selbst ist, so werden wir unsere Aktion in den Grenzen halten, die uns durch unsere Abmachungen gezogen sind. Wir werden demnach Grund haben, zu erwarten, daß auch Oesterreich, so sehr es für den Fall des Versagens des europäischen Konzerts auf die Verteidigung seiner Würde uird Interessen bedacht sein mag, sich gleichfalls in diesen von älteren gegenseitigen Abmachungen klar gezogenen Grenzen halten werde. Die .Herzlichkeit und Loyalität in der diese Abmachungen sich entwickelt haben und immer respektiert worden sind, lassen un3 in dieser Hinsicht keinerlei Zwleifel hegen. Ein Kronrat in Wien. Wien, 2. Mai. Eine Extraausgabe des „Seiten Wiener Tageblatts" meldet: Der Kaiser berief für morgen früh einen außerordentlichen Kronrat ein, an dem außer den gemeinsamen Ministern die beiden Ministerpräsidenten teilnehmen. Heute vormittag empfing der Kaiser den Minister des Aeußern Grafen B e r ch t o l d und den Generalstabschef Freiherrn Konrad v. Hötzeudorf. Die Audienzen dauerten drei Stunden. Der Verlauf der letzten Konferenz. London, 1. Mai. Die 'heutige Botschaftervereinigung dauerte von .3 r/rbis g eg e n 6 Uhr. Als erster verließ der russische Botschafter, als letzter der österreich-ungarische Botschafter die Konferenz. Die nächste Sitzung wird am Montag einberuftzn werden. Die befürchtete Sprengung ist nicht eingetreten. London, 1. Mai. Der russische, französische imd östev reichisck)-ungarische Botschafter hatten heute vormittag Uw terredungen mit Sir Edward Grey. Botschafter sind etwa um 3 Uhr 30 Minuten zur Konferenz im Auswärtigen Amt eingetrossen. Reuters Bureau meldet: Die Botschaftervereinigung war um 5 Uhr 55 Minuten beendet. Der russische Botschafter verließ als erster, der österreichische als letzter die Konferenz. London, 1. Mai. lRcuter.) Die in Bezug auf die etwaige Auflösung der Botschasterkonserenz ausgesprochenen Befürchtungen haben sich nicht erfüllt. Dec österreichische Botschafter hat sich, nachdem die übrigen Botschafter das Foreign Office verlassen hatten, einige Zeit mit Sir Edward Grey unterhalten. Kurz darauf zeigte das Foreign Office an, daß sich die Botschafter am kommenden Montag toi eher vereinigen werden. Inzwischen werden die Botschafter ihren Regierungen über die heute getroffenen Entscheidungen Mitteilung machen. Wie das Rentcrsche Büreau tveiter erfährt, hat Rußland an O e st e r r e i ch - U n g a r n eine neue Mitteilung ge - 'm 1 ch t, in dee es feinen Entschluß wiederholt, auf der Räumung Stutaris durch Montenegro zu bestehen. Rußland hoffe, daß, wenn irgend eine Macht es für notwendig hallen sollte, neue Maßregeln zu ergreifen, man sich bemühen werde, wenig- stens eine andere Macht zur Teilnahme daran zu bewegen. Die Antwort Montenegros.. Paris, 1. Mai. Die „Agencc Havas" meldet aus London: Montenegro betont in seiner Antwort an die Mächte feine Nachgiebigleit ihnen gegenüber und fügt hinzu, die Einnahme von Skutari stelle in keiner Weise eine Herausforderung auf die vorhergegangene Entscheidung dar. Montenegro bedauere jedoch, die in Aussicht ge- nonrmene Abgrenzung Albaniens noch nicht zu kennen. Montenegro beziehe sich mtf die Mitteilung der Balkan- verbünderen an die Mächte voin 24. April und behalte sich vor, der Skutarifrage im L a u f'e der Friedens- u n t er Handlungen näher zu treten, wenn die Balkan- verbündeten mit «den Mächten über die endgültige Abgrenzung Albaniens verhandeln werden. Eine Information des Reuterschm Bmeaus besagt: Obwohl betreffend die dem montenegrinifdyen Delegierten Popowitsch au- vertraute Mission Stillschweigen bewahrt wird, glaubt man, daß die ihm telegraphierten Anweisungen derart sind, daß sie einen Ausgleich (Arrangement) möglich machen. Als ein erheblicher Fortschritt wird der Umstand betrachtet, daß M 0 n t c n c g r 0 selbst reifte ohne größere Erwartungen hin und faird — den „Ursanst" —; eine Entdeckung, mit der ein neuer Abschnitt der Faustforschung begann. Mit Weimar blieb er ständig verbunden, auch nachdem er Ordinarius in Berlin geworben war. Erst vor wenigen Jahren übernahm er das Präsidium der Goethe-Gesellschaft, und freitbige^ Aufsehen erregte er damals mit Hner Antrittsrede, in der- er von dem „verfluchten Worte Tradition" sprach, der er bett Garaus machen wollte. Allzu früh hat ihn der Tod von diesem Posten und von der wichtigeren Stellung als Lehrer der neueren deutschen Literaturgeschichte in Berlin abgernsen. * ff. ö ei rat - zuM Spaße! In den Vereinigten Staaten will man die Elte „reformieren". „Gebt uns die freie 'Ehe? Erleichtert die Scheidung!" so rufen die einen {Sieb* uns die Unauflöslichkeit der Ehe zurück. Macht die Scheidung so schwer wie möglich", sckweien die anderen. Wer Erfolg haben wird, ftt noch^sraalich. Selbst die jedoch, die auf benr'Stand- pimlte einer Scheidungserleichteruug stellen, können ihre Augen dem furchtbaren Mißbrauche nicht verschließen, der in Amerika mit der Ehe getrieben wird. In diesen „Tagen ist wiederum M„E bekannt geworden, der Bände spricht. „Frau" Meline Mill,Paugh Bryant, die Tochter eines wohlhabenden Fabrikanten erschien vor dem' New Borker Gerichtshöfe und ersuchte um -pstmg ihrer Ehe mit Mr. Lester Bryant, den sie mrr infolge uner Wette geheiratet holw. Sie stellte die Sache so bar daß 'm ictziger Ehemann und dessen Freund, ein Mr. Mfted Eurtiß mit ihr und ihrer Freundin, einer srühwen Miß siofcn eine Wtomooilfabrt nnternommen habe. Plötzlich fei von irgendeinem ber Gesell,chaft der Vorschlag gemackst worden, daß man sich , -.um Epa.ie trauen lassen möge. Sogar eine Wette ward cingegangen, daß reber beit Mut haben würde, ins Echejoch zu gehen. Gesagt, belast- Umsomehr als nicmaitb als Feigling erscheinen wollte. Zunächst ließ sich das eine Paar turnen, während das andere als Zeuge biente, unb dann ging ber umgekehrte Fall vor sich. JLarauf gmgs in Windeseile nach Hause ziirück und dreißig Minuten nach der Heirat fdricbeu Mann unb Fran voneinander, als ob nicht das geringste vorgefallen wäre. Erst nach Tagen häminerte es den beiden jungen .Fräulein" auf, daß hie Sache doch nicht so „ohne" sei. Unb die Folge ist die Übung! hirme •Ssins Tclcvbon 2 982. nt elektrisch6 * ahrsputz lermittel 1/ Terpentinöle l- u. Möbelpoli W Fußbodeniil rbehaus ich tat : ' bestens aQ5g >1L hler??r: istersstr- 20 ich zur Gegr. 1902 ningen aller Art 1 ™ In-und Auslande, on Schriftsätzen, Ge- «befehlen etc. Prima Referenzen. Sl Eis i. Mai rcgclM h ^ch'onLbonnemec ib «unfteiö höflichst tr. 11 Frankiuü' iliinaii ztrniit- ..iroi-bandluK^- ’.^SetlOW Muse 1^% a toid koste! 75 Ä wgeu •rlicn to**080. Eis! • Asrvagen regelmä^ sNatur-'sowie ÄE- ,uoxx }J prompte Bedieim । * Eiskellerei w lePj Bier-Ha* Telephons J-Nr? Nr. 101 Der Sietzeuer Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich GiehenerZamilienbliittek' zweimal wöchenll.Nreir- blatt für den Kreis Siehe» (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernfprech - Anschlüsse: für die Redaktioii 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnumnier bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 165. Jahrgang Kreitag, 2. Hiß; (913 ich en er Anze General-Anzeiger für Gberhesfen Bezugspreis: monatlich 75Pf., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstelle,' nionatlich 65 Pf.; dilrch die Post 'Dit. 2.