Elftes Blatt 165. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. jeher Postbote die Absicht, sich zu verheiraten, rechtzeitig! dem vorgesetzten Postamte zu melden hat. Dieses hat jedes-! Nr. 126 Lcr Siebener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SirhenerZamilienblätter: zweimal wöchenil.Breis- blattsürdenllre^sGießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die TageSnninnler bis vormittags 9 Uhr. mit her am Samstag die Session der beiden Kammern geschlossen wurde, heißt es: Indem Rumänien Neutralität beobachtete, trug es zur Lokali- stcrung des Krieges bei, die es ihm ermöglichte, die Wohltaten, des friedens zu genießen. Hierdurch haben wir nicht nur die wohlverstandenen Interessen unseres Landes wahrgenommen, sondern auch die Bemühungen der Mächte gefördert. Unsere Beziehungen zu Bulgarien, die infolge der radikalen Aende- rung des Berliner Vertrages eine neue Basis erhalten mußten die rmr durch eine unmittelbare Verständigung herzustellen gewünscht hätten, haben uns zur Annahme der Vermittlung geführt deren Ergebnis das Petersburger Protokoll gewesen ist.' Das Parlament hat, indem es die Regierung ermächtigte, das Protokoll in Anwendung zu bringen, die politische Reife des Landes ücivieien. xsd) stelle dies mit umso größerem Stolze fest, als die Genehmigung nahe einstinrmig erfolgte. Die oom Parlament bewilligten außcrordentlicheii Kredite fehlen die Armee in Stand bcTit unerschütterlichen Vertrauen des Landes in die Armee noch »-»-r zu cntfpred)en, und lieferten gleidMitig einen Beweis für Geburtenrückgang und Beamtenschaft Man schreibt uns: geben. Man sehe, tote sich die Düsseldorfer Öberpostdirek-! besser z lion zur Ehe stellt: „ES ist angeordnet morden, daß künftig! die giiusttg^'K^nzlag^des Lautes. Zum ßriedensschluß schreibt das bulgarische Blatt „Mir": Es war für niemanden ein Geheimnis, daß die Türkei unb Bulgarien ben Frieden wünschten. Die beiben benachbarten Länder haben kemen Grund mehr, miteinander zu hadern, im Gegenteil, ihre wohlverstandenen Interessen gebieten ihnen ein gegenseitiges 'iniDernchmen und die besten ireundschaftlicten Beziehungen. Bulgarien zählt innerhalb seiner neuen Grenze unter der Bevöl- ferung zahlreiche Muselmanen, die sich voller religiöser, poli- tischer und persönlicher Freil-cit erfreuen werden, wie sie bisher die Muselmanen im alten Bulgarien genossen haben, was ans ihnen die ergebensten bulgarischen Bürger gemacht hat. Von nun an haben wir keine nationalen Bestrebungen mehr in der Türkei n nd bah er au d) gar keine Er - o b c r u u g ö a b i i d> t e n. Unsere wirtschaftlichen Interessen find die einzigen, bic wir nunmehr in ber Türkei ftaben. Wir erlegen uns auf, in Zukunft bic eifrigsten und aufrichtigsten Schützer der Integrität des türkischen Reiches zu sein. Alles deutet Darauf hin, daß die Türken dies vollkommen begreifen. Eine Jern der besten türkisch-bulgarischen Beziehungen kündigt fid) an. Türkische Nriegsmüdigkeit. (K o N st a N ti li o p e l, 1. Juni. Nach Informationen aus militärischen Kreisen ist! -noch keine Entscheidung über die Beurlaubung der Ts cha t a l d scha-T r u p p e n getroffen worden. In Kreisen der Pforte wird erklärt, daß darüber ein U e b e r e i n k o m m e n mit Bulgarien abgeschlossen werden solle. Die Entlassung könne demnächst beginnen. Auf jedenFall, so heißt es offiziell, teilt die Regierung nicht die von gewisseii Prcßorgancn unterstützte Idee, daß die Pforte ihre Armee aus dem Kriegsstande erhalten solle, um aus einem Kriege zwischen den Per-, bundeten Nutzen zu ziehen; die Türkei habe vor allem Ruhe nötig, um sich der inneren Sammlung zu widmen. In der rumänischen Thronrede Deutsches Reich. Die diesjährige T e l e g i c r t c n v e r s a m m l u n g des Reichs Verbandes der deutschen Presse, die am gestrigen Sonntag vormittag in der Stadt. Tonhalle zu D ü s s e l d o r f eröffnet wurde, hat nach Vorträgen 'u'o.ii Ministerialdirektor Tr. Hermes - Berlin über bic Aufgaben der Presse in Kriegszeiten, Chefredakteur Ripp- ler-Berlin und Dr. Grau to ff-Leipzig über „Behandlung von militärischen Nachrichten durch die Presse" und nach lebhafter Aussprache folgende Entschkießiung gegen eine Stimme, die die Fassung schärser wünschte, angenommen. „Der Reichsverbanb der deutschen Presse erkennt an, baß bic Presse auf bic Interessen ber Landesverteidigung iveitestgehenbc Rücksicht zu nehmen unb bei Disnahme von militärischen Nach- ridften unb Artikeln größte Wachsamkeit zu betätigen hat. Der Reichsverbanb lehnt aber bic zu weit gehenben Forberungen, bic eine Ausschaltung der militärischen Nachrichten unb Artikel aus ber beutschen Presse bezweden, als unburchführbar unb als für bas Heer ebenso schädlich wie für bic Presse ab. Ebenso erhebt er scharfen Wiberfpruch gegen bic Bestimmungen, bes neuen Spio - nagegesetzes, bic bic Sicherheit bes Heeres burd) eine ewige Rechts Unsicherheit ber Presse erkaufen wollen. Der Reichsverbanb erwartet bic Erfüllung ber meisten Wünsche ber Heeresleitung von einem engeren, vertrauensvollen Zusammenarbeiten zwischen Heer unb Presse unter Mitwirkung ber zuständigen Berufsorganisation bes Reichsverbaudes, Presse unb bes Verlegervereins, er bittet um Errichtung einer großen, nach modernen Gesichtspunkten geleiteten Zentralstelle für bic Auskunftserteilung an bic Presse bei bcm Kriegsministerium ober beim Gencralstab und um Erreichtting von Auskunftstellen bei allen selbständigen Truppenteilen. lieber den Plan der Schaffung eines Reichs-Zei- t u n g s - Musenms und über die verheißungsvollen Vorarbeiten auf diesem Gebiete erstattete Universitätsprofessov Spahn-Straßburg einen Vortrag. In der Aussprache, an der sich insbesondere Stadtbibliothekar Nörrenberg- Düsseldorf, Mohr-München, Hermes-Berlin und Gimchel- Posen beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in der die Delegierten des Reichsverbandes sich für leb-, hafte Unterstützung dieses Gedankens aussprachen. Abends fand auf Einladung des Oberbürgermeisters Oehler und der Stadt Düsseldorf ein Bankett zu etwa 500 Gedecken im Kaisersaale der Städtischen Tonhalle statt. - Der .Oberpräsident der Nheinprovinz, Frhr. v. Rhein - ba den hat auf dem Verbandstag der deutschen Beamten- berente in Koblenz die Beamten eindringlich ermahnt, sich vom Tanz um das goldene Kalb nicht einfangen zu lassen, im übrigen aber moderne Beamte zu werden. Nun, mit dem Tanz um das goldene .Kalb hat die Beamtenschaft ganz sicher noch nicht begonnen, ganz einfach, weil sie bei ihren wirtschaftlichen Verhältnissen gar nicht daran denken kann Dagegen ist sie in einem Punkte und zwar leider sehr ^modern" geworden dadurch, daß sie nach französischem Muster zum Zweikindersystem, ja zum Einkindersystem und zur gewollten Kinderlosigkeit übergegangen ist. In einer Auszählimg von 10 000 Berliner Geburten nach dem Beruf des Vaters bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß die Beamten, wie kein anderer Stand und Beruf in den letzten Jahren die Geburtenziffer in geradezu unheimlicher Weife beschrankt haben. Sollte der deutsche mittlere und niedere Beamtenstand un Gegensatz zur Arbeiterschaft moralisch tiefer stehen, sollte er aus sog. „Ueberkultur", nur aus „Genußsucht", aus mangelnder „Kinderliebe" und aus ähnlichen Motiven heraus zu der Rationalisierung seiner Ehen n l'cin? Ist z. B. der Lehrer, der nach meinen Untersuchungen an der Spitze der „Unterfrüchtigkeit" marschiert, ein vaterlandloser, sozialdemokratisch angehauchter Geselle? Nein, sondern die Beamtenfamilien werden tatsächlich und nachweisbar durch die moderne ökonomische Lage am schwersten getroffen. Bei den Arbeitern kann sich) die Frau zeitweise einen Nebenverdienst suchen und finden^ trotz der vielen Gesetze und Verbote finden auch zahlreiche Kinder vorzeitig eine Beschäftigung, welche die Kosten ihres Unterhaltes deckt. Außerdem werden weite Kreise der ungelernten Arbeiterschaft weniger alteriert, wenn sie, für iftre große Familie der Unterstützung bedürftig, vonseiten privater Wohltäter, mildtätiger Vereine oder der Armenkasse der Stadt unterstützt werden. Sie empfinden es vielfach nicht so schmerzlich, wenn ihre Kinder als Ortsarme in Schulen gespeist und gekleidet, in Krankenhäusern in einem Freibett ausgenommen toerbert. Den Beamten dagegen berührt es überaus unangenehm, wenn er für seine J-cmiilte von der Wohltätigkeit anderer Gebrauch machen wü. Ihm ist sie auch gar nicht so leicht zugänglich, da fern Einkommen allgemein bekannt ist. Trotzdem steht er oft wirtschaftlich ungünstiger da, weil der Staat einen Erwerb der Beamtenfrauen verbietet. Tie kleinen Kinder kann er noch weniger arbeiten lassen Diese ungesunden wirtschaftlichen Verhältnisse beginnen sich tzu rächen. Der Staat selbst erklärt ja, daß die Grundlage für die Ehe geordnete wirtschaftliche Verhältnisse ausmachen: er verlangt z. B. von seinen Beamten im Militärdienst, bei der Post und bei der Eisenbahn, daß sie nur dann heiraten, wenn genügend Geld da ist, sei es aus dem i^ehalt oder aus Familienbesitz. Er geht also von der Voraussetzung aus, daß das Eheleven starke Anforderungen cm das Portemonnaie stellt, die er seinen jüngeren Angestellten gegenüber nicht erfüllen mag. Der Staat ist fein Freund der frühen Ehe. Er darf sich aber nicht wun- bern, wenn Private seinem Beispiel folgen. Viele Stellungen werden heutzutage nur un Unverheiratete abge- LohnerHöhungen bei den sächsischen Staatseisenbahnen. Aus Dresden wird berichtet: Zur Milderung der auf fast allen Gebieten der Lebenshaltung herrschenden Teuerung hat b-ie sächsische Staatseisenbahnverwaltung, deren Löhne erst im Herbst 1011 «erhöht 'wurden, wiederum wesentliche Lohnverbesserungen bewilligt, die mit rückwirkender Kraft vom 1. April d s. ab zur Einführung gelangen. Die erwähnten Maßnahmen verursachen jährliche Mehraufwendungen von nahezu 2 Millionen. Ferner ift (eine weitere Verbesserung der Dienst- und Ruhezeiten des Betriebspersonals in Aussicht genommen. Ausland. Die dreijährige Dienstzeit und die französische Kammer. Für die am heutigen Montag beginnende Kammern Verhandlung über das Gesetz betreffend die dreijährige, Dienstzeit find bereits 51 Redner eingetragen und 7 Gegenentwürfe sowie 180 Zusatzanträge angemeldet. Einem vom „Amtsblatt" veröffentlichten Bericht zufolge werden während der Aussprache dem Kriegsminister auch der Gene, ralftäbschef Josfre und General Pau als Regierungs^ tommissare zur Seite stehen. mal eine eingehende Prüfung der wirtschaftlicten und der perjonlichen Verhältnisse unter Einbeziehung der persön- lichen^und wirtschaftlichen Lage der Verlobten vorzunehmen. Am Schlüsse der Verhandlungsschrift ist er darauf hinzu- toei)en, daß die Entscheidung darüber, ob er nach ber Verheiratung noch im P o st d i e n st belassen werden könne, der Oberpvstdirektion Vorbehalten sei." Tas deutsche Volk, das begonnen hat, die soziale Fürsorge systematisch auszubauen, wird auf diesem Wege weiterschreiten und eine soziale G o b u r t e n p o l i t i k (Mutterschafts- Versicherung, Kinderversicherung usw.) anbahnen müssen. Montag, 2. Juni 1913 VezugSvrciS: monatlich 75 Pf.,viertel- A A A jährlich M. 2.20; durch Abholo- u. Zweigstellen ■ T monatlich 65 Pf.; durch n die Post Mk.2.— viertel- ■ jä'brl. ausjchl. Bcstellg. Zeilenpreis: lokal IbPf» anSwärlS 20 Pfennig. ” Chefredakteur: A Goetz. — Verantwortlich für den Genersl-Anzeiger für Sberheffe« MW Hotahons6ru(f und Verlag der Brührschen Univ.Guch. und Stcinöruderci R. Lange. Redaktion, Srpcdition und Druckerei: Schulstrahe 7. «"?' ->>>» vudingcn: z-rnsprechcr Nr. 269 Seichästsstclle vahnhosjtratze 16a. A>^ig°E: H B-ck. Sin Märchenfest. bs. Darmstadt, 1. Juni. Das Bessunger Viertel von Darmstadt gilt allgemein I lucht als vornehm. Elegante Gespanne und Lu^usauto-- ! mobile finden nur selten den Weg in diese reizlose Gegend I mit ihren niedrigen alten Häusern. Doch gestern war ein fe besonderer Tag für die Bewohner dieses Stadtteils: Wagen auf Wagen rollten nachmittags unaufhörlich nach dem [ Orangeriegarten; die Straßenbahnen waren überfüllt. Ele- I Zante Damen in hellen Sommerkleidern, schneidige Leutnants (mit dem Monokel) entstiegen den Wagen, den Autos, den Krümpern. Und was sind das für sonderbare kleine Menschlein, die durch das schmale Gittertor in den Garten einziehen? Sie scheinen alle aus den entferntesten Mär- dimländern zu kommen. Tausendundeine Nacht hat ganz «icine Inder entsandt, aus Thule kamen reichgezierte Edel- ♦ stäulein und schmucke iKnappen, aus Aegypten Beduinen, aus Afrika kohlpechrabenfchwarze Mohren. Auch ein König >var unter ihnen — ein richtiger großer König mit langem (^ißem Bart und -einer güldenen Krone. Wir sind neugierig und folgen dieser kleinen Schar, "in Tor müssen wir einige Mark in deutscher Reichswäh- wng hinterlegen, das letzte, was uns an die rauhe Wirk- nchteit mahnt. Nun sind wir inmitten all der Pracht. Auf den weiten Rasenflächen des großen Gartens tummeln >ich alle die bekannten Märchenprinzen und -Prinzessinnen. Dort ist auch Rübezahl, der aber seinem Alter und seiner . e Wlirde wenig entsprechend sich in lustigen Sprüngen mit ^.ttAcm Rotkäppchen vergnügt. Hier tollt sich ein ganz kleiner 1 o'itber mit tiefbraunem Gesicht und Händen. Zwei ebenso vünzige Burgfräulein in Samt und Seide laufen ihm nach. Am der Kü.chenbude stehen Edelknaben und Edelfräulein. A»f dem Karussell halten sich Hänsel und Gretel innig um- 'Hlungen, der kleine Däumling aber sitzt stolz auf einem hölzernen Pferd. So geht es lustig zu in diesem Märchenland, das sich hi>er für zwei Tage aufgetan hat. Eigentlich ist es aber kein richtiges Märchenland, sondern ein Wohltätig- le-itsfeü zum Besten des Alice-Frauen Vereins, " unter dem Protektorat des Großherzogspaares von der ^«rmstädter Gesellschaft hier veranstaltet worden ist. Und das sollen wir auch bald merken: rings herum stehen Wurselbuden, Bier-, Wein- und Sektzelte, Schießbuden; überhaupt alles, was zu einem Rummelplatz gehört, ist vorhanden. „Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Ein Darmstädter Geheimratsfräulein will uns Blumen verkaufen, die hübsche Tochter eines reichen Bankdirektors bietet Ansichtspostkarten mit den Bildern der Großherzog-. lichen Familie an, als hätte sie ihr Lebtag nichts anderes getan. Setzen wir uns in ein Bie-rzelt, bringt uns die reizende blonde Tochter eines Justizrates das Wurstbrötchen nud die Pastete, ein Regierungsassessor spielt den Ober und verabreicht uns ein Glas Helles, eine Fran Kammer- Lienrat schneidet uns für zwanzig Pfennig den Kuchen, und eine wirkliche Freifrau gießt uns für 50 Pfg. den Kaffee ein. Es ist wahrhaftig ein Märchenland! — Jetzt kommt auch das Großherzogspaar in großer Begleitung. Wenn alle Begriffe von Standesunter- fchieden und Standesvorurteilen fo in ihr Gegenteil