in mir für die An- Die Bildung eines „fliegenden Geschwaders", die der oölkening berechnet, Berlin Hamburg 9)lünd)en Leipzig Dresden Nürnberg Hannover Stettin handelt worden mar, hat hier unter ihrem (rioe uns ge'chfldert, mie sehr ibr Mann doch bet der Verhaftung zusammcagetlappt war. Brandt hatte völlig den Shnyf verloren, war gänzlich niedergebrochen und sich der Tragweite seiner Aussagen gar nicht bewußt. Bezeichnend scheint mir, daß Brandt, ter >a über cm gutes Einkommen verfügt und auch eine gute Soft gewöhnt i.r, in der Untersuchungshaft von dem Rechte der Seibstbetösti: schäftszeit ist schon jetzt verboten, soweit er nicht zum Genuß auf der Stelle dient. Sofern in Konditoreien und in Auto-« matenrestaurants ein unzulässiges Handelsgewerbe betrieben wird, kann auf Grund der bestehenden Vorschriften cii> geschritten werden. Deutschland; Kolonialpolilif. Eine Unterredung mit Dr. Karl Peters. Von einem Mitarbeiter erhalten wir folgende Zuschrift: Schon wenige Jahre nach der Wiedererrichtung des bruneben Kaiserreichs begann in den patriotischen Kreisen Deutschlands allmjiilid) der Gedanke lebendig zu werden, daß eine der wichtigsten iVninblaflcn für die Festigung und Deiterenlwickclung bes neuen Reichs eine gesunde, zielbewußte >ft)lonialpolitik sein müsse. Ein Blick auf die Landkarte zeigte, daß alle bedeutenderen Machte Europas einen mehr oder minder großen Kolonial bei tu ihr eigen nannten und meist sehr hohen Nutzen daraus »oflen, nur Deutschland nicht. Man begann langsam zu erkennen, loeIdi unschätzbare Bedeutung sowohl in handelspolitischer, wie in nnrlid.aiilidicr Beziehung ein gut geleiteter Kolonialbesitz für das Reich ge.. innen könne, welch eminente Förderung der ganzen deutschen Vollswohlsahrt zuteil werben würde, wenn es, wie die andern Länder, die hauptsächlichsten Äolonialprodukte, besonders Kaffee, -? ?c, Tabak, Reis usw., selbst produzieren könnte und darin nicht mehr von den fremden Ländern abhängig wäre. Schon um das Fahr 1880 traten daher Männer, wie Fürst Hohenlohe - Langenburg, v. Benniugsen, Miguel und andere zusammen und gründcten den „Deutschen .zbolonialvcrein", um in Deutschland Stimmung zu machen für eine aktive deutsche Kolonial Politik. Besonders aber war es Dr. Karl Peters, der als lunger Doktor der Geschichte und (Ycographic mehrere Jahre in kolonialvol,tischen Kreisen Englands gewesen und dort die flrore Wechselwirkung von Mutterland und Kolonien aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte. Er kam im Herbst 1883 als 27jähriger Kolonialschwärrncr nach Berlin zurück und verstand Iren aller Anfeindungen in der Presse und den ihm bereiteten r^nrungsseitigen Schwierigkeiten schon wenig Monate später, im März 188-1, gemeinsam mit dem Grafen Behr Bandelin die „Geiellschaft für deutsche Kolonisation" zu gründen. In deren Auftrag ronrbnt bann noch im Herbst desselben Jahres mit etwa Zwölf unabhängigen Häuptlingen in Cftafrifa Verträge abge schlossen und die Hoheitsrechte über die Landschaften Usaguha, Ngura, Usagara, Ukaini usw. erworben, denen sich später die Besitzungen von Uganda, die oberen Nilländer, Kilimandscharo usw. anschlossen. Am 27. Februar 1885 kam bann der berühmte Kaiser licheSchutzbriefüberDeutsch-Ostafrika und das Erscheinen des deutschen Geschwaders von Sansibar zwang den Sultan 3aih Bargasch, die deutsche Schutzherrfckmft im vollen Umfang anzuerkennen. Tie weitere Entwickelungsphase unserer fo kiaitvoll begonnenen Kolonialpolitik ist bekannt. Trotzdem die heldenmütigen Häm Die der deutschen Truppen unter Witz' mann; Führung bald den deutschen Namen in Ostafrika zu hoher Achtung brachten, wurden vom Reichskanzler Eaprivi im Juli 1890 durch Verträge mit England sowohl Witu, wie alle nördlichen Gebiete an England abgetreten und auch Sansibar preis- gegeben. Es rtnrb mit den Plaidoyers fortgefahren, und zwar erhält das Wort Rechtsanwalt Dr. Graf so, der Sertaoiger des Angeklagten Schmidt. Er betont, daß er den gestrig-n Ausführungen seiner Mitverteidiger Dr. Wirth und Ulrich in allen Punkten beitrete und fährt bann fort: Als der R.-.chstagsabge- ordnete Dr. Liebknecht in den Besitz der Kornwalan gelangt war, übergab er fie dem Kriegsminister Er muhte so handeln und Hal sich auch sofort an die einzig zuständige Stelle gewendet, dagegen läßt sich nichts sagen. Später aber hat er im Reichstage bas Wort ergriffen unb das Wort „Panama" gebraucht. Hier muß ich nun doch sagen, das; wendung dieses Wortes jedes Verständnis fehl Ein Hauptverdienst bei der Ertverbung aller wertvollen Ko- lonialbesitzungen in Ostafrika hat sich zweifellos der frühere deutsche Reichskornnnsfar Dr. Karl Peters erworben, der seinen Wohnsitz in London hat. Da er gegenwärtig zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in Bad Nauheim tveilt, so nahm Schreiber dieses Gelegenheit, den ihm aus jener Zeit kolonialer Begeisterung persönlich gut bekannten Reichskommissar a. D. zu begrüßen unb ihn über mancherlei kolonialpositische Dinge zu befragen, xr. Peters bemerkte u a. ctnxi folgendes: Die deutsche Kolonialpolitik ist seit jenen unglücklichen Verträgen Eaprivis mit England leider in einer langen, andauernden Stagnation begriffen. Er hat die wertvollsten Besitzungen von Kolonien leichten Herzens preisgegeben: er unterschätzte vollständig bereu großen Wert für die Zukunft. Wie frisch und lebendig ging damal.- die koloniale Strömung durch Deutschland, wie glänzend waren die Erfolge der mit grosser Begeisterung gc^ gründeten Deutsch ostafrikanifchen Gesellschaft! Auch ein Deutsckier Frauenbund zur Krankenpflege in den Kolonien nmrde damals von edlen Frauen gegründet. Es gibt leider noch viele Leute, die der Meinung sind, Deutschland brauche keine weiteren Kolonien, es habe genug mit dem fetzigen Besitz. Das ist aber eine sehr naive Auffassung Die Stagnation in unserer Kolonialpolitik ist um so bedauerlicher, da alle anderen Länder mit Aufbietung ihrer ganzen Kraft daran sind, neue Kolonialbesitzungen zu erwerben. Man sagt: die Erde ist vergeben: auf friedlichem Wege ist nichts mehr zu erreichen. “?lber genau dasselbe hat man uns auch schon damals, vor nun 30 Jahren, gesagt, unb der einfache Hinweis aut Marokko und die jetzigen Balkanwirren genügt wohl, um das (Segen- teil zu erweisen Es ist doch auch Tatsache, daß seit jener Zeit England, Frankreich, Italien, Spanien usw. recht erhebliche neue 'Lplonialenveriungen gemacht haben. Und was haben wir uns danials an kolonial wichtigen unb fruchtbaren Stücken entgehen lassen müssen, besonders im Norden vom Viktoriasee und an der Ost kickte, was man sehr gut auf friedlichem Wege hätte erwerben Tonne«. Man ignorierte aber eben einfach alles! Ich mar zuletzt Nock ttx Jahre 1911 längere Zeit im fetzigen italienischen Somaliland, besonders in Magdischu, das von den Italienern zur Hauptstadt gestiacht würd' Das ist absolut feine ,,öbc Wüste", wie man cs gbrn darstellt, sondern ein