in der Provinz, eine polizeiliche Erlaubnis zum Ausladen von Vieh gefordert wird, so solle man gegen diese ungleiche Behandlung innerhalb einer hessischen Provinz vorstellig werden und Abhilfe verlangen. ES sei nötig, eine Kommission zu wählen, die mit den Behörden verhandelt. kurz gemdbet worden ist, ein großes, wundervoll ausgerüstetes griechisches Grab gefunden toorben Ter „Secolo XIX." gibt von dem höchst interessanten Fund t'olgendc eingehende Beschreibung: ..Das Grab besteht aus gewöhnlichen Tnsssteinplatten und ist mit einem dackailigen Deckel versehen ES befindet sich zwei Meter unter der Erde DaS Totengerät ist überaus reich, nur leider nicht nut erhalten, da es unter bem Einfluß des Wassers gelitten hat Tic Hauptgeacnstänbc sind zunächst zwei große silberne Vasen und eine große Silbersckale, die unter dem Rand mit einem überaus eleganten, seinziselierten Schmuckreif versehen ist. Leider ist der Rand des Gesäßes ctnwä zerrissen Ferner eine kleinere gen überdies grünen Girlandenschmuck. An der Svalicrbil' düng iverden sich sämtliche deutsche Vereine in einer Stärk: ton ungefähr 2000 Mann beteiligen. gebender wie in allen anderen deutschen Staaten bezeichnete. Wenn cs bar auf ankomme, so würde Hessen den 1 Preis bekommen müssen, nicht für die Maßnahmen zur Bekämpfung ber Maul- unb ' aucnicucbe, denn gc-ien biefc hätten alle Verordnungen 'n »men wenig genützl. >onbem für tue Bekämpfung des Vieh- Handels, dem man mü den Maßnahmen unendlich viel geschadet bd. » belieben in Helfen beule noch, nachdem das Land icuchcn* fict ici. bic ^knrbnung, daß anerkannt gesundes Bich ohne Ge- •h bnitaung ber Buri-rme i-r ober der Polizei nicht versahen loeröen darf -ter Viehhanoel würde DrangtiH-t, unb die Züdker und Landnnrtc tvuri-n von einem Seuckenfchun. von einer Kon- irolle in ihren otallnngen. io gut wie gar nichts, unb doch sei I Ct> a 11 ;tn Vienpen in m m-nwuir umuui «uu >.uuuu n». luweis - daß btt 2 teie m.:r" ■ :be . xn Lanoirnr: n lift Pwsessor Kamhery üu Mler von Jahren gestorben- »in ben Ungai von bei Seuche befallen seien. Van tue so. K eroBartteet SeiK tur ben (S,nDan«M wrbunb en abfl,lcbnt. wd| t.Sbet^enbe Tcemmt im Urlaub Monarchen. Die Straßen, bte der auer pant^cn trirö, unb ^16 Vertreter ber Stadl G'.eßen :oar der Cberburgcr- überaus reich geschmückt unb g> iaggt. ^amtliche Mcuicr tra mci)-lcc Mecum in ber Penammlung enchtenen. nen Überbics grünen 6)irlanbenschmuck. An der ^palierbil- Tor Borutzencc bes Bundes. T a n i el-Tiersdorf, begrüßte die **DerGroßherzog mit Prinz unb Prinzessin Andreas von Griechenland und der Prinzessin Luise von Battenberg, sowie Gefolge begaben sich Sonntag vormittag 7 Uhr im Auto zum Besuch der Köniflin-Mutter Olga von Griechenland nach Bad Liebenstein in Thüringen ♦♦ Prinzessin - Elisabeth - Gedächtnis- Spende. Bei der diesjährigen Verteilung der Z inen der Prinzessin-Elisabeth-Gedächtnis Spende haben die Kleinkinderschulen von Allendors a. d. Lda., Altenburg, Butzbach, Framersheim, Gedern unb Pfebber-Heim Zu- wenbungen erhalten. ♦♦ Für bie Sitzung ber Stabtverorbneten- Bersammlung am Donnerstag, 18. Scpt, nachmittags 1 Ubr, ist folgenbe Tagesordnung festgesetzt worden: 1. Auslosung pon Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Gesuch bes Gustav Mook wegen Anbringuna eines Schaukastens am Haus Kaiser-Allee 17. 