Dienstag, 4- März 1915 Nr. 55 Lrftes Blatt 165. Jahrgang Der Gießener Anzeiger jWW M » VezugSprei >: erscheint täglich, außer jsäSilMS» Wffl monatlich 75 Pf., viertel- Sonntags. - Beilagen: Ä A AA «K A A A A A AL ▲▲ jährlich Mk. 2.20:durch viermal wöchentlich M ff A /v’Sk W 48fr ^»W Abhole- u. Zweigstellen SiehenerZamiliendlätter, 88 sHKSk W W W WW /sF’Hfr ® W ▼ inonatlich 65 Pf.: durch zweimal wöchentl.Breis- M ®8 TSÄ W SS M W W 1/ W M W W üÄ >*L M W M LZ W dicPost Aie.2.-viertel- blattfürdenBreisSiehen lia W W W W M W Jr W W W M {Sr^ B jährl. ausschl. Bestellg. (Dienstag und Freitag): ■ ÄH Vl Bä WA WA W W WA M JifL MO W W W fs m W WH^ M Zeilenpreis: lokal 15Pf^ riveimal monatl. Land- WL jr KL WW^ W Wa H| WL# WW ZfflW W ÖL Li 'Oy fy auswärts 20 Pfennig, wirtschaftliche Zeitfragen 'V M A l8 'v V Bei W Chefredakteur: A Goetz. Fernsprech - Anschliisse: ca ®r Verantwortlich für den für die Redaktion 112, politischen Teil: August WS? General-Anzeiger für Gberhesse« LKsL s"»5Ä!« Notatl»ns»tuck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerei «. Lange. Nedattion, Expedition und Druckerei - Schuiftratze 7. L°"d--?E.H-b-wr d^. Vis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten Der Kaiser auf Helgoland. Bon unterrichteter Seite wird uus aus Berlin geschrieben : Dis Reise des Deutschen Kaisers nach Helgoland, die trotz des sehr schlechten Wetters und hohen Seeganges durchgeführt wurde, hat eine hohe politische und angesichts der Rüstungsstinrmung sehr zeitgemäße Bedeutung: Die Insel Helgoland ist nahezu kriegsbereit. Lagert doch schon die gesamte, für einen Krieg notwendige Munition auf der Insel und konnte nun vom Kaiser besichtigt werden. Die genauen Angaben über die Armierung Helgolands werden natürlich soweit irgend möglich geheim gehalten. Die Kontrolle ist jetzt umso schärfer, als die Befestigungen Helgolands nachgerade das höchste Ziel der englischen Spionage geworden sind. Bekanntlich haben die zu je vier Fahren Festungshaft verurteilten britischen Seeoffiziere Trench und Brandon gerade von den Befestigunaen Helgolands photographische Aufnahmen g macht und sich genaue Skizzen und Notizen über die Geschützstandsbezeichnnngen über das Fahrwasser, über die Lage der Heul- unb Leuchttonnen an gefertigt. Soweit seitdem zu befürchten war, daß die englische Vorspionage einen gewissen Erfolg hatte, jund soweit es strategisch angängig erschien, hat man die Verteilung und den Standort der Geschütze geändert. Helgoland, für dessen militärischen An. bau neben dem Kaiser ganz besonders auch Prinz Heinrich gearbeitet hat, kann jetzt als die modernste, mit allen Mitteln der neuesten Waffen- und Befestigungstechnik ausgerüstete Küstensperrbefestigung gelten. Die nach dem Stande der jetzigen Technik besten, 15—20 Kilometer weittragenden Geschütze sind dort aufgestellt. Die modernsten Panzerbatterien, Panzer- kasematten und bombensicheren Kasernements mit den neuesten drehbaren Panzertürmen, Verschwindelafctten und gepanzerten Beobachtungstürmen sind auf Helgoland zu finden, wenn es eben erlaubt wäre, sie zu suchen. Von der Seeseite aus ist von den neuen Anlagen nicht das mindeste zu bemerken. Die Westmole ist jetzt in einer Länge von ungefähr 600 Meter, d. i. in ihrer ganzen Ausdehnung grundiert: sie wird ebenso wie die 400 Meter lange Ostmole in diesem Fahr 1913 ausgebaut sein. Die Quernrole und die Einfahrt, die den Hafen nach Süden gegen das Meer abschließen, werden voraussichtlich im Fahre 1914 voll aus gebaut sein. Seit, vier Fahren ist mit größtem Eifer an der Landgewinnung gearbeitet Worten, und man konnte dem Kaiser bei seiner Besichtigung bereits den ansehnlichen Zuwachs aufweisen, den die Insel durch diese Arbeiten erhalten hat. Das gewonnene Neuland ist fast so groß, wie das bisherige Helgoländer Unterland. Kaiser Wichelm bringt aber nicht nur der Landgewinnung, son- bent auch der überaus schwierigen „Imprägnierung" Helgolands, d. i. der Erhaltung des Fnselbeftandes gegen das zerstörende Seewasser, großes Interesse entgegen. Tas neue Verfahren der Fniprägnierung arbeitet mit einer Lösung von Flußspat iint) Quarz, wozu die Vorversuche im Materialprüfungsamt von Berlin-Lichterfelde angestellt wurden. Durch das neue chemische Verfahren wird das Helgoländer Gestein an seinen gefährdeten Stellen zu einer einheitlichen Felsniasse umgewandelt, die weder durch Mederschläge, noch durch Eissprengung oder durch den Anprall der See abgebröckelt tverden soll. Somit ist die „versaufende Insel", wie sie von Nörglern und Schwarzsehern lange Fahre hindurch verächtlich bezeichnet wurde, zu einer Bedeutung hcrangewachsen, die sich mit deni den Zugang zum Mittelmeere beherrschenden englischen Gibraltar vergleichen läßt. Helgoland wird unser Gibraltar und ist es bereits geworden. Wenn wir in einem zukünftigen Kriege den Feind an seinen Küsten blockieren und so die See für unseren Handel ossenhalten, wird allerdings der Wert des befestigten Helgolands zunächst nur gering sein. Das schöne für seine Umgestaltung zu einem befestigten Seeplatze ausgegebcnc Geld könnte uns dann zwar eigentlich leid tun; man hätte es besser auch noch in Schiffen angelegt. Immerhin teilt Helgoland darin nur das Schicksal aller Festungen, die dem eigenen Lande nichts nützen, wenn man den Krieg in Feindesland führt. Sollte es aber doch auch einmal anders kommen, sollten ü b er le g ene Se e st r e i tfr ä f t e uns gegenüberstehen, dann wird sich die teure Befestigung Helgolands in vierfacher Mchtung glänzend rentieren. Erstens ermöglicht die Insel den freien Aufmarsch der eigenen Flotte; zweitens bietet sie einen Stützpunkt für leichte Seestreitkräfte ; drittens ist sie ein überaus wichtiger Beobachtungspunkt und viertens ein Ausschlupf für Kreuzer und schnelle Handelsschiffe. Gewiß werden Helgolands Kanonen und Scheinwerfer so wenig wie die von Gibraltar ausreichen, um das Vorbeifahren feindlicher Schiffe zu ver- hindern, aber unsere Insel bildet jedenfalls für eine gegen die Flußmündungen vordringende Flotte oder deren erkundende Vorhut einen schwer angreifbaren Punkt, der entweder unter furchtbaren Opfern gctoomtcn werden muß oder als überaus gefährlicher feindlicher Posten im Rucken bleibt. Was bisher nur ein lleiner Kreis der Orientierten fest glaubte, ist allgemeine, vom Kaiser anerkannte Tatsache geworden: .Helgoland ist jetzt selbständige Fortistkation, ein mächtiges Bollwerk gegen jede Gefahr, die von der Nordsee her im Kriege drohen sollte. Helgoland, 3. März. Die Ankunft der Kaiser- schiffe ist in der vergangenen Nacht um 11 Uhr 15 Min. bei schlechtem Wetter erfolgt. Um 11 Uhr 20 Min. vormittags ging der Kaiser an Land und besichtigte die Hafenanlagen, sodann im Oberlande die Befestigungen, insbesondere die neue Südgruppe. Wegen des starken Wellenschlages, der bei der Uferschutzmaner herrschte, mußte dort von einer Besichtigung Abstand genommen werden. Der Kaiser begab sich mit Gefolge um 12^2 Uhr wieder an Bord des Linienschiffes „Kaiser". Unter dem Salut der Batterien an der Südspitze der Insel lichteten die Kriegsschiffe um 43/i Uhr die Anker und nahmen den Kurs nach der Weser. Wilhelmshaven, 3. März. Der Kaiser ist an Bord des Linienschiffes „Kaiser" heute abend 0i/2 Uhr bei Regen und Sturm hier wieder eingetroffen. Die Deckung der Wehrvorlagen. Die „Bayerische Staatszeitung" beschäftigt sich in einem Leitartikel ausführlich mit der Verlautbarung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zur Vermögensabgabe, von der sie sagt, daß sie in die zurzeit