165. Jahrgang Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Erster Blatt 9 Gietzener Stadttheater. Prinz Friedrich von Homburg von H e i n r i ch v. K l e i st. Gießen, 1. Oktober. nissen Nutzen zu ziehen, so wie man bett zweiten Balkankneg dazu benutzte, um Adrianopcl zurückzugewinnen. Ich wiederhole deshalb : Wenn man uns mit Albanien allein laßt, ist das Resultat Tagcskalender aus dem Jahre 1813. 1. Oktober. Tschernitschefs erflärt im Namen des russischen Kaisers das Königreich Westsalen für aufgelöst. Nr. 250 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Soimtags. — Beilagen: viermal wöchentlich EiehenerZamllienblätteri zweimal wöchentl.Breis- blatt für den «reis Gießen (Dieitstag und Freitag): zweiinal inonatL Land- rvirlschafUiche Zettfragen Fernsprcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. . Zunahme von Anzeigen Hofationsbhtd und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinteuderei R. Lange. für die Tagesnummer — - » bis vormittags 9 Uhr. ... nicht zweifelhaft. „ Aus die Frage, ob die diplomatische Lage dieselbe wäre, tote gestern, wenn Verwicklungen eintreten würden, antwortete Pa- schitsch: Gewiß: mit Griechenland verknüpft uns ein Schutzbündnis. Rumänien werde gewiß nicht zugeben, daß der unter seinen Auspizien geschlossene Friede m Frage gestellt werde. Auf die Frage: Wie steht es mit Ihren Bezielwngen zu Oesterreich? antwortete Pasckfttsch: Wir haben den sehr aufrichtigen Wunsch, mit der Nachbarmonarchie korrekte Beziehungen zu unterhalten. Man wird dies, falls man daran noch zweifelte, in Wien sehen, wenn die Frage der drei >^rsenbahn- oerbindungen, an der sowohl Serbien wie Oesterreich interessiert ist, aufgerollt werden wird. In wirtschaftlichen Dingen sind wir von einem wirklich guten Willen beseelt, dessen einzige Einschränkung nur darin besteht, daß wir keiner Macht Vorrechte zum Nachteil der anderen Mächte einräumen können. ^ch werte mich aus der Rückreise nach Belgrad in Wien aufhalten Wenn ich das Glück habe, dort den Grasen Berchtold zu treffen, io werde ich inich sehr freuen, mich init ihm unterhalten zu Wnnen. Saloniki, 30. Sept. Da die ganze scrbischc GarnisondieStadtMonastirverlassen hat, um gegen die Albanesen zu marschieren, haben die^serbischen Behörden in Monastir zur Verteidigung der Stadt und zur Ueberwachung der albanischen und türkischen Stadtbewohner verspricht. Der serbische Ministerpräsident P a s ch i t s ch gab einem Mitarbeiter des „Temps" gegenüber u. a. folgende Erklärungen ab: Ich bin wegen des albanischen Angriffs durchaus nicht beunruhigt. Wenn wir den Albanesen von Angesicht, zu Angesicht gegenüberstehen werden, dann wird das Ergebnis Nicht zweifelhaft sein. Die Albanesen haben ihren Angriff vorbereitet, aber wir haben unsere Verteidigung nicht vorbereitet, denn wir hatten Vertrauen zu dem Wort der Großmächte, welche dadurch, daß sie uns zur Räumung Albaniens zwangen, uns gegenüber eine Verantwortung auf sich genommen l>apen. Daraus lassen,sich die paar Wort eile erklären, die die Albanesen errungen haben. In acht Tagen, vielleicht noch früher, wird unsere Konzentrierung volletidet sein und wir iverben den entscheidenden Schlag führen können. Unsere Generale werden keinen Eroberungskrieg, sondern einen Siche- rungskrieg unternehmen. Um uns zu schützen, werden wir die strategischen Punkte besetzen müssen, deren Besitz unsere Sicherheit verbürgt. ' Auf die Frage: Jenseits der von der Londoner Konferenz bestimmten Grenzen? antwortete Paschitsch: Diese Grenzen bestehen vorläufig in M a r k i er u n g s p u nkten und sind nicht eingezeichnet. Wir haben da also eme gewisse Bewegungsfreiheit. Es scheint mir notwendig, daß uns unsere Defensive in jedem Falle bis zur Wasserscheide des Drmflusl.es und des Adriatischen Meeres führt. Wir werden künftig eine st r a t e gif ch e oder vielmehr e i n e v e r n u n f t - gemäße Grenze zwischen uns und Albanien verlangen. Wir verlangen keine Ausdehnung, aber eine Grenz- berichtigung, durch die beiderseitig Opfer auserlegt iverben können. Irgendwelche diplomatische Einwendungen seitens gewisser Mächte sehen wir nicht voraus, denn unsere b e r e ch t i g t e N o t - wehr ist so klar, daß Einwendungen nicht erfolgen können. Europa wird sich über die Schwierigkeiten unserer Stellung gegenüber Albanien Rechenschaft ablegen. Es gibt ein Albanien! Gut ! Aber •ivcr ist für dieses Mbanien verantwortlich? Die Machte? Sie konnten den Angriff gegen uns nickst verhindern. Ist es die, Regierung von Valona? Ist es Essad Pascha? Niemand weiß es. Wir sind also gezwungen, unsere Sicherheit fetzt und in Zukunft zu verbürgen Das tun wir, und nicht mehr. Was die K o n st a n - rinopeler Regierung anbelangt, so glauben wir Nicht, daß si° gegenwärtig ein bestimmtes Programm in Albanien hat. Man hat in Konstnlinopel zweifellos den Wunsch, aus allen Vorkomm- qendes antworten: . Die Albanesen sind einig darin, radikale Reformen einzusülwen. Ismael Kemal hat nur Valona für sich, die meisten Städie und Bezirke stellen folgende fünf Forderungen auf: Der Sitz der Negierung ist nach Durazzo zu verlegen Die Bildung eines verantwortlichen Kabinette hat zu erfolgen Bei den Großmächten sind dringende Schritte zu unternehmen, um die unverzügliche Ernennung eines garsten durchzufuhren. Die Regierung von Valona soll aufgeforoert werden, der Nation eine detaillierte Rechnung über die Einnahmen und Ausgaben von ihrem Amtsantritt bis zum heutigen Tage vorzulegen. Vor Ankunft des Fürsten soll keinen Ausländern irgend eine Konzession erteilt werden. Hinzuaefügt wird, in allen Gebieten von Albanien herrscht Ruhe,' aber die Bevölkerung beharre auf ihren berechtigten Forderungen. Ein Verzweiflungsruf albanischer Notabeln. Valona, 30. Sept. Eine Anzahl albanische r N o * t ab ein, an der Spitze Ekrem Bep Vlora, Hatreddin u. a- richten folgenden Aufruf an die zivilisierten Je n< ^0Das" albanische Volk, das seit Jahrhunderten beständig sein Blut für seine Freiheit vergossen und die Bahnen für die Erfolge der Balkanstaaten eröffnet hat, hat noch immer leine Gerechtigkeit finden können. Hier in Südalbaiuen schmachten Hunderte unserer Brüder in griechischen Gefängnissen, Sogar die nationale Haartracht bildet einen Gegenstand der Verfolgung von fette« der Ortsbehörden. Die Derwische werden krumm und lahm geschlagen oder getötet. In Coritza und Dalvino, dH bereits Albanien zugesprocken ist, herrscht vollständige Anarchie. Irr Rord- albanien setzen die Serben ihr Zerstörungswerk fort. Die Massa- f r i c r u ng ganzer Familien ist an der Tagesordnung. Jüngst erst wurden albanische Hi r t e n g eh a n g t und ihre Leichen zerstückelt. Nicht einmal die Unschuld wird geachtet. Sie Serben verbrennen alle Künder, deren sie sich bemächtigen bei l e b e n d i g e m L e i b e. Die unmenschlichen Taten, die von jenen, die unser Volk ausrotten wollen, begangen roorben ftnb, haben die Albaner zur Verzweiflung gebracht Da sie nichts mehr zu verlieren haben und am Ende ihrer Geduld angelangt imb, haben unsere unglücklickien Brüder zu dem , einzigen Mittel, das ihnen geblieben ist, Zuflucht genommen: ihr Leben teuer zu verkaufen und die Ehre ihrer Familien zu retten, sie Leiden, denen sie ausgesetzt sind, haben sie gezioungen, den erlösenden Tod aus dem Schlachtfeld zu suchen. Im Namen bei Menschlichkeit appellieren wir an die