Zweiter Blatt Nr. 216 163. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Siebener Zamilienblätler" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Lnstschifsahrt. Noch eine amtliche Erklärung zum Untergang des „L 1'. Wir hatten die erste amtliche Darstellung des Unfalles von „L 1" als unzulänglich und lückenhaft bemängelt. Die amtlichen Stellen haben offenbar selbst erkannt, daß es werterer öffentlicher Feststellungen bedürfe, und so ist am Samstag noch ein ausführlicher amtlicher Bericht ausgegeben waren, der den ersten Bericht namentlich in Bezug auf die Beachtung der Wetteransagen und, auf die Belastungs-Ausrüstung des untergegangenen Luftschiffes sehr wesentlich ergänzt. Danach kann man mit dem amtlichen Urteil vollkommen übereinstimmen, daß keinerlei Schuld oder Leicht- 'ertigleit, sondern nur höhere Gewalt den Unfall herbergeführt hat. . t Ter Bericht behandelt zunächst eingehend die Wrtterungs- lage, die von mehreren Wetterdienststellen als günstig bezeichnet worden war, die Manöver des Luftschiffes und seine Belastung. Tann heißt es weiter: Das Verhängnisvolle und Ausschlaggebende war das plötzliche Einsetzen von ganz abnorm starken Berti k a l b ö e n , die das Schiff um über 1000 m hochrrssen und ihm dadurch über 3000 Kilogramm Auftrieb nahmen. Daß der Untergang durch nicht vorauszusehende höhere Gewalt herbergesährt wurde, steht somit außer Zweifel. In der Beurteilung der ihm vvlliegcnden Wettermeldungen ist der Kommandant ganz sachgemäß verfahren. Daß die Verwendung des „L. 1" von vornherein aus den Grundsatz größtmöglicher Vorsicht gestellt war, geht weiterhin daraus hervor, daß eine Anweisung dem Führer für die Teilnahme an den Hebungen gegeben war: Die Sich er- he it des Schiffes geht allem andern vor. der richterlichen Arbeit werde auch die Verantwortiing der Richter größer, ober der, der sich vor der Verantwortung fürd)iet, verdiene nicht Richter zu sein. , „ . Reichsgerichtsrat Dr. Lobe (Leipzig) begründete sodann eine neue These, wonach der Richter nach freiem Ermessen die Strafe mildern ober den Angeklagten ganz frei- sprechen kann, wenn sich der Tater in einem entschuldbaren Irrtum hinsichtlich des Erlaubtseins der Tat befand. Geh. Justizrat Landgerichtsdirektor Boislv iftalberliabt) wies daraus hin, daß an dem neuen Gesetzentwurf das Begrüßenswerteste die Griindlage des Entwurfes sei, nämlich die freiere Stellung des Richters. Die Richter sind bereit, die gros^re Verantwortung zu übernehmen, sie verlangen aber auch daN das Volk zu ihnen und ihrer Freiheit und Gerechtigkeit Vertrauen habe. Hierzu ist aber notwendig, daß die Richter nach oben wie nach unten vollkommen unabhängig sind. Eine Frage ist es aber, ob das Volk die Ueberzcugung haben wird, daß schossen und Geschworene die höhere Verantwortung sowohl inbezug auf die Tat wie die Rechtslage auch voll und ganz tragen können. Hier springt der Gedanke heraus, daß es vollkommen unmöglich ist, Strafprozeßreform und Reform des Strafgesetzbuches voneinander zu trennen, und es scheint ganz unmöglich, das Stratgesetzbuch allein zu reformieren. Der Redner bittet, zum Schluß, sich damit einverstanden zu erklären, daß das Strafgesetzbuch in dem Sinne geändert werde, in dem es die Behörden beabsichtigt haben. Amtsgerichtsrat Rix (Berlin) erklärt einen Vorschlag, wie Verbrechen und Vergehen verhütet werden können^in dem Vortrag zu vermissen. Er brachte eine Reihe von Bespielen dafür, daß das Strafgesetzbuch prophylaktische Maßregeln nur tn äußerst bescheidener Menge enthalte, und daß hier die Gesetzgebung ein- greifen solle. Tie Leitsätze des Berichterstatters wurden sodann angenommen und die Tagung durch den Vorsitzenden Landgerichtsrat Loeb geschlossen. Wie Holland seine Hundertjahrfeier beging. Aus Amstcrdam erhalten wir folgenden Brief eines dortigen Mitarbeiters: 8. Amsterdam, 13. Sept. Die Feste zur 100jährigen Feier der Unabhängigkeit der Niederlande haben anfangs dieser Woche mit dem Einzug, der königlichen Familie in die Hauptstadt begonnen. Die Begrüßung seitens der Bevölkerung war diesesmal besonders herzlich; auch die kleine Prinzessin Juliana, die zukünftige Thronerbin welche ihre königliche Mutter zum erstenmal bet dem alljährlichen Besuche in der Hauptstadt begleitete, war Gegenstand begeisterter Kundgebungen. Die Stadt prangt in Festschmuck; auf den größeren Platzen werden Tanz- und Volksbelustigungen veranstaltet, und in den Abendstunden entwickelt sich in den Hauptverkehrsadern der Stadt, der Calverstraat und dem Dam, ein tolles Treiben, das wohl an unseren Karneval erinnert, jedoch dessen Humor und Fröhlichkeit vermissen läßt. Patriotische Lieder hört man weniger, dafür aber hat sich „Püppchen" mit allen möglichen und unmöglichen Variationen eingebürgert. Die besten Geschäfte machen die vielen „Proeflokale wo man Gelegenheit hat, die ausgetrocknete Kehle mit den weltbekannten echt holländisck>en Hulstkamp, Bols lEats und Oranjebittern und wie sie asle beifeen, wieder anzufeuchten ; sie sorgen bei den im allgemeinen ziemlich nüchtern veranlagten Holländern für die nötige Feststimmung. — Leider war das große internationale Sportfest aus dem Platze des Amsterdamer Eisklubs, zu dem der Hof erschienen war, eine der kläglichsten