geschüttelt haben. Kamen doch die bremischen Parlamentarier die breite Treppe der Börse herab, nachdem sie den Beschluß gefaßt hatten: vom Jahre 1914 ab soll der altberühmte Bremer Freimarkt nicht mehr im Innern der Stadt abgehalten werden! Schon seit Jahren haben Neuerer versucht, dem Freimarkt, der auf ein Alter von fast 1000 Jahren zurückblicken kann, das Wasser abzugraben. Das waren die Verkchrsfanatiker, die Feinde der engen, malerischen Gassen, die Freunde des schnellen Verkehrs, die Bremens Wohl bedroht sahen durch die Zeltstadt im Innern der, alten Handels- metropolc. Aber die Neuerer drangen damit nicht so ohne weiteres durch. Denn noch hatten die Alteingesessenen in der bremischen Bürgerschaft die Mehrheit. Und zu diesen „Dagenbaren" — so nennt man die in Bremen geborenen Bürger — gehörte auch der Präsident einer der größten Verkehrsgesellschasten, Konsul Fri» Achelis, der Vorsitzende des Aufsichtsrates des Norddeutschen Lloyd. Konsul Achelis, trat jedesmal mit großer Wärme für die Beibehaltung des Freimarktes in seiner alten Form ein. Und er drang damit auch regelmäßig durch. Bis auf die letzte Sitzung des bremischen Parlamentes, in der die Neuerer in der Mehrzahl luaren Nicht nur in Bremen selbst, sondern auch in der weiten Umgebung, befürchtet man, daß diese Maßnahme den langsamen Tod des Marktes bedeuten wird. Der Bremer Freimarkt hat nämlich genau so gut seine Traditionen, wie der Hamburger Dom, die Dresdener Vogelwiese, das Münchener Oktobersest, das .Hannoversche Schützenfest und das Lübecker Volksfest. An den 10 Tagen des Freimarktes wirft der sonst so ehrsame Bremer Bürger und die noch sittsamere Bremer Maid das Tugendkleid der übrigen 355 Tage ab und amiisiert sich! In tollem Wirbel folgt ein Tag dem anderen: sind aber die lustigen Markttage vorbei, dann schreitet jeder genau so „etepetete" durch Bremens Straßen, wie er es vordem getan hat. Nun soll der Markt hinter den Hauptbahnhof dicht an den Bürgerpark gelegt werden. Für die liebebedürftigcn Mägdele^i mag die Nähe des Parkes ganz angenehm sein, und auch die Rowdies werden sich über das schützende Dunkel des Waldes freuen — die Bremer aber werden die sonst so liebgewordenen Besuche des . Marktes einstellen. Und damit wird der schöne, historische Bremer Freimarkt seinem Ende entgegen gehen. — Kurze Nachrichten aus Kunst uno Wissen- schäft. Im König!. Schauspielhause zu Berlin erlebte das drei- aktige Komödienspiel von Alexander Zi nn „Die drei Bru.0 or von Damaskus" seine erste Aufführung und errang entert starken unbestrittenen Erfolg. Der anwesende Dichter wuv« dem zweiten und dritten Akt lebhaft gerufen- Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. den Dardanellen abgegangen. Belgrad, 5. Okt. Ministerpräsident P a s ch i t s ch ist Die Nachrichten aus P r i s r e n und den benachbarten Stellungen bestätigen, daß die A l b a n c r z u r ü ck g c s ch l a - g e n worden sind. Die Verfolgung ist ausgenommen worden. — Ueber das Denkmal dreier hervorragender Deutsch-Amerikaner. Karl Schurz, Preetorius und Taenzer. das in St Louis errich.et werden soll und dem deutschen Bildhauer Wilhelm W a n d s ch n e i d e r zur Ausführung übertragen wurde, werden in der Kunstchronik interessante Einzelheiten berichtet. Es war ein internationaler Wertbetverb ausgeschrieben worden, und Wandschneider, der sich als einziger reichsdeutscher Bildhauer beteiligt hatte, erhielt den eriten Preis. Dre Hauptfigur des Werkes aber, die die nackte Gestalt der Wahrheit darstcllt, erregte heftigen Anstoß, und es kam zu einem erbitterten Kampf zwischen Prüderie und K u n st. Dem Künstler, der selbst nach Amerika fuhr, erklärte man, an eine Ausführung sei nicht zu denken. Da die Mittel durch private Sammlungen aufgebracht waren und viele der Stifter, vor allem der Großbauer Ädolphus Busch, sich dagegen erklärten, wurde das Preisgericht noch einmal zusammenberusen; doch gab es wieder einstimmig Wandschneider den Preis, und so wird denn das Werk im nächsten Sommer im Reservoir-Park von St. Louis aufgestellt werden, lieber einen Stufenbau zeigt es vor einer drei- gcteilten feingliederigen Steinwand die sitzende Gestalt der Wahrheit, deren weitausgreisende Arme vor den Seitenfeldern zwei große Fackeln halten. Rundmedaillons und Inschriften bilden den weiteren Schmuck. Die imposante Architektur wird in Missouri- Granit ausgeführt, die doppelt lebensgroße Frauenfigur ist in Bronze gegossen. db. Der wandelnde Bremer Frei markt. Aus Bremen wird uns geschrieben: Roland, der Ries' am Rathaus zu Bremen, wird dieser Tage bedenklich sein ehrwürdiges Haupt berauschende Getränke genossen wurden. Die Musik wurde auf flötenartigen Instrumenten gespielt. Die Hauptbeschäftigung der Indianer am Jhana ist die Her- ßiellung von Kurare-Gift, das mit Blaserohren gegen den Feind geschossen wird. Eigenartig ist auch der Gebrauch von Caapi-Wein, der eine ähnliche Wirkung erzeugt, wie Haschisch oder Opium. Er wird bei den Tänzen getrunken. Er erzeugt zuerst eine Leichenblässe, dann folgt Uebelkeit und Schwindel und schließlich eine wilde, bacchantische Raserei. Wenn das Jndividium, das von ihm getrunken hat, nicht in Schläf fällt, der ungefähr 2 bis 3 Tage bauert, so sind keine nachteiligen Folgen vorhanden. Alle diese Indianer huldigen der Vielweiberei. Erst die Eingeborenen der Uaupegebiete sind Mouogamisden. Es gibt unter ihnen richtige „Bravi", die überaus gefährlich sind. Dr. Rice hat eine große Sammlung interessanter Gebrauchsgcgenstände mitgebracht. Durch unbekannte Gebiete am Amazonenstrom. Ter amerikanische Forschungsreisende Dr. Hamilton Riee ist soeben von einer anderthalbjährigen Entdeckungsreise in den unbekannten Gebieten am Oberläufe des Amazonas und leinen < Seitenströmen zurückgekehrt und veröffentlicht im „Standard j cinige interessante Schilderungen, betten wir folgende- entnehmen. Das Auffälligste am Rio Ynirida, einem rechten Seitenflusse des Guaviare, war die Zahmh.nt der wilden Tiere Es wimmelte von Jaguaren und Tapiren. Aber namentlich die letzteren waren so zabm und so neugierig, daß sie bis ans Kanoe herankamen, es I gemütlich umschwammen und die Reisenden beschnupperten In ?inem Jaguar wurde ein Tapir gesunden. 