’,n3-M - Rückzug der Bulgaren an der Tschataldscha Linie V. »stücke. I Blatt 1314: Alen über dem türkischen redeten Flügel wurden beute von u r en Seftininniw 913. echte und rcd)tc .Stunftfertixjfeit der Arbeit, die sick) ihres eigenen Sinns bewußt ist, tritt uns heute noch auf Schritt und Tritt entgegen. Ein Beweis hierfür boten die zum Schlüsse vorgeführten Lichtbilder, welche kostbare Schnitzereien, ganze Straßenzüge, ein- zelne Gebäulichkeiten aus den verschiedensten Perioden, sowie kunstvoll gearbeitete Türen und Gartenhäuser zeigten. 17,260 t : IM t; ’ 22Pt 6.M t 1,665 t , 561 307 1 „go^leneinhti' i bis spiW Uhr, an um mara-Meer, sozusagen durch eine Hintertüre in Besitz gekommen haben. Die Bulaareu sind auf den alten Römer- brücken über die Buchten des Marmara-Meercs g ekommen. Byzantinische Mauern und Ruinen ziehen sich dort an den Ufern hin. Auf den Vorgebirgen und an den Häsen liegen Ansiedlungen wie die Stadt Rod osto (türkisch Telir-Dagh) mit 20 000 meist griechischen Einwoljucrn. lieber das gleichnamige Gebirge marschierten sie dann an die Mündung der Dardanellen ins Marmara-Meer, vor die Stadt Gallipoli mit ihrem weithin sichtbaren, auf einer Klippe ragenden Leuchtturm. An dieser schmälsten, fünf Kilometer breiten Stelle ist die Halbinsel Gallipoli durch die Linie von Aelair (3 Forts, Viktoria, Napoleon und Sulanije zu je 15 bis 25 Geschützen und mehrere Zwischenbatterien, eine Stellung für 20 000 Mann und 100 Geschütze berechnet) gesperrt. Die Befestigungslinie von Bulair ist nach bulgarischer Meldung erobert. Der Fall von Gallipoli, das 15 Kilometer davon entfernt liegt, steht bevor. Die Bulgaren betrachten, sich bereits als die Herren der europäischen Küste des Marmarti-Meeres. Bald wird auch die Insel Marmara, die im Altertum Prokonnesos hieß, in den .Händen der Verbündeten sein. 12 000 Menschen, meist Griechen, wohnen auf dieser Insel in ivohlhabenden Dörfern, Noch heute ist sie reich an dem Gestein, das ihr den Namen gab, cm Marmor. Außerdem liefert sie viel Wein, Getreide und Oel nach Konstantinopel. Von hier bis zu den berühmten Prinzeninseln ganz in der Nähe Konstantinopels ist nur noch eine kurze Meer- fahrt. Prinzeninseln heißen die roten Gestade in dem tiefblauen Meer seit bizantiuischer Zeit, weil damals in Ungnade gefallene Prinzen, Prinzessinnen und Kaiserinnen in die dortigen Klöster verbannt wurden. Auch entthronte Kaiser, die man blendete, wurden dort gefangen gesetzt. Jroti, Arttigoni, Chalki und Prinkipo sind die größten Inseln. Prinkipo, einer der vornehmsten Kurorte Klein- «siens, ist auch der strategisch wichtigste Puukt, der für Lie bevorstehende große Entscheidung die Basis abgeben Dürfte. Als 1877 Zttißlands Heer vor den Toren von Kon- ffrantinopel lag und jeden Augenblick bereit schien, das «lte Byzanz zu erstürmen, warfen die englischen Schiffe Wei Prinkipo Anker, um nötigenfalls sofort eingreifen zu können. Mit leisem Grauen entdeckt man jetzt die Aehn- Ilichkeit der kommender Lage. Die erste europäische Flotte, die durch die Dardanellen und das Mar- niiarameer kommend vorKonstantinopcl erschien, war 3ic der Christlichen Liga, die sich gebildet hatte, als der len besetzt, deren Streif Patrouillen mit den zurückgehenden Bulgaren Fühlung hatten. Man glaubt, daß der Rückzug der Bulgaren den Zweck hat, der durch die geplante Landung türkischer Truppen bei Rodosto vorgesehenen Flanken um ge- Hütten gefunden wurden, von welck)eu einige Proviant für zwei Monate enthielten. Sie hielten sich wegen der Dunkelheit und des Sturmes in den Hütten auf. Zwei Norweger sind freiwillig in der Wijdebucht bei Dr. Rüdiger zurückgeblieben, der wegen seiner erfrorenen Gliedmaßen den Marsch nicht fortsetzen konnte. Bei keinem Mitglied der Expedition sind Anzeichen von Skorbut vorhanden. Ritsdzer orfroren die Finget der rechten Hand und beide Fersen. Mehrere Zehen müßten in den nächsten Tagen amputiert werden. Sein Befinden ist gut. Die Hilfsexpedition wird am 20. Februar zurückerwartet. * Tas Geheimnis der Narkose. Warum wirken die narkotisck)en Mittel betäubend? Diese Frage hat schon alle möglichen Deutungen erfahren. Wie im Jamiarhest der populärmedizinischen Monatsschrift „Hyg" «Verlag Volksmedizin, Münd)en> berichtet wird, haben die narkotisierenden Stoffe, wie Chloroform, Aether usw. anscheinend eine größere chemische Verwandtschaft zu den Gehirnzellen, als der lebenspendende Sauerstoff. Diese betäubenden Mittel halten, da sie fid) selbst mit der Substanz der Zellen verbinden, den Sauerstoff von denselben ab und ersticken also in gewissem Sinne die Gehirnzellen. Damit erklärt sid) auch die Tatsache, daß nach einer Narkose die Zufuhr reinen Sauerstoffs die Erscheinungen gewöhnlich schnell beseitigt, weil die erwachenden Zellen gierig das belebende Element an sich reißcm und dann ihre Funktionen wieder aufnehmen. In der letzten Zeit häufen sich übrigens die Bersud>e, eine Narkose ohne Anwendung von chemischen Mitteln durch den elektrischen Strom herbeizusühren. Man verwendet dazu einen Strom mit ungeheuer- raschen Wechselzahlen (Lednescher Strom), welcher, ins Gehirn geleitet, eine schnelle Betäubung verursacht. Wahrscheinlid) leidet aud) durch diesen elektrischen Vorgang die Sanerswffver- sorgung oder es wird möglicherweise der ganze elektrische Apparat des Gehirns mit seinen schwachen Strömen durch diese,: vibrierenden Wechselstrom gestört. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- sch ast. Die Medizinische Akademie in Turin hat soeben den Wettbewerb für die 13. Preisverteilung „Niberi" über 20 000 Lire, eröffnet, für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiete der me- dizinischen Disziplinen int allgemeinen. Auskunft erteilt das „Sekretariat der Mademie, vürPo 18, Turin ". — Zum Direktor d er Dents ch en Bü d)er e i des Börsenvereins der deutsckxm Buchhändler zu Leipzig wurde Dr. Gustav Wahl, Bibliothekar der Wenden berg ifd>en Bibliothek zu Frankfurt am Main ernannt. Er wird sein neues Amt spätestens am 1. Juli d. I. ntttreten. — Die Hebung der Ausfuhr deutscher Lehr- und Lernmittel nach China bildet den Beratungsgegenstand einer vom Börsenverein der Deutsck)en Buchhändler einberufenen Konferenz, die am 12. März d. I. int .Buchhändlerhause zu Leipzig ftattftnden lvird. iltn k derv^.. h ung zu entgehen. Die Landung, die angeblich von Enver Bey vorbereitet werdet: soll, würde durch die aus den Dardanellen herangezogenen Linienschiffe „Mttssudije" und „Assar-i-Tewfik" gedeckt lvcrden. Das „Berl. Tagebl." meldet auch schon aus Konstantinopel : D e n Türken gelang es,beiRodostounter den: Schutz der S chi f f s g e s ch ütz e Truppen zu landen, die etwa eine Division stark sind. Das türkische Blatt „Tachydromos" will wisset:, daß in: türkischen Lager bei Hademiöj an der Tschataldschalinie zwei bulgarische Unterhändler zwecks Wiederaufnahme der V er h andlungen eingetroffen seien. Bulgarische Truppenabteilungen haben die Ortschaft Jzzedbinköi sowie einige andere in ihrer Gewalt befindliche Dörfer an der Tschataldschalinie in Brand geleckt und sind von der Tfchataldschalinie wieder abgezogen. Auf Rekognoszierung ausgesandte türkische Abteilungen bei Gallipoli haben die Anwesenheit feindlicher Streitkräfte in ziemlich bedeutender Stärke festgestellt. Bulgarischer Sieg aus Gallipoli. Sofia, 6. Febr. (Meldung der Agence Bulgare.) Die