Die heutige Nummer umfahr 10 Seilen. Die Türkei und Bulgarien. seinem Tagcskalender aus dem Jahre 1813. 15. September. Der preußische General Graf Tauendien schlägt die Fran-osen bei Mühlberg an der Elbe. hielt in Cortemillia (Piemont) vor einer großen Ver^ sammlung von Deputierten, Senatoren und Wähler eine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Re de. Er hob hervor, das Monopol der Lebensversicherung, die Eroberung Lybiens und die Einführung des allgemeinen Wahlrechts genügten, um die Arbeit von Regierung und Parlament zu kennzeichnen. Er faßte die großen Ergebnisse des Monopols der Lebensversicherung zusammen und stellte fest, daß vom 1. Januar bis 31. August die Versicherungen auf 192 Millionen gestiegen seien. Nachdem er sich eingehend mit dem allgemeinen Wahlrecht beschäftigt hatte, betonte er, daß, obwohl der Wahlkampf insbesondere in einigen Provinzen bereits begonnen Ausführungsbestimmungen zum neuen Reichs st empelabgabegesctz. Die „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit: Die Bestimmungen zur Ausführung der neuen R e i ch s st e m p e l a b g a b c von Gesellschaften und Versicherungen wurden in der gestrigen Sitzung der Bundcsratsausschüsse süh Zoll- und Steuerwesen beschlossen. Ter Wortlaut wird in den ersten Tagen der nächsten Woche im „Zentralblatt für das Deutsche Reich be- kanntgegeben werden. Für den G e s e l l s ch a s t s st e m v e l ist schon jetzt auf § 8 des Reichsstempelgesetzes hmzuwemn wonach für Gesellschaftsverträge, die vor dem 1. Oft. 1913 beurkundet sind, die bisherigen Bestimmungen maßgebend bleiben. Für die Erhebung der V e r s i ch e r u n g s a b g a b e bieten die Ausführungsbestimmungen den VMichcrungs- gesellschaften eine weitgehende Möglichkeit, von der Verwendung besonderer Versicherungsstempelbücher abzuschcn und die Abgabe auf Grund der sonstigen Geschäftsbücher oder nn Abrechnungsverfahrcn abzuführen. Den Bedürfnissen der Uebergangszeit ist besondere Rechnung zu tragen, indem die Vorschrift des § 106 des Reichsstempelgesetzes über die Nachversteuerung von Prämienzahlungen aus der Zeit vom 1 April bis 30. September 1913 nur auf die innerhalb dieses Zeitraumes abgeschlossenen Versicherungsverträge oder Nachträge bezogen werden soll. Ausland. Der italienische Minister Ealissano Die Jenaer Wolke. Im Jenaer Volkshause ist am gestrigen Sonntag abend der sozialdemokratische Parteitag eröffnet worden. Er findet diesmal nicht unter strahlendem Himmel statt, spricht doch selbst der sonst gewiß nicht gerade gesühlsreiche „Vorwärts" davon, daß es in Jena keinen geben werde, auf dessen Empfinden der an dieser Stätte doppelt fühlbare Verlust „des Unvergeßlichen" (Bebels) nicht seinen schwarzen Flor senkte. Es herrscht aber auch sonst in der Partei bängliche Gewitterschwüle. Große Strömungen sind unbefriedigt von den in der letzten Zeit errungenen „Erfolgen", man fürchtet einen Stillstand oder Rückgang der Bewegung, und es ist ja auch Tatsache, daß die 112 Genossen im Reichstage keinen entscheidenden Einfluß haben geltend machen können. Daß da mancher literarische Kämpe drohend sein Rüstzeug schüttelt, ist selbstverständlich. Bekanntlich handelt es sich dabei hauptsächlich um zwei Dinge: Die Fraktionstaktik bei der Erledigung der Wehrvorlage und die Richtschnur in Bezug auf die Erfordernis des Massenstreiks. Der „Vorwärts" meint, eins sei dabei unerläßlich: Die Sachlichkeit der Diskussion. Das Zentralorgan stellt sich auf den Standpunkt, daß die Reichstagsfraktion richtig gehandelt habe, indem sie, da die Wehr- vorlagc doch nicht verhindert werden konnte, für die annehmbare Deckung stimmte. Das Blatt fährt dann aber fort: Viel verständlicher ist uns, wenn man seine Bedenken dagegen richtet, daß man die ganze Frage viel zu sehr t>x>m rein parlamentarischen Standpunkt aus behandelt habe, st a t t das Hauptgewicht auf die Agitation, die Erregung und Auspeitschung der Massen, die Propaganda gegen den Militarismus u n d I m p e r i a l r s m u s zu legen Denn hier ist 'in der Tat für den modernen Klaßenkampf des Proletariats die Untiefe, auf der einmal das parlamentarische Schiss auflösen könnte. Wenn man sich allmählich daran gewöhnte immer nur parlamentarische Attionsmöglrchkeiten zu sel^n, wo letzten Endes doch nur die Mfklärmig und Aufrüttelung der Massen und deren Aktion helfen kann, so läge zweifellos die Gefahr einer reformistischen, opportunistischen Versandung der Partei nahe. In der Massenstreikfrage verteidigt der „Vorwärts" die der Oeffentlichkeit bereits bekannt gewordene „Entschließung", die dem Parteitag unterbreitet worden ist. Einen Vorgeschmack von der Erörterung, die sich daran knüpfen wird, erhält man, wenn man in der „Leipziger Volksztg." folgende „Kritik" von Rosa Luxemburg heft: Mr sind ja in Bezug auf Parteitagsresolutionen überhaupt nicht verwöhnt und niemand wird in diesem Fall ein Meisterstück in politischer w.e in stilistischer .Einsicht erwartet oder verlangt Huben. Mer ein so farbloses, gequältes Stück Prosa ohne Hand un d Fuß wie das vorliegende, dem bei allgemeiner Verschwommenheit in Form und Inhalt nur das eure sehr deutlich an der Stirn geschrieben steht: der Wunsch der Verfasser, gar nichts Deutliches zu sagen, ern solckies Produkt der hohen Staatskunst burfte der Parter- vorstand denn doch in dieser Situation nicht vorlegen. — Was diese Resolution darstellt, ist ern Bündel ganz ab- strakter schematischer Thesen übev Massenstreik und allgemeines Wahlrecht, die ebensogut vor füns Zähren aus irgend einem Bezirkstag oder Provinzialparteitag hatten formuliert iwerden können. Wir wollen den Jenaer Verhandlungen nicht weiter vorgreifen. Bemerkenswert ist noch, daß in Jeiia auch wieder ein sozialdemokratisches Marktfest veranstaltet werden soll, wofür der dortige Gemeinderat, der zur Hälfte aus Sozialdemokraten besteht, bereits die sogenannte „kleine Marktdekoration" zur Verfügung gestellt hat. Die Kosten dafür trägt allerdings der Parteitag. Ueber die Eröffnungstagung ist-folgender Bericht zu verzeichnen: Jena 14 Sept. Mit einer Begrüßungsversammlung linirbc heut? akmd 6 Uhr im hiesigen Volkshause der sozialdemokratische Parteitag eröffnet. Alle Führer der Partei waren anwesend. Als Rosa Luxemburg und Klara Zetkin Arm in Arm iM L>aal erschienen, wurden sie mit demonstrativem Beifall begrünt. Stadt. Leber (Jena) begrüßte die Erschienenen, sodann hielt 9teid)^ taqsabqeordneter Molkenbuhr eine Gedächtnisrede über Bebel- Er lobte ihn als den größten Taktiker, den die Partei bei essen hätte. Der Redner schloß mit einer Aufforderung zur Ewigkeit, mit einem Rückblick auf den Balkankrieg und den „Rustungs- wahnsinn". Aus Vorschlag des Redakteurs Lepinskv wurden zwei Vorsitzende mit gleichen Rechten, Ebert (Berlin) und Bock sGotha) gewählt. Demzufolge hat der sozialdemokratische Partet- vorstand einstimmig beschlossen, dem Parteitag Fritz Ebert als Vorsitzenden der Partei an Stelle Bebels vorzuschlagen. haben annehmen wollen; ober unser .Hauptmann sagte: Im Kriege sieht Gott nicht den Buckel, sondern das