etwas! gedrückte Stimmung des deutschen Volkes einen nationalen und großen Zug bringe. Nach einigen Bemerkungen wider die Höhe der in Betracht kommenden Abgaben, von denen in der Presse erkannt worden sei, daß es sich um eine gewaltige Leistung handele, die einmalig zu bewältigen ist, fährt die „Staatszeitung" fort: Weit über den Umfang des einmaligen Bedarfs hinaus aber erhebt sich die Bedeutung des Gedankens, der feiner Deckung zugrunde liegen soll. Es ist eine Tat von weltgeschichtlicher Größe, zu der das deutsche Volk aufgerufen wird. Eine Summe, deren Bestreitung aus lausenden Mitteln unmöglich, deren Beschaffung durch Anleihen nicht ratsam ist, soll durch eine Leistung aufgebracht werden, an der ausschließlich die besitzenden Klassen beteiligt sind. Nur einem geringen Bruchteil der von dieser Leistung Erfaßten wird es vergönnt sein, sie aus ihrem regelmäßigen Einkommenzu bewirken. Die überwiegende Masse wird an die Substanz ihres Belitzes greifen müssen, um ohne empfindliche Störung ihres häuslichen Budgets den Betrag aufzubringen, der gefordert wird, ^re Gesamtheit der besitzenden Klassen würde auf dme Werse frem nationalen Gedanken ein Opfer bringen, das die Machtmittel des Reiches wirksam verstärken, dem Auslande Achtung ab notig en und der Hetzarbeit der Sozialdemokratie den Boden entziehen wurde. Daß die Anwendung dieses Prinzips nur eine, einmalige und ausnahmsweise durch die außerordentlichen Umstände bedingte lern kann und darf, darüber besteht wohl nirgends cm Zweisel. Einmal auf dem Boden der Uebereinstimmung über die große Frage würden die Parteien., und hierin liegt die wertere Bedeutung der geplanten Vermögensabgabe, leichter gemeinfame W e g c für die Beschaffung der lausenden Ausgaben finden. Der Geist patriotischen Opfersinnes, m dem sie sich, wie zu hoffen ist, zur Bewilligung der Vermögensabgabe zusammenschließ-m, wird wohl auch bann nicht versagen, wenn es gilt, die Mittel für jene Kosten auszubringen, die die verant- wortlickien Stellen im Reiche für die Verstärkung unseres Militar- etats für notwendig erachten. Verständig und erfreulich sind die allgemeinen Betrachtungen des Hertlingschen Organs. Dagegen stammt dre Bemerkung über die Beschaffung der laufenden Ausgaben ersichtlich aus der schwarzen Tunke der Zentrumsküche. Denn da wird die Reichsregierung ganz tm Tone der Zentrumsblätter und der Veröffentlichung eines Bachem aufgefordert, ja nicht noch eine Befitzsteuer wie die Erbschaftssteuer auszuwählen. , Wie die „N"6onalzeitung" erfährt, beabsichtigt die Regierung bei der Veröffentlichung des Steuergesetzes sich unmittelbar au das Volk mit einer Kundgebung zu wenden, die ausdrücklich auf die Analogie der Selbstbesteuerung des Volkes im Fahre 1813 hinweist und betont, daß die politische Enttmcklung der letzten Zeit das friedliebende Deutsche Reich zwinge, für leine Wehr und Sicherheit außerordeiitliche Opfer zu bringen. Nach der „Berliner Morgenpost" wirb die Heeresvor- lage während der R e i ch t a g s o st e r f er i en veröffentlicht werden. Die einmaligen Ausgaben sollen sich auf 750—800 Millionen belaufen. Die einmalige Abgabe vom Vermögen wird einen halben Prozent, steigend bis zu ein Prozent betragen. Die Regierung beabsichtigt die B e r - mögen bis herunterzu 10 000 Markzu erfassen, doch dürfte der Reichstag die Grenze auf 20000 Mark erhöhen. Die 800 Millionen sollen zu je 40 Prozent rpi ersten und zweiten und zu 20 Prozent im dritten Fahre aufgebracht werden. Die Vorlage wird den Deklarationsplan enthalten. Bei Grund und Boden wird das 25 fache desFahresertragesals Vermögen angenommen. Der Kaiser hat die ganze Vorlage den Bundesfürsten persönlich empfohlen. Die Anregung aus einmaligen Abgaben ist aus Finanz- und Parla- mentskreisen an den Kaiser gelangt. In der sächsischen Regierung regt sich zum Teil noch beträchtlicher Widerstand gegen die Idee. (Eine cngli che Straf predigt für die fra Mchen (Etyaiwiniften. Einigen Engländern gefällt das chauvinistische Gepolter in Frankreich schlecht. Denn die Folge ist ja die Wachsamkeit der Deutschen, die für die Vollständigkeit ihrer Wehrmacht sorgen. So klingen denn von den Lippen der „Times" ungewöhnliche Ermahnungen nach Paris. Die „Times" schreibt in einem Leitartikel über „Das neue Frankreich": . m . Wir sind sicher, daß Präsident Poineare keine Politik ins Auge fassen fvird, die nicht die volle Billigung aller Part ne L der Triple-Entente und der großen arbeitsamen Manen __ uliiihi—ii i~nn— i Ausländer an den deutschen Universitäten im Winter 19(215. Bon dm 59 560 Studierenden, die diesen Winter die dmtschen Universitäten besuchen, siird 54 364 Deutsche und 5196 Ausländer, d. s. 8,8o/o gegenüber 4952 = 8,6 int Vorjahr und erst etwa 1800 = 7,0% vor 20 Fahren. Der Anteil der Ausländer am dmtschen Universitätsstudium ist demnach seit Fahren absolut itric relativ ansteigend. Die Zunahme binnen der letzten fünf Fahre um 1122 ist etwa zu einem Drittel auf dm Zuzug weiblicher Ausländer zurückzuführen, denen erst seit Herbst 1908 das Studium an den deutschen Universitätm möglich ist. Ihre Gesamtzahl mag sich derzeit auf etwa 400 belaufen, sie ist nicht genau festzustellen, da nicht alle Universitäten über die Nationalität ihrer Studentinnen Aufschluß geben. An den preußischen Universitäten sind neben 2559 Männern 217 weibliche Ausländer eingeschrieben, von benen 115 Philologie, 63 Medizin, 36 Nackir- wissensckiaftm, 8 Kameralwissmschaft und 1 Rechtswissenchaft studieren 85 sind in Rußland beheimatet, 51 stammen aus Amerika, 35 aus Oesterreich-Ungam, 8 aus England, je 7 aus Rumänien und Serbien, 6 aus der Schweiz, 5 aus Dänemark, 4 aus Frankreich An dm 3 bayerischm Universitätm studieren 7o0 Ausländer 441 an dm 2 badischen und 1229 an dm übrigen 6 einzel- staatlichen Die ' nziehungskrast der einzelnen Hochschulen aus die ausländische Studmtenwelt ist naturgemäß verschieden. Die Großstadtuniversitäten Berlin, Aiünchm und Leipzig haben in diesem Winter allein 59°/o der Ausländer angezogen und zwar Berlin 1605 (darunter 161 Frauen), Leipzig 784 und München 687 Dm Großstädtm am nächsten steht .Halle mit 315, dann folgen Heidelberg mit 264, Königsberg, dessen ausländische Be- f*r fast ausschließlich Russen sind. mtt 248 Slr-Wura imt 191 Nreibnra mit 177, Göttingen mit 1/4, Breslau mit 168, Bonn nii! 144, Jena mit 140, Marburg mit 68 Gießen mit 58, Tübingm mit 38, Erlangen mit .32' Würzburg mn 31, Greifswald und Kiel mit je 27, Rostock mit 24 und Munster mit 6 Fm Verhältnis zu seiner Gesamtstudeptenzahl hat Berlin die meisten Auslöiider, irämlich 16,3 v. h., dann folgen Königsberg mit 15,9 v. H., Leipzig mit 14 6, Heidelberg 11,6, Halle mit 10,8, Münck-m mit 10,1, Straßburg mit 9,2 Freiburg mit 6,7, Breslau mit 5,9, Bonn mit 3,4 und zuletzt Rostock und Münster mit 0,1 v. H. , .. Wenn wir die Natioiralitat der ausländischen Studenten, die diesen Winter die dmtsck>en Universitäten besuchen, vergleichen, so sindm wir 338 Amerikaner wie iin Vorjahr, Asiatm 184 gegen 175, Afrikaner 22 gegen 28, Australier 1 gegen 5 uni) 46ol Europäer gegen 4406. Interessant sind die Amderungeu, ine sich ffn Laufe des letzten Jahrfünfts im Zufluß der einzelnm Nationalitätm zu dm höchsten dmtsck^n Bildungsstätteir ergeben haben. Der Zustrom aus dem nahen und fernen Osten, so insbesondere ans Rußland, ®ried>enlani>, der Türkei, Serbien, Bulgarien iuid Japan erhöhte sich ganz beträchtlich, währmd der Anteil der Nackcharländer, LnreMbnrg, Spanien, Dänemark und Skandinavien ausgenommen, entweder