Nr. 4 Zweiter Blatt 162. Jahrgang rrschemi LgNch mit Vuknahme bei Bonn tagt. ? ▲ La ▲ aa . . J a Tie „•kfcener Samiltenbiatter* werden dem itO Ä HW« il W 3 zW BS r4g ß .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, bal VJ 1 W' U ■ 3 U V JL || | L tLB IL „Krtlsblati für 6en Kreis «letzen" «wetmal II T V VT f LA wöchentlich. Die „randwlrtschaftlichei Lett» /T - ~ < a< • .M «Ich-M-N m.m>.uch .womal. ©cncrohUnjciQcr für ©bcr^cffcn Freitag, 5. Januar |9|2 öUtattonlbrud anb Verlag der Br üblichen Unwersttät» • Buch- und 6teinbrudec?L 9t Lange» Ließen. Redaktian. Lxvedition und Truderet: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 6L 9Uöafliorce^ll2. Teck-Adr-An,eigerDleßen. Die türkische Kammer und öas neue Kabinett Auch das neue Kabinett Said hat in der Kammer ernste Schwierigkeiten. Es scheint doch ziemlich festznstchen, daß der Großwesir die Möglichkeit einer Auflösung der Kammer darum durchsetzen will, um bei der Fortsetzung oder Einstellung des Krieges unter allen Umständen freie Hand zu haben. Er hat ja auch Recht, wenn er behauptet, in allen konstitutionell regierten Ländern stehe dem Staatsoberhaupt die Möglichkeit zur Seite, das Parlament aufzulosen. In der lürtischcn Kammer sitzen aber, das beweisen auch ihre beiden letzten Sitzungen, über die wir hier berichten, eine erhebliche Anzahl von unerfahrenen Heißspornen. Der Unterrichtsminister hat sie gestern damit zu beschwichtigen gesucht, daß er versicherte, es werde „fein Finger breit Landes an Italien" abgetreten. Aber die Opposition wird auch noch in der nächsten Sitzung Fortdauern. Es wird berichtet: Konstantinopel, 4. Ian. Tie gestrige Sitzung der Kammer wurde um 4 Uhr nachmittags eröffnet. Tas neue Kabinett und alle Parteien waren anwesend. Der Grotzwesir verlas eine Regierung s- er'lärung, welche auf die Um,lande der Demission des früheren Kabinetts Bezug nahm und erklärte, daß das neue Kabinett nachdrücklich aus der Dringlichkeit der Abänderungen des Artitels 85 bestehe, die vom früheren Kabinett verlangt werden sollen. In allen konstitutionellen Ländern sei das Recht der Auflösung ein Grundrecht des Staatsoberhauptes, und es wäre sonderbar, dem Sultan, einem Herrscher über so viele Millionen, dieses Recht verweigern zu wollen. (Lärm bei der Opposition.) Der Großwesir forderte unter lebhafter Erregung die Anwendung der Hausordnung gegen Lutsi Fikri, wofür sich jedoch keine Mehrheit fand. Ter Großwesir fuhr nach dem Zwischenfall in seiner Rede fort. Er wies auf die Notwendigkeit hin, den Artikel 35 zu ändern, um der unhaltbaren Lage ein Ende zu machen und dem Sultan seine gesetzlichen Rechte zu verschaffen. Die oppositionellen Redner wandten ein, daß nichts anderes zu erwägen sei, als der Umstand, daß der Vorschlag der Regierung abgelehnt fei. Tie Verfassung bestimme klar, daß ein Vorschlag zweimal abgelehnt sein müsse, damit das Kabinett zurücktrete, währeno die Kam- mer keine Sitzungen hallen tonne. Man müsse den S e n a t ersuchen, eine Erklärung abzugeben, ob ein Konflikt zwischen Kabinett uno Kammer bestehe. Im weiteren Verlauf der Aussprache ergriff der G r o ß- Wesir mehrmals das Wort und jagte,' er habe das Gro tz- wefirat nicht an nehmen wollen, habe aber dem wiederholten Wunsche des Sultans naaig.geben. Er bitte die Kammer, auf persönliche Beschuldigungen, die die Kammer herabsetzten, zu verzichten und versichere, daß dre Regierung nicht die Ab sicht habe, die Kammer an f zulös en. Er wiederhole, daß die Regierung die vorgeschlagenen Abänderungen für unerläßlich hacke uno darauf bestehe, weil das Wohl des Vaterlandes davon abhänge. Ter Vorschlag, daß der Senat befragt werden solle, ob em Konflikt bestehe, wurde von den jungtür rischen Rednern bekämpft, da dies ein neues Obftrucktonsmittel sei, während das Land das Bedürfnis nach einer fajiiellen Losung habe. Ter jnngtürtische Führer Seyid beantragte, die Kammer möge durch namentliche Abstimmung bei Beginn der Aussprache läbcr die sosvrckge Abänderung des Artikels 35 beschließen, worauf von der Opposition beantragt wurde, daß der Senat zu befragen sei, ob ein Konslick bestehe. Es kam zu einer lebhaften Aussprache über die Priorität der beiden Anträge, in der der Grotzwesir sich für den jung- türkischen Antrag erklärte. Unter unbeschreiblichem Lärm, Tumult und Proteftrufen der Opposckivn wollte der Präsident den Antrag Seyio zur Abstimmung bringen. Lutfi Fikri beantragte, darüber abzustimmen, welchem von beiden Anträgen die Priorität zukomme. Indessen begannen aber die Iungtürten mit der Abstimmung über den Antrag Seyid, was die Opposition veranlaßte, den Sitzungssaal mit lärmendem Protest gegen die Verletzung der Geschäftsordnung zu verlassen. Zwischen dem unabhängigen Deputierten Ferid und dem Ex- Minister Talaat Bey, der Ferid einen Lügner genannt hatte, kam es zu einem erregtenZwischenfatl. Ferid schrie Talaat lebhaft gestikulierend zu, er sei ein ehrloser, feiger Verräter und schickte sich an, sich auf Taiaat zu stürzen. Mit großer Muhe wurde Ferid von