Zweites Blatt M. 3( 163. Jahrgang Erscheint töyttch mit Ausnahme des Sonntags. Delbrück, v. Ion - mrt Abg. Koertteu (soz.) dein IW Beethovens handbibiiothek. geholt: im1 Sebtuar |!|i ? Turnverrik daß der Herr nicht Müller geheißen hat. (Beifall.) Die Beratung des Reichsveesichcrungsamts beginnt einer längeren Rede des WI»l n'iUhr« teuer. H W itigrzr. ang 8 Uhl jriaen, Imie e haben Zutritt-- gelaßen, auheiio er Vorftack Am Tische des Bundesrats: Es hnrrben die Väter gepriesen Als mutige Löwen im Streit, Donnerstag, 6. Februar WZ Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universiläts • Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Ludwig XIV. soll bei der Erftanffüh>rung der Dichtung die betreffende Stelle durch Kopfnicken besonders gebilligt haben. Auch aus einem Gedichte Ernst Moritz Arndts wurden die Verse herbei- tralisrertc Armenpflege. Abg. Becker-Arnsberg (Zentr.'): Unsere Arbeiterversicherung verdient nicht ein so abfälliges Urteil ww e6 Ire Vorredner hier gefällt hat. Von der Vollmacht des § 547 der Reichsversicherungsordnung, die U n f a l l v e r i i ch ; r u n g auf b t. st i m m t e gewerbliche Berufskrankheiten auszudehnen. sollte möglichst bald nach Inkraftreten des dritten Buch-s der R. B. O. Gebrauch gemachi werden. Wir fordern insbesondere, daß das Augen- zrttern der Bergarbeiter (Nystagmus) als gewerb- liebe Berufskrankheit der Unfallversicherung unterstellt wird. Nicht minder notwendig ist das auch für die Lungen krankheiten der S t e ! n a r b e t t e r. Wir haben eine entsprechende Resolution nngebracht, ote von allen bürgerlichen Parteien unterstützt ist. Tie „chirtzevek Famillenblättrr" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreist; krtt ffl: den Kreis Siehe»" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erfchemen monatlich zweimal. Die Weichlinge nannten sie Riesen: .Ihr Schwerthieb schlug tief und schlug breit, Ihr Speer fuhr durch Rost und durch Reiter, Durch Panzer und Schild, wie der Blitz. Sie fürchteten Gott und nichts weiter, / . Und hielten nur Tugend für Witz. — W ä r m e u n d T e n l a r b e i t. Tie Leistung der Zellen menschlichen Körper steigt mit der Erhülmng der normalen Temperatur. Auch für das Gehirn gilt dieses Gesetz. Darum tann man durch künstliche Erwärmung des Gelfirns die Denkätigkeit anregen. Ti es en Umstand haben viele der berühmten Dichter und Denker aller Zeiten ausgenützt, um ihren Tenkapparat anzuspornen. Wie im! Januarheft der populär-medizinischen Monatsschrift „frijg" (Verlag Volksmedizin, München) geschildert wird, vergruben Milton, der Dichter des „Verlorenen Paradieses" und ebenso ^'Descartes, der Philosoph des ,Hch denke, folglich bin ich," ihren Kopf in Sofakissen, um das Gehirn zu erwärmen. Ter Schriftsteller und Verfasser leidenschaftlicher Reden, Bossuet, zog sich in ein kaltes Zirniner «zurück, nachdem er den Kopf mit warmen Tüchern umwickelt hatte. Der Lebensreformator Rousseau ordnete seine Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51. $RebaÜion:e^ll2. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. Gedanken, indem er in der twisten Mittagssonne unbedeckten Hauptes spazieren ging. Schiller hatte ein eigentümliches Verfahren, einen heihen Kopf zu erzeugen. Er steckte nämlich seine Füße in ein Schaff voll kalten Wassers, was ihm nebenbei langwierige Katarrhe eintrug. Von Goethe ist bekannt, das; er besonders gerne im Alter dem Weine zusprach. Tenn der Alkohol, soivie Tee, Kaffee, starke Gerüche, alles das sind Mittel, welche einen heißen Kopf machen und deshalb von zahlreick-en Geistesarbeitern, und nicht nur von diesen, zur Anregung benützt werden. Beginnende Gehirnkrankheiten, welche mit Entzündung verbunden sind, verleihen durch die damit verbundene Erwärmung dem Betreffenden aus dem gleichen Grunde oft eine erstaunliche geistige Regsamkeit. Wem fällt da nicht die Leidensgeschichte des Dichtcr- philosovhen Nietzsche ein. Nach den Daten, uxW Lombrose gesammelt hat, erhält die übcrrasckfende Geistestätigkeit vieler Genies (eine große Anzahl hat ja int Jrrenhause geendet) seine eigenartige Erklärung. „ , . J — Kurze Nachrichten aus Kunst und W l l s e n - schäft. In Basel ist der frühere a. o. Professor der PMk an der dortigen Universität, enterit. Gymnasialdirektor Dr. Fritz Bur ck Hardt im 83. Lebensjahre gestorben. Abg. Sachse (Soz.): Daß cS möglick 'st. in Jndustriebezirken Landkrankenkasien zu errichten, ist die Schul? des Zentrums. Warum hat das Zentrum f.einerqeit n.chr uiiseren Anträgen, die das verhindern wollen, zugestimmt. Ministericildirektor Dr. Caspar: Die Entscheidung über Diz Frage der Errichtung von Land- kranlentapen in Jndustriebezirken, liegt nicht beim Reichsversicherungsamt. Tas ist Sache der Landesbehörden. Tic Resolution Becker wird angenommen. Beim „Kanalamt" tritt Abg. Hoss Wv.)' für eine Vermehrung des L o t s e n p e r s o n a l S ein. Das ist bei dem steigenden Verkehr im Kaiser-Wilhelm-Kanal uncr- läßlich. Tic Haitpflichtverhaltnisfe der Lotsen sind recht ver- bcfierungSbedürftig Tie gegenwärtigen Verhältnisic entsprechen weder den Interessen der Lotsen noch der Reeder. Tie Löhne der Maschinenanwärtcr sind in der letzten Zeit überhaupt nicht gestiegen. Er appelliert an die Verbündeten Regierungen, nicht Drängen Der Berufsgcnosfcnschaften zu folgen, Dtc auf gleiche Behandlung der gewerblichen Vergiftungen mit den Vetriebs-- unfäHen gerichteten BundcsratSvcrordnungen zurückzuziehen; im Gegenteil, hieraus ist noch mebr Wert zu legen. Der Redner wendet sich gegen die Strenge und immer größere Zurückhaltung bei der Entschädigung von Unfällen. Da heißt es jetzt: die Unfälle kommen nicht mehr so vor; o ja, aber die Renten nicht. Leistenbrüchc seien natürliche Anlage, heißt cs jetzt; bricht der Mann bei der Arbeit zusammen, so sei cs die Wirkung, nicht die Ursache, und d'c Wirkung wird nicht entschädigt. Die kleinen Renten werden überhaupt nicht mehr gezahlt. Das Reichsversicherungsamt s ch a b l o n i c r i schon seit längerer Zeit. Insbesondere operiert man immer mit dem Begriff der „Gewöhnung". Man gibt bei Ablehnung von Anträgen heute gar keine Begründung mehr; inan verweilt einfach auf die und die Nummer der früheren Entscheidungen. Wehe aber dem Unglücklichen, der mit dem Bersichcrungsaint in Streit gerät! Die Witwen - und Waiscnversicherung ist nichts weiter als eine zcn- 6-- u'!d.L Mb. Deutscher Reichstag. '(KM. S itzung, Ai i t t w o ch. den 5. Februar.) iaitl i»lß bitten Hen«*0"' „i ttS* T«»*« ui Abg. Dr. Waldstein (Vv.): Auch die Anstellungsverhältnisse der Lotsen find reformbedürftig. Unerträglich ist der Ausschluß der fiskalischen Haftung für Lotsen und Schifisfübrer auf dem Kanal für Beschädigungen fremder Schiffe. Ter ReichsfiSkuS solle für alle Fälle bk .Haftung übernehmen, auf Grund deren er die Reedereien entschädigt, und er mag sich selbst rückversichern. Fetzt geht es noch io lange gut, bis es mal nicht mehr geht und ein Skandal entsteht. Ministerialdirektor Dr. b". Joncam^reS bemerkt dem Avgeordneten Hoff gegenüber, daß eine Aufbesserung der Maschinenwärter wie aller Monatslöhner in den letzten Fahren sogar zweimal erfolgt fei. Tie Anregung Waldsteins ist schon letzt im Gange, es schweben über die Uebernahme der ganzen Haftpflicht Erwägungen; wir wollen sie noch erweitern. Beim „Aufsichtsamt für Privatversicherung- bekämpft Abg. Taiibadcl (Soz.) die Abonnentenverficherungen. Sowohl bei den fog. beau'iichtigten wie bei den unbeaufsichtigten Versicherungen werden die Versicherten in den meisten Fällen im Unttaren uver ote Bestimmungen gelassen. Es liegt im Jnterepe der Arbeiter und Handwerker, ioenn diesem Unfug der Abonnentenveriicherung endlich einmal cm Ende gemacht wird. Ich borrc, daß der Denkschrift über diese Materie bald ein Gesetz folgt. Abg. Marcour (Zentr.