itklanerspieJej lt** bittend. Io •*We?£ ft *4 k 3150,^ >lph riÄt, lachang. t durchbnatene Lor«,, A’tm- ^'Sdjtit U ' i ^ÄgAeirboU I ’:«• KL-S *• Mittwoch, 8. Januar WZ 163. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfafot 12 Seilen. gewiss« Lieferungsverträge für die deutsche Monopolverwaltung troleumversorgung einstweilen vorüber ist. Er Ivar ge- lommen, als vor e^iqen Fahren W ne« es mit Italien in, erster Linie Mammuthsonden von Borislaw und Tustanowice in Ga-; !cin 8<»s Mn-novols ILäiL^mit den ^nahmen ^eefoer (Miete ift ju die Grenz frage nicht allzu hoffnungsvoll zu beurteilen. heißt unverzüglich handeln. in der türkischen Botschaft. äbzufchütteln. Dabei hat das Reich unter dem Mnfluf man gespannt sein. ♦ Nach einem am 7. Januar in Hamburg eingetroffenen Telegramm des Leiters der deutschen Südpolar -Expedition Filchner ist die Expedition erfolgreich verlausen. Filchner hält die Notivendigkeit der Fortsetzung der Expedition aufrecht. Bon entscheidender Wichffgkeit ist, daß Deutschland in diesem Augenblick noch der einzige Staat Europas ist, der V bereits auf dem Wege ist, das Joch der Standard Oil Co u über die Rumänien Die Staaten und öas Petroleummonopol. In der Agitation gegen das Petroleumvertriebmono- pol spielt der Hinweis eine große Rolle, der richtige Zeitpunkt zur Auflehnung gegen das Monopol der Standard Oil Co. sei für Deutschland unwiderbringlich versäumt. Die Aktion der Negierung komme zu spät und sei somit aussichtslos. Mit der biedersten Miene, jeder Zoll ein scheinlich verlassen, wenn fein Mittel gefunden wird, die gegen närtigen Schwierigkeiten auszitgleichen. Die Mitglieder der Mission versammelte", sick am Dienstag nachmittag zu einer Besprechung die Abschaffung des der Standard OilCo. gezahlten Tributes energisch verlangen wird. Sind wir dann mit unserer Petboleumversorgung noch nicht unter Dach und Fach, so haben wir mit der Konkurrenz Italiens beim Abschluß der schlecht tembiert waren. Der bulgarische Finanzminister Dheodorow ist nach Petersburg abgereift, um Fragen finanzieller Natur zu ordnen. Bulgarien und Rumänien. Tas Reuterbureau erfährt: Tie Besprechungen Zum LtMand oer grieöensDer'anöhmgen erfährt das Reuterbureau, daß seit MoiUag feine weitere Ent- Wicklung eingetreten ist. Nach dem jetzt in türkischen Kreisen'Herr schänden Eindruck werden die türkischen delegierten London wahr an die Hand gegebene Behauptung vor. Ist es schon wirklich zu spät? Wie steht es? Richtig ist, daß der beste Zeitpunkt für eine dem deutschen Nationalvermögen günstigere Gestaltung unserer Pe Dcuticbcs Keid>. 18 Flugstützpunkte im Deutschen Reich. Berlin, 7. Jan. Unter dem Vorsitz des Präsidenten, Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, hielt heute im Hotel Bristol das Präsidium des Teutschen Flugvmbandes, dessen Bildung von den Landesherren von Sachsen-Weimar, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg -Gotha, Anhalt. Sachsen-Meiningen und Reust ausging, eine sehr wichtige und erfolgreiche Sitzung ab. Bekanntlich plant dieser Verein den Bau von Flugstützpunkten, die, ähnlich den Schutzgütten im Gebirge, den Fliegern auf ihren Ueberlandstügen Schutz und Unterkunft bieten. Anwesend waren u. a. außer den Präsidialmitgliedern selbst die Vertreter der fürstlichen Protektoren, vom Reichsrat des Innern Geheimer Oberregierungsrat Albart. Nachdem das Kuratorium der Nationalflugspende in der konstituierenden Sitzung vom 20. Dezember 1912 die Gewälpwng von Zuschüssen zur Erbauung von Flugstützpunkten grundsätzlich genehmigt hatte, beschloß das Prä- s diuin IjeuK die beschleunigte Inangriffnahme zunächst her dring lichsten etwa achtzehn Stützpunkte in einer Reih e von Städten, aus bereit tatkräftige Unterstützung es bei der Aufbringung der noch erforderlichen Geldmittel rechnet. Nach einer Wiener Meldung wird augenblicklich ein Vorschlag r örtert, wonach Adrianopel von der Türkei a b g e - . - ,ir , .. r _ . - j r e t en wird, die Sultansgräber aber internationalisiert des Wettbewerbes zwischen Standard Orl Co. und Euro-Pund der Sultan im Besitz der Moschee verbleibt, die er päischer Petvoleum-Union einstweilen noch verhältnismäßig,i mit einer Wache belegen kann uitb die für exterrstorial erklärt wird, billige Petroleumpreise. Die Schweiz, Holland, Skand - D e Bulgaren sind mit diesem Vorschlag einverstanden, die Türken Spesen der Vorexpedition auf 1 200 000 Mark berechnet. Ein Teil dieser Summe ist durch einige hochherzige Gönner bereits eingezahlt. Weil diese Forschungsreise einem außerordentlichen politischen und weltwirtschaftlichen Zwecke dient, ist auch die Hauptexpedition jetzt nicht gefährdet und wird auf keinen Fall auf- gegeben werden, selbst wenn der Vorexpedition ein ungünstiges Schicksal beschützen sein sollte. Denn es handelt sich um bie- Oesfnung der Nordpstpassag e. Diese stellt einen Weg zum Stillen Ozean bar, der um 5600 Seemeilen kürzer als die Suezfahrt : auch erheblich kürzer als die Passage durch den Panamakanal ist, aber infolge der mangelhaften Kenntnis ihres Fahrwassers und ihrer Cisverhältnisse bisher unbenutzbar war. Im russisch- japanischen Kriege tauchte in Rußland der Plan aus, die Ostsee- flotte dur.ch das Eismeer der Nordostpassage nach dem Stillen Ozean zu schicken. Ein solches Wagnis ohne Borkenntnisse hätte aber in