gleich blieb oder,, wie bei Belgien, Frankreich und Italien, zurückging. Die riestge Zunahme der Russen ist umsoweniger auffallend, als der Tiefstand ihrer Hock^schulen die russische Regierung selbst dazu veranlaßte, Staatsstipendiatm nach Berlin, Tübingm und Paris zur Auv- bildung als Hochschullehrer zu mtsmden. Die Steigerung der Ausländerziffer in den letzten Fahren ist fast ausschließlich den medizinischen Fakultäten zugeflossen, die zurzeit von 2276 Aiis- länbem besucht sind, gegenüber 1774 vor zwei Fahren, Philosophie. Philologie oder Geschichte studieren 980 Ausländer gegen 990, Kameralia und Landwirtschaft 645 gegen 513, Rechtswillenschaft 488 gegen 516. Mathematik und Naturwisstnschaften 407 gegen 413, evangelische Theologie 162 gegen 164 katholische Theologie 25 geegn 31, Forstwissenschaft 22 gegen 20 und Zahnheilkunde 15 gegen 29. * — Sturmszenen in der Wiener Hofoper. Die Wiener .hosoper war am Sonntag, wie schon mitgeteilt, der Schauplatz eines Theaterskandals, wie ihn, in Wien wenigstens, noch kein Hoftheater erlebt hat. Man gab Meherbeers „Hugenotten". An Stelle der erkrankten Sängerin der Valentine, Frau Lucie Weidt, war im letzten Augenblick, um die Vorstellung zu er- niöglichcn, eine Fran Kempter-Farno eingesprungen. Schon in dem Duett des zweiten Aktes mit Mareell, den Herr Corvinus nicht zur Zufriedenheit des Publikums sang, kam es, wie dem „Tag" gemeldet wird, als auch der Gast infolge einer Indisposition und durch die schlechte Schulung ihrer an und für sich schönen Stimme versagte, zu lauten Ku ndgebungen des Publikums, zu Pfui- und Abzugsrusm, ,die die ganze Pause zivischen dem britten und vierten Akt durchdauerten. Insbesondere tobte die Galerie gegen Direktor Gregor, dem sie die Schuld an bat sich immer mehr häusmden ungenügenden Vorstellungen in der Oper zuschiebt. Zu Beginn des vierten Aktes konnte der Kapellmeister Reichenberger mit dem Vorspiel nicht beginnen, weil das Publikum sich nicht beruhigen konnte. Das Orchester setzte nicht ein, es mußte abgeklopft werden. Der Regisseur Herr Wymetal trat vor und wurde mit Zischen und Pfeifen empfangen, entschuldigte die Sängerin wegen ihrer Indisposition und erklärte, daß er die Oper, da sich die Indisposition gesteigert hatc, mit der Scküverterreihe des vierten Aktes schließen lassen werbe, so baß bas große Duett mit Raoul unb ber fünfte Akt wegbleiben müßte. Auf diese Ankündigung erreichte die Demonstration des Publikums ihrm Höhepunkt. Es konnte überhaupt nur mit Mühe und Not und unter fortwährendm Teinonstratiouen (veitergespielt werden, worauf die Vorstellung dann vorzeitig mit der Schwerterreihe schloß. Die Demonsttationen wurden auf der Straße fortgesetzt, und die Polizei mußte in mehreren Fällm einschreiten. — D ie Jahresversammlung des Verbandes Deutscher Diplom-Ingenieure wurde am 1. März im Motivhans zu C h a r l o 11 e n b u r g nbgehalten. Aus allen Teilen des Reiches waren Vertreter erschienen. Nach dem Ge- schäftsberickst, den Patentanwalt Diplom-Ingenieur Dr. Al er an der Lang (Berlin-Cl>arlottenbnrg) erstattete, beträgt die Zahl ber Mitglieder rund 3500 und die Zahl der Bezirksvereine 36. Die Wohlfahrtseinrichtungen des Verbandes, Rechtsauskunftsstelle und Stellennachweis, haben sich günstig entwickelt, insbesondere ist die Hilfskcrsse durch Ueberweisung bedeutender Beiträge seitens vermögender Berbandsmitglieder und Körperschaften großzügig ausgestaltet worden. Auch die literarischen Unternehmungen, die Verbandszeitschrift unb die „Schriften" des Verbandes find weiten ausgebaut worden. — Einen bedeutsam en Wettbewerb schreibt die New Pork, Neiv Haven unb Hartford Railroad Co. aus, intxmt sie einen Preis von 40 000 Mk. für die beste Einrichtung gegen das Ueberfahren von Haltesignalen auf Eisenbalm en aussetzt. Wie die sehr eingehenden, von ber Zeitschrift „The Engineer" mitgeteilten Detailbestimmungen ergeben, ist als Einlieferungstermin der 1. Juli 1913 angesetzt: die wichtigste Klausel ist wohl die, daß der Preis erst erteilt nnrb, wenn sich die — gegebenenfalls unter Beihilfe der Eisenbahngesellsckwften auszuführende —■ Einrichtung praktisch im Betriebe bewährt bat. — Bei der Berliner Hoch- und Untergrundbahn sind bekanntlich seic der Katastrophe am alten Gleisdreieck 1908 ähnlickic, absolut sicher funktionierende automatische Einrichtungen eingeführt, die aber an den elektrischen Betrieb gebunden sind und deshalb nicht ohne weiteres auf bas Dampfeisenbahnsystem übertragen merben können. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In Stuttgart ist der Kunsthistoriker Dr. Fritz Baumgarten, ordentlicher Honorarprofessor an ber Universität Freiburg i. Br. unb Direktor des Ghmnasiums in Donaueschingen tm Alter von 56^2 Fahren gestorben. — Dem Chirurgen, Universitätsprofessor, Obermedizinalrat und Generalarzt ä la suite des Sanitätskorps, Geheimen Rat Dr. Ottmar Ritter v. A n g e r e r in M ü n ch e n ist vom Prinzregenten von Saliern ber Titel eines „Königlichen Leibarztes" verliehen worden.^ be5 bepktze, betet berftönbiger, vrakNFcher Sinn die wahre Mei nun a Frankreichs bilde. Er leimt die Bedingungen, unter denen allein jene Billigung erfolgen kann, er rwiß, daß Mäßigung und Nüchternheit in Wort und Tat dazu gehören. Wir halten den Präsidenten auch nicht für einen Schwächling, der sich gegen sein eigenes Urteil zu Unflug freiten verleiten oder zwingen ließe. Aus allen diesen Gründen sind SicZHer ein Aufstand in Venezuela. Nach einem Telegramm aus Willemstad (Curaco) is in Venezuela ein Ausstand ausgebrochen. Juan Ar au ja unb 800 Mann haben zu den Waffen gegriffen. Arrr Stadt «nd Land. Nach einer neueret Meldung Mw Sdxmgbai erklärte die chinesische Regierung dem Doyen oes diplom-unchcn torn . verzichte auf weitere Verhandlungen über die Sechsmal te- anleihe. veut^ebe- Reie^. 2er Gegenbesuch des Herzogs und der Herzogin von Cumberland am Berliner Hofe wird am 8. März in Potsdam erfolgen. Der Herzog von Cumberland wird bei seinem Aufenthalte in Berlin respektive in Potsdam oud> mit dem Prinzregenten von Bauern Zusammentreffen, der ebenfalls in den lüidntcit Tagen seinen Antrittsbesuch in Berlin machen wird. Die Kaiserin fährt heute, Dienstag abend, nach Berlin zurück. Eine Vorlage zur Abänderung der §§56 und 5 6 e der Gewerbeordnung ift vor einigen Tagen dem Bundesräte zugegangen. Nach einer Mitteilung in der Presse sollte diese Novelle die Ausgabe haben, die Bestimmungen über den Vertrieb von Schmutz und Schundliteratur -zu versehärsen. Wie tot erfahren, trifft diese Annahme nicht zu. In der denk Bundesrate vorliegenden Novelle wird vielmehr bestimmt, daß Spielkarten, Rohbernstein und Pfandscheine durch Gewerbetreibende nicht verkauft werden dürfen. Durch diese Bestimmung soll besonders den betrügerischen Machenschaften entgegengcwirkt werden, die durch Pfandschieberci vielfach durch Hausierer verursacht wird. Es ist häufig vorgekommen, das; Hausierer Pfandscheine verkauften mit der Motivierung, daß die verpfändeten Gegenstände nach Ablauf der Pfandsrist zu bedeutend höherem Werte zurückgckaust werden können. Schließlich toll die Novelle noch die Vorschriften über W a n d e r l a g e r und Wanderauktiouen verschärfen. Namentlich in den Parlamenten sind in dieser Hinsicht vielfach Klagen laut geworden, die int Interesse des Kleinhandels eine Verschärfung der bestehenden Bestimmungen forderten. Ein völliges Verbot der Wanderlager beabsichtigt die Regierung jedoch nicht, doch sollen einschränkende Bestimmungen dort eintreten, wo die Wanderlagcr keine Eristenzbcrechtigung haben. Die betreffende Novelle dürfte dem Reichstage vorläufig noch nickt zugehen. Auflösung einer p o l n i s ck c n Versammlung. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Posen: Die Polizei löste auf Grund der Spraclwnvaragraohen die Versammlung des polnischen landwirtschastlicken Zcntralvvreins auf. Bisher wurden die Beratungen dieser Organisation in polnischer Sprache geführt. tor nicht geneigt, den extravaganten Bekundungen dos Chauvinismus, die aus Paris gemeldet werden, eine iLer große Bedeutung beizulege«. Wir freuen uns über den Geist des Selbstvertrauens des neuen Frankreichs Wir freuen uns über den unverkennbaren Schneid und den Elan der iranzö fischen Truppen und über die Bereitwilligkeit, mit der die französische Nation der Forderung neuer Opfer für die Landesverteidigung entsprechen will, aber wir sehen mit Bedauern, daß diese Zeichen von echtem Patriotismus von provozierenden Reden, Schriften usw. begleitet werden. Kluge Franzosen, die die europäische Lage kennen, müssen durch die Art beunruhigt werden, wie die Chauvinisten, und vielleicht nicht die Chauvinisten allein, Elsaß-Lothringen in den Vordergrund stellen Wenn die Franzosen daran denken müssen, so sollten sie sich an den Rat Gambettas erinnern und ihre Gedanken für sich behalten, denn auf dieser Seite des Kanals, wo die französische Renaissance mit großem Interesse und großer Sympathie verfolgt wird, können solche Reden nur den Gedanken an einen Revanche krieg auslösen. Der Sinn und das Gewissen Eng lands sind unveränderlich und unerschütterlici' gegen Revanche- und Angriffskriege. Kriege dieser Art stehen im Widerspruch zu der Grundlage des Prin zips der Triple-Entente, deren Raison b etre die Erhaltung des Friedens auf der Grundlage des iewigen Gleichge wichts der Mächte und dcS Statusguo ist. Das hinderte aber nicht, daß der englische Marineminister Churchill in auffälliger Weise an Hebungen der französischen Flotte in Toulon teilnahm und, als er am Montag dort eintraf, an Bord des „Voltaire" eine Unterredung mit dem französischen M a r i nc- minister Baud in hatte. Und für die Stimmung in Ettgland ist auch folgende Aeußerung der oppositionellen' „Pal Mal Gazette" bezeichnend: Für eine so ungeheure Heeresvermehrung gebe es keinen Grund, kaum eine Entschuldigung. Von der Weichsel her drohe keine Gefahr, wenn in den Vogesen kein Angriff erfolge. Keine andere Nation habe durch vermehrte Rüstungen Deutschlands Sicherheit bedroht. Deutschland allein habe den Handschuh hingeworfen und Europa zu einer Antwort gezwungen. Wird England allen seinen Ucberlieferungen, so fragt das Blatt, den Rücken kehren ober Deutschland d i e Suprematie ab st reiten, wie es in der Vergangenheit Frankreich und Spanien die Suprematie streitig machte? Frankreich wird zuerst fertig sein und man wird sehen müssen, was das für Folgen haben wird. lliislanö. Dclcassss Reise nach Petersburg. > Es heißt, daß Delcasss seine Abreise nach Petersburg um einige Tage aufschiebeu werde, da der bisherige Botschafter Louis der Dreihundertfahrfeier des Hauses Romanow als Vertreter Frankreichs beiwohnen soll und deshalb sein Abberuftrngsschreiben erst im Laufe der nächsten Wvcfe uberreielfen könne. Dem d'plomatischcn Brauche ent» spreclnmd, werde Delcasss sich erst nach der Ueberreichung .des AbberufungssclTreibens Louis nach Petersburg begeben. Neues von den Suffragettes. Die „B. Z." meldet aus London: Mehrere Suffragetten wollten gestern in verschiedenen Versammlungen sprechen, kamen aber zumeilt nicht zum Wort. Die Menge bombardierte sie mit Giern, Kartoffeln und Bananenschalen, stürmte Die Tribünen und jerrte die Frauen herunter, deren Kleidung bös zugerichtet wurde. Die chinesische Anleihe. Au? Peking wirb gcmclbct: In einer Versammlung ber Okianbteu der zur Secksmächtegruppe geböreuben Länber gab am Montag ber deutsche Gesandte die E r k l ä r u u g ab daß Deutschland seinen Einspruch gegen die Ernennung eines Engländers zum Beirat des S.ilzamtes zurückgezogen habe Die Geiandten teilten mündlich diese Tatsache her chinesischen Re- nicrunq mit. Man erwartet die Ueberreichung einer Note in wclrfier die Mächte erklären, sie hielten es in Anbetracht' der großen ^-uinrnkn, um die es sich handele, für notivcndig, daß die cinneufcke Regierung außer den bereits vorgesehenen vier Beiräten, nämlich einem Engländer für das Salzamt einem Deutschen für das Anleiheamt, einem Russen und einem Franzosen für das Auditeuramt einem Deutfchen zum Hilfsbeirat d e s S a l z a m t e « ernenne Japan und Amerika haben sich ihrer Rechtsansprüche begeben" Man glaubt ferner, daß auch aus dem chinesischen Dienst und zwar wahrscheinlich auS der Seezollverwaltung, Beiräte himu-- gejogen werden Es besteht Grund zu der Annahme, daß die chinesische Regierung heute auf die Vorschläge ein.iehen wird, wenn ihr keine neuen Bedingungen auserlegt werden. Es ist vereinbart, daß die Anleihe ungefähr folgendermaßen plaziert werden soll' 8 Millionen in England, 7 Millionen in Frankreich, 6 M i H i o - nen in Deutschland, 2l » Millionen in Amerika, l‘/} Mill, in Belgien, das den russischen Anteil übernimmt b) legen, 4. März 1913. ** Tageskalender für Dienstag, 4. März. Stadt- theater: .Die versunkene Glocke-. Anfang 7 Uhr. ♦ •• Land e§Universität. Der Großherzog Hal den ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät bei Landesumoersilät, Geh. Justizrat Dr. Arthur Benno Schmidt tn Gießen auS dem Staatgdienst entlassen und den Landgerichtsrat Dr. JnlinS Friedrich in Gießen seines Amtes als anßerordentlicher Professor bei der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen enthoben. '• Zu BiermerS Beerdigung. Die Rede, die der Dekan ber philosophischen Fakultät Pros. Dr. Schwally am Grabe hielt, sei nachstehend miedergeaeben: An der tiefen Trauer um den allzufrüh in die einige Ruhe Gingegangenen ist neben der Gesamt-Universität in erster Linie die philos. Fakultät beteiligt, welcher der Entschlafene fast 13 Jahre als Lehrer und Forscher angehört hat. Vor allem als Lehrer. Sein reiches Wissen, sein klarer und scharier Geist, eine bewundernswerte Gabe gut und wirkungsvoll barzustellen, machten ihn zu einem der pervorragendstcu und gefeiertsten akademifchen Lehrer. Seine frifche und temperamentvoll? Art wußte auch den sprödesten Stoff zu beleben und die trockenste Materie seinen Hörern interessant zu machen. Wegen dieser großen Vorzüge feiner Lehrweise wurde er bald ein gesuchter Redner bei den großen Tagungen politischer und industrieller Körperfckasten. Als Schriftsteller ist der Heimgegangene, entsprechend seiner großen Arbeitskraft und Stoffbeherrschung, außerordentlich fruchtbar gewesen. Es gibt eigentlich kein wichtigeres Gebiet der Staatswissensckaften, auf dem er nicht eine oder mehrere Veröffentlichungen aufzuweifen hätte, sei es in Buchform ober tn Zeitschriften-Aussätzen. Wahrend er sein .Bestes in zahlreichen Artikeln eines bekannten Handbuches der Staatswissenschaften niebericgte, hat er es auch nicht verschmäht, sich zur wirksamen Verbreitung seiner Ideen der Tagespresse zu bedienen. Bei der großen Zahl seiner Publikationen versteht es sich von selbst, daß die einzelnen feinen großen Umfang haben tonnten. I" der Mehrzahl derselben hat es ber Verfasser ivenigcr abgesehen auf tief eindringende .Untersuchung ober die Gewinnung neuer Probleme und Werte als auf das mehr praktische Ziel, von der Grundlage geiidjertcr Ergebnisse seiner Fachwissenschaft aus die maßgebendcn ober sonst interessierten