Donnerstag, 6. November 1915 ir. 261 Zweites Blatt 165. Jahrgang Erscheint töglich mit Ausnahme des Sonntags. 100 °/o 1 sehr men, zu untersuchen und der russischen Regierung die Er Dcr russische Kommissar, ein baltischer Gutsbesitzer, hat die deutsche Landwirtschaft von den russischen Ein neues 5tück des Marrus-Cvangeüums rssante Einzelheiten mit. Ter Deckel des Manuskripts b ( mta und ist mit den Bildnissen der vier Evai EineEvangelienhandschrist, die mit drei anderen, Teile kei Bibel enthaltenden Dokmnenten von C. L. Freer in Kairo erworben wurde und sich jetzt in Washington be- sindet, enthält Stellen aus dem Markus-Evangelium, die iir keinem anderen Manuskript Vorkommen. Prof, Frhr. Llto v. Schleinitz, der in dem demnächst erscheinenden heft der Zeitschrift für Bücherfreunde ein Faksimile .der kostbaren Handschrift veröffentlicht, teilt zugleich inter- ’ - • Zf ___ ... - L A .< Ti.'. Seit einiger Zeit weilt, wie wir Berliner Blättern entnehmen, ein russischer Landarbeiterkommissar in Berlin, des- Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts - Buch- und Sreiudruckeret. R. Lange, Gießen. politiiebe Lcrgesscbcrrs. Eine russische Bedrohung der deutschen Landwirtschaft. Ich wies schon neulich auf das „Scheitern" des Irrenanstalts baucs am Wißmar er Weg hin. Heute sage ich dazu, daß gegenüber den Feldbereinigungswert mehr gefordert wurde: von 1 Stadtverordneten 51°.o, mieden werden Der letzte Beschluß der Stadtverordneten-Ver- sammlung in der Kliniksfrage wird hoffentlich für ungültig erklärt werden, denn wir haben uns hierbei an die Städteordnung, nicht cm die Landes- oder die Reichsverfassung zu halten. Es bestehen wesentliche Unterschiede zwischen kommunalen Aufgaben und politischen Geschäften, wie sie die großen Parlamente und ihre Parteien zu führen haben. Mit der Ausbreitung und Förderung der Stimmenthaltung sind keine Lorbeeren zu pflücken. Wie wer Horen, soll in der vorliegenden Frage der gesetzliche Beschwerdeweg rechtzeitig beschritten werden.________________ 1 „ 122qo. Wenn der Herr Inderthal noch an die Leichtigkeit des Grund- ctlo rbs für städtische Zwecke gla bt, bewundere ich seine Gutgläubigkeit. Ter Vorschlag des .Herrn Mcher ist 'm. E. der beste. Möglichst billiger Umbau der Klinik für v r o v i s o r i s ch c Rathaus zweäc. — Benutzung der derzeitigen Bürgermeisterei für die Kunstsammlungen und dann gelegentlich nach einem geeigneten Platze in der Stadt nmschaucn — 'man kann an die Gegend Lmdcnvlay - Schloßgasse—Kirchcnplatz denken, — auf diese Art kommt man noch jahrelang um einen Rathausneubau herum nnb wer weiß, wo in dieser Zeit der „Mittelpunkt" der Stadt ist. Auf diese Art i st eine V e r st ä n d i g u n g d e r aus ein an vergehen den Ansichten möglich. Vielleicht sind wir noch einmal froh, später am Bahnhöfe über größeres eigenes Gelände verfügen zu können. Der derzeitige Bahnhof ist auch immer an seinem Platze gewesen und eine — anrf) nur teil weise Verkehrsverlcgung an eine andere Haltestelle — schädigt die Anlieger. Tas hat uns — so viel ich weiß, die ganze Stcststver ordnctenversammlung — nicht gehindert, c i n m ü 11 g für die Haltestelle „Nord" zu stimmen. Weni Bczirksinteressen den Blick fürs Ganze trüben, der gehört überhaupt nicht in die Stadtverordnetenversammlung, mag er auch sonst ein guter Mann sein. Mögen sich die Wähler durch eine über Gebühr autgebauwste Frage nickt von der genauen Prüfung des Kanditen abhnlteu lassen. Tie es allen Reckt machen wollen, sind nicht ine besten nnb die am meisten versprechen, halten am wenigsten. E. Krumm Es ist zunächst stark befremdend, daß Herr Krumm hier eine ganze Reihe von Personen grundlos angreift tmd mit verdächtigenden Porwürfen überhäuft. Jeder der in unserem Blatte zum Worte gekommenen Einsender hat ruhig und sachlich zu einer die gesamte Bürgerschaft im höchsten Grade interessierenden Angelegenheit feine Ueber- zeugung dargetan, und nun kommt Herr Krumm, der so gern als Verfechter der Volksrechte gelten will, und drückt seine Verachtung über solche Bemühungen aus. Er spricht von „Lärm", „Geschrei" und „Mache" und erhebt gar wider seine sachlichen Gegner den Vorwurf, daß sie ,.im Trüben fischen" wollten. Ist es in einer Zeit, wo die Bevölkerung zur Wahl ihrer Vertreter schreiten soll, nicht förderlich, wenn das Jnteresfe an wichtigen öffentlichen Dingen belebt wird und muß man denjenigen schlechte Motive unter-, schieben, die es wagen, einmal öffentlich ihre Meinung zu sagen? Herr Krumm, der doch schon häufig „Tinteuströme" vergosfen hat, würde gewiß empört gewesen sein, wenn ihm jemand seine redliche Absicht bestritten haben würde; warum tut er es andern gegenüber? Das Vorgehen ist um so verwunderlicher, da Herr Krumm von "der Auseinandersetzung in unserem Blatte offenbar viel profitiert hat und gar nicht mehr so fest davon überzeugt zu