— viertel- jäh rl. ausschl. Bestellg. Zcilenpreis: lokal 15Pft ausivärts 20 Pfennig Chefredakteur: A Goetz, Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Verwischtes" und „Gerichtssaal": St. NeuRotattonsdruck und Verlag der vriih!'schen Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. Lan^":^E.HE°ür den Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten, Noch immer keine Entscheidung! Das diplomatische Wetterleuchten ist noch immer nicht zu Ende. Während bei sonstigen und ähnlichen Unschlüssig- keiten der Diplomaten das Interesse der Allgemeinheit allmählich erlahmt, ist diesmal das Gegenteil der Fall. Die Großmächte sind darin einig, daß Montenegro ans Skutari heraus muß. König Nikita widerstrebt aber nacf) wie vor. Warum zwingt man ihn nicht endlich, nachdem mau bereits eine so unsagbare Geduld gezeigt hat? Es müssen Gründe dafür vorliegen. Die russische Politik ist undurchsichtig: ihr gefällt dieses Hangen und Bangen und die Verlegenheit Oesterreichs. Warum aber macht England diese Zauderpolitik mit, die jetzt wieder in merkwürdigen Windungen der Londoner Presse sich widerspiegelt. Montanegro hat d-en Mächten endlich eine Antwort zugchen lassen; sre ist so kurz und dürftig wie möglich. Montenegro erklärt seine Nachgiebigkeit, macht aber durchaus keine Anstalten, Skutari zu räumen, sondern will bei den Friedensverhandlungen über diese Dinge mit sich reden lassen. Man ist so weit gekommen, daß die Londoner Presse heute dieses Verhalten als entgegenkommend rühmt! lieber das Ergebnis der gestrigen Londoner Botschafterkonferenz verlautet eigentlich nur, daß sie wieder bis Montag vertagt ist. Aber, so erklärt das Reuter-Bureau, ein Erfolg ist, daß die Konferenz überhaupt noch besteht! Ter russische Botschafter hat sie gestern als erster, der österreichische Botschafter als letzter verlassen. Lauter geheimnisvolle Merkmale. In Wien macht man diese Schliche nur noch der Form wegen mit, in der Sache verhandelt man gegenwärtig mit der italienischen Regierung. Natürlich würde ein militärisches Einschreiten die ganze Grundlage der alba- nischeu Frage verändern, und es ist sehr zweifelhaft, ob Oesterreich sich mit einem unabhängigen Albanien begnügen iDÜfb-e. Daß solche Verhandlungen mit Italien nicht in wenigen Stunden zum Ziele führen können, ist klar. Daher wird die Welt immer noch kurze Zeit Geduld haben müssen, bis die Würfel fallen. Auf dem albanischen Küstenstrich regt es sich übrigens schon. Essad Pascha ist ein neuer Faktor geworden, und heute heißt es, im Süden, bei Valona, hätten infolge eines Vorstoßes Dschavid Paschas die Kanonen schon g.'donnert. Dazu kommt die Meldung, daß der Jungfti.r^:. sichrer Niazi Bei, als er sich in Valona nach Brindisi einschiffen wollte, mit seinem Adjutanten erschossen wurde. Er war ein Freund Dschavid Paschas, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß dieser nun Valona angegriffen hat. Wie die „Times" die Lage beurteilt! Die „Times" schreibt: Wir können uns nicht entschließen zu glauben, daß Oester- reich-Ungarn alle Frucht feiner Geduld unb Mäßigung, bic cs cm den Tag gelegt, aufgeben wird. Wir erfahren von Paris, daß die russischen Botschafter in allen wichtigen Hauptstäbtcn Europas identische Erklärungen abgegeben haben, bic ausdrücklich besagen, baß, nachdem Rußland die Note unterzeichnet hat, bic König Niwlaus Mr Ausgabe Montenegros auffordert, es daran festhält, daß Montenegro den Ort nicht bekommen darf. Von Petersburg hören wir dasselbe. Nichts kann klarer oder kategorischer fein. Zweifelt Oesterreich-Ungarn an diesen Versicherungen, oder hat cs vhten vernünftigen Grund, daran zu zweifeln? Wir glauben es nicht und eben deshalb können wir uns nicht vorstellen, daß es die undenkbare Ucbcreilung begehen wird, unmittelbar einseitig gegen König Nikolaus Vorzüge h en. Tas Blatt fährt fort: Daß Skutari zu dem! künftigen iMbanien gehören soll, ist die wesentliche Frage, die Europa erörtert hat. Darüber und ebenfo über die notwendige Folgerung, daß Montenegro aus Skutari heraus müß, ist die Einstimmigkeit der Mächte vollständig. Es bleibt nur die weitere Erich Schmidt t. Berlin, 30. April. Der hervorragende Literarhistoriker krich Schmidt ist durch einen Schlaganfall gestern abend nach kurzem Krankenlager im Alter von 60 Jahren gestorben. Er war seit Jahren herzkrank und litt an rasch vorschreitender Arterienverkalkung, die sich durch mehrere kleine Schlaganfälle, itrie beim Rektoratsantritt im Jalnw 1910 und in demselben Jahre während der Rede bei der Enthüllung des Kleist-Denkmals in Frankfurt a. O. kundgab. Anfang April bat sich sein Zustand verschlimmert und er mußte sich jeder Arbeit enthalten. Als Erich Schmidt, von dessen Erkrankung wir in unserer Mittwochnummer sprachen, *oor zehn Tagen von ferner Erholungsreise nach Berlin zurückkehrte, wußten die Aerzte, daß das Schlimmste zu befürchten war. Er hatte erst in Glotterbad im Schwarzwalde Milderung seines Leidens gesucht, siedelte bann aber nach Wilhelmsbad bei Hanau über. Hier, wo sein ältester Sohn als Leutnant bient, verschlimmerte sich sein Zustand derart, daß er in das Krankenhaus übergeführt werden miifjte. Schmidt hinterläßt außer feiner Witwe und dem genannten Sohne eine Tochter, die mit feinem! Schüler Dr. Richter von der Universität Greifswald seit Februar verheiratet ist, und einen 21jährigen Sohn, der noch studiert. Im Trauerhanse sind eine große Anzahl von Trauerkundgebungen eingelaufen. Vom .fiaifer traf im Laufe des gestrigen Nachmittags ein längeres Beileidstelegramm ein. Der Reick>s- kanzlcr hat ein Beileidstelegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: „Tas deutsche Volk verliert in dem Verewigten nicht nur den gefeierten Universitätslehrer, zu dem die akademische Jugend mit Begeisterung aufblickte, sondern auch den fcmfinnigeit Interpreten, unserer klassischen Literatur, dessen Einfluß auf die gebildete Welt noch in Generationen tiefgreifend fortleben wird." Erich Schmidt wurde am 20. Juni 1853 in Jena als Sohn des Zoologieprofessors Oskar Schmidt geboren; er studierte klassische und deutsche Philologie in Graz, Jena und Straßburg, habilitierte sich im Jahre 1875 in Würzburg für Literaturgeschichte, wurde 1877 a.