Erstes Blatt 165. Jahrgang Zreitag, 8. August 191 GietzenerAnzeiger ®oet); iür .(xeuille- ton*, .fiemuldjtrt* und JBevid}t«{aai*: K, Neu- ' rntb: für unb * Land": (5.pes; für den Anzeigenteil: H. Deck. Nr. 184 Ter Sk^rer Anzelc; er e«ck>kint täglich, miver EonntaqS. - Kei'.aqeu: v e i innl ivöckenilich Oieh -erLmntliev^läNer, iii’rnnnl i-öcüeiill.Xreir. bkit f Hr öeo Kreis Siesten (Tiriistogiinb Trreifa«-» >: 'N eiinal monflil. tand- winjch»fUiche Seitfraqen , rrnu>ied}-v?brid3(üfie: Vezu qavre» »: monatlich75D^ viertel- inhrtirt) Mk. 2.30 , durch Adhole- iu Zweigstellen nionallict) 65 Pf.: durch die Dost Dlk.2.— uiertel- jäbvL Deileltg. Zeilenoreis: letal ait»mätTs 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Uerautivorlllch für den politlfcheu Teil: Auqusl für die Redaktion 112, SS General-Anzeiger für Gberheffen ttr bu lafleJuunmc" Rotationz-ruck und Verlag öcr vrühl'schen Univ, vnch- und Zteindruckerei R. Lange. Reöaftion, Lrpedition Ab Druckerei: Zchulftrahe 7. brö vornnt.ags 8 Uhr. Geschüfttstelle Büdingen, Bahnhofstraße \6a. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Dageskalcnder aus dem Jahre 1813. 8. August Metternich stellt Napoleon daS Ultimatum: Auflösung des Großher^gturnS Warschau, Rückgabe Illy rtens an £eficrteitf), Aufgabe des Protektorats über den Rheinbund, Wiederherstellung Preußens bis zur Elbe. Na polvrn lehnt ab. Der Zriede von Bukarest. Mit erleichtertem Aufatmen hat das geplagte Europa deri Friedensschluß von Bukarest begrüßt, der einer zehn- monatigen, ungewöhnlich blutigen und greuelvollen Kriegs- Periode ein Ende gemacht hat. Am 8. Oktober v. I. hatte der Balkankrieg mir dem Vorstoß Viontenegros gegen die Türkei begonnen, dem sich iw der Woche darauf Bulgarien, Ser- bien und (Griechenland anschlossen. Aber dem siegreichen Zkrieg .. r Balkanbündlcr, der durch den langen Waffenstill stano von Tschataldscha unterbrochen worden war, folgte dann als Satyrspiel der .dampf Aller gegen Alle, die Abrechnung innerhalb des Balkanbundes, die in der Rächt zum 1. Juli begann und am 31. Juli mit dem Waffenstillstand endete, der setzt zum Friedensschluß geführt hat. Zu einem Friedcnsschluß nicht auf Grund des Ausgleichs der tief gehenden Gegensätze, sondern auf Grund der allgemeinen Erschöpfung und infolge der Diktatur des einigen noch schlagfertigen Balkanstaates, Rumäniens Indessen, tvvdurch auch der Frieden zustande kam, die .Hauptsache bleibt doch, daß er abgeschlossen ist, daß diesem ungewöhnlich blutigen Kwieqe, der das Wirtschastsleben von ganz Europa so schwer beeinträchtigt und geschädigt hat, ein (Sitbc bereitet worden ist. Mag auch die von dem Korrespondenten eines Mailänder Blattes aufgemacht? Statistik, wo nach in diesem Balkanschlachten— * ein Schlachten war s, nicht eine Schlacht zu nennen! — 400 000 Tote auf dem Felde geblieben wären, übertrieben sein, so muß, doch di? Zahl der Opfer ganz ungeheuer sein, menn man zu den auf dem ^chlachtfelde Gefallenen noch die aus Rationalitäten haß. relig. Fanatismus und anderen Beweggi-ünden Gemordeten hinzurechnet. Und was die Rechnung 'betrifft, daß die CKldvpser dieses Krieges sich auf 5 Milliarden Mk. belaufen sollen, so mag das gut und gern nur für die direkten Krtegskostcn gelten. Wer aber vermag die indirekten Kosten, die Wunden, die dieser Krieg dem Wirtschaftsleben geschlagen hat, ?^u berechnen! Die Balkaustaaten, auch die siegreichen, werden lange, lange Zeit brauchen, um sich autf) nur'einiger maßen von den geivaltigen Opfern, die ihnen dieser Krieg auferlegt hat, zu erholen. Am besten haben dabei noch die Griechen abgeschnitten, die sich in dem Bukarester Friedensschluß auf Kosten Bulgariens außerordernlich bereichert haben. Die gricdftsche Grenze geht nach den in Bukarest vereinbarten Friedensbedingungen von Belass in östlicher Richtung bis zur Mesta und verläuft dann an diesem Fluß, südlich, so dag Griechenland auch die heißumstrittene und strategisch wie wirtsckwstlich hock)bedeutsame Stadt Mana la erhält, während den Bulgaren immerhin ein Teil des Hinterlandes von Kava la sowie Makri und Lagos zufallen Ebenso wie Griechenland hat auch Serbien fast alle seine Forderungen durchgesetzt. Seine Grenze läuft von der alten bulgarischen Grenzlinie südwärts westlich von der Struma bis Belast und zwar so, daß ^donnschte, Istip, Mvtfdiana und der Berg Malesch serbis.ch werden, während Strumitza den Bulgaren bleibt. Es fragt sich jetzt, tvas diese noch von der Türkei retten werden. Denn die Frage von Adrianopel ist durch den Frieden von Bukarest nicht gelöst worden, und noch weiß man nicht, welches das Schicksal der heißumstrittenen, am 22. Juli von den türkischen Truppen wieder besetzten Festung sein wirb. Wir erhalten heute folgende Meldungen: Bukarest, 7. Aug. (Agence Roumaine.) Die Friedenskonferenz trat heute früh unter dem Borsitz Ma j or esc u s zusammen. Benizelos erklärte, daß sich Bulgarien und Griechenland vollkommen über die Grcnz- srage geeinigt hätten. Tokttschew gab die gleiche Erklärung ab. Majoreseu sagte, daß die Konferenz einen zeitlich un- beschränkien Waffenstillstand beschließen sollte, nachdem man sich -grundsätzlich über den Frieden geeinigt habe. Der Vorschlag wurde angenommen. Die Führer der Missionen übernahmen es, diese Tatsachen den Armeen zur Kenntnis zu bringen. Der Präsident erklärte, daß man keine Frie- denSZIräliminarien, sondern den endgültigen Frieden unterzeichnen müßte. Er schlug vor, jedes Vanb möchte Delegierte bezeichnen, die das Protokoll zu redigieren und den Friedensvertrag vorzubereiten hätten. Es wurden dazu bestimmt: Radeff, Spalail'owitsch, Politis, Matanovitsch, Pissosli und Fililti. Die Konferenz beschloß, in der Rachmittagssitzung alle Fragen über die gegenseitige Be Handlung der Schulen und Kirchen und die durch den Krieg, aber nicht direkt durch Waffengewalt erwachsenen Schäden zu erörtern. Auf Vorschlag von Benizelos wurde General Eoanda zum militärischen Sachverständigen für alle Fragen ernannt, die sich bei der Redi- gicrung des Friedensvertrages erheben könnten. Man hofft, daß der Vertrag am Samstag unterzeichnet wird. Bukarest, 7. Aug. Es verlautet, daß über den bulgarischen Vorbehalt folgende Vereinbarungen getroffen wurden: In der Sitzung der Konferenz wird Majo resen eine Rote Oesterreich-Ungarns unb Rußlands verlesen, in welcher beide Länder sich die Revision der Frie- denSprotololle Vorbehalten, hierauf wird der bulgarische Delegierte Tontschew mitteilen, daß Bulgarien unter dem Zwange der Verhältnisse das Friedensprotokoll unterzeichne, aber hoffe, daß die Mächte in der Revision den berechtigten Wünschen Rechnung tragen. Gleichzeitig werden alle auf der Friedenskonferenz vertretenen Staaten erklären, das; sie die Zurückdrängung der Türkei auf die von der Londoner Konferenz festgelegte (Grenze Enos- M i d ia wünschten. Diese Erklärungen sowie die Vorbehaltserklärung werden in einem Annex zum Friedensprotokoll niedergelegt. Die im Friedensprotokoll festgesetzte Grenze zwischen Bulgarien undGriechcnland beginnt westlich des Belaschitzagebirges, zwischen Strumniya und Toi- ran, verläuft dessen Kamm entlang nad) Jürükleri bis zum Torfe Topolnitza, geht bann über den Strumaflnß nach Kodscha Tschiflik, Tschengane, Kalesi zur Kuppe 1800 und zum Dorfe Lowtscha, von dort südwärts zu den Kuppen 060, 1150, weiter zum Torfe Pentza, nordöstlich zum Gipfel Karakowa, von dort südlich bis Tsd>adirtaja, nördlich nad; Awlikadak, südlich zum Gipfel Kajindschal, zu bcu K.ippen 1587 ui ? 