50 Tage lang trieb die feine Expedition den Pnirida hinab, ohne eine Spur von rnensch- icker Kultur zu entdecken. In der Nacht lagerte sie am Hier, wurde aber beständig von Jaguaren und Tapiren au|geweckt Die erste menschl che Niederlassung war ein indianisches ^pcherdorf helfen Bewohner noch ohne jede Verbindung Mit der Kuttur standen. Si^ aebörten nicht dem großen Stamme der Tupi-Guarani, der stck den ganzen Amazonenstrom entlang ausdehn an, sondern den Lariben V Venezuela, Guyana und die nordöstlichen Gebiete von Braiilttn bevölkern Tie größte E.genart dmer sehr niedrig stchen- 5?. iff die aroße Vorherrschaft der Frau. Sie sind die ^n^ia aroszen Kopfschmuck iriangdn währeuchdem d-° Mann«n«l° bei denen ausgeputzt waren. Sie TUijnen Deutsches Reich. Der Reichskanzler in München. Der Reichskanzler und Untcrstaatssekretär Wahnschaffe sind Sonntag vormittag von Berlin kommend in München eingctroffen. Der Reichskanzler begab sich nach dem preuß. Gesandtschaftspalais, wo er Wohnung nimmt. Sonntag abend folgte der Reichskanzler einer Einladung des Ministerpräsidenten Frhrn. v. H e r t l i n g zum Dmer, frühstückt am Montag beim Staatsminister Frhrn. v. Soden und speist am Montag abend in der preußischen Gesandtschaft. Am Dienstag vormittag begibt er sich auf Einladung des Prmz- regenteu nach dem Schloß Lindenhof, wo er einige Tage der Hochgebirgsjagd obliegt. Verband für internationale Verständigung. In Nürnberg begann am Samstag der zweite Kongreß des Verbandes für internationale Verständigung, zu dem etwa 350 Teilnehmer aller Länder sich gemeldet hatten. Die Stadt gab einen Begrüßungsabend. Tier Reichstagsabg. Florian Klosse (Zentrum), Vertreter des Wahlkreises Leobschütz, ist, wie die „Schlesische Zeitung meldet, am Samstag früh gestorben. Ausland. Eine internationale Eisen bahn Konferenz. Wie verlautet, wird .demnächst in Paris eine internationale Konserenz zusammentreten, welche die Frage neuer Eisenbahn t a r i f e für die Beförderung von Reisenden und Waren von Rußland nach Deutschland, Oesterreich-llngarn, Frankreich unt Belgien und insbesondere die Frage eines Tartses für die Verbindung Petersburg—Moskau—Kiew—Wien—Paris prüfen soll. Auslandsreise desösterreichischenThronfolgers. Von unterrichteter Seite wird aus Wien mit geteilt: Der Thronfolger wird Anfang November in Begleitung seiner Gemahlin, einer Einladung des Königs von England Folge leistend, sich 'zum Besuche des Königspaares von England nach Windsor begeben. Bei dieser Gelegenheit finden Jagdausflüge statt Danach werden der Thronfolger und seine Gemahlin einer Einladung des Herzvgpaares von Portland zum Besuche des Schlosses Welbag nachkommen. Von einer Teilnahme des Thronfolgers und seiner Gemahlin an den Jagden des deutschen Kaisers ist nichts bekannt. Ein Jubiläum des Erzherzogs Franz Ferdinand.- Am gestrigen Sonntag fand in Salzburg aus Anlaß des 25jährigen Jubiläums der Zugehörigkeit des Erzherzogs Franz Ferdinand hur deutschen Armee eine Beglückwünschung durch eine preußische Offiziersabordnung statt. Der Führer dieser Deputaiion, Regimentskommandeur Oberstleutnant Gras Wengers ky überreichte dem Erzherzog Thronfolger das ihm vom deutschen Kaiser verliehene Tienstauszeickmungskreuz mit einem Handschreiben und drückte ihm die Glückwünsche des allerhöchsten Kriegsherrn ans. Erzherzog Franz Ferdinand dankte mit herzlichen Worten für die ihm zuteil gewordene Aufmerksamkeit. Mittags fand in der kaiserlichen Residenz ein Diner zu Ehren der deutschen Gäste statt. Die Skandale von Nancy vor Gericht. Nach einer Blättermeldung aus Nancy hat der Untersuchungs-» richtet Pages die im Frühjahr in Nancy insultierten Deutschen, welche gegen unbekannte Täter Schadenersatzansprüche angestrengt! haben, 24 Zeugen, darunter mehreren Sttidenten, gegenübergestellt. Diese Gegenüberstellung habe jedoch keinerlei Ergebnis gehabt. Der Verzicht auf den Verzicht. Offiziösen sind wieder an der Arbeit, um die Be- unruhigung, welche durch die mancherlei Alarmnachrichten über den Kamp f um den Braunschweigischen Thron in der öffentlichen Meinung hervorgerufen worden ist, nach Kräften zu dämpfen, aber es dürfte sich bei dieser Arbeit um verlorene Liebesmüh handeln. Wenn beispielsweise ein Offiziosus versichert, daß in der Lösung der Welfenfrage eine Verzögerung noch nicht eingetreten fei, so muß dem gegenüber darauf hingewiesen werden, daß tn Braunschweig alle Vorbereitungen zu dem für den 1. November vorgesehenen Einzug des Prinzen Ernst August und der deutschen Kaisertochter getroffen worden waren und jetzt wieder in aller Stille abgesagt worden sind. §at doch der Bundesrat seine erste Sitzung nach den Ferien abgehalten, ohne daß, obwohl die Offiziösen dies seit Monaten angekündigt hatten, vom Thema, nämlich von Braunschweig, gesprochen wurde. Man braucht gewiß nicht alle Sensationsnachrichten, die aus welfischer Quelle über die Tifferenzen zwischen Hohenzollern und Cumberland verbreitet werden, für bare Münze zu nehmen, aber bie Tatsache ist nicht mehr zu leugnen, daß er n stli che Meinungsverschiedenheiten über die Lösung der braunschweigischen Frage bestehen. Muß es doch auffallen, daß der Prinz von Cumberland bereits seit mehr als acht Tagen in Gmunden weilt, angeblich um dort die Entscheidung des Bundesrats abzuwarten, während andererseits der schon vor längerer Zeit angekündigte Besuch des Deutschen Kaisers in Gmunden ad ealendas graecas vertagt worden ist. Es ist alles anders gekommen. Als die Verlobung des Prinzen von Cumberland mit der deutschen Kaisertochter veröffentlicht wurde, herrschte überall in Deutschland Befriedigung darüber, daß der -alte Zwist zwischen dem Hohen- zollernhause und den Welfen, der freilich längst der Geschichte angehört, und über den die politische Entwickelung, die nicht stillsteht, zur Tagesordnung übergegangen ist, auf dem Wege einer Heirat begraben werden sollte, die ebenso dem Zug des Herzens wie'der Staatsraison zu entsprechen schien. Man hegte keinen Zweifel daran, daß Mittel und Wege gefunden worden feien, um den Bundesratsbeschlnssen vorn 7. Juni 1885 und vom 28. Februar 1907 zu ihrem Recht zu verhelfen, wonach kein Mitglied des Welfenhauses den braunschweigischen Thron besteigen könne, solange irgend ein Mitglied dieses Hauses sich in einem der Verfassung und dem inneren Frieden widerstreitenden Verhältnis zu Preußen befinde. Aber auch hier bewahrheitete sich das alte