zivilisierten Nationen, sich bei den Großmächten ins M i t t e l l e g e n zu wollen. auf daß nicht zugelassen werde, daß diese Bevölkerung, die seit Jahrhunderten der Verfolgung ihre nationale Existenz bewahren konnte, auf diese Weise durch die Serben und Griechen vernichtet werde. Eine Rede des Generals Sawow beim bulgarisch-türkischer Vertragsabschluß. Konstantinopel, 30. Sept. Die Rede des Gelt e r a l s S a w o w in der gestrigen Schlußsitzung der Friedenskonferenz lautet: . Hoheit! Ich lege Gewicht daraus, Euer Hoheit vor allem namens der bulgarischen Delegierten für die .Hilfe den Blick für die übrigen Gestalten verlor und anstatt lebendiger planvoller Menschen, wirre, haltlose Wesenheiten bildete. Wie aber, was doch nahe liegt, wenn der Kurfürst aus gekränktem Ehrgeiz die ganze Schärfe des Gesetzes anriefe? Wir hören daß er selbst den Schlachtplan entworfen hat, daß UM zwei klug berechnete Siege durch das Ungestüm des Prinzen von Homburg vereitelt wurden. Wir hören ferner, daß er, er allem ben Befehl zum Angriff der Reiterei geben wolle — doch wohl tm Vertrauen auf seine Felbherrntüchttgkett — ^urch den eigenmächtigen Angriff des Prinzen von Homburg wird btc Schlacht entschieden — das ganze Heer jubelt dem Refterfuhrer zu als dem eigentlichen Sieger. - In raschem Zorn über die verlorcme Sieget kröne bestimmt der Kurfurft die Berufung des Kriegsgerichtes und erfährt dann, daß sein gel t e b t er P r t n z der Frevler ist. Selbstgefälligkeit, Liebe, Dankbarkeit rechen ihn nun iit eine seltsame Unschlüssigkeit — auf der einen Lette steht das Gesetz, auf der anderen seine Zuneigung zu dem Prinzen er schwankt lange hin und her — eine Begnadigung ersännt ihm wie eine Verurteilung seiner selbst — aber zuletzt überwindet er sich und seinen berechtigten Stolz und begnadigt den Prinzen doch in dem Gedanken, daß sein Staat einen soltzn Mann wie den Prinzen nicht leicht entbehren kann m so heißer -Beit -ter Staatsgedanke siegt also über seinen Eigenwillen und der Staatsgedanke, dem die letzten Worte des Dramas gelten, wäre also der eigentliche Sieger in dem Stück. Ich weiß nicht, ob ich mit diesem Gedanken recht habe, denn die letzten Erkenntnisse einer Dichtung iverben nur ihrem Dichter offenbar, aber ich finde in dem Ltucke kein Wort, da mir Unrecht gäbe, zumal mir diese ErUarung als die menfchlich verständlichste erscheint. Die Aufführung selbst vertrat in dieser Frage keinen besonderen Standpunkt: sie brachte Mit Recht nur das Wort, konnte dadurch aber auch des Ungewifsen, Schwankeiiden nicht Herr werden wie das nirgends anders ist. Die Zuschauer erwärmten sich deshalb erst allmählich an den, Geschick des Prinzen, gingen dann aber freudig mit und atmeten erleichtert auf, als der Kurfurft endlich das Todesurteil zerriß. Die Regie war, wohl.in Anbetracht bet außerordentlichen Schwierigkeiten, sehr vorfichttg zu Werk gegangen, ohne es aber verhindern zu können, daß die in neben- sächlicku-n Rollen beschäftigten, noch nicht aufeinander emgestoe ten Darsteller bisweilen empfindlich störten. Auch in den Mafsen- szenen kam es dadurch mitunter zu Entgleisungen. Dagegen waren die führenden Rollen meist gut besetzt, wenn es auch noch nicht angeht, über die neuen Darsteller ein Urteil zu gewrrmen. " ‘ 1 Schubert bemühte sich, dem Kurfürsten ein Ruck- Blutvergießen und zur Schlichtung des bestehenden Konflikts beizutragen und zu diesem Zwecke baldigst die A bst e nun.g der Grenzen Albaniens unter möglichster Beruckfich- tiauna der Wünsche der Bevölkerung vorzunehmen. B a l o n a, 30. Sept. 300 kriegsgefangene serbische Soldaten sind aus Dibra nach Tirana gebracht worden. Die Ve r l u st e der Serben b e i D i b r a betrugen, wie die „Neue Freie Presse" meldet, 1200 Tote. Die Pläne Essad Paschas. . Wien, 30 Sept. Auf eine Anfrage der „Neuen Freien Presse" an Essad Pascha über seine Pläne unM-nn »et» alten zur provisorischen Regierung, ließ Essad' Pascha sol- Der serbische Ministerpräsident über den albanischen Aufstand. Die Serben brauchen ziemlich viel Zeit, um den Albanern, die altem Anschein nach auch in ten letzten Tagen wieder große Erfolge errungen haben, mit ihrer gesammelten Heeresmacht entgegenzutreten. Der serbische Ministerpräsident hak einem Pariser Journalisten ein paar bemerkenswerte Aufklärungen gegeben, in denen angedeutet wird, daß Serbien von den kommenden Ereignissen „Grenzberichtigungen" ^erwartet. Indessen sei die jetzige Unternehmung ein Sicherungskrieg, kein Eroberungskrieg. Herr Pasitsch hat nun den begreiflichen Wunsch, sich mit dem Grafen Berckftold zu unterhalten, da er sich offenbar aus den „korrekten Beziehungen" zu Oesterreich für die Duldung neuer serbischer Einverleibungen selbst nicht viel eine Volksmiliz gebildet. „ Wien, 30. Sept. Die „Südslawische Korrespondenz meldet aus Belgrad, es sei den Serben gelungen, M awro wo und Galitschnik zu nehmen, wobei die Albanesen große Verluste erlitten hatten. Bel Ochrida füllten seit Sonntag sehr erbitterte Kämpfe statt. Belgrad, 30. Sept. (Serbisches Preßbureau.) Nach Meldungen des Präfekten in Prizren d vereinigte sich eine kleine Zahl Albanesen aus Ljuma mit anderen, die von B r an i t s ch auf Prizrend zogen. In Prizrend ist Die Gefahr beseitigt. Im Departement Prizrend und an der Grenze bis Tjakowitza, ebenso in Bitolia (Monastir) herrscht Ruhe und Ordnung. Serbische Truppen zogen nach Ochrida nm sich des bulgarischen Bandenführers T s ch a u.1\ e f zu bemächtigen. Sie zogen in Galischnik und Cher- nownitza ein, wo sie Behörden einsetzten. Wien, 1. Okt. Wie die „Kroatische Korr." aus Belgrad mitteilt, beruhen die Verhandlungen zur Erzielung eines türkisch-bulgarischen offiziellen Bündnisses auf folgender Grundlage: Bulgarien wird als Entschädigung für Thrazien dem bereits mobilisierten türkischen Heer freien Durchgang nach Macedonien unb Albanien gewähren. Nach einem erfolgreichen Feldzug soll Al- banien unter türkisch» Oberhoheit gestellt werden. Ferner soll, um Rumänien keine Jnterventionsgelegenheit zu bieten, das Dreieck Karagastra-Xanti-Gümüldschina ebenfalls für autonom erklärt werden. Ein Sieg der Albaner. Mit der Eröffnung der diesmaligen Spielzeit konnte Herr Direktor ©teing oetter zugleich die Feier seines sünstinb- p-wanzigjährigen Bühnemubiläums und seiner zehmahrigen Wirksamkeit als Direktor des Gießener Stadttheaters begehen. Als Gröffnunqätorftellung batte er Kleists vielumstrittenes schau^w-l »Erin* Friedrich von .Homburg gewählt, das trotz ferner vielen voetisehen Schönheiten noch auf keiner Bühne festen tt-uß ,u sassx^ vermochte, weil die inneren Beziehungen der handelnden Personen rätselhaft und widerspruchsvoll sind. Um die schwärmerische Jünglingsgestalt des Homburger Prinzen der mit dem wirklichen Prinzen Friedrich von Homburg nur hpn Namen gemein hat, im übrigen aber völlig von dem tatkräftiges Realpolitiker der Geschichte abweicht, hat Kleist eine Anzahl von Personen gruppiert, von Denen eigentlich nur ter G^r Potenz oller n Leben gewinnt. Die übrigen sind ihm unter ten Fingern ins Nebelhafte zerronnen und ter große Kurfürst, der SmHüh die ganze Handlung bewegt, rst völlig mißraten ^m ^Äen schwankend ol/ne jede Beharrlichkeit, ohne Logik und innersten fw Triebkraft steht er inmitten des Stuckes, Hans von Wolzogen mit viel Scharfsinn dadurch deffen Wirrnis Han- von M ^stspiel erftärt, in