-: Das Aufsichtsamt für Privatversicheruug zeigt ein c auf. fallende Zurückhaltung in der eaefje bet Ubonnuit^i. Versicherungen. Der politischen Preße wird der Vorwurr gemachtz bafe fte Siibtraucn gegen di-k Verfiche-nng-n erregt Me. ®S ist doch die Pflicht der ernsten und gewiffenharten Presse. auf Mißstände im öffentlichen Leben, hinzuweisen. Und bien? Verpcherun. gen haben sich als ein Mißstand erwiesen .Meme politischen Freunde sind daher nach wie vor der Ansicht daß solche. Verpchc- rungen unzulässig sind und nur Schaden für das Publikum brin- gen ober bringen können. Zum minbesten ist eine wirksame Beaufsichtigung notwendig. Wenn baß Reichsgericht gegen eine solche Beaufsichtigung entschieden hat, dann muß hier eben die Gesetzgebung geändert werden. Aber auch bei den beaufsichtigten Versicherungen haben die Versicherten nick die nötige Garantie, daß sie im Falle eines Unfalls ?u ihrem Recht kommen Noch ist es Zeit, hier einzugreifen, denn bei den rund 10 000 Zeitungen in Deutschland haben im ganzen etwa 300 Zeitungen eine Abon- nentenversichcrung. Dabei sind dies nicht einmal b . c e r st - klässigen Blätter. Ick möchte Sie auf eine Ausstellung dieser Zeitungen hier im Reichstagsgebäude Hinweisen; da werden Sie eine Reihe von Namen finden, die Sie wahrscheinlich m Ihrem ganzen Leben noch nicht gehört haben. (Beifall.). Abg. Dr. Junck (Natlib.)k Im Gegensatz zu den Vorrednern nehme ich eine freund- kichere Stellung zur Abonnentenversicherung ein. Die Redner des Zentrums und bei Sozialdemokratie fordern ein Ausnahmegesetz, ein völliges Verbot dieser Versicherungen. Di- Herren sind auffallend scharf gewesen. Auf diese Weise wird man dieser interessanten und nickt unbedeutenden Er» der Beginn von Othellos großem Monolog vor der Ermordung Tesdemonas, Sätze über Erziehung in „Ende gut alles gut" und die berühmte Stelle über die Musik im Schlußakt des Kaufmanns von Venedig. Als Dokument seiner lebenslangen Beschäftigung mit Goethe, den er am meisten verehrte, steht in der Handbibliothek der zahlreiche Gebrauchsspuren auswcisende W e st ö st l i ch e ,T i v a n , in dem die Schlußworte des Buches der Liebe „Liebende sich wiederfindend" mit zwei Frage- und drei Ausrufungszeichen versehen sind. * — E i n berühmtes Wort Bismarcks. Das berühmte Wort Bismarcks „Wir Tentsche fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt" ist vor einem Vierteljahrhundert, am «». Februar 1888, von ihm int Deutschen Reichstage gesprochen worden. Nach der am 8. Dezember dem Reichstage übergebenen Vorlage sollte die Dienstpflicht der Ersatzrescrvc erhöht, eine Landwehr zweiten Aufgebots gebildet und der Landstttrm so organisiert werden, daß ihm künftig alle Wehrpslichttgen vom 17. bis zum 45. Lcbens- jafrrc, die nicht gedient haben, angehörten. Zur Besckwkfung des für diese Riesenarmee notwendigen Kriegsbedarfs wurde die Genehmigung einer Anleihe von 278 Millionen nachgcsucht. Bei der ersten Beratung des Anleihegesetzes, zugleich der zweiten des Wehrgcsetzes, hielt der Kanzler eine zweistündige Rede über Deutschlands Freunde und Feinde, in der er gegen den Schluß jene Worte, die schnell geflügelt wurden, sagte. Tor ganze Schluß jener Rede lautete: „Jedes Land ist auf die Dauer doch für die Fenster, die seine Presse einschlägt, irgendeinmal verantwortlich: die Rechnung wird an irgendeinem Tage präsentiert in der Verstimmung des anderen Landes. Wir lönnen durch Liebe und Wohlwollen leicht bestochen werden — vielleicht zu leicht — aber durch Drohungen ganz gewiß nicht. Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts auf der Welt (lebhaftes Bravo), und die Gottesfurcht ist es schon, die uns den Frieden lieben und pflegen läßt. Wer ihn aber trotzdem bricht, der wird sich überzeugen, daß die kampsesfreudige Vaterlandsliebe, welche 1813 die gesinnte Bevölkerung des damals schlvachen, kleinen und ausge- sogenen Preußen unter die Fahnen rief, heutzutage ein Gemeingut der ganzen deutschen Nation geworden ist, und wer diese irgendwie angreist, sic einheitlich gewaffnet finden wird, und jeden Wehrmann mit dem festen Glauben im Herzen: Gott wird mit uns sein!" — Natürlich konnte es nicht felsten, daß sich vor 25 Jahren sofort an das neue geflügelte Wort die Philologen hefteten, die dann herausfanden, daß das Bisstiarcksche Wort — französischen Ursprungs und etwa 200 Jahre alt sei. Racine ließ in seiner „Athalie" in der ersten Szene des ersten Aktes den Hohenpriester Joas jum Feldhauptmann Abner also sprechen: „Je crains Dien, eher Abner, et n’ai point d’antre crainteM Abg. Hepp Die landwirtschaftlichen Bcrufsgenossen- schäften sollten mit den Beslraiungen langsamer Vorgehen. Für sie Leute auf dem Lande ist die Wirkung immer recht betrüblich. Auch die Rentenentscheibungen der Berufsgenossenschaften geben zu großen Bedenken Anlaß. Mir find namentlich viel Klagen darüber von Bergleuten zugekommen. Der Beruf des Bergmanns ist trotz aller Fürsorge der Grubenverwaltungen äußerst schwer. Hier muß vor allem für ausreichende Krankenhilfe gesorgt werden. Ten Wunsch, die Witwen- und Waiserversicherung weiter auszugeftalten, unterstützen wir. (Beifall b. d. Natl.) Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Beethoven war ein genialer Autodidakt, der unter einer Mangelhaften Allgemeinbildung sein Leben lang gelitten hat: doch icar er ein eifriger Leser, und nachdem er von Tagesanbruch bis z um beginnenden Nachmittag sich seinem Schaffen gewidmet lsatte, xthörte dann der Abend der Erholung, die zumeist in der Lektüre nuster Bücher bestand, und zwar las er nicht vielerlei, sondern dieselben ihm wert gewordenen Bücher wieder und immer wieder. ; Sin hochinteressantes Abbild dieses seines geistigen Verkehrs mit 1 d-m Dickstem gewährt die Heine Handbibliothek, von der ein Rest mit dein Nachlaß seines treuen letzten Amanucnsis Schindler .t in die Berliner Königliche Bibliothek gekommen ist. Pros. Albert Leitzmann berichtet in einem Aufsatz „Beet- :* kwens literarische Bildung" in der Deutschen Rundschau Näheres i. iwrüber. Die noch vork>andenen Bücher sind: ein lateinisckzes, ein i siianzösisches und italienisches Wörterbuch, zwei Bände von Esckfen- bargs Shakcsxeare-V.ebersetzung, Homers Odyssee in der Ueber- lv_. setzung von Voß, Goethes westöstlick)cr Divan und die „Betrach- | hungen über die Werke Gottes im Reiche der Natur und der ■* Vorsehung", ein theologisches Werk des Rattonalisten Sturm. 'Ale diese Bücher enthalten höchst charakteristisck^e Lese- und Ge- ilia x X^\ Abg Behrens (W'rti"ck> fZlna.)