4. Desgleichen ber Firma A. Graefe u. Co. wegen Anbringung von drei Schaukasten am städtifchen Haus Marktplatz 11. 5. Errichtung einer Felb- cheuer am Aulweg durch Karl Uhl. 6. Errichtung einer Nothalle an der Marburger Straße durch Heinrich Goitmann. 7. Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Marburger Straße, Moltkeftraße, Lstanlage unb Kaiser Allee. 8. Umgestaltung der Anlagen vor dem Unlversitälsgebäude. 9. Herrichtung und Verpachtung eines Spielplatzes am Lutberberg. 10. Darlehen an den StadtcrweilerungsfondS. 11. Verfüllung eines Uferbruchs der Lahn. 12. Kabellegung nach dem Eichamt Kredit). 13. Zuschuß an den Konzerlverein. 14. Ehrenpreis für den Rciierverein. 15. Fleffchbeichaugebüh- rcn. 16. Gebühren für bic Benutzung bes Sterilisators ,m Schlachthof. 17. Wieberemrichtung bes ftäbt. Seefischmarktes. 1§. Gesuch bes Fritz Icigler um Erlaubnis zum Schank- wirtschaftsbetriebe im Haus an ben Bahnhöfen 20. •• Obstmarkt auf OSwalbSgarten. Infolge der starken Anfuhr von Obst findet der Verkauf wie alljährlich von nun an auf OSwaldSgarlen statt. •• Ein Gießener als BürgermeistervonEfch« wege gewählt. Der Magistrat und die Stadtverordneten in Eschwege wählten gestern in ihrer gemeinsamen Sitzung >tn Beigeordneten Heinrich Kühn aus Lberschonwcde bei Berlin zum ersten Bürgermeister. Der neugewählte Bürgermeister wurde als Sohn des Kaufmanns Fritz Kuhn am 25. Februar 1882 in Gießen geboren, bestickte da- hiesige 'öyrnnasiurn und studierte h,er und in Leipzig Jurisprudenz. Arn 26. November 1903 bestand er die erste jur frische Prüfung, erledigte seinen DorbereitungSdienst beim Amts- und Landgericht in Gießen und bei den Rechts- .nroältcn Hirschhorn und Mendelfohn. Im März 1908 estand er bic große Staatsprüfung, im April 1909 wurde er von der jur. Fakullär in Gießen auf Grund feiner Dissertation „Die öffentlich rechtlichen Grundsätze des hessischen EnteignungSrechlcs" zum Doktor vromoviert. 1910 wurde er informatorisch bei dem Magistrat in Frankfurt a. M. -beschäftigt. Im Juli 1910 wurde er Magistratassistent in Rendsburg, 1912 wurde er zum Beigeordneten von Berlin» Oberschöuwcide gewählt. "Meisterprüfung. Von 10 Prüflingen, die sich zur Meisterprüfung im Schlosserhandwerk gemeldet hatten, bestanden folgende die Prüfung: Ehr. Pfaff, Gienen, Wich. Ruppel, Buichach, >iarl Bender, Steinberg, Friedr Schmidt, Lich. Georg Sd nabel, Lich, Herrn aan Ebersohn, Hungen, Hermann Redberg Nidda, G Kling, * Besitzwechsel. Das Bornqäsiersche HauS an der Rodheiiner Straße ist für 75 000 Mk. durch Kauf in den Besitz des Getreidehändlers Leopold Meyer übergegangen, der Inhaber der zweiten Hypothek war. Der neue Eigentümer hat das Lagerhaus zu einer Zigarrenfabrik umbauen lasien und diese an die Firma Sachser auf 10 Jahre vermietet. ** Zur Belebung des Blumenschmucks der Häuser bat der Berkehrsverein auch in diesem Jahre wieder eine ganze Anzahl von Preisen verteilt. Als Preisrichter waren Stadtver- cr. netcr Helm und Inspektor Re h nelt vom botanischen Garten tätig Die Preise bestanden in rund 150 Topfgewächsen, die in drei '.lassen eingetcilt waren. Innerhalb der Klassen wurden die Preise durchs Los bestimmt. Die ersten 10 Preise erhielten Otto P i ck e r t, Frankfurter Straße 27, Stadt-Mädchenschule, Rechtsanwalt Röm Held, Seltersweg, Tr. Klein jr. Bahnhof- slraße, Th. Brück, Schloßgasse, Fritz Nowack, Moltkestr. 