Dem der K^irMrst Verst^'sviele mit seiner wahren Meinung und tm Ernst Kurfurft Ersten bc- Prinzen von .Homburg denke. Ätlimlvt bat die Hypothesen Wolzogens mit eingehender Grund- S WÄS indem er am Gang der Handlung und am ^1,^-^ ^s Vrinzen nachwies, das; diese Meinung, unmöglich Charakter des P Mamroth nun mutmaßt, der Kurfürst felber richtig fein fonnc. Uranien und aus geheimer Eiferfuckst liebe die Pnwefftn von ben Prinzen von Homburg, betreibe er das ^obe^uri j Dichtung nicht über ein, M°r °u-b dies- Annayme st 9mifung Erieqzgerichtes denn m dem Auaenmm. iterfü&rcv b-sichlt, rociu er mckit Segen den ’™6otma6tgen HEbnrg schon vor der »clilachk anders, als daß der: verwundet darmeder- ntit seinem Pferd H Wbem Stück die Zuneigung liegt. .Auch mußte dann rgeu^ benn ein Beweggrund,, ber wenigstens irgendwie: angedeut r nid)t tTeibenbe Kraft fein. Nicht angel................. m.6 Ierat Sieben und das ist sch»» -i-l. -b-r auch sonst laßt er Mittwoch, V ©fieber M3 Bezugspreis. monatlich75P^viertet jährlich Dlt. 2.20; burd ?lbhole- it. Zweigstrüen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel» jührl. aussehl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pü ausivätts 20 Pseiiniq. (Ä)efrebakteur: A Goetz. Verantwortlich für ben __ politischen Teil: August General-Amei-er für Gbechessen Ssk ' ■“ - . Heöaftion, (Zrpeöition un6 Drudcrci: $^ulffra§e 7. 2anb^:c\tocö;jüVbci. SeschästrsteSe Büdingen, vahnhofftrahe (6a. _______________ Anzeigenteil: H. Beck. vermuten, daß wir eine tüchtige Kraft an ihm gewo-nnen haben. MZ Prinzessin von Cranien machte Fräulein Anna Ste11ner einen sehr guten Eindruck, der zweifelsohne auch mckst nachlaffen wird Witerstteitende Gefühle rief vorlauftg Herr ^erbtnanb Steinhofer hervor. Zwar ließ ftch m seiner Darstellung eine gewisse Größe nicht verkennen aber seine Aussprache, seine Maske unb auch sein Spiel, ließ mitunter doch das vermissen, was man sonst an unserem Theater gewohnt ist. Herr Tworkowski ging in dem an sich erfteu- lichen Bestreben nach Natürlichkeit zu wert und polterte als Oberst Kottwitz mitunter so sehr, daß er völlig unverständlich war, worunter naturgemäß seine an sich feme, seelisch ergrundtte Darstellung litt IM Maßhalten aber liegt alle Kunst. Herr Br uich - Witz spielte ben Grafen Hohenzollern schlicht, treu und heimlich, nur mehr Sorgfalt im Sprechen, nichts verschleifen. Für Herrn Direktor Steingoetter, ber nach Schluß her ^Vorstellung lebhaft gerufen wurde und eine Anzahl von Kranz- spenden erhielt, wurde nach der Aufführung auf ter Buhne eine kleine Feier zu Ehren des Direktors veranstaltet, an der außer den Mitgliedern des Theaters und bem Vorstand des Theatervereins auch eine Anzahl von Gasten teilnahm Im Namen ber Stadt beglückwünschte Herr Oberbürgermeister Meeurn ben Direktor in längerer, humorvoller Rede, in der er ber Verdienste gedachte, die er sich m Kiner zehnjährigen Tätigkeit als Direktor erworben habe unb ten MuMÄ aussprach, baß Herr Steingoetter noch lange an ter Stotze bes hiesigen Theaters stehen möge. Als Vorsitzenber des Theater- ocreinö beleuchtete Geh. Hoftat drofessor Dr. Fr o m m e die ehemaligen Theaterznstänbe in Gießen, die sich mit ber ^irettrono- übernabme durch Herm Steingoetter nut einem L-chkage wesentlich gebessert litten. Sein ideales Wirken ^d sem hvchstreoenter Sinn habe hier außerordentliches geleistet, so zwar, > i, der Theaterverein, ter die Wege geebnet habe heute «ur nochi durch die Opernvorstellimgen tatkräftig hervorttate Um die Beziehunpev wieder inniger zu gestalten, habe ter Theaterverem, einem lang gehegten Wunsche des Direktors Rechnung tragend, emc Stiftung für bedürftige Mitglieder des Gießener Stadttheaters errichtet, die in folgender Urkunde nietergelegt sei. Der Theater-Äerein Gi-tz-n, in Dankbarer Anerkennuns der großen Verdienste, ine ficft Sbar noetter in »cbniäljriger Leitung des, St-dtth-aters erworUn etoe Summe »on 3000 Mk. als Grundstock snr eine »httimg, Die „Albanische Korrespondenz" meldet ans Durazzo: Eine Armee von 20 000 Albanesen und 4000 m a- zedonischen Bulgaren verjagte dieser bischen Truppen ausDibra und Struga und trieb sie bis Gostivar. 300 serbische Soldaten seien von den Aufständischen gefangen genommen und 20 Geschütze sowie viel Munition sei von ihnen erbeutet woidtoi^ Korrespondenz" meldet ausValon a: Die albanische Regierung hat an alle sechs G r o \y- mäcbtc einen Appell gerichtet, zur Vermeidung wetteren und das höfliche Entgegenkommen, Das wir Ihrerseits bei der Durchführung unserer Mission Kunden haben, den Tank ausznsprechen. Tank der im Laufe der Verhandlungen beiderseits aufgewandteu Arbeit, des guten Willens und des versöhnlichen Sinnes hat sich der Stand der Dinge, wie er sich seit einem Jahre zwischen unseren Ländern gestaltete und der so schwer auf ihnen lastete, geändert. Der Vertrag, zu dessen Unterzeichnung wir jetzt gelangten, bezeichnet die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Bulgarien und der Türkei und bezeichnet ein Einvernehmen zur Freundschaft. Wir fühlen durchaus, eine wie große Ehre es ist, an diesem edlen Werke mitgearbeitet zu haben und sind glücklich, die Bürgschaften für die Herst ellungfe st er, dauernder Beziehungen zwischen den beiden Ländern, für gute Nachbarschaft und Freundschaft im Interesse des Glücks und des Fortschritts der beiden Völker haben schaffen zu können." Deutscher Reich. Rücktritt des Gesandten der drei Hansaftädte. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Nach mehr denn siebzehn Jahren erfolgreicher wcrtgeschätzter Tätigkeit als Vertreter der drei Hansestädte in Berlin tritt der außerordentliche Gesandte, Klügmann, am 1. Oktober zurück. Ein Staatsmann von hervorragenden Fähigkeiten, hinterläßt Klügmann überall, insbesondere beim Bundesrat, dessen Mitglied er war, ebenso am Kaiserhofe ein vortreffliches Andenken. Nach der Biographie des Ge- 'andten heißt es weiter: Klügmann rechtfertigte vollauf die mf ihn gesetzten Erwartungen: bekannt ist seine ausgedehnte Tätigkeit als Referent im Bundesrat, namentlich bei handelspolitischen, staatsrechtlichen und kolonialen Vorlagen. Er war Mitglied des Reichsdisziplinarbofes Leipzig. Neben so starker Beschäftigung und eifrigen Studien blieb dem verdienten Manne gleichwohl Gelegenheit, sich mit künstlerischen und wissenschaftlichen Problemen auseinanderzusctzen und sogar auf diesen Gebieten zu arbeiten: das gab und erhielt ihm den hohen Schwung, der in ihm bei der politischen Arbeit lebte. So wurde ihm das Vertrauen zuteil, wie es nur ein langes, pflichtcrsülltes Leben erwerben kann. Eonrad v. Hohendorf bleibt. Die Behandlung der Angelegenheit in der Oeffentlich- keit, deren Sympathien so unverkennbar auf feiten des hervorragenden Generalstabschefs sind, hat ihre Wirkung getan. Wie aus Wien gedrahtet wird, hat das „Neue Wie ner Tagblatt" von dem Chef des Generalstabs Freiherrn Conrad v. .Höhendorf selbst eine Drahtung erhalten, in der der Generalstabschef erklärt, daß die Gerüchte von seinem Rücktritt unrichtig seien. Interessant wäre es, zu erfahren, was sich in iber Zwischenzeit alles hinter den Kulissen abgespielt hat. Das Kreuz der Ehrenlegion für eine Stadt. Der französische Minister des Innern Klotz hielt in Amiens eine Rede, in der er aukündigtc, daß der Stadt Peronne (Departement Somme), welche im Jahre 1536 eine