985, rach Karo wo unb den Kuppen 1177 und 1845, dann füblid) zum Gipfel Techigla, weiter über bas Rnjen- Plateau zur Eisenbahnstation Ottschiler unb ben Karasu entlang bis zum Meer. Die serbisch-bulgarische Grenze beginnt in der Westecke des Belaschitzagebirges, geht im Bogen zwischen der Strumnitza und Radowischte auf der Dassersd)eide zwischen Struma und Wardar bis zur heutigen Südgrenze Bulgariens. Die Politik des Grasen Vcrchtold. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" fdireibt: Fetzt, ivo auf dem Balkan die Waffen ruhen werden, setzt eine Periode eifriger Arbeit für die europäische Diplomatie ein Ter Bukarester Vorfriede steht, dies läßt sich schon heute konstatieren, mit den beiden von Oester- reid)*Ungarn schon vor Beginn der Verhandlungen aufge- steUten Prinzipien im Widerspruch, daß Bulgarien nicht gebemüti gt und nicht aus Zen trat maze- donie n verdrängt werde. Es trtrb die Ausgabe Oesterreichs-Ungarns, und soweit andere Mächte aus dem gleichen Standpunkt stehen, auch dieser .Mächte sein, den erwähnten Prinzipien Geltung zu verschaffen. Tas „Berliner Tageblatt meldet aus Wien: An unterridjteter Stelle wird erklärt, Eefterreid) betrachte dir Vardarlinie als die richtige Grenze, auf bereu Fest- ft-tzung bei den kommenden Verhandlungen der Großmächte hingearbeitet werden soll. Deutschland scheint her Revisionsidee nicht geneigt zu fein, dürfte sich aber von den Verhandlungen nicht aussd)ließen. DaS italienische Urteil über den Frieden. Rom, 7. Aug. In Besprechung des Bukarester Friedens hebt bi( „Tribüna" hervor, daß der Frieden in der ganzen Welt allgemeine Freude beroorrufe. Einige Fragen, schreibt bis Blatt, bleiben iiod) zu lösen, wie z. B die Feststellung der Südgrenze Albaniens, die Bestimmung der serbisch bulgarischen Grenze und die Lage in Mrianopel, aber man muß hoffen, daß auch sie irrrbeit gelöst werden. Italien beglückwünscht sich, daß. es zu den erlangten Erfolgen beitrug. Es hält sich stets gegenüber den Kriegführenden in derselben billigen Gesinnung, ist günstig jedermann und von dem Wunsche für Jedermann erfüllt, die Rationalitäten zu entwickeln und für sie politische und tvirtschaflliche Unabhängigkeit zu erlangen, freute, während Europa sich anschickl zu prüfen, ob in den Abmachungen be5 Bukarester Vertrages etivad enthalten ist, was seine Interessen verleben könnte- setzt Italien seine Be mühungen in der Richtung fort, jede isolierte Aktion zu verhindern, die dem Friedensgedanlen tut allgemeinen schädlich sein nnd dem von Italien geübten Brauche insbesondere widersprechen würde. Die Großmächte und die Türkei. Konstantinopel, 7. Aug. (Reuter.) Tie Botschafter' der sechs Mächte besuchten heute mittag einzeln den Groß- wesir und überreichten Verbalnoten wegen der Frage von 'JlbriaHOpcI, worin die Türkei aufgeforbert wird, ben Be r- t rag von Londo n*z u respektieren. Gofia, 8. Aug 9ln zuständiger Stelle will man Anzeichen dafür.haben, daß die Türkei über Adrianopel hinaus einen Vorstoß plane, offenbar, um dadurch ein Pfand zu gewinnen, damit sie auf den dauernden Besitz Thraziens Anspruch erheben könne. K o n st a n t i n o p e l, 7. Aug. Tie identische Rote der Großmächte über die Adrianopeler Frage wurde heute dem Großwcsir übermittelt. Ein Schutz- und Trutzbuiidnis der Baltanstaaten? Die „Berliner Morgenpost" veröffentlicht aus Belgrad folgende, nickst sehr glaubhafte Meldung: Der Friedensvertrag soll angeblich eine Abmachung enthalten, nach der die Balkanstaaten mit Einschluß Rumäniens ein Schutz- und Trutzbündnis ab- schließen, alle gemeinsam gegen jeden vorzugehen, der einen von ihnen angreift. Bulgarische Grausamkeiten. Saloniki, 7. Aug. (Agence d Athenes. Die mit der Untersuchung der hu lga rischen Grausamkeiten betraute parlamentarische Kommission faßte einen Bericht ab, aus dem hervorgeht, daß die Bulgaren vornehrnlid) in der Gegend von Gümüldjina und von Dedeagatfd) Griechen und Mohammedaner fystematisdi aus dem Lande vertrieben und die von ihnen bewohnten Törser einäschertcit. Sorlifks Doppelgänger. Garfnlc bat viel unter einem Doppelgänger ;n leiden gehabt. Nickt etwa, daß ihm dieser äußerlich geglichen I:ättt; aber er trug zunäckist den gleickten Namen wie er, Thomas, und hotte außerdem tue gleiche franbf(f)rift, so daß die Schriftzüge der beiden kaum voneinander zu unterscheiden waren Tie vielen Verwechs lungen haben Carlyle sehr erbittert. Zn seinen „Erinnerungen ' äußert er sick» einst darüber: „Mein Doppelgänger, Thomas Carlyle, Advokat, ist soeben gestorben, froftentlich sind jetzt die zahlreichen gewollten und im gewollten Verwechslungen mit dieser dummen und eil len Pcrsön licksteit — die mich übrigens allen Ernstes ..Annchrist" getauft hat — wie z. B der Verkauf seiner Broschüren unter meinem Rainen, der Empfang meiner Briefe durch ihn und umgekehrt, ganz besonders die Diners in der Englischen Gesandtschaft ,n Berlin zu Ende." And» in, einem Bries an seine Gattin hat karlvle zu seinem Doppelgänger unb namentlich zu dem im Tagebuch angeführten Diner in Berlin, Stellung genommen: „Ilt os nicht fdhinblid) von diesem Individuum, diesem frohl kovs, die Gleichlwit der Namen zu benützen und sich an meiner Stelle ftnem zu Iaffen?" Ist dieses fdxirfe Urteil Corlvles über seinen Doppelgänger gereckufertigt? frenrn D'Avray bestreu?: es im ^Journal des T4bats", und will dem heftig bescholtenm Doppelgänger Genugtuung nerfd>rffen. Ter Namensvetter war der Erbe der Baronie von Tonborwald und wurde im Jahre 1803, also acht Jahre nach dem Geschichtsschreiber geboren. Er starb 1855,.also 26 ^ahre vor diesem. Beide waren Schotten aus der Graft'chaft Demtriessbire, beide mach:.'N ihre ersten Drudien in der Akademie m ?lnnan^wo der zukünftige Advokat mit Eduard Irving, der spater Die Sekte der Jrvtnatten gegründet hat, zu fammentam. Als die JrvinM'ch' Sekte ihre Lehre zu oerbrc::nt beschloß, wurde der Advokat Carlyle zur Evangelisation von Nord deutscktand ausgewählt. Er war zu dieser Ausgabe durch seine gute Kenntnis des Deutschen befähigt. Er lebte häufig in Berlin, wo er eine bedeutende gesellsäxtftlichc ALolle spielte. Er witrd? sogar Friedrich Wilhelm IV., der sich für die Irvingsche Lehre interessierte, vorgestellt: es ist also durchaus nicht zu verwundern, daß er bei dem englischen Gesandten am preußischen frof ein adaben wurde. Frau Bunsen, bei der er bäuftg verkehrte, be schreibt ihn in ihrem Tagebuch folgendermaßen: „Man war auf einen Betrüger oder auf einen Narren gefaßt, aber er war weder das eine noch das andere: sondern ein überaus liebenswürdiger rcnd intelligenter, und, wie ick glaube, durchaus frommer Mann." Carlyle, der sich übrigens selbst den „Apostel der Deutschem"! nannte, hat über Deutschland ein Buch geschrieben: „Die mora ralischen Ersckreinungen in TeutsckstanD". liefes Buch hat damals großes Aufsehen gemacht. Ter Aposteladvokat war ein fruchtbarer Schriftneller, was die Per- roed.flungcn mit dem anderen Cattyle vermehrte, frenrt) T'Abray faßt sein Urteil folgendermaßen