Nr. 105 Der Gießener Injdper erscheint täglich, auger SonntagS. - Beilagen: viermal wöchentlich KießencrKamilienblätler zweimal wöchentl.NreiL' blatt lurtentlreir Siehrn (TienStag und Freitag): zweimal monatl. Land- wirtichaftliche Seitsraaen ^eniforech-Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresie für Depeschen: Anzeiger «testen. Annahme von Anzeigen für die TageSnuminer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 162. zayrgang Samstag, 4. Mai (9f2 GletzenerAmeiger General-Anzeiger für Oberhessen volationrdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei K Lange. Htöattion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. vez« gSpretS: monatiich75Vf^ viertel- jährlich Äk. 2.20; burd) Abhole- u. Zweigstellen monatlich ßo Pf.; durch die Post 'IM. 2.—inerte,- fährt. auSschl. Bestelle;. Zeilen preiS: lokal 15 i>f, auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuilleton', .Vermischtes, und »GerichtSsaal": K. Neurath; für .Stadt und Vanb*: E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsaht 22 Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 4. Tlii. Die Frage nach der Duldung oder dem Verbot der Duelle im Heere ist auch nach den Darlegungen des Kriegsministers im Budgetausschuß noch nicht verstummt. Ter lliücgsministcr von Heeringen hat seine verunglückte Wendung, die mißverstanden ivordeu sei, bedauert und das Zentrum zu beschwichtigen versucht. Im übrigen aber verriet seine neue Erklärung den Willen, ait der Tuellunsittc sestzuhalten. Er hielt sich an der Oberfläche der Frage und wendete die Kehrseite der Medaille sorgfältig ab. Zein Hinweis auf die Reformbedürftigkeit der bürgerlichen Gerichtsbarkeit in Sachen der persönlichen Ehre war auch nur ein Entschlüpfen aus einer peinlichen Lage. Mit Recht ist ihm darauf in der Oeffentlichkeit vorgehalten worden, daß die bürgerlichen Gerichte Sambeth gerechtfertigt, seinen Gegner aber verurteilt hätten. Tas Rad ist aber noch immer im Rollen Das Zentrum hat sich Bedenlzeit Vorbehalten, und das gewundene rhetorische Kunststück des Kriegsministers soll gedruckt werden. Ter Zentrumskarren — noch ist es kein Triumphwagen — erhielt aber von den 'Parteien der Linken noch einige Stöße, und so gern die Lpak)n und Erzberger in der Tuellfrage um guter anderer Zwecke willen vielleicht Zurückhaltung geübt halten, ganz darf man die Härrde nicht in den Schoß legen. Sonst lom men die Fortschrittler und Sozialdemokraten und bauen aus eigner Initiative das Tor, durch das der Zentrumswagen fahren muß. So heißt es denn, das Zentrum wolle heute oder morgen einen Antrag zum Militärgcsetz einbringcn, ivonach kein Offizier wegen einer gesetzlichen Handlung, also auch wegen Verweigerung des Duells, aus dem toccrc entfernt lverden dürfe. Tiefe Fassung, die einige Blätter ankündigen, wäre freilich höchst mangelhaft. Was ist eine „gesetzliche Handlung"? Was gesetzlich erlaubt oder vielmehr von Strafe verschont bleibt, ist keineswegs immer moralisch einlvandfrei. Eine gesetzliche Handlung wäre es auch, lvcnn ein Offizier etwa in einem Maifeicrzugc der Sozialdemokraten mitniarschieren würde. Er mug doch wegen besonderer gegen die Standes- oder Dienst-Interessen verstoßender Handlungen bestraft werden können. Tao Zentrunl wird sich vielleicht noch aus einen besseren Antrag besinnen. In der neuesten Ausaabe des „Sag" finden wir einen Aufsatz deS Abg. Erzbergcr, in dem er dem Kriegsminister, der durch seine Erklärung den ersten Schritt zur Schließung der Kluft getan habe, Absolution erteilt. Der Minister solle weder aus seiner Stellung beseitigt, noch politisch oder gesellschaftlich gemieden werden. „Ter Riß kann aber in einfachster und gewiß allseitig befriedigender Weise geheilt werden: der Kaiser verbiete einfach das Duell allen Offizieren, und Zuwiderhandelnde sollten bann entlassen und aus den Listen des Offizierkorps gestrichen werden. Daneben kommt eine entsprechende Bestimmung im Reichsmilitärgesetz in Betracht, welche den Ducllzwang kurzerhand abschafst." So der Abgeordnete Erzberger. Da wohl weder der Kaiser noch die Militärbehörde aus eigenem Antrieb Erzbergers Wunsch bewirt- l ich en werden, so wird die Zentrumsfraklion noch einmal in Aktion treten müssen, wenn andere Parteien sie nicht nachdrücklich dazu einladen sollen. Wie wir meldeten, ist inzwischen in Rastatt ein Stabsarzt im Duell mit einem Oberleutnant gefallen; vielleicht wird auch dieses Ereignis noch einmal das Parlament beschäftigen. Tie „Germania" verzeichnet das Gerücht, ein Streit loegen eines Mädchens sei die Ursache gewesen, wahrend der „Lokalanzeiger" wissen will, der Forderung sei ein Streit wegen der Duelldebatte im Reichstag voraus- gegangen. Auf die internationalen Verwickelungen hat am Dienstag nun auch der Nachfolger des Grafen Aehrenthal seinen Scheinwerfer gerichtet, ohne dabei eine besondere Enthüllung zu machen. Er hat der Delegation eine Art Programmrede gehalten, die darin gipfelte, daß er ganz in den Bahnen seines Vorgängers locitcr wandeln wolle. Graf Berchthold hat sich überall Beifall geholt. Nicht nur im eigenen Lande, sondern auch in Teutschland, Frankreich und England regte sich die Zustimmung, und sogar die beiden Kriegsparteien, Italien und die Türkei, lobten gleichmäßig den schönen Tonauwalzer. Uns Deutschen und dem Dreibunde waren die ersten Sätze gewidmet, und sie waren sehr eindringlich: „Innerhalb des Dreibundes steht unser Verhältnis zum Deutschen Reiche unentwegt im Zeichen innigsten Einvernehmens. Im Lause jahrzehntelangen Zusammengehens und Zusammenhaltens zur Ausdrucksforni eines innigen Solidaritätsbewußtseins geworden, besitzt es in dem unverbrüchlichen Freundschaftsverhältnis der beiden Monarchen feine höchste Weihe. Die kürzliche Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm in Schönbrunn als Gast unseres Allergnädigften Herrn hat diese glückliche Tatsache wiederum in Erscheinung treten lassen und den verbündeten .Herrschern Gelegenheit gegeben, das auf tiefein- gewurzelie Traditionen gegründete und nach übereinstim- menben Endzielen eingeiicLte außenpolitisch Wirken der beiden Zentralmächte neuerdings zu bestätigen und zu bekräftigen." Wen sollte das in Deutschland nicht zufriedenstellen? Es weht in diesen Worten ein noch herzlicherer Ton als in den früheren Reden des verstorbenen Leiters der öfter- reichischen Politik. Freilich, es war die Anfangsrede des Minifters, und es mag oem Grafen Berchthold besonders viel daran gelegen sein, gleich zu Beginn seiner Tätigkeit den Angelpunli der Politik seines Landes nochmals fest zu verankern. Danach ließ er die übrigen Länder auf- marschiercn, und ein jedes wurde zu einem freundlichen Tanz ausgefordert. Die Beziehungen zu Italien tragen „den Stempel des engen Bundesverhältnisses", im Ver- ijältnis zu Rußland hat der ne teste Meinungswechsel „ein wertvolles Unterpfand für die weitere freundscijaftiiche Ausgestaltung des wechselseitigen Verhältnisses gegeben". Zu Frankreich unterhält Oesterreich „ausnehmend gute Beziehungen", während gegenüber England es des Grafen Berchthold „ehniches