Nr. 80 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Zamilienblättcr" werden dem .Anzeiger" biennal wöchentlich beigelegt, das „Xreirblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 3eit- fragcn" erscheinen monatlich zweimal. 163. Jahrgang Montag, 7. April 1913 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Sberhrften Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuko straße 7. Expedition und Verlag: es@51« Rcdaktion:e^All2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Mb. Deutscher Reichstag. 132. Sitzung, Sonnabend, den 5. April. Am Tische des Bundesrats: Kühn, Kommissare. ' Präsident Dr. Kacmpf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. Einige Rechnungssachen werden erledigt. der Elak für öen Keichskag. Ein Antrag Basser mann (Natl.) fordert eine Abwanderung des Diätengesetzes dahin, daß den Abgeordneten freie Fahrt während der Dauer der Legislaturperiode gewährt wird. Bisher galt die Freifahrt nur für die Dauer der Session. Ein weiterer Antrag Bassermann (Natl.) fordert einen Gesetzentwurf, durch den die Wahlprüfungen einer gerichtlichen Behörde überwiesen werden. Abg. SÖRtiujnann (Natl.) befürwortet kurz seine Anträge Die freie Fahrt während der Legislaturperiode sollte eine Selbftberständlichkcit sein. Die Benutzung der Freifahrtka'-te zu agitatorischen Zwecken, den Vorwurf soll man wirklich nicht mehr erheben. Es wird nur erreicht, daß die zweite und dritte Klasse sich weiter bevölkern und die erste noch leerer wird. Der Antrag ist eine dringliche und berechtigte Forderung des Reichstags. Abg. Stücklcn (Soz.): Es wäre ein Armutszeugnis, luenn der Reichstag ein Reibt, das er hat, über die Gültigkeit der Mandate seiner Mit- glieocr selbst zu entscheiden, preisgeben würde. Die Wahlprüfungsfrage hat eine Geschichte. Die Nationlliberalen hat sie immer mehr nach der reaktionären Seite gebracht. 1894 hat einer gesagt, in einer Reihe von Parlamenten werde es so gehandhabt, daß über die Gültigkeit oder Ungültigkeit aller Wahlen in zwei Tagen entschieden wird, vom Parlament. Und wer >var das? Basscr- mannl Heintze, das frühere Mitglied, bezeichnete die Wahlprüfung als eines dec wichtigsten Rechte des Reichstags — und das war noch im Februar 1910. Aber 1911 war man dem Gedanken der gerichtlichen Wahlprüfung schon sehr nahe. Wir Sozialdemokraten haben gewiß mit dem jetzigen Verfahren schlechte Erfahrungen gemacht, und doch lehnen wir ab, das Recht des Reichstags einer gerichtlichen Behörde abzutreten. Abg. Dr. van Calker (Natl.): Wir würden mit Annahme der Resolution auf ein dem Reichstage zu stehendes Recht verzichten; gewiß! Dafür bedürfte es durchschlagender Gründe. Ich wäre der letzte, daraus zu verzichten, wenn ich das Recht für den Reichstag heilsam halte. Wir haben allen Grund, unser Recht nicht zu mindern, sondern zu mehren und richtig zu gebrauchen. Die Gründe nun, die uns zu der Resolution nicht eine ablehnende Stellung nehmen lassen, sind die: Jetzt wird die Entscheidung über die Gültigkeit der Wahlen häufig nicht in der Kommission, sondern im Plenum verschleppt, oft bis zum Schluß der Legislaturperiode, und der Wähler hat Anspruch auf rechtzeitige Entscheidung. Wenn nun die Wahlprüfungskommission einen Beschluß faßt und die Mitglieder ihn mit ihrer Unterschrift decken daß da das Plenum geeignet ist, die Frage, ob die Entscheidung richtig ist, seinerseits zu entscheiden, das verneine ich. Diese Fragen werden im Parlament als Fragen der Majorität entschieden; es ist eine M a chtentscheidung. (Sehr richtig!) Die Kammer ist nicht souverän; einem Reichstag, der in Parteien geteilt ist, können wir ein so unparteiliches Richterurteil nicht zusprechen. Wird es in die Entscheidung des Parteimanns gelegt, so muh er die Parteizugehörigkeit hinter sich lassen, er muß eine parteipolitische Farbenblindheit auf- setzcn. Alles in allem: Das gerichtliche Urteil kommt ernst in Frage. Aber welches Gericht? Es muß eine absolute Instanz sein. Der Reichstag hat einen Standpunkt in dieser Beziehung schon eingenommen und zwar, indem er für Elsaß-Lothringen beschloß, zunächst, bis zur Errichtung eines Verwaltungsgerichts, für Elsaß- Lothringen das Oberverwaltungsgericht Colmar damit zu betrauen. Das würde für uns jetzt bedeuten, daß wir bis zur Errichtung eines Reich sverwaltungsgerichts das Reichsgericht zur entscheidenden Instanz über die Wahlprüfungen bringen. In Elsaß sind die streitigen Wahlen, die über 25 Prozent aller Wahlen ausmachten, Ende Januar bereits entschieden, und die äußerste Beschleunigung können wir auch hier erwarten. Ueber die Entscheidungen des Oberlandesgerichts Colmar ist viel gesprochen worden, teils mit Zustimmung, teils von Parteien, die schlechte Geschäfte dabei gemacht haben. (Heiterkeit.) Ein Hauptgrund der scharfen Kritik war die Feststellung geistlicher Wahlbeeinflussung. Gegen eine solche Möglichkeit der Kritik, als ob eine politische Voreingenommenheit im Spiele sein könnte, dagegen müssen wir das Reichsgericht von vornherein verwahren. Was bedeutet die Wahlprüfung heute dem Reichstags Tua res a g i t ur. (Beifall.) Abg. Dove (Vp.): ^Namens meiner Freunde beantrage ich, die Resolution über die Freifahrkarten anzunehmen, dagegen die über die Wahlprüfung der Geschäftsordnungskommission zu überweisen. Das Diätengesetz ist überhaupt nicht recht geeignet, das Ansehen des Parlaments zu heben; durch die Bestimmungen über die Freifahrten wird zum mindesten der Anschein erweckr, daß der Regierung ein gewisses Disziplin armittel gegenüber dem Reichstag in die Hand gegeben wird, weil es von ihr abhängt, ob sie den Reichstag schließen oder vertagen will. Auch der Förderung unserer Geschäfte dient eine ewige Vertagung durchaus nicht. (Sehr richtig!) Mit welchem Eifer ist das Staatsangehörigkeitsgesetz gefordert und wie ist gerade dieses Gesetz die geeignete Instanz gewesen, die Reisediäten von einer Session in die andere hinüberzuretten. (Sehr- gut!) Durch die ewige Vertagung wird dem Haus die Möglichkeit genommen, durch eine Neuwahl eine Kritik an der Zusammensetzung des Präsidiums zu üben. (Sehr richtig! und Heiterkeit.) Beim Vorredner war ich etwas im Zweifel, ob er für oder gegen seinen Antrag, betreffend die Wahlprüfiingen, sprach. Aus seinen Ausführungen ist zu entnehmen, daß die Entscheidung über die Sache mehr davon abhängig ist, welcher richterlichen Behörde man die Sache überträgt, und welche Aenderungen an dem bisherigen Vertagen der Prüfung durch das Parlament vorgenommcn werden. Deshalb ist eine gründliche Vorbesprechung in der Ge- fchäftsordnungSkommission wünschenswert. Ich habe als Jurist manche Beklemmungen bei Abstimmungen über Wahlprüfungen, weil der Parteimann streitet mit dem objektiven Prüfer von Rechtsfragen. Andererseits kann man vom Standpunkt des parlamentarischen Ansehens sich nicht leicht dazu entschließen, dem Parlament Machtbefugnis zu nehmen. Da wir nun heute zwar nicht die übliche Sonnabendbesetzung haben, aber doch ziemlich unvorbereitet sind, und die heutige Besetzung nicht geeignet ist, eine so wichtige Entscheidung zu fällen, so bitte ich, diese Resolution der Gschäftsordnungskommission zu überweisen. (Beifall.) Abg. Dr. Spahn (Zentr.): Dem Anträge auf ertveiterte Freifahrtscheine kann das Zentrum zustimmeu. Bei dem Anträge über die Wahlprüfungen ist doch wohl zu beachten, daß die Entscheidung nicht in der Kommission, sondern im Plenum getroffen wird. Der große Gesichtspunkt der Wahl ist doch die Sicherung der W a h l - freiheit und des Wahlgeheimnisses. Die Darstellung, ob in einzelnen Fällen das Wahlgeheimnis gewahrt worden ist, darf nicht in der geschlossenen Beratung eines Gerichtshofes gegeben werden. Solche Fragen lassen sich nur in der Oeffentlichkeitt regeln, die das Plenum gewährleistet. Wer einmal Wahlprüfungen mitgemacht hat, weiß, in welcher Weise die Wähler in ihrer Freiheit beschränkt, in ihrer Abstimmung kontrolliert werden. Diesen Mißbrauch abzuschaffen, ist Sache des Reichstages. Durch ihn nur ist cs möglich, gewisse Verstöße als verwerflich zu bezeichnen und auszuschatten. Das Recht sollen wir nicht aus der Hand geben. Es handelt sich nicht um reine Rechtsfragen. Dos Ergebnis kommt zustande, indem die einzelnen Vorgänge dec Wahl gegeneinander berechnet werden. Bei den Entscheidungen des Reichstages ist von einer M a ch t f r a g e absolut gar keine Rede. Das Verwaltungsgericht lehnen wir ab. Abg. Dr. Arendt (Np.): Dem Antrag bezüglich der Frcifahrlscheine stimmen wir zu. Ec liegt anch'im Interesse der Verbündeten Regierungen und des Landes. Denn sonst haben wir immer di e