10, Garnison-Lazarett, Fabrikant Fritz Egly, Alexander Salomon und Witwe Schneider, sämtlich im Hause Land- grasiPhilipp-Platz 7. Es sind vorherrschend Balkonbesitzer, die mit den hervorragendsten Preisen bedacht sind. •• Falsche 5 Mark-Stücke. In den letzten Tagen sind hier und in der Umgegend mehrere falsche 5 Mark- Stücke angehalten und beschlagnahmt worden. Die Stücke tfino sehr auffällig grob gevrägt und tragen zum Teil das Bildnis deS Königs von Württemberg und daß Münzzeichen F, zum Teil auch das Münzzcichen A mit dem Bildnis deS Kaisers Wilhelm II. Sachdienliche Mitteilungen über den BerauSgcber und Hersteller nimmt die Krim.-Adt. Gcoßh. Polizeiamts entgegen. ** Ludwig- und Alice-Stiftung. Der Groß- Herzog hat als Protektor der Ludwig- und Alice-Stiftung für den Fonds zur Begründung einer Lehrertöchter-Stiftung eine einmalige Zuwendung von 300 Mark gewährt. — Von den Städten D a r m st a d t und Offenbach sind der Stiftung anläßlich ihres 50 jährigen Bestehens je ein Betrag von 500^Mark zur Schaffung eines Fonds für eine Lehrer- töchter-Stiftung seitens der Stadtverordnetenversammlung bewilligt worden. Landkreis Gießen. — Wieseck, 15. Sept. Dienstag, den 16. September, a bends 8 Uhr, findet GcmeinderatSsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Erhebung einer Hundesteuer seitens der Gemeinde. 2. Reparatur des Backhauses in der Kirch- straße. 3. Das Jnstandsetzen deS Trottoirs in der Korn- blunienstraßc: Hier Auffüllung desselben. 4. Gesuch des ^Jakob Duill auf der Badenburg um Entnahme von Wasser auS dem Gcmeindebrunnen beim Schützenhaus. 5. Kanalisierung der Gießener Straße; hier Genehmigung der Rechnung über nachträgliche Arbeiten des Philipp Karl Schäfer. Kreis Büdingen. = Geiß-Nidda, 15. Sept. Tie Obsternte fällt hier und in den umliegenden Orten im allgemeinen recht mäßig aus. Nur Zwetschen liefern eine reichliche Ernte und sind deshalb sehr billig. Am SamStag wurden am hiesigen und am Niddaer Bahnhof zwei Eisenbahnwagen voll eingeladen; für den Zentner wurden 3 Mk. bezahlt. Eine verhältnismäßig reiche Aepfelernte haben die Landwirte in Michelnau zu erwarten. Man schätzt dort daS Kelterobst auf 350—400 Zentner. Mit 14 Mk. für daS Malter ist eS an einen Aepfelweinproduzenten auS Frankfurt a. M. verkauft, der schon seit 12 Jahren die Aepfcl aus Michelnau bezieht. Sluck; in BorSdorf hat er für denselben Preis eingckauft. # Nidda, 15. Sept. Heute wurde hier ein jüngerer Mann namens K. aus Schotten verhaftet, der sich sittlicher Verfehlungen au Kindern schuldig gemacht haben soll. — Nächsten Montag findet hier Gemeinderatswahl statt. Es fdrtibcn diesmal aus Schreinermeister Friedrich Reuning II., Glasermeister Georg Wagner und Landwirt Wilhelm Uhl II. Schreinermeister Reuning, der im 65. Lebensjahr steht, wird nächsten Sonntag eine größere Reise nach Südwestafrika antreten, um seinen Sohn, den Geologen Dr. Ernst Reuning, in Swakopmund zu besuchen. Kreis Alsfeld. 