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Ein Schwarm lärmender Masken, zum Teil in Vogclgewandung, gruppiert sich um die Puppe, Lwhn, den man diesem Symbol des deut- [chen Reiches entgegenbringt, nnrd immer toller, immer grotesker Riemanü vermag zu helfen, auch Friedrich der Grvße nicht, der aus den elysceischen Gefilden herbeieilt, aber entrüstet mieder von dannen zieht, als er sieht, wie kläglich das deutsche Volk das Erbe verkommen läßt, das er ihm hinterlassen. Napoleon der mit seinen Marschällen erscheint, macht endlich der tollen Bosse ein gewaltsames, kurzes Ende. va§ ZahrlMüertfestspie! von Gerhart Hauptmann. Von Dr. Hermann Hamburger, Breslau. Im allgemeinen haftet Festspielen und nun vollend Datei« Endlichen Festspielen das OdiumI an, daß sie meist über den Patriotismus hinausgehend im Bt^antinismus schwelgen. Um so erstaunter war man, als nmn hörte, daß Gerhart Haupt- inan n, der Dichter der „Weber", die Ausgabe übernommen hat, für die große Jahrhundertfeier in Breslau ein Kst- swel zu verfassen, das in der gewaltigen, 1OOOO Personen fassenden Festhalle zur Aufführung gelangen sollte. Nun, man dursta benrlyigt sein, man durste das Vertrauen haben, daß vierhart Hauptmann nicht plötzlich seiner Kunst den „Laufpaß" gebcn^ würde. In dem „Festspiel in deutschen Reimen", das am Sonnabend in der bis aufs letzte Plätzchen ausverkauften Areslauer Fcfthalle gegeben wurde, ist keine Spur eines sich überschlagenden Hurrapatriotismus, wohl aber ist das ganze -Lerk durchströmt von jener echten Vaterlandsliebe, wie sie nur dn feste Glaube an die starke Kraft des eigenen Volkes verleihen kann. Wenn Gerhart Hauptmann die Vorgänge von der franzö- MÄen Revolution bis zur Mederzwingung Napoleons in den meiheitskriegen in losen Szenen dramatisch schildert, so enthält ct l'ch, wie dies fast selbstverständlich ist, jeder kritischen Würdi- ^ung der geschichtlichen Vorgänge: ja, er hat dem dramatischen vlebudc eine Form gegeben, durch die es fast auch der kritischen -Beurteilung seines geschichtlichen Teiles durch die Hörer ent= nwt wird. Denn alle diese gewaltigen Vorgänge, unter deren Duckst Europa zitterte, sind eingekleidet in die harmlose Form nnes PuppenspielS oder entwickeln sich doch scheinbar aus einer vuppenspielidee heraus. Gottvater selbst ist es, der als Direktor bcs größten Puppensviels zuerst die Bühne betritt und sich mit (einem treuen Unterinspektor Philistiades ein wenig über seine -kuppen unterhält. Aus dem großen Kasten werden einzelne .^rätähnliche Marionetten herausgezogen, französische Mar- >«alle, der Turnvater Jahn, Könige, Kaiser und Zaren, Phllo- [»ohen und Dichter, und schließlich auch die Puppe, die dem Erektor der Truppe einst am meisten zu schaffen machte, Navoleon. Mitten während dieser Unterredung fangen einige Puppen selbst dem großen Kasten zu entsteigen, und ehe man es M versieht, hat sich das Puppenspiel in ein Menschenspiel gewandelt. In der weiten Srchestra, die sich vor der amphi- ’O'ttitraliscki aufsteigenden Bühne ausbreitet, ist plötzlich ein wilder deufen von Franzosen aus der Revolutionszeit versammelt, viele punderte schreien und toben durcheinander und überbieten sich '^^-..Schilderung der Greueltaten, die sic vollführt. Es ist, cks wäre ein toller Höllenspuk losgelassen. Doch mitten in HstÜrimlichen Wirrwarr erscheint plötzlich ein 12jähriger fWabe, ein Kind der Insel Korsika, der unbekümmert nm das ■Wen und Toben um ihn in kindlicher Harmlosigkeit seine Die Gesundung Ungarns. Man schreibt uns aus deutsch-österreichischen Kreisen- Der Prozeß Desy und der Sturz des Kabinetts Luka es haben der Welt bewiesen, daß die Wahlreform des März 1913 der ungarischen Politik die versprochene Gesundung nicht gebracht hat. Nach wie vor herrscht in Ungarn, wie em geistvoller Mann sich ausdrückte, „eine Minderheit der Bevölkerung, unter dieser Minderheit eine Minderheit der Besitzenden, unter dieser Minderheit eine Minderheit der Ehrgeizigen und unter diesen wieder eine Minderheit der Gewissenlosen." Was soll nun werden? Schon als im Jahre 1905 wegen des Wehrgesetzes ein schwerer Kon- flift zwischen der Krone und dem ungarischen Parlament ausbraeh, überraschte das Ministerium Fejervary Ungarn mit der Ankündigung eines Wahlrechts, das den Nationalitäten, sowie auch den breiten Massen des magyarischen Volkes selbst Rechte zubilligen sollte, die bis dahin ausschließlich ein Privileg adliger Gutsbesitzer und ihrer Gefolgschaft waren. Der ungarische Reichstag war ja nie eine Volksvertretung. Er war stets in noch viel höherem Grade nl5 das preußische Dreiklassenparlament eine Vertretung von Minderheiten. Er vertrat nicht Ungarn, sondern eine magy- arische Minorität, richtiger: nicht das Magyarentum schlechthin, sondern die magyarische und magyarisierte „Gentry" d. h. die aus Adligen und reichen Stadtbürgern magyarischer Abstammung einschließlich zahlreicher deutscher, slawischer und rumänischer Renegaten (auch LukacS war rumänischer Abstammung) zusammengesetzten Cliquen. Innerhalb dieser Cliquen spielte der Krieg um die Beute. Hätte die Krone dem Programm von 1905 zum Siege verhalfen (dazu besaß sie damals die Macht), dann hätte für die magyarische Vorherrschaft die letzte Stunde geschlagen; anstelle des Magy- arentums wäre der polynationale ReichSgedanke durchge- drungen. Die Krone spielte aber ihre Karte nicht aus. Entweder erkannte sie nicht die gewaltige Bedeutung der Stunde oder sie hatte konstitutlonelle Bedenken, die damals unüberwindlich schienen. Seitdem haben sich die Mugyarcn den Anschein gegeben, als wollten sie die Freiheitsspender fein, die den Völkern Ungarns das allgemeine Wahlrecht bringen. Ja sie verpflichteten sich sogirr der Krone gegenüber, es binnen we- inger Jahre durckHuführcn. Als die magyarische Koalition in die Bruche ging und die liberale Partei ans Ruder gelangte, wurde endlich mit einer Wahlreform Ernst gemacht Mer Graf Tisza, dieser klügste Kopf unter ben magyarischen Politikern, erkannte sofort, daß leder Versuch, eine gerechte Wahtreform einzuführen, über kurz oder lang zum Sturze der magyarischen Alleinherrschaft fuhren müsse, und er bekämpfte darum das allgemeine Wahlrecht mit Eifer und Nachdruck. Freilich angesichts der immer drohender werdenden Volksstimmung und im Einblick auf die eigene Volkstümlichkeit mußte 'man doch etwas tun oder doch wenigstens so tun, als ob man nach einem den modernen Rechtsbegriffen angemessenen Wahl- ken JJmäetoftctfem ragten anr meisten Herr Diegel- Daneger als Philistiades, Herr Harian S en als Knabe Natwlevn, ?vau Beriens harnnrer als Kriegsfurie und Frl. Dietrich qis -eullchland-Athen? bertror. Ti/ übrigen Darsteller gehörten jum groRcn -A ei(c auch sonst der Reinhardtfchcn Bühne, zum anderen Telle den Breslauer Theatern an. S^rJri^e. Man zerbrach sich also die Köpfe, um ein ^cchlfystem zu ersinnen, das etwas moderner aussah, zu- glerch aber die magyarische Mleinherrschaft erhalten sollte. Volle sieben Jahre haben alle führenden