sein scheint, daß der Umbau der Klinik das Nichtige ist! Er bekennt sich heute zu den An°< sichten des Herrn Architekten Meyer, die aber doch von beut Beschlüsse der Stadtverordueten-„Mehrheit" seines ent lieh abweichen. Herr Meyer hat ja doch alles bestätigt, was wir, an dem bekannten Beschluß in bautechnischer Hinsicht zu tadeln hatten und was auch der Sachverständige Herr Schön so eingehend und überzeugend dargetan hat. Einige Abschweifungen, die Herr Krumm sich auch diesmal wieder gestattet hat, können wir kürz abtun. Am 1 8. April (nicht im Mai) d. I. ist jener Beschluß gefaßt worden, auf den Herr Krumm sich beruft, wonach das Hochbauamt binnen sechs Wochen Kostenvoranschlag und Pläne zur „Umwandlung" der alten Klinik vorlegen sollte. Daß dieser Entschluß verwunderlich war und znm Widerspruch hätte verlocken können, geben wir gerne zu. Tie Die „Glehener Zamilienb lütter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt. dar „Breisblatt für den Breis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^ä»51. Redaktron:^^I12. Tel.-Adr.: AnzetgerGießen, heic der heutigen Stadtverordneten noch Beschlüsse fassen und Geschäfte erledigen kann. Ta Herr Krumm aber selbst darauf verweist, daß die endgültige Entscheidung in der Rathansfrage von der neuen Versammlung gefallt werde, spricht er dem voreiligen Beschluß selbst das Urtcu. Wenn er dabei fragt: „wozu also der ganze Lärm?" so fragen wir: Wozu die Ausgabe von 2000 Marl, die zum Fenster hinausgeworfen sind, wenn das neue Stadtparla- ment andern Sinnes ift und in seinen Beschlüssen Der Mehrheit des Bürgertums si chanschließt. Herr Architekt Schön hat die flüchtige und unbestimmte Art des beschlossenen Ausschreibens sehr zutreffend und eingehend kritisiert: .Herr Kriiinm hat es vorgezogen, darauf nicht einzugehen. lind doch hat es einmal in der Stadtverordnetenversammlung einen Tag gegeben, wo auch Herr Krumm der acken Klinik ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellte, nämlich am 9. Januar d. I., wo man die Möglichkeit in Betracht zog, daß der Eisenbahnfiskus den Ban anlaufcn werde. Herr Mruntm sagte damals laut Sitzungsbericht u. a. folgende Sätze: „M'i t 50000 Mark wird man keinen befriedigenden Zu st and schaffen können. Die Möglichkeit der Verwendung der alten Klinik ist nicht so einleuchtend, um sich deshalb mit der Mehrheit der Bürgerschaft in Widerspruch zu setzen, wenn Die Stadt keinen finanziellen Vorteil hat." Herr Krumm äußerte damals ernste finanzielle Bedenken: „Man wird für eme halbe Million ein Gebäude haben, das nicht unterkellert ist." — Damals wurde denn auch die Verwendung der Klinik als Rathaus mit 19 gegen 12 Stimmen ab gelehnt. Daß ein Kaufvertrag mit der Eisenbahnbehörde nicht zustande kam, ist durchaus nicht von entscheidender Bedeutung. Dagegen ist der frühere Ausspruch Krumms, mit 50 000 Mark werde man keinen befriedigenden Zustand schaffen können, in sehr ernste Erwägung zu ziehen. Alle Sachverständigen, die hier zum Worte gekommen sind, haben übereinstimmend betont, eine brauchbare Einrichtung — von einem Umbau gar nicht zu reden — der alten Klinik werde sich nur mit verhältnismäßig sehr hohen Kosten ermöglichen lassen. Bei der Entscheidung wäre dabei zu berücksichtigen, wie lange wir an ein Provisorium' gebunden wären. Für einen fünf- bis sechsjährigen Aufenthalt brauchen wir diesen kostspieligen Ausflug m das gelobte Land nicht; 60 000 Mark Herstellungskosten sind dafür noch viel zu teuer. Wir vertreten nach wie vor die Ueberzeugung, daß die Bürgermeisterei sich mit ihren jetzigen Räumen noch einige Jahre behelfen kann, bis die Finanzen der Stadt Gießen günstiger liegen. Unnütz hohe Ausgaben, tote für das Eichamt und für die Cholerabaracken, müssen künftig ver- Eichener Mnjcujcr General-Anzeiger für Gberheffen sicht aus Holz und ist mit den Bildnissen der vier Evan-, Lüften geschmückt. In dem auf Pergament geschriebenen, ivahrschernlich im 5. Jahrhundert abgefaßten Dokument st wie in den meisten alten Unzial-Manuskripten, wenig Kennung der Worte, feine Punktation und Akzentuierung vorhanden. Die neuen Stellen finden sich im 16., dem letzten Kapitel des Markus-Evangeliums. Da offenbart sich der Herr in Pers 14 nach der Auferstehung den e(| Jüngern „und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens härtigfeit daß sie nicht geglaubt hätten denen, die ihn besehen hatten auferstanden." Daran schließt sich nun eine bisher v ö llig unbekannte Stelle, die in derUeber- jehung folgendermaßen lautet: . o Und sie entschuldigten sich, indem sie sagten, daß dies Zeitalter der Ungesetzlichkeit und deS Unglaubens unter dem raufet stehe das durch die Vermittlung von unsauberen (Mftern dadurch leide, daß die wahre Macht Gottes nicht begriffen werde. „Deshalb", sagten ste zu Christas „beweise uns sofort deine Gerechtigkeit." Und Christus sprach