zusammen: „Er war rin vornehmer Weltmann, ein vollettdeter Spradxmfenner, rin bedeutender Schriftsteller, ein Evangelist, dem Irving die seltensten Gaben und bedeutendsten Talente zuschrieb. Es fällt einem schwer, zu glauben, daß dieser Ehrenmann irgendwelckrer beabsichtigter Ber- nxdiilungcn fähig gcivefcn wäre. Er durfte dies in feiner Dtcllung als Apoitel fowiefo nicht riskieren, da er als Betrüger hätte entlarvt werden können." — Die Erforschung der Nordsee. Zur Ausführung der von dem imernattonalen Rate für Meeresforschung aufge« »teilten Pläne hat am Montag das englische Echiff „frtawalha" die Ausreise in die Nordsee a Tigert et en, um hier während des Monats August umfangreiche hydrographische Beobachtungen vvr- zunehmen, die darauf abzielen, eine größere Kenntnis von der Bewegung der Dafsermassen in der 9t?rDice zu erlangen. Ter „frimnatba" ist als Beobachtungsplak, eine Meeresstelle zuge^ nriefen, die etwa 150 englisch Meilen nordöstlich von Lhi-elds liegt, während zugleich acht andere Beobachtungsschiffe verschiedener Rauonalitöten an beftinnmtn anderen Punkten des Meeres zu gleicher Zeit ihre bndrograpbifchen Wack wosten beziehen. Neben der. hohen wi'ftn,'chafrlick-?n Bedeutung, die eine methodische Er- fendung der Rordsceirtomungen besitzt, verfolgt der große internationale Forfckungsvlan in erster Linie praktische' Interessen. Tte an der Fischerei in ben nordeuropäischen Gemässem beteiligten Nanonen haben btc Kosten und Mühen der gemeinsamen ^For- ichungen Darum übernommen, roeil eine vervollkommnete Kenntni- der Nceeresttrömungen und der Wasserveränderungen Die Möglich- Feit erborwn la wn Richtung und Größe der Fisc^üge, von Denen der nl'.w?retoetrtcb abhangt, zu erkennen und zu erklären. Als ein klant'ckvs Betipiel mag auf die frerings'ischerri am Kattegat itnö am ^kagerak yingewiesen werden. Man tat beobachten fonnen, bap die Zunahme und Abnahme der frerntge in diesen Gewanern tm ^inarnmenbang stehen im: Dem Umfang der Döner- maucn, b,c von der Nordsee in die Ostsee rinfließen. Und dirie Beobackwngen gelten nicht nur für die freringsfischerei, die jüngsten Feststellungen haben ergeben, daß auch die anderen Fischereioetriebe ^udichwedens in ihrer Ergiebigkeit von den größeren ober kleineren Ai engen kalten salzwassers abhängen, die die Nordsee in die Ls^ee' entsendet. Ter internattonale Rat für Meeresforschungen hofft mit der Zeit aus Grund der gemeinsamen Forsckzun^en der Fischerrinattonen das Material zusammenmbringen, aus Grund" dessen es in fünfngen Zeiten möglich würde, tue voraussichtlick»- Richtung und den Umsang der groß n Fischwanderungen voraus zu sagen, so daß die Fisckandusrtie die Möglichtrit gewänne, ihre Ernte zu vergrößern und auf der anderen Seite sich auf Jahve geringeren Fischreichtums bei Zeiten vorzubiwciten. ff. Scrbid(iterarif(herunbmufifa(if(5er9ta<5* l a ß. Zur Iahrhundertfrier von Verdis Geburtstag soll der gesamte Briefwechsel des großen Komponisten herausgegeben werden. Seine Nichte, Frau Carrara, hat dem Komitee, das sich zu diesem Zweck gebildet Hatz alle ToTumeitle, die sich in dem Nachlasse ihres Onkels in Santa Agala gefunden haben, zur Veriügung gestellt. Es sind dies zunächst, in 5 großen Bänden zusammengebunden, die Enttvürke aller wichtigen Briefe, die Verdi zwischen 1840 und 1900 geschrieben hat und die sich hauptsächlich auf geschäftliche Angelegenheiten beziehen. Tann Tausenbe von Telegrammen, Billetts und Postkarten, die der Komponist erholten har Mehrere dieser Schriften stammen von Cavour und haben pohtudien Inhalt. Verdi war tm Jahre 1859 in Die Nationalversammlung von Parma gewählt worben: er halte für die Einverleibung dieses frerzogstums in das Königreich Vr^or Emanuels genimmt. Seine Wähler offerierten ihm deshalb btc Vertretung Larmes im ersten italienischen Parlamente von 1861. Verbi zögerte: vielleicht hätte er das Anerbieten zurückgewirien, wenn ihn Cavour nicht brieflich und bm* eine persönliche Unterredung in Turin zur Annahme bestimmt hätte. Außer der Korrespono-n', hak das Komitee noch andere interessante Schriften im Nachlaße Verdis gefunden So z. B. die Originalpartitur der „Aida"- Luvertüre unö rin Libretto zum „König Lear". Es ist oft, wie der „Menestrel" ausführt, behauptet worden, Verdi befasse sich mit einer Lear-Lper. Doch ist davon nur das Libretto vorhanden, das der Komponist selbst entworfen hat und das eine seltsame Mischung von Prosa unb Versen aufroeift. Tie interenantefte Arbeit aus bem Nachlasse Verdis, die man am wenigsten erwartet hätte, ist ein vollständiges Manuskript einer „Geschichte der Päpste". Wer hätte gehörig, daß der Komponist zwischen seinen Opern sich einem ausführlichen Geschichtswerk, dazu noch über diesen Swfft widmen würde.' Das Lebenswerk Verdis ist durch diese umfangreiche Arbeit um ein wichtiges Tofumeni vermehrt worden. Allein nördlich von GüinÄdjina töurden 18Dörfer ein - aeä schert. Bischöfe und Geiseln wurden allenthawen sortgeführt. In Dedecrgatsch wurden 800 Notnbeln Kur Zahlung von Lösegeld gezwungen und 187 von ihnen, die sich nicht loskaufen konnten, fortgeführt. Frauen und Kinder, unter ihnen zwei Mädchen im Alter von sieben Jahren, wurden mißhandelt und mißbraucht und die Einwohnerschaft ganzer Dörfer niedergemetzelt. Der Kaiser in Swinemunöc. Swinemünde, 7. Aug. Der Kaiser besichtigte "heute morgen um 8 Uhr das zweite Schulschiff der Deutschen ^5chulschiff-Schülerverei7rigung./Das Schulschiff, welches ine Ueberwas serielle eines Linienschiffes darstellt, bietet eine Belegmöglichkeit für 200 Mann und ist auf einem von der Behörde überlassenen Platze im.Hafengrund in der Nähe des Liegeplatzes der „Hohenzollern" errichtet. Die anwesenden Schüler in Matrosenuniform standen in Parade. Der Kaiser ließ sich an Land Jnfanterieexerzieren vorführen, sodann in der Batterie Geschützexerzieren an kleinen Kanonen, welche zum Feuern mit Salutlartuschen eingerichtet waren. In der Batterie richtete der Kaisereinige Worte andie S ch ü l e r , in welchen er den Nutzen hervorhob, den die Betätigung für sie selbst und für das Vaterland hätte und betonte, daß die Bestrebungen der Vereinigung besonders geeignet seien, die Knaben zur Disziplin und Ordnung zu erziehen. Zum Schluß der Besichtigung richtete der Kaiser an den Leiter der Bereinigung, Kunstmaler G. Schmitt- Wilmersdorf, anerkennende Worte und sprach mit Oberlehrer Mülles, welchem das Swinemünder Schulschiff besonders untersteht, sowie mit einem Lehrer aus Hildburghausen, der sich hier wegen der Errichtung eines Schulschiffes in Hildburghausen informierte. Beim Verlassen des Uebungsplatzes spielte die Schülermusik den Holländischen Ehrenmarsch und die Nationalhymne. Der Kaiser hatte große Freude an den Hebungen und deren exakter Ausführung. Der Kaiser wohnte von 10 Uhr ab dem Schießen des Fußartillerie-Regimentes v. Hindersin Nr. 2 bei und begab sich auf dem Wasserwege zum Leuchtturm, wo er sich westlich der Strandbatterie aufstellte. Hierauf erfolgte ein ein» stündiges Schießen in See auf schwimmende Scheiben. Ter Kommandeur des 'Fußartillerie-Regimentes Nr. 2, Oberst Wolff, erhielt den Kronenorden zweiter Klasse. Ei» schweres Bootsunglück. Die Kaisertage in Swinemünde wurden jäh unterbrochen durch ein furchrbares Unglück, das 16- Personen das Leben kostete. Mit dem Aufenthalt des Kaisers steht der.Vorfall n i ch t in ursächlichem Zusammenhang: Swinemünde, 7. Aug. Heute nachmittag kenterte vor dem Swinemünder Strand infolge einer Sturmböe das Motorsegelboot „Friedrich Karl". Von den 22 Insassen konnten nur fünf gerettet werden. 