verkehrt sind, verstehen wir es auch, daß sich einige ganz Kühne an das Fürstenpaar heranwagen und um eine Unterschrift auf eine Ansichtspostkarte bitten. Ob sie ihr Ziel erreichten, konnte ich leider nicht feststellen. Um 7 Uhr nimmt das Spiel auf dem Naturtheater feinen Anfang. Mozarts kleine Oper „Bastien und B a st i e n n e" wird von den Damen Iüttner und Jacobs sowie von Herrn Sck)ützendorf ausgeführt. Herr Heinz sprach den Prolog. Allmählich dunkelt es, und wohl an tausend Papierlampen versuchen schüchtern den weiten Garten zu erleuchten. Aber kaum brennen sie, da löscht ein Regen- schauer all die Lichter und verscheucht sogar die Märchengestalten in das große Gewächshaus, in dem nun eine drangvoll fürchterliche Enge herrscht. Nach und nach verschwinden die kleinen Prinzen, die Prinzessinnen, die Inder und was sonst noch da ist. Die schöne Märchenpracht verschwindet unter modernen Regenmänteln. Wir sind bescheiden und benutzen die überfüllte Straßenbal)n An dem Drängen und Stocken merken wir erst, daß wir uns wieder in der Wirklichkeit befinten. * 8e!ix Weingartner. Zu seinem 50. Geburtstage, 2. Juni. Es war im Anfänge der achtziger Jahre, als in dem berühmten Gartenhailsc Liszts zu Weimar unter ber zahlreichen Schar ber dort stch cinfmbcnben .Stunftjünger beiderlei Geschlechtes auch ein schmäcte tigcr junger Mann mit schwärmerischen blauen Augen aus- tauchte. Ter Ankömmling blieb eine Zeit lang in ber Masse unbeachtet, aber bies änbertc sich, als man in Erfahrung braclfte bap. Meiner Liszt an den Kompositionen des jungen Oesterreiclxws großen Anteil nahm und ihn für em vielversprechendes Kompo- silionstalent erklärte. Ein solches Urteil Liszts genügte, um den lungen Menschen zum Gegenstände des allgemeinen Interesses zu machen, vbsdwn freihd) selbst auch die begeisterte Schülerschar Liszts Nch barüber Har geworden war, daß. der Meister in seiner Güte feine Schiller ganz besonbers nachsia'stig und fvohlwollenb zu beurteilen pflegte. , Der schüchterne Jüngling war Felix Wein- gartner, und Liszt nahm sich seiner so warm an, daß auf lerne Veranlasiung bereits nach wenigen Monaten eine Oper Weingartners „Sakuntala" am Weimarer Hoftheater aufgeführt wurde Daß der Beifall, den die Over fand, groß war, das kann bei dem Eifer der Gefolgschaft Liszts schließlich nickt Wunder nehmen, aber eine Dame, die damals gleichfalls in Weimar Kubierte, hat aus ihrer Erinnerung heraus bezeugt, daß der Eindruck des Werkes damals allerdings stark war. Später bat Weingartner, wie besannt, die Tirigentenlauföahii eingeschlagen, und hier hat^Profen'or Felix Fischer das Verdienst, Weingariners -Latent als Dirigent frühzeitig erkannt zu haben. Fischer hatte unter dem -Lheaternamen Werther aus reiner Hingabe an die ttunit die Leitung des Königsberger Theaters übernommen und oeriammdtc eine schar mfcher junger Talente, hauptsächlich junge L eiterrcidjer um lieft, zu denen auch Weingartner gehörte Das rege kumtlensche Leben, das unter Fischers Leitung fidi m der Philosophenstadt am Pregel entwickelt^ währte zwei Spic'- zeiten, dann zog sich Fischer von der Direktion zurück, Wcin- gartner aber ging nach Mannheim, an dessen Theater ja schon manches bedeutende Talent lerne letzte Schulung gesunden tet Es war an einem, Maitage des Jahres 1891, als er von ter £ tomme^ sum erneu Male eine Over im Berliner Königlich:n dirigierte. Der Name Weingarrner war dazumal in weiteren Kreuen noch recht wenig bekannt, und sein TcbÜt m -berltn vollzog sich injorern unter ungültigen Umständen, als infolge eines furchtbaren Gewitters die Straßen übersduvemmt waren unb bic Vorstellung daher nur mit erheblicher Verspätung dagonnen werden konnte. Das Publikum war umso zerstreuter, als iclvft tiach Beginn ber Vorstellung noch schwere Donnerschläge in die Töne der Lohengrin-Mufik hineinschallten. Aber kaum wgr Eine ZahrlMdertseier in Siehrn. Gießen, 2. Juni. Dis Jxchrhundertfeier der Befreiungskriege, die gestern von der Bürgerschaft und der Universität festlich begangen wurde und trotz des nicht gerade günstigen Wetters aufs würdigste verlief, begann nachmittags mit einer akademischen Feier im lDtadttheater, zu der sich außer den Spitzen der einzelnen staatlichen und städtischen Behörden fast der gesamte Lehrkörper der Universität, die Chargierten der Verbindungen, zahlreiche Stadtverordnete und viele_ Bürger mit ihren Damen eingefunden hatten. An den gesanglichen Vorträgen, die sehr gut ausgewählt waren, nahmen teil die Gesangvereine: Bauerscher Gesangverein, Bürgergesellschaft, Gemütlichkeit, Harmonie, Heiterkeit, 'Kronbauerscher Quartettverein, Liederkranz, Maschinenbauer-Gesangverein, Sängerkranz. Eröffnet wurde die Feier mit Tschaikowskys grandiosem Tongemälde der Brand von Moskau, das von unserer Regimentskapelle unter der Leitung des Ober- musikmeisters W. Löb er sehr wirlungsvoll wicdergegeben wurde und einen starken Eindruck machte. Unter Herrn Prof. Traut man ns Leitung fangen die vereinigtes Sänger, die einen prächtigen Tonkörper darstellten, zunächst Karl Maria von Webers ä oapella-Chor „Hör' uns, Allmächtiger" mit feiner, eindringlicher Verinnerlichung und auch in der Aussprache ganz- vorzüglich. Von gleicher Kraft war das Altniederländische Dankgcbet, das in seiner schlichten Größe von erschütternder Wirkung ist. Darnach hielt der Rektor, Herr Prof. Dr. Eck, die Festrede,- in der er mit meisterlicher Rhetorik ein Bild vvn der gewaltigen Zeit vor hundert Jahren entwarf, indem er das Jahr 1813 nach seiner inneren Entwickelung und der Zusammensetzung seiner weiten vielfältigen Geistesgebiete zu ergründen suchte. Er ging von dem erhabenen Gedanken aus, daß die stolze Herrscherkraft des Todes an der Geschichte zu schänden würde, weshalb wir auch heute die Schatten der Vergangenheit grüßen könnten, als seien es Lebende. Eine Ration sei nur, was sie wurde, und sie wurde nur, was sie sei, durch die Tat ihrer Helden. Aber wenn das Jahr 1813 auch ein Jahr der Schlachten gewesen sei, so sei es doch nur das Ergebnis einer langen Entwicke-- lungsreihe. Man zerlege es zwar häufig in eine Zeit der Gedanken und eine Zeit der Tat, aber das sei unhaltbar, denn beide gingen beständig und immer ineinander über, ohne daß sich eine Grenze ermitteln lasse. Schon Lessing habe die große Zeit angebahnt und Goethe, Schiller und Kant seien es gewesen, die Deutschland wieder im Fühlen und Denken vereint haben. Eine große Zeit sei undenkbar ohne große Denker, und die habe Deutschland gerade in seiner traurigsten Zeit in reichem Maße besessen. Er ging dann näher ein auf die Gelehrten und Staatsmänner, die durch ihre Wirksamkeit die großen Tage der Befreiung vorbereitet und begonnen haben, vor allem aber auf den Reichsfreiherrn v. Stein, und schloß dann mit dem Hinweis, daß die deutsche Ideologie, deutsches Pflichtbewußtsein und deutscher Glaube die unsichtbaren Kräfte gewesen seien, die 1813 geschaffen hätten und wie damals so auch heute in dem sichtbar herrlichen Vaterlande wirkten. (Wir werden die bedeutungsvolle Rede im Wortlaut veröffentlichen. Die Red.) Der Fackelzug ging pünktlich um 9 Uhr von Oswaldsgarten, wo er sich ausgestellt hatte, ab und bewegte sich über die West-Anlage, Seltersweg, Plockstraße, Gvethestraße und Löberstraße nach der Wohnung des Rektors, wo die ersten Chargierten ihre Aufwartung machten. Rach etwa halbstündigem Aufent-i halt setzte sich der Fackelzug