Kreise aufzuklären und zu belehren. Man darf diese literarische Tätigkeit keineswegs gering an schlagen; denn die Ergebnisse der nationalökonomischen Forschung, welche in die modernsten und aktuellsten Probleme unseres heutigen Gesettschafts- und Wirtschaftslebens tief einschneiden, bilden für den ^Fachvertreter^geradezu eine moralische Nötigung, zu den großen Tagesfragen Stellung zu nehmen; oder, wie es Biermer fclblt einmal ausgedrückt hat, von einem uninteressierten Standpunkte aus die wirtschaftspolitifcheit Kämpfe zu registrieren und, lvenn es sein muß, kritisch zu beleuchten. Aber es ist doch nicht allein das Pfltchtbewußtsein gewesen, bas unsern Kollegen in bie Arena aurrcibenber Kämpfe getrieben bat, fonbern auch eine starke innere Neigung. Unb n>enn er cim mal gesagt bat, daß er mehr Sinn habe für ein beschauliches, stilles Gelebrtenlebeu als für das Hervvrireten an die Deffentlidi- feit, so haben ihn doch die Verhältnisse nie dazn kommen lassen. Ich selbst habe ihn immer für eine geborene Kampfes natur gehalten, bie fick wohl fühlte im wogenden Streite und fick freute, wenn ihr im Kampfe die Kräfte wuchsen. — Sie alle wissen, was er für ein mannhafter Streiter gewesen ist? Er führte seine Feber wie ein Schwert, dessen Klinge scharf und besfen Hieb wuchtig war. Da ist er in der Hitze des Gefechtes gelegentlich wohl einmal zu weit gegangen, oder bat schwerer verwundet als er gewollt hatte. Wie dem auch sei, seine Absichten und Ziele waren immer lauter und rein, seine Mittel ehrlich und seine Wege gerade und ohne Hinterhalt. Dieser unerschrockene imb, wenn es not tat, rücksichtslose Kämpfer für Reckt unb Wahrheit famt es betntivrurf>m. bar auck wir an seinem Grabe nickt unwahr werben, sondern neben feinen hervorragenden Eigenschaften auch die kleinen Schwächen seiner Personlickkrit nickt mnebvagen. Eine gewisse '.Gereiztheit und Einpfnidlickkeit. die er in den Kämpfen des Tages erworben haben mag, war die Ursache, daß er zuweilen bie besten Absichten anderer verkannte oder gar in dem Freunde auf einmal glaubte, einen Gegner erblitfen zu mimen. Im Grmrde ist er immer eine vornehme und ritterliche Natur geblieben, trotz aller Ecken unb tonten seines Charakters eine tminrn canbiba in des Wortes ivahrster Bedeutung. Als solche wird sein Andenken uns teuer unb unvergleichlich sein. ” A n 8 dem Militär Wochenblatt. Frhr. Schenk zu Schweins berg, Hauptm. und persönlicher Adjutant des Landgrafen von Hessen, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension und der Erlaubnis znm Tragen der Uniform des Kurhess. Jäger-Bats. Nr. 11 zur Disposition gestellt. — Riedesel Frhr. zu E i s e n b a ch, Dbcrlt. im Trag.-Reqt. Freiherr von Manteuffel (Rhein.) Nr. 5, wurde zum persönlichen Adjutanten deS Landgrafen von Hessen ernannt. '* Neuer Schnellzug Koblenz — Berlin. Heber bie Einlegung einer neuen SchnellzugSverbindung von Koblenz durch das Lahntal nach Berlin schweben Verhandlungen. Auf Antrag der Handelskammer zu Limburg sollen die Züge in Limburg versuchsweise halten; die dauernde Beibehaltung des Aufenthaltes muß von der Benutzung abhängig gemacht werden. -Stadttheater. Eine Wiederholung der .Versunkenen Glocke" im Abonnement nach der heutigen Vorstellung ffndet nicht statt. ** Jubiläum. Frau Katharine Will aus Wirseck ist beute 50 Jahre lang im Botanischen Garten als Arbeiterin tätig. Das Ereignis tmirbe durch eine kleine F-eier begangen, wobei der Jubilarin durch den Direktor des Gartens ein Geldgeschenk überreicht nrarb. Die allen regelmäßigen Garkenfesucfern wohlbekannte Fran steht int 75. Lebensjahre. Sie ist noch außergewöhnlich instig und erfreut sich trotz ihres hohen Akters einer seltenen Gesundheit unb Frische. *• Kolonialvortrag. Zu dem Vortrag am 6. März, dcu bie TeutzThc Kolonialgesellschaft in Veriünduug mit dem Frauenbund der D. K.-G. veranstaltet, totb uns über die Per ionUdrfcit des in kolonialen Kreisen hochgeschätzten Redners ge i (uneben. 1.berlcutttaiit z. D. Georg Richelmann gehörte mehrere .vabre ber Marine-Insanterie unb vom 1. März 1889 ab her Wiymaimstruppe an. Am S. Mai 1889 bri Erstürmung von Bu MnriL. ^aget verwundet, nahm er später meist in Wißmanns Ltave an feinen Kämmen teil. Nock während derselben übernahm er Die Stationen Bagamoyo unb Tanga, deren damaliger Ausbau 'suU '^crF nxtt- Ei" besonderes Augenmerk .FF nur. .t>lc ^uhtgung und (feimnnung ber feindseligen S ^lTl-lmTrn "ie Araber, Neger unb der gleich» n Wißmanns Amchauungen sich anpasseud, gelang c-: ihm. für mc Denebtebenen Bevölkerungsclemente oolles Verständnis zu gewiimcn, mir bcnidben aur sehr gutem Fuße zu stehen Unb • iKibct glcichzeUig den ausgcfprochcnen.Herrenstanoounü des (zurc- väertums zur Geltung zu bringen. Ende 1890 nach Abschluß bet stämvfe gegen bie Araber, verließ er die Wißmanntruppe und kehrte über Aegypten, Palästina, Türkei unb Bulgarien nach Deutschlanb zurück, um hier wieder in die Armee ein»utreten. Er zählte zu bem kleinen Kreise von Wißmanns Vertrauten unb war, nack mefrrmonarlickem Zusammenleben, mit Emin Pasckia befreundet. 1908, nachdem er den Militärdienst verlaßen, unternahm er eine längere Reffe nach Süd- unb Dstafrika. Zweck Dericfben war. bie Fortschritte Ostafrikas zu sehen und Erkun- bungen über die Eingeborenen frage und die Besieblungsfähigkeit hochgelegener Lanbfrnchc anzustellen. Aus diesem Grunde wurde auch Britisch-Ostafnka unb die .Gegend westlich des Dikloria- Eees längere Zeit bejudit ** Schweinepreise. Der Bürgermeister ber (Gemeinde Haan im Rheinbe^irk hat an die Metzgermeister ieiner Gemeinde folgendes .schreiben zur „Beherzigung" gerichtet: Die Viehmarktberichte ber letzten Zeit -eigen, abgesehen brm unerheblichen Schwankungen, ein merf- lich es Zurückgehen der Einkaufspreise für S ch w e i n c und Großvieh. Es ist für die nächste Zeit nicht anzunehmen, daß bie Preise weiter steigen, sicherlich nicht, daß sie die frühere Höhe erreichen. Bis heute haben sich Ihre Absatzpreise an die konsumierende Bevölkerung diesem Preisrückgang nicht angeschlossen. Ich bitte doch, für baldige angemessene Ermäßigung der Verkaufspreise sorgen zu wollen." Auch für Gießen wäre eine solche Mahnung angebracht. Verkaufen dock) die lffesigen Schweinemeyger das Pfund Fleffch um 5—6 Pfennig teurer als die Preisverycklt- nisse es bedingen. Unter diesen Umständen ist Selbsthilfe sehr am Platze. Wenn die hiesigen Einwohner recht viel Fleisch und Wurst von answärts beziehen, wird der Konsum- rüdgang die hiesigen Metzger schon veranlassen, die Preise zu ermäßigen. ~ ’* Auch ein Stück Jugendfürsorge. In der städt. F o r t b i l b u n g s s ch u l c, die unter Leitung des Hauptlehrers K n a u ß steht, würbe von diesem unb bem Lehrerkollegium ber Anstalt im vorigen Herbste eine sog. Schul s parka sse gegründet, nachdem auch ber Vorstanb ber Gießener Bezirkssparkasse fick bereit erklärt hatte, bie erforberlichen Sparmarken unb Sparkarten zur Verfügung zu [teilen. Alle Lehrer erkannten bie Nütz- lichkeit einer solchen Einrichtung an und übernahmen die damit verbundene Arbeit. So konnte, nachdem mehr als vji aller Schüler ihre Beteiligung zugesagt hatte, am 18. November 1912 mit dem Sparen begonnen werden. Von diesem Zeitpunkte an wurden bis heute über 500 Mk. gespart unb bei der Bczirkssparkassc verzins- llch angelegt. Die bei Schluß der Fortbildungsschule abgehenben Schüler erhalten ihre cingzahlten Beträge mit Zinsen entweder in bar ober in Gestalt eines Sparkassenbuches zurück. Den in ber Fortbildungsschule noch nerbleibeitben