Nr. 260 Drittes Blatt 163. Jahrgang Erscheint tlktzlich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Hiehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kteisblatt für -en Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen Mittwoch, 5. November W3 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversilätS - Buch- und Steindntckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag- 51. Redaktion: e-BA 112. Tel.-?ldr.: AnzeigerGießen. Der preisfaö des Getreides. Nach der amtlichen Statistik [feilte sich der Weizen- Preis im Durchschnitt bes Jahres 1912: in Berlin auf 217 Mk, in Danzig auf 20.5 und in Mannheim auf 236,7 Mark für die Tonne. Gegenwärtig lauten die Notierungen etwa: 180 bzw 160 bzw. 192 Mk. Hieraus ergibt sich beim Weizeit ein P r e i s ru ck g a n g um etwa 40 Mk. Nogg e n kostete im Jahresdurchschnitt 1912: in Berlin 185,8 und in Tanzig 179,6 Mk. Zurzeit wird diese für Deutschlands Bevölkerung wichtigste Brotfrucht notiert mit dem Preise von 156 Mk. in Berlin und 149 Mk. in Danzig, woraus sich ein r ei «falt um 20 Mk. ergibt. In ähnlichem Verhältnis sind auch die Preise für Hafer und Gerste gewichen. Mminigfache Umstände haben zur Entwertung des deutsclien Getreides beigetragcn, in erster Linie natürlich der Ausfall der deutschen Getreideernte, die alle Erwartungen übertrifft, sodann die reichliche Welternte an Getreide und nicht zuletzt auch die überaus ergiebige Kartoffelernte, die zweifellos den Brotverbrauch stark beeinträchtigen wird. Die Preise für Getreide und Hackfrüchte haben zurzeit einen Tiefstand erreicht wie noch niemals seit dem Inkrafttreten des Zolltarifs von 1902 und der geltenden Handelsverträge. Etwaige Befürchtungen, daß die Preisstürze eine schnell vorübergehende Erscheinung seien und baldigst einem Aufstieg Platz machen werden, sind um so weniger gerechtfertigt, als die Welternte eine Rekordernte verheißt. Unserer LandwirtsckMt bereitet der Preisfall des Getreides eitrige Enttäuschungen, immerhin kann sie eine gewisse (Genugtuung darüber empfinden, daß trotz der ver- hältnismäßig ziemlich hohen GetreidezöNe eine so starke Senkung eingetreten ist. Nachgerade müßten auch unsere Freihändler einsehen, daß es verkehrt ist, wenn man unfern Zolltarif noch immer als Brotwuchertarif schmäht. Die Preisgestaltung im lausenden Jahre liefert den maßgebenden Faktoren im Reiche im Hinblick auf die Vorbereitung neuer Handelsverträge wertvolles Material. Den Konsumenten sind bisher die Segnungen der reichen Inlandsernte lediglich in billigen Kart off el- un o Ge m ü s e p r e i s e n zugute gekommen: dagegen behaupten die Brot- und Fleischpreise noch einen hohen Stand. Es dürfte schwerlich damit zu rechnen sein, daß die Vieh- und Fleischpreise in naher Zukunft dem vorzüglichen Ausfall der heimischen Futterernte angepaßt werden, denn zunächst sind, die Landwirte darauf angewiesen, ihren Biehstand zu verstärken, um die Futtervorräte zweckmäßig verwenden zu können: sodann erfordert die Aufzucht von Vieh einen längeren Zeitraum. An sich läge es ja im Bereich der Möglichkeit, daß ein verstärkter Kartoffel- oder Brot-konsum die Nachfrage nach Fleisch abschwächen und den Preis dieses Nahrungsmittels verbilligen könnte: weiterhin, daß die von der Regierung bewirkten Erleichterungen der Fleischeinfuhr einen Einfluß auf die Preisbildung ausüben. Solche Erwartungen werden indessen durch die Organisation des Viehhandels in den großen Verbrauchsbezirken, wie das vorige Jahr hinlänglich bewiesen hat, getäuscht. Die Viehkommissionsbanken an den Schlacht- Höfen sorgen dafür, daß die Gestaltung der Fleischpreise möglichst feinen Erschütterungen ausgesetzt wird, sobald das Angebot reichlicher zu werden verspricht: sie haben die Vieh- und Fleischmarktverhältnisse monopolisiert und §icl)eit daraus erklecklichen frittzen zum Schaden der Laud- Ivirtschaft und Volkswohlfahrt. Man muß erwarten, daß die,,F 1 e i s ch e n q n e t e - K o m m i s s i o n", die soeben ihre Vorarbeiten beendet hat, baldigst mit praktisch verwertbaren Vorschlägen hervortreten wird, um den Gesetzen der Preisbildung für Vieh und Fleisch zu ihrem Rechte zu verhelfen. Die Beendigung der Regen!schast in Bayern. München, 4. Nov. Von der Kammer der Abgeordneten begeben sich heute nachmittag, wie die „Münchener Neueft. Nachr." schreiben, die beiden Referenten des Etats des Königlichen Hauses und «Hofes, die Mgeordneten Casselmann 'liberal) und 'G i e h r l (Zentrum) nach Schloß FÜ r st e n r i« d , nm sich nach eigenem Anschein von dem Befinden König Ottos zu überzeugen. Morgen Mittwoch fahren zum gleichen Zwecke die Präsi deuten der