Aeitag, 4. Gttober 1912 Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten- — Der Volkstheaterpreis für Schönherr. Ter Volkstheaterpreis von 3000 Kronen wurde Schönherr für sein Trama „Glaube und Heimat" verliehen. — „T c r Mainzer N a r r e n s p i e g c l". Um dem Mainzer Karncval ein würdiges kulturgeschichtliches Denkmal zu setzen, hat das Komitee des Mainzer Karneval-Vereins in Verbindung mit der literarischen Kommission den rheinischen Schriftsteller Wilhelm Clobes beauftragt, ein I u b i l a u m s f c sr b u ch zu schaffen, das wesentlich aus dem Rahmen der üblichen Gelegenheitsichrtften hcrauslrcrcn soll. „Ter Mainzer Narrcnspicgel", eine rheinrsche Fafchmgschronik in Bild unb .Wort, in Spruch und Lied, soll raumer Zeil, ehe ich mich nach Ausnahme von etwas Nahrung so weit erhole, um den Eindruck der unvergleichlich großartigen Natur aufzunehmen. Zn greifbarer Nähe, bereits ohne Glas Einzelheiten der Schäftung und Bänderung erkennen lassend, der Eis- dom echtes Gletschereis, nicht vereister Firn, im blendenden Weitz seiner Tecke, in glitzerndem, bläutönigem Absturz seiner 50 Meter und mehr ragenden Wände, vor der tast in gleicher Höhe mit mir westlich endenden Stirn des Ratzelgletschers insbesondere eine Menge abgestürzter Eisblöcke, manch von gewiß hunderte^Zcntner betragenden Masse, zu beiden Seiten desselben schmale vLchmelz- bädK, welche durch Abschmclzen der Eisoberfläche genährt werden und bereits wenig tiefer im Sdjutt verschwinden. Ringsum tiefer, so weit wie das Auge zu unterscheiden vermag, Felsblocke, Schutt, Sand von übereinstimmeiider wültenhafter Färbung; dort, wo die Vegetation beginnt, die vorherrschend rötlich-braune Färbung untermrscht und bald übergehend in braun-grüne Zarbcnpragung; nur aus der regenreichen Süd-Seite von dem lebhafteren Grün der Hochviescn gegen das melancholische dunkle Grün des Urwaldes unterbrochen, das das wogende Wolkenmeer über ihm allerdings mehr ahnen läßt. Und in weiter, weiter Ferne der Blick weltverloren in dem schimmernden Tumtblau ber. L-teppc; die Tropensonne nocb hoch über allem am blendenden Himmelszelt Hier EiS und Kälte, dort sengende Hitze; beides verbunden in langen, einfachen Linien und Flachen, ohne jebe ausgesprochene Gliederung des Geläiidcs. Tie uncrrnctzlich Einsamkeit des Berg- riescn zwingt zu demütiger Bewunderung der Naturgewalt, die dieses zu schaffen vermochte... ' nicht nur eine Chronik des Mainzer Karneval-Vereins, sondern ein» heimatliches Werk von kulturhistorischem Wert barstellen. Miv vielen Bildern ausgestattet, wird der „Mainzer Narrenspiegel" Anfang Dezember im Buchhandel erscheinen. Tie beiten und volkstümlicUten Lieder des Alt-Mainzer Karnevalhumors sollen der Nad>welt überliefert tperden. Was bas Bud- aber noch in dejonberem Matze lesenswert machen bürste, sinb bie Original- beitrage, bie Roda Roda, Rudolf Presber, Herbert Eulenberg, Julius Stettenheim, Gustav Falke, Alexander Moszkowsti, Alexander von Gleichen-Rußwurm, Viktor Blüthgen, Johannes Trojan, Sigmar Mehring, Otto Weddigen, Paul Grabein, Richard Zooz- mann, Gustav Hochstetter u a. zur Verfügung gestellt haben. — Die größte Bibliothek der Welt. In diesen Tagen scheidet Tr. Fortescue aus dem Britischen Museum, wo er mährend zweiundmerzig Jahren an ber Bibliothek tätig gewesen ist. Im Juni 1870 trat er seinen Dienst an und wurde nach 14 Jahren der Nachfolger Dr. GarnettS als Aufsichthabender int, großen Lesesaal und 1896 Leiter der Bibliothek. Als Tr. Fortescue seine Tätigkeit begann, zählte die Bibliothek 2 000 0000! Bände, nun er sie verläßt, birgt sie 4 000 000. Es ist ihm gelungen, seine Bibliothek, die jüngste unter den großen Bibliotheken der Welt, zu ber größten zu machen. Denn mit ihreft vier Millionen übertrifft sie alle andern. Die Bibliotheque Nationale in Paris bat 3 500000 Bände, die Kaiserliche Bibliothek irt 5t. Petersburg 1900 000, bie Kongreßbibliothek in Washington 1700000, die Königliche Bibliothek in Berlin 1400 000, bie in München 1100 000 und die Wiener 1 000 000. Die tägliche Besud-ersrequenz un Lesesaal ber Bibliothek beträgt 700 aus aller Herren Länder; fast alle Schriftsteller von Ruf in Englantz haben dort gearbeitet. — Der Winter beginnt. — In diesen kalten Tagen vom Kommen des Winters zu hören, hat nichts Erstaunliches. Aber heute wollen wir nur von der Wintersport-Zeitschrift „Der W t n t e r" sprechen, die in München erscheint und fetzt im Oktober ihren 7. Jahrgang beginnt. Die Zeitschrift wird jedem Winter- 1 portier — wer ist das heutzutage nicht — Freude machen, denn unerschöpflich bringt sie in Text und Bild aus. allen Sportsarten und -Veranstaltungen das Interessanteste. wie man sich schlagen würde... Ein früherer bcutfdter Offizier, der soeben von einer Dalkanreise nach Deutschland zurückgetehrt ist, schreibt unterem Berliner Mitarbeiter: Wie der türkisch Soldat sich im Tripoliskrieg bewährte, ist allbekannt. Wie würde er sick) aber auf dem Balkan, aus dem europäischen Boden seines Vaterlandes schlagen? Die beste Antwort gibt vielleicht der Eindruck, den man erhält, wenn man aus dem leidenschaftlich erregten Griechenland kommend, zuerst den türkischen Boden betritt. Hier herrscht Ruhe, Gemessenheit und Besonnenheit, vor allem aber trotz der langen innerpolittschen Koliflikte bei Militär und Voll immer noch Ordnung und Gehorsam. Statt des theatralischen Wesens so vieler Griechen empfindet man in der Türkei vom ersten Augenblick an die schlichte Würde eines seit Jahrhunderten herrschenden Volksstammes, statt des impotenten Willens dort tritt dem Beobackfter hier tatsächliche Kraft und Macht gegenüber; fast sind es die Gegensätze, die zwischen Emporkömmling und altem erprobten Besitz bestehen, die den Charakter der beiden feindlichen Völker unterschiden. Und wie wirkt ein Vergleich des Türken mit den anderen, nördlicheren Balkanvölkern? Kein geringerer als Graf Ferdinand von Zeppelin, der geniale Bchenschr der Lüfte, hat sich über diese Frage geäußert. Zeppelin erklärt: „Wenn wir einen Blick auf bie Heere bet Balkansiaaten werfen, so fällt sofort unb stets bereit sehr verschiedener Charakter auf. Aus der einen Seite bie türkische Armee mit ihren vielhundertjährigen Trabitionen einer ruhmvollen Vergangenheit, ihrem ansgezcich neten Menschenmaterial, mir zurüdgehalten m ihrer Entwicklung durch eine von ben maßgebenden Stellen ihr gewordene Vernach- lässigiing sondergleichen, aber wo sie auf tritt, stets Beweise ber f ricgcrifdKn Leiitungsfähigteit gebend, die in ihr schlummern. Kein eiiisid-tsooller Soldat tarnt jid) darüber täuschen, was diese Armee bei einer guten Organisation, richtiger bei der Durchführung der für sie von den deutschen Offizieren angeregten Organisation, und der Heranbildung eines geeigneten Offizierkorps leisten kann. Auf der anderen Seite finden wir Heere, die ihre Entstehung der Erhebung ber christlichen, vor Jahrhunberten unter - nwrfenen Untertanen ber Pforte verbauten, Völkern griechischen und flämischen Ursprungs, bereit Staatswesen noch heute viel Unfertiges und UngefestcteS anhaftet, Griechenland, Bulgarien und Serbien; ihre Befreiung erfolgte stets nur unter dem Beistand europäischer Mächte. Die Bedürfnislosigkeit des türkischen Soldaten ist über jedes Lob erhaben, sid-er ein