-o Professor in Straßburg uno erhielt 1880 einen Ruf als Ordinarius nach Wien. Im Jahre 1885 übernahm er die Leitung des ncubegrünbeten Goethe-Archivs tu Weimar, von wo er 1887 als o. Professor an bic Berliner Universität berufen wurde beten Rektor er im Jubiläumsjahre 1909/10 war. Frage, wann und wie es herausgebracht werden soll. Tarin allein bestehen Mttnungsverfchiedenhüten. Die „Times" schließt: Tie Mächte sind alle über den wesentlichen Inhalt einig und nur über die Form des Vorgehens bestehen noch einige Unklarheiten. Wir glauben nicht, daß irgend eine Macht deshalb einen europäischen Krieg riskieren würde. Das Vorgehen Oesterreichs. Wien, 1. Mai. Das „Fremdei blatt" erfährt heute in Wiederholung früherer Meldungen von anderer Seite: Bekanntlich vermochte sich die Botschaftervereinigung in London am Däoutag nicht über die Mittel zu einigen, die notwendig sind, um den König von Montenegro zu nötigen, Skutari den Beschlüssen Europas gemäß, zu räumen. Oesterreich-Ungarn nahm, wie erinnerlich, den S.'andpunkt ein, daß in diesem Fall für die Monarchie der Augenblick der freien Hand gekommen wäre. Dieser Moment i st nun eingetreten. Zwischen den Kabinetten von Wien und R o m findet, wie bereits mehrfach gemeldet, ein r e g e r Meinungsaustausch statt. Alle vorliegenden Nachrichten lassen erkennen, daß König Nikolaus auf dem Widerstand gegen die Durchführung der Beschlüsse Europas beharrt. Der italienische Standpunkt. Rom, 30. April. Die „Tribuna" veröffentlicht einen Artikel, in dem sie die Schwierigkeft der Lage betont, deren Gefahren infolge des Handstreichs Essad Paschas sich vermehrt hätten unb in dem ber Wunsch ausgesprochen wird, baß bic morgige Vereinigung ber Botschafter endlich ein Ueber- einfommen erzielen werde, das eine gemeinsame Aktion Europas gestatte, eine Aktion, an die Europa sich durch die eingegangenen Verpflichtungen unbedingt gebunden fühlen müßte, und die allein die Würde Europas wahren und ein Herauskommen aus der gegenwärtigen Sackgasse mit möglichst geringer Gefahr unb kleinstem Schaden gestatten könne. Die „Tribuna" fürchtet, daß irgendeine weitere Unschlüssigkcit oder Verzögerung die Wirkung haben könnte, die am1 meisten betroffene Macht, für welch' eine Verlängerung ber Situation jeben Tag unerträglicher werbe, zu einem alleinigen Vorgehen zu bestimmen, unb fügt hinzu: Wir 'waren immer gegen ein isoliertes Vorgehen Oesterreichs: wir haben getan, was bei uns staub, um ein solches zu verhindern, nicht aus irgend einem Gefühl des Argwohns, sondern weil wir immer der Ansicht waren, daß das isolierte Vorgehen einer Macht Gefahren einschließe, die jedermann klar vor Augen liegen. Die „Tribuna" tragt dann, was Italien tun solle, jet es unter den: Gesichtspunkt seiner hohen Interessen an der Lösung ber albanischen Frage, fei es unter dem Gesichtspunkt ber Vereinbarungen, die es seit langer Z e i 1 m i t Oesterreich bezüglich Albaniens habe, wenn bic Unsicherheiten, Unschlüffig- reifett unb Aufschübe des emopciischm Konzerts erblich Oesterreich beftimlmen sollten, auf eigene Rechnung vorzugehen. Tie „Tribuna" glaubt, angesichts der feierlichen Frage gebe unb könne es im Volke und bei der Regierung keine Unentschlossenheit geben. Italien werbe nie nr als zu- geben können, daß die Lage auf der gegenüberliegenden Küste des adriatischen Meeres ohne seine Teilnahme ent- s ch i e d e n w e r d c. Jtalierr könne in diesem entscheidenden Augenblick nickt 'beifeite bleiben. Wenn Italien sich! nicht bereit zeigte, seine Pflicht zu tun und den ihm zufallenden Teil ber Ausgabe zu erfüllen, würde es nur das Recht haben, sich» über sich selbst Ul besagen, wenn die weitere Entwicklung der Lage auf dem Balkan zum! Schaden seiner höchsten Lebensinteressen vor sich gehen würde. Nach den letzten Ereignissen um' Skutari unb in Albanien, die einen byzantinischen Charakter tragen, ist ber Weg für uns leichter. Wenn sittliche unb Gefühlsgründe gegen eine Zwangsaktion Italiens gegen Montenegro sprachen, die nicht der Teil einer europäischen Gesamtaktton war, so gibt es keinerlei Einwand gegen unsere Teilnahme an einem Vorgehen, das darauf abzielt, die Herstellung der Ordnung und die Ausführung ber Entscheibungen Europas in Albanien zu sichern. Nehmen wir für den Fall, daß das europäische Konzert versagt. Anteil an diesem Werke, so werden wir die internationale Würde wahren und zugleich unsere Interessen durch das einzige Mittel schützen,, das auf internationalem Gebiete wirksam ist. Erfüllen wir diese Ausgabe, bic eine Pflicht gegen andere unb gegen uns Schmidt hat sich fast ausschließlich mit ber neueren Literaturgeschichte beschäftigt und ist vor allein als Goethesorscher befannt geworben. Im Jalxre 1887 veröffentlichte er ber; in Tresben von ihm entdeckten „Urfauft". ..Er war und ist weder ber Professor noch der Geheimrat, sondern Erich Schmidt schlechtweg, seine eigene Gattung, eine Persönlichkeit." Mit diesen Worten sprach Jakob Mitwr, der Wiener Germanist, der seinem Berliner Kollegen vor wenigen Monaten im Tode übrangegangen ist, von Erich Schmidt anläß^ lich seiner Wahl zunr Rektor der Berliner Universität im1 Jubiläumsjahre 1910. Gerade diese Wahl zeigt, daß man in ihm nicht bloß den großen Gelehrten, sondern ebenso hoch den eleganten Weltmann zu schönen wußte, der seiner Aufgabe, bei den vielen Festlichkeiten der Jublläumszeit mit Fürste,: unb Gftehrtei: aus aller Welt nmzugehen, gewachsen war. In ber Tat hatte sein Wesen nichts Weltsremd-Gelehrtenhaftes ober gar Pedantisches: vielmehr hatte er in höchstem! Mäße bic Gabe, sich bei den Menschen angenehm zu machen. Selbst Gottfried .Keller, der sonst fehr viel gegen die „Schererschüler" auf dem Herzen hatte, ,oeil sie nach seiner Meinung „das Gras wachsen hörten", ließ ihn als eine scharmante Ausnahme gelten. Ten ganzen Reichtum feiner gewinnenden Persönlichkeit rvissen wohl nur die Freunde und Schüler zu schätzen, bic mit ihm alle Dienstag auf ber Germanisten- kneipe zusammenkamen. Ta wurde nie oder nur höchst selten von wissenschaftlickwn Dingen geredet. Gewöhnlich wurde viel- melw geplaudert unb erzählt, unlb ber Meister ber Anekdote, der sofort alle in den Bann feiner Erzahlungskunst zwang, war Erich Schmidt. Mit Vorliebe verweilte er bei seinen österreichischen Erinnerungen, wie er sich denn auch gern als einen „Halböster- reicher" bezeichnete. Aber die Stellung als Bnrgtheatcrdirektor, bic ihm während feiner Wiener Lehrtätigkeit angeboten wurde, hat er doch nicht angenommen: er fürchtete, feine doch jugendlick)»- Präftigen Nerven hielten die Anstrengungen einer solchen Stellung nicht aus! Als er dem Rüfe an das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar folgte, glückte ihm der Wuvf, dm ilyn zuerst in weiteren Kreisen berühmt machte: eines Tages teilte ihm der Oberstleutnant von Göchhausen in Tresben mit, er besitze eine Anzahl von Heften ans dem Nachlasse ber Freundin Goethes, des Fräuleins Tlmsnelba v. Göchhauieu, mit Abschriften Goethescher Dichtungen. SckMidt n fi'rtbe 6u r ct)5T{8en [aff eit, daß bereit fei, Sku ta r i - i verlassen. itnb daß die Ausdrücke seiner heute vor- r= itt-ag bei dar Mächten eingegangenen Antwort eine gemä ßi g- tereöaTtung geirrten. Tie „Wiener Alt gemeine Zeitung" schreibt: Die Un-= Nachgiebigkeit Montenegros geht auch klar aus den Meldungen hervor, die von vollständig zuverlässiger Sei!" aus <57ii t ar i eingetroffen sind. Danach beabsichtigt König Nikolaus nach dein Borbilde der Serben und Griechen in den von diesen besetzten albanischen Gebieten, auch in Skutari unter dem Truck der montenegrinischen Truppen eine Volksabstimmung vorzunehmen, durch die die Bewohner ihr Verlangen, unter montenegrinische Herrschaft M kommen, ausdrücken sollen. Gewiß würde eine Abstimmung das von dem König gewünschte Resultat haben. Ebenso gewiß sei aber auch, «daß die Grenzen Albaniens nicht idurlch derartige Plebiszits, sondern durch europäische Beschlüsse teils sestgelegt sind, teils noch festgelegt werden. Das Reutersche Bureau erfährt: Wenn auch, soweit festgestellt werden kann, keine endgültige Entschei - dun g erreicht wurde, so erzielte die Botschafter Vereinigung dennoch ein wichtiges Ergebnis, indem fie bewies, daß sie noch intakt i st und daß sie eine iweitere