beiden Kammern, Graf Fugger von Glött und Dr. v. Orter er nach Fürstenried. Am Freitag vormittag wird die Kammer der Abgeordneten den Zustimmungsalt zu vollziehen haben. Zuvor ist in geheimer Sitzung darüber zu beraten und §u beschließen, ob die Gründe zur Beendigung der Regent- schaft und der Eröffnung der Thronfolge ausreichend sind. Der Zustimmungsalt der Ersten Kammer ist Freitag nachmittag in Aussicht genommen. Zu den geheimen Sitzungen der beiden Kammern wird als Regierungskommissar eine psychiatrische Autorität entsandt? Außerdem werden den beiden Kammern die ärztlichen Gutachten über den Gesundheitszustand Königs Otto vorgelegt. Die Kammer der Reichsräte hat heute dem Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung der Regentschaft in Bayern nach einem Vortrag des Reichsrats'v. Crailsheim ohne Aussprache mit allen abgegebenen Stimmen einstimmig angenommen. Der neue „tttupp-prozeß". ~ Berlin, 4. Nov. Der heutige 10. Verhandlungstag in dem Prozeß gegen den Kruppschen Direktor Eecius und den früheren Angestellten der Firma Krupp, Maximilian Brandt, begann mit der Mitteilung des Vorsitzenden, das; die Vernehmung des Generalleutnants v. Bücking sowie des gleichfalls als Zeugen geladenen Dezernenten der Feldzeugmeisterei Maior Anders erst am Freitag erfolgen werde. — Der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Wetzel gab sodann eine längere Erklärung ab, in der in erster Linie die Mitteilung interessant ist, daß gegen zwei Beamte des Reichsmarineamts gegenwärtig noch Ermittelungen schwebest, daß aber die Untersuchung bisher nicht abgeschlossen sei. Ein Verrat militärischer Geheimnisse ebenso wie die Frage der Bestechung dürfte ausgeschlossen erscheinen, so daß sich die Untersuchung nur auf disziplinarischem G eb ie t bewegen werde. Der Oberstaatsanwalt bemerkt hierzu, daß die Untersuchung zwar noch int Gange sei, daß sich aber bisher nichts ergeben habe, was zu der Einleitung eines Strafverfahrens Hätte Anlaß geben können. 'Da hieraus der Jnltalt weiterer Kornwalzer erörtert werden soll, wurde die O e f s e n t 1 i ch k e i t der Verhandlung neuerdings auf längere Zeit ausgeschlossen. — Nachdem die Oessentlichkeit wieder hergestellt war, gab der Zeuge v. Metzen gleichfalls eine Erklärung ob, in welcher er dagegen Verwahrung einlegt, daß man ihn mit den dem Abg. Dr. Liebknecht in die Hand gespielten Kornwalzern in Verbindung bringe. Weiter bekundet der Zeuge, daß der Angeklagte Brandt sich wiederholt in seinem Privatkontor, in welchem auch der Geheimschrank mit den Abschriften der „Kornwalzer" staird, ausgehalten habe, und ab zu sogar in Gesellschaft von Bekannten aus dem Militärstande, von denen er zweifellos Nachrichten bezog. Brandt soll sogar einmal vergessen haben, den Geheimschrank, der während der Abwesenheit des Zeugen von ihm offen gelassen worden war, nneder zuzusperren, was von einem bedenklichen Mangel an Vorsicht zeuge. Die Annahme, daß etwa aus dem vielleicht offen stehenden Schrank die Abschriften der „Kornwalzer" von einem Dieb entwendet worden seien, wird dadurch widerlegt, daß in dem Brief an den Abgeordneten Liebknecht ausdrücklich hervorgehoben wird, baß die Kornwalzer sich in einem Schrank im Zimmer des Herrn v. Dewitz befinden. Der Zeuge v. Dewitz bemerkt hierzu, daß es sich nicht nm einen eigentlichen Geheimschrank, sondern um einen ganz gewöhnlichen Bureauschrank gehandelt habe und daß er selbst Herrn v. Metzen wahrscheinlich gesagt habe, daß die „Kormvalzer" nsw. dort aufbewahrt würden. Diese letztere Aussage hält der Zeuge auch auf eine wiederholte Frage des Verteidigers R.-A. Dr. Löwenstein aufrecht, der seinerseits erklärte, für ihn scheine der Verdacht bis zur äußersten Möglichkeit als gegeben, daß der Zeuge v. Metzen mit den dem ickbgeordneten Liebknecht übersandten „Kornwalzern" in einer mehr oder weniger engen Verbindung stehe. Sehr auffällig müsse auch, das ersckwinen, daß in dem Dries an den ?lbgeordneten Liebknecht verschiedene Ausdrücke, die sich in Briefen Metzens an die Firma Krupp befinden, nrortipörffidv wiederkehren. Der Vorsitzende stellt hierzu jedoch fest, daß von einer wörtlichen Uebereinstimmung nicht gut gesprochen werden könne. — Der Zeuge v. Metzen verwahrt sich entschieden dagegen, in irgend welcher Verbindung mit dem Abgeordneten Liebknecht zu stehen oder gestanden zu haben, und meint, er müßte von einem ganz kopflosen Rachebedürfnis getrieben worden sein, ivenn er dem Abgeordneten Liebknecht ein Material übergeben hätte, an dessen Geheimhalttlng ihm um deswillen alles gelegen sein mußte, weil dasselbe wertlos wurde, sobald es der Oessentlichkeit bekannt nxrr. Der Zeuge v. Metzen ttntrbc sodann auf Ersuchen mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand für beute entlassen und sodann die Oessentlichkeit neuerdings ausgeschlossen. 