türkiische Armee vor Gallipoli ist gestern von den Bulgaren südlich vom Flttsse Kawak geschlagen warben und zog sich, von den Bulgaren verfolgt, in großer Unordnung auf Bulair zurück. Durch diesen Erfolg ist fast die ganze Küste des Maramameeres bis Bulair in den Händen der Bulgaren. lieber die Kämpfe am 4. Februar wird aus Konstantinopel amtlich genteldet: Der Feind, der mit einen: Teil der Streitkräfte im Gelände von Gal l'i- p o l i steht, verschob mehrere Regimenter von Kadikoei gegen Kawak, wo eine türkische Abteilung stand. Es kam zu einem Kampfe, der bis zum Abettd andauerte und zu unser e n G u n st e n e n d e t e. Bei Einbruch der Nacht zogen sick) unsere Truppen geinäß den vorherigen Befehlen auf Bulair zurück, ohne daß der Feind sie verfolgen konnte. Eine andere feindliche Abteilung rückte gegen Myriophito am Marmarameere vor und besetzte den Ort, der nur von einigen Gendarmen beschützt war. — Die Korvette „Za- b a f" fügte den in der Richtung auf Scharkoei vorrücken- den feindlichen Streitkräften ernste Verluste zu. Der Feind konnte, über Kamilo hinaus nicht vorrücken. Aus Sofia meldet das „Berl. Tgbl": Auf her Halbinsel Gallipoli haben die Bulgaren die Höhen von Esmekl: eingenommen. Das türkische Heer bei Gallipoli soll schwere Verluste erlitten haben. Die „Voss. Zeitung" erfährt aus Konstantinopel: Nach Erzählungen flüchtiger Frauen wurden die B u 1- garet: von den Türken bei Kawak, mehrere ©tim* bett von Gallipoli, vertriebet:. Das Bombardement Adrianopcls dauert nach einer Meldung aus Konstantinopel fort. Die Zahl der getöteten und verwundeten Zivilisten ist anscheinend groß. 75 Personen kamen in den Fl an:m e n der brennenden Häuser um. Die Bulgaren haben in dem Bestreben, die drahtlose Verbindung mit Konstantinopel zu vernichten, die „Sultan-Selim-Moschee" beschossen, von 'd'eren vier Minaretts zwei zerstört wurden. Dio Funkenstation befindet sich jedoch utcht auf der Moschee. n..Qufgeforbtt. Die Aushebus. Recht der Li $ versteige 12. A 8 9Qbt^ 7 QtWeIfe Ä glaubt Feststellung und bei Rechten Alt-Lauterbach. Gießen, 6. Febr. In: Auftrage der Hessischen Vereinigung für Volkskunde (Ortsgruppe Gießen) sprach vor einer zahlreichen Zuhörerschaft Oberlehrer Como-Lauterbach über Alt-Lauterbach. Der Vortragende gab zunächst in großen Zügen ein geschichtliches Bild der Stadt Lauterbach, deren Entwickelung sich gemäß der -übgeschlossenen Lage und bcsoitderen in Betracht kommenden Verhältnissen recht eigenartig gestaltete. Bonifatius, von Fulda kommend, gewinnt die Bewohner dem Chriitentum, und leit dieser Zeit bestehen zwisckten den beiden Städten durck) viele Jahrhunderte lundurd) enge Beziehungen, die sick, erst mit der Ein- Mrung der Reformation in Lauterbad) mehr und mehr lösen. Durch 'die Verleihung des Marktrechts gewinnt Lauterbad) an Aedeutung. An der Spitze stehen die Patriziergeschlechter, aus jenen der Rat der Stadt, sowie der 1. und 2. Bürgermeister oewählt werden. Einen bedeutenden Einfluß gemimten ferner die Kittergeschlechter, die sid) hier schon frühzeitig niedergelassen toben. Tie Herren von Eisenbad) besaßen die Gerichtsbarkett in Ztadt und Land, und 1691 traf das Reichskammergericht eine Entscl-eidung, wonach den Freiherrn von Riedesel die Herrschaft über die Stadt zustand, die sie bis 1806 ausübten.^ Im Laufe der Jahrhunderte hat sich in dem Städtchen eine eigenartige K u n st entwickelt, die sich beim Bau der schönen wtischen Kirche und der Ausführung der Häuser, sowie der einzelnen Werk-Teile zeigt und von einer gediegenen Ausbildung les Handwerkerstands beredtes Zeugnis ablegt. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Stadt ganz auf fick) angewiesen war, linem- Baum vergleichbar, der auf einem .^ld wächst, trotzdem über neue Sprossen treibt und lebensfähig ist. Tw lief) allerorts bildenden Zünfte zeigten gerade in Lauterbach ein äußerst iestes Gefüge und bestanden iwch, als man sonst längst ntcl)t mehr m sie bnd)tc. Sie haben durck) die Strenge ihrer Vorschriften zur vebung deS Handwerks in jenen Zeiten ihr gut Teil beigetragen. Es gab im ganzen 19 Innungen in Alt-Lauterbach, vonchenen die Zunft der Weber die weftaus stärkste war: sie zählte 272 Meister, fie alle gleich Rechte und Pflickften hatten. Nach den Webern lamen der Zahl nach die Häfner imd die Weißbäcker, aber auch Färber gab es, Messerschmiede, Büchsenmacher und andere Gewerbe, die reid)lid) blühten. Eine wesentliche Förderung sanden ne Bestrebungen tüchtiger Meister durck) die Unterstützung, die ihnen die Patrizier gewährten, die nicht selten ihr Heim in ge- ichmackvoller Weise misstatteten, mitunter sogar fremden Knnst- verken Eingang gewährten. Aber auch über Alt-Lauterbach kamen neue Zeiten, Aue dten Einrichtungen und Bräuche, die alte Bauart, sie mußten neuen Anschauungen weichen, aber die frühere Eigenkultur, die litiigT eriülien für hi ehördeniiMZ n 1. Avril 1911 abe des Erßi (uni 1893, ! f rden. Die & kf. Strindbergs Testament. In den schwedischen Zei- tungen wird jetzt der Worllaut von Strindbergs Testament veröffentlicht. Es ist kurz und charakteristisck) und erweckt als das letzte irdische Wort des großen schwedischen Dichters ein eigenes Interesse. Strindberg verordnet: „Mein Leichnam soll nicht obduziert noch ausgestellt werden. Nur die Nächststehenden sollen Erlaubnis erhalten, ihn zu sehen. Eine Totenmaske oder eine Photographie danach darf nicht hergestellt werden. Ich will um 8 Uhr des morgens direkt zu Grabe gebracht werden, damit die Ansammlung von Neugierigen vermieden lvird. Keine Beisetzung von der Grabkapelle aus) noch weniger von der Kirche. Ich will auf dem „Neuen Kirchhose" begraben sein, aber nicht in der Abteilung der Reichen, diesem Eitelkeitsmarkte. Am Grab soll nicht gelungen, gespielt und gesprochen werden. Der Priester soll nur das Ritual erfüllen und keine Personalien vortragen. Mein letztes Dienstmädchen, Mina Böklund, soll am Begräbnistage 500 Kronen erhalten. Meine Erben sollen natürlich meine Schulden bezahlen, vorher aber die Beweisstücke dafür genau untersuchen, da man in den jüngsten Jahren mich für bereits bezahlte Betrüge hat in Anspruch nehmen wollen." - Eine Hans Sutter-Ausstellung soll zu Ber- kausszwecken am 8. und 9. Februar int Ausstellungsgebäude der Künstler-Kolonie in Darmstadt stattsinden. Der in Karlsruhe wohnende Maler, ein Schüler Trübners, hat seine Bilder und Zeichnungen zur Verfügung gestellt, um zu ermöglichen, daß die zerrütteten Vermögensverhältnisse seines Vaters, des bekannten Mainzer Künstlers, der im Schloß Lichtenberg wohnt und sick) um die Schaffung der Odenwälder Spielwaren-Jnduftrie einen guten Namen geschaffen hat, zu sanieren. Bei einem sonst eintretenden Konkurs würden voraussichtlich zahlreiche kleine Geschäftsleute um ein Gesamtvermögen von 60 000 Mark gebracht werden. — Von der deutschen Spitzbergenexpedition. Aus C h r i st i a ni a , 6. Februar, wird gemeldet: „Astenposten" erhielt aus Spitzbergen folgendes Radiotelegramm: Der Kapitän Ritscher hält es nicht für unwahrscheinlich, daß Dr. Dett- mann und Dr. Molser, die steiwillig den Weg längs der Ostseite. der Wifdebiicht wählten, nach dem Schiff in deriTreurenberg- bucht zurückgekehrt sind, auf welchem drei Norweger zurückgeblieben sind. Ritscher teilte weiter mit, daß er und sein Begleiter längs der Westseite entlang gegangen sind, an der mehrere chfuligc" ; * elchze't'2 80 jährige Papst Johann XXII. von Avignon aus einen neuen Kreuzzug predigte. Die Flotte Venedigs, Zyperns und die französischen Schiffe Philipps von Valois versammelten sich im Frühling des Jahres 1334, fuhren mit günstigem Winde rasch durch die Dardanellen hindurch und zerstörten die vor Konstantinopel kreuzende türkische Flotte. Es war die erste große Niederlage zur See, die die Türken erlitten. Im Laufe der Jahrhunderte folgten noch viele andere Niederlagen: bei Lepanto, bei Tschesme, bei Navarin und bei Sinope, wo die türkische Flotte von der russischen in fast derselben Weise überrumpelt wurde, wie später die russische bei Port Arthur von der japani- chen. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts erzwangen sich britische Schisse die Durchfahrt durch die Dardanellen. Der englische Botschafter in Konstantinopel begab sich auf das Admiralitätsschiff der heimatlichen Schiffe und drohte vom Deck aus mit dem Bombardement der türkischen Hauptstadt. Schon wollte der Sultan nachgeben, als der französische Botschafter ihm den Rat gab, die Unterhandlungen in die Länge zu ziehen und damit Zeit zu gewinneu. lieber eine Woche lang wurde diplomatisiert, und heimlich ließ die Pforte unterdessen die Befestigungen an der Dardanellenküste instand setzen. Die Lage der Engländer wurde dadurch sehr gefährlich. Sie mußten schleunigst den Rückzug antreten und verloren bei der tollen Flucht einige hundert Mann. 1809 kam England mit der Pforte dahin überein, daß kein nicht türkisches Kriegsschiff mehr durch die Dardanellen laufen dürfe. Es kam zu den sog. Tardanellenverträgen, die Englands Herrschaft und Uebermacht im Mittelmeer gegen Rußland begründeten. Wie der Feuerfunke darauf sinnt, sich zu entfesseln, so beschäftigt sich die russische Diplomatie seit Jahrzehnten mit bem Gebanken, das Dardanellengefängnis von Norden her zu sprengen. Kann Rußland ruhig bleiben, wenn die Bulgaren den griechischen Schiffen oas Dardanellentor im Süden öffnen? Diese über Nacht geschossene Lage ist nicht nur 'ckiilitärisch sehr interessant, sie eröffnet auch politische Aussichten, über die man sich in den europäischen Kabinetten ernste Sorgen machen wird. Man darf also das „Zurückweichen" der Bulgaren ans der Tsckwtaldschalinie nicht sehr ernst nehmen. Andererseits hat es auch nicht allzu viel zu bedeuten, daß es Enver Bey gelungen sein soll, bei Rodosto Truppen zu landen. Diese sind doch wohl nicht stark genug, um dem bulgarischen Heer bei Tschataldscha den Rückzug zu gefährden. Und es fragt sich noch sehr, ob General Sawow wirklich zunr Zurückweichen genötigt war: vielleicht gedenkt er die Türken aus ihren Verschanzungen zu locken, um sie in offener Schlacht zu bekämpfen. Die folgenden Meldungen bieten indessen noch kein Bild irgend einer Entscheidung, und es ist möglich, daß aud) der bulgarische Friedensjubel etwas zu früh erschallt war: Konstantinopel, 6. F-br. Die Bulgaren haben sich auf die Linie von Tscherkesköj zurnckgezogen. Ter Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Kalikratia, Basd)tsd)iköj und Tschataldsd)a, sowie-die Höhen gegen« 119502? reite 74000 , rT noerroaltung :r Firnienregh ichen, zu * lufenen flngttr. Das Rätsel des erneuerten Balkankrieges ist gelöst: Mcht bei Tschataldscha soll die Entscheidung fallen, sondern aus dem We^e durch das Marmara-Meer. Der bulgarische Kriegsplan ist, die Halbinsel Gallipoli mit den europäischen Dardanellenforts zu «erobern, der griechischen Flotte den Eingang in die Dardanellen zu öffnen, im Marmara-Meer die türkische Flotte niederzukämpfen und dann vor Konstantinopel zu erscheinen. Zu diesem Zwecke ist eine bulgarZche 1 Division von Denrotika, südlich von Adrianopel, und eine zweite Division von Rodosto am Marinara-Meer konzentrisch auf die Dardanellen zu marschiert und vor die Be- I festtgungsllnie von Bulair aus der Halbinsel- Gallipoli gerückt. Damit würde die bulgarische Kriegsmacht den politisch und strategisch wichttgsten Punkt, den Schlüssel zum Mar- m. 52 Erster Blatt 163. Jahrgang Freitag, 7. Februar 1915 Ter Siebener Anzeiger a MM BeznaSvret r: erscheint täglich, außer Tp monatlich75 Pi., viertel- Conntags. - Beilagen: Ä a. ▲ ▲ SH A A jährlich Mk. 2.20: durch viermal roödientlicb M 'C&'TW W MM Abhole- u. Zweigstellen SiebenerZamilienblätter, W H M W WW H a W H ▼ monatlich 65 Ps.: durch wöcheull.Areis- ■ ÄÄ 'M ■ HÄ H Jr ■ W Ä ▼ ■ k"‘ \ ■ ■ Äk M JF W M I ■ diePost Alk.2.—viertel- dlattsürdenAreisSicben M F fV H O I W jährl. ausjchl. Beüellg. tTienstag und Freitag); W W M MI HH ffl Mk W H 68 «U wÄ H | Mk H Zeileupreis: lokal 15Ps., zweimal monalL Land- Jgy Vtj zW W Em ÖL M auswärts 20 Pieuuig. wirtschaftlicheSeitfragen A M eS 'v M Ehesredakteur:A Goetz. Fernsprech - Auschlüsse: ■ W EV Verantwortlich sür den für die Redaktion 112, Wy politischen Teil: August SSSr General-Anzeiger für Oberhefsen SKsL T°°°sn"mu" Rotationsdruck und Verlag der vrühl'ichen Univ.-Such: und Steindruckerei n. Lange. Redaition. Expedition und Druckerei- Schulstratze r. ben bis vormittags 9 Uhr. Vildingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Vahnhosstrahe 16a. Anzeigenteil: y. Beck. ien aus unsiNl .. Jur Einsicht ■al reicht, W Mk. in bar« > „ 'II nif i** rsheint, MB 5. Februar AodhclUl- s | 913. iftion. erkauf aiciudewald i onswege verget- »owNlittl-Dur^ 1 Gieße"- Die schlechten türkischen Finanzen. Die „Berliner Morgenpost" meldet aus Konstantinopel: Tie Türkei ist, wie in diplomatischen Kreisen ver sichert wird, finanziell kaum noch imstande, bei Krieg a ch t Tage fo rtzu füh r e n. Die von dem jungtürkischen M-omitcc 50 Millionären auferlegte Kriegs steuer von je 20 000 Pfund erlitt Fiasko, da selbst zwe kaiserliche Prinzen rundweg die Zahlung verweigerten. Dae Komitee wünscht durch freiwillige Uebergabe Adrianopele der Kriegsverpflichtungen ledig zu werben. Der Groß- wesier dürfte schon in der nächsten Woche als Kabinetts- Chef abdanken. Wie der „Berliner Lokal-Anz." wissen will, beabsichtigt die türkische Regierung einige kostbare Edelsteine der Schatzkammer zu verpfänden, um dafür eine Anleihe zu bekommen. Konstantinopel, 5. Febr. Infolge wiederholter Schritte der italienischen Botschaft ist heute ein I r a d e veröffentlicht wurden, der zwei italienischen als S t a t i o n s s ch i f f e vor Konstantinopel bestimmten Kriegsschiffen die Durchfahrt durch die Meerengen freigibt. Der Exscheich Uet Islam Dschemal Edding Bey und der Exminister des Inneren Reschid Pascha sind nach Aegypten abgereist. Die Botschaftcrkonferenz. London, <>. Febr. Die Botschafterkonferenz hielt eine außergewöhnlich lange Sitzung von einer Dauer von 2y2 Stunden ab. Eine Sitzung der rumänischen Kammer. Bukarest, 6. Iebr. In der gestrigen Kammersitzung fragte Miclescu i.Kons.» den Minister des Aeußern, ob die Belniuptung der Blätter, daß Rumänien auf seine Ansprüche aus Silistria verzichte, den Tatsachen entspreche. Der Ministerpräsident erwiderte: Wir haben auf Silistria n i ch t v e r z i ch t e t. Bon einem Verzicht war keine Rede. Niemand ist ermächtigt, auf Silistria zu verachten. (Lang anhaltender Beifall.) Sodann fragte Arion, Präsident der Kulturliga, ob die Regierung nicht beabsichtige, Aufklärungen über die Lage des Landes zu erteilen. In seiner Antwort wies der Ministerpräsident zunächst die Behauptung zurück, daß der König eine