seinen Freunden entfernt, ein drusiscyer Abgeordneter schrie; „Jungtürken, ihr ruiniert das Land!" ~ Der AntragSeyid wurde schließlich mit 103 g e g e n 2 stimmen angenommen, der Oppositionsan t r a g mit 100 gegen 70 Stimmen abgelehnt. Tie tefpradje wird fortgesetzt. • In der heutigen Sitzung der Kammer waren alle Minister autzer dem Großweftr anmesmd, der durch Krankheit verhindert r“1'. erscheinen. Ter Sitzungsbeginn war sehr stürmisch, da du Opposition beschlossen hatte, mit allen Mitteln Oopruttion zu treiden. ^er Berichterstatter des Verfassungsausschusses cnt- wlckelte die^ Notwendigkeit, den Artikel 35 der Verfassung abzu- andmi. mittlerer Betriebe beabsichtigt, die LinctiiLiti iroernng schon in ackernächster Ze.t einzuslecken, so daß die s.aat.ichen Tiumantenei-ikärrste bereits im Hau^haltchar/c llJi2 eine wesentim-e Einouße erfahren weiden ^tzl-yceno n;t Noo-mb-r l'Jiu noch ciöJjJ jiaixu diamanten gesondert wurden, ist die Fördermenge im November 1911 auf 570Z4 Karat zurüägegangen, aber nicht, weil die Ertrags- fahigteit der Felder nächstes, sondern weil die Förderung bei der Aussichtslostaleit von anneh.nbaren Gewinnen start gelit.en hatte. Es wird behauptet, daß das von Dernourg cingefuhr-.e Prinzip der Lrutlobesteucrung den weiteren Ao bau umnögckch mache und es wird gewünscht, start der Brnttobest.uerung das sjl e11o s y ste in einzusühren, welches die Lage sofort verbesstern würde. Geklagt wird ferner, daß durch den Personenwechsel im Reich Skolonralamt seit vielen Wochen in dm Verhandlungen über eine Reform Diamant neuer cm vockstandiger stano emgctrcien ist uiu> daß der Angcstegenheft im Reiä-sioionial- amt trotz der Wichtigkeit der Materie viel zu wenig Verständnis entgegengebracht wird. Ein liiigetot englischer LrermdschastrSiensie? In England werden jetzt viele ÄLschwichtigungsreden für Teutfchmnd geha-ten. Jetzt wck'd bie Deut(aje Regierung sogar ausigesordert, durch Englands Gnade mit „anderen Ländern freundschaftlich zu verhandeln wegen Aötrernng afrikanischen Gebietes". Für unser Geld sollen wir also etwas haben, und England würde sich dann in der Rolle eines Trinlgeldspenders gefallen, wo,ür wir vieckeieyt unsere Flotte aorüsten sollen. Nein, England muß seine sreundfchastlichen Gefühle für Deutschland, wenn es solche hat, bei anderen Gelegenheiten beweisen. Diese Gelegenheiten weroen sich ja wieder einfteLcn. Es wird gemeloet: London, 4. Jan. Der „Daily Tele graph" begrüßt die Aeußerungen der englischen Minister über die Beziehungen Englanos zu Teutschraiw und fährt dann fort: Wenn wir nicht sehr men, beir.-rj cer wirkliche und echte Wunsch, daß bald eine Gelegenheit kommen möge, wo un'cr Auswärtiges Amr nicht nur mit Worten, sondern auch durch die Tat zeigen kann, daß diese Aeußerungen ebenso wie die Rede Greys vom 27. November leine salbungsvollen Phrasen sü'-d, sondern der Meinung uno klbächt der rtegiernng tiii= sprecl?en. Tas Dlatt erinnert an die Ausführungen Greys, daß es für England eine weise Politik sei, sich möglichst wenig weiter auszudehnen, namentlich in Afrika und daß, wenn Deut s ch - land mit anderen Ländern in sreundschaftlichc Vereinbarungen über Afrika eintreteri wolle, England ihm nicht im Wege stehen werde. Tas Vaatt schreibt weiter: Dies waren wohlüberlegte Erklärungen, aier in der Spannung des Augenblicks haben sie kaum bie oerbiente Aufmerksamkeit erhalten, w.der in Eng.and noch in Deutschland. Wir erinnern jetzt daran, weil wir glauo.n, das; sie wich.iger sind, als liebenswürdige Gemeinplätze über den guten Wicken und die gegenseitige Achtung, und dag sie den Tatsachen absolut entsprechen. Der Einzug $um}al,en$ in die Hauptstadt der üepuvm Estiua. London, 4. ^uiu Die „-..uj Mail" meldet aus Schanghai: Am Montag abeno ist Sunyatsen im Triumph in die repubituini,che Haupt.rLdt eingezogen und hat die Präsidentschaft der provi.orrsiyen Regi^u-.^g übernommen. Die „TOorningpoft" meldet aus Schanghai, daß das neue provisorische Kabinett gebildet ist. Es setzt sich zusammen aus: Huangyftn: Prä,ioium und Kriegs- miuiiter, Huangt,chnng: Alarineminister, Wuingfang: Justizminister, Wangtscheoweh: Minister ,ur auswarckge Angelegenheiten. Ans Sia^t und Lnnd. Glegen, 5. Januar 1912. *♦ Bahnpersonalien. Ver,etzt wurden: Bahnhofsvorsteher Franke von Fulda nach Alsfeld, Lberbahn- assiftent Roll von Tillenburg nach Wetzlar; die Ei.enbayn- assiftenten Z ier re von Stockheim nach Franksurr und Machwirth von Frankfurt nach ^.ockh^im; der b..mgier- sührer Wurstius bo.. Alsfeld nach Friedberg, ^cn.imäert wurden. der Mater.i^nverwalter ^-öhlert in ließen, der Rangiermeister l . jer und d.r Rangiersührc. Volk, beide in Gießen, serm. oer Fahrtart.nausg.ber Schmie d- chen in Dillenburg, oer Rangiermeister Waltyer in Friedberg. Tie Prüfung zum Lokomotivführer haben be* standen: die Lokomotivheizer Simon, Beith und Volk in Gießcn^Kolb in Ltottheim und Wurmbach in Dillenburg: ferner zum Lokomotivheizer: der Hilssheizev Schmidt in Friedberg. Belohnungen haben erhalten: der