Demonstrationen, die man je auf sportlichem Gebiete veranstaltet hat, und bei weitem nicht dazu geeignet, der Königin eine Vorstellung von der sportlichen Entwickelung ihres Volkes zu geben. Infolge der von dem Komitee an die verschiedenen Sportvereine zu spät ergangenen Aufforderung hatten diese zum größten Teil die Einladung einfach rundweg abgelehnt, so daß die Beteiligung überaus schwach war. Die Veranstaltung, welche ursprünglich alle Sportzweige umfassen sollte, beschränkte sich daher in der Hauptsache nur auf einen Aufmarsch einiger Jugend-Turnvereine mit anschließenden Freiübungen, die sehr mittelmäßig waren, und nicht den geringsten Beifall der zahlreichen Zuschauer hervorriefen. Lils die königliche Familie zufällig etwas früher, wie angekündigt, erschien, waren gerade ein paar Böckser damit beschäftigt, sich die Kinnbacken zu demolieren und die Königen hatte eben noch 3eit, dieses erhebende Schauspiel zu genießen. Zuguterletzt erhielt noch ein jugendlicher Schleuderballspieler den Ball so unglücklich aufs Auge, daß er besinnungslos vom Platze tDcggetragen werden mußte. Es ist bedauerlich, daß die hohe Entwickelung, die der Sport in den letzten Jahren in Holland genommen hat, (wir erinnern nur an den Sieg der Hölländer über die Engländer im Fußballspiel), bei diesem nationalen Sportfest in so minderwertiger Weise demonstriert wurde. Dagegen kann das Fest in den nationalen Kleidertrachten in jeder Beziehung als vollkommen gelungen bezeichnet werden, dank der sorgfältigen Vorbereitung durch das Komitee und der regen Teilnahme aus allen Gegenden des Reiches. Es war fern buntes Maskenfest, wie vielleicht der Fremde im ersten Augenblick hätte glauben können, sondern alles echte holländische Kleidertrachten, wie sie jetzt noch in verschiedenen Teilen des Landes getrogen werdeti. Reizende Seeländerinnen mit Spitzenhäubchen, roten Korallenhalsbändern, halbnackten Armen unb weiten bunten Röcken, eine Gesellschaft Scheveninger Fischer in weiten Pumphosen und dicken silbernen Kiiöpfen an der Weste, Hmdeloopers mit ihren charakteristischen, oben spitz zulaufenden hohen Hüten kräftige Fricsinnen mit langen Locken unb reichlichem Goldschmuck int Haar, und Bewohner der Inseln Marken und Volendene m ihrer malerischen Tracht, hatten sich auf dem Platz des ElsUubs emgefunben und boten dem Auge ein farbenfroh buntes Bild. Ein Diner das alle Gäste vereinigte, und an dem auch der Hot leilnahm, beschloß dieses nationale Kostümfest weih bie Hauvt- numnicr bes reichhaltigen Festprogramms bildete. — Gleichzeitig fand aus der Amstel ein Wasserfest statt, bei bem lieh eine Anzahl von Motor- und Ruberbooten zu einem Blumenkorio vereinigten, und bas sich ebenfalls reger Teilnahme erfreute xen Schluß bildete ein Wasserballspiel, helfen beide Parteien aus den besten Spielern des Landes znsammengeUellt waren. Montag, 15. September 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: öl. Redaktion: e*$112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. Hauptversammlung des hessischen Landescewerbevereins. l. Lauterbach, 14. Sept. Die Hauptversammlung des Landesgewerbevereins für bas Großherzog tum H e s s en sanb gepern unb heute in den Mauern unseres Kreisstädtchens statt. Alle Gewerbevereine aus den drei Provinzen hatten ihre Vertreter mt. sandt, so daß der große Saal im „Johannisberg" kaum bie Gälte fassen konnte. Tic Tagung begann gestern abend mit einer Begrüßungsfeier im Saalbau. Der Vorsitzende bes Gewerbevereins Lauterbach, Schlossermeister Otterbein, Bürgermeister und Land- tagsabg. Stöpler-Lauterbach und Geheimrat Noack-Darmitabt, der Vorsitzende des Landesgewerbevereins, hielten Begrüßungsansprachen. Sehr viel Beifall fand der Lichtbildervortrag des Hauptlehrers Schindel-Alsfeld über „Bau- unb Handwerkskunst früherer Zeiten im Bezirk Lauterbach", in dem Bilber von^Lauter- bach, Alsfeld, Schlitz, Romrod, Herbstein gezeigt wurden. er Gesangverein Liederkranz und die Stadtkapelle trugen zur Verschone-» rung des Abends bei. _ ... Tie Hauptversammlung nahm heute vormittag 1 >11 Uhr unter Leitung des Geheimrats Noack - Darmstadt ihren Ansang, vieler begrüßte besonders den Vertreter der Staatsregierung, Cberregie rungsrat Gräf, den Provinzialdirektor Dr. U 11 n g e r , den Kreisrat von Bechtold, bat Vertreter ber Hanbwerkskammer, der Sterbekasse und den Vorsitzenden des pfälzisch.n Geivel b Vereins An den verdienstvollen Förderer des Landesvei. , Ministerialrat Münz inger-Darmstadt, wurde cm Telegramm ab- qei'anbt. Cberregicrungsrat Grä s .