wieder in Bewegung und ging über Bleichstraße und Ludwigstraße zum Trieb, wo in althergebrachter Weise unter Wsingen des Gaudeamus! die Fackeln zusammengeworfen wurden. Tie Teilnehmer begaben sich dann nach der hübsch geschmückten Festhalle, wo um 11 Uhr der Festkommers eröffnet wurde, zui dem sich wieder die Spitzen der Behörden, Vertreter des Regiments usw. eingefunden hatten. Der Präside des Abends, stud. Eich hoff, Teutonia, wies in seiner Eröffnungsrede auf die Bedeutung des Tages hin, indem er betonte, daß vor hundert Jahren sich Bürger und Studenten zum gemeinsamen Kampf gegen den Unterdrücker zusammengcfunden hätten, wie sie sich- heute zur gemeinsamen Erinnerung versammelt hätten. Er begrüßte alsdann die Vertreter der Behörden, die Stadtverordneten und Gäste, und ließ zu Ehren der Gäste einen Salamander der erste Akt vorüber, da brach ein Beifallssturm los, das zerstreute Publikum war besiegt, gefesselt — ein neuer glänzender Stern am Dirigentenhimmel war aufgegangen. Die Lausbahn Weingartners seit diesem ersten großen Berliner Erfolge ist allgemein bekannt. Sie hat ihn von Berlin nach Wien und dann nach Hamburg geführt, sie hat ihn zu einem der gefeiertsten Dirigenten der Gegenwart gemacht, aber ihm auch Reibungen nicht gespart, an denen der temperamentvolle Künstler nicht immer ganz sckuüdlos gewesen sein dürfte. Ter Erfolg seiner Tätigkeit als Komponist hat wohl nicht ganz gehalten, was jener erste Erfolg am Weirnarisä-en Theater zu versprechen schien, aber die reiche Begabung Weingartners auf diesem Gebiete l>aben auch die anerkannt, die an Werken wie „O-Knesius" kein reines Gefallen finden konnten. Der reickbc- gabte .Künstler ist aber nicht nur Komponist, sondern auch Dichter. Erst unlängst hat er eine dramatische Dichtung „Abel und Kam", vollendet, die er in Töne zu setzen gedenkt. Er i>t bei der Abfassung einer Andeutimg Goethes gefolgt und läßt Adam zweimal verheiratet sein, das erste Mal mit Lilith, der Mutter Mels und Adas, das zweite Mal mit Eva, der Mutter >t'ains. Tas dramatisclw Motiv der Dichitung ist dies, daß sowohl Kain wie Mel in Liebe zu Ada entbrennen, wobei Abel dann als Opefr der Eifersucht Kains das Leben verliert. Schließlich bient zur Vervollständigung des Bildes der künstlerischen Physiognomie dieses vielseitigen und lebensvollen Künstlers, daß er auch eine ganze Reihe von seinen und anregenden Essais über Fragen der Kunst veröffentlicht hat. Ms ein schönes Beispiel seiner ivarmen Begeisterung sei hier schließlich die folgende Stelle aus einem Aufsätze Weingartners über Beethoven mitgeteilt: „Je ferner uns Beetlwvcns zeitliche Erscheinung rückt, desto rätselvoller wird uns die Gottähnlichkeit seiner Größe. Schon die Nennung seines Namens genügt, nur jene weihevolle Spannung zu erzeugen, die das Nahen des Mßerordentlichen begleitet. ...... Andacht und Hingebung malt sich aus den Zügen der Zuhörer, und die weiten Räume glänzender Konzertsäle drirchzittert die Erregung des Schwelgens, wenn der Augenblick gekommen ist, da ein Werk Beethovens erklingen soll. Könnte das einmal anders ivcrben? Ich habe behaupten hören, daß möglicherweise kommende Jahrtausende zu Beetlwvens Musik ebensowenig Beziehung haben könnten, als nur sie heute zur Musik der Grieä-en haben. Ich glaube nicht daran. Zwar auch das Wertvolle kann untergehen, insofern wenigstens, als eine unmittelbar wirkende Lebenskraft versiegt und nur das gefährliche lfistorische Interesse übrig bleibt, das sich zum Wesen der Kunst verhält, wie die Mumie »um Menschen Vieles von Haydy, Wpzart und Schubert, das. Meiste reiben. Rach dem zweiten Lied sprach Oberbürgermeister Mecum auf Kaiser und Grvßherzog. Die Rede des Oberbürgermeisters. Sehr geehrte Damen und Herren. An dieser Stelle, auf dem städtischen Trieb, stehmr nur out historischem Boden. In früheren Jahren, als dre Erinnerung an die Freiheitskämpfe gegen den ersten Napoleon bcl unseren Vorfahren noch frisch und lebendig war und biete Mükampser aus jener Zeit noch unter ihnen weilten, zog ledes ^ahr zum 18. Oktober die Bürgerschaft unserer Stadt hinaus, um.hier mit begeisterten Reden und beim Schein der Freudenfeuer von den umliegenden Höhen das Gedächtnis an die einmütige Erhebung des deutschen Volkes aufzufrischen und sich zu stärken zum Kamps um das unschätzbare Gut der Freiheit und der Einheit der deutschen Stämme, die vor 100 Jahren wohl v e Pr o chen war en, aber von der bald einsetzenden Reaktion dem Volk noch viele Jahrzehnte borenthalten wurden. Diesen Platz stellte vor bl) Jahren in schwerer Zeit die Stadt den Turnern zur Verfügung, damit sie hier eine Stätte fänden, an der sie Körper und Geist stählen konnten zum Kampf um die endliche Einlösung des lange gegebenen Versprechens. Hier wurde vor 50 Jahren unter dem sudelnden Beifall der Gießener Bürger der Wunsch ausgesprochen: „Möge zum Heil der Fürsten lüie der Völker und des ganzen Vaterländes recht bald der Tag anbrechen, der der Natron die Früchte ihrer Kämpfe bringt." Und dieser Tag kam schneller, als man damals zu hoffen wagte, und es mutet uns heute an, als ob der damalige Redner eine Sehergabe besessen habe, denn nach den Oktobertagen von 1863 begannen in unmittelbarer Folge die großen Ereignisse, die im Ringen der (Staatsmänner, in mächtigen Kriegen und Schlachten das deutsche Volk zur staatlich geordneten Einheit führten und ihm einen Kaiser Wiedergaben. Dann kam die schwere Aufgabe, das Errungene zu sichern und zu festigen, pach außen den Frieden zu erhalten und im Innern den Frieden zu schaffen durch den Ausgleich der sozialen Gegensätze. Und gerade hier ist Deutschland unter der r-suhrung seines ersten Kaisers und seines großen Kanzlers vorbildlich ge- wordeii für die ganze Welt, und es ist eifrig bei der Arbeit, durch weiteren Ausbau der sozialen Gesetzgebung dem erstrebten Ziele immer näher zu kommen. Wohl schüren die geheimen, tm Verborgenen wühlenden revolutionären Mächte den Krieg gegen den Staat, den sie in richtiger Erkenntnis für das festeste Bollwerk staatlicher und sozialer Ordnung halten, um nach ferner Niederwerfung alles zu überfluten. Der Republikanismus erhebt seine Waffen gegen die deutschen Monarchien: der Jesuitismus arbeitet gegen das protestantische Kaisertum; Feinde des inneren Friedens, die sich vorläufig gegen uns verbinden, um dann zu sehen, wer des anderen Herr wird. Freilich wächst mit der Zahl der Femde auch die Erkenntnis, was das deutsche. Staatswesen mcht nur für uns, nein, für die ganze Welt bedeutet: ein mächtiges streich, das keinen schöneren Ehrgeiz kennt als den, der Welt die Segnungen des Friedens zu erhalten; ein starker Staat, der in verfassungsmäßiger Freiheit Gewähr bietet, daß nicht unsere Zivilisation von der Anarchie vernichtet wird; eine tief im Volke wurzelnde Monarchie, die der beste Schutz der wirtschaftlich Schwachen ist. Mit dieser Erkenntnis mehrt sich auch die Zahl derer, die unseren Bestand als eigene Lebensfrage auffassen und sich daher wohl bedenken werden, ehe sie die Hand erheben, um dieses Staatswesen in Trümmer legen zü helfen, in Trümmer, unter denen auch wohl sie begraben würden. Vor allem aber müßen wir selbst entschlossen sein, fest zu stehen und zu erhalten, was wir errungen haben und was wir geworden find; und dieser Entschluß heißt: Treu zu Kaiser und Reich, treu zu unserem Hessenland! , Diesen Entschluß und dieses Gelöbnis sprechen wir aus mit dem Ruf: , . Seine Majestät, Kaiser Wilhelm II. und Seine Königliche Hoheit, Großherzog Ernst Ludwig, sie leben hoch! Rach dem nächsten Lied sprach nochmals der Rektor, indem er, anknüpfend an Arndts Schrift, der Rhein Deutschlands Strom, nicht Deutschlands Grenze, den Rhein als den deutschesten der Ströme, als die eigentliche Blutader des Reiches feierte und in herzlichen Morten der Heimat, des Vaterlandes gedachte. Auf diese mit ganz außerordentlichem Beifall aufgenommene, in ihrer Kürze ganz meisterhafte Rede sang die Festversammlung stehend die drei Strophen des Hoffmannschen Liedes „Deutschland, Deutschland über alles". Die Rede auf Gießen hielt stud. Tamm, Frankoniae, indem er in knapp umrissener Form die alte Musenstadt und ihre Bürger feierte, worauf mit lebhafter Begeisterung das Lied vom freien Burschen gesungen wurde. Um 1 Uhr wurde der Kommers -geschlossen. Ans Stadt und Land« Gießen, 2. Juni 1913. ** Prinz Hermann zu Stollberg-Wernige- rode f. Seine Durchlaucht Prinz Hermann zu Stolberg- Wernigerode, Gemahl Ihrer Durchlaucht Prinzessin Dorothea, geb. Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich, ist am 1. Juni in Radenz, Prov. Posen, plötzlich verschieden. —Prinz Hermann ist am 8. Juli 1867 als ältester Bruder des von Weber führt nur noch im Lichte der unvergänglichen Werke dieser Meister ein künstlerisches Dasein, gehört aber an sich der Vergangenheit an; von Beethoven nichts, einige Jugendwerke und Gelegenheitskompositionen vielleicht ausgenommen. Er hat sich, vvn Umarbeitung einiger Werke abgesehen, fast nie wiederholt, in jedem Satz ist er sich selber unähnlich und doch trncoer ganz er selbst; bei ihm gibt es kein Schema, keine Manier, kein Schaffen bloß um des Könnens willen. Versagt ihm zu Zeiten seine Erfindungskraft, daß er das Höchste nicht leisten kann, so schafft er überhaupt nicht; daher der Reichtum und die überzeugende Macht seiner Musik. Bach hat kunswoller, Mozart harmonischer, Schubert melodiöser, Weber farbenreicher geschrieben, doch keiner reißt uns so auf die von aller Konfession und Konvention freie Sonnenhöhe des wahren Menschentums hinauf, wie Beetlwven. Und darin, nicht in Einzelwerten, liegt seine Unsterblichkeit." * — Ein Festspiel Gerhart Hauptmanns. 9lüs Breslau, 31. Mai, wird gemeldet: In Anwesenheit der Spitzen der städtischen, staatlichen inib militärischen Behörden sowie zahlreicher Pressevertreter des In- und Auslandes, fand beute die feierliche Uraufführung des von GerhartHauprmann für die Jahrhundertfeier der Freiheitskriege für die Stadt Breslau gedichteten und von Professor Reinhardt inszenierten Festspieles statt. Die Jahrhunderthalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Festspiel bringt in Einzelbildern und Massenszenen, in denen 2000 Personen mitwirken, die fianzösische Revolution, den zwölfjährigen Napoleon (Lia Stofen), den Ruhm und Sturz Napoleons (Ludwig Hartau), das schlafende .Deutschland und die Erhebung Preußens und schließt mit einer großartigen Friedensprozessi>ni. Besonders traten hervor Jahn (Diegelmann», Freiherr von Stein (Joseph Klein), Kleist (Nemetz), Fichte (Werner Kraus) und Blücher (Maning), sowie Athene-Deutschland (Marv Dietrich). Gerhart Hauptmann, sowie die Darsteller und Professor Reinhardt wurden immer von neuem gerufen und wurden mit jubelndem Applaus überschüttet. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Geh. Baurat Ludwig Hoffmann- Berlin wurde zum ordentlichen Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin, Geh. Oberregierungsrat Diels zum stimmberechtigten Ritter des Ordens pour le meritc für Wissenschaften und Künste und der Historien- und Bildnisinaler Seou Bonnet in Paris r"m auswärtigen Ritter des Ordens pour Ic merite für Wissenschaften und Künste ernannt. Fürsten Christian Ernst zu Ilsenburg geboren. Am 24. Mai 1910 erfolgte zu Lich seine Vermählung mit Prinzessin Dorothea. "Ordensangelegenheit. Der Großherzog bah dem Oberhofiueister Dr. Hugo Freiherrn von Leon har di die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 2. Klasse erteilt. * * Erledigt ist die mit einem kath. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Unter-Hambach. • • Bahn Personalien. Der Groß Herzog hat beui Vorstand des Eisenbahnbetriebsamtes 2 zu WormS, Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspektor Jak. Jordan, den Charakter als Negierungs- und Baurat verliehen. * * <5* e u e r. Von einem Augenzeugen wird uns über den Brand am Samstag berichtet: Ich kam mit dem NachtsclMellzuge am Samstag abend aus Frankfurt hier an und hörte an der Ecke der Liebig- und Bahnhofstraße den Feueralarm. Von jenseits der Lahn sah man eine mächtige Feuersäule und mit Hunderten von Menschen eilte ich den Weg am Felsenkeller durch die.Hammstraße zur Brandstätte. Aus der Lahnbrücke war kaum dnrchzukommen. Es brannte das alte Holzfachwerkhäuschen des Drechslers Walter, dessen Bewohner häufig bei Hochwasser in Not waren und befreit werden mußten. Als ich etwa 10 Minuten vor 1 Uhr an der Brandstelle ankam, waren beide freiwillige Wehren an der Arbeit. Das Häuschen mit dem Hausrat war vollständig dem Feuer preisgegeben und schon zusammengestürzt, ein lodernder Trümmerhaufen. Walter, dessen Frau und sechs Kinder, die beim Ausbruch des Brandes im Schlafe lagen, sollen mit knapper Not das nackte Leben gerettet haben. Das nach Tausenden zählende Publikum drängte sich bis unmittelbar an das brennende Haus und zertrat dabei die bestellten Gärten und Aecker; der Andrang war so groß, daß die Feuerwehr für ihre Schlauchleitungen Befürchtungen haben mußte. Alles gütliche Zureden der Feuerwehrleute und Schutzleute war vergeblich. Regierungsrat Gebhardt befahl tont ben Schutzleuten, energisch vorzugehen, um die Feuerwehr vor Belästigungen zu schützen. Der Erfolg blieb nicht aus. Es ist bedauerlich, daß ein Teil unserer Bevölkerung immer wieder bet Bränden die Wehrleute verhöhnt und ihnen und der Polizei ihren beschwerlichen Dienst unnötig erschwert. Die Art, wie unsere Feuerwehren beim Ausbruch eines Feuers alarmiert werden, ist veraltet und paßt nicht mehr für eine Stadt wie Gießen. Dies ist schon so oft von der Stadtverordnetenversammlung zugestanden *%■- ÄH®?.’ 6« ;n einem W^\ gangen W' Durch eine 2 Detzlar, dcrBudewskverte -aschine ausg' rin, worauf eine beiter mürben to Obermeister tmirb gcfahr. /\ Hörnsh der 46 Jahre alte X Dorlar Posaunenchöre Ansprachen hielte Andessekretär W e lhörc hatte Posar neukirchcn übernom w. Hohem Heinrich der Ni Prof. Friedländer nach dem Haag , der Friedländersche Ltärke und gegei Mer völlig fcis siarden. Er nimi | den dort stattfinder worden, ohne daß bisher eine Aenderung eingetreten ist. ** Selbstmord. Am Samstag nachmittag 6 Uhr ließ sich ein Insasse der Provinzialsiechenanstalt namens Iahmel in der Nähe des Bahnüberganges am Schiffen- berger Weg üb erfahren. Der Lebensmüde ist Veteran von 1870/71. ** Ein seltenerRiesenschwammin Gießens Wäldern. Ein Riesenbovist (Bovista gigantea) wurde von einer hiesigen Dame in der Nähe des Schiffenbergs gefunden. Der Schwamm ist nahezu drei Pfund schwer und ist damit noch nicht das größte Stück seiner Gattung, denn der Riesenbovist wird bis zu 6 Pfd. schwer. Der Riesenbovift ist im allgemeinen selten; wo ein solcher gestanden hat, ist für die nächsten 5 bis 6 Fahre keiner zu erwarten. Der Schwamm kommt im feuchten Waldbodcu vor, er ist in seiner