s e dauernden Tagungen, weil man den R«ichstag nicht schließen will, um den Abgeordneten die Karte nicht zu nehmen. Bekommen wir die Karte für die Legislaturperiode, dann kann der Reichstag wieder öfter geschlossen werden. Auch dem Antrag bezüglich der Wahl- prüfungen kann ich zustimmen. Die Wahlen müssen so schnell und unparteiisch wie möglich geprüft werden. Bisher wurden die Prüfungen durchaus unter dem Gesichtswinkel der Partei betrachtet. (Sehr richtig!) Man sieht das schon daraus, daß in der Kommission ja ein Staatsanwalt aus der angreifenden und ein Verteidiger aus der angegriffenen Partei bestellt wird. Jedenfalls muß Abhilfe geschaffen werden. Der neue Gerichtshof könnte sämtliche Wahlen vorprüfen und über formale Fragen endgültig entscheiden. Alle politischen Streitfragen könnte er aber an den Reichstag zur Entscheidung geben. Es ist unerhört, daß jetzt die W a h l - Prüfungen so lange dauern. (Lebh. Zustimmung.) Eine ganze Reihe von Wahlen, die angefochten sind, sind noch nicht dem Plenum vorgelegt worden. Es sind also noch nicht einmal Beweiserhebungen in die Wege geleitet worden. Dabei ist der Reichstag schon über ein Jahr alt. Der Antrag ist berechtigt, er wird immer wiederkehren ! Er darf in der Geschäftsordnungskommission nicht begraben werden. Die Revision der Geschäftsordnung scheint man leider tatsächlich begraben zu haben. Wir haben den chronischen Zustand der Beschlußunfähig- keit des Reichstages glücklich überwunden. Heute allerdings (der Redner weist auf das leere Haus, in dem nur etwa 30 Abgeordnete anwesend sind) wird man an die Tage erinnert, da alles davon abhing, ob die bayerischen Abgeordneten — der bayerische Landstur m (Heiterkeit.) — anrückten. Dann hieß es: daü Gesetz muß morgen abend fertig werden, denn die Bayern bleiben nicht länger. (Große Heiterkeit.) Wenn der Antrag Bassermann durchgeführt wird, dann werden die h ä ß l i ch e n K ä m p f c h i e r u m d i e M a n d a t e nur noch eine schlechte Erinnerung fein. (Beifall.) Abg. Dr. Neumann-Hofcr (Vp.): In dieser Legislaturperiode ist es mit der Wahlprüfungskommission besser geworden. Das ist dem Präsidenten zu danken, der dafür gesorgt hat, daß die Wahlprüfungsberichte möglichst bald an das Plenum kommen. Man sollte erwägen, ob die Verhandlungen der Wahlprüfungskommission nichtöffentlich sein können. Abg. Fischcr-Berlm (Soz.): Wir Sozialdemokraten können unsere Rechte nicht preisgcben zugunsten einer Körperschaft, die kein Verständnis für unsere Weltanschauung hat. Solange wir nicht als politisch gleichberechtigt betrachtet werden, können wir die Entscheidung über unsere Mandate nicht irgendwelchem Gericht überantworten. Wir befürchten, daß die Richter den Terrorismus der Unternehmer unbeachtet lassen, den sogenannten Terrorismus der Gewerkschaften aber als eine Wahlbeeinflussung auffassen werden. Gibt es denn unabhängige Gerichte in Preußen? (Vizepräsident Paas ch c rügt diesen Satz.) Ich sage das nicht gegen die Richter, sondern im Interesse der Richter. Denn Hunderte Beispiele beweisen, daß Richter vom Minister zur Verantwortung gezogen Iverden, weil sic e3 wagen, frei und unabhängig vorzugehcn. Abg. Dr. van Calker (Natl.): Der Reichstag soll nicht ausgeschaltet werden. Die Fragen können auch im Reichstag noch besprochen werden. So ist es auch in E l a ß - L o t h r i n g c n , obgleich dort die Wahlen durch das Oberlandesgericht in Kolm ar geprüft werden. Die Sozialdemokraten sollten sich scheuen, die Ehrenhaftigkeit eines deutschen Richters anzuzwcifeln. (Beifall.) Abg. Bernstein (Soz.): Die Richter können sich aber nicht über die Vorurteile ihrer eigenen Klasse Hinwegsetzen. Wenn der Reichstag die Prüfung der Wahlen aus der Hand gibt, so begeht er Selbstmord. (Heiterkeit.) Der Antrcig Bassermann über die WahIprüfun - gen geht an die G e s ch ä f t s o r d n u n g s k o m m i s s i o n. Der Antrag auf Erweiterung dec F r e i f a h r t k a r t e n wird a n g c n o m m c n. Sie VekemnenbeiWen. Es folgt die Beratung des Kapitels des Etats des R e i ch s s ch a tz a m t s , das die Veteranenbeihilfen betrifft. Es werden für diesen Zweck ins,gesamt 31 Millionen Mark ausgeworfen. Schatzsekretär Kühn: Hier vor dein Plenum wiederhole ich ausdrücklich, wie in der Budgetlommission, daß es in der Absicht der Regierung liegt, einen Gesetzentwurf, der die Bez ii g e d e r K r i e g s t e i l u e h m e r in der Richtung der ausgesprochenen Wünsche neu regelt, dein Reichstag vorzulegen. Einen ganz bestimmten Termin kann ich, da die. Verhandlungen zurzeit im Gange sind, noch nicht angeben. Aus dem gleichen Grunde möchte ich mir für heute auch versagen, nähere Mitteilungen über den Inhalt der gewünschten Gesetzesvorlage zu machen. Abg. Prinz Schönaich-Carolath (Natl.): r Wir sind dem Staatssekretär dankbar, daß er seine Erklärung aus der Budgetkommission hier wiederholt hat. Die Wünsche der Veteranen sind ja von allen Parteien des Hauses unterstützt worden, und niemand hat sich bei den ein» stimmig gefaßten Resol".tiouen auf Besserstellung der Veteranen ausgeschlossen. Alle Parteien waren daher von den Erklärungen in der Budgetkonimission befriedigt. Hoffentlich wird bei Verabschiedung der Wehrvorlage diesen Wünschen Rechnung getragen. Im Auftrage meiner Freunde erkläre ich: Wir werden unter allen Umständen darauf dringen, daß mit ihr zugleich eine Vorlage verbunden wird, die eine Besserstellung der Veteranen bezweckt. Wir müssen die Gelegenheit benutzen, um ihnen gerecht zu iverden. Der Staatssekretär hat gestern ausgeführt, man solle doch nicht vergessen, daß die verbündeten Regierungen seit 1895 große Aufwendungen für die Veteranen gemacht haben. Das ist richtig, und ich habe cs mir widerholt angelegen sein lassen, diese Entwicklung hier zu schildern. Gewiß ist ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen, aber auch in Zukunft werden wir fortgesetzt darauf dringen und nicht aushören, die Besserstellung der Veteranen nachdrücklich zu fördern, teiligung oder eine Versagung der Beihilfen übertrieben feien; der teiligung oder eine Versagung der Beihilfen übertrieben sei; der Kreis der Veteranen hätte sich Ivcselitlich vergrößert. Das ist richtig, cs läßt sich nicht leugnen, daß in den letzten Jahren infolge dec dankenswerten Verfügungen des Bundesrats und des Staatssekretärs der Kreis der Veteranen erheblich erweitert worden ist, und daß die, Beihilfen sich alljährlich steigern. Wir hoffen aber, daß das Haus dem Zwecke unseres Antrages einmütig beitreten wird, nämlich die Beiträge zu erhöhen. Das ganze Haus war der Ansicht, daß 130 Mark heute unmöglich für die Bedürfnisse der Veteranen genügen. Die Preise, auch die für Wohnungen find erheblich gestiegen. Eine Erhöhung bis zu 150 Mark, das mären 7—8 Millionen Mark, würden mir bei unserem mehrfachen Milliardenetat wohl auf- bringen können. Herr v. Oertzen, der zu meinem Bedauern dem Hause nicht mehr angehört, hat voriges Jahr eine Erhöhung bis zu 180 Mark verlangt. Ich will übet die Höhe nicht streiten, aber die Bemessung auf 150 Mark wird vom Hause einmütig unterstützt werden. Der gute Wille ist auf allen Seiten vorhanden, da wird der Weg auch nicht fehlen. Niemand wird dem wohl widersprechen, daß die Veteranen heute absolut nicht mein- in der Lage sind, zu verdienen. Der jüngste dürfte etwa 62 Jahr, alt sein, der Durchschnitt 66 bis 67 Jahre. Diese Männer sind vollkommen berechtigt, die Unterstützung zu verlangen. In den 40Friedensjahren haben die meisten hart arbeiten müssen und kaum Gelegenheit gehabt, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Umsomehr ist eine Fürsorge nötig. Bedauerlicherweise laufen immer noch Klagen ein, daß berechtigte und bedürftige Veteranen nichts erhalten. Das ist nicht zu verstehen, da die Regierung wiederholt wohlwollende Beurteilung zugesagt hat. Politische Gesinnung darf kein Grund sein, die Beihilfe irgendlvie zu versagen. Bei dem Alter der Veteranen hat die ärztliche Untersuchung auch keinen Sinn mehr. Es ist für Leute auch beschämend, daß sie fortgesetzt antreten sollen und womöglich haben sie nachher die Kosten zu tragen. Wohlhabende Veteranen sollen selbstverständlich keine Beihilfe erhalten. In dec Presse lieft man hin und wieder, daß das doch geschieht, Mir allerdings sind wohlhabende Veteranen bisher noch nicht vorgekommen. Dann sind Ersparnisse von den Summen gemacht worden, die der Reichstag alljährlich für die Veteranen bewilligt. Im Jahre 1910—11 sollen sie über 2 Millionen betragen haben. Es ist mir ganz unerfindlich, wie das möglich ist, da nach dem Wunsche des Reichstages und den