überbrachte die Gruße und Wünsche der Regierung. Er wies auf die staatshilfe hin, neben Der das Handwerk auch der Selbsthilfe bedürfe, um leine Lage Zuver- bessern. Die Fachschulen müßten von der Jugend mehr besucht Deutsche Kolonien. Das Zentrum setzt Schutztruppenkommandeurc ab? Zeitungen aus unserer ostafrikanischen Kolonie melden, daß der verdiente Kommandeur unserer Schutztruppe, Oberstleutnant Freiherr v. Schleinitz, der ^ich augenblicklich auf Urlaub in Deutschland befindet, aus seinen Posten nicht mehr zurückkehren wird. Ueber die Ursache" diese- Rücktritts erfährt die „Tagl. Rundschau folgende^. Während der Beratung des Kolonialetats erging sich der Erzberger in heftigen Angrisseii gegen die Schutztruppe und ihren Kommandeur. Er behauptete, daß gelegentlich einer militärifd en Erpedirion nach llrunbi (zwilchen Tanga Mika- unb Kiwuste) eine Reihe von Gewalttätigkeiten und Gransam- KUvusee) eine juw c „ vorgekommen ,em sollen. dic B-zi-hung-n to 'ruh-rm SnÄLrt »S enbero 8« Fr°ih°rrn Schkmw E Gog-nscch SU ÄÄ hierauf erfolg^ tm - 15 März trat dieser von Tanga UP EäÄ L ÄÄ3 sich, die auch etngtiettct td : abfdilofe. Alle gegen ihn sertigung für den verdient Zuständig haltlos heraus, erhobenen VorlvursesMten 1 a Angelegenheit, wohl mit In ben testen Tagen s't» m g Meinung Rü-ksickt barairt i»6rritm ton $rt>m. v. Schteinis fürchtet, eine Wendung vv z „ fertig geschriebenes 2kb- wrbc nngetotet, RÜckk-hr des It'SrtärTsr 8« warten, der die endgültige Entsche.- dnng treffen soll. _ Kirche und Schule. Die Kurie gegen die Wissenschaft. Der Kampf der Kurie gegen die Wissenschaft hat em EgBSSS Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Deutscher Anwaltttag. ^.Breslau, 13. Sehl. Die heutige zweite Sitzung des 21. Deutschen Anwalt tageö begann mit den Vorstandswahlen, die in der Zusammen-* setzung des Vorstandes keinerlei Aenderungen mit sich brachten, sowie mit der Bekanntgabe der Einladungen aus Frankfurt am Main, Karlsruhe, Dresden unb Leipzig für den nächsten Deutschen Anwaltstag. Ein , Beschluß bezüglich des letzten Punktes wurde vorerst nicht gefaßt. 1., , Das zweite Hauptthema der Tagung betraf die „termitt « lung ber Wahrheit im Z i v i l P r o z e ß" Justizrat Koffka (Berlin) hatte hierzu ein umfangreiches Gutachten er- tattet. Als Berichterstatter zu bem Thema waren Justtzrat Dr. Heilberg (Breslau) unb Rechtsanwalt Dr. Mi11eIstaedt (Leipzig) bestellt worben. In dem Referat des ersteren royb u a. verlangt, baß sich bie Wahrheitsermittlung nur auf rechtserhebliche Anführungen zu erstrecken habe vorbehaltlich ber von Amts wegen zu berücksichtigenben Punkte. Innerhalb der streitigen Tatsachen ist es unzulässig, wissentlich unwahre Behauptungen a u f z u st eilen ober wahre Tatsachen zu bestreiten. Die Mitwirkung ber Anwälte bedeutet eine wesentliche Erleichterung ber Wahrheitsermittelung. Es ist wünschenswert, baß von dem Recht ber Anordnung des persönucksen Erscheinens der Parteien in weitem Umfang Gebrauch gemacht wird. Die Vernehmung als Beweismittel ist abzulehnen, ebenso die eidliche Vernehmung der Parteien als Beweismittel. Der Beweis für eine bestrittene Tatsache kann auch durch den Antrag auf Beiziehung einer amtlichen Auskunft angetreten werden; die Behörde soll bie Auskunft nur verweigern können, wenn der Bekanntgabe bes Inhalts wichtige Bebcnken entgegenstehen. Nachdem der zweite Berichterstatter diesen Ausführungen su< gestimmt hatte, fetzte eine lebhafte Aussprache ein, in welcher zunächst Jseh (Berlin) bestritt, daß bie Pflicht existiere, dem Gegner vor Gericht unbebingt die Wahrheit zu sagen; es brauche niemanb vor seinem Konkurrenten vor ben Gerichten bi-Wahrheit zu sagen. Die Wahrheitspflicht für ben Anwaltsst^d mürbe zu noch mehr Denunziationen seitens rachsüchtiger Parteien bet ben Anwaltskammern führen. . .. R.-A. Kann (Zempelberg) sprach sich bahin aus, daß der Anwalt grundsätzlich verpflichtet ist, die Tatsachen der Wahrheit gemäß vorzutragen. Es empfehle sich jedoch mcht, diesen Satz Gesetz zum Ausdruck zu bringen, vielmehr solle man die Erfüllung ber Wahrheitspflicht dem Takt und der Gewissenhaftigkeit des Anwalts überlassen. Geh. Justizrat Jacob so hn Berlin) halt es für nicht zweckmäßig, wenn bie Parteien persönlich vor Gericht erscheinen, ba ihre Anwesenheit der eigenen Sache nichts nütze, wohl aber meist schade. Hackenburg (Mannheim) bekannte sich als „Wahrheitsfanatiker" und erhob Einspruch dagegen, daß auf einem Anwaltstag behauptet werde, eine Wahrheitspflicht durch Dick und Dünn existiere nicht. Auch Trucker -Leipzig) betonte, daß man mit der Wahrheit nicht schalten unb walten dürfe wie mit einer gewöhnlichen Kleinigkeit. Justizrat Levysohn (Berlin) wies daraus hin, daß als Anwalt auch Tatsachen behaupten könne, von welchen tc nicht wisse, ob sie richtig seien; er frage, wo ba bie Grenze ber Wahrheitspflicht sei m . Tie Aussprache war bannt beendet. Die Thesen ber Redner? würben angenommen unb i'obann bie Tagung durch den Vorsitzenden geschlossen. An die Tagung reihten sich Ausfluge tn das Riefengebirge und den vberschtesischen Jndufttiebezirk. veutfcher Richtertag. ** Berlin, 13. Sept. Ter Deutsche Richtettag befaßte sich in seiner zweiten Sitzung mit dem Thema „Der Richter und die B e r b r e ch e-n s b e k a m p- sung im neuen Strasrecht". Ter Redner Prof. -tr. Rumpf iMannheim) stellte hierzu eine Anzahl von Leit,atzen vor und trat schließlich dafür ein, daß die Strafgesetze lo beschaffen fein müßten, daß sie dem Richter die wahrhaftige und ungekünstelte Tatsachenfeststellung und Rechtsanwendung erleichtern Es sei nicht angängig, wenn gerade der Richier, ber um ein möglichst gerechtes unb prattisches Ergebnis m jedem Einzel- failc bemüht sei, dies nur durch eine recht gewundene Urteilsbegründung erreichen kann. Angesichts der Frage, ob vorsätzliches oder fahrlässiges Tun, ob Mittäterschaft oder Beihilfe in Frage komme, versetze den Richttr ost in die Lage, freizusprechen oder etwas gekünstelt