Schülern ist Gelegenheit geboten, auch im Sommer Halbjahre, wo für sie kein Unterricht ftattfinbet, weiter zu sparen. Dies war;nur möglich, weil bie Lehrer der Anstalt in Anbetracht ber guten Sache bereit warm, abwechselnb auck in dieser Zeit an jedem Samstag abend im Schulhause ber Nord-Anlage bie Spargelbar zu erbeben. Kreis Alsfeld. OK. Alsfeld, 2. März. Die „Erle n", dir hier die Stelle eines Stabtwaldes vertreten, werden aller Wahrscheinlichkeit nack fast ganz vom Erdboden verschwinden. Der Rüsselkäfer, der jährlich ganze Wälder vernichtet, bat sich dort eingeniftet. Gerade die särönsten Bäume sind völlig ihrer Rinde beraubt unb bieten einen traurigen Anblick. Biele Leute chrieben das Abfallen der Rinde ber Hitze im Sommer 1911 zu. Es hat sich aber herausgestellt, daß cs durch den Rüsselkäfer ber» urjackt wirb. Die kranken Bäume müssen gefällt werben, um die gesunden vor bem sckäblichen Käfer zu schützen. Bei bem Baumfällen wirb bie Büttnersche Baumrobemaschine, die von Forstwart Büttner, Eifa, erhntben ivurde, benützt. Die Wurzeln werben nur ein wenig angehauen, bann wirb Der Baum einfach mittels ber Maschine um ged rückt. Das Fallen eines Bau nies' mit der Maschine bauert ungefähr 20 Minuten. Die Rtctmmo, nach der ber Baum fallen soll, kann vorher bestimmt werden. Das Fällen ist vollstünbig gesalnlos. Kreis Schotten. = Schotten, 3. März. Kaufmann Willst. Moll und Kommerzienrat H. Wilh. Cloos, zu Nidda, wurden mit den nachfolgenden beiden Ei s en erzb er g we r ke n, nämlich: „Elisabeth in den OKmarkungen Dirlammen und Meiches und „Wolfs lau ft' in den Gemarkungen Hörgenau, Dirlammen und Engelrod sowie Meiches und Helpershain beliehenr Etwaige (rin- Wendungen gegen diese Verleihung müssen fei Meidung des Verlustes des Vorzugsrechts binnen drei Monaten geltend gemacht werden. Kreis Friedberg. L Wölfersheim, 3. März. Am Samstag sind die Hauptarbeiten für die Zentrale der elektrischen Beleuchtung fertig gewoiden. Am Abend wurde WülserS- )eim zum erstenmale elektrisch beleuchtet. Abend« sand :ür die Beamten, Monteure und Arbeiter eine Feierlich- eit statt. Starkenburg und Rheinheffen. W Odernhe^im, 3. März. Der Postbote Christian türzte sich im Fiober aus seiner im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung auf die Straße und blieb t o t liegen. Hessen-Nassau. Biedenkopf, 3. März. Der Reinertrag eines hier abgehaltenen Jahrmarkts zum Besten des Aus- sichtsturmes auf der Sackpfeisc stehl nunmehr est. Es konnten dem Baufonds 138 Mk. 27 Psg überwiesen werden. Schwurgericht. th. Gießen, 3. Mär». Heute vormittag verhandelte das Schwurgericht unter ban Vorsitz des Landgericbtsrats Koch gegen die Gbemni Elisabeth Deubel, geb. Spruch von Busenborn wegen Meineides Tie Anklage vertrat Staatsanwalt Trümpcrt. Die Verteidigung ührte Rechtsanwalt Kaufmann. In der Skrlxmblung waren 16 Zeugen zu hören. Die bisher unbestrafte und gut beleumdete 30 Jahre alte Angeklagte soll den falschen tEid vor dem Schöffengericht (Schotten in ber Privatklaae ihres Ehemannes gegen Wilhelmine Gebhard, ?d>. Heinz aus Huscnbom wissentlich abgegeben haben. Sie befreitet jedock diese Aimattme unb behauptet, was sie vor bem Schöfsengerickt bekundet, fei wahr. Der Tatbestand der Anllage ergibt sich aus ber Verhanblung wie folgt: Die Eheleute Deubel ! eben mit ihren Nadwarn, wegen einer Dnrchgaiigsgerechttgkeit, in heftigem streit. Nack bet Bekundung des Genhormeriewackt- meisters Noß brennen beide Parieren förmlich darauß sich gegen- ring airzuzeigen. Am 29. Juni entlief auf ber Gebhardsckcn Hofrrite ein StaUhase. Bei ber VersolMmg des Tieres, an welcher sich außer Frau Gebhard auch deren Mutter Marie Heim beteiligte, erschien auch die migcttogtc Ehefrau Teufel auf ber Bildfläche unb nun entwickelte sich ein WorigeieckK, in dessen Verlauf bie Geb Harb die Deubel sdpver beleibigt haben soll. So berichtete die Angeklagte ihrem Ehemann, der Frau Gebhard vor den Bürgermeister zum Sühnetermin lud unb als sie Dort nickt erschien. Privat klage erhob. In deren Verlaus beschnwr bie An- ' I e f logte a l s Zeugin, baß die bdribigenben Worte gc- lallen seien. Die Beklagte bestritt, diese Worte gebraucht, noch überhaupt die Ebefrau Teufel beleidigt zu bafen: auch btr Ehefrau Dietz beschwor, daß die Worte nicht geiollcn seien aber trotzdem kam das Schöffengericht zu einer Verurteilung fei Gebhard fun orrfrrr diese ben SpiE; um unb zeigte die Ehefrau Deubel wegen MeinridS an. Iu ber Beweisaufnahme fefmibac bie 01086 Zur Husführung jeder Cel. 148 JVIakr-, Hnstmcber- u. Weiss binäerarbeit gelegentlichst Liebigstr, 83 H. ßelitz einfad) ? Säumt? mvt rattöw. nStag sind dir elektrischen mrbc ®ölfer§* Abends sand eine Feierlich« dir bitt die ?inben. Ter idjtet, hat sich d völlig ihrer L Biele Lock inner 1911 jü. iüssMsrr ta? : werden, ins «m. Bei dm Hine, die von Die Blmelv b Mff und ÜM mit den r!en, UM« irlammen Gemarkungen lrod sowie Etwaige Ein- Meldung bei nuten gellend rtrag eines en des Aus« teht mmmehr jg überwiesen Lf, sich fjs?« Lihcl au! b 3. M» nht unt«. g ÄI S-l«Z ntibce- ie BcrteiüiM pnoluug Jahre alte^' icridjt Tfie vor ov" eEhristian ten Ttckktverk ch tot liegen. 5$^ UZ SZ » Ä und Crti.n bs «ÄS tzrr Ä»' ^Änicht, ^^>en sich diesem für bal-, S >°rgen an. yfitt das ^sverNll- ? V diel oer Konsum- 1t' ^e Preise 3® der ftäbl. Vauptlehrers ^Uegium der Ukasse ge- ^'rksiparsasse en und Svar- 'Uten die Ahnen die tnunit r aller Schüler 1912 mitdm an wurden bis rkaue verzinste abgehoben mien entweder “ ^en in bä ft Gelegenheit "ein Unterricht glich, weil die deren wem, Auch für Erwachsene Der Gebrauch eines Kräftigungs- und Stärkungsmittels erweist sich häusig als geboten, und zwar nicht etwa nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene jeden Alters, Frauen wie Männer. Die seit Jahrzehnten rühmlichst bekannte Scotts Emulsion hat sich als solches immer bestens bewahrt gleichviel ob es sich um angeborene Schwäche handelt oder um Entkräftung nach überstandener Krankheit. Schon nach einem ver- hältnißmäßig kurzen Gebrauche beginnt die Wirkung von Scotts Emulsion sichtbar zu werden. Man merkt das Wiedererwachen der Lebenskraft, besonders auch der Eßlust. Jnfolgedeffen schreitet die allgemeine Kräf- zunahme rasch voran, und neue Lebenslust entfaltet sich. Scotts Enrulsion ist so zuträglich und wohlschmeckend, daß auch Erwachsene keine Mühe haben, sie längere Zeit hindurch ohne Widerstreben zu nehmen und gut zu vertragen. Aber es muß die echte Scotts Emulsion sein! Schotten und da und dort hörte Man durch die stillen Straßen der schlafenden Großstadt das traute Vogelsberger Lied erklingen: „Dir, meinem Vogelsberg, gelte mein Lied". * ** V. H.