Kriegszeiten unübersehbare Folgen haben können, und so gab man den kühnen Gedanken auf. In dem Programm der deutschen arktischen Expedition nimmt nun die genaue Festlegung der Nordostpassage die erste Stelle ein, und dadurch können, wenn der Versuch gelingt, dem Handel und Verkehr neue Bahnen eröffnet werden. Wenn mir von der nvrdasiatischen Küste eine genaue Karte erlangen und uns über Eisverhältnisse in den einzelnen Monaten sicher orientieren, können die in Nordsibirien lagernden Schätze auf dem billigen Wasserwege von dem einen Flußsystem zum andern geschasst werden Vielleicht auch wenn auch nur für wenige Wochen im Spätsommer, wird der Schiffsverkehr vom Atlantischen zum Stillen Ozean möglilch sein. Einem Unternehmen von so weittragender Bedeutung dars die Oessentlichkeit ihr Interesse und ihre Teilnahme nicht versagen. Auf weitere Nachrichten von dem Schicksal der Vorexpetzition und von dem Fortgang der Vorarbeiten für die Hauptexpedition wird Bezug svreii: monatlich 75 Pf., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pi.. auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtsfaal": K. Dien* rath; für „Stadt und Land": E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Grenzberichtigungen zwischen Bulgarien und machen k e i n e F o r t s ch r i t t e. Ter Minister Jonesku hatte am Dienstag weitere Besprechungen mit Tr. Tanew, die, wie man hofft, die Angelegenheit vorwärts'bringen. Gegenwärtig herrscht in bulgarischen Kreisen einige Abneigung, über diese Frage zu verhandeln. Tie Meinung überwiegt, daß ein bulgarischer Spezialgesandter ernannt werden sollte, um mit der rumänischen Regierung über diesen Gegenstand zu diskutieren. Tie Rumänen s l einen ein Fortschreiten der Verhandlungen mit Bulgarien über Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Soimtags. - Beilagen: Die rin al wöchentlich SlctzenerZamilienblätter, »weimal wöchentl.Lreis: blatt für den Kreis Siehe« (Dienstag undFreitacff; zweimal monatl. Land: wirtschaftliche 3eiffragcn Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag it. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzcigcx Gießen. Annahme von Anzeigen firr die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. das offizielle Deutschland zauderte damals noch! Leider ist mit der Feststellung dieser Sachlage heute niemand mehr geholfen. Es nutzt auch nichts, sich mit angenehmen Zulünstmöglichkeiten zu getrosten, selbst wenn sie Wahrscheinlichkeiten sind. Man könnte sich sonst dar auf beziehen, daß ja aller Voraussicht nach in der Nähe der alten versiegenden oder bereits versiegten Mammnth sonden Galiziens in Anbetracht der geologischen Verhält nisse neue, ähnlich ergiebige Fundstellen vorhanden sein müssen, so daß nach deren früher oder später zu erwar tenden Erschließung die Rückkehr der -alten Konjunktur zu erwarten sei. Solche Zukünftmusik verführt nur da zu, die Hände fatalisttsch in den Schoß zu legen. Zu rechnen ist ernsthaft nur mit derjenigen internationalen Petroleumerzeugung, die in diesem Augenblick bereits oder noch vorhanden ist. Von ihr allein aus ist die Frage z beantworten: „Ist es zu spät?" Darauf ist zu anl Worten: „Noch nicht. Wohl aber bald" Mißgeschick der deuts^en Expedition rach 5p tzb^rgen. Ein am 6. Januar bei der Telegraphendirektion in Christ i a n i a aus Spitzbergen eingetroffenes Funkeutelegramm berichtet, daß am 2. Januar bei der Telegrapheustation Spitzbergen zwei Männer aus der Advent-Bay mit der Nachricht eingetroffen sind, daß am 27. Dezember ein Teilnehmer der deutschen Spitzbergenexpedition mit Namen Ritscher in der Advent-Bay angelangt sei und erzählt habe, daß die Expedition, die sich an der Nordküste von Spitzbergen aufhält, nur noch für einen Monat Proviant habe. Einzelne Teilnehmer seien am Skorbut erkrankt. Er selber habe der Abteilung angehört, die von der Wijde-Bucht nach der Advent-Bay zu gelangen suchte, um Hiffe zu holen. Seine Begleiter, der Arzt der Expedition und zwei Norweger, habe er in der Wijde-Bucht zurücklassen müssen, da sie erschöpft waren; jetzt seien sie wahrscheinlich ohne Nahrungsmittel. Er selber habe am Weihnachtsabend Cap Tjordsen erreicht und dort sein letztes Stück Talglicht verzehrt: dann habe er ben Marsch über das Fjord fortgesetzt. Zweimal fei er eingebrochen, aber von feinem Hunde gerettet worden. Aus Mangel an Kräften mußte er feine Schneeschuhe und feinen Revolver schließlich zurücklassen. In der Advent-Bay mußte man ihm, so erzählt er, die Kleider vom Leibe schneiden, so sehr hatten seine Beine vom Frost gelitten. Sechs andere Mitglieder der Erpedition waren nach nördlick-er Richtung weitergegangen, um die zweite deutsche Expedition aufzusucheu. Von der Advent- Bay geht nun eine .Hilfsexpedition nach der Wijde-Bucht ob, wofür die Funkenstation alle möglichen Nettungsmittel bereit- gestellt hat. Zu den Nachrichten von dem furchtbaren Mißgeschick der deutschen Svitzbergen-Expeditivn werden noch folgende Einzelheiteii gemeldet: Der deutsche Hauptmann Ritscher, der nach drahtlosen Meldungen der Funfen-Telegraphenstation auf. Spitzbergen hilfesuchend auf dieser Station eingetroffen ist, ist Käpitan bei per Vvrexpedition des Leutnants S ch r ö d t e r - S t r a n tz , des Fühlers 'ber gesamten deutschen arktischen Expedition. Es handelt sich also nicht um eine