und gewaltsam eines dieser Momente als vorliegend sestzustellen. Deshalb müsse von den Praktikern Abhilfe gefordert werden. Ter Redner brachte hierzu entsprechende Vorschläge Auch die Vorstondschast des Deutschen Richterbundes ist der Ansicht daß das Strafrecht ber Gegenwart eine freie Stellung zur gerechten und wirksamen Bekämpfung des Verbrechens erfordert. Die Forderung der Vorstandschast ging deshalb nach einem Abolitionsrecht, nach einem weiten Strafrahmen, vielfachen Stras- arten unb sichernden Maßnahmen. In der sich anschließenden großangelegten A u s, p r a ch e hob Oberamtsrichter Rieß (München) hervor, daß durch bie Verhandlungen über das Thema sich der große Gedanke hindurchgezogen ^habe: Abänderungen des geltenden Sttasrechts, die den Richtern mehr Macht in die Hand geben, bedeuten für den Richter ein Mehr von Verantwortung. Der Richter ist zur Gesetzestreue verpflichtet. Der exttemen Freiheitslehre, die ben Richter vollkommen freistellen wolle müsse ein Riegel vorgeschoben werben. Wenn es wahr ist, baß Richterfteiheit eine Beschränkung ber Bürgerfreiheit bedeutet, so müßten die Richter mit bem Verlangen nach Freiheit zurückhalten, weil Bürgerfreiheit vor Rächtenreihert geht. Aber die Behauptung sei nicht wahr. Wit der Erweiterung verstorbenen Tübinger Professors Franz Xaver < Funk. ■ Schon vor Jahresfrist meldete die Unitä cattohca, bie ronmche 1 Konsistorialkongregation, zu deren Geschäftsbereich die Ueberiotr chung der Studien des gesamten Welt-- und Ordensklerus gehört, ■ bereite einen Katalog solcher Bücher vor, die, obwohl noch nicht auf dem Inder stehend, doch für den Unterricht und die Privat studien ber künftigen Geistlichen und Ordensleute verboten sein sollen. Der Katalog scheint inzwischen ganz im geheimen erschienen ober wenigstens fertiggestellt worben zu fein, xenn ber Erlaß der Konsistorialkongregation, wodurch Funks Krrchen- geschichte verboten wird, trägt das Datum vom 7 Januar 1313. Man muß nun bedenken, daß Funks Kirchengeschichte noch das ganze letzte Sttidienjahr des Tübinger W il Helmstifts in den £>aiweii der dortigen Theologen war; der Erlaß scheint also dem Brfchof von Rottenburg gar nicht zugegangen zu fein. Seit dem Jahr 1888, wo das Lehrbuch der Kirchengeschichte m erster Austage erschien, mußte es Jahr für Jahr von den Tübinger Theologen angeschafft werden. Auf Grund dieses Buches dozierte Prof. Funk, dozierte bis zum Schluß des Sommeriemefters 1913 auch fein Nachfolger, Professor Bihlmeyer, ber es 1911 m 5. Auflage herausgegeben hat; uad) biesem Buch wurde feit 2o Jahren der gesamte württemoergische Klerus geprüft, und die Bifchofe von Rottenburg (Hefele, Reifer, Keppler) erteilten der ersten Auflage und allen weiteren Auflagen bis zur neuesten 6. (1911 > ohne -instand ihre Approbation. Zu der 2. Auflage (1890) erschien seinerzeit (1891) eine sranzösifche Uebersetzung. Msgre. Duchenne, der bedeutendste französische katholische Kirchenhistoriker, fchneb das Vorwort zu ihr, unb in einer Reihe französischer Diözesen wurde das Bulch mit Approbation der betreffenden Bischöfe eingefuhrt, so daß im Jahr 1907 bereits die ö. französische Auslage erscheinen konnte. Als 1902 die 4. deutsche Auslage herauskam, war Funks Ansehen bereits so verbreitet, ,daß nun auch eine italienische Uebersetzung nötig wurde. Sie erschien m den Jahren 1903 01, wiederum mit kirchlicher Approbation. Auf Grunb der 5. Auflage endlich (1906), der letzten, bie Funk selber noch vor feinem Tob beforaen konnte, wurde 1910 auch eine englifche Uebersetzung veröffentlicht; auch sie trägt bischöfliches Imprimatur. Wenn nun ein solches Lehrbuch, von dem ber streng katholifche Philologe o.n ber Universität München, C. Weymann, fchneb, es habe zur Erweckung unb Stärkung des hiftorischen Sintis, haup.- sächlich in den Kreisen der ftubierenben theologischen ^"gcnd, mächtig beigetragen, ein Buch, das 25 Jahre lang im offiziellen und approbierten Gebrauch von Tausenden junger Theologen und Öieistlichen verschiedener Länder war, plötzlich zur Abichafsung bestimmt wird, io bedeutet dies einen ber schwersten schlage, die die römische Kurie unter Pius X. gegen die katholilchttheologifche Wissenschaft geführt hat, eine Diskreditierung hochgeschätzter Lehrer vor ihren Schülern unb eine maßlose Verwirrung für bie studie- renben Theologen, bie sich angesichts solcher kirchlichen Maßtiahmen immer skeptischer fragen, was sie benn eigentlich für wahr halten sollen unb bürfen. Die römische Kurie begrünbet ihr Verbot mit bem „na tu - ralistischen Geist" bes Buchs. Weil Funk (wie Duchesne, Ehrhard, Kraus unb andere katholische Kirchenhiftorrker) die Kirchengeschichte nicht als bogmatisches, sondern als rem hiftorisches Fach behandelt, einfach die empirischen Tatsachen reden laßt deshalb ist diese Art von Kirchengeschichtschreibung „naturali|ti|ch". wie der zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellung I der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm | Landwirtschaft. Wetter 18.8 12,0 11.8 Gewitter Temperatur am 13. bi« 14. Sepie HutÄ* r ... » - 14- . mber 8 SSW - 4- 19,6* C. - 4- 10,8* C. SepL 1913 w»rden mit stürmischen, Beifall ausgenommen. Die Gesangs- abteilung unter Leitung dcS Dirigenten Karl Aletter ver- schönte die Feier durch den Vortrag einiger Lieder. — Gin übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt jeder Inhaber einer Pofthilfsstetle für die bei dieser nie- dergelcgtcn Wertsendungen usw. Es ist zweckdienlich, daß die Ausgeber die Eintragung der Sendungen usw. in die bezeichneten Annahmebücher eigenhändig besorgen oder sich wenig» stens von der Buchung durch den Landbriefträger oder den Posthilfsftelleninhaber überzeugen. Ta diese Bestimmungen noch immer nicht ausreichend bekannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht. 738,1 ' 788.4 739,2 Landkreis Gießen. 