Geister und Meister der Nation an diesem Wahlrecht herumgearbeitet, und was der jetzt dahingeg-angene Ministerpräsident Ladislaus v. Lukacs dem ^geordneten- und Magnatenhaus dann vorlegte, war durch das viele Herumdoktern und Zurück- schrauben so uneinheitlich und verklausuliert, daß es int Crffert auf den früheren Zustand herauskommen mußte. Das neue ungarische Wahlrecht ist weder geheim noch allgemein, noch gleich. Was dem Bürgertum und der Arbeiterschaft geboten wird, steht selbst unter der Linie der bescheidensten Ansprüche. Das Wahlrecht hat nicht wie das preußische drei Klassen, sondern deren sogar fünf. -Tte einer höheren Intelligenz Angehörenden sind schon mit 24 Jahren wahlberechtigt, alle andern erst mit Erreichung des M. Lebensjahres. Zu Mißbräuchen und Mißverständnissen ist da ein Riesen raum freigelasscn. Um in bte Jntelltgenzklasse zu gehören, muß man das Reifezeugnis einer Mittelschule haben. Wer nur die 6. Klasse der Elementarschule absolviert hat (mit Erfolg natürlich), erhält das Wahlrecht nur dann, wenn er noch einer ganzen Reihe von Ansprüchen genügt, die. nach Ansicht der Urheber der Reform die Differenz zwischen dieser Schulbildung und der anderen höheren ausgleichen, als da sind: Belastung mit einer direkten 'Staats st euer, selbständige Betreibung eines Gewerbes, mindestens dreijährige Anstellung als Lder- aufseher, £bergärtner, Ob er knecht ht öffentlichem oder Prwatdienste bei einem und demselben Arbeitgeber. Wer nur des Lesens und Schreibens kundig ist, muß das Minus an Bildung durch die längere Dauer feiner Stellung, durch einen Steuerzensus von 20 Kronen über einen Besitz von 8 Joch ausgleichen. Der Analphabet vollends ist nur auf Zrund einer Steuerleistung von 40 Kronen oder eines Besitzes von 16 Joch wahlberechtigt. Dieses im März d I Gesetz gewordene Wahlrecht bedeutet, wie man sieht die Verneinung des Grundsatzes vom gleichen Recht und die Nichtberücksichtigung der Nationalitäten Ungarns. Erst wenn die Dynastie den Völkern Ungarns das gibt, wonach sie verlangen, das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht, werdeii die erbitterten Oppositionskämpfe Nachlassen unb die ungarische Politik die Gesundung erlangen die man ihr wünschen darf. Der Wehrbeitrag im Haushaltausschutz. Berlin, 4. Juni. Der Haushaltausschuß setzte heute um 1 Uhr nach der zweitägigen preußischen Landtagswahlpause die Beratung des Wehr- beitrag es fort. Gestern und heute vormittag hatte d e r U n t e r- a u s , ch u ß, dem ja inzwischen das Material des Schatzsekretärs Kuhn vorlag, seine vertrauliche Besprechung fortgesetzt und wenn etwas auf das bisherige Ergebnis schließen läßt, so ist es der Umstand, daß der Haushaltausschnß bei der heutigen Beratung den § 1 mit den Staffeln beiseite ließ und die weiteren Paragraphen des Wehrbeitrages beriet. Ter Unterausschuß soll vor der morgigen Sitzung des Hauptausschusses noch zwei Stunden tagen. Die Steuerfreiheit d e r A u s l ä n d e r. Tie Beratung befaßte sich zunächst mit der Frage der B e- Neuerung von Reichsausländern, die im Jnlande wohnen, sowie von R e i chs a n g e h ö r i g en, d ie im Auslande wohnen. Ein National liberaler wendet sich gegen die um, und sie weiht Von dem Kriege IM k 3 mt-r'r 1 v"Z"°roir wieder nur durch die Worte des Philtsttades. Aber als der .\tricg beendet, führt Deutsch- land-Mhene einen gewaltigen Zug von Männern und Frauen von Fürsten und Kriegern, von Bürgern und Bauern, den Segnungen des Friedens entgegen in die mächtigen Portale des großen Dome^, der [ich erst jetzt als Hintergrund der Szene enthüllt ^ann folgt noch ein ganz kurzes Nack',spiel, das der Dickster wohl n“r_ -^"teresie ber harmonischen Architektur des Ganzen zu- gesugt yat, einige Worte des Theaterdireltors, der sich darüber vergewistern will, daß auch alle Puppen wieder in ihrem Kasten liegen. Sen widerstrebenden Marschall Vorwärts muß er zur aber das Wort, das der alte Händenenl lebendig bleiben, und mit ihm schließt auch das en Eindrücke, nicht unweientlich bei. Den Gipfel- Äder Swoße, mehr als 2000 Personen umfassende 3U>? den Friedensdom unter Orgelklana Der feierlichen unveraeßlick-n Wirkung diese? Szene, des mächtigen Eindrucks bieier Scharen, die von einem Willen be>eell dem gleichen Ziele zuströmtm, vermochte sich 5ntS',ehen Es gehörte wohl ,ui den stärksten Bülmvn- LSLdb« icmals im Lause der letzten Jahrzehnte erzielt Kreisel tanzen läßt und die Menge durch die kecke Abwehr, die, dann nochmals zu Athene der Krieasantlln , Und wieder wechselt die Szene: Hunderte von deutschen Bür- gern und Burgerinnen erscheinen in der Orchestra und lauschen den Worten, die ihnen von den führenden Geistern der 3eit zugerusen werden. Da strebt Turnvater Jahn die Menge zu entflammen, der große Staatsmann, Freiherr vom Stein, schließt [ich ihm an, der Dichter Heinrich von Kleist sucht zu der Tat die er in seiner „Hermannsschlacht" nur gedacht hat, anzufeuern, Gneyenmi und Scharnhorst versuchen ihr Heil, aber sie alle predigen tauben Ohren: noch ist das Volk nicht reis zur Tat, noch vermag es sich aus seinem dumpfen Hinbrüten, aus feinem stumpfen Fatalismus nicht aufzuraffen. Selbst die lockenden Anerbieten John Bulls, selbst der englische Goldregen, vermögen ße nicht aus ihrer schlaffen Neutralität aufzurütteln. Doch es mehren sich die mahnenden Stimmen: sie werden immer lauter, uyd allmählich werden sie gehört. Den mannhaften Worten «Vichtes an die deutsche Nation, dem fortreißenden Draufgängertum Blüchers vermag das deutsche Volk auf die Dauer nicht zu widerstehen. Unb während die Kriegsfurie immer toller durch bic Lande rast, während sich der Himmel Rußlands von den lodernden Flammen Moskaus rötet und sich seine Schneefelder mit den Gebeinen toter Krieger bedecken, ist das deutsche Volk erwacht, hat es sich seiner eigenen .Kraft be- lonnen. Wohl weinen die Mütter, daß auch ihre Söhne dem Eroberungszuge des korsischen Schlachtengottes zum Opfer gefallen sind, aber selbst die deutschen Mütter sehen es ein da», sie das Beste, das Heiligste, was sie .haben, ihre eigcnenl Srinber, dem Vaterlande opfern muffen, soll das Vaterland wieder lrer werden. Eine der MÄtter wandelt sich zu Deutschland und Heranziehung vvn Ausländern zur Steuer, wie sie in einem 3 en t r um S antrag vorgesehen ist. Ties sei innerlich nicht berechtigt und würde praktisch zu großen Cchwierigkeiteu führen, unb eventuell durch den Wegzug von vermöglichen Ausländern der deutschenVolksivirtschast schaden. Dein ftimmie ein Regierun gs- Vertreter zu und bittet, es lieber bei den Vorschlägen der Regierung zu belassen, die nur Ausländer heranziehen will, die sich dauernd des Erwerbs halber int Reiche anshalten. Auch ein Sozialdemokrat äußert Bedenken gegen den Zentrumsantrag. Die Sozialdemokratie schlägt dann, um Schivierigkeilen auszuweichen, vor, entgegen der Regierungsvorlage auch Ausländer, die sich dauernd des Eriverbs wegen in Tentschland aushalten, stenerfrei zu laflcn. Hiergegen wendet sich der