schönes fruchtbares Grasland, für Viehzucht, besonders Pferde, Rinder, Kamele, Hammel, Ziegen, etrauiT und auch für Baumwolle und Kautschuk sehr geeignet ^•uT befragen über den Wert unb die Zukunft unserer jetzigen Molomen bemerkt Dr. Peters: In unferm jetzigen Besitz ist ja auch manches von großem Wert enthalten. Aber das sind nur kleine «streifen, die dock' bet ipeitem nicht in Zukunft d i e deutschen Kolonien bilden können. Tie jetzige Leitung unserer Kolonien tit eine ruhige und korrekte, es fehlt aber eine großzügige Veranlagung, eine große, breite Basis, eine wirklich Deutschland würdige Molonie, wo man die deutschen überschüssigen Kräfte dauernd ansiedeln kann. Der gegenwärtige deutsche Kolonialbesitz macht doch immer noch einen recht kleinlichen Eindruck, nament lieft aus englischer Perspektive betrachtet. Hier in Deutschland gibt es nur einen Mann, an den man solche Fragen richten muß. Der eine Mann, der sie beantworten und evtl, eine aktive Ko- lonialvvlitik durchführen konnte, das ist der deutsche Kaiser. Auf die Frage, wie Dr. Peters über die Tätigkeit Tern- burgs in der 'lolonialvolitik denke, bemerkte er: Die Er Nennung Ternburgs hat in Berlin manches Gute bewirkt. Er hatte aber eine schiefe Auffassung über die Schwarzen. Ich hielt ihn für ganz ungeeignet, Direktor unserer Kolonien zu sein, weil er einmal eine falsckv Ansicht über die Stellung der Neger batte und zweitens auch eine völlig negropbile Politik trieb auf Kosten der deutschen Ansiedler. Infolgedessen verdarb er sowohl in Deutsch Ostafrika, nric in Südwestafrika sofort die ganze Arbeiter- frage. Eine seiner ersten Handlungen war z. D., daß er überall in arabisch unb suaheli durch Anschlag bekannt machen ließ, der Neger brauche nicht zu arbeiten, menn er nicht wolle. Da liefen natürlich die Negerarbeiter einfach fort. Dr Dernburg hatte ferner auch nichts übrig für die Kokmisten, die er gar nicht gern zu sehen schien. ES wurden z. B. damals in Südwestafrika die großen Diamantenfunde gemacht. In allen südafrikanischen britischen Kolonien besteht die Bestimmung, daß, wenn jemand Edelsteine auf seinem Besitz findet, er zunächst der Eigentümer ist und jedenfalls den Anfangspreis dafür bekommt. 1 r unb mußt« MM. Kompagnien, denen die ganzen Gewinne zuflofien. lieber Dr. PeterS gegenwärtige Tätigkeit erfuhren wir noch, haft er, nachdem er feine Stellung in Deutfchland verloren, nach London übergefiebrit, aber trotz recht günstiger Angebote nie in englische Dienste eingetreten sei. Er sei Afrikasorscher ge- worden (schon vor 30 Jahren hatte er sich für seine Habilitierung an der Leipziger Universität vorbereitet und habe namentlich die Ophirsrage erforidn. Im Jahre 1901 war er wieder iu Afrika, dxnio 1905—1901), 1909 und 10 und zuletzt 1911 zwischen Z.imbesi unb Transvaal in dem alten goldenen Ophir Salomos. Auch jetzt habe er noch mehrere Kisten voll Material in Hannover Heben, das der Bearbeitung harre. Diese Forschungsarbeiten seien ledenfalls eine angenehmere Beschäftigung, als die in patriotischen Gingen, namentlich für den, der ein behagliches Dasein führen w'll. Fr. H. Ter Geburtenrückgang in diesen Großstädten läßt Befürchtung zu, daß ein bestimmter allgemeiner Typ in Entwickelung begriffen ist. Am besten widerstanden haben in dieser Beziehung bisher noch die frischen Indnstrie- städte, wozu teilweise gewiß der günstigeBevölkerungSaufbau beigetragen hat, dann aber auch das natürlichere, von un- £n Deutsch-Südwestafrika wurden dagegen die Rechte an große. .. Kapitalgesellschaften verkauft und die dortigen Bewohner hatten -luslandintereisi _ v ____ . ____ .... eigentlich gar nichts daooit. Das war kolonialpolitisch ganz I große Kreuzer als Kreuzergeschwader dienen. DaS frühere Nr. 182 Zwener Blatt . 165. Jahrgang Erscheint te-Nch mu Ausnahme des Sonntag». Y ♦ Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Deutschland sei auf der Hut! Dom internationalen Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Fremdenlegion wird uns geschrieben: Obwohl die gegen die Fremdenlegion organisierte Bewegung erst vor wenigen Monaten eingesetzt hat unb von ben Franzosen mit einem mitleibigen Achselzucken sch > >i bi jo Metwt der rastlose Kampf, mit welchem der Internationale Volkerrechtsbimd zur Bekämpfung der Fremdenlegion, der Legion ctrangere, auf ben Leib ruckt, den Herren Franzosen schon einiges Unbehagen ;u bereiten Der ftanzösisch Kriegsminister gedenkt nun intensivere Werbetättgkeit in Deutschlänb zu entfalten. Die öerbcburcaus sollen nun neu organisiert werden, denen noch bebcutenbcrc Geldmittel als bisher zur Versügntig gestellt werben sollen. Sehr interessant ist der Hinweis bei e3 sich in Zukunft empfehlen würbe, nicht wehr Franzosen, welche zu leicht anssallen, sonbcrn Deutsche, mit guten Umgangs' formen, als Werber cinzustellen. Die Werbetätigkeit sott fernerhin von drei Hauvtzentren, in Verdun, Paris und Lnon aus geleitet und zentralisiert werden. Der Internationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Frembenlegion, unter dem Präsidium des Landtageabgeordneten : Zöphel, bat nun die energischsten tronen, um unser deutsches Vaterland vor dieser neuen (Mahr zu schützen, und von tausenden von Familien Elend und Jammer abzuwenden. Er wendet sich an das gesamte deutsche Volk um feinen Beistand! Das neue, uns drohende Unglück unb die unerhörte Schmach kann, wenn wir es wollen, leicht vermieden werden. Wir brauchen uns bloß zusammen zu schließen und zu zeigen, daß der deutsche Patriotismus nicht nur ui unserem Munde, sondern auch in unserem Herzen liegt. Die Neuorgani- lation der Werbebureaus, sowie die beocutenbc Vermehrung der Werber hat sich übrigens bereits unangenehm bemerkbar gemacht, denn es steht außer Zweifel, daß die jüngften Meldungen von zahlreichem Ausiauchen französischer Werber in Deutschland als Wirkung dieser Neuorganisation anzufehen ist. Der Internationale Völkerrechtsbund zur Bekämpfung der Fremdenlegion entwickelt eine fieberhafte Tätigkeit, um den Herren Franzosen ihr Spiel zu verderben. Er setzt Prämien für die- fertigen aus, denen es gelingt, W e r b e r $ u ü b e r f ü ft r c n. Nach ben Ferien wirb er Protest Versammlungen im ganzen beutschen Reiche veranstalten, in welchen ehemalige Fremden- legionäre über die Greuel der Fremdenlegion ausklacen unb Abenteuerlustige vom Eintritt in diese Hölle warnen werden. Der Mindestbeitrag der Mitglieder des Internationalen Bundes, der einen Sitz in Leivzig hat, beträgt pro Jahr nur 1 Mark, mit Bundcszeilung 3 Mark. Die ttrupp-Affäre vor ton Kriegsgericht. Berlin, 5. August, ö. Verhandlungstag. folgender Weife 2 1900 1906 1909 1910 27,7 25,9 23,3 30,0 26,7 25,2 37,0 30,1 25,7 24,4 35,5 80,0 26,5 25,2 34,6 2\5 24,6 37,9 36,0 30,8 32,4 24 5 23,2 22,2 38,0 31,8 27,5 25,1 ;ang in diesen Großstädten läßt hckuptet worden ist. Die polizeilichen Beobachtungen hatten ergeben, daß Brandt mit Feuerwerkern intb