Jugend eßbar, wird aber später giftig. Wer nicht genau stber seine jEntwicklung Bescheid weiß, lasse ihn lieber.ungegessen. Landkreis Gießen. — Wieseck, 1. Juni. Im Saale des Gastwirts t Adam Ziegler hielt der Konsum verein seine ordentliche I Hauptversammlung ab, deren Verlauf von der durchauszl gesunden Entwicklung und gewissenhaften Leitung bc$n| Vereins Zeugnis gab. Der von Direktor Hilde braut 1 vorgetragenen Jahresrechnung und Bilanz entnehmen wir Den 127 596,34 Mk. Einnahmen stehen 124519,13 Mk Ausgaben gegenüber. Der Jahresumsatz beträgt 116140,55 Mk. Obwohl auf das neuerbaute Haus (Verkaufsstelle I) außer der gesetzlichen Abschreibung noch weitere 2000 Mk. abgeschrieben wurden,sind 11083,96 Dtk. Rciugewinnvorhanden. Nach der Entlastung des Vorstands genehmigte die Versammlung eine nach dem Warenbezug zu verteilende ' Dividende von 8%, die bis zum 15. Juli bei den Verkauf. stellen eingelöst werden muß. b. Wieseck, 1. Juni. Am Montag, 2. Juni abends 9 Uhr findet eine Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Anschaffung von Kanalreinigunge- geräten; 2. Errichtung eines Fußstegs in der Gießener Straße; 3. Angelegenheiten wegen des Jugendfestes; 4. Ei- nennung eines Wohnungsinspektors; 5. Beitritt zum Oben hessischen Obstbauverein; 6. Beiträge zur Genossenschaft^ kaffe für Kommunal-Forstwarte: hier Anteil der Besitzer voH Privatwaldungen. Die weiteren Punkte sind nicht öffentlip. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 31. Mai. Sitzung der Stadtverordneten. Den Vorsitz führt Bürgermeister Stahl. Tct i (Sehr. Ullrich wird an ihrem Neubau eine Faßaden-Aenderurz I genehmigt. An dem früher eingereichten Bauplan des Kaspcr ■ Bietrich ist eine Aenderung vorgenommen worden, so daß dr ■ an Stelle des alten Stalles geplante Neubau um ein Stockwel ■ herabgesetzt worden ist. Der nunmehr noch erforderliche DisperS ■ von den Bestimmungen der Ortsbausatzung wird at| ■ Antrag des Bürgermeisters einstimmig befürwortet und dem ®e|ud» ■ steiler gestattet, daß die Schornsteine des Diittelbaues, die erholt I werden müssen, an dem Rathausdach verankert werden bürte. ■ Dies kann nur gegen Revers und Auerkeunuugsgebühr von 1 MH I jährlich geschehen. Ter Bürgermeister legt einen Plan vor, der be I Anlage elektrischer Beleuchtung für die Seewiese r>o- • sieht. Es ist vorgesehen, daß der Eisbahn und bei Festen bn I Vereinen elektrisches Licht von der Stadt geliefert werden fair. I Ter Voranschlag beträgt 2900 Mark. Es sollen 12 l'arnyi! am östlichen und westlichen Rand der Seewiese aufgefteLt ■ werden und die Jnnenbeleuchtung der Festplätze durch Lampli I an herausnehmbaren Masten vorgenommen werdcm Beigeor'. I Falk beantragt, die Leitung der Stadt nur bis zum I Haus zu führen und es jedem Verein zu überlassen, sich die B-- ■ leuchtungsaulage zu machen. Die Stadtv. Damm, Leuchtgei , ■ Fuller, Tietz, Philippi und Busold treten dafür ein, die Anlase ■ durch die Stadt ausführen zu lassen, wenn jeder sesigebende Deren ■ sich eine Beleuchtungsanlage schaffen müsse, werde die Sacke ■ zu teuer. Der Amrag des Bürgermeisters wird gegen die Stimme ■ des Beig. Falk angenommen. Für das Gaswerk wird dem To - I werk Biebrich die Ausmauerung eines Neuueroseus übertragen. ■ Ein Antrag des Hoehbauamts, den elektrischen Strom für dcs ■ Hochbauamt unentgeltlich abzugeben, wird einstimmig abgclebnt. I r. Bad-Nauheim, 1. Juni. Die gestern abend ah' I gehaltene 50jährige Jubelfeier des Spar- ui'd» Vorschußvereins nahm einen glänzenden Verlauf. Als I Vertreter der Regierung und des Reiches überbrachte tiTci' R rat Schliephake die besten Wünsck)e und überreichte dein I 1. Vorstandsmitglied Hartmann Stoll das ihm von den B Groß Herzog verliehene Ritterkreuz 2. Klasse vom Ordn ■ Philipp des Großmütigen. Anwesend waren ferner Bürgci' I meister Dr. Kayser, Badedirektor Geheimrat Dr. Efe:, I Prof. Tr. Crüger, der Anwalt der Dcutschm Genoffel-' I scl-aften. Unterverbandsdirektor Justizrat Tr. Harnicr-W Kassel, sämtliche Vertreter der Ortshehöpden, zahlrerc^ U veM Tas volkstümlich >md gestern hier sia ner, von denen 641 Es erhielt: l.Pi 2. MH. Volk, Är.-L 3. Franz Sauer, A b. Albert Rinn, he 7. Julius Schuster, Witteubecher, Gieß> , Böger, Wetzlar, Nestler, ©iejjen ('31.« Rramer, Muttersau I ^anbler^ob^i) | ^Snebrid) 3ruM i -W" (9LM.) 57 1 '-warf Genug, tzj -O 58; 19. hx I Ahelm Opper, T I L vV' "Digest, I l*r, Rodhe I äkV” W'Iheli I ®lefeen (T.°z I... UA> Äeorg A I 49* I 'W °9Uer' fe |ÄÄlllec 45*/,- 3u dew'A.henri I 15 t .roefl?n des Äi ig:5t 3« je ^k.vo;ndhobi «20® infV-n cir Wem bor JMtil 1UA *"kund Umhegen; iS in der e I /.Nd . bie..'oaInm)trT NE °°r lVh?anch 'biebemi Ausbiß das n^, ölende Publik Ank Unb iettw> c 'Wrang nur ^9cn ^iütd)tunqir tznwehrleulr bejaht „ vw Z-euerwehr tot nuht aus. Fz 9 immer wieder Mieiiktn 'e Art, wie uniert larmiert wnden, iji tnc @ic§en. Dies js, mlunq zugestantm Teten ist. .nachmittag ßfe icnanstalt nauteri 9ges am Schiffa- >e ist Veteran ta >m in Gießer grgantea) wur des Schiffenden rei Pfund schv ck seiner Gattnr: )fd. schwer. L 30 ein solcher gn ) Fahre keiner achten Mdbode aber später gisiic ig Bescheid weis, Wilhelm Opper, Daubringen 53'/,. Otto ^tz, Gr.-Anden 53*/ ' ar ^r, Lethgesteru 53> ,; 23 Karl Fischer, Gr.-Liuden 53,' 'nr ^aker, Rodhenn (M.-T.-V) 53; 24. Wilhelm Scnuuler Saubach 52'/,, Wilhelm Schäfer, Rodheim (M.-T.-V.) 52'/, Karl k^Ä?^'eßen (T.°V.)52*/,; 25.Albert Engler, Gießen (T..V.)52- ^ttuiendmger, Grünberg, 51*/,; 27. Ludwig Laucht, Kros- boif, oO /,; 28. Georg Albold, Gießen (T.-V.), 50; 29. Eduard Rosen- bcu,in Hörnsheim, 49*/„ Will;. Luh, Allendorf a. Lahn, 49*/,, Franz Schnndt' Henchelhe.m, 49*/.., Hch. Weitersbaus, Lützellinden, 49*/, - 30. Wilhelm Liidewig, Wetzlar, 49, Zoh. Müller, Gießen (M.-T.-V') 48^^"^ S±!' 49; 31. Jos. Harrihausen, Gießen' '-L..--8.), 48*/,; 32. Wilhelm Rn ' " Wohlfahrt, Gießen (M.-T.-V.), 48; nngen, 47*/ KubuÜ Leiste, Becken Dietzen (T.-V.), 47*/, ?—u.ux> wumnu uci \2«:|tuigieu vor, in i r-x -x< ar rz-v '^U’'£^U-S5 ^?^bnd des Gewitters bei einer der Rahe des Zentrums zu wohnen. In den vornehmsten Straßen “Ulmhrungi: ,/Brillant! Ls gibt doch nur einen Schiller!" kann aber auch hier nur der wohnen, der's bezahlen tarnt • die' " "" —---------------- andern, deren Wechsel beschränkter ist, müssen eben die inniger Nebenstrabm aufsuchen, wo d)e Vermieterinnen weniger. vm c u 11 svon turscrorrnu nae rötlrt5 um deswillen leichter abvermieten können, der 8. Mai hat wiederum mehr fionlnrsanmeldtmgen als im ^V= 9U -?n^' ninnx Tr- Sonnenichein-M.