Schatzsekretär. Er liegt hier durchaus keinen Grund zur Freilassung vor. Ter Schatz- s e k r e t a r wendet sich gegen den sozialdeinokratischen Antrag, auch das ausländische Grund- und Betriebsvermögen heranzuzieheu, denn das stehe im Widerspruch mit dem Grundsatz, das Grundvermögen jeweils mir in dem betreffenden Lande zur Steuer heranzuziehen. Tie Abstimmung ergibt die Ablehnung des sozialdemokratischen Antrages aus Besteueruug des ausländischen Grund- und Betriebsvermögens. Der Vorschlag der Regierung, wonach ck u s l a n d s d e u t s ch e, die sich seit länger als einem >>atzr im Ausland au'halten. steuersret zn lassen, wird durch Annahme eines konservativen Airtrags eingeschränkt dahin, daß zwei Jahre Voraussetzung sein soll. A l l e a n d c r >t A n t r ä g c z u r Auslandsfrage ,verden abgelehnt. Die Steuerfreiheit der toten Hand. Gute lebhafte Verhandlung rief der A u trag der Sozialdemokraten ans B e st e n e r il n g der toten Hand h e r- u °. x' danach sollen beitragspflichtig sein Kirchen, Religious- gesellschaften, Stiftungen, Orden und "Anstalten mit demjenigen Teil des Vermögens, der nicht ausschließlich der A r m e n°, Waisen- und Krankenpflege dient. Zur Begründung des Antrags w'rd^ausgefuhrt, es sei nicht am Platze, für Kirchen, Religions- gesellschaften t.sw. em Ausiiahnterecht zu schaffen: es lasse sich ganz wohl der -ieH des Vermögens ausscheideu, der ausschließlich der Armen-, Waisen- und K r a n k e n p s l e g e dient. Es handle sich hier fedensafls um Hunderte von Millioneii Mark. Em Christlich-Sozialer hält den Antrag für schlecht • 2.nu icrt" evangelischer Seite reiche das Vermögen vielfach nicht zur Besoldung der Kirchendiener aiis. Es müßte allo die Steuer wieder umgelegt werden. Tie Ausnahme für Waisen, Ulcme unb Krankenpflege sei viel zu eng, denn es müßte doch auch die Fürsorge für ^eemannsheime, Soldatenheime und das weite Webt et b er allgemeinen charitativen 53 c t ä t i • ■11111 ä .d er Kirchen von der Besteuerung ausgenommen werden. A!an könne auch die Stiftungen nicht allgemein zur Steuer heran- Stehen z. B. die für arme Studierende. Tie Formulierung wurde z. V. das Vermögen des M o n i st e n b u n d e s f r c i 1 a ff c n und das wäre doch dann wieder ein A n s n a h m e r e ch t. Man mütze befürchten, daß der Antrag schließlich auch zu einer Besteuerung der wirtschaftlichen Vereinigungen führe. Der Schatzsekretär führt als Hauptgrund für die Frei- l a fj n Jt g b e r toten Hanb an, man habe sich bemüht, alle großen theoretischen Fragen bei biefer einmaligen Steuer nicht zu erörtern. Em nennenswerter Betrag würde bet der Besteuerung .ts^.n Hand nicht auffommen, denn die absolut uotwendigen Einfcyrankungen würden weitaus beit größten Teil des Vermögens ber toten Hanb steuerfrei laffcn. Alan müßte alle gemeimuitiiqen Zwecke ausschalten und dann bliebe schließlich so gut wie nichts übrig. B e i Gesetzen, die für die Dauer berechnet sind, wäre die Frage von viel größerer Bedeutung, so habe die ^6^rung z. B. die Frage sehr lebhaft erwogen bei ber Erb» sch astsbestetieruu g. Allerbings sei man" bann auch zu bem entgegengesetzten Ergebnis gekommen. 3 c n t r untsinitglied verweist auf die geradezu lächer- ltchen Ertrag,ni,e der entsprechenden französischen Gesetzgebung. Es mußte auch dte übrige tote Haud herangezogen werden, die ver®*,s 8W* 163. W« Donnerstag, 5. 3uni <913 Int Au An Ar 11 A A-W «r?W«r bsällilr Kr IIPI zi II< Ii|Izr -1--; sä» VJLVIIv|Ivl 441Liv,IllK.I Btastffi® h.r die Stri>atnon II2, «erantroortlidi für bat sS1 Seneral-Anzetger für Gberbesse« KLSL W L-E * *** •*** WW urt Siebenen Klubvermögen usiv. Tie Annahme des Antrages würde eine Reihe der wertvollsten gemeinnützigen Unternebmnngen schwer schädigen. Tie praktischen Schwierigkeiten der Einschätzung der üirchenvermögeu seien unüberwindlich. In weitaus den meisten Fällen mtiüte eine entsprechend höhere Umlage durchgeführt werden. Wenn das Kirchen vermögen besteuert werde, so müsse natürlich das gewerkschaftlich cB er in ögen und das Vermögen der Parteien ebenfalls heranqezogen werden. Er müsse für den Fall der Aufreckterhaltung des Antrages den Antrag stellen, daß alle „juristischen Personen und Vereine' steuerpflichtig werden. Ein konservativer Redner konnte dem letzenAntrage nicht zustiminen, der sozialdemokratische Antrag aber hätte durchaus kirchenseind- lichen Charakter. Ein natioualliberaler Vertreter erklärt, seine Partei hätte den dringenden Wunsch, solche Vermögen der toten Hand zur Steuer hcrairzuziehen, die keinerlei gemeinnützigen Zwecken dienen. Aber die Schwierigkeiten seien viel zu groß, jedenfalls wäre der Antrag der Sozialdemokraten nicht durchführbar. Es müßten doch z. B. die Schulgebäude, Kirchengebäude, Friedhofsgebäude steuerfrei bleiben. Wenn eine glückliche Lösung der Formulierung gefunden würde, würde seine Partei gerne zustimmen. Der volksparteiliche Vertreter erklärt, seine Partei könne keine definitive Entscheidung in diesem Augenblick treffen. Grundsätzlich meine seine Partei, daß am besten nur die „physischen Personen" herangezogen werden. Man müßte also gleichzeitig die Frage der Besteuerung der Aktiengesellschaften mit beraten. Tas halte seine Partei für unmöglich, die Erwcrbsgesetlschasten doppelt zu besteuern, die tote Hand aber frei zu lassen. Solange die Bestimmungen über die Äkliengesellschasten aufrecht erhalten bleiben, stimme seine Partei dem sozialdemokratischen Anträge zu. Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt. Die tote Hand bleibt also von der Wehrsteuer frei. Die Beitragspslicht der Aktiengesellschaften. Aus Hessen. Das Schicksal der hessischen Besoldungsvorlage. rm. Darmstadt, 5. Juni. Die Fraktion des Bauernbundes hat ihre einstimmig gefaßten Beschlüsse zur Besoldungs- ordnnng der wirtschaftlichen Vereinigung, der 29 ländliche Abgeordnete aus allen Parteien der Zweiten Kammer, mit Ansnahnrc der Sozialdemokratie und des Freisinns, angehören, unterbreitet. Diese sind auch dort einstimmig gebilligt worden und lauten folgendermaßen: 1. Wir lehnen die unterschiedliche Behandlung von Stadt und Land sWohnungsgeld'i auf das entschiedenste ab und bedauern, daß Gr. Regierung, trotz des Einspruchs der ländlichen Abgeordneten gegen die Vorlage von 1912 und trotz der ?lbstimmung der Zweiten Kammer vom 11. Juli 1912 und der Ersten Kammer vom gleichen Tage, die Unterschiede rm Gehalt der Beamten in der Stadt und auf dem Lande noch weiter verschärft hat. 2. Wir fordern mit der neuen Besoldungsordnung, die den Beamten Gehalte von annähernd gleicher Höhe wie in Preußen und im Reich bringen wird, die Einführung der pr e u ß i s ch e n Grundsätze über Ruhegehalt und Hinterbliebenen v ersorssung. 3. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkte, daß der Grundsatz „gleiche Vorbildung, gleiche Bezahlung" zur Durchführung gelangt und bedauern, daß im Gegensatz zu dieser alten Forderung der Zweiten Kammer einzelne Beamte und Beamtengruppen durch die Regierungsvorlage herausgehoben worden sind. 4. Wir bedauern, daß die von der Hess. Volksschullehrerschaft erstrebte volle Gleichberechtigung mit den mittleren Finanzbeamten zurzeit aus finanziellen Gründen nicht erreichbar ist. Wir werden jedoch nur einer solchen Gehaltsreglung zustimmen, welche die pensionsfähigen Höchstgehalte der Lehrer denjenigen der mittleren Beamtenschaft näher bringt. 5. Wir sind bereit, die von der Regierung zu Besoldungszwecken angefordcrten Mittel zu bewilligen, insoweit dies ohne Erhöhung der Staatsfteuer geschehen kann. Wir halten in Uebereinstimmung mit der Ersten Kammer die Beschaffung weiterer Mittel durch Vereinfachung der Staatsverwaltung und Beseitigung der Nebenbezüge für crfi>rderlich. Kreis Alsfeld. — Mücke, 5. Juni. Bei dem Brand im Dainpfjägewerk hat der Kajsenschrank (von Krogmcmu-Gießen) seine Feuerprobe _ gut bestanden, ba fein Inhalt unversehrt blieb. Die (Eröffnung der internationalen Manzkonferenz. Paris, 4. Juni. Der Minister des Aeußern Pichon eröffnete heute die Tagung des Internationalen Finanz- ausschnffes. Er hieß in seiner Begrüßnngsansprache die Delegierten willkommen, denen die Regierung der Republik gerne Gastfreundschaft gewähre. Der deutsche Delegierte, Gesandte Frhr. v. d. Lancken-Wakenitz, sprach namens seiner Kollegen Pichon herzlichen Dank für den wohlwollenden, liebenswürdigen Empfang aus und bat ihn, dem Präsidenten Poincare die ehrerbietigsten Grüße zu übermitteln. Der Gesandte rühmte die traditionelle Gastlichkeit des schönen Frankreich für internationale Kongresse, die mit den Werken des Friedens und der Zivilisatian beschäftigt seien und sprach die Hoffnung auf völlig zufriedenstellende Ergebnisse der Konferenz dank der Unterstützung durch die hervorragenden Männer aus, deren technisches Sachverständnis Pichon gerühmt habe. Erschlug als Ehrenpräsidenten Pichon, als geschäftsführenden Präsidenten den ersten Delegierten Frankreichs, Vizepräsidenten des Staatsrates, M a r g u e r i e, vor. Dann sprach der türkische und als Brrtreter der Balkanstaaten der serbische Delegierte. Die Streitigkeiten der Verbündeten. Paris, 4. Juni. Dem „Matin" wird ans Sofia gemeldet: Ein direkter Beweis für den Ernst der Lage ist die Tatsache, daß Gesch o w sein En tlassungsge- s u ch dein König eingereicht hat. Geschow verläßt offenbar seinen Posten, weil er keinen friedlichen Ausweg aus dem gegenwärtigen Konflikt sieht. Als Nachfolger Geschows wird M a l i n o w genannt. In unterrichteten Kreisen wird der Rücktritt Geschows als Protest gegen die Haltung Rußlands in dein serbisch-bulgarischen Konflitt angesehen. — Dasselbe Blatt meldet aus Sofia: Mehrere 100 Bulgaren, die seinerzeit in Mazedonien gegen die Türken kämpften, wurden von den Griechen verhaftet und zu Schiff nach Griechenland transportiert. Die „Agence Athenes" meldet offiziell, daß infolge der Verhandlungen zwischen General Iwanow und Oberst Dumanis eine Demarkationslinie zwischen Griechenland und Bulgarien vereinbart und protokollarisch festgelegt wurde dre Zusammenstößen zwischen beiden Armeen Vorbeugen' ledoch die endgültig festzustellende Grenzlinie nicht präiu- diziercnr solle. v 1 ' Verein ehem. 116er. Gestern abend fand die letzte Gesamtausschußsitzung statt. In ihr wurden die Festabzeichen an die Ausschußmitglieder ausgegeben und das Arbcitsprogramm der Einzelausschüffe durchgcsprochen. Der Verein tritt am Samstag abend um 7 Uhr auf dem Oswalds- garten an und marschiert um 71/, Uhr nach dem Festplatze, nachdem vorher die Festmünzen an die Vereinsmitglieder ans- gegeben worden sind. Dem hiesigen Verein werden sich die Vereine von Friedberg, Franksilrt, Mainz, Darmstadt, Offenbach und Hanau nut ihren Kapellen anschließen. Der Zug nimmt seinen Weg durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplans- gaffe, Neuenweg, Gartenftraßc, LudwigSplatz, Kaiser-Allee. Der Festplatz wird um 7 Uhr und die Festhalle I, die, wie bekannt, nur gegen besondere Karten zugänglich ist, um V28 Uhr geöffnet. Der Zutritt zu den anderen Hallen sicht jedermann frei. Der Zapfenstreich beginnt um 9 Uhr in Steins Garten, nimmt seinen Weg durch die Stadt und endigt auf dem Trieb. Am Sonntag vormittag um 8 Uhr tritt bie Fahnenkompagnie de? Vereins an der Brauerei Denninghof an, holt die Fahnen ab und bringt sie nach OSwaldSgarten, wo um 9 Uhr der gesamte Verein antritt. Nach der Parade nehmen die Kameraden in den einzelnen Bierzelten kompagnieweise Platz, zu welchem Zwecke Schilder mit den Kompagnienummern dort angebracht sind. Die neue Vereinsfahne wird von Freitag ab bei E. Blödner Nachf. auf dem Seltcrsweg ausgestellt werden. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß mic die auf dem Festplatze aufgcgebcnen Karten mit dem besonderen Festpoststempel versehen werden. Eine kleinere Anzahl der Festpostkarten ist mit eingedruckter Marke versehen und auf dem Festplatz erhältlich. ** Arbeitsvergebung. Man schreibt uns; Be den am 4. Juni zu vergebenden Schlosscrarbeiten Klette r schütz für Giltcrmaste für die Uebcrlandzentralc des städtischen Elektrizitätswerkes stellten sich heute folgende Ergebnisse heraus. Die Schlossermeister Wiegandt, Euler, Haubach und Baumann verlangten für das Kg. nebst einmaligem Menniganstrich Frankolieferung jeder noch näher zu bestimmenden Bahnstation 80 Pfg. ^Dagegen hatte die Firma Gräfe & Eo. für das Kg. ein Angebot von 35 Pfg. abgegeben. Da dieser Preisunterschied mehr als 100 Proz' reträgt, wäre es doch erforderlich, wenn sich die Behörde diese Preise einmal vorkalkuljeren ließe. ** Prof. Urstadt und die Freie Vereinig gung hessischer Nationallib erale n. Wir cri halten folgende Zuschrift: Auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Professor Urstadt in 9hnnmer 128 Ihres geschätzten Mattes erwrderc rst: Die „Freie Vereinigung hessischer National- liberaler steht nach wie vor aus dem Standpunkt, alles.und jedes zu vermeiden, was das von ihr im Interesse eines wahrhaften Liberalisnnis m Helfen angefttebte gute Einvernehmen zwischen der Fortschr. Volkspartei und ihr zu zerstören geeignet ist und ein evtl, notwendig werdendes Zusammengehen aus taktischen Gründen im Augenblick der Gefahr unmöglich macht Die wiederholten Angriffe und Verdächtigungen, denen die Freie Vereinigung hessischer Natwnalliberaler seilens hessischer Führer der Fortschritts- gartet ausgesetzt war, ebenfo die Kampfesmethode des Herrn Aba. Urstadt lajsen es zweifelhaft erscheinen, ob aus feiten der sogen, „entschieden Liberalen" Kreise in Hessen das gleiche Bestreben vorhanden ist. Weder eine Preßfehde, noch die Auseinandersetzungen in ässen tuch-politischen Versammlungen dürsten geeignet sein, dieses von der dreien Vereinigung erstrebte friedliche Nebeneinanderarbeiten der beiden liberalen Richtungen zu gewährleisten. Lediglich des notwendigen Friedens wegen und um den Gegnern von rechts unb, links nicht das von ihnen mit Sehnsucht erwartete Bild der streitenden Brüder vor Lütgen zu führen, nicht aber etwa weil ich Herrn Urstadt als Politiker oder Gegner fürchte, gab ich ihm nicht und werde ihm auch in Zukunft in seinen Versammlungen nicht die Antwort auf seine persönlich-en Antti ste geben. Der Weg zu den nationalliberalen Versammlungen ist für den Herrn Abg. Urstadt nicht weiter als mein Weg äu seinen Versammlungen. Sollte er die von mir respektierten Gründe für seine Person nicht für stichhaltig halten, so ist ihm reichlich ost Gelegenheit gegeben, seine Wünsche zu befriedigen. Jedenfalls glaube ich im Sinne oller ruhig denkenden liberalen Kreise in Hessen zu handeln, wenn ich meinem bisher für richtig gehaltenen Grundsätze auch fernerhin treu bleibe. Dr. Linse. Eine Denkschrift der Regierung. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht eine im Budgetausschuß überreichte Zusammenstellung von Materialien zur Begründung der Ent- würfe von Gesetzen über den einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrag und betreffend die Aen- derungen im Finanzwesen. Der erste Abschnitt dieser Denkschrift gibt u. a. eine ausführliche Darstellung der staatlichen Einkommens- und Vermögensbesteuerung. In den deutschen Bundesstaaten wird ferner die Steuerbelastung des Deutschen Reiches mit derjenigen Englands und Frankreichs verglichen. Tie steuerliche Belastung des deutschen Volkes stellt sich wie folgt: Direkte Steuern insgesamt 2008.0 Millionen, auf den Kopf 30,80 Mk., 49,22 Prozent des Gesamtsteuerertrages. Indirekte Steuern insgesamt 2071.5 Millionen, auf den Kops 31,86, 50,78 Prrtzent des Gesamtsteuerert rages. Von den indirekten Steuern ent fallen auf den Kopf der Bevölkerung 23,73 für Zölle und Verbrauchsabgaben, 1,21 für Aufwandssteuern, 5,92 für Verkehrssteuern, 0,95 für Erbschaftssteuern und 0,05 Mk. für andere indirekte Steuern. Der Vergleich der Steuerbelastung des Deutschen Reiches mit der Großbritanniens und Frankreichs ergibt, daß die Steuersysteme in den drei Ländern wesentlich verschieden sind. Die direkten Steuern ergeben in Deutschland 2008,0, in Großbritannien 2637.7, in Frankreich 1062.9 Millionen Mark. Der Gesamtsteuerbetrag ergibt in Deutschland, Großbritannien und Frankreich 4079.6, 4720.1 und 3776.4 Millionen Mark. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich an direkten Steuern 30,98, 59,57, 27,15, an Zöllen und Verbrauchsabgaben 23,73, 30,65, 44,95, . an Verkehrsabgaben 5,92, 4,48, 10,58, an Erbschaftssteuern ■ 0,95, 11,66, 7,51, an Aufwandssteuern für Deutschland 1,26, : insgesamt 62,75, 106,01, 96,09 Mark. Freiwillige Wehrbeiträge. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mitteilt, gingen zu den freiwilligen Wehrbeiträgen bei der 1 Reichshauptkasse 388 565 Mark ein. ; Aus Stabt unb Land. Gießen, 5. Juni 1913. Die Landw. Aufnahme 1913. Alljährlich werden anfangs Juni durch die Bürgermeistereien unter Zuziehung von Sachverständigen Fe st- stellungen darüber gemacht, wie groß die Flächen find, die mit den wichtigsten Feldfrüchten (Getreide, Kartoffeln, Hackfrüchte, Futterpflanzen usw.) bestellt sind. DasErgebnis dieser Erhebungen in Verbindung mit den alljährlichen Ernteschätzungen dient dazu, um im Herbst die Vtenge der geernteten Feldfrüchte zu berechnen. Diese Angaben sind besonders von großer Wichtigkeit für die landwirtschafttreibende Bevölkerung und für den Handel. In diesem Jahre soll sich jedoch die Aufnahme des landwirtschaftlichen Anbaues nicht auf die wichtigeren Feldfrüchte beschränken. Es soll vielmehr die Anbaufläche sämtlicher Feldfrüchte ermittelt werden. Bei der Schwierigkeit und der großen Arbeit, die eine so große Erhebung verursacht, ist es begreiflich, daß sie nicht alljährlich, sondern nur in großen Zwischenräumen vorgenommen werden kann. Zuletzt geschah cs im Jahre 1900. Diesmal werden die den Gartengewächsen und Gemüsen gewidmeten Flächen, einem vielseitigen Wunsche entsprechend, wesentlich eingehender wie früher ersaßt. Die Feldfrüchte find nack) Haupt- und Nebennutzung zu unterscheiden. Die Hauptnutzung ist im Juni, die Nebennutzung im September festzustellen. Die Aufnahme soll auch darüber Aufschluß geben, wie sich die Gemarkungsfläche auf die verschiedenen Boden- Nutzungsarten verteilt, nämlich auf Acker- und Gartenland, auf Wiesen, Weiden, Obstanlagen aus dein Felde, Weinberge, Waldungen, Haus- und Hofräume, Oed- und Unland, ferner Wegeland, einschließlich Friedhöfe, öffentliche Anlagen, Gewässer usw. Die Unterlagen hierzu liefert das von dem Großh. Katasteramt geführte Zentralöalaster. Wenn diese große Aufnahme int Herbst vollendet fein wird, nimmt die Zentralstelle für die Landesstatistik die Zusammenstellungen vor und wird die Ergebnisse wesentlich ausführlicher, als dies früher geschah, veröffentlichen. Es wird daraus Bedacht genommen werden, die Veröffentlichung so zu gestalten, daß der landw. Anbau auch in den einzelnen Gemarkungen verfolgt werden kann. In der Aussprache über diese Regierungsvorschläge wird die Doppelbesteuerung der Aktiengesellschaften beanstandet. Tie Feststellung des Grund- und Betticbs-verrnögens wäre außerdem sehr schwierig. Das Zentrum hält es für besser, wenn die Aktiengesellschaften als solche besteuert werden und die einzelnen Aktien steuerfrei bleiben. Dadurch würde auch die Veranlagung vereinfacht. Wenn die Regierung den Kurswert zugrunde lege, so sei dies unzuverlässig, zumal wenn ein Stichtag genommen werde. Es wäre besser, von dem Er - t r a g s w e r t auszugchen, wie dies schon bei der Landwirtschaft borge sehen sei. Man bekomme im allgemeinen 6 Proz. Verzinsung vom Kurswert Dies führe zu der Feststel- luna des Vermögens durch Multiplikation der Dividende mit 16%. Für Gesellschaften mit geringerDividende, aber mit erheblichem Wert müßten besondere Be ftimmungen getroffen werden. Das Zentrum hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Danach sind beittagspflichtig Aktiengesellschaften, Konr- inanditgcsellschcrsten auf ?lktieri, Kolonialgesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Gewerkschaften, wenn sie tigen Vermögens wird der Erttagswett zugrunde gelegt, als welckier das Sechzehnzweidrittclfache der in den vorausgegangenen drei letzten Jahren jährlich im Durchschnitt auf das Gesellschasts- kapital verteilten Gewinne gilt. Bei Gesellschaften oder Gewerk- schasten, die erst während des für die Berechnung des Erttags- ivertes maßgebenden Zestraumes errichtet worden sind, wird die Dividende oder Ausbeute zugrunde gelegt, welche in der Zeit ihres Bestehens im Durchschnitt jährlich verteilt worden sind. Hat eine dieser Gesellschaften im Durchschnitt der letzten drei Jahre weniger als 4 Prozent als Gewinn auf das Gesellschaftskapital verteilt, so .gilt, wenn ihre Aktten, Anteile oder Küpe einen Börsenkurs haben, der nach dem Durchschnittskurs des Jahres 1912 zu ermittelnde Gesamtbetrag aller Aktien-Anteile oder Kuxe als beitragspflichtiges Vermögen, wenn solche dagegen keinen Börsenkurse haben, der durchschnittliche Verkehrswert aller Aktien, Anteile oder Kure. Gesellschaften oder Gewerkschaften die im Inland