Beamten der Militar- verwallung in Berührung kam. Die Namen wurden Brandt bei der polizeilichen Vernehmung genannt und er hat auch zugegeben, mit den betreffenden Herren verkehrt zu haben. Man sagte ihm bei der polizeilichen Vernehmung die Sache gewissermaßen auf den Kopf zu. Daß Brandt keineswegs der so besonders vorsichtige Mann gewesen ist, beweist die Tatsache, daß er bei seinen monatlichen Liquidationen auch seine privaten Ausgaben für Möbel usw. hineinschmuggeltc. Was dem Angeklagten an Bestechungen zu- santmengereihnct wird, steht, auf sechs Jahre berechnet, in keinem Verhältnis zu den in der gleichen Zeit von Brandt bezogenen Funktionszulagen. Ein so klassischer Zeuge ist Brandt, der Verführer der Angeklagten, keineswegs. Wenn den Angeklagten Bestechung vorgeworfen wird, insbesondere dem Feuerwerker Schmidt, so möchte ich es durchaus für möglich halten, daß ein besser gestellter älterer Kamerad einem jüngeren, der noch dazu trinkt, gelegentlich zu Weihnachten einen 50-Mark-Schein ii; die Hand drückt. Brandt nahm die Feuerwerker bei ihren Scchvächen. Er war in allen Sätteln gerecht, malte, musizierte und fachsimpelte mit ihnen. So verstand er es, sich ihren Bedürfnissen glänzend anzupassen. Auch kitzelte, wenn Geldgeschenke ihm nicht angebracht schienen, er ihre Eitelkeit und machte sic dadurch für sich gefügig. Für die Firma Krupp kommen die durch Brandt ausgegebenen Beträge nicht in Betracht. Nach den hier gegebenen Erklärungen müssen die Herren der Firma Krupp geradezu Wegelagerer sein. (Heiterkeit.) Tic ganze Sache ist höchst harmlos, denn wie sich herausstelltc, handelt es sich um einen Bruchteil< von einem Prozent des Jahresumsatzes. Es ist eine lächerliche Annahme, Krupp könnte sich wegen einiger tausend Mark des Landesverrats schuldig machen. Wir haben gehört, daß Herr Direktor Rosenberger, ein wertvoller Konstrukteur der Firma Krupp, die Kornwalzen gar nicht mit besonderem Interesse gelesen hat. Es ist klar, daß eine Firma wie Krupp mit ihrem gewaltigen Apparat, ihren langjährigen Erfahrungen und ihrem geschulten Personal der Konkurrenz von vornherein ein gutes Stück voraus ist. Die Firma Krupp stellt nun fest, daß andere Finnen il)r die Lieferungen abnahmen, nicht weil sie billiger sind, sondern weil sie schneller liefern können. Sie sagt sich, wie ist es möglich, daß wir mit unseren glänzenden Einrichtungen und weit reichendem Hilfsmaterial weniger schnell diese Sachen herstellen können, nrie eine längst nicht so gut cingearbeitete Konkurrenz cs vermag? Man fand die einzig mögliche Erklärung, die Konkurrenz hat eben gewußt, daß der Auftrag komme und bei Zeiten alle Vorbereitungen getroffen, so daß sie dann im Stande war, erheblich schneller zu liefern. Um in der Folgezeit besser informiert zu sein, nmrde Herr Brandt Herrn v. Schütz zur Seite gegeben. Ich erblicke darin nichts besmcders. Die Angeklagten waren, als sie Brandl, dem Vertreter Krupps, Nachrichten gaben, sich nicht bewußt, etwas Unrechtes getan zu haben. Tie Strafanträge des Anklagevertreters, die nicht nur Verrat, sondern auch Bestechung zur Voraussetzung haben, können selbst, wenn eine der beiden Straftaten angenommen werden sollte, nicht zum Spruche erhoben werden. Die Ängeklagten haben eine so hohe Strafe keineswegs verdient. Der Verteidiger schließt mit dem Anträge auf Freisprechung des Angeklagten Pfeiffer. Der Vertreter der Anklage: Hierauf ergreift zur Replik der Vertreter der Anklage Kriegsgerichtsrat Dr. Welt das Wort: Es ist gesagt worden, das Material der „Kornwalzer" sei mindestens für die oberen Beamten der Firma Krupp nicht geheim gewesen und deshalb auch nicht für Brandt, der ein höherer Beamter der Firma gewesen sei. Nach § 2 des Spionagegesetzes wird jeder bestraft, der rechtswidrig und ohne Befugnis — das liegt bei der ganzen Anklagebank vor — Sachen hergibt, die objektiv geheim sind. Dann haben die Verteidiger gegen Brandt vieles vorgebracht. Glauben Sie denn, daß für mich Brandt ein sehr angenehmer Zeuge ist? Ich erkenne ohne weiteres an, daß diesen moralisch und strafrechtlich mindestens die gleiche Schuld, wenn nicht eine höhere, trifft als die heutigen Angeklagten. Sympathisch ist mir die Persönlichkeit Brandts sicher nicht. Aber haben wir Strafrichter es denn überhaupt nur mit sympathischen Persönlichkeiten zu tun? (Heiterkeit.) Leider nicht. Aber wir können aus der Aussage Brandts entnehmen, was wahr und was nicht wahr ist. Brandt ist keineswegs die Säule meiner Anklage, wie die Verteidigung behauptet hat. Mit einer solchen Säule könnte ich nicht viel Staat machen, dann würde ich die ganze Anklage nicht erhoben haben. Aber das Material, das hier auf dem Gerichtstisch liegt, und nicht zum mindesten die Geständnisse der Angeklagten sind die Grundlage, auf der sich das Urteil der Richter aufbauen muß. In einer gewissen Presse kehrt immer die Auffassung wieder, es steckten noch andere Leute hinter der Sache, an die man nicht heranmöchte. Das ist eine ganz lächerliche Anschuldigung. Sie haben gehört, wie wir eingeschritten sind. Die Beobachtungen haben aber nur das erbracht, was hier zur Anklage stcht und was demnächst in Moabit zur Verhandlung kommen wird. Gewiß, es sind Berichte aus dem Jähre 1909 vorhanden, von denen man die Urheber nicht kennt. Ich bin bei der Vernehmung in Brandt gedrungen und habe ihm gesagt: Sagen Sie mir doch die Namen, ich will nicht, daß eine ganze Behörde unfer diesem scheußlichen Verdacht stehen bleibt. Er hat mir mit Tränen in den Augen geantwortet: Habe ich nicht schon genug Leute unglücklich gemacht, erlassen Sie mir die Nennung des Namens. Als ich aber weiter in ihn drang, sagte er schließlich: ich weiß es nicht. Ich nahm ihm das nicht übel, er hat diese Aussage aus einem nicht unanständigen Gefühl heraus gemacht. Ich scheue mich nicht, für das "Verhalten Pfeiffers nochmals den Ausdruck „Schmarotzerei" anzuwcnden. Ich behaupte auch heute noch, daß selbst ein Beamter mit kärglichem Gehalt sich in dieser unwürdigen Weise nicht dauernd freihalten lassen darf. Wenn Sie alles das objektiv erwägen aus der Auffassung eines vernünftigen Menschen heraus, welcher weiß, wie Bestechungen vor sich gehen, so werden Sie auch zu der Ansicht kommen müssen, daß hier nicht bloß traktiert, sondern geschmiert worden ist. Ich behaupte sogar, daß es in noch viel erheblicherem Maße geschehen ist und daß noch viel mehr „Kornwalzer" geliefert wurden, als wir hier haben. Diese sind eben „in ordnungsmäßigem Geschäftsgänge" vernichtet worden. Gestatten Sie mir nur noch ein Schlußwort. Es ist darauf hingewiesen worden, daß ein Panama nicht vorliegt. Verteidiger Rechtsanwalt Wirth meinte aber, wenn all das zutreffe, was ich gesagt habe, so liege wirklich ein Panama vor. Meine Herren Richter, das stimmt nicht, das Wort Panama ist nicht auf deutschem Boden gewachsen. Unter Panama versteht man die Käuflichkeit der führenden Stellen, die Vereiterung