Benreben" sein wird, „weiterhin die traditionell guten Beziehungen zu pflegen". Die eitle Marianne erhielt eine etwas tiefere Verbeugung als der steife John. Nachdem der Redner so die Runde gemacht hatte, blieb er sinnend und teilnahmsvoll auch vor dem bedrängten Osmanen stehen und stärkte seine Lebensgeister durch folgende Worte: „Es ist im Lau,e der Zeiten, wir können zurückgehen dis zum Frieden von Sistowo, ein Axiom unserer Politik gewesen, freundnachbarliche Beziehungen zum türkischen Reiche zu unterhalten und die tunlichste Verhütung, gegebenenfalls die größtmögliche E i n s ch r ä n k u n g v o n K o m p l i k a t i o n e n anzustreben, die dasselbe in Mitlcidensck-aft zu ziehen imstande fein könnten. Tiesc^ Politik, deren eminent konservativer Charakter stets die'Billigung aller an der Erhaltung des Friedens interessierten Elemente gesunden hat, ist auch heute noch maß- und richtunggebend für unser Verhältnis zur Hohen Pforte. Es erscheint nur als logische Folge dieser grundlegenden Auffasjung, wenn wir Den aufrichtigen Wunsch hegen', daß der Konflikt, welcher derzeit an der tripolitanischeu Küste ausgetragen wird, zu einem baldmöglichen Abschlüsse gelange." Schonend überging der Minister die doch etwas katastrophalen Vorgänge vor der Einverleibung Bosniens und der Herzegowina, wobei der „eminent konservative Cy.r- ratter" der österreichischen Politik ein wenig ins Wanken gekommen war. Der gutmütige Türke findet heute nichts mehr dabei und schluckt den Honigseim der süßen Rede willig hinunter. Denn auch an den Berchtholdschen Ausführungen über die Beendigung des Krieges findet er, wie den türkischen Blättern zu entnehmen ist, offenes Wohlgefallen, obwohl sie nur stritte Neutralität verkünden. So hat denn auch die italienische öffentliche Meinung diesem Passus ihren Beifall spenden können. Daß die Dardanellen für die Schiffahrt vorläufig wieder geöffnet worden sind, wird den Italieiiern vielleicht weniger in den Kram passen Sie hatten es sich so wirksain gedacht, mit dieser Gefährdung der allgemeinen wirtschaftlichen Interessen die Großmächte im italienischen Sinne zur Vermittelung zu drängen. Heute veröffentlicht die amtliche römische Preise zu neuen Sieges- nachrichten lange Triumphartikel, in denen bewiesen werden soll, daß in der Dardanellenfrage Italien diplomatisch vorteilhaft abgeschlossen habe. Tas ist wiederum prasseludes Scheinfeuerwerl. Wie lange der Krieg noch dauern wird, ist gar nicht abzusehen. Vielleicht wird Graf Berchthold doch noch einmal in feiner zuverficytlichen Annahme gestört werden, „daß seitens Italiens keine Bedrohung der Ruhe aus der Baltänhalbinsel zu besorgen stehe". Daß die allgemeine Lage keineswegs im Zeichen des dauernd gesicherten Weltfriedens stehl, das hat Graf Berchthold übrigens ausdrücklich zu erklären für gut befunden. Er spricht von den „tiefgehenden Wandlungen im Systeme der internationalen Beziehungen" und fährt an einer anderen Stelle fort: „Anderseits ist aber nicht zu übersehen, daß die neuaufgeschlossenen Jntcressenkretse, deren Ins- lebentreten unter dem Schutze jener Sonderabkommen ermöglicht wurde, neben den Berührungspunkten auch Reibungsflächen gezeitigt und dadurch ein Element der Unruhe in die AuAmpolitik gebracht haben, von welchem es klu.g erscheint, beizeiten Notiz zu nehmen." Damit wurden die Telegattonen auf die gesteigerten Ansprüche der Kriegsverwaltung hingewiejen, „denen sie ihr verständnisvolles Interesse nicht versagen" möchten. Dieser Hinweis muß auch den deutschen Reichstag interessieren, der in der vergangenen Woche, auch irt den Ausschüssen, ein gutes Stück vorangeschritten ist. Bei der Erledigung des Kolonialhaushalts zeigte sich eine erfreuliche Einmütigkeit in Der Beurteilung des Wertes Der deutschen kolonialen Arbeit. Nur die Sozialdemokraten verurteilen unser Kolonialsystem grundsätzlich, aber ihr Einspruch hielt das Parlament nicht lange auf. Gestern wurde oas Thema gewechselt: die Reform der Geschäftsordnung entfesfelte höcyst inieressante Reden und Auffassungen. Wir haben früher schon ausgeführt, daß wir die Beschlüsse des Geschäftsordnungsausschusses für einen nützlichen Fortschritt halten. Tie letzte Zeit hat ja so häufig erwiesen, daß der Verkehr zwischen Regierung uno Volk infolge der Schweigsamkeit und bureaukratischeu Bedacht, amkeit des jetzigen Reichskanzlers nicht so ist, wie er sein sollte. Die amtliche Presse hat dieses Verhältnis auch* 1 * * * nicht gerade gefördert, und nur zu oft blieben aus dem Auslände stammende Entstellungen oder Falschmeldungen unerwidert ober sie wurden nur mangelhaft zurechtgewiesen. Da werden die kleinen Anfragen, die nach dem gestrigen Beschlüsse künftig zulässig sind, hoffentlich eine 2ikcke ausfüllen. Zweifellos werden in der nächsten Woche Zahrhunvertjeier der philosophischen Seminars. N. Gießen, 3. Mai. Zur hundertjährigen Jubelfeier des philologischen Seminars fand heule morgen 11 Uhr in der tleinen 9lula, Die kaum die zahlreich erschienenen Besucher fallen konnte, ein Festakt statt, der durch eine lateinische Hymne würdig eingeleitet wurde. Tarauf ergriff Direktor Prof. Tr. Im Milch das Wort und Kuckte ixen Anweseiiden, im besonderen dem Herrn Geheimen Schulrat Prof. Tr. Hensell als Vertreter des Ministeriums und den Mitgliedern der Familie Weickers, der das Seminar be- grüiidete, für ihr Erscheinen. Ter Vortragende verteidigte in längerer Rede die Arbcitstätigkeit des Seminars, die vielfach angegriffen und als Kleinigkeitskrämerei bezeichnet werde. Tie Art, wie in den Seminaren vorgcgangcn iverde, schiebe ja manchem rungen Studenten, der begierig sei in Die tiefsten Tiefen der alten ißerfc und Dichtungen cinzudringen, ein bedauerliches, aber un» umgänglich notwendiges Hindernis entgegen, aber ne sei zur Ltitwickelung der wissenschastlichen Befähigung unbedingt erforderlich. Eben dadurch, daß der Smdeni gezwungen sei, sich streng an Den Buchstaben zu halten, was übrigens nicht Des Buchstabens Degen oder aus Pedanterie geschehe, sei es ihm gerade cr,t möglich, die Werke des Altertums richtig zu verstehen. Prof.