denkwürdige Belagerung und während des Krieges von 1870 eine heftige Beschießung zu bestehen hatte, in Anerkennung ihrer tapferen Haltung dos Kreuz der Ehrenlegion verliehen worden sei. Am Vorabend des Tages, so sagte der Minister weiter, wo das zweite Armeekorps unter dem Befehl des Generals Picguart die Ehre hatte, in die vorderste Linie zu rücken, um, Trier gegenüber-' stellend, die französische Deckung zu verstärken, ist es erhaben, des Heldentums unserer Mitbürger zu gedenken. Die neuen Geschlechter werden ihren Vorgängen nicht nachstehen. Als eine patriotische Pflicht haben sie die schweren Lasten übernommen, die ihnen das neue Wehrgesetz auferlegt, das durch die großen Rüstungen eines Nachbarlandes unvermeidlich geworden war. Erschwerung der Einfuhr in Frankreich. Die S ch lv e i z e r i s ch e D e p e s ch e n - A g e n t u r stellt fest, daß auch die Schweiz, insbesondere seit der letzten Revision des französischen Zolltarifs wiederholt in die Lage gekommen ist, bei der französischen Negierung vorstellig zu werden wegen der Versuche der Verwaltung, ver tragliche oder gesetzliche Bestimmungen so auszulegeu, daß daraus unzulässige Erschwerungen der Einfuhr in Frankreich sich ergeben. Dagegen wird es gegenüber anderslautenden Pressemeldungen als völlig unzutreffend bezeichnet, daß durch die fachgemäße Verfolgung dieses Verlangens jemals auch nur die leiseste Kühlung oder Trübung in den politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern eingetreten ist. Die Schweiz setzt volles Vertrauen in die Einsicht und Gc rechtigteit der Regierung der Republik. Die Kritik an den Manövern in Frankreich. Der französische Senator und ehemalige Offizier Humbert, der. schon mehrere Male als Kandidat für das Kriegsportefeuille genannt wurde, veröffentlich im „Journal" eine ü b e r a u s s ch ar fe Kr i t i k ü b er d i e H e r b st - bereu Zinsen in Not befindlichen Mitgliedern des Stadt' theaters zugute kommen sollen. Gießen, am 30. September 1913. Der Theater-Verein Gießen. Dr. Earl Fromme, Vorsitzender. Die besten Wünsche des Darmstädter Hoftheaters überbrachte Hosiat Winter, der in längeren Ausführungen der guten Be Ziehungen der beiden Theater in Darmstadt und Gießen gc dachte. Für die Mitglieder der hiesigen Bühne sprach Herr G oll, der einen pradüvvllen Kranz überreichte, die herzlichsten Glückwünsche aus, indeni et vor allem der verständnisvollen und zuvolkommcnden Kollegialität des Direktors gedachte, der in seinen Schauspielern vor allem auch den Menschen achte. Als ältestes Mitglied brachte Herr Conradi dann ein Hoch auf den Jubilar aus. Herr Direktor Steingoetter dankte in herzlichen, bewegten Worten allen denen, die ihm Glückwünsche dargebrackst hätten, und allen Helfern am Werk, insbesondere aber für die ^hochherzige Stiftung, zu deren Nutzen er jährlich eine Wohl tätigkeiisvorstellung geben wolle. Was an ihm liege, das solle gesu'Chen, um auch künftig zur Zufriedenheit der Theaterfreunde zu wirken. * K. N. — Eine Fortsetzung von Mozarts „Figaro". Der bekannte französisckw Komponist Lavier Leronr legt zurzeit die letzte Hand an die Partitur eines neuen Werkes, das nach seinem Stoffe eine Art Fortsetzung von Mozarts nnfterb lieber „Hochzeit des Figaro" sein soll. Es handelt sich um eine Operette, zu der Hcnneguiu und Delorme den Text geschrieben haben und die den Titel führt: „Die Tocküer des Figaro". Unter dem Zwang eines lustigen Atavismus tauchen hier die Abkommen der Gestalten auf, die wir aus „Figaros Hock-zeit" und aus dem /Barbier von Sevilla" bereits kennen, unter ihnen auch der in zwischen sechzig Jahre alt gewordene Ebernbim, in dessen Herzen trab der Jahre noch immer schwärmerische Liebe wohnt. Das Werk soll noch im Laufe dieser Spielzeit in Pans seine Urauf führung erleben^ Manöver bes Heeres: cs heißt darin u. a., die Armee sei schlecht ausgebildet, schlecht ausgerüstet und schlecht befehligt. Der Artikel schließt mit den Worten: „Wenn wir unseren Soldaten die Mittel gegeben haben werden, sich auszubilden, wenn wir ihnen die den Bedürfnisseli des Fortschritts entsprechenden Waffen geliefert haben werden, dann werden wir noch immer nichts für sie getan haben, wenn wir ihnen nicht jene Führer geben, welche ihre Tapferkeit verdient. Anstatt einer starken und zum Siege bereiten Armee werden wir dann nur eine ungeheure für den Zusammenbruch reife Menschenherde besitzen. Unseren Anzergenkunden zur gefälligen veachtung. Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnu'Mmer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden. Verlag bes Siebener Anzeigers. Schwurgericht. th. Gießen, 30. September. Tie gestrige Verhandlung vor dem Sckpvurgerick t richtete lief gegen den 38 Jahre alten Invaliden, Dreher Wilhelm Walther von Gießen, wegen Brandstiftung. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Trü.mpert. Die Verteidigung führte Rechtsanwalt Peters. Es waren nur vier Zeugen, der Geheime Medizinalrat Dr. Haber körn und der Assistenzart Dr. Berliner von der Klinik' für psychische und nervöse Krankheiten als Sachverständige zu hören. Der Angeklagte gab zunächst ein Bild seines Familienlebens: er habe vor 11 Jahren seine Frau als Witwe geheiratet und lebte mit ihr und fünf Kindern in seinem Häuschen an der Lahn. Vor längeren Jahren hatte er, wie er sagt, eine Lungenkrankheit und sand kaum Arbeit, obwohl er wiederholte Versuche gemacht bat. Es war ihm infolge seiner zerrütteten Nerven auch unmöglich. Walther behauptet, er sei wegen Krankheit seiner Fran im Wege gewesen. Diese habe durch Laufstellen und als Wäscherin die Familie mit ernäl rt, doch ) ei eit seine Verhältnisse gute gewesen. Tie Frau Ijabe ihn schließlich nicht mehr gemocht: wenn sie km Hause anwesend mar, hat es Zank und Streit gegeben. Die Frau habe ihn gesteinigt und gekränkt, wo sie nur gekonnt hatte, und 0abe sie ihn wieder sck-lecht bel-andelt und ihm nahegelegt, sich das. Leben zu nehmen: sie hat ihn bedroht, sie wolle ihn tot- schlagen und noch dahin bringen, wo er hin gehöre. Da will der Angeklagte den Entschluß gefaßt l-aben, in die Lahn zu gehen, Dorbcr aber fein Häuschen nieberjubrennen, um seiner Frau die Möglichkeit zu benehmen, sich später wieder verheiraten zu können, damit seine Kinder keinen Stiesvater bekämen. Der Vorsitzende, Laudgerichtsrat Schud t, hält ihm vor, daß er früher nngegeben habe, er habe die Brandstiftung begangen, uni die Versicherungssumme in die Hand zu bekommen, mit ber er in eine Anstalt gehen wollte, um sein Leiden heilen zu lassen. Daraus erklärt Walther, er habe dies dem Untersuchungsrichter zwar zugestandcn, doch sei dieser Grund hinfällig, weil er doch gewußt habe, daß ihm das Geld im Falle eines Schadens nur gezahlt werde, wenn das durch Feuer zerstörte Bauwerk wieder hergestellt sei. Auf den Hinweis, daß seine Frau behauptet, es sei seine Msicht gewesen, seine Familienmitglieder unter den Trümmern des brennenden Hauses zu begraben, meint der Angeklagte erregt, das habe ihm ganz serngelegcn, denn er Hebe seine Kinder sehr. Er habe ja Frau und Kinder geweckt, damit sie nicht in den Flammen mnkommcn sollten. Er sei sogar in das brennende Haus gedrungen, um das kleinste Kind herauszuholen, da sei ihm seine Frau aber schon mit dem! Kinde entgcgengekommen. Der Angeklagte schildert nun, wie die Familie am 30. Mai abends schlafen gegangen