des Systems, und das liegt hier nickst vor. Hier handelt es sich um feile Schreiberseelen, die am Bicrtopp nickst haben das Maul halten können. Es bandelt sich aber nicht um die höheren und verant- wortungsreichen Stellen, nicht um die, die das Imperium in der Hand haben. Vom Fall Tilian und Genossen bis zum Panama liegt noch der weite Weg vom Fcldzeugwebcl bis zum Kriegsminister. Was aber die Strafe anlangt, so muß das Gericht gerade hier besonders auf die Gefahr achten, in welche die Heeresverwaltung durch das Verhalten der Angeklagten geraten ist. Nach einer Erwiderung des Verteidigers, Rechtsanwalt U l - rich, erhalten noch einmal das Wort die Angeklagten. Angeklagter Tilian: Ich kann nur nochmals wahrheitsgemäß bekunden, daß ich für keine Mitteilung Geld erhalten habe und unter meinen Mitteilungen befanden sich auch nicht solche, die im Interesse der Landesverteidigung wichtig waren. Wenn gesagt worden ist, daß aus den Konkurrenzpreisen das Ausland wichtige Schlüsse in der Richtung ziehen konnte, was für Kriegsmaterialbestellungen gemacht werden würden, so muß ich dem cntgcgenhalten, daß sämtliche Ausschreibungen, von denen ich die Preise angab, öffentlich waren, und daß das Ausland sich viel besser aus den Ausschreibungen hätte orientieren können., Angeklagter Schleuder: Ich gestehe ein, daß ich insofern gefehlt habe, als ich Brandt Material geliefert habe, was ich nicht durfte. Ich bitte aber zu bedenken, daß ich niemals das Gefühl hatte, daß ich gegen das Interesse der Landesverteidigung handelte. Angeklagter Hin ft: Ich bitte um ein mildes Urteil. Angeklagter Schmidt: Ich bitte zu berücksichtigen, daß Lch mit Brandt nur kurze Zeit verkehrte und daß Brandt alles, was er von mir erfuhr, auch von anderer Seite hätte erfahren können. Weiter bitte ich zu berücksichtigen, daß ich, als ich den Verkehr mit Brandt nicht mehr für zulässig hielt, die erste Gelegenheit benutzte, um von der Feldzeugmeiftcrei wegzukommcn. AngeUagter Dröse: Ich bitte den K)hen Gerichtshof mich freisprechen zu wollen. Angeklagter Hoge: Ich bleibe bei meinem Geständnis und bedauere meine Verfehlungen. Angeklagter Pfeiffer: Ich kann erklären, nichts Strafbares begangen zu haben. Der Gerichtshof zieht sich darauf zur Beratung zurück. Das Urteil. Nach Wiedereröffnung der Sitzung verkündet her Verhandlungsleiter das Urteil, das folgendermaßen lautet: Gegen Titian wegen Bestechung und Ungehorsams zwei Monate Gefängnis und Dienstentlassung, gegen Schleuder wegen Bestechung, Ungehorsams und Preisgabe militärischer Geheimnisse vier Monate Gefängnis und Dienstentlassung, gegen Hinst wegen Bestechung, Ungehorsam und Preisgabe militärischer Geheimnisse vier Monate Gefängnis und Dienstentlassung, gegen Schmidt wegen Bestechung, Ungehorsam und Preisgabe militärischer Geheimnisse zwei Monate 14 Tage Gefängnis und Degradation, gegen Dröse wegen Ungehorsams und Preisgabe militärischer Geheimnisse drei Wochen gelinden Arre st, gegen Hoge wegen Ungehorsam und Preisgabe militärischer Geheimnisse dreiundvierzig TageFeftung, gegen Pfeiffer wegen Bestechung und Preisgabe militärischer Geheimnisse sechs Monate Gefängnis und Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer eines Jahres. Inder Begründun g führte der Verhandlungsleiter aus: Die tatsächlichen Feststellungen des Gerichts waren erheblich erschwert durch das Verhalten des Zeugen Brandt in der Hauptverhandlung. Während er in der langen Voruntersuchung genaue Angaben nicht nur über die Personen, sondern auch über die Einzelheiten machte, versagte er in dieser Beziehung in der Hauptverhandlung vollständig. Brandt bat seine Gedächtnisschwäche darauf zurückgeführt, daß er Anfang Dezember vor. Js. eine Verletzung im Gesicht durch den Schlag einer Motorkurbcl davongctragcu hat. Wir haben den Sachverständigen Dr. Wangcmann darüber gehört, welcher uns sagte, daß er_ ihn in der Zeit vom 8.—12. Dezember im ganzen dreimal aufgesucht hat. Er hatte erst geglaubt, es handle sich um eine leichte Gehirnerschütterung, später überzeugte er sich jedoch davon, daß cs nur ein Ncrvenchoc war. Brandt hat den Arzt auch seit dem 12. Dezember nicht mehr in Anspruch genommen und die ganze Sache auch bei einem gelegentlichen Besuch des Arztes am 12. Juni dieses Jahres nicht mehr erwähnt. Direktor Dreger hat als Zeuge ausgesagt, daß Brandt stets nervös gewesen sei, aber ebensowenig er wie andere darüber vernommene Zeugen haben irgendeine Bekundung über die Gedächtnisschwäche machen können. Ich glaube, das Gericht ist also nicht fehlgegangen, wenn cs sich zu der Ansicht bekehrt hat, daß die Gedächtnisschwäche des Zeugen Brandt überhaupt nicht existiert. Die Aussagen in der Voruntersuchung sind auch nicht vor einem einzigen Beamten gemacht, nein, vor nicht weniger als vier erfahrenen Untersuchungs- bcamten. Auf die Bekundungen vor dem Polizeirat Koch hat das Gericht besonderen Wert gelegt. Dieser ist ein int Dienste ergrauter Beamter, der schon Hunderte von Angeschuldigten vernommen hat und somit einen Einblick in die Seele des Menschen gewonnen hat. Das Gericht hat daher folgende tat) ächlichen Feststellungen getroffen; Im Jahre 1906 wurde der Zeuge Brandt von Essen nach Berlin geschickt zur Unterstützung des hiesigen Vertreters der Firma Krupp, Herrn v. Schütz. Welche Instruktionen er erhalten hat, ließ sich nicht mehr scststellelt. Der nächste Vorgesetzte des Zeugen Brandt war der Direktor Budde, der jetzt verstorben ist, so daß wir ihn nicht haben hören können. Brandt ist von Herrn v. Schütz angeforbert worden, da er sich in Essen als ein vorzüglicher Beamter erwiesen hatte, der für alles zu gebrauchen war. Jedenfalls steht durch die Beweisaufnahme fest, da ßBrandtumjedenPreisNach richte iifürdic Firma einfammeln mußte, vornehmlich auf dem Gebiete der Konkurrenzpreise. Brandt ist in der Erfüllung seiner Aufgabe so zu Werke gegangen, daß er in die Kreise seiner früheren Kameraden ging. Er hat sich an die richtigen drei Zentralstellen gewandt, an die Feldzeugmeisterei, an die Artillerie- Prüfungskommission und an das Kriegsministerium. In der Feld- zeugmeisterei traf er verschiedene Herren, mit denen er auf der Feuerwerkcrschulc gewesen war. Es muß auffallen, daß die Wahl seiner Freunde gerade auf die Personen fiel, die bei diesen drei bestimmten Behörden angcftellt waren. Brandt hat cs verstanden, sich den Angeklagten gegenüber in einer Weise aufzuspielen, daß diese sich zweifellos hochgeehrt fühlten, wenn der Vertreter von Krupp sich mit ihnen cinließ. Es ist ihm wohl auch nicht schwer gefallen, sich an die Angeklagten heraiizumachen, da es sämtlich jüngere Leute waren. Brandt hat nach der Ueberzeugung des Gerichts bei den verschiedenen Angeklagten verschiedene Verfahren zur Erlangung seines Zwecks eingeschlagen. Bei den jüngeren Unteroffizieren ging er ziemlich flott vor, anders indeß verhielt er sich bei dem ihm gleichalterigen Jntendantursekretär