zu Knien: „Das Ende der Jahre der Macht des Teufels .ist tt füllt, aber in der Zwischenzeit snid andere Uebel drohend nahe. Um der Sünder willen war ich dem Tode überliefert wurden, damit sie zur Wahrheit zuruckkehren und nicht ferner sündigen, aber erben moch^n den geistigen und unvergänglichen Richm der Gerechti^eitim Fimmel T.aran schließt sich dann der Vers la, der den ^aufbefehl emthält, in der üblichen Lesart^ . . Tas Evangelien-Manuslript stammt wie die drei andern Handschriften, von denen die erste das Deuteronomium — Der Grund st ein für das Zoologische Institut der Universität Frankfurt soll in Den nächsten Wochen gelegt werben. Dies hat die Scnckenbergische Naturforschende Gesellschaft, deren Einrichtungen wohl teilweise in den Dienst der Universität gestellt werden, die aber dennoch auch iwch einige Aufgaben von Bedeutung zu erfüllen hat, veranlaßt, in dringlicher Weise an den notroenbigen Museums-Erweiterungsbau hcranzutreten. Zwar sind es erst wenige Jahre her, bas; die Gesellschaft, die unter der Schirmherrschaft der .Kaiserin steht, ihren prächtigen Museumsbau an der Viktoria-Allee beziehen und damit eine naturwissenschaftliche Schaustellung eröffnen konnte, die in ihrem äußeren Aufbau kaum von einer ähnlichen Anstalt in Teuifcklanb übertroffen wirb. Aber die Schaustellung zeigt in einzelnen Teilen bedeickliche Lücken, die auszufüllen aus Raumgründen unmöglich ist. Deshalb soll jetzt sofort ans Werk gegangen werden, um die Dkuseumserweiterüng als Mittelglied .zwischen dem jetzigen Bau und dem Zoologischen Institut gleichzeitig mit diesem bauen zu können, wodurch gegenüber einer etwaigen späteren Errichtung rund 50 000 Mark erspart werden. Ein Teil der bann gewonnenen Räume soll, der Köln. Ztg. zufolge, der Universität für den Unterricht in der Geologie, Mineralogie und Paläontologie auf zehn Jahre vermietet werden. Die Finanz- srage will die Gesellschaft, wie sie das auch bisher stets getan hat, selbst ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder lösen. Sie wendet sich nämlich an den bewährten Bürgersinn der Frankfurter und fordert zur Zeichnung einer zinslosen Anleihe von einer halben Million Mark auf,, für deren Rückzahlung innerhalb 16 Jahren sich die Deutsche Bank — wie es heißt, infolge Verwenbung ihres Direktors v. Gwinner, eines geborenen Frankfurters — verbürgen wird. — Ein neuer Rembrandt. Aus Berlin, 4. Nov., wird gemeldet: In einem Privathaüfe wurde ein bisher unbekanntes Bild von Rembrandt, das Bildnis eines blonden jungen Mannes aus des Künstlers bester.Zeit gefunden. Es ist bereits in den Besitz eines der größten deutschen Sammler übergegangem — CinebritischeSudpol-Expebition 1914. Aus London wirb berichtet: Wie das Mitglied der Königlichen Geographischen Gesellschaft I. Foster S t a ck h o u s e jetzt bekannt gibt, ist bie Aussendung einer neuen britischen Südpol-Expedition, die im Anschluß an Scotts Forschungen das bisl-er noch nickst untersuchte König-Eduard VII. -Land erforschen wird, nunmehr endgültig gesichert: der Plan der Expedition steht fest, und bie Vorbereitungen haben bereits begonnen. Stackpouse übernimmt selbst bie Führung. „Ehe mein Freund Scott seine letzte Fahrt antrat, drängte er mich immer wieder, eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung des König-Eduard VII.-Land zu unternehmen, um die Küstengliedernng und so viel als möglich vom inneren wissenschaftlich aufzunehmen. Die Pflicht, die ich damals übernahm, hat nun zur Bildung der neuen Expedition geführt, die im kommenden August die Ausreise von England aus antritt." Ta das ganze Gebiet noch, nie von einem Menschenfuß betreten • wurde, sind wertvolle Feststellungen zu erhoffen. Die Expedition wirb weder Hunde noch Ponnys mitnehmen, alle Schlitten sollen von Menschen gezogen werden. Der Stamm der Teilnehmer wird durch Reisegefährten Scotts gebildet. — lieber den Tod eines deutschen Forschers wird aus London, 4. Nov., gemeldet. Der englische Missionar Edgar Greenshiel.d, der von seiner zweijährigen Missionstätigkeit unter den Eskimos auf der Black Leas Insel zurückgekehrt ist, hat die erste Kunde von dem Tod des deutschen Forschungsreisenden Hantzsch gebracht, der vor vier Jahren mit Greenshield auf einem holländischen Walfischfänger auögeiaoren war. Hantzsch ist im vorigen Jahre auf einer Expedition gestorben, die er von der Missionsstation auf der Black Leas .ymel unternommen hatte. Seine Kräfte waren, anscheinend den Ltrapazen und den klimatischen Verhältnissen nicht gcwach'en. Er war von einigen Eskimos begleitet, die ihm ein ckristliches Begrabnw gaben und seine Hinterlassenschaft Greenchield ausgehandigt haben. und das Buch Josua, die zweite die Psalmen und die dritte die Epistel Pauli enthält, von einem Händler Mi Ara bi, der bel-auptet, die Manuskripte in Akhrnirn, dem alten Panopolis, ebenda gesunden