Zusammenkunft für Montag vereinbarte. Der s ehr starke Beweis der versöhnlichen Stimmung Montenegros MTbet einen wichtigen Faktor .für die Lage. Einige Botschafter stehen unter dem Eindruck hiervon und hoffen, daß es zum Montag möglich sein würde, durch Mittel der Diplomatie der Entscheidung der -Mächte hinsichtlich der Durchführung ihrer Entscheidung über Skutari entgeg enzukommen und auch für jede Partei Mittel zur Befriedigung der Wünsche Montenegros zu finden. Die Botschafter erörterten auch die Friedensfrage. Es heißt, die Mächte werden in allgemeinen Umrissen die Friedensbedingungen entwerfen, um sie den Krieg- führenden vorzulegen, während die Ausfüllung von Einzelheiten den Delegierten Vorbehalten bleiben soll, sobald sie in London zusammen treten. Mo m, 30. April. „Giornale d'Jtalia" meldet aus Brindisi: !Niazi Bey und sein Adjutant schifften sich gestern in Vatona an Bord des Dampfers „Wriation" nach Brindisi ein, als fie lauf der Landungsbrücke von einigen Rev vl v e rs ch üss e n «getötet wurden. Es scheint, daß die Mörder Ma Boljetinaz und mehrere Begleiter «wareit, die sich nach der Tat ruhig entfernten. In Valona herrscht völlige Anarchie. Die Bevölkerung lebt in der größten Furcht, da sie Repressalien von Df cha wid Pascha, ,der ein Freund Niazi Beys war, befürchtet. Dschawid Pascha steht mit 25 000 Mann türkischer Truppen in der Gegend von Sdieri (?), und die Ai tu ahme erscheint als wahrscheinlich, daß Valona von Dschawid Pascha angegriffen wird. Der italienische Konsul hat die Regierung ersucht, schleunigst Kriegsschiffe zum Schutze der italienischen Interessen zu entsenden. Das Verhalten Essad Paschas. Konstantinopel, 30. April. Ein TelegkaMm Ess ad Paschas besagt weiter, er sei in Atessio von Offizieren der serbischen Truppen empfangen worden, die ihm militärische Ehren erwiesen. Er ließ seine Artillerie südlich von Atessio in Erwartung von Schiffen, die sie nach Durazzo befördern werden, zurück. Er ziehe sich mit settrem Gefolge in die Gegend des Flusses Mati zurück. Mutzer Instruktionen verlangte Essad Pascha Geld und Lebensmittel. Sofort nach dem Erhalt des Telegramms sandte diePforte an Essad Pascha eine Depesche, tn der er gufgefor dert wird, die eingeborenen Soldaten zu entlass en und die übrigen Truppen nach Beiruth abziehen zu lassen. Weitu infolge der Blok- kade der Transport nicht möglich wäre, sollte er die Truppen nach Valona dirigieren, wo sie sich mit dem Rest der unter Dschawid Pascha stehenden Westarmee vereinigen würden. Die türkische Regierung werde nach Valona Geld und Lebensmittel zur Verpflegung der türkischen Truppen senden. Ein Vorstoß Dschawid Paschas? Korfu, 1. Mai. (W. B.) Lebhaftes Geschütz feuer ist aus der Richtung von Valona her hörbar. Mait vermutet, daß die unter Dschawid Pascha nahe bei Valona stehenden türkiseben Truppen die Stadt besetzt haben. Salonik, 1. Mai. Eine Anzahl Transportschiffe, die aus Duraztzo zurückkehrende serbis che Truppen an Bord haben, sind hier eingetroffen. Die Truppen gehen schnellstens nach Serbien ab, doch bleiben einige Regimenter in Köprülü und Uesküb. Die Serben errichten rings um Uesküb V e rs cha nzun g e n. Niemand darf Uesküb ohne Bewilligung der Behörden verlassen. Die Hetzrede des Generals Jankovitsch amtlich abgelenffnet! Belgrad, 2. Mai. Tas amtliche serbische Preßbureau erklärt: Ter unlängst von der Presse veröffentlichte Tert der Rede, die General Jankovitsch in Prizrend gehalten hat, ist vollkommen entstellt wicdergegeben. General Jankovitsch hat eine derartige Rede nicht gehalten und konnte auch nicht aus- sprechen, was einer Drohung gegen die Integrität der Mächte gleichkäme. Die Friedenspräliminarien. Kon starrtin opol, 1. Mai. Die Note der Mächte über die Friedenspräliminarien ist der Pforte überreicht worden. Die Note wurde heute int Mimen aller Botschafter durch den «terreichisch-ungarischen Botschafter Markgrafen Pallavirini dem Minister des Aeußern überreicht. Sie enthält noch nicht die Bedingungen zum Präliminarfrieden und ist sehr kurz. Sie ersucht um s o- fortige Einstellung der Feindseligkeiten, um Bezeichnung der Friedensdelegierten und der Stadt, wo sie zusammen treten sollen, um die Friedenspräliminarien auf Grund ibter Bedingungen, die vorher von den Mächten festgestellt worden sind, zu unterzeichnen. Die Pforte wird ihre Antwort morgen übergeben. Sofia, 1. Mai. (Agence Bulgare.) Auf die Note der Mächte, die durch die Vertreter der Mächte den verbündeten Balkanstaaten ebenso wie der Türkei heute unterbreitet worden sind, ernnberte Ministerpräsident Geschow, daß die Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Bulgarien suspendiert seien und daß die bulgarischen Delegierten die gleichen blieben. Als Zusammenkunftsort würden die Verbündeten London wählen. französische Kämpfe in Marokko. Aus Rabat wird gemeldet: Oberst Mangin verließ das Lager von Amzerge in der Nacht zum 28. April in der Richtung nach Sidialibuba hin, um die Abteiluna der Schlos zu verjagen Die Abteilung kam 1 Uhr nacMs in Sidiali an, das von dichten Waldungen umgeben ist Es war von zahlreichen Verteidigern besetzt Nach einem heftigen Kampf nahm die Infanterie das Dorf, aber oer Feind ke hr te in großer Zahl zurück. Die französische! Abteilen g machte cyien heftigen An griff, vertrieb den Feind von den Hohen uni) verfolgte ihn, indem sie ihm schwere Verluste beibrachte. Der Kampf endete um 8 Uhr abends. Die Aufständischen flohen nach allen Richtungen. Die Franzosen hatten 18 To teund 41 Ver wun dete. Die Zahl der gefallenen Feinde ist beträchtlich. Der Kampf spielte sich in der Gegend ab, welche sich für El Hiba erhoben hat. Deutsches Neich. Ein Werk des deutschen Kronprinzen. Unter dem Titel „Deutschland in Waffen" ist, wie das Wolff-Bureau berichtet, soeben bei der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart ein Werk erschienen, dessen Herausgeber unser Kronprinz ist. Mahmud Mukhtar beim Reichskanzler. Der Reichskanzler empfing am Mittwoch nachmittag den neuernannten türkischen Botschafter Mahmud Mukthar Pascha. De r entschlafene böhmische Landtag. Wie die „Deutsch-böhmische Korrespondenz" meldet, wurde in der Sitzung des Vollzugsausschusses des Deutsch- böhmischen Reichsrates am Mittwoch festgestellt, daß die von dem Ministerpräsidenten eingeleiteten Besprechungen zur Flottmachung des böhmischen Landtages zu keinem Ergebnis geführt hätten und als beendigt zu betrachten seien. Abgeordneter Pachert berichtete über seine Unterredung mit dem Ministerpräsidenten, der, wie die zitierte Korrespondenz erfährt, erklärte, daß infolge der starken gegensätzlichen Anschauungen zwischen beiden Parteien hinsichtlich des von der Regierung vorzuschlagenden Programmes die - Regierung die von ihr eingeleitete Aktion zur Flottmachung des böhmischen Landtages einstelle. Der Ministerpräsident habe schließlich der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die Vertreter der beiden Nationalitäten noch in naher Zeit einen Weg zu einem für beide Teile annehmbaren Kompromiß finden und dadurch den böhmischen Landtag zur Wiederaufnahme seiner normalen Tätigkeit instand setzen würden. Eine große Bestechungsaffäre in Italien. Aus Rom wird gemeldet: Der parlamentarische Ausschuß, der zur Untersuchung