4. Heuchelheim, 12. Sept. Gestern wurde der Zentner Zwerschen hier für 2,50 Mark verkauft. Dafür mußten sie aber noch bis an den Eiscnbahnwaggon gebracht werden. . h. Larbach, 12. Sept. Lbcrhesscns ältester Schäfer dürste der hiesige Gemeindcschäfer, Kaspar Schäfer sein, der dieser Tage seinen 92. Geburtstag feiert. Der greise Pa lriarch entstammt einer alten .Hirtenfamilie und blickte in diesem Sommer auf eine 77jährige Tätigkeit als treuer Hirt seiner Herden zurück k. Bettenhausen, 12. Billige Zwetschen gab es bei der gestrigen Obstversteigerung. Für 600 Zentner wurden nur 120 Mark gelöst. “ Lollar, 13. Sept. Wie aus dem Inseratenteil er sichtlich, beabsichtigt der Bezirk Gießen Gabelsbergcr'scher Stenographen am Donnerstag, den 18. Sept., in Lollar einen Anfängerkursus in Gabelsberg. Stenographie zu eröffnen. Kreis Lauterbach. k. Lauterbach, 14. Sept. Der älteste Veteran des Vogelsberges dürfte Kirchendiener Georg Iöckel. Langenhain sein, der den bad. Feldzug 1848—49 mitmachte und jetzt 85 Jahre alt ist. Ec ist noch sehr rüstig und verrichtet täglich Feldarbeiten. eh. Aus dem Rheingan, 12. Sept. Uns wird niitgetcilt: Bei der gestrigen Rheinfahrt des Deutschen Weinbau-Kongresses ivar der ganze Rhcingau festlich beleuchtet, nur der Ort Hattenheim und daS Schloß ReicharS- hausen machten eine Ausnahme. Beide waren in das schönste Dunkel gehüllt. Tie Teilnehmer an der Fahrt glaubten erst, daß cS eine Ueberraschung geben würde, doch eS blieb alles dunkel. Kurz vor den Festdampfern mären S'vei Personendampfer zu V , gefahren, die von Hattenheim mit der schönsten Beleuchtung begrüßt wiirden. Als dann die richtigen Dampfer kamen, denen die Beleuchtung gelten sollte, lag alles im Dunkel. 8 Bad-Rauheiin, 14. Sept. Ein VereinS-Wett- turnen, an dem 50 Zöglinge, Turner und Fechter teilnahmen, veranstaltete heute unser Turnverein und verband dann abends bei der Preisverteilung damit gleichzeitig eine turnerische Jahrhundertfeier. Oberamtsrichter Dr. Fuhr hielt den Festvortrag, in dem er das Leben und Wirken Friedrich Ludwig JahnS schilderte. Die von Be- I der Weide zirka 100 Mk pro Stück: derselbe bestebt r ; t adele I in der wicbtsrmrahme von etwa 70 Kilogramm >andern in .Vr Vnbeiftrung der Körverwrm und Konst,lunon, wie sie öi,nb Nai ständigen Aufenthalt auf nälrswn'reikber Weide und in ir.'dxr gesunder Luft berbeigeführt wurde Ta nur die baren G^strhunis- kosten als Zuschlag zu den Ankaussmciftn berechne: werden, erhalten die .Häuter auf die Steigpreisc nocb einen Preisnachlaß, n> daß sie auf jeden Fall recht vreiswcrrcS Zuchrmareriat erworben haben. Diefes Bersteigerungserqednis ist cm dcuilut-cr Beweis dafür, daß die Biedzüchtcr gar nichts besseres hin tonnen, als ihre eigenen für den Weidegang vorbereiteten Tiere während deS Sommers auf die Jungtuchweiden zu schicken und sich mit dem niedrig bemessenen Deidegeld von 40 Mark eine Der:- erhöhung ihres .Biehes sichern, die bei Stall Haltung nur mit viel groncren -tonen zu erzielen und in gesundheitlicher Hinsicht überhaupt nicht zu erreichen ist. *= Büdingen, 14. Sept Tie landwirtschaftliche Kreisschau, die uom 20. bis 22. September hier abgebalten wird, beginnt nunmehr insofern greifbare irormen anzunebnien, als unter sachkundiger Leitung des Vorfifunden vom Bauan»- schuß, Cbcramtmann Hahn, sowie der technischen Beiräte Straub uns Eich auf dem Festplatz Hallen entstehen -bekanntlich wurde als Frftvlatz der werte Wiei'enplan bei der Saline gewählt, und das in weiser Vorsehung, weil der immer mehr erwr? erliche Ausdehnung der Schau und ständigen Vergrößerung der Aus- stelliingshallen keine Beschränkung auferlegt werden muß Mach anteiligem fachkundigen Urteil übertrifft die 4ieid)baltmfcii der Schau alle Erwartungen. Tie Ausstellung wcro cm Samstag, vormittag 8 llbr, geöffnet, die eigentliche Eröffnung mit Nund- " Steuerwesen. Am 10. September d. Jg. wurde der Milttäranwärter Vizemachtmeister Karl Becker auL Gießen vom 1. Oktober d. I«. an zum Cteueraufseher er- nannt und ihm der CteueraufsichtSbezirk Nidda mit dem Wohnorte Nidda zugeteilt. •• Eichmeister. Der Grobherzog hat am IS. Sev- tember d. IS. den Eichmeister bei dem Eichamt Gießen Friedrich Wilhelm Flohn in Gießen zum Eichmeister bei bein Eichamt Mainz und den Eichmeister bei 'dem Eichamt Offenbach Johann Heinrich Schmidt, z. Zt. in Mainz, zum Eichmeister bei dem Eichamt Gießen, beide mit Wirkung vom 1. November 1913 an, ernannt. -DerVercin Hessischer Ziegeleibesitzer unter- nahm am ß. September emen AiiSslug nach Leipzig zur Be- sicht.gung der Bausach-AuSstellung, anstelle seiner Herbst- Wanderversaminlung. ES hatten sich außer Mitgliedern deS