35. Iahrezsest des Oberhessischen Vereins für Innere Mission. B. Gießen, 4. dLovember. Das Jahresfest wurde heute morgen um m 1 Uhr mit enter geschlossenen Sitzung der Vertrauensmänner aus den vberhcssisckren Dekanaten eröffnet, bei der innere Vereinsangelegenheiten erör tert wurden. Der Vereinsgeistliche, Psr. M e m m c r t Darmstadt, sprach über die iwtwendigen Arbeiten der inneren Mission in den oberhessischen Gemeinden und gab reichliche Arrregrrngen dazu. Psr. Schor! em me r-Frischbor» berichtete über die der ober- hessischen Presse vom „Evangelischen Nachrichtenverband für Hessen" geleistete Htlfsarbeft und machte Vorschläge für ihre weitere Ausgestaltung. Am Nachmittag erstattete der Vorsitzende, Kirchenrat D. Schlosser - Gießen, den Jahresbericht über das abgelaufene Jahr. Danach geht der Besuch der Herberge zur Heimat infolge der schärferen polizeilichen Kontrolle der Wcurderer ständig zurück, wenn auch die Zahl der sogen. Selbstbezahler zugenommeir hat. Das Eleonvrenhospiz in Bad-Nau heim hot sich einer fortgesetzt guten Inanspruchnahme zu erfreuen. Auch das Kinder- spital „Elisabethhaus", ebenfalls in Bad Nauheim, war stets gut besetzt. Die finanzielle Lage der W a r t b p r g b n cb h a u d 1 u n g (Buchhandlung der inneren Mission) hat sich gebessert, der Schwer punkt des Büchervertriebs soll mehr in die Gemeinden gelegt werden Gemeindekolpvrtage). Die unkirchliche Gemeffffchaftshewc gung machst sich hier und da auf dem Lairde breit. In A-rus ■ bürg ist von Fran Gräfin Wilhelm ein Erholungsheim für weibliche Angestellte des Kanftnannsberufes eingericlKet worden, das gut besucht wird. Daraus wurde dem Rechner des Vereins siir seine Mühe Entlastung erteilt. Daraus sprach Pfr. Kopf erm a n n - Caub über „Knie rc weibliche Iug end auf dem L ande". Er führte aus: Die Pflege der ioeiblichen Jugend ist aus dem Lande ckbeuso notwendig wie in der Stadt, aber sie hat auf dem Lande ihre besonderen Schwierigkeiten. Schon der Mangel an geeigneten Räumen erroeift sich als Hindernis, ^ebodj Hot sie auch auf dem Lande ihre besondere Aufgaben, indem sie der Landflucht entgegenwirken, ländliche Art und Sitte pflegen und bewußtes Christentum wecken soll. Die Mittel sind ähnlich wie in der Stadt. Das Volkslied ist besonders zu pflegen, um den Schundliedern entgegenzuwirken: bei Vorträgen und Vorlesungen ist auf die Bildungsstufe der Zuhörerinnen zu achten und in der religiösen Beeinftnssung auf das religiöse Bekenntnis der Gemeinde Rücksicht zu nehmen. Was von nichtkirchlicher Seite zür Pftege der weiblichen Jugend aus dem Lande geschieht, muß von der Kirche beachtet und gesördert werden. Der Glaube an die Jugend wird jedem Freund der Jugend trotz aller Enttäuschungen immer wieder Kraft zur Arbeit geben. An den eingehenden Vortrag, der ans gründlicher Erfahrung hervorgewachsen war, schloß sich eine ausgedehnte B es pr e chu n g an, die Pros. Sch i an-Gi e ße n einleitete. Er ermunterte dazu, die Arbeit, wo nur möglich, in Angriss zu nehmen. Pfr. Göbel-Büdingen machte aus die Schnnerigkeiten aufmerksam, welche der Einfluß des Wirtshauses herbeiiüOrt. Psr. V »g-e l - Reichelsheim betonte die Notwendigkeit dieser Arbeit. Pft. Schwab-Gießen sprack) für lose Vereinigungen der weiblichen Jugend, die nrit Hilfe der Frauenvereine zustande zu bringen seien. ICunft, Wissenschaft und Leben. — Rc i n h a rd t i n F r a n k su r t. Max Reinhardt wird Ende des Jahres vier Ausführungen von Voilmöllers Mirakel in per Fest Halle zu Frankfurt a. M. veranstalten, von denen die erste am 25. Dezember stattsindet. Das Innere der Festhalle wird für dieses Gastspiel vollständig umgebaut. Auf Wunsch von Professor Mar Reinhardt wird der ganze Zufchauerraum als Amphitheater eingerichtet. Durch diese Neugestaltung der Halle wird Ke Möglichkeit geboten, das „Mirakel" in Deutschland zum ersten Male in äbnltd'cm Stil wie seiner Zeit in der Olympia in London )arzustellen. — D i e Ausgrabungen, die der Kais. Ministerresident Dr. Mar Freiherr von Oppenheim aus dem Teil Halaf int Grenzgebiet von Syrien und Mesopotamien aussührt, haben yem rührigen Forscher and) in. diesem Jahre die Zeit zu einer längeren Expedition in die Umgegend gelassen, die und) dem iin 'Nordwesten gelegenen Tekrekgebirge gerichtet war. Es erwies fiel) als eilt ausgedehntes Höhlenland, das in der hettittschen und spater itod) in der hellenistisdym (leit eine dichte Bevölkerung beherbergte, während