großer Vorzug für den Krieg. Wer bei ber Mobilmachung z. B. zum letzten^Tl-esfa- lischen Kriege die von ihrem heimatliche Herde ins Feld gerufenen Ergänzuiigsmanmchaften stundenlang an den Stationen auf ihre Einschiffung in die Eisenbahn warten sah, der hat sicherlich nichts von der Unruhe oder dem Unmut vernommen, die man tm ähnlichen Falle vielleicht bei den Reservisten anderer Balkan- armccn zu beobachten Gelegenheit gehabt,hätte. Und dabei ivaren sic mit ihrer Verpflegung womöglich auf die eigenen Mittel angewiesen." Zeppelins Lob des türkischen Soldaten bestätigt in seinen Schriften Generalseldmarschall Freiherr Kolmar v. d. Goltz. Er hebt hervor, daß cs vielleicht weniger der dem türkischen Soldaten oft zugeschriebene religiöse Fanatismus als das Herr enge fühl ist, das ihn zu außergewöhnlichen Taten befähigt: „3ober gemeine Mann in Reih und Glied trägt eine bestimmt cmsgcsprochnc Individualität nut sich. Hierin unterscheidet er sich z. B. fd;arf von dem russischen Soldaten, der mehr ober weniger doch bei all seinen guten Eigensdmten nichts inbividuell Ausgeprägtes an sich bat. Taburch nnrb auch beim türkischen Soldaten die oft mangelnde moderne systematische Ausbildung in gewissem Grade ausgeglichen. Hierin wirkt freiltd>_aud) eine gewisse natürlidje Intelligenz mit und die Erziehung zur Tvbesverackftung, die dem Mohammedaner im religiösen und im Familienleben zuteÜ wird. Der türkische Rekrut bringt beim Eintritte in das Heer bereits Achtung vor der Autorität des Vorgesetzten und die Gewohnheit freiwilliger Unterordnimg mit und ist zudem meist in körperlicher Hinsicht vortrefflich ausgestattet." Soweit also Zeppelin und v. d. Goltz, zwei doch sehr zuständige Beurteiler. Tie türkische Regierung kann übrigens auf einem europäischen Kriegsschauplatz auch noch aus die Unterstützung molfommedanischer Freiwilliger rechnen, d. h. der Aufgebote der großen Feudalherren in Albanien und Epirus, der Beys, denen der Grund und Boden gehört, aus jenen Gegenden, wo das Leben wenig gilt, too man Menschen oft wie Hühner abschlachtet. Tic türkische Regierung betrachtet sie auch nicht als ein einfack)es, oft zweifelhaftes ,LZolksaufgebot", sondern als „Mouavenö", b. h. Hilfstruppen. Nack) ihrem „Dicnstrcglcment" ordnen sich die Albanesen beim Angriffe dem Oberbefehl der türli- fchcn Generale unter, beim Rückzüge aber nur den eigenen Chefs, eine eigenartige Bestimmung, die iuoj)l nur für den Fall gemacht wurde, um im Notfälle die Berge der Heimat verteidigen zu können. — Tas militärische und moralische Uebcrgewicht der Türkei auf dem Balkan ist heute noch zweifellos. Ein Ballankricg würde Ströme Blutes kosten, aber schwerlich der Türket ein wesentliches Stück ihres europäischen Besitzes nehmen. Die Vermittlung der Mächte. Von diplomalischcr Seite in Wien wird erklärt, das; die Einigkeit der Großmächte durchaus nicht vollständig sei. Die Verschiedenheit zwischen dem Standpunkt der russischen Regierung und dem der anderen Mächte bestehe darin, daß Rußland auf die Türkei einen größeren Druck ausüben will als auf die Balkanstaaten und mehr geneigt ist, die Autonomieforderung Bulgariens zu unterstützen, während die anderen Mächte meinen, die Türkei würde diese Forderungen erst nad) einem verlorenen Krieg erfüllen. Andererseits seien and) die Baltänstaaten nicht einig. Nach der „Pal Mal Gazette" ist die sehr kurz gehaltene gemeinsame Note der Balkanmächte an die Türkei am Donnerstag bei den betreffenden Gesandtschaften eingetroffen. Sie soll zunächst den Brächten zu Abänderungsvorschlägen vorgelegt werden. Die Bereitschaft der Türkei. Konstantinopel, 4. Ott. Eine große Kriegskundgebung sand heute hier statt. Der Sultan n£ßjn an einem Fenster des Palais die Kundgebung der Tausenden entgegen. Tluch nach einer auf morgen anberaumten Versammlung der Liberalen werden die Teilnehmer dem Sultan vor dem Yildiz huldigen. „Tannin" erttärt: „Es gibt keine Annahme der Forderung der Balkanstaaten, keine Konferenz! Wer Krieg wünscht, ist willkommen; die Türkei ist bereit!" Konstantinopel, 3. Ott. Die nach Konstantinopel eingezogenen Reservisten ziehen mit Musik durch die Straßen; sic werden überall mit großer Begeisterung begrüßt. Die streikenden Kutscher haben sich für die M o b i l i s i e r u n g s - arbeiten angeboten. Laut Nachrichten aus türkischer Quelle herrscht auch in der Provinz eine große Begeisterung für die Mobilisierung. Der frühere Minister des Aeußern A s s i m hatte heute eine vielbesprochene Unterredung mit dem bulgarischen Gesandten Saras off. Ein außerordentlicher Ministerrat beriet über die Lage, insbesondere über die Frage der Zurückhaltung der griechischen Schiffe. Bei dem Schritte zugunsten der Schiffe hatte der griechische Gesandte GryParis sehr energisch die schleunige Zurücknahme des betreffenden Be- schlufses der Pforte verlangt, da die Maßregel willkürlich und, solange freundschaftliche Beziehungen herrschten, unangebracht sei, da jede Verzögerung Millionen Ver- Auj dem Gipfel des Nilimandscharo. Tie Ersteigung des höchsten beutfdjen Berges, des Kilimandscharo in Dcutfch-Ostafrila, hatte sich Dr. Christoph Schröder zum Ziele einer Steife in Ostafrika gefetzt. Ganz allein' hat er von etwa halber Höhe des Berges aus bie mühselige Wanderung zum 5880 Meter hohen Kibogipfcl ausgesühri. In seinem Be- rid)tc über diese Bergersteigung, ber sich durch eine Anzahl oon Heften der „Natur", der Zcuschrift der TeMschen Naturwisfen- fdxiftlidjcn Gesellschaft, hmburcpzieht, berichtet er, wie er in einer Höhe von 3800 Metern seine Neger zurückließ. 5 Uhr morgens, als er sich erhob, herrschte in seinem Zelte eine Temperatur von einem Grade unter Null, lvährend draußen bas Thermomeler nod) drei Grabe weniger zeigte. Er nahm eine Mahlzeit zu sich, versah sich mit Kakes, Schokolade und einem Gläschen mit Magenbittern und begann bann, mit Kompaß, Fernglas, photographischem Apparat und Bergiwck bepackt, die Wanderung. Beim Aufbruch war es noch dunkel, bald aber ging bie Sonne auf. Dr. Schröder flieg höher und höl-or, überschrfti eine ganze Folge von Geländestufen unb konnte endlich das ganze Kibvmafftv übersehen. Es war ^11, als er^nad) einer befchwer- lid)cn Wanderung durch feinen Schutt ober Sand auf Lavauntcr- grunö, wo der Fuß immerfort ausgleitet, eine halbstündige Pause mackste. Dann druck) er wieder auf unb fdjritt einen Gratrücken mit 30 Grad Steigung aufwärts. „Tas Wandern ün losen Schutt," so schildert er selbst, „wird allmählich zur Qual. Selten eine kleine Strecke gewachsenen Felsens, die dem Fuße eine sick)ere stütze böte; die wenigen größeren Gesteinstrümmer gleiten beim Betreten ab; das kleine und kleinste Geröll, welches die Hauptmasse bildet, rutscht unter jedem Sdjnttc. Die außerordentliche Trockenheit der Luft dörrt die Zunge am Gaumen und weckt zusanmien mit der infolge des bald auf die Hälfte verringerten Sauerswffgehaltes ohnedem fehr erhöhten Herztätigkeit bei den fortgesetzten Anstrengungen des steigens em Empsiiiden völliger Entkräftung. Die stets öfter benötigten kurzen Ruhepausen, der Wille, der sich bereits zuvor an näheren Zwischen zielen, Geländestufen, auffallenden Lavablocken zu betätigen pflegte, versagen ihren Dienst; angesichts ber kaum 100 Meter höher über ber Bergrippe drohend