der beim Bau des I u st i z p a l a st e s in R o m vorgekommenen Unregelmäßigkeiten gebildet worden ist, legte den Bureaus des Senats und der Kammer seinen Bericht vor. Die Schlußfolgerungen des Berichtes betonen, daß eine strafrechtliche Verantwortlichkeit wegen Bestechung seitens der Bauunternehmer vorliegt, namentlich bei der Firma Borelli. Eine mehr oder weniger schwere moralische Verantwortlichkeit trifft die Abg. Guarraeino, Abignente, Brunialti, Mosca und Tommaso, die früheren Abg. Brunirardi und Poli sowie einige Staatsbeamte. Eine politische mehr oder weniger schwere Verantwortlichkeit tragen die früheren Minister Ferraris, Luigi, Laeava und Za- nardelli, der frühere Unterstaatssekretär Pozzi und der Deputierte Luzzatto. Die Kammer beschloß, den Bericht des Ausschusses am 6. Mai zu besprechen. Abignenro gab fernen Rücktritt als Präsident des Budgetausschusses der Kammer, nm sich unbehindert verteidigen zu können. Desgleichen sprachen mehrere vom Ausschuß getadelte Abgeordnete die Absicht aus, sich gegen die erhobenen Anschuldigungen verteidigen zu wollen. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. Mai 1913. Der Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1913 ist erschienen. Er schließt in der Betriebsrechnung mit 3 559 565,23 Mark und in der Vermögensrechnung mit 3 084 812,28 Mark, insgesamt also Mit 6 644 377,51 Mark ab. Im Jahre 1912 schloß die Betriebsrechnung mit 3 293 011,72 Mark, die Vermögensrechnung mit 2 819 833,53 Mark und der GesamtvoranscUag mit 6112 845,25 Marr ab. Sonach ist der neue Voransckstag gegen den vorherigen um über eine halbe Million gestiegen, lieber die Entwicklung der Gemeindesteuern enthält der Voranschlag folgende Angaben: Nach Mitteilung des Finanzamts Gießen beträgt die für die Ge- meindeeinkommenfteuer festgesetzte staatliche Einkommensteuer 560 458 Mark. Es wird vorgeschlagmi, den bisherigen Satz Don 120 Prozent dieser Steuer beizubehalten. Es ergibt sich hieraus eine Einnahme an Einkommensteuer von rund 672 550 Mark. Nach derselben Mitteilung betragen die Steuer werte von Vermögen: von Gebäuden und Grundstücken 131 993 600 Mark, von an Gewerbebetrieben 59 425 300 Mark und vom Kapitalvermögen (zur .Hälfte- 42 534 200 Mark, zusammen 233 953,10 Mark. Die Nealsteuern haben 1912 einen Ertrag geliefert von 473 520 Mark. Nach der durchschnittlichen Zunahme in den letzten 10 Jahren müßten die Realsteuern nach der bisherigen Veranlagung 1913 483 417 Mark erbringen. Dies würde einen Ausschlag von je 20,8 auf je 100 Mark der berechneten Steuerwerke entsprechen. Es wird vorgeschlagen, diesen Ausschlag auf 21 Pfg. aufzurunden. Hiernach ergibt sich eine Steuer ans dem Vermögen von 491300 Mark. Nach dem Ergebnis der letzten Jahre sind 35 000 Mark nachttäglich zur Veranlagung kommende Steuern anzunehmen, so daß sich mit einigen kleineren Einnahmen aus den Gemeinde steuern eine Einnahme von 1 199 150 Mark, gegen 1086 280 Mark im Jahre 1912 ergibt. Dagegen sind für die infolge von Reklamationen zu erlassenden Steuern 55 000 (1912: 36 000 Mark), für infolge von Zahtungsnnfähigkeit der Schuldner niedergeschlagenen Steuern 13 000 (12 000 Mark), an Gebühren des Finanzamtes für die Veranlagung und Negisterfertigung 4000 (1700) Mk. und ate Beitrag zu den Kvsten der Kanalisation 61000 (54 000) Mk. vorgesehen. Das macht zusammen 133 050 aus gegen 103 750 Mark im Jahre 1912. * L. U. Immatrikulation. Die erste Jmmatriku- (ation findet morgen mittag 12 Uhr pünktlich in dem Univer- sitätsgebäude statt. ** Einweihung des Berliner Stadions. Zur Einweihung des Stadions in Berlin am 7. und 8. Juni 1913 sind die 25 besten Turner aus dem Mittelrhein-Turn- freife bestimmt worden. Aus Hessen sind es: Ludwig Bepler, Turnverein von 1846 Gießen, Mühl, Turnverein 1817 Mainz, Kirsch, Turngemeinde Westhofen und Burkart, Turnverein Bieber bei Offenbach. * * I n Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog am Mittwoch u. a. Kreisveterinärarzt Dr. Engelmann von Nidda. ” Bevorstehender Besuch des Prinz re gen ten- paar§. Prinzregent Ludwig von Bayern und Prinzessin Ludwig werden am Dienstag, 13. Mai, nachmittags 4.47 Uhr, von Speyer kommend, zum Antrittsbesuch am Großherzogl. Hofe in Darmstadt eintreffen. Aus dem Bahnhof findet feierlicher Empfang statt, anschließend im Schloß Galatafel. Für den Abend des 14. Mai ist im Hostheater eine Galavorstellung vorgesehen, in der die Oper „Alessandro Stradella" vorgesehen ist. Die Abreise erfolgt am 15. Mai, mittags 12.35 Uhr, nach Bad Kissingen. Im Gefolge der bayerischen Herrschaften werden sich befinden: Oberhofineisteriu Gräfin von Dürckheim, Hofdame Frei in von Kesling, Hos- ar schall Freiherr von Laßberg, Staatsrat und KabinettSchcf ' von Dandl, vortragender Gcneraladjutant Generalleutnant von Walther, Oberstleutnant und Flügetadjutant Graf zu Castell-Gastell, Ordonnanzoffizier Oberleutnant Freiherr von der Tann, Obermedizinalrat Leibarzt Dr. v. Hößlin, Hofrat Walter, Geheimer Sekretär des Kabinetts. * * Zum 25jährigen Negierungsjubiläum des Kaisers. Nach einer Anordnung des Großchwzogs soll hinsichtlich der Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers am Sonntag den 15. Juni, dem Todestag des Kaisers Friedrich, Ivie in Preußen, von jeder öffentlichen Feier in Hessen abgesehen werden. Soweit von einzelnen Behörden, Gemeindeft und Vereinen eine besondere lokale Feier geplant wird, soll diese tunlichst am Montag, 16. Juni, stattfinden. An diesem Tage sollen auch die öffentlichen Gebäude beflaggt werden. * * NeuerNotar. Der G r o ß h e vz og hat den Gerichts- assessor Ludwig Köler in Mainz zum Notar mit dem Amtssitz in Oppenheim als Nachfolger des Notars Bohn ernannt. * * Ter Obst - un d Gartenb auv erein Gießen (Ortsgruppe des oöerh. -Obstbauvereins) hält am Samstag, 3. Mai, abends, seine Jahresversammlung im Cafe Ebel ab. Dabei wird auch der Balkon- und Fenster- schmuck in ausgiebiger Weife behandelt werden. Herr Dr. Hofmann von Friedberg wird den Gegenstand in einem Vortrag behandeln. Jedermann ist eingeladen. «.Besitzwechsel". Zu der unter dieser Spitzmarke am Mittwoch erschienenen Mitteilung teilt unS Herr Ferd. Sch ott mit, daß er sein früheres Geschäft in der Bahnhofstraße wieder betreiben will. Kreis Büdingen. h. Büdingen, 1. Mai. In den kleinbäuerlichen Kreisen unseres Kreises herrscht Mißstimmung darüber, daß es gar nicht mehr möglich ist, Ackerland zu er- werben, da jedes zur Veräußerung stehende Gut sofort von den Fideikommissen aufgesogen wird. Die Bauern sind dann gezwungen, zu hohen Preisen Pachtland von den Fideikommissen zu erstehen. Erst neulich sind wieder mehrere Bauerngüter für immer dem Kleinbesitz entzogen; trotzdem man sich Mühe gab, sie zu halten, siegte der Großgrund- besitzer mit seinem höheren Angebot. x Altenstadt, 1. Mai. Dem Gründer und langjährigen Leiter der Blindenanstalt zu Friedberg, Johannes Peter Schäfer, wurde heute in seinem hiesigen Geburts- orte ein würdiges Denkmal errichtet, eine Gedenktafel mit Widmung, die in der Kirche angebracht worden ist. Heute fand unter starker Beteiligung die Einweihung statt, die mit dem Dekanatsmissionsfest für das Dekanat Rodheim verbunden war. Ms Vertreter der Schäferfchen Familie wohnte Professor Dr. Schäfer aus Schwerin der Feier bei. Ansprachen hielten Ortspfarrer Hensel, Dekan Orth- Nieder-Wöllstadt, der Vertreter der Blindenanstalt Friedberg und des Landesvereins für innere Mission. Der „Blindeu-Schäser" war am 8. Mai 1813 hier geboren, er starb Weihnachten 1902 im 90. Lebensjahre. — Lorbach, 30. April. Infolge des herrlichen Früh- lingSwetters haben sich die Bienenvölker in den letzten Tagen außerordentlich gut entwickelt. Bürgermeister Seid hier erhielt bereits heute den ersten Schwarm. — Wenings, 30. April. Am Sonntag feierte auf dem nahen Forsthause Wernings der Grast. SolmS-Laubachsche Reoierförster FranziSkus feinen 7 0. Geburtstag uni gleichzeitig sein 50jähr igeS Dienstjubiläum. AuS diesem Anlaß wurden dem Jubilar viele Ehrungen zuteil. 