-C. Wie fast alle Veranstaltungen des abgelaufenen Vereinsjahres 1912/13, so erfreute sich auch die 12. und letzte Wanderung des Vogelsberger Höhen-Clubs, Zweigverein Gießen des prächttgsten Wanderwetters. Das war auch wohl Veranlassung, daß sich am Sonntag eine stattliche Schar von 80 Teilnehmern, von denen nahezu die Hälfte Vertreterinnen des zarten Geschlechts waren, am Treffpunkt bei der Lahn brücke einsanden. Der Marsch ging am jenseitigen Ufer der Lahn ^entlang über L a u n s b a ch zunächst zunr Wettenberg oder, tvie der Volksmund sagt: Sicbenhügel, dessen höchste Erhebung, die sog. Napoleonsnase, mit viel Humor genommen wurde. Der Rundblick von dieser Höhe ist bei klarem Wetter überaus lohnend. In der Ferne grüßen Amöneburg und Frauenberg, denen sich die Höhen des Vogelsbergs, Taunus und Westerwalds anschlicßen. Vor den Augen des Beschauers zieht in sanften Windungen die Lahn, hinter dec sich unsere Vaterstadt recht vorteilhaft abhebt, während nach Nordwesten zu der ausgedehnte Krofdorfer Forst sich an den Berg anschmiegt. Nach genügender Augenweide erfolgte der Abstieg nach Krofdorf, wo in der Gastwirtschaft von Freund Kasfcestation gemacht wurde. Ten Höhepunkt der Wanderung bildete die Besteigung der trutzigen Feste Vetzberg, die leider von Gießener Wandcrsrennden noch recht stiefmütterlich behandelt wird. Der etwas beschwerliche Aufstieg zu der auf mächtigem Basaltkegel gelegenen, von zahlreichen Tornhecken umgebenen Ruine, berat Besuch namentlich zur Zeit der Blüte sehr empfehlenswert ist, wird reichlich belohnt durch die entzückeirde Aussicht, die man von dem alten Gemäuer genießt. Vor allem ^n erwähnen ist der Blick auf Rodhcim und das liebliche Biebertal, auf Königsberg, Hohensolms, den Dünsberg und dessen weitere Umgebung. lieber Rodheim erfolgte der Hcimmarsch, der im Klub- iokal „Dribb der Bach" bei vortrefflicher Verpflegung und angenehmer Unterhaltung einen würdigen Abschluß fand. * Sechs Personen ertrunten. Aus Dansis,. 3. März, wird gemeldet: Bei der Heimkehr von einem Bockbier- fest ließ sich der Wächter Blank mit seiner Frau und fernen zwei Töchtern von dem Hofbesitzer G 0 e r tz und dessen Schwreger- sohn Manski von Weichselmünde nach Neufahrwaffer tn etnerrt Boot über die Weichsel setzen. Infolge des Eisganges kenterte das Boot in der Mitte des Stromes. Alle sechs Personen ertranken; bisher sind zwei Leichen geborgen worden. Amtlicher Wetterbericht. O effentl icher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Mittwoch, den 5. März 1913: Wolkig, vielfach RegenfäUe, Temperatur wie heute; auffrischende Südwestwinde. Sport. Fußball. Am Sonntag halten der hiesige Sp. von 1900 und V. f. B. Verbandsspiele. Svo. aeivann gegen Herkules Kassel 2:0. V. s. B., die mit 4 Mann Ersatz antraten, aeroann gegen Sport Kassel mir 5:4. Kassel Sport ist hiermit bie Aussicht auf den Meisterschaststitcl genommen. Tie 3. Mannschaft des V. i B. geroann gegen die 2. Mannschaft des B. C. Wetzlar mit 10:1. Ehkffraü Dietz' imker ihrem Eide, die Aussage der Angeklagten vor dem Schöffengericht in Schotten sei unwahr gewesen, und wüwr Fran Heinz noch Frau Gebhard hätten die beleidigeichen Äeußerungeit getan. Tagegen habe die Angeklagte die Mutter der Sran Gebhard beschimpft. Tie Frau Gebhard uild Heinz bekunden als Zeugen dasselbe wie die Ehefrau Dietz. Ter Ehemann Tietz erzählt, wie am Albend oder am nächsten Tage des Streits der Ehemann Deubel in seine Behausung gekommen ist, um von seiner Frau zu hören, was diese von dem Wortwechsel wisse. Seine Frau habe zuerst gesagt, sie wisse gar nichts. Ms Deubel ihr aber vorhielt, was sie roissen solle, da hat sie erklärt, das habe sie nicht gehört, das habe die Gebhard auch nicht gesagt. Die, übrigen Zeugen wissen über den Vorgang nichts. 'Das Urteil über die drei Frauen Deubel, Gebhard und Heinz geht allgemein dahin, daß alle drei wahrheitsliebende Personen sind, denen man nichts Schlechtes nachsagen könne. Die an die Geschworenen gerichteten Schuldftagen lauten auf Meineid und iml Falle der Verneinung auf fahrlässigen Falscheid. Staatsanwalt Trümpert ist der Meinung, daß die Angeklagte vor dem Schöffengericht in Schotten wissentlich einen Meineid schwor. Die Aussagen der Zeugin Dietz und die Be- kmrdungen der Ehefrauen Gebhard und Heinz bewiesen, daß die Beleidigungen überhaupt nicht gefallen seien. Wenn aber die Geschworenen der Ansicht sind, daß kein wissentlicher Falscheid vorliegt, so liege doch offenbar ein fahrlässiger Meineid vor. Der Verteidiger Rechtsanwalt Kaufmann entgegnet: Wenn man dem Staatsanwalt folgen wolle und feststelle, es liege hier ein strafbarer falscher Eid vor, so könne es nur eine wissentliche Eidesverletziung sein. Aber es fehle jeder Nachweis, daß das, was die Frau Deubel beschworen hat, falsch sei. Die Verhandlung hat klar ergeben, daß wir es hier mit Parteien zu tun haben, die in heftigem Streit miteinander leben und es kommt im Zivil- proz-eß alle Tage vor, daß die Gegner sich bereit erklären, Eide zu schwören, die sich vorläufig widersprechen. Tie Bekundungen der Frauen Gebhard und Heinz müssen als vollwichtige Zeugen- laudfagen ausscheiden; beide sind interessiert und es bleibt nur die Aussage der Zeugin Dietz, auf die allein hin man aber feine Verurteilung wegen eines so schweren Verbrechens begründet! soll. Die Zeugin sage selbst, sie habe nicht alles gehört, sie war genau 22 Schritte entfernt und bei der ganzen Sachlage könne ihr sehr leicht ein Irrtum unterlaufen sein; sie kann überhört Ifcdyen, was die Gebhard gesagt hat, denn sie hat ja auch nur bekundet, daß sie die beleidigenden Worte nicht gehört hat. Es fehle an jedem Beweis der Schuld, weshalb die Geschworenen auf Freisprechung erkennen müssen. Nach der Rechtsbelehrung durch deit Vorsitzenden, Lmtdgerichtsrat Koch, zogen sich die Geschworenen zur Beratung zurück, worauf der Obmann, Fabrikant Bloch- Büdingen, die Verneinung der beiden Schuldfragen verkündete. Der Gerichtshof sprach daraufhin die Angeklagte frei. Letzte Nachrichten. Hessische Zweite Kammer. bs. Darmstadt, 4. ALärz. Das Kapitel Höhere Bürgerschulen wird ohne Aussprache angenommen. Bei Kap. 40> Lehrerseminare, fordert Abg. Urstadt (fortschr. Vp.) die Beseitigung des Schulgeldes. Weiter sprechen zu diesem Kapitel die Abg. Fenchel e paares Plnnz ist nicht lebensgefährlich verletzt; jedoch bat man ihr den Tod der Eltern noch nicht nritgeteUt. Das Drahtseil, das über die Straße gespannt worden war, war etwa 30 Meter lang und mehr als fingerdick, »rie man es für Falwftnhle oder auf Schiffen verwendet. -Das Seil war übrigens unzerrissen. Plunz war in voller Geschwindigkeit gegen das oeil gefahren, so daß es ihm die Kehle vollständig anftiß. Frau Plnnz war das Seil gerade über bie Augen gegangen. Sie hat vermutlich beim Sturz aus dem Wagen das Genick gebrochen. Das Automobil war verhältnismäßig nicht- stark beschädigt. Der Inhaber der Tonwaren- fabril in Marwitz hatte angezeigt, daß das Drahtseil am 19. Februar aus seiner Fabrik von einem' Packer, der sich vor der Fabrik befand, gestohlen worden ist. Die Firma Adam Opel in Berlin setzte au die Ergreifung der Täter 300 Mark Belohnung aus. — Der Regierungspräsident von Potsdam hat eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Der Kaiserliche Automobilklub setzte nach einer Besprechung mit dem Leiter der Berliner Kriminalpolizei eine Belohnung von 3 00 0 Mark aus, deren Verteilung er sich nach der Ermittelung Der Täter vorbehält. Aus dem Verhalten eines Polizeihundes ist zu schließen, daß die Täter in einer Entfernung von etwa 100 m von der Straße in einer Vertiefung gesessen hätten. Nach einer andern Meldung wird auch die Möglichkeit eines Racheaktes erörtert. Nach einer Meldung des „Lokalanzeigers" wurde das zum Verbrechen benutzte Drahtseil nicht von der Marwitzer Tonfabrik, sondern von einem vor der Fabrik verankert liegenden Bagger gestohlen. Tag jeden steigt Er hoher, der Verbrauch von Schuhcreme Pilo, weil die Qualität und Ausgiebigkeit hervorragend find. 11243.01 Mk. 15920.30 2910.— 15920 17700 301 120 DV, Eisenbahn-Konsumverein Gießen (Eingetragene Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht) Rullmann. Althaus. Franz. Dickel. Christ. Passiva. GeschästsanteUe. Reservefonds. . Schulden . . . Reingewinn .. . Ausgeschieden mit Ende des Geschäftsjahres. . . In das neue Geschäftsjahr 1912/13 übernommen . Mitgliederguthab, zu Ende des Geschäftsjahres Mk. Mitgltederhaftsummez. „ „ „ „ Die Mitgliederguthaben vermehrten ftch um . Die Milgliederhaftsumme vermehrte nun Gießen, den 3. März 1913. Bilanz für das 12. Geschäftsjahr 19U2. (1. Oktober 1911 bis 30» September 1912.) Aktiva. Mk. .Kaffenvorrat . . . 