^Immisch gedachte weiter in herzlichen Worten des Gründers Des Seminars Friedrich Gottlieb Weicker. Weicker wurde 1784 zu tirimbecg geboren und war feit 1803 als Leyrer und Piwatdozent an Der Gießener Universität tätig. Von 1812 bis 1827 war er bann VizeDircktor, des von ihm errichteten philvlogisä)en Seminars, vertier erinnerte der Redner an Al brockst Timer ich, der wichtige Lenderungen im inneren Betrieb des Institutes Durchmhrte. Mit einem Segensspruch auf Das fernere Gedeihen schlotz er feinen Vortrag. Tarauf sprach Prof. Tr. König als Rektor Magnificus luib übermittelte Die Glückwünsche der Universität. Wie Der Rektor uit humorvollem Bedauern bemerkte, ist das von der Univeriität bestellte Jubiläumsgeschenk noch nicht eingetroffen und wird daher oft später in die Bibliothek eingereiht. Im Auftrage Der Re- gierung überbrachte Geheimer Samtrat Prof. Tr. Hensell Die besten Wünsche Des Ministers und erörterte Die Beziehungen, die 'b® als amtlichen Leiter des Dem Landgrafen Ludwigs-Gymnasium Rigeglieberten Pädagogiums mit Dein Seminar veroinden. Nach curigen kurzen Worten eines weitläufigen BerwanDren des Gründers Bäcker, sprach Dann Prof. Altendorf (ö>icl cn) im hessisch en Oberlehrervereins. Er erwohiuc Dabei unter an- tagt Den großen Vorzug, den das plan- unD fchulmackigc Arbeiten in Den Seminanen für Die Entwickelung des Geistes biete, ja selbst Kellcgen gegenüber Die von hochbedeutenden Gelehtten gehalten würDcn. Prof. Tr. Watzing er gratulierte in humorvoller ReDe im Nomen des archaeologifchcn Institutes, das wie kein anderes Glied der Universität berufen sei, mit dem philologischen Seminar Hand in Hand zu arbeiten. Tarauf überreichte er Die photographische Abbildung eines Gipsreliefs, Das als Erinnerungsgabe Die Räume Des Seminars schmücken soll. Auf eine m lateinischer Sprache verfaßte Beglückwünschung Des Asiistenten Tr. Knoellinger folgte als letzte Ansprache eine ReDe Des Tireltors Prof. Tr. Körte, in Der er seine Freude üoer Die vielseitigen Beglückwünschungen ausdruckte unD besonDers Den Sängern unD Tr. Knoellinger herzlich Dankte. Mit einer zweiten lateinischen Hymne fchlotz Die Feier. Ten Höhepunkt Der Jubelseier bilDetc Die Aufführung Der Bogel Des Aristovhanes im Stadttheater, wozu stch eine zahlreiche und erlesene Schar von Zuschauern eingefunden hatte, die sich sichtlich aufs hefte unterhielt. Ter etwas sthr moocrni- fierten Komödie Des attischen Satyrilers ging em geinvoller unD witziger Prolog voraus. Den Professor Tr. Korte im Gewaiid einer Eule wirkungsvoll vortrug, unD, unter lebhaften Beifalls- lez.ugungcii, an Denen vor allem die Studierenden der klassischen Phüologie beteiligt waren, mußte er sich mehrmals zeigen. Einen starken Eindruck machte die Ausführung des Hellenischen Lustspieles vor allem Durch ci: Einyeniichkelt seiner Tarstcllung unD Durch Die Frifck-e, mu Der sich Die utgenDlichen Tanteller ihrer Aufgabe gcroiDntet hatten. Unter Der funbigen HanD Des Herrn Guhne, Der Die Aufführung mit großem Geschick leitete, hatten sich Die mimenDen StuDcmen zu einem Durck-aus an- eNennenswerten Ensemble Der.-.m, oas sich völlig dem Geiste Des Lichters untecorüneie und Durch feine Begeisterung crfetzte, was ihm an Uebung und Sünfilcrfdaft abgehen mochte. Aber es ragten doch einige aus dem allgemeinen Rahmen heraus. Herr Wilhelm M a l z a n spielte den fchlauen Ratefteund mit gefälligem Gel-aben uno poffierltcher Würde. Tie beiden Chorführer hatten in den Herren Hans Wyfk und August Teil uiüitigc Vertreter gefunden. Die ihre piollen mit guter Technik sprachen. Tic Herren Anton Stiefenhoser als Bettelpoet, Wllli Göttig als Sykophant, Ernst Hoby als Prometheus, W.ihclm L»ahn, der eine prächtige Hcraklcsngur bot, und Josef SchaDer a*5 Trioaller-Gott zeigten rühmliche Leistungen. Auch im Chor d:r Vögel traf man manche wirkungsvolle, gut beobachtete Tariittlung. Nach der Schlußszene, Du sehr geschickt und geschmackvoll eingerichtet n?art mugte itch Professor Tr. Körte als Leiter des Ganzen unD Herr Gühne mit Den Tarstellern immer wieDer zeigen. ♦ Nack) Schluß des Theaters fanD in Steins Saalbaü Der Festkommers statt, an Dem zahlreiche Professoren und StuDenten teilnahmen. Ein flottes Musikstück eröffnete Die Feier- Die ftuD. Hans Wask leitete. Er hieß Die Gäste im Namen DeH philologischen Seminars willkommen unD Dankte Dem Rektor Tr. König, Dem Tekan Der philologischen Fakultät Tr. Kayser, Den Marburger StuDiengenossen unD allen FreunDen unD früheren MitglieDern Des Seminars für ihr Erscheinen. Nach einer s2lnj spräche Des Seminarältesten, Franz Z i e h l, Die Dem Seminao Der Universität, Den Professoren unD unserem Kaiser und Groß^ Herzog geroiDmet war, hielt Tekan Tr. Kayser eine witzige ReDe, in Der er Die früheren Verhältnisse in Gießen geißelte unD ein lustiges Wort über Die alten Bräuche an Der LanDesunioersität sprach. Tarauf verbreitete sich Prof. Tr. Krüger über Die Verschwisterung der Theologie unD Philologie, Die bis aur Luther und Melanchthon zurückreiche. An Diesen Vortrag schloß sich ein Lied Des schon verstorbenen, früheren Seminardirektors Albrecht Tietrich. Hans Kaden hielt sodann in lateinischer Sprache eine Rede auf Die Philologie als die Urquelle aller geistigen Tätigkeit. Bei der allgemeinen Fröhlichkeit gedachte Prof. SrJ Körte auch derer. Die in luftigem Federgewand aus Den Brettern Der Gießener Bühne umherstolziert waren. Ter ReDner feierte in seiner Ansprache sowohl Den Lichter unD wie Den Ueberfe&er, Den, Musiker unD Komponisten wie Den Spielleiter (Herr Gähne) und Spieler. Bibliothekar Tr. Fritsche entwarf ein launiges Bild von dem Verhältnis zwischen Student und Bibliothek, pem ^sich als letzter Vortrag eine fein patentierte Rede Professor Tr. I m m i f ch s über Den Charakter unD Die Art Der beioen Seminar* Direktoren anschloß. Tas Präsidium ging im Verlauf Des Abends zu dem Rektor unD von Diesem zu Prof. Immßch über, aus dessen Veranlassung noch einige Liedervonrage ftattfanben. — Lawrence Rotch, einer der bekanntesten Meteorologen und Vorkämpfer für die wissenschaftliche Erforschung des^ Lu)i- meeres, ter kürzlich gestorben ist, war Der langjährige Tirekror und GrunDer Der Lustwarte auf Dem blauen Hügel bei Bojton; seiner Anregung verdanken fast alle amerikanischen Gipieli'.ationen. vom Blue Hill bis zum Misti in Peru ihre Entstehung Roich war Der er ie, Der gefesselte »ylugkörper mit Regifiri:rappararen versehen in Die freie Atmosphäre enioorianDtc uno Der Den Tracyen, Der fercher nur als Kinoeripielzeug bekannt war, zu etnyn hervor-. auch die Interpellationen mit dem neuen Rechte der An- traaSstelluno im Sinne der AuSschußbefchluise ^"ll.^ornrnen werden. Tie Konservativen stehen mit ihrem Widerspruch ziemlich vereinsamt bc. Ihre Änschrankungsantrage erscheinen auch solchen Leuten entbehrlich, die ^hDeou un» lerer heutigen Volksvertretung nicht gerade hoch einichatzen. Wir werden abzuwarten haben, ob alle Parteien für bi ei c neue Geschäftsordnung reis sind. Hätten wir nne kranvolle, zielbewußte Regierung, so wären die Aus^chuvantrage vielleicht überflüssig. Wir hatten aber in den letzten Jahren leider immer über ein schwankendes Regiment zu klagen. Wenn die neuen Bestimmungen auch auf das grundsätzliche Verhältnis des höchsten Beamten zum Kaiser und zum Bundesrat günstig einwirken und Verzögerungen sowie Un- schlüssiakeiten vermeiden helfen, so ist allein schon damit ein guter Zweck erfüllt. Tie Liebe und Treue zur Monarchie kann auS diesen Neuerungen nicht nur unversehrt, sondern unter Umständen neu gefestigt hervorgehen. Llderlen-wächter in Dresden. Dresden, 3. Mai. Aus Anlaß der Anwesenheit deS , Staatssekretärs deS Auswärtigen vonKiderlen-Wäch- ter fand heute nachmittag beim Staatsminister Grasen Vitzthum von Eckstädt ein Tiner statt, zu dem außer dem Staatssekretär der preußische Geschäftsträger, sämtliche Staatsminister, die Präsidenten der beiden Standekammern und mehrere Beamte deS Auswärtigen Ministeriums geloben waren. Der König empfing heute mittag 1 Uhr in seiner Villa Wachwitz Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter in Au- dienz. Im Anschluß hieran fand königliche Tafel statt, zu welcher außer dem Staatssekretär auch Graf Vitzthum v. Eckstädt und der preußiiche Geschäftsträger Legations- sekretär Wolczeck geladen waren. Heute abend bcgibt ,ich der König zu etwa achttägigem Aufenthalt nach Tarvis. Der italienisch-türtische Krieg. Rom, 3. Mai. (Agenzia Stekani.) Am 2. Mai, mor- genS 4.45 Uhr, griffGeneralReiseli,der Komman- dant derTruppen vorHomS, daS stark vom Feind besetzte Lebda an, das sich nach heftigem Kampfe in den Händen der Italiener befand. Der Feind floh, nachdem ihm beträchtliche Verluste, die mindestens au, 3 0 l) T o t e geschützt werden, beigebracht worden waren. Um diese Zeit ging Major di Giergi aus Merghab zum An- griff gegen den Feind vor, der offenbar im Begriff war, Lebda zu verstärken. Es gelang ihm, ihn in ein Gefecht zu verwickeln und sestzuballen. Die Stellungen um Lebda wurden sofort in Verteidigungszustand gesetzt Deutsche» Ueich. Dem preußischen Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf über die Stärkung des Deutschtums in den ProvinzenO st Preuße n, SchlesienundSchleswig- Holstein zum sogenannten Bejitzfeingungsgesetz zu. Durch das Gesetz sollen der Staatsregierung 1UO Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden mit der Bestimmung, zur Festigung und Stärkung des deutschen ländlichen Besitzstandes in diesen nationalgefährdeten Teilen der Monarchie, ländliche Grundstücke zu erwerben und als Reniengüter ganz, unter besonderen Umstanden Mckweise gegen vollständige Schadloshaltung des Staates a n deutsche Landwirte und Arbeiter zu veräußern. Zu der Vorlage aing glcidföeitig ein Antrag der Fortschrittlichen Volks- Partei, Arensohn und Genossen, ein, die königliche Staatsregierung ersuckren, zur Verstärkung des Grundkapitals der Deutschen Pfandoriesanstall-Posen auf 6 Millionen Mark einen Betrag von 5 Millionen Mark gegen höchstens 3,75 Prozent Zinsen zur Verfügung zu stellen. Die badische Zweite Kammer verhandelte am Freitag über die Anfragen und Anträge dec Fortschrittlichen VolkSpartei, deS Zentrums und der Nationalliberalen über die B e s e i t i g u n g deS BranntweinsteuerkontingentS. Staatsminister Dr. v o n D u s ch erllärte, daß die badische Regierung auch diesmal der Ausdehnung der E r b s ch a f t s st e u e r auf Abkömmlinge und Ehegalten z u g e st i m m t hätte, sich aber den zurzeit dagegensprechenden Gründen der ReichSregicrung nicht habe verschließen können. Finanzminister von Rheinhold leget dann die Bemühungen dar, auf hinreichenden Schutz des badischen Brennerei- aewerbeS und betonte, daß die {Regiecuna alles getan habe, damit die Existenz der badischen Brenner, insbesondere der kleinen u* mittleren, nicht gefährdet werde. Die Vorlage lasse denn auu) erkennen, daß ihre Bemühungen nickst vollstanviy ergebnislos gewesen seien. — Das Haus nahm einstimmig einen Antrag des BudgctauSschusses dahingehendan, daßdiebadischenBrenner außer den im Gesetzentwurf vorgesehenen Ermäßigungen der Relchsabgabe weitere Ermäßigungen erhalten bis zu dem Betrage, welcher den Unterschied der Produktionskosten in Baden ragenden Forschung-mittel umbaute. Auf der Grundlage der Rotchscken Experimente sind unsere modernen Lujtwarten in TrappeS bei Paris, Groß-Borstel, Friedrichshafen und Lindenberg entstanden. — Bergbahnen zur Erforschung der freien Atmosphäre. Dr. Sch mau ß von der Kal. Bayer, met. Zentralstation in München berichtet in der „Met. Zeitschrift" über eigenartige Forschungsmöglichkeiten, die durch den vom daher. Verkehrsministerium jetzt bewilligten Bau der Zugspitzbahn erschlossen werden. Da sowohl aus der Zugspitze als auch am Ausgangspunkt der zu erbauenden Hochgebirgsbahn, die zum Teil als Seilschwebebahn geplant ist, in Partenkirchen meteorolog. Stationen bestehen, so wird diese neue Bahn ein wichtiges Glied »wischen diesen Observatorien bilden. Die Bahn selbst soll mit selbsttätigen Apparaten versehen werden, so daß alle Schichten zwischen 1000 und 300 Meter der Beobachtung zugänglich werden. Die Zugspitzbahn wird an Stelle von Drachen- und Ballon- au^stiegen treten und eine bewegliche Luftwarte dar- (Hk.) Reu« englische Expedition nach Westneu- guinea. Dr. A. F. R. Wollaston, einer der Teilnehmer an der englischen Mimilaexpebiiwn, die wegen der ungünstigen Berhälntisje von Wald und Klima ihr Ziel, den Earsteußglpset im Schneegebirge nicht erreichen konnte, will da- Unternehmen wieder ausnehvien, aber statt am MlMika weiter östlich am Octakwa vorgehen. Die mederländlsch-indische Regierung hat bemtd ihre Einwilligung erteilt. „Pcterm. Mitt." zuiolne begibt sich Wollaston im Mai nach Borneo, >vo er die für die Flußfahrten geeigneten Dajaker aniverben will und gebeult im Seplenivcr tu Neuguinea euijmrcjicii, um die verhältnismäßig trockensten Monate Oktober bis Dezember zur Erreichung des Zentralgebirges mi benutzen. Wiiienichailllche Begleiter sind G. Boden Kloß der Direktor des Museums tn Kwala Lumpur m den Malaien-' staaten und ein noch nicht ernannter Geologe. — Kurze Nachrichten aus ftunn und Wii, en - schalt' Die 100. Auflage deS Algememen Teutschen fioimncrd- vucheS soll eine Anzahl Liedertexte erhalten, lür Die nun Stiunuo- fitionen geschaffen werden sollen. Die Texte ivurden von der Ber- lagSbuch andlung gedruckt und stehen Jntereffemen mit dcn Bedingungen für Den Wettbewerb unentgeltlich zur Beringung Auch den Buchkünstlern ist Gelegenheit zur Betätigung geboten. Tie DerlaaSbuchhandlung Moritz Schauenburg in Lohr (Baden versendet die Bedingunaen und die Liedertexrc. Fn Leipzig ist Der als humoristischer Dichter am meinni bekannte Schriftsteller Edwin Bormann tu vergangene; Kachr m Ültec von tu geßorüsü. qeqenüber Den in NorddeutsckstanD ausgleicht und daß diese Ermäßigung unter Reservatrecht gestellt wird.. ^ch 'all sur die Obstbrennercien eine weitere Vergünstigung gcfordert werden. Tie H auvtversammlung des „^-eut,chen Wehr- v er ei ns" findet am 12. Mai, 1 llhr nachmittags, imgrotzen Saale des LehrervereinShauses, Berlin, Alexanderstraße 41, statt, und zwar mit folgender Tagesordnung'. J.. entroi^ung uni) Ziele des Vereins (General Keim), ^ Teul^chlands Wehrmacht, ihre Notwendigkeit und Bedeutung «.Wirk!. Gch.