selbständige Forfchungsrege Ritschers, sondern um die von Leutnant Schrödter-Strantz geführte Vorexpedition, die der Erprobung der zur Erforschung der Nordwestdurchfahrt dienenden Transportmittel und zur Ausbildung der Expeditionsteilnehmer dienen soll. Diese Vorexpedttion hatte am 3 August 1912 Berlin verlassen und sich nach Spitzbergen begeben. An der Expedition nahmen teil: als erster Osfizier Kapitänleutilant Sandleben, Dr. Mayer (München) als Geologe, Tr. Rüdiger für Ozeanographie, Dr. Detmers als Zoologe und der Botaniker Dr. Möser. Außerdem begleiteten die Vorexpedition Marinemaler Rave, Teckmiker Eberhardt und Präparator Schmidt. Der ärztliche Leiter der Expedition, Dr. Kohl, kehrte im September bereits nach Deutschland zurück. Kapitän Ritscher war früher Oberleutnant z. S. in der kaiserlickxm Marine, daun Land er im Dienste der Hamonrg Amerika-Linie. Im vorigen Sommer erlitt er in Johannisthal, Gieszener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. — Hagemanns Nachfolger. Geheimer Hofrat Max Grube in Meiningen ist zum künstlerischen Leiter des Deutschen Schauspielhauses gewählt worden. Ob Grube einen Hagemann ersetzen kann, erscheint uns sehr fraglich. Grube steht der mo dernen Literatur fast ebenso fern wie der modernen Regie. _ Ihm gilt vor allein das klassisclie Drama, wobei er auf geschickte Gruppierungen und farbige Bilder sieht. Im übrigen ift er reich au Erfahrung und Phantasie und ein tüchtiger Regisseur. Grube ist 1854 in Dorpat geboren, begann seine schauspielerische Tätigkeit in Meiningen. Er entwickelte sich zum guten ISIraraftcr«’ spieler — allerdings nur in kleineren Rollen — und kam über Leipzig und Dresden an das Kgl Schauspielhaus in Berlin. Bon 1890 bis 1905 waltete er dort als Oberregisseur, 1909 berief heute früh mittels Sonderzuges in das Hauptguartier nach Ha- demkoeij. lieber den Zweck der Reise, die amtlich verheimlicht wird, ist bisher nichts sicheres bekannt. Die Krupp'schen Kanonen. Tie Wiener „Reichspost" meldet aus Belgrad: Tie in Kragujewatsch abgehaltenen Schießübungen mit ben den Türken abgenommenen Kruppschen Kanonen ergaben überraschende Ergebnisse, Die Kruppschen Kanonen und namentlich die Munition sind vorzüglich und ausgezeichnet. Tie Fachleute können licht erklären, wie es kam, daß die türkische Artillerie so erfolglos die serbischen Truppen beschoß. Man nimmt an, daß die Geschosse wo er Flugunterricht nahm, auf einem Fokker-Eindecker einen leichten Unfall, von dem er sich wieder völlig erholte. Die in der Depesche genannte Advent-Bay befindet sich im Eis-Fjord auf West Spitzbergen, die Wijde-Bucht zwischen Neu-Fundland und Spitzbergen. Von einer dem Ehrenausschuß der deutschen arktischen Expedition nahestehenden Seite erhält unser Berliner -er-Mit- arbeiter folgende Mitteilungen: Die rasche Kunde von der Notlage der deutschen Vorexpedition auf Spitzbergen verdanken wir wieder einmal der Funkentelegraphie. Die Vorexpedition befindet sich zurzeit in Abteilungen verstreut an der Nordküste der Insel. • In Wijdebncht harren drei Mitglieder auf Hilfe. Von dort ist Kapitän Ritschel unter furchtbaren Anstrengungen über Kap Thordfen nach Advent- Bai gewandert. Und die Funkenstation von Spitzbergen,, die sich in der Nähe der Advent-Bai befindet, hat den Hilferuf in die Welt hinausgesandt. Tiefe Station liegt auf dem Ostufer von Green Harbour, in der Nähe der Walfänger-Niederlassungen der norwegischen Aktiengesellschast „Nimrod". In elektrisch-technischer Hinsicht kann sie nicht gerade als besonders günftig für drahtloses Telegraphieren bezeichnet werden. Aber aus anderen, rein Praktischen Gründen hat man sich für Green Harbour als den verhältnismäßig bequemften Platz für die Anlage entschieden. Gegenseitige Verbindung wird von dort ans innerhalb eines Radius von 1200 Kilometer am Tage und 2400 Kilometer nachts mit europäischen Stationen und Schiffen unterhalten. Es können aber auch Funkenstationen in Framkreich, England, Deutschland vernommen werden. Die großen Ereignisse der Außenwelt werden z. V. während der Wintermonate von der deutschen Station Norddeich her aufgeschnappt, die immer nachts 11 Uhr 30 Minuten Preßtelegramme ins Lustmeer hinaussendet. Früh-w war Spitzbergen neun Monate des Jahres von der Außenwelt vollständig abgeschnitten. Jetzt steht die Insel, wie man sieht, in ständiger telegraphischer Verbindung mit den Kulturländern. Die Station wird für die Zeit der deutschen H a u p t - expedition, die im Frühjahr des Jahres 1913 hinausgehen sollte, aber wegen des Schiffsbaues auf 1914 verschoben wurde, von größter Bedeutung werden. Leiter der Hauptexpedi- tion wird wieder Leutnant Schröder-Stranz fein, von dessen Schicksal man noch nichts weiß. Schröder-Sttanz beteiligte sich als Kriegsfreiwilliger am Feldzug in Südwestafrika und veröffentlichte dann das Buch ,,Süd-West-Kriegs- und Jagdfahrten", das große Anerkennung fand. Als Forschnngsreisender hat Schröder-Stranz Reisen nach Mittel-, Süd- und Nordamerika, den Westindischen Inseln und in die Nordländer unternommen. Seine guten Beziehungen und das Entgegenkommen der russischen OKlehrtenwelt und der Regierung erleichterten ihm die schwierigen Vorarbeiten für seine arktischen Forschungen. Ms Führer des Expeditionsschiffes ist Kapitän Berg gewonnen, der durch Fahrten in die nördlichen Gewässer reiche Erfahrungen besitzt. Kapitän Berg ist nicht bei der Vvrexpedition, sondern befindet fkch in Berlin. Das Expeditionsschiff, das jetzt erst in Auftrag gegeben wurde, ist ein kombiniertes Dampf und Segelschiff mit Eisverstärkungen. Die Kosten der Expedition sind einschließlich der itaDien, vor allem Frankreich und Italien haben erheblich ■ > nd vorläufig noch dagegen. höhere. In Deutschland kostete das Petroleum z. B. im 8 Türkisch er Ministcrrat letzten Vierteljahr 1912 dem Kleinhändler, unter Abrech- j ß rt .