? Es werden jetzt die neuert Krankenkassen eingerichtet. Da ist es merhvürbifl, wie dahin gearbeitet wird, in großen Industriestädten Landkrankenkassen einqurichten. Tas ist doch höchst unzweckmäßig. Es ist auch nickt zu verstehen, wie die Landwirt- schastskaminer für landwirtschaftliche Belriebskrankenkassen ein- treten können. Ta fällt die iwnzc Last den kleinen und mittleren Bauern zu. Ter Resolution Becker stimmen wir zu. Abg. Tanbndel (Sn*.): Tie Bewilligung von Invalidenrenten ist bedauerlich zurück- gegangen, während die Zahl der Versicherten ständig zugenoniinen hat. rigoroser Weife werden schon bewilligte Renten wieder entzogen. Tie Renten sind viel zu niedrig. Aber selbst diese Renten werden nicht einmal gezahlt. Tie Anstellungs- Verhältnisse bei den Berufsgenossensckaften bedürfen der schärfsten Nachprüfung durch das Reichsversicherunasamt. Abg Koßnmnn (Zentr.): Tie For'ckungei'. über die i'oa:nannten Berufskrankheiten müßen eifrig fortgejetzt werden. Tie fi eigen de Unzufriedenheit mit unterer sozialen Gesetzgebung beruht nicht auf dem Wesen dieser Gesetze, sondern auf die Art und Weise, wie sie in der Praxis angewandt werde. Tie Interessen der Unternehmer dürften nicht ausschlaggebend sein. Wer in Ausübung seines Berufs seine Gesundheit eingebüßt hat. kann eine gerechte Berücksichtigung seiner Interessen beanspruchen. Hiersiir sind aber dic ärztlichen Gutachten maßgebend; diese werden von den Vertrauensärzten ausgestellt, die häusig das Amt nur im Nebenamtc betreiben und schon durch ihre sonstige Praxis voll in Anspruch genommen sind. Tie Aerztekommissionen und diä Vertrauensmänner der Berufsgenossenichaften sind überlastet. Daher sind ihre Gutachten minderwertig. Ministerialdirektor Caspar teilt mit. daß die Reichsverwaltung im Einvernehmen mit ben Landesministerien Verbandlungen über die Einreihung dieser Krankheiten — Augenzittern der Bergarbeiter und Lungenkrank- heilen der Steinarbeiter — gepflogen habe. Tie Klagen über Renten entzieh nngen und Rückgang der Bewilligung der Renten sind nicht nur eine unbillige oder härtere Auffassung der Bersicherungsbehörden zoriickzurühren. Tie Untersuchungen haben ergeben, daß in den verschiedenen Bezirken des Reiches die Ren- tenbeivilligung nach lebe verschiedenen Grundsätzen erfolgte, und hierin ist nack Möglichkeit, ohne Unbilligkeit, eine Aenderung getroffen worden. Daß das in den einzelnen Fällen nicht zu Unrecht und mit zu großer Härte geschieht, dafür bietet der Rechtsweg die Gewähr, an dessen Instanzenwege die Versicherten selbst mitbeteiligt sind. Abg. Silberschmidt (Soz.) spricht über die Frage der Bauunfällc und betont die Notwendigkeit der Zuziehung von Arbeitern zu den Beratungen der Versicherungsbehörden über Unfallverhütungsvorschriften bei den Bauten. Auch die Arbeitgeber ständen bereits vielfach auf diesem Standpunkte. Abg. Giesberls (ßenir.)? Die Arbeiter int Westen beschweren sich vielfach über ihre unangebrachte .Hereinzicbung in Lau b-I r ankcnkassen , die von den Landräten und Kreisausschüfsen entgegen dem Willen der Bürgermeister verfügt wird. Sogar in der Stadt Essen ist das geschehen. Tic Tendenz ist gant- klar. Die großen Betriebskrankenkassen sollen mit den landwirtschaftlichen und den Landkrankenkasien zufamm-n eine solche Macht gewinnen, daß sie die Versicherungsbehörden in ihrer Ricktung beeinflussen können. Die Landkrankenkasien eignen sich nickt für städtische Arbeiter, sondern nur für ländliche, eingewohntc Verhältnisi-. Was die Arzt- srage bei der Invalidenversicherung betrifft fo ist das, was not tut, die Schulung der Arbeitervertretcr bet der Versicherung. Abg. Dr. Hargy (Elsässer) bringt Beschwerden aus der elsässischen Industrie zur Sprache, die sich gegen die Art mancher Unfallverhütungsvorfckriften wenden, sie seien vielfach fo lästig, daß der Nutzen für dic Arbeiter völlig ausgewogen wird. Tie Altersgrenze sollte herabgesetzt, die Invalidenrente erhöht werden. Tie französischen Leistungen, die viel größer sind — Altersgrenze von 60 Jahren und Renten von 320 bis 600 Francs — erregen eine ungünstige Stimmung bei den Arbeitern in Elsaß-Lothringen. Abg. Astor (Zentr.) begrüßt die Gründung von Lagerei-Berussgenossenschafien. C q u i e r e Präsident Tr Kaemvf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Der Ua! ses Heidisomte öes Znrreren. z (Dreizehnter Tag.) Dic Beratung wird fortgesetzt beim Reichsversicherung s a m t. Zuvor gibt Ministerialdirektor Tr. t>. JoncqnicreS eine Erklärung ab. Bei der Erörterung der Frage der Seeunrälle in der vorigen Woche [jattc der Ministerialdirektor in Beantwortung einer Beschwerde des sozialdemokratischen Redners, des Setters des Transportarbeiterverbandes Schumann mitgeteilt, daß auf der zur Vorbereitung der internationalen Seeunfallkonferenz im Oktober v. I. veranstalteten Hamburger Konferenz der deutschen Beteiligten auch bic noch der Versicherungsgesetzgebung zuständigen Bertteter der Seeleute zngczogen waren; er hatte mit einer Wendung zu den Sozialdemokraten hinzugesügt. daß auch der Vorsitzende des SeemannSverbandes, Herr Müller, dabei gewesen sei. Inzwischen hat nun der sozialdemokratische Redner. Abg. Schumann, feftgeücöt, daß das nicht Herr Müller, sondern ein anderes Vorstandsmitglied des Seemannsverbandes mit Namen Hofsmann gewesen sei. Abg. Schumann bezeichnete diese Verwechslung in einer öffentlichen Erklärung als einen vermutlichen Trick. Ter Ministerialdirektor bittet deshalb um Entschuldigung, Manchsspurcn in Form von Eselsohren, turnen an den. Raub Ji n. bis Piscbriedenen Bemcrttingen und besonders vielen Strichen, Ki:euze Uckersc^ing vor, an dic er sich von Jugend aus ge- [W " E»nt l>atie. In den noch vorhandenen zwei Bänden sind eine «eihc von Stellen am1 Rande durch Striche bezeichnet, -. B. ijvufeums fü I md Reallchrer » Mo itnuKffrn * gab die Versa XBUtb 50 000 Beneke, hat. ist Fl eis-1 Ter Ä Fleifchdiebst t>- I. im 2 verantworte ou-reichendt 'ibn indessen verurteilte i Der Bittsibrifttnansschuß hat eine Bittschrift uitt Verbot des Vertriebs von Tabak f a b r i - Taten aller Art durch Gast- und Schänkwirte verworfen. Dagegen wurden Bittschriften, die eine Abhilfe gegen den g e - Heimen Waren handel erbitten, dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. -Sroßer fiitradjt ver cm Kk gut < Sfflä unter der vcttnbimlen ' I* schön zum 1 ton!« doM - Taubr bei io hielt ei Sr waren etwa lofliten Preise I a.‘ Laub Lerschöneri h-tel „Schützer e die Sitzung. Donnerstag beginnt die Beratung des Marinehaushalts im Ausschuß. Minckkerialdirektor Caspar: Die Denkschrift soll nur das Material zu weiteren 93 er» Kneblungen liefern. Die Bedingungen für die Abonnenten- üci hcrung find so cm4geüa(tet worden, daß sie den Bedingungen für die Unftillversicherung entsprechen. Die Denkschrift nennt die AbonnenleTwerficherung ausdrücklich ein* wenig erfreuliche Erscheinung. Wenn trotz der heftigen Bekämpfung dieser Versicherung durch die politische Preise fo wenig Beschwerden aus den .Kreisen der Versicherten selbst einlaufen, fo beweist das, daß ft: nicht beunruhigt find. Tas Hans vertagt sich. Tenn^km: 1 Uhr: Weiterberatung. Schluß 7 Uhr. schetnun g unseres Volkslebens nicht gereckt. Die Denkschrift gibt eine unparteiische Darstellung der Tattachen. Einfach tot- schlagen kann man die Abonnentenoersicherung nicht. Es trt nicht richtig, daß große Schäden aufgeweckt find: man kann auch nicht von einem Krebsschaden sprechen, gegen den mit dem Messer vorgegangen werden müsse. Tie Denkschrift meint, daß die Schäden v-rbältniSinätzig gering find. Es wäre also genügen, die unbeaufsichtigte Abonnentcnvcrsicherung unter bie Aufsicht deS Staates zu stellen. Es ist auffallend, daß die Sozialdemokraten ein absolutes «erbot fordern. Warum wollen Sie Verbindern, daß den unbemittelten Volkskreisen dieser Segen der Abon- nentenvcr icherung zugute kommt (Zuruf der «oz.: Segen für b’e Verleger!) Die 100 Mark-Prämien find für eine unbemittelte Fami'ie von großer Bedeutung. 