andere Politik verfolge wie die Regierung. Dies wäre vom Standpunkt der Verfassung unmöglich. Die königliche Botschaft sei von allen Ministern gegen- geu'ichnet und das Kabinett selbst vollkommen solidarisch. Das Prestige Rumäniens gewinne nur, wenn es mit dem starken Nachbar wetteifere. Rumänien werde dadurch nur noch besser seinen Platz an der Spitze der Balkanvölker wahren können. Er erkenne die Berechtigung der großen Aufregung der öffentlichen Meinung an und er freue sich, daß sie in der Kammer Widerhall finde. Man dürfe aber nicht vergessen, daß die Regierung von demselben Patriotismus beseelt sei, aber auch die ganze Verantwortung zu tragen habe. Der Ministerpräsident schließt, indem er die in der vorigen Woche abgegebene Erklärung wiederholte: Tie Worte des Königs, daß die Stimme Rumäniens Gehör finden werde, werden Wahrheit werden? (Lang anhaltender Beifalls Tale Ion esc u wies die Angriffe Arions zurück und hielt seine Aeußerungen vom 4. Februar über Bulgarien aufrecht. Er erklärte, wenn ein Land, selbst wenn dessen Interessen denjenigen Rumäniens entgegengesetzt seien, Mut, Patriotismus, Einigkeit und Nationalbewußtsein zeige, könne man es mir be- NTnndern und sich bemühen, es auf diesem (Gebiet zu überflügeln. Man dürfe ihm aber nicht mit Eifersucht begegnen. Er glaube an die Möglichkeit eines künftigen Bundes zwischen Rumänien, Bulgarien und der Türkei. Trinksprnche in Bukarest. Bukarest, 6. Febr. „Moniteur" veröffentlicht die kreiden Trinksprüche, die bei dem Diner zu Ehren des Prinzen Eitel Friedrich gewechselt wurden. Ter Trinkspruch des Königs lautete: Mit großer Freude begrüße ich die Anwesenheit Eurer königlichen Hoheit in unserer Mitte, und ich danke dem Kaiser aufs wärmste dafür, daß er meinem lieben Patensohn den Auftrag gegeben hat, ihn bei der Taufe des jüngsten Sprossen meines Hauses zu vertreten. Ich sehe in der warmen Aufmerksamkeit einen neuen Beweis hir die guten Gefühle der Verwandtschaft und Freundschaft, die mir so teuer ist und die Se. Majestät mir bei jeder Gelegenheit in so reichem Maße erwiesen hat. Indem ich Sie bitte, den Kaiser Meiner treuen Anhänglichkeit zu versichern und Ihren erlauchten Eltern die herzlichsten Wünsche für ihr Glück und ihre teure Gesundheit zum Ausdruck zu bringen, erhebe ich mein Glas auf das Wohl des Kaisers und der Kaiserin, sowie auf das Wohl Eurer königlichen Hoheit und Ihrer Gemahlin. Hurra! Wie nachträglich bekannt wird, überbrachte Prinz Eitel Friedrich dem König den Stern der Großkomture des H a u s o r d e n s von H o h e n z o l l e r n mit einem Handschreiben des Kaisers. Lnglis^es und russischer vordrängen in Persien. Die Russen haben in Persien letzthin die Freude gehabt, daß die Provinz Adherbrilfchau, die fruchtbarste Landschaft ganz Persiens, sich von der Zenttalregienmg in Teheran losgesagt hat, und nun geht die „friedliche Durchdringung" weiter voran. Zunächst werden" Bahnen gebaut, und daß die Engländer in ihrer Einflußsphäre mit den Russen schritthalten, ist selbstverständlich. So konnte Sir Edward Grey auf eine Anfrage im englischen Unterhause eine beruhigende Erklärung abgeben: London, 6. Febr. Der Nationalist D i l l o n richtete im Unterhause an den Minister des Aeußeren Sir Edward Grey eine Anfrage, ob irgendwelche Eisenbahn- oder B e r g w e r t s t o n z e s s i v n e n i n P e r s i e n für England oder Rußland augenblicklich den Gegenstand von Ver Handlungen bildeten und ob in Verbindung damit ein unmittelbarer oder mittelbarer Druck auf die persische Re- gierung ausgeübt werde. Grey erklärte schriftlich: Nach meiner Kenutui. find bisher keine Eisenbalsnkonzessioncn gemacht worden Jedoch sind Verhandlungen über zwei Konzessionen in der Schwebe Die eine betrifft das Projekt T s ch u l s a Täbris, das den Gegenstand von Ver- lmudlnngen zwischen der persischen Regierung und einem russischen Syndikat bildet. Die andere betrifft das Projekt M oham m e r a h Kh o r r am m ab a d, worüber Ver- handlüngen zwischen der persischen Regierung und einem englischen Syndikat schweben. Was die Berg- we rks konzessi oncii anlangt, so sind die Unterhandlungen darüber Mischen der persischen Regierung und einem englischen Syndikat eingeleitet. Die'britische Regierung gewährte den englischen Konzessionen ihre Unter st ützung, jedoch nicht in der Form, die man korrekter Weise als einen Druck bezeichnen könnte. AuS Teheran kommt dazu folgende bestätigende M e l d u n g: Der persische Minister des Aeußeren unterzeichnete ein Uebereintommen mit einer russischen Gesellschaft, das dieser das Recht auf den Bau einer Eisenbahn von Dschulfa nach T äb.ris mit Verlängerung bis zum Urmia-See und das Boxrecht auf den Bau einer Bahn von Täbris nach Kasmin gewahrt. * Die Entwicklung der Kolonien 19IV12. Dem Reichstag ist eine Denkschrift über die Entwicklung )er Schutzgebiete Afrika- und der Südfee 1911/12 zugegangen Tarin heißt es u. a.: ~ „ Das Berichtsjahr (April 1911 bis April 1912) war ,ur alle Schutzgebiete eine Zeit friedlicher Entwickln n g. Ver nnzelte Unruhen unter der eingeborenen Bevölkerung m Kamerun, im Nordwesten von Deutsch-Ostafrika und in den twdi nicht unter Verwaltung genommenen Teilen von Deutsch-Nengnmea wurden rasch und ohne Schwierigkeit unterdrückt. Tic weiße Bevölkerung in sämtlichen -Lchutzgebreten ist von 21 600 am 1. Januar auf 23 300 am 1. >>anuar 191- gesttegen, hauptsächlich infolge der Vermehrung der Weiyen in Südwest- und in Ostafrika. Hier sowohl wie in Kamerun in diese Zunahme zum Teil durch die Bahnbanten bedingt, wahrend in Togo eine geringe Abnahme der weißen Bevölkerung nach Vollendung der .Hinterlandbahn zu erklären ist. Auch Tür die Südsee ist eine kleine Zunahme der weißen Bevölkerung zu verzeichnen. Von der farbigen Bevölkerung der Schutzgebiete kann schätzungsweise angenommen werden, datz Ue im ganzen eine Zunahme erfahren hat, wofür unser volksreichstes Schutzgebiet, Ostafrika, den Ausschlag gibt. In Samoa und in Neu-Guinea haben sich die Chinesen beträchtlich vermehr t. In Neu-Guinea hat die Verwaltung noch eine besondere bevölkerungspolitische Aufgabe zu lösen begonnen, nämlich die teilweise Verpflanzung der Eingeborenenbevölkerung von den kleinen Atollen nach größeren Inseln. Es erweist uch dies namentlich aus dem Grunde als notwendig, weil öie von Zeit zu Zeit aiiftrctenbeii Taifune Leben und Eigentum der Eingeborenen auf den kleinen Atollen schwer gefährden. _ Eine erfreuliche Weiterentwicklung des Schulwesens wird aus allen Schutzgebieten gemeldet, zum Teil mit der Betonung, daß neue Bedürfnisse zu befriedigen waren, wie die Einrichtung von Fortbildungs- oder Kostschulen. Tie weltwirtschaftliche Lage im angemeinen war im Berichtsjahre der Kolonialwirtschast sehr günstig. Die Regelung der A r b e i t e.r v e r h ä l t il i s s e macht der Verwaltung am meisten Sorge. Ob durch Arbeitsordnungen allem _ bem immer brohenber werbenden Arbeitermangel in der Farmwirtschaft gesteuert werden kann, erscheint bei den dortigen Eingeborenen- verhältnissen fraglich. Es wird wohl mit einer weiteren Heranziehung auswärtiger Arbeitskräfte gerechnet werben müssen. In den tropischen Schutzgebieten Afrikas konnte im Berichtsjahre den großen Anforderungen der Pflanzungen und der Eisenbahnunteruehmuiigeil in der Hauptsache entsprochen werden. In Ostafrika mehren sich ober die Klagen der Pflanzer