herabhängendeit Eismasse breche ich in völliger Gleichgültigkeit förmlich zusammen; es bedarf gelüste berurfadje. Ter Minister des Aeußern N o_r 5 b n n g- hian antwortete, bie Regierung werbe die Scküffe für Transporte requirieren unb versprach schließlich, die Angelegenheit dem Ministerrat zu unterbreiten. Obwohl die Frist, die S c r b i e n betreffend die Tur dp fuhr des Kriegsmaterials gestellt hat, um 71 ? Uhr abgelaufen war, hat der scrbisd)e Gesandte bisher keine Antwort übermittelt. Judessen erklären serbische Kreise, es werde kein so fertiger Abdruck) der Beziehungen erfolgen. Die Pforte richtete an die Mächte ein R u n d s ch reiben, worin sie gegen die Unterdrückungen protestiert, die man sich in Bulgarien gegen die Mohammedaner zu schulden kommen lasse. Gleichzeitig erklärte dieselbe, daß die Verantwortung die Balkanstaaten treffen würde, wenn ein Krieg ausbreche. Konstantinopel, 3. Oft. Tie Mobilmachungsverfügung betrifft nur die erste, zweite und dritte Armce- inspcttion, letztere nur teilweise. In Syrien und Mesopotamien sind keine Mobilmack-ungen erfolgt. Im ganzen wurden 88 Divisionen mobilisiert. Die Mobilmachung vollzieht sich rasch. Der türkische Thronfolger der zurzeit zur Kur in Edlach weilt, dürste die^Hcimreise über Bukarest nach Constanza und von dort zu Schiff nach Stambul bewerkstelligen. Zu seinem Schutze gegen bulga-. rische Torpedoboote würde dann eine Abteilung ber türkischen Flotte ins .Schwarze Meer entsandt werden. Tie Knegslnst der Albanesen. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel) Auf die Kunde von der Mobilisierung Serbiens verlangten bie Albanesen in Kossoivo telegraphisch 50000 Gelvehre. Die Regierung erwäge, ob sie die Bitte unter gewissen Bedingungen erfüllen könne. K o n st a n t i n o p e l, 3. Okt. Seit gestern abend hörte der Eisenbahnverkehr mit Europa und Saloniki auf. Tie Züge verkehren nur bis Adrianvpel. Die Konverrtionad, und Expreßzüge kommen morgen zum letztenmal in Konstantinopel an. Der Verkehr mit Europa wird fernerhin ausschließlich über Constanza möglich sein. Anhaltung von Kriegsmaterial in Ungarn. Wien, 3. Ott. Aus der ungarischen Staatsbahn wurden 18 Waggons Kriegsmaterial angehalten. Die Direttion der Staatsbahn erklärt, wie die „Neue Freie Presse" aus Ofenpeft meldet, diese Maß-, nähme bannt, daß "Serbien und Bulgarien vom 1. Oktober an den Eil- und Frachtverkehr auf ihren Bahnen eingestellt Haden, weshalb nun auch das Kriegsmaterial nicht befördert werden könnte. Keine Mobilisierung Rumäniens. Bu kar est, 3. Ott. (Agenee Roumaine.) Die Mobilisierung der rumänischen Armee wurde nicht angeordnet. Zwei griechische Dampfer beschosien? Aus Konstantinopel wird gemeldet: Zwei griechische Dampfer wurden int Bosporus von den türkisch en Forts beschossen. Der griechische Gesandte hat bei der Pforte protestiert und hat beim britischen Ge> sandten Beschwerde eingelegt. Kundgebungen in Montenegro. Ceti nie, 3. Ott. Gestern fanden große Kundgebungen statt. Die Mvnge zog vor das Palais des Königs, wo sie dem König und dem Zlronprinzen zujubelte^ Der König ermaßntc in einer turzen Ansprache die Bevölkerung zur Besonneicheit und satzte, die Mobilisierung bedeute noch keinen Krieg; aber in dieser ernsten Zeit müsse jeder Montenegriner seine Pflicht tun und bereit sein, dorthin zu gehen, wohin ihn die Behörden schickten. ar. 254 Erstes Blatt 162. Jahrgang IhtCnCnCl ZulwiUCi SÄ6 General-Anzeiger für Gberhefien Annahme" von Anzeigen Hotationsdtud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stcinöruderd H. Lange. Redaktion, Erpeditton und Druckerei: 5chulstratze 7. 2ani)- ^E.Hem ^ür den bis üonmua%U9nuq” Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße l6 a. Anzeigenteil: H. Beck. Ausland. heutigen Aufführung von Nichts" liegt die Bühnen- Grunde, die die 17 33er» drei Schauplätze zusammen- lieberflüssigen, straffe Zugestern tut Triumph in ?Jiara Kaids huldigten ihm und die Bc olurung lubelte ihm zu. Die Artillerie feuerte Salutschüsse ab Dor der ruiuscyen, lerbifchen, bulgarischen und griechischen Gesandtschaft nmrben >bundgebungen dargebracht. Ter König von Gr echenlano empfing am Donnerstag vormittag in Wien die Botschafter Italiens, Rußlands und Frankreichs in gemeinsamer Audienz. ** Stadttheater. Der Shakespeares „Viel Lärm um rearbeitung von E. Bertram zu Wandlungen des Originals auf drängt. Ausmerzung manches Deutsches Reich. Der Reichskanzler eepab sich nm Donnerstag abend zu kurzem Aufenthalt nach 1. t n c r h o f. Er folgte damit einer vor längerer Seit an genommenen Einladung des Prinzregenten von Bayern Ter Reichskanzler hat, so berichtet Dao Wolff'sche Bureau, den Beiuch nicht in letzter Stunde absagen wollen, um nicht zu gnmdlou-n Beunruhigungen wegen (iiesährdung des Friedens unter den Groninachten durw die Baif.inwirrcn Nahrung zu geben. Agadir wieder von Aufständischen besetzt Tanger, 8 Okt Das Küstenwachtschiff „Marrachr" ist äeute früh, von Agadir kommend, hier eingetroffen Als e an Agadir vorbei'uhr, wurde es von feindliche m Gesch ü p ft\a€r eF.V‘-nVn- erwiderte mehrere Stunden mir dem ÄimcnnMaitKbtn ,.,va z t" zusammen das Feuer. Agadir schein' wieder von Ausitandmlten, die mit Waffen gut versehen sind besetzt ui lern. Dre französischen Gruppen, die Agadir bttepeii sollen, kreisen nm 4. Oktober hier ein. •n asablanea vorn 2. Oktober gemeldet wird ist Generallyltnant L mutet) gestern int Truimph in Mara kef ch emgezogen. zte großen Kaids huldigten ihm und die B.- ammenziehung der Handlung und Modernisierung sprachlicher Inversländlichkeiten früherer Zeit haben sich als besondere Vorzüge dieser Bearbeitung erwiesen, die ihre Feuerprobe vor zwei Jahren bei der Einweihung des Wiesbadener Residenztheaters mit bestem Erfolge bestanden hat. Die Inszenierung liegt in den Händen von Oberregisseur Walter DmorkowSki. ** Vom Roten Kreuz wird geschrieben: Im ganzen .Hessenland und weit über seine Grenzen hinaus ist das warme Interesse bekannt, das die Großlierzagin nicht nur allen Zweigen ozialer Fürsorge, sondern allen humanitären Bestrebungen im weiteren Sinn unermüdlich widmet. Einen neuen Beweis für dieses Interesse hat die hohe Frau vor kurzem dadurch gegeben, das; sie den vom Hessischen Landesvereiu vom :Roten Kreuz ausgebildeten Hilfsschwestern und Helferinnen vom Roten Kreuz eine Diensttracht verliehen hat. Ts ist die gleictie, die von dem König von Preußen durch eine an den Kriegsminister gerichtete Ordre vom Iß. März den Preußischen HitsSschwestern und Helferinnen vom Roten Streut verliehen worden ist. Dabei mag erwogen worden sein, daß es wünschenswert sei, die Hessischen Hilfsschwestern und Helferinnen bei Ausübung ihres Dienstes lür das Rote \freuj auci in ihrer äußeren Erscheinung den preußi eben ganz gleichzustellen, da beide int Frieden nach denselben Grundsätzen ausgebildet werden und im Krieg unter Umständen in demselben Lazarett, oder wo man sonst ihrer bedarf, nebeneinander in Tätigkeit treten müssen. Mit dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz find auch seine Hilfsschwestern und Helferinnen der Großherzogin zu großem Danke verpflichtet. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß im Laufe des letzten Sommers in Darmstadt etwa 65 neue Helferinnen ausgebildet worden sind. Da aber hiermit der im Falle eines Krieges eintretende Bedarf bei weitem noch nicht gedeckt ist, so wäre es sehr erwünscht, loenn alle Samariterinnen — auch die früher ausgebildeten — sich entschlössen, ihre tbeoretifdjc Ausbildung alsbald durch einen vier bis sechswöchigen praktischen Lehrgang in einem Krankenhaus zu vervollständigen, damit sie eben im Kriege als »Helferinnen vom Roten Kreuz" in den Lazaretten der Heimat bei der Pflege der Berwundeten verwendet werden können. §§ Aus dem Gießener Gastwirtsgewerbe Das Hotel Central in der West Anlage, das bisher rituell geführt wurde, i)'t tn den Besitz des Herrn C. Köhler übergegangen der es neu hergestellt hat und es vom Samstag ab dem allgemeinen Besuch eröffnen will. Auch daS Cafä Ebel eine der ältesten hiesigen Gaststätten, hat in der Person des seitherigen Kolosseumspächters Ohm einen neuen Inhaber bekommen. *♦ Aus Gießens §ranzosenzeit. Unser Museum tzat eine «mahl SortrqtS etroorben, die flr die @ef*übtc uniem stabt (rtt mtnenant fmb Es und ackt Abbildungen von Pen ",c- uf lind 1797 roabrrot. 6er sranioiHchen Besednnn -tobt und .Teilung hier geweilt haben Die Bilder i Auicbc nach Silhouetten kopiert Aus den mit Tinte Ju? Bildern berge,teilten Widmungen, deren 3christzüge"die aus bet 3eu um 1NOO w,edergeben, er'adrt man, nSdk «edonen . j und. Die Bilder tragen die Unterschrift Le,b Das kiirtrin 11 hm Oli,rA»rtnMii»r S w et)te Perltschen Golf nach Chorem-Abad wird in einem Ytusiajun im Auswärtigen Amt beraten. Der russische Plan emer Bahn von Tfchulfa nach Täbris macht anscheinend wenig /Z-onicvriue, obwohl üch der Direktor der Straßenbaugeiellichaften ^ichulla- Täbris und Enseli Teheran seit 14 Tagen in Teheran aufgalt und versucht, mit Persien zum Abschluß zu kommen. Poincarö und Sasonow. Der „Figaro" schreibt über die Unterredung Po in- earSs mit Sasonow Es ist überflüssig unter den gegenwärtigen Umstanden bye »roße Wichtigkeit dieser Unterredung besonders zu betonen~ xie beiden Staatsmänner haben eingehend die verschiedenen^ weiten der Balkan frage erörtert, und wir glauben zu wissen, daß diese Unterhaltung einen befriedigenden Eindruck bettens der M ö g lichke it einer sofortigen gemeinsamen Aktion ergeben hat. Der offiziöse „Petit Parisien" sagt: Wenn Oesterreich Ungarn und Rußland, diese b iben im Orient einflußreichsten Staaten, sich über das Reformvrogramm^ einigen, das der Pforte zu unterbreiten wäre — denn die Durch sührung der mazedonischen Reformen ist die Grundbedingung für die Wiederherstellung der Ruhe — wenn sie sich mit vollster Loyalität und vollstem Bertrauen verständigen, um das Kabinett Mukhtar Pascha zur Erweiterung seines Dezentralisations planes zu bestimmen, bann ist noch Aussicht auf Hintanhaltung des Konfliktes vorhanden. Aber jede dilatorische Maßnahme must vermieden werden und die Verständigung vor dem ersten scharfen Flintenschuß, der noch immer droht, abgeschlossen werden. Tie Finanzlage der Valkanstaaten. Jetzt, da die Lage am Balkan sehr gespannt geworden ist, und die Gefahr eines Krieges äußerst nahe genickt ist, tritt die Frage hervor, nric es um die Finanzlage derjenigen Staaten bestellt ist, die der Türkei den Krieg er Härten wollen. Im allgemeinen muß gesagt werden, daß die finanzielle Leistungsfähigkeit eigentlich nirgends derartig ist, daß diese Staaten einen auch nur irgendwie längeren Krieg ungestraft durchführen könnten. Wenn man finanziell so steht wie Griechenland, Bulgarien und Serbien, so muß man das Vorgehen dieser Staaten kurzerhand als sträflichen Leichtsinn bezeichnen. Nur burd: die Jahre lange Friedensarbeit und mit Hilfe der europäischen Mächte hat sich das Wirtschaftsleben der genannten Staaten in den letzten Jahren gehoben, konnte besonders ihre Finanzlage einigermaßen gebessert werden, und nun steht alles wieder auf dem Spiele. Von den bulgarischen Anleihen ivirb in Berlin die 6proz. von 1892 notiert. Andere Emissionen sind an der Berliner Börse nicht zugelassen. Dagegen hat die 5proz. Tabakanleihc von 1902 in Frankfurt einen offiziellen Markt. Bekannt Ist, dgß eine 4'/-proz. Anleihe von 1909 wegen Mangels genügender Spezialgarantien in Preußen nicht zum Börsenhandel zugelassen wurde, wohl aber nach langen Verhandlungen in Hamburg einen Börsenmarkt fand. Außerdem ist noch darauf hinzuweisen, daß sich Bulgarien gegenwärtig in einer besonders peinlichen finanziellen Lage befindet, insofern, als es vor der Aufnahme einer neuen großen Anleihe steht. Es werden in P a r i s Verhandlungen über eine Anleihe von 180 Millionen Francs gepflogen, ob sie unter den gegenwärtigen Verhältnissen zu einem Ziel führen, ist sehr fraglich. Im einzelnen werden in betreff der Anleihen Bulgariens die Rechte der Gläubiger durch ein aus französischen Banken zusammengesetztes Konsortium gewahrt. Von Serbien wird eine 4l/,proz. Goldanleihe im Gesamtbeträge von 150 Millionen Francs und eine 4proz. Anleihe von 1895 gehandelt, die ursprünglich nur zum Teil, schließlich aber im Gesamtbeträge von 355 Millionen Francs zur Berliner Börse zugelassen wurde. Mit der Verwaltung der für die serbischen Anleihen gestellten Sicherheiten ist eine autonome Monopolverwaltung betraut. Von dieser Verwaltung werden sämtliche Staatsmonopole und die Stempel« wie Getränkgebühren verwaltet. Außerdem sind die Reineinnahmen der Eisenbahnen und die Zollerträge für den Dienst der Anleihen bestimmt. Auch in Griechenland besteht eine internationale Kontrollkommission, welche die Verwaltung der Staats schulden geregelt hat, so daß die Gläubiger gegen die üblen Erfahrungen früherer Jahre gesichert sind. ♦ Ter FricdcnSfchluß mit Italien! Konstantinopel, 4. Okt. Sicherem Vernehmen nach hat der türkische Ministerrat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, den letzten Vorschlag Italiens an zu ne hm en. Die Unterzeichnung der Friedenspräliminarien kann sofort nach der Ankunft Seif Eddins in Ouchy erfolgen. Seif Eddin ist gestern nachmittag nach Ouchv abgereist.» R o m, 3. Okt. Die Ageuzia Stefani bezeichnet das von Konstantinopel verbreitete Gerücht über den Abschluß des Friedens als vollständig falsch. ® asel'3. Ost. Die Schweizerische Depeschenagentur melbet: Aach Meldungen aus Lausanne steht die lln terzei ch n u u g des Frieden s v e r t r a g es bevor. Aus Stadt und Land. Vie en, 4. Oktober 1912. ** Tageskalender für Freitag, 4. Oktober: Stadttheater: „Viel Lärm um nichts." Anfang 8 Uhr. •• Landesuniversität. Der Großherzog hat am 28. September dieses Jahres den außerordent. lichen Professor Dr. Herm. Hirt in Leipzig, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der LandesunwerNtat Gießen für daS Fach des Sanskrit und der vergleichenden indogermanischen Sprachwissenschaft mit Wirkung oom 1. tJt. ernannt. ** Versetzt wurde der Pfandmeister V. Meffert zu Fürth in den Beitreibungsbezirk Dieburg. Der Steuer- ousseher Adam Rhein zu Lauterbach wurde zum Pfand« meister für den Beitreibungsbezirk Alsfeld und der Steuerausseher Konr. Stier zu Gießen zum Pfandmeister für den BeitreibllngSbezirt Fürth ernannt.