Untere,"fiftent Küster und der Aushelfer Karl in Wetzlar für Abwendung einer Betriebsgefahr. ** K a f f e e v cr f ä l s ch u n g e n und KaffeeVerschlechterungen. Man schreibt uns: Die in letzter Zeit in Deutschland häufig beobachteten Kaffcevcrfälschun- gcit durch Zusatz von geröstetem Lupincnsamcn zu Kaffeebohnen werden baut der Kontrolle, die bei Bekanni- wcrdcn der Verfälschungen von den Behörden einsctzte, bald verschwinden. Sehr überhand genommen hat jetzt aber auch das übermäßige Ucberziehen des Kaffees mit Zucker, harz - und d c x t r i n a r t i g e n Stossen. Derartig zubereitete Kaffees haben ein glänzendes und schwarzes Aussehen. TaS Ueberziehen des Kaffees bezweckt, dem Kaffee das Aroma zu erhalten und verleiht dem Kaffee ein besseres Aussehen. Während bei Verwendung von gummi- und harzähnlichen Substanzen keine erheblime Gewichtsvermehrnng eintritt, findet bei Kaffees, die mit dextrin- und zuckerhaltigen Mitteln überzogen werden, eine erhebliche Beschwerung des Kaffees statt. In der Regel beträgt der Zusatz bet dextrin- und zuckerhaltigen Mitteln 5 bis 10 Proz. Derartig präparierte Kaffees ziehen beim Lagern viel leichter Feuchtigkeit aus der Luft an, als der naturell gebrannte Kaffee. Während der Wassergehalt des frisch gebrannten Kaffees nur etwa 2 bis 3 Proz. beträgt, beträgt er bei mit Zucker überzogenem Kaffee in kurzer Zeit bereits 10 Proz. und darüber. Es kann also eine Gewichtsvermeh- rung durch Nichtkaffeestoffe im ganzen von über 20 Proz. eintreten. Daß ein solcher Kaffee minderwertiger ist, als ein naturell gebrannter Kaffee steht außer Zweifel. Die mit der Nahrungsmittelkontrolle beauftragten Behörden verlangen daher, daß jede Art von Ueberziehen des .itaffeeS durch Deklaration zur Kenntnis des Publikums gebracht wird. Cs geschieht dies in der Regel dadurch, daß tnt Verkaufsräume ein Schild angebracht rst, auf dem die Verwendung von Ueberzugsmitteln b.uannt gemacht wird. Da diese Schilder aber neben Anpreisungen und Neklameschildern ausgehängt werden, werden sie vom taufenden Publikum meistens nicht beamtet. Im Interesse des Publikums liegt es, dem naturell gebrannten Kaffee gegenüber dem mit Zucker usw. stark überzogenen Kaffee den Vorzug zu geben, zumal letzterer sich meistens nicht durch billigeren Preis von dem natürlichen KAsfee unterscheidet. ** Pakercins ammlung durch bic P o st. Es ist noch nicht genügend belannt, daß die Post abzufendenda Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Harte ober einen Zettel mit den Worten: „Palet abzuholen bei (Name und Wohnung) unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mi.zugeben. Auch kann die Abholung von Paleeen dem Postamte telephonisch mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung bei der nächsten Pakeckestellfahrt gegen eine Gebühr von 1Ö Psg. vom Hause des Absenders abgeholt. Tas Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen au empfehlen, denen ein Dinistbote nicht zur Verfügung steyt. Landlrcis Gicßcn. ~ Gr oßen-Linden, 4. Jan. Durch eine nictjt gx verstehende Unvorstchtiglcil ist hier die Pi a u l - und Klaue n- seuche cingeschleppt worden. Hiesige Landwirte gingen am 16. und 18. Dezember v. Js. nach Hörnsheim, um Ferkel zu kaufen, obwohl dort genug junge Schweine bei Bauern zu haben waren, kaufte man bei einem Händler. Tie Folge war, daß in hiesigen 11 Gehöften, worin Ferkel aus Hörnsheim verbracht waren, sofort die Nlaul- und Klauenseuche ausbrach. Bis jetzt ist ein weiteres Dutzend Gehöfte verseucht. Bei dem inzwischen erkrankten Ribdvleh verlauft die Seuche, dank der Behandlung durch Herrn Tr. Knell ver- hältnwmaßig gclmd. Bon den emgefuhrten Ferkel sind acht Stück krepiert und etwa fünf Kälber sind infolge Ansteckung gefallen. KreiS Lauterbach. ~ Crainfeld, 4. Jan. Dem Landwirt und Schmiede^ meister Cito Georg hier wurde auf der Tunner Welt- ausiiellung für seine Erfindung einer Pflugvorrichtung ziir Heraellung von Gräben die goldene Nkedaille zu- erkailnt. Tie Erfindung dieser Pflugvorrichtung kann an ledcm beliebigen Lickerpflug angebracht werden und besteht dann, daß man statt mit Grabscheid und Hacke jede Llrt von EutwasjerungS- und Scheidegräben in verhältnismäßig furgec Zeit Herstellen kann, und deshalb die Llnschasfung dieser Pflugvorrichtung wegen der großen Zeitersparnis sehr lohnend ist da auch die AnschaffungSkouen sehr mäßig gehalten sind. Die Pstugvornchtung hat sich der Erfinder sowohl m Deutschland alS auch in aiisländischcn Staaten patentieren lasten. Schlitz, 4. Januar. Die Beisetzung des in Christiania verstorbenen deutschen Geschäftsträgers, (xrbgrafer- Harl von Schlitz, genannt von Görtz, findet am SaniStag. 