über unzureichende Versorgung mit Arbeitskräften. Hat sich die Landwirtschaft der Eingeborenen int weientlichen in den überkommenen Grenzen gehalten, so ist bei der europäischen Pflanzerwirtschaft vielfach ein reger Fortschritt zu verzeichnen. In Ostafrika ist besonders die günstige Entwicklung der Kautschuk- pflanzuugeu bemerkenswert, während die Baumwollanlagen noch ungünstige Ergebnisse hatten. Was den Handel anbelangt, der sich sehr lebhaft gestaltete, so läßt sich über den Binnenhandel mangels einer zuverlässigen Statistik nur allgemein sagen, daß er in allen Schutzgebieten mit deren fortschreitender Entschließung durch Eisenbahnen und onstige Verkehrsmittel von Jahr zu Jahr größere Bedeutung erhält. Der Anteil Deutschlands am Gesamthandel der Schutzgebiete ist erfreulicherweise gestiegen, namentlich in Kamerun, wo fast die gesamte Zunahme des Handels auf den deutschen Anteil kam, ebenso in Ostafrika. Die chinesische Anleihefrage. Peking, 5. Febr. (Reuter.) Der Finanzminister sandte an die Bankiers der sechs Mächte ein en Bri e f, in dem er sein Bedauern darüber ausspricht, daß weitere Schwierigkeiten entstanden seien, die ie verhinderten, ihr Versprechen zu halten, nämlich den Anleihcvertrag gestern zu unterzeichnen nnd sogleich Vor- chüsse zu leisten. Der Minister fügte hinzu» daß die Gelder »ringend gebraucht würden, und er erinnerte die Bankiers daran, daß er sich in seinem seinerzeitigen Schreiben ausdrücklich die Freiheit Vorbehalten habe, mit anderen Parteien zu unterhandeln, solange dec Anleihevertrag nicht unterzeichnet sei. Er mache darauf aufmerksam, daß, falls demnächst Teile der Salzsteuer als Sicherheit für eine mit einer anderen Partei abgeschlossenen Anleihe gegeben würden, dann der Betrag von 25 Millionen Pfund Sterling, der in dem Sechsmächte-Vertrag festgesetzt ist, ent prechcnd vermindert würde. Die im Falle eines zukünftigen Vertrages mit der Sechsmächtcgruppc noch übrig bleibende Salzsteuer werde dann die Sicherheit für die später kommenden sein. China, das augenscheinlich für die Sechs mächte-Gruppe noch offen stehe, stehe ebenfalls der zuerst kommenden ganz oder teilweise offen. Aus Stafct und Land. Gießen, 7. Februar 1913. ** Tageskalender Hir Freitag, 7 Febr. Stabt- t h e a t e r: .Emilia Galotti". Anfang 8 Uhr. •• Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat dem Generalmajor a la suite der Kavallerie Freiherr» v. Heyl die Erlaubnis zur Anlegung deS ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens zweiter Klasse mit dem Stern nnd dem Regierungs» und Baurat Hch. Stiel er zu Frankfurt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen RotenAdlerordenS 4. Klasse erteilt, sowie daß Ritter- kreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philivps deS Großmütigen dem Major Wilken, Bataillonskommandeur im Colbergschen Grenadier-Regiment Graf Gneisenau (2. Pommcrschen) Rr. 9, seither beim Stabe deS 5. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168, und das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Hauptmann Beckert beim Stabe deS 2 Lothringischen Infanterie-Regiments Nr. 131, seither Oberleutnant im Infanterie- Regiment Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118, verliehen. ** Lehrer Personalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Friedr. Daum zu Alsheim eine Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Griesheim, dem SchulamtSaspiranten Otto Muth aus Ilbeshausen die Lehrerstelle an der Gemeinbeschule zu Urner-Seibertenrod. '* Vom Friedberger Seminar. Der Groß- Herzog hat den Seminarlehrer an bem Lehrerseminar zu Friedberg Otto Höcker zum ersten Musiklehrcr an diesem Seminar ernannt. ** Hessischer Jugendtag Nach ber Einlabung zum Hessischen Iugenbtage, den ber Hessische Landesverband IungdeuN chland am Mittwoch, 19. Februar, im caalbau in Darmstadt in Verbindung mit ferner ersten Mitgliederversammlung abhält, beginnt er um 10* 2 Uhr vormittags mit Ansprachen des ersten Vorsitzenden, Generalmajor Frkir v. Heyl 'Darmstadt' über Zweck und Ziele des Iungdeulschianb bundes, des Professors Kissinger DarmstabO über die Not ivcnbigfeit und richtige Art der Körperpflege bet ber heranwachsen den männlichen Jugend und des Bürgermmsters Mueller .rarmitabt' über die Ausgaben des Staats und ber Gemeinden aul dem Gebiete der Jugendpflege. Sodann hält um U> •> Uhr Lehrer ödtorn Mainz» einen Vortrag über die Eigenart des jugendlichen Seelenlebens Am Nackvnitta.i um 3'- Uhr i trübt Pfarrer Mueller Offenbach über Ml gemeine Ersah Gingen aus ber praktischen Vereinsardeit. Daran schließt sich In der letzten Woche daß alle Schul- Krankheit fielen Am 12. Februar engsten Familien- diesem Tage wird Stall Karl Die 88 nicht ; aber den ihn zu eii sind die M asern so stark ausgetreten, klassen geschlossen werden mußten. Der auch schon einige Kinder zum Opfer. — Riede r - Gemünden, 6. Febr. feiern die Eheleute Konrad Herbst hier im kreise das Fest der goldenen Hochzeit. An Felda. OK. Grebenau, 6. Febr. w. Ha bahn-Regiu ilossenen dn 1. Kor hanb folge toten fticb nn Äeri esu i inrt 4V- Uhr die Beratung derVerbandsangelegenheite« in Zu dem Jugend tage find alle Mitglieder des I-ungbeutschland- öundes und deren Frauen sowie alle Freunde und Freundinnen bet Zungdeutfchlandbestrebungen cingetaben. Nach dem Jugendtage ierben verschiedene Vereine der Ortsgruppe Darmstadt des .Hessischen Landesverbandes Iungdeutschland ihre praktische Arbeit in ihren Räumen »eigen. ** etabttbcater. Der Kapellmeister uw eres Stadttheaters, Herr Franz Adam, ist nach erfolgreichem Probe- birigieren unter J72 Bewerbern zum Leiter des Kurorchesters ii Ragaz für mehrere Jahre gewählt worden. Im nächsten Winter wird Herr Adam voraus,ichtlich wieder dem Verb.uide unseres Stadttheaters angehören. — Gegenüber einem weitverbreiteten Irrtum sei festgestellt, daß auch bei den Gastspielen ber Darmstädter Hofover die Dekorationen ausschließlich dem Fundus des hiesigen Stadttheaters und der Direktion entnommen und vom Gießener technischen Personal gehandhabt und gestellt werben. ** Das Trichinoskop, eine Erfindung desli Schlachthos-Dircktors Dr. Garth-Darmstadt, eines ge-M boreneu Gießeners, wurde seither in Süddeutschland zur f bequemen und billigen Kontrolle des Schweinefleisches auf > Trichinen in allen größeren Schlachthäfen seit Jahren benutzt. Das' Instrument ist jetzt auch in fünf stücken int i Berliner Schlachthof eiugftührt wordeu Nach langen Ver- uchen hat man eingeschen, daß die Ersinduntz gut ist und )ie Trickftneitschau sich bei ihr weit billiger stellt als mit )em Mikroskop. •* Die Schneeschuhwettläufe deS Schiklubs Gießen müssen wegen der ungünstigen Witterung abermals verschoben werden. •• Der erste Frühlingsbote wurde uns heute vor- mittag in Gestalt eines Maikäfers überbracht, der im Walde bei Wieseck gefunden worden ist. Kreis Alsfeld. OK. Alsfeld, 6. Febr. Heute morgen brach im Schulhofe der Oberrcalschule ein Schüler der Ouarta beim Spielen das rechte Bein. Er wurde von zwei älteren Schülerit in die elterliche Wohnung gebracht. — Das Anwesen des Oberwachtmeisters Leißler in der Schillerstraßc ging zum Preise von 14500 W. in den Besitz des Herrn Baruch Lorsch, Rittergasse, über. — Herr Ernst Hartmann von hier erwarb zum Preise von 16 500 Mk. die Bäckerei und Gastwirtschaft von I. Völzing, Großes dem Jubelpaare, das auf