Wort: es lommt immer anders. Nach jenem Bundesratsbeschluß hätte von allen Mitgliedern des Hauses Cumberland ein aus- dr ücklicher Verzicht auf die hannoverschen Ansprüche verlangt werden müssen, allein man erfuhr bald, daß der 5) e r z o g ErnstAu g u st, da er sich durch ein seinem Vater nnt Sterbelager gegebenes Versprechen gebunden fühle, einen solchen Verzicht rundweg abgelehnt habe. Man war bereit, sich auch damit abzufinden angesichts der Tatsache, daß der Cumberlander an der Schwelle des biblischen Alters steht, und angesichts der Versicherung der Offiziösen, daß er seine Thronanspräche an seinen Sohn abgetreten habe, obwohl hierunter anscheinend nur die braunschweigischen, nicht die sogenannten hannoverschen zu verstehen sind. In erster Reihe, so schlußfolgerte man, kommt es doch auf den ---, ... . Prinzen Ernst August selbst an, und dieser hatte ja'gestern aus Wien hier eingetrofsen. Nr. 254 Erstes Blatt 165. Jahrgang Montag, 6. Oktober M3 Siebener Anzeiger jroj™ ä BH Bezugövrci-: erscheint täglich, außer /Mr W monatlich 75Pß, viertel- sss-äbMÄ4AMA4*AM ■■ ssss im AI? A|T Ar 11 ITT AI f| AT »a SSvlvIlvIlvl 4111 TvlUvI Sßd wirtschaftlich« Zeilftagen ▼ ■ ■ ■ W V " ö ® ~ ~ Ll)efredakteui: A. Goetz. Fernfprech-Anschlüsse: I f AM Nera.Uworchch für den MZZ General-Anzetger sm Oberheffen für die TaaeSnnnnner ** 1 _ Kurt Bendt; für den bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpeditlon und Druckerei: dchmftrage t. Anzeigenteil: H. Beck. in feinem Schreiben an den Reichskanzler vorn 20. April betont, daß in feinem dem Kaiser und König geleisteten Treueide das Versprechen liege, „daß ich nichts tun und nichts unterstützen werde, was darauf gerichtet ist, den derzeitigen Besitzstand Preußens zu verändern." Man war fast allgemein aeneigt, diese Erklärung als hinreichend anzusehen, obwohl der Treueid nur für die Zeit der Zugehörig^- keit zum preußischen Heere gilt. Tann aber kam die Auslegung von welfischer'Seite, welche sich zu den amtlichen Auslegungen jener Erklärung in schroffsten Widerspruch stellte. Hat doch der welfische Reichstagsabgeord- neteColshorn neuerdings am Geburtstage des Herzogs von Cumberland in Diepholz einen Kommentar zu dem Schreiben des Prinzen abgegeben, in dem es heißt: „Wir wissen, daß er n i e ver zich t e t hat und nie verzichten wird . . . Wenn ich es nicht gewußt hätte, dann habe ich, gs erfahren ans dem Munde des Herzogs in Gmunden, daß weder der Herzog noch die preußische Regierung ihn als einen Verzicht angesehen haben. Wir brauchen weiter nickfts als das klare Faktum, daß kein Verzicht vorliegt. Wir haben den Kampf 47 Jähre geführt, und wir werden noch weitere 47 Jahre weiter arbeiten." Tas ist eine klare Sprache, ist eine Erklärung, über die man nicht z'ur Tagesordnung übergehen kann, umsomehr, da der Prinz in seinem Schreiben an den Kanzler sich von den welfischen Bestrebungen in keiner Weise losgesagt hat. Tie öffentliche Meinung hatte die Regelung der braunschweigischen Thronsvlgefrage mit Befriedigung begrüßt, weil sie sich davon die endgültige Niederschlagung der wel- süschen Agitation versprach. Jetzt besteht die Gefahr, daß diese Agitation dadurch vielmehr neuen Boden gewinnt, und deshalb würde es die öffentliche Meinung nicht begreifen und der für die Politik des deutschen Reiches verantwortliche Kan z ler würde der Volksvertretung gegenüber einen schweren Stand haben, wenn der Bundesrat glatt umfiele und auf den heißumstrittenen Verzicht verzichten wollte, den er selbst für eine Garantie gegen die welfischen Umi triebe erklärt hat. Die neuen Zchwierigkeiten auf dem Volkan. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." schreibt in ihrer Wochenrundschau: Die letzte Woche brachte für die weitere Behandlung der albanisch-serbischen und der griechisch-türkischen Schwierigkeiten einige Erleichterungen. Ten Großmächten wurde von Serbien in amtlicher Form die bestimmte Erklärung abgegeben, daß der aus den Londoner ^Beschlüssen gegründete Besitzstand des unabhängigen Albanien nicht angetastct werden soll. Die persönliche Aussprache zwischen dem Leiter der answärttgen Politik Oesterreich-Ungarns und dem serbischen Ministerpräsidenten nahm nach dem, was über die von dem Grafen B e r ch t o l d und dem Ministerpräsidenten P a s ch i t s ch empfangenen Eindrücke beiderseits verlautet, einen befriedigenden Verlau : und eröffnete für die Zukunft die Aussicht auf eine Verständigung, besonders in wirtschaftlichen Fragen. Auch für die Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland, die Anfang dieser Wock)e in Athen von neuem aufgenvmmen werden, stehen die Vorzeichen nicht ungünstig, wenn auch eine Einigung in einzelnen Punkten noch eingehende Beratungen erfordert. Tie Gefahr, die dieser Friedensarbeit durch ein vorzeitiges Aufrollen der Jnselfrage drohen könnte, scheim beschworen zu sein. Mit der militärischen Abrüstung in Thrazien soll begonnen werden. Wien, 4. Okt. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel: Ein türkisches Geschwader, aus drei großen Einheiten und mehreren Torpedobooten bestehend, ist nach Einnahme von Kohlen und Munition nach ycer un- Flotte. Aeaderungen in der Marineorganifation Frankreichs- Paris, 4. Btt. Der Mini st er rat ermächtigte den M a r.inr m'i n i ffer., .bie von der Admiralität Vvrgeschla- genen SLe n b e rum-g-en in der Z u s a.m rnensetz^ung!