Zusagen dec Regierung die Veteranenbeihilfe praktisch ausgedehnt werden soll. Sehr dankbar begrüßen wir, daß große Kommunalvcrbändc Vctc. r a n e n s p e u d e n geschaffen haben, wie ich sie im vorigen Jahre als wünschenswert bezeichnet habe. Eine ganze Reihe solcher Vei> bände hat in äußerst dankenswerter Weise große Summen dafür bewilligt, Leipzig 500 000, Chemnitz 400 000, Dresden bisher 300 000, Augsburg und Karlsruhe je 150 000, Potsdam gewährt seinen Veteranen mit kleinem Einkommen Steuerfreiheit, Frankfurt a. M. will sich anschließen. Ich habe nur einige Verbände herausgreifen können, aber ihre hochherzigen Bewilligungen wer- den manchen unglücklichem alten Veteranen erfreut haben. Ebenso ist erfreulich, daß jetzt auch Privatspenden für die Veteranen ein. treten. Die Veterancnfpendc in Berlin, Potsdamccstraße, sammelr die Beiträge. In ihr find Mitglieder aller Parteien vertreten und die Politik ist vollkommen ausgeschaltet. Ich will mich auf die Anführung dieser wenigen Wünsche beschränken. Ich hoffe, daß der Reichstag ebenso einmütig ihnen beitreten wird. (Lebhafter Beifall.) Abg. Schöpflin (Soz.): Es ist bedauerlich, daß man die Regierung immer wieder an ihre Pflicht gegenüber den Veteranen erinnern muß. Dies Verhalten steht im auffälligen Gegensätze zu den b o m b a st i s ch e n Jubiläumsfeierlichkeiten dieses Jahres. Der jetzige Staatssekretär hat ja einen schüchternen Versuch gemacht, für die Veteranen ettvas zu tun; aber seine heutige Erklärung klang nicht so entgegenkommend wie seine Ausführungen in der Kommission. Gewiß sollen nur bedürftige Veteranen die Beihilfe bekommen. Aber lieber sollen hundert Veteranen sic zu unrecht betommen, als daß ein einziger bedürftiger Veteran sie nicht erhält. Der Betrag dec Beihilfe muß erhöht werden, selbst wenn unser Vorschlag von 360 Mk. nicht angenommen werden sollte. Die schikanöse Behandlung der Veteranen muß aufhören. Reichsschatzsekretär Kühn: Jeder Fall einer unbefriedigenden Behandlung eines Veteranen wird von uns geprüft. Wo es möglich ist, versuchen mir Abhilfe zu schaffen. Auf Wunsch stellen wir Abgeordneten, die sich dafür interessieren, unser Aktenmaterial zur Verfügung. Dem Vorredner gegenüber will ich feststellen: Ich habe heute nur vor dem Plenum das festlegen wollen, was ich gestern in der Kommission erklärt habe. Wenn ich heute gesagt habe, dis Neuregelung solle sich in dec Richtung dec ausgesprochenen Wünsche bewegen, so ergibt sich daraus wohl ohne weiteres, daß sic sich in der Richtung einer Erhöhung bewegt. (Zustimmung.) Abg. Baumann (Zentr.): Nur bedürftige Veteranen dürfen die Beihilfen in Anspruch nehmen. Sonst schädigen sie die wirklich Bedürftigen. Die Aufbesserung der Vetcranenbezüge ist ein dringendes Bedürfnis. ES ist eine edle Pflicht des Vaterlandes, für die zu sorgen, denen wir die Einheit und Macht des Reiches verdanken. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Montag, 2 Uhr: Erste Lesung der W e h r v o r l a g c » und Deckungsvorlagen. Schluß %6 Uhr. ein Festkonzert in Steins Garten die Festteiluehmer mit ihren Tarnen, ^-as Militärkonzert unserer Regimentsmusik wurde angenehm unterbrochen durch Liedervorträge des Gesangvereins „Liedcrkrauz" unter Herrn Franz Bauers sachkuirdigcr Leitung.- Einen tiefen Eindruck machte der große Chor „Länderkennung" und in bcn; weiter vorgetragenen Chören und Volksliedern zeigte der Verein ein tüchtiges Können. Das Gedicht „Tas Lied der Arbeit", verfaßt von Ludwig Beil, Sohn eines Gießener Handwerkers lLouis Beil), wurde sehr wirkungsvoll von: Bankbeamten Keßler zum Vortrag gebracht. Der Vorsitzende sprach allen denen, die ä'um Gelingen des Festes in uneigennütziger Weise beigetro- gen batten, den Dank des Gewcrbevcrcins aus, besonders den beiden Gesangvereinen (Liederkranz und Bürgergesclffchaft) und deren Dirigenten. c , . .... Am Abend fand ein Festball statt, der den Schluß, der würdig verlaufenen Jubelfeier bildete. Aus Hessen. Eine Regiernngsdeukschrist über Norariatsgebühren. Auf die dringliche Anfrage der Abgeordneten Brauer und Genossen, betreffend die Notariatsgebühren hat die Regierung der zweiten Kammer eine Ue'bierftcht überreicht ifter a) das Gebühren einkommen der Großh. Notare in den Jahren 1909, 1910, 1911; b) die Zahl der von den Notaren in den Jahren 1909, 1910, 1911 beurkundeten Jmmobiliarveräußerungtz- vertrüge, Hypotheterrichtungen lifto1.; ' c) den Betrag der von den Notaren vereinnahmten Gebühren für die Geschäfte unter b; d) die von den Amtsgerichten Darmstadt I Offenbach und Gießen vereinnahmten Beträge an Stempelzuschlag für ortsgerichtlich beurkundete Jmmobiliar- veräußerungsverträge und altrechtliche Hypotheten in den Städten Tarmstadt, Offenbach und Gießen in den Jahren 1905—1911. lieber die von den Notaren vereinnahmten Schr eib- gebühreu gibt die amtliche Statistik keine Auskunft. Es «mußten, so' heißt es in der Regierungsantw-ort, nachträgliche «Erhebungen in dieser Richtung angeordnet werden, die noch nicht vollständig abgeschlossen sind, da noch einzelne Notare mit der Einsendung der Aufstellung im Rückstände sind. Wir geben nachstehend die Uedersicht über das Ge- bühreneintommen der Großh. Notare in den Jahren 1909, 1910 und 1911 wieder: Der Ausschuß für Aenderung der ständischen Geschäftsordnung. bs. Dar m st a d t, 5. April. Der Ausschuß für Aende- rung der stäiidischen Geschäftsordnung hielt heute vormittag eine Sitzung ab. Der vorliegende, in seinen Einzelheiten noch geheim gehaltene Entwurf des Präsidenten Köhler wurde bis zum Paragraphen 37 allgemein durchgesprochen. Man nahm aber noch nicht grundsätzlich Stellung zu diesem Entwurf. Am 12. d. M, wird der Ausschuß eine zweite Sitzung ab halten. ! ___________________ Aus Stafct Tand. Gießen, 7. April 1913. "Ordensangelegenheit. Der Großherzog hat dem Obertelegraphensekretär Andreß in Mainz die Erlaubnis zur Annahme unb zum Tragen des ihm' von . dem König von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 4. Klasse erteilt. ** Post-Personalnachrichten. Ans Anlaß des Scheidens aus dem Dienste wurde den Postsekretären Hosma nn in Jugenheim und Keller in Darmstadt dos Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen; dem Postsekretar Salzmaun in Darmstadt der Kronenorden 4. Klasse; den Ober- Postschaffnern Kneipp in Darmstadt und St ruth in Mainz das Preußisckw Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber): dem Ober- Postsekretär Keil in Mainz und dem Postmeister Gräff in Langen der Charakter als „Rechnungsrat" verliehen: der Charakter als „Vostsekretär" den Ober-Postassistenten Beck in Er- 28uslait&. D er italienische Gesamtverlnft im i t a l i e n i s ch - t ü r k i s ch e ii Kriege. Nach der heute veröffentlichten letzten Liste der im italienischtürkischen Kriege gefallenen Italiener beziffert sich der italienische G e s a m tv er l u ft auf 9 2 Offiziere und 1391 M a n n. Ein französisches 'Luftschiffahrtsgesetz. Ter von der französischen Regierung geplante Gesetzentwurf über die Regelung der L u f t s chi f s a h r t wird vom Minister der öffentlichen Arbeiten vorbereitet werden. Nach einer offiziösen Meldung werden in dem Entwurf 'n. a. folgende Punkte behandelt werben: Besttmmung der nationalen Luftfahrzeuge, Regelung der Luftschiffahrt von steuer- und zollpolitischen Gesichtspunkten ans, Fragen der nationalen Verteidigung und Regelung der Luftschisfahrt vom Gesichtspunkte der Sicherheit. Im wesentlichen dürften die Bestimmungen der Seeschiffahrt als Grundlagen für die Luftschiffahrt dienen. Man glaubt, daß man an- läßlich des Vorkommnisses von Luneville die seiner Zeit abgebrochenen Arbeiten in der Konferenz für internationale Lnff- schifsahrtsgesetzgebung in nicht allzu ferner Zeit von neuem ans- nehmen dürfte. gefunden. Die beiden. Prinzen begaben sich, vom' Publikum herz- iich begrüßt, zu dem bereitgehaltenen Automobil und fuhren 10 Ubr 15 Minuten nach Homburg v. d. H. > Homburg v. d. H., B. April. Der gesamte Hof nahm heute vormittag an dem Gottesdienst in der Erlöserkirche teil. Der Kaiser machte später einen Spaziergang. Die Kaiserin machte, begleitet von dem Prinzen Adalbert irnd der Prinzessin Vittor,ia Luise, der Königin Wil Helm in a der' Niederlande einen Gegenbesuch aus der Hohemark. Zur FrüWückstafel int S chloß Homburg waren geladen General Hildemann, Baurat Jakobi und Pfarrer Füllkrug. Heute abend trifft hier Prinz Ernst August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, ein; er nimmt im Schloß Wohnung. naftoitalUberakr Parteitag für Preußen. Hannover, 6. April. Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus allen Teilen der Monarchie fand hier der 4. Preutzische Vertretertag der nationalliberalen Partei statt. Ten Verhandlungen ging eine öffentliche Volksversammlung am Abend vorher voraus, die überaus stark besucht war und in der der Führer der nationalliberalen Partei Reichstagsabgeordneter B a s s e r m a n n über das Thema „Reichsvvlitik" wrack. Er begründete die Wehrvorlage, für die nicht Teutschland, sondern die politische Lage verantwortliäi gemacht werden müsse, und trat für die Einführung einer all- gemein c n B e sitzfteuer ein. Den eigentlichen Vertretertag eröffnete heute der -tzize- präfident des preußischen Abgeordnetenhauses, Geh. Justizrat Krause, mit einem Hoch auf den Kaiser. Tarauf nahm Abg. Geheimrat Dr. Friedberg das Wort, um den vorliegenden Wahlaufruf für die kommenden Landtagswahlen zu begründen. Der Redner hält sich in seinen Ausführungen im wesentlichen an den Aufruf selbst, der einlettend auf die Wahlrechtsreform zu sprechen kommt. Tie nationalliberale. Partei habe alles getan, um ein neues und gerechteres Wahlrecht zu erreichen, die Be- nüihungen seien aber an den Konservativen und dem Zentrum gescheitert. Tie nationalliberale Partei fordere auf das aller bestimmteste, daß die Regierung die Wahlrechtsreform als eine der ersten Aufgaben der kommenden Legislaturperiode betrachte. Tie Partei lehne entschieden die Einführung des gleichen Wahlrechts ab, verlange aber die geheime und direkte Wahl , und Beseitigung' ber Trittelmlg der Urwahlbezirke und Ver mehrung der Zahl der Abgeordneten. Sie verloerfe ferner die rein mechanische Einteilung der Wahlkreise nach der Volksnah!, es werde eine Abgrenzung verlangt in Berücksichtigung von —and und Leuten. Tie Pareti bekämpfe mit allen gesetzlichen Mitteln die Sozialdemokratie, die darauf ausgehe, die bestehende Gesellschaftsordnung umzuftoßeu und an deren stelle eine rücksichtslose Klassenherrschaft zu setzen. Die, Partei fordere erne Reform der inneren Verwaltung in Anpassung an uni er Wirtschaftsleben. Unserer Landwirtschaft und Industrie soll der Z o l l- s ch u tz erhalten bleiben, die Partei tvidersetze sich deni Abbau der Zölle. Ferner trete die Partei für die Erhaltung des notwendigen S e u ch e n s ch u tz e s ein. Tie innere Kolonisation müsse mit allen Mitteln in der Form von Bauernansiedlungen gefordert werden. Die Bildung von Fideikommissen müsse möglichst ersc^vert werden. Der gewerbliche Mittelstand bedürfe nach wie vor der Unterstützung und Förderung. Hier werde u.a^ verlangt Aufhebung des § 100 q der Gewerbeordnung und Schutz gegen den Bauschwindel. Die Fürsorge für die A r b ei t e r s ch a ft erfordere auch in Zukunft die größte Aufmerksamkeit, aber ebenso der Schutz der Arbeitswilligen. Die wirtschaftliche Lage der Beamten und Lehrer hätte sich gebessert, wenn irgendwo noch Mißstände vorhanden, werde die Partei bemüht sein, sie zu beseitigen. Auf geistigem Gebiete fordere die Partei Freiheit in Denken und Handeln, in Wissenschaft und Kunst. Die Besetzung der staatlichen 91 em ter dürfe nur nach Fähigkeit, Nicht nach Geburt, Religion oder Vermögen erfolgen. Schließlich verlangt der Aufruf noch Schutz der Ostmarken und der Nordmark. In der Aussprache wurden verschiedene Abänderungswünsche laut, denen zum Teil Rechnung getragen wurde. Darauf wurde der Wahlaufruf einstimmig genehmigt. Es gelangte ferner folgender Antrag zur Annahme: „Der 4. Allgemeine Preußische Vertretertag der nationalliberalen Partei spricht die Erwartung aus, daß bei den fommenben preußischen Landtagswahleu die Wahlkreiso^rganisatio- n e n und die Kandidaten gegenüber ber Sozialbemo- tr ati c keinerlei Verpflichtungen übernehmen. Darauf würbe ber- Parteitag von bem Vorsitzenden mit den üblichen Dankesworten für geschtossen erklärt. Feier gekommen, denn alte Liebe roste nicht. Der Mittelstand müsse neben der staailichen Unterstützung sich selbst helfen. Die vom Kreise für die Gewerbeschule bewilligten Zuschüsse würben auch in der Zukunft bewilligt. Oberbürgermeister M e e u m betonte, das, was die Stadt für die Gewerbeschule getan habe, sei ihre Pflicht gewesen. Tie jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse böten manches Unbehagliche, namentlich für den Gewerbestand. Der Gewerbestand sei angewiesen auf oie Selbsthilfe, namentlich eine gute Schulbildung ei ben jungen .Handwerkern von Nöten. Tie Lehre des 'besten Meisters genüge nicht, sie müsse ergänzt werden durch die Arbeit der Schule. Vor allem müsse der Handwerker richtig rechnen lernen., Gewerberat Falk- Mainz, der Vorsitzende der hessischen Handwerkskammer, führte in seiner Glückwunschansprache aus, daß die Handwerkskammer ebenfalls aus dem -Standpunkt stelle, daß gute Gewerbeschulen unbedingt notwendig seien und ein wichtiger Teil ber Handwerkerfrage die Frage der Bildung des Nachwuchses sei. Tie Ausbildung in der Werkstatt genügt nicht, der Handwerker muß in intellektueller Beziehung und in seinem Selbstbewußtsein gehoben werden. j Geh. Kommerzienrat Heichelheim überbrachte mit herzlichen Worten die Glückwünsche der Handelskammer, wobei er auf die vielen gemeinsamen Bestrebungen und Beziehungen zwischen Gewerbeverein und Handelskammer hinwies. Kaufmann H o r st gedachte der engen Verbindung des Orts- gewerbevereins mit dem kaufm. Verein durch die gemein) amen Vorträge, sowie der ähnlichen Aufgaben der beiderseitigen Unterrichtsanstalten. Er überreichte als Angebinde seines Vereins und der kaufm. Fachschule ein prächtiges gerahmtes Bild. Schlossermeister K n i p v - Bad-Nauheim überbrachte mit den Glückwünschen seines Vereins die des Bezirksoerbandes Friedberg und der oberhessischen Gewerbevereine. Hauptlehrer Traber legte dann die Entwicklung der Gewerbeschule in längeren interessanten Ausführungen dar. Von den ersten Jahren wüßten die. Akten nur wenig über die Gewerbeschule zu berichten, desto mehr aber von direkten .Handwerkerfragen. Die Schule ’ci 1838 in freier Form gegründet und 1840 von dem neuen Geiverbeverein übernommen worden. Die Schule sei anfänglich insofern ein Unikum gewesen, als die Bezahlung der Lehrer durch die . Schüler erfolgt sei. Erst 1878 trat eine Besserung ein, die Schule bekam eine feste Verfassung. Tie Schule bestand aus einer Zeichenschule und einer erweiterten .Handwerkerschule mit staatlicher Unterstützung. In der Werktagsschule wurde darstel- lenbc Geometrie, Baukunde, Kmistruktionslehre unb Materialkunde gelehrt. Daneben bestand die Sonntagsschule und eine Zeit lang an den Wochenabenden ein Unterricht in fortbildenden Fächern. Diese Kurse wurden 1894 aufgehoben, da in ihnen gewöhnlich mehr fehlten als teilnahmen. Im Jahre _1892 wurde bem Redner bie Leitung der Schule übertragen. Die Schule wurde reorganisiert mit dem Ziele, daß ber Llbschluß bes Schulbesuchs auch den Abschluß der Ausbildung bedeute. Im Herbst 1892 wurden zwei aussteigende Abteilungen gegründet, denen sich ein Jahr später eine dritte anschloß. Tie Besuchsziffer stieg rasch, besonders von Maurern und Zimmerern, die Sonntagsschule wurde um 2 Abteilungen vermehrt, so daß jetzt 7 bestanden. Tiese Organisation blieb 1911—-12 bestehen. Dann wurde der Lehrstoff ber erweiterten Hanbwerkerschule erweitert, die Anstalt in eine Gewerbeschule umgewandelt und deren Lehrstoff nochmals crlüciiert. 1909 erfolgte die Einführung der staatlichen Ab- gangsprüfung und eS spricht für die Erfolge der Schule, daß die 40 Schüler, die sich ihr inzwischen unterzogen, sämtlich bestanden. Der Lehrplan wurde abermals.erweitert und in eine gewisse Verbindung mit ben Baugewerkschulen gebracht. Vom Somnursemefter 1912 ab würbe die Sonntagszeichenschule in eine gewerbl. Fortbildungsschule mit Wochentagsunterricht in 3 Abteilungen nmgewandclt, die an je einem Tag von 1—6 unterrichtet werden. Die eigentliche Gewerbeschule umfaßt einen Winter - unterridrt von drei Semestern. Das Ergebnis dieser Organi- sattonsänderungen war gut. Ter Besuch war regelmäßig und die Leistungen wiesen eine auffällige Besserung auf. Zum Schluß gedachte der Redner der langen Reihe von Aufsichtsratsvorsitzenden, Lehrern und Förderern der Schule, wobei er besonders der vielen und großen Verdienste des läng jährigen Au f sich tsr atsv o es itz e iweü Geh. Kommerzienrat .Hehligenstädt gedachte. Nach dessen Tod wurde ''Prof. Dr. Krausmüller Vorsitzender des Aussichtsrats', er versieht sein Amt mit großer Sachkenntnis und Hingabe. Prof. Dr. K^rausmüller sprach allen Glückwünschenden ben herzlichen Dank der Schule und des Gewerbevereitts aus. Mit dem Vortrag des Männerchors „Sonntag ist's", unb dem gemischten