-Gladbach betont, mhr gebracht. Rach der ,.F. Ztg " sind es 34gX? 91 mehr bak Le Mehrheit der studierenden Jugend noch immer die ged im Vorjahr. Für die ersten 5 Monate zusammen sind ™ 4531* tSr Skldenlenheimen und ähnlichen Pen- aegen 3864 im Vorjahr. Bekanntlich sind diesmal viele qrofc [““T 2^br ™L?UC^blechen. Da-I fionknne zur Anmeldtnig gelangt Ties^ Erscheinungen sind be- von der Erteilung einer behördlichen Konzession akchängig zu mache,! wie den Betrieb eines Pensionats, sehr wohl diskutabel. Rach alle dem kann 4rotz kleiner MeiMngÄvrschiedenheilen die LwaisanllehrergchaTt wie die akadenrische Jugend mit dem verlaus des fiängreites zufrieden sein; die Otrihtimng von Wvh- 'mngsamtcrn für Akademiker dürfte jetzt wohl in allen Uni versitaien der beutidm Zungen — erfreulicherweise beteiligten Itd) auch Wiener und Prager Delegierte an der Diskussion — □U1> ll-*y Zeit sein; so wird auch erfreulickrerweise in <5imrn|t ans ncicm etwas ivrnachlässichen Gebiete der Wvhnungs' resorm eifrig gearbeitet werden müssen, damit das Hhgienisch? wie das sittlicl^ Niveau der ScudtMtenbude gehoben wird. Und daran dürften in gleichem Maße alle >freise der Bevölkerung — gernip märt nur ine ftudierende Jugend und deren sorgende Eltern! S111 ^Jitcrefie haben; mich die Zimuierrn'rmieterinnen werden sicherlich nicht säüechter dabei fahren, soweit sie den guten willen l>aben, ihren Mietern eine saubere uiti> gesunde „Bude" zu uberlaisen. „„ bet 611*1'1 eiflcr 6t«6*- ’.jl worben, I«. getobt -W'I etenndt ■ i werd« fif ■ nur w» N(. ■ berlck''*^MM iuevf2 he" ab^;,M S&51 Ml SZI 1 { Dl- ■ HM Ei n Schüler abgestürzt. ^-5.na.ut' 13 Jahre alter Schüler Rauch ans Dörnigheim sturtzte im Taunus von einem ° x «litt röten S ch-bc I b euch Tr starb L §st"d-?a Z"- 'Ä dem gestrigen Gewrt^r ichlug der Blitz in den 500 Jahre a(tS ^rm der evang. Kirche zu Bruchköbel ohne zu leitritt zum M : GenchiM' teil der BeM«> ind nicht östm'- ~ Ein Fam iliend r ama. ^i-?°LiL't "saNie Gießener Strafkammer. Gießen, 31. Mai. Jugendlicher Leichtsinn. . Der 19 lahrige Schlosser $). $). in Gießen stahl seinen Eltern em Sparkaiienbuch, fälschte mit Hilfe des Mitangeklagten 17 Jahre ölten Lulssarbeiters G. M. zwei Quittungen mit dem Namen !>e-ne™ ater$ und hob das eine Mal 80 Mk. und ein anderes Mal ÖOU Mk. von dem elterlichen Guthaben ab. Die 80 Mk brachten ’e in mehreren Wirtschaften durch; um die 350 Mk. wurden sie u>s auf 20 Mk an einem Nachmittag in der Zeit von */25 bis /’J Uhr im „Hof von Holland" dahier erleichtert, wo sie mit otn Töchtern des Wirts Sekt tranken und für Essen und Schokolade erhebliche Beträge los Nmrden. Das Gericht erkannte gegen H rWJQ)rt,crcr Urkundenfälschung auf eine Gefängnisstrafe von u ^?chen und gegen M. wegen Beihilfe hierzu auf eine solche von 14 Tagen. . Eine langjährige Diebin iuurde in der Person der Ehefrau des Schreiners F. L. von K m Vilbel auf frischer Tat ertappt. Sie war viele Jähre in dem Vause des Gaftwirts K. H. O. in Vilbel beschäftigt und genoß vier das graute Vertrauen. Als vor mehreren Jahren Gelddiebkohle aus dem verschlossenen Säwanke in der Schlafstube der Ehe- Etc O- immer häufiger wurden, geriet sie erst in den Verdacht orr Vater,chast, als sie einmal im Dunkeln in der Schlafstube getroffen wurde. Die Diebstähle hörten auch in der Folgezeit aus, ohne daß es gelang, den Dieb zu ermitteln. O. entschloß ich daher, eine elektrische Leitung an der Sck-ranktür anbringen lanen. Schon wenige Tage später ertönte abends die Schelle. J;e Eheleute O. eilten in ihre Schlafstube und fanden hier die •i ngefiagte vor, die bereits die Schranktür wieder verschlossen Auf Drohung mit der Gendarmerie gab sie auch den falschen -hluffel heraus, mit dem sie seither den Schrank geöffnet hatte. < >e Strafkammer sprach wegen schweren Diebstahls eine Gefängnis- Itcafe von sechs Monaten aus. Pfandveräußerung. afte Geldgeschenle. Am Vor ^r schon längere Zeit überschuldet ivar?haue wenige^To/e vor O”"?x=an der verstorbenen Vorstands uCX ©^rinuna des Konkurses seinem Schtoiegervater eine ^Siche und .AufinhtsratnntcKieder eine Gedenkfeier statt, bei ^bvPoihek für ein Darlehen eäntragen lassen Dies !?ug der die Graber mit toän^m geschmückt wurden. Der Unr 5,'ncx y,,Kn^c wegen Konkursvergehens ein, da angenom- satz Les Vereins betrug von 1863 bis Ende 1912 rund 404 w• '*J or es getan Iwbe, um seine übrigen Gläubiger Millionen. Verluste in den fünfzig Jahren seines Bestehens vies^^ ^' d»PolI>e!i-nerrich;mig feine Zahlunasuniähiakeit gekannt b^!!' -gehilfe Meße aus Breslau. Jir einem hinterlassenen Vries------- gibt er als Grund Le be n s mü d ig t'e i t an. Nack, anderer Ansicht soll er die Tat aus unglücklicher Liebe begangen haben. Die „Birte“ öes Studenten. ®ui Nachtrag zum Münchner Kongreß für studentisches ., „n , , । Wohnungswesen . Mtei5 Welzlar. I Von Dr. jur. F. M. Schoen t Hal-München Durch eine Maschmenexplosion drei Arbeiter getötet. L 'tcro?J,ij,nd'cner Kongreß für studenliselres Wohnungswesen, :|: Wetzlar, 1. Juni. Auf der SoNhicntzütte - Itattfand, ersreiue sich im allgemeinen des regen der Buderuswröke wströe gestern nachmittag eine Geblase SÄZÄ S maschrne ausgebessert. Es drang Gas in die Maschine JJ"? ^oßen fruchtbringend für die aulunft sein mögen. U Siegt ein, worauf eine furchtbare Explosion erfolgte. Drei Ar- ome Verbesserung des studentischoi Wohnungswesens letzten beiter wurden tädlichverletzt und starben alsbald. Der seien^uns dSr doch ^^leichsam als Epilog Lbermerster wurde leichter verletzt und ist auster Lebens- verftattet. J , ... „lwvtwlllu, ulu gcfahr. , . ■®LC Angeregte und zweifellos auch erforderliche Gründung !^r Schweinefleisch sinken lassen, entsprechend dem Einkaufspreis " * ISa Uuoentischen Wohnungsamtes wird doch nid# so ein-1folgen zwei Vorträge Kreisobstt'aulehrer Kilp sprach übet A Hörnsheim, 1. Juni Am ftißscklaa ft n r b 1DlCr fld,v bic§. bic Referenten dachten; ^^"rteiiwahl nn Obstbau" und OwtSpächier Bene „Was kann der 46X ^nhre nXto Ontihmiw ltz 1 chlag starb daraus wies auch schon — besonders tnt Hinblick auf die Ver- der Landwirt für einen vermehrten Gemüsebau tun?" Der 4h Jahre alte Landwirt Wießmann. ' haltni,,e m den Großstädten - der Berliner Professor Dr. Pasz- ---" ---------------- X D orlar, 1. Juni. Das Jahresfest ber ^.n^rc^,^ra^)tcn^ follle man eben für den Anfang SöOVt« Posaunenchöre der Kreises Wetzlar war sehr stark beMt. fo'ia[enti&tnuh^^^'^^ ft€“m uni> in.Tntcr nutf> den -- Fußball. Am Sonntag spielten im Zurückspiel die Ansprachen hielten Pfarrer Wi e der-Garbenheim imb ben MblS ber ©^enteVi^rT^ 5u^om1^ellPe;el^^e 1. n. 2. Mannsckwft des Sportvereins ,Merknr° Bunde^ekrtLr W e b«r« Barmen. D,° Leitung der Gesamt, sch-im mst'ÄrLrlE'"' -®eimo"itt"'0ie6=" und rn.schiob rtjörc hatte Posaunenmeister Uebcrtwasser anS Mark- obwohl ihre Erheblichkeit im porfiegenben Falle mnhi ■■ ■■ ----- Neukirchen übernommen. außer Zweifel fteljt. ----- Öessen-Nassan • Lrcr CÄf!ent Vermieterinnen sind Witwen, die etwas über- . ... w pmnrp hl, n. a f r M m '^0 Möbel besitzen und sich durch Abvermieten einen kleinen Etnc fürstliche Hochstaplerin. Aus Paris' 6einr'irR s/r w; sC ? .Dbccu^' r31; Mai. Prmz ^benverdicnst schassen wollen; sie entstammen in der Regel 31. Mai, wird gemeldet: Auf Anordnuna der Staats- Heinrich der Niederlande verlaßt heute die Klinik des unteren schichten der Bevölkerung und man kann billigerweise anwaltschaft wurde die 39iabria,' sjix« Prof. Hnedlander in Hohemark und reist nachts um ^/.2 Ubr ^!s daß sie die „Buden" äslhetiscl--geschmack' verhaftet die sich unter dr,?, ”0? ^e aJ?€ nach dem Haag zurück Der Brinr her 4V qp/nntn c? Herrichten; unbedingt erforderlich sck>eint aber das Bei b Sr'tf^ unlcr dem Namen einer Prinzessin der Friedländerschen Kl nik iur 2 b r 4/z ^"nate W angen nach frischer Bettiväsche, nach peinlidKr Sauberkeit und Sal"! durch Vermittlung eines angeblichen Prälaten Eingang nnS f • f^ur gegen seine 8llnc^menbc yebingunqcn, die leider nicht überall erfüllt werden. 