8. Homberg 16. Sept., 840 Uhr vorm. Heute nacht gegen 3 Uhr brach hier ein Brand auS, der sehr rasch um sich griff und mehrere Gebäude zerstörte. Es verbrannten die zwei Wohnhäuser von Hermann Nau und Karl Berg, sowie drei Scheunen von Rühl, Fleischhauer und Schepp. Das Feuer, daS jedenfalls durch Brandstiftung entstanden ist, wurde nach einiger Zeit eingedämmt, doch ist augenblicklich noch nicht alle Gefahr behoben. Es ist der dritte Brand seit einem halben Jahre. Kreis Friedberg. L Friedberg, 15. Sept. Die öffentliche Entlassungsfeier an unserem Predigerseminar findet den 24. ds. Mts. in der Burgkirche statt. — Heute kehrt der Bürgermeister unserer Stadt von seinem Urlaub zurück und übernimmt die Amtsgeschäste wieder. r. Bad-Nauheim, 15. Sept. Zwei intereffante Veranstaltungen brachte imS das Unterhaltungsprogramm der letzten zwei Tage. Zum erstenmal kam seit Bestehen der KurhauSbühne ein Stück, .Der Kammersänger', von Frank Wedekind, zur Aufführung und fand sehr starken Beifall des gut besuchten Hauses. In die Ehren des Abends teilten sich mit dem Dichter die Herren Rotteck und Volck und die Damen Stettner und Dagny, die ganz vortreff, siche Leistungen boten. — Auf der Terrasse konzertierte gestern uii Verein mit der Kurkapelle das 1. Friedberger Doppel- Ouartett unter Leitung deS Herrn I. Kuhn. Die gesanglichen Darbietungen des Ouartetts stehen auf hochachtbarer Stufe und der reiche Beifall war wohlverdient. Abends sand daS Konzert im KonzerthauS statt. R Vilbel, 12. Scpt. Der Taglöhuer Johann Schäfer, geboren am 2. Nov. 1867 zu Mühlheim a. M., der sich wegen Bettelns hier in Untersuchungshaft befand, suchte am Freitag, als er unter Aufsicht des Gefangenen- Wärters Dehus beim Grummetmachen beschäftigt wurde, das Weite. Bis jetzt fehlt noch jede Spur. b. Klein-Karben, 15. Sept. Die diesjährige Gemeinderatswahl brachte den drei sozialdemokratischen Kandidaten den Sieg und damit auch die Mehrheit im Gtemeinberat. Tie bürgerlichen Kandidaten blieben hinter den sozialdemokratischen im Durchschnitt um 3 Stimmen zurück. Bei einem Kandidaten entschied das Los zugunsten des Sozialdemokraten. h. Bruchenbrücken, 15. Sept. Bei der Gemeinderatswahl luitrbcn zwei Bürgerliche und ein Sozialdemokrat gewählt. Starkenburg und Rheinhessen. rb. Darmstadt, 15. Sept. Ter seit einiger Zeit steckbrieflich verfolgte Kirchenrechner Engel aus Gernsheim, der nach Unterschlagungen von etwa 20 00Ö Mk. flüchtig wurde, ist gestern Nacht hier von einem Schutzmann auf der Straße angc- trosfen und iestgenommen worden. Nach kurzem Verhör vor dem hiesigen Amtsgericht wurde er in Untersuchungshaft gesetzt. Engel hatte nach seiner Angabe die Absicht, sich selber dem Untersuchungsrichter zu stellen, und hat auch einen Brief in diesem Sinne an den Pfarrer in Gernsheim gerichtet. Kurz vor seiner Flucht fd>eint er fast mittellos gewesen zu sein, so daß er nicht in der Lage war, unbemerkt rasch ins Ausland zu gelangen. In der Zwischenzeit hatte sich Engel nach einem Kloster bei Saal- münster begeben, wo er dringend ermahnt wurde, sich nicht seiner Strafe zu entziehen, sondern sich den Behörden zu stellen und die Strafe auf sich zu nehmen. Engel ist unverheiratet und 43 Jahre alt. Er griff die ihm anvertrauten Kassengelder an, weil er ein flottes Leben führte, zu