1766 165 Teil- nehmer der Abonnentenvcrsicherung fir.o vorhanden. An Schaden- gelber« wurden 3 Millionen Mar', g-zahlt. Diese Summe sollten doch gerade d,7 Sozialdemokraten den Unbemittelten gönnen. (Lachen bei den Soz.) Tie Sache liegt also so. daß die Sozialdemokraten ohne ioesentl'ch objektive Gründe mit einem Verbot vorgehen wollen, ohne zu beachten, welcher Segen in dieser Versicherung liegt. Tic größte Zahl der Zettungen, die eine Abonnentenvers'cherung betreiben, haben ein fo niedriges Abonnementsgeld, daß _ man sagen kann, cs werden überhaupt leine Versicherungsprämien bezahlt. TaS Wesen dieser Versicherungen besteht eben darin, daß daS Abonnement nicht erhöht wird und außerdem noch em Vcrftchcrungsauspruch gegeben wird. Bei den unbeaufsichtigten Abonnentenverficherungen. über die uns natürlich nicht fo genaue Zahlen zur Verfügung stehen, handelt es sich ungefähr um zwei bis drei Millionen Versicherte. Auch hier find wir nicht in der Lage, ohne weiteres mit einem VerbotSgesch dazwischen zu fahren. Da bei den beauffichtialen Versicherungen, wie gesagt, wesentliche Schäden die nicht sofort vom Aufsichtsamt aufgedeckt wären, nicht borflefonnntn sind, so handelt .» sich eben mir um die unbeaufsichtigten. Und da bräni ver ®n »etfäiicben1 Z* Qfn gellend sagten bei \ ■jHjf das 5 Wn fint 5 gelangte ^kdigj nach " ""e„ * A: Ä °»d •%[[ w{i > ®x » 1 Ul ctzkale 2 Apu JÄ * Sä ^‘2 dcs 0 «£ba wtb Jf geräumt m W U Aachauscs Muban ™ tobtnten m § uMendem tii Kie M M, m dem Porten- J ^Mtlicheu - gA-dhe _0, mürbe un ZU Mit dahmg 14 Oberin '■ Trau _ bi waren, 8in 6i| Dcuticbc Kolonien. lieber das Goldfftber in Tanga in Deutsch Ostafrika Intrb der „Tägl. Rdsch." von dort beschrieben: ,,3n unserer Hafenstadt Tanga in zur Veränderung einmal eine , Goldsieber^Epidemie" ausgevrocben! Am und in dem aus dem llsambara Gebirge kommenden und in die Tanga Buctzt ntün denden Sigi-Flüßchen wollte man Gold gefunben haben! Sofort entstand ein wahres Rennen und Laufen nach dem Sigi Distrikt, und schnei! waren dase.'bst eine Anzahl „Goldfelder" belegt worden Auf dringende Einladung einiger uutcrnehmungsluMger Freunde hatte ich mir auch einen Tag frei nimm du, um .Goldfelder' auf* suchen und „dannen" zu gehen, beziel ungSweiie deren Expedition als „Sad'verstftidiger" zu begleiten. Alfo aus nach dem Srrand des Sigi! Um 4 11 br morgens, nodi in der DuiikeUwit, nmrbe auf geb rocken. Die mit allen Bedürfnissen reichlich ausgerüstete Expedition — gute Getränke nidg zu vergessen — bedurfte zum Traiispoitt ihrer Lasten zwanzig schwarzer Träger. Rach einem Gewaltmarsch kamen wir auf der Maliusfchen Plantage tun vor Mittag an, wo die „Goldfunde" gemacht worden fein foUtrn unb machten uns sofort an die Arbeit Der Sand des Sigi FlüßckMis Nmrde jachgemäs- gewafchen und untersucht Das nermrintlidx Gold nwreii i c i d) t e G l im merb 1 ä t tche u, bie wegich vammen. 2er zurückbleibciide schwere Satz bestand auv ^'uignct 'der Titan- ersenerz-Grus und winzigi'n Granaten. Tie Untn-fudumq^ mit einer scharfen Lupe ergab ober keine Spur von Gold' -i rotz- Ans bereit. Eine Fraktionsfihung der Nttionalkiberalen. rb. Darmstadt, 5. Febr. Die nationalliberale Fraktion der Zweiten Kammer hielt heute unter Vorsitz des Aba. Tr. Osann eine längere Beratung ab. Es fand hauptsächlich eilt allgemeiner Gedankenaustausch über den StaatSvoranscylaig für 1913 statt, wobei namentlich auch das vom Finanzausschuß bet Ersten Kammer in der jüngsten gemeinsamen Ausschußsitzung vvr- getragene Finanz-'rpofe eingehend erörtert wurde. Ferner wurde auch die Fra^e einer anderweiten Regelung des D o - m ä n e n - A kqu i s l t i o n s f o n d s besproch>en. Mmi hielt es allg mein für richtig, zunächst einmal d.e sJtcg erung um Vorlage einer Denkschrift über die seitherige Entwickelung intb die Leistunaen dieses <^onds zu ersuchen, damit bestimmte, sichere Unterlagen für eine bessere Beurteilung des bekannten diesbezüglichen, vom Finanzausschuß der Zweiten Kammer besckftossenen Antrages gewonnen werden. Heer und Flotte. Der Ersah des Seeoffijierkorps. ~ Die Anmeldungen für den Eintritt -al» Seekadett sind jetzt abgeschlossen. Es haben sich mehr Anwärter gestellt, als Ostern angenommen werden können. Der jährliche Seeoffizierersatz steigt ständig. 1888, also vor einem Viertel- jahrhnndert, genügten 40 Seekadetten, 1899 betrug der Bedarf 140, 1900 schon 200. Später sank die Zahl auf 185 und erhöhte sich 1911 auf 212, 1912 auf 245 und stellt sich 1913 auf rund 250, bie höchste Zahl, die auf den unter der Flagge befindlichen vier Schullreuzern untergebracht werden rann. Die Steigerung des Seeoffizierersatzes ist durch die Bildung des dritten Gesclftvaders, die Errickftung einer Untersee'bootsslotte, einer Marineluftflotte geboten. Da der Verbrauch an Seeoffizieren groß ist — van den 200 Eingestellten des Jahres 1900 sind nur noch knapp 140, also zwei Drittel, aktiv — muß ver Bedarf reichlich gedeckt werden, zumal schon im ersten Jähre regelmäßig recht viele ausscheiden. Seitdem den Aoirurienten Vergünstigungen in der Beförderung eingeräumt worden sind, haben die Meldungen mit dem wachsenden Bedarf nicht Schritt gehalten. 1907 meldeten sich 372 Seekadettenanwärter, darunter 45 Prozent Nichtabiturienten. , Am 1. August 1907 erschien die Kabinettsorver über die Vorpatentierung der Abiturienten, und die Zahl der Meldungen ging 1908 auf 329 zurück, es waren, darunter nur 24 Prozent Nichtabiturici t.n. 1909 ging es wieder aufwärts, es meldeten sich 367, 1910 sogar 372, darunter nur 14 Proz. Mchtabiturienten 1912 stieg dieser Prozentsatz auf 17, aber die Gesamtzahl der Meldungen sank auf 350. Inzwischen ist es mehr bekannt geworben, daß den Nichtabrturienten bei vorzüglichem Bestehen der Seeoffizierhauptprüfung die Vorpatentierung in gleicher Weise eingeräuml wird wie den Abiturienten. Auch fie können die Vordermänner des vorhergehenden Jahrgangs überspringen. Auch l)eißt es, daß die mit Prima- Reifezeugnis versehenen Anwärter wieder mehr als bisher berücksichtigt werdcni sollen. Beide Kategorien sind im Seeoffizierkorps erwünscht. So erscheint ein Aufstieg gesichert. Die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde stellt neuerdings jährlich eine Anzahl Seekadetten^ Der Direktor der Marinelchule, Kapitän z. S. Schmidt v. Schwind, wurde mit der Leitung der Seekodetten-Eintrittsprüfung beauftragt. Berlin, 5. Febr. Dem Konrmandierenden General des ersten Armeekorps, General der Infanterie v. K luck, wurde der Schwarze Adlerorden verliel)en. München, 5. Föbr. Unter dem 4. ds. wurde der General der Infanterie, Prinz Rupprecht von Bayern, kommandierender General des ersten Armeekorps, znm Generalobersten der Infanterie befördert. i n M a r b u r g. (] Marburg, 5 Febr. Die wegen der Vvrkommmssk in ben Vorjahren kurz vor Faftnackil erlassene unb von bürg und ein namhafter Teil der Bevölkerung zwecklos in IRegierungspräsidenten in Kassel genehmigte P olize^ Bewegung gesefit. Vormittags traf beim kaiserlichen Gvn-»Verordnung, die am Fastnachtsdicnstag d« es vor allem Friedr. Bode, der erste hiesige Badearzt, gewesen, der den Ruf unseres Bades begründen hals und durch Wort unb Schrift verbreitete. Auf Anregung deS hiesigen Aerztevereins soll im Lause dieses Sommers im Kurpark ein -insacheS, würdiges Friedrich Bode-Denkmal errichte« werden. -r. Reichelsheim, 5. Febr. Heute wurde die hiesig« Feldjagd für 2205 Mk. an Direktor Blank von Frankfurt verpachtet. Die Gemeinde hat einen Mindererlös vor 100 Mk. im Jnbr. Starkenburg und Nheiuhessen. u. Offenbach, 4. Febr. Ter hiesige Zweigverein be-- Vogelsberger Höhcnklubs hat einen Teil seines lieberfdjuffd wieder dazu verwandt, Kinder hier ansässiger bedürftige: oberhessischer Landsleute mit den notwendigster ^Kleidungsstücken zu vorsehen. In gleicher Weife sok an Ostern auch für arme Äon firm anben Sorge geträger werden. — Für den Turm auf der Hercher»Haine« Höhe wurden bereits über 500 Mark an zinslosen Anteil scheinen gezeichnet. Hessen-Nassau. Die Studentcn-Demonstration Im Staatsooranschlag ist jetzt die erste Baurate mit Mark vorgesehen. .Kreis Friedberg. 