16PersonenundderBootsführersindertrun- ke n. Das Konzert der Kapelle der Kaiserjacht „Hohenzollern" auf der Seeplatte wurde sofort abgebrochen. Unter dem Badepublikum, das zu tausenden den Strand umlagert, herrscht eine furchtbare Panik. Kurz vor dem Unfall war der Kaiser in seinem Automobil den Strand entlang nach Ahlbeck gefahren. • Dias gekenterte Boot gehörte dem BootsbesitzerBau er, der ebenfalls ertrunken ist, während sein Sohn gerettet wurde. Das Unglück geschah zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags, einige Mlometer von der Seebrücke entfernt. Die Angaben über die Zahl der Toten schwanken noch. Als erster Ertrunkener wurde Landgerichtsrat Frank-Berlin ans Land gespült. Trotz li/^'tünbiger Wiederbelebungsversuche, die die Matrosen der hohenzollern" und Badeärzte anstellten, gelang es nicht, den Ertrunkenen ins Leben zurückzurufen. — Vermißt wird weiter sein zwölfjähriger Sohn, während seine 15jährige Tochter gerettet wurde. Ferner werden vermißt Kaufmann Goldemann -Berlin und sein Sohn, der Referendar ist, Kaufmann Brann- Berlin und sein Sohn, der ebenfalls Referendar ist. Drei Ungarn wurden gerettet, ein vierter befindet sich im Krankenhaus. Der Bürgermeister von Swinemünde, Badeärzte und sonstiges Sanitätspersonal sind am Strande. Regierungsdampfer sowie Motorboote sind in See gegangen, da man annimmt, daß einige Bootsinsassen von Fischerbooten gerettet wurden, bisher sind aber nur die fünf bezeichneten Personen ein» getroffen. In einer späteren Meldung heißt es: Die Namen der Geretteten sind: Kaufmann Albert Leucht, Wilmersdorf, Bootsführer Fischer Bauer sen., Werner Goldemann-Berlin, 19 Jahre alt, zwei etwa 19jährige Schüler aus Berlin, die ihren Namen nicht nennen wollen und Herr W e r n i - Halberstadt. Ertrunkenbezw. vermißt werden : Kaufmann Georg B r a h n - Berlin, Inhaber der Firma Wessel, Schulte u. Eo.-Berlin und dessen 20jähriger Sohn, ein Student, Kaufmann Julius Goldemann, der Vater des Geretteten, dessen Sohn Erwin, stud. jur., Kaufmann Willi H a a k - Berlin, Student Blank- Krakau, Land- ;erichtsrat F'r a n ck e - Berlin, dessen 12jähriger Sohn Hans, »er Fischer Bauer jun., der Sohn des Bootsführers, Gold- chmied Albert Porree-Spandau, und Frau Hedwig Kamprat -Altenburg (Sachsen-Altenburg). Es sind also fechs Personen gerettet, 11 siuo ertrunken, bezw. werden vermißt. Das Boot soll mit etwa 20 bis 22 Personen besetzt gewesen sein. Das Unglück geschah dadurch, daß es 600 Merer von Swinemünde in der Richtung auf Ahlbeck beim Wenden von einer heftigen Böe umgeschlagen wurde. Es war kein eigentliches Motorboot, sondern ein Segelboot, das mit einem Hilfsmotor ausge- r ü st e t war. Deutsches Reich. Der Reichskanzler ist am Donnerstag vormittag .aus Hohenfinow in Berlin eingetroffen und nahm nachmittags eine Reihe von Vorträgen entgegen und hielt sodann Besprechungen ab. Am Freitag vormittag halt der Reichskanzler beim Kaiser in Swinemünde Vortrag. Aus Stadt und Land. Gießen, 8. August 1913. Die Beerdigung des Professors Laspeyres. Unter starker Beteiligung des Lehrkörpers unserer Universität sowie der Studentenschaft und vieler Freunde wurde gestern nachmittag der langjährige, frühere Nativ- nalökonom der Ludovieiana, Geh. Hofrat Pros Dr. Laspeyres, zu Grabe getragen. In der Friedhofskapelle hatten wie üblich die Chargierten der studentischen Korporationen mit ihren umflorten Fahnen Aufstellung genommen und eine zahlreiche Trauerversammlung füllte den stimmungsvoll geschmückten Raum bis auf den letzten Platz. Die Leichenrede hielt Kirchenrat D. Schlosser, der seinen tiefempfundenen Worten den Text des 90. Psalmes zugrunde gelegt hatte und die Worte: „Schlag an die Sichel, ine Zeit der Ernte ist gekommen" und schilderte den Entschlafenen als einen geraden, aufrechten Charakter, der mit seiner einen empfindsamen Seele immer der Wahrheit nachgespürt )abe und von tiefer, innerlicher Religiosität erfüllt gewesen ei. Der Rektor Professor v. Eck. wtt>mete am Grabe dem entschlafenen Kollegen einen kurzen, herzlichen Nachruf und versicherte die Verwandten des innigsten Beileides des Lehrkörpers. Im Namen der philosophischen Fakultät sprach Prof. Dr. Sch Wally. Er schilderte die erfolgreiche Laufbahn des Verschiedenen, der schon mit 30 Jahren Ordinarius gewesen ei und sich namentlich als ausgezeichneter Statistiker einen Namen gemacht habe. Sehr herzlich und bewegt sprach Prof. Dr. Leist int Namen der juristischen Fakultät, indem er auf die engen Beziehungen zwischen Nationalökonomie und Jurisprudenz hinwies. Die juristische Fakultät sei dem Ent- chlafenen zu tiefem Dank verpflichtet, als dessen sichtbares Zeichen er einen Kranz an der Bahre niederlege. Im Namen der Studentenschaft sprach der Vorsitzende des Anschusses stud. Bode (Germaniae). Von Korporationen waren erschienen: Die Burschenschaften Alemannia, German i a, F r a n ko n i a , die studentische Reformverbindung A d e l p h i a, die christliche Verbindung Wingolf, die Landsmannschaft Darmstadtia, der Verein deut- ‘ cf) e r Studenten und die Verbindung K a t t i a. Die Korps hatten einen Kranz gespendet. — Prof. Laspeyres ist übrigens nicht im Jahre 1863, sondern 1873 als Nachfolger des am 19. März 1873 verstorbenen Prof. Will) Stahl nach Gießen gekommen. * " Ordensangelegenheiten. Der Großhcrzog hctt dem Kreisrat Freiherrn o. Starck in Erbach die Er- aubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom Prinzregenten Ludwig von Bayern verliehenen Verdienstordens vorn Heiligen Michael dritter Klasse erteilt und dein Rentner Sartorius, Hauptmann der Landwehr a. D., zu Lauterbach desgleichen für den ihm von dem König von Preußen verliehenen Noten Adlerorden vierter Klasse. • • In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Hofheim Balthasar Bern ins auf ein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. * * Eisenbahnpersonalien. Am 31. Mai d. Js. wurde den Lokomotivführern Karl W i t t i ch und Ludwig H c nß in Gießen: dem Zugführer Johannes Kaiser zu Gedern: dem Eisen- bahnuntcrassistentenJustus Keißner zu Schlitz: sowie den Bahnhofaufsehern Jakob Maurer zu Dietzenbach, Ludwig Brie gel zu Hattmannshain und Heinrich Kraft zu Niederoslcidcn, sämtlich in der Hessisck>-Preußischen Eisenbahngemeinschast, die unkündbare Anstellung verliehen. — Am 11. Juni d. Js. wurde dem Oberbahnassistenten Oswald Schäfer zu Vilbel die unkündbare Anstellung verliehen. * * D e r Verband deutscher Rechtsanwalts - und Notariatsbureaubeamten, der seinen Sitz in Wiesbaden hat, hält in den Tagen vom 9.—11. August d. I. seine Hauptversammlung in Kassel ab. Dem Verbände, der sich über das ganze Deutsche Reich erstreckt, gehören nahezu 3500 Mitglieder an. Ms Vertteter der hessischen Bezirksvereinigung wohnen den Verhandlungen in Kassel die Bureauvorsteher Gaubatz-Darmstadt, Fehler-Mainz und Pieper-Gießen bei. * * Aus dem Militär-Wochenblatt. Koettschau, Major und Lehrer an d. Kr.