Chor mit.Bläserbegleitung „Die Ehre Goffes" schloß die erhebende Feier wirkungsvoll ab. Tie Bürgergesellschaft bat mit ihren Gesängen gezeigt, wie ernst es ihr mit ihren gesanglichen Bestrebungen ist und der Erfolg ist dann auch Nicht 75 irriges Jubiläum brr Eichener Gewerbeschule- Gießen, 7. April. Die hiesige Gewerbeschule, die zweitälteste Hessens, feierte gestern ihr 7.5iähriges Jubiläum. Die Feier begann mit dem ge- inischten Chor integer vitae" unb den „'Deutschen Worten", die von der B Ü r g er g e sei l s chas t unter Musiklehrer Gern- bardts Leitung in sehr klangvoller unb sicherer Werse zum Vortrag gebracht wurde. Dann gab der Vorsitzende des Ortsgeiverbeverems und des AufsichtsratKoorsitzelrden ber Gewerbeschule Prof. Dr. Krans- müller ein kurzes Bilb der Entwickelung der Schule, die am 14 Januar 1838 ins Leben trat, irackHem' im Dezember 1837 die erste hessische Gewerbeschule in Darmstadt gegründet luorben mar. In demselben Jahre ist wohl auch der Gewerbeverein gegründet worden, wenn auch die offizielle Gründung erst 2 Jahre später erfolgte. Mit dem' Inkrafttreten der Gewerbeschule wurde die Bahn geebnet, eine Unterrichtsanstalt mit einer Kulturauf- gabc &u schaffen, wie sie kaum' ein anderes Gebiet des Lehrwesens hat Es ist eine große unb rvichtige Aufgabe, die auf diesem Gebiet zu erfüllen ist. 'Tie Klagen über das Darniederliegen des Handwerks, über die unlautere Konkurrenz, wollen mcht verstummen. Seit Jahrzehnten wird an der Hebüng des Handwerks gearbeitet, manche erhoffen alles von der Staatshilse, aber den ruhig Denkenden ist es klar, daß neben die Staatshilfe vor allem die Selbsthilfe zu. treten hat. Namentlich muß der Gewerbestand Mut und Vertrauen zu seiner eigenen Kraft haben. Tie ungesunden Verhältnisse des Submissionswesens, die namentlich burd) das gewissenlose Unterbieten hervorgerufeu sind, sind neben der Staats- Hilfe durch die Kollegialität der Kollegen zu bekämpfen. Dem Nachwuckfs soll man als Rüstzeug ins Leben mitgeben, daß er richtig kalkulieren Dann. Hierin ist die Hauptaufgabe der gewerb- lidien Schulen zu erblicken. Die Handwerksfrage ist letzLen Endes eine Bildungsfrage. Die jetzige Zeit stellt höhere Anforderungen an der Handwerkerstand als die frühere. Es ist anzustreben, daß jeder Handloerker durch die Gewerbeschule hindurchgeht. Das beste und sckwnste, was dem jitngen Handwerker ins Leben mit- gegeben werden kann, ist eine gute Ausbildung.1 Der Remer begrüßte bann bie erschienenen Ehrengäste, den Vertreter der Regierung Geh. Regierungsrat Noack, Geheimerat Dr. Usinger, Oberbürgermeister Mecum, Gewerbeschittrat Vieher, die Vertreter der Bezirkssparkasse, der Gewerbebank,der, Hanbels- fannner, des Kaufmännischen Vereins, der Kaufm. Fachschule, der gewerblichen Vereinigungen, der hiesigen Schulen, der oberhess. Handwerlerschulen unb Ortsgewerbevereine usw. Geh. Regierungsrat Noack über brachte die Glückwünsche ber Staatsregierung unb betonte, daß sich die Feier innerl>afb des Rahmens des Lanbesgewerbevereins abspielte. In der Festversammlung seien alle Berufsstände vertreten, geradeso, wie sich der Landesgewerbeverein aus allen Ständen zusammensetzt. Die Entwickelung der hiesigen Gewerbeschule sei durchaus günstig, sie habe einen !Diittemnterricht von drei Semestern unb die Hanbwerkerschule mit einem Tag in der Woche Unterricht. Mit dem Sonntagsunterricht wurde vollständig gebrochen, und wie gut der Erfolg ist, sieht man an den Prüfungsergebniffeu. Geheimerat Dr. Usinger wies auf seine, frühere Tätigkeit als OMerenl; des Gewerbe wesens hin und sagte, er sei gern zur Tas Gebühreneinkommen der Notare betrug int Jahre Derrtsches Reich. Ein F e 1 d m a r s cka l l st a b für den Kaiser Unter dem Vorsitz des Geueralfeldmarschalls v. Haseler hat sich, wie die „Neue GeseMchaftliche Korrespondenz" mitteilt, ein Komitee gebildet, das im Auftrage aller Ofsiziere unb höheren Beamten des deutschen Heeres einen kostbaren F e l d - m a r s ch a l l st a b als Geschenk für ben K a i f e r Herstellen läßt und in deren Namen dem Monarchen zu seinem Regierungsjubiläum überreichen wttd. Ein Abkommen zlvischen dem Deutschen Reiche und Italien über A r b e i t e r v e r f i ch e r u n g ist dem Reichstage Mr Kenntnisnahme zugegangen. Durch das Abkommen werden auch die deuffchen Arbeiter in Italien, dessen Zahl allerdings viel geringer ist als die der italienischen Arbeiter in Deutschland, besser gestellt. Gegen den Wünsch der italienischen Regierung nach einer allgemeinen Regelung der Verhältnisse auch auf dem Gebiete der Krankenverficherung in deni Abkommen wurden Bedenken denffcherseits geltend gemacht. Der Wunsch ist z.urückgestellt worden. Ebensowenig hat der Wunsch der italienischen Regierung berücksichtigt werden können, zugunsten der italienischen Arbeiter diejenigen Vorschriften der Reichsversicherungsordnung außer 'Kraft zu setzen, welche an ben Aufenthalt int Ausland ungünstigere Folgen knüpfen als an den im Inland. Das Abkommen bezieht sich also hauptsächlich auf die Unfall- und Invalidenversicherung. V o nr .H a n s a b u n d'. Präsidium und Direktorium des Hansabunds sind, wie uns geschrieben wird, zwecks Beratung >er neuen Reichssteuergesetz entwürfe auf Montag, 14. April, nach Berlin zusammenberufeit worden. Die Vorträge liegen bei den Gefchäfts-führern des Hansabundes, den Herren Dr. Kleefeld und Abgeordneten v. Richt Hofen. Weitere Vorträge haben die Mitglieder des Direktoriums, die Sperren Drv Stresemann und Obermeister Kniest, übernommen. Der 18. christlich-soziale Kongreß ist am Sonntag in Barmen in Gegenwart von 6000 Personen nnt einem Gottesdienst eröffnet worden. , in W" D AL'L MSSA Piumstadl ab W'-. mann wijft Hbcrstadt nach ’ vou Laargemvno ned) hrdestcim na» HGenham "W M nach Franks^ Mil Lnv2 vsn Mtz-Kai c- "a-d Mainz qraOnmechanikcr Erm-int mürben Poiv gffl-MUbi’omten 1. ft In biidtion: Cbcr4c(cgri Loßafsistcnkeii uni) Po' qraöfcnniiiftcnten. Uc stelle dem releqraphen eine Telegravhemnfvel aus Tortmunti in T Tamilatt: eine Post Kmfcheid in Lvvcnl lObn-iLostfekretäistkllk Kuben in Tannstabi Schäier m Rain- Berlin in Benshein Tclegrachi'niekctiU' i täriielkn den Postiek in Mainz-, Burcaul direktion dem Ober dem Ober-Postajsiite! führt fortan die Amt verivoltechelle bem £ in öeib^hcint. Etat-: Becker in Sangen, - in fcj, Friede, Mfer, Melm k En au f in dornte, ' EberNdt, Bttüban yenaiiütcnten sii Mffdenberger in Edengebilimucn Bi 4 vrn in Ucffn, Worms M ^un o’i'Jtentenprüiunq bie Znenbach, Bodm ii Pelcr Mütter in < Mivärter Becker ] Jriebrid) in tne Lizeseldtvcbel 5e nnb Dießmann M itengcr in i ;Sn ^eleqraph reib linb Emilie L ,., Ln ,n ->>annheuil JJ >wmersheim. ( «z. Gestorben st , lt)Lich,5 KataitergeymeterK Messung L al auch ber ? teil bei Wfi w 'werden U nicht scho^Kren ilche ß), ‘rc -üfethi Kei/N »» ändere , bc ^?nretrjs^ ^Nlarke, unb 8nltjge» Niist Q&- S. Äh durch herre», ' dern n^nisst? Mr ii. chulc >md eine ’t in iortbilbenben ben, da in ihnen öfllirc J892 wurde ' Xie Schule wurde 1 des Schulbesuchs !- iim Herbst 1892 s et, denen sich ein -zistcr stieg rasch, SonntaMchnie jetzt 7 bestanden. Dann wurde der «eitert, die Anstalt Lehrsrost nochmals . er staatlichen Ab- 1 \t der Schale, dag ■ -zogen, sämtlich be- leiicrt und in eine len gebracht. Aom nichcnichnle in eine mterriÄ in 3 Adon 1-6 unterrichte! aßt einen Winter- >nis dieser Srqani- ttgrlmäßig und die auf. Sunt Schluß . titeratineWnbw, 'fonitä der vieler texatiwWW M ^cn i WjicktsraK- s rwd Hingabe, en Glsteknistnschenden ibctiereius.iius. Sonntag ist'A „Die Ehre W eie Nirgerge’ellWlt k es A mrt Mn ist dann auch nm DcrlM bks ^^rSniyta^11 ■ ÄfA M'^assc. , W': ötfl'k. „ 11 W'»" bach, Bvcrtw-r.es -er in OffcnLäH, Daab, Fasig, Hahn. Mok. t L.r, O ckxs und S-ch-cner in Maürz, Fischer, Kin- c n b a?zh und Rö r i g in Gl.etz.en, Weber in Tannftadt^ den Postverwattcrn: Sckrmr^t in Echzell und .*0 o 11 c 5 in Steinfurth: der (Slprrrtter als „Telegraphensekretär" dem Ober-Telc- greMenafsistenten Smvn in Mainz; der Titel „Ober-Postassü stent" den Postaffifrenten Adolph und Werner in Offenbach, B c.ck in Friedberg, Et l i n g in Butzbach, Gärtner und Kayler in Wörme-, S>a-r ft und Schmidt in Gietzcn, S) u cf und S^ham c I) i in Darmstadt, Seiv in Michelstadt, Vorth-- mann in Main?