3 Bad-Nauheim, 5. Febr. Neben Prosesior dem man vor zwei Jahren hier ein Denkmal gesetzt erneut ein Telegramm ein aus Weißenburg etwa de? Inhalts: Se. Majestät der K a i s e r ab Bah-nstatton Weißenburg trifft mit Automobil 12 Uhr Straßburg ein, begibt sich sofort nach Polvgon, wo zwischen 12 und 1 Uhr Garnison alarmiert Alsbald wurden durch Trommelsignale und Eilordonnanzen die Nichtkasernierten und die Offiziere in die Kasernen berufen und gegen 12 Uhr rückten die Truppen aller Waffengattungen in Feldunisorm nach dem großen Exerzierplatz Polygon, wo sich bereits Prinz Joachim von Preußen und die (Generalität, cfoenfo auch als erster der kaiserliche Statthalter Graf o. Wedel eingestellt hatte. Gegen 3/«2 Uhr, als die letzten Truppen angerückt waren, stellte sich ans telegraphische Anfrage in Berlin heraus, daß der Kaiser auf dem Wege nach Königsberg bezw. dort eingetroffen sei. In der Stadt hatten sofort zahlreiche Gebäude geflaggt, auch vom Muster wehten die Reichsfarben zum Gruß. Automobile und Straßenbahn machten gute Geschäfte. lieber den Urheber der gefälschten Depesche an das Kaiserliche Gouvernement, auf gründ deren dann die Alarmierung der Garnison erfolgte, wird mitgeteilt, daß es ein entlassener Z a h l m e i st e r - A f p i r a n t der Metzer Garnison namens Keller ist, der sich heute morgen jenen frivolen „Scherz" erlaubt hat. Keller mürbe vor einiger Zeit wegen Unregelmäßigkeiten entlassen und ist seinerzeit vom Militärgericht für unzurechnungsfähig erklärt worden Um nun zu zeigen, daß er vollkommen zu- rechnungsfähig sei, hat Keller, wie er angibt, den Streich verübt. In der Uniform eine 5 ft beamten begav er sich mit einem leichtanzufertigenden Depeschenformular zu dem Gouverneur, wo man die Fälschung nicht fo bald erkannte Die Depesche hat folgenben Wortlaut: „Komme um 12 Uhr nach Straßburg Werde mich mit Kraftwagen sofort Polygon begeben. Garnison sofort alarmieren. gez. Wilhelm " Mit'der Abschrift der gefälschten Depesche begab sich Keller bann zu einer hiesigen Zeitungsredaktion, um sich seine Zurechnungsfähigkeit bestätigen zu lassen. > Au» Stadt und t'and« Gießen, 6. Februar 1913. •• Die hessische Vereinigung für Volkskunde veranstaltet heute abend 8 Uhr im großen Hörsaal der Landes- Universität ihren zweiten Vortragsabend über oberhessische Städte. War der erste Lanbach gewidmet, so gilt der zweite Lauterbach. Oberlehrer Franz Como, Lauterbach, der gewiß sehr vielen Gießenern als der Verfasier beS reizenden Verkehrsbi'ichleins von Lauterbach bekannt ist und auch sonst in kunstwissenschaftlicher Hinsicht sich einen Namen erworben hat, wird über diese alte Stadt sprechen unb deren viele wunderbare Schönheiten zeigen. ES wird besonders darauf aufineiffani gemacht, daß der Dortrag pünktlich beginnt. Der Eintritt ist für Jedermann frei. " ZI reis-Ziegenzuchtverein Gießen. Auf Ver- anlaffung deS KreiS-Ziegenzuchtvercins findet am SarnStag, 8. d. Mts., abends */,8 Uhr, bei Gastwirt Gg. Sommer „zum goldenen Löwen" in Watzenborn cm Vortrag über 1) Ziegenzucht unb 2) das Vogelsberger Rind, sowie am Sonntag, 9. b. MtS., nachmittags 3 Uhr, im Gasthause von Hch. Rudiofi in Trais-Horloff ein Vortrag über Ziegenzucht statt. Redner in beiden Versammlungen ist Oekonoinie- rat Weitzel in Lich. " Druckfebler-Berichtigung. In bet ‘Jlolij >'egen der Prenmfchen Klaffen-Lotterie ist ein DiuMehlcr cntfionoen e? muß heißen 10. Februar statt 14. Februar. Landkreis Gießen, -- Geilshausen, 5. Febr. Heute wurde unser Bürgernieister, Hch. Wagner IV., unter außerordentlich großer Beteiligung zu Grabe geleitet. Die Stichler, die Vereine, Vertreter der Behörden, Orts- unb Kirchen* Vorstand und fast die ganzr Gemeinde folgte dem Trauerzug. Pfarrer Bausch entwarf ein getreues Bild des Ent- schlasonen, woraus zahlreiche Kränze am Ohrabc nieder- gelegt wurden. Herr Wagner stand erst im 55. Lebensjahre. Ein Schlaganfall, den er l^irz vor Weihnachten hatte, wiederholte sich nach einigen Wochen scheinbarer Besserung und führte am Sonntag den Tod herbei. Die 03cmeinbc verliert in Herrn Wagner einen braven Ortsvorsteher. KrciS Alsfeld. x Ober-Ohmen, 5. Febr. Hier hat die Jugend das übliche Fastnachtstreiben vertauscht mit einem gemeinsamen Fastnachtstanz. Das ist ein beachtenswerter Fock schritt, der Nachahmung verdient. In benachbarten Cd« floriert dagegen immer noch das alte wüste FastnachtLtreiben, da6 an drei Tage dauert und ansehnliche Beiträge erheischt. □ Nieder-Ohmen, 5. Febr. Unsere Bahnhofs- an läge reicht schon lange nicht mehr für daS Bedürfnis anS. Die Verkehrssteigerung bedingt eine umfassende Vergrößerung. Wie groß diese bemesien ist, zeigt die Gesamt- iorderung von 353 000 Mark für die neuen BahnhosSanlagen. Gießen: Pelikan- 85-93 46-49 87—95 49-53 . . 43 50-44 50 90—92 79-81 76-06 nach Abzug von 3 Ortsfremden: 6,1 -Vo Ls starben an: Zujainmeir: L Lebensjahr: 2.—1b. Jahr: KD KD Die Generale Tschernitscheff und Brnkenborf Höchste Temperatur am 4. Niedrigste X der Station Siehe». Preise Mr 100 Md. Lebend- Schlacht- 47-50 42-46 71—76 63—77 79—82 77-78 en. Aus Ns am SamSti; i ®g. 6onun n Vockag ik. tinb, l'oroit c | Gaithausk 11 ig über Zch , ist Ccfonc? die in lagen in 86—39 30-34 83—88 74-81 74—78 85—90 40—42 45—48 L so gilt b nno, Laut« r Naßer b icfannt iil ir ? einen fJtaw chen und her. loirb befonbiii pünktlich W 2 2(2) 1 1 2 1(D 1 1 Altersschwäche Tuberkulose Bronchialkatarrh Knocheiieriveichung Unterleibsgeschwulst ____ bmar 1913, ^olfsfunb? 3Ql der Land^ 66—68 56-60 51-55 46—50 >er Sfvti| Ml c tlf/afa; i Gesandter in das 14. Februar: Körperschasten in welcher persönlich fordert. 8,8'6. 1,3'0. 110—113 94-100 85—92 78—85 90—97 88—95 Ki itbec vom hat die Juqk! ; einem geE Geringere L-augtatber . . . Scha Leidemastschake: Masllämmer und Atasthammel Schweine sondern auch die Polizei Vorgehen sollten. Wer einen kleinen Scherz nicht vertragen kann, der soll an einem solchen.Tage, wo der Fröhlichkeit und Neckerei ihr Recht gegeben ist, tnt Dause bleiben. Mk. 51—55 50—54 Marne. L. Friedberg, 5. Febr. Der Schweinemarkt war lang« nicht so aut befahren wie der letzte. Es waren etwa 700 Schweine am Markt. Bei den vielen Käufern waren die Preise recht hoch. Die kleinsten Ferkel kosteten 40 Mk. da? Paar, größere Lauser 50 bis 55 Pik., Springer 60-70 Mk. Gegen 12 Uhr wurde der Markt qeiäumt. Ter Krämermarkt war nicht bedeutend, doch war er gut besucht. Den Nachmittag fand die Verlosung der Pferdelotterie statt. F.C. Wiesbaden. Viehhot-Mark tbertcht vom b. Febr. Auftrieb Rinder -9 Achsen 26, Bullen Q» Kühe 53), Kälber 193, Erwachsene: im historischer Ermnerungrkalender für »8(5. 1. Februar: Die Franzosen rücken in Frankfurt a. O. C,tt‘ 2. Februar: Die Russen unter General Wittgenstein überschreiten bei Dirschau die Weichsel. , a TTr 3. Februar: Aufruf des Königs Friedrich Wilhelms III. zum freiwilligen Kriegsdienst. 