eine arbeitsreiche, mit Erfolgen gekrönte Vergangenheit blickt und sich allgemeiner Beliebtheit erfreut, an Ehrunaetr nicht fehlen. fc. N i cd er - G cm ü ii d e n , 8. Febr. Die Hauptb.ihn« linien Gießen Fulda und Gießen—Kassel werden durch die neun zehn Kilometer lange Bahn Burg und N i e d e r - G e münde n - K i r ch h a i n verbunden. Dieser Bahn haftet der Man.pi an, daß sie zwar völlig einheitlich betrieben wird, aber von Sui fluni) Ni cd er-Gemünden bis Nieder-Ofleiden eine staatliche Neben bahnstrecke und in dar Fortsetzung bis Kirchhain eine Jtfeiitbabn der Kreises Kirchhain ist. Dieser Zustand bringt vor allem für die '3t wohner ter von der Kleivb.ihnstr.'cke berührten Ocke eine Pertcuermig der FraclK für abgehende und ankommende Gütersendungen mit ii* da bei Durchgangsverkehr für Güter auf ber Verbindungsbob''. ausgeschlossen ist. Güter, die von ber Main-Wefor-Baln» vou Biedenkopf, Marburg, Treysa usw. in der Richtung nad) Lauterbach und Fulda oder von Gersfeld, Fulda, Lauterbach nod Biedenkopf, Marburg usw. befördert werden sollen, müssen f imthd) den etwa 100 Kilometer betragenden Umweg über Gießen nehmen Um diesen unwirtschaftlichen Verhältnissen al^uh l en, wünsam die Anwohner der Verbindungsbahn, baß die Kreisbahnstrear in eine Staatsbahnstrecke uni gewandelt werde, zumal die utzigen Ginnabmcn der Strecke aus bem Verhältnis mäßig geringen Ortsverkehr so unerheblich sind, daß ber Kreis Kirchl-ain alliährlut Tansenbe zuschießen muß. Daburch werden die Kreissteuern zur Hälfte in Anspruch genommen und müssen alljährlich erhöht werden. _____ X Homberg a. d. Ohm, 6. Febr. Wre alljährlich hol auch jetzt wieder die Ohm ihr Opfer geordert. Ain Montag abend hatte der unverheiratete Landwirt. Röhrig aus Ober-Osleideu im sogenannten großen Derf eine Besorgung zu machen. Aus dem Nachhmlsewege kam er bei ber Dunkelheit kurz vor der Brücke, die er passieren mußte vom Wege ab, geriet in die Ohm, die gegenwärtig be* deutendes Hochwasser führt, und fand in den strömender Fluten seinen Tod Drei Tage lang sucht man vergeb« lich nach dem Mann. Bedauerlich ist es, daß der armen alten Mutter des Verunglückten der Ernährer genommen ist. Vor etwa 30 Jahren kam sein Vater auch in der Ohm um. Wünschenswert wäre es denn auch, daß an dieser gefährlichen Stelle Vorsichtsmaßregeln getroffen würden, damit weitere Unglücksfälle vermieden würden. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 6. Febr. Oberleutnant a. D. Lothe i ß e n aus Darmstadt wird am Samstag, 15. Febr hier einen Vortrag über Zweck und Aufgaben der Sani- tätskolonneu vom Roten Kreuz halten. Es besteh: die Llbsicht, hier eine freiwillige Sanitätskolonne zu gründen, wozn durch das Kreisamt ein allgemeiner Aufruf ergangen ist. Die mit den Vorständen der hiesigen Verein- und Körperschaften äbgehaltene Vorbesprechung hatte cir befriedigendes Ergebnis, so daß auf regen Beitritt zu deir gemeinnützigen Unternehmen zu rechnen ist. Kreis Schotten. — Schotten, 6. Febr. An der hiesigen Höherci Bürgerschule (Realschule) fand gestern unter bem Vorsitz- bt’5 Geh. OberschulratS Block die mündliche Abschluß- vrüfung statt. Die Untersekundaner, die sich ibr unterzogen haben sich die wissenschaftliche Befähigung zum einjährig-stel- US << die Kommen l 3 Unterofp, ltdxn sollte. ^nnMg des -Ähriw flU^ tr mcht « SS ybrt vorgefali Mininger M sei^- dit M'ge ^tra kril btt gestohl ivordck iCff cn6 itibtDcrqrb ciisbt, die < MZ ;v>ti wollen ' und s2 •31 ÜEdtlte^ d I r* ümütcitc I Kl k Stabt i dir tzälr tzochk deckt i «ij-liitac sich , xM, wogeqe W\^ 1 1 RÄruar getüi Uh 3240 Ze --.nb in ber fllei । Äidxn 2164 ( •' irigoamt 249 . mirbt abgelchn i Ter Porsinmdl I logt anläßlich I teilimg „Säug I bet „Mensch" I lassen will. I weitere der v I feemartung & I vermocht hat. ' losen wurde to tanali Ä MD 'T 'lutOtMlVY mi und di — Tie Äs gesunden, d Es wurden ch Bi der Besuch alte, aus l Naheufer < nende Gäk trunken ist willigen Militärdienst envorben. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 6. Febr. Zwei Brüder spieltet heute mit einem Luftgewehr. Der ältere schoß babf seinem erst neunjährigen jüngeren Bruder die Kugel btrer ins Auge. Der schwerverletzte .Knabe mußte nach Gieße.' verbracht 1 verben. — Ein ähnlicher Unglücksfall ereignet, sich gestern in Nieder-M örlen. Die üble Sitte bfr Sternwerfens führte dazu. Ein Knabe lvurde babr so unglücklich ins Auge getroffen, daß er sofort nach de: Gießener Klinik gebracht werden mußte. m. Ober-Mörlen, 5. Febr. Zu dem Einbruchs diebstahl bei OrtögerichtSmann Kling ist mitzuteilen, ba' hi§ jetzt vier Ve rhaftungen vorgenommen wurden, ab( feine aufrecht erhalten werden konnte. Ein jungerManr oon hier, der schon vor zwei Jahren bei einem Einbruchs ftebstahl beteiligt war, ist seit Sonntag verschwunden. Ma: vermutet, daß er an dem jetzigen Diebstahl beteiligt war. [if > ' Liebig’s Fleisch-Extrakt Gesunder Junge angekommen Schotten, den 7. Februar 1913 933 Unterricht Honorar «i w. grg. mäst. tarls mit Firma 0886 and Readintr. ert. Zu erfrag, i. d. Gteehäfttä. d.Gicre.Znz. Fi liefert billigst die Bröhl’sche Universitäts-.Bucb-und Stein- druckerei, Gießen, Schulstr. 7 TKAIBRIItTE |a'7il A.Salomon&Cle. Drohender Aus stand in Belgi en. :I: Brüssel, 7. Fäbr. (Priv.-Tel.) Die innerpolitische LagS ist bedrohlich. Der Generalrat der Ackeiterverbände hat besMossen, den all genrein en Aus stand beginnen zu lassen. Man rechnet mit einer Beteiligung von rund einer Million Arbeitern. Der Streikfonds ist bis jetzt 10 Millionen stark, die imji Ausland, zum größten Teil in London, deponiert sind. Mr. Cusden Ludwigsplatz 14 II, would like to hear from ladies or gentlemen desirous of joi- ninff an EngliNli Circle for Convcrsation.Literature Earl CeHarius und Frau ülnci geb. Holl e un6 beult jj. F» der im U' | 2)r. Tioese s | dTrbeitsfairse für Schüler höherer Lehranstalten. Anfertigung der Schularb. unter persönl. strenger Aufsicht des Unterzeichneten i. wöchentl. 10 Nachmittagsstund. Honorar f. 4 Wochen 20 Ulk Beginn am 7. April d.J. Anmeldungen bis dahin erb. 2)r. Tioese Gymnasial-Oberlehreri.P. Giessen, Goethestrasse 34 930 Letzte Nachrichten. Die holländische Königin im Taunus. Frankfurt a. M., 7. Febr. Die Königin Wilhelmine ist heute vormittag 5 Uhr hier angekommen und hat sofort im Auto» mobil die Fahrt nach der .Hohemark fortgesetzt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 8. Febr. 1913: Zunächst wolkig, doch trocken, kühl; später Erwärmung und Niederschläge. LttiticL>;ifahrt. Frankfurt'a. M'., 6. Febr. Das Luftschiff „L. Z. 15" (Ersatz „Z. 1") ist gestern nach mehreren wohlgelungcnen Versuchsfahrten in den Besitz des Reiches übergegangen. LanSwrrtschaft. fl Aus Kurhessen, 6 Febr. Tie vom Landw. Kreisverein Marburg angeregte und in verschiedenen Teilen Kurhesfens auf- genommene Bewegung zu Gunsten der Wiederbelebung der allen Zucht des K u r h e s s i s ch e n W a r m b l u t v s e r d e s scheint wenig Erfolg zu haben. In den Kreisen Es l'wege, Frnukeuberg, Fritzlar, Marburg, Melsungen, Rotenburg und Ziegenhain Hal eine Musterung des warmblütigen Stutenniaierials slattgeiunden, um lestzustellen, ob und inivieweit in diesen Kreisen die Warmblutzricht noch eine größere Bedeutung hat. Tas Ergebnis stellt sich wie folgt: Es wurden vorgeführt in Ziegenhain 66, in Marburg 85, in Frauken» berg 40, in Melsungen 