- , , r- . . """Z des 3»!ls, im Durchschnitt 11% ta Frankreich 16% L r>kr°W°bmmM G«L L°t"b-rÄ Italien gar 1 t ,2 P f g. auf den ^-ttcr. England ,uea ^ie Unterbrechung der Friedensverliandlungen gesckxiffcne kann bei der vorliegenden Betrachtung beiseite gelassen V >age Um 7 Uhr abends dauerte der Ministerrat noch fort, werden. Es ist das einzige europäische Land, in dem di^ \ er Kriegsminister und der Minister des Aeußern begaben sich machen, nach dein in Zukunft nur englische Gesellschaften ui der Petroleuniv ers0rgung des Landes beteiligt sein sollen. In Island ist die Einführung eines staatlichen Petroleummonopols bereits b'schlo'sen worden. Kommen größere Verbrauchsgebiete neben uns zu dem Entschluß, fick von der Beherrschung durch die Standard Oil Co. frei zu machen, so bedeutet das jedesmal eine neue Einengung der ungünstigen Möglichkeiten des Marktes. Es heißt da- ,cr handeln, so lange wir noch allein stehen, es heißt schnell, Ausland. Noch ein Säheldnell des Grafen Tisza. Tas „Berl. Tageblatt" meldet ans Ofen pest: Ter Präsident des ungarischen Abgeordnetenhauses Graf Tisza roiri)_ sich morgen oder übermorgen mit dem Grafen Szechenyi auf Säbel duellieren, der ihm schrieb, er hätte ihn neulich in der Tunkelheit nicht gegrüßt, wenn er ihn erkannt hätte. Die „Correspondenz de Roma" hat ihr Erscheinen eingestellt. In unterrichteten römischen Kreisen glaubt man, dies sei auf Befehl des Vatikans geschehen, bet die fortgesetzten den konst-fsionellen Frieden besonders Standard Oil Co. kaum die Hälfte des Marktes besitzt. Der Rest ist im wesentlichen in Händen der Europäischen Petroleum-Union. Das Jnselreich hat also wohl keine Ver anlassung, nach einer Aenderung feiner Situation bezüglich der Versorgung mit Leuchtöl zu trachten. Wohl aber wird dies vermutlich sehr bald mit dem einen oder dem anderen der Staaten der Fall sein, in denen der Druck der Standard sich noch weit stärker bemerkbar macht als bei uns. Es ist dies überall dort der Fall, wo die ameri- 1 kanische Trust gesell schäft bereits jetzt ohne Konkurrenz ist getreuer Ekckehart, bringen die Gönner der Standard Oil' Besonders ist Italien zu fürchten; cs ist ganz sicher voraus- Co. in der Presse und in den kaufmännischen Körper-i Zusehen, daß, namentlich auch unter dem Einfluß des deut schäften die ihnen von den Hamburger Rockefellerleuten' scheu Gesetzentwurfes, die öffentliche Meinung dort ni Balde in Deutschland gefährdenden Veröffentlichungen nicht mehr wünschte. Die fünf angeblichen Werber für die Fremdenlegion, die in Metz festgenmmnen worden waren, fmb, wie der Polizei- bericht meldet, nach ihrem polizeilichen Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sic hatten mit einem französischen Staatsangehörigen, der sich dem Militärdienst entzogen hat und einen deutschen Namen führte, verhandelt. Leute, die das Gespräch mit angehört hatten, glaubten, es handle sich um Werber für die Fremdenlegion und ließen sie feftnehmen. Bei dem Erscheinen der Polizei hatte sich übrigens die Gesellschaft dadurch verdächtig gemacht, daß sie insgesamt die Flucht ergriffen. 2lus Stabt und Land. Gießen, 8. Januar 1913. Die Verlegung der Bürgermeisterei in die alte Klinik. Die Stadtverwaltung hat morgen eine wichtige Entscheidung zu treffen. Zum drittenmal steht der Antrag auf der Tagesordnung, die alte Klinik für die Zwecke der städtischen Verwaltung und des Polizeiamts einzurichten. Wie Lei den früheren Beratungen macht sich auch jetzt wieder eine starke Bewegung gegen dieses Projekt in der Bürgerschaft geltend, die nach unserer Ansicht berechtigt ist. Durch die Verlegung der städtischen Aemter aus der inneren ' bis zur Nähe des Bahnhofs entstehen vielen Interessent weitere Weg" zu b n städtischen Aemtern, die nur teilweise dadurch aufgehoben werden, daß man in der alten Klinik fast alle Zweige der städtischen Verwaltung unter einem Dach vereiirigt finden würde. Ferner ivürde der Mietaufwand d'er städtischen Amtsräume wesentlich steigen. Zu den Erwerbskosten der alten Klinik, die nach Abzug des Verkaufspreises des Liebigslaboratoriums mit der bisherigen Verzinsung auf annähernd eine Viertel Million Mark anzunehmen sind, kommen die Umbau- und Einrichtungskosten, die, wenn das Gebäude anstatt seines jetzigen Kaseruenstils auch äußerlich seine neue Bestimmung erkennen lassen soll, wohl nicht viel weniger als die Erwerbskosten betragen werden. Die Stadt bekäme also für 400 000 bis 500 000 Mark ein altes Haus, das den steigenden Ansprüchen nur eine Zeitlang genügen würde. Der wichtigste Grund, die alte Klinik zur Bürgermeisterei zu benutzen, ist wohl der Wunsch, das jetzt zinslos dastehende Anwesen auszunutzen. Gewiß ist es keine Kleinigkeit, ein Viertel- millionen-Objekt leer stehen zu 'haben, aber hieran ist die