ist. Gegen 12 Uhr habe er eine Flüssigkeit auf den mit Linoleum belegten Zimmerboden gefdnittet. Die Fensterläden des Raumes hatte er am Wend geschlossen und fest verriegelt, was sonst nickst geschah. Er hat dann den Brand entzündet und als die Flamme in dem alten Gebäude hell ausschlng und schnell um sich griff, da habe er die Frau auf den Brand aufmerksam gemacht und gerufen: cs brennt. Auf die Frage des Vor sitzenden, warum er seine Absicht, sich das Leben zu nehmen, nickst ausgesührt habe, erwidert der Angeklagte, er sei zweimal an der Lahn gewesen, es habe ihm aber der Mut gefehlt, ins Wasser zu geben. Tie Ehefrau Walther, eine kleine sckstvächliche Person, als Zeugin gehört, schildert, wie der El-emauu sic geplagt und wüst beschimpft habe. Er habe sie mißhandelt und sie habe ihrem Mann nichts recht macl-en können. In den ersten beiden Jahren, so lange dieser gesund gewesen, hätten sic miteinander zusrieden gelebt. Später aber war nicht mehr mit ihm fertig zu werden. Unwahr sei cs, daß sie den Mann habe veranlassen wollen, Selbstmord zu verüben. Sie habe sich zwar gewehrt, wenn er sie geschlagen habe, sie habe auch wohl gesagt, daß sie ihn dahin bringe, wo er hin gehöre, nämlich in eine Anstalt. Es sei auch unwahr, daß sic ihren Mann am 30. Mai mit Totschlägen bedroht habe. Walther habe im Zorn auch die Kinder geschlagen und mißhandelt. Sie sei der Ansicht, daß ihr Mann, als er das Haus auzündete, sie und die Kinfder in den Flammen limfommcn lassen wollte. Er inaa, als er die Flammen gesehen hat, Reue gesühlt und zur Vernunft gekommen sein. Darum habe er ihr dauu wohl zugerufen, daß es brenne. Ws dem Feuer habe sie niästs gerettet als das nackte Leben und das ihrer Kinder. Als sie das jüngste Kind aus dem Hause geholt habe, sei das Gebäude prasselnd zusammengebrochen. Ihr Mann habe nach dem Brand stundenlang auf der Erde gefeifen, kein Wort gesprochen, die Augen zu Boden geheftet, wie jemand, der Reue empfindet. Zwei weitere Zeuginnen bestätigen, daß Frau Walther eine arbeitsame fleißige Frau sei, und daß der Ehemann nad> ihren Wahrnehmungen häufig geschimpft hat. Ob Frau Walther die Veranlassung dazu gegeben hat, können sie nicht sagen. Geheimer Medizinalrat Dr. Haberkorn bezeichnet den Angeklagten als einen Menschen, der jetzt vollständig gesund sei : er schläft gut und zeigt nicht die geringsten Anzeichen eines Geistes - kranken, er denkt folgerichtig, zeigt aiub keine Wahnideen. Auch die Lungen sind jetzt volllommeu gesund. Walter ist mit Neurasthenie behaftet. Diese Leute, die man früher als Faulenzer be- zeichnete, haben nidst bicVraft imb ben ehrlichen Willen, gegen ihre Arbcitsnnlust anzukänipjeu. Diese Neurastheniker sind willensschwache Menschen, bic jähzornig und nervös sinb, wie ber Angeklagte cs ist. Der Sachverständige ist der Ansicht, daß Walther für seine Tat nach dein Gesetz verantwortlich zu inad)cn ist, dem aber bei der Strafzumessung eine mildere Beurteilung zuteil weiden muß. Dr. Berliner kommt in seinem Gutachten zu dem gleidwn Ergebnis. ~' Die an die Geschworenen geriditctc Schuldsrage, die aus Brand stiftung an einem von Menschen bewohnten Hause lautete, wurde von diesen nach kurzer Beratung aus Antrag des Staatsanwalts Trümpert bejaht. Redstsanwalt Peters barte bic Geschworenen gebeten, die Frage: Ob bic Tat bes Angeklagten nicht bod) als im Wahnsinn begangen anzusehen sei, einer grüitblid>cn Nachprüfung zu unterziehen. Der Gerichtshof erkannte auf eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monaten, worauf 3 Monate 3 Wo dien Ilnter- suchungshaft als verbüßt ang cr.ed.nct werben Bei der Straf zumessung wurde mildernd berücksichtigt bic geistige Minderwertigkeit des Täters, dessen Reue über die Tat, daß es and) bas eigene Haus war. weldios ber Angeklagte vernichtet hat, und daß die Gefahr einer weiteren Verbreitung bes Brandes bei der isolierten Lage des nicöergcbranntcn Gebäudes ausgeschlossen war. Straf- erfdirocrenb kam aber in Betracht, daß der Angeklagte seine Familie ins Unglück gebracht bat. Deshalb bat der Gerichtshof über die niedrigste zulässige Strafe hinausgehen müssen und so, wie geschehen, erkannt 'Der Angeklagte mar aber ceftänbig, weshalb ihm die ganze Untersuckmngslxi't als verbüßte ©träfe in Auf- redmung gebracht wurde. Walther nahm dgs ergangene Urteil an. Ans StaOt und Gießen, 1. Oktober 1913. ♦ * Tageskalender für Mittwoch, den 1. Okt.: Stadt- t ben ter: , Majolika/ Ansan i 7 Uhr. Zirkus CarrS: Vorstellung 8% Uhr. * • • Der Fahrplan des Gießener Anzeigers ist gestern den Stadtabonnenten zugestcUt worden und wird morgen an die Abonnenten auf dem Lande auZgcgeden werden. f • '* Elektrische Ueberlandanlage. Am 25. d. Mts, fand in Friedberg unter dem Vorsitz deS Herrn Geheime- rnt Dr. Usinger eine Besprechung statt, die die Veranstaltung einer clektrotechuischcii Ausstellung zum Gegenstand hatte. DaS Ergebnis der Besprechung erscheint recht günstig. ES soll hiernach in einer in Friedberg im November abziibaltcndcu Ausstellung kleinen Stils die Verwendungsmöglichkeit der Elektrizität in der Landwirtschaft gezeigt werden. Mit Rücksicht auf den zur Verfügung stehenden Raum mußte daS Anwendungsgebiet auf die Landwirtschaft beschränkt bleiben. Sämtliche vertretenen Firmen haben ihre Bereitwilligkeit zn- gesagt, die Ausstelliing zu beschicken. Wir fonimcn auf die interessante Veranstaltung noch zurück. • • Der Allgemeine Deutsche Frauenverein veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil unseres Blattes bir Tagesordnung für die vom 6.—8. Oktober hier ftattfinbenbe Hauptversammlung. * * Alice-Schul-Verein. Frau Geheime Justiz rat Gebhardt legt mit dem heutigen Tage ihr Amt als 1. Vorsitzende des Alice-Schul-Vereins nieder. " Der Polizeisekretär Stephan Pfeffer, der am 1. Oktober 1878 hier als Schutzmann eintrat, feiert heute fein 35jährigeS Tienftjubiläum. * • DaS jübische Neujahrsfest fällt dieses Jahr auf den 2. und 3. Oktober. Die Juden treten damit in das 5674. Jahr ihrer Zeitrechnung ein. * * A uS der Fremde heim geholt. Lehrer Schmidt von Lardenbach, der wegen SittlichkeitSverbrechcnS steckbrieflich verfolgt wurde, ist in Luxemburg verhaftet worden. Seine Auslieferung ist beantragt. — Der Kaufmann Hermann, ber vor einigen Wochen im Philosophenwalbe seine Geliebte erschießen unb sich bann selbst bas Leben nehmen wollte, wai nach Hollanb über bie Grenze gegangen. Er würbe in Embcn festgehalten unb wirb nach Gießen zurückgcbracht. Landkreis Gießen. ? Ab end ste r n , 30. Sept. Auf hiesiger Station wurden insgesamt 65 Waggon Zwetschen verladen, von denen die meisten für das Rheinland und Westfalen bestimmt waren. (?) Lich, 30. Sept. (Gemeindcratswahl.) Heute fand hier Gemeinderatswahl statt. Es waren auSgeschicdeu Heinrich Zimmer XL, Christian Dietz 1. und Peter Dietz, von denen Peter Dietz eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Außer den beiden erstgenannten seitherigen Gemcinderätcn waren noch acht Kandidaten ausgestellt worden. Es wurden gewählt, Mühlenbesitzer Heinrich Zimmer XL m i t 225, Brau ereibesitzer Heinrich .Heller IV. m i t 217 und Schneidermeister Heinrich Adam Fuhr mit 198 Stim men. Die Wahlbeteiligung war sehr rege. 443 Wähler hat ten von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht: das bedeutet 8C Prozent aller Wahlberechtigten. Weniger zahlreich war die bäuerliche