dessen Bestreitung fein Gehalt nicht ausreichte. Hessen-Nassau. Marburg, 15. Sept. Die hiesigen Pflasterer sind heute in den Streik getreten. Sie haben am 25. Juni den hiesigen Unternehmern eine Tarifvertragsvorlage unterbreitet, wonach der Stundenlohn für Pflasterer im Jahre 1913 53 Pfg., 1914 56 Pfg., 1915 60 Pfg. betragen soll. Der bisher in Marburg bezahlte Stundcnlohn beträgt der „Hess. Landesztg." zufolge 47 und 48 Pfg. Die Unternehmer haben aber bis heute keine Antwort erteilt. In Betracht kommen insgesamt 12 Arbeiter. X. Hanau, 15. Sept. Dem Reserve-Lokomotivführer Max Bcrtuch in Hanau ist in Anerkennung der bewiesenen Umsicht und der geleisteten Hilfe bei dem am 3. August d. I. glücklich vermiedenen Zusammenstöße einer kaiserlichen Equipage mit einem Eisenbahnzuge bei dem Bahnübergänge unweit Vilbel-Nord auf Befehl Ihrer Majestät der Kaiserin und im Auftrage deS Kgl. Ober-MarstallamteS in Berlin als Geschenk eine goldene Krawattenuadel übersandt worden. In der gefährdeten Equipage hatte sich eine Hofdame der zu jener Zeit in Bad Homburg weilenden Kaiserin befunden. Vermt fettes, • Zu dem Hausein stürz in Koburg, von dem wir gestern meldeten, wird weiter berichtet, daß die Gasexplosion am Sonntag abend kurz nach x/sll Uhr sich ereignet hat, als die Bewohner des zusammen- gestürztcn Hauses bereits in den Betten lagen. Die Ursache ist auf einen Rohrbruch der Straßengasleitung zurückzuführen. Gasarbeiter waren unter Leitung deS Gasmeisters eben dabei, die Stelle des Rohr- bruches zu ergründen, als plötzlich im Innern des Hauses eine furchtbare Explosion erfolgte, die das Haus in die Höhe hob und dann in sich zusammenstürzen ließ. Der städtische Gasmeister wurde weit weggeschleudert und mußte schwerverletzt vom Platze geschafft werden. Die Feuer- wehr löschte schnell den eingetretenen Brand und nahm mittels requierirteu Militärs die Aufräumungs- und Rettungsarbeiten vor. Bis jetzt sind 8 Personen mit mehr oder minder schweren Verletzungen geborgen. Zwei Kinder sind tot. Man hat festgestellt, daß sich noch 10 bis 11 Personen unter den Trümmern befinden, die höchst wahrscheinlich alle sämtlich tot sind, darunter auch der Hausbesitzer Malermeister Scheps und dessen Ehefrau. * Zu der 02en> Yorker Mordtat erfährt die „Aschaffenburger Zeitung": Die hier wohnenden Eltern und Verwandten des Schmidt erfuhren Die furchtbare Tat erst heute mittag aus der Zeitung. Sie halten den Schmidt unbedingt für geistig nicht normal, da in der Familie schon wiederholt Fälle von Geisteskrankheit vorkamen. Ein Münchener Gericht hatte übrigens schon einmal Schmidt für geistig unzurechnungsfähig erklärt. Am Sonntag früh kam eine von ihm gesandte photographische Karte bei seinen Ellern an, auf der er sich auf em baldiges Wiedersehen und auf einen Aufenthalt in Aschaffenburg freut. — Schmidt war übrigens entgegen feinem ausdrücklichen Willen Geistlicher geworden; er selber wollte Jura studieren, fügte sich dann doch dem mütterlichen Zwange. Die von Schmidt ermordete Anna Au müll er stammte nach den Angaben ihres Vetters Joseph Jgler aus Oedenburg in Ungarn. Als Grund der Tat gibt Schmidt, der nach dem Geständnis Physisch vollständig znsamnrenbrach, folgendes an. Eine normale Ehe mit dem