zu haben, too 1886 ein „apokryphes Evangelium" und „Revelationen Petri" zutage traten. Au dem gleichen Platze entdeckte man eine weibliche, im Museum von Kairo ausgestellte Statue. Die Evan- gelienhandschrift ist trefflich erhalten, weil sie nicht auf PapyruS, sondern auf Pergament uiedergeschrieben ist; sie hat toahrscheinlich 1500 Jahre in einem Grabe geruht und mag dann in das sog. „Weiße Kloster gegenüber von Akl)mim aetommen fein. Die Manuskripte sind alle frei von Einschiebungen und Korrekturen. Nochmals alte Klinit! Vorn Stadtverordneten Krumm erhielten wir gestern folgende Zuschrift, der wir um so lieber wieder unverkürzt Ausnahme gewähren, als damit nochmals dargetau werden kann, wie unrichtig und übereilt der letzte Stadtverord- netenbeschluß war: Nachdem die Tintenströmc über die a(rc Klinik spärlicher fließen, möchte ich noch ein paar Worte hierüber sagen. Im M a i dieses Jahres beschlossen die Stadtverordneten -- ohne jeden Widerspruch — das Hochbauamt solle ! innen 6 Wochen Entwurf und K o st e n a n s ch l a g für bie Unterbringung der städtischen Dien st raume in. ber alten Klinik ausarbeiten. Es wundert mich, daß auch nicht einer meiner Herren Köllegen den Vorwurf der Ueberrumpelung zurückgewiesen hat, da doch mit der neulichen Vorlage nur ein Beschluß zur Ausführung gebracht wurde, an dem die meisten der Herren mitgewirkt hatten. Es liegt auch ein Beschluß vor, bis Dezember eine Vorlage über definitive Regelung der Beamten- und Lehrergehal te zu machen ; würde auch hier die Kompe'enz des ,.Rumpf"parlaments angefochten worden sein, wenn der Beschluß nach Wunsch der Jnteresjenten ausfiele? Ich glaube, man würbe sich anerkennend aussprechen, daß die Sache endlich geordne! würde. Entweder ist die beschlußfähige Versammlung kompetent, gültige Beschlüsse zu fassen, — dann über alle Vorlagen, ober die Arbeit wirb bis Januar eingestellt; ich glaube, der „Rumpf" würde mit Vergnügen Ferien machen. Sie sprechen auch gelassen aus, daß ein Recht sich der Ab- mirmung zu enthalten, kein Stadtverordneter habe. In welchen 3irfassiings-Paragravhen der Reichs- und Landesverfas u n g ist rin solches Recht gewahrt ? und doch enthalten sich in allen ßailamcntcn Abgeordnete der Stimme, und ich möchte auch sehen jeeiani) zum „nein" oder „ja" zu zwingen, der nickst abstimmen Uli. Empfehlen Sie Jlnem Einsender, die Artikel 28 der Reichs- nnb 93 der Hessischen Verfassung zu studieren, ob irgendein „Reckst" nur Stimmenthaltung ausdrücklich gewährt ist. Artikel 44 der Londsländischen Verfassung Hessens sagt sogar klar und deutlich, daß nit „Ja" ober „Nein" abzustimmen sei und doch ist noch niemand ms den kostbaren Einfall gekommen, einem Parlamentarier gemalt am den Mund -u öffnen. Vorläufig sind 2 000 Mark für Pläne bewilligt und sonst lissts. Wozu der ganze Lärm?, da jede künftige Versammlung b;e Klane ablehnen. Neues beschließen kann; ich wiederhole, 90 Proz es Geschreies ist Ma^l)e von Leuten, welche gerne Stadtväter uerben möchten, und bei der Gelegenheit im Trüben fischen wollen. Es ist doch merkwürdig, daß, wer Stadtrat werden will, rllcs am besten weiß, und daß diejenigen, welche es sind, ihren Elcrftanb verloren haben. Daran glaube ich nicht, weil ich beide lsittwicklungszeiten mitgemacht und glücklich hinter mir habe. Auch jetzt noch vermag ich in allen Eingesandts — mit kl >isnahme desjenigen von Herrn Architekt <■ D e r — eine Verbesserung der Stadtverordnetenbeschlüsse nickst erkennen. Wer — wie Herr Haubach — die jetzt benutzten drei tz-ebäude, Gartenstraße, Asterweg und Weidengasse weiter benutzen imb die alte Klinik leer stehen lassen will, ist nicht svarsam. das ist doch kostspieliger, wie die Verlegung und, anderweitige Be hubunq der 3 Häuser. Auch der Hinweis auf die „Mitte ber Glabt" trifft nicht zu: was übrigens heute mitten ist, kann in 10 Jahren schon außerhalb sein, föerrn Seuling sage ich, wenn lein Fachkollege Huhn mit den dunklen Zimmern Recht hat. raffen die Räume auch mcht zum ausstellen. Herr Jnderthal behauptet, die alte Klinik könnte schon | jirgst verkauft sein. Wann und an wen erlaube ich mir zu fragen. )crr Jnderthal könnte sich den Dank der ganzen Stadt verdienen, ycitn er uns einen Käufer brächte — wohlgemerkt, nicht für eilten ßtblamncier, der ein hübsches Fleckchen in der Liebigftraße nehmen üütbe und uns den unverdaulichen Rest des Hintergeländes ließe, onbern einen Käufer für das ganze Grundstück. Daß hierbei Be- Hirgungen gestellt werden müßten, ist selbstredend, der Eingang >ur Stabt fanit niemand zur beliebigen Ausnutzung überlassen ocibcn — oder wäre den Herrn auch ein erweiterter Rangierbahn- I jbf auf dem Klinikgelände annehmbar? Die Häuser kauf plane des Herrn Jnderthal dürften iach noch ein anderes Sümmchen von Unkosten ergeben, wie der Niniks-Umbau. Wer die Forderiingeit kennt, welche der Stadt