Bevölkerung erschienen, die durch die Feldarbeiten abgehalten mürbe. (-) Altenbuscck, 1. Okt. Bei ber am 30. Secht hier abgehaltenen Bürgermeister wähl wurde der seit herige Bürgermeister mit großer Mehrheit zum dritten Male als Oberhaupt der Gemeinde wiedergewäblt. Unter 305 Wählern fielen auf Bürgermeister Körber 222 stimmen. Beigeordneter Rau erhielt 12 Stimmen. Viele Wähler machten von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch Abende wurden dem Bürgermeister von dem Gesangverc.i ^erinania ein Fackelzug sowie schöne GesangSvorträge oargebracht. Möge es dem alten Oberlwnpte vergönnt sein, das Bürger« meifteramt noch lange Jahre zu sichren. ---Holzheim, 30. Sept. Bei der hiesigen Ge- mcinderatswahl wurde der Landwirt Mlhelm Peter Klotz wieder-, Landwirt Heinrich Wetz I. und Sattlcrmeister Heinrich Kuhl neugewählt. ck. Grünberg, 29. Sept Bei der heutigen Gemein d c r at s w a h l wurden die drei ausscheidcnden Mitglieder, nämlich: Kaufmann Christoph Schweißguth, Bäckermeister Georg Fuldat und Metzgermeister Heinrich Spamor wiedergewähll. Von den Wahberechtigten machte etwa die Hälfte von ihrem Wahlrechte Gebrauch. ---Grünberg, 1. Okt. Gestern b rannte hier eine Scheuer nieder, wobei drei Feuerwehrleute verunglückten. Einer erlitt so schwere Nauchvcrgiftung, baß er erst nach breiüiertclftünbigen WiebcrbelebungSversuchcn ou5 seiner Ohnmacht geweckt werben konnte. Von ben beiben anberen erlitt ber eine einen Armbruch, ber brüte eine leichte Kopfverletzung. Kreis Büdingen. l. Ober-Mockstadt, 30. Sept. Bei der hiesigen Gc- meindcratswahl wurden Gust. Mickel mit 68 Stimmen und K. Spamcr mit 54 Stimmen wieder, Herrn. Hernbrod:' mit 51 Stimmen und Hch. Müller mit 49 Stimmen neugcwählt. Kreis Alsfeld. -1. Alsfeld, 30. Sept. Ueberfahrcn würben zwei hiesige Männer, bie mit ihrem Fuhrwerk von Eifa nach 91(5- selb fuhren. Bcibe kamen an einer steilen Stelle ber Straße unter bie Räber unb würben von beni mit Fässern belabcnen Wagen erheblich verletzt. Der eine erlitt einen Knöchelbruch, dem anderen wurden einige Rippen emgekuickt. DaS Ausbleiben beS Fuhrwerkes hatte Nachforschungen zur Folge, luobuid) sie in ihrer hilflosen Lage aufgefimben würben. Kreis Schotten. l. W e t t c r f e l d, 30. Sept. Ein sechs Jahre alles Mädchen das zur Beaufsichtigung seiner Geschwister daheim zu- ruckgclassen worden war verbrannte vorgestern Morgen bei lebendigen Leibe. Als die Nachbarsüutc daS Gewimmer deS Kindes gewahr wurden, sanden sie c? mit völlig verbrannten Kleidern. Der Arzt ließ^das Mädchen in die Klinik bringen, wo es nach einer Stunde unter großen Schmerzen starb. Es ist jedenfalls beim Feuerschürcn ver- 1 C2A Fiechien Linoleum 6489 IW Für Händler günstige Preise! "98 Hooh- uod Tiefbau. U Qöthlagen Dr= Stuhl von der Reise zurück. Stückware, Läufer, Teppiche in nur besten Fabrikaten. — Einige abgepasste Teppiche 'gebe bedeutend unter Preis ab Da er jebod) gegen widrige Winde kämpfte, sei er nach Norden abgetrieben worden und zunächst in Köln gelandet, und nachdem er wieder ausgestiegen war, bei Brüssel. Dort habe er an den deutschen BotsclMtcr in London telephoniert, daß er nach Dover fliegen wolle. Kurz vor Boulogne-sur-Mer habe er die Richtung verloren und sei gegen 5Vs Ufrr bei Neufchatel gelandet. Ws er einen Landmann auf dem Felde nach dem Wege befragt habe, hätte sich ein anwesender Lehrer n a ch s c i u e r N a t io n al r t ä t erkundigt, er habe geantwortet, er sei Deutscher, worauf ihn der Lehrer'und der Feldhüter nicht wieder aufstiegen ließen, und die Behörden verständigten. Der in Frankreich gelandete Militärflieger. Boulogne-sur-Mer, 30. Sept. Der bei Neufchä 1 e gelanoete deutsche Flieger erklärte auf Befragen des Generals Duplcssis, Befehlshaber des Fliegerkorps, er heiße.Hans Steffen, sei 26 Jahre alt, Leutnant des 35. Infanterieregiments in Brandenburg und nach Döberitz abkommandiert als Flieger. Er beabsichtigte, den Rekord Guillaux zu schlagen. Saxlehner’s Bitterquelle HUNYADI JÄNOS Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibig- keit, Blutandrang, etc. Gewöhn!. Dosis: 7 Wasserglas oolL TnMÄy G' ‘ ö U KyfrhäusßFTBChnlRum Frankenhausen Ing.-u.Werfcm.-Abt Gr.Masch.-Lab. Vermachter. * lieber das Befinden der erkrankten Königin von Portugal wird folgender Krankheitsbericht ausgegeben: Die Königin von Portugal erkrankte am 18. September an einem Fieber mit gastrischen Symptomen. Die Erkrankung ist durch Darmbakterien verursacht, welche das rechte Nierenbecken in Mit- leidenschast gezogen haben. Die hohe Kranke hat auf unseren Rat am 22. September die medizinische Abteilung des mitunterzeichneten Professors von Romberg im Krankenhause links der Isar aufqesucht. Es besteht begründete Aussicht, daß die Wiederher- tellung in absehbarer Zeit erfolgen wird. Der König Manuel nahm ebenfalls im Krankenhause Wohnung, gez. Allwein, Romberg, Schwaß. 'Bei demBlutbad in Harristown (Missisippi), sind, wie seht seststeht, von den beiden Negern, welche die friedliche Bevölkerung überfielen, neun Personen getötet und 20 verwundet worden. Die Verbrecher waren sinnlos betrunken, sie bo te i viel Geld beim Kartenspielen verloren. Zuerst schossen sie auf öie übrigen Kartenspieler, wobei ein Neger, eine Negerin und deren kleines Kind getötet wurden. Schließlich trieb man die Neger in eine alte Mühle, wo sie dann gefangen und gelyncht wurden. Kleine Tageschronik. Aus Konstantinopel meldet man: Wolkenbruch- artige Regengüsse verursachten in der Nacht zum Dienstag in den am B o s p o r u s gelegenen Vororten Therapia, Bujukdere und Zarijar U eb er sch w e mm u n g en. Tie Wasfermassen drangen in die aus Holz gebauten Häuser. Im Bosporus treiben Balken, Dächer und Hausgerät; auch Menschen sind umgekommen. Derselbe übertrifft durch seine gefällige Form und mit seinem garantiert tadellos backenden Brutofen alle ähnlichen Modelle- Vorrätig bei J. B. Häuser, Giessen Neustadt 56 [54581 Telephon 660 Spez.-Ausstellung !?.rK« Rodheimer Str. 42 ist die Konkurrenz mit dem neuen Landofen.Aurora* Lin nbcrans wirksames Mittel gegen veraltete MagenLeiden nn- Verstopfung. Die raschen und sicheren Erfolge, welche mit Sto- moxhgen erzielt wurden, machen cs weit und breit zu eurem beliebten Hausmittel. Stvmoxygcn ist ein vollkommen harmloses Sauerstoff-Präparat und ist in jeder Apotheke erhältlich. Man nimmt es am besten dreimal täglid), und zwar je 1 2 Tabletten zwischen den Mahlzeiten. Die Erfolge bei Magenverstimmungen, Verstopfung und den vielen Leiden, welche diese Ucbel nach Uch ziehen sind geradezu glänzend. Die Säure im Magen verschwindet, man hat kein Herzklopfen inehr. Die Schmerzen tn der Leber und den Nieren, sowie im Rücken treten nrcht mehr auf. Die Nerven werden gekräftigt. Siomoxygen wird von vielen bedeutenden Aerzten verordnet, da der Sauerstoff, welchen es enthält, eure Wirkung hervorruft, wie man sie günstiger kaum beobachten kann. Es ist allgemein bekannt, daß Sauerstoff die Luft verbessert; es remtgt und kräftigt aber auch den Magen und die Nieren und tötet die Keime, welche häufig die Ursache schwerer Krankhetten sind. Jeder Apotheker führt Stomoxygen, oder wenn er es nicht hat, kann er cs Jhmcn beschaffen. Ein Versuch wird jedem von der Vorzüglichkeit dieses Präparates überzeugen. (Bitte ausschneiden.) Günstige Gelegenheit für Metzger! Habe billigst abzugeben: Settformen, Fettpressen, Papierabichncidcr, Zahl tellcr u. kleine Hackmesser; ferner empfehle mein Ä großes Lager in Fleiickback- und Wnrtt- stopfmaichinen, Rancher- Apparaten, Schrvcincicha- ben, Mctrgerstäblcn, vcr zinnteu Flesichbaken rc. re. MgarBori'iNMl Tel. 165. ^Neustadt 11. Es wird Sie interessieren zu erfahren, daß Ihre Dun- Salbe meine Hände von einer Art nässenden Flechten nach 3-wöchigem Gebrauch befreit hat, nachdem ich über ", Jahr mit allerhand Salben vergebliche Versuche gemacht hatte. Seit meinem Erfolge habe ich auch bei feder passenden Gelegenheit die Dun-Salbe empfohlen und besonders em Kollege, der öfters rissige Hände bekam, hatte guten Erfolg. Die Salbe eines Spezialisten, die recht teuer war, hatte nichts geholfen. O.