1 Unter den Gratulanten befand sich auch der Graf von SolmS- Laubach, der seinem verdienten Forstmanne eine goldene Uhr überreichte, sowie Kreisrat Boeckmann von Büdingen, der im Auftrage des GroßherzogS das silberne Verdienstkreuz Philipps des Großmütigen überbrachte. Franziskus, der sich allenthalben großer Beliebtheit erfreut, wird zunächst noch weiter in seinem schwierigen Dienste verbleiben. h. Bo rSdorf, 30. April. Vor einigen Tagen verließ Maurermeister W. Baum hier seine Familienangehörigen, um angeblich eine Geschäftsreise nach Frankfurt zu machen, kehrt, aber nicht wieder hierher zurück. Vielmehr lief bei dem zu« ständigen Amtsgericht Nidda ein Brief von Baum auS Kassel ein, worin er den Konkurs anmeldete. Wahrscheinlich hat er den Unannehmlichkeiten des Konkursverfahrens, das heute über sein Vermögen eröffnet wurde, aus dem Wege gehen wollen. — Stockheim, 30. April. Heute fand im Walther- schen Saale die Hauptversammlung des landw. Bezirks- Vereins Büdingen statt, zu der sich außer zahlreichen Ber- einsmitAiedern sämtliche Bürgermeister des Kreises eingefunden hatten. Besondere Freude erregte die Anwesenheit des Grasen Wilhelm zu Solms-Lanibach. Die Rechnung für 1912 und der Voranschlag für 1913 wurden ohne Bemerkungen und Aenderungen genehmigt. Für langjährige treue Dienstzeit erhielten zwölf laubtotrtschaftliche Dienstboten und Arbeiter Diplome und Medaillen. Sie waren fast vollzählig anwesend, lieber das sehr umfangreiche neue Gemeindeumlagengesetz berichtet in entern zweistündigen Vortrag Finanzrat Hoos aus Friedberg. Für seine klaren Ausführungen dankte der Vorsitzende, Kreis- rat Bioeckmann. Graf Laudach verbreitete sich über die Ausfuhrengsbestimmunaen, die wohl manche Härte enthielten und durch Berufungen geklärt werden müßten. Bei der Vorstandswahl wurden durch Zuruf die seitherigen Mitglieder des Bezirks- und Provinhialvereins ivieder- gewählt. Mr den verstorbenen Bürgermeister Rech in Echzell tritt Bürgermeister Schmidt von Echzell in den Vorstand ein. Die landw. Kreisschau für den Kt:eiS Büdingen soll im September 1913 abgehalten werden und zwar wahrscheinlich in BWrngen. Kreis Alsfeld. -b Mücke, 30. April. Für unseren Bahnhöff der jüngst eine neue Bedürfnismstalt erhalten, da die alte nicht mehr den Anfordeimngen entsprach, sind für dieses Jahr bedeutende Erweiterungen vorgesehen. Unter anderem soll das Bahnhofsgebäude auf der Ostseite durch Anbau vergrößert werden, auch umfangreiche Gleisverlegungen sollen borgenommen werden. Die Bausumme soll 90 000 Mk. betragen. Kreis Lauterbach. — Stockhausen, 30. April. Bei dem gestern nachmittag über die hie'ige Gegend niederff eg an gen en Gewitter wurden zwei Söhne des Bäckermeisters Kimpel von hier auf dem Felde durch einen in unmittelbarer Nähe einschlagenden Blitzstrahl so betäubt, daß sie längere Zeit bewußtlos liegen blieben. Auch ein Pferd des Gespannes, mit dem dieselben int Begriffe waren nach Hause zu fahren, wurde durch den Luftdruck des einschlagenden Blitzes umgeworsen. aus ISA anaa iÄ! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem 2739 2. Mai 1913. Giessen, den 2990 HB Rabattmarken des Rabattsparvereins. a% 69 a Täglich frischen Vermisst s9=»gei ™ cninficblt ‘Xun empfiehlt 2949 lassen will, ist hierzu eingeladen. Marktstrasse 8 D2/Ä Das Beste i*ür die Hautpflege ist: Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft, Charlottcaburg, Salzufer 16. Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfelde. 2984 Anfang 7*/> Uhr. Sonntags 3*/2 Uhr. Wi Hinscheiden vaters sagen Apotheken und Drogerien. abgab, der jedoch fehlging, ehe er weiteren Gebrauch von seiner Verhaftung weigerte er und behauptete, im Auftrage Personen gehandelt zu haben. Er konnte überwältigt werden, der Waffe wachen konnte. Bei sich, seinen Namen zu nennen, mehrerer auswärts wohnender die ihn mit reichlichen Gcld- in Tuben und Dosen. (P m zweireihige Wrnc llastenkarren fertigt stets in grob. Auswahl T5B- Ersatzteile -^8 1386 Kasten, Räder in Schmiedeeisen u. Stahlguß ft(irlßctiiicr,§fii(f!clfjcim lcrssung beftmtinter Behauptungen, beschäftigt, die das VerhältmL Ansbachers zur Bayerischen Bodenkredit-Anstalt in Würzburg betrafen. Es handelte sich dabei um1 den Versuch, die finanzielle Kritik durch eine zivilrechtliche Klage unmöglich zu machen. Das Oberlandesgericht in München lackte die Klage kostenpflichtig abgewiesen. Ansbacher legte gegen das Urteil Revision ein, die iedocl) heute vom Reichsgericht -urückgewiesen wurde. Tie Abweisung der Klage durch das Münchener Oberlandesgericht ist damit rechtskräftig geworden. wird niemals die Wirkung der echten Steckenpferd- dt/j Teerschwcfel-Leifc u. Bergmann Li Co., Radebeul geg. alle Arten Baurunrcinigheiren und fiautauerchläge, wie 1'HtcCfcr, ftnncn, GcHditarötc, Blütchen, puftcln usw. A St. 50 Pfa. bei : p. 7. J\Iöbo. Wetteraussichten in Lessen Uiv Samstag, den 3. Mai 1913: Mein trüb, nur geringe Regen'älle, kühl, nordivestliche Winde. J. KBingeShöfer Wettcrgnffe.» Tcl. 707 Asrchlsche Nachrichten. Israelitische Reliaionsgesellfchast. Gottesdienst. Sabbatkeier am 3. Mai 1913: Freitag abend 7.25 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 8.40 Uhr. Wochengoltcsdienst: Alorgens 6.00, abends 8.40. Visitkarten~ . liefert billigst Brubl'sche Uuiv.-Trnckerct ________Gießen. Lnftschif'^hrL. Zwei D L r m st ä d t e r Flieger tödlich verunglückt. Leipzig, 30. April. Tas 3ieiä>sgericht hatte sich heute mit der Klage des Bankiers Mar Ansbacher in Frankfurt a. M. gegen den verantwortlichen Redakteur des Handelswils der „frankfurter Zeitung", .£> ernt an n Stern, auf Unter- vermsscbter. * Eisenbahnunglück in Indien. Ein Personenzug und ein Güterzug sind bei Boregam in der Röhe von Nagpur -usammengestoßen. Dabei wurden 28 Zndier getötet und 14 Indier und zwei Europäer schwer verletzt. . * Verhaftung auf einem Dampfer. Ter vor einigen Tagen nach Verübung großer Schwindeleien geflüchtete Fabrikant Specht aus Dessau wurde kurz vor New Bork vermitttlst funkcntelegraphiscl)en Haftbefehls auf dem Dampfer „Pennsvlvauia" festgenommcn. * Pu lv erexplo si on in Athen. In einer privaten Pulverfabrik im Piräus explodierten 400 Kilogramm Pulver. Ein Arbeiter .wurde getötet. Ter Sachschaden ist unbedeutend. nur erprobte Qualitäten in 11 verschiedenen Grössen zum Verkauf. Preislagen Mk. 58, 48, 43, 38 Verwandten, freunden und Bekannten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, das; es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herrn Wiihelsn Vogelhöfer nach kurzem, schwerem Leiden zu sich abzurufen. Die traueruden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Klein, Res.