VeremS pespscher Z.egcleibesttzer noch solche dec Frankfurter und Hanauer Vereine angeschloffen und eS wurden außer der Baufach. Ausstellung auch die Sitzungen des Verbandes deuticher ^»industrieller, deS Zentralverbandes der Ziegelei- besttzer Deutschlands und des Verbandes der Ziegel-Verkaufg- verem.gung besucht, an denen die Mitglieder regen Anteil nahmen. Cantern und Reifen, Bätet und Sommerfrifcben. •• ‘Bon ber Lahn, 11. September. Durch die Schachina eines neuen Wanderpfadc? von der Niipbachtalrnündung bis mr Ruine Brmmenburg hat der 2aunu«flub kürzlich eine ber rei>- vollsten Partien deS Lahntals der Touristik erschlossen. Der Wci fuhrt kurz vor Gmenacker auf d.e Höbe, um bei Laurenburg wieder da« Tal zu e^eichen, dann folgt er der Bahnlinie durch das Tal da» an bieler tteüe besonders wild und eng ist, bis Häuser und von hier aufwärts nach der Rmne Bnmnenburg Leid/f lwbe.r rohe Bubenhände bereits zahlreiche Wegebeze chnunacn wieder abgerissen. “/''uugen » f. 3evcr LandbricstrSger führt aut seinem Bc stkllgang em Annahmebuch mit sich, welches zur Eintraauua der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Ein- schreib,endui,gen, Postanweisungen, Zählkarten, gewöhnlichen Pakete. Nachnahmesendungen und Zeitungsbestellungeii to- m r verunglückt ist der 12jähr,ge Sohn deS Balmbediensteten L., der vom Rade stürzte und eine Gehirn- erschütterung erlitt. gang ist um 12 Uhc nnd das Ergebnis der Prämiierung wird gegen 1 r4 Uhr verkündet. Für den Abend des einleitenden Fest, tages bat der Vorsitzende vom VergnügungSauSschus-, Ccfenamic- rat Andrae, einen bunten Abend in die Wege geleitet, bei dem die einheimischen Vereine, neben der Musik vom 2 Grvßb Heff. Jnf.-Reg. Nr. 116 „Kaiser Wilhelm", berritnnlligst zur angenehmen Unterhaltung und (rrböbii Kreis Friedberg. t Friedberg, 12. Sept. Im Mathildenstift blieb im letzten Geschäftsjahr der Besuch erheblich gegen den der Vorfahre zurück; während 1910 die Zahl der Pfleglinge betrug, sank sic 1911 auf 25 und letzthin auf 16, oder 6 weniger als der Durchschnitt der letzten 20 Jahre betrug 4>er Gesamtbcstand belief sich auf 118 int verflossenen Anstaltsjahr, hiervon befanden sich 81 in Familienpflege. In 0kn 48 Jahren ihres Bestehens herbergte die Anstalt 974 Zöglinge. 14 5 i:,c 12,7 10,4 iing der Feüessniiimün.i tragen i-.^ertu-n Tic gesanglichen Lenningen deS Li sind rühmlichst^bekannl, nicht minder werden die : Hebungen des Turnverechs imb der Schnitterreigen, getane von 8 Paren der Turn gesell schäft, gefallen. In allen Borbereitungen spiegelt das Mitwirken der Bevölkerung 3um guten (Gelingen Festes Noch werden die vorhergebenden Strapa', n kaum übrnüiinch-n sein, so nabt schon der Haupt wie an den beiden anderen, die Ausstellung vormittags 8 llbr zur Besichtigung geöffnet. Neben dem vielen SebensNwrten wird non 1 -12 llbr bis 1 Uhr Konzert auf dem Festplav zur Unterhaltung beitragen: aber dann heißt es, nicht nxitcr g.-säumt, denn gegen >»3 llbr soll ja der Frstzug, der Warn nun fr vom Hauptfesttag, herrliche Bilder vor den Augen entfalten Auf einem prächtig geschmückten Erntewagen wird EereS, die (Wötnn des Ackerbaues, umgeben und gefolgt von Schnitterinnen und Schnii fern thronen. Flora und Pomona werden auf dem Wagen des Obst- und Gart en bau Vereins verherrlicht, weiter rwvN-n Burschen mit Blasinstrumenten eine Bauern kerb versinnbildlict>en Seine Durchlaucht der Fürst stellt einen Fagdwagen unb die Büdingec Schühengesellschäft einen Schützenwagen, auch die Mc'g.nnnung hat ihre Mitwirkung zugesagt und wird eine Anzahl geschmückter Cdffen inmitten der Metzgergesellen mithibrrn Tr '.’icmct mit ihrem hastenden Leben und Treiben wird in der Darstellung der Elektrizität im Dienste der Landwirtschaft ww- in modernen Maschinen u. a. vertreten sein. Wo so viel Freude herrscht, darf Bacchus und Garnbrinus nicht fehlen, die durch ihre Fänger von dem edlen Naß spenden. Nachdem noch gar manch andere die Aufmerksamkeit in Anspruch genommen bat, ir-tro der Wagen „Feierabend" schließen. Nachdem der Beschauer M' farbenprächtige Bild des Festzuges an sich hat vvruberziehen lassen, muH er sich beeilen, um der um 4 Uhr auf oem Frstplatze statt - finbenben Vorführmig der prämiierten Tiere im großen Pot* fühnmgsring beiwohnen zu können Bon 5 Uhr ab verewigt ber Feftplatz die Besucher zu geselligem Zusammensein, Tanzvergnügen und sonstiger Kurzweil. Am Montag vormittag lortbeit btc tuerfannten Preise ausbe zahlt, ein ihmwrt nrirh bi Fs hl- schlage leichter übenmnben lassen und die Freude bei (i dal gen steigern Am Nachmittag wird ein Jugendfest auch den jüngeren Geschlechten! Freude bereiten, dcm später Bolk.