-B. Lehrer Gg. F. Vorzüglich gegen Keuchhusten. Katarrh, Bronchitis, Influenza und Asthma. Zu haben m Apotheken oder durch Vermittlung der Fabrik Hans Heiß in Darmstadt, Roßdörfer Straße 22. 1B. Dun-Salbe 1.30 M., D.-Vtllen 1.30 M., D.-Zäpfchen 2 — M. Prospekt kostenlos und frei. Den Eingang sämtlicher Neuheiten der Saison in Hüten vom einfachsten bis zum feinsten Genre zeigen ergeben st an :: :: :: Geschw. Sailer, Putz-Salon , Goethestrasse 36 parterre eu Cin M arienbader Kurarzt präzisiert seine langiähri- gen Erfahrungen mit Patienten aller Berufsklassen in folgeiiden Sätzen • 1 Unter allen Abführmitteln, die ich nach erfolgter Marien- bader Mur versucht habe, hat sich Hunyadi Janos Bitterwasser am besten bewährt. 2. Es verursachte absolut keine unangenehmen Nebenerscheinungen (wie Grimmen, Erbrechen usw.), sondern wirkte leicht und sicher. 3. Auch bei längerem Gebrauch büßte es nichts von seiner Wirkung ein und fand keine Angewöhnung statt. 4 Nach erfolgreicher Marienbader Kur erzielte ich mit „Hunhadt Jänos" glänzende Erfolge, indem dasselbe die guten Erfolge der Marienbader Kur sicherte. CVio Herzogl.BaugewerkschuleHolzminden. fjodjbau Tiefbau C.”£SL„ Sommerunterricht2.Jlprll. Reifeprüfung. IDinterunterricht 15.^Oktober. Die fjerzogl. Baugeroerkfdjule ist rn.d. Kgl. Preuft. Schulen gleichgeftellL Letzte 27actzvictzten. Ein großes Eisenbahnunglück auf der Strecke Bonn—Köln. Bonn, I.Okt. Ein folgenschweres Eisenbahnunglück ereignete sich heute nacht auf der Strecke B on n — KöIn der Rhein- uf er-Bahn in unmittelbarer Nähe der Station Bonn- Ellcrstraße. Der um 12 Uhr von Köln absahrendc und aus zwei Wagen bestehende Schnellzug, der fahrplanmäßig um 12.40 Uhr in Bonn-Ellerstraße eintrifft, konnte ausbrsher unbekannten Gründen vor der Station nicht sum Halten gebracht werden. Der Zug ftihr i.n voller Fahrt durch die Station und geriet an einer lehr icharfen Kurve an der Ellerstraße ins Schleudern. Die Wagen wurden von dem Rädergestcll abgeschoben und schlugen um. Von den etwa 15 Personen, die sich in beiden Wagen besanden, smd eine Person getötet und n en n P e r so n en tc 11 s , chwe r, teils leichter verletzt in die cknrurgischc Unwcrlitatsttinit gebracht ivordcn. An dein A u s k o m m e n von d r e i S ch Werve r l c tz t e n w i r d q e z w e i s c l t. Ter Führe r, der unverletzt ist, gibt an, auf der Fahrt o h n m ä ch 11 g und daher. Nicht in der Lage gewesen zu sein, zu bremsen. Das Nähere mutz tue Unter- suclning ergeben. Der Materialschaden ist bedeutend. Vor etwa drei Jahren ereignete siä) an der gleichen Stelle ein ähnliches Unglück, der dem mehrere Personen schwer verletzt wurden. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner lieben Schwester J^8‘° Charlotte Buff sagt herzlichen Dank Dte ttefbetrubte Schwester Amalie Buff. Gießen, den 30. September 1913. Land butter 64821 Ersatz Pfd. I.-Mk. Frische Eier 10 St. 90 Psg. Kokos Schmalz Pf. 64 Psg. Kokos-Fett Tafel 65 Psg. Sauerkraut Pfund 10 Psg- Salzgurken lOStck. 45 Psg- Simonsbrot,Pumpernickel frisch eingetroffen Kornbrot 4-Pf.-Laiv 46 Psg. EchlaMeisch Sclterswcg 12 Tel. 285. Soeben eiugetroffen: Ms law m SpistlwfciiM * Srtn. Bevor Sie Wein kaufen, probieren Sie meine guten ■Hofe ISchtll-rwcin, «tr.80%, b.ab.L?#10 SSmS -°b- -ü u^reiSmert. Ssaaiiihc $tra6ani)tona von A. B DOiia & bo- Eck- Wolk-noa.s- 10729! Tapetenhaus Hochstätter Brandplatz 1 6163 Fernsprecher 36 besonderen Anzeige! In tiefer Trauer machen wir Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere innigstgeliebte Gattin, Schwester, Tante und Grosstante Frau Mathilde Voetsch geb. Bott heute abend 6 Uhr nach schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren sanft verschieden ist. Hugo Voetsch Anna Fresenius, geb. Bqtt Li^y Hoffffmarcn, geb. Fresenius Erna Fresenius Ernst Hoffmann, Oberlehrer undi eine Grossnichte. Giessen (Gutenbergstr. 141), Hamm, den 30. September 1913. Die Einsegnung findet am Donnerstag, den 2. Oktober, nachmittags 4 Uhr, in der Kapelle des neuen Friedhofes statt. Die Feuerbestattung erfolgt am 3. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium in Offenbach a. M. 6480 MllM große, Pfd. 35 Pfg. Wlm S «f6- 21 Rollmops \ 2 Stück Bismarckberinges 17 Psg. Sardinen Pfd. 45 Psg. Vanve!« Bochum, 30. Sept. Nach der gestrigen Versammlung der Vertreter der rheinisch-westfälischen Zementwerke war an die in der Versammlung nicht vertretenen Werke telegraphisch das Ersuchen qericht.t worden, mitzuteilen, ob sie dem Beschlüsse, die Verkaufstätigkeit bis zum 1. November hinauszuschieben, zustimmen. Zustimmungserklärungen waren bis auf zwei eingelausen. Nicht zugestimmt haben die Werke Burania und Deutschland-Büren. Die norddeutsche Hütte in Bremen will ihre Zustimmung nur unter gewissen Bedingungen geben. Tie Verwaltung des Zementsl)ndikats gibt somit zufolge des Beschlusses der gestrigen Versammlung am 1. Oktober den Verkauf pro 1914 frei. Damit wird das Syndikat mit Ablauf des Jahres 1913 aufgelöst. Wetteraussichten in Lessen für Donnerstag, den 2. Okt. 1913: Noch meist heiter und trocken, tagsüber warm; östliche Winde, zeitweise Trübung. _______________________ Bindfaden, Kordel :: und Packstricke:: ständiges Lager von ca. 3000 Kilo, sortiert in den gangbarsten 'Nummern, nur erilklassige Fabrikate. 6424 LndwigLazarus Asterweg 53, Fernspr. 505. unglückt. .Hierzu wird uns noch gemeldet: Die Frau Ludw. Dcsch II. ging morgens ins Feld um Kartosfeln auszumachen, ' und nahm ihre älteren Kinder mit, die drei jüngeren aber ! ließ sie allein im Hause. Nach kurzer Zeit hörten Leute aus 1 Ker Nachbarschaft zu ihrem größten Schrecken das Schreien der Kinder und sahen ein Mädchen in hellen Flammen stehen. (Sa die Kinder H 0 ft 0 r und Haustürc verriegelt hatten, wurde die Hilfeleistung sehr verzögert. Das Kind Werbrannte am ganzen Körper, der Arzt konnte keine Hilfe mehr bringen und unter schrecklichen Schmerzen starb das Kind nach einigen Stunden. Kreis Wetzlar. 