keinen Sitz haben, werden mit ihrem inländischen Grund-, Bettiebs- und Kapitalvermögen herangezogen. Ein Regierungsvertreter äußett einige Bedenken, nicht gegen die Grundgedanken dieses Antrags, sondern gegen Einzelheiten. Namentlich würden Schwierigkeiten bei den Ge- werkschasten auftreten, die vielfach fein (Hesellschastskapital besitzen. Der Maßstab der dreijährigen Dividende sei nicht zuverlässig, da neben dem Dividendengewinn auch weitere Gewinne vorhanden sein können. Dadurch würden wesentliche Summen der Besteuerung entgehen. Begünstigt würden auch die öfesell- schaften, die in den letzten Jahren sich bedeutend verbessert haben, umgekehrt aber würden die Gesellschaften mit stark finkender Dividende dabei zu ungünftig behandelt werden. Der Antrag des Zentrums vermeide nicht vollständig die Doppelbesteuerung, wenn die Gesellschaften Anteile anderer Gesellschaften besitzen. So schwierige Berechnungen sollte man doch nicht vornehmen, sondern lieber einen Kurswert nehmen, der immer noch ziwer- lässige Ergebnisse zeitigen würde. Man müßte allerdings einen Kurs in der Vergangenheit wählen, etwa am 31. Dezember 1912. Ein weiterer Regierungsvertreter erklärt, die Regierung denke nicht daran, die stillen Reserven mit zu ö er steuern: wenn dies aus dem Entwurf nicht ganz klar hervorgehe, so könne die Fassung noch geändert werden. Bedenklich sei die Besttmmung, daß der Aktienbesitzer die Aktien abziehen könne, da .dies die Möglichkeit zu zahlreichen legalen und nicht legalen Hinterziehungen geben würde. Ein Volksparteiler glaubt, daß die Bedenken der Regierungsvettreter gegen den Zeirttumsanttag in gleichem Maße gegenüber der Regierungsvorlage bestehen Die Vertreter der Volkspartei stellen den' Antrag den ganzen Paragraphen 12 über die Aktiengesellschaften bei der Wehr steuerganz zu ft reichen und stellt einen Antrag auf folgende Fassung des § 19: „Bei Aktien ohne Börsenkurs oder bei Anteilen e'incr Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist der Verkaufswert der Mien oder Anteile mrzusetzeu. Sofern ein solcher nicht zu ermitteln ist, gilt als Wett der Mtie oder des Anteils das 162/zfache des Durchschnitts der während der letzten drei GcfckMsjahre, oder bei kürzerer Dauer der Gesellschaft der seit ihrem Bestehen vetteilten Jahresdividende. Ist eine solche in dieser Zeit nicht zur Betteilung gelangt, oder beschränkt die (vesellschafts- satzung deren Höhe, so kann die Steuerbehörde die Schätzung des Wertes durch von der zuständigen oder nächstgelegenen Harchcls- Dertretung zu ernennende Sachverständige auotiaten. Ein Nationalliberaler hält den Zenttimrsantrvo für zunächst verfuhren,ch, auch weil er die doppelte Besteuerung vm- meide, aber äußert doch mancherlei Bedenken. Sehr aefäär- lich sei die Entnahme des Wehrbeitrages nach dem Zentrumsantrag aus den gesetzlichen Re fqrben. Zweckmäßig wäre, aus dem Entnmtt die Streichung her Bestimmung über die Reserven und die An- nah-me des volksparteilichen Antrages. Die Aussprache über bie Akttengefell schäften wird morgen vormittag fortgesetzt. Nach der Regierungsvorlage find beitragsvflichtrg Aktiengesellschaften itnb Kommanditgesellschaften auf Aktien und zwar 1. mit ihrem gesamten Verrnögeu nut Ausnahme des ausländischen Grund- und Betriebsvermögens, wenn sie im Inland ihren Sitz haben; 2. mit ihrem inländischen Grund- und Betriebsvermögen, wenn sie int Inland keinen Sitz haben. Bei Berechitung des beitragspflichtigen Verntögens sind auch ab - zuziehen bei Aktiengesellschaften das eingetragene Aktienkapital nach seinem Nennwert, bei Kommanditgesellschaften auf Aktien das eingezahlte Aktienkapital nach seinem Neimivert und die Geschäftsguthaben der persöitlich haftenden Gesellschafter. Dieser Abzug findet nur anteilweise statt bei den Gesellschaften, die im Inland keinen Sitz haben und bei den inländischen Gesellschaften, die Ausland Grund- oder Betriebsvermögen besitzen. Mg Q.nii, die L und i* ruu 8 d) bei * T tzr ■ and) Ä JLjJ gaber ^AÄldlMeuau j, ihn aur sein kinTzur Stelle m St ®r mutzte, S imb nach 1 des Bach ru Ajne Erfolg 1 ffN tyj unb Stinte fest, Alge der Gaie abge|i F 10.45 Uhr tta e. hlgimmn Rub. Ba>a Mell ans Acht zu Ä Ein Fcuem. M nehm bem Korv Achcueavehrinann w kucbms. Darauf unU krtrn Bergwerk bie w ruin.M von W Lkrstcigers Lenz zu llh noch eine Mite M infolge von W c Zahle ohnmächtig ihm Knautz Signa! We brachte man bii dngenschlag infolge C Mrbelebungsversuch lotfflii trat eine Pai tätig hatte. Man too: mfuchen anfangen, m, Blecher eine nr .eig. Mittags war die Angenommene Urfach Men. Ein Schach n einem Stollen b Aese Gase haben su lefucht. tz Heber I Ho § b q ä) wird un I'chneben: Die W I Mosbach befääftigli | Wann. $nrdj einet (f W'legfdjaft auf ; Hauptsache mit Stiche des Ungli ;crfifats*Kadmd>ten* — Professor ft oft er in Leipzig Hal den Ruf der Ber- liner Universität als Nachfolger Erich Schmidts a b g c l e h n l. Gießen, den 5. Juni. Das gestrige schwere Gewitter, das über unsere Stadt hinzog, hat in Wäldern und Feldern ungeheuren Schaden angerichtet. Vor allem hat ein Wirbelsturm schrecklich gewütet, der aus der Gegend vom Schisfenberc über den Trieb und den Philosophenwaldthinzog. An der oberen^ Licher Straße und der Kaiser-Allee sind starke Aeste vom Sturm abgebrochen worden und im Lärchenwäldchen sind mehrere Bäume zersplittert. An der Villa Klingelhöffer ist die Stützmauer an der Straße nach der Kaiser-Allee eingestürzt und das Gartenhäuschen zerstört worden. Hier scheint mehr noch als der Sturm das von oben, auch aus dem Lärchenwäldchen ftd) ansammelnde Wasser den Einsturz der Mauer verursacht zu haben. Das zerstörte Mauerstt'tck ist etwa 8 bis 9 Meter lang. Am heftigsten hat aber der Sturm auf dem Fe st Platz auf dem Trieb gewütet. Die am Eingang angebrachte Ehrenpforte ist vollständig zerstört. Starke Balken sind geknickt. Die Festhalle 2 ist fast vollständig abgedeckt und die Zelttücher sind zum Teil in zahlreiche Stücke zerrissen worden. Eine Wirtschaftshalle ist ganz zusammengestürzt und eine andere ist auf der einen Seite beschädigt. Auch die Schaubuden haben sehr gelitcn. Die Fahnen sind fast alle in der Mitte durchgerissen. Im Philosophenwald sind zahlreiche Bäume abgebrochen worden. h. Frankfurt, 4. Juni. Die Stadt wurde zwischen 9 und 11 Uhr von einem Unwetter heimgesucht, das besonders in den westlichen und nördlichen Stadtteilen arg hauste. In verschiedene Häuser schlug der Blitz ein. w. Frankfurt, 4. Juni. Das schwere Unwetter, das am Sonntag im Taunus tobte, hat auch Menschenleben als Opfer gefordert. Heute morgen wurden in dem Waldteil zwischen Rotem Kreuz und Glashütten die Leichen von zwei jungen Männern gefunden, die von den durch den Sturm gebrochenen Bäumen erschlagen worden sind. Man fürchtet bei den weiteren Aufräumungsarbeitcn nod) mehr Erschlagene zu finden. Fulda, 4. Juni. Gestern ist die Gegend von Hünfeld von einem schweren Wolkenbruch heimgesucht worden, welcher mit Hagelschlag verbunden war und große Verheerilngen anrichtete. In dem Hochwasser des Flusses ertranken zwei, einer Familie Schmidt angehörige Kinder. E s ch rv e g e. Gestern nacht richtete das schwere Unwetter iur Werra- und Fuldatal unermeßlichen Schaden an. In der Nähe von Burghann wurden vier Schulkinder vom Hochwasser s o r t g e r i s s e n und ertranken. In dein Dorfe Kella ertrank ein fünfjähriges Kind in den Flirten. In den: Städtchen Zella wurden durch das Hochwasser urehrere Häuser eingeriffen. ch Bingen, 4. Juni. Die Schwüle des heutigen TageS brachte heute abend ein starkes Gewitter, das über 1 Stunde anhielt. Das Gewitter war von einem wölken- bruchartigen Regen begleitet. Es regnete so stark, daß da§ Wasser in wenigen Augenblicken auf den Straßen stand, da die Kanäle diese Wassermengen nicht ausnehmen konnten. In den Weinbergen werden die großen, schweren Regentropfen wohl einigen Schaden angerichtet haben. :/: Köln, 5. Juni. (Priv.