-Rat Prof. Sjx SSagner), 3 Stellung des „T. W. V." zur Hceresvorlage (General- leutnant Litzmann), 4. Tie Teckungsfrage (Landrat v. Dewitz M. d. R). An Der Hauptversammlung kann icDev Mitglied des „Deutschen Wehrvereins" teilnehmen. Als Ausweis dient die Mitgliedskarte. Ausland. Ter nächste WeltfrieDLNSkongreß'svll im September 1912 in Genf stattfinden. Zn der russischen ReichSduma gelangte am Freitag die Gesetzesvorlage betreffend die Aufstellung neuer Pensionsstatuten sttr alle Offiziere ohne Ausnahme sowie für Müitärärzte, Geistliche und Mllitärbeamte, die an Schlachten teilgenommen haben, zur Verhandlung. Tie Vorlage sieht nach 25jähriger Dienst- zeit eine Pension von 50 Prozent deS Geholtes vor, die je nach dem Tienstalter steigt. Eine 35jährige Tienstz.it erhöht die Pen- sion auf 80 Prozent des Gehalts. Bei Verabschiedung krankheits- halber wird eine Pension gewährt, wenn Mindestens fünf Jahre zurückgelcgt sind. Eine wejemliche Lesierung erfahrt die Penswns- Versorgung der MilitärjamUien. PL ilitLrjlieg er erhalteii besondere Vergünstiguiig. Durch daS neue Pensionsgesetz erwachsen Der Krone j ä b r l ich 14 Millionen Mehrausgaben. und Flotte. Oagl fche Flolteiimanöver. London, 4. Mai . Am Mll.woch wird der König in Selent eine F lo t t e n p a r ad e abhalten und den Kriegsmanövern beiwohnen. Abends kehrt die Flotte von der See zurück. Es findet dann ein Angriff von Torpedobooten aus die Schlachtschiffe statt. Zum ersten mal nehmen Flugschifse an den Manvvern, die Donnerstag beenoet werden, teil. Der König bleibt dis Ende der Woche bei der Flotte. Deutsche Kolonien. v. ibemiiugieu j*. Berlin, 3. Mai. Gouverneur a. D. Rudolf v. Bennigsen, Direktor der Kolonialgesellschaft für Siidwestafrila, ist g e |t o r b e n. Arbeiterbewegung. Ter Schneider- und schnrlbennoeuau-staad im Westend von Loudon breitet sich immer mehr aus. Man nimmt an, daß sich jetzt einschließlich der Maschinisten und Zeugpresser 15000 im A us- |t a n b befinden. Das Sohoviertel war am Freitag früh so gut wie unpassierbar. Ausständige versammelten sich außerhalb der HauptarbeUsstätten und an Straßenecken. Die Streikenden verlangen Lohnerhöhung und bessere Arbeitsbedingungen. Aus SiaOt miO CanO. Gießen, 4. Mai 1912. *• Tageskalender: Kolosseum: Theater lebender Bilder. Ab Sonntag, ö. Mai. Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. GemäldeauSstellungdeS KunstvereinS im Turmhaus out BianD. ticüimci tag.ich (nut Ausnahme von Samstag), von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—8 Uhr. Museum des oberhessischen GeschichtSvereinS. Geöffnet Sonntag vorliilllags 11—1 Uhr nentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Gcöisnel an Sonntagen von 11—i Uhr vonnutags unD 4—b Uhr naaumtlagS. Enthüllungs-Vorstellung DeS ^pirUiNen-EntlarverS Stuart Laneourt. Sonntag abenD ti* 1 */, Uhr in Steins Garten. ** National-Flugspende. Der hiesige Oberhessische Automobil-Kiub (Seition des F. A. C.) hat unter einen Mitgliedern eine Sammlung für die National-Flug- pende verunstaltet, deren erste Rate mit 400 Mark (ein» chließlich 100 Mk. Zuwendung aus der Klubkasse) an die Bank für Handel und Industrie hier abgelieiert worden ist. — Aus den Kreisen der h.esigen 2 t u d e n t c n s ch a st'ist eine Anregung ergangen, bay sich bte Studentenschaft zusammenschließen möge, um für die nationale Sache der Flugspende einzutreten. Wenn jeder Studierende nur 1 Mk. leiste, gebe es eine Spende von über 1000 Mk. Dazu komme noch die anregende Wirtung des damit gegebenen Beispiels auf weitere Streife. ** Fin anz af sesso ren. Durch Entschließung des Ministeriums der Finanzen wurden die Finan»referendare Dr. Karl Kn ab zu Worms und Dr. Hch. Werner zu Mainz zu Finanzassessoren ernannt. ** Lehrerpersonalien. Ueb ertragen wurde dem Lehrer Qebell ui Fleschenbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Reichlos, dem Lehrer Gg. Schäfer zu Gelnhaar die Lehrerstelle an der .Gemeindeschule zu Effolderbach. ** Po st-Personalnachrichten. Versetzt : die Ober-Postinspektoren GieS von Berlin nach Darmstadt und Schneidt von Darmstadt nach Berlin; Ober-Postassistent TrinkS von Bebra nach Gießen und Postassistent Wilhelm von Aachen nach Mainz. Ernannt: Postsekretär Krumm in Worms zum Ober-Postsekretär; Ober-Postassistent Vetter in Gießen zum Ober-Telegraphenassisten- ten. (Etats mä feig a n g e (teilt; Die Telegraphenge- hilfinnen Elisabeth BeckhauS und Barbara Jahn in Bingen. Bestanden: Eleve Ohly in Darmstadt die Postrejerendarprufung; Postanwärter Sachs in Heppenheim (Bergfrr.) die Poitassistentenprüfung. IndenRuhe- stand tritt Lber-Telegraphenasfistent Kanng ießer in Gießen. * • Dr. Cook in Gießen. Man schreibt uns: Dr. Cook, der so stark angefeindete Nordpolfahrer, wird hier in Gießen am Dienstag, 7. Mai, im Saale des Hotels Großherzog von hesjen einen Vortrag über seine Fahrt nach dem Nordpol halten. Dr. Cook, der mit aller Zähigkeit und neuen schlagenden Beweisen seinen Kampf um den Ruhm, als erster den Nordpol entdeckt zu haben, durch- führt, ivird auch hier in diesem Sinne sprechen und außer» Dem seinen Vortrag durch Lichtbildervorführungen eigener Aufnahmen illustrieren. Man darf gespannt sein, was uns dieser interessante Mann, über den ein so heftiger wissenschaftlicher Kamps, wie nie zuvor in einem ähnlichen rjall, entbrannte, zu sagen haben wird. Sein plötzliches Wicderaufiauchen nach fo langem Schweigen ruft allein |®on größtes Znterefse hervor und soviel sich bi- iest sagen laß:, scheint er diese- Mal an Hand poittivster Be- weife vorzugehen Schon während seiner vier monatlichen Tourncc hur* die 9e-cinigtai Staaten, o-m bet er rfen zuruckichrt, hat er überall größte Tnumpi-e gefeiert uno im wi MM 4^5» die aller D?lt ;u £u 1 s,e bereits AM :■ ^^Mineiizch n ^,( fann bet? S ' Äs-W-le ru- -s-.b u L-uiie Br&Ä S仫eÄ stki« di Mr- »Ak Set ' Ä unb trin« uitb Pr inatonum Grodel -st'innen gemetn|arn v-r -aalburg und Hol tofr ton ber to[eti Ä di-/- «/ - Sestern Lochenlagc-gottesdrenil vüyrenv der S.^son ber Ändacht, die M von Mirbach uiid dte.H aui ivird sich die Kaiser noch Homburg v. d. H- leaung der eoang. in ^cksahrt von der yc bach o. d. H. suhr, > inngang des Lrtes ei alle mit Sträußchen i wollten. Aber siehe, \ unb nahm von allen ik nickend und roinfenb. Laiserin sichtlich erste Hurrarufen fuhr das taufte bie Kaiserin den Sei Sranzberg beg Auto gestiegen mar, ein um Holz zu holen. Ai ra fragte die Kaiserin habe, „sieben", lautet Ruserin, „soviel habe jfrau, die feine Ahnung Sie reiche Leut hätte ga iber zog ihr Portemi'm Geldgeschenk. Starlenbu M. Offenbach, botftanb bqGvß die Er ^ulfiaufern, die -‘j Millionen Mart kc l- «lafjen ausnehmen und das dritte mird ir (0 Main», 3.2 Qm Sihetn größere Hmtldjcn SU q inj urf 1 d 111 Plbargeftelu, an i l“'ble tyonierbataillo * unb sächsische ■ Hebung wird voin tiiene ssMarburg, z S 25 F ?US ^n«ie ^Versammlung ^^lun9 einer ürül Der Porstn ’ Pfarrer 6ütb 100000 W iiiail jjl "'S'«' M 'N Jloroaroefi, ceana" bei. e d e. Zu dieser Notiz in Nr. 102 L Lebensjahr: 3.