'N aristokratische Kreise verschafft und zahlreiche Betrügereien Starke und gegen s-,n° Neuralgie geweilt hat. suhlt sich Studierenden aber io ehrlich sein und »ugebenchmd Heirnt-ichwindeleien derttbt totlc »«tugcrcim nneber völlig frisch; besonders die Neuralgie ist behoben I u^si^tigsinü; wäre vielleicht ratsam, ^Furchtbarer Wirbelsturm qir.r worben. Er nimmt nach seiner Rückkehr noch Halland an U j$ttni- rji-rb oemelbctr^cute nachmittag Uhr h^Iüer°-"n den dort stattsindenden großen Landesfeierlichkeiten teil. in keinem Falle'zu verzichten; 'die Forderung' die ber^üiidmcr uScr befffr ^"wüsiungen angerichtet Beim Zusammenstoß _ "-f-ss7-.- Dr. Kaup aufstellte, ist vielleicht etwa? Är entstand ein Wirbelsturm von furchtbarer vczirtrwetturnen in Heuchelheim. LAMM‘® W-ttnrnen brf 2. ST v ‘ Wetturnen beteiligten sich 123 Tur- gezieferrein sein. Tie letztgenannten Erfordernisse sind urlürlick I totrbe ein junger Wann verletzt, der ärztliche Hilfe ,^l d»e zuin Sieg notige Punktzahl erreichten. eonditio sine qua non; aber der Student wird sich vermutlich nurh nehmen mußte. In der Stadt wurden von vielen 9 ^o'cts ®r-"~'nben, »lit 73 Punkten; in einer Bude von geringerem Umfang noch wohl fühlen ^eggeiisieli. Heber 100 Häuser verloren ihre Wilh. Volk, Gr.-^.lnden,7v/„ Will). Volkmann, Heuchelheiin, 70' Wenig beachtet scheint uns auch bi - svraoe der ^ie Z-euerwehr mußte alarmiert werden, um aut b- tzanz Sauer, Gießen (T.-V.), 70; 4. Will,. Leib, Rrofborf,' 66'^ ju fein, sÄKeSfaffei SS aSri£??^hof die Trümmer zu beseitigen. Bon der Eisenbahn- 7 Z'L5^Äe'm, 66; 6. Karl Meyer, Grünberg, 65*/^! leben; auch'hier müßwn bie ^SÄ^^ I wurden zwei Hilfszüge entsandt. In dem EichemiLld . 64, Oskar Derbeck, Wetzlar, 64; 8. sj. mehr zulegen als diese fade Brühe jeden Moroen sich cn,K»r-1 ^.ochlngen hat der Sturm große Verheerungen angerichtet ^/Etzen(-r..-V.), 62/,; 9. Herrn. Sack, Henchelheim, 62, leiben; ebensowenig ist auf gewisse Auswüchse amüaend binar ^oumc sonders beim 2Iuszug des Mieters häufen sich die 'DZadiforberunaeu A^nbahn, Schisfahrt, ckutomobilwesen und Lllstschlfsahrti tn an- !*Ä Jt I MeiÄÄ »i? bc" LL L ÄÄ nnnn nbnrrnmmpn nift »vtt-o?» «x m.. I £2a^. n veweisen am Pesten, was das deutsche Volk unter der gegen dürfte der gewiß wohlgemeinte Vorschlag des Prof Dr _______________ - fiaup-München Stubcntcnbuben einfach in Straßen mit Dirnen- Amtlicher Wetterbericht strich zu verbieten, praktisch undurchsül/rbar sein. Deffentlidi ri PtfTrhiJnft ber Konferenz ausglitten. Zunächst einmal die nackten Totsock^n- Wenn der deutsche Student die Hochschule bezieht, so wird ihm - .. — von alteren Personen, Kommilitonen, manchmal sogar von den Letzte 2I(U'bt*lcbtCit. eigenen Eltern cingeimpft, daß er nun möglichst bald der „Venus UnwetterschadenimTa'lnus vulgwaga" zu huldigen habe; es ist hier nicht der Ort darüber 1T 9 X, . ' ' , im ^aunus. zu dislutieren, umso weniger, als die Statistik der venerischen I - U C2‘ ^ultL geftrige Gewitter richtete Erkrankungeil nur zu deutlich den rcd)ten Weg weist Die Ttclgc tm westlichen Taunus große Verheerungen an. Es fielen an d.'eser Verehruirg der „Venus vulgivaga" ist das Verlangen nach manchen Stellen Hagelkörner so dick wie Taubeneier. Die in ^mna^LOrfl^,a^An^^^■/,ll^Hnlrr2e•l, nun aber Ersah- Touristenkreisen bekannte Lenzenmühle wurde vom Blik 'L ««"ff» und «»-"»-ndig abgebrannt. In Kestrich allem ber Säubert eit, entsprechen; es gibt Ausnahmem- ab?r Scheuern vollständig ab. In den W ä ld e r n a m He sind selten; gewöhnlich wird die Shibcntenroirtin, wenn sie Feldberg, besonders an denen der Glashütte und bei Sckloß- oie „Braut oder lms „Mädel" des Studenten in der Bude born, hat der Sturm ungeheure Verwüstunaen nn ^.den Wtermirnmtcn Een; das ist ein offenes gerichtet. Verwüstungen an- Gehenmnis, wir brauchen hier die strafrechtliche Seite lfiuv- pelei uitvj gar nicht zu beriil)ren. Es war daher bcgretflidi daß die Universitatsbehörben aus Wohlerwogenen Grünben es dem zu gründenden studentischen Wohnutigsvermirtlungsamt nab" legten, „sturmfreie" Buden überhaupt nicht zu empfehlen Daß dies zu emeni kleinen Zusammenswß mit den Vertretern der ^tubenteinchatt rührte, war vorauszusehen, kann uns aber für ?-. der 6-rage, ob daburch die studentische Freiheit sei, gleichgültig sein: denn kein Studeiit ist ja gezwungen, das Vermittlungsamt anzurufen; er kann nach wie vor in ein öau§ ziehen, wo ^Beispiel: Marienstraße, Elsässer-, Linienstraße tn gleichzeitig an Prostituiette abvermietet wirb Aber bann umssen wir dem canb. meb. Grunolf recht neben wmn er die Ansicht des Rektors Dr. firückmaun-Münster kämpfte; rcg(emcnticren läßt sich bie Sittlichkeit ber akademisch^ Jugenb nicht, lomt nxire es auch mit der berühmten akademischen Freiheit vorbei. Andererseits scheint uns der Vorschlag des Rektors 4,r. 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Juli 1913 und die der 1900er Anleihe Nr. 66, 78 mit je 500 Mk. auf den 1. Oktober 1913 zur Rückzahlung bei der Mitteldeutschen Kreditbank Filiale (Hießen ausgelost worden; mit diesem Tage hört die Verzinsung auf. 1813 „1913 Nieren uBIasenkranke finden durch Althnchhors- terMarksprudelStark- quolleraschErleichterungu. Hilfe. Die Nierenarbeit wird wohltuend erleichtert, Sand, Gries, Steine ausgelöst und sortgespült, die Harnsäure gebunden und Schmerzen, Drücken, Brennen schnell behoben. Vonzahlr.Prosessoreu n. Aerzten glänzend begutachtet. Fl. 65 u.9.?Ps. i. d. Nui- verntäts-Apotbeke z. gold. Engel, in den Drogerien E. Seibel, W. Ailbinger, «A.Noll, O.TchaasuE.Noll [sl“/d Regimentsgeschichte, Teilnehmerliste re. — 3. Versdiiedenes Die Jestdenkmünzen, Regimenlsgesdächte re. tnüffew versönlich in Empfang genommen werden und werden die Mitglieder um vollzähliges Erscheinen gebeten. Kameraden, die verhindert sind die Versammlung Ai besuchen, können nach dem 4. Juni die vorgenannter Ausweise bei dem Unterzeichneten abholen. 3511 A. Dickor^. Za iopsisiä bringen wir einen von einem ersten Künst- .. ler hochfein ausgeführten v Zum Regiments - Jubiläum! Für Wirte ! 1200 Stück Damast-Servietten i . Noq ,■ '^nuQr s, UZH gieSItuerpta lieber die ßteue ■-Ute in der gehende W -j, endete nut der in Anttags, wom fflommtn wab, dal v; Seittag-^ der ß Äionallibera e. x itr in der allgemei "ü den Konservativ M Antrag, der Di Mögens ausgesprc sittliche Antrag so Hlihcn dagegen crin ,-ilicht überhaupt nu Tie ^Regierung ) gehenden Darlegr piiiben. .Der §ta lüts führte aus, d Mtes, und in ihm sei für Deutschl- Dieser Äruw a Lerfassung in du ^das Reich gcgrün ommen, daß di jn Verhältnisse i chränkt werden, irbc. Bei Erbscha Zweifel über der z deshalb ausdrü r handle es sich z Umm halten die v gemeinen staatsre Ein Zentrum den Charakter •Vil dann im Falle e i3n den Fürsten in iicse Hetze möchte i( -Uicht sestgesiellt w hgegen, man solle ^rdergrund schiebe ^ic nötig. Im ein; iie Fürsrcn sich ein ^sschußmitglied n ürftcii gegen gehäo Wils emtlid) ci\ Wn fargen and) u faaugennltflify -Wfot benutzen, gelöst, 'werd stimmen. h volkspari -gewünscht, daß "W; deshalb st Demokratischen Ai --">elt auch den ne -mhmbar, wie es ü :l5,ra9e in den SMr hatte dann Die Tragödie einer untergehenden Welt in 6 Akten von H. Sienkiewicz. Anfang der Vorführungen: 4 bis 6 Uhr iiMiiimMdyigiii (staatl. beaufsichtigte höhere Privatschule) Zurückgebliebene Schüler holen alles Versäumte nach durch individuelle, d.h.schnellsteVorbereitg. auf alle Klassen höherer Lehranstalten, besonders Einjährigen -, Abiturienten - Examen Aufnahme von Knaben und Mädchen. Arbeitsstunden unter strenger Aufsicht. 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