Pfeiffer. Der überaus geschickte Brandt hat eben jeden in seiner Weise behandelt, und so verstand er es, jeden für seine Zwecke gefügig zu machen. Der Verhandlungsführer geht darauf zu den Verfehlungen der einzelnen Angeklagten über: Der Angeklagte Tilian ist geständig, dem Brandt Material über Konkurrenzpreise geliefert zu haben. In welchem Umfange, konnte nicht festgestellt werden, da die Kornwalzen nicht mehr vorhanden sind und wir nur das Notizbuch haben. Die Berichterstattung ist jedenfalls ziemlich oft geschehen, wie oft im Monat ist aber gleichgültig. Brandt hat alles erfahren, was er wissen wollte. Nach Tilian kamen Schleuder, Hinst und Schmidt, die ebenfalls geständig sind, sich in der gleichen Weise vergangen zu haben. Bei diesen haben wir genaues Material in den .Kornwalzen und sind darüber orientiert, was sie geliefert haben. Wir besitzen mehrere hundert Kornwalzen, die auf den Nachrichten dieser Angeklagten fußen. Es mag unterstellt fein, daß nicht alles, was in den Kornwalzen steht, von den Angeklagten hcrrührt, da Brandt ja überall geforscht hat und auch manches doppelt gegeben haben mag. Sicher ist aber, daß das von den Angeklagten gelieferte Material Geheimnisse enthielt, die sowohl im militärisckten wie im Landes- vertcidigungsinteresfc geheim zu halten waren. Bei den Herren von der Artillerieprüfungskommission schlug Brandt denselben Weg ein wie bei der Feldzeiigmeifterei. Hier kam dem Brandt noch der Umstand zustatten, daß er dort srüher selbst beschäftigt gewesen ist und mit dem ganzen Geschäftsbetrieb Bescheid wußte. Er hat auf Dröse cingewirkt und in seiner Wohnung die Bestellbücher eingcsehen; der Angeklagte hat das nicht bestreiten können. Ebenso hat Hoge dem Brandt in der gleichen Weise Material geliefert und auch das, was diese beiden Angeklagten geliefert haben, ist als streng geheimes Material anzu- schcn. Dieses ganze Verfahren, das auf den Kegelabenden, die dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangt haben, seinen Anfang nahm, hat auch Brandt gegenüber dem Angeklagten Pfeiffer angewandt. Er erneuerte dort die Bekanntschaft mit Pfeiffer, den er von der Feucrwerkcrschule her kannte. Er hat sich mit ebenso großer Schlauheit wie Hartnäckigkeit an Pfeiffer herangemacht. $r hat chn seit dem Jahre 1908 eingeladen, Pfeiffer Eomite lid) wegen seiner finanziellen Verhältnisse nicht revanchieren, rmd weiter hat Brandt seit 1908 den Pfeiffer mit Weihnachtsgeschenken von je 100 Ml", bedacht. Das Gericht ist der Ansicht, daß zwar eine große Wahrscheinlichkeit vorliegt, daß Pfeiffer bereits seit 1908 dem Brandt Material ausgeliescrt hat, doch hat cs den Beweis dafür nidit als erbracht angesehen. Anders jedoch in den Jahren 1910—1912. Hier liegt der strikte Beweis vor, daß Brandt von Pfeiffer Material erhalten hat. Die Etatsauszügc tonnten nur aus dem Kriegsministcrium stammen, und dort auch nur aus der Abteilung A 5. Brandt hatte im Kriegsministcrium aber nur den einen, von dem er Material erhielt. Wie lind die Angeklagten nun dazu gekommen? Es sc, zugegeben, daß die Angeklagten zunächst geglaubt haben, sic begingen nichts Strafbares, später mußten sic jedoch zu der Uebcr- zeugung kommen, sie haben diese Ueberzeugung auch gewonnen, denn sie ließen den Brandt nicht in ihr Bureau kommen, sondern sie gingen zu ihm in die Wohnung, zum Teil sogar in Zivck- klcidung, also in vollster Heimlichkeit. Es handelt sich nun um die Frage der B e st e ch un g. Von dem Angeklagten Tilian hat Brandt zunächst auch behauptet, daß er ihm bares Geld gegeben hätte. Diese Angabe hat er jedoch noch in der Voruntersuchung zurückgezogen und als einen Irrtum erklärt. Er habe ihm nur Darlehen gegeben. Wenn auch solche zinslosen Tarleheii namentlich bei so jungen Leuten fast immer als Geschenke anzusehen sind, so hat das Gericht doch hier gesagt: in dubio pro reo! Trotzdem konnte das Gericht den Angeklagten Tilian nicht von der Anklage der Bestechung freisprechen. Die Bestechung mußte in den zahlreichen Besuchen von Restaurants, bei denen Brandt fast ausschließlich die Zeche bezahlte, erblickt werden. Bei Schleuder, Hin st und Schmidt war der Beweis der Bestechung nicht schwer zu führen, da diese ja bares Geld angenommen hatten. Bei T r o e s e lag die Sache etwas anders, er hat sich nur versprechen lassen, daß er bei der Firma Krupp empfohlen wurde. Es ist aber nachgcwiescn, daß er bereits im September 1906, also vor der Bekanntschaft mit Brandt, sich bei Krupp gemeldet hat und daß er dort auch vorgemerkt ist. Das Gericht hat darum in dem bloßen Versprechen noch keine Bestechung erblickt und hat chn von der Anklage der Bestechung freigesprochen. H o g e war der Bestechung überhaupt nicht an- geklagt. Bei Pfeiffer hat das Gericht ohne weiteres den Tatbestand der Bestechung für erfüllt erachtet, da er ganz erhebliche Vorteile durch den Verrat von Dienstgeheimnissen gehabt hat. Es liegt auch ein Verrat militärischer Geheimnisse vor, wenngleich richtig ist, daß Krupp eine große Menge von Geheimnissen auf artilleristischem Gebiet bereits wußte. Für die Erfüllung des Tatbestandes des § 2 des Spionagegesetzes genügt die objektive Feststellung, daß die verratenen Geheimnisse geeignet sind, das Interesse dcr Landesverteidigung zu gefährden. Subjektiv braucht nur festgestellt zu werden und ist auch feftgeftellt, daß sich die Angeklagten bewußt waren, daß das Material in den Händen einer fremden Macht für die Landesverteidigung gefährlich fein konnte. Die militärischen Angeklagten waren weiterhin wegen Ungehorsams zu bestrafen und zwar nach § 93 Mil.-St.-G.- Buch. Das Gericht hat die Frage, ob ein erheblicher Nachteil erwachsen ist, bejaht. Das Gericht hat zwar nicht festgestellt erachtet, daß die Firma Krupp die Preise auf Grund der „Kornwalzer" nicht erhöht hat, ein materieller Schaden ist also nicht erwachsen, wohl aber ist der Heeresverwaltung ein moralijchcr Schaden zu- gefügt worden. Der Abgeordnete Liebknecht hat die Angelegenheit im Reichstage zur Sprache gebracht — ob dies richtig war, sei dahingestellt — und er hat von einem Panama der Heeresverwaltung gesprochen. Dadurch ist das Ansehen der Heeresverwaltung ganz erheblich geschädigt worden. Das deutsche Heer erfreut sich im Inland wie im Ausland eines großen Ansehens, welches auf der Anerkennung beruht, daß im deutschen Heere mit großer Pflichterfüllung gearbeitet wird, daß die Schwerter scharf und das Pulver trocken gehalten wird. Dieses Rechtsgut des Ansehens der Heeresverwaltung hat durch das Verhalten der Angellaglen schwer gelitten. Daß dies nicht durch ihr Zutun geschehen ist, ist eine andere Frage, sic müssen es sich aber gefallen lassen, daß ihnen die Schuld dafür beigcmessen wird. Ob die Bezeichnung Panama die richtige war, ist eine andere Frage. Das Gericht ist nicht der Ueucr-eugmtg, cs versteht unter Panama die Korruption schlimmster Sorte. Tics liegt aber hier nicht vor. Hier haben