— Erledigt iit die stelle eines SteueranffeherS bei dem .Hauptsteueramt Gießen. ** Ruhe st an dls Versetzung. In den Ruhestand wurde versetzt der Setyrer an der Gemeindeschule zu Udenhausen Johs. Schweitzer auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen xxenfte. ** Die Ausstellung „Der Mensch" verlängert. Da der Andrang zur Ausstellung „Der Mensch" in Darmstadt täglich zunimmt, hat sich die Ausstellungsleitung veranlaßt gesehen, den Schluß der Ausstellung noch hinauszuschiebeu. Die Ausstellung ist demnach noch den ganzen Oktober hindurch geöffnet und zwar von morgens 9 bis abends 10 llhr, auch Sonntags. ** Sitzungen des Provinzialausschusses finden ftatt: 1. am Mittwoch, 9. Okt., vorm. 3/.t9 Uhr. Tagesordnung: a) Beschwerde wegen G e r u ch b e l ä st i - g un g beim Gewerbebetrieb des Moses Keßler zu G i e ß en. b) Klage des Ortsarmenverbands Wetzlar gegen den Landarm en ver band Gießen wegen Unterstützung des Heinrich Ortmüller zu Wetzlar, c) Klage des Orts- armenverbands Wallen rod gegen den Ortsarmenverband Brauerschwend wegen Unterstützung der Familie Ruppel von Brauerschwend. d) Gesuch des Gg. Fr. Seipp zu Dors-Gill um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft, e) Wirtschaftsbetrieb im Hause Lahn- straße 9a. 2. am Samstag, 12. Oktober, vormittags 3/^9 Uhr. Tagesordnung: a) Der Brunnen des Heinrich Seipel V. zu Fauerbach v. d. H. b) Bürgermersterwahl zu Burkhards, c) Beigeordnetenwahl Ober-Seern e n. 3. Am Mittwoch, 23. Okt. vorm. 3/49 Uhr. Tagesordnung: a) Ausnahme des Beigeordneten K. Alles von Dorheim in die 'Fürsorgekasse. b) Rekurs gegen einen Polizeibefehl des Kreisamts Schotten -von Hch. Grüning in B r e u n g e s h a i n. c) Klage der Anwälte des stud. jur' Karl Kempff in Gießen, als Inhaber des Kempffschen Familienfideikommisses, gegen die Stadt Gießen wegen K a n a l g e b ü h r e n f e st s e tz u n g. 4. am Samstag, 26. Oktober, vorm. 3/49 lll)r. Ablösung der Streu- und Weideberechtigung in den Gemeinden Pfordt, Uetz Haus en und Nieder-Stoll. ** Die elektrische Bahn nach Wieseck geneh- m i g t. Die Errichtung der elektrischen Straßenbahn von Gießen noefy Wieseck ist vom Kreisamt genehmigt worden. Die Vorarbeiten sind in vollem Gange und es wird, wenn möglich, noch in diesem Herbste mit dem Bau begonnen werden. o- t. Persiens. rrZ-CPCJan.' Der Minister deS Aeußern bc cbfidjtujt dem britii di e n und dein r u s i i f ch c n G e i andre: fetn Bedauern darüber auSmdrücken, daß fei n e R e §.^rung nrckt ;n der Konferenz in Balmoral di sr.K.naK.Äsr. SS aus Der KrregSgewncbte Der StaDt und >wning Gieren und Deren Umgebung vom 7 Juli bis 19. September 1796 von einem Augenzeugen erfährt daß der damalige Bürgermeister Wörmer Mitglied der Kriegskommission war. Die während der Franzofen ;eir ihres Amtes waltete. Das nächste Bild zeigt den französischen General Rep, der 1796 und 1797 zeitweise in Gießen Quartier genommen hatte. Rach der Widmung ist auf em'm weiteren Bild ein Graf Zeppelin wiedergegeben. 4luch das BUd des durch Goethe berühmt gewordenen Professors Höosner befindet sich in der kleinen Sammlung, ebenso ein Freiherr, denen Raine auf der Abbildung nicht näher festzustellen ist. Die Frauen - weit, die damals in Gießen eingekehrt war, wird vertreten durch die Bilder einer Herzogin von Weimar und einer Herzogin von Hessen, sowie durch eine Prinzessin Friedrich von Mecklenburg. Eine Herzogin von Hessen hat es nie gegeben und es liegt wohl eine Verwechslung vor. Damals wohnte im Herzoglichen Hause in Wetzlar eine Herzogin von Württemberg. Es ist möglich, daß Die Dame während der Franzosenzeit öfter nach Gießen kam und als Herzogin von Hessen gegolten hat. Es ist sicher möglich, nach Ehastels Tagebuch, nach der Literatur über Professor Höpfner und nach den Gießener Wochenblättern, in denen die ein- und anspassierenden Fremden angegeben sind, die bezeichneten Per sonen, vielleicht auch den Amertiger der Bilder zu bestimmen. In der schon erwähnten Kriegsgeschichte und in Buchner, „Gießen vor 100 Jahren", findet sich dafür kein Anhalt. ** Der städtische Marktausschuß hatte die sofortige Einrichtung eines provisorischen Vieh- marktplatzes westlich vom Güterbahnhof (in der Gegend der Teichlerschen Wirtschaft) beschlossen und mit der Herrichtung des Platzes war bereits begonnen worden. Auf eine Anfrage der Bürgermeisterei hat das Kreisamt aber erklärt, daß es wegen der damit verbundenen Seuchen- gefahr die Whaltunb der Gießener Viehmärkte nicht g c - ft a 11 e n. würde. Die Arbeiten zur Herstellung des provisorischen Marktplatzes sind daraufhin eingestellt worden. ** Preußische Klassen-Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse der 227. Lotterie muß unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 7. Oktober abends 6 Uhr geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 4. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 3. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingelöst sein. , •* Daß erste Iugendfest tn Gießen wurde, wie uns von einem Teilnehmer mitgeleill wird, nicht 1858, sondern schon 18 5 3 abgehalten. ** Der h eilig e Bureaukratius ist schon öfter kritisiert worden. Daß auch die Eisenbahubehörde sich vom Buchstaben nicht losmacheu kann und nicht nach kaufmännischen Grundsätzen verfährt, beweist folgender Fall. Eine Gießener Firma hat nach Station Marburg eine Frachtgutsendung erhalten und der dortigen Güterabfertigung auf einer Postkarte mit Firmenstempel mitgeteilt, daß die Sendung einem namhaft gemachten Spediteur in Marburg zur weiteren Veranlassung ausgehändigt werden solle. Die Güterabfertigung Marburg schickte an die Güterabfertigung Gießen die" Karte der Gießener Firma mit dem Ersuchen, sie möge der Firma anheimgeben, eine Vollmacht für den Spediteur mit dem gefetzlick)^n Stempel von 1.50 Mk. auszufertigen. Die Güterabfertigung (ließen schickte der Firma das Schriftstück zu mit dem Bemerken, das; Vordrucke zu dieser Vollmacht bei der Eisenbahngüter- bchörde in Gießen käuflich zu haben sind. Die Firma schickt nun zu dieser Behörde, um das Formular zu beschaffen, und muß dafür 1 Pfg. bezahlen. Die Unterschrift unter der Vollmack)t muß aber amtlich beglaubigt werden Durch alle diese Formalien vergeht Zeit, die Sendung liegt auf dem Güterschuppen in Marburg und erleidet eine Verzögerung von drei Tagen. Landkreis Gießen. () Lich, 3. Okt. Recht rege ist auch in diesem Jahre hier die Bautätigkeit wieder gewesen. Sechs neue Häuser sind im Laufe deS Sommers, zumeist im Bahnhofs- oiertel, entstanden. Zwei größere baciliche Arbeiten sind zur Zeit noch im Gang und werden bis zum Frühjahr vollendet sein. Es sind dies ein nach den Plänen von Professor Metzendor.ff-BenSheim von der hiesigen Firma Stenglcr auS- zuführender Anbau am fürstl. Schloß und der Neubau einer katholischen Kirche. Letzterer steht in der Bahn. Hofsstraße, gegenüber der Post. Er wird vom hiesigen Bau» geschäft Gebr. Fey in Form einer Kapelle aufgeführt. Die Gesamtkosten sollen sich auf rund 30000 Mark belaufen. KreiS Alsfeld. h. Alsfeld, 3. Okt. Bei dem Bahnwarterposten 47 (im Lcuseler Feld) an der Strecke Gießen—Fulda wird zurzeit eine Blockst ation errichtet. Das Gebäude toirb' demnächst fertiggestellt und voraussichtlich am 1. November in Betrieb genommen. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 3. Okt. Die Kartoffelernte hat begonnen. Ihr Ausfall ist dieses Jahr sehr gut. Auserlesene Kartoffeln kosten hier 3.50 bis 4 Mk. und Kartoffeln wie sie vom Acker kommen, nur 3 Mk. L. Ossenheim, 4. Okt. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Gemeinde dem Eiektrizitätswer k Wölfersheim anzuschließen. 8 Bad-Nauheim, 3. Okt. Unsere in der weiten Umgebung bekannte und beliebte Kirmes, daS sog. Saisonschlußfest, wird am 6., 7. und 13. d. Mts. gefeiert. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmitadt, 3. Okt. Die Stadto. Henrich und Genossen haben den Stadtverordneten einen Antrag zur Gemeindesteuer vorgelegt, wonach Vermögen im Werte bis zu 3000 Mark von der Steuer befreit bleiben sollen. Elternlose Minderjährige und erwerbsunfähige Personen, deren Vermögen bei einem Gesamteinkommen von weniger als 750 Mk. den Betrag von 10 000 Alk. nicht erreicht, und — unter den gleichen Voraussetzungen — Witwen, wenn sie nicht etwa ihr Vermögen und Einkommen durch freiwillige -LmnögenSabtretimg an Kinder oder sonstige Angehörige unter die vorstehenden Beträge vermindert haben, sollen von der Lteuer von Grundbesitz, Gewerbebetrieb und Kapitalvermögen befreit bleiben. Hessen-Nassau. Kröffelbach, 3. Okt. 9tach fast 50jahriger Tätig- eit trat unser Lehrer Johannes Bückner in den Ruhestand. Ec war 47 Jahre in unserer Gemeinde tätig, so daß fast amtliche Einwohner seine Schüler gewesen sind. rck ° nkenberg , 3. Oki Für eine Amahl Bewohner des Edertal,perregebiets, die bis jetzt noch keinen anderen Wohnsitz ?un,I$cn ^cn» 10111 wan jetzt außer dem bereits bezogenen Neu- ^end) noch cm neues Dorf erstehen lassen und vnmr ein neues ^rmgbaufen. In Aussicht genommen ist der schon früher außer Elbach genannte sog. Daudenberg Dicht bei Bnnghausen gelegene fläche, auf der die Bringhäuser ohnedies viel ^m-indemald und Land besitzen Große Grundstücke haben zwar V ' ’1h’ hier anucheln, nicht zu erwarten, e» sind ja auch durch,chnittlich Heine Landwirte, Handwerker und Arbeiter, Dom bulgarischen Soldaten. Prompte Bedienung (6650 Gießen, Cöln, den 4. Okwber 1912. (Kavallerie - Verein Die tieftrauernde Mutter u. Geschwister. Verein der Gastwirte von Siir Zrrkusvlakatc m n a . i 1 ff I Wm Qehiihr faWarlöllßlfl itiitii UBnKH zu billigst. Preisen empfiehlt n । I IL- 1*1 liefert In jeder gewünschten Innta aller Art xsas entrichtet, daher keine Vcr- Kartoffel-Grobhandlung R —-- SchwemmKteinfabrlk. älteste, licf.bill.kntteWare, Phil.Gies191entmcfc.hv*/. lilleri» VereiD. Monats versamm lung Lamstaa, den 5. Qktober b.Sinm. Röyinger, Weit-Anl., Ecke Neustadl. Die Mitglieder werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. AngnstWeber Landschaft strärtner Ederstr. 1 Ecke Nord - Anlage Spezialität: Anlage and Unterhaltung von Gärten jeder Art l Stellungen für alle « inschl Herbstarbeiten c\p Lieferung u. Pflanzung von Bäumen und Sträuchern, Zudecken der Rosen etc. etc. werden schon jetzt entgegengenommen. (6642 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen Wetteraussichten in Hessen sür Samstag, den 5. Okt. 1913: Meist heiler und trocken, nachts kalt, slellenweise Nachtsrost, tag- wärmer. zu uiuihu- vicMtn empfiehlt SiegmundRosenbaum ettiimiiSintn Otto Müller, Magdeburg, Lüneburger Str. 19. Ihv-^/s Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines unvergenlichen Mannes, unseres guten Vaters sagen wir allen aufrichtigsten Dank. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Stimmet und Kinder. Handel. "Die Vtehpreise, die unsere Metzger jetzt anlegen müssen, sind die solgenden: Schweine Mk. 86—88, Cchscn Mk. 95 bis 97, Rlnder Mk. 94-96, Kühe, gute Ware, Mk. 80—82, Wurst« wäre Mk. 76—78, Kälber Mk. 95—97 für den Zentner Schlachtgewicht. Kälber sind aus dem Lande sehr schwer zu haben, tuet' hei der reichlichen Futterernte die Landwirte alle Tiere anbinden bei weitgehender Garantie und günstigster Kauf- u. Mietbedingung. Stimmung, Reparatur Transport Ständiges Lager von 250 bis 300 Instrumenten. Bei Miete Eigentumserwerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. Vermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. Vertretung von Schiedmayer & Söhne, Steinweg, Ibach, Kaps Römhild, Dörner. Hörügel, Spaethe, Ackermann usw. 4667 AugustFörster Giessen und Lieh Bahnhofstr. 65. Tel. 367. Giessen. Monats - Vmaniinlllnü am5.d.M., abends8* 2Ubr im Saale des Fclienkcllcrs. Tagesordn. u. a.: Abschieds- Feier und Ehrung des von hier scheidend. 1. Vorsitzenden Kam. Weise. Vollzählige Beteiligung erwartet v*,b> Ter Borstand. Universitäts-Nachrichten. hk. Der ordentliche Prozessor der Physik an der Kgl sackst. Bergakademie zu Freiberg, ü.eb.Vergrat I)r. phil ^"doi Erhard, ist in den Ruhestand getreten: an feiner vJeue wurde der auherordeutliche Professor Dr• pbil» U®fpIbft^rnannV ordentlichen Professor der Elektrotechm Physik daselbst ernannt. hk. Fi, Nom findet vom 11.-14. Oktober der I Kongreß der italicmschen Äesellschast für kritische Geschichte der Medizin und Naturwisseuschnsten statt. vermischte». * Maskierte Raub er In der Wohnung der Rentnerin Michaelis am Kurfürstendamm in Berlin erschien in Adwefenlscit der Inhaberin ein Mann mit der Dienstmütze der Telegraphenbchörde und begehrte Einlaß, um das Telephon zu prüfen. Als er von dem Dienstmädchen eingelassen war, legte er ihm nach längerem Ringen an Armen und Beinen eiserne Fesseln an. Inzwischen traf über die Hintertreppe eine maskier he Frau in der Wohnung ein. Beide begannen die Kostbarkeiten zusammenzurafsen. Gegen 2 Uhr erschien Frau Michaelis. Sie lief, als sie von dem Dienstmädchen laut gewarnt wurde, hilferufend auf die Straße. Die Räuber ntflohen und entkamen unerkannt. Kleine Lagcschronil. Auf dem Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin machte sich in der Gepäckabnahmestelle in den letzten Tagen immer starker ein übler Geruch bemerkbar, welcher einem großen Pappkasten entströmte, der vor zehn Tagen ausgegeben, aber nicht wieder abgeholt worden war. Beim Oesfnen wurde die ganz m -Verwesung übergegangcne Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Ter Schöneberger Kriminalpolizei ist es gegluckt, eine sechsköpsige Einbrecherbande sestzunehmen, die seit Wochen nächtliche Raubzüge unternahmen. In der Diebeshöhle wurde ein Lager von gestohlenen Gegenständen aller Art gefunden, deren Wert etwa 30000 Mk. beträgt. Im Nordseebad Altenbrück wurde in vergangener Nacht daS St r a n d h o t cl durch eine Feuersbrunst eiyg eä schert. Ter Förster Adolf gab bei einem Zusammenstoß mit Wilderern im Walde bei Kotzenroth einen Schuß ab, durch den ein Wilderer so schwer verletzt wurde, daß er bald darauf st a r b. Letzte Nachrichten. Die hessische Besolduugsreform und die Erste Kammer. bs. Darmstadt, 4. Oft. lieber die Sitzung de8 erweiterten Finanz - Ausschusses der Ersten Kammer ist folgende amtliche Erklärung erschienen: Wenn die zu erwartenden Vorlagen über die Besoldungen der Staatsbeamten und Lehrer weitere Mittel erfordern, als sie das Gesetz vom 17. Juli 1912 erforderlich machte (etwa 2 Millionen Mark), können sie auf eine Zustimmung des Au S- schusseS nur dann rechnen, wenn gleichzeitig die Deckungsmittel nachgewiesen ,werden, die wohl zu einem erheblichen Teil durch weitere Ersparnisse in der Staatsverwaltung aufgebracht werden können, und im übrigen so gewählt sein müssen, daß durch sie die gesunden Grundlagen, auf denen die StaatSsinanzen beruhen, nicht in einer Weise