Herz an, wenn das nur auf "bem rechten Fleck sitzt. Mit dem halt ich zusammen und nähe und wasche fleißig und weil ich mich auch auf die Küche verstehe, mögen sie mich alle gern/ — Im.Herbstfeldzug nahmen die Lützower an den Operationen des Korps Wallmoden gegen den Marschall Davout an der Niederelbe teil. Am 15. September versuchte nun eine fran- zsöische Division unter General Pecheux die Elbe zu überschreiten, um das linke Ufer von den Streifkorps der Verbündeten zu säubern und die unterbrochenen Verbindungen mit Magdeburg wiederherzustellen. Um dies zu verhindern, griff Wallmoden die Franzosen am 16. an der Göhrde, in drei Kolonnen vorgehend, von allen ©eiten umfassend an und errang einen bedeutenden Erfolg. Bei dieser Gelegenheit kamen auch die Lützower ins ärgste Feuer und bewiesen große Tapferkeit. Friedrich Förster, dem wir eine ausführliche Schilderung dieser Vorgänge verdanken, erhielt dabei einen Schutz in den Oberarm und sein Nebenmann in der Schützenlinie, der heute zu so später Berühmtheit gelangte Maler Kersting, verband ihn. Da Förster aber nun nicht mehr die Trommel schlagen konnte, „nahm sie mir der Hager Renz aus der .Hand und wirbelte mit großem Geschick daraus herum „Äi verstehst dick) auf alles, rief ein anderer ihm zu, du schneiderst, lochst, wäschst, singst und schießt, wie keiner es besser versteht, und nun bist du auch noch Tambour'" — „Ein Potsdamer Soldatenttnd," sagte Renz, „muß sich aus alles verstehn," und trommelte lustig weiter und sang: „Zusamm zusamm ihr Lumpenhund, Ihr sollt zu Euern Hauptmann komm', Ihr sollt een Buckel voll Präge! bekomm'," so daß die kleine Schar, welche ihm folgte, als ob wir Soldaten spielten, bald auf fünfzig bis siebenzig Mann anwuckss." Eine furchtbare Kartätschenladung schlug in den vorstürmenden Trupp. Als dann ein zweiter Schuß seinen zerschmetternden Hagel in die Reihen sandte, stürzte der tapfere Trommelschläger nieder, klammerte sich im Sinken krampfhaft an den Zipfel von Försters Ueberroc . und rief mit jammervoller Stimme: „Leutnant, ich bin ein Mädchen!" Mer im Angriffsrausch achtete Förster nicht : darauf, sondern stürmte weiter; erst später kam ihm der , Hilferuf wieder ins Gedächtnis. „Ich stürzte zurück nach der ; Stelle, wo ich noch manchen anderen Freund hatte fallen sehen. Um Renz fand ich einen unserer Aerzte beschäftiget,- eine Kartätschenkugel hatte ihm den Schenkel zerschmettert,' man hatte ihm den beklemmenden Waffenrock geöffnet; der chneeweiße Busen verriet in pochenden Schlägen das jung" räuliche Heldenherz. Kein Laut der Klage kam über ihre Lippen, um die noch sterbend ein beseligtes Lächeln chwebte." Unter unsäglichen Leiden, die sie standhaft und mit Ergebung trug, verschied das heldenmütige Mädchen am 5. Oktober in Dannenberg. Am 7. wurde sie begraben. „Gleich einer Jeanne d'Arc hat sie mutvoll gekämpft den Kamps für König und Vaterland," meldet ein Bericht. „Trauernd folgten dem Sarge, der von ihren Waffenbrüdern getragen wurde, das hannöversche und russisch- deutsche Jägerkorps, der Oberst Graf Kielmannsegae nebst amtlichen Offizieren. Eine dreimalige Gewehrsalve rief der vom Sturme des Krieges geknickten - Lilie den letzten Gruß noch in das Grab." * — D i e Eröffnung des neuen Königlichen SchauspielhausesinDresden. Aus Dresden, 13. Sept., wird uns geschrieben: Ein ungemein glänzender Theaterabend war es heute, mit dem das neue Königliche Schauspielhaus eröffnet wurde. Festliches Publikum füllte Parkett und Logen. Ter König mit den Prinzen und dem Gefolge erschien um 9 Uhr, während die Minister und Vertreter der städtischen Behörden früher gekommen waren. Von Dichtern und Intendanten wimmelte es im Zuschauerraum. Man sah Gerhart Hauptmann und seinen Bruder Karl, Hugo von Hvfsmannsthal, Herbert Eulenberg, Gultav Wied, Karl Sternheim . . . man kann wirklich nicht die langt Reihe berühmter Namen nennen. Die Hosintcndantcn mit dem Grasen Hülsen an der Spitze waren säst vollzählig da. Es galt, das fühlte man deutlich, eine Ehrung dem Grasen Scebach, dem Generaldirektor der Dresdener Hostheater, darzubringen, der nur. zwanzig Jahre sein Amt versieht. Ungcwöhiüich eindrnt-voll verlief die Aufführung. Man hatte zwei Paradeinszenierungcn :es Schauspielhauses dafür ausgewählt. Kleists „Robert G n l s- card" und Otto Ludwigs „Torgauer.Heide" die Hut in der Darstellung durch so vorzügliche Kräfte wie Lothar Meh.u rt, Paul Wiecke, Theodor Becker und eine aut großzügige Bilder hinarbeitende Regie etwas durchaus Monumentalem cinräangen. Den Prolog aber zu dem Feste hatte Herbert Eulenberg gedichtet- Nicht geradezu gedankenschwer, doch mit der ihm. eigenen, »xrnche, mit voller Klangschönheit der Verse und einigen gmtteichen Pointen. Man sieht einen „Alten", der der Geilt des Hames win soll und die Maske Ludwig Tiecks, des einst als Dramaturg am Dresdener Hoftheater tätigen Romantikers, ferner die Gestalt Schwarze Meer wahrscheinlich bei Jnrad a erreiche, da . gegen bestünden die Türken noch auf D i nt o 11 k a und O r takioej, während sie auf S u f l i bereits verzichtet haben. Nach Aeußerungen von türkischer Seite wird cs zwar jetzt noch nicht zu einem direkten Bündnis m 11 -Sui g a/ ricn kommen, jedoch werden derartig gute Beziehungen her- gestellt, daß diese nötigenfalls bis zum Fruhfahr zu einem Bündnis führen können. Ob ein derartiges Desmitivum env tritt, hängt von dem Verhalten der Griechen in der Jnselfrage ab.__ Deutsches Reich Der Kaiser ist am gestrigen Sonntag nachmittag mittels DlUomobits zu einem zweitägigen Jagdbesuch aus dem Schloß des Lmrde- hauptmanns von Schlesien, Graf Lardch Monnuch em- getroffen. Der Landespräfident Graf Coudenhove und der Landeshauptmann Graf Larisch Monnuch empfingen den Monarchen. Alle Ortschaften, welche das Kaiserliche Automobil passierte, hatten Flaggenschmuck angelegt. Kon st antin o pel, 13. Sept. Die Kon fe r enz der türkischen und bulgarischen Delegierten, dauerte 2Vs Stunden. Eine amtliche Veröffentlichung besagt: Die Ansichten über die Grenzfragen wurden ausgetauscht, wobei die voii beiden Seiten vorgelegten Entwürfe geprüft wurden. Man konnte mit Genugtuung feststellen, daß man für beide Teile einer befriedigenden Lösung näher rucke. Die ottomanischen Delegierten überreichten den bulgarischen Delegierten die Entwürfe über die Frage der Staatsangehörigkeit, die Frage des Austausches der Kriegsgefangenen und über weitere Fragen wirtschaftlicher Natur. — Die nächste Sitzung findet übermorgen, Montag, um 3 Uhr nachm. statt. Nach der Sitzung der Friedenskonferenz erklärte ein Delegierter, die Verhandlungen über die gesamte Grenzfrage hätten Fortschritte gemacht. Es ist möglich, daß die Verhandlungen in der nächsten Sitzung zu einem Ergebnis fuhren D i m o t i k a und K i r k K i l i s s e bleiben noch streitig. Türkischerseits glaubt man, daß die Verhandlungen nicht vor nächsten Donnerstag zum Abschluß gelangen konnten. Ein türkischer Delegierter erklärte, daß grundsätzlich zugegeben worden sei, daß die Pforte für den Unterhalt der Kriegsgefangenen keine Zahlungen leisten werde. Die griechischen Notabeln von W a s i l i k o s , nördlich von Jniada, drückten in einer an das Ministerium des Innern gerichteten Depesche den Wunsch aus, bei, der Türkei zu verbleiben, andernfalls würden sie ihre Hauser zerstören und in türkisches Gebiet flüchten. Konstantinopel, 13. Sept. (Wiener Korr.