Nr. 4 Erstes Blatt 162. Jahrgang Aeitag, 5. Januar 1912 Der Weftewet Anzeiger erschein! käglich. außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerZcnnllirnblärier; -wc-nnal wöcheiill.Uteis. dlatt sür den Ureis Sichen (Tienstag und Freiing); zweimal monatl. Land- wirtschaftliche Settfrageu Fernsprech - Anschlüsse r für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse kür Depeschen; Anzeiger Wieben. Annahme von Anzeigen für die TageSnummee bis vormittags 9 Uhr. R ? X Anzeiger für Rotaflonsbnid und Verlag der vrühl'fchen Unlv.-Vnch- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: §chulstratze 7. Büdingen: Fernsprecher Rr. 269 Seschästrstelle vahnlsofstratze \ba. Vczngövret»: monatlich 7öV., viertel- jährlich fDlf. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 'Uf.; durch die Bost Alt. 2.—viertel- jährl. ausjchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal ILPs^ auswärts 20 Bicumq. Chefredakteur: A Goeh. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .FeuiUe- ton', .Vermischtes" und .Genchtsfaal": K. Neurath; für .Stadt und Land": (S.£)eü; für der Anzeigenteil: H. Beel. Die heutige Nummer umfa&t 10 Seiten. Die Reichrtagrwahlbewegung. Konservative Kritik an dem amtlichen Wahlartikel. Der auch von uns tviedcrgc.^bcne Artikel in brr „Nordd. Mlg. Ztg." hat das mcrhiriirbigc Schicksal, auch von agrarischer Seite, nämlich der „Dcutscyan Tagesztg." schürf angegriffen zu werden. Wenn das Blatt auch sachlich der Regierungserklärung ptftimmt, so glaubt es andererseits an der Form soviel Mängel zu finden, das; cs befürchtet, die Erklärung werde nicht viel mehr als ein Schlag ins Wasser bleiben. Tas Agrarblatt bemängelt das Fehlen von Kürze und Prägnanz im Artikel, soweit dieser die Sozialpolitik behandelt. Tas Eintreten der Regierung für den schwer gekränkten M i t t e l- stand fehle ganz. Ferner sei der Ton, in dem die Erklärung geheilten ist, viel zu wenig entschieden. Nüchterne theoretische Betrachtungen mußten in einer Zeit wie die heutige ist, versagen. Es hätte gesagt werben müssen, „daß die Sozialdemokratie die Todfeindin der bürgerlichen Gesellschaft ist und bleibt", und daß deshalb jedes direkte oder indirekte Zusammengehen mit dieser Partei, geschweige denn die Abgabe eines roten Stimmzettels eine „Todsünde" gegen das Vaterland .sei. Auch hätte die Regierung sagen sollen, wodurch sie die endliche Ueberwin- dung der Sozialdemokratie zu erreichen gedenkt. Ter Liberalismus hatte wesentlichere Ausstellungen zu machen, Im ganzen trifft es zu, daß der Regierungsartikel unzulängliche und ungeschickte Arbeit war. Der nativ nalliberale Wahlverein für Schaumburg- Li p p e hat beschlossen, den natmncilliberalen Wählern des Fürsten-" tum» zu empfehlen, dem fortschrittlichen Kandidaten Landwirt Krömer die Stimme zu geben. Ter Wahlausschuß der rechts flehenden Parteien int Wahlkreis Tortmund-Hörde lehnte das Erjuchen der nationalliberalen Partei, die Kandidatur Prof. Eickhoffs zugunsten der Kandidatur Professor Leidig fallen zu lassen, ab. Die Konservativen in Stuttgart beschlossen, den gemeinsamen Kandidaten der liberalen Parteien Oberbürgermeister Mühlberg schon im ersten Wahlgang zu unterstützen. Ter Beschluß kommt sehr überraschend, da die Konservativen gerade diese Kandidatur von Anbeginn an bekämpften. Eine in Treuchtlingen abgehaltenc konservativ-bünd- lerische Versammlung stellte den Landwirt Suff aus Dietsurt als Kandidaten