6. Januar, mittags 12 Uhr, in Schlitz statt. Krcis Schotten. st. Schotten, 4. Jan. Gestern wurde auf hiesigem Friedhöfe die £eidje des am 31. o. M. in Offenbach verstör oenen Rendanten i. P. WolfschuridtzurletztenRuhe bestattet. Woljschmrvt verwaltete bis 1909 in Schotten eine Anzal l Gemeinde- und Kirch.nürifen aus der Umgegend, war langjähriges und sehr tätiges Mckglied des Kreistag. , ovreisausichufjes, Stadt- und Zcirchenvorstaiides und einer Anzahl gemeinnütziger Vereine. Dekan Münch schilderte in sehr tr es, end er Weise das Leben und Wirten des Verstorbenen. Kränze wurden niedergelegt namens der Kreisver maituiig von itreisrat Tr. Kranzbühler, namens der Stadt von Gemeinderat Schlitt, namens des V. H. C. von Apofteeer Seriba und von einem Beauftragten des Vorstandes des Landesrechnerverbandes. Kreisrat Tr. Kranzbühler und Gemeinderat Schlitt hoben in warmen Worten worden. 38-00 80-00 68-00 •29-00 62.00-64.00 48.50—50.03 62.00—64.00 50.00—51.00 C 2» 44,0' lto| .43,0 .** -38 7 hv»/.l Meteorologische der Station Stehen. 7,7 7,8 6.5 ! 5.. Jan. 1912 35 Jmv dUw&w* 60.00—62.00 61.00-63.00 47.00—48.50 49.00—51.00 Mk. 100-108 93-102 85—92 Mk. 60—65 55-60 50—54 8 <5 Oie Berrnen,re oes Lerstorvenen um Kreis und Stadt Scholten hervor. Kreis Friedberg. x Bad-Nauheim, 4. Jan. Im hiesigen Bildungs- Verein toirb das Rhein-Mainische Verbandstheater am Sonntag abend Ibsens „Volksfeinds spielen. — Bau- inspettor Iost, der kunstsinnige Schöpfer unseres neuen Bades, ist an die Kreisbauinspektion nach Worms versetzt Kreis Wetzlar. 8. Kinzenbach, 4. Jan. Tie Ueberland zentrale der BuderuSschen Eisenwerke gewinnt mit Frühjahr greifbare Gestalt. Gestern abend wurde ein zweiter Vortrag hier gehalten, der recht stark besucht war. In interessanter Weise sprach Dr. Kraetzer auS Bingen als Berater des Kreises Wetzlar über die elektrische Stromabgabe als Licht-, Kraft- und Heizgnelle. Da die Müllersche Ziegelei an daS Werk angeschlossen wird und der Gemeinde dadurch eine sichere Einnahmequelle in Aussicht gestellt ist, so dürfte auch für Kinzenbach der Anschluß gesichert sein. Kälber. Jvemfle Mastkälber . . . Mittlere 'Ulan- unO beste Saugfälbec .... tijeriiigete ilAaH* und gute Saugkälber . c cd a ' e. Etallmai'lschase: Maülämmer und jüngere Mallbammel . Pleitere 'Diofibamtnel, pur genährte junge Schale und geringere AtaUlämmer.... L ch ive i nr. Vollsleifckige Schweine von 81—100 kg Lebendgewicht........ iboUiieijuiifle Schweine unter 80 kg Lebendgewicht. BoUUeijange Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht HoiiTleiianqe Schweine von 120—150 kg Märkte. le. Frankfurt a.M. Vi et» d ok-Marktb eri cht vom 4.Jan. Huftrieb: 53 Rinder, öacunter 13 Ochsen, 4 Bullen, 36 Kühe und Färsen, 1069 Kälber, 166 Schale, 1&41 Schweine. Tendenz: Rmder geräumt, Kalber lebhaft, Schale ruoia, ae- räumt, Schweine gedrückt. Preis ’ür 100 Lid. Leverro- Lchla.m- gewicht gestiegen, er hat z. B. im Rechnungsjabr 1901 02 10,6 Kgr^, rat Rechnungsjahr 1910/11 dagegen rund 17 Kgr. pro Kopf bett^gen. Im lebten Rechnungsjahr mürben 1098 807 Tonnen steuerfrei abgelassen: der sreuerpilichlige und steuerfreie Verbrauch iuiammcn iicllt sich daher auf 1619 610 Tonnen oder pro KoM auf durchschnittlich rund 25 Kgr. gegen 18,2 Kgr nn Nccknungsfabr 1901/02. Tiefer Verbrauch wird MU ausichliepuck durch 5ie inländische Vroduttion gedeckt, aus dem Ausland |mb im letzten Jahr nur 10 365 Tonnen eingeführt nurden, das und 0,64 Vroz. des Gesamtverbrauchs. Bis 1905 war bie Uuiruhr von ausländischem Salz etwas größer: mit der Einführung des neuen Zolltarifs im Jahre 1906 i|t die Zollfrerbeit jur l i'. leewärts eingefübrte Salz fortgefallen, und dadurch hat fick die Ein^ rühr dauernd vermindert. Dagegen ist die Ausfuhr von Deut) Jh'm Salz nach dem Auslände sehr bedeutend, im letzten Rechnungsjahr hat sie 407 826 Tonnen betragen gegen 296 289 Tonnen mx 1901/02. kirchliche Nachrichten Loangelische Gemeinde. Sonntag nach Epiphanias, bett 7. Januar: LaudeSmissionSfest. Kollekte für die Heideiuniffiov Gottesdienst. 3n der Stadtkirche. Vormittags 9*/. Uhr: Missionar 05 f c 1i. Vormittags ll'Uhr: Kinderkirche für die Matthäusg^.aeinde. Pfarrer D. Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. Dienstag, den 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus- aal: F r a u e n m i s f i o n s v e r e i n. Alittwoch, den 10. Januar, abends 6 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der MarkuSgemeinde. Donnerstag, den 11. Januar, abends d Uhr, tin Matthaus- aale: Bibelstunde. (Bilder aus der Apostelgeschichte.) Pfarrer v. Schlosser. 3n der Zohannerkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer BechtolSheime r. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer B e ch t o l S h e i m e r. Abends 5 Uhr: Pfarrer AuSfeld. Abends 71/, Uhr: Versammlung der konsirnnerten mann* lichen Jugend der LukaS- und Johannesgemeinde. Mittwoch, den 10. Januar, abends 8 Uhr: Bibel st unde im Lukassaal. Pfarrer Bechtolshcimer. Donnerstag, den 11. Januar, abends 67, Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der JohanneSgememde. Uatholifche Gemeinde. Sotterdienst. TamStag, den 6. Januar: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 7. Januar: Fest der Erscheinung des Herr« Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe. ' um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr Hochamt mit Predigt. um 11 Uhr Heil. Messe mit Predigt. Nachmittags um 57, Uhr: Fest-Andacht mir Seien. Die Erbschaft der zriedbergcr öombenattentäterr vor dem Reichsgericht. Der Prozeß um das Erbe des Bombenattentäters Heinrich Ringes, hat nun auch das Reichsgericht beschäftigt. Wie erinner- lieb, hat man bei der Leiche deS Wingeh, der sich nach dem Attentat erschoß, Mk. 4700 in Hundertmarkscheinen gefunden. Oberstaats- anwalt Lang, der damals die Untersuchung führte, hat zweifelsfrei iestgestellt, daß der Betrag aus einer Unterschlagung von 'Mk. 8000 herrübrte, die Winqeß in Leipzig zum Nachteil eines Architekten Höhnisch begangen halte. Tie Stadt Friedberg meldete über das Vermögen des Wingetz beim Amtsgericht Nauheim den Konkurs an und beanspruchte das Geld als Aktivmasse, waS aber verweigert wurde. Ein Prozeß um das Erbe endete damit, daß die Konkursmasse verurteilt wurde, die 4700 Mk. nebst 4 Prozent VerrugSzinseit an den Architekten auszuzahlen. Ter unterliegende Teil wandte stch an das Reichsgericht, das aber vor einigen Tagen genau so urteilte wie das Siebener Landgericht. Tie Stadt Fnedberg hat nun ntd)t nur die Summe nebst den Verzugszinsen, sondern auch die recht bedeutenden Kosten zu zahlen. Handel und verkehr, Volkswirtschaft. Salzverbranch unb Salzbesteoerung. Im Rechnungsjahr 191011 wurden im Deutschen Reich 61,5 Millionen Mark Salz steuer erhoben, b. i. nicht ganz 1 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung. Versteuert nmrben 511156 Tonnen inländisches und 9647 Tonnen ausländisck»cs Salz, zusammen 520 803 Tonnen ober auf den Kopf durchschnittlich 8 Kgr. Tiefe Ziffer stellt den Verbrauch von Speisesalz bar. Er hat, wenn man die letzten zehn I rbre miteinander vergleicht, zwischen 7,5 Kgr. unb 8 Kgr. idbrlid) geschwankt. Viel größer als der Verbrauch von Speis«salz ist der steuerfreie Verbrauch von Salz zu gewerblichen Zwecken, zur Viehfulterung, Düngung usw Dieser ist bisher fast regelmäßig von Jahr zu Jahr beamten; doch ihre öaffming gina nicht in Erfüllung: benn fiu hatten mit dem Wagemut des Führers nicht gerechner, der kurz entschlossen das Automobil auf den neben bem Wege einhcrlauTcnben Schiencnstrang lenkte. Die Gefahr war grob: denn Kbon sah man die Lichter eines nahenden Zuges: aber unter Knittern mu tauchen kam bas Automobil hinter der Stahltrosse serabe m dent Augenblick wieder auf den Weg, als der Zug es ctnnrbolt hatte. Wiederum war den Zollbeamten ein Schnippck.n ge)d)Ui ,en unb das Automobil verschwand auf Nimmerwiedersehen in dem Puntel der Nacht. m . * Aus der M unchener „Iugend". u.cr drbcuer Friedrich Müller wurde wegen einer Entzündung am rechten Bein in die Universitätsklinik zu H. geschafft. Hier erklärte ihm Professor W., daß er operiert werden müsse. „3n Dm Teufels Namens erwiderte Müller Wegen dieses, Ausdrucks hielt ihm der berühmte Derr Professor eine kleine »tanbbaule. Als Müller nach der Operation in seinem Bett erwachte, halte er nur noch ein Bein. „Schockschwerenot'" fluchte er. „-uttgen der Kleinigkelt braucht man mir doch nicht gleich das Bern abzuschneiden! Verflucht noch mal!" — nur ganz still!" flüsterte der Krankenwärter, indem er stch über ihn b^igte. „Sie können von Glück sagen, daß nur der eine Lieblings! chnler des Professors bei der Operation zugegen war, sonst waren oe t d c Beine weg!" — — Von einem seiner Gläubiger erhielt em Leutnant zu Anfang eines jeden Monats einen Mahnbrief solgen- den Inhalts: „Bei Durchsicht meiner <öürf)ßt 1 inbe rch Ihr wertes Konto noch mit 250 Mk. belastet." Nachdem eine echeb- licke Anzahl gleichlautender Schriftstücke spurlos an ber Dick- selligkeit des Adressaten abgeprallt war, fügte ber Lieferant seinem letzten Schreiben die Worte hinzu: „Wie denken suh Ew. Hochwohlgeboren die R«elung der Angelegenheit „Sehen Sie Ihre Bücher nicht so oft durch", lautete bie lakonische Antwort des Offiziers. . , . . * Das schon! Onkel: „Nicht wahr, Fntzchen, auf meinen Knien zu reiten ist luftig!" — Fritzchen: „Das ubon, lieber Onkel! Aber gestern wars doch lwch schöner, da bin ich aus einem richtigen Esel geritten!" * Aus der Schule. Lehrer (ber aus ber Jungsrau von Orleans lesen läßt): „Was meint Johanna bamii,^ivenn sie sagt: Das Schlachtroß steigt?" — Der kleine Fritz (-Lohn eines Roßfchlächters): „Sie meinte, 's Pferdefleisch wird teurer! Eingesandt. Gießen, 5. Jan. Ablö sung ber Neujahrsgratulationen. Die Vertreter brr an die Versendung von Neuiahrsgratu- lationskarten interessierten Industrie und Handelsgeickätte haben durch ganz Deutschland einen Feldzua gegen die vielfach übliche Ablösung ber Neujahrsgratulationen durch Zuwendung an wohltätige Anstalten eröffnet unb die betreffende Zuschrift auch hier in Gießen ausgehängt und durch die Zeitungen verbreitet Das ist ja nun ihr gutes Recht. >Die erwerbstätigen Stande haben futi heule ihrer Haut zu wehren, unb das darf man ihnen darum nrcht verübeln. Auch das ist menschlich begreiflich unb soll ihnen darum nicht so schwer zum Vorwurf gemacht werden, dap fte, um, das Publikum für ihre Wünsche geneigt zu machen, allerln Grunde, die auf das Gemüt mehr Eindruck machen, als das bloße nackte Geschäftsinteresse, ins Feld führen, wie z. B., die -nücksrcht auf die Arbeiter der betreffeirden Tranchen und auf die Pflichten der Bietat. Nur dreierlei wollte ich vom Standpunkt unserer Gretzener Verhältnisse dazu bemerken. , . .. 