7. Februar: Freiherr v. Stern begibt sich in das russische Hauptquartier. — Die Sachsen und Oesterreicher räumen Warschau. , 8. Februar: Warschau wird von den russischen Truppen besetzt. — Einzug des Yorkschen Korps in Pillau., — Der französische Marschall Ney erhält von Napoleon den Titel eines Fürsten von der Moskwa. 10. Februar: Ein Teil der russischen Truppen geht gegen „Die Pflege des Schuhes ist die Bedingung zur Erhaltung seiner Schönheit! Es ist mich hier nicht anders wie bei uns Menschen! Genau wie bei uns ist auch beim Schuhwerk nicht jede Pflege rationell. Wer beispielsweise kritiklos die billigen Cremes aus Wasser und Seife oder die mit Terpenttnöl- ersatz Benzol us'w. hergestellten Fabrikate für seinen Schuh gebraucht, schadet dem Leder.sy stematisch und von einer Schönheitspflege kann keine Rede mehr sein. Wasserhaltige Cremes bilden dicke Krusten, ersticken das Leder und machen es brüchig. Säurehaltige Fabrikate zerstören es natürlich ebenfalls vor der Zeit! Für einen Schuh, der int Leder seine Schönheit behalten soll, darf man ausschließlich einwandfreie Pflege- mittel gebrauchen, solche die aus a l l er fe i n st e n Wachsen und reinem Terpenttnöl bestehen. Die Lederputzcreme „Kavalier" ist ein solches Vlusterpräparat, sie ermöglicht die rationelle Schuhpflege, sie ist das naturgemäße Schönheits- pfl ege mittel für jeden seinen Schuh!" hv12/«? wurde W außerordeiulii Die AM und Äi# dem Iraner# M des k- Grabc nieto 55. LebeusM m hatte, nncto Keiferung ti Gemeinde tt orsteher. .ti«" , ÄufüeSfras» führt viele Menschen die tägliche Berufsarbeit. Don der Straße bringen Sie die Erkältung beim, die Ihnen so lästig ist. Die Bemfsarbeit auf de, Straße erfordert ein Dorbeugungs- und Linder ungsmitlel für Leiserkeil, Katarrh und Lüsten, und dassind die alldekannlenWyberl-Tabletlcn Schachtel 1 Mark kosten. Nieder- u. Löwen-Drogerie. fss”/« die Warthe vor. 11. Februar: Das französische Hauptquartier unter dem Bizekönig von Italien verläßt Posen. 12. Februar: Im Auftrage des Königsberger Landtags begibt sich Gras Dohna nach Breslau zum König. 13. Februar: Das französische siebente Korps (10 000 Mann) unter General Reynier wird von den Russen bei Kal i s ch geschlagen. — Oberst v. Knesebeck begibt sich als preußischer ' ’ russische Hauptquartier. Eröffnung der Sitzungen der gesetzgebenden Baris in Anwesenheit des Kaisers Napoleon, die nötigen Mittel für den weiteren Feldzug 4. bis 5. Februar — 4- b. . - -st getrieben. . t ., 2. Februar: Das französische Hauptquartier nnrb irt Köpenick bei Berlin aufgeschlagen. — Die Generale Wittgenstein, York und Bülow beschließen, gegen die Oder vorzugehen. 25. Februar: Der König von Sachsen setzt eine Jmmebiat- Kommission zu Dresden ein und begibt sich nach Plauen, später nach Regensburg. — Die sächsischen Festtlngen werden vorläufig neutral erklärt. 26. Februar: Oberst v. Gneisenau trifft in Kolberg em. 27. Februar: Zwischen Preußen und Rußland wird ein Allianz-Vertrag zu Kalisch geschlossen. 28. Februar: Ein Befehl des Königs von Bayern ordnet die Mobilmachung der Nationalgarde an. Vereinsnachrichten. = Großen-Buseck, 5. Febr. Der Gesangverein Eintracht veranstaltete am Dienstag bei Gastwirt Wagner einen sehr gut arrangierten Familienabend. Der gut geschulte Verein unter der Leitung des Dirigenten Konrad Nikolai erntete Ivohkverdienten Beifall. Auch mehrere Doppelquartette kamen schr schön zum Vortrag. Für weitere Unterhaltung sorgte Zahntechniker Hochstätter. = Daubringen, 5. Febr. Der Burschenklub Fidelio hielt einen Maskenball im Schäferschen Saale ab. 6s waren etiva 75 Masken anwesend, von. denen die.zwölf humorvollsten Preise bekamen. -r.- Lanoach, 4. Febr. Der hiesige Verkehrs- und Berschö ne run.g s verein hielt seine Hauptversammlung im Hotel „Schützenhof" unter dem Vorsitz des Reallehrers Gerhard ab. Nachdem letzterer den Reckensä>aftsbericht für 1912 vor- getragen, sand der Voranschlag für das laufende Jahr einsttmmrg Annahme Der Vorsitzende regt die Gründung eines Heimat- museums für Lanbach an. Das Vorhaben wurde gutgeheißen rmd Reallehrer Gerhard mit den Vorbereitungen betraut. Ebersto gab die BersMnmlung dem Vorschlag, zur Herstellung einer Rodelbahn einen Beitrag zu leisten, ihre Zusttminung. Der Äorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt. Schafe 17, Schweine 305. Geschäft mitteL Orblen. Poklstekschfqe. rmSqemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4—7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen haben (unqejocht) . . ^unoe, steischige. nicht auSgemäslete und ältere Lusgemästete Bull en. PolMeifchige, ausgew^ höchsten Schlachtw. . . PoUfleischige, jüngere. ........ Väti en. SlüfjJ. Vollfletfchige auSgemästete Färsen höchsten Schlacht, verles ... 9 ollfietidnge auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis m l Jahren ... Wenig gut entwickelte Färien "21 eitere ousgemäslele Kühe und wenig gut ent- wickeUe stmgere Kühe . Müßig genährte Ki'che und Färsen ftäl bei feinste Mastkälvee ........ PiüUere 'Mail- und beste Saugkälber . . . . Geringere Plast- und gute Saugkälber . • • ProsOr ,a( £ •gs s im > bi,$ ,„k von F Lrag err vvn Masken nach 6 Uhr abends ver- Liele^t und auch zugleich den Schluß der öffentlichci Lokale um 1 Uhr nachts Vorsicht, hat einem Teile de Marburger Studentenschaft nicht behalt. Im Anschluß ai fcad lustige Faschingstreiben gings gestern in den Abendkunden in den verschiedenen von Studenten frequentiertet Lokalen recht lebhaft her. Nichtsdestoweniger ließ sich bei Schluß der feuchtfröhlichen Sitzungen bis auf eine Aus nähme überall durchführen. Es war dies das Studenten restaurant Kratz am Marktplätze, in dem trotz aller güt iichen Vorstellungen der Polizeibeamten weiter gezecht uni gelärmt wurde. Als die Gäste schließlich notiert wurde, und das Lokal mit Gewalt geräumt worden wär, sammelten stch auf dem Marktplätze mehrere hundert Personen meistens Studenten, die wie auf Kommando aus allen Hassen zuströmten. Nun begann ein wildes Toben und Nrilllen. Es wurden Lieder gesungen, Reden gehalten und ften hier und da einschreitenden Polizeibeamten manchma: Etlicher Widerstand geleistet. Als fast sämtliche Marburger Schutzleute zur Stelle tvaren, sollte der Marktplatz mit Gewalt 'geräumt werden. Aber das erwies sich als unmöglich und aus der aufgeregten Menge wurde sogar geschossen. Hmzelne Verhaftete: die in die Wache gebracht werden sollten, wurden tmeder befreit. Die Polizeibeamten, die sich ins Wachtlokal begaben, wurden bis dahin verfolgt. Mau holte vom Rathausänbäu dicke Steine herbei und zertrümmerte damit die beiden Fenster des im Erdgeschoß res Rathauses befindlichen Wachtlokals. Gegen V->5 Uhr srüh erst hatte die Demonstration ihr Ende erreicht. Im Anschluß an eine Ansprache eines Beteiligten zogen die Gtudertten in geschlossenem Zuge, selbstredend unter ohren betäubendem Lärm durch die Stadt und zerstreuten sich Sann. ,Wie sich heute herausstellte, sind auch im sog. Kllian, in dem die Polizei ihre Amtsräume hat, Fenster eingeworfen und an anderen Stellen Kanaldeckel entfernt worden. Wie man hört, sind die Namen einer Anzahl ,r her nächtlichen Ruhestörer der Polizei schon bekannt. 