für bnt Reichstagswahl.kreis Eichstädt auf. Ter demokratische Verein hat für Aachen-Stadt die Kandidatur des Obersten Gäbt le zugunsten des von allen liberalen Parteien unterstützten Kandidaten Rechtsanwalt Bachmanrr zurückgezogen. Im Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen hat eine Versammlung des Bundes der Landwirte beschlossen, den von der Zentrumspartei ausgestellten Kandidaten Professor Westkamp zu unterstützen. Die Liberalen im Wahlkreis Wittlich -Bernka st el stellten den Weinhändler Josef Hauch als Reichstagskandidatcn aus. Der zweite Zentrumskandidat Tr. Trautzburg hat seine Kandidatur zurückgezogen. Tas Zentrum hat seine Reichslagskandidatur im Wahlkreise Hornburg-Kusel zugunsten des Bauernbündlers Gebhard zurückgezogen. 21 ms Hessen. Eine Sitzung deS Finanzausschusses. bs. Darmstädt, 4. Ian. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses wurde zunächst von dem Vorsitzenden eine allgemeine Darstellung des Etats gegeben. Er hob hervor, daß man sich nicht darauf einlassen könne und werde, den wichtigsten Teil des Etats, die Schuldentilgung, zur Verabschiedung zu bringen, wenn man nicht genau wisse, wie die Besoldung der Staatsbeamten, Lehrer und Pensionäre aussallen werde. Diese letztere Vortage müsse aber bei dem Notstand der Beamtenschaft alsbald ttargestcllt werden. Ter Vorsitzende sagte weiter, daß es ungeschickt gewesen fei, eine Erhöhung der Zivil liste vorzuschlagen, ohne zugleich mitzureilen, daß man mit dieser Erhöhung doch nur die Gehälter der Hofbeamten unb Thenter angestellten aufbessern wollte. An diese Ausführungen schloß sich dann eine allgemeine Diskussion über das Budget, an der sich sämtliche Ausschußmilglieder beteiligten. Tic Sitzung wiro morgen fortgesetzt. Tie Vorlage des Gesetzentwurfs über die Besoldungsordnung dürfte nach einer Regierungsmitteilung gegen Ende Januar zu erwarten sein. politische Tagesschau. Ter Gesetzentwurf über die örrichtung eiucs Kolonial- nnb KonsulargeriltztshoseL wird voraussichtlich dem neuen Reichstage in etwas abgc- änberter Form von neuem vorgelcgt werben, nachdem itjn ber alte Reichstag wegen einiger Differenzen mit der Auffassung bes Staatssekretärs v. Lindequist nicht mehr verabschiedet hatte. Bekanntlich hatte die Kolonialvcrwaltuug damals die Entsendung eines Kolonialsachverständigcn ins Richterkollegium verlangt, eine Forderung, auf die der Reichstag nicht eilt gelten wollte, weil er der Meinung war, daß dieser Verwaltungsbcamte das System der Prozeßordnung durchbrechen werde. Tiefe Difserenzen sollen dadurch behoben werden, daß bestimmt wird, daß ber Gerichtshof aus fünf Berufsrichtern besteht unb baß in allen wichtigen Fragen, in denen es das Interesse des Reiches erfordert, besondere Sachverständige, die auchÄeichsbeamtc sein dürfen, für die mündliche Verhandlung hinzugezogen werden müssen. Tie ba^igc Verabschiedung dieses Gesetzes unb bie Errichtung bieses obersten Kolonialgerichtshoses wirb für so wichtig erachtet, daß es in seinem Interesse liegt, gewisse frühere Bedenken ber Regierung zurückzustellcu. Da ber Kolonialgerichtshof auch zugleich Konsulargerichtshof sein soll, so ist beabsichtigt, ein eigenes Ko nsular g e setz zu schaffen, daS ebenfalls dem Reichstage vorgelegt werden wird^ Auch für die Beratung des Konsulargerlchtshofes soll als Sachverständiger ein Beamter des Auswärtigen Amtes hinzugezogen werden. r Eine Novelle zum Reichs- unb