>er S e e st r e it k r L f t.e durchzusühren. Die Veränderungen er» folgen im wesentlichen nach zwei Gesichtspunkten: Zustrnmrensttzllng von Geichwadern ans acht Linienschiffen und Grlwhung der beiden ersten Geschwader hinsichtlich ihrer Cadces und BeÄnngen ans Kriegsstärke. Das enste Geschwader besteht demnach ans den neuen haben Panzerschiffen /r3ean Bart" und „(Sourbet" und sechs Schiffen der Dantonk.asse, während das zweite Geschwader fünf Panzerschiffe vom Typ Patrie und vorläufig eine Division aus drei Panzerschiffen von Typ St. Louis, die früher zum dritten Geschwader gehörte, umfaßt. Diese Division, bte für die Hebungen und Manöver dem Kommandeur des zweiten Geschwaders unterstellt ist, bildet im .Kriegsfälle eine Ergänzungsdivision. Mitte 1914 wird diese Division höchstwahrscheinlich aufgelöst, wenn die Kriegsflotte durch zwei neue Einhctten vom Typ Jean Bart und durch die Panzerschiffe „France" und „Paris" vervollständigt sein wird. Alsdann wird die Zusammensetzung der Flotte noch einmal eine Aenderung erfaßen. Vizeadmiral Marin-Darbel wurde zum Kommandanten des zweiten Geschwaders der ersten Kriegsflotte und Kontreadmiral Tracou zum Kommandanten der zweiten Division des zweiten Geschwaders der ersten Kriegsflotte ernannt. Kontreadmiral Darrien erhielt das Kommando der Schulschiffdivision im Mittelmeer und .Kontreadmiral Le Eannelier das Kommando der Schulschiffdivfflon int Atlanttschen Ozean. lürcbc uttö Schule. Eine Romreise deutscher Bischöfe. Aus München wird gemeldet: Der Erzbischof von München, die Bischöfe von Passau und Augsburg sowie Speyer begeben sich am 13. November nach Rom. 27. Hauptversammlung de§ Allgemeinen deutschen Krauenvereinr. bt. Gießen, 5. Oktober. Mit Fug und Recht verdient die gute, alte Stadt Gießen bc& Lob, das mau ihr von jeher überall anstandslos w gebilligt — das Lob, Gießen sei eine höfliche Stadt gegen das Geschlecht, von dem man sagt, es sei das bessere. Das .bewiesen in den letzten Tagen Gießens Bürger, indem .sie ihre .Häuser mit einem bunten, fröhlichen Fahnenschmuck versahen, den vielen Damen zum Gruße, die von nah und fern herbeieilten zur 27. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins; und das bewiesen noch .mehr die wenigen Auserkorenen, denen es vergönnt war, die Fremdlinge am Sonntag abend im Hause des Gesell- fchaftsvereins von ganzem Herzen willkommen zu .heißen. Etwa zweihundert Damen aus ganz Deutschland hatten sich eingefunden und verstanden es gar schnell, sich über das Zeremoniell der ersten Bekanntmachung hinwegzusetzen und bald ungezwungen nach links und rechts zu plaudern, als -wären sie daheim im Kreise ihrer Lieben. Sie fühlten sich eben nach den eigenen Worten einer Teilnehmerin „ganz wie zu .Haufe" — ein rühmliches Zeugnis von Gießens Gastfreundschaft. Die erste Zusammenkunft der Tagung war selbstverständlich allein dem Willkommengruß und der Freude des Wiedersehens gewidmet. In diesem Sinne überbrachte Frau Oberstleutnant Minna Nun mann den Gruß der Ortsgruppe Gießen des Allg. Deutschen Frauenvereins als deren Vorsitzende. Sie verheimlichte nicht die Sorge mancher, die Damen auch recht aufzunahmen, damit es ihnen an nichts fehle, doch diese Angst sei nun, so meinte sie, von der Freude verscheucht, so viele liebe Gäste bei sich bewirten zu dürfen. In dieser Freude wolle man nun auch an die Arbeit gehen, wobei sie alle mit ganzer Kraft helfen wollten, damit die Ziele und Aufgaben der Frauenbewegung in absehbarer Zeit in Erfüllung gehen. Der heutige Abend solle jedoch der Freude allein gewidmet sein. Willkommen bei uns! Doch nicht nur die hiesige Ortsgruppe, auch tue ganze Stadt nimmt regen Anteil an tan Beratungen des Kongresses. Tas bezeugte aus vollem .Herzen Oberbürger- meister Mecum, "der den Willkommengruß der Stadt und Bürgerschaft Gießen zum Ausdruck brachte. Er bat die fremden 'Damen, Nachsicht zu üben, wenn es ihnen viel- 'leicht hier an manchem fehle, was sie in der Großstadt gewohnt seien, Gießen stehe erst seit den letzten zwölf Jahren in dem Wettbewerb nm die Errungenschaften der Neuzeit. Noch fehle der Stadt viel, was sich durch die entstehenden Steuerlasten nicht so schnell beschaffen lasse. Doch der Mangel werde ausgeglichen durch die Herzlichkeit des Empfanges und später hoffentlich durch freudige Erinnerung. Mit diesem Wunsche hieß der Redner den Frauenverein herzlich willkommen. Als dritte kam Fräulein Helene Lange, die greise Führerin der deutschen Frauenbewegung, wenn auch noch nicht persönlich, so doch durch Worte der Muse und der Dichtkunst zu Worte. „1813—1913" heißt das herrliche Dichtwerk, das sie dem Deutschen Frauenverein eigens zu seiner 27. Tagung bescherte. Fein geschliffene Verse sind es, in denen die Dichterin das langsame Emporglimmen des Fün.kck>ens „Franenfrage" mit packenden Worten schildert. Mit dem Wunsche „Der Zukunft, Zukunft sollt ihr bauen!" schließt das ^Kdicht, das von Fräulein Strack aus Gießen dank ihres vollen, modulationsfähigen Organs sehr wir-t kungsvoll zum Vortrag gebracht wurde. Daran schlossen sich Schattenbilder, die das Leben des Mädchens und der Frau wundervoll dar stellen. Sie zeugten von dem Fleiße, den die Gießener Jugend-, gruppe des Frauenvereins dazu aufgewendet hat, um den Gästen etwas ganz besonderes zu bieten. Die Jugendgruppe ist bekanntlich im letzten Winter gegründet worden, damit das Bewußtsein für die Stellung der toertauben Frau schon in den Herzen der Mädchen und Jungfrauen geweckt werde. Reizende kleine Gedichtchen, die tarn Gedankengange der Bilder entsprachen, aus dem Munde von Fräulein Strack, begleiteten die Schattenbilder. Nach solchen vielerlei Gearüssen des Herzens, Geistes, Ohres und Auges war es eine rechte Erquickung, daß nun auch für des Leibes Wohl in reichem Maße gesorgt wurde. Zwischen die Reihe der Reden und Vorträge trat eine Pause, in; der die Stadt Gießen mit Geschick durch die /fCinttn Hände lieblicher Bürgerstöchter den aufmerksamen Wirt spielte. Ein kaltes Abendessen mit Wein, Bier und Kaffee mundete allen trefflich und die lustigen Weisen der Musiker des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 bildeten hie angenehme Tafelmusik. . . Aber auch das hatte ein Enta, nicht ohne jedoch ferne L uelnde Wirkung zu verfehlen. Was nun folgte, war nicht mehr feierlich zu nennen, trug vielmehr den >l ausgeprägtesten Frohsinns. Noch einmal schlug Frl. rt, die Vertreterin des Vereins der Gießener l ernstere Töne an, indem sie Fräulein Helene gend. Hessen-Nassau. h Frankfurt a. M., 5. Okt. In voller geistiger Frische eierte heute Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Heinrich Quincke sein 50jährigeS Doktorjubiläum und zu. gleich sein 30jähriges Jubiläum als Mitglied der deutschen Akademie der Naturforscher in Halle. SelterausM leim') beivoitt» lrWinbe „ Nach lai «ldrn ist „ unftr lieber Onkel Ans Stadt und Land. Gießen, 6. Oktober 1913. * * Der neue Fahrplan für das Winterhalbjahr 1913/14 liegt der heutigen Postauflage unserer Zeitung bei. * * Stadttheater. Auf die morgige erste Wiederholung des neuen Lusffpiels von Stein und Heller, „M a - j olika", kann ganz besonders hingewiesen werden, da die flotte Ausführung bei der Erstaufführung einen großen Heiterkeitserfolg errungen