1. Oberkleen, 30. Sept. Bei dem Landwirt JohS. Rühl VII. brach heute vormittag 7V2 Uhr Feuer ans, während die Leute auf dem Felde arbeiteten. Die dicht mit Frucht gefüllte Scheuer wurde eingeäschert. Das Feuer konnte dank der vortrefflichen Wirkung unserer Wasserleitung auf seinen Herd beschränkt werden. x. Atzbach, 30. Sept. Die vor Jahresfrist für Atzbach und Umgegend gegründete gewerbliche Zeichenschulc hielt am vorigen Sonntag ihre erste Ausstellung ab, die sehr gut besucht war. Hessen-Nassau. (h) Frankfurt a. M., 30. Sept. Die großartige paläo- üithische Sammlung, dic W. .Hauser in Südsrankreich auSgrub und dem hiesigen Völkermuseum zu einem Vorzugspreise von 12 000 Mark zur Verfügung stellte, bleibt der Stadt Frankfurts crlialten, nachdem es gelungen ist, die Kaufsumme bei hiesigen Kunst- lunb Mtertumsfreundcn in letzter Stunde aufzubringen. Mit dem Erwerb dieser Sammlung erhält das städtische 'Völkcrmuseum eine in ihrer Rcickchaltigkeit bis jetzt einzig dastehende Llusstellung paläolithffcher Altertümer, deren Alter bis auf 750 000 Jahr geschätzt wird. X. Hanau, 30. Sept. Nach einer Versammlung des sozialdemokratischen Vereins wurde Dr. Nosa Luxemburg, die über „Massenstreik und Steuerfrage" referiert hatte, von einem tiefen Ohnmachtsanfall betroffen. Ein anwesender Arzt bemühte sich um sie, so daß sie den Anfal verhältnismäßig gut überstand und sich nach ihrem Gastho begeben konnte. CitfttoifäabrL Ein neuer Weltrekord. I 0 h a n n n i 2 t h a l, 30. Sept. F l u g w 0 ch e. Der Flieger Sab latnik stieg mit drei Passagieren bis 2830 Meter auf und stellte damit einen Weltrekord aus. Llcht-Splel-Haus Bahnhofstraße 34. Bahnhofstraße 34. Programm Mittwoch Kris Freitag 6478 Die Sensations-Komödie in 2 Akten Max als Torero In der Titelrolle !!! Max Linder! I! Und das übrige diesmal hervorragende Programm. Minna Körners Billiger Schuhverkauf mitl5"|„bis20°|„ Rabatt Hch. Blum, Neustadt 19. und Vorschule --- ■ West-Anlage 48 Lehrfächer: Gehörbildung, Musikdiktat. Analyse, Primavista- Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre, Elementar-Klavierspiel, Höheres Klavierspiel (Solo, Ensemblespiel, Hebungen im Begleiten). AnfangdcsWinter- Semesters 1913/14 Montag, den <>. Oktober. Festsetzung des Stundenplanes Freitag, 3. Oktober, nachmittags 21/* Uhr. 6183 Stonoflraphen- Gesellscbaft Gabelsberger” Glessen, Montag, «.Oktober 1913, abends 8* llbr: Eröffnung o. Lchrgängcn in Stenogravbic und im Maschinenschreiben im Hotel Einborn 1. Stock. Gefällige Anmeldungen an Herrn Lenz, Wolistrane 4, oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. i'vm/9 Ter Vorstand. V. D. H. Morgen Donnerstag abend 9 Ubr: Monats- Versammlung Konsumverein Gießen und Umg. e. « m. b. H. Unseren Mitgliedern zur gefl. Kenntnis, dah der AMberW 1912|I3 ertiggestellt ist und in den Verteilungsstellen zur Ausgabe gelangt. C.*7/9 Ter Vorstand. IremiKigeZkiliMsloMeGießen Am 15. Oktober d. Js., abends 9 Nhr, beginnt ein neuer Ausbildungskursus in der Turnhalle der Stadtmädchenschule an her West-Anlage, an dem jede männliche Person im Alter von über 20 Jahren kostenlos teilnehmen kann. Anmeldungen sind zu richten an den Kolonnenführer Balser, Bruchstraße 141. [po/j Der Vorstand. Gewichte u. JVIasöe [aV, geeicht nach neuer gefetzlicber Vorfcbrift empfiehlt billigst 6dgarßorrmann ♦ SS Allgemeiner Deutscher Arauenverein lzugleich Verband für Frauenarbeit und Frauenrechte in der Gemeinde). Tagesordnung der 27. Generalversammlung vom 6.—8. Oktober 1913 zu Gießen «. L. Sitzungen der Generalversammlung. (Die Sitzungen finden in dem groben Hörsaal der Univerfität statt und sind sämtlich öffentlich.) Montag, den ß. Oktober, vormittags 1,10 Ubr: 1. Eröffnung der Generalversammlung. Begrüßungen. 2. Geschäftsbericht über die zweijährige Wirksamkeit des Verbandes, erstattet durch die Vorsitzende Fräulein ■Velcne Vange. 3- Probleme der städtischen Wohnungsvflege und die Wohnungsinspektorin. Dr. Marie Elisabeth Luders-Berlin. 4. Antrag des Vorstandes: Ter Allgemeine Deutsche Fraucnoerein möge Schritte tun für die Beseitigung her» lerngen Betttmmungen in den bundesstaatlichen Veamtengesetzen bezw. Verordnungen, die der Ehefrau des Beamten ine Ausübung einer Erwerbstätigkeit verbieten. 5. Antrag der Ortsgruppe H al l e a. S., begründet durch Frau Irma Wolff: Ter Allgemeine Deutsche Frauen» verein wolle den sozialen Konsumttonsvroblemen der Gegenwart erhöhte Auimersamkeit schenken und die Behandlung der betreuenden Probleme «solche der Wohnung, WohnungSetnrichtung. Kleidung, 'linbrunql in den c,n’SÄFcn ^eremen anregen, gegebenenfalls in besonderen Gruppen, welche vornehmlich auch die Hausfrauen zur Mitarbeit heranztehen. Begründung: Unsere Zeit ist beute wesentlich gekennzeichnet durch soziale Konsumtion«» Probleme, wie Wohnungsnot, Schundvroduktiow willkürliche Modebcrrschait. Deshalb ist eine Ausbildung der tvrnu als Konsumentin nnzustreben, um ihre Einwirkung in der Oeffentlichkeü zur Veredlung unserer nat tonal en gewerblichen Produktion auch für breite soziale Schichten unserer Bevölkerung zu ermög- ’V’crAu wurde sich innerhalb der Frauenbewegung ein Z u s a m m e n s ch l u f; der Konsumentinnen als nützlich erweisen. Es wären einzelne Probleme der Konsumtion zu behandeln, wozu auch die Organisation und die Form des Haushalts selbst gehört. 3. 4. . t DtenStag, den 7. Oktober, vormittags 9 Ubr: 1. WcitboTtetiertcbt und Kassenbericht des Verwaltungsrats der „Ferdinand und V u t f e Lenz»Stiftung" des Allgemeinen Deutschen FrauenvereinS, erstattet durch die Vorsitzende Frau Pauline Voigtländer. Bericht der Kasienremsormnen und Entlastung der Kassiererin. 2. Bericht über die ,,Z e n t r a l ft e 11 e für Gemeindeämter der Fra u" deS Allgemeinen Deutschen Frauen- veretns, entnttet durch die Leiterin Frau Icnnv Avolant Frankfurt a. M. W a Die Ausbildung für die sozialen Frauenberufe. Frau Dr. Elisabeth Altmann.Gottheiner Mannheim. Antrag der Ortsgruvve vambnrg: Die Zahl der auf Leipzig fest gelegt en Vorstandsmitglieder des Allgemeinen Deutschen Frauenoerctns möge auf zwei berabgemindert werden. , _ .. , . , . 3 orr, Mittwoch, den 8. Oktober, vormittags 9 Ubr. 1. Kassenbericht des Allgemeinen Deutschen FrauenvereinS, erstattet durch Frau Gertrud Dumstren-Frentag Bericht der Kasfenreolsorinnen und Entlastung der Kassiererin. Wahl der Kassenrevnorinnen für beide Kauen für die Geschaftspcrtode 1913—1915. 2. Vorstnndswabl. 3- Die Notwendigkeit des weiblichen Einflusses in der Mädchenbildung. Fräulein Dr. AgneS Gosche. 4. Aussprache über die Reform der privaten Wohltätigkeit. Fräulein Helene B o n s o r t Hamburg. Der Vorstand des Allgemeine» Deutschen FrauenvereinS: ■fcc lene ?angc. ^äthe Wind scheid. vr. Eli sabe t h A l t mann- Got theiner. A n t o n te Tr a u n. G e r t r u d D u m ,t r e n - F r e n t a Helene von Forster. Di. Agnes Gosche. P a u l i n e V o l g t l ä n d e r. I e n u u A v o l a n t. L i n a L a n g e rh an n s;. , y. Die Anmeldungen der Delegierten sind zu richten an die Schriftführerin Frau Antonic Traun, Hamburg 37, Hetlivigstrahe 3. Oeffentliche Abendversamrirlungerr. Micuc Aula der Universität.) „ Montag, den 6. Oktober abends 8 Ubr: Besteht ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Frauenbewegung und dem Geburtenrückgangs Frauletn Dr. Marte Bernays-Heidelberg. < Uhr Philatelistenverein. Sitzungen jeden l.u.3 Freitag im Bionat abends 9 Uhr im Ease Ebel. G ä st e will- kommen.__2963 ötjiinotitrcinSifiitrtiiid Singstunde. Vollzähliges Erscheinen er- wartet der Vorstand. C”™ MtalerIÄ Dir.: Hermann Steingoetter. Julius Schulze Kreuzplatz (a*/io) Telephon 774 W Mit der Gesamtauflage der heutigen Nummer wird ein Flugblatt der Firma Lehmann & Atzmy, Sprcmverg N./L., verbreitet. sb6/. Mittwoch, d. 1. Cfi. 1913, abends 7 Ubr L Mittwoch-Abonnements» Vorstellung. (C*/ie Gewöhnliche Preise! Neuheit! Neuheit'. Majolika Lustspiel in 3 Akten von Leo Walther Stein und Ludwig Heller. Kassenöfjnnng 6*/t Uhr. 1 Ans. 7 Uhr., Ende geg. 9 Uh^