1. Diese Ablösung ist in Gießen ferne Neuerung, sondern fte besteht schon seit Jahrzehnten. 2. Die Kleinkinder--Dewahranftalt lyat biefc Mlosung nw von sicht tu£ aufgebracht, sondern sie ist damit nur einem vielfach an sie gerichteten Wunsche entgegengekommen. Also muß diele Einrichtung doch einem bestimmten Bedürfnis entsprechen. 3. Daß die Sorge ber Interessenten ber Gratulatronskarten- Jndustrie hier in Gießen ganz unbegründet ist, zeigt die Tatfache, daß die Zustellung unb der Versand solcher Karten gerade tn den letzten Jahrzehnten einen solch ungeahnten Aufschwung genommen haben. Sollte dennoch in den letzten Jahren eine Abnahme tuabt- nehmbar gewesen sein, so ist nicht die Ablösung daran schuld, sondern es macht sich nur der natürliche Rückschlag gegen das llebermaß gelteird. 'Die etwa 120 Familien, denen bte Ablofung ein erwünschter Brauch ist, fallen dabei kaum ins Gewicht. Es wirb ihre Sache sein, ob sie sich durch den Vorwurf der Pretäts- lofigEcit, den die Interessenten ihnen darüber machen, m rbrem Gewissen beunruhigt fühlen und künftig für das Geld lieber Neujahrskarten kaufen und versenden wollen, was sie — nne stark zu vermuten — auch bisher trotz Ablösung getan haben werden D. Schlosser. Grüningen. Auf das Eingesandt in Nr. 2 d. Bl. sieht sich der Vorstand des Jugendvereins veranlaßt, die Angelegenheit der Maul' und Klauenseuche richtig zu stellen, um namentlich die Angriffe gegen die Behörde zurückzuweisen und die Behauptung des Einsenders als unrichtig zu bczerchncn. Der Einsender behauptet, die Seuche sei durch den Dvcsgrller Federviehhändler hergebracht worden, obwohl der Besitzer des Gehöftes, in dem dre Seuche zuerst augbrach, in den letzten fünf Jahren kein fettes Federvieh hatte und der .Händler in feinem tarfenburn unö Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 4. Jan. In der heutigen 'Sitzung ber Stadtverordneten machte der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Dnllo, bte Mitteilung von dem Ausscheiden des Stadtverordneten Hirsch aus dem Kolleg rum, der nach Dortmund verzogen ist. — Das von ber Osfmr-- bacher Kaiser-Friedrich-Quelle eingebrachte Gesuch um Ge Währung des Quellenschutzes wurde nochmaligen Prüfung zurückgestellt. — Der Deutschen Gesellschaft für Kaufmanns erholungsheime wurde ein einmalrger Beitrag von 290 Mk gewährt — Di: Rehnungm d r Wwven- ,un o Waisen fasse der besoldeten Gemeindebeamten sonne dre her beiden Kleinkinderschulen wurden vorbehaltlich der Prüfung durch die Oberrechnungskammer genehmigt. — ^ur hen" Anbau einer Polizeiwache an das Wiegehäuschen im .-cafen wurden.5600 Mk. unb für die Erweiterung der Um- sormeranlage im Elektrizitätswerk 10000 Mk. bewilligt. — Die nichtöffentliche Sitzung beschäftigte sich m der Hauptsache mit der Anstellung zweier Diceltoren für baä Elektrizitäts- und Gaswerk. Aks Elektrrzrtatswerks- direkto» wurde der bisherige Direktor des Werkes, Schirmacher, mit einem Gehalt bon.8000 Mk. gewählt. Die Wahl des vom Verfassungsausschuß vor- geschlaaenen Betrieb sing eiiieurs O etken-Marnz als Gas-- werksdirettor wurde zurückgestellt. Hause nicht verkehrt hat. Seitdem die Seuche seftgestellt uitb die Gemarkung zu einem Sperrbezirk erklärt war, wurde vermieden, das Klauenvieh rindern zu lassen, trotzdem dieses mit Genehmigung der Behörde von Fall zu Fall hätte sein dürfen. Tie Genehmigung war nicht erforderlich unb die Viehbefitzer hatten auch gar nicht nötig, das Vieh zu dem Fasel zu bringen. Ein hiesiger Viehbesitzer hatte einen un gekörten Fasel im Stalle und führte ihn an ber Leine von Stall zu Stall, um dabei unter Benutzung ton Stangen ihn diensttauglich zu machen und verkaufen zu können. Der erwähnte Fasel mar durchseucht und an sich anstecknngsfrci, aber trotzdem zur Verbreitung der Seuche in der Lage, hatte er doch mit seinen Füßen auf bem Mist verschiebener Gehöfte gestanden und war über die Straße geführt worden, sogar zu der Hofreite, in ber bie Seuche als zweiter Fall mitten im Dorf auSbrach. Die Verbreitung hierburch liegt näher als burch den Feder- viehhandler. Was die Verbreitung an den dritten Besitzer anbetrifft, so ist bis zur Stunde die Seuche durch einen beamteten Tierarzt noch nicht festgestellt worden: es war nur die Angst deS LiehbesitzerS, daß er, weil sein Vieh nicht recht, fraß, die Sache anzeigte. Warum sollen Mädchen in ihren Sonntagskleidern von fealichem Verkehr ferngehalten werden, wenn sie in denselben Kleidern in der Kirche nebeneinander sitzen und die Landwirte zu Versammlungen durch den Bürgermeister zusammen- gerufen werden. Hätte der Bürgermeister, den wir als Kenner der örtlichen