hat. • * Obermusikmeister Wilhelm ßö6er beim Infanterie-Regiment Nr. 116 in Gießen feiert am 6. Oktober d. I. sein 25jähriges Die n st j u b i l äu m. Geboren aml7.Jan. 1870, trat er beim Infanterie-Regiment Nr. 120 ein, ging am 1. Oktober 1892 zum Grenadier-Regiment 110, am 1. Oktober 1894 zum Jägerbataillon Nr. 11 und am 1. August 1901 zum Infanterie-Regiment Nr. 72 über und wurde am 7. Dezember 1902 zum Musikmeister und am 8. Dezember 1907 zum Obermusikmeister befördert. * * Schieß üb ungen preußischer Gendarmen. Heute vormittag trafen 11 Gendarmen aus der preußischen Umgebung hier ein, um auf dem Schießplätze des Regiments Schießübungen abzuhalten. * • Der falsche Kriminalbeamte. In letzter Zeit wurden abends, besonders in den Anlagen, Personen von einem angeblichen Kriminalbeamten angehalten und belästigt. In verflossener Nacht gelang es Schutzleuten in Zivil, den Menschen bei seiner Tätigkeit in den Friedhofsanlagen abzufasscn und dingfest zu machen. Der mit Gummischläger bewaffnete angebliche Kriminalist entpuppte sich als ein hiesiger Fabrikarbeiter. ** In der Hauptversammlung ber hessischen Anwal tskammer, die am Samstag in Mainz stattfand, wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Justtzrat (Saufe» Mainz, Justizrat Dr. Schmidt-Mainz, Justtzrat Grünewald Gießen und Geh. Juftizrat Metz-Gießen einstimmig wiedergewählt, während für Geh. Justizrat Gallus-Darmstadt, der zurückgetreten ist, Justtzrat Dr. Bender-Darmstadt neugewählt wurde. Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer -Darmstadt erstattete einen Bericht über die Verhandlungen des deutschen Auwaltstags in Breslau. Herr 3 '".Lebcv Die Bezirksvereins in Gemeinschaft mit dem Kreisrinderzuchtverein, deren Vorsitzender der Scheidende war, voraus. Aach Erstattung des Rechenschaftsberichts des rerflossenen Screinsi öftrer durch den Rechner wurde der Voranschlag für das nächste Vercuis- jahr beraten und zur Erörterung gestellt. Hierbei sei erwähnt, daß Kulturtechniker Kunz bedauerte, daß die hiesige Jungviehmeide so wenig aus den umliegenden größeren Orten mü Jungvieh beschickt werde. Er stellte den Anrrag, die in den Voranschlag eingestellten 600 Mark für Unterstützung von Gemeinden zur Anschaffung von Gemeindebullen der Jungviehweide zu überweisen, weil durch die gehobenen Viehpreise beim Verkauf untauglich gewordener Zuchtbullen den Gemeinden die Anschaffungskosten neuer Bullen größtenteils gedeckt würden. Bürgermeister Greb- Eichenrod bedauerte ebenfalls die schwache Beschickung der Jungviehweide, ist jedoch gegen die Bewilligung der beantragten Unterstützung an diese. Sie solle den Gemeinden zugute komme: , weil man beim Ankauf reinrassiger Zuchtbullen aus der Schweiz immer noch hohe Preise bezahlen müsse. Bürgermeister I o st - Bermuihs- hain erläutert mir Beispielen, daß die Beschickung ix-r Jung- Viehweiden bezüglich der Kosten (für ein Stück 40 Mark pro V2 Jahr) gegenüber den Futterkasten und Wartung zu Hause außerordentlich billig sei. Er ist ebenfalls für Bewilligung eines Bettags an die Jungviehweide. Es wurden hierauf 300 Mk. für diese eingestellt, während 300 Mark zur Unterstützung beim Ankauf von Gemeindebullen verwendet werden sollen. Dem hie- sigen Geflügelzuchtverein wurden aus Anlaß der hier stattfinbew den Pwvinzial-Geftügelausstellung 40 Mk. bewilligt. An Stelle des Kreisrats v. Bechtold wurde dessen Nachfolger, Großh. Kreisrat v. W e r n e r zum Vorsitzenden, und Bürgermeister Robemer, Angersbach, als dessen Stellvertteter des landwirtschaftlichen Bezirksvereins gewählt. Auf Vorschlag wurden diesem auch die Geschäfte des Vorsitzenden des Kreisrinderzuchtvereins übertragen. An dem darauf folgenden Ab sch i e ds e s se n beteiligten sich etwa 130 Personen. .Kreisamtmanu Dr. Heß rief namens der Beamten des Kreisamts dem Scheidenden anerremtenbe Watte nach und bedauerte dessen Weggang. Bürgermeister t»?aaL Amberg (Oberpfalz», 5. Okt. DaS Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung heute morgen nm 3 Uhr den verheirateten Tapezierer Joseph Karl aus Regensburg zu in Tode. Der Verurteilte Übersiel am 18. Juli 191 die ledige 35jährige Privatiere Helene Hinter in Regensburg in ihrer Wohnung und hatte sie mit einer Schere getötet und beraubt. Zweibrücken, 5. Okt. Das Pfälzische Schwurgericht verurteilte gestern den Tagner Karl Spohn aus Merzalben, der int Frühjahr dieses Jahres ein Mädchen in Rimschweiler ermordete, zum Tode. Ter Riärder fyrtte sein Opfer am frühen Morgen in der Scheune erwartet imb, als es seine wiederholten Lietaswerbungen abwies, '^Unn7uiei1 Sa? failn R| qrttvati 2.11 * .1 tc ht der dne nia cl Alagader" von $C1 Erfe.mo Picid ntiUt ivorDCiL d Wirkend C1 M Geschwind Lauge in poetischer Form feierte und durch einen prächtigen Blumenstrauß ehrte. Doch als dann Frl. Helene Lange lächelnd das Wort ergriff, um für alle die Ehrungen unib Willkommens grüße zu danken, zog heller Jubel ein in den festlich geschmückten Saal. Die alte, ewig junge Vorkämpferin und langjährige Vorsitzende des 2H(gemeinen Deutschen Frauenvereins ist eine Meisterin der Reta wie der Schrift, sie weiß mit wenigen schlichten Worten den Hörer in ihren Bann zu ziehen. Sie führte etwa folgendes aus: „Durch den mir soeben vom Lehrerimrenvereiu überreichten Sttauß mußte ich unwillkürlich an frühere Aufsatzthemata denken und an eines besonders, das ich nie vergesse: „Tas Leben — eine Reise". Damals erlebte man auf der üblichen, recht langsamen Fahrt in wenigen Tagen weit mehr als heute auf einer Reise um die Welt. Daher rührt noch jetzt meine Vorliebe für langsame Beförderung, wenn auch nicht in dem Maße, wie die meiner Freundin Luise Otto, die von Meißen nach Leipzig nur im Bummelzuge reiste. Reisen heißt erleben und ba5 Leben ist eine Reise. Noch eine Vorliebe habe ich, in klein eren Stationen, auf denen ich auf der Reise durchkomme, Halt zu machen, und freue mich stets, wenn wir einmal in einer Heineren Stadt unsere Tagung abhalten, wo uns rvahre Herzlichkeit empfängt. Auch hier in Gießen fand ich das warme Gefühl, das vor allen Dingen sich offenbart in den 9Ren)eben Wir sind keine Vereinsskelette, sondern freuen uns über Menschlichkeit und über einen herzlichen Empfang. Dank der Stadt, die uns so herzlich aufnahm! Und wenn es am Montag ans Schlagen geht, denn werden wir als freundliches Unterpfand auf den unblutigen Feldzug dieses Gefühl behalten. Stimmen Sie mit mir ein in einen Toast lauf die Stadt Gießen Und auf unsere Ortsgruppe! Stürmischen Beifall erweckten diese mit Humor vor- gebrächten Worte, der sich erst legte, als zwölf junge Mädchen, Mitglieder der Jugendgruppe, paarweise als hessische Bauernburschen und Bäuerinnen zum Bauerntanze antraten. Besonders die prallen Burschen sahen ganz allerliebst aus. Der Tanz, der von Frau Goll vom Stadttheater mit Liebe einstudiert worden war, klappte vorzüglich und wurde so beifällig ausgenommen, daß er wiederholt werden mußte. Damit hatte die Begrüßungsfeier ihr Ende erreicht. Nach herzlichem Abschiede ging man auseinander mit dem Wunsche: „Auf Wiedersehen am ersten Tage ernster Arbeit für unsere Sache!" Kreis Büdingen. 