Zweites Blatt Nr. 6 |63. Jahrgang Giehener Anzeiger Erscheint IS-ttch mit Ausnahme des SonntLgs. General-Anzeiger für Oberhesjen Redaktion, Expedition und Druckerei: Sckul« stratze 7. Expedition qnb Verlag: e=gäj&l. Redaktion:L^All2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Die „Eiehener Zamilienblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Dis „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen nwnatlich zwelinat. Mittwoch, 8. Januar M3 Rotationsdruck und Vrrlag der Brühl'schen Universitäts • Buch- und Steindriickerei. R. Lange, Gießen. als Vermarkte th Gießen, 7. Ian, einen Austrieb von Ja». Wetter 1913 S • tsJ Liebig’s Fleisch-Extrakt dessen Höhe Verwaltung Aussehen Vor dem bestehende E ESE NNE Nebel Bed Himmel Nebel Alsberg, außerdem sind noch 6 andere Rechtsanwälte leidiger der übrigen Angeklagten tätig. Sattler ist ein kleiner schmächtiger Mensch, dem nach ein Zwanzigjähriger, mit südländischem Typus. 66,0 56,1 54,4 41 38 -0,5 4,80 G. !,»" U. 2 ' 9 " 7" und die Mitwirkung der Stände bei dessen einer Erörterung unterzogen werden. Der vierte Ausschuß hielt heute eine Sitzung ab. Zunächst wurde ruf der Sachverständigen greift der Angeklagte Sattler sofort in die Verhandlung ein, wobei er eine große Zungenfertigkeit und ziemliches Geschick entsaltet. Zu seinen Personalien gibt er an, daß er 1883 in Wien geboren und feit dem Jahre 1906 verheiratet ist. Es mürbe hierauf die Art der Kundengewinnung erörtert. Die Adressen von Leuten, die vermögend waren und an der Börse spekulierten, wurden durch Auskunstsbureaus besorgt und die betreffenden Leute dann streng methodisch bearbeitet. Wir werden ans den weiteren Verhandlungen, zu denen rund 10 0 0 Zeugen geladen sind, nur die allgemein interessierenden Tatsachen herausgreifen, dattcdiglich finanztechnische Fragen zur Erörterung stehen. teil ausmachten. Bei der nicht ungünstigen Gestaltung des Voranschlages 1913 müsse aber stets Rücksicht darauf genommen werden, daß Rückschläge, insbesondere dann, wenn die Kriegsgefahr nicht baldigst beseitigt würde, eintreten können, durch welche Fehlbeträge gegenüber dem Voranschläge sich ergeben könnten. Im einzelnen sei das Budget vorsichtig aufgestellt, erhebliche Änderungen gegen das Vorjahr seien in den Ausgaben nicht zu verzeichnen. Trotzdem erachtet es der Ausschuß nicht nur für notwendig, diese neuen Ausgaben eingehend zu prüfen, sondern auch die Aufstellungen der früheren Jahre auf ihre Notwendigkeit hin zu prüfen. Ter Regierung muß aber besonders nahegelegt werden, daß die eröffneten Kredite nicht aufgebraucht, sandcrn mit ihnen möglichst sparsam verfahren werde, und man dürfe den Gedanken nicht aufkommen lassen, daß die Kredite deshalb bewilligt worden seien, damit sie bis auf den letzten Pfennig ausgegeben würden. Auch von anderer Seite wurde darauf hingelviescn, daß die trotz der günstigen Lage "kritische Behandlung des Budgets notwendig erscheine. Die Eiseubahncinnahmen seien für uns gebunden und könnten zunächst zur allgemeinen Staatsverwaltung nicht herangezogen werden. Aber auch hinsichtlich der Eiseubahneinnahmen sei in ihrer Veranschlagung Vorsicht anzuwenden, besonders, da auch dort Ausgabesteigerungen, wie Gehalts- und Lohnerhöhungen, nicht zurückgehalten werden könnten. Ein