es jetzt völlig mensckienleer ist und nur gelegelttltch von arabischen Stämmen aus ihren Raubzügen durchzogen wird. Die alten Höhlen müssen lange ständige Bewohner qcboibt haben: ganze Ortschaften hatten sich in die Felsen ent Obdach gebaut. Rach „Peterm. Mitt." ist die Rückkehr der Oppen- lstim'schen Expedition pack) Deutsckstand nach Absckstnß der Ausgrabungen, die zu überraschenden Ergebnissen geführt haben, binnen kurzem zu erwarten. . _ ~ __ Ein Altcrtumsfnnd. Im Dorre Bot)cha,a ^na- menra bei Tiraspol im russischen Gouvernement Cherson mürbe m einer liefe von neun Faden ein überaus kostbares Grab aufgedeckt handelt sich um die Gruft eines Skytbenfürsten. Der Gipssarg von wunderbar feiner Arbeit ist mit Silber und Goldblechschildern von verschiedener Größe beschlagen, mehr als 400 2türf Er enthält ein Skelett, das um den Hals einen Goldreifen trägt' der mit schönster Emaille ausgelegt ist. Der Schädel ist mit einem Bronzel>elm vornehmster griechischer Arbeit bedeckt, an den Beinen sinden iid> Beinschienen, Kramiden aus Bronze. Zur Seite lügen zwei Schwerter mit goldenem Griff und goldener Scheide. g>ie Brust ist mit Panzer und Schild bedeckt. Die ganze Bewaffnung ist griechischer Herkunft, von Istichster Schönheit der Aus- firhnutq und von unermeßlichem Werte, zumal kaum out Museum in (Europa ein so tostbares und vollkommenes Stück besitzt. Die Reichtümer des Grabes find damit noch keineswegs erschöpft. An der rechten Seite des Skeletts stehen neun ziemlich große silberne Vasen, die mit halb erhabenen Figuren Darstellungen au£ dem Leb eit der Skythen zeigen. Ferner ist eine große goldene Schüssel in der Gruft gefunden mit Darstellungen von Vögeln und Fischen, enblid) and) ein goldener Kamm mit achtzehn Zähnen, geschmückt mit statuettenäbnlichen Figuren, die künstlerisch hervorragend gearbeitet sind. Die Darstellungen und Figuren sind auch in wissen- sckaftlicher Beziehung von außerordentlicktem Werte: sie illustrieren die Schilderungen Herodots vom Leben der Skythen in unüber- trcfflidjer Weise. ff. „Kältcbranb" in der „Fram"! Roald Amundsen, der gegenwärtig in seiner nordischen Heimat weilt, hat von dem derzeitigen Kominandanten der „Fram", Marineleutnant Thorvald Nilsen, die beunruhigende Mitteilung erhallen, daß fick) in der „Fram" „Kältebrand" gezeigt I>abe und daß infolge davon auch ein Teil der Schiffskonserven sauer geworden sei und preisgegeben werden mußte. Die „Fram" liegt zurzeit in Colon in der Nähe des Einganges zu dem neuen Panamakanal. „Kältebrand" ist die technische Bezeichnung einer Holzkrankheit, die bei Holz- sck utcii ziemlich häufig au ft ritt imd HolzfänlniS zur Folge hat. Sie kann sich außerordentlick; schnell ausbreiten und so binnen kurzem ein Schiff vernichten. Roch in Buenos Aires ist die „Fram" einer Grundreinigung unterworfen worden, ohne daß fick) irgend welche Spuren der Holzfäule bemerkbar machten: erst in Colon ist der Schaden zutage getreten. Wie groß er ist, läßt sich vorläuftg nod) nicht übersehen, und Amundsen selbst nimmt die Sache mit seiner gewohnten Ruhe Die „Fram" soll an der Eröffnung des Panamakanals einen hervorragenden Anteil nehmen und dann nach San Franzisko gehen. Dott sollen die erforderlichen Ausbesserungen vorgenommen werden. Ob durch das Auftreten deS „Kältebrandes" in dem berühmten Schiffe der Termin der von Amundsen geplanten 9cordpolarexpeditton Verzögerung erleiden wird, steht noch dahin: die bisherige Absicht AmundsenS ging dahin, im Mai ober Juni von San Franzisko aus die Fahrt ins Polarmeer anzutreten. Bemerkt mag schließlich) noch sein, daß bereits früher einmal Erscheinungen der gleichen Krankheit in der „Fram" aufgetreten sind: trotz alledem war sie noch imstande, die Fahrten zur antarktischen Eisbarriere zu unternehmen und dann noch einmal rund um die Erde zu segeln. Man ivird also hoffen bürfen, daß das jetzt 21 Jahre alte Schiff noch immer rüstig genug fein wird, um die große Fahri zum Nordpolarmeere anzu treten. , — Neues Spielzeug für den Weihnachtsmarkt. Pcssimrsttsche Onkel und Tanten behaupten ja gern, daß „heutzutage"- die Jugend nicht mehr jugendllch und die Khtber nicht mehr kindisch genug wären, um an wirklichem Spielzeug noch echte Freude zu finden, allein die Spielzeugsabri/anten, die die Kindesseele besser kennen müssen, wenn sie Geschäfte machen wollen, find anderer Ansicht und bringen Jahr um Jahr neues Spielwerk hervor. Der Mitarbeitei' eines Londoner Blattes hat den Besitzer eines der größten englischen Spielwarenhänser ausgesudst, um von ihm zu erfahren, welche Neuheiten der Weihnachtsmarkt 191.'