StaatsangehorigkeitSgesetz wird, wie wir hören, beni Reichstage voraussichtlich schon in der nächsten Seision zugehen. Tiefe Novelle ist schon seit längerer Zeit fernggestellc und ihre Vorlegung ist wiederholt vom Reichstag uni) von der Presse verlangt worden. Tie Novelle verfolgt das Ziel, den Verlust ber Staatsangehörigkeit wider Willen bei Deut- Neue Erinnerungen an Anselm Feuerbach. Heber Anselm Feuerbach, dessen Gestalt immer deutlicher sich «als eine tzauptgestalt in ber Geschichte der neueren deutschen Malerei ausprägt, verösscutlicht das Januarheft der „Deutschen Rundschau" neue anziehende Erinnerungen. Sie entstammen dem Nachlasse des Theoiogen Heinrich Julius Holtzmann, der am 4. August 1910 gestorben ist. Im März 1887 schrieb Boltzmann im Hinblick auf sein möglicherweise nahes Lebensende diese Erinncrnngen nieder. Tavei laut ihm freilich zum Gefühle, daß diese geniale und merkwürdige Mnstterpcrsönlichkeit zu schildern seine Schwierigkeiten habe. „Kein Moment seines Lebens war als solcher sozusagen für die Presse druckfähig. Er stand nie so ba, daß man ihm den Wunsch absehen tonnte, etwa in solcher Pose auf die döachwelt überzugehen." lleberhaupr hielt Feuerbach vorn Nachruhme, v.-n dem man persönlich nicht einmal etwas habe, sehr wenig, und höchstens empfand er eine schadenfrohe Genugtuung bei dem Geranien, daß nach seinem Tode mancher die Entoeckung machen werde, „dem Anselm Feuerbach halte man während seines Lebens mehr Beachtung schenken dürfen". Also ist cs ja auch wirklich gekommen! Holtzmann hatte Feuerbachs flüchtige BÄanntschas: auf einem musikalischen Abend bei seiner Mnlter gemacht. „Ich glaube eS zu- nächst^dieser verdanken zu müssen, wenn Anselm dann im ÜLugint unb September 1868 mir und meinen RHegesührlln (Fritz Eiien- whr und Heinrich Weber) in Rom ein Enigegentornuien bewies, Wie cs gerade das Gegenteil von der Art ber Behandlung bar» stellte, welcher sich deutsche Künstler oder Gelehrte in der Regel erfreuten, wenn sie sich ihm zu nähern versuchren. Zumal den Italien durchstöbernden deutschen Professor mit der Brille konnte er durchaus nicht vertragen. Aber auch beit Künstlern ging er meist aus dem Wege, und vielleicht hat er es an mir zu schätzen gewußt, bau ich aus Reisen meine eigenen Fachgeirossen ebenfalls -u vermeiden wußte, und er in meiner Gesellschaft nie in Gesahr geriet, in theologische oder lirchenpolitische Kontraverien verwickel! zu werden. Auch unter uns hahen wir nie von dem geredet, was in des einen oder des anderen Zunft hineingehörte. Er speziell schier^ wenig tyreube ün der seinigen zu haben. Wenn er ouen am Sibyllentempel (in Tivolt) nach den Wasserfällen des Anio hcrabsah und die dort emsig beschäftigten Künstler entdeckte, wurde er schon nervös; erst nach dun wir die unangenehme Stelle passiert hatten, fing seine Laune wieder an zu spielen." 2och erhebt Holtzmann gegen die Schubemmg Feuerbachs als eines grämlichen und verbitterten Menschenscindes cmschicoen Widerspruch. Er habe nur der Sonne, ost jogar nur ein wenig Sonne bedurft, um ganz glücklich zu sein. „Tann ließ er sich gehen, und 1‘elbit der Tonfall |einer Rede bestach die tpurenbcii outaj die geschmeidige Weichheit, welche auch uiüer Üeutichen Lanös- leutcn den an die italienische K.onversakion Gewöhnten kennzeichnete. Italiener war er überhaupt wie im Aeußercn und Auftreten so auch vielfach innerlich geworden. Dabei aber durch und durch deutsch, sobald die