weiteres Mitglied des Ausschusses wies darauf hin, daß der Ausgleichs- und Tilgungsfonds überraschenderweise jetzt schon den Bestand von 8 Millionen Mark erreicht habe, daß es aber richtiger gewesen wäre, den lieber- schuß zur Schuldentilgung oder für Bermögenszwecke zu verwenden, nicht aber der Verwaltung zufließen zu lassen. Die Befürchtung, daß durch die Neubauten in dem Ruhrgebiete die Eisenbahneinnahmen erheblich sinken werden, könne bei dem kolossalen Kapital, das in den Eisenbahnen stecke, nicht geteilt werden. Von verschiedenen Seiten betonte man, daß der äußerlich günstige Budgetabschluß nicht zu unnötigen Ausgaben verleiten dürfe. £b die Konjunktur anhalte, stehe noch sehr in Frage, und gerade die Geldknappheit beim Jahresschluß beweise, daß ein Nachlassen auf industriellem Gebiete in nicht allzu großer Ferne stehe. Verschiedene Anregungen gingen dahin, bei den alljährlich sich wiederholenden Anforderungen für Betriebsmittel zugunsten der Eisenbahnen (dieses Budget 3 700 000 Mk.) genau zu wissen, welche Anschaffungen hieraus bestritten werden sollen. Dann wurde in die Ein z c lb e r a tun g des Budgets eingetreten und bis Kapitel 7 fortgesetzt. Verschiedene Posten in Kapitel 2, Kameral- und Forstdomänen, sollen mit der Regierung besprochen werden, insbesondere auch OanöcL Die aussichtslose Moselkanalisierung hat eine Versammlung von Interessenten, die vor einigen Tagen in Koblenz stattfand, veranlaßt, dem Bau einer Mosel- bahn aus dem rechten Ufer der Mosel von Koblenz bis Bullet) die Wege zu ebnen. Es wurde beschlossen, in einer Eingabe an den Eisenbahnminister, an die beiden Häuser des Landtages, sowie an den Obcrpräsidenten und an die in Betracht kommenden Regierungspräsidenten aus die dringend notwendige Bahnanlage hinzuweisen, die bei Bulley in die jetzige Moscl- linie cinmündeir soll. Ferner wurde beschlossen, durch eine Abordnung an den Eisenbahnminister persönlich wegen der Not- lvcndigkeit der Eisenbahn unter dem Hinweise zu roitfeu, daß die Moselkanalisierung ganz aussichtlos sei. Jjcy o. w E en Kreise Frankenberg zum Markt gekommen waren, dursten ihn aber nickst betreten, weil Vieh aus diesem Kreise durch die treisamtlichen Besttmmungen noch vom Gießener Markt ausgeschlossen ist. Die Tiere, die mit dem übrigen Vieh schon zusammen getommeu waren, wurden nach cingeiyenber tierärztlicher Untersuchung für vollkommen gesund erklärt, sie wurden auch, obgleich die Stücke abseits standen, von einem Händler aus der Gegend von Laubach angetauft und durften mit Genehmigung der Veterinärbehördc vom Käufer übernommen werden. Man fand also einen Ausweg, der sich für alle Beteiligten gangbar erwies. Tie Preise stellten sich für Kühe, frischmelkend und tragend, das Stück 2. Qual. 450—550 Mk., 3. Qual. 325—400 Mk.: Zucht- material, Stiere uni» Rinder und ebenso fette Rinder waren nur in wenigen Stücken am Markt, so daß eine Preisbildung dafür nicht eintreten konnte. Fette Kül)e wurden der Zentner Schlachtgewicht in 2. Qual, zu 74—76 Mk., in 3. Qual, zu 72—74 Mk. verkauft. Kälber in Primaware wurden mit 102—106 Mk. vertäust. Die wenigen Stück Mittelware mit 92—94 Mk. für den Zentner Schlachtgewicht bezahlt. Der nächste Rindviehmarkt ist am 21. Januar. Meteorologische Beobachtungen der Station