! den Kleinen beschert, denn jedes Jahr hat seine Moden und seine bevorzugten Lieblingsspielzeuge. Für die, kleinen Jungen ykoXäy zeit man dem „Adam" einen großen Erfolg. Adam ist ein Gepäckträger, der auf einem Schiebkarren oder Olepäckwägelchen Puppengepäck und kleine Kästen ein paar Meter wert über den Fußb :on rollt, wenn er richtig aufgezogen ist. Der Witz dabei daß Adam über kurz oder lang die Mehrzahl der Gepäckstücke Vvm Wagen fallen läßt. Sein Rivale ist ein Reiner Bi 11 ardspie - [er, dessen mechamsche Seele den Ehrgeiz hat, mi£ seinem Stocke vriiberro /llende kleine Billardkugeln zn treffen. Trifft er wirk lieb, so rollt die Kugel in ein Fangnetz am Ende des Miniaturbillardtisches. Auf dem Gebiete des bleiernen Militarismus lver- den die natürlid) auftauchenden kleinen Ba 1 k nso 1 daten in den Pfadfindern gefährlidie Nebenbuhler finden: Heine Pfad finbcrlagcr mit Zelten, Sanbsäckeu, Kockn-orrichtungen und berg(. erregen bei ber Jugend von heute große Freude. Daneben bringt in diesem Jahre die Spielwarenfabrikation für die Knaben eine ganze Reihe von neuen Automobil typen, reizenden Meisterstücken der Kleinmechanik mit regelrechten Gummireifen und schnurrendem Motor. Die kleinen Mädchen haben anscheinend ive Niger lleberraschungen zu erhoffen: immerhin läßt sich schon heut- Voraussagen: in diesem Jahre wird die Babh^uppe das Feld beherrschen, und zwar nicht etwa die Wachs- ober Porzellan pupp', sondern die dauerhaftere H o 1 z p u v p e. Diese Holzbabys sind so hübsch gearbeitet, daß sie wie Wachspuppen aussehen, sie können Deine und Arme bewegen, sitzen, knien und liegen und bähen von der Wad?spuppe die Perrücke aus weichen glänzenden blonden dunklen Haaren übernommen. Behauptet sich der Teddybär noch im Herzen der Korber? Ja, er bleibt einstweilen der Pol in ber Erscheinungen Flucht, seine Popularität übeint unverwüstlich. In diesem Jahre präsentteri er sich ui neuer Gestalt: auf Rädern, aber nicht etwa, wie schon früher, auf regelmäßigen Rädern, sondern auf unregelmäßigen und ungleich großen, sodaß er regelrecht daher wackelt wie ein ridrtiger Wtieifter Petz und dabei auch nicht versäumt, im Einherirotteu „selbsttätig" die schönsten Brumm und Knurr laute von sich zu geben. n f- o Ir ii ■(V, m di bc bc — 9?i sc-' .bc |D| im str nn Iva au em* ucl spr and, mir (hin Vol fein Den sale' feer weil iebr S erd die £ einj | färf'H fühi: KonM d?ü(t aber’ men: ft» - rridtt* feier ich in-rie find, ihm die • bin.4 ©crid?tsfaaL gemacht. Handel. jetzt Dcröffentlüften Tabakbau Die Deutscher anni’nciue vu. v ..... — iciiuun ’ x L. 1010 uiL, Leistungen etivnS üurüefgebliebenei. qaßfcn über die Tabakernte in Jicut|d)lanb tm Zayre iui- lauen ----- j x«.-, .«fdmirfx» Whd. hrr h.'iitiHim S'nnhtmrtidvHt immer no' t in. .',aht- reiche Jolle sind zu verzeichnen, in denen die veikan ke ^ruckst von Händlern den Landwirten wieder zur Verfügung gestellt worden ist. verinifchteA. • T aZWrackde 8 ,,Bol tu rno". Amsterdam, 1. Nov Der Kapitän des in Nmuiden einaelaufenen Damviers „Eharlois ' gibt über die Auffindung des Brackes des ,,Bolturno" folgende Schilderung Boni Bord der „Eharlois" aus, die von Sabina in Texas mit einer für Amsterdam bestimmten »BctroleumfradTt kam, bemerkte man am 17. Oktober abends V,1Q Uhr auf 46" 44 nörb' lidier Breite und 36n 44 westlicher Länge ein verlassenes und vollständig abgetakeltem 3.ist gespielt habe, wie die nächsten Ligasviele des Svvr.oereins 1900 ergeben würden. Auch könne von einem vollständig überlegenen Spiel, abgei'eh.nt weniger Minuten vor Sdilust, nid;t get'prodien werden. Dir haben biete „Richtigstellung" ansqenomnten, um nicht ungerecht zu crtdieuicn, littmi aber von tveiteren Einsendungen über diesen Punk! ab- zuselten, denn schließlich gibt ja das Endergebnis, nicht die wcch-- selnde, höchst launenhaft«' liebet legenl>eit während des ^Vieles den Äusschlag, und an dem Ergebnis ist nichts zu berichtigen. Red ■ hilfe für Leidende an Hstbma, Bronchitis, Katarrh. Eö ist tausendfach bestätigt, bah «fnnol «ftbma Vulver rasche Hilfe bringt bei Anfällen von B ftbma nnd BronckitiS. Asthma tst keine organische Krankheit, wie fo ost nnaenommen nnrb, fonbern beruht auf kramvfhaftc Bewegung der BronchtatmuSkeln. Das mdsti"icksvarzesie ( eriuorben werden mußten, -oiort trat stohluS unter der Boraabe, die von der Spezialko>nn.nston tn Eschwege durchzusiihreuden Seoaration:arbeiten zu be|d)lcuniaen, und dadurch den Anlieger-., Sofien zu ersparen, nut den Familien Klemm und Horcher ^?ch,viegeriohn und -chiviegervater) m -ber- Handlungen: er eibot sich, dieser Familie eme Gmiidsiueksparrelle von einem halben Acker, welche die ^ladt imbedmgt f.ii