angetastet werden, die auf die Dauer zu einer Benachteiligung der staatlichen Jnteresien führen muß. Ein englisches Unterseeboot gesunken. Dover, 4. Oft Das englische Unterseeboot B. 2 ist von einem amerikanischen Uebersee- dampfer gerammt worden und gesunken. Die aus 14 Mann bestehende Besatzung ist ertrunken. Nur der zweite Offizier ist gerettet. Kinder-Mäntelchen, -Jäckchen, -Häubchen. A. Salomon & Cie. (a4/t Gerichtrsaal. q Breslau, 3. Okt. Ein umfangreicher Buchmacher- prozcs; beschäftigte dic hiesige zweite Strafkammer, vor der sich 19 Personen wegen Buchmacherei und gewerbsmäßigen Glucks spiels oder Beihilfe dazu zu verantworten hatten . Die £>eclc be« Geschäfts waren der Kaufmann K r a u | c und lerne Ehefrau, bic den Betrieb vollständig organisiert hatten und von einer .Hauptstelle aus, gewöhnlick) einem Gasthaus, leiteten, xic übrigen Angeklagten haben zum größten Teil als Schlepper gedient. Es befinden sich darunter Zigarrenhändler, Kaßiercr, Kellner, Schreiber und andere. Sämtliche Angeklagte bestreiten jebc Schuld Ein jeil von ihnen gab zu, auf Rennpferde gewettet zü haben, sic hätten aber niemals Wetten vermittelt und Geld für Renn, wetten angenommen. Der Angeklagtt Krcuffe macht geltend, daß ihm vor einigen Jahren cm 50 Mund schweres Stuck Mauerwerk auf den Kopf gefallen sei, wodurch er eine scküvere Gehirn erschütterung davontrug. Ter Hausarzt bc5 Slngcnagtcn bestätigL dies imd gab sein Gutachten dahin ab, daß Kraule für seine Handlungen nicht in vollem Umfange v er a n t wort- li ch gemacht werden könne. Ein zweiter Sachverständiger bestätigte dieses Gutachten. Der Gerichtsarzt glaubte jedoch, daß bei dem Angeklagten die volle Zurechnungsfähigkeit noch vorhanden sei. Eine Reihe von Zeugen bestätigten, daß sie den Angeklagten Wettaufträge gegeben hätten. Verschiedene Zeugen sind durch die Angeklagten erst zum Wetten verleitet worden. Der Gerichtshof sprach einen Angeklagten frei. Krause erhielt einen Monat Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe, seine Frau, einen Monat Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe, der Mithelfer Schäfer 2 Monate Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe. 2ste übrigen Angeklagten kamen mit Geldstrafen baüon. Gießen u. Omnebong, e.v. Für Zirknsvlakatc ist möglich Schaben zu nehmen. Sie scheuen den Tod nickt, aber sie sind cntscküossen, ihr Leben um den höchsten Preis zu ver- Als Fürst Alexander am 19. November 1885 auf den Höhen von Sliwnitza zu den Offizieren seines t^neralstabes tagte: ,/..innc Herren, wir werden 16 000 gegen 2d 000 sein und stnr werden angreifen", da hatte er die militärudK Natur seines ^“garen- volkcs, in dem, wie man sich erinnern muß, ein -tropfen noroifcken Blutes stießt, richtig erfaßt. So ost die grun-weiß-roten zahnen des Bulgarenheeres entfaltet werdeii, ist es die Maritza, unter deren Klängen sich das Bulgarcnvolk um sie ickart. ^.re Nl-aritza ist Kriegsgesang, Festwrise und Nationallmmne zugleich. , Sie bliesen die bulgarisdien Trompeten am Schipla, damals, als es noch gar kein eigentliches bulgarisches Heer gab, sondern cuuadj jeder bulgarisckie Mann, der imstande war, Waffen zu tragen, zu den russischen Regimentern stieß und mit lanahidxmi Un- gestüme gegen den alten türkischen Erbseind fämprte. 2.1c Icantza ist es auch, die jetzt wieder ertönt — bald wird es sick entldiewen, ob die kurze, aber glänzende OVefcfiidne des bulgari'chen .Heeres m eine neue große Epoclfe eintritt. der Unterzeichnende der Meinung war, die Urkunde gebe die bestimmten vorausgegangcnen Pertraasberedungen wieder, ober wenn in der Urkunde eine bestimmte Klausel enthalten ist, die der Unterzeichnende in derselben nicht enthalten mahnte. £b ben Unter,it’idmcnbcn hierbei etwa der Borwurf unvorsichtigen, fckiilb barten Verhallens treffe, sei für bic Anfechtung einerlei. Es gehe auck nickt an, ibn aus Rücksicht aus die Verkehrssicherheit in einem solchen Fall an seiner Erklärung festzuhalten. Habe also die Klägerin bei der Unterzeidmung nnrflid) geglaubt, nach dem Tod ihres Mannes in die Gesellschaft eingetreten zu sein und als Teilhaberin der Firma fernerhin zu bleiben, und habe sie das unter zeichnete Schriftstück nur hir die Anzeige des Todes ihres Mannes gehalten, bann habe sie sich über den Inhalt desselben nach § 119 BttiZ geirrt. Nickt anzunehmen sei, daß ihr der Inhalt des Schriftstücks gleichgültig gewesen sei, sofern nur ihr Sohn ihn billige und daß sie jedensalls das habe erklären wollen, was ihr Sohn zuvor geprüft habe: sie habe diesen vielmehr nur als Berater zugezogen. Würden ferner die Beklagten durch gewisse Acußcrungen die Klägerin arglistig in ihrem Irrtum bestärkt haben, so könnte diese Arglist neben dem Rat des Sohnes die Klägerin zur Unterzeidmung mitverursacht haben und die Anfechtung wegen Arglist nach BGB. 8 123 begründen Eine solche Arglist wurde sogar schon vorliegen, wenn die Beklagten die Unklarheit der Klägerin über die Rechtslage erkannt und trotzdem dazu gc|d)roicgen hätten, daß dieselbe wegen dieser Unkenntnis ein so wertvolles Vermögensstück, wie die Firma, ohne Gegenleistung ihnen aus- licferte. Bd. 77 S. 309 —. . . . Tie Witwe E., deren Ehemann mft zwei anderen m oRcner .Handelsgesellschaft eine Rasiermcsserfabrik unter ber Frrma E. u (So. betrieben hatte, hatte mit den beiden Gcsellsck>aftcrn ihres verstorbenen Ehemannes eine Urkunde unterzeidmet und dem Amtsgericht behufs Eintrags in das Handelsregister eingesandt des Inhalts, daß E. durch Tod aus der offenen .Handelsgesellschaft ausgeschieden sei, daß bic Firma von den beiden anderen . Gesellschaftern fortgesetzt werde, und daß die Umschreibung der tfirma ans diese und die Löschung des bisherigen Teilhabers E. un Handelsregister beantragt werde. Die Witwe E. hatte diese Erklärung durch ihren Sohn durchlesen lasten und sodann, ohne sie selbst zu lesen, unterschrieben. Die Firma E. u. (So. genoß guten Rus und stellte einen erheblichen Vermogenswert dar. Die Witwe E. sodst demnächst diese Erklärung wegen Irrtums und Arglist an Sie wollte angenommen haben, daß es sich nur um Anmeldung des Todes ihres Ehcmansts handele auch habe sie geglaubt, anstelle ihres Ehemanns in die Gesellschaft eingetreten zu sein: die beiden anderen Gesellschafter hätten sie auch durch gewisse Aeußerungen arglistig in diesem 3TTtum befiarft. Sie er* hob mit dieser Begründung Klage auf Feststellung der Nichtigkeit ihrer Erklärung. Das Oberlandesgericht w'es die Mage ab; denn die Wistve E. habe die Urkunde absichtlich Nicht gelesen, vielmehr das imterschreiben wollen, was ihr Sohn vorher, gelesen und geprüft habe, und sich bewufzt einer eignen Prüfung begeben. Da sie jid) auf die Prüfung eines Dritten verlassen habe, lönne sie mit der Behauptung nicht gehört werden, daß sic bei eigner Durchsicht die Erklärung nicht abgegeben haben wurde. Die Sicherheit des Verkehrs verlange, daß sie in einem lolcben Falle ihre Erklärung gelten lassen müsse Das Reichsgericht erklärte diese Entscheidung für unrichtig. Allerdings,sei der Umwand nid)t genügend, eine ungelesene oder unverlesene Urkunde blindlings unter]dmeben zu haben. Tenn wenn lemand eine Urkunde im Bewußtsein der Unkenntnis des Inhalts und ohne eine bestimmte Vorstellung desselben unterschreibe, fid) also deren unbekannten Inhalt uiiterwerfe, könne von einem Irrsinn, über den Inhalt nicht die Rede fein. Wenn und insoweit jemanb inbessen nadfweislick) über die Verhältnisse und dementsprechend über den Inhalt der von ihm imtcrid)riebencn Urkunde sich bestimmte Vorstellungen gemacht habe, mit denen der Inhalt der Urkunde in Widerspruch stehe, dann liege ein Irrtum vor, der nack $119 BGB. geltend gemacht werden könne, also z. B. wenn Giessen (Löbers Hof 6), den 3. Oktober 1912. 