auch für bic ältesten Baracken gestellt werden, der lächelt nur über den Plan am Neuen Weg und Umgegend so einige tausend Quadratmeter aufzukaufen. Bei solcher „Sparsamkeit" würde die Stadt 'Wechte Erfahrungen machen._______________-__ durchaus ungeeignet fei. , ■—m t Was haben die Lehrergehälter mit dem Kliniksbau umfangreiche Erhebungen darüber augestellt, intoiemcit zu tun! Wir bestreiten durchaus nicht, daß die Gesamt- d :: J ~ " Oeffentlichkeit hat auch alsbald Stellung dagegen genom- sen Aufgabe es sein soll, die Lage der russisch-polnischen ^.and^ men, denn 10 Tage später, am 28. April, wurde man sich arbciter, die alljährlich zur Erntezeit nach Deutschland kom- in der Hauptversammlung des Bürgervereins einig men, zu untersuchen und der ruftijchen Regierung die Er- darüber, das; die Klinik für die Zwecke der Bürgermeisterei gebnisse seiner Untersuchung mitzuteilen. _ _ M 5»önc ber|'cric*)l| 'nb "ubcboYJ SJttH. diabe 70-nmirrav^ 46—50 82—89 höchsten 60-55 91—100 höchsten 45—49 Weller DliebcrfctilaiV 113 mm runbtagc dafür vordanben ist regicrung und — vorsichtig gesagt — rin Vorgang, der wadr- sck»einlich zurzeit besser uoch im LtaatSintercssc nicht in die breite Meteorologische SeobachtulMn Oer Station Sieben. SE SSE S 38—43 33—36 80—89 79—89 50—53 46-49 69—78 63—68 92—94 75-88 + 10,3 C. + 1,2e C. Mk. 62-57 61-56 78-80 78—79 78—80 72—75 ert 9loo. 1C1 Dunst . Nebel Bed. Himmel Treiie tüc 100 l'fb Lebend- Schlacht» gewicht 115—12) । i ' 93—106 88—9j . 69—72 . 66—71 . 57—63 . 52—56 CörfiHc Temperatur am Sliebriqfie „ , Ein guter Kamerad der Kinder ist der Fischer mit dem Torkch, bai Er» kennumrs,eichen der echten ScottS Ihnulfton. Sie famen ihn genau und wissen, daß er ihnen für die gute Saisonarbeitern abhängig i ft. Nach den bishcri gen Feststellungen beträgt die Zahl der russischen Landarbt'. ter, die alljährlich in der deutschen Landwirtschaft Beschäl tigung finden, etwa 225 000. Noch größer ist die Zahl dir dol nisch vathenischen Landarbeiter aus Galizien. Offiziell wird die Ausgabe des russischen Kommissars als Studienrei'c sur Erforschung der wirtschaftlichen Lage der russischen Arbeiter bezeichnet: tatsächlich will Herr v. Schulz feststellen, welche "Folgen für die deutsche Landwirtschaft entstehen würden, .wenn die russische Regierung künftighin den Erntearbeitern das Ueberschreiten brr deutschen Grenze verböte. Tie russische Regierung hat nämlich die ernstliche Absicht, diese Waffe gelegentlich der künftigen Handelsverträge zu verwenden, um bestimmte russische Forderungen durch'udrückcn In enter Linie will die russische Regierung die vollständige Beseitigung der Einsuhrscheine durchsetzen. Ter Kommftiar, der sich Herr v. Schuld nennt, hat nun die Aufgabe, inner Negierung das Matcrittl in dieser Frage an die Hand zu geben, damit diese in der Lage ist, es bei den Handelsoertragsver- handlungen als Druckmittel zu benutzen. Ter gesteigerte Bedarf an Unteroffizieren, dex durch die letzte Heeresvorlage eintritt, wird durch folgende Maßnahmen zur Besserung der Unteroffizierlaufbahn zu decken versucht: Erhöhung der Tienstprämic von 1000 Mk. auf 1500 Mk (im Etat 1914 vorgeftl.-n. Verzinsung der Ticnstprämie für die im aktiven Tienft verbleibenden Kapitulanten vom 1. 4. 1914 ab geplant-. Es schweben zurzeit Erwägungen darüber, ob den Unteroffizieren etwa beim Ausscheiden nach acht- ober neunjähriger Dienstzeit gewährt werden kann: a) ein Anstellungsichem für den Untcrbeamtenbicnft, b) eine kleinere Ticnstprämie van etwa 500 Mk. Weiterer Ausbau des Militäranwärter Unterrichts iMasckmen- schreiben, Kurzschrift ausgenommen, auch Belehrung über Zivilversorgungsfragen i. Schaffung von Auskunsts st eilen bei den Truppen, bei denen sich jeder Militöranwärter über alle Zivil- versorgungsangclegenl-eiten Auskunft holen kann. Tie Urlaubsbestimmungen für Militäranwärter sind vereinfacht, die Ok- bülmnsse während der Vorbereitungszeit erhöht. Tie Entschädigung für Mrl.tbenubuug des Zivilversorgunqsscheines wird vom 1. Avril 1914 ab erhöbt: Einmalige von 1500 auf 3000 Mk., monatliche von 12 wif *20 MI. Die Militärkantinen sollen nach Möglichkeit mit versorgungsberechtigten Unteroffizieren besetzt werden. Tic Verbesserung der Unterkunft für die Unteroffiziere in ben Kasernen ist in ber Durchführung begriffen. Verbesserung her Eisenbahn-Zugführerlaufbahn. 1913 bei vielen 9ln> stellungsbelzörden, besonders P o st unb Eisenbahn, erhebliche Stellenvermclnimgen. Infolgedessen Wartezeiten bis zur Einberufung bedeutend verkürzt. Weitere große Stellcnvermehrungeu bei der Post und Eisenbahn in Aussicht. 5. November 6 Au» Hessen. Aus dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer. rb. D a r m st a d t, 5. Nov. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hatte gestern wieder eine sehr eingehende Beratung mit der Regierung, welche durch die Staats- minifter Dr. v. Ewald, Finanzminister Dr. Braun, Minister v. Hom berg k, die Geheimräte Dr. Becker, Best, Süffcrt, Geh. Oberfinanzrat Rohde, Oberregierungsrat Dr. Weber, Oberfinanzrat Balser, Geh. Lega- lionsrat Dr. Neidhart u. a. vertreten war. Es handelte sich bet ber Beratung hauptsächlich um bic Frage ber Vereinfachung bes Gehaltstarifs. Am Nachmittag würben bann die Verhandlungen von einem Unterausschuß des Finanzausschusses mit Regierungsvertretern fortgesetzt, der auch heute Vormittag wieder eine längere gemeinsame Konferenz abhielt. Am Donnerstag findet wieder eine Sitzung des Finanzausschusses mit den Ministern statt. Organisierung der hessischen Mühlenbesitzer. In A l z e tj fand eine von Müllern und Fabrikanten sehr zahlreich besuchte Versammlung aus ganz Hessen statt, um einen Verein zur Wahrung der In tcressen des hesst s ch c n W a s s e r k r a f t w c s e n s und Förderung wasserwirtschaftlicher Unternehmungen zu gründen. Alle Interessenten traten dem Verein bei. Als erster Vorsitzenbcr würbe Bürgermeister unb Mühlenbesitzer Georg Dürkes aus Wahlheim, zum zweiten Vorsitzenben Mühlenbesitzer Richarb W e i ß h e i m c r aus Alzey gewählt. Der Verein hat sich bem Verbände mittelbeutscher Wasserkraftbesitzer angeschlossen. Israelitische Neligionrgesellschast. 6otte$v>ienjt. Sabb a 1 leier am 8. November 1913: Freitag abend 4.25 Uhr. Samstaq vormittag 8.30 Uhr. GmnStan nachmittag 3.30 Uhc. Sabbat-AuSgang 3.40 Uhr, WockengotteSdieiist: DiorgenS 0.45, abend- 7.30. 85—90 78-83 Universitäts-Nachrichten. Die theologische Fakultät der Universität Frankfurt. Frankfurt a. M'., 5. Nov. Die Bczirksspnodc bes Konsi- storialbezirks F-rankfurl faßte heute ben Entschluß, bat großen Rat der Universität um Angliederung der noch fehlenden theologischen Fakultät und Errichtung zweier theologischer Professuren zu er- hidKn. Tas Konsistorium soll diese Ditte bei der Staatsrcgicrung nachdrücklichst unterstützen. Tie Mittel für die Errichtung der Fakultät sollen aus den Kreisen der wohlhabenden evangelischen Glaubensgenossen ausgebracht werden. Mit der sofortigen Durchführung des Beschlusses wurde eine fünfgliedrige Kommission betraut. Gerich^saal. w Metz, 5. Nov. Die Verhandlungen in dem BeruinngS- prozeß gegen den Vorsitzenden des ehemaligen .Souvenir Alsacien Lorraine* ist gestern abend 7 Uhr zu Ende qcriihrt worden. Tie Urleilsverküudigung wurde auf morgen nachmittag 5 Ubr lestgesctzt. Tn« Plaidoyer des StnatSauioaltS war nur kurz. Er verwies nur die Akren, die geradezu vou Beweisen dafür wiiu- luelteu, daß der Verein e>u politifcher sei, und beaulragte 50 Mark Gcldstra'e, eveut. eine Woche Hast. Der Verteidiger suchte seinen Gegenteiligen Standpunkt zu beweisen und beantragte Freisprechung. Der Eindruck an6 den Verhandlunqen ist tvobl ziemlich allgemein ber, daß mit einer Verurteilung zu rechnen sein dürste. SrblnrbtivcrteS bi« zu 7 Zahreu Wenig gut entwickelte Färsen fitere nn8«cnmfictc Kühe und wenig gilt entwickelte jüngere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen Kälber. Lewste Mnstkälber........... Mittlere Mast- und beste Satigkälber . . . « Geringere Mast- und gute Saugkälber . . < Eeriuge Saugkälber........ . Schafe. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. TonnerStag, den 6. 9ioucnU'cr, abeubS 8 Uhr, im MarkuS- saale: B i b e l st u u d e. (Bries des QafobuS.) Psarrer Schwabe. Israelitische Hcligionsgemeinte. Gottesdienst in der Synagoge (Sub-Anlage), Snnrstag, den 8. November 1913: Vorab end' 4.45 lltje, MorgeuS: 9.00 Uhr. Nachmittag 8: 3.30 Uhr. Schrifterklärnng. Sabbatausgang: 5.40 Uhr. LanSrvirtscl>aft. — Die Hebung ber Bodenfruchtbarkeit. Tie SchädlingSbekämpfuna im Vlantcrgenbetrieb hat neuerding8 zur Entdeckung eiueS Büttels geführt, durch da8 die Frnchtbcrrkkit der Ackerkrume beträchtlich ge'iciaert werben kann. Im Vlnntagen- betrieb verbrennt man nach der Ernte die pflanzlichen Ueberreste, um die zahlreichen Eier und Puppen der Schädlinge vernichten zu können. Aus demselben Grunde erhitzt man zugleich auch die oberste Schickst deS Erdbodcus, beim sie ist neben den Pflanzen- resteu der Träger der erwähnleu SckädlingSkennlinge. Man benutzt dabei zum Erhitzen deS Bodens und ziuu Verbrennen ber Pflanzenreste fahrbare Orten, oder aiich fahrbare Roste, auf denen daü Feuer ossen brennt, in das die PÄrnzenreste geworfen werben, während der Loden durch Destrahluiig von dem niedrig Hangenden Lost aus so erhitzt wird, daß die Eier unb Pnpveu getötet werden. Diese Erhitzung des Bodens nun hat, wie die Untersiichnnaen vou Seaver und Clark ergeben haben, zugleich deu großen Vorteil, daß sie eine Zersetzung nud leichtere Anfscklieszung der Ackerkrume zrw Folge Hal. Tie Pflanzen gebciben aus dem so bearbeiteten Bodcu besser, als ivemi man die Erdaufbereitung allein deii Einflüssen deS Wägers und