teil Bau de§ Lehrerseminars haben mußte, für 1500 Mk. ab-ukauten. Klenun. als der eigentliche Besiher erklärte, in dieser Lage unter 2000 Mk diese Parrelle nicht abaeben zu wallen: ba er ivieder verreisen mußte, beanstragte er seine Scks'viegereltern mit den weiteren stau - verhandlungeii. Stadtverordneter Lohlus begleitete Klemm bis zur Balm, ging dann am nächsten Tage zum Schwiegervater Horcher und erklärte diesem, ttlemm sei mit deni verkauf zu 1650 -!k. em verstanden. Als Horcher daraus uickst emgehen ivollte, bot ^ohliiS 1700 'Dir. und machte nunmehr nm 6. September den 5taus dlirch einen notariellen Akt verfett Am 5. Oktober wurde nun bekannt, daß der Magistrat dieses Grundstück für da? Lehrerseminar tauten müsse, da sonst daS Lehrerseminar nicht gebaut loerbcn konnte, eo- fort erzählteii stlemm und Horcher in Eschivege, unter rote eigenartigen Uniftänben 51ohlus bieses Grnnbstuck zil 1700 _lf. an Jid) gebracht habe: die Jolge war, baß Nohlns sein etabtuerorbneten- manbat gefährdet sah. Er schrieb nunmehr an die .yanulic SUcmin- vordicr einen scharsen Brief und verlangte unter Androhung einer Strafanzeige wegen Beleidigung eine Ehrenerklärung, in der ausdrücklich gesagt werden sollte, daß er nicht als Stadtverordneter gehandelt habe, ihm das Grundstück vielmehr angeboleu worden sei. Tie Kamillen 5lle,nm-Horcher lehnten die Abgabe einer derartigen Ehrenerklärung ab nnd zeigten KohlnS wegen Betrugs und versuchter Nötigimg an. Tie ganze Geschichte, die tn Eschwege viel Staub anfgeivirbelt hatte, veranlaßte den KobluS zur Zurückgabe deS erworbenen ®nmbflüde§ an Klemm. Später verkauste Klemm direkt an die Stadt Eschivege und erhielt 2129 Mk. geboten. Tie Straitaiumer I sand nach langer Beratung in dem Vorgeben deS Angeklagten alle VoranSsehimgen für eine betrügerische vand hing, die sich der Angeklagte in seiner Eigenscha-t al8 e«nit- uerorbnclev habe zufchulden kommen lassen, ivciterhtn die Soran«- fehuuaen für eine versuchte Nötigung: sie verurteilte den Angeilagtcn mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholtenheit wegen Betrugs zu 300 Mk. und wegen versuchter Notiguug zu 100 Mk. Geldstrafe, außerdem in die Kosten des sehr umfangreichen Der'ahrens, zu dem 23 'Zeugen geladen ivareu. Gegen Koblns hat nunmehr auch der 'Magistrat der Stadt Eschivege ein Disziplinarverfahren wegen Verletzung seiner Amtspsiichteu als Stadtverordneter anhängig * Der minderjährige Ehemann, -ver Stabt- 4 nun c t r r T. in Triptis war burrb Urteil brs Landgrrichts Gera vom 21. April b. I. von der Anklage eines Vergehens gegen bas Per soncnstanbsgc setz jreigesprochcn worben, ivogegen von der örtTidten Staatsaiiwattsdtaft Neviswn beutt Rcichsgcridst eingelegt worben war. T. hatte am 12. ,-Evnuar b I. als stellvertretenber Standesbeamter unb stvar in Ber- tretuuq bes Bürgermeisters entgegen ben anSbrücklicben Bestimmungen bes Bürgerlichen Geseybiidtes einen '))t i n b e r j fll) rigcit rechtskräftig getraut gehabt. Zu seiner Ent schnlbignng hatte er angeführt, brr Bürgermeister habe ihn tags zuvor beauftragt gehabt, bie ?rauunff zu vollziehen unb er habe geglaubt, brr Bürgermeister habe schon bei Bestellung bes Aufgebotes bie Krage hinreichend geprüft, ob aufüfaebenbe Ehehinbernisse entnegenftänben Das Sanbgeridrt Gera hatte unter diesen Umstanden angenommen, baß dem Angeklagttn keine K-ahrläHig tei/t zur Last zu legen sei, iveil er bei der Trauung nicht nochmals bas Alter bes Bräutigams sestgesiellt gebäht l>abe. T. habe sich in einem entschnlbbaren Rechtsirrtum behmben und sich als nngesdnilter, redstsimkundiger Unterbeamter auf seinen Borgeetzten verlassen bürfen. Die Revision der Staatsann'altschast machte gegen dieses frei sprechende Urteil geh tenb, daß T. bei der Vollziehung der Trauung selbstänbig zur Prüfung bei- Krage verpflichtet gewesen wäre, ob Ehehindernisse Vorlagen, ungeachtet der gesetzlichen Bestimmung, daß diese Frage bereits bei dem Aufgebote zu entscheiden gemesen wäre. Das Reichsgericht hat jedoch bas Urteil der Vorinstanz bestätigt. mäßigen guten WeNeri'erlältnissc in angenehmer Erinnerung bleiben '2Bmn sich and> seine ''iiiticltcmperatur nur wenig über den Dnrdisdmitt erlebt infolge relativ niederer Nachttemp'-ra tum, , so brachten doch ;a Id reiche Nachmittage, ioenit die Boden» rebel von der Sonne aufgesaugt waren, lrerrlicke milde Witterung. Die Wärme stieg öfters ans 18—20 Grad, Nachtfröste in größerer Stärke wie normalerweise kamen nicht vor. Die Ursache dieses enrzigartigcn Herbstwetters waren Hod)druckgebiete, die beharrlich, halb int Narben Europas, balb im Osten ober bi rett über Deutschland