Stadt selbst Schuld. War doch kürzlich ein Käufer für die alte Klinik vorhanden und der Verkauf scheiterte nur an einer von der Stadt gestellten unmöglichen Bedingung. Die B a h n v e r w a 1 t u n g war bereit, die von der Stadt geforderten 250 000 Mart zu bezahlen, aber daß sie auf die von der Stadt gestellte Bedingung, die oberhessischen Bahnen außerhalb des Stadtgebietes zu verlegen, nicht eingehen konnte, ist wohl jedem Einsichtigen klar. Die Verlegung der ober- heffischen Dahnen ist gewiß für die Stadt dringend wünschenswert, sie wird auch in absehbarer Zeit kommen, aber es war unangebracht, die Sache mit der Frage des Ankaufs der alten Klinik zu verquicken. Eine einsichtige Stadtverwaltung sollte doch, schon im Interesse ihrer Verkehrswünsche, Wert auf gute Beziehungen zur Bahnverwaltung legen. Diese werden durch solche Vorkommnisse gewiß nicht gefördert. Jedenfalls wäre es besser gewesen, das alte Gebäude ohne Verlust zu verkaufen, als es jetzt, entgegen dem Willen eines großen Teiles der Bürgerschaft, mit großen Kosten zum städtischen Verwaltungsgebäude umzubauen. Dem in dem jetzigen Bürgermeistereigebäude vorhandenen Raummangel könnte durch einen Anbau leicht und mit wesentlich geringeren Kosten abgeholfen werden. * * * Tageskalender für Mittwoch, 8. Jan. Stadttheater: ,S o ' n Windhund". Anfang 7 Uhr. • • Ordensangelegenheiten. Dem Wirklichen Geheimerat Krug von Nidda, der am 1. Januar in den Ruhestand getreten ist, wurde der Preußische Kronenorden 1. Klasse und der Russische St. Annen-Orden I.Kl. verliehen. — Der Groß Herzog hat dem Kammerherrn und Kreisrat Freiherrn Schenck zu Schweinsberg in Alzey das Hofdienst-Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre verliehen. * * Erledigt ist eine nut einem kath. Lehrer zu besetzende Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Dienheim. Mit der Stelle ist Organistendienü verbunden. ** Ausgabe von Schuldverschreibungen durch die Hessische Landes-Hypothekenbank. Der Hessischen Landes-Hypothekenbank, Aktiengesellschaft zu Darmstadt, wurde die Genehmigung zur Ausgabe von auf den Inhaber man ihn zum Leiter des Meininger Hoftheaters. Daß er hier Taten verrichtet hat, davon hat niemand etwas gehört. Von seinen literarischen Versuchen, seinen Dramen vollends, zu reden, erübrigt sich wohl ... In Hamburg hat man sich nach einem zweiten Alfred v. Berger gesehnt. Man dachte ihn zu finden, mdem man an einen Verehrer der Klassiker herantrat.. Aber Berger packte diese Klassiker doch auf seine eigene starke Art; Grube dagegen ist nicht mehr als ein Epigone und er wird — ichemt cs — auch einen Alfred v. Berger nicht ersetzen. . . forsch un gsergebnissevom Freiballon aus. Bwn Prwatdozenten der Universität Halle erreichten im Ballon auf der Fahrt von Bitterfeld nach Güstrow bei 3b Grad unter Null eine Höhe von über 7000 Metern. Es gelang ihnen, die Lautstärke der von der Erde ausgesandten telegraphilchen Zeichen zu messen. Sie machten weiterhin die Wahrnehmung über eine zurzeit vorhandene Atmosphärcntrübung 'J'" «'m n euen Wirkungskreis. Aus A. . roiw berichtet: Nacy dem Ablauf seiner Präsidentschaft wird Taft, nne etzt feststeht, feinen Wohnsitz in New Haven in Connecticut liehmen, wo er am Yale College einen Lehrstuhl anninrmt. Er hat bereits einen Freund beauftragt, ihm in Neiv vaven eine geeignete Wohnung zu suchen. Taft soll die sog> Kent-Professur erhalten. Tie Vorverhandlungen sind beendet, bei der nächsten Versammlung der Univerfitätsbehördcn wird Taft amtlich der Antrag gemacht werden, diese Professur zu übernehmen. Außerdem bereitet Taft Vorlesungen über inter- P-V lZn a l es R echt und über Verfassungsrecht vor; picfe Kollegs wird der künftige Professor in der Universität und in der iniiftifchen Hochfchule halten, wo er den Rang eines ordentlichen Profef,ors einnehmen wird. Mit der Kent-Professur ist ftir A.dTt enr festes Einkommen von 20 000 Mark verbunden, außcr- dein wird ilm von der Universität ttod) ein Professorengehalt ansgefetzt werben. . , ~ Knrze Nachrichten aus Kunst und Wissen- fchast. Sudermann erreichte bei ber Erstaufführung des d® u t c N R u f s gestern im Deutschen Schauspielhause zu Berlin em Dutzend vervorrufe. — Ein Ve.fahren u n m i ltel- barer Herz-Röntg en-Aufnahme ohne Veriven- bu n 8 von P Ia 11 en sofort auf Dromsilberpapier veröffentlicht Stabsarzt Lr V.etor Hufnagel in Bad Orb in der Münchener Medizin. Wochenfchrrst. Nach Angabe bc,< Verfassers bedeutet die Anwendung hochempilndllchcr Bromsilbervapiere eine sehr erhebliche Zeit- und auch Geldersparnis. Die Zeitersparnis würde namentlich bei schleunig zu bewerkstelligenden Aufnahmen im Kriege in Frage kommenlautenden und zu 4 vom Hundert verzinslichen Hypothekenpfandbriefen im Gesamtbeträge von 5 000 000 Mk. und von Kommunalschuldverschreibungen im Gesamtbeträge von 7 000 000 Mk. nebft zugehörigen Zinsscheinen erteilt. Die Rückzahlung ist bis zum 2. Januar 1923 ausgeschlossen. "Die Preise für Jagdwaffenpässc für Personen, die im Deutschen Reich keinen Wohnsitz ober dauernden Aufenthalt haben, sind durch eine Verordnung des Grobherzogs wesentlich erhöht worden. Für ein Jahr kosten diese Jagdwaffenpässe jetzt 100 statt seither 60 Mk. und für sieben unmittelbar auf einander folgende Tage jetzt 25 statt seither 15 Mark. ** Das 3. Abonnements-Konzert der Kapelle des Jnf.