-> lushaung den Abschluß gibt. werden, um einen tüchtigen Nachwuchs heranzubilden. Tie Hand- follten ihre -ohne mehr dem Handwerk zuwenden. Tie Vandwerkergeseygebung oon 1897 soll werter ausgebaut, den Ge> S2erf,”7l ö,a3 Wahlrecht zur Handwerkskammer gewährt wer- frfiriH v I(i},(ir,nt9bcn?t -rur 1912 inqi einen erfreulichen Fort- Writt, bie Mitglieder zahl itteg, d.e Schülerzahl nahm um 800 zu. :^°&nbe brachte im Anschluß an den Fahresrückbl.ck auf ben Großherzog, den Förderer bt? Handwerks, ein Hoch aus. — weiblicher Gewerbetreibender lC?” b/s LandesAewerbcvercins und der L rtsgewerbever- ° ^^ "in.t.mm.g bndiloijtn, 8 3 ber Satzung soll eine dahin- ^?bren Tie Gewerbeschulen sollen dafür far- gen, bah aurf) b’c weiblichen Lehrlinge Ausbildung erhalten. bte Tagung des Landesgewerbevere,ns 1914 melden sich ^^bach. Langen, Lcligcnstaot und Ncu-Fsenburg. I i £ Lstimmung erhält bet Verein Erbach, gegründet 1847, m m Gewerbeverein, die Hauptvenammlung. yrfnncbrrr .Uahl-Larmnadt berichtet über die Bildung von ^,n SJ) r,u p p c n tHnerbafb der Bczirksverdände. Im Hinblick auf Die Geiahrrii, welckie dem Handwerk von ber Industrie droben, sei die Organisation notig zur Förderung der Unteren en des Hand (sra? ^^ufe, welche Die Neigung zur ^nnungsbrlbung haben (löMer, Metzger, ,-sn,eur ufroj, bleiben vielfach den Gewerbever- tl!1' ro,rt> bem Antrag des Redners gemäß beschlossen: k utr9 von beruflichen Fachgruppen innerhalb der Bezirks-! l,t notwendig Zm Anschluß an den Antrag Gießen. I lungen über lhenoisenschaften mit beschränkter und unbeschrankter Haftpflicht" hielt Rechtsanwalt Kaufmann-Gießen! einen )ebr lehrreichen Vortrag ber lebhaften Beifall erntete. Tas Genopenicha'lsgefetz bom 14. Juni 189X habe mich feine Nachteile, Aenderungen leien anzustreben Er weist besonder:- auf bie Ge fapreii für Mitglieder von Genossenschaften mit unbeschränkter Hast -1 P’pLu,l^Lunbeftrausmüllcr-Gießen einstimmig angenommen. 11 Arr Jiecmer zogt, wie der lwhe Stempel in den letzten .3 Jahren Die Bautätigkeit sehr gehemmt habe zum Schaden für das Ban^ gewerve und die Darin tätigen Bauhandwerker ... ^o^"^?köirektor Tr. U finger spricht seine Bewunderung ü,"" V? ?b" die Leistungen der Sonntagszeichen-. « u®iviö ^aqng jajuoene. ttne von Be- tatir ZU' zeichnet ''sorE "LLn kür' die det.lsche Turnsachc getragenen Ausführungen gerne d.e Ausbildung des' HandwerLnachwuV^ 'ra,,rb,?n m,f n,,nm***" ....... ' - öbnbiM ber Handwerkskammer, Engelbach-Darmstadt, bc- EX die >ientral,teile sich bereits mit Erfolg bemüht habe, v.« ucw«, uiuai urn x>c LLLrL: w.",. getern im wi.d.r b« un«: fd)(oij Geheimrat Noack die Hauptversammlung. Im Kasino fanbl ° n ?" hte, der wieder alte deutsche Lieber und Balladen darnach ein Festessen statt. ' hm: Laute fang. Le die AUsstellUng im Starkenburg und Rheinhessen. fdmlcn Friedberg, Gießen, Nidda und Büdii als auch der dtcnen sollen, sind ganze Straßenzügc neuer schmucker SonntagSfchnle Grünberg, Hungen, Lauterbach, -Ortenberg, Butz- samten- und Arbeiter-Wohnhäuser entstanden. Jedes dieser bach^chlitz, Öftesten, Alsfeld, Friedberg und Nidda. Wohnhäuser liegt inmitten mustergiltig gepflegter Gärten —-i. - ------ । . I >0 ba& ber jungcOrtüteil das Gepräge cinerGartenstadt trägt' An» Stadt nnd Land. Wachstum der Bevölkerung trägt der Bau neuer Ge- /t, . r , ichaftshauser in ausgiebiger Weife Rechnung. Auf dcm ebe- » , . ... , ® 6 n* 16* September 1913. maligen von Seckcndors'schcn Gelände baut eine Frankfurter tolcf-en (Äilf /n L-rr fl.c f 511 A.unb Landkreis ^'rma einen Villcnblock. Unter den Gcmeindebauten sind ®benb van 6V-8 Uhr 9 * Sprechstunde: Jeden Dienstag tzcivorzuheben der Umbau des Seckendorf'schen Herren '• U,)r* , I Hauses zu einem Krankenhaus, der Rathausneubau im •• c: ». t.«* c* ~ n l i Ä ■ ! 4>ark und das große 16klassige Schulgebäude Tic freiblei" b r,„ o^C r wurde am 11. September bcnden Parkflächen werden allgemeinen Zwecken zugängig . Js. den. Zehrer Alexander Muth zu Gensingen, Kreiß gemacht, vor allem der Erholung. Bingen, eine Lehrerstelle an der evangelischen Volksschule zu - - - - Ctd), Kreis Wormö; dem Lehrer Wilhelm Webemeyer zu Ober-KainSbach, Kreis Erbach, eine Lehrerstelle an ber Volksschule zu PfebberSheim, Kreis WormS. Versteigerung von Weiberindern in qen D'e vorn LandwiNichEkammcr-Ausschuf' auf der Jungvichweide 3dl veranstaltete Versteigerung von Saberinbcrn batte diw gwfie Anzahl oberheNlschcr Landwirte zur B,-tciliguna flni» ISt die Mmgec auch die Mctzgerinnung eine Anzahl qefifimiitftcc ühren. Die Neuzeit mit ) in der Darstellung der Wit sowie in modernen viel Müde herrscht, darf ie durch ihre Zimger von gar manches andere dir n hat, wird der Vaaen Icfätiuer das sarbcnpeLch- mrüberzichen lassen, mg ms dem Zestplatze staü- Tierc im großen Dor- fort 5 llfr ab tvrcüiigt i .Sufannwin, Saw ontag Mrmittaa ixrbcn Ivnzerk wird die W- .e Trcude der Egen chsest auch den jüngem er MlvbeluMng den 89^- i-e- lS,b' 0- O8‘C. r 11 b>- bar?,?'. Mi. ?.>ÄÄ,S-' breiteten iu Men - ■ ^tallhaltun? $R1 | -ztekammer in 0t* se der Aerztekammer in d hat K ihren und Dänen ' roartig über m W Mrte die RaiicMnm- Höhe von 8180 Mt-die 500 Ml Aus anderen Müsen msgezaA am r der UnterWiM-M -Nsi-nA^rbZ! SS»*- »fort tot. - ,-§|aq ein urde «'n ^»"ZÄnter >ug /erBacker« ’Ä?' ÄN Äiii. re Fern,abgeh^ -SM intet mehr ^Rlt, i» J AÄ „ Eechtimmung fy- E bc§ Liederknans Äj«hie hirneriidm , 9etanjt vo« ' °llen ^orbereiturnim ? 8™ guten (Minqen S" %atQiEn kaum Obsttag. Sieb mm wiro "gtwrnnttags 8 W «ehenswetten wird von m -Matz zur Unter mmt weiter gefäumt, ig. der Glanzpunkt von gcn entgalten. Aus ein® Gete§, die Göttin fe hmtterinnen und SA> >en aus bem Wagen des ’ weiter werden Burschen versinnbildlichm. Leine Den ächten Jfbrnfmfi öibt es nur in den hellgrünen Paketen mit den dunkelgrünen Bändern, u niemals löset y, ?kllkim 6011 Statt Karten (a*°M Nach Erhältlich in den Kohlenhandlungen Pfund Pfg. Pfund Pfg. Pfund Pfg. lose Pfund Pfund Pfg. Pfund Pfg. TRALEKHÜTE A. Salomon & Cie. unsere neuen, verbesserten Mischungen Giessen, September 1913 Braut.