-Bur.) Einige Botschafter raten der Pforte privatim, m den Verhandlungen mit Bulgarien Entgegenkommen zu zeigen. Es Gr?llzlim?M u st °Vh ° * sch" Bulgarien übcriasse°zwi- Ä' er bis jeH'.keinen'Unterschied gegenüber den „früheren fefjen dieser Stadt und Adrianopel hindurchlaufe und das Wahlkämpfen aufwetse^rEglaube^nicht^da^es^moglich^sei, Der Heldentod der Eleonore procharta. (Das Gefecht an der Göhrde, 16. September.) „Ich hatt' einen braven Kumerad, Kein tapfrer war im Feld. Ein feines Bürschchen war es noch. Ein blutjung Milchgesicht, Und neckten ihn gute Bekannte, Dann fang er in hohem Diskante: Die Schneider sind andres nicht! sinat der Lützower Friedrich Förster von guten Kameraden, uelche „wn 3 „ .-0 sch^b ste an den l.ifahrt- mtr «rwarfen, $ KT ^sten Biwak. „Da wurde mein Ent- »Kx «s&e SSSÄT-St I” «’ÄE.WS'S ^ager, m „ , unerkannt und wurde wegen ibres^lr^ur^ichen hilfsbereiten Wesens von allen gern ihres ireunonajti; i mein Lager immer für mich allein" scheibt sie aus dmn Feldzuge. „Wegen meiner äKLn' Aen sie mich; da habe ich mich für einen ©rf)nei» her auLeaeben Me fönnen imd) eine feine Stimme haben. ^n Abt es im Btwuk auch genug, denn außer mir 3.u lun -wer Schneider bei der KompaMie em. bucklicht altes W.vn.chen, dM sie nirgend als. Soldat Nr. 216 Erster Blatt _ 163. Jahrgang Montag, September M Der Lietzener Anzeiger Zä d monatlich75Bi.,viertel- erscheint täglich, außer /äLiJfcSr V DÄ . . ▲ ▲ ainlid) '1UL 2.20; tmvb Sonntags. - Beilagen: Ab 'TffW *U'bolc- u. .')mcigftcllM vier in a l ivöchenllich Ä monatlich 6b Ps.; durch GiehenerFamllienblätter; ■ BZ ■ ■ B W ■V U jr- X Irl I K WX B »mennalwöchcnil.Areir-. |B | I HM M I Kl. 1 vlottsördenUreiLSietzen B H H BVT ■ Et ■ X W ■ k Helle LommertoUettc bet dem sonnigen Vetter jetzt m^hr 1 als m der nassen Hoch,aison bominicrt, sind dicht besetzt. fcicnnif dankt Lehrer Bub rm Namen der Bienenzüchter für die Begrüßung Er dankt weiter Dr. Hoffmann für feine 'Aussührungen und macht hierbei aus die Beziehungen zwischen den Vereinen aufmerksam 9l> China und Japan. Die chinesische Regierung hat die Forderungen Japans hinsichtlich der vier Vorfälle in Nanking, die am 11. September gestellt wurden, angenommen. 1^. Friedberg, 14. Sept. Die hiesige Zuckerfabrik .Wettercn/ hat ihren Betrieb und ihre Gebäude vergrößert, ebenso die GeleiSanlagen nach den Bahnhöfen. Die dies- jährige Kampagne beginnt schon am 29. d. MtS. — Der hiesige Musikoerem (akademischer Gesangverein) hat sein Programm für das Winterhalbjahr 1918 veröffentlicht. Er wird 5 Konzerte geben, das erste im November. Das Hauptwerk wird die .Schöpfung* sein. — Der vor einer Woche verstorbene Rentner Groß hat verschiedene Legate an hiesige' Anstalten und Stiftungen vermacht, im ganzen 1300 Mk.__ 'Uiit dem 1. CfL wird allwöchentlich das Aschaffenburger Stadttheater dahier Vorstellungen geben. Zunächst finden die Vorstellungen bis Ostern statt. "Der Gröbster zog einpfing am 13. September ». a. den Rabbiner Dr. Italiener, den Professor Dr. Dittmar von Gießen. *• Vom Großh. Hofe. Prinzessin Andreas von Griechenland empfing am 11. d. M. in Jagdschloß WolfßgartcivFräulein Winter, Vorsteherin des AlicehospitalS in Darmstadt, sowie die Oberschwester Margarethe Ha st er und Schwester Anna Knaf auS Gießen und überreichte den beiden im Namen der Königin-Mutter Olga von Griechenland die Note Kreuz-Auszeichnung. — Die Großherzogin mit der Prinzessin Ludwig von Battenberg begaben sich Freitag nachmittag 4.15 Uhr im Auto nach Darmstadt, besuchten daS Alice-Hospital und kehrten um 7 Uhr nach Wolfßgarten zu- ruck. —■ Der Großherzog begab sich am SamStag früh 5 Uhr in den Kranichstciner Park aus die Jagd. • Aus dem Militärwocbenblatt AuS der Armee scheidet am 30. September au:* und wird am 1. Oktober in der Marine angesteltt: im 2. Seedatailwn Wedler, Leutnant im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116. — 1 ie Gerichtsferien sind heute beendet; morgen tritt der hotte Betrieb in der Rechtsprechung ivicber ein. Von Ferienstimmung war in diesem Jahre übrigen-5 im Justizgebäude nicht tncl wahrzunehmen, eS wurde vielmehr — veranlaßt durch gewisse Umstände — auch während der Gerichtsferien die Justiz stark in Anspruch genommen. — Unter der o rtS ge rich t l ich en Taxe wurde dieser Tage im ZwangSoerkauf das Anipesen KaplanSgassc 14 für 19 600 Mk. verkauft; damit war die zweite Hnpothek der Gewerbebank herauSgeboten. Bei dem Verkauf fielen auS: 4 400 Mk. Hypotheken. Das Gebot blieb aber im Ganzen um 6 400 Mk. hinter der Tare zurück. • • Tas 25jährige Arbeitsjubiläum feierte heute der Vorarbeiter der Schreinerabteilung, A. Schreyer, in der Hofmöbelfabrik Th. Drück. Sein Arbeitsplatz war von seinen Arbeitskollegen, die ihm einige Erinnerungsgeschenke überreichten, festlich geschmückt. Von dem Inhaber der Firma, Herrn Franz Brück, erhielt der Jubilar ein Geschenk. • • Dasselbe in grün. Ein hiesiger GeschästSn,ann wollte gestern mit seiner Frau und fernen erwachsenen vier Kindern einen AuSstug nach Wetzlar machen. Vor ihm forderte ein Mann an der Fahrkartenausgabe wein Sonntagö- billet nach Wetzlar, Dritte/. Humorvoll verlangte der Gießener Herr: .Dasselbe in grün* und erhielt prompt sechs SonntagSsahrkarten in grün, gültig für die zweite Wagenklasse. .Mein Herr, Sie irren/ erklärte er dem Fahrkartenverkäufer, .ich wollte nur dritter Klasse reisen/ .Nein, mein Herr/ meinte jener, .Sie wollten SonntagS- fahrkarten nach Wetzlar in grün, und mit den grünen Fahrkarten, die Sie verlangt und erhalten haben, können Sie mich dritter Klasse reisen/ sorachS und gab dem verdutzt Drein- schauenden auf ein 10-Markstück, unter Lkbzug deS Preises für die grünen Fahrkarten, den Ueberschuß heraus. "Göttergestalten im Schutt. Bei der Nieder- legung des alten Ottmannschen Hauses hat ein Nachbar im Schutt der Fundamente zwei 25 Zentimeter hohe, in Nußbaumholz geschnitzte Figuren gefunden, die von unserem Museum erworben wurden. ES stellte sich heraus, daß es sich um die Göttin EereS und um Jupiter handelt, die künstlerisch vollendet, in interessanter Auffassung, auf der Weltkugel stehend, dargestellt sind. Die Arbeit stammt auS dem Anfang deS 17. Jahrhunderts. Dem Zufall nur ist eS zu danken, daß die beiden intereffanten Kunstwerke der Nachwelt erhalten bleiben. ** Darf eine junge Dame Herrenbesuch empfangen? Die Frage, ob eine möbliert wohnende Dame Herrenbesuch empfangen kann, hat das Reichsgericht in interessanter Weise behandelt. Der die Klage erhebende Hausbesitzer verlangte von seinem Mieter, er solle der Untermieterin, einer Schau pielerin, die ein möbliertes Zimmer abgemietet hatte, den Herrenbesuch untersagen. Als Begründung führte der Haus wirt an, anderen Mietern wäre der