Sichen. Aus den Ausschüssen. bs. Darmstad t, 7. Jan. Der Finanzausschuß begann heute ft ine Beratungen über den Hauptvoranschlag 1913. Zur Geschäftsordnung wurde in Aussicht genommen, daß die Beratungen in dem Finanzausschuß mit Ende Januar beendigt sein müssen, damit dann das Plenum der Kammer den Voranschlag in der Zeit vom 11. Februar bis Ende Februar erledigt, worauf dann im Anfang März die Erste Kammer über die Beschlüsse der Zweiten Kammer 5Ue befinden haben wird. Da Ostern bereits auf den 23. März fällt, ist in Aussicht genommen, daß der Voranschlag noch vor Ostern von beiden Kammern erledigt werden soll. Sodann tmtrben die Neubauten und größeren Herstellungen, welche das neue Budget enthält, durch- gesprochen und den Berichterstattern anheim gegeben, soweit erforderlich, Einsicht an Ort und Stelle zu nehmen, um sich von der Notwendigkeit der Bauten zu überzeugen. Dann trat man in die Hauptaussprachc ein. Ter Vorsitzende gab ein allgemeines Bild über den Hauptvor- anschlag. Den günstigen 'Darlegungen des Finanzministers über die f i n.a nzielle Lage des Groß Herzogtums könnte im allgemeinen zugestjmmt werden. Geregelte Verhältnisse seien insbesondere durch das Schuldentilgungs- gesetz eingetreten, wenn auch in demselben die Eisenbahneinnahmen bis zu dem Betrage von 2 Millionen Mark zur Schuldentilgung festgelegt sind. Als erfreulich wurde das Anwachsen des Ausgleichs- und Tilgungsfonds, mit beinahe 8 Millionen Mark berechnet, auf Ende 1913 bezeichnet, ebenso der Restefonds, der Ende 1911 einen Stand von fast 6 Millionen Mark erreicht habe. Atterdings sollen aus ihm zum Teil die ersöfft en Befoldunben der Beamten und Lehrer bestritten werden. Die wirtschaftliche Konjunktur sei nach den Berichten der Industrie und des Handels in ben letzten beiden Jahren eine günstige gewesen, und es sei auch zu hoffen, daß im Jahre 1913 ein Abflauen der günstigen Periode nicht eintrete. Die günstige Konjunktur zeige sich insbesondere bei uns in den Einnahmen aus den Eisenbahnen und weiter in einer Steigerung der Steuerergebnisse der Teile des Groß- herzogtums, welche hauptsächlich sich mit Handel und Industrie beschäftigen. Die EisenbahneinnalMen, welche im Jahre 1913 mit einem Reingewinn von über 5 Millionen veranschlagt worden seien, würden wohl diesen Betrag sicherlich zur Staatskasse abliefern. Man müsse darüber noch Erkundigungen einziehen, welche Wirkungen die großen Eisenbahnbauten, die in Rheinland und Westfalen sich als notwendig herausgestellt hätten, demnächst auf Hessens An- Ein ausgewachsener Ochse gibt nur ungefähr 10 Pfund Liebigs Fleisch-Extrakt! Berechnen Sie daran einmal, was das Pfund kostete, wenn es aus dem Fleisch des teuren inländischen \iehes hergestellt würde! „Liebig ist reine eingedickte Bouillon und enthält somit die wertvollsten Stoffe des Fleisches. Wenn man beispielsweise Gemüse, Hülsen fruchte, Reis usw. mit einem Zusatz davon bereitet, so erhalten sie dieselben Eigenschaften, wie wenn sie mit frischem Fleisch zusammen gekocht worden wären. Rechnende Hausfrauen werden darin den Weg zur zweckmässigen, aber wohlfeilen Ernährung entdecken! Die kleinste Packung von Liebig s Fleisch-Extrakt („Liebig-Kugeln“) kostet nur 25 Pfg. 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