/: der Titel „Ober-Telegraphenassistent" den Telegrapbenassisttnten Coburger und Gicschc in Mainz, L ö fcf. l e r in Offenbach und Wohlfarth in Darmstadt verglichen. Postrat Gehl h^a r wurde von Darmstadt nach Erfurt unter Uebertragung einer Stelle für AbteilungSdirigcntcu, Postre.t Läm-mleiu ttoii Kiel nach Darmstadt, Scherpe von Posen nach Darmstadt: Obcr-Postinspcktor Wie b u sch von Minden nach-Gießcn unter Ernennung zum Tclegraphendirektor: die Tclc- gravhendrrettoren 8) a b e r m eh l von (Bietzen nach Mainz und K el l c r twt Mainz nach ’3taidan; die Postinspcktoren B ü rner von MeiningM nach Mainz' Ncuschäfer von Aachen nach Darmstadt unter Uebertragung einer Hilssrefercntenstellc bei der Ober-Postdircktion und Schrage von Mainz nach Thann unter Uebertragung einer Postdirektorstelle: die Tclegrapheninspettoren B l o h m c r von Mainz nach Magdeburg und Wahl von Darmstadt nach Chemnitz unter Uebertragung von Stellen für BezirkS- armichtsbecrmtc: die Ober-Postpraktikanten Litzinger von Darmstadt nach Emden unter Uebertragung einer Tclegraphcnmspektor- stelte und Baumgarten von Metz nach Darmstadt: die Postmeister Bär von Lobsens nach Neu-Isenburg, Baldauf von Neu-Isenburg nach Hamburg unter Uebertragung einer Bureau beamtenstelle 1. Klasse (Ober-Postsekretärstelle), ^ang von Oppenheim nach Hanau als Ober-Postsekretär, Supp von Pfungstadt nam Eberftadt; Ober-Telegraphensekretär Weber von Offenbach nach Wiesbaden: Ober-Postsekretär Gertz von Bcusherm nach Pfungstadt als Postmeister: die Postsekretäre C r e t e r von Darm stabt nach Köln, Ge h l h a r von Gießen nach Hattingen, Hausmann von Langen nach Wanne und Kleinschmidt von Eberstadt nach Darmstadt: Telegraphensekrctär Baumgärtner von Saargemünd nach Worms: Postverwalter Berni us von Heideshcim nach Jugenheim : Ober-Postassistent Gern et von Heppenheim nach Worms: die Postassistenten Tern von Darmstadt nach Frankfurt-Bockenl-eim, Gerhard von Gießen, Hemer von Jugenherm, Olef von Gau-Mgcshcim und Schumacher von Mainz-Kastcl nach Frankfurt, Klinger von Worms nach Mainz und Knecht von Ostfenbach nach Neu-Isenburg: Telcgrapheuassistcnt Külzer von Offenbach nach Mainz: Tele- graphenmechanikcr Schmidt von Berlin nach Mainz versetzt. Ernannt wurden Postsekretär Kaufmann in Darmstadt zum Bureaubcamten 1. Klasse (Ober-Postsekretär) bei der Obcr-Post- direklion: Ober-Tclegrapheuassistent Jcrtz in Mainz zum Ober- Postassistentcn und Postassistent Rechel in Darmstadt zum Tclc- graphenassistcnten. Uebcrtragen wurde eine Telegraphendlrektorstelle dem Telegrapheninspektor Bot he aus Görlitz in WormS; eine Telegrapheninspektorstellc dem Ober-Postpraktikanten Dor aus Dortmund in Mainz und Schneider aus Stettin in Darmstadt; eine Postmeistcrstelle dem Postsekretär Keller aus Remscheid in Oppenheim: eine Bureaubeamtenstelle 1. Klasse lOber-Postsekretärstelle, bei der Ober-Postdirektion dem Postsckretär Kabeh in Darmstadt: Ober-Postsekretärstcllen den Poftsekretärcn Schäfer In Mainz und H. Schmidt aus Schöneberg bei Berlin in Bensheim: eine Ober-Telegraphensekretärstelle dem Telegraphensetrrtar Seibel aus Worm in Offenbach: Postsekretärstellen den Postsekretärcn Petri in Darmstadt und Pfeifer in Mainz: Bureaubeamteustcllen 2. Klasse bei der Ober-Post- direktion dem Ober-Telcgraphenassistentcn S o m m e r l a d und dem Ober-Postassisteuten Schemchl aus Mainz: Sommerlad führt fortan dre Amtsbezeichnung „Ober-Postassistenr"; eine Polt- verwalterstelle dem Ober-Postassistenten Ad. Diehl aus Mainz in Heidesheim. Etatsmäßig angestellt wurden die Postassistcnten Becker in Langen, Brauer in Osthofen, T i t t und Schnell in Mainz, Friedrich in Alzey, Galle in Bad-Nauheim, Hechler, Wil Helm Schmidt und Winter in Darmstadt, Knaus in Worms, M aykemper und Phil. Schmids in Eberstadt, Bl ick Han und Schwerdt in Offenbach: die Telegraphenassistenten Filbert in Worms, Kirschen stein und M i l d e n b e r g e r in Offenbach, Steller in Mainz; die Telc- graphengehilsinnen Brauch und Ettingshausen in Mainz, Dorn in Gießen, Frank, Elis. G ö tz und Wilh. Götz in Worms und I u u g in Bingen. Bestanden haben die Post- assisteutenprüfung die Postgchilsen Bauer in Schotten, Beck in Offenbach, Böhm in Babenhausen, Sind in Ober-Ingelheim, Peter Müller in Laubach und Weber in Oberolm; die Postanwärter Becker ip Langen, Blickhan in Offenbach und Kbciken der »in -LZ W W sch Machte mit fer. dangen zwi- ,in>9 des Orts- MeiniamN Lv»u»,n. « «mm- mb ^brachte mit den TD* 5riebbetg rdc.^dlkray icrcutS '/~w tleicn , N*. $ in ben j :cnnnndies seit wenigen Jahiren nicht mehr. Vielmehr werden die Ergebnisse der Bereinigung beibehalten. Bei der nunmehr erfolgenden Neuvermessung erfährt zunächst die iGemarkungsgrenze eine gründliche Prüfung, soweit dies nicht schon bei der Feldbereinigung geschehen ist. Weiter werden !vie Grenzen alter ausgeschlossenen Grundstücke, darunter die Hofreüeu, neu bestimmt, wobei als, Unterlage teils die auf Grund der alten Lscher Verrnessung,^teils durch spätere Meßbriefe ermittelten Mäße dienen. Sämtliche Grenzpnukte werden, fotueit dies möglich, neu aus- gesteint. Die Bezeichnung nicht aussteinbarer Punkte, toie Mauerwerte oder bergt, geschieht in der Regel durch besondere Grenzmarken. Nach der Aussteinung erfolgt die geometrische Aufnahme der Grundstücke. Die hierbei er- ntittelten Ergebnisse dienen als Grundlage für die neuen Pa rz-.ell entart en und für das neue Grundbuch, mit dessen Offenlegung und Legalisierung die Vermessung ihren endgültigen Abschluß erreicht. Es liegt int allgemeinen Interesse, wenn die Hofreitenb'esitzer die die Vermessung aus- sührenden Herren nach Möglichkeit zu unterstützet! suchen 'durch Räumuirg der Winkel und überhaupt Beseitigung aller Hindernisse, tvelche das Vermessungsgeschäft zu hindern vermögen. In einigen Monaten werden die Einwohner in der angenehmen Lage sein, über ihre Grenzen bestem. Bescheid zu wissen. Dann werden Grenzstreitigkeiten 'ün Ende haben. Kreis Büdingen. Jl. Büdingen, 5. April. Gemernderatssitzung. Anwesend: Bürgenneister Fendt, Beig. Dotter; die Gcmeinderäte Rullmami, Klein, Diemer, Wittekind, Methfessel, Hinkel, Schulz und Schäfer. Drc Gesellschaft für Bahnbau und Betrieb in Frankfurt fragt an, ob Büdingen bereit sei, nachdein der Gemeinderat seinen früberen Standpunkt verlassen und dadurch der ganze Bahnban in Frage gestellt sei, der Gesellschaft die bis jetzt anfgewendeten ^tosten zu ersetzen. Der Gemeinderat ist erstaunt über diese Anfrage; die Stadt sei bereit, die von einem früheren Gcmeindcrat unterzeichnete Verpflichtung jederzeit aufrecht zu erhalten, ir-mit die Balm gebaut würde. Daß man die Stadt haftbar machen könne, wenn eine Gemeindevertretung von heute anderer Ansicht ist, wie die vor 4 Jahren, holt der Gcnteinderal für ausgeschlossen. Die Beschlußfassung wird bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt. Die Beschlüsse des Gaswcrksaus- schusses nont 10. März werden verlesen und genehnugt. Das Kreisamt verlangt erneut die Festsetzung der ortsüblichen Tagclöhne. Ter Gemeinderat hält solgendc ^ätzc den heutigen Verhältnissen für entsprechend. Ueber 21 Jahre, männliche Taglühner, für den Tag 2,80 Mark, weibliche 1,80 Mark. Von 16—21 Jahren, männliche Taglöhner, für den Tag 2 Mark, weibliche 1,50 Mark. Von 14—16 Jahren, männliche Taglöhner, 1,20 Mark, .weibliche 1,20 Mark, ohne Verpflegung. Es hat sich eine freie Vereinigung gebildet mit dem Zweck, ihre Mitglieder auszubilden, daß sie bei Nnglückssällen den Verletzten die erste Hilfeleistung gewähren können. Die Veremigung wendet sich an die Stadtverwaltung wegen eines Beitrags zur Anschassimg von Tragbahren und sonstigen Geräten zum Transport von Verunglückten. Die Gemeindevertretung i|t hierzu bereit und beauftragt die Bürgermeisterei, Erhebungen anzustellen, welche Geräte verlangt und wie hwch der dadurch nötige Kostenaufwand wird . Anläßlich der Ausstellung im vergangenen Jahre konnte die städtische Turnhalle von den Turnvereinen nicht benutzt werden. Der Turnverein hielt seine Turnstunden in der Gymnasialturnhallc ab. Durch Offenlassen des Gashahnes an der Laterne vor der Turnhalle war ein Gasverbrauch von über 14 Mark entstanden, den der Verein bezahlen mußte. Er hatte sich um Rückvergütung mit einem Gesuch an die Bürgermeistcrei gewandt. Er wurde abschläglich beschieden, da das Gaswerk für Schäden, die hinter dem Gasmesser entstehen, nicht haftbar ist Ein Gesuch an den Gemeinderat wird aus demselben Grunde abschlägig beschieden. Zur Erhaltung der altertümlichen Bauweise in Büdingen war die Errichtung einer Ortsbausatzung beschlossen nwrden. Heute liegt der Entwurf t>om Dcnkmalspflegerverein vor. Nach dessen Verlesen beantragt Berg. Dotter, daß die Bestimmung eingcfügt würde, alle Baugesuche seien dem Gcmeindcrat vorznlcgen. Tic übrigen Mitglieder können sich hierzu nicht verstehen und sind der Ansicht, daß