Herrenbcsucl) unauge nehm ausgefallen. Das Reichsgericht wies den klagenden Hauswirt ab, und zwar mit einer Begründung, die den Der echterinnen des Frauenrechts sicherlich aus der Seele ge- chrieben ist. Es heißt in der Begründung: „Das strikte Verbot von Herrenbesuch ist eine Beschränkung der Persönlichkeit, zu der ein bloßes Mietverhältnis keinen Anlaß bietet. Es muß der einzelnen Person überlassen bleiben, inwieweit ie sich den Gesetzen der Sitte unterwerfen will. Will eine junge Dame Herrenbesuch empfangen, und bringt sie nicht gerade durch die Art der Besuche den Eharakter des Hauses in Verruf, so kann ihr das Recht dazu in ihrer Wohnung nicht abgesprochen werden. Sie braucht sich auch nicht deshalb Beschränkungen aufzuerlegen, weil andere Mieter des Hau es Anstoß daran nehmen. Es geht niemand etwas an, was sinter verschlossenen Türen vorgeht. Wenn die Dame in ihren Handlungen die nötige Zurückhaltung nach außen wahrt, so hat sie die Grenzen der ihr zustehenden freien Betätigung der Persönlichkeit nicht überschritten." Kreis Schotten. 'r I R Babenhausen II, 14. Sept. DaS neugebaute SchulhauS in unserer Gemeinde geht allmählich seiner Vollendung entgegen. Außen ist cS bereits fertiggestellt. Es ist ein zweckentsprechender, architektonisch wohlgelungener Bau, der ebenso wie die neuerbauten Schulhäuser in den benach- mrten Gemeinden HückerSdorf und Kölzenhain, für den fünft- erisch hohen Stand der Architektur in unserem Hessenland- Zeugnis ablegt. • Voraussichtlich findet die Einweihung Mitte Oktober statt. = * - 5!« n h c t m, 14 Sept. Der „Crnil-Suimrifl«. tag , der .kamenstag des GroßdcrzogS, der mit großem Feuerwerk und Festkonzert gefeiert wurde, gilt im allgemci- nen als die „Sonnenwende" von der Hochsaison zur Herbst- saiwn. Wahrend p'doch die Note, welche dem Wetter der Hoch- •lnon rccr^cn muß, lehr unbefriedigend ausfällt, imeint Der ^eptember mit seinen sonnigen, warmen Tagen und ,einer klaren, nicht ickwülen Luft, in der es sich so leicht atmet das Venaumte nachholen zu wollen. Während der August das I n t e r n a 11 o n a l e T e n n i s t u r n i e r, da- den a.lgemeinen Beitall aller Anwesenden sand, und zahlreiche andere wörtliche (ein großes Schwimmfest im Teich, in . rritfj ixoliturnirr) und gefel liciaft h<6e 8?cranftaltunOcn brachte, ist der Herbstmonat, den abnehmenden Tagen ent* | ipredKiib, mehr am geistige und künstterische Genüsse ein- ..... D'c Ännuhning auf ber J r e i l i 41 b ü t) n e im 1 rt V .IM kj n «rta--8 . . . _ __ .der Kritik, eine Dame in Rot, und ,chen modernen Siebter". Es I gibt ein ätevlänkel zwischen allen Dreien, das sehr der- .sehnlich ansgedt, da ja der moderne Dichter sich gor nicht darüber > beschweren kann, das- er in diesem Hause vernachlässigt werde Voran ging die Iubelorwniüre Webers und an den Prolog schloß sich unmittelbar das musikalische Vorspiel der stleisr'chen Ttdrhinn an Eine Banse lag nur Zwischen dem ..Gmskard Fragment und der ..Torgauer Heide". Große Peiiallsstürme rauschten durch das >-»au§. Die Festaufführung brachte in der Tat den auswärtigen Gästen vor Augen, auf welch hervorragender Höbe die Dürftet lungskunst int Dresdener Schauspielhause ftebt. Diad) der Vorstellung gab Gras oeebort» ein Souper, au dem die Dichter, Intendanten, Kritiker und Künstler teilnahmen m — Enthüllung eines Denkmals für Wilhelm Vusch. In dem fernab vom Welver kehr liegenden stillen Dorfe X. tedensahl. m dem DcutsctilaudS größter Humorist, Wilhelm Vusch. geboren wurde, in dein er den größten Heil seines Lebens zugebracht Hai. wurde heute sein Denkmal eingeweihl. Das Denk- mal lieht mitten in dein Dorse an der Landstraße neben der Mirdie S?« an - bober Sandsteinbai!, der das Mmebilb Buschs in -öronif tragt ras r enkmal nnrb gekrönt von einem Ban mit k ^chnlk und dieWeiob- it versinnbildlichen sollen. Weschanen wurde das L enkmal von Architekt Cito L ü c r und Pro- friiPr G u n b e 1 a w . Hannover. Bei der Einweihung hielt ganz L cutschtand hatte sich zu der Feier emgeiunden — Ein Abstieg in den Vesuv. Der Neapeler Gelehrte Bro» Malladra ilt mit zwei deuNcheu Professoren io iutü in den Krater deS Vesuv hinabgestiegcu, wie es vorher noch nicht gelungen war Die Gelehrten biteben 8 Stunden in dem firater und machten während dieser Zett wisseni.chafttich Beobachtungen auS denen hervorging, daß ein gefübrlttber Ausbruch in der nächst u Zeit drobt. Malladra war Lernt» vorder tu .w.t i'.ncheo neu Abstiegen bis zu 650 Fuß und bann sogar bi 1" • ;.•• in b;i Tiefe gedrungen Dr. Corrado Cappello bat am 7 ' um In einer Tiefe von 650 Fuß wurde eine ... nixraiur V .82 Grad C. aewessen. ** Eisenbahnpersonalnachrichten. Gr* n an n t wurden: Oberbahnhossvorsteher Bierstadt zu Frank- furt a M. und Eisenbahnsekretär Schußler zu Darmstadt zum Esienbahii?andii'erkslehrlinae der Staatseisen« bahnwerkstatten gestiftete Medaille in Kupfer. — Eisen- b a b n i a n 11 a t y r o I o n n c n: Ilm die Beamten Hilf - und"deü Mflbrtil2-nlnrhUr KgCn T£lhm6mf ani-llnterndn “SJS'ta SM ^bnunacn in Aus Stadt und £and« Gießen, 15. September 1913. z Dom Manöver des 18. Armeekorps. sc. Tivisionsstabsguartier, Wächtersbach, 13. Sept In aller Frühe, noch bei besterntem Himmel, wurden die Bor- oostenstellungen, die am Äbeno des 11. September aufgehoben worden waren, wieder eingenommen, und somit der Krieasrustand, der durch den gestrigen Ruhetag unterbrochen worden, hergestellt. Dem Führer von „9lot", Generalmaior o. Uthmann, Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade, war der 2luftrag, mit der „roten" verstärkten 49. Infanterie-Brigade zu verhindern, daß der Feind, der mit Dorposten dem roten Armeekorps am Salzbacb- ‘.'(bitf-.mtt gegenüber, mit rechtem Flügel bei Kerbersdorf stand, bei Radmühl gegen die linke Flanke des roten Armeekorps vorgebe. _ Tem Führer der „blauen" verstärkten 50. Jnfanterie-Driaade, Lberst v. Buddcnbvock, Kommandeur der 25. Feldartilleric' Brigade, war befohlen, mit den ihm zur Beriügung stehenden Kräi- ten in den Kampf einzugreisen, den das „blaue" Armeekorps mit feinem rechten Flügel über den Hoopen Stein, nordwestlich Kerbersdorf, gegen das „rote" Armeekorps zu beginnen beabsichtigte^ Seiner Ausgabe entsprechend entschloß sich der Führer von „Rot", Generalmajor v. Uthmann, in einer durch Schützengräben verstärkten Stellung nordöstlich von Unter-Reichenbach den Gegner zu erwarten. Er belebte die Sctxinzen mit 1/168 und III/115: lechs Geschützen des Feldartillerie-Regiments 61 und den Maschinengewehren 115 gab er den Befehl, auf der Höhe südöstlich von Unter» Reichenbach in Position zu gehen, das Gros ber Truppen nahm gedeckt gegen Sicht und Feuerwirkung Stellung westlich der Höhe von Ober-Reichenbach, bart bei Fischborn. Um 7 Uhr traf die Meldung ein, daß „Blau" von Radmühl auf der Straße nach Ober-Reichenbach im Anmarsch sei. Diese Meldung bestätigte ein um 7.15 Uhr aus Richtung Birstrin über Unter-Reichenbach heran surrender Flieger Ein zweiter, 7.30 Uhr am lHorizont aunauchender Flieger brachte durch eine 7.45 Uhr über Ober-Reichenbach