^c“e A. Salomon L Cie.,Schulstr. Rostschutzfarbe Arcolisi patentamtL geschützt. Bei Emil Fischbach Klavier- Stimmen Reparieren Polieren C8/» in tadellos. Ausführung. Willi. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Seltersw. 91 Fc«nspr.3S9 Pfund M 1.33, 1 30 Außergewöhnlich preiswerte und scin- schmeckende Mischungen Pfund M. l.<>0, I SO. Santos-Kaffee, naturell geröstet Psd. 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Äriftnll 11 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir hiermit unseren aufrichtigen Dank. Insbesondere danken wir der hiesigen Krankenpflegerin für die liebevolle Pflege, die sie unserer teuren Dahm- geschiedenen zuteil werden ließ. 6009 Familie Lotz. Familie Schäfer. Wieseck, den 15. September 1913. Helene Katz Julius Michel Verlobte Offenbach a. M. Glessen im September 1913 Gestern nachmittag 1/24 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Grossmutter und Tante Frau Sara Isaak geb. Hirsch im 69. Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Lieh, den 15. September 1913. Die Beerdigung ist Dienstag, den 16. September 1913. | S»F Kornkaffee kräftig, wohlschmeckend, bekömmlich '/z-Pfd.-Paket 1 \ '/»-Psd.-Paket, 1 erän ekänmeh- Dose ä 1 Pfund netto 500 gr 1 Mk.. langen 'ä __ p- Wo noch nicht zu haben, P^n wir K an Private eine Probedose äV2 Pfund ot zu 70 Pf", per Post franko nach jedem Orte netto 259 gr zahlun,T nach Empfang und Gutbefund. NiXÄe?? “-” -11 angebrochen, jederzeit Michtgeianen unbeschränkt haltbar und uns befm Kais Patentamt Berlin ge.setzlich geschützt [sl“/. Altona-Ottensen, MOBIL & C0., G. w. d. H. r? Mkgden Gebrauchswert von ca. 10 Pfund frischem A^i.^nfielsch. Man kann daher mit ca. 30-40 gr ?hihffiit •Gehäufter Teelöffel voll) Ochsena h Person .ün sfhr wohlschmeckendes, nahrhaftes Mittagessen mit dem Geschmack und Nährwert einer besonders kräftigen, würzigen - Fleischsuppe mit Gebratenem, Für die anlässlich des schweren Verlustes beim Heimgange unserer unvergesslichen FrauToni Steinreich geb. Friedberger uns in so reichem Masse bewiesene Teilnahme sagen wir herzlichsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Herzogl.BaugewerkschuleHolzmmden. ljodjbau W%S’5’ Tiefbau c.KS™ Sommeruntcrrldjt 2. April. Reifeprüfung. ITinterunterri^t 15. Ohtober. Die fjerzogl. Baugemerftfdiule ist m.d. Kgl. Preufi. Sdjulen gleldigeftelH. Schade & Füllgrabe Bahnhofstrasse 26 1 Telephon 186 Tzudwigstrasse 40 | Walltorstraße 24 fa15/e Billiger Cmmach-Zucker .ItniouWs welche 83,1/9 billiger und besser sind als Steinkohle. Machen Sie einen Versuch! Aus der Brotfabrik Wasen, ssranksntt a.M empfehlen wir L-H-Brot, hell ca. 4 Pfund Pfg. ca. 2 Pfund O| Psg. bO. Mtl ect 4 Psund Pfg. 41 ca. 2 Pfund 9! Psg. O-H-Brof ist vollkommen durchgebacken, nahrhaft und wohlschmeckend Gr°bb°»o^»^O^i°ts.°r°i «oben. ^Obstverfteigeenng. Donnerstag, 18. September, von 1 Uhr an, soll das Obst der Gemeinde Dorf-Gill, viele Zwetschen, Bäume sehr voll hängend, versteigert werden. Anfang nördlich beim Ort. Dorf-Gill, den 13. September 1913. Großh. Bürgermeisterei Dorf-Gill. __Kuhl.__6003 Nächsten Donnerstag, den 18. d. Mts., soll das Gemeindeobst, bestehend in etwas Aepfcln, einigen Bäumen Birnen (gute Luise und frühe Glockenbirne) und einer großen Dtenge sehr voll hänaendcr Zwctschenbäume, versteigert werden. Anfang morgens V210 Uhr in der Ros. Die Zwetjchen der Gemarkung Bergheim werden ebenfalls, nachmittags 4 Uhr anfangend, beim Brunnen versteigert. Holzheim, den 13. September 1913. Großh. Bürgermeisterei Holzheim. Klotz._______________6000 S=F Kafento (gesetzt, gesch.) aus naturell geröstetem Bohnenkaffee und seinen ^rüchtekasfees, be,ter Ersatz für puren Bohnenkanee »/--Pfund-Karton 111 « H l>. 1 W 4 ;• -y3- K - jt:? : W I / ;v ■ ■ r - IM 1= n Kuh] M Probieren ! Dr. Oetker’s Zwetschenkuchen. Vorzüglich! hv*7, Zutaten: 100 g Butter, 100 g Zucker, 2 Eier, Salz nach Geschmack, 500 g Mehl, ein Päckchen von Tr. Leiters „Backin", etwas Milch. Zubereitung: Die Butter rührt man schaumig, fügt Zucker, Eier, etwas Salz und das mit dem Backin gemischte und gesiebte Mehl hinzu. Man gibt soviel kalte Milch hinzu, daß man einen glatten, knetbaren Teig erhält, den man nach Belieben dick oder dünn auf einem gut gefetteten und mit Mehl bestaubten Randblech auSrollt. Hierauf belegt man den Teig dick mit durchschnittenen, entsteinten Zwetschen und bäckt ihn bei mäßiger Hitze reichlich eine halbe Stunde. oebcn eingctroffcn: Koche mit id! In valide nd unk. Frankfurt a. b'mil Schwall. 07300 ttaiier Alice 19. 6005 Bau-«.Möbel-Beschläge Einsichtsvolle entliehe Hausfrauen Bedarfsartikel (Gebrauchter Mo bl. Zimmer] Möbliertes 3imm zu uernt. 106993 Neustadt 57. bet (0014 Porzellanhaus Löwer&Bechstein Neustadt 4 Telephon 484 a' Rabattmarken den Rabat («pur verein* iUlcinitcb. Herr sucht zum Nädcben Offene Wunde 5049 sofort gestickt. (anmirt <». Nübl, au< gut Farn., welch, auch gute Kenntnisse In Franz.. L)entsch u. Holland., sow. in d. alt. 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