2. Geiß-Nidda, 4. Okt. Bei der heutigen Gemeinderatswahl wurden neugewählt: Karl Meisinger mit 54, Gustav Lind mit 53, Rudolf Lehmer mit 48, August Lind mit 45 Stimmen. Sehr hohe Stimnwnzahlen erzielten außerdem: Otto Lind 38, Otto Wörner 37, Karl Walther 31, Wilhelm Printern: 30, Wilhelm Philippi 29 Stimmen. Es kamen im ganzen 12 ernsthafte Kandidaturen in Betracht, während sich die Stimmen auf 30 Personen verteilten. Bon 158 Wahlberechtigten stimmten 121 ab — 80 Proz. Die Wahlbewegung war sehr rege und man war deshalb sehr gespannt auf das Resultat, da die Ausscheidenden aus dein Gemeindevorstand wegen- hohen Alters eine Wiederwahl meist ablehnten. (r) S10 ck h e i m, 4. Okt. Die Vermutung, daß der seit einigen Tagen verschwundene Landwirt Frank Selbstmord begangen habe, hat sich bestätigt. Am Donnerstag ist in F e ch c n h e i m am Main eine Leiche geländet worden, die später als die Leiche des Frank fcstgestellt wurde. Zerrüttete Familienverhältnisse sollen den schon bejahrten Mann, der sich des besten Ansehens erfreute, in den Tod getrieben haben. (r) Ortenberg, 4. Okt. Ein bedauerlicher Unglücks fall ereignete sich in dem benachbarten Bergheim. Der Landwirt Emrich wollte einen mit Kartoffeln beladenen Wagen nach Hause fahren. Als er auf einem etwas abfallcnldetl Wego hemmen wollte, fiel der Wagen plötzlich um und begrub unter sich den Fuhrmann. Außer einem Rippenbruch trug Emrich noch innere Verletzungen davon, doch ist Hoffnung vorhanden, daß er am Leben bleibt. Merkwürdigerweise blieb ein auf dem Wagen sitzendes Kind, das beim Umfallen des Wagens unten die Kartoffclsäcke zu liegen kam, ohne jegliche Verletzungen. (r) Ortenberg, 4. Okt. Die Gemeindcrats- wahl für Ortcnberg ist auf den 11. Oktober anberaumt worden. Vier Gcmeinderatsmitglieder sind neu zu wählen. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 4. Okt. Im Saalbau zum Johannesberg fand heute für den nach Alzey verfetzt-en Großh. Kreisrat v. Be ch- t 0 l d eine A b s ch i e d s f e i e r statt. Die große Zahl der Teilnehm er bewies, daß sich der Sdteitanbe wahrend seiner neunjährigen Tätigkeit als Berwaltungsbcamter des Üreifes Lauterbach unter der Bevölkerung große Sympathie erworben hatte. Der Abschiedsfeier ging die Hauptversammlung des landwirtschaftlichen Kreis Friedberg. v. Bad-Nauheim, 5. Okt. Staute vormittag trafen mit Sonderzug, von Frankfurt kommend, 110 Teilnehmer am Bundestag des Bundes Deutscher Architekten hier ein. Um 12 Uhr sand im großen Spersesaal des >ttrrhauscs ein von der Bade- und Kurverwaltung gegebenes Frühstück statt, nach dessen Beendigung Herr Regierungsbaumeffter Berk einen Vortrag über die Heilquellen, Neubauten und maschinellen Anlagen Bad-Nauheims hielt. Unter Führm^r der Herren Regierungsbaumeister Berk und Lorenz und Re gierungsassessor Dr. Winkelmann wurde dan^ ein Rund gang durch unser Bad abgetreten. Gegen 4 Uhr sand ein Ausflug nach Friedberg statt, wo Oberlehrer Dr. Dreher durch die Altertümer der Stadt führte. Den Schlus des Bad-Nauhrtmer Besuchs machte ein Festessen im Kurhaus. Um lOi/i Uhr fuhren die Gäste mit Sonderzug nach Frankfurt zurück. — Unsere Kirchweihe war vom schönsiei' Wetter begünsttgt und führte einen Massenbesuch aus bei Umgebung herbei. — Im Bericht über die letzte Skadtver« ordnetensitzung in Nr. 233 unserer Zeitung hat sich eit Druckfehler eingeschlichen. Es muß heißen Trennsystem — Regen- und Schmutzwasserkanäle gesondert —, nicht Tonnen system. h. Vilbel, 5. Okt. Der im Juni zum Bürgermeister gewählte Stadtsekretär A. Berg hat noch keine Bestätigung gesunden. Er hätte sein Amt bereits am 1. September an» treten müssen. Infolgedessen versieht der bisherige Bürgermeister Mühlschwein die Amtsgeschäste noch weiter. Starkenburg und Rheinhessen. w. Diarmstadt, 4. Okt. Prinz Heinrich von P r e u ß e n ist gestern abend und Prinzessin Heinrich von Preußen heute vormittag zum Besuch des Großherzoglichen Hofes im Jagdschloß Wolfsgarten ein getroffen. w. Mainz, 4. Okt. Im Stadtteil Mombach siel ein achtjähriges Mädchen vom zweiten Stockwerk aus dem Fenster auf das St r a ß en p s la st e r. Die bei dem Sturz erlittenen Verletzungen lvaren derart schwer, daß das Kind nach einer halben Stunde starb. Als die Mutter, in deren Abwesenheit sich das Unglück ereignet hatte, davon hörte verfiel sie in Herzkrämpfe. Ihr Zustand ist besorgniserrv' Letzte Nachrichten wiese. Abends um 8 Uhr gaben Freiherr v. Hertling und Ge- verwenden! S8u/o Erhältlich in den Uohlenhandlungen! Rostschutzfarbe । ®ja>«e gan^äse n n öfter, das Kistchen, 60 bis 70 nrofjc .Käse enthalt., nur Mk. 2.90 franko geg.Rachn. Wiederverk. billiger. Molkerei Laubach (Hess.) Frisch mgetr-jen: GfcWW“»?45w. Visitkarten billigst Brühl’sche Druckerei. _________________ Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig- -Tixlo'.v, keil» Blutandrangs etc. Gewöhnt. Dosis: 1 Wasserglas oolt. nrvbcDL/ 0 SaxSehner’s Bitterquelle HUNYADIJÄNOS mehlin in den Festräumen des Ministeriums des Aeußern ein Tiner. Eine Erinnerung an Eleonore Prochaska. Berlin, 6. Olt. Dem hundertjährigen Todestage des Potsdamer Heldenmädchens Eleonore Prochaska kzalt eine stimmungsvolle Feier, die gestern an dem Ehreumonument aus dem alten Potsdamer Friedhof eine stattliche Festgemeinde vereinte. Die Zöglinge des Potsdamer Milit -Waisenhauses, in dem Mono re Prochasla ihre Erziehung fand, wohnten mit allen Offizieren, Lehrern und dünnten der Feier frei Der Anstaltsgeistliche des Militär- Waisenhauses hielt die