Verhältnisse anerkennen, alles mögliche ausyeboten, nm der Verbreitung der Seuche entgegenzutreten, so wäre der Besitzer des FasclS zur Anzeige gebracht worden und die Versammlungen wären unterblieben. Wäre gegen unS mit gleichem Maße gemessen worden, so wäre es uns nicht eingefallen, die Behörde unter Vorbringung der oben erwähnten Fälle um Genehmigung ber Weibnachtsbeschelmng mit Tanz zu ersuchen unb die Weigerung des Bürgermeisters als nicht richtig zu bezeichnen. Der Wunsch der Wirte ging unseren Verein nichts an. Was dem einen recht ist, muß bem anbern billig sein. — Gleiches Recht für alle, wie die Behörde entschieden hat. Landwirtschaft — Landwirtschaftliche Genoss en schastsbeweg- una im November 1911. Im Vergleich zum cnttpreckfen- ben Zeitabschnitt bes Vorjahres zeigt die landwirtschaftliche Ge- nossenfchaftsbewegung im November 1911 eine merklich gciteigcrte Zunahme. Es wurden neu errichtet 108 (gegen 71) aufgcloft 20 (gegen 20), so daß eine Zunahme von 88 (gegen 51) GenoNcn- schastcn verbleibt. Nen gcgrlnbet wurden: 54 Spar- und Dar- lehnstafsen, 11 Bezugs- und Absatzgenossenschaften, 4 A^lkercr- aenossenschaften, 2 MilchverfverttingSgenosienschaften und 37 sonstige Genossenschaften. Bei diesen Neugründungen ist die beschrankte Haftpflicht bei 4 Spar- und Darlehnskafsen, 8 Bezugs- und Abfakgciwsfenschasten, 2 Mvllercigeirossenschaften, 2 Milchverwer- tungSgeilosienschaften und 30 sonstigen Genofienschaftcn vertreten, während die übrigen die unbeschrankte Haftpflicht gewählt haben. Die sonstigen Genossenschaften sind: 19 Ellktrizltätsverwertuvgs-, 7 Wasserlcitungs-, 4 Viehr,erwertunas-, 2 Winzergenofienschaften, 1 Dampfbresch-, 1 Motorpflug-, 1 Pferdezucht-, 1 Geflügelzucht- unb 1 Viehweidengcnossenschast. In Siquibatcon ,md getreten: 3 Spar- und Darlchnskassen, 4 Bezugs- und Msatzgeno,fenfchasten, 2 Molrereigenossensckmsten, 1 MilchverwertungSgenosfenschaft und 10 sonstige Genossenschaften. Nach den Aufzeichnungen des RmckS- i.ctbanbcd ber deittscheu lanbwirtschaftlichen Genossemchasten bestehen hiernach im Deutschni Reicke bei emer Vermehrung von 88 landwirtschaftlichen Genossenschaften int November am 1. Dezember 1911: 98 Zentralgenossenschaften, 16 139 Lpar-mck Dar- lehnskassen, 2321 Bezugs- und Abfatzgenossenschaften, 3266 Molkereigenossenschaften, 152 MilÄverwertungsgenossenschaften und 3157 sonstige Genossenschaften, zusammen 25 133 lanbnnrtscyaft- liche, dem Genosse,lfchaftsg^setz unterstellte Genossenschaften. 0 Marburg, 3. Jan. Im Pfeifferschen Saale tagte heute eine von nn-it über 100 Landwirten besuchte Versammlung des (anbrn. Krcisv erein s. U. n. wurde beschlossen, gegen d c beabsichtigte Mschafsuna der Warmblnthengste beim Landgestül in Dillenburg bei ber LanbwirtschaftSlammer zu protestieren, bn in Kurhessen noch vielfach Warmblüter gezüchtet würden. Ferner beschloß man, Mitte Februar hier wieder einen Provinzialsaatmarkt abzuhalten. Auch das in letzter Zeit vielgenannte S o ff - mannfche Miltel gegen die Maul- und Klauenseuche gab Anlaß zu reger Aussprache. Von fachmännischer Seite wurde baraur hingewiefen, baß man mit diesem Mittel wohl nur, wie bei alten anderen Mitteln, bte Symptome ber Krankheit bekämpfe, sollte indes der Krankheitserreger ciibgültig entdeckt sein, würde man auch bald Mittel unb Wege finden, um dieser gefährlichen Plage Herr werden zu können. Den Schluß der Versammlung bildete ein Vortrag des Obstbauinspektors Huber-Oberzwehren über Obstba umzucht. ■. e liefert billigst die Brühl'sche K lll/OHC mit kirma Universitäts-Buch, und Stein* IXUVul 10 Illi t I IMIICl druckerei,Gießen,Schulstr.7 Vermischtes. Tf. Das Schmuggler automobil. Ein kühnes Sännuaglerwagnis wird von der belgisch-ftanzösischen Grenze gemeldet? das zeigt, daß die moderne Schmuggelei sich die neuesten Erviingenschaften der Technik zu eigen gemacht hat. Tie Zollbeamten in Litte erhielten Nachricht ton einem großartig angelegten Schmugalerplan, in einem Automobil "Tabak über bie Grenze zu bringen. Man stellte beit Schmugglern eine Falle unb ver- sperrte durch eine starke Stahltrosse den Weg. Im Hinterhalt lagen 30 bewaffnete Zollbeamte, die auf den Augenblick warteten, m bem bas Sckrnugglcrautomobil verunglücken würde. Alle Vorbereitungen wurden auch glücklich getroffen, ohne daß die Schrnugg- ler davon benachrichtigt iwrben wären. Um Mitternacht kam Vlöslick ein Automobil mit abgebleiidtten Lichtern in rasender Fahrt herangesaust. Ungefähr 100 Meter vor der Stahltrotte riefen zwei Zollbeamte bem Leiter des FahrzeuggeS zu: „Hall! Wir sind Zollbeamte." Aber anstatt obzuftovpcn, erhöhte ber Mhrer die Gefch^vindigkeit, fetzte aber wohlweislich, nichts gutes ahnend, die Beleuchtung wieder instand und bemerkte plötzlich vor sich bte Stahltrosse. Ein Jubelgeschr-ei erhob sich unter den Zoll- Lebendgewicht b le. Wiesbaden , 4. Jan. H e u- und S 1 robmarkt. Angefahreu waren 12 Wagen mit Heu und Etrob. Man notierte: pe u 10.00—10.6U Tlf., Btrob (9hcbtfirob) 6.'0—7.00 'IUf. — § r u cb t m a t (L Hafer 20.60—00.00 All. Alles für 100 Kilo. Höchste Temperatur am 3. bis 4. ^anuar = 4-84 u- Niedrigste . . 