einige Unteroffiziere und ein mittlerer Beamter sich dazu herbeigelassen, für Mitteilungen gewisser Dinge kleine Geldbeträge und Freizechen entgegen» znnehmen. Das will aber Gott sei Dank in einem Heere von 500 000 nichts weiter heißen. Niemand ist berechtigt, von einem Panama zy. sprechen. Es ist aber ausgesprochen worden und die Verhandlung mußte dcm folgen. Die Heeresverwaltung hat ein- Interesse daran, möglichst össcntlich zu verhandeln, um das häßliche Wort Panama möglichst auszumerzen, und ich hoffe, das ist auch geschehen. Bei der ©trafabmeffung hat das Gericht erwogen, daß die Angeklagten durch das gewandte Reden des Brandt zweifellos sehr weitgehend bearbeitet worden sind. Die Untersuchungs- h a f t ist bei keinem der Angeklagten angeredntet worden, die Straf- abmessung ist ja immer noch sehr milde erfolgt. Weiter mußte nach deni Gesetz bei den wegen Bestechung Verurteilten dahin erkannt: werden, daß die durch Bestechung erlangten Beträge dem Staate verfallen seien. Tiefe find wie folgt festgesetzt worden: Bei Tilian auf 40, bei Schleuder auf 240, bei Hinst auf 200, bei Schmidt auf 90 und bei Pfeiffer auf 340 Mark. Der Angeklagte Pfeiffer erklärte sofort, Berufung einlegen zu wollen, während fid) die übrigen Angeklagten eine Erklärung Vorbehalten. . Darauf erklärte der Vorsitzende Oberst Hauffe die Sitzung für geschlossen. * Berlin, 5. Ang. Die sechs heute im Prozeß wider Tilian j und Genossen verurteilten Angeklagten haben ihren Verteidigern! i ihre Entschließung kundgegeben, gegen das Urteil des Kriegsgerichts Berufung an das Oberkriegsgericht einzu- legcn. Nur dcr Angeklagte D r o e f e nimmt das Urteil an. 2lus Hessen. Der Schutz hessischer Jntereffen gegen eine badische Gesellschaft. rd Darmstadt, 5. Aug. Der Präsident der Zweiten Kammer, Abg. Oberbürgermeister Köhler-Worms, hat bei der Kammer soeben den Antrag eingebracht, die Kammer wolle die Negierung ersuchen, den Gesuchen der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft in Mannheim um dauernde Versorgung von Teilen des Großherzogtums Hessen mit elektrischem Strom die Genehmigung zu versagen und der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft Konzessionen zum Bau von Bahnen oder von Teilstrecken solcher im Großherzogtum Hessen nicht zu erteilen. In der B e g rü n d u n g zu diesem Antrag wird ausgeführt: Vor einiger Zeit hat sich mit dem Sitz in Mannheim eine Gesellschaft mit der Bezeichnung „Oberrheinische Eisenbahngesellschaft" gebildet, an der neben Privatkapital die Stadt Mannheim sehr erheblich beteiligt ist und die im wesentlichen die Aufgabe haben soll, die Verkehrs- und Wirtschaftsinteressen der Stadt Mannheim zu fördern. Diese Gesellschaft hat nun auch Teile des Großherzogtums Hessen in ihr Dersorgungs- und Interessengebiet eingeschlosien, obwohl es sich um eine badische Gesell- chaft handelt und in Hessen sich die „Hessische Eisenbahngesellschaft in Darmstadt" und das „Elektrizitätswerk Rheinhessen" in Worms befinden, in dessen Interessengebiet die Oberrheinische Eisenbahngesellschaft hierstörend eingreifen will. Dieses muß in Rücksicht auf unsere hessischen Interessen vermieden werden. Es verlautet, daß die Oberrheinische Eisenbahngesellschaft beabsichtigt, auch elektrische Bahnen von einzelnen hessischen Plätzen nach Mannheim zu bauen. Hierdurch würden die Fehler vergangener Jahre in unserer Eisenbahnpolitik, die den Verkehr aus Hessen nach den benachbarten großen Städten zum Nachteil der hessischen Interessen und der hessischen Steuerkraft geleitet haben, nur noch vergrößert werden. Es dürfen Bahnen, die hessische Landesteile noch mehr, als schon geschehen, an Mannheim fesseln und hessisches Kapital außer Landes führen, nicht mehr zugelassen werden. 5118 und Familie geb. Förster 5121 5136 von ren Marie Müller geb. Hosch ihrem langen, mit grosser Geduld ertragenen, schwe- Leiden erlöst. Gießen lMarttplav 14), den 8. August UM& Todes-Anzeige. Gestern nachmittag entschlief nach langem, schwerem Leiden meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fran Kath. Kumpf Caspar Müller Wilhelm Hosch. Giessen (Ludwigstr. 35), den 6. August 1913. Tie trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Wetzsteingasse 7), 6. August 1913. Die Beerdigung findet Freitag, 8. August, nachm. 3 Uhr auf dem neuen Friedhöfe statt. Beerdigung am 8. August, nachmittags 4 Uhr, auf dem neuen Friedhof. —Von Beileidsbesuchen wolle man absehen. Todes-Anzeige. Heute nacht wurde meine liebe, gute Frau, die treu- orgende Schwester Danksagung. die außerordentlich zahlreichen Beweise lerzucher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir allen herzlichen Tank. Ltraßcnwart Karl Weller Meteorologische Seobachtungen der Station Siebe». Wett« & Sport Connensthetn 4. h. Bönstadt Badeorte Bedarf ui dieser Ware hatten, den sie decken wollten. Amtlicher Teil Trauer tut gut, sich von daran zu erinnern, den Maßnahmen, Zeit daß die Man zu Zeit von all Aug. 1913 bi« 5. , 5 verliehen. ** Staatsbahn-Personalien. Ernannt: Ter laim Sachen — wie Hüte, Blumen, Federn, Schleier. Schürzen, schwarze Seidenstoffe, Crtpe, schwarze Hals-Ketten, Krawatten, Handschuhe usw. nsw. A. Salomon & Ci£i Tel. M Wmdecken zu Weichenstellern Verliehen: Ter Rote Adlerorden •1 Klasse dem Lberbahnhofsvorsteher Rechnungsrat Grohö zu für das Stück: Kühe, frischmelkend und tragend, 2. Qual 430 bis 525 Mk., 3 Qual 330—400 Mk.: junge Rinder und Stiere, schwarzbunte und rotbunte Ware, zur Zucht und Mast, 5 bis 6 Monate alt, 140—160 ML, 6—9 Monate alt 180-220 Mk, bis 1*2 Jahre alte Tiere 230—270 Ml., je nach Qualität und Form. Verkauft wurde nach Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder fanb fafl das ganze Geld in ihrer Wohnung und 20 Mark waren schon auf der Sparkasse. Müller'sche vadeanstalt. Wasser wärme der Lahn am fl. ?l u g ust : 16* R. der moderne Mensch zur Gesunderhaltung seine« Körper« vornehmen muß, die richtige Pflege der Zähne beinahe die wichtigste ist. Wenige ahnen, daß schadhafte Zähne nicht nur unter Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen, sondern - neue Untersuchungen haben da« in überraschender Weise bewiesen — häufig den Ausgangspunkt mannigfachster Krankheiten bilden können, deren Ursache oft rätselhaft blieb. Als richtig kann eine Zahnpflege nur bezeichnet werden, wenn die zahnzerstörenden Gährnngs- und Fäulniserreger, die sich im fUhmbc täglich neu bilden, auch täglich unschädlich gemacht werden. Tas ist nur ju erreichen durch den täglichen Gebrauch eines antiseptischen Zahnpflegemittels. Tie Wirkungsweise des OdolS ist eine ganz eigenartige. Während andere Mund- und Zahnreinigungsmittel, soweit sie fftc die tägliche Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen, lediglich während der wenigen Sekunden der Mundreinigung ihre Wirkung au«- üben, wirkt das Odol noch stundenlang, nachdem man fich die Zähne geputzt hat, nach. Tiese einzigartige Tauerwirkung ist aller Wahrscheinlichkeit nach darauf zurückzulühren, daß sich das Qdol beim Mundspülen förmlich in die Zähne und die Mundschleimhäute einsaugt, diese gewissermaßen imprägniert und so gleichsam einen antiseptischen Vorrat hinterläßt, der noch stundenlang den zahn- zerstörenden Fäulnis- und (SärunaSororest'en enlneaenmirfi rr«/ N NE NW Eisend -Praktikant 3ob. Rothe zu Fulda »um techn. Eisend.