26, in Rotenburg 18, iu Eschwege 16 und in Fritzlar 22, zusammen 273 Stuten. Von diesen hat die Kommission in Summa 65 Stück, und zwar 40 Hannoveraner und 25 Oldenburger Stuten als zur Warmblntzncht notgedrungen noch geeignet bezeichnet. Tie Mitglieder der Kommission sind über- einüimmei'd der Ansicht, daß diele geringe Zahl fein hinreichendes Fundament bildet, eine erfolgreiche Edelzucht weiter zu bet, eiben. Iedewalls wird die i^estütsverwaUung bei dem andern eilig sehr groben Bedarf an starken edlen Halbblutbengsten kaum in der tzwge sein, für diele geringe Zahl leidlich brauchbarer Miitterstulen Nändiq geeigneten Ersatz im Landgeüüt zu besitzen. Im übrigen reicht der gegenwärtige Bestand an Halbbluthengüen im bessen-nasiauilchen Landgestüte Tillenburq noch für eine längere Reibe von Jahren aus, um dem Bedarf an Warmblulhenglien zu eutlorechen. Nach Ablauf dieser Zeit wird voraussichtlich die Kallblutziicht iveitere Fortschritte zu verzeichnen haben. Gegebenen Falles könnte dann in eine nochmalige Prüfung der Angelegenheit eingelreteti werden. orgen brach ; er der £u Mde von z -ug gebracht. J sßler in 'M Mk. in e, über. - >e von 16 500 Alzing, Groi ?r letzten Bi daß alle Sch. Krankheit M Am 12. ^eb cnqfien Fainili biejtm loqe lche, mit Eris! meiner Seliet Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Galten, unseres lieben Vaters, Großvaters, Bruders, Schwiegervaters u. Onkels des Großh. Bürgermeisters Heinrich Wagner IV. sagen wir innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Geilshausen, den 6. Februar 1913. Ludwig Diehl, LMsWs-Wtner Wieseiter Weg 28 I. empfiehlt sich im Anlegen und Unterhalten von Gärten, Schneiden von Bäumen und Sträuchern bei prompter Bedienung! 0908 Gründlicher 0986 Gothaer Lkbtnsversllhemgsbauk auf Gegenseitigkeit. Versicherungsbestand im Dezember 1912: MeMmdetMiNioneilMark Bisher gewährte Dividenden: c7/t 295 Millionen Mark. Alle Ueberschüsse kommen den Versicherungsnehmern zu gute. Uilversallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpoliee. Prospekte und Auskunft kostenfrei durch die Vertreter der Bank: Gebr. Jullmaun, Gieße», Grabenstraße 7. G. Bohn, Gräfl. Rentamtmann in Lanbach. hiesige» 'sich ihrE । zM ei»l* Markte. fc. Wiesbaden, 6. Febr. Heu- und Stroh markt. Anqefahren waren 19 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu 7.00-8.40 Mk., Stroh (Richtstroh) 3.60—4.20 Alk. — Fruchtmarkt. Hafer 1^,00—17,40 Mk. Alles für 100Kilo. Vermischte*. * Der alte Leichtsinn. In Landau in der Pfalz legte der 19jährige Handlungsgehilfe Qu int tu s im Scherze einen Revolver auf den 14jährigen Arbeiter Johann Herder aus Mörlheim an, wobei sich die Waffe entlud und die Kugel Herder am Kopfe schwer verletzte. Der Getroffene ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. ff. Eine Kirche, in der Bäume wachsen. Wer die Pfarrkirche zu Roß (Herefordshirc) betritt, bemerkt zu seinem Erstaunen zwei lebende Bäume, die aus dem Boden des Gebäudes herausgewachsen sind unb bereits doppelte Mannshöhe haben, der Geistliche, so erzählt der „Strand^, der diese merkwürdigen Kirchenbäume in einer Photographie zeigt, läßt die Bäume ruhig wachsen und zieht aus ihrem Vorhandensein sogar Gewinn. Wer die Bäume photographieren will, muß 2 Schillinge bezahlen. Einbruch in einem Po st amt. M ülhausen i. Els., 7. Febr. Ein aufsebenerregen-- der 'Einbruch wurde heute nackst verübt. Im Postamt zü Dörnach wurde der Kassen schrank gestohlen und auf einem zweiräderigen Karren fortgefahren. Der Kassenschrank wurde auf einer Wiese in der Nähe der Stadt erbrochen und leer aufgefunden., lieber den Umfang der gestohlenen Werte ist noch nichts bekannt^ GerSchtssaaL. Leipzig, 6. Febr. Von dem Schwurgericht in Leipzig wurde heute nach mehrtägiger Verhandlung der bekannte Flieger Wieneziers wegen betrügerischen Bankerotts und Meineides unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Die Mitangeklagte Frau Hensel wurde wegen Beihilfe zum Bankerott und falscher eidesstattlicher Versicherung unter Zubilligung mildernder Umstände zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, von denen ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet wird. Statt Karten. Die glückliche Geburt eines Töchterchens zeigen an F. L. Bender jr. und Frau Hanna geb. Kornfeld Giessen, den 5. Februar 1913. während die Besichtigung nichts kostet. Die merkwürdigen Kirchen- bäume haben dazu geführt, daß der Sonntagsgottesdienst besonders starken Zuspruch hat. * I m Schlafe verbrannt. Aus Chartres werd gemeldet : Eine aus sechs Köpfen bestehende obdachloseFamrlre eines lairdwirtschaftlickmr Arbeiters hatte in entern Strohschuppen bei Illiers Unterkunft gesunden. Iu der Nacht geriet der Schuppen in Brand. Die Frau und zwei Kinder wurden als verkohlte Leichen hervorgezogen, die Mrigen Personen erlitten lebensgefährliche Brandwunden. Kleine Lagerchronlr. In Landau lockte ernt Mittwoch abend zwischen 3/<8 Uhr und V29 Uhr ein unbekannter Mensch einen sechsjährigen Knaben in die Anlagen und verübte ein abscheuliches Verbrechen an ihm, indem er ihn gräßlich verstümmelte. 2v.s Kind liegt schwer verletzt int Krankenhaus. Von dem Unhold hat man bis jetzt noch keine Spur. „ _ In Köln ist der Justizrat Leyendecker wegen großer Veruntreuungen verhaftet worden. Es handelt sich uM Unterschlagungen von Mündelgeldern. Der Verhaftete soll auch etwa eine Million vonr Vermögen seiner Schwester verspielt fycibcTt. In Potsdam wurde währeird der Vorstellung int Schauspielhause der ehemalige Direktor des Potsdamer Realghmnasiums Geheimer Regierungsrat Professor Walter vvm Schlage getroffen und war sofort tot. . t Ä InMeseritz wurde der 19 ;ährige Muttermörder Dewald aus Brätz durch den Scharfrichter Schwietz aus Breslau hin- gerichtet. Dewald war im Oktober 1912 vom Schwurgertcht z-um Tode verurteilt worden, weil er seine hochbetagte Mutter im Bette ermordet und ihr über 1000 Mark geraubt hatte. Aus Warschau wird gemeldet: Bei der Etsenbahnstatton! Staredrogt stürzte ein mit 30 Personen besetzter Au tont obilomnibus infolge Bruches einer hölzernen Brücke in den Fluß. 14 Personen würden schwer verletzt, 4 erlitten Gehirnerschütterungen. _____________________________ Den Hausfrauen zur Aufklärung! Wenn Ihnen Ihr Lieferant an Stelle des echten Liebig’s Fleisch-Extrakts ein billigeres „Ersatzmittel“ anbietet, so denken Sie daran, dass es nicht auf den Einkaufspreis, sondern auf den Gebrauchswert ankommt! „Liebig“ hat nicht den billigsten Einkaufspreis, wohl aber den höchsten Nutzwert. Seine Eigenschaft, auch Speisen aus weniger kostspieligen Zutaten schmackhaft und bekömmlich zu machen, stempelt ihn zu einem Küchensparmittel ersten Ranges. Vergessen Sie nicht ausdrücklich zu fordern: Ätz unseres St» J NotS b> «erF Kn Hn ; -Öinbunn ■ deutsch^ ""esleisch;- "tt! Mren J 3 Stälen , att> langen Unfl flut ist,, ntefealit Schiklubs W rmalg versch (5) OVew-Mörlen, 6. Febr. Die Freifrau von Fecherrbach-Laudenbach in Dieburg hatte gegen die Heranziehung zur Gemeindeeinkommen- und Kapitalrenten steuer in Ober-Mörlen Einspruch erhoben. Die Beschwerdeführerin besitzt hier ein Schloß und die Steuerbehörde behauptet, daß Freifrau v. Fechen- bach sich längere Zeit auf ihrem hiesigen Schloß als iu Dieburg aufhalte. Für das Jahr 1911 mußte die Beschwerdeführerin infolge eines Urteils des Provinzial-Aus- fchusses in Darmstadt hier die Steuer zahlen. Auch gegen die Veranlagung für 1912 erhob Freifrau v. Fechenbach Einspruch. Der Verwaltungsgerichtshof hatte die Entscheidung, weil die Klägerin den Provinzialausschuß in Darm stadt wegen Befangenheit ablehnte, an den Provinzialausschuß für Rheinhessen verwiesen. Die Beschwerde wurde wiederum ab gewiesen. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 6. Febr. Aus dem Zug entsprungen ist am Montag der Dragoner Trietsch, der in der vorigen Woche desertierte und in Trier festgenommeu worden war, von wo aus er in Begleitung eines Unteroffiziers und eines Gefreiten hierher gebracht werden sollte. Trietsch war abends gegen 7 Uhr mit Genehmigung des Unteroffiziers zwischen Bischofsheim und NcrUheinr ausgetreten, durch das Fenster verschwunden und davon gelaufen, bei der Ankunft des Zuges in Nauheim war er nicht mehr da. Bon Nauheim aus wurde die Verfolgung ausgenommen, bis jetzt allerdings vergeblich. — Verhaftet wurde der Zigeuner und Artist Blumen- feld in Berlin, der beschuldigt ist, an dem im vorigen Jahre vorgefallenen Diebstahl im Schlösse des Freiherrn von Gemmingen in F r ä n ki s ch - C ru m b a ch beteiligt gewesen zu sein. Die übrigen Einbrecher wurden schon durch die hiesige Strafkammer abgeurteilt. Damals war nur ein Teil der gestohlenen Silbermünzen und Waffen zur Stelle geschafft worden, den Rest soll der jetzt Verhaftete besitzen. m. Offenbach, 6. Febr. Die heutige Sitzung der Sperre ist gestern, nach Beendigung der bakteriologischen Unter» uchunP, aufgehoben worden. Der Krankheit sind 18 Mann, 15 aktive und 3 Reservisten, erlegen. w. Frankfurt a. M., 6. Febr. Dem Frankfurter Hilfskomitee für die Forscher im P olareis ist soeben folgendes Telcgram aus der Adventbaß zugegangen: Da Kraftstation n i e d e r geb r an n t seit acht Tagen, ist für nächste acht Tage Sendung von Telegrammen ausgeschlossen. Bestellung dieses Telegramms nur durch zufällige Expedition nach Grenn Harbour möglich. Kapitän Ritscher. — Am Ascher-Mittwoch abend schoß sich die 18- jährige Elisabeth Weiser, in der Bergerstraße wohnbäft, eine Kugel in die Brust. Sie wurde in schwer verletztem Zustand in das Marienkrankenhaus gebracht. — Ein anderes 18jähriges Mädchen suchte sich am Aberrd des gleichen Tages in der elterlichen Wohnung im Banmweg durch Leuchtgas zu vergiften. Es kam ins Königswarter Hospital. — Der 51jährige Eisnrbahngehilfc Heinrich D a y ließ sich am Mittwoch abend im Hauptbähnhos von einem Zuge überfahren. Er war sofort tot. w Cron berg, 6. Febr. Du Königin der Niederlande gedenkt demnächst einen längeren Aufenthalt im Taunus zu nehmen, um ihrem Gemahl Gesellschaft zu leisten. Für die Prinzessin Juliana und ihre Gespielinnen ist bereits Quartier gemietet. Ae tz den durcb die iedrr-Acnlii haftet der N rd, aber von re flaatlidx A i eine AeiMr >r allem für bi? rtc emeitor- TseniMgenm: r Kerbui-mA nad) d, SLauteM f in. müüm W er Mm nck luhchen, mm ie stteisbchiZ zumal die itr ;rg geringen ul ftächain allste ßreissteuen: alljährliih & zie alljähili^ r gejotbert t andwitt Röh'1 en Das mU etvege kam ti - r passieren ntr qegeitiDärhü • n den sftoiM uchi man vey s, daß der am n'ährer fl* : auch m i>cr,; .ch, daß an vr gettofsen ’M ivürden- nihiant a- M gaben der^ jalten. l^onne^j. .meiner WJ ir hiesigen ^ *XA Stadtverordneten b^'prach die städtische Fleischeinfuhr, die Schweine-Metzgerinnung hatte eine Eingabe an die Verwaltung gerichtet, in der nun die Einstellung der Einfuhr von gesä)lachtete,n Vieh und Fleisch durch die Stadt erstrebt wird. Äagegen wollen sich die Schweineinetzger verpflichten, die Preise für Fleisch und Wurst auf der in der Vereinbarung vom Dezember festgelegten Höhe zu belassen, solange die Notierungen des Frankfutter Marktes den Preis von 1,78 für das Kilo Schlachtgewicht nicht üd^schreiten. Die Schweineinetzger hatten am 16. Dez. mit der Stadt ein Mkommen getroffen, wonach die Stadt urr- gefähr die Hälfte des Schweinebedarfs mit 170 Schweinen in der Woche deckt und zum Preise von 1,56 Mk. abgibt. F-erner verpslickftete sich die Stadt, die Schweinefleisch-Verkaufsstellen auszuheben, wogegen die Verkaufspreise der Wurst und Fleischatten herabgesetzt wurden. Diesen Vertrag haben die Metzger zum 1. Februar gekündigt. Wie Beig. P o r t h hierzu ausführte, wurden bisher 3240 Zentner Fleisch bezogen. Die Großviehschlachttlngen iind in der gleichen Zeit imt 271 Stück zurückgegangen, außerdem murden 2164 Schweine weniger geschlachttt. Eingeführt wurden insgesamt 249 Stück Großvieh und 1260 Schweine. Ter Antrag wurde abgelehnt und der Bezug ausländischen Fleisches beibehalten. Ter Vorsitzende gab Kenntnis von einer (Stiftung der Freimaurerloge anläßlich ihres 100jährigen Bestehens, die der Stadt die Abteilung „Säuglings- und Muttttschntz", wie sie in der Ausstellung der „Mensch" in Tarnistadt zu sehen war, zum Geschenk überlassen will. Die Schenkung wurde angenonrmen, ebenso eine weitere der verstorbenen Margarethe Kurz, die einen in der Gemarkung Lengfeld gelegenen Acker zu gunsten des Armenwesens vermacht hat. Für die weitere Beschäftigung der Arbeitslosen wurden 5000 Mk. bewilligt. Infolge der Neuanlage der Kanalisation ist eine Bodemrntersuckmng erforderlich, wofür 3000 Ml. bewilligt tourben. — Für die Anschaffung einer Auto mobil spritze, die gieichzeittg der Mannsck)aftsbeförde- rung und als Schlauchwagen dient, wurden 30 000 Mk. bewilligt. — Die Abgabe des Gases durch Automaten hat solchen Anklang uefunden, daß die bisher bewilligten 50 000 Mk. verbraucht sind. Es wurden weitere 50 000 Mk. bewllligt. ch. Bingen, 6. Febr. Verschwunden ist seit Sonntag der Besucher des Technikums Herm. Gäbler. Der 19 Jahre alte, aus Halle a. d. Saale stammende Mann, wurde zuletzt am Naheufer gesehen. Vermintet wird, daß der in Bingerbrück voo\y nende Gäbler auf dem Heimweg in die Nahe gefallen und ertrunken ist. Hessen-Nassau. w. Hanau, 6. Febr. Die Ty phus epidem'ie im Eisenbahn-Regiment Nr. 3 hat noch ein Opfer gefordert. In der verstossenen Nacht ist der Pionier Seel aus Frankfutt a. M. von dar 1 Kompagnie verstorben. Im übrigen ist der Krankheitsstand folgender: Im Lazarett 64 Kranke, darunter sechs mit hohem Fisber, rm Hilfslazarett 81 Genesende, auf Urlaub 67 Mann, im Genesungsheim 18. Die über das 1. Bataillon verhängte Pfeffer * giessen bringt seine fUlassanfertigung für Jferren-Garderoben, tarnen- Jtostüme aus prima Stoffen zu sehr soliden Preisen in empfehlende Erinnerung aMll ■ Optima-Fahrräder 6»6 oei imülxrtroKoner 6 Ult u. ßallbartät Btr|cne> ,o nlet>r1g» (lmOtlebial»Tciltw. 8trlan«ra6ltloftni' Ule 3al Sonntag, d. 9. Febr. 1913 nachmittags 31/. llbr unter Mitwirk, der Kapelle des hiesigen Infant.-Regts. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 XW Bolks-Preise "W Kindervorstellung Klein Däumling. Märchen mit Musik n. Gesani in 7Bildern von Ctto Doges Ende 6 llbr. AbendS 7V, llbr: unter Mitwirkung d. Kapelle des dies Fnf.-RatS »Kaisei Wilhelm" ')lr. 116 Kleine Preise! Zum 7. Male Neuheit'. «enbej Parkettsitz Nr. 10 Fliegcrvofsc mit Gelang uni Tanz in einem Borspiel um 3 Akten von Hermann Halle: und Willi Wolf. Musik von Walter W Goetze Ende 10'/- Uhr. Braves MWen ImdW gesucht, l0813! Alieeftr. 19 I. Sauber. Lausmädchen in ben. Haus f. dauernd gesucht. 0927: Marktplatz 2. 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