ber Atmosphäre überlassen hätte. Tie Erhitzung des Vodcus soll freilich 120 Grad Celsius nicht überschreiten, iveil bei höherer Glut die Zersetzung zu iveit getrieben ivird, so daß der Boden daun wieder an Fruchtbarkeit abnimmt. Mk. 93-101 91-100 Der neue „Urupp-Prozeh". Berlin, 5. Nov. Zu Beginn der bemigeu Sitzung gab der Oberstaatsanwalt folgende Erklärung ab: Es ist hier schon davon die Rede geivescn, daß die Vorgänge ,n dieser Verhandlung zum Teil zu Folgen im AuSlande geführt haben, und die neuesten Zeitungsnachrichten geben darüber näheres Es ist die Edrc belgischer und italienischer Offiziere, um tue co sich dabei bandeln kann. Wir haben ein Znteresse daran, klar DoNfleifchige, jüngere. .... Färsen, Kühe. Vollsleischige auBgemäflete Färseir Schlackstwettes Vollsleischige ausgernästste Kühe öanfceL — Jahresabschlüsse der Berliner Sroßbanken. Es war vorau»V;ujcdcn, dap tue enormen Kursrückgänge bei unseren Großbanken mcht spurlos oorübergegangen such, ->umal, da ba Märkte. fe. Frankfurt a. M., 5. Nov. lOri^-Teleqr. de« .'Sieh 2ln«iger8'.) Kartoffel m arkt. Mau notierte: Kartoffeln tu WaggonS Mk. 3.50—4.0CV im Kleinhandel Mk. 4.50—6.00 füc je 1U0 Kg. Limbnrg a. d. Lahn, 5. Diov. Fruchtmarkt. Dur.-H- sckuittSvreiS vro Malter. Noter eizen iNaffauifcker) 15,80 3)11, weinet Weizen (an. eba :e "rembfortem 15,30 f, Korn 11,80 Mk^ Gerste Futter) 1 •/*() Mk., Braugerste 10,40 Haier 7,75—0,00 Mk., Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 3,60- 4,00 Mk. FC. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht vom 5. Nov. Austrieb: Ninver k3 «Ochsen 16, Bullen 5, Kühe 62), Kälber 189, fit Schast 81, Schweine 472. Geschäft mittel. C c61 e il Vollflessckn'ge, mi*geinä'"iete, höchsten Schlacht- ivftte8 im Alter von 4—7 Fahren . . . . Tie noch nicht gezoaeir haben (nnicjodile) . . Junge, fleischige, nicht auSgemä'iele und ältere aurgemästele....... . . . . Bullen. Voststeischige, auSgew., höchsten Echlachtw. . . In her Beleibigungssachk' bes Lanbtags - abgeo rbneten Iustizrat Grünewalb inGie- 6eit gegen ben Lanbtagsabgeo rbneten Dr Winkler in Oppenheim konnte, so schreibt man uns, bie bereits früher einmal anbc- raumt gewesene Vcrhanblung nickt stattfinbcn, weil Dr. Winkler in einer vorbereitcnben Verhandlung ben Vorsitzen^ den bes Schösfengerickls Gießen, Geh. Justizrat Gebharbt, als befangen abgclehnt hatte. Nunmehr sollte Termin am Freitag, ben 7. b. M. stattfinben, zu meld)cm der Kläger vier Zeugen unb einen Sachverstänbigeu (Recktsanwalt Dr. Bopp in Darmstadt, den allerdings Dr. Winkler ebenfalls als befangen ablehnt) geladen hatte, während Dr. Winkler 14 Zeugen und 11 Sachverständige benannte. Mit Leitung der Gerichtsverhandlung war, wie beiden Teilen seit Monaten bekannt, Großh. Amtsgerichtsrat Dr. Wachtel betraut. Heute, zwei Tage vor dem Termin, hat jetzt Dr. Winkler audi diesen Richter telegraphisch abgelehnt, mit der Begründung, „daß derselbe befangen sei aus prizipieller Gcgncr- sckaft gegen zu entscheidende Fragen". — Dr. Winkler hatte allerdings sckon vor Wochen verlauten lassen, daß er den Amtsgerichtsrat Dr. Wachtel ablehncn werde. Der Termin vom 7. d. M. mußte nunmehr ausgesetzt werden und die Zeugen und Sackverständigcn müssen fidi auf ein anderes Mal einrichten ohne daß eine große Wahrscheinlichkeit bestehl, daß es dann zu einer Vernehmung kommt! Es ist ausfallend, daß bie Richter, bic Dr. Winkler ablehnt, ohne weiteres zurück, reten, währenb cs sonst einem Angeklagten recht schwer fallt, ein Ablehnungsgesuch durchzusetzen. s. Marburg , 5. Nov. Am heutigen Tage gingen bie Jmma- trikulationStermine an ber Universität zu Ende. Insgesamt beträgt bie Zahl her Studierenden ohne die zum Hören ber Vorlesungen Zugelaslenen 2176, baruntcr 159 Frauen. Es studieren 208 Theologie, 330 Jurisprudenz, 516 Männer und 23 Frauen Medizin und 963 JUidnitcr und 136 Frauen Philologie. Im vorigen Dinteriemrster betrug die Zahl der Immatrikulierten etwa 2080 und im letzten Sommer etwa 2400. — InBreSlauist ber rmerit. o. Professor ber pathologischen ?na!°m'c an dortigen Universität, Geh. Medizinalrat Tr. Einil Ponitck, im Alter von 69 Jahren gestorben. Ponfick war zu «rranknrrt a. M. geboren. Sefsentlichkeit gebracht wird, mit ein paar Worten ge'treist. Tiefe beiben Stellen können aus diesem Gesichtspunkt heraus zurzeit nicht.verlesen werben. Ich bitte den Herrn Sachverständigen, dies als seine Ansicht, die mir pnoatim ’tbon bekannt geworden ist, zu bc irrigen. Ter Sachverständige, Freiherr von WeuerLbaui'en bestätigt dies.) Diese beiden Stellen werden mit Rücksicht auf die deutsche Staatssicherheit nicht verlesen roerben:_ ick bitte aber, im übrigen diese Briefe hier zu verlesen. Ich bitte Herrn t>. Metzen als Zeugen JbarüSer zu vcrn hmcn, daß er zu keinem belgischen Offizier ientöle in unerlaubten Berie! ungen gestanden hat. Justizrat