-Regts. »Kaiser Wilhelm* findet am Donnerstag, 16. Januar, statt. '* In der Herberge zur Heimat kehrten im Dezember 1385 Gäste ein (gegen 1361 im gleichen Monat des Vorjahrs), von denen 479 (833) die Herberge gegen Arbeitsleistung in Anspruch nahmen. Der Rest der Ein- kehrenden 904 (528) war Selbstzahler. — Tie Benutzuna der Herberge im letzten Vierteljahr stellt sich auf 3874 (3945) Gäste, von diesen wohnten gegen Arbeitsleistung 1135 (1591) Wanderer. Selbstzahler waren 2739 (2354) Gäste. Tie Fremdenzahl der Herberge stellt sich in den letzten fünf Fahren wie folgt: 1908 18 640, 1909 17 961, 1910 15 743, 1911 13 526, 1912 13 761. Der Rückgang der Herbergsgäste findet seine Erklärung dadurch, daß die Aufnahme zahlungsunfähiger Wanderer in der Herberge an erschwerte Bedingungen geknüpft ist. — Im Arbeitsnachweis der Herberge waren im Dezember 71 offene Stellen angcmeldet, von denen 60 durch 28 Handwerker und 32 ungelernte Arbeiter besetzt werden konnten. 47 wurden in Gießen und 13 auswärts untergebracht. ** Wilhelm Ebender verhaftet? Schon längere Zeit trieb sich ein junger Zigeuner und eine ältereFrau in ber Gemarkung Drais bei Mainz herum. Am Freitag fand nun ber Feld schütze Wolf in einem Strohhaufen ein Bündel Lumpen, Kleider und Bettzeug, das er in seinen Hof bringen ließ. Am Abend sah er nun auf der Chaussee jemand, der scheinbar etwas suchte. Wolf ging aus ihn zu und redete ihn mehrmals an, bekam aber keine Antwort. Dann fragte Wolf, ob er vielleicht sein Bett suche, was er bejahte. Der Feldschütze sagte ihm, daß das Bündel auf seinem Hose liege, er solle ihm folgen. Ohne ein weiteres Wort raffte er seine Sachen zusammen und ging schleunigst davon. Wolf machte seiner Behftde Mitteilung, woraus ihm ber Bescheid wurde, er solle den Landstreicher bei ber Gendarmerie anzeigen. Am Sonntag vormittag trafen zwei Gen- darme mit Hunden ein, £ie sich sofort mit dem Finther und Traiscr Feldschützen auf oie Suche machten. Man fand den Landstreicher in einem Spargel Häuschen schlafend. Ta er sich einer Ilebermacht von vier Personen gegenübersah, ließ er sich ruhig verhaften. Das Signalement des Wilhelm Ebender paßt genau auf den Verhafteten, wenngleich dieser leugnet, ber Ebender zu sein. Aus die Ergreifung der Gebrüder Ebender ist eine hohe Belohnung ausgesetzt, die erst vor einigen Tagen auf 5000 Mark erhöht wurde. Landkreis Gießen. ---Daubringen, 8. Jan. Am Sonntag hatte der Turnverein Daübringen Jahresschluß. In der ftarf besuchten Versamrnlung wurde vom Vorsitzenden Jahres festgestellt, daß der Verein im abgelaufenen Jahre wieder eine Zunahme seiner Mitgliederzahl verzeichnen konnte und das verregnete Bezirks turn fest einen Ueberschuß von etwa 150 Mk. brachte. Die Vorstandswahlen ergaben nur unwesentliche Aenderungen. Anstelle der seitherigen Turnwarte wurden durch Zuruf W. Erb und K. Geißler bestimmt. = Climbach, 7. Jan. Hier ist der seltene Fall zu verzeichnen, daß 1912 keinTodesfalt vorgekommen ist. Es hat eine Beerdigung stattgefunden, doch war der Verblichene auswärts gestorben. Kreis Friedberg. § Bad-Nauheim, 7. Jan. Die heutige Veranstaltung deS Vortrags-Vereins im Sprudel-Hotel war ein Klavier- und Liederabend. Man hatte zwei namhafte Künstler für den Abend gewonnen: Hans Bruch-Köln, den Sohn des früheren Kapellmeisters unserer Kurkapelle, für Klavier, und Dr. Fritz Hopf-Berlin, der mit seiner vollklingenden Baßstimme eine Reihe von Liedern in feinsinniger Auffassung vortrug. Beide Künstler ernteten lebhaften Beifall. Starkenburg und Rheinhessen. sc. Darmstadt, 7. Jan. Das Liebig-Denkmal vor den alten Bahnhöfen wurde gestern vollständig abgetragen. Ein neuer Standort für das Denkmal ist noch nicht bestimmt. fc. Heppenheim a. d. Bergstr., 8. Jan. „Gold in Plättchen" wurde in Heppenheim bei ber Bohrung eines Brunnens durch den Elektrotechniker Weibenbach in dessen Hof- reite in der Poststraße gefunden. In einer Tiefe von sechs Metern bemerkten die Arbeiter im ausgeworfenen Sand gelbglänzenbe kleine Plättchen von Linsengröße, die von Kennern als reine Goldblättchen angesprochen wurden. Als die Bohrungen bis auf zehn Meter fortgesetzt wurden, kamen die Plättchen in großer Anzahl zum Vorschein. Die fachmännischen Untersuchungen haben in dem Saude Spuren von reinem Golde neben Glimmer festgestellt. Doch ist das Vorkommen zu geringfügig, um die Ausbeute lohnend zu gestalten. W. Mainz, 7. Jan. Leutnant Kettler vom Fuß- arrillerie-Regiment Nr. 18 hat heute nacht in seiner Wohnung am Stephans'berg durch einen Schuß in den Mund Selbstmord verübt. Kettler ist der Sohn des früheren Mainzer Stadtkommandanten General Kettler, der jetzt in Wiesbaden wohnt. Die Ursachen, die zu der Tat Veranlassung gaben, sind unbekannt. Mainz, 7. Jan. Justizrat Dr. Eduard L u z i u s ist heute vormittag im Alter von 59 Jahren gestorben. Tr Luzius war einer ber angesehensten Mainzer Anwälte, ein außer- orbentlich sympathischer Manu unb seit langer Zeit ein cinsluß- reickfes Mitglied der evangelischen Lanbessynodc, in ber er Berichterstatter für Rheinhessen war. — Ter hier int Ruhestand lebende Gymnasialobcrlehrer Prof. Dr. Karl Ludw. Schall ist, 79 Jahre alt, gestorben. Hessen-Nassau. — Franken b ach, 8. Jan. Am Sonntag abend hielt der Gesangverein Teutonia seine Jahres- v e r s a m m l