—16. Jahr ; Id) - - die Schuld allein ** Eine üble des „Gieß. Anz." teilt uns Herr Levi Stern, Ludwigftraße 29, mit, daß er damit nichts zu tun hat. Letzte Nachrichten. Paris, 4. Mai. Das Schwurg ericht in Besan?on sprach unter dem Beifall der Zuhörer den prakt. Arzt Dr. Gene- vors frei, der wegen Mordversuchs angeklagt war, den er durch Uebersendung eines gifthaltigen Likörs versucht haben folL Paris, 4. Mai. Depeschen aus M o g a d o r melden, daß dort und in Marakefch unter den scherifischen Truppen und den Stämmen starke Erregung herrsche. Tie europäischen Ansiedler bereiten sich deshalb zur Abreise vor. Türen wurde alß leichl verletzt gemeldet Zwei Dagen deS Dersonenzuges 790 und die Lokomotive des V-Zuge» 91 wurden stark beschädigt. kf. Ein -tTtauenberuflam t". Ter ödamloorfmnb deS Bundes demscher Frauenvereine hat in einer Porstandsnyung beschlossen, auo seiner .AuSknnftSsteUe <ür Fraueninterefsen', die leit 12 Jahren besteht, ein »brauenherrstSamf ju machen. Maßgebend stir dielen Besrtrluß, so beruhtet die Zeitschrist «Frauenbewegung^ über diesen Plan, war die Tatsache, daß m den letzten Jahren eine große Anzahl von örtlichen AnSklinstsstellen enlslanden sind, die sich int Anschluß an bie Lerussbetalniigslonlerenz im Herds: 1911 zt» einem Kartell der AuSkunitSuellen tür Ztauenberule" zulaniinengeiculosien haben und die m der Lage sind, mit Unter- ilutznng der ^arlellgejchu lsnelle olle einschlägigen praltischen Ausgaten durchzistühren. TaS orauenberuisaint soll die theoeetisch- wihenschastliche Eriorschnng des Ärbeitsinatkles und die objeltiv» (jeuueUung der nut bei.i BerulS» und (fcnverbSleben bei grauet zil'anin,en.ungenden sittlichen, hygienischen und wirtschasilichen Ui- frtieiiuuiflen übernehmen. TaS gewonnene Material wird nach sorgialiiger L eurbeilung allen an der Petussberalung inieressierten Organisationen zur Beringung gestellt. * Molt bare 'Jtojen. Ac.che hohe Preise in irüheren Zetten lür neue Roieuzuchtnngen bezahlt wurden, daiiir gibt Eochct-Eochet im ^Journal des Aojcs' einige uuerefiame Bci- iviele, die moöerne Züchter vielleicht mit Acid eiiuUcn (önnien. t>or öO Jahren waren die Noistetrosen und die Bengalrosen neu und viel gepicht, prau Uoiiiet, die ivatttn de» beruhnuen Ro|en- zuchter» Piette (ioa.ei, säte eines Tages beide Öxojeiiaileii zu- lüinnien tu einem Blumenkanen an' ihrem Jenster. Aus bieier wüQt gingen zive» neue -laucraten hervor, die '.t'OugauiuiUevoie, die mau i,eule bisiveilen noai Hübet und die letzt Dergdieue Phtte- inonrose. Tte beiden neuen Spielarten wurden un Jahre 1624 • em Blumenzüchter Bibert von et. Denis verkan t und enteilen den liailUdjen Preis von 72u Jrcs. peulzntage mürben hir neue JtoleiiQiien wohl kaum noch Io stattliche Preise gezahlt und der ginaiidje Züchter, dem eine neue Züchtung gelingt, muß sich mit weit beicheioenerem wewmn begnügen. Anilllcher Weneroerid)L Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. ZLetterauSsichten in Hessen für Sonntag, den 6. Mat 1912: Wolkig, später geringer Regen, Temperatur wenig verändert. Tyohus Diphtherie Tuberkulose Jnstuenza ^chlagstuß BrustfeUentzündung Epilepsie Schüttellähmung Blödsinn Tarmoerschluß Unterleibsentzündung KrebS Knochenmark-Ent- zündung * Ein Glückspilz. Gläubiger: „Sie sagten mir, doch. Sie hätten 3000 Mark in der Lotterie getoonnen, und nun sind es nur 300 ?" — Schuldner: ,La, das Glück machte mich schivindeln!" *Soldatenliebe. „Ick jloobc, Fritz, du liebst mir iar nich das wegen seines Wohlgeschmackes, seiner milden, sicheren Wirkung mit Recht beliebteste Mittel zur Regelung des Stuhlganges und Verhütung von Verstopfung für Erwachsene und Kinder sollte in keinem Haushalt fehlen. Von zahlreichen Aerzten wärmstens empfohlen. Originalblechdosen mit 20 Fruchtkonfitürpn M. I.— Man hüte rieh vor Minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIbL u * w. tl.. Erwachsene: tm Gericht-daaU London, 3. Mai. DaS Admiralitätsgericht urteilte in Sachen des am 16. März erfolgten Zusammen- stoßesderdeutschenBark„Pisagua" und dem Dampfer „Oceana" der Periz-Sula- and Orieutal-Linie. Das Urteil mißt Kleine Lageschronik. 110 Personen, die bei der letzten S o n n e n s i n st e r n i s durch Hineinsehen in die Sonne ohne Schutz glas Augenschäden erlitten, befinden sich bei 40 Aerzten in Rheinland-Westfalen in Behandlung. Der gestern verhaftete Rechtsanwalt Tr. Ehrhardt in B e r l i n ist gegen Stellung einer Kaution von 200 000 Mark auf freien Fuß gesetzt worden. In Prag erklärte ein Bankdirektor einer Studienkommission die Bauart der Tür zum Banktresor. Ws er die Tür zu dem Raum, in dem gerade zwei Beamte arbeiteten, geschlossen hatte, stellte sich heraus, daß man sie nicht mehr öffnen konnte. Bis zehn Uhr abends befanden sich die beiden Beamten noch in Ge langcnfd>aft. Man ließ ihnen durch die Ventilation, die weiter ausgebrochen mürbe, flüssige Nahrung reichen. Bei Taus in Westböhmen wurden durch vorzeitige Explosion einer Sprengmine drei italienische .Arbeiter und ein fünfjähriges Mädchen getötet. Ein anderer Arbeiter erlitt schwere Verletzungen. Bei einem Brande des russischen Nonnenklosters Ardatew sind vier Nonnen erstickt. Knm.: Die m Klammern geietzten Ziffern geben an, tote viel der Todesfälle in der betreuenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen aebrachte kranke kommen. S1AXIN*- ich WM . gewiesen worden, wie vorzüglich die rechte Uferböschung der W i e s e ck zwischen Frankfurter und Bleichsttaße sich »ur Anlegung solcher^ Schutzgchölze eignen würde. Leider ist der blieben, weshalb ich sie hier Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Vogelschutz! Unter dieser Spitzmarke findet sich im Gießener Anzeiger vom 1. Mai eine Besprechung, in der die Katzen Halter im Interesse des Vogelschutzes gebeten werden, ihre Katzen während des Sommers zu beaufsichtigen und im Hause zu halten. Der Rat ist gut, aber kaum ausführbar, ES gibt zur Erreichung des Zieles wirksamere Mittel, vor allem die Aufstellung von Nistkästen und die Schaffung von Vogelschutzgehölzen. Im vorigen Jahre ist an dieser Stelle von anderer, mit unbekannter Seite bereits darauf hin- Ctjreneueiung ________ Sumrnä: 1) (11/ Zum Untergang der Titanic. Tie Untersuchungen in London. London, 3. Mai. Die Verhandlungen des Ausschusses zur Untersuchung des „Titanic"-Unglücks wurden heute durch den Vertreter des Handelsamts Sir Rufus Isaacs im Namen der Regierung eröffnet. In seiner Darstellung des Tatbestandes führte Isaacs auS: Die „Titanic" fei vom Beginne der Reise an mit 21 Knoten Geschwindigkeit gelaufen. Soweit sich feststellen lasse, sei diese Geschwindigkeit bis zum Augenblick des Zusammenstöße- nicht verringert worden. Er stellte fest, daß sowohl von der „Carpathia" wie von der „Baltic" LiSwarnungen gegeben worden seien. Sodann gab Isaac einen Vergleich der geretteten Passagiere nach den einzelnen Schiffsklassen und Ge- ichlecktern. Er sagte, es werde zweifellos die Aufmerksamkeit des Gerichtshofes erregen, daß 63 Prozent Passagiere der ersten, 42 Prozent von der zweiten und nur 25 Prozent von der dritten Klasse gerettet wurden. Eine wettere aufiallendc Erscheinung sei, daß von den weiblichen Passagieren erster Klasse alle gerettet worden seien außer fünf, die, wie man annehme, ihre Gatten nicht hätten verlassen wollen. Ferner sei auffallend, daß nur 126 männliche Passagiere aerettet worden feien. Die Untersuchung werde insbesondere sich auch auf die unzureichende Zahl von Rettungsbooten und die Konstruktion der wasserdichten Ab- teilungen erftreden. Ter erste Zeuge, bet AuSguck-mann ISwell, gab an, daß er sich bis 10 Uhr abends im Ausguck befunden habe, und daß die AuSgucksleute nicht mit Gläsern versehen gewesen seien, sowie daß die Stewards und Heizer nicht darauf eingeübt waren, die Boote herabzulassen. Nach seiner Meinung feien auch in den Booten weder Lichter, noch Kompasse, noch Lebensmittel gewesen. Ein Matrose bezeugte, daß die Passagiere in wilder Hast