-Schule in Glogau, zum Stabe des Jnf.-Leibregts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 versetzt. • • Eine Bekanntmachung über die weitere Amtsdauer von Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten beiden Versicherungsan st alten erläßt der Reichskanzler: Aus Grund des Artikels 4 des Einführungsgesetzes zur Neichs- versicherungsordnung hat der Bundesrat bestimmt: Die Frist, die in der Bekanntmachung vom 25. November 1911 (Zentralblatt für das Deutsche Reich 1911 S. 725) für die Amtsdauer der gegenwärtigen Mitglieder der Ausschüsse der Versicherungsanstalten, sowie der gegenwärtigen Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten in den Vorständen der Versicherungsanstalten (§ 76, § 74 Abs. 2 des Invaliden- Versicherungsgesetzes) vorgesehen ist, wird bis zum 31. Dezember 1914 verlängert. Berlin, den 12. Juli 1913. Der Reichskanzler. • • Zum 12. Lucius 'sehen Familientag am 6. August hatte das Echzeller Forsthaus, der alte Stammsitz des weitverzweigten Geschlechtes, wieder einmal seine gastlichen Pforten geöffnet. Am Vormittag trat unter Leitung des Seniors, Präzeptors Julius Lucius, der Familienrat zusammen, um sich mit den die Gesamtfamilie angehenden Fragen (Lucius'scheS Stipendium, Verbandsvermögen, Familienblatt) zu befassen. Die große Zahl der Teilnehmer — 54 — legte Zeugnis ab von dem erfreulichen Familienbewußtsein, das gerade auch das junge Geschlecht erfüllt. Gerne nahm man die Einladung des Präzeptors an, auch den nächsten Familientag im Sommer 1915 auf dem Forsthause abzuhalten. * * Jungdeutschland. Der Hessrsche Landesverband Jungdeutschland hat in seinem abgelaufenen (ersten) Geschäftsjahr aus dem ihm vom Ministerium aus dem Staatsfonds für Jugendpflege, sowie aus den von verschiedenen Verbänden und Gönnern zur Verfügung gestellten Mitteln 80 Vereinen Unterstützungen gewährt. Bedacht wurden in erster Linie Turnvereine, ferner Wander- und Sportvereine, sowie Jugendabteilungen von Stenographen- und Handlungsgehilfen-Vereinen. Außerdem haben auch einzelne Bezirksorganisationen des Hessischen Landesverbandes Jungdeutschland aus Mitteln ihrer Mitglieder- beiträge ober, den ihnen von den Kreisen gewährten Zuschüssen ihren angeschlossenen Vereinen Beihilfen bewilligt. Die beiden Landesverbände der konfessionellen Jugendvereine, welche ebenfalls dem Landesverband Jungdeutschland angeschlossen sind, hatten vom Ministettum je einen besonderen Fonds zur Unterstützung ihrer Vereine erhalten. * * Gemeindesteuer. Es wir darauf aufmerksam gemacht, daß im Monat Juli d. I. das 2. Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühren zu bezahlen war. Die Mahnung der Rückstände erfolgt nicht mehr wie früher durch Mahnzettel, sondern durch die hiesigen Zeitungen. Wie wir hören, kann das 2. Ziel im Laufe dieses Monats noch ohne Kosten bezahlt werden. Um einem größeren Andrange an den letzten Zahl- tagen vorzubeugen, würde es sich daher empfehlen, schon jetzt die Steuer zu bezahlen. Die Stadtkaffe ist an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags geöffnet. Am 26. und letzten jeden Monats ist sie geschloffen. * * Sonderzüge Nidda — Schotten. Aus Anlaß deS Schottener Sommermarktes am 11., 12. und 13. Aug. d. I. verkehren auf der Strecke Nidda—Schotten folgende Sonderzüge: Am 10. August Viehzug Nidda—Schotten- Nidda ab 1140, Schotten an 1232. Am 11. August: Personen - Sonderzug: Nidda ab 535, Kohden 541, Unter-Schmitten 54*, Ober-Schmitten 555, Eichelsdorf 602, Rainrod 611, Schotten an 625. — Vieh züge: Schotten ab: 810, 940, 1140, ]55, 440; Nidda an: 855, 1026, 1224, 243,530. Auf der Strecke Nidda—Gießen und Nidda—Gelnhausen verkehrt am 11. August je ein Viehzug: Nidda ab 310, Gelnhausen an 453; Nidda ab 320, Gießen an 443. ’* Belohnung. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. Nb hat die ausgesetzte Belohnung für Ermittelung des oder der Täter, welche am 12. Juli ds. Js. zwischen der Bahnstrecke Laubach und Laubacher Wald zwei schwere Steine auf das Schienengleis legten, von 300 Mk. auf 5 0 0 Mark erhöht ** Diebstahl im Eisenbahnzug. Der Zuschneider Sievers von Gießen stieg in der Nacht von Sonntag zum Montag in Kassel in den die Station um 2.50 Uhr in der Richtung Frankfurt verlassenden v-Zug in ein Abteil 3. Klasse ein. Er saß allein im Abteil und schlief. Da der Zug erst wieder in Marburg hält, erwachte der Reisende erst bei der Einfahrt in den dortigen Bahnhof. Er griff in die Tasche, um sich eine Zigarre anzuzünden und entdeckte, daß er unterwegs um seine Barschaft von 180 Mark bestohlen war. Sofort bei der Ankunft in Marburg meldete S. den Diebstahl und machte darauf aufmerksam, daß der Dieb noch im Zuge sein müsse. Bei der Unsicherheit in den Zügen ist den Reisenden die größte Vorsicht anzuempfehlen, besonders wenn sie sich in den Nachtzügen allein int Abteil befinden, was tunlichst zu vermeiden ist. Kreis Alsfeld. Alsfelder Eisenbahnfragen. — Alsfeld, 7. Aug. Von einem unserer Mitarbeiter erhalten wir die folgende Zuschrift, die an den neuen Bahnanlagen in Alsfeld scharfe Kritik übt. Da uns eine ausführliche Besprechung der Angelegenheit im Interesse der Stadt Alsfeld erforderlich scheint, stellen wir sie hiermit zur Erörterung., Ein mustergültiges Bauwerk bildet die im Bau befindliche Eisenbahnbrücke an der Grünberger Sttaße. Nicht besonders schön dürfte sich dagegen die ungeheure Krümmung gestalten, die die Straße fast in einem Viertelkreis von der Wirtschaft zum Anker bis in die Nähe der Wallachschen Brauerei erfahren soll. Man ist allgemein der Ansicht, daß nach so langwierigen Verhandlungen doch eine schönere Führung der Straße hätte erdacht werden können. Im übrigen nehmen die Bahnbauarbeiten einen sehr langsamen Fortgang. Während man in jenseitiger Richtung der Bahnlinie schon von der Vollendung spricht, ist man gerade in der Nähe und der Gemarkung Alsfeld doch sehr weit zurück. Wem ist nun diese Verschleppung zuzuschreiben? Die Eisenbahnverwaltung wird jeden Vorwurf entschieden zurückweisen, und in der Tat mit Recht. Wäre die Stadtverwaltung früher zu einem Entschlüsse gekommen, so wäre man auch mit dem Ban bedeutend weiter. Monate- ja jahrelang hat es gewähtt, bis man sich entschließen konnte, und das Ende vom Liede war, daß man ein Projekt genehmigte, das den früher vorgelegten an Zweckmäßigkeit, Schönheit und in bezug auf Kostenersparnis nicht nahe kommt. Allerdings sind die Schwierigkeiten, die sich dem Geländeerwerb, insbesondere dem von der Firma Gebr. Wallach entgegenstellten, für die Stadtverwaltung entschuldigend hervorzuheben, andererseits aber betrachte man sich auch einmal die Ausgabe von 50 000 Mark für ein altes, zu sonstigem Zwecke völlig wertloses Gebäude unter Hinzurechnung des von der Stadt zugegebenen wertvollen Geländes. Alle diese Ausgaben für die notwendig gewordene Zufuhrstraße, Erwerb des Beckertfchen Geländes, der allen Brauerei, der Austausch von Gelände mit der Alsfelder Möbelfabrik, die ihr Gelände mit dem dreifachen Werte als das der Stadt berechnet, der Brückenbau an der Grünberger Straße, der Aerger über die unschöne Sttaßenführung wäre den Bürgern erspart geblieben, wenn man den Bahnhof, wie von verschiedenen Seiten angeregt wurde, vor die Stadt hinausgelegt hätte, wo er auch für alle