Dienstmädchen wäre bei dem Standesunterschiede der beiden unmöglich gewesen. Die Au- müller habe jedoch nicht von ihm lassen können, und so hätten sie beide beschlossen, gemeinsam in den Tod zu gehen. Dem Wunsche seiner Geliebten gemäß habe er sie zuerst ermordet, habe jedoch bann nicht den Mut gesunden, sich selbst zu entleiben. Um die Spuren des Verbrechens zu beseitigen, habe er dann den Leichnam seziert und ihn im Hudson versenkt. Gegen die Wahrheit dieser Angabe spricht von vornherein das planmäßige anatomische Studium, das Schmidt, wie bereits erwähnt, seit mehreren Monaten betrieben hat. Er hat die Tat vielmehr zweifellos seit langem vorbereitet und planmäßig durchgeführt. Die Behörde nimmt an, daß Schmidt die Tat begangen hat, um die Folgen eines verbotenen Eingriffes gegen das keimende IScbcn, das et an der Aumüller begangen hat, zu beseitigen. AL» den bisherigen Ermittelungen scheint hervorzuheben, daß der Kaplan Schmidt niemals die Priesterwinhc empfangen hat. Er scheint das Priesteramt auf Grund gefälschter Papiere erlangt zu haben. kl Eine Ministertochter a I5 Dienstmädchen. Tab die Tochter eines aktiven Ministers die Stellung eines Tienst- inädchenS anniinint, daS ist wobl bisher noch nicht zu verzeichnen geivcfeit. ES ist die Tochter des gegenwärtigen dänischen Land- wirtfchaftsiiiinisterS, die diesen anerkennenswerten Beweis von Selbständigkeit geliefert hat. Fräulein Gerda Pedersen — so heißt die junge Tante — ist wirklich als Stnbenntädchen in London in Stellung, und sie ist stolz, auf diese 'J'.’eije selbst ihren Lebensunterhalt sich verdienen zu können. Eine illustrierte Londoner Zeitung bringt daS Bildnis Fräulein PedersenS und fügt die lakonische Bemerkung hinzu: „tDlaii stelle sich vor, daß AsguithS Tochter Dienstmädchen wäre!' In der Tat, ein nicht auS- zndenkender Gedanke. * • Doppelt hält besser Verkäuferin: „Diese weiße Feder, gnädige Frau, verjüngt Sic direkt um 20 Fahre " Die alte Tarne: „Ja, da haben Sie wirklich recht. Nehmen Sie zwei oder drei auf ben Hut . . ." Märkte. FC. Wiesbaden. Diehhoi-Marktbericht vom 15. Sept. Austrieb: Rinder 97 (Ochsen 57, Bullen 11, Kühe 29), Kälber 46, Schafe 27, Schweine 363. Marktverlauf: lkr^ßvieh mittleres Geschäft, Ueberstand; Schweine und Kleinvieh mittleres Geschäft, Inngfam geräumt. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht- Ochsen. gewicht Dollfleischige, auSgemästete, höchsten Schlacht- Alk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Fahren .... 62—57 92 — 102 Die noch nicht gezogen haben tungejochte) . . 51—56 90—100 Junge, fleischige, nicht auSgemästete und ältere auSgemästete............ 46—49 84—89 Bullen. Bollfleischige, jüngere 51—54 88—92 Dollfleischige, auSgew., höchsten Schlachtw. . . 47—50 81—87 Färsen, Kühe. Pollfleischige auSgemästete Färsen höchsten SchlachtiverteS 50—55 91—106 Vollfleischige imsgemästete Kühe höchsten SchlachtiverteS biS zn 7 Jahren 43—47 78—85 Sichere ausaemäslete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 45—49 82—89 Mäßig genährte Kühe und Färsen 37—42 74—81 Gering genährte Kühe und Färsen 32—36 63—73 Kälber. Feinste Mastkälber 69—71 115—118 Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 63—67 105—112 Geringere Blast- und gute Saugkälber . . . 