-Tcl.) Im Nheintal herrschte gestern ein heftiges Gewitter. So viel bis jetzt bekannt ist, sind 6 Personen vom Blitz getötet worden. In der Eifel ist vielfach die Ernte durch Hagelschlag vernichtet. Die Weinberge haben stark gelitten. Berlin, 3. Juni. In Berlin und seiner Umgebung scheint sich die seit vier Wochen anhaltende Hitze und Trockenheit noch steigern zu wollen. Auch gestern kamen mehrere Hitzschläge vor. Auf dem Truppenübungsplatz Zossen wurde während einer Arbeitsübung der Eisenbahnregimenter der Rekrut Rummel vom Hitzschlag getroffen. Der Rekrut Krüger wurde unter den Folgen eines Hitz- schlages in das Tempelhofcr Garnisonlazarett geschaft. Aus Landsberg a. d. W. wird gemeldet, daß auf freiem Felde bei Butterfclde im Kreise Königsberg-Neumark zwei Schni tter vom Blitz erschlag en wurden, ein dritter wurde infolge eines Blitzschlages gelähmt. Schwere Wolkenbrüche richteten gestern auch im oberen Schwarzatal große Schäden an. Der Verkehr ist mehrfach unterbrochen. In der Gemeinde Senne in Westfalen wurden bei einem schweren Gewitter ein For starbeiter und ein Mädchen vom Blitz er« Früher benutzte man als feinstes Gewürz für alle Süßspeisen die teuren Vanille-Schoten. Für die bevorstehenden Feslln empfehle 8687 la. Apfelwein eigener Kelterei Lieferung in Literflaschen 33 Pf. in Literfiaschen 28 Pf. Ph. Sommerkorn Küferei, Bleichstr. 10 Heute verwendet jede sparsame Hausfrau zmn Würzen von Milch- und Mehlspeisen, Kakao, Saucen, Puddings, Cremes, Kuchen, Tee, Schlagsahne usw. nur Schreinerleim Malerwerkzeugc Pinsel Bürsten Leitern liefert billigst 3052 J. SOM®? Tel. 136. Nord-Anlaac 1». den Strömungslinien der Luft konnte man über ganz Südosteuropa einen sehr warmen Luftstrom erkennen, der sich nordwärts nach dor Linie Zürich-Neufahrwcrsscr hinbewegte. Ein zweiter Strom setzte sich von Nordwestdeutschland aus nach der nördlichen Nordsee in Bewegung, während von Westen her in diesen warmen Luftstronr falte, wasserdampf- reidje Luftströme einmündeten. Nach den Gesetzen der Dynamik mußte der kalte, ostwärts fließende Lnftstrom die wärmeren und leichteren Luftmassen vor sich her treiben. Diese wieder werden aufsteigen, um den Raum auszu- füllen, den die niedersinlenden schweren Massen vorher einnahmen, oder mit anderen Worten, der kalte Luftstrvm wird Geivitter vor sich hertreiben. Bei solcher Bildung von Gewittern wird man in den Aendcrnngen des Barometers keine Anzeichen erwarten dürfen. Ein Sinken des Luftdrucks ist kaum vorhanden, nur beim Borübergaug des Gewitters madjt sich eine rasche, mehr oder weniger starke Drucksteigerung bemerkbar. Bekanntlich bringt der Juni (etwa vom 10.—20. durch- schnittlich) einen ausgesprochenen Tcmperaturrückgang. Auch der diesjährige Juni dürste hiervon Echte Ausnahme machen und bald die Hitze der letzten Tage wesentlich zurückgchen lassen. nicht infolge von Wannwerden des Sauerstoffes beinahe auf der Sohle ohnmächtig geworden wäre. So nrußte der Betriebs- ffibrer Knautz Signal zum Hochziehen geben und mit vieler Mühe brachte man die Leiche zu Tage. Die Aerzte konstatierten Zungenschlag infolge Erstickung und ließen daher von energischen Wiederbelebungsversuchen ab. L. wurde geborgen um 12.45 Uhr. Darauf trat eine Pause ein, weil man neue Sauerstoffpatronen nötig batte. Man wollte erst gegen Abend mit neuen Bergungsversuchen anfangen. Lenz hinterläßt eine Witwe mit sechs fttn= bern, Blockier eine mit fünf, Bach eine mit drei und Storck ist ledig. Mittags war die Staatsanwaltschaft von Gießen anwesend. Angenommene Ursache: Vor einigen Wock>en waren alle Schächte ersoffen. Ein Schacht wurde mit Zement zugefüllt, so daß sich in einem Stollen bei Wasser und Holz Gase bilden mußten. Diese Gase haben sich nun in dem Unglücksschacht einen Ausweg gesucht. # U cber das Grubenunglück bei Ober- Rosbach wird uns aus bergmännischen Kreisen geschrieben: Die Eisen- und Manganerz-Gewerkschaft D6cr- i RoSbach beschäftigte früher eine Belegschaft von etwa 140 > Mann. Durch einen vor Wochen erfolgten Wassereinbrnch ist die Belegschaft auf 35 Mann verringert worden, die sich in der Hauptsache mit Räumungsarbeiten beschäftigten. Ueber die Ursache des Unglücks, dem vier Menschenleben zum Opfer gefallen sind, kann man nur Vermutungen äußern, doch wird die Bergbehörde den Tatbestand tunlichst schnell feststcllen. Tic schlagenden Wetter, von denen einige Zeitungen berichteten, sind natürlich nicht zu vergleichen mit denen, die im Kohlenrevier vorkommen. ES kann sich in Ober-Nosbach erstens um Kohlensäurebläser handeln, wie sie dort im Innern der Erde öfter Vorkommen; sie machen das Atmen der : Menschen in einem solchen Schacht unmöglich, nicht auS- k geschloffen ist es aber, daß sich auch sonstige schlechte Luft in I dem angeblich 70 Meter tiefen Schacht gebildet hat und dadurch das Unglück herbeigeführt ist. Drittens ist denkbar, daß in der Tiefe ein Einsturz vorgekommen und dadurch die Katastrophe herbeigeführt wurde. Diese Möglichkeit scheint aber wohl ausgeschlossen zu sein, da eS bann mit den beiden I zuerst vermißten Opfern sein Bewenden gehabt hätte. Jedenfalls muß man sich sehr abwartend verhalten in seinem Urteil. §Bad-Nauheim, den 4. Juni. Die Frau des einen der Dom Roshacber Grubenunglück betroffenen Bergleute mar heute morgen auf dem hiesigen Markte mit dem Verkauf von Gemüse md Obst beschäftigt, als sie die Nachricht von dem Unglück erhielt. Tie bedauernswerte Frau, die Mutter zahlreicher Kinder ist, stürhte bei der Mitteilung ohnmächtig zusammen. Vas Krubes.Lnglück bei Gber-Rorbach. w. Friedberg, 4. Juni. , Leute morgen durcheilte unsere Stadt das Gerücht, auf dem Wen-Mangan Werke von Bonhote sei ein furchtbares Gruben- mmttdck passiert, 4 Mann seien tot, 100 seien noch in der Grube. Erkundigungen an Ort und Stelle eingezogen besagten dasselbe. Kurz vor 9 waren wir an der Unglücksstelle, wo wir erfuhren, daß nur 4 Mann unter der Erde waren. In dem Schacht tagen: Obersteiger Lenz, die Arbeiter Wich. Storck, PH. Blecher IV. und Fritz Bach. B. und St. waren morgens um 7 Uhr eingcfahren und als