ferneren Zeiten erwetterungsfähig war. Vielleicht ist mancher schon jetzt anderer Ueberzeugung, wenn nicht, so doch nach 25 Jahren. Kreis Schotten. ft. Schotten, 6. Aug. (Gemeinderatssitzung.) AnwTscnb: Bürgermeister Kromm, Beigeordneter Zinser, die Gemeinderatsmitglieder Hofmann, Meiski, Pröscher, Schlitt, Weitz, Schlörb VIII., Zeunges und Schlörb V. — Als Beifitzer für die Gemeinderatswahl wurden Karl Schlörb V. und Karl Weitz, als Stellvertreter Louis Zeunges und Heinrich Eberheim: als Protokollführer Heinrich Steul und als Stellvertreter Sari Glock gewählt. — Die Kanalisation der Lohgasse und des Hohen- wiesewvegs von Schacht 1—4 und 3—13 wird nach dem von der Kulturinspektton Gießen aufgestellten Voranschlag über 6200 Mk. Trennsystem) genehmigt. Die Arbeiten sollen alsbald ausgeschrieben werden. — Die von der Bürgermeisterei entworfene Ottssatzung über die Verwaltung der Spamer-Borck-Stis- tung wird genehmigt. — Die von Karl Rühl und Hrch. Srb. Pröscher gegen die Stadt erhobenen Ansprüche wegen angeblich von der städtischen Wasserleitung stammenden, auf ihren Aeckern im Lug austretenden Waffers werden nach dem von der Kulturinspektton Gießen abgegebenen Gutachten abgewiesen. — Tie Arbeiten zur Umänderung eines Schachtes derWasser- Icitung am Lappenstem und sonstige kleinere Wasserleitungs- arbeiteu werden auf Grund 'des Unterbietwigsverfahrens dem Wenigstsordernden, Emil Zeschky in Schotten für 838,50 Mk. übertragen. — Die Wirtschaftsrechnung über das tm vorigen Jahre am Schießhorst erbaute Mietshaus imrd vorgelegt und mit 15 863 Mk. genehmigt. — Auf vorgebrachte Klagen soll den Anwohnern desLudwigsPlatzes strengstens untersagt werden, den Platz vor dem Spritzenhaus nut Wagen ober fonfhgen Geräten zu versperren, weil sonst bte Ausfuhr der Feuerlöschgerätk sehr erschwert wirb. Kreis Friedberg. h. Dorheim, 7. Aug. Beim Ernteeinfahren wurde hier ein Kind überfahren und bedenklich verletzt. — Auch im nahen Nieder-Florstadt gerieten zwei Kinder unter Fuhrwerke. Eins trug dabei Quetschungen am Bein, das andere einen Beinbruch davon. Starkenburg und Nheinheffen. t. Kelsterbach, 8. Aug. Dem Diebe, der neulich durch'Mn- bruch in einem hiesigen Uhrengeschäft für 500 Mk. Uhren fW, scheint man auf der Spur zu sein. Denn in Griesheim a. M. entdeckte man bei einem Arbeiter mehrere Uhren, die dem hiesigen Einbruch entstammen. Hessen-Nassau. t" Frankfurt a. M., 7. Aug. Der Magistrat beschloß, zur Ehrung des heimischen Freibeitsdichters 'Heribett Ra u an dessen Sterbehause, Gärtnerweg 57, eine Gedenktafe I anzubringen. — Die Strafkammer hat nunmehr gegen den Gpafen E. Hertzberg erneut Termin auf den 9. September angesetzt. Hoffentlich wiro der Herr Graf bis dahin Nicht wieder krank. Bei der neulichen Zwangsversteigerung etlicher Sachen des Grafen Tarnen auch etliche Manöverkisten, fest vernagelt, mit unter den Hammer. Als man die Kisten öffnete, lagen in ihnen verweste Hundeleicheu, die einen fürchterlichen Geruch verbreiteten. Ev waren die Lieblingshunde des Grafen. Luftschiftahrt. Der dritte deutsche Flugzeugstutzpunkt. Ko b u r g , 7. Aug. Aus Anlaß der Einweihung des F l u erzeug stü tz p u n k t es sandte der Herzog folgendes Telegram man den Kais er: . . Soeben habe ich den dtttten deutschen Fln^eugstutzpunkt ,einer Bestimmung übergeben können. Alle an der Schaffung des Werkes Beteiligten, sowie zehn Flugzeugführer mit den Beobachtungs- ofsizieren senden Ew. Majestät mit mir treue deutsche Huldigungs- grüste. Karl Eduard. Der Kaiser antwortete: Ich danke .Mr und den versammelten Fliegern herzlich für die treuen Huldigungsgrüße und wünsche dem nationalen Werk fortschreitendes Gelingen. Wandern nnd Reifen, Bäder. Rund am Giehea. L i ch—6 arbach—Bei tSberg—5 aasen. Wir fahren um 12.34 Uhr nach Lich und wenden uns nu- nachsl aus die Straße nach Nieder-Bemng n Etwa 1 Kilometer Henker Lich iroript nad) links die Strotze nadi Hattenrod ab. Vir folgen ihr lnS ,u der Stelle, wo wir auf die gelben Zeichen treffen, die von Gießen nach Lsnbach fuhren. Jhirfr dahinter marin btt Straße eine Biegung nach linf» und qcraoeauo führt ein Feldweg nach Harbach, was wir saft ganz durch Wald in zwei Stunde« erreichen. Slui», vor Harbach gelangen wir ins Freie und genießen einen pväckchgen Bläk aus den hohen Vogelsberg. Von vacbach wenden wir uns nördlich und gelangen teils durch Wald, teil- durch Feld nach einer weiteren baTbnt stunde zum Veits- berg, der an der Station Saasen liegt. In weiteren Idreifen ist der Beitobcrg bekannt durch Glaubrechts Erzählung „Ter ÄulCTibermann vom BcitSberg". Dieser dal um die Mitte des 18. I ahrlMndertS dort als Lehrer gewirkt. Tas alte Schul - dauS ächt noch ebenso wie das Kirchlein, in dem er die Orgel g spielt hat. Wir können von hier aus nach Hause fahren, rönnen aber auch noch nach dem V« Stunde entfernten Sa aser Vera gehen, von dem aus sich eine prächtige Aussicht auf Vogelsberg, Wettcrau und Taunus bietet. Eine 1 v Stunde weiter nordwestlich liegt Winnerod, dessen Kirche als Rulieslättc der Herren von Windhausen und ihrer Gattinnen einiges Sehens- wertes bietet. Bon Winnerod gelangen wir in einer halben Stunde yum Bahnl-of RciMrchen. Haige r—T r i e d o r f. Eine sehr schöne Wanderung, die uns durch Gegenden mit echt tuesterwälder Charakter bringt, ist die von Haiger nach Driedorf Wir wandern zunächst von Haiger aus über den Rothen- berg und gelangen zur alten Rheinstraße, der wir bis Breit- scheid folgen. Von Breitfcheid begeben wir uns nach Gustcrnhain. Weltlich davon liegt der 618 Meter lwbc Barstein Er ist aus der einen Seite mit dem westerwälder Schuhwall bepflanzt: nichts destvweniger haben wir einen schönen Blick auf die östlichen Gegenden. Im Süden liegt der Heisterberger Weiher. Air wandern zwisck>en dem Weiher und dem Dörfchen Heisterberg durch und gelangen nach kurzer Zeit und) Driedorf. Der Weg ist vom Westerwaldklub bezeichnet f W C 7). Ta die Bezeichnung icbori) manchmal nicht genügt, ist eine putc >tarte sehr zu empfehlen. Zu der Wanderung brauchen wir 4 Stunden. Kölbe—Christ en berg—Mün ckhau sen. Vir fahren um 8 Uhr nach Wlbe und verfolgen von da die roten Stricke, die zunächst lahnaustvärts führen Etwa 2 Kilometer vom Bahnhof betreten wir Waldpsade, die uns an der Muhten Aussicht vorbei in zwei Stunden nach der Stirn Halle bringen. Bon nun an benutzen wir rote Kreuze über die (Yeietshöhe zum Sattelkopf. Hier verlassen wir die Zeichen und wenden uns genau westlich am Forstsus vorbei nach dem Torfe Mellnau, von dessen Ruine man einen prächtigen Blick auf den im Osten sich ausbreitenden Burgwald und das hessische und sauerländische Bergland hat. Bon hier folgen wir den gelben Kreuzen auf schattigen Waldwegen nach dem sagen umwbenen Christenberg Ter Berg zeigt noch Spuren älter Befestigung. Oben steht ein Kirchlein. In der Küsterei befindet sich eine rinfadje Wirtschaft Boni Christenberg wühlen wir die blauen Strick nach Münchhausen (Strecke Frankenberg-Marbnrg' 'Sie bringen uns durch rin anmutiges Waldtälckxn mit einsamen Weihern. Rückiväris fritaucnb, brnninbcrn wir noch einmal den Christenberg, der sich im Wasser spiegelt Ter Weg führt ausschlieUich durch Wald und nimmt 5 Stunden in Anspruch. Gründer g—H omber g—K irchhain. Wir fahren morgens 5.37 