bic Satzung in der Fassung des Entwurfs>genüge, um der Bau- polizcibehörde die Handhabe zu gewähren, inißständlgc Baugeinche nicht zu genehmigen. Landwirt Friedrich Eckert I. hat seinen Dienst als Wiescilvorstandsmitglied und Ehrenschütz niedergelegt. Aus Antrag des Gemeinderats Methfessel wird das Gesuch angenommen und Landwirt H. Geiß als Wiesenvorstandsniitglied bestimmt. Gleich anderen Städten bewirbt sich auch JBübutgen hei ber jetzigen Hecresvermehrung um eine Garnison. Gemeinderat Schäfer fragt an, welche Schritte bis jetzt in dreier Angelegenheit getan worden seien. Der Bürgermeister teilt mit, baß bic Eingaben am nächsten Tage abgesanbt würden und gibt dem Gemeinderat Kenntnis von dem Wortlaut der Eingabe nebst Begleitschreiben. Kreis Alsfeld. = Alsfeld, 4. April, liebet* die Angelegenheit, die den Stadtverordneten Basticin in der letzten Sitzung des Stadtvorstnnds veranlaßte, eine Anfrage an Bürgermeister Dr. Völsing zu stellen, schreibt unser Mitarbeiter folgendes: Tic Anfrage Bastian hat keine feste Grundlage. Tie Sitzung, in der Beigeordneter Justizrat Reh als Rechts- steistand der Firma Gebr. Wallach erschienen war, war kein e St abt v o rstan d s sitzu ng, sondern der lan- des polizeiliche Prüfungstermin am 28. Mrz wegen des abgeändertcn Entwurfs der hiesigen Bahnhofs- erweiterung, zu dem jeder Interessent Zutrttt hatte. So ließ sich die Firma Gebr. Wallach durch Herrn Reh vertreten, was letzterer vor Beginn des Termiirs ausdrücklich betonte. Tie> Firma Wallach muß vou ihrem Holzlagcr- vlatz, der unmittelbar an den neuen wie anch au den jetzigen Bahnhof grenzt, einen nicht allzugroßen Gelänbestreifen abtreten. Und daß dies nicht gutwillig gesckrieht, ist jedermann bekannt, schon aus dem einfachen Grund, weil man nicht für einige hunderttausend Mark ihr ganzes Besitztum erworben hat. Daß cs zu einem Prozeß kommen wird, ist wohl nicht möglich, höchstens l'ornmt die Enteign u n g s f r ag e in Betracht. Der Antrag Bastian wird also bald seine Erledigung finden. Natürlich kann gesetzlich die Firma Wallach Ersatz- und Entschädigungsansprüche geltend machen. Kreis Friedberg. § Bad-Nauheim, 4. April. Die Stadtschule hat in diesem Jahre rund 1 20 Schüler ausgenommen, die in drei Parallelklassen geteilt lourbcn. h. Vilbel, 4. April. Der langjährige Streit über bte Erbauung einer Fahrbrücke über den Erlenbach hat jetzt seine Erledigung gefunden. In einer gemeinsamen Sitzung, an der Vertreter des Kreisamts und der Gemeinden Vilbel und Mass en hei in teilnahmen, beschloß man den Bau der Brücke. Hessen-Nassau. [] Treisbach (Kr. Marburg), 4. April. Eine der ältesten Eichen Deutschlands, die sog. „Dicke Eiche", ist durch Feuer verniüztet ivorden. Dieser aus grauer Vorzeit stammende Baumriese — man schätzt sein Alter auf zweitausend Jahre — hatte bei einer Höhe vou 25 Metern am Boden eine Dicke von 14 Metern. 9(I§ die Feuerwehr von Treisbach herbeicilte, um das alte Nationalheiligtum zu retten, brannte der hohle Baum lichterloh. Alle Bemühungen, dem Feuer Einhalt z,u gebieten, hatten keinen Erfolg, denn die vielen Höhlungen im Stamme und in den Resten wirkten tute die Zuglöcher eines OfenS. Ein einige Meter hoher ausgebrannter Stumpf ist von der „Dicken Eiche", die von Wanderern viel ürcsuchk wurde, übrig geblieben. Man glaubt, baß der Baum von ruchlosen Händen angezündel wurde. weil sie mitt anderen Kameraden int Juki v. I. auf dem Weg von GeilÄtausen nach Lmtdorf zwei Mädchen auf dem Heimwege bc- Läftigt und ihre Begleiter mißhandelt hatten. Die Bcrnfungcv der Angeklagten tourben verworfen. Herabsetzung der Strafe erzicllc der Leineweber und Maurer Th. A. L. in Herbstein, beut das Schöffengericht einen Monat Gefängnis zucrkannt^hatte, weil er feine Ehefrau fortgesetzt mißhandelt hatte. Tic Strafkammer erachtete nur einen Fall der Mißhandlung für erwiesen, und ermäßigte die Strafe auf 14 Tage Gefängnis. Unentschuldigt a u s g e d l i e b e n war der Mü'hlenbesitzcr A. II. von Großen -Linden, dcr gegen ein ihn wegen fuhrpolizcilichcr Uebertrctnng bcstrafendes Schöffcn- gerichtsurteil Berufung eingelegt hatte. Tas Rechtsmittel wurde daher verworfen. Gießen, 4. April. Freisprechung von dcr Anklage der Unterschlagung erzielte der Kanfmänn A. Sch. in Gießen. Als „Schulze aus Deutschland" wurde der Friseurgehilfe H. Sch. von Ludwigslust bei 'Dresden, der int vorigen Sommer in Bad-Nauheim in Stellung war, von seinen Bekannten bezeichnet. Obwohl es sich nur um! einen Scherz bandelte, wurden doch mehrere Personen, die ihm'ckreditiert hatten, über seinen wahren Namen getäuscht. Als Sch. dann heimlich auö Nauheim verschwand, erstatteten sie Mtzeigc. Das Schössen gericht war zu einem Freispruch gekommen, bic Strafkammer hingegen erachtete den dlltgeklagtcn in Mei Fällen des Betrugs für schuldig und verurteilte ibn zu zwei Geldstrafen von je 30 9)1 f., die durch die viertägige Uurcrsuchungshaft, die der Angeklagte bei feiner Festnahme erlitten hatte, für verbüßt erklärt wurden. Untreu <*. Der Kaufmäuu I. H. in Gießen hatte vor 4 Jahren als Reisender einer Likörfabrik 400—500 Mk. vereinnahmter Kunden gelber veruntreut. Er würbe zu 4 Wochen Gefängnis Verurteilt. Von der weiteren Anschuldigung der Unterschlagung, die er baburri) begangen haben soll, baß er zuviel gesandte Waren für sich behielt, wurde er freigesprochen. t Wegen Viehs euch« vergehens wurde der Landwirt W. St. von Hopfgarten in zwei Geldstrafen von je 15 Mk. genommen. Unerlaubtes Glückssp-ial. Ter Händler W. M. von Wiesbaden hatte auf einem Wochen- markt 'zu Friedberg seine Waren auszuspielcn versucht. 'Da aber dcr Vertrieb von Losen nur gegen -obrigkeitliche Genehmigung gestaltet ist, mürbe er vorn Schöffengericht Friedberg wegen im erlaubten Glücksspiels zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. 'Die Straflämmer bestätigte auf seine Berufung hin dieses Urteil, da der Angeklagte schon wiederholt wegen derartiger Vergehen vorbestraft ist. Ein unehrlicher M i e t e r. Ter herumziehende Korbmacher O. K. von Molschleben mietete sich im Januar d. I. unter falschen Vorspiegelungen bei dem Ar beiter H. R. zu Vonhansen ein. Nach einigen Tagetr verschwand er unter Mitnahme eines neuen Rockes und einer Hose. Ter Angeklagte ist im wesentlichen geständig. JTa er rücksällig und häufig vorbestraft ist, wird er wegen Tiebstahls mit 9 Monate!^ .Gefängnis bestraft. Wegen Betrugs erhält er weitere 2 Wochen. Beide Strafen werden zu 9 Monaten und 1 Woche Gofängnis znsammengezogen, hiervon aber 2 Monate Untersuchungshaft abgerechnet. >' 1 ■ ■■■! ii— .m-.__.J_ -............... Büchertisch. — Die neueste Numiuer dcr Illustrierten Zeitung (Verlag von I. I. Weber, Leipzig) enthält einen Aufsatz über den Thronwechsel in Griechenland mit zahlreichen Abbildungen, einen Artikel über den verstorbenen Fürst Heinrich XIV. und den jetzt regier«tbeit Fürsten Heinrich XXVII. Reust j. L. Bon den weiteren, belehrenden und unterhaltenden Beiträgen seien gennmit ein rcick>- illnstrierter Aufsatz über die Mongolei und der ebenfalls mit vielen Abbildungen versehene Artikel: „Elternsorgen im Tierreich". Von besonderem Interesse sind ein mir mehreren Bildern, darunter.bret vollendeten Vierfarbendrucken geschmückter Beitrag über Gustav Schönleber sowie ferner ein mit 4 Abbildungen versehener Artikel über den Erweiterungsbau des Goethe-Hanses zu Weimar. Er wähnung verdienen schließlich noch ein Aufsatz über die Fortschritte kommunaler Arbeit, der Artikel „Zur neuen Rennsaison" und ein Beitrag über neue Modcu. Am Schlüsse des Heftes befindet sich bic beliebte Rubrik „AnS Industrie und Technik". — 'Tie Schaubühne, lieranSgegcben von Siegfried Jacob- sohn, enthält in her 9hnirmcr 14 ihres neunten Jahrgangs: Das Theatergeschäft: Deutsches Opernhaus. Von Max Epstein. — Oscar Kaufmanns Kinobau. Vou Robert Breuer. — Der neue Pucciui (Tas Mädchen ans dem Goldeucn Westenl Vou Fritz Jacobsohn. — Holzbock im' Sommer. Von Peter Scher. — Bor der Premiere. Von Emmy Hennings. — Berichtigung. Von Leopold. Schmidt. — München (Die offenen Türen, Das Sänglings- herm). 'Bon Erich Mühsam. — 'Ein Mirakelspiel lRichmodis von Mncht). Von Heinz Stolz. — Toto । Zirkus Schumanu). Von Kurt Tucholsky. — Der arme Dichter Lenz. Von Erich Oester Held. — Ärabsckrift eines Mannes. Von Rudolf G. Biuding. - Antivorten. — Gregori. Von Hermann Sinsheimer*. —Tie An- standsvisite. Von Franz Tcibel. — Aus der Praxis. Die Schaubühne erscheint wöck cnrlich im' Umfang von 32 Seiten und kostet: 40 Psg. die Nummer, 3,50 Mark vierteljährlich, 12 Mark jährlich. Probennmmern gratis und frank brirch alle Buchhanb lungcn und Postanstalten sowie durch den Verlag der Schau - bühne, Eharlottcnburg, Dernburgstraße 25. Ter Verlag ist auch bereit, neuen Jrtteressenten auf Wunsch bic Schaubühne einen Monat lang zur Probe gratis und frnnlo zu liefern. — Tas freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Begründet voll Earl Saenger. Hcrausgegeben von Max Henning. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter Verlag G. m. b. H. 13. Jahrgang. Heft 1. Mit bent 1. April 1913 hat bic bcfamite. Frankfurter- Halbmonatsschrift „Tas freie Wort" ihren 13. Jabrgarrg ange treten. Zu den alten bewährten Mitarbeitern haben sich von Jahr zu Jahr neue Kräfte aus beit verschiebenstcn.Lagern gesellt, alle ieboch einig in bent einen großen Zick: Der Beredeluiig der deutschen Kultur durch Erkämpfung voller politischer und geistiger* Freiheit. Als vierwöchcntliches Beiblatt erscheint der „Tissibent", iZenIralorgan für bic Interessen aller Tissibcnten, nebst einer fortlaufcndcu „Bibliothek ber AnftläruNg", bic wertvolle ältere und neue, in ber Tendenz der Zeitschrift liegende Schriftnr publiziert. Gietzeuer Strafkammer. Gießen, 1. April, Hehlerei. Ter Althäudlcr I. N. in Gießen versolgk sscgen eilt Urteil des hiesigen Schöffengerichts, das ihn wegen Hehlerei mit drei Tagen Gefängnis bestraft hatte, Berufung. Er hatte vou dem mehrfach vorbestraften Taglöhncr F. N. eine Schicirenbtegmascknne im Werte von 335 Mk., bic Arbeiter ber Bicbertalbahngeseilschaft nach Herausnahme eines Hebels in ber Nähe bt'5 Bahnkörpers hatten liegen, lassen, als altes Eisen für 2,50 Mark angekanft. Seine Bcrrtsung würbe als unbegrünbet kostcufällig zurückgcwicsen. Verfeindete Geschwister. Tie Eheftan E. V. in Klein-Karben, bic wegen Gewalttätigkeiten bereits vorbestraft ist, war vom Schöfscrtgcrichl Vilbel mit einer Gefängnisstrafe von 3 Tagen belegt worden, weil sic ihrenr' Bruder, mit dein sic schon seit vielen Jahren verfeindet ist, nach einer unbedeutenden Auseinandersetzung mit einem Besen mehrere Schläge'versetzt hatte. Ihre Berufung gegen dieses Urteil hatte den Erfolg, daß die Freihertssttafe in eine Geldstrafe von 30 Mk. umgewaiibeft wurde. Berufungs verwerf u n g. Geldstrafen vun ji^80 Mk. hatte das Schöffengericht Grünberg gegen die iWbeitfCT Sch. und R. vou Londorf , ausgesprochen. n AßOVU Über 54,000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungenl Kuverts mit Firma liefert billigst die Brühl’scpe Universitäts-Buch- und Stein« druckerei, Gic8en,Schu!str.7 Todes-Anzeige 2377 Giessen (Steinstr. 47a), den 7. April 1913 2378 FW Ferdinand Nennstiel Giessen (Plockstrasse 7) und Vilbel, den 7. April 1913 2375 2376 Gießen, den 7. April 1913. Familie Familie Familie Familie Fritz Neye Georg Kessler Heinrich Kessler C. H. Stückrath. Die Beerdigung iindet Mittwoch, den 9. April, nachmittags IV2 Uhr, Al hach, Steinbach, den 7. April 1913. neuen Friedhofes aus statt. Reallchrer K. MulCll und Frau Margarethe geb. Heussel Dr. med. Fr. HeUSSel und Frau geb. Bernhardt Pfarrer Ph. Heussel Und Frau geb. Bernhardt Prof. Dr. A. Heussel und Frau geb. Schraub Pfarrer L. Heussel und Frau geb. Schilly Oberlehrer Dr. Gg. Heussel und Frau geb. Göbel. Buschrosen in allen Farben, 10 Stück 1.80 Mk., 100 Stück 10 Mk. Neue Dort.: Jonkheer Mock, Jutiet «schönste Farbenrosei, 10 St. 3 Alk. gcg. ^Nachnahme. Willi. Volp II., Steinfurth, Hessen. I2206 Giessen, Gross-Bieberau, Altenstadt, Worms, Monsheim, Arnstadt, den 6. April 1913. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr vom Portale des zu Gross-Bieberau statt. Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen Die tieftrauernden Hinterbliebenen Joh. Kessler Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüg- lich der Firma Ludwig Loth in Gießen eingetragen: Die Firma ist erloschen. B7< Gießen, den 5. April 1913. Großherzagliches Amtsgericht. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. April, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. ■ rauerhüte W rauerschleier H rauerblusen I rauerschürzen ■ rauerflore M rauerhandschuhe JL rauerkrawatten werden Ihnen von uns auf telephonischen Anruf unter Nummer 249 sofort u. bereitwilligst zur Auswahl u, Ansicht ins Haus geschickt A.Salomon&Cie. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nacht unseren innigstgeliebten Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Samstag früh 2 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter und Tante Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen Ferd. Nennstiel. Nachruf. Heute nacht verschied unser hochverehrter Senior-Chef Herr Ferd. Nennstiel een. Wir betrauern in dem Entschlafenen einen Mann von strengem Gerechtigkeitssinn u. großer Herzensgüte. Neben reichen Erfahrungen und Kenntnissen war ihm eine außerordentliche Tatkraft eigen. Ein dauerndes Andenken werden wir ihm stets erhalten. W Personal der Firma Ferd. Nennstiel. Di© Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr vom Sterbehaus© aus statt. 2382 Heute — drei Wochen nach dem Heimgang unserer lieben Mutter — entschlief sanft zu Giessen unser guter Vater, Schwiegervater und Grossvater Todes-Anzeige. Gestern morgen verschied nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante im Alter von 32 Jahren. Die tranernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Philipp Dern und Kind. Hausen u. Steinbach, den 7. April 1913. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. April, nachmittags 2 Uhr, statt. 2373 Geländeverpachtung. Mittwoch, den 9. Avril sollen an Ort und Stelle auf die Dauer von 6 Jahren verpachtet werden: nachmittags 3'/, Uhr 3 kleinere Grundstücke am Schrffen- berger Weg bet demBahnwarterhaus und links bet den letzten Häusern, „ 4 ,, etwa 20 kleinere Grundstücke bei der medizinischen Klinik und der schönen Aussicht, „ 5 ,, 2 kleinere Grundstücke hinter dein " Schlachthos. B7/i Gießen, den 5. April 1913. Der Oberbürgermeister. Meeu m. Frühkartoffeln zur Saat in den beliebtesten Sorten, sowie prima Loeise- u.ZnlatkartoMil lief, zu billigst. Tagespreisen H. Trechster, Steinstr. 48, Telephon 581. 2122 Wiederverkäuser ermäßigte Preise. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Ableben meiner lieben Frau und guten Mutter sagen herzlichsten Dank Carl Meixner und Kind. Gießen (Marktpl. 6), 7. April 1913. nach langem Leiden im Alter von 65 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Dies teilen wir mit der Bitte um stille Teilnahme allen Verwandten, Freunden und Bekannten mit. Verdingung. Die Anlieferung der im Etatsjahr 1913 zur Unter« Haltung der User und Strombauwcrkc an der Lab« -wischen Gießen und der Landesgrenze bei. veuchelheun erforderlichen 250 eben Wasserbau,tetnc loll m einem Los öffentlich vergeben werden. . Die Bedingungen sind bei Groub. Hochbauamt Meßen während der Dtenststunden zur Eumcht offen gelegt, wo auch die vorgeschriebenen Angebotsformulare abgegeben '"^Hinsichtlich der allgemeinen Berpcagsbedingungen wird aus die Ministerialerlasse vom 16. Juni 1833 und 24. F« bruar 1911 verwiesen. . , , .. . Mit entsprechender Aufschrift ver,ebene Angebote und bis Mittwoch, den 30. Avril lfd. Js., norm, io1/- Ude Ä; unterzeichneter Behörde Sn. Abgabe der Bedingungen nach auswärts kann nicht erfolgen. Huschlagsfrist 3 Wochen. Mainz, den 4. April 1913. . Mosrb. Wasscrbauamt Marnz. I. V.: Becker. nzB/< Frau Margarethe Kessler geb. Walther im Alter von 75 Jahren. Gothaer LebeusMDmBank ans Gegenseitigkeit. Versicherungsbestand im März 1913: EMMiMelMillionenMark Bisher gewährte Dividenden: c7/4 297 Millionen Mark. Alle Ueberschnsse kommen den Versicherungsnehmern zugute. Vertreter: Gebr. Jullmann, Gießen, Grabenstraße 7. G. Bohn, Gräfl. Rentamtmann in Laubach. T ödes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten di© schmerzliche Nachricht, dass mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Daniel Schmitt Gastwirt und Pflasterermeister im 53. Lebensjahre gestern nachmittag nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden sanft im. Herrn entschlafen ist; Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elise Schmitt geb. Heuser. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Ableben meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders, Schwagers und Onkels sagen herzlichsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Kirthchen Httuscr. Garbenteich, 7. April 1913. 23^9 ■ 1 W' - ", B w M *Ä***i?' V; r 'LV-y?' M M Ä ■ 1 $ ■ W ■ ■ M 'M M W W ■■ ; M fkN DerBtW we&S ^sche'^^?. Beilage Sonntag:" KZ-- tat die J(L.DCbilion Adresse.'ur Vie heutig« . Ai-mg gm”®”?; »otlage-iM