herabgeworfene Meldekarte die ergänzende Nachricht, „blaue" Artillerie und Kavallerie rucken in den Wald südlich und südwestlich von Radmühl. Kurz darauf gingen Teile des blauen Feldartitterie-Regiments 25 nordwestlich der Straße Radmuhl—Oder Reichenbach aus dem Walde hervorbrechend in Stellung und eröffneten überraschend das Feuer. Das in ber Vorhut Bejirfsfeff öes Kreis=0bfi= und @artenbauDcrtin$. ~ S i dj, 14. Sept. y Tas gestern vom Kreis-Obst- und Gartenbauverein Gießen für die im südlichen Teile des Kreises Gießen gelegenen Orte veranstaltete Bezirksfest schloß sich dem am vorigen Sonntag in Staufenberg abgehaltenen würdig an. Ebenso zahlreich waren auch hier die Freunde des Obst- und Gartenbaues zusammengekommeu. Negierungsrat fiangermann dankte für das überaus zahlreickie Ersckxinen und gab seiner Freude Ausdruck, daß auch in Lich trotz des anfänglich schlechten Wetters der Besuch so stark sei. Er machte alsdann auf die Vorteile der Neuorganisation des Ober- hriiiidKn Obstbauvcreins ausmerkiam und ermahnte, in den einzelnen ^Ortsgruppen reckt rege für die Sache zu arbeiten imd forderte auch die Frauen und Mädck>en zur Mitwirkung in der Vereins- tätigkeit auf. Ter Vorsitzende begrüßt weiter die anwesenden ' Bienenzüchter und insbesondere den Vorsitzenden des Bienen- zücktervereins, Lehrer Buß- Leihgestern. Alsdann macht der Vor- sitzende daraus aufmerFiam, daß im nächsten Jahre für die übrigen Teile des st reifes ebenfalls Bezirksseste in Aussicht genommen seien so außer Grünberg auch noch ein solches für die Gegend um Lang-Göns. Hierauf sprach Dr. Hoffmann-Friedberg über „Die Frau in der Vorratslam m er", gewissermaßen als Fortsetzung des Vorttages in Staufenberg. Nachdem er zuerst Anweisungen über daS Lagern von Obst gegeben hat, ergeht er sich in längeren Aus- fülrrungen, besonders Über die Zubereitung und Aufbewahrung Der Säfte. Er bedauert, daß man in den Vorratskammern, manche besonders gute Säfte, wie z B. schwarzen Johannisbeersaft, noch sehr wenig fände und bittet, einen Versuch zu machen; man würde sich dann leicht von den Vorteilen dieses Saftes überzeugen tonnen Auch die Herstellung von Heidelbeerfaft sei sehr zu empfehlen. Nachdem noch die Herstellung von Gelee besprochen ist, gebt der Redner «zur Besprechung der ihmfemn über Er bedauert, daß diese sich .auf dem Lande noch zu wenig eingebürgert batten. Nackidem faurfi noch die zweckmäßigste Herstellung des Dörrobstes in klarer .Weisenden Hörern erläutert worden ist, bespricht ber Redner zum Schulst noch die Einrichtung imd Lage einer Vorratskammer. Starker Beifall lohnte den Redner für seine interessanten Ausführungen. von „Blau" befindliche Inf.-Regt. 116 ging in Schützenlinie^ durch den Wald südlich Radmühl, gegen den verschanzten Gegner vor, während 3. und 4. Pioniere 25 und Jnf.-Regt. 117 auf dem linken, Infanterie-Regiment 118 auf dem rechten Flügel folgten. In diesem Augenblicke sandte der Führer von „Rot" die in Reserve stehenden I. und II./115er als Verstärkung in die Schützengräben, der 1. und 2. Pioniere 25, dem II. und III./168 sowie der verfügbaren Artillerie, Regiment 61 gab er den Auftrag, die Höhe westlich Ober-Reichenbach zu besetzen und zu halten, nachdem ein 8.25 Uhr von Obersotzbach her erschienener Flieger die „blaue" Stellung vor dem Walde bei Höhe 387 festgestellt und die Gegend nach Radmühl und Wettges abgesucht hatte. Der Führer von „Blau^', dem durch KavatteriepatrouilleÄ diese Bewegung bei „Rot" rechtzeitig überbracht wurde, befahl seiner Artillerie mit I./25 nördlich Obri-Reichenbach in Stellung zu gehen und die feindliche Asttilterie niederzuhalten, der 3. ünid 4. Pioniere 25 die Schützenlinien des Ius.-Regts. 116 links zu verlängern, dem Regiment 118 rechts ausholend gegen die Höhen von Ober-Reichenbach vorzurücken. Das Jnf.-Regt'. 117 zog er nach dem rechten Flügel. / Tie Maschinengewehre 118 waren mittlerweile durch den Wie- engrund nordöstlich Ober-Reickenbach gedeckt vorgegangen, hatten südlich der Straße Radmühl-Ober-Reichenbach Posto gefaßt und die linke Flanke der in Schützengräben liegenden roten Infanterie unter lebhaftes Feuer genommen. In diesem Augenblick befahl v. Buddenbrock den eMsckieidenden Angriff gegen die feindlichen Kräfte aus der Höhe westlich Ober-Reichenbach zu richten, den die Artillerie durch überwältigendes Feuer vorbereitet hatte. „Mau" gelang es, die rote Stellung bei Ober-Reickenbach schaffung , „ , „ „ der äußeren Politik Fe st halten am Dreibund, Bei- behaltung des Friedenskurses, wobei jedoch die Lebensintor- essen der Monarchie geschützt werden sollen. Tie Partei erklärt sich bereit, für die Entwickelung der Wehrmacht zu sorgen, deren Vorbedingung jedoch die Hebung der finanziellen Leistungsfähigkeit und die Herstcttung des inneren Friedens ist. kn Italien eine wirkliche konfessionelle Partei zu gründen. Die neue Oppositionspartei in Ungarn. , Am gestrigen Sonntag fand in Lfenpest die konsrituie- -rende Versammlung der von dein Grasen Julius Auch rassy gegründeten neuen Oppositionspartei statt Das Programm fuhrt aus: Männer von verschiedener staatsrechtlicher Auffassung vereinigten sich, um eine normale Funktion im Berfassungsleben herzustetten. Daß Programm fordert die Reparation der begangenen Rechtsverletzungen, Schaffung einer neuen Hausordnung ohne Ausschluß oer Mitglieder, durch die aber andererseits die technische I/vstruktion verhindert wird, Re gelang es, die rote Stellung bei Ober-Reickenbach Eine in diesem Augenblick van Fifckborn her von der 2. Eskadron Dragoner 24 gegen die rechte „blaue" Flanke gerittene schneidige Attacke konnte die Niederlage von „Rot" nickN hindern, sie nur besiegeln. Auch die auf dein rechten roten Flügel hervorbrechende Infanterie vom Regiment 115 opferte sich zwischen Maschinengewehren und Geschützen vergebens. Der blauen Brigade tand nur der Weg offen, gegen die Imke Flanke des nördlich der Kinzig zurück^ehenden roten Armeekorps zu operieren. Um 10 Uhr war die Enticheidung gefallen. Damit hatte ber zweite Teil der Divisionsmanöver 1913 sein Ende gefunden. Die Truppen ruckten sofort in ihre Quartiere, einzelne erreichten sie erst nach längerem Marsche. Die verstärkte 49. Infant Brigade bezog Ortsunterkunft in Bad-Orb (115er und I. imd II 168er), Wächtersbach (116er), Aufenau III 168), Schlierbach, Gelnhausen, Kassel, Wirtheim (Dragoner 24), Soden, Salmünster (Feldartillerie-Regiment 61 >, Neudorf (1. und 2. Pioniere 25), die verstärkte 50. Infanterie-Brigade nahm Quartier in >scktterbach, Weilers, Aufenau, Hesseworf (117er), Salmünster, sodeu 118er), Bad Orb, Wächtersbach, Hesseldorf (Feldarlülerie- Regiment 25), Neudorf (3. und 4. Pioniere 25). Vision des neuen Wahlgesetzes, :Hcfarm des Oberhauses, dessen Mitglieder zum Teil gewählt werden sollen und Abschaffung des Ausnahmezustandes in Kroatien, bezüglich Nwerungsrat L a n g e r nt a n n schließt . . Hoffmann an und bittet, dafür zu sorgen, datz möglichst viele Frauen und Mädchen an den von der Obst lwuschule Friedberg veranstalteten stursen teilnähmen. Hieraus