3. , 4. , -4- 5,8'0. yiieberfchlag: 6,3 mm. 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Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden sanft in demHerrn entschlafen ttt. Ae tieftmttüdeil Hinterbliebenen: Gröben-Linden, 4. Januar 1912. Tie Beerdigung findet SamStag.6. Jan. 1912 nachmittags 3 Uhr vom Sterbchauö aus statt. dt Stoffe sowie sämtl. Artikel NlrWöckuerinneu empfiehlt 191 C.Pattberg Scltersweg 60 Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben unseres pflichtgetreuen Kameraden Carl Oiebel geziemend in Kenntnis zu feiten. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. ds. Mts» nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Zusammenkunft 2'/, Uhr bei Kamerad Kremer. Das Kommando: Pianos Flügel Harmoniums Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten Vertretung von 1$ Grotrian-Steinweg Xachf.,Ibach.Schied- mayer & Söhne. Schilling Köinhildt usw. Annahme gebrauchter Instrumente. Günstige Zahlungsbedingungen bei Rate,». Höchster Bar- Rabatt. Garantie 10 Jahre. Vermietungen: 2 bis 10 Mark pro Monat Stimmungen, Reparaturen. Franko - Lieferung. 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Januar verstarb infolge eines Unfalles mein Werkführer Herr Karl Diebel In dem Dahingeschiedenen habe ich einen treuen, gewissenhaften und unermüdlichen Mitarbeiter verloren, dem ich stets ein ehrendes Andenken bewahren werde. Christian Spies, Sattlermeister. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheidcn unseres lieben Sobnes, Bruders, Schwagers, Onkels und Neffen Rudolf Schmücker Gerichtsreferendar sagen wir tiefgefühlten Dank. 206 Damen-Frisieren , Shampoonieren i (Kopfwäschen) / mit neuestem Warmlnftstrom- r Trockennpparat ier < FrauBernh.Dosch Nonen Bäne 12, Ecke Weideng. / Damenfrlsier-Salon separat. > ASTHMA- leidende erhalten einen neu pat. Inhalier-Apparat Aur kostenfreien dreiwöchigen GraliSvrobe. Rascher und dauernder Erfolg. Zahlreiche Anerkennungeii. Illustrierte Broschüre gratis, iss7/,-.. LRnth I Fabrik mir. . ItOl II l.^nftiumcutc Soderstr.^ö, Darmw.adtl. (Saupe Sanöaulctte, 2-sttzig. vraktisll). Arztivagen, nur einigctnal gesahren. 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Milchling'schen Walde. Weitere Auskunft erteilt Großh. Forftwart Räuber au Treis a. Lda. Treis a. Lda., den 4. Januar 1912. Die Forstverwaltung. Schneider. IP/, Eisverkans. DaS in der Zeit vom 1. April 1912 bis Ende März 1913 un städtischen Schlachthof erzeugte Nristallets soll — soweit es incht von den hiesigen Metzgern abge- nommen wird — an einen Unternehmer vergeben werden. Angebote hierauf werden bis spätestens 1. Februar an die Bürgermeisterei — Zimmer 15 — erbeten, woselbst and) die Bedingungen und Angebotsvordrucke erhält ltch fittd. W Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Der Vebaunnasvlan für die frankfurter Straße. Aulweg und Wartweg soll mit Zustimmung der Stack verordneten-Bersammlung insofern eine Aenderung er fahren, als die Straße B, B*. B1 etwas nach Südwesten verschoben werden soll r., Derlgeänderte PlanIliegtAznr Einsicht aller Interessenten vierzehn Tage bei unserem Tiefbauamte offen und können Einwendungen, bei Vermeidung des Ausschluffes, nur innerhalb der OffenlegungSfrift bei uns gellend gemacht werden.EP/t Holzversteigerung Montag, den 8. Januar 1912, vormittags 9 V, Uhr in den Distrikten Hölle, Weißenberg, Sckützenfchlag, Fuchsbau, Hafenhecke und Klingelfluß lAbt. 70, 72, 74, 100a. 101b und 102a) Forstmartei Gießen III, Forstwarl Geisel,? Gießen. 1074 Fichtenderbstangen mit 31,33 fm, 1130 Flchtenreis- stangen mit 13,76 fm, 5 rm Hainbuchenscheitholz, 7 rm Eickensckeitholz, 22,7rm Eichenknüppelholz, 109,6rm Kiefern knüppelholz, 2,6 rm Fichtenknüppelholz, 9 rm Eichenstock holz, 64,4 rm Kiesernstockholz, 2 rm Fichlenstockholz, 250 Wellen Buchenreiffg, 550 Wellen Hambuchenreisig, 2970 Wellen Eickenreiiig, 1210 Wellen Kiesernreiffg. (Rf- Tie Zusammenkunft ist am der Licher Straße an der 7. Schneise. ___________________________ Die hier ansässigen Ehepaare, welche im laufenden Jahr das Fest der goldenen Hochzeit begehen und Einspruch aus Zuwendung der Gabe auS der im Jahre 1879 anläßlich der goldenen Hochzeit des deutschen Kaiservaareö errichteten Stiftung erheben wollen, werden hierdurch ausgefordert, sich alsbald bei der Bürgermeisterei zu melden.__________________________________________ Stadt. WohnungsrrachweiS Gießen, Afterweg 9. ES find zu vermieten: 1 Wohnung von 10—11 Zimmern, 1 Wohnung von zehn Zimmern, 1 Wohnung von 7 Zimmern, 1 Wohnung von 6 Zimmern, 11 Wohnungen von 3 Zimmern, zwei Wohnungen v. 4 Zimmern, 1 Wohnung v. 3—4 Zrmmern- 5 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von zwei Zimmern und Kabinett, 2 Wohnungen von 2 Zimmern, f Wohnung von 2 Zimmern ohne Küche, 7 möblierte Zimmer. 1 Zimmer zum Ausbewahren von Möbeln, 1 dreinöck. 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