59—62 98—103 Geringere Saugkälber......... 51—56 86—95 S ch a fe. Weidcmastschase: Mastlämmer und Masthammel .... 45,50—00.00 94—00 Schweine. Lollfleischtge Schweine von 80—100 Lebendgewicht . . . . 61-62'/, 78-80 Vollsteischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 60)4-617, 77—79 Bollflcischige Schweine von 100—120 kx Lebendgewicht . ............ 62-34 78—80 Bollflcischige Schweine uoitl20—150 kg Lebendgewicht 617,-00 77—00 Jettschweine über 150 kg Lebendgewicht . 677,-59 72—74 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Helfen für Mittwoch, den 17. Sevt. 1913: Wolkig, zeitweise Niederschläge, südliche bis südwestliche Winde. Zweckmäßige Ernährung spielt bei der Erhaltung und dem Ausbau umerer Gesundheit eine große Rolle. Es wird interessieren, hier auf eine schon von den alten Germanen bevorzugte Nahrung hinzuweisen — die Haferkost. Knorr in Heilbronn hat schon vor ca. 40 Jahren der wertvollen Hafernahrung Geltung verschafft. Es gibt nichts besseres für magenfchwache, blutarme und angestrengt arbeitent>e Menschen als täglich wohlschmeckende, sehr nahrhafte Suppen oder Speisen aus Knorr's Haferflocken. Auch schwächlichen, kränklichen Kindern sind Suppen aus Knorr-Hafermehl ober Haferflocken sehr zu empfehlen. Knorr- Hafermehl hat sich als altbewährter Zusatz zur Kuhmilch bei künstlicher Ernährung der Kinder Welttuf erworben. Es verhütet das Gerinnen der Milch im Kindermagen und macht dieselbe leicht verdaulich. ci,/3 Oessentliche Kersammlung für Kellner und Aushilfskellner Mittwoch, den 17. September, abends 12 Ubr, bei Koll. Otto Rühl, Brandgassc Nr. 3. Reier.: Koll. Fritz Certc, Düsseldorf. — Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. 07312 Sic Einberuser. 5 & Eureka \\ ' V die Krone aller Waschmittel Alleiniges Fabrikationsrecht: Enreka-Werk Düsseldorf 106 Hauptniederlage: Firma (LW.Nowack&Sohn,Giessen. Kaufmännischer Verein Sonntag, den 28. September, abends 7 Uhr, in Steins Saalban Feier des 40-jähr. Stiftungsfestes Wünsche für Einladungen werden bi«; zum 20. ds. Mts. spätestens schriftlich an den Vorstand erbeten. (vie/e Herzogl.BaugewerkschuleHolzminden. eTSIa fjochbau Tiefbau cSi Sommerunterrldit2- April. Reifeprüfung. TDinterunterrtd)! 15. Oktober. Die (jerzogl. Baufl€oerR|d)ule Ist m. D. Kgl. Preufc. Sdjulen gleichgestellt. 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Mts. vormittags verschied unerwartet infolge eines Herzschlags unser Dienststellenvorsteher der Königliche Bahnhofs-Vorsteher SchclllOrn. Wir verlieren in ihm einen gerechten und wohlwollenden Vorgesetzten und bedauern den frühzeitigen Verlust. Wir werden ihm ein ewiges Andenken bewahren. Die Beamten und Arbeiter des Bahnhofs Lollar. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- H nähme und für die zahlreichen Blumen- H spenden beim Hinscheiden unserer lieben ■! Mutter,Schwiegermutter,Schwester u.Tantc 8| Fran Elisabeth Klmke Wm. A sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. E Besonderen Dank der evangelischen Kranken- jw | schwester für die^liebevollc Pflege. Die trauernden Hinterbliebenen, g Gießen, den 16. September 1913. 07318 B % 12.50 führongcn . . Mk. 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