Gorbon gibt sodann im Namen der Verteidigung eine Erklärung ab, in bet er sagt: Ich nehme Anlaß, als Verteidiger des Herrn Eccius unb für meine Perwu, auszusprechen, baß in ber Tat ui biejen Briefen nur bieJe beiben Stellen ber Grünb waren, ro-8- halb ich gegen bie Verlesung protestierte. Mit keiner Silbe habe ich unlautere HanolungSweisc von Offizieren ober Beamten im Auslände angebeutet E? ist mein euSschließlicker Wunsch, diese Tinge cni-3 den bekannten milüärischen unb politischen Interessen geheimzuhalten. Rechtsanwalt Löwenstein sckloß sich dieser CrNärung. an. Tie beiden Briefe werben verlesen unb es ergibt ird), daß sie in der Tat nur Tinge enthalten, bic bas Ausland nickt berühren Zeuge v. Metzen erffän dabei unter seinem Eide, baß sich sein Perkclw mit den auslänbücken Herren in ber lautersten Form bewegt habe und daß durchaus keine unlauteren Tinge Dorgetommen eien. Ter Sachverständige Major v. Wcitcrshausen bemerkt: Tic Kornwalzer enthalten Mitteilungen über artilleristische Geräte, die im Interesse ber Landtsverteidigung geheim waren, der Firma Kmop indessen seien sic nickst geh.'im gewesen, weck diese Firma Lieferantin dieser Sack-en gewesen sei. Eine umfassende Kenntnis aller milit.irischen Geheimnisse seckenS ber Firma Krupp, wie sie bie Zeugoffiziere angerrrmiwen ';aben, sei natürlich ausgeschlossen. Tie Firma Krupp nehme keine So n beriet tun g ein, denn andere Firmen, bie mit ber Heeresverwaltung in Beziehungen ständen, würden gleichfalls orientiert. Direktor Eccius weist darauf bin, >ckaß der Firma Krupp zwar keine Vorzugs'cllung ein geräumt worden sei, daß man aber insosern von einer Sonderstellung sprechen könne, als die Firma Krupp bie Hauptliescranlin oer Heeresverwaltung in arhUcrim schen Dingen sei unb für viele Gegenständ? einzig und allein in Frage komme und beshalb über eine Menge van Dingen unterrichtet werbe, bic anbere Firmen nickt erfahren. Es wirb in ber Verlesung ber Kornwalzer fortgesahren und zu diesem Zweck bic Oeffcntlichkeit gegen 10 Uhr wieder ausgeschlossen. Nack Wiederaufnahme ber öffentlichen Verhandlung wurde zunächst seslgcstcllt, baß ber Angeklagte EcciuS im allgemeinen unb besonbcrs bei seinem Wicdererscheincii im Bureau nach längerer Krankheit sich sehr wenig um die Kornwalzer gekümmert habe: außerdem wird vom Zeugen Dewitz bestätigt, daß Eccius früher nicht einmal ben Unterschied zwischen freihändiger Vergebung und beschränkter Verdingung gekannt habe. Ter Oberstaatsanwalt beantragt sodann, die Zeugen Landrat a. D. R ö t g e r, die Direktoren Mühlon, Träger und Marquardt nicht zu vereidigen: Justizrat Tr. v. Gordon verlangte dagegen ihre Vereidigung unter dem Hinweis darauf, daß zwar gegen bic Zeugen ein Verfahren geschwebt habe, da? aber, zum Teil aus Veranlassung ber Staatsanwaltschaft selbst, ein gestellt worden sei. Dem Landrat Rötger habe man au5 seiner Korrespondenz mit Herrn v. Schütz einen Strick drehen wollen, weil Herr v. Schütz ihn einmal uni Bereitstellung eines besonderen Fonds für Brandt ersucht, aber ausdrücklich betont hatte, daß er direkte Geldgeschenke nicht macke: daraus habe man folgern wollen, daß er indirekte Geschenke mache. Herr v. Schütz habe aber in dem gleichen Briefe gesagt, daß sei dos schöne an Brandt, daß er alle seine Erfolge auf legalem Wege erreiche. — Tas Gericht versckob bie Entscheidung über bei Frage, ob bic genannten Zeugen vereidigt 4. bis 4. , mit keinem Worte a na mich nicht die mindeste G ES finb bisher zwei Briefe aus bem beschlagnahmten Briefwechsel nickt verlesest worden, weil idrc Verlesung bean stände: worden ist, unb c5 sind zwei Stellen darin, die das deutsche stgatlickte Interesse berübrrn. An einer Stelle wird ein deutsches artilleristisches Geheimnis mit einem Worte gestreift unb an einer anderen Stelle wirb ein Staatsgeheimnis der detttschcn Staats- -ustellen. baß in diesem Falle die Ehre irgeubeineS ausläudisckxn Offiziers ober irgcnbcinct anbereu ausländiickien amtlichen Stelle c g r i f f c n worben ist unb baß Eminionstätigkeir gleichzeitig wescnttich nachgelmien fraf. Aua» war nickt anzunehmen, daß durch bic gestiegenen Zinsertragmsse hierfür ein vollständiger Ausgleich erzielt werben konnte. Wie bie „Täql. Rund't mclbet. ist gegenwärtig ber Geschäftsgang^so unbefriebigenb, baß ein erheblicher Teil des Personals überflüssig ist unb einstweilen Künbigungen nur in Rücksicht am bic Beamten tu größerem Umfange unterblieben find. Wieweit bas Abflauen des Ge>'-. fts tm letzten Jabrecoccrtrl bA gütttr-ot'. a.ttil. »elf V. wwltfl** ■ ■ ■■■ 6 oimi Ö4f*(t 1». . HA 3i*t.,»6»bd. 3. (r o-Ubniail »c 3 Xroplc« Weidemastfchafe: Mastlämmee und Masthammel .... 44,50—45.50 Gcriiigere Maslhaminel unb Schaie . . . 35—38.00 Schweine. Vollsleischige Schweine von 80—100 Lebendgewicht • . . . . 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