sich auf die Boote stürzten. Man habe sic mit der Ruderpinne abgewehrt, der erste und noch ein anderer Offizier hätten Schreckschüsse aus Revolvern abgegeben. fein, die bereits einige Kenntnisse im Obstbau haben und oenen nur kurje Zeit zu ihrer wetteren Ausbildung wr Verfügung steht. In dieiem Huriud werden alle Gebiete des Obstbaues, die bm Liebhaber interessieren, eingehend theoretisch und praktisch behandelt. Bormittaas werden Vorträge gehalten, während die Nachmittage ausschließlich zu praktischen Unterweisungen dienen. Ta» Honorar beträgt lür Hessen 10 Mark, für Nichthesicn 15 Mk., wahrend hessische Lehrer fein Honorar entrichten. — Der zweite Kursus ist der erst feit einigen Jahren eingerichtete Gartenbau k u r s u S. Er nimmt am 20. Mai seinen Anfang und dauert eine Woche. Dieser Kursus soll vor allen Dingen Frauen und Mädchen Gelegenheit geben, sich un Gartenbau, hauptsächlich in der Blumenzucht und Gemüsebau, weiter auszubilden. Um wie viel kann bet den gegenwärtig hohen Fleischpreisen der Lebensunterhalt verbilligt werden, wenn reichlich billiges, gutes und irisches Gemüse zur Veriüguna steht? Sechs Tage kann gewiß manche Hausfrau, und noch viel eher manches junge Mädchen, von zu Hause ab to nun en, um sich neue Kenntnisse zu sammeln und diese bann zu Hause im Gar:? utzbringend zu verwerten. Da beide Kurse so eingerichtet sin. .3 für entfernt Wohnende die Eisenbahn täglich zur Her- um. .ucksahrt benutzt weroen kann, ist der Besuch nur mit geringen kosten verknüpft. x Bad-Nauheim, 4. Mai. Tte nur bet Malierin nahm auch in der abgelaujencn vierten Woche des lOliClißj. c.r . . ■V Qui I les koolr " ' °tiQ o.,.. lllld 1 nt.. lllld IQ ji N länger °N in idH1 ^m°^n beiden. hohe Summen m Ollltigen ÜluMamV? St: ■' eme gcri(f)tii!v ? udn- führen. So ^tilget jtapSbc?Dtn < stets grytz fe-PW ^wß-tzuhlerseld: Weit Hegen. 5 Die.Sahnbebötbe will I S^ain,Sef trbaljr Erweitere j ju stellen, hat man gestern n£> Sselle gebracht. Tiei: m nächste Ugche in Tuirn gelegt tverden lllai. Auf Veranlassung w am Sonntag, ö. A.ai, em lbortrag über errecht wissen?« durch öiechij, ; Halt. DlenStag, 7, Mai, abend- eiuderatSsitzung mii 1- Beitritt zum hessischer , bl 2. Kaufvertrag zwischr. teinbe; 3. Baugejuch de- h des Wachtmei|ters ©tüd, llar; 6. Instandsetzung der dmderarbeit und Srrichluiu saus; 8. das teilweise Leln ; 9. Vergebung der Liek . : die Platzfrage. lat. Unser Kriegerver. ] and, an der Straße Stau« , errichtet. Das erste Prett id 19. d. M. stattfinönl erblich. lai, Dir Lniwiärlung w. bie nächste Umgebung einte ; ie westlichen Abhänge br. j chÜnen Vuchenwaldungen ur.: schon vor einigen Jahren bt: Aiüfsling auS Fcankiurt an- e der Station Lbermald eir. Auch neuerdings tfl nm-i rn unb i)«Ü9«" itnen für em »tunbftud, t . tlon Obermalb flelegen „erben (oll. SM" * «ch bem Dbcroalb bilri*- Dt f« |» I*"’ «"2 L n« Bahn von Dredt» rang der 9 wbet88 üonberunaen W“ ** **• ssäe w>«*5S inter bem Bor b ende V^g-Deutsch^ SÄjS'EE Aussprache vurde ommiung e n war ff jung elnher hie Vlockeng-e^ ;0W* er al,8el?X|tM1! “j; Vermischter. ♦ Mord Brandstiftung. Die Leiche einer sett dem 22. April aus Grünberg im Landkreise Bromberg verschwundenen Eigentümerfrau Appolonia Schulz wurde in der Feldmark Kruschdors vergraben ausgesunden. .Unter dem dringenden Verdacht, sie ermordet zu haben, wurde ihre Schwiege r - mutter, die Altsitzer in Marianne Schulz, verhaftet, welche gestand, die Schwiegertochter im Streit mit einem Holzpantoffel erschlagen zu haben. Als die Mörderin, die vor einigen Tagen auch das Haus ihres Sohnes in Brand steckte. Dem UntenuchungSrichter vorgeführt werden füllte, fand man sie erhängt. * E 1 n leichter Eisenbahnunfall ereignete sich nach einer amtlichen Meldung gestern bei Düren. Um 10,17 Uhr abends überfuhr der Schnellzug D 91 aus der Richtung Aachen das auf Halt stehende Einfahrtssignal des Bahnhofes Düren und fuhr mit dem einfahrenden Perfonenzug 790 zusammen. Tas Zugführerableil vom Schluffe des Zuges 790 des lausenden Packwagens und das Frauenabteil des vorletzten Wagens vierter Klasse wurden eingedrückt. Die beiden Zugbeamren sprangen vorher ab, wobei sie sich verletzten. Von den Reisenden wurde ein fiebzehniähriges Mädchen aus Heimbach am Kops und am linken Bein leicht verletzt. Ein Architekt aus dungs- und Wäschestücke tm Werte von etwa 40 Mki und verkauften sie Ta» Gericht verurtettte den Angeklagten H. wegen schweren Tieb^aUS zu ö Monaten Gefängnis und die Lngeklagtt K. wegen Beihilfe hierzu zu 1 Monat Gefängnis. Untreue und Unterschlagung. Ter Reisende K. B. von Frankfurt a. M hatte feit 1906 bei bem ©dienfabnfanten I D. in Friedberg einen Reisepolice, für den er, trotz größerer Reüeverpslichtungen ein Monatögehall von 60 Mk. und 5 Mk. Reisespefen für den Tag erhielt. Ter Gehalt wurde »war bald aut 65 Mk erhöht, glekhwvhl aber vermochte der Angeklagte nicht, Lchensunrerhatt und Geschotts- unkosten zu bestreiten. Unter dem Truck der Verhältnisse behielt er zum erstenmal 600 Mk. Kundenge.dcr. Ter Gcschäitsherr, der bie Notlage seines Angestellten wohl einsah, gewahrte ihm nwna> lich 30 Mk. Zulage, was aber nicht ins Gewicht fiel, da es zur Teckung des Tefi-tts zurückbehalten wurde. Eine Acnderung dieser Lohnverhältnisse trat erst em, alS B. sich 1908 verheiratete. Jetzt wurden ihm 10 Prozent Provision gewährt unb damit nach der Ansicht des Zeugen ein völlig auskömmliches Gehau. Tatsächlich scheint dies aber nicht der Fall gewesen zu sein, denn der AngeNagte beging in den nächsten Jahren sortaesetzt Unterschlagungen, bie eine Gesamthöhe von etwa 4200 Mk. erreichten. Ta nicht anzunehmen war, daß Angeklagter unnütz Geld ausgegeben . habe, em früherer Reisender des Fabrikanten ebenfalls schon Unterschlagungen begangen hatte, erachtete das Gericht eure [ Gefängnisstrafe von 3 Monaten für ausreichend. Ein gefährlicher Messerheld ist der Stallschweizer A. T. von Nürnberg. Er war im letzten Winter aui einer Mühle bei Okarben beschästtgt. Als er wegen frechen Benehmens von dem Oberstallschweizer W. cnttassen war, lauerte er chm am hellichten Tage auf der Straße vor der Mühle auf unb ließ fein offenes Messer sehen. Als W. von der Bahn zurückkam, fiel er über ihn her unb versetzte ihm nrit bem Messer mehrere Stickw in den Kops. Er wurde zu einem Jahr Geiangnis verurteilt. Sittlichkeitsverbrechen. Ter Schneider D. R. von Nieder-Florstadt hatte sich im Februar d. I. an einem 10jährigen Mädchen vergangen. Er leugnete zwar die Tat, daS Gericht hielt ihn jedoch für übe»- führt unb erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Tieb stahl eine - Ackerpsluges. Im Derbst 1910 kam dem Lanbwirt L. Sch. von Rödgen ein Ackerpslug abhanden, den er neben feinem Acker in den Wald gestellt batte. Einige Zett spater eittdeckte er ihn bei einem Schmied in Annerod, dem er zur Ausbesserung übergeben war. Der deS Tiebstahls angeflagte Maurer W. B. von Meerholz, der mehrere Ausreden versuchte, war schon von dem Schöffengericht verurteilt worden. Tie Strafkammer ging über die von der ersten Instanz angesetzte Strafe noch hinaus und erkannte