man um 8 Uhr von ihnen nichts gehört hatte, sagte der Obersteiger zu dem Bl., der keine Schicht hatte und nebenan ast einer Wiese mähte, wir wollen einmal nachsehen, was da unten los ist. Zur Vorsicht ließen sie erst ein Licht hinunter, und als dieses auch auf der Sohle nicht aiisgegangeil war, fuhren die beiden, im guten Glauben, daß es sich nicht um böse Gase handele, in den Schacht hinab. Als sie auf der Sohle ange- fommen waren, gaben sie das Zeichen, hock) gezogen zu werden. Man zog sie hoch, aber der Förderkorb war leer. Nun wußte man, daß ein Unglück geschehen war und reguirierte alle mögliche Hilfe. Alsbald waren auch zur Stelle: Hilfs mann schäften von Griesheim und Homberg. Vorher hatte es schon der Steiger Schwind versnckst, ohne Sauerftoffhelm den Bedrängten zu Hilfe zu kommen, (ir konnte allerdings nur feststellen, daß 4 Leute nahe der Sohle lagen, aber retten konnte er nichts, denn er war bereits,bewußtlos, als man ihn auf sein Signal wieder heraufzog. M schließlich Helme zur Stelle waren, fuhr als erster Dir. Bonhote in den Schacht. Er mußte aber sein Rettungsunternehmen aufgeben, weil die Lichte berfragten und er nichts mehr sehen konnte. Darauf fuhr der Steiger Schwind, obwohl er sich nicht ganz von feinem vorigen Abstieg erholt hatte, in die liefe und nach vieler Mühe gelang es ihm, den Körper des Bach zu bergen. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg: man stellte auch Verletzungen am Hinterkopf und Stirne fest, so daß man annehmen konnte, daß er schon infolge der Gase abgestürzt war. Bach wurde geborgen um 10.35 llhr. 10.45 Uhr trafen die Frankfurter Feuerwehrleute ein. Ein Bergmann Rud. Vasa hatte vorher versucht, noch einen Verunglückten ans Licht zu bringen; doch waren seine Bemühungen umsonst. Ein Feuerwehrmann konnte bei dem schmalen Schacht nicht neben dem Korb auf den Grund gefangen. Sein Nachfolger Oberfeuerwehrmann Gerlach tarn trotz aller Mühe auch zu keinem Ergebnis. Darauf unternahm der Bettiebsführer von dem benach- barten Bergwerk die Rettungsfahrt, begleitet von dem Feuerwehrmann. Nickel von Frankfurt, und beiden gelang es, die Leiche des Obersteigers Lenz zu bergen. Diese beiben kühnen Retter hätten auch noch eine zweite Leiche mit zu Tage gebracht, wenn N. Letzte llcxcbricbtctt» Ein neuer Antrag znm einmaligen Wehrbeitrag. Berlin, 5 .Juni. Ein von nationalliberaler Seite eingebvachter Antrag über die Besteuerung der Vermögen sieht vor, das; erhoben werden bei mehr als 30 000 Mk. bis 50 000 M. 0,10 v. Hdt., von 50 000 bis 100 000 Mk. 0,25 v. S?bt., bei 100000 bis 200000 0,33 (-/.>.) v. H., bei 200 000 bis 300 000 Mk. 0,50 v. H., bei 300 000 Mk. bis 1 Million Mart' 0,75 v. H., bei 1 Million bis 5 Millionen 1 v. H., bei 5 Millionen und darüber 1,25 v. H., der Wehrbeitrag wird nicht erhoben von Vermögen, welche den Betrag von 30000 Mk. nicht übersteigen. Personen, die bei einem Vermögen von nicht mehr als 100 000 Mk. ein Gesamteinkommen von weniger als 3000 Mk haben, sind auf ihren Antrag von Vermögen bis 50000 Mk. von der Beitragsleistung ganz, bei Vermögen bis 100 000 Mk. zur Hälfte freizulasfren. Ueber die B e ste u e r u n g von Einkommen besagt der Antrag: Bei Personen, die ein Einkommen von 7500 Mk. und mehr haben, muß der Beitrag ohne Rücksicht auf das Vorhandensein der Hohe des Vermögcns- betrages betragen: Bei einem Einkommen von 7500 bis 15 000 Mk. mindestens 1 Proz. des Einkommens, von mehr als 15 000 bis 30000 Mk. mindestens 1 Proz. auf die ersten 15 000 Mk. und 2 Proz. aus die Summe darüber, von mehr als 30 000 Mk. mindestens 1 Proz. auf die ersten 15 000 Mk., 2 Proz. auf die zweiten 15 000 Mk. und 3 Pro;, auf der: Ueberschuß über 30000 Mk. * Ein Festmahl zu Ehren des Großherzoqs von Baden. Bremen, 5. April. Der Senat veranstaltete gestern im Ratskeller ein Festmahl zu Ehren des Groß- herzogs von Baden, an dem auch Großadmiral Tirpitz teilnahm. Die Fahrt des Luftschiffs „Sachsen". Frankfurt, 5. Juni. Das Luftschiff „Sachsen" ist heltte 608 Uhr in Baden-Oos aufgcsticaen uild nach einer Zwischenlandung um 81/, Uhr in der Richtung nach Frankfurt abgeflogen. Um IO5 Uhr überflog das' Luftschiff Darmstadt. Mau erwartet das Lllftsd;iff etwa um y2ll Uhr. Am Nachmittag sollen Passagiersahrtcu aus- geführt werden. * Weitere Nnwetter-Meldungen. Coblenz, 5. April. Die Eisenbahnlinien Coblenz- Bingerbrück, Coblenz — Trier und Coblenz — Mayen sind an mehreren Stellen durch Wasser und Schutt- maffen unterbrochen. Pioniere arbeiten an der Freilegung der Schienen. Gewitterstürme. Von unserem mc t. Mitarbeiter. Das Jahr 1913 scheint sich zu einem ausgesprochenen tzewittcrjahr zu entwickeln. Ausgebveitete Gewitter gingen in Deutschland am 17. 18., 20., 22., 27., 28., 29., 30., 31. Mai, 1., 2. und zuletzt am 4. Juni nieder. In vielen '^egenden ist auch Hagel gefallen. Die allgemeine Luftdruckvarteilung über Europa erinnert in manchem an den heißen Sommer 1911, unterscheidet sich aber wesentlich da- durch, daß häufig flache Druckwellen vom westlichen Meere mit großer Geschwindigkeit über das Ostland ziehen. Die ahitzten, und daher zum Emporstrudeln geneigten Luftmassen werden von den kalten eindringenden Luftmassen tos Westens mechanisch weiter gehoben und kondensieren bei der durch die Hebung eintretenden Abkühlung massen- liaft Wasserdampf. Hierbei pflegen als Sekundärerscheinung starke elektrische Spannungen einzutreten. Die bcgenwär- ligen Gewitter waren schon am 3. Juni vorbereitet. Aus and. 'N Werbins be’^: Ä tjX'11 für 1,. r, Ü* I* »’Ä ‘‘-’U&ß Kn auf dem M Äume, Led. J Men hierzu lieh chrte Zenlrolkätchr' vollendet inr. c AüesstalW W E Ergebnisse iwf®. wah. veröffentlich^ e*eit die Veröfsai, • änoon auch in in >en fallt sK ■n •fr'11,. % nmW "ÄS«""»« us I I .rtjiwg I t I * I der N, |Wn -lufunjL.L 1 cfe 'öYfiic 'stern abend sand d» In ihr wurden dr vusgegeben und bn durchqcsprochen. 5. ir auf dem Cw nach dem Frstpl^ 3erein§niitg(itberüiii. krein werden sich di, iz, Darmstadt, aschliesten. Tei^i: ihnhofslratze, fiopiini. igSplatz, KaiMk Festhalle 1, die, im zugänglich ist, ili anderen Hallen ir:: ginnt uni 9 llje' die Stadt g um 8 UL'" Brauerei W'' nach OSmVi:. t. Nach du Bierzelten loiW'i* mit den e Bereinsfahue rriib utf dem Selter-wkz barauf ^ingeroitid', en Men mit dem en. (fine kleinere terfflarfe versehen reibt uni; & beiten Ältittt andzentralc des heute folgende ieaandt, Euler, Kg. nebst rinder noch naher gegen Halle dir )ot von 35 Psg- t als 100 Proz. sich die Behörde eie Vereins 'len. ®i‘cn jti» Utf)’i"1®11* „KriisH«” I8, fragt«" »1° Präsident äJn Das S° ^ZrM-»n die Meldung de- habe, einen dem Zentral,lasse d einzubrmgcn, tue ( Zentrum anZ.rer- k leine Bedenke 6i wird dann Punkt 1. Nebenbahnen d>r Nebenbahn Ztaatskosteu. M Mergel Antrag. Die ableh Itf für die Bewohn eine nvhlmltender Einsöruch fallen zu ruzustimmen, wie Mner ist ans der ffiy. Dr. Se baucs des Nebenbai irod) aus eine Anza müsse der drohende Abg. 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