163.01 Warenvorräte . . 11648.64 Jnventarwert . . 1798.79 Guthaben b. Banken 9211.18 Ausstände . . . . 7 251.69 30073.311 Zahl der Mitglieder am 1. Oktober 1911 Zugang im Laufe des Geschäftsjahres . 30073.31 .....586 .... ■__29 Zusammen 615 Mainzer Pferdemarkl Verlosung nächste Woche Samstag 400 Gewinne zusammen Mk. 12500 i. W. Haupttreffer Mk. 3500, 1800 i. W. ustv. D _ M die grüß. Gewinne zu 70%/ die BSai* uein klein. zu80% in bar auf Wunsch. Lose ä 1 Mk., 11 Stet. 10 Mk. Porto u. Liste 25 Psg. Zn haben bei allen LoNeverkänf- rn. Karl Anger, General - Vertrieb, Mainz. Königlich preußischer Lotterie-Einnehmer. 11330> Neu! ©af® Ebel. Neu! T Inh.: Kar! Ohm. A Boni 1.—9. März täglich im unteren Saal Konzert des ^Trompeter-Corps MRhenania“j *1= 10 Personen. — 10 Personen. « Fansaren-Märsche. Kavallerie-Musik. -5 £ Anfang wochentags 7l/s Uhr. Sonntags ab 3Va Uhr. £ Programm 20 Psg.1 Bei den teuren Zeiten Die Gemeinde Lützellinden hat einen w fetten Bullen zu verkaufen. Angebote auf Lebendgewicht können bis zum 15. März d. Js. schriftlich und verschlossen bei dem Unterzeichneten eingereicht werden. Lützellinden, 3. März 1913. 1513 Hoßbäch, Vorsteher. maß auch am Kaffee gespart werden. Nehmen Sie ein kleineres Quantum billigeren Kaffees und \ setzen Sie Weber's reigen=Kaffee zu. Dadurch bekommt das > Getränk den feinen Geschmack y*—guten Bohnenkaffees. / / Weber's Feigen=Kaffee g wird ausschließlich aus J den besten r nährhaltigen Feigen des Orients hergestellt und ist sehr gehaltreich und bekömmlich. pilo ist überall zu haben I u, schneidenden Sein Mr Bedart bat Unger Stahlwaren bestelle sofort in eigenem Intefts« unseren fianptka- talOfl über lausende Artikel aller Art, den wir gratis und franko versenden. Gebr. Bell, GräfratM37 b.Soling ---■ TabriK-Uersandhau«. ■--- Oplima-Fahrräder y sind von dnübertre(lener . 6me u. 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Hochachtungsvoll Apotheker Habich. 1511 Licht-Spiel'Haus Unerreicht Bahnhofstr. 34 Ecke Schanzenstr. Heute, Dienstag, zum letztenmale: ~Tclephon »n........... y Heute, Dienstag, zum letztenmale: Programm oom 4. bis 7. mär31913:0' A * Der verräterische RIinH Änadfig Ein spannendes Schauspiel in 2 Akten. B V V W W W WV WW a' Programm Gsd. 1?a1errwtel«i >«g>-Aeeetrr 6oll. AaneSrr Frühjahrs Kultmsichcl uni ^eil 7i I« ( U Damen! Aufruf! Herren! An alle Angehörige des KN Friseur-Berufes! M D V, I auf Seidenfutter nur auf Zanellafutter nur J. Pfeffer yi Spezial -Angebot 1BT zur a*/a Konfirmation 3.50 3.00 250 Neuheit! Neu-eit! b Plockstrasse 12 Arbeitsdauer W Minut Methode Reichelt. Arbeitsdauer W Minut. Methode Reichelt 5 a 1 Eintritt frei! 550 4.00 3.00 1.50 2.00 150 1.00 0.50 18 8 3 kl ei' in F lic iU bC! Ci ill Be etn Tr M ti Eintritt frei ! fifl gri be: be: N 81 Tö Ä de 3« $' T • al IT (V L 9 ( 1.75 1.25 1.50 1.75 1.50 1.75 »Vf. I „ 8.- Stickerei-Rocke . . . . Müdchen-Hemden . . . 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Mitglieder werden zu der am Mittwoch, den 19. März 1913, abends 8V» Nhr im Lokale des Kaiferhofes, hier stattfindenden Haupt - Versammlung ergebenst eingeladen. Tagesordnung: 1 Bericht über die Tätigkeit des Zweigvereins: 2 Nerlinungsablage für den Zmeigverein und die Sa- NttätSkolonnc: 3. Bcschluhsassung über Anträge des Vorstandes oder einzelner Mitglieder. A. Salomon & Cie. Auswihbend. in Spitzen u Besitzen jederzeit bereitvillipt Hühner ÄsSE i leger, liefere in belieb. Färb. um. Garant, leb. u. gesund. Ankunft. Je ein Stamm mit vass. Hahn 7 St M.15.—, 12@t3R.24.—, 16 St. DL 31.-. M. Müller, Ne« berun Nr. 20 «Oberschl.) 1IM ßigrobrohf,dl'8§i!ii56altHng5jtnfionflt in.floifiiMe zu Neustadt a. Hdt. StaatL genehmigtes Privat Znstilut. Prämiiert mit d. gold. Med. Vorzügl. tbcoret. und vrakl hauvwirtschastliche Ausbild, sowie alle vanb- und Kunst- arbeit. Aus Wunsch Um. in Sprach., Musik, fit. u. s. w Halb- und ^abreskurle. Kleine Schülerzahl. Herrl. Lage. 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März b. 3., abends Vt9 Uhr in der «ezirksfchnle West-Anlage Lehrgänge in Stenographie (Honorar Mk. 6.—) und MWneMcibcn nach System „Underwood" neuestes Modell. «Honorar 3)tt. 4 —, sür Teil nehmer an bcid. Lehrgängen Mk. 2—). Anmeldungen an Herrn Buchhalter Reitz, Aeu>tadt4, ober zu Beginn des Unter- richts erbeten. v*/. Verein der Freunde evang. Heil Ortsgruppe Wetzlar. Freitag, den 7. März, abends 8 Uhr im Schützenhausgarten von Wetzlar: Vortrag von Professor D. Baumgarten-Kiel: Konfirmationsnot. (Diskussion! qa dlatz numer. 1 Mk, 2 Platz numer. 50 Pfg, 3. Platz 30 Pfg. .Starten tm Vorverkauf in («ieffen: Ferbersche 5>ucÄ.tenb-xn^ -in Wetzlar: I. Fmgardt Kornmarkk, 5t. I WaldMimidt-Gtienmarkt. Saalüsfnung 7'/, Uhr. 114931 Baki^KämHier-Lichfspiele i amSelYerswe^. ; Pas Tages-Sespräch in Berlin,Wien,Paris,London bildet die grohc internationale Film-Sensation, die in allen Ländern Aufsehen erregte: Die schwarze :: :: Maske Spannendes Drama in 3 Akten von Alfred Lind mit Lilli Beck, Kopenhagen in dem icnsatmnelliten Film dieser Saison. $ro!L?xCr üPclaCL VcfciiUafteit Konkurrenz an llcht dieses Kunstwerk einzig da. »le schwarze Maske LfL«ul«22 bcr ficbtbilbrunft unbedingt ba» tritounhtbftc Werk, welchem jemals vrodu- atert wurde. Ev zeigt den verehrten Besuchern bin menschlichen bbarakter von der schlechtesten und von der besten Seite. Es sind Gegensätze vorhanden, welche den Besucher bis zum Sch Uwe 'n rctdnteni Mähe zu fesseln vermögen ' ferner noch besonders bervorzuhebcu: Uni die Braut ergreifendes Drama miß dem Leben. Auf der Hochzeitsreise wunderbare Komödie. GttiMlWcittii in lioijtnnr. 2. Teil herrliche Naturaufnahme miß dem Leben der Eowbov. Eclair Revue das Neueste miß aller Welt. In der Wolfsfalle tiefernstes Drama. Und das übrige wie bekannt erstklassige (SrohstadhProgramm. a‘ J FachwissenschaftlicherVortrag mit Demonstration über Moderne Manicure Methode des Kgl. Hofmanicure Jos. Reichelt Referent: Herr G. W. Karl Paulke, Berlin. Für, diesen hochinteressanten Vortrag wird um pünktliches und vollzähliges Erscheinen gebeten. Friseur- und Periickeuniaßlier-Innung Giessen Ferd. Wissner, Obermeister, Neuenweg 14. und in Stoffen 1 20 engl. Art nur I Mk. Schauspiel in 3 Akten. In den Hauptrollen die Film-Darsteller Wanda Treomano o. figgo Larsen, a* . Prächtige Naturaufnahmen und glänzendes Spiel der beliebten, charmanten jungen Pariser Künstlerin Nawannc Grandabi stempeln diesen Kun st film zu einem Meisterwerk der Firma LSon Gaumont. DasLiebespaarinFesseln Eine reizende Komödie gespielt von ersten amerikanischen Künstlern. Von Faido nach Airolo Fortsetzung der interessanten Wanderung über den St. Gotthardt, eine herrliche Üiaturaumahme, die jeden Freund der Berge entzückt. Zaseigentttigl'RiechWcheli Eine spannende Detektiv-Komödie. Ein eifriger Pokerspieler Tolle Humoreske. tteormedrtliEL und andere interessante und amüsante Schau nummern und Einlagen. — Grand Prix - .. WeMausetellung Turin 1»11 Große Sllb Denkmünze der Deutech.Landwlrtechefte- geeellseheft 1»11 i. Preis G Idene Medaille Int. StrohpreeoenkonZurrwei Lonlgo 1909 D*/, Grand Prix - WeMaueetellung Brüeeei itie [8 ,. )r«elf AeaaBrr „ 10 - 8 „ XatlrTl "Jttrr .. 13_5y E. Köller Bpflehsal ^F.