-Lokomotivführer Familie Ludwig Vogelhöser. Gießen (Hammstr. 11), den 2. Mai 1913. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. Mai, nachmittags 3'2 Uhr. von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. (3001 Seideübalisl doppelt breit für Blusen, Kleider, Meter Mk. 1.00 A. Salomon & Cie. Mitteln und der Waffe ausgerüstet hätten. Der Wirt erklärte, den Menschen nie vorher gesehen zu haben. Darmstadt, 30. April. Heute abend 7 Uhr stieg einem Äcker-Doppeldecker Leutnant von Mirbach mit Leutnant von Brunn als Beobachter auf der Flieger- station auf. Die Flieger versuchten anscheinend zu landen, als dus Flugzeug wenig? Meter über dem Boden zusammenbrach. Die Flieger kamen unter den dlpparat zu liegen. Leutnant von Mirbach starb nach etwa zwanzig Minuten, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Leutnant v. Brunn wurde in das Garnisonlazarett gebracht, wo er nach einer Stunde ebenfalls starb. Tenj- Kursus. Tansuntcr richt für die Herren Studierenden jeden Dienstag und Fre itag, abends 8 Uhr. Geß. Anmeldungen nehme jeder seilentgegen. Privatunterricht nach Wunsch, Apfelwein selbltgekcltcrt, empfiehlt M. Schäfer titfw., Kaiser-Allee 4. p988 Blumenkübel u. Ampeln in grösster Auswahl x Blumentöpfe^aiiGr'össe: Porzelianhaus Löwer# Sechstem Neustadt 2 4 Telm.hon 184 unseres innigsfcgeliebten Vaters und Pflege- wir allen unsern herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Käthchcn Lott Frieda Mennige. Samstag, den 3. Mai, abends 0 Uhr Nlai'Knei^e im Vereinslokal. Um zahlreich. Besuch bittet v9y6J Der Vorstand. Hochachtungsvoll Wil/. Will ljniversitäts lurn- u. Tanslehrev. ""‘'"Huirliijft «immimj birübtr, b.j "(fttlanb ju w «Utfort» «rntu sind b«nn tl™ ’m dm Mn, rwb witbtr mehkkl! k"tzoAen: trohdeo! ll<^e btt Äroßgnmd Jede POättanstaBt braucht eine Patentplattmaschine von der ForsterWäscherel-niaschineiif abrik Bumsch L Hammer 7500St.im Betriebe. FOfSt L L 163 Offerte koatcnles. . ung I iiitscIM Montag, den 5. Mai, abends 61/., Uhr, findet im Bottsbad eine durch einige Herren des Ersten Frankfurter Schwimmklubs statt. Die Jugend, die gern sich unterweisen SU’te. Vreuhei, lJws. ««SA 1* und Wit Hon b^eine 11 diesem !t 9e * |Um Slot« n,rt15' r des 1 bt»i ZW Sptdmch . ,e,li uns hm in bet Bahnhch (etzte 27^cdrichten. Der Kaiserbesuch in Wiesbaden abgesagt. Frankfurt, 2. Mai. Der Kaiserbesuch in Wiesbaden wurde abgesagt. Die Gründe sind in der politischen Lage zu suchen. Selbstmord von Dberregiff-nr Valdeck. rb. Darmstadt, 2. Mai. (Pciv.-Tel.) Der langjährige Oberregisseur des Hoftheater?, Bal deck, hat sich gestern abend in seiner Wohnung erschossen. Er war seit 1895 hier tätig und hat stets mit Erfolg künstlerische Aufführungen erzielt. Infolge von allerlei Unzuträglichkeiten hat ihm die neue Direktion gekündigt und der leicht erregbare Mann hat sich anscheinend die Kündigung so zu Herzen genommen, das; er zum Revolver griff. fr AahlM J. intleren V die „hatten, oa tfyM .jfytn- {Jj f n biits Freie Miimser «ud Jünglinge und hochgemute Frauen, denen kraftvolle Betätigung durch Sport und Spiel, Reisen und Touren znm Lebensbedürfnis geworden ist, nehmen zur Auffrischung in Stunden der Ermattung die echten Kola-Pastillen Marke Tallman» (Dallkolat). Sieghaftes Kraftgcfühl und hochanfatmcnde Lebensfreude sind der Lohn. 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken und Droaenhandlungeu. d«- Jedenfalls in der Univeriitätc-n.Hi'rfch-Avotheke. Ferner: Adler- ^roq., ^emral-,.'>ireii^, Löwen- u. Germania-Drog, sowie Ernst ?toll. Hb. Frankfurt a. M., 1. Mai. Im Hauptbahnhof wurden heute die neuen Bahnsteige 1 und 2 in Betrieb genommen, und damit ein errichtetes neues elektrisches Stellwerks an dem 40 Weichen hängen. Bereits Mittwoch abend funltionierte das Stellwerk nicht und es gab Verspätungen für die von unb nach Rebstock-Höchst-Königstein- Wiesbaden, Darmstadt-Heidelberg und Hanau-Bebra ver- lehrenden Züge von 20—40 Min. Die Verspätungen machten sich für den ganzen Verkehr und namentlich für den inter- nationalen Zugverkehr bemerkbar. Es gab schließlich Verspätungen von' mehreren Stunden. Das Inkrafttreten des Sommerfahrplans und der außerordentlich starte Feiertags- verlchr .gestalteten die Klärung der Lage außerordentnch schwierig. Bis in die späten Nachtstunden war das Verkehrshindernis noch nicht behoben. hb. Hornburg v. d. Höhe, 1. Mai. Der Blitz schlug heute nachmittag in der Nähe des Herzbergturmcs in zwei Fichtenbäu me. Von einer Touristenschar, die in einer naheliegenden Hütte Schuh gesucht hatte, wurden vier Personen schwer verletzt und etwa zehn Personen betäubt. Die Verletzten sind aus Frankfurt. □ Wiesbaden, 1. Mai. Heute sand unter sehr großer Beteiligung aus dem ganzen Reiche die feierliche Einweihung des dritten Heimes der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime bei Wiesbaden statt. Es ist mitten in den herrlichen Taunuswaldungen gelegen mit wunderbarem Blick auf die Rheinebene, den Odenwald, Taunus und Hunsrück. Tie Vertreter sehr zahlreicher kaufmännischer und iudustricllcr Vereinigungen, Handels-, Landwirtschafts- und Handwerkskammern, das Offizicrkvrps und Parlamentarier »varen anwesend. Nach einer Begrüßungsansprache des Handelskammer- Präsidenten Fehr-Flach hielt der Präsident der Gesellschaft, Herr Joseph Baum- Wiesbaden, die Weiherede. Es folgte eine Ansprache des Handelsministers Sh dow , der namens der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung das wärmste Interesse an diesen für die Volksgesundheit überaus wertvollen Bestrebungen aussprach und die Ernennung des Schöpfers der Gesellschaft und Präsidenten Baum zum königlichen Kommerzien- r a t verkündigte. Zahlreiche weitere Ansprachen, darunter von Oberbürgermeister Vogl-Biebrich, Oberbürgermeister Tr. Götte l m a n n - Mainz, Stadtrat M eher- Wiesbaden, Rektor E ck von der Universität Gießen, Rektor Panzer von der Akademie Frankfurt, Oberstleutnant Transfeldt, Handelstammcrpräsi- bent Pscho r r - München. Handelskammerpräsident Bamberger-Mainz, Frau Dr. Rebe namens des Damenausschusses, Stadtrat Leiser-Metz, Kommerzienrat K u n tz e - Chemnitz und und Dr. Reiche lt-Plänen. Die Feier war eine überaus eindrucksvolle Kundgebung der durch die Gesellschaft verkörperten Gedanken. t Mtber und lang- ■ Edberg, Johannes cm hiesigen Gcburts. htet, eine Äedenktch! ^gebracht worden isi die Einweihung statt, ir das letamu M der Schberschen Fa- ■r aus Lchwerin der irrer Heu sel.Dekar :r der Ilmdenanstall innere Mission. 2ei 1813 hier geboren, ki cnsjchre. ge des herrlichen Früh, tölker in den Ichni . . Mgemieisttr Seit < chwarm. ii Sonntag, feierte oui ; ail So/mS-LaubliW ). Geburtstag nni Jubiläum. iele Ehrungen btt 'Sw "öW m txxxt tzvÜnne 11?. uon dingen, der ir Derdienstkreut Philp ri5tuS, der sich allen!' a zunächst noch weiir , WK' ^nuiirnangehörigen, ur nßurt ju machen, kehlt el-neht lies bei dem ff non Baum aus Kos'. .{f Wahrscheinlich itSürtfobttnS, das hes aus dem Wege gehe- sand im MeiLen W E^ Aeises eo- Sw * -.rettete llwdäTte es- .