0 Rodheim a. d. Bieber, 5. Febr. Heute nach- tzMag wurde unter reger Beteiligung dec Veteran L. N e e b begraben. Mit ihm ist wieder einer der Kriegsteilnehmer von 1866 dahingeschieden, deren Zahl sich immer mehr lichtet. Auf besonderen Wunsch stellte wiederum das Gießener Regiment bie Trauermusik. rbc mich nr ln sofort alu. »er gefälschte gewicht Mk. Gießener Strafkammer. Gießen, 5. Feür. Fleischdiebstähle int städtischen Schlachthaus. Der Metzgergeselle M. Sch. von Neustadt hatte sich wegen ^leischdiebstahls in 4 Fällen, die sich im August und September t. I. im Vorkühlraum des hiesigen Sclstadsthauses zutrugen, zu neranttoorten. Das Schöffengericht Gießen batte ihn mangels «ons reichend en Beweises freigesprochen. Tie Straskamm er erachtete Hbn indessen auf Grund erneuter Verhandlung für überführt unb »erurlcilte ilpi zu einer Gesamtgefängnisstrase von zwei Wochen. Unbegründete Berufung. Ter Spinnereibesitzer H. B. von Lauter war von dem Schöffengericht wegen Sachbeschädigung zu 15 Mark Geldstrafe Verurteilt worden, weil er aus dem Heunweg von einem Feste %ei einem Wottwechsel mit dem Betriebsleiter H, G. beiten Schirm zweimal jerbrodien hatte. Der Angeklagte will nicht voHtzlich gehandelt haben. Dem stanb ;edoch bie bestimmte Aussage des G. .entgegen, so daß bie Strafkammer die Berufung zurucklmes. Schwerer Rückfallsdiebstahl. Der Arbeiter I. T. von Tschermin in Schlesien der im November v. I. auf der Grube Ober-Rosbach be.chchtigt war, hat -in der Nackst vpni 1. auf ben 2. Dezember seme Mitarbeiter be- ilohlen, zum Teil daburch, baß er bie verschlossenen Spmbe auf-- 2rach. Ta er wiederholt vorbesttaft M, erkannte das Gericht ^uf eine Zuchthausstrafe von 2 Jahren, 5 Monaten und 1 Woche, nmb 9ttrertennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf bte Tauer von Jahren. Ein Monat unb eine Woche ber Strafe wurde durch Sie Untersuckpinashaft für verbüßt erklärt. Bon ber Anklage des Betruges zsreigesprochen würben der Gutspächter H. Sch. von Wifselsheirn ainb feine Ehefrau. Die Angellagten hätten, um sich weiteren Kredit zu verschaffen, ihr gesamtes Wirtschastsinven ar mehrfach ^n verschiedene Gläubiger übereignet. Ns water Gläubiger ilwe ^Rechte an dem Inventar, bas un Bentz der Angeklagten geblieben jirar, geltenb machen wollten, stellte pch heraus, baß die An- .genaaten bei Abschluß ber Sicher„ngsverttage venchwregen hatten -Laß sie das Inventar bereits anderweitig übereignet l^tteii X,a indessen eine Vermögensschädigung der Gläubiger Nicht eingetreten Dar, gelangte bas Gericht zu einem Freispruch. Gefälschte Geldstücke. 2 Einmarkstücke unb 1 Zweimarkstück, von denen, das eine in Hungen, die beiden anderen in Friedberg rn Zahlung gegeben roorben waren, wurden als gefälscht eingezogeir. vermischtes. * 652 Gewehrschüsse in der Minute. Aus New York wird berichtet: In der amerikanischen Armee wird gegenwärtig ein neues automatisches Schnellfeuergewehr erprobt, eine Ersiirdung Colls, die einen Rekord darstellt. Bei den Versuchen zeigte sich, daß ein Schütze mit diesem Gewehr imstande ist, in einer Minute 652 Schüsse abzugeben; Rekruten, die mit der Harrdhabung der Waffe nicht vertraut waren, erreichten in der Minute 500 Schüsse. Das Gewehr jt nur wenig schwerer als das gewöhnliche Armeegewehr und wird beim Schießen auf ein kleines Dreigestell aufgelegt. Wenige Soldaten sollen aus reichen, um mit dieser Waffe die Feuerwirkung einer ganzen Kompagnie zu erreichen. Die Armeeverwaltung hat probeweise 500 dieser Gewehre bestellt. * Ein Jug end fest in Paris. Aus Paris wird berichtet: Auf Anregung des Pariser ©tabtrateS ßajarrige hat sich in diesen Tagen ein Komitee gebildet, das sich das Ziel gesteckt hat, fortan regelmäßig im Frühjahr zu Ehren unb zu Freüben bei- Jugenb ein großes Kinderfest zu feiern. Dieses Fest, ober besser, biesc ganze Reihe von Festtagen, sollen jeweils bte Zeit vom 9. bis zum 13. Mai umfassen unb in großzügiger Organisation eine Kette von MasscnunterHaltungen, Schaustelllingen unb Festzügen bringen. Das Programm umfaßt große Kinderspiele in den Tuileriengärten, einen großen Kmberjahrmarkt, Fackelzuge, Konzette, Bälle unb Kinberaufführungen in Pariser Theatern, insbesondere im CHLtelet. Tie Hauptseier aber soll em großer Umzug ber Kinber bilden, bei bem die Jugenb nach Nationalitäten georbnet burch die Hauptstraßen von Paris ziehen soll, begleitet von Festwagen. Zwischen ben Wagen sollen weißgekleibete kleine Mädchen Körbe mit frischen Frühlingsblumen, Veilchen, Rosen unb Gänseblümchen tragen unb den buffenden Inhalt bie)cr Korbe im Tahinschreiten dem Publikum zuwerfen: als cm Symbol und einen Gruß des ,Lebenssrühlings". Zu den Feiern «ollen regelmäßig Worbnungen ber Schulen aus den französischen Pcovmz- ftähten unb aus den Hauptstädten der befreundeten Nationen zu Gast geladen werden. Lin Eisenbahnunglück bei der Rückreise der Prinzen Eitel Friedrich. Media sch (Siebenbürgen), 5. Febr. Der Schnelling, mit welchem Prinz Eitel Friedrich ans Rumänien nach Berlin zurückkehrte, stieß gestern nachmittag mit einem Lastzug zusammen. Der Heizer unb ein Passagier sind tot, mehrere Passagiere verletzt. Mehrere Waggons des Schnellzuges lind stark beschädigt. Der Salonwagen des Prinzen Eitel Friedrich i st u n v e r s e h r t. Der Prinz and das Gefolge nahmen rüstig an der Hilfe- lei st nng für die Verwundeten teil. Die Fahrt vurde durch Ankoppeln des Salonwagens des Prinzen an einen anderen Zug fortgesetzt. Die übrigen Passagiere find gleichfalls irr einen anderen Zug umgestiegen. Gingesauvt. (Für Form und Inhalt aller unter bteicr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Puvlikinn gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. Bei dem Karneval ereignete sich ein sehr bedauerlicher Vorfall. Es war kurz vordem ber Zug der Karneval- gesellschaft zum zweiten Male bot Seltersweg passierte, als ich am Eingang der Blockstraße ftanb, um bie Wagen sehen zu können. Ta bemerttc ich mehrere lstlbsche Masken unb, ba der Zug noch außer Sicht war, sah ich ihrem Treiben einige Minuten zu. tönet von ihnen, in der Maste eines Bauersmannes, hatte un Vorüber- geben einem längeren Herrn mit der Papppritsche leichl aut ben Rücken geschlagen unb sich bann mit einer humorvollen, täppischen Vetzbeugnng entfernt, als ber bewußte Herr sich nach ihm um wandte unb ihm mit einem ziemlich starken Stocke mehrere Hiebe über den Kops versetzte, baß ihm bas Blut inner der Maske hervor - drang unb über das Gesicht lief. Wie ich später noch von einem Begleiter des grundlos Mißhandel teil, den ich auf ber Straße auhielt, erfuhr, mußte sich bet junge Mensch auf einer Hilfsstelle )cr Samtätskolonne verbinben lassen. Bon einem Arzte würbe festgestellt, bas; der Hieb Haut unb Fleisch an ber Stirne gespalten batte unb bis aus den Knochen burd>gebrungcn war. Ich bin 'elbst ganz unparteiisch an bet Sache, aber ich sah alles von Anfang an genau mit an, unb bin ber Meinung, baß gegen em berartigey rohes Benehmen nicht nur bie Eltern bes Verletzten, Pollstelschlge Schweine von 80—100 Lebendgewicht 62V,»63 LoUfteifchige Schweine unter 80Lebendgewicht 60'/,-61 BoUfteifchige Schweine von 100—120 kg Ledenb- gewicht . ............63-6 t'/, VoUffeifchige Schweine von 120—150 kg Lebend- gewlchl..............60V,-00 »u—w Limburg a. d. Lahn, 5. Febr. Frucht markt. Turch- schnittspreis vro Malter. Nölet Weizen (nafjautfeher) 17,00 Mk., weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 16,50 lut, Korn 13,00 Mk., Gerste: fmttergerfte 11,00 Dtk., Braugerste 12,65 Mk., Hafer 8,00—9,00 Ast., Erbsen 0,00 Atk^ Kartoffeln 4,00 bis 5,00 M. Einer amtlichen Veröffentlichung ber Uniarischen Staatsbahn zufolge ereignete sich ber Un- all bes Schnellzuges, in bem sich Prinz GiteP Friebrich bc< anb, baburch, baß der Eilgüterzug, dem ein Licht an der )okomottve ansgegangen war, auf -o f fe ne r St r ecke an» 1 ehalten hatte. Der Schnellzug, in dem Prinz situ Friebrich fuhr, geriet in biesen Lastzug hin- in. Ter Zusammenstoß brachte bie zwei letzten sisternenwagen bes Güterzuges, welche Pe- . r oleum enthielt en, zur Explosion. Die Passagiere bes Eilzuges sprangen in ihrem Schrecken aus ben Laggons. Einer zog sich tödliche Branbwunden zu, bic jeiben anberen erlitten leichte Verletzungen. Sonst würbe unter ben Reisenden niemand verletzt. Ein Bremser bes Äüterzuges ist gestorben. Der Führer, ber .Heizer unb der auf ber Maschine befistdliche Lokomotivkontrolleur bes Eilzuges erlitten schwere Branbwunben. Prinz Eitel Friedrich unb bas Gefolge blieben vollständig unversehrt und fetzten bie Fahrt von Mebiasch mit bem Eilzuge 604 fort. Prinz Eitel Friebrich ist nachmittags 5 Uhr 5 Minuten mit einer Verspätung von 3i/2 Stunben in Ofenpest eingetroffen unb am Bahnhof von bem Präsidenten ber Staats- oahn, Marx, bem Betriobsbirektor unb Vertreter bes Handelsministeriums empfangen worben. 