u n g ab. Nach dem von Wilh. Wack erstatteten Kassenbericht hat der Verein trotz der großen Ausgabe für die neue Fahne einen Kassenbestand' von 50 Mk. Werkmeister Ernst Gruber wurde zum Präsidenten und Wilhelm Wack II. zum Kassierer gewählt, ferner Ludwig Danaes, Jost Gerlach, Wilh. Leuser und Ludw. Wack in den Vorstand gewählt. — Am 1. April siedelt der Vereinsdirigent, Lehrer Karl Debus, nach Frankfurt über. Hanau, 7. Jan. Der Typhus im Eisenbahn- Regiment Hot wieder ein neues Opfer gefordert. Der Pionier Schell Haas aus Burgsolms im Kreise Wetzlar ist heute gestorben. Im ganzen sind noch 177 Mann krank. = Frankfurt a. M., 7. Jan. Ter Klub für Landwirte hielt beute hier eine Sitzung ab. Der Vorsitzende, Oeko- nomierat Hoffmann, Hof-Güll, gab einen Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Hierauf hielt Kreisveter^närarzt Dr. K n e IT - Gietzen einen Vortrag über das neue Reichsviehseuche n- gesetz: Anzeigepflicht, Viehhandel, Tuberkulosebekämpfung, stacck- ltche Entschädigungen, Strafbestimmungen. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen über das Ostertagsche Tuber kulosebekämpfungsverfahrcn beim Rinde, bas darin gipfelt, baß alle Tiere mit offener Tuberkulose ausgeschieben >derben und die Aufzucht der Kälber derart gestaltet wirb, daß sie seuchenftxi bleiben. Gießener Strafkammer. • Gießen, 7. Januar. Unbegründete Berufung. Der Tierarzt Karl M. in Hoheneiche, Kr. Eschwege, war vvm Schöffengericht Laubach wegen fahrlässiger Körperverletzung und raschen Fahrens mit seinem Automobft in eine Geldstrafe von 80 Mk. genommen worden. Er hatte im Juni l. Js. am Bahnhof in Ruppertsburg den Landwirt K. L. toton Gonterskirchen angefahren unb dabei erheblich verletzt. Die Strafkatmner betätigte bas erste Urteil. Milchfalsch ung und Betrug. Die Angeklagte, Witwe L. P. in Nidda war tnmt Schöffengericht Nidda wegen fahrlässiger Nahrungsmittelfälschung mit einer Geldstrafe von 10 Mk. bestraft worden, weil sic Milch verkauft hatte, die stark mit Wasser vermischt war. Sie will in ber Eil unb versehentlich gehandelt haben. Während bas Schöffengericht dieses Vorbeugen für nicht widerlegt ansah, erachtete die ^ttai kammcr die Angeklagte der wissentlichen Nahrungs mittclfalschung und des Betrugs für überführt und ver urteilte sie zu einer Geldstrafe von 100 Mk., falls uneinbringlich, zu 20 Tagen Gefängnis. Pfandveräußerung. Zu drei Wochen Gefängnis war der Landwirt S. H. III. In Sanier verurteilt worben, weil er ein gepfändetes Kalb verkauft und dadurch ber Versteigerung entzogen hatte, obwohl ihn ber Gerichtsvollzieher auf bie Strafbarkeit einer solchen Tat auf merksam gemacht hatte. Zu seiner Rechtfertigung behauptet ber Angeklagte, er habe bas Tier zur Zeit ber Pfändung bereits verkauft gehabt unb deshalb die Pfändung für ungültig gehalten. Da diese Behauptung indessen durch den Käufer des Tieres nicht bestätigt wurde und auch der Glaube an bie Ungültigkeit ber Pfänbung rechtlich nicht zu beachten ist, wurde die Berufung verworfen und das erste Urteil bestätigt. Wegen Viehseuchenvergehen angeflagt sind: der Viehhändler A. S. in Gambach, der Vieh Händler H. H. in Düdelsheim unb der Schäfer N. S. in Wenings. S. wurde zu 15 Mk. verurteilt, weil er Vieh in Gambach aus geladen hatte, ohne es anzumelden. Die beiden anderen hatten eine Schafherde von Wenings nach Wolf im Kreis Büdingen befördert unb dabei eine Anzahl viehseuchenpolizellicher Vorschriften übertreten. Strafe gegen Sch.: 10 Mk., gegen H. als den Auftraggeber: 20 Mk. I u Abwesenheit des Angeklagten wurde gegen den Landwirt A. H. Sch. in Dorheim verhandelt, der auf seinen Antrag vom Erscheinen in der Hauptverhanblung entbunden war. Er hat zugestanden, Vieh in seinem Stall in Dorheim eingestellt zu haben, ohne cs angemeldet zu haben. Strafe: 15 Mk., falls uneinbringlich, drei Tage Gefängnis. Vermischtes. * Seltsam'er Unglücksfall. Auf der Station Varnsbeck (Schwebebahn) bei Elberfeld geriet ein älterer Mann zwischen zwei Wagen. Er klammerte sich in seiner Angst an eine schmale eiserne Leiter, die zu dem Dach des Wagens führte. Ehe die Notbremse gezogen werden foitnie, stürzte er in die Wupper. Ein Soldat rettete ihn von dem Tode des Ertrinkens; je>doch erlitt der Verunglückte Rippen brüche und einen Armbruch. * Der flüchtige Defraudant Weber ans Braunschweig, ber, wie gemeldet, in Gemeinschaft mit dem Bankbeamten Aurbach das Bankhaus der Gebrüder Lübbecke um 450 000 Mk. schädigte, wurde, wie die „Braunschweig. Landes- settung" aus zuverlässiger Quelle erfährt, in Ofenpest festgenommen, wo er sich unter dem Namen eines Kaufmanns Färber aus Wien aufhielt. Weber war vor einigen Tagen nach Ofenpest gekommen. Er verließ während ber ganzen Zeit fein Hotelzimmer nicht, da er sich Geheimpolizisten gegenüber, die ihn in Verdacht hatten, nicht ausweisen konnte. Auf Ersuchen des Braunschweiger Untersuchungsrichters wurde Weber gestern abend verhaftet. Er gestand sofort. * Seenot. Der Passagierdampser „Mecklenburg", der zu den Dampfern gehört, die den täglichen Passagierverkehr zwischen England und Holland versehen ist, wie einer der Mitfahrenden berichtet, am Dienstag früh infolge plötzlich aufgetretenen Nebels dicht vor der Hafeneinfahrt von B l i s s i n g e n auf den Damm ausgelaufen, ber den Hafen vom Meer abtrennt. Die Passagiere wurden ausgeschifft. Die Lage des Dampfers ist sehr gefährlich. — An der Einfahrt des Kieler Hafens ist der mit 5500 Tonnen Zinkerz beladene, von Cartagena nach Stettin bestimmte ftalienische Dampfer „Confidenco" gestrandet. Kleine Tagerchronik. Infolge Versagens der Bremse stießen in Saar- brücken zwei Straßenbahnwagen mit je zwei Anhänger zusammen. 