« Sekretär, Bahnsteigschaffner Fürbetb zu Weilburg und Eisen- bahnauShelfcr Keiler zu Gießen sowie Brack zu veldenbergen Tjrucksachen aller Art liefert in Jeder gewünschten Ausstattung preiswert die Brühl’sche Universitäts-Druckerei, Schulstr.7 XUS Stabt tttlfc CanO» ganze Barschast von etwa 160 Mark befand. Obwohl sie Gießen, 6. August 1913. den Verlust alsbald bemerkte, blieb die Tasche verschwunden. - AuS dem Militär.Wochenblatt. Haupt, hatte kurz darauf drei Mädchen die To,kette betreten Pfarroerwaller in Gruningen wurde als Mil. HilfSgeifUicher J’0*’ fonnte man feftfleflen, daß sie die Diebe unter Zuteilung zur Hesi. (25.) Dio. in Darmstadt ange- waren, dagegen war das dritte nicht mehr aufzufinden, stellt. —Dem Topographen bei dec Landesaufnahme Rocken- ~lc Krimmalpolizei beobachtete das Lokal auch ani letzten Häuser in Mainz wurde der Charakter als RechnungSrat -onntage, und richtig fand nch die Diebin wieder em. Man 93—95 Mk., fette Kühe 2 Qual, (in guten Stücken) 80—82 Mk, 3. Qual 76—78 Mk,. Kälber 1 Qual. 90—93 Mk, trtre gute Ware bis 100 Mk. 2 Qual 8:3 -87 Mk, 3. Qual. 78 W 82 Mk.: Gangochsen, die in einigen miileh'tbnxrm Paaren zum Berkaus standen, wurden mit 1100—1250 Mk. das Ptior abgegeben. Rächste Markttage 19.—20. August d. F Am Vormarkt bereiteten Schutzleute in Zivil den Handelsleuten, die aus Preußen gekommen waren, um ihren handel zu machen, eine Ueberroschung Die Beamten fahndeten lellweijc mit Erfolg auf mdbtbeffifcbe Deutsche, die, ohne ein hessisches Otewerbepokent ni besitzen, anr Vormartt Ware absetzten oder einkaufte,l. Tie vandelSleuie waren entrüstet über diese Art, wie man wieder einmal ein Mittel gefunden zu haben glaubt, den Bormarkt zu ruinieren , mit dem man aber auch leicht den Lwuplrnarkl zu Grade tragen kann Verschiedene Handelsleute, die von jenseits der Grenzpfähle schon seit einem halben Menschenalter nach Gießen zum Markt konirnen, erklärten, daß, wenn sie bestraft würben, sie alles aufbieten werde,,, damit die preußischen Müllegen zu veranlassen, nicht mehr den Gießener Markt zu besuchen. Tie hessischen Behörden itnirben richtiger handeln, wenn sie den seht wieder mifblubatben ®tcfmcT Markt, der den Getverbetreibenden der Stadt viel einbringt, und diese mit in die Lage verseht, die in Lessen gewiß nicht leicht« Steuerlast zu tragen, durch solche kleinlichen Masmahmen nidxt störten. Der Handel muß sich frei entfalten können inib bet einem Zuchtviehmarkt von der Bedeutung des Gießener Marktes ist der Vorbandel gar nicht zu entbehren. Es kann den Marktveranstaltern auch gleich fein, ob das nach Gießen gebrachte Bieh am Montag oder am Dienstag verhandelt wird, wenn nur der Vorrat für den TienstagSrnarkt ausreichend bleibt und das ist bisher stets der Fall gewesen. la. FranNurt a. M., 5. Ang. btu« und Etrohmarkt. Ungefähren waren 7 Wagen Heu Stroh fehlte. Man notierte: Pen. neues, 2,50—2,H0 Mk., alle« 0,00—0,60 Mk Stroh (Korn- langftroh) 0.00-0.00 Mk.. Wirrstroh 0,00—0.00 Mk. Alles ic bOKllo. Geschält ruhig. Die Zufuhren waren au« den Kreiselt Dieburg und vanau und ou« dem Qdertaumts. lBerfaffer Pcrr Germann steil Gießen r, st't ' • * Athletik- Bei dem am Sonntag, 3. August, in Al«seld rnitbraiiluei tenTretihenfrXurf «boet)aU«nfn 91t »let en • SB« t tfl r e 11 errang Herr Richard r C u f ci -In1' "u • m’d) 9 «laue, Mitglied de« Athletiksportverein« Gießen, im Stemmen Verfasser: Herr Gewerbe- und Zeichenlehrer LouiS Garnon, den 1. Preis und imRingen bei; 5. Preis. Bet den Meislerschafts- Gießen ; mit dem dritten Preis den Entwurf „Kunst tm kämpfen in Wanfried errang er sich die 2. Meisterschaft von Oteiverbe" (Verfasser: Herr Architekt Ernst Sdpnibt, Gießen). Hessen. Außerdem wurden augekanst die Entwürfe „Quelle der ■_______ __________ . -ju j ■ Todes-Anzeige. Gestern mittag verschied nach kurzem Leiden unter innigftgeliebtes Töchterchen Emilie im 2. Lebensjahre, welches wir Verwandten, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mttteilen. t _ Ludwig Größer und Frau. Wie,eck den 6. Augun 1911 5127 TieBeerdigung nudel Donnerstag, den 7. August, nachm. 2 Uhr, v. Sterbehanfe, Gieß. Str. aus statt. Höchste Temperatur am Niedrigste r , Niederschlag: 0,0 mm. - aZ u* Frischmelkende und tragende Kühe in bester Qualität fehlten diesmal am Markt. Fette Rinder waren begehrt, aber nur in m e n i g e n Stucken zu haben. Fette Kühe, die e r st k l a s s i g überhaupt nicht mehr an den Markt kommen, gingen sämtlich schon beim Borhandel an die Einkäufer für die Rheinstädte fort. Ter Markt ging infolge des schleppenden Handels spät 3um Schluß, und konnte der Vorrat in allen Sorten Vieh, bis auf einen unbedeutenden Rest abgelebt werden. Gehandelt wurden h. Vtlbcl, 5. August. In der Montagnacht wurde einem Mieter deS Birlenholz'schen Hause« durch Einbruch ein größerer Geld betrag gestohlen. Dem Diebe ist man bereits auf der Spur. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 4. August. Eine Frau auS Mainz, die feit einiger Zeit bei hiesigen Verwandten die Haushaltung führt, da die Frau dcS Hauses erkrankt ist, besuchte am letzten Sonntag ein hiesiges Vergnügungslokal. Sie ließ aus der Toilette ihr Handtäschchen liegen, in dem sich ihre Bekanntmachung. B e t r.: Dalzardeiten an den flreiSstraßen. Die am 22. Juli L I. verfügte Sperrung der Kreisstraße Villingen—Ruppertsburg wird hiermit aufgehoben. Tie Kreisstraße Nonnenroth—Röthges—Kreisgrenze wird vom 6. L M. ab für den Automobil- und Fuhr- werksverlehr bis auf weiteres gesperrt. Ter Verkehr von Nonnenroth aus wird über Ober- Bessingen und Münster umgeleitet. Gießen, den 4. August 1913. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. U fing er. Verantwortlich für „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": Z. V: August Goetz. August - 4- 19,1 ' C. . -4-11,4' C. Arbeit" (Verfasser: Herr Architekt Ernst Schmidt, Gießen) 7^eit, Leben" (Verfasser: Herr Willi Woolke, ^.Bingen, 5. Aug. lieber die Lage de« Weinhandels (. ' r7 nldlfniifcnt^Ur4C lULnüd) Cnvenn auch die Qualität de« 1912er A Maar, 4. August. Nach einer Vern «treu unq von vielfach recht gering ausfiel. Vorerst ist die Lage des Wemhandels 200 Mark verschwand der quS Nordhansen stammende Knecht ‘,n allgemeinen feine zufriedenstellende und von einer Besserung deS Landwirts K. Zinn. kann nicht gesprochen werden. Der Absatz leidet sehr unter der . Antialkoholbewegung und nicht minder unter der allgemeinen Kreis Friedberg. Teuerung der Lebensmittel, die viele seitherigen Konsumenten --- Fricdbcra 5 Aua Am Bonnerstaa 7 Auaust S'vingen, sich immer mehr und mehr des Weingenuste« zu enthalten, nachmit aa^ von ^-7 Uhr 9finhet 9?e r n t u 2'n 4 h p u,,b außerden. hat in letzter Zeit die durch die Balkanw.rren ver- nacymtllags von o—< Uhr, nnbet -veratun g s st un d e lir|acb(e Unruhe, das ßjefebäft erschwert. fur Alkoholkranke (Trinker 1 und deren Angehörige — —.