6645 Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Okt., nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhojes aus statt Der Mobilmachungsbefehl ist erfolgt, nördlich und südlich vom Balkan ftrömen die Bulgaren ibrm Gestalungsplatzen M Selbst der flüchtigste Besuch in ewsia führt dem Reisenden die Tatsache vor Augen, wie sorglich Bulgarien tan Heerwesen pflegt. Auf den Straßen sieht man in großer Anzahl Offiziere und Soldaten, und es ist nicht zu leugnen, daß der Eftckruck, ben ftcLroadjen, im ganzen ein günstiger ist. ^r bulga^cheewllmt ist sauber gehalten, kräftig, oft aros; gewachsen: unter den Qfti-ierm sicht man mehr als eine stattliche Mannergestalt, und drc kleidsame Uniform trägt schließlich das ihrige dazu bei, den günstigen Eindruck zu verstärken. Sämtliche Waffengattungen des bulgarischen Heeres tragen als Kopfbedeckung die bekannte .Lammfellmütze, die vom mit einem griechischen Kreuze von Messing geschmückt ist. Der Wasienrock ist dunkelgrün und von joppenarttgem Schnitte nrijrei Staben Knöpfckn.. Won derselben Farbe sind auch die Bemkleider, die weit gefaltet und in den Stieseln getragen werden. Will man den Eindruck, den Offiziere und Soldaten des bulgarischen XX?cre5 machen, mit einem Worte bezeichnen, so möchte man sagen, das; es Krieger gewordene Bauern sind, die man vor sich sieht. Das Bäuerliche spricht sich unverkennbar in den derben, kraftvollen Gestalten aus, denen auch die Kavallerieoffi-iere, obwohl sie es nach Kräften versuchen, keine Eleganz abzugewinnen vermögen. Tie militärischen Eigenschaften, mit denen das BulgEvolk von Natur ausgerüstet ist, sind hervorragende zu nennen. Der Bulgare siebt den Heeresdienst und findet sich schnell hinein. Er ist zähe und durck) die Bequemlichkeiten des Lebens nicht verwohnt. Er ist fleißig, sindig, praktisch, von gesundem Sinne, sittlich unverdorben und ausdauernd. ' Die Kennzeichen be-o bulgari chen Soldaten sind vor allem Entsdstossenheit, Behutsamkett, Patrwlismus und Angriffsgeist. Das letztere Moment ist für den Gang und die Entscheidung der kriegerischen Ereignisse von besonderer Wichtigkeit Die Bulgaren sind Angreifer von Natur, und zwar ist ihr Angriff von einer ganz besonderen Art. Sie gehören nicht etwa — wie z. B. die Japaner — zu fenen Pathettkern, die sich an dem Gedanken berauschen, den Tod fürs Vaterland SU sterben; sie haben nicht den berühmten, durch eine heroische Gesta durch eine feurige Ansprache oder eine hinreißende Persönlichkeit so leickst zu erweckenden französischen «Elan', sondern sie sind auck) als Soldaten nüchterne Realisten. Ihr Ziel ist ganz einfach: dem Feinde zu schaden, so viel wie mir irgend möglich, lo viele Feinde zu töten, wie sie nur imstande sind, und dabei selbst so wenig wie fy*- Fl. MPs., tötet sicher . Tie die sich noch Nickst entschlossen haben, müffen sich bceüen, denn öic Stunde, in ber fid) Die Wasser M ^beneto ubn ihren seitherigen Heimstätten schliesten wcrvm, n»«ktimmnnahm und näher. In Niederwerbe, das nur teilweilc.verschwindet, fiedeln sich die Betresfeiiden, ebenso wie ist Herzhausen, auf Berges WXa6nnau, 3. Oki. BetrSchtlitz W-ch seifSNchun g cn soll der seit Wochen von hier oendirounbene sohn des Inhabers der mit zwei Millionen Passiven ^sammeng^rochenm Baufirma Job Heim Sack.begangm habem Di-- Vohe Idieser Wechselfälschungen wirf schon ,etzt mtt Na 000 Mart angegeden^ Es ist leider zu besürchten, daß der Zufammenb^uck Mit seinen Beglciterid-einungen noch weitere Kreise ziehen wird. pflidituna zum Aushang. ^artoficl-Grobhandlung (jt)57i Der Verstand. 1 Frankfurter str. 29. IbMb Tagung öes veulschen Museums. ’ T München, 3. Lkt. Der Ausschuß des Deutschen Museums hielt heute vormittag unter dem Vorsitz des Prinzen Ludwig m dm dtabcmie ber T-issen schäften seine neunte Sitzung ab. Vertretung der Rei^ tegierung war Staatssekretär Tr. Delbrück cridnenen, in Ber trrtung der bayerischen Staatsregierung Staatsminister Freiherr v Hertling und Freiherr v. Soden. Ex», v. Knilling begrüßte als Ehrenpräsident^ die Anwesenden im Namen.der baverischen Staatsregierung, sodann gab Reichsrat Oskar v. Miller den Haushaltungspian bekannt, Tr. Hermann Mo hm verkündigte bu Stiftung eines Planetariums, Geheimrat Dr- VÄlcy übergab im Namen von 32 beutfdjen Sdstsssreedcrn dem ^eittschen Miiseuni ein kunstvoll ausgeführtes Modell der. „Metory , d^ mgliichen Kriegsschiffes in der «chladst bei Trafalgar. 2ie $er|amnuung besdüoß, im Ehrensaal des Deutschen Museums 6040 empfiehlt stets frisch ßeorg Walleiistls nur Marktplatz 21 aeaen- über der Engclapotheke. BALD unter Leitung des Herrn Univ.-Turn- und Tanzlehrers Wilhelm Will d^TöktoÄif: Ausflug aul den Schilfenberg Witterung findet die Nachfeier im eigenen Hause — Nord-Anlage 15 — statt. Mitglied Kraft. Die Tagesordnung i>l durch die «Biene" bekannt._______________16653]_______ Buß. Int Hygiene - Aum« Druden: ..Chei«’'*" Pavillon Mr 811 Die Anzeige' 'tfrtisM wöchenl^ W KAUFMÄNNISCHER VEREIN Zur Feier des 39. Stiftungs-Festes am Samstag, den 5. Oktober 1012 in Steins Saalbau TZ" T\T 7" TP nn ausgef. V. der Kapelle d. Inf.-Regts. „KaiserWilhelm“ _i^ W 2^, .XL, _l L1EDER ZUR LAUTE und LIEDER AM KLAVIER von Frau Clara Brat, Berlin, Begleitung Herr Pianist Julius Hahn, Gießen. PROGRAMM «Js*h’ d ss? 'N bfr ftc < Drückt nicht, Passt genau, Fe/tlr fach Mass <-.7-—.............. Hlederla^e In Giessen: Wilh. Herbert einer f »ben. D b»P »om "ebmen. iBakofsKÄinmer-Lichfspfele ’ ■ ^rxSelfersweg. - v -7 v, Eisette Klingelhöffer Emil Boller 1. Normalfuss l. Chasalla-Schuh. 2. Erzielte gesunde Wirkung. 3. Verbildet durch spitzes Schuhwerk Ballen, abgelenkte Zehenlage. 4. Falsche Schuh form z. gesund. Fuß. 5. Chasalla-Meßapparat, der Vermittler zwischen Fuß und genau passendem Chasalla-Stlefel. Keine läst. Anprobe. Slate* Hei Direkt.: Hermann Stelngoetter Freitag, den 4. Qkt. 1912, abends » Hbr: 1. Freitag Abonnein. >Vorst. Wctpöbnlitbe Preise. Viel Lärm um Niehls Lustspiel in 4 Auszügen von William Shakespeare. Ende geg. 107« Uhr. la4/» Sonntag,denß. Cft.,1912, nachmittags 3V* Ubr W Kleine Preise. "W Militärfromm Genrebild in einem Auszuge von G. von Moser und Thilo von Trotha, gottdienö (tourtotiig Lustspiel in einem Akt von Ludwig Tboma. Ende 5 Uhr. AbcndS 7'/, Uhr W kleine Preise *W| Sie M Fraaili* Lustspiel in 3 Akten von Carl Rögler. Ende 9', Uhr. Verein der Hausbesitzer. Vorn Grohh. vosmarschallamt in Darmstadt ist uns eine Einladung zum krt der Ausstellung „Der Mensch“ zugegangen. Wir bitten unsere Mitglieder, die Ausstellung zu bcvidjttflcn und weisen auf die gunfngc Fabrgclegen- beit mit dem *ondcreu< am 6. Oktober iab Gienen 8.I0 Uhr vormittags) hin. Der Vorstand. SW* Heute Letzte Wiederholung Eröffnungs-Programms mit Prolog. Samstag: Programmwechsel. GieScner Ruder-Klub ,Hassia