fid) hielten und ruhige Lust und Trockenheit bradikn. Erst gegen das Ende des Monats bereiteten von Westen vorbringenbe LuMvirbel langsam einen Uebergang zu regnerischer Witterung vor Sie maren zunächst aber gerade bie Ursache der anßerordeiitlid) nrilden Tage, die wir gegen Monatsende hatten. Tenn auf ihrer Borderseite überfluteten warme, anfangs trockene Südwinde ganz Dentfchlanb, bie noch in 4000 Meter Höhe, >vv sonst schon starke märtte. A Groß-Felda, 4. Nov. Unser heutiger He rch st markt hatte eine sehr schwache Auffahrt von ^ungschwemen. Infolge- Men gab is flauer Handel bei rückwärlsgehenden Br«^n Man tonnte baS Paar Ferkel geringster ^orte schon »u 25 30 - raufen, mittlerer Sorten foitetcn 30—40 Mk., bester 40 60 Mk. mit dem zweiten Kommandanten als Vcwblsbaber wwche weder gelassen, der 'ich dann tn 'Beginntna des '?auptmci&mittn Bord des Wrackes Ix gab Der Anblick der gra uenbatten Verwüstung .'ddiürtcrtc die Männer aut das tientr. iic Brucken waren ubcrnnaitoer gestürzt. ber Man lag euer über Bo-d unb int onengerissenen Lchtftsraum vertaulte, unter noch ;u ' Tri' qhmmenbn Aickx, die Krodn. Waui entbedtc heichen, ab£ fie )wrnt dis zur Unkennttichkett verkohlt, nur nach der Ettöße ickl^: man, daß drei d-c von 'Viannctm eine andere die e-nni Jiingen tvaicn Einig - Sd ittsutenickten idxenen n«b ouV recht zu stehen, bed be der gn,ngtten Berührung zerftelen nc in «8c Nun stiegen die Besucher.tn ben Mmch.nennnun hm unter aber es zeigte sich flar. sar cs unmöglich snn werde, das Schift nnoocr Non -u machen. Ta das tretbenbe «rack eine Eesabr für die Schiffahrt darstellte, wurde Ix'd Ionen, es z u m Sinken zn bringen. Zu diesem Zweck tvuroe an der Wand dos Maschinenraums ein ad« Zoll breites Loch gebohrt durch das da- Baffer io'ort in breitem strahl cinidtor 2.ie ..Edarlois setzte dann .bten Weg tort, benn c-'var unmöglich Sumajtcn bi» ,'tch dieses Kaljtsfug von mehr als <000 - "nnen Jnball mit ^ai eF gt-iüllt hatte. An Boid wurde noch ein englnch gef^nc lenrr Briet gefunden, der der llranium-Geselttchaft -ugcsteltt rm. Darmstadt, 3 Nov. Wegen Ueberschreituna des Züchtigungsrechtes hatte fid) heute ber 29 Jahre alte, als Schul- verivalter in Treieichenhafn angestellte Lehrer PH. H. zu ucrant* Eine Ideale Komposition 4’"” iteflen «>avS ächte Sodener Mineral.Va'tillen darum dar. roed sie der Hliuotfadrc nach die wirksamen Bestandteile aus denaut- gezeichneten (9emeinbebrilaucllen Nr. 3 u. 1« enthalten. Srnm neu Nr. 3 ift wirksam gegen Erkrankungen und Reizttnaen der Lutlwege. Brunnen Nr. 18 wirkt au*flc*e,djnct auf Magen urfh Darm. Daraus ergibt sich, bah <>aos ächte Sodener Mmera!- Painllen gleich günstig bei «atarrhen ?c der Luftwege rote auf Magrnversiiinmilnqeti, Dnsvevfte. 2ciurconfommlunn :c rote ken muffen, u. dies qcnietnfanien Wirkung dank- sie tbren®eltnit IRan achte aber stets auf d. Namen .Jay'. Die Schacht. teft.85Wa. tcfrtci eschließung unb Ehefch ei bun g i n Dar Tif vbcn erschienene Panier Bevölkerungsstatistik tür ba« Jahr 1919 fntbält interessante Zahlen über Ebe,chl,cm.ngen und Ehe- ,'cheidunaen m Paris Im ganzen hnb tm rergangenen Jadr ll .ii 1 Ehen geschlossen worden In 61 ,rollen davon n»r ber Bräutigam über 25 Jahre älter als bie 'Braut, unb tn »vunb bienur gibt btc etatiitil Nicki »n 19 jMilgciottcnc 'tnLX Kahre 1912 rodi mit <5 Jahren ober bruber w onmens Band- geschlagen worben, unb als Gegenstück zu thnen weiß btc Son Wi jungen Bräuten im zarten Alter von 78 Jahren jn erzählen. Die frisch gesd-lossenen Eben worcen in k'Nlgen Jollen nicht von großer Taner, denn b junge Voare Ukßen sich tüiebei scheiden, bei denen weder „er noch -.ne bn* JUt i von zwanzig Jahren erreicht Hatten. .Dagegen nennt kne ^antzik nicht weniffcr als 60 Paare, btc uu tpredint -tien Pariser Äerzten ist es bisher ntdrt gcluitgen bieier Äronfbntau' ben Grund zu kommen ober irgend eine ^Üuna h^beUErnt. Wieviele andere Aranlc mag cs geben, dic.on dieser Telcphonang leiben, wenn die Anfälle auch nrcht gan- io der Grund der Erkrankung icboch nicht umurichndbor rft, londern einfach in der „Tücke des Kernsprechers" ,n uichen M'. Lin« PutUforfterung an ötn Kriegsminifter. 