■ _ _ statt. Für die mit Unterstützuna des Zlweisamts Markte eingerichtete Äu^kunstsstelle hat bic Stadt den Saal lliaru€e über den Pferdeställen zur Verfügung gestellt. tb. Gießen, 5. Aug. Der heutige R i u d v i e h in a r k t hatte \ grlin rr-in hieHncr «anhmirt s,«,- einen Austrieb von etwa 900 Sluck Grostvieh, 450 Jungtieren brohte einen M° n Jeu r, herauf feinem lach einen S t an, CÄftfehgebrü« xn°Ä btalkn ter der elektrtschen Leltung anbringen wollte, Viehgattungen weichende Preise. Tie Preise für Ualber zogen Mii dem Revolver, so dast der Mann von seiner Arbeit Ab- gegen den letzten Markt teilweise kräftig an, was seinen Grund stand nehmen mußte Auch in anderen Orten setzt man den darin hat, daß die Einkäufe^ für Frankfurt, Wiesbaden und die Montflgearbeiten für die oberhessische Ueberlandzentralc vielfach einen unbegreiflichen Widerstand entgegen. . W. Marienborn bei Main;, 4. Aug Ein Fuhrmann liest auf der Pariser Chaussee fein Fuhrwerk stehen, um .vrudn zu stehlen. Er wurde dabei von dem Flurschützcn der 0 c m t i n b c ertappt. Beide gerieten ins Handgemenge, wobei . w,. v».in>«nVvpl>vMiwu sich der Revolver des FlurschützeN entlud und letzteren «s Allgem Ehrenzeichen in Silber dem Weickx-u w unglücklich trat, hast er auf der Stelle tot war. Der steiler Gg St ä ü ju ^ricbbcrq, dem Rangierführer Konr. Zell Fuhrmann fonme kaum vor der Lvncknustiz bewahrt werden. Er m a n n , sowie dem Pahnhofswärter Zoh Schaumburg, beide wurde in »aft genommen und die Staatsanwaltschaft benach- iii Gelnhausen, dem L>ilsswerkführer Leopold Fahlenberg zu richtigt. Fulda: das Silb. Mreu\ des Verdienstordens Philipps des Groß- Hessen-Nassau. mütigen dem Lokomolivtührer a. T. S)d). Schmidt zu Greßen. . « . .. . . . * _w o k Die Prüfung bestanden: Ter techn Eisenbahn-Sekretär Hain- b 0 m b u r g v. d. 4. dug. W,e d,e Leitung des bad) zu (Hießen zum Elsenb Betriebs,ngenieur, die dilfsschaifner ^aalburgmuteums mtiletlL bheb der 0 e 1 a m t b e 1 u cf) der S ä u f t r , Schmadl. Stamm, Weder, Weisel, Ar. 1 b u r s im Irlten BcrEsiabr gegen den des «ariadrs nold, Ulm, Möller, Dickel und Becker I. Su Gietzen, ’uyiuAin®T.bctru!,: 60J%Smc (2434.«"s°nen>, 8l> dödere sowie e i b n c r au Laubach und T , etz zu Hungen zum Schaffner ,m 9an^,n# ¥ r6.1, ^aWfnbc •• T >e Nebengebödr-n der z >1 g beg l e i, »e rs». «»s»nxi IM^Muieunn ^aS üaslcl irlblt wurde nach «cklavangen nale be, der Dr eukilck hessische n Staatsbahn, 320 b,s 350000 Perwnen beiudji. Am uarfften war der Man schreibt uns: Während sich die Vorschriften über bc^n’A 79°? ®.c' die Nebengebühren der Z u g b e g l e i t p e r s o n a l c uA/rn. Außerdem statteten etwa 20 w,.sen,chani.che und w,rticha,t im allgemeinen bewährt haben, führten die widerruflich ''^°^r.cha,ten den^Hebauden Be'uche ab An Amicktskarten gewährten AusgleichsAulamm insofern zu ziemlichen Unzuträglich- . ^Vrkarten der feiten, als uvolqc des Wechsels bei der Personalverteilung es Zkttrischen Bahn 1/0000 li. V 1726/0 Emen bcionberen häufig vorkam, daß in derselben Dienstgruppe Personal mit mrd AuJ,f*roun9 nab™ dagegen der Verkauf roinncher longefatznach- ohne Ausgleichszulagen oder mit verschiedenen Ausgleichszulagen Qoniungen. 4.as M u s e u m konnte wiederum bedeutende 8c- iid) befand. Um Abhilfe zu schafsem sollen bei allmählicher He- rc^erungcn feiner Bestände verbuchen. Es erhielt durch Ausgra- feitigung der Ausgleichszulagen die Nebengebübrcn der Zugbeglcit düngen von der -Laalburg 4/0, vom Zugmanlcl 10->0, von autzer- personale in folgender Weise erhöht werden: Erstens wird die als nnb Don ttankstchen Statten 36 Fundstucke mdgeiamt Nachtdienst ^u rechnende Zeil, für die ein Zuschlag gewährt wird, durch Unlauw und' Geichenke auf 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgen« festgesetzt, also um zwei rtU£.e- 1° der Ge,amtzuwack>6 des Museums Stunden verlängert: zweitens wird der Zuschlag für diese Wadit- Sc|ont>er« retd) maren d.c Funde an dienstzeit erhöht und allgemein auf 100 Prozent der regelmäßigen stanzen Ge,atzen Stundengeldfatze festgesetzt und drittens sollen lleberftunben der !^'»^,o^^rstempcln (407), Grasfiten (63„ Münzen (24o► und Regel nach schon nach mehr als einftünbigen (bisher zweistündigen) Q” S-srTfc ad "" m^oen l93). ^ctzt hat man auch begonnen, Verspätungen vergütet werden im Bibliotheksraume Bilder der um die -saalburg hochverdienten •’ (Gewerbe-An s stell ii n a Giesten TOI 4 für Personen aufzu hängen. Bis jettt sanden Aufnahme ein Bronze- snhrlicherer Bericht. > Tas Preisgericht fur den Wettbewerb Eohaufen. zur Erlangung eines Ausstellungsplakates hat unter den cin^egangciren 28 Entwürfen die folgenden preisge- frönt: Mit dem ersten Preis den Entwurf „Aniiemarie" 745,9 17,0 7,7 745,7 11,8 8,0 745,0 11,6 7,8 Ehe Sie Ihr Geld für minderwertige. teilweise nur ho- genannfeWasscr- Kinkoch - Apparate weg werfen lassen Sie sich die Vorzüge des I>ampf-Einkochers Original-Bade-Duplex sowie der Fruchtsaft-Bereitung ohne jeden Kaufzwang erklären und urteilen Sie dann selbst. Rohe im Bause! Lang A Wäedersiein Giessen, ülarktstrasse 4 4915 durch unseren patentamtl. gesch. Geräusch - Dämpfer „Fried®“ für Klosett - Spülkasten. „Friede“ ist sicherst. Selbstschluß ohne jed. Rückschlag „Friede“ ist sparsam im Wasserverbrauch und billiger wie jede andere Vorrichtung. Derselbe kostet pro Stück Mk. 5.—. Allein-Vertrieb: 4812 Göbel&Appel. Süd-Anlage 20. Konkursverfahren. lieber daS Vermögen der Firma Rudolf Nödiger, Spengler- und JnstallationSgcschäft in Gießen wird heute am 5. August 1913, nachmittags 4x/2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Louis Althoff in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 28. August 1913 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses lind eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen aufDonnerstag, den 4. September 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 18, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 28. August 1913 Anzeige zu machen. b8/8 Gcoßherzogliches Amtsgericht in Gießen. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Müllers Wilhelm Leib in Bieber wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 30. Avril 1913 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 30. April 1913 bestätigt ist, hierdurch aufgehoben. Gladenbach, den 31. Juli 1913. D6/8 Königliches Amtsgericht, Abt. I. v>»— dass Sie Ge!d sparen wenn Sie Ihren 4108 (infocli Apparat h. Gläser kaufen bei J. B. Häuser Telephon 660. 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