■’J« Cafe Ebel. Telephon 586 Inh. Karl Ohm Burggraben 9 Best bekanntes Speisehaus • Dineär^ ®°”Pers w Ab 1. Mai täglich: Konzert dÄS Edelweiss MM-Mr. In meiner Abteilung Herren-y.Knabenkonfel(tioii bringe ich u. a. PlanmäßigeiLffründlicheVorbildnugfür alle Klassen höherer !,;■ hransta11en. für das Examen der Einjilbrig- rreiwiHip>.n. für Primareife, und Maturitätsexamina. , ... Uas Institut ist eine der ältesten und erfolgreichsten höheren Privatlehranstalten Mitteldeutschlands. Im Zeitraum von iO Jahren haben 522 Schüler des Instituts bei zahlreichen Prüfungskommissionen Deutschlands ihre Examina nut Erfolg gemacht, die meisten durch einmalige Prüfung. Von denen, die die Prüfung wieder- •k° haben innerhalb 4 Jahrzehnten Einr fünf ihr Ziel auch dann nicht erreicht- Das Institut bietet also eine fast vollkommene Sicherheit für das Pmstehen seiner Schuler, wenn diese der Führung zum Examen beharrlich folgen. IVachhiiläeun^crricht wird, wie stets seit vierzig Jahren, an Schüler anderes* Lehraiibtalten nicht ei> teilt. Die Erfolge des Institute, sind darum niemals fragliche, meist, gar nicht nachweisbare Teilerfolge sondern volle Erfolge des Instituts allein, die. wie auch in diesem P rühjahr wieder, das Institut bei seinen eigenen Schülern erzielte. Nur wer diesen Punkt richtig versteht, wird wissen, wie er die Sdiü'crzahl und die Erfolge mancher Privafschulmi einsehMtzpu mm;. Kreis Schotten. x Sellnrob, 30. Afiril. Einem hiesigen Einwohner würben von meinem Sckpmnnehändlcr ein Paar Läufer für den Preis von 146 Mk. angeboten. Das dünttc unseren klugen Bauersmann 'zu l>och. Er kam mit dem Händler überein, für das Pfund Lebendgewicht der Ferkel eine Mark za: zahlen. Die Wage wurde herbeigeholt und die Schweine gew^ogen. Das Gewicht stellte sich auf 196 Pfund. Das lange Gesicht, Has der Käufer uun machte, half nichts, er muß-te zahlen. Kreis Friedberg. h. Bah-Nauheim, 1. Mai. Der ehemalige jung- türkische Großrvesir F e r i d P a s ch a, dem Deutschland auch die Bagdadbahu verdankt, ist hier zu längerem Kuraufenthalt ein getroffen. L. Bad-Nauheim, 1. Mai. Der Bahnhofs- Neubau ist jetzt vollendet. An dem Fürstenpavillon arbeitet man noch emsig. Die frühere Güterhalle ist in diesen Tagen abgebrochen worden, aber immer noch verunziert die Ruine der Fabrik feuerfester Steine die ganze Gegend. Starkenburg und Rheinhessen. d. Bingen, 30. April. Gestern abend überfuhr ein Automobil der Mainzer Akrienbrauerei die an dem früheren Bahnhöfe von Gaulsheim sich befindende Schranke in dem Augenblick, als ein S ch n e l l z- u g von Mainz hcran- tam. Das Automobil wurde von der Lokomotive auf die Seite geworfen. Die Insassen waren rechtzeitig aus dem Fahrzeug gesprungen, das stallt besstädigt ist. Starkenburg und Rheinhessen. fc. Mainz, 1. Mai. Oberbaurat Schober, Mitglied der Eisenbahndirektion Mainz, tritt am 1. Juli in den Ruhestand. Hessen-Nassau. [] Marburg, 1. Mai. Die Walyurgisseier der Marburger Studentenschaft nahui einen glänzenden und imposanten Verlauf. Mehr wie jemals hatten sich diesmal bei allen Korporationen „alte Herren" eingefunden. Ueberall hörte man von den studentischen Vereinshäusern Musik und Gesang. Auch die Einwohnerschaft Marburgs hielt es nicht mehr in den Häusern. Die Züge der Studenten erstiegen von 11 Uhr ab die Berge. Die grösste Beachtmtg wurde wieder der Maifeier der Hafto-Nassoven ge schenkt, die mit über 100 Teilnehmern, darunter mancher grau- bärtige Alte, einige Minuten vor Mitternacht vom Schlotzverg. herunterzogen und auf dem Marktplatz Ausstellung nahmen. Dann erbrauste das Lied „Der Mai ist gekommen" durch die Früh- liugsnacht^ Eine Musikkapelle begleitete den Gesang der Nassauer, die zum Schlüsse ihre Gläser auf das Wohl des Wonnemonats leerten. Still, wie sie gekommen, zogen sie bann wieder zur Nneipe zurück. Zn ähnlicher Weise hielten auch die anderen Korporationen ihre Maiseiern ab. Das Schloß, der Kaiser- Wilhelms-Turm, die Vereinshäuser und verschiedene Ausflugslokale erstrahlten in bengalischer Beleuchtung. Hier und da krachten -Böllerschüsse, und bei der Augustenruhe, bei der Schäferbuche, bei den Hansenhäusern und anderen Höhen wurden mächtige Holzstöße abgebrannt, selbst von dem Frauenberg leuchtete ein Feuer ins Land hinein. w Frankfurt, 30. April. Gestern abend machte ein junger Bursch e auf einen G a st wirt in der Niddastraße, nachdem alle anderen Gäste das Lokal verlassen hatten, einen Ile bet fall, indem er auf den Wirt einen Nevolverschuß 1 c♦ ilu . nev ui i »ff*** ; 1 »I ^ondel^ Reellitäf ist das Fundament Vie?t Nachdruck verboten. Nachdruck verboten. worauf sich mein T« Zu tat Be IV Sonntag, den 4. Mai bis Klasse I Klasse II Klasse III Kinder-, tata 395 und 495 Mädchen - Stiefel. Mk. 695 495 36-42 M. Knaben-Stiefel Herren-Stiefel 6” Leder-Sandalen 36—39 . . M. In braun nur wenig teurer. ber Mangel; Schuhhaus Wollt Selters weg ZV Biessen Seitersweg 19 Schade & Pfund 1.30 JC naturell geröstet Würfelzucker R. D. Kristall II do. Heute zum letzten Male!! &Ai Walltorstrasse 24. (a’/j Teleph. Aufträge werden prompt und sorgfältig erledigt Anfang der Vorführungen um 4 Uhr, um 6% und um 9 Uhr. Henkels Bleich-Soda r Preise verstehen sich auf farbige Stlefelchen 25-30 1.50 £ d 31-35 1.75 Mk. Mk. Mk. 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Rotwurst Pfund 70 Dörrfleisch Pfd. 1.10 uft Speck Pfd. 1.05 JL S-k'-Kakao 88 S-F=$[otf=2MoWt Ä 75 Bonbons iÄa”d“n8» 12 »Seit Jahren war ich müde und matt, hatte häufig wahn finnige Kopfschmerzen u. jede Lust -um Arbeiten und zu in Leben verloren. Der Arzt sagte, es sei ein veraltetes Herrn u.Blasenleiden, daneben Darmträgheit infolge sitzender Lebensweise. Auf ärztl. Rat trank ich Altbiichhorster Mark- Sprudel Starkquelle lJod - Eisen - Mangan - z'och- salzauellei. Schon nach einigen Flaschen fühlte idi mich als ganz anderer Mensch. Die Urinabsonderung wurde lebhaft und schmerzlos und blieb es seitdem. Ich trinke den Marksvrudel seht täglich,habe mich nie so wohl und gesund gefühlt wie heule. H. B" Aerztl. warm emvs. Jl. 65 u. 95 Pf. in der Univcrsitäts- Apotbckc z. aold. Engel, in den Drogerien C Seibel, W. ttilbingcr, A. Noll, C. Sckaaf u. E. Noll. (sl13/. 0.95 1.50 1.95 2.20 Quo vadis? Die Tragödie einer untergehenden Welt, in 6 Akten von H. Sienkiewicz. rerburd tcffgegl Verhältnis sei mich ibi Eilt f, der Heeres! ttnerseits i snfanleried Nationen. 2er ft iwtcr bürd' ^Äossen fc Mrhre ya - «ttkgini Grenze, uornraticnen u. bai fr« ^0CÖ nag j «3» 3eu Licht-Spiel-Haus Bahnhofstrasse 34 Glanzchrom, Derby und Besatzschnitt. 43—46, Mk. Nt PfinM §ska.dr°n- k)Mis «ui LeMillM! stäc-TimsluNi bfi der §avt Tas würden Mcffen, scbo feudalen Wen Sin vol mit völlig die,4>rlvtl< Grenze IG zu prüfen - erscheine ihm Tie Beremw .^riegsmimlter müßte aber s' geforderte Zal oder drei' m nitive Aellun •Jin Soz tercr Kavalier iWtig. T Lricge völlig Seit eine vöt Grenzen auch möge die Fnr an die Grenzt Sm Zen Militarvorlag' ikÄlisc^n Be Tagegcn fönt sahrungcn der Kavallerie in Seither habe ändert. Ter Sri Sin Erfa Damen-Knopf-Halbschuhe mit schwarzen u. weissen p' Q Knöpfen, mit echter Lack- kappe, vornehm, 36—42 Mk. Damen-Stiefel Derby, in braun und P* Q schwarz, mit Lackkappen und Pressfalten, 36—42, neueste Formen . . Mk. 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