Gedächtnisrede und rühmte die echte Weiblichkeit des Heldenmädchens. Nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden ist am Samstag abend 83/4 Uhr unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel irit Prügelhieben auf den Kopf so lange geschlagen, bis ies-es eine blutige Mpsse war. Der Reichskanzler in München. ..... München, 5. Okt. Heute nachmittag fuhr der Minister- fahrend einr Präsident Freiherr v. Hertling bei der preußischen Gesandtschaft -VOnrrnl rc.., tmr nt rtS nT\ fi'rt* Sz>m fnr n V\ ^a\c»t ST? o 4 A & Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den 7. Okt. 1913: echselnd bewölkt, meist irocfen, kühler, nördliche Winde. Kleine Eager chrorrtt. Der Privatier Albert Lietzmann in Saarbrücken tötete in der Nacht zum Sonntag seine Eheffau durch Schläge mit einem spitzen Dachdeckerhammer gegen die itcl'i! Halsschlagader und auf den Kopf und beging dann Selbst- ’i& J nrorb durch Erschießen. Der Täter hat anscheinend in einem Höhere Prtvatschrrle, Darmstadt Grüner Weg 19 Inh. u. Leiter H. Rupp Fernspr.1512 Die unter staatl. Aufsicht stehende Anstalt bereitet in form. pcrf. Unterricht zur Jd29/, Eins.-, Prim -, Fähnrich- und Reife- Prüfung u. zu all. ander. Schulvrüfungen vor. — Beschränkte Schnlerz. Vorzüal.empfohl.Familienpenfionat. Ueberraschende Erfolge. Aivnatl. Berichte üb. Fortschr. d. Schüler. Prüfungsergebnisse u. sonstig. Mitteil, durch den Vorsteher H. Kupp. BijMilgc 3 Stück 25 LM ne.Ä“ 50 Das Richtige gesunden hüben Sie, wenn Sie zum heizen und Uochen nur 7 non-Vrikets» ZivMeil- kstkerilUllslhillei! :: für Bäcker :: empfiehlt billigst: Wgar BorrmN Neustadt 11. Tel. 165. Daselbst auch welche zum Verleihen. 16412 Für Mck Her gibt es nichts besseres als naturreinen Trauben-Saft aus dem Reformhaus Krenzplatz 5* [6386 1-1,50 M-. Üiüipir!i.8l!ll!l-/.Pfd.3k)Pf. Assel Leberwnrst. [6590 M. WKscii Seltersweg 12. Tel. 285. patentamtl. geschützt. Bei Emii Fischbach MSB Wtertfa Dir.: Hermann Steingoetter. Tienstga.den7.Okt.1913, abends 8 Nbr 2. Dienslag-Abonnement- Vorstellung. — Gewöhnliche Preise! — Neuheit! Neuheit! Majolika Lustspiel in ZAkten von Leo Walther Stein und Ludwig Heller. Ende gegen 10 Uöt-tC6/!») K* hu r Zunichte, daß die Mfi- übertragen werden.^ A Hoch aus den Kreis LMei' rm Gemeinderat gewahl- er uns mitteilt, in keinad Partei, und verwahrt fü Soziatdemckrat bezeichn berg. t- .deute vormittag trefr Mnmend, 110 Teilnehme scher Architekten hier er ch'esaal des Kurhauses et ; gegebenes Frühstück sick rtzerungsbMmeißer Sei ’n, Neubauten und mH nett. Unter Kchrum hr -Tunb Soren) » ann wurde d«mr t». eten. Gegen sthr smi itit, wv Qderiehrer 1: Slüdi führte. Den Mii^ ae ein Festessen im 8m. We mit Londerzug toi Weihe war vom schönfu neu Mch'enbesuch aus bn Zur Verbreitung des Guten schreibt Marie Thomas, divl. Hebamme, in Ober-Weiden: „Vor ca. 5 Wochen verkühlte ich mich, zog mir eine Krankheit im .Kehlkopf zu, baue sechö Tage Fieber, 39,8 Grad, und nahm sechs ^.ngc keine Nahrung zu mir, nur Wasser. Ich batte gar keinen Appettt. Das i>-lagige Fieber raubte mir mein Gedächtnis und machte nuch so malt, das; ich kaum gehen konnte. Vor cn. 3 Wochen fing ich an Leeiserrin in Gebrauch zu nehmen; der 2lppctit fteioerte neb von Tag zu Taa, das Gewicht, welches ich in der Krankheit verloren hakle, nahm zu, das Gedächtnis ist zurückgekehrt und die Kräfto bnben zngcnommcn wie durch ein Ianbermittel. Auch mein ueuraslheuisches Leiden hat sich bedeutend gebessert, ich hatte nämlich beständig KoPsstbmcrzc«, die jetzt nur noch selten auftreten; das nervöse Angstgefühl ist ganz geschwunden. So kann ich Leeiserrin nur mein bestes Lob anösprcchc», dafür, daß es nichts ähnliches besseres gibt, noch geben wird. ( ) Leeiserrin kostet Mk. 3.— die Flasche, man achte genau aus das Wort „Leeiserrin". In Apolhekeli zu haben, ganz sicher von: Univcrsitätö Avotbckc und Hirsch-Apotheke in Gienen. [Cw/S LriftjchistahvS. Der neue Parscvalluftkreuzer P. L. 16. Bitter selb, 4. Oft. (Priv.-Telegr.) Der für die deutsche hecresverwaltung bestimmte Parsevallnsttreuzer „P. L. 16" ist httite morgen um 1/28 Ufrr zu einer l1/2ftünbigcn Waril'stattsahrt zusgestiegen. Das neue Luftschiff ist mit zwei Maybach-Motoren ton je 180 Pferdekräften ausgerüstet. In dec Gondel ist zum ersten Male die vordere Hälfte als g e s chlo s s e n e K a b i ll e aus- ■1 baut worden. Außer der Ballonsteuerung ist noch eine maschinelle Hohcnsteuerung vorhanden. Das Umschalteventil ist automatisch wirkend ausgebildet. Die Ballonhülle, die 96 Meter lang ist, er- beit am Kopse eine Versteifung. „P. L. 16" ist um 9 Ühr glatt Etor der Halle gelandet. Das Luftschiff funktionierte vorzüglich. Di" Geschvindigkeit ergab mit den neuen Propellern sehr gute Mesultate. Jich-u-K um 1° E Herr Ludwig Menges im 18. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Menges. Großen Linden, 6. Oktober 1913. 16584 Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3>/« Uhr von, Trauerhanse aus statt. tret l allt. _ Rußlandunddietürkisch-griechischeStreit frage. Petersburg, 6. Oft. Die Vertreter Rußlands in Konstantinopel und Athen haben amtliche Anweisungen erhalten, die Pforte sowie Griechenland durch nichtostizielle sreund- chastliche Ratschläge, die auch von ben anderen Großmächten unterstützt werden sollen, zur Nachgiebigfeit zu bewegen. Die Lage gilt, auch wegen der teilweisen Mobilisierung der türkischen Divisionen, als sehr ernst. Außer der Jnselfrage seien auch noch andere Gründe für den etwaigen Ausbruch eines Konflikts vorhanden. Der Sultan von Maskat t- Maskat, 6. Okt. Der Sultan v o n M a s k a t ist heute früh gestorben, fein ältester Sohn folgt ihm auf den Thron. Bulgarische Unterstützung der Türkei gegen Griechenland? Paris, 6. Okt. Wie das „Echo de Paris" aus Belgrad meldet, hat Bulgarien der Türkei anscheinend militärische Unterstützung gegen Griechenland zugesagt. Im Falle des Sieges würde die Türkei Westthrazien behalten und den Bulgaren Süd-Mazedonien überlassen. Serbien sei entschlossen, Griechenland z u n n t e r st ü tz e n. Rumänien, das seine Vorkehrungen getroffen habe, sei Herr der Lage. — Nach einer Meldung des „Petit Parisien" hätten die Albanesen Unruhen im Sandschak Novibazar erregt. Serbien und Montenegro, die den Sandschal unter sich teilen würden, hätten Maßnahmen zur