auf 14 Tage Gefängnis, da auf dem Felde zurückgelassene Ackergerät schafien eines erhöhten Schutzes bedürfen. Zurückgewiesene Berufung. Ter Handelsmann 3. G. von Düdelsheim hatte den Eho- leuten F. in Aulendiebach eine minderwertige Ziege verkauft und die geschädigten Eheleute suchten nun den Kauf rückgängig zu machen. Bei dieser Gelegenheit versetzte die Frau schließlich mit einem Kohlenblcch dem G. mehrere Schläge, weshalb sie vom Schöffengericht Büdingen mit 3 Mk. Geldstrafe belegt wurde. Tcm Verletzten erschien diese Strafe zu gering. Die von ihm eingelegte Berufung wurde iedoch kostenpftichtig verworfen. Tas Gerickst hielt der Angeklagten die Erregung zugut, in die sie durch das treulose unb betrügerische Handeln des Verletzten geraten sei. hiesigen Aufenthalts den gewohnten regelnräß.gen Ve.siu Täglrch unternimmt bie Kaiserin Spaztersahr.en m t to ober Equipage, öfters führten sie in letzterer Zei. kleine Ausgange in bie Stadt, wo sie Einkäufe in Geschäften machte. Wer bei diesen Ausgängen Gelegenheit hat, der Kaiserin zu begegnen, fmbet, dag |ie außerordent- lid’ wohl und gesund ausfieht. Im 2au,e dieser Woche Prin^ und Prinzcfftn Friedrich Karl von Hessen . anatonum Grödel zu Besuch; die Kai,erin unternahm mit ihnen gemeinsam von hter auS einen AuSftug nach der Saalburg und Homburg. Zur Tafel waren in dieser Woche von der Kaiserin Dr. Theo Grödel und Tr Franz Grödel, die Söhne des sie bebanbeüiben Arztes, w .den. Gestern nachmittag besuchte die Kaiserin erftniüug den Wochentagsgottesdienst in der Dankeskirche, d.r hier während der Sajson eingerichtet ist; außerdem wohnten der Andack)t, die Pfarrer Wissig hielt, noch Freiherr von Mirbach und die Hofdame Gräfin Keller bei. Von hier aus wird sich die Kaiserin — voraussichtlich am 11. d. M. — nach Homburg v. d. H. begeben, wo sie bet der Grundsteinwerden. Vielleicht entschließt sich bie zuständige Stelle doch noch zu einer solchen im allgemeinen Interesse erwünschten Maßnahme, wöchenü. Uebersichl öerGoöesfäHe L ö. Stadt Siehrn. 17. Woche. Vom 2L bis 27. April 1912. Einwohnerzahl: angenommen zu 81 700 (iiitL 1600 Mann Militär). Sterblichkeitözisjer: 27,88 7h# nach Abzug von 11 Ortsfremden 9,87 °/*, Kinder leßung der eoang. Kirche in Hornburg-Kirdors zugegen fein will. — Als die Kaiserin am Donnerstag aus der Rückfahrt von der Hessel bei Bodenrod durch Fauerbach v. d. H. fuhr, wurde sie von der Dorfiugend am Eingang des Ortes empfangen. Die Kinder hatten sich alle mit Sträußchen versehen, die sie ins Auto merjen wollten. Aber siehe, die freundliche Kaiserin ließ halten und nahm von allen ihre Blumensträuße entgegen, immer nickend und winkend. Ueber die Begrüßung war die Kaiserin sichtlich erfreut. Unter begeisterten Hoch- und Hurrarufen fuhr das Auto weiter. — In Wehrheim kaufte die Kaiserin den Kindern Bälle und Schokolade. — Bei Kranzberg begegnete die Kaiserin, die aus ihrem Auto gestiegen war, einer Frau, die mit einem Wagen fuhr, um Holz zu holen. Auf dem Wagen saßen einige Kinder. Ta fragte die Kaiserin die Frau, wieviel Kinder sie denn habe. „Sieben", lautete die Antwort. „Ei", erwiderte die Kaiserin, „soviel habe ich auch gerade." „Ach", sagte die Frau, die keine Ahnung hatte, wer mit ihr sprach, „ich dacht, bie reiche Leut hätte gar net so viel SHnner." Die Kaiserin aber zog ihr Portemonnaie und gab der Frau ein schönes Geldgeschenk. Starkenburg und Rheinhessen. M. Offenbach, 4. Mai. (Priv.-Tel.) Der Schulvorstand beschloß die Errichtung von drei neuen Volksschulhäusern, die bis 1915 fertiggestellt werden und Ws Millionen Mark kosten sollen. Zwet Schulhäuser, die 42 Klassen aufnehmen sollen, werden in Offenbach selbst unb das dritte wird im Stadtteil Bürgel errichtet werden. (!) Main , 3. Mai. In der nächsten Woche werden am Rhein größere Pionierübungen alwehalten. Zwischen Mainz unb St. Goar wird ein Strom- t a m b f bargestellt, an dem sich mehrere Jnfanterieregimen- ter, die Pionierbataillone 15, 20 und 25 und je eine bayerische und sächsische Pionierkompagnie beteiligen. Die Uebung wird vom Generalleutnant v. Reppert geleitet. Hksfen-Rafsau. sl Marburg, 8. Mai. Im Etabtsaale fand gestern abenb eine aus allen Kreisen unserer Einwohnerschaft gut de- suchte Versammlung statt, die sich mit der Frage der Errichtung einer Krüppelheilanslalt am hiesigen Orte \ beschäftigte. Der Vorsitzende beö Hessischen Diakomsienhauses in Kassel, Pfarrer ©arbemann, teilte mit, daß bas Dia- konisienhauS 100 000 Mk. zu gedachtem Zwecke zur Verfügung stelle unb baS Fehlende auf andere Weise aufgebracht werden muffe. ES folgten Vortrage deS Leiters dec Krüppel-Heil- aniialt in NowaweS, Pfarrer Hoppe, über den Stand ber Krüppelheilpflege, während der Direktor der chirurgischen Uni- oersitätsriimk, Professor König, über die ärztliche Tätigkeit in den Krüppelhellanstalten und der Rektor der Universität, Profestor Dr. Schenk, über die Bedeutung einer solchen ilnltalt für die Entwicklung unserer LandeSunioersität sprach. La sich bereits em Ausschuß gebildet hat, dürfte die Ec- 'ichtung eines KrüppelheunS in Marburg bald greifbare (Setalt annehmen. X Hanau, 4. Mai. Die starke Militärgemeinde in Pan au hat nunmehr einen eigenen Militärpfarrer rrhalten. Unter Ernennung zum Divisionspfarrer der 21. Division ist Militärpfarrer Krüger aus Thorn nach Hanau versetzt worden. Morgen findet feine Einführung in der Riarienkirche statt. w. Homburg v. d. Höhe, 3. Mai. Einer der ältesten Anwälte Deutschlands, Rudolf Zäsar, ist 85jährig an einem Schlaganfall gestorben. Gießener Strafkammer. Gießen, 3. Mai. Diebstähle aus dem Absteigequartier, in das sie wiederrechtlich eingestiegen waren, vollführten der 27 Jahre alte, mehrfach vorbestrafte Schuhmacher K. H. unb die 19jährige S. K. Sie waren im Februar d. I. von Wetzlar nach Gießen herübcrgekommen, hier erfuhren sie, daß die ihnen bv- kannte P. B^in der Klinik krank barniei)erliege, und sie stiegen durch tos offene Fenster in deren im Erdgeschoß gelegene Stube, um hier zu nächtigen. Auf demselben Wege entfernten sie sich am nächsten Morgen. Auch in einer zweiten Nacht diente ihnen Dnestr Ort als Unterschlupf. Dabei stahlen sie eine Anzahl Kleb- jeder krt m Wolle zu ausserordentlich vorteilhaften Preisen Waschblusen Wagener 2t Schlöte! oo GoethestrdGe o, n. 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Da mir vnzichlen Men, i|t die ün Zentrumsrebni lasmg der Brigadelommc □erben durch Früherlegen Haden doch eine größere - jmberten Stellen kann mc Snnen bann im Etat gescht in Preußen sechs Jnspel aber noch nicht nadjgeroie' nichi aus das Programm falls einzelne nötige Stell leuM wäre die Frage zu Äalwnen bewilligt roerbei ipiedjenbe Verwendung fil Ter Kriegsmini juunm. Für das erste tütete Heranziehung der Micken Men verbunden Km L.'andpunkr, auch im ichen. Eine Uebersicht i krigadekommandeure zu g beginn des AuShebungsge zängig Tie raiegsvrgüi <üs der uns. Tie inalite '»u mel mehr Ausgaben her und die dazu verwendbo vorhanden. . Generalmajor Dan Werten Stellen. Es so y-- 14. 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