werden Gebranchsgegenstände und alsdann ein Rexapparat unter den Mitgliedern kostenlos verlost. Inzwischen hatte Dr. .Hoffmann noch die Bekämpfung von Obstbaumschädlingen befproitten, woran Fick eine lebhafte Auseinandersetzung schloß Nach den Verlosungen dankte Lehrer Buß dem Vorsitzenden für seine Tätigkeit und gibt ber Hoffnung Ausdruck, daß der Obst- und Gartenbauverein noch viele Jahre in der Lage sein möge, einen solchen Vorsitzenden nn der Spitze zu haben. Nachdem Regierungsrat Langermann seinen Dank ausgesprochen hatte, mahnte er nockimals zur treuen Mitarbeit in dem Verein, damit man int nächsten Jahre auch einen Znivackis von mindestens 300 Mitgliedern verzeichnen könne, lirie dies in diesem Jahre der Fall sei. Surnerrcrem. M« btn Stabt -lrn bal b,r Skr’tanb brs I -------- ”mn« b-lchEyt. Gr m:rb ,n nähtet 3,,“ «dtejh. < —. i Ml. 86-91 46—49 89—98 50—55 46-47 96-98 105-112 96-102 84-86 78—83 62-66 56—60 49 -52 -15—48 Ml. 53-59 50—52 Wetteraussichten in Dessen tiic Dienstag, den 16. Sept. 1913 : Meist trüb und wolkig, zeitweise Niederschläge, Temperatur wenig geändert, südwestliche bis westliche Winde. 97-10? 91—95 89-91 83-90 78—87 64-82 59—70 48-51 43—47 42-47 32—41 26—31 62.00—65.00 62.00—64.00 62.00—65.00 62.00—65.00 getd nicht genügend eifcheinen will. Ter Vortragende wandte sich darum an den Liebes sinn der Anwesenden, insbesondere der Frauen aus den Gemeinden, und erinnerte an das bekannte Wort Jesu: .Wer ein solches Rtnb aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich aus". Das Dekanat Gießen besitzt 7 Schwestern, welche in der Gemeindekrankenpflege tätig sind; anfangs April I. I. wurde die siebente Schwester in Treis a. d. Lda. eingelührt. Tie Pausen nach Predigt und Jahresbericht füllte der Kirchen- chor von Lollar aus, der unter der umsichtigen und sicheren Leitung voll Lehrer Daab die Lieder stimmungsvoll vortrug. Ein kurzes, treffendes Schlußwort sprach der Ortsgcistliche Dekan Gußmann, der allen Mitwirkenden den Dank des Kirchenvorstandes von Kirchberg aussprach. Tic Kollekte mit rund 80 Mark bekam der Oberhessifchc Verein für Innere Mission in Gießen. - Man dars von dein Feste gewiß erwarten, daß es das Verständnis sür die Arbeit und Ziele der Inneren Mission bei den Anwesenden gefordert hat. Dein Kirchenoorstand Kichberg sei gedankt für die Uebernahme lind umsichtige Vorbereitung des Festes. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- s ch a f t. Die diesjährige Versammlung der südwestdeut- schen Irrenärzte findet am 8. und 9. November in Karls- ruhe statt. Daus wirtschaftlich es. Auf mehrere Millionen Mark könnte man die Verluste beziffern, welche die deutsche Volkswirtschaft alljährlich erleidet durch Verwendung scharfer und die Wäsche schnell zerstörender Waschmittel. Die Dausfrauen wissen auch aus eigener Erfahrung, wie hoch die Kosten sind für Neuanschaffung von Wäsche infolge zu schnellen Verschleißens. Deshalb sollte jede Dausfrau bei der Auswahl von Waschmitteln vorsichtig und besonders mißtrauisch sein gegen neuaufiauchende Fabrikate Dr. Thompson's Seisenpulver, Marke Schwan, hingegen hat sich seit länger als 30 Jahren überall bewährt, weil es garantiert unschädlich ist und die Wäsche nicht angreift. Ebenso unschädlich ist das von den Fabriken von Dr. Thompson's Seifenpulver, G. m. b. H., in Düffel dorf in den Handel gebrachte Bleichmittel Seifix, das einen vollständigen Ersatz für Rasenbleiche bietet.C-"/. 80.00-82.00 80.00-81.00 80.00—82 00 81.00—82.00 Verantwortlich für „Aus Stadt und Land" i. V.: K. Neurath. Universitäts-Nachrichten. — Prof. Dr. Hans Kövve in Marburg hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der Nationalökonomie an die Deutsche Technische Hochschule in P r a g erhalten. . — Dr. Phil. Hermann Mutschmann, Privatdozent und Assistent am Institut für Altertumskunde der Berliner Universität, hat einen Rus auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie an der Universität Königsberg i. Pr. als Nachfolger von Prof. Jensen erhalten. . . . . — Tas durch die Bermung des Prowliors Krufe nach Leipzig zur Erledigung kommende Ordinariat der Hhgiene an der Bonner Universität wird zum bevorstehenden Wintersemester noch nicht besetzt werden; mit der Leitung des hygienischen Instituts ist für das Wintersemester 1913/14 der Privatdozent Professor Dr. med. Hugo Selter betraut worden. Luftschlffahrl. k. Ein Scheinwerfer für Flugmaschinen ist auf dem englischen Armeeübungsplatz Aldershot erprobt worden. Der Flieger läßt einen kleinen Blechkasten fallen, der mit einem Fallschirm versehen ist und langsam hinabgleitet. Der Blechkastcn enthält eine Vorrichtung, durch die automatisch durch das eigene Gewicht ein mächtiger Scheinwerfer entzündet wird, der die Erde in einem großen Umkreis taghell erleuchtet, während das Flugzeug selbst im Dunkel verbleibt. Für das Erkennungswesen der militärischen Flugzeuge und Luftschiffe wird diese Erfindung von großer Bedeutung sein. mehl 0 Mk. 27.76—28.00, Raggenmehl 0/1 Mk. 26^0—26.75, Roggenmebl I Mk. 00.00—00.00, Weizeukleie Mk. 9.1o-9.2d, Weizenschalen Mk. 9.35-9.5^ Noggenkleie 9ML llJO-ll^o, Malzkeime Mk. 12.00—12.25» Biertreber 12^5—12^4 RapS Mk. 29.0U-30.00, Futtergerste Mk. 00,00-00,00. Alles per 100 Kg. ab hier. ~ . fc. Frankfurta.M. V ichho 1-Ma rkt b er, cht vom la. cept. Auftrieb : Rinder 1591, Ochsen 519, Bullen 54, Kühe und Färsen 918, Kälber 304, Schafe 149, Schweine 2461. Tendenz: Rinder schleppend, bleibt lleberstand, Kalber und Schafe ruhig, Schweine ruhig, bleibt Ueberstand. Preis für 100 Md. Lebend- Schlachtgewicht vereinsnachrlchten. — Gießener Ruderklub Hassia 1906. Vom Wetter begünstigt, hielt am gestrigen Sonntag der hiesige Ruderklub „Hassia" sein diesjähriges Abrudern, verbunden mit einer Vereinsregatta. Die Leistungen waren durchweg anerkennenswert und es kam bei den meisten Rennen zu äußerst scharfen Kämpfen. Im Einer um die Klubweisterschast konnte sich Fritz Schußler mit wenigen Sekunden Vorsprung als Sieger behaupten, während tnt Vierer um den Herausiorderungspreis, gestiftet vom Vorsitzenden, die bewährte Juniormaunschaft gegen den schön arbeitenden 2. Ce- niorvierer — Friedrich, Gäbe, Weber, Schußler, Steuer Batz — mit nur etwa einem Meter unterlag. Im Verlosungsvierer starteten 20 Ruderer, es machten sich 2 Vorrennen nötig; im Haupt- rennen gewann die Mannschaft Dch. Jödt, Wagner, Friedrich, Karl Jödt, Steuer Bätz, nach erbittertem Kampf und Bord an Bord im Ziel mit einer knappen Viertel Länge. In Verhinderung der beiden Vorsitzenden nahm nach Schluß der Rennen Herr Rohrbach die Preisverteilung im Bootshause vor. Letzte Ncickrichten. Geh. Komm erzienrat Dr. Mercks-. Darmstadt, 15. Sept. Ter Geh. Kommerzienrat Dr. Phil, et med. L. Merck, der Seniorchef des Hauses E. Merck in Darm- tadt ist heute nacht im Mter von 59 Jahren gestorben Geh. Kommerzienrat Merck, der auch Chef der wisfenschaftlict>en Abteilung und des chemischen Laboratoriums dieses Welthauses war, wurde 1905 zum lebenslänglichen Mitglied der 1. Kammer ernannt. Seine Tätigkeit galt