15 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie aus Brest gemeldet wird, signalisierte der deutsche Dampfer „Krefeld" mittels Funkenspruch, daß er auf offener See ein von der Mannschaft verlassenes Fischerboot des Hafens von Morlaix gesichtet habe. Das Schick- saal der Mannschaft ist unbekannt. Märkte. fc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 8. Jan Aiisaetrieben waren 1273 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 ker Lebendaewicht 68.50—70.00 Mk., Schlachtgewicht 87.00 — ^9.00 Mk., vollflcischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 67.0o-69.00 Mk., Schlachtgewicht 8 -8 JO Mk.: voll fleischige Schweine von 100—120 k? Lebendgewicht 68.00—70.00 Mk., Schlachtgewicht 87.00—89 Mk.: vollsteischtge Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 68.' 0-79.00 OTf Schlachtgewicht 87.00—89 Mk. Geschäft rege, bleibt Ueberstand. fe. Frankfurt a. M., 7. Jan. Heu- und Strobmarkt. Angesahren waren 12 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt wurde iur re» 3,2<)—3,50 Mk., Stroh l.Kornlanqsirohl 2.50 0.00 Mk. Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschäft ruhig. Die Zufuhren waren aus den Kreisen Oberlaunus, Hanau und Tieblirg. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdicnststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen ftir Donnerstag, den Zan. 1913: Wechselnd bewölkt, höchstens vereinzelt leichte Schneesälle, kalt. Letzte 2T(i dir ich rett. Spanien und der Vatikan. Rom, 8. Jan. (Priv.-Tel.). In vatikanischen Kreisen verlautet, daß zwischen dem Papst und der spanischen Regierung ein lebhafter Telegrammwechsel im Gange ist, der auf die baldige Wiederbesetzung der spanischen Botschaft am Vatikan und der päpstlichen Nun- tiation in Madrid schließen läßt. ^ärarzt sv. . ,fh -"'fhitn«!. >r"ss. ht, «tt^55555^* ^n. 7. rang. ***■ ^-Echsvkq,' . tarn n «ne y^".S and !"n"n' »-Wtz ^■tug. *U nt El"“1 nner en6 bog X'.n..öeT 6ik “• A»i' HenT.t™ ®k«i- ks, «fliz"“® vn- *jä §r °n Wung bereits SdMlten VcjrtT dü Xiats mdit n blc Ungilhgteit btt Sntschlietzung! Die unterzeichneten Vereinigungen richten in letzter Stunde an die gewählten Vertreter der Bürgerschaft die dringende Bitte, der drohenden Verlegung der städtischen Aemter in das alte Krankenhaus ein energisches: „Nein!" entgegen zu setzen, da nach ihrer begründeten Ueberzeugung dies nur unter schwerster Schädigung der überwiegenden Mehrheit der Bürger möglich wäre. Wir geben uns der Ueberzeugung hin, datz die verehrlichen Stadtverordneten bei sachlicher Ueberlegung zu der Erkenntnis kommen, datz, ohne einen Stadtteil zu bevorzugen, oder zu benachteiligen, ein derartiges Institut in zentraler Lage erhalten bleiben mutz. • D-/. Bezirksvercin Nord-Ost. Bezirksvercin Ost. Das Bürgcrkomitee allen Teilen der Stadt. ergehn m Sambach, der Sieh- in Hunbach aus- : baba anbertn hatten 1 2® Em- Tübingen -•tbmDorijtiliificr $Op 10 51 gegen h als ngelhgten in lindem verhandeü, i bei bauAverhandlung id) in '« 3tali in aitnemdbtt ;u haben. in tage GeiLngms. . Auf der Station re'D gerier ein älterer nunerre sich in seiner die zu dem Tcrch des nogm meiden konnte, .vttetr chr von dem bnntgließt ffyüejr- ? tbet aus Braunen r.u vtm Vani- brühet Üöbbede um Hiaunichweig. Landes- , in c senv^si sesige- < ^annnann» Färber mgen lagen nach Ofen- • Titten 3eit sein Hotel tot gegenüber, die ihn jjttf für En'llchen des ’be Leber gestern abend ,.Ner gegen li Urkomische Posse Großes spannendes Drama in 3 Akten von sensationeller Wirkung. Große Gießener Karnevalgeseüschaft 1911 t Sonntag, den 12. Januar 1913, nachmittags 5" Uhr: teile De- ued Mei-tag in der Narrballa (Katholisches VereinshauS) Frankfurter Straße, Ecke Liebigstraße. v8/1 Kmevalistische Vorträge • Wer • Tanz Eintrittspreise im Vorverkauf M. 1.—, an der Kasse 9)L 1.20. Numerierte Plätze in beschränkter Auswahl im Börverk. zu M. 2 — *x nur bei Herrn Todt, Plockstr., erhältlich, an der Kasse SAIL 2.50. Mitglieder geg. Vorzeigung des Sternes freien Eintritt, in denZig.-Geschästen der Herren Schaarmann, Sinbenvl.; G. Todt, Plockstr.; 4?UlUulull| G. Zonmag, SeUerSwcg; I. Friesleben, Bahnhofstr.; S. Loeb, Bahnhofitr.; Friseur Stier, dienen Bäue; Friseur .^utt, Ludioigstr.; Alex. Salomon L Cie., Schulstr. Deutscher llljr pimltlidi, in der großen Universitäts-Aula IV. öffentlicherVortrag Herr Ingenieur Emil Fromholz-Dortmuud „Krupp unb feine Werte" mit Lichtbildern. [v6/, Eintrittskarten sind zu 1 Mk. abends an der Kasse zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Halste. Garderobe ist abzugeben, Gebühr 10 Psg fimihnnniiifificr Tscrtiit. Mimnerbmrm. IWWWFWWWI Merklilb„Sllssla" Samstag, 11. Januar Maskenball in StcinS Garten. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Einladungskarte. Damen,welche sich maskieren, wollen Einzelkarten Schott- straße 7 p. abholen. 2181 Der Vorstand. tahnmiWr $min wcililiiiicr Angestellter. 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