16. Fdbruar. . gehen mit ihren Truppen über bie Ober. 17. Februar: Die Korps Wittgenstein unb York überschreiten bie Weichsel und Nogat. 18. Februar: Der König von Preußen erteilt die Erlaubnis zur Bildung bes Lützowscheu Freikorps. 20. Februar: Die Kosaken unter General Tettenborn Dringen in Berlin ein, werben aber bereits am folgcnbcn Tage Mtück- ___1(1) - ~ Summa: 7(3) 6 (2) — 1 (1) Anm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Tobesfälle in bet betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. )ten§ro?rter $ ji lachbarien Cn t MnachtÜrck • Beiträge erheili , re Bakinhop ir das LedW umfafienbe» riflt d" ®* gahnhosSama irafc mit 50 t» ? chDo bg Ä 'N L i v'liiere,, wA ■- " ^hage J| nach g j I Iber w >n°bile an Sbie Altz i rlt' daß er 'rant dy ^temorgi anen und js KM,«. ttwnnnen u, ' ben Zlrei t e n begoj. Wnjortmife bnng nicht j; en Sorflmit. Sorge h H <4 Airchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süb-Anlage), Samstag, den 8. Februar 1918; Vorabend: 5.15 Uhr. Morgen?: 9.00 Uhr. Predigt. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 6.20 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Gotterdienft. Sabbatfeier am 8. Februar 1913: Freitaq abend 5.05 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Samstag nachmittag 3.30 Uhr, Sabbat-^luSgang 6.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7.00, abends 7.00. wöchentl. liederlich« der Todesfälle i^StädtSIetzen. 5. Woche. Vom 26. Januar bis 1. Februar 1913. Cinwohnerzaql: angenommen zu 32 400 (hirt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 11,23 elw Febr. 191; 1 fr* e IE IE le auf 0° reduziert \ Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative \ Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke fflrab h kn BewSNumg tu gehnlel der H ßchld. HlmmUisffl Weller 5 2n 52,2 78 53 67 SSE 2 10 5. 911 48,9 1.6 47 92 •— still 0 6. 7U 49,6 1,5 4,9 97 s 2 10 Reff Vermietungen IWmer-Wohnung der Neuheit entsvreckend, ni. dettr. Vidjt und Bad ver 1. April zu vcrm. Näh. 40 Plorkstr. 9 im Vabcn. 5 Zimmer ~~| ^yobnuiMX im 1. Stock. beit aus 5 3im. u. all. Bub. vcr 1. April 1913 au vcrm. [39 ______Licher Strafte LI v. Roonstrahe 201 schöne drohe 5-Zirn.-Wolin, m. 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Mts., nachmittags 2'/, Uhr, werden, nach Ankunft des ZugeS, auS den in nächster Nähe der Haltestelle Schistenberg gelegenen Teichen Schleien und Karpfen in kleineren Mengen gegen Barzahlung versteigert. Gietzcu. 6. Februar 1913. Grofth. Obcrförsterei Schtftenberg. Trautwein. Be/s Zwangsversteigerung. Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die >ur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks iuf den Namen des Georg Karl Bolt zu Gießen im Grundbuch eingetragen waren, sollen TienStag, den 11. Mär,; 1913, vorm. 10 Uhr, ourch das unterzeichnete Gericht im Gerichtsgebäude. Zimmer Nr. 13, versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangs. Vollstreckung. Der Dersteigerungsvernierk ist am 23.Aug. 1912 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeil der Eintragung des Verstcigerungsvermerks au« dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sic spätestens im Versteige- rungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu ntacheu, widrigenfalls sic bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigcrungserlöses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung ent- gegenstehcndes Recht haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuschlages die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls für das Recht der 93*: steigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes tritt. Gießen, den 30. Dezember 1912. Großh. Amtsgericht. b•/, Bezeichnung der Grundstücke. Grundbuch für Gießen, Band 28 Blatt 1314: Flur 4 Nr. 245 — 478 qm Grabgarten in der Stephansmark 11950 Mk. Flur 4 Nr. 246 = 570 qm Hofreite daselbst (Bismarckstraße lo) 74000 „ Bekanntmachung. Die Firma Fürstliche Mühlenverwaltung in Lich ist erloschen. Eintrag in unser Firmenregister ist heute erfolgt. Lich, den 31. Januar 1913. Großherzoglichcs Amtsgericht. L', Bekanntmachung. Die Lieferung der Brenuntaterialien für di« sämtlichen staatlichen Anstalten und Behörden im Groß Herzogtum Hessen auf die Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 soll nach Maßgabe des Erlaßes Großh. Ministeriums vom 16. Juni 1893, das Verdingungswesen betr. vergeben werden. Die Liese- Steinkoblen (verschied. Sorten) 17,260 t Anthrazit .... 1,241 t ' Anthrazit-Eiformbriketts 222 t Zechenkoks (verschied. Sorten) 6,290 t Gaskoks „ „ 1,665 t Steinkohlenbriketts . . 56 t Braunkohlenbriketts . 307 t Versiegelte, mit der Aufschrift „Kohleneinkaus" versehene Angebote sind portofrei bis spätestens 3. März 1913, vormittags 10 Uhr, an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote stattfindet. Die für die Lieferung geltenden Bestinimungen samt Verteilungsplan u. s. w. liegen auf unserem Amtszintmer, Gutenbergstraße 1, zur Einsicht offen. Sie können auch, solange Vorrat reicht, gege» portofreie Einsendung von 3,50 Mk. in bar bezogen werden. Friedberg, den 3. Februar 1913. Großh. Bergwerksdirektion. ____________Schulz, Gr. Bergrat.__ Fichtenholz-Berkans. Aus dem Rodheimcr Gemcindcwald soll folgendes Fichtenholz im Submissionswege Vergeber werden: 12 Fstm. Fichtenstämme v. 30—39 cm mittl. Durch«. 27,30 „ 25-29 „ ,, 95,35 „ „ , 20-24 „ „ 120 „ „ „ 12-19 „ „ 22 „ Fichten-Derbst. „ 8—12 „ „ „ Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, ohne Vorbchaltsbemerkunge^ klassenweise bis zum 12. Februar l. F., nachm. 1 Uhr, bei hiesiger Bürgermeisterei einzurcichen woselbst auch die Eröffnung der Angebote vor genommen wird. Das Holz kann auf Wunsch vor Forstwart Klös, Ober«Widdersheim, vorgezei^ werden. Rodheim a. d. Horloff, den 5. Februar 1913 Großh. Bürgermeisterei Rodheim. ______________ Schaefer.__90! ■ HesWsFeselleli-Prüjllngeil. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden irden Monaten April und Mai statt. Die Anmeldungen habcm am Sonntag, den 9. Februai d. I., von vormittags 81/, bis 11 Uhr, in br Gewerbeschule — Zimmer Nr. 1 — zu erfolgen. Die Prüfungsgebühr von 5 Mk. ist bei der Ar- Meldung zu entrichten und gleichzeitig der Lehr' verttag vorzulegen. Gießen, am 16. Januar 1913. Der Prüfungsausschuß des Drtsgewerbevereins Gießen. Schramm, Vorsitzender. v"/,