fast ausschließlich dem Betrieb seines Hauses. Die vierteljährlickxm Berichte über Neuerungen auf dem Gebiet der Pharmakologie, die er veröffentlichte, waren sehr gesck-ätzte Ausgaben. Seit 1890 Mitglied der Handelskammer, seit 1907 sttllvertretrnder Vorsitzender. M i t dem Rad gestürzt. Gelnhausen, 15. Sept. Eine junge Frankfurter Dame, die in Roßbach zu Besuch weilte, stürzte bei einer Fahrt nach Bieber so unglücklich mit ihrem Rad, daß sie bewußtlos liegen blieb. Zwei Radfahrer veranlaßten später ihre Uebcrfüyrung ms Krankenhaus in Bieber. Unwetter in Mannheim. Mannheim, 15. Sept. Gestern abend gegen 8 Uhr ging hier cm schwerer Wolkenbruch nieder, der die Straßen überflutete und die Keller unter Wasser setzte. Dass Wetter dauerte % Stunden und richtete an den Gemüse- und Obsttulturen der Umgebung großen Schaden an. Ein neues Theater in Berlin. Berlin, 15. Sept. Der Grundstein zu einem eigenen Theater der neuen Freien Volksbühne ist gestern gelegt worden. Das Theater soll bereits im nächsten Herbst eingeweiht werden. Zwei Kinder verbrannt. Erfurt, 15. Sept. In der vergangenen Nacht entstand durch Umwerfen einer Petroleumlampe in der Wohnung des Kutschers Melzer ein Feuer. Dabei verbrannten dessen beide Töchter im Alter von 4 und 1 Jahr. Es ist festgestellt, daß Melzer die Lampe in schwerer Trunkenheit umgeworfen hat. Ein Wohnhaus eingestürzt. Koburg, 15. Sept. (2,30 Uhr früh.) Infolge einer Gasexplosion ist hier um V$ll Uhr abends ein Wohnhauseingestürzt. SechsFamilienbefin- den sich unter den Trümmern. Bis jetzt sind zwei Tote und sechs Verletzte geborgen. Die Aufräumungsarbeiten dauern an. Vom Flieger ©eguin. Johannisthal, 15. Sept. Der französische Flieger Segu in ist um 6.53 Uhr zum Rückflug nach Paris hier aufgestiegen. Tollwutepidemie. Berlin, 15. Sept. Die Tollwutepidemie ist jetzt auch in diePriegnitz ein geschleppt, lieber einen größeren Bezirk der Priegnitz ist die Hunde- und Katzensperre verhängt worden. Panik bei einem Stiergefecht im Gewitter. CiudadReal,15. Sept. Während eines Stiergefechtes in Miguel Turra zwang ein Gewitter die Zuschauer zu überstürztem Aufbruch; viele flüchteten in die Logen, deren Boden aber dem Ansturm nicht standhielt und zusammenbrach. 40 Frauen und Kinder, sowie 6 Gendarmen und mehrere Schutzleute wurden z.T. recht erheblichverletzt. 2Cird?c und Schule. _ Kirchberg bei Lollar, 15. Sept. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung aus den Ortschaften des Kirchspiels und bet- benachbarten preußischen Umgebung hielt das Dekanat Gießen oeflern nachmittag I-in Ä-hpes!-st für Inner- Million in der Kirche in Kirchberg ab. Den Altardienst versah Pfarr- Assistent Klinge l. Pfarrer Mernmer t von Darmstadt, der Landesgeistliche für Innere Mission hielt die Festpredigt über 1 Johannes 5 Vers 4: „Unser Glaube tu der Sieg, der die Wel, überwunden hat." Aus seiner eigenen Erfahrung gab er zum Teil ergreifende Bilder über das mannigfache Elend, welchem die Innere Mission zu steuern sucht. So z. B. seine Erlebnisse in einem Zuchthaus in Zrrenhänsern, in der Epilepttschen-Anstalt m Niederramstadt Mit sichtlichem Interesse und großer Aufmerksamkeit folgten alle Anwesenden den lebensvollen Darstellungen. - Pfarrer Groth van Rödgen gab an Hand von Titus 2, Vers 4-5 einen kurzen Ueberblid über die Arbeit der Inneren Mission in den Gemeinden des Dekanats, und zwar auf dem Gebiet der Zwangs- und Fürsorge-Erziehung und der Gemeinde-Krankenpflege. Nahezu 30 Zog- liuae und Kinder sind in den Tekanatsgemeinden untergebracht, welche vom Armenamt Gießen überwiesen wurden; ferner einige Soglinge auch von weiterher, z. B. vom Kreisamt Großgerau und Dom Armenamt Darmstadt. Freilich macht die Unterbringung solcher Kinder, namentlich der in jüngeren Lebensjahren, *fi auch große Schwierigkeiten, weil manchen das gezahlte Pfleg- Geringere Mast- und gute c bet S ch af e. Stallmastschaie: Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine. Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebendgewicht........ Vollfleischige Schweins unter 80 kg Lebendgewicht Dollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht........ Märkte. fc. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Oriq.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt p rei >e. Weizen (hiesiger) Mk. 20.10—20.25, Kurhessischer Mk. 20.10—20.51, Wetterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 17.00 bis 17.25, Gerste (Wetterauer) Alk. 16.25—17.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17. 0-17.25, Hafer Mk. 16.50—19.00, Mais Mk. 14.50 bis 14.75, Weizenmehl 0 Mk. 82.50—32.7^ Weizenmehl I Mk. 80.50- 30.75, Weizenmehl III Mk. 27.2Ö—27.50, Noggen- II Für Erholungsbedürftige und leichtere ÄS Kranke.*vnnteTbesuoht. 1 । | le Kuranstalt Hofhelm i. T. ■ ■ ■ * W B ■ i/xStunde v. Frankfurt a.M. Prospekte U f Hf I ÜK durchDr.Schulze-KthliyM.NerreüarzU Da die offizielle Saison bis zum 15. Oktober dauert und auch nach dieser Zeit alle Bäder und Kurmittel ununterbrochen zur Verfügung stehen, so treffen die Kurgäste ohne Unterbrechung mit jedem ankommenden Zuge ein, u. a. auch vor wenigen Tagen Herzog PaulFriedri ch z u M eck lenburg, seit 9 Jahren ständiger Besucher des Bades. Die Gesamtsrequenz betrug am 4. September bereits 31864 Personen, wovon am genannten noch 4729 anwesend waren. Bäder wurden bis zu diesem Tage 415 295 abgegeben, stark benutzt werden auch bei den jetzigen klaren Tagen mit werter Fernsicht die staatlich arrangierten Gesellschafts-Automobil sahrten, die täglich zu den schönsten Punkten des Taunus, der Wetterau und des Vogelsberges führen. Starkenburg und Rheinhessen. (m) Offenbach, 15. Sept. Der falt). Pfarrer H an s Schmidt, der in New York seine Geliebte Anna Aumuller ermordet hat, war im Jahre 1907 Kaplan m B ur g el. Er wurde aber bald seiner Stelle enthoben, da es sich heraus- stellte, daß er sich mit Hilfe gefälschter Papiere die Stelle verschafft hatte. Von einer Anzeige war damals abgesehen worden, weil man Zeichen von Geistesgestörtheit bemerkt haben wollte. ~ . FE. Rüsselsheim, 14. Sept. Die Automobilfabri- kation macht zurzeit eine heftige Krise durch. Die Folgen sind andauernde Arbeiterentlassungen. So wurden gestern in den Opelwerken in Rüsselsheim a. M. über -50 Arbeiter entlassen, darunter vier, die 26, 23 und 22 -jaf^ce in den Werken gearbeitet. Kreis Wetzlar. = Aus dem Kreise Wetzlar, 14. Sept. Mit dieser Woche beginnen für sämtliche Landschulen des Kreises Wetzlar die vierwöchentlichen Herbstfcrien. O Kinzenbach, 14. Sept. Trotz der überreichen Zwetschcnerntc ist bis jetzt die Nachfrage äußerst gering, auch fehlen diesmal die Händler aus Rheinland und West- Och seit. Dollfleischige, misgernästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt........ die noch nicht gezogen haben (ungejochte) . . Junge fleischige, nicht auSgemäftete und ältere ausgemästete..... ...... Bullen. Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. Dollfleischige, jüngere Färsen, Kühe. Dollsieischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw Dollfleischige ausgemastete Kühe höchsten Schlach- werteS bis zu 7 Jahren wenig gut entwickelte Färsen .... e . ältere auSgernäftcte Kühe . Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe und Färsen Kälber Mittlere Mast- und beste € ugkälkrer « . . Gießener Strafkammer. Gießen, 11. September. Urkundenfälschungen und Untreue. Der bei dem hiesigen Bieroerleger S. beschästigte Hausbursche H. P. von Londorf hatte im Juni dieses Jahres Quittungen ge- fälscht, von den Kunden seines Dienstherrn die geschuldeten Betrage eingezogen und für sich behalten. Urteil: 1 Monat Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen Untersuchungshaft. Zugleich wurde der Haftbefehl ausgehoben und der Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen. Freisprechung. • Der Kontorist K. R. in Wieseck war von dem Schöffengericht Gießen wegen Unterschlagung und Diebstahls eines Hundes mit einer Gefängnisstrafe von mehreren Tagen bestraft worden. Die Strafkammer erachtete indesfen eine diebifche Absicht des Angeklagten nicht für erwiesen nut) sprach ihn von Strafe und Kosten frei. A uf frischer Tat ertappt wurden die Arbeiter 9^ K. von Magdeburg und I. S. von Erfurt, die von auswärts kommend, am Morgen des 1. August an dem Eisenbahnübergang in der Frankfurter Straße von einem Milch- wagen einen Korb mit Eiern und Butter stahlen. Ein Gendarm in Zivil, der zufällig in der Nähe war und auf die Tat aufmerksam gemacht worden war, eilte ihnen nach und verhaftete sie. Strafe gegen K., der rückfällig ist: 6 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft, gegen S.: 1 Monat Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen den Schlößer G. D. von Wieseck verhandelt, der sich an seiner eigenen Tochter vergangen haben soll. Das Gericht gelangte jedoch zu einem Freispruch, da mit Bestimmtheit die Täterschaft des Angeklagten nicht angenommen werden konnte. Freigefprochen von der Anklage des schweren Diebstahls wurde der Weißbinder- qeselle W. M. von Rohrbach. Er soll mittels Einschleichens in den Hof des Pächters B- in Rohrbach zur Nachtzeit ein Paar Tauben aus dessen Schlag gestohlen haben. Der Angeklagte machte geltend, er habe sich bei B. seine Tauben holen wollen, da er geglaubt habe, fia» seien dem B. zugeflogen. Dieses Vorbringen war nicht zu widerlegen, weshalb Freisprechung erfolgte. Der Zwangszögling Tienstknecht P. H. von Worms, der von dem Kreisamt Worms bei dem Landwirt Otto N. in Schwickartshausen untergebracht worden war, soll diesem unter Benutzung eines falschen Schlüssels M. 20.- gestohlen haben. Die Verhandlung ergab indessen, daß das erschwerende Moment, die Benutzung eines salschen Schlüssels, nicht nachweisbar war. Wegen einsachen Diebstahls erhielt H. 3 Wochen Gesängnis, die durch die Untersuchungshaft sür verbüßt erklärt wurden. Vergehen im Aint. Der Postaiishelier L. G. von Grünberg, der auf dem Postamt in Friedberg beschäftigt war, hat in einer Reihe von Fällen Briefe unterschlagen, Pakete geöffnet und daraus Briefe und Geld entwendet. Urteil: Gefamtgefängnisstrafe von 7 Monaten unter Anrechnung von 6 Wochen Untersuchungshaft. falen. ' Hessen-Nassau. f] Marburg, 14. Sept. Eine im großen Qüentinschen Saale abgehaltene von etwa 300 Personen besuchte öffentliche Bauarbeiter-Versammlung beschloß nach den Anspra- djen der Herren Schleicher und Hüttmann, das Angebot der Unternehmer, welche bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit verlangen, abzulehnen, und den Aus st and, der jetzt bereits 4 Monate dauert, fortzusetzen. Der Ausstand macht sich jetzt schon in vielen anderen dem Baugewerbe angehörigen Berufen unangenehm bemerkbar. [] Aus dem Kreise Marburg, 14. Sept. Die Landwirte des hiesigen Kreises erfreuen sich diesmal einer ausgezeichneten Ernte. Die Halmfrüchte, besonders Roggen, Weizen und hauptsächlich Hafer haben solche Erträge geliefert, daß bei den Dörfern mit ihren vollgepfropften Scheunen sich ein Strohschober an den anderen reiht. Auch die Futterernte ist so reich ausgefallen, wie selten in einem Jahre, Klee gibts in .Hülle und Fülle und die Wiesen liefern neben Heu noch reichlich Grummet und Aftergrummet. Tie Kartoffeln ergaben besonders in den Höhenlagen gute Erträge, mit der Ernte ist jetzt der Anfang gemacht worden, auch die Gemüseernte fällt besser aus, wie man in anbetracht des vielen Ungeziefers, das der regnerische Sommer brachte, erwartete. Was die Obsternte anbelangt, so sind es diesmal die Zwetschenbäume, die überall trotz aller Schutzmaßregeln unter der Last ihrer Früchte in sich zu- sammenbrechen, Aevfel und Birnen fallen dagegen, einige Sorten abgesehen, schwach aus. h. Frankfurt a. M., 14. Sept. Gestern nachmittag expkodierte in den Kellerräumen der Schwanenapotheke an der Friedberger Anlage ein Ballon mit Ammoniak. Durch die ausstromenden Gase wurden mehrere junge Leute bewußtlos, konnten aber vom Besitzer wieder ins Leben zurückqerufen werden. . h. Frankfurt a. M., 14. Sept. Als dritte deutsche Stadt hat Frankfurt, neben Hamburg und München, einen Waldsriedhos geschaffen. Im Distrikt „Teller" des Stadtwaldes zwischen Oberrad und der hessischen Landesgrenze sind vorläufig vier Hektar alten Waldbestandes umfriedigt und durch zwanglos verlaufende Wege in zahlreiche kleine Reviere abgeteilt, in denen Plätze für die Beisetzung von Aschenresten, für Reihengräber, für einen Kindersriedhof und für Erbbegräbnisse geschaffen sind. h Oberursel, 14. Sept. Weaen zu geringer Beteile gütig beschloß der Magistrat, in Zukunft keine Vieh- märkte mehr abzuhalten. h. Cron berg, 14. Sept. König Konstantin hat die wenigen Tage seines Aufenthalts in Schloß Friedrichs- Hof bisher zu ausgedehnten Ausflügen in den Taunus benutzt, bei denen er regelmäßig von seiner Familie begleitet wurde. Am Freitag statteten die Herrschaften der Großherzogin-Großmutter auf Schloß Königstein einen längeren Besuch ab, während sie gestern eine Rundfahrt durch den HochtannuS unternahmen. Die Abreise der Königsfamilie nach England wurde auf Montag abend verschoben. FE. Wiesbaden, 14. Sept. Gestern verstarb plötzlich an einem Schlaganfall während einer Fahrt mit der Straßenbahn von Wiesbaden nach Mainz der im 82. Lebensjahre stehende Major a. D. August Hermann Hattenbach, der älteste inaktive Offizier des Regiments Nr. 81 in Frankfurt a. M., der am 23. Oktober 1908 bereits fein diamantenes Militärjubiläum gefeiert hat. [] Neustadt, 14. Sept. Der bei Gernsheim bei Manöverübungen im Rhein ertrunkene Dragoner Adam Faber non hier wurde gestern nachmittag unter großer Beteiligung Doti Leidtragenden in heimatlicher Erde bestattet. U. a. gaben ihm auch ein Sergeant und 12 Soldaten des Darmstädter Leibdragoner-Regiments das letzte Geleite. e* - a 3 ■ von Mk. 1-35 an per Meter, in allen ÖKAtl? Farben. Franko und schon ver- |%| /l|l |||M zollt ins Haus geliefert. Reiche UI U U l UIU U Musterauswahl umgehend. (DVi, Ge Henneberg, Hofl. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich. Zwischendeck. ZumbevorstehendeDSchiilanlaDg mcrn. 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