4- Berl in, 4 Nov. Der ehemalige Monnnanbeur des 13. ^rldartillcric-Rkgiments in Ulm, Oberst a> D. Hüge r, jeyl in ^Nünster, bat dem bisherigen preußischen «nni»mimftcr Erzcllenz v Heeringen tmrd) Professor Lehmann-Hohenberg in Weimar eine Aorderu n g aus Pistolen überbringen lassen, die ber Minister abgelrlmt hat Aus dem kürzlich verhandelten Prozeß -argen Professor Lehniann- Hohenberg, der fid) der Interessen Hügers -seit Jabern angenommen battr. weiß man, daß Oberst Häger Wöbrrnb seiner Dienstzeit in Ulm in Differeiuzen mit einem unter- nebenm Offizier geriet unb daß ihm dabei nach seiner Bebauptung Weber icinc Vorgn'etzten noch ber Möntfl von Württemberg, noch schließlich bas !tttifn1idie Militarkabinrtt zu Hilfe gekommen sind jEr crlndt seinen Absctned mit dem Recht, ixe Uniform in tragen Xg$. kam dann zu einem Pnxeß Hügers gegen feine ®iberiadx*r, ber nut ber ,3retfpcrd»mq des j rüber en obersten auf Grund des a 51 en bett Wun nahm sich Profefsor Ledtnann-Hohenberg ber Stotercffen des Obersten an und richtete im Auftrage des Obersten D. Hügrr an (Wrincral v Heering dn ein Schreiben, das ftilnendermaßen f(tiiefU: „Sic haben es nickt einmal für nötig cracktet, ihm aur die Aufforderung zu antttorttm, was er nur als neue Itränfung an- Im November stellt fid) in der allgemeinen Luftdruckverteiliing der Erbe eine biirdigreifeitbe Aenbernng ein. Die Hochdruckgürlcl, die sich auf beiden Seiten bes Aeanators nm bie Erbe idiltilgen,> rüden nad) subwärts, wihrenb bie Sturmwirbei bes Atlantifcheii -Ozeans an Ansbehming unb Stärke gewinnen In beit um ben yiotbbol gruppterteit Länbermafse-.t setzt unvermittelt scharfe Malte rm, ber avfttfdic Winter Dasselbe gilt für bie Hauplkaltegebtete ber Erde in Sibirien. Während Jakutsk in Sibirien ein Oktober- mittel ber Temperatur von 9 Grad Meilte hat, bringt ber November bereits 30 Grad unter Null Der November ift ber d>arafterntudic Monat, irt bem über weiten Säubernredert alles vcgetabilifdie Leben in eisiger Kälte für ben langen Winterschlaf erstarrt Ten aklau tisdfen Zhklvnen verdanken wir in Mitteleuropa dir verl-ättttts- mäßig noch milde Novemberwittcrnng. Wenn fid) aber gelegene lid) eine Luftbrnckverteilung ansbildet, die einen Lufttransport aus ben nörblichen unb norböstlichen Lanbmaffen im befolge bat, dann bekommen auch wir bereits eine Probe der afiatifdicn Kälte zu kosten, inentt and) wesentlich gemildert durch die südliche Lage uuseres Gebietes Die liefen Gründe für bas Zustanbekomnicn saldier Druckverteilungen kennt man noch nicht. Der Mvnat beginnt in feinem^ normalen Verlauf mit einer nnttleren Tagcstemperatur von 6—7 Grad und endet mit 3 Grab ZMrme. Dnrchsdrnittlich kommen im Jladilanb bereits 8 Frosttagc vor Wie winterlid) ber November auch bei uns gelegentlich, wenn auch sehr selten, ausfällt, zeigt bas Jahr 1858 mit 23 Frosttagen. Damals trat and) die tiefste, seither nicht mehr beobachtete Tempcia- tur von 15—17 Grab Kälte ein (23. Nov. 1858'. Temperaturen von 10—12 Grad Kälte würben in bieier Zeil noch wiederholt Igcmefien, fo 1869, 1890, 1887 u. v. Die höchste Tageswarme hat 1857 20 Grad nicht überschritten: 5. Nov. 1899 20.0 Grab C. In unserem engeren Bezirk verteilen fid) bie m i t t - I cren Mo n a t s t e m pe r a t n ren wie folgt: Darmitabt 4,3, iyießen 3,7, Bab Nauheim 3,1, Mainz 4,5, Offenbach 4,0, Michelstadt i. O. 2,8, Schotten im Vogelsberg 2,7, WormS 4,3 Grab. Die Eintrittszcit bes ersten Frostes fällt in Oberheffen meiit schon in den Oktober, in Rheinhessen und Starkenburg aber aus die ersten Tage des November. Der Obenwalb hat naturgemäß srüheren Krollbeginn. Recht winterlich werben bereits die Verhältnisse zinserer Mittelgcbirgi' Der Broden (1150 Meter) hat einc Mittel- temperatur von 1,2, Felbberg i. Tannns 880 Meter« 0,3 Grad, Schneekoppe (Kill) Meter 3,6 Grad, bie .Hochalpen vertreten durch die Zugspitze 2960 Meter» —7,9 Grab. __Ci( stellt lid) hob 700 Meier an längere Zeit eine gvichlosfenc Schneebeckc ein, wie wieberlwlt im Vogelsberg und ber :hbön in ben letzten^ Jahren Schneesall im November ist and) im Fladstand keine Seltenheit und kommt durchschnittlich an 2 4 Tagen vor < 1874 an 9 Tagen Doch überlebt die Sdmecbccft die Dauer eines Tages außerordentlich selten. Nur 1887 nick 1902 hatte sie sed)stägigen Bcstanb. Die Jahl der Nicdcrsdrlagskagc ist in, November sehr groß, bie Nieder scküagsincnge aber verhältnismäßig klein: es regnet oft, aber unr in geringer Stärke Da^u iKirfdit gleichmätzig starke Be wökknng unb Iwbf Nebelivohnchcinlichkeil, die ben Monat in gc funbhcitlidter Hinsicht diskreditieren. Der V e i g a n g e n e M o n a t £)ttobcr dürste in der Witterungsgeschidfte ivegen seiner gleich- 11.8 . 63 3.4 5.6 5,0 1 6,3 I ........ Wetterschau für November. sehen kann Nack allebem, sagt Oberst Hüger, erübrigt es. Euer Exzellenz nod: einen weiteren Termin -u netten: er verlangt nunmehr von Ihnen Genngtuuna mit der Batte, -ter Hüger !,ar mich beauftragt. Ihnen eine svvrderung am Prnölen zu überbringen, weifen ick mick Ltermit erledige. ertuckc Euer Eizettenz, mir den Herrn nrnnbaic zu machen, welchen