Uhr nach Grünberg. Von hier verfolgen wir bis Homberg die blauen Kreuze, die zunächst auf Feldwegen nad) Stangenrvd führen. Bon hier betrugen wir die Landstraße nach Weitershain, die fast ganz durch Wald geht. Auf Feldwegen gelangen wir nach Schadenbach. Bon hier gebt es am Waldrand entlang nad) Homberg, wo wir das liebliche Ohmtal betreten. Schon von weitem sehen wir die Bergknppc hervortreten, auf der das Städtclren angelegt ist. In Homberg findet sich rin früheres Reichsgericht. Schon 129.3 ist der Ort, dem 1311 Stadtrechte gewährt sind, in hessischen Besitz. Sehens wert ist das alte, 1539 erbaute Rathaus mit Glockentnrm nnd die zum Teil sehr gut erhaltenen Ringmauern. Dcrugeschichllich ist interessant die Stadtkirche, deren fetzige Form ans dem fünfzehnten Jahrhundert stammt. Vom Schloscherg finden wir schöne Au-sicht airf das Ohmtal und den hoben Vogelsberg. Tie alle Linde ist ebenfalls unseres Besuches wert. Nunmehr wandern mir das anmutige Ohmtal abwärts, indem wir bis Amöneburg den blauen Keilen folgen. Nach einer Stunde erreichen wir Schweins berg mit schöner Burg, die bis 1609 bewohnt war Wir sind hier im alten Kurheffen, wo sich die schmucke Volkstracht noch allgemein erhalten bat. Weiter wandernd erreichen wir die D r ücken wühle, in deren Hof sich eine Strinpuramide er bebt, die aus dem 18. Jahrhundert stammt Sie wurde von rvevöinanb von Braunschweig und den französischen Marschällen d'Cströes und Soubise errichtet. Diese unterhandelten biet am 8. November 1762 zwecks Einstellung der 'Feindseligkeiten. Vor uns erhebt sich auf steilem Basaltkegel die Amöneburg, die wahr schrinlich eine fränkische Feste zum Schutze gegen die heidnischen Sari.-sen ist. 722 wirkte von hier aus Bonifatius. Von dem Berge bietet fid) eine glanzende Rundsicht auf das Obmtal, Vogels berg, Rbön, Taunus, Western'ald und das hessische Bergland. Von Amönckburg folgen wir den blauen Punkten nori) .Kirchhain Tie gaitze, außerordentlich lohnende Wanderung ist in 7 Stunden tu machen: kann auch durch die Ohmtalbahn gekürzt werden. Wald haben wir nur in der ersten Hälfte des Weges. Hetfebrieffofftn. Tropfsteinhöhle. Tie vor ungefähr 6 Jahren in Attendorn entdeckte Tropfsteinhöhle soll nach einer Mitteilung aus unserem Leserkreis die TedrnfwNe an Pracht und Schönheit noch b.'i weitern übertreffen' — und überhaupt die größte ihrer Art in Tcurstbland sein. Sie ist von Öhrnrn über Betzdorf-Olpe in kürzerer Zeit als dir Teri-enhödle zu erreichen. <5crichtsfnaL Gin T e u t f kunsthändler aus, aber auch als russischer Kürst, und ging eine neue Ehe ein, brachte die Mitgift durch unb wurde zu Zwangsarbeit P.runeilt Als Arbeiter begab er nd: sodann nach Amerika, wurde fcWieftlid) Arzt in den United Slates auf Grund eines in San Francisco getauften Tiploms, schloß eine drille Ehe und verfduvond im ehe rum mit dem Gelbe der Frau. Er ging nach Aegypten und kam von dort nach Nancy. Dcrmtfcbfes. * Zum Bovis Unglück auf dem Tegernsee meldet die „B.^Z. am Mittag" noch aus München: Ter Kammer- länger Slezak ist infolge der Aufregung und der Anstrengungen bei dem Dootsunglück erkrankt. In dem Boot befand sich der gleichfalls erkrankte Intendant Volkner auS Frankfurt a. M Ter ertrunkene Sänger Sturmsels muß durch einen Herzschlag getötet oder im Boot davon betroffen worden sein, beim er sank, obwhl er fdnvinrmen konnte, sofort unter. SturmfelS nwr einer der beften deutschen Operettenlenöre. Kleine Tageschronik. Aus Bitterfeld wird gemeldet. In einem Getreidefeld in Greppin wurde der Arbeiter Wolf ermordet auf gefunden. Als der Tat dringend verdächtig wurde die Iran des Ermordeten verhaftet. Wegen Tepotunterschlagungen in Höhe von angeblich 30 000 Mk. haben sich die beiden Inhaber der Karlsruher Bankfirma Wörncr u. Wehrle der Kriminalpolizei gestellt. Sie wurden festgenommen. Tie Firma besteht feit 1904 unb hatte fHir- große Bedeutung. Die vrnchandene Äktivmafse, soweit in’ realisierbar ist, ist nur von geringem Werte. Tie Passiven sollen etwa 200—250 000 Mark betragen. Aus Sexten in den Tolomitcn wird gemeldet: Von der Südwand der .kleinen Zinne st ü r z t e der Arzt T h e o -- dor Husche aus Rostock 400 Meter tief ab. Tie schrecklich verstümmelte Lcick;e wurde von Bergführern geborgen. Wetteraussichten in Heften hir Samßlaa, den 9, August 1913: Wolkig, höchstens geringe Niederschläge, kühl, corbroiegcnb nord- westliche Winde. Letzte IXacbiricbtcn. Ein Appell Bulgariens an die Großmächte. Sofia, 8. Aug. (Meldung der Agence Bulgare.) Tie Regierung übermittelte gestern' den Vertretern der Mächte eilte Note, in der sie zur üenntnis bringt, daß sie ihren Vertretern in Bukarest die nötigen Instruktionen erteilt habe, die Friedenspräliminarien zu unterzeichnen, und, um einen neuen Beweis ihrer Friedensliebe zu geben, beschlossen habe, sofort nach der Unterzeichnung des Friedensvertragcs au die Abrüstung der Armee zu schreiten, trotz der mehr als je drohenden Gefahr eines türkischen Einfalls in Südbulgarien. Tiefer Entschluß der Regierung fei der tiefen Ueberzeugung entsprungen, daß die Mächte die Vermittlerrolle zugunsten der Annahme der Grenzlinie Midia-Enos übernommen hätten und nicht ermangeln würden, die friedlichen Gesinnungen Bulgariens richtig zu würdigen, das; sie die Respektierung des unter ihrer Mitwirkung zustande gekommenen Londoner Vertrages durch die Türker durchzusetzen wüßten, und geneigt sein würden, zu allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu greifen, um einem Einfälle seitens der Türkei vorzubeugen, der Schrecken verbreiten und eine vollständige Verwüstung des Landes zur Folge haben würde. Tic Regierung richte daher in dieser Angelegenheit einen dringenden Appell an die Mächte. Die Grenzfragen auf bem Balkan. :: Köln, 8. Aug Aus zuverlässiger Quelle erfährt der Sofiaer Korrespondent der Köln. Zig, daß anstelle einer curu- väifchen Konferenz ein Meinungsaustausch zwischen den G r o fr m ä d: t e n über die strittigen Grenzfragen, die in Bukarest ungelöst bleiben, stattfinden iverdc. Tie Bulgaren hoffen, die ent scheidung der Mächte werbe für sie günstig sein, und das umfomehr, als in letzter Zeit eine wohlwollende Wendung in der russischen Politik bemerkbar ist. Rumänische maßgebende Stellen beftätigen nach einer Bukarester Tepefche die wichtige, aber verdunkelte Meldung, daß die Londoner Botsrixrftertagunq beschlossen habe, denfBukarester Vertrag einer Durchsicht -.u untergeben. Unter den in Bukarest weilenden Vertretern der Balkanstaaten herrscht die Ueberzeugung, baß Rumänien, Serbien und Griechenland eine wiche Turchsicht hintertreiben werden. Ein schwere« Bootsungluck auf bce Schwielowfee. — Berlin, 8. Aug Der Sckumelowsee, her roäbrrnb der Sommerferien da- Ziel nitlcr berliner ist, war gestern brr Schau- platz eines Unfalls, bem drei Berliner yim Opfer fielen. Der Oberlehrer Wassermann, dessen Sohn unb der Lehrer Sommer stürzten bei einer Bootspartie ins Wasser und ertranken, wahrend eine Berlinerin unb vier miriabrenbe Kinder gerettet nnirben. Ter Oberlehrer Wasserinann aus Berlin, der mü bem Lehrer Sommer in ^erch, uir Erholuug weilte, unternahm mit diesem unb ihren betben Söhnen eine Bootsfadit auf dem Schtviewwiee, der n.1) ei» Berlinerin, Frau FabOlln, und riet Sckmllinder aus Berlin, darunter die Geichimster Kurt und Grete H a r t - wi a, anfchtoficn. Gegen 11 llhr, als sich das Boot zwischen Mlltrl- bufd) unb Petzow, ungefähr am der Höhe der Ziegelei Lecknitz, Ivfanb, kenterte das Boot infolge der böigen Winde und bestärken Wellenganges und alle a ch t Insassen stürzten ins Wasser. Auf die gellenden Hiljerufe her mit den Wellen kämpfenden eilten Ruderer au die Unglücksstäue. Ehe sie tedod» dort ein trafen, waren Wassermann unb Sommer mü dem jungen Wassermann schon untergegangen unb ertrunken. Ta gegen gelang öS, den Sohn bes Lehrers Sommer und die beiden Mriiber Svrt und Grete Hartwig in das Boot zu ziehen, während Frau Fadian mit ihrem .eit entfernte Ufer idupimmenb erreichte. Die Leiche des Oberlehrers Waft^mann wurde kurz nad* bem Unfall bei der Ziegelei Lecknitz^ ans Land getrieben unb von dort nach Ferch übergeführt. Tic (suche nach den beiden anderen Verunglückten blieb bisher erfolglos. Ta8 Vootsongluck in Ewiuemundc. S w i n c m ü n d e, 8. Aug. Ter BootSführer des verunglückten Motorbootes erzählt.