patriotische Ader in Anspruch genommen wurde. Im Sommer 1870 stand ich mit ihm auf der Mannheimer Rheinbrücke, welche eben von deutschem Kriegsvolk passiert wurde. Tie Art, wie er auf diese Eindrücke reagierte, und bann sein ganzes Auftreten während des Krieges in Heidelberg wie in Rom ließen [einerlei Zweifel daran aufkommen, daß internationale Blasiertheit oder ästhetische Inoolenz das Vaterlandsgcfühl nickst zu verdrängen vermocht hatten." In Rom lernte Holtzmann Feuerbach in ber strahlendsten Periode seines noch ungebrochenen Künsckcrmutes kennen. „Und welch ein Gesellschafter war er, zumal für den, welcher auch in der besten und angeiiebiiiftcit Begießung zuweilen das Bedürfnis empfindet, mit sich selbst allein zu sein! Er war einer der bc- quemften Mensck-cn in dem Sinne, als man niemals die Empfindung hatte, von ihm belastet zu sein. Ec brauchte die Grenzen, innerhalb welcher ein zeitweilig fast täglicher Verkehr genußreich scin kann, nicht erst aus -anderen heraus- und anderen nachzu- empfinden; das eigene Bedürfnis lehrte ihn sicher das Ziel finden oder vielmehr immer noch etwas vor biciem Ziele, da es heißt jam satts est, abzubrechen. Ta fand man sich in caiem römischen Cafe zusammen, trennte sich wieder, begegnete sich, indem jeder seines Weges ging, und fand sich doch fast ohne Verabredung wieder zusammen, um Beobachtungen und Eindrücke auszutauschen. War er in Heidelberg, so empfand er nie die Versuchung, Menschen, die er beschäftigt roncU, zu stören. Kam man aber zu ihm, in das geschmacüwll eingerichtete Arbeitszimmer, in der Wohnung feiner Mutter, so war er stets bei der Hand. Mit einer italienischen Begrüßung wrang er vom Sofa auf, und wenige Augenblicke entschieden über die nächste Stunde und ihr Wie und Wo. Nur zu längeren Gängen in Waid uiü) Few entschloß er sich ungern, und meist nur seiner Mutter, und den ihr ueircuiibeteii Familien zn Gefallen. Schmächtig und zart gebaut, wie er war, war er ein 6cinb körperlicher Anstrengungen, und selbst in Italien hielt er «ich später fast nur noch auf den gebahnten Wegen, so daß auanli- raiio leicht jeber Tourist mehr gesehen haben konnte. Ao er die ihm einmal heb gewordenen Psaoe wandelte er mir großer Treue; alles, was Oberstäc^iichllir und F.attcrhasligiAt oebeuict, lag dem Menschen so fern wie dem Künstler." ♦ fi. Ein germanischcsGrabinJütlanb. Im nördlichsten Teile von Jütland, im Antte Hjörrutg i,i, wie au^> ^pen- ijagcii benüjtei rj^u, Lxtiloifencit ein großer 'Jiier- i u in 6 | u n ge^kUui. A.tj einem »«o»er ui u^r >iu.ije von .r»i^ats piüd muii voi taiaw;ri|u>.iilla/üt Äraeuen ouj eine vier ktutu scheu zu erschweren und die Wiedererlangung der dcnischen Staatsangehörigkeit bet früheren Teulsmen zu erleichtern. Im Anschluß hieran wird die Militärpflicht her ständig im Ausland lebenden Dcutschiut geregelt werden. Ausland. Zu dem gestern gemeldeten Z w i s ch c n s a l 1^ v o n Song Mor bei Peterssield wird ferner berichtetTer Streit entstand bei einem Fußballmatch zwischen Soldaten einer schottischen Kompagnie und einem P o r k s h i r e - R c g i - ment. Es fand eine heftige Schlägerei statt, die gegen zwanzig Minuten andauerlc. In ihrem Verlauf wurden 17 0 Glasscheiben zerbrochen. Tie Leute zertrümmerten Lctt- stellen, um die Stücke als Waffen zu benutzen. Ter Konimaii- dcitr des Lagers erklärte indessen, daß nur zwei Maim leicht rcr- tounbet seien und daß kein Schuß abgegeben worden ist nnb daß es sich nur um eine Schlägerei, keineswegs abec um eine Meuterei gehandelt habe. Tic Unruhen hörten auf, als die £ (fixiere auf dem Platz erschienen. Ter gemeldete Boxkampf zwijchen einem Offizier und einem Soldaten wirb dementiert. Deutsche Aolouieu. lieber die Schlafkrankheit in den Deutschland durch das Abkommeu mit Frankreim zugcfallencn Teilen von Französisch-Kongo sprachen am Mittwoch in der Berliner Medizinischen Gesellschaft zwei Fachmänner, die bad liebet an Ort nnb Stelle studiert haben. Der „Voss. Ztg." wird darüber berichtet- Prof. Shilling vorn Institut für Imellioitskraitkheitcn hat vor einigen Jahren einen großen Teil des Gebietes bereist. Er zeigte an Hand einer Karle die große Ausdehnung der Krankheit in dem ehemals französischen Kongo, hauptsächlich entlang den mächtigen Flußläusen. Tic in Oslairita angewandten Blckämp- fungSmethcden versagen hier fast vollständig. Eine große Zahl von Lichtbildern zeigte, daß die Flußufer trott dichtestem llnualb bewachsen sind, an oesseu Ausrodung gar nicht gcbadji ny-oen kann. Auch die von den Englänocrn in Uganda angewandte Methode der Teportation bet Userbewohner in glossincnsreie Gegenden ist hier völlig undurchsührbar. Ebensowenig kann man von dem Versuch, alle Schlafkranke in Atoxylbehandlung zu nehnieu, einen Erfolg erwarten. Auch in dem nördlich ber Wasserscheide liegenden mehr steppenartigem Gebiet sind zahlreiche Falle von Schlas- lraniheit beobachtet woiden. Hier bandelt es sich auch nicht nur um die Glossina palpolis als Hebcritagcrin, denn die Krankheit ist mit Sicherheit in Gegenden festgestellt worden, in denen diese Fliege gar nicht vorkommt. Immer häufiger konnten die Trypanosomen auch in der Glossina morsitans gefunden werden. In erster Linie werden die Beiäinpfungsversuche mit einer Erziehung. der Eingeborenen cmzusetzen haben, diese aber hat ihre seht große Schwicrigleiten. Prof. ^Z i e m a n it, der erst vor kurzem ans Kamerun, wo er viele Jahre als Regierungsarzt tätig gewesen, nach Berlin zurückgekehrt ist, hob besonders hervor, daß in Westairika die Atoxylbehandlung gänzlich versagt hat. Er schätzt das Ans- dehnungsgebiet der Krankheit noch größer, als es Professor Schilling getan hat. Vor allem aber sieht er in der Nachbarschaft des sranzoinmen und belguchen Kongo eine große und fiänöigc Gefahr. Weder die Franzosen iwch die Engländer sind tu ihren Gebieten auch nur annähernd mit Aerzteu versorgt. Sie haben ihrer dort viel weniger als bisher Deutschland und bezahlen sie noch wesenllich geringer. Ja, vom belgischen stongo aus bat man schon die Deutschen, ihnen Aerztc zu überlassen. Allererstes Cvsordcrnis zur Bekämpfung der Schlafkrankheit und damit zur SiedelungsfLhigkeit der Gebiete ist die Anwesenheit einer recht beträchtlichen Zahl von Aerzteu, deren cs so wie so schon zur Bekämpfung der übrigen einheimischen Krankheiten bedarf. In absehbarer Zeit werden wir ebenso wie in Deutschland auch für lange unb zwei Ellen breite Grauammer, „uyboden und Wände des Grabes sind aus RiesenstA tcit hergestellt, während das Doch aus vermorschten Lvlzrcsten besteht. Tabei sind ein Schwert, em Dolch, verschiedene Topfschcrben unb ein dünner, etwa 3 Zoll langer Golddraht zum Vorscheine gekommen. Schwert unb Dolch waren allerdings vom Roste beinahe aufgefreffen. — 1500 Faust - Aufführungen in Paris. Gounods Meisterwerk, seine Oper „Faust", die bei uns in Teutschland meistens unter dem Titel „Margarete" gegeben wird, hat am Neujahrstage in ber Pariser Großen Oper ein seltenes Jubiläum feiern können: an diesem Tage wurde sie in der Hauvtstadt Frankreichs zum 1500. Male aufgeiübrt. Der Theaterzettel ber Großen Oper verzeichnete die Aufführung freilich nur als die 1406., aber das erklärt sich dadurch, daß die Oper seinerzeit ihre Uraufführung 1859 im „Theatre Lyrigue" erlebte; 1868 ging das Werk dann an das Renaissance-Theater über, an das ehemalige „Theater des Italiens" und erst im März 1869 erwarb die Pariser Große Oper ihr Aufführungsrecht. Bei Gelegenheit des jetzigen Jubiläums wirb im Gaulois daran er innert, daß der Siegeszug der Gounobschen Over übet die Pariser Buhnen zum Teil auch einem Vorschläge von Ingres und Tnbuie zu danken ist. Die beiden Künstler sanden den dritten Akt ein wenig leer und inhaltslos und machten Gounod in Gegenwart des Direktors Carvalho den Vorschlag, doch irgend einen (ihn-; aus einem anbiren Werke in bie neue Oper einzusügcn. Ingres verlangte von Owunob, er möge bem Direktor doch auf dem Klavier einen Chor Vorspielen, den er für die nichtvollcntu-u Oper „Iwan der Schrealiche" geschrieben hatte. Es geschah, Carvalho war von dem Chor begeinert, er wurde in den „Faust" ausgenommen und trug nicht wenig zur Popularität des Werkes bei. Es war der Soloatenckzor. (ks) Ein Denkmal für Florence Nightingale in Indien. Tie indischen Pslegeschwcstcrn haben in ber Bic- toria-Memorial-Sammlung die Dem neugcgrünbelcn inbvcbcn Museum in Kallutta jetzt einvcrleibl worden ist, zum Andenken an öie große Gründerin ihres Berujes eine Bronzcmachalimung ber Marmorbüste ausgeuelll, bie Florence t-cighlingale bei ihrer Rückkehr aus dem K.milriege als Geschenk der englischen Nation überreicht wurde. Die Bü.te steht au; einem hoyeu Sockel, der von ber indisä-en Akademie der Künste entworfen und ansgesührt worden ifl, und trugt die Inschrift: Florence Nightingale, geboren ani 12. Wiai 1820, neüoxben am 13 August 19h», ^wi^rr/ct nm- tc - Pllegeschwepern . c . . — Kurze N schäft, ........... -LiiviUir iw» ... -vit . an .. - - erl inec >' ociihtui, feiert a,n ö. ... . i.'.en 7 ■ - bie Kolonien ein Seuchen gescs haben müssen, sonst kommen Mir nicht weiter. Aus dem französischen (Gebiet i'inu in letzter Zeit Stämme in das unserige gezogen, mit denen sehr schwer etwas onzufangen ist. Sie sitzen ir.t dichtesten Busch, bringen Schlaf krankheit und Pocken zu uns herüber. Solange wir nicht mit Belgien und Frankreich zu entsprechenden Abkommen gelangen, so hab einer stets erneuten Einschleppung vorgebeugt wird, bleibeit unsere eigenen Bemühungen Sisyphusarbeit. Auf jeben_ Fall muß man allen Berichten, die unsere Aussichten als verhältnis- mätzig günstig hinstellen. die größten Zweifel entgegensetzen. Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Januar 1912. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Eine nichtöffentliche Sitzung der Stadtvcr- ordneten fand gestern nachmittag statt. Oberbürgermeister Mecum widmete dem verstorbenen Beigevrb- netcn Dr. Schäfer einen warm empfundenen Nachruf, zu dessen Ehrung erhoben sich die Versammelten von ihren Plätzen. Hierauf beglückwünschte der Oberbürgermeister bie Stadtverordneten Wallenfels und Jugyardt aus Anlaß ihrer 2 5jährigen ununterbrochenen Tätigkeit als Mitglieder der Versammlung und überreichte den Jübilaren Namens der Stadt silberne Jardinieren, die mit prächtigen Arrangements blühender Blumen gefüllt waren. Tie Stadtverordneten sttmmten der Vergebung der Lieferung eines Dampfkessels, der Dampf- und Dynamomaschinen, der Schaltanlagen sowie der Herstellung der Ortsnetze zur Erweiterung des städtischen Elektrizitätswerks in eine üeberlaudzentrale zu, für die sich jetzt 44 Orte aus dem Kreise Gießen als Abnehmer von Strom angemcldet haben (es fehlen nur noch Bersrod und Hattenrod von den zum Anschluß vorgesehenen oberhessischen Gemeinden). Tas städtische Elektrizitätswerk, das vor 11 Jahren mit einer Kraft von 450 PS den Betrieb eröffnete, verfügt jetzt über eine solche von 2000 PS und zwar für Gleichstrom, wozu noch die Erweiterung mit 1800 PS für Drehstrom kommen wird, welche int Spätherbst d. I. für die bis dahin angeschlossenen Landgemeinden in Wirksamkeit tritt. Für die vom Staat neu zu erbauenden Haut- und Ohr en-Klinik en, für die er 400 000 Mk. bereit gestellt hat, itnb deren Erbauung in dem Zeitabschnitt 1912/13 geplant ist, bewilligte die Versammlung einen städtischen Zuschuß von 100 000 Mk. Auf Grund der neuen Versicherungs-Gesetze wurde die Einrichtung eines städtischen Versicherungs- Amt rs beschlossen, an das sich die Vororte Heuchelheim, Wieseck und Klein-Linden, bei Tragung eines gewissen Anteiles der entstehenden Kosten, anschließen können. Zur Herrichtuna des wüsten Platzes an der Senckenbergstraße bereinigte die Stadtverordnetenversammlung einen namhaften Zuschuß. Die von der Stadloeroroneten-Versammlung Anfang April v. I. beschlossene Satzung über die Zuschläge der Stadt Gießen zur Reichs-Wertzuwachssteuer ist nunmehr von der Aufsichtsbehörde mit Rückwirkung vom 6. April 1911 genehmigt worden. ♦ ** Tageskalender für Freitag, 5. Januar. Stadt- theater: „3) öfter St laufe* •*. Anfang 8 Uhr. £)eff. Wählerversammlung, veranUaltet von dem Wahlausschuß für Tr. Werne n Abends 81/, Uhr im Kolosseum. * Titelverleihung. Der Grofeherzog hat dem Oberlehrer an der Realschule und deni Progymnasium zu Bingen Mackus Simon den Charakter als Professor erteilt. •* Erledigte Lehrerstellen. Die mit einem evang Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an dec Gemeindeschule zu Ober-Finkenbach. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu. Die mit einem kath. Lehrei zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hetschbach. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiten-Gesäfe. * Post-Personalnachrichten. Verliehen wurde vom König von Preußen der Rang der Räte 4. Klasse: dem Postdirektor Becker in Friedberg und dem Telegraphendirektor Keller in Mainz; der Charakter als Rechnungsrat: den Ober-Postsekretären Brinkmann in Mainz und Pabst in Darmstadt, sowie dem Postmeister Wiegand in Heppenheim; ferner wurde verliehen der Charakter als Postsekretär vcn Ober-Postassistenten Baum in Worms; Bormann, Mai, Rady, Schäfer, Scheel, Wiegand und Za- stww in Mainz; iDahmcr, Heckmann und Stammer in Giefeen; Dvllega, FttU Grenz, Reinhard, Sack, Schlubdibir, Seipel, Traub, Wenzel und Zacheis; in Darmstadt; Mann unb Weller in Alzey; Zimmermann in Nidda; den Poskverwaltern Breitwieser in Laubenheim, Nadel in Viernheim, Mahr in Pfeddersheim; Mei- singer in Neustadt, Muller in Reinheim, Ringemvald in Bischofsheim und Wolf in Gvoß-Steinheim; der Charakter als Telc- araphcnsekretär den Ober-Telegraphenassistentcn Jahn in Bingen, Ävindörfer tunb Obl in Darmstadt, Heinrich Atüller in Mainz, Schnellbacher in Worms und Sude