Unterdrückung jeder Revolte getroffen. Ein kirchlicher Konflikt in Frankreich. Paris, 6. Okt. In Pleuronit wurde der Pfarrer infolge eines Spitzels des Gcmeinderats aus dem Pfarrhause ansgewiesen, woraus der Erzbischof von Rennes verfügte, daß der Gottesdienst in dieser Ortschaft eingestellt wird. Wieder eine Mißhandlung eines Deutschen in Frankreich. Paris, 6. Okt. Nach einer Blättermeldung aus Naney entstand in einem Schnellzuge auf dem Bahnhofe in Longuyon wegen eines Platzes ein Streit zwischen einem Beamten des französischen Konsulats, namens Berge, und einem deutschen Rei- senden. Der Franzose drängte den Deutschen von dem ihm angeblich angewiesenen Platze und versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht. Die Zeugen des Vorfalles mißhandelten den Deutschen, der erklärte, daß er beim deutschen Konsulate und bei der dortigen Polizei Klage erheben wolle. Hans v. Bartels f. München, 5. Okt. Heute abend verstarb hier nach längerer Krankheit der Maler Professor Hans v. Bartels. ÄiyeutttameiB Ortsgruppe Gießen. Auskunftstelle für Frauenberufe. Frauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Rat und Auskunft für alle Berufe imalienNathaus, Marktplatz 14, Dienstag nachmittags von 6*/j bis 7V2 Uhr. _____ D20/1 I llechtsschutzstelle. j Frauen n. Mädchen I erhalten unentgeltlich I Rat und Auskunft inNechtsansielcgeuheitcn im alten Rathaus Marktplatz 14 Mittwoch nachmittags von 6V<—8 Uhr. t über die letzte Wm erer Zeitung tyi M en uß heißen ÄMsMm - äle geson-ck —, nt M BürgemcA J not) keine Bestätige Xin 1. September °i> der bisherige Burgkl- ^schäfte noch weiter. Rheinhessen. ,i;,-ini Heinrich krinzessinHeinr!° ^LolIsg-rt-«E sgS >ie w urig bJyung her s-.-Sr« "Reiftet cf ^eu E " J01 /‘^-folger -,rt Sten I J^enneiftefft inrorb durch Erschießen. D-er Täter frat nnsck QnbtDirtf(^Q|Jjg,ner, Lüisnll von Geistosstörung gehandelt. «S fi r'^t,‘tTat Euli 11 or und gab feine Karte für den Reichskanzler ab. Der Reichs- en mia iS, n kanzler fuhr nachmittags mit der Begleitung zur Oktoberfest- b.k««?'vr-chm nochZ ' H f ......k r des Santo: EinWolkenbruch über Köln und Umgogend. Köln, 6.. Okt. Durch einen schweren Wolkenbruch, verbundeit mit H a g e l s ch l a g , der gestern abend über die Stadt und ihre Umgebung niedrrging, wurden die dem Rhein zunächst 'gelegenen Straßen überschwemmt. Auto mobilun fall. Magdeburg, 6. Okt. Auf der Fahrt von Schöne- beck nach Magdeburg fuhr ein A u t o m o b i l in einer charfen Kurve gegen einen Baum. Tie Insassen wurden herausgeschleudert. Eine Person erlitt so schwere Verletzungen, daß sie auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Ter Chausseur gab an, ein über die Straße gespanntes Trahtseil hätte das Unhell verursacht. Die Polizei, stellte est, daß die Angaben des Chauffeurs auf Unwahrheit beruhten. Er wurde verhaftet. 17 Personen infolge eines Autounglücks verletzt. Paris, 6. Okt. In Fanbourg wollte ein Autobus gestern einem Automobil airsweichen und fuhr dabei auf den Bürgersteig. 17 Personen, darunter mehrere Spaziergänger, wurden mehr ober weniger schwer verletzt. Kämpfe in Mexiko. New Pork, 6. Okt. Seit vorgestern wütet frei Hermosillo in Mexiko zwischen Regierungstruppen und Rebellen ein heftiger Kampf. Die 2000 Mann starken Konsti^ tualisten stürmten die Stadt, wurden aber zurück g e s ch l a g e n. ÜEwemeir Teiretg Pickel, Mitesser, Blüten ver- schivinden sehr schnell, wenn man abends den Schaum von Zucker’« Patent-Medi- zinal- Seife, ä St. 59 Pf. (15 °/0 ig) und 1.50 M. (35 % in, stärkste FoE) cintrocknen läßt. Schaum erst morgens abwnschen n.initZluckooh- Creme (50 u. 75 Pf.) nachstreichen. Großartige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Zu haben in der Uni- vcrsitätS-2lvotbefe, Hirsrh- 2lpotlrekc, bei Aun. Noll, b*. Seibel, W- Äilbinacr, O. Schaaf, E. Karu, Ernst Noll u. W. Schrader, Drog. (Sl13/1) l^lrumate Raupenleim, Streifenpapier und Kordel für Obstbaumklebgürtel Adler-Drog., Seltersw. 39, Otto Schaaf. 6502 Für Erholungsbedürftige und leichtere eH Kranke.^ Winter besucht. 1 ti*'1 vi lÄA jflm Muranstalt Hof helm i. T. H kJ h m Li H?7n M S */!Stunde v. Frankfurt a.M. Prospekte Ä M K rt A durchOr.Schulze-Kahleyss,Nervenarzt, Bekanntmachung. Sie hiesige Gcmemdckrankenversicherung wird «Et Ende ds. Js. geschlossen. Fordmmgen sind sinnen 3 Monaten geltend zu machen. Bei spaterer !t Meldung kann Zahlung verw°,g°rt werden. Göbelnrod, am 4. Oktober 19-ch Großh. Bürgermetsteret Gobelnrod. DaMM. 6577 Friedrich Scriba Rechtsanwalt und Notar geziemend in Kenntnis zu setzen. Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, ihre lieben A. H. A. H. E. Ph. E. Ph. und disp. i. a. B. i. a. B. von dem in Gross-Gerau erfolgten Ableben i. 1. A. H. Die Beerdigung findet in Darmstadt Montag, den 6' Oktober, nachmittags 4% h, statt. 6593 Verbindtmg „Chattia” I. A. d. B. C.: P. Möller (XXX- X- X) F.V. M ■ L v Jacken-Kleider in marine 85.-73.-57.-43.-35.-29.- 1 »7 Jacken-Kleider in schwarz 90.- 75.- 67.- 53.- 42.- ZV.7 Jacken-Kleider 55.- in gestreift und gemusterten neuesten Geweben und nach englischem Geschmack 49.- 37.- 26.- 21.- Ulster,Or Damen und Backfische Frauen-Mäntel in schwarz 55.- 47.- 35- 27.- 21.7 Plüsch-Mäntel in Seal, Velour du Nord und Astrachan Anfertigung von Jacken und Taillenkleidern nach Mass im eigenen Atelier In jüngster Zeit wird mit grosser Reklame und unter allen möglichen fremdartig lautenden Namen, ja sogar gesetzlich geschützten Namen „Ersatz für Mass-Arbeit“ angeboten. Man will offenbar dem Publikum vortäuschen, es sei etwas neues, etwas ganz besonderes erfunden worden und die Erfindung wäre nur einzelnen Firmen zum Alleinverkauf übergeben worden. — Diese Reklame ist dazu geeignet, die Käufer zu täuschen, denn es sind bei Herstellung von Damenkleidern besondere Erfindungen hinsichtlich der Verarbeitung nicht gemacht worden, auch weiss wohl jede Dame, dass es ein Ersatz für Mass-Arbeit nicht gibt. -— Seit Jahren richten wir unser Bestreben darauf, unserer verehrten Kundschaft das denkbar Beste hinsichtlich Stoffe und Verarbeitung zu bieten, und dass unsere Jackenkleider in mittleren und besseren Preislagen technisch in höchster Vollendung hergestellt werden, bedarf gar keiner besonderen Erwähnung. Markt 9-10 Mod. Spezialhaus für Damen-Konfektion und Kleiderstoffe