^daß das Boot gekentert sei, weil die I n - fassen, bic von Spritzern getroffen wurden, trotz feiner Warnung auf die andere Seite sich stellten und dadurch das Boot aus dem Gleichgewicht brachten. In dem Augenblick, als der >kahn sich auf die Seite legte, entstand eine furchtbare Verwirrung. Alle Fahrgäste stürzten ins Wasfer. Tic mit den Wellen Ringenden, soweit sie nicht schwimmen konnten, verftidstcn, sich an dem Segel werk des Bootes festzuNamrnern. Ta die meisten von ihnen mit Mänteln unb Wollzeug bekleidet waren, sanken fic, ehe sie bic Bootsplankeu ergreifen konnten. Nur wenige erreichten schwimmend das Boot, in das fic hincinklettcrten und sich, so gut cs ging, festklammertem. Ter Fischer Bauer versuchte mit dem Bootshaken die Ertrinkciiden hcranzuzichcn, dock) gelang es ihm nur eine Person zu reden. An der Landungsbrücke spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Nur mit Mühe konnten die Unglücklichen, die ihre Angehörigen nicht ziirückkommcn sahen, dazu veranlaßt werden, die Brücke zu verlassen. Der Trauer in Swinc- rnünde gesellt sid) taut „Lokalanzeiger" ein starker Unwille hinzu, da man ähnlich wie im Vonahrc bei der Brückcnkatastrophc in Binz die Badeverwaltung beschuldigt, daß sie nicht genügend R e 11 u n g ö m a b r c g c 1 n getroffen hätte Wie im Vorjahre sei es auch in diesem wiederum unsere 5t r i e g 31 marine gewesen, die rasch und tatkräftig Hilfe leistete, nämlich die Bemannung der „H o h e n z o l l e r n", die auch Sauerstoffapparale mitbrad>tc. Ein Geretteter erzählt, etwas Grauenhafteres wie die Schreie, als fid) das Unglück ereignete, habe er in feinem Leben nicht gehört. Als der verunglückte Land gerichtsrat Franke-Berlin gefunden wurde, schlang man um den Mürber des noch Lebenden eine Leine, bic über der Brust befestigt war. Tas andere Ende der Leine wurde an dem Motorboot befestigt, das Franke aufgefunben hatte. Anstatt daß man den Körper, in d- m sich noch Leben befand, sofort in das Motorboot genommen hätte, schleppte man ihn von der Ansfindungsstelle bis an den Brückenkopf im Wasser. In dem Dloment, als bad Motorboot am Brückenkopf anlangtc, eilte ein Obermaschinisteii maat der „Hohenzollern" hinzu, um Franse aus bem Wasser !herauHuholcn. Ter Brücken Wärter verweigerte dem Maaten den Zutritt zu der Brücke, weil er nicht in bem Besitze einer Karte mar. Erst am Brückenkopf konnte der Maat Franke aus dem Wasser holen und stellte nun Wiederbelebungsversuche an, die jetzt erfolglos waren. In einer Protest- vcrsammlung, bic aus heute vormittag einberufen wurde, sollen die Einzelheiten besprochen werden. * Ter Flug Ianoirs nach Petersburg. w. Johannisthal, 8. Aug. Ter Flieger Ianoir, der torgeftem von Paris nach Berlin flog, startete um 5.07 Uhr zu seinem Flug nad) Petersburg. In Riga ober Tünaburg wird er eine Zwischenlandung vornehmen. England baut Luftschiffe. w. London, 8. Äug. Wie die „Times" meldet, hat die Admiralität den Auftrag zum Bau eines Luftkreuzers gegeben. Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc. HTTinnnr Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. August, nachmittags 3’, Uhr, vom Trauerhause aus statt. .... Todes-Anzeige Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere innigst geliebte, unvergeßliche Tochter,Sch wester, Schwägerin und Tante Elisabeth gestern abend 11 Uhr nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden im Alter von 25 Jahren zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heim. Moos V., Gastwirt z. Löwen. Lollar (Hauptstr.2), den8.August 1902. erbtoemmtteinrobrir, älU lief. biQ. la. 21eine u.Zementbleien. PH. Gies, Neuwied. Himbeer- » Erdbeer- h Kirsch- ® Johannisb.' =• Zitrone- Feigen- Annanas- « Reformhaus KrcDiplati 5. 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Fritz Wenk S“/< Gut bürgerliches Haus, 4Min. vom Bahnbos. Auto-Garage. kPens.v.M.4.O0 an. Franz. Billards. Ausschank Balbachscher Wiere. — Anerkannt gute Küche. — Weine erster Firmen. ipä trassburger höhere Bildungsanstalt (ehern. Volkshochsch.). Inst. Bartholdy, Regonbogen- gasse 10. Vorbereit, z. Einjähr.-Frciw.-, Fähurich- k ■ n Abiturient.-Prüfg. i. d. Hälfte d. sonst übl. Zeit. — 21 i. d. J. best. Wintersemest.-Beg. 1. Okt. Eintritt jederz. Pens, im Hanse n. ausw. Prosp. d.d. Dir. Ruff. 1912/13best.:6Abit.,10Prim ,9Sek.-Einj.,3Lehrerinn. [bv8^ Treis a. d. Lumda Sonntag, den 10. und Montag, den 11. August: Kirchweih-Fest wozu höflichst einladet 5154 Konrad Anrend, Gastwirt. WapMer und [a8/s Mticte empfiehlt in verschiedenen Grössen und Qualitäten äusserst preiswert Carl Horn Marktstr. 28 Marktstr. 28 Dr. Schäffer verreist vom 9. August ab. Vertreter die Herren: Dr. Büchner, Frankfurter Straße 12 Dr. Steinreich, Neuen Bäue 25 ferner nach ihrer Rückkehr: Dr. Ploch, Ast er weg 34 Sanitätsrat Dr. Schliephake, Goethestraße 44 letzterer nur für Privatpraxis. 5163 4)^ o Niqnn k u ▲ Section Sonntag, den 10. August: Bieber - Bubenrod - Wetzlar. Abfahrt: 10" Uhr. Wander zeit 3 Stunden. v17/, V. H. C. Zweig-Verein Giessen Der Frankfurter V. H. C. hat uns zu seiner Wanderung am Sonntag eingeladen und bittet um zahlreiche Be» teilig. Abs. n. Ober-Widders- heim 818 Uhr. v*/R Die für 16. und 17. August geplante Knüll-Wanderung fällt aus. Ersatzwanderung wird später bekannt gegeben. Günstige 50-Pffg.- GeSd-Lotterie Ziehung sicher 6. Sept. 1616 Geldgewinne ioooo an. Hauptgewinn MM 4000 M. 1616 Geldgewinne 6000 Hfl. 11 Lose 5 M. Porto u.Liste 25 Pf. empf. Lott-Unternehmer J. Stürmer, Straßburg i. Els., Langstr. 107. In Gießen: Die Kgl. Lott-Einnehmer u. alieLoseverkaufsstellen Cafe Ebel Inhaber: Karl Ohm. Täglich ab 7l/s Uhr: Lustige Abende der humoristischen 1053 Herren - Kapelle „Speyer“ Liederkranz. Morgen abend bei Mitglied Maller. va/b Samötag, den. 9. August, abends 9 Ulir: Bersam mlu ug im „Gambrinusbrau" be. Otto, Klinikstrasre 21. v8/«)_______Der Vorstand TTbiVC ' Geeignete Mahnahmen, die dem Landwirt nor- mal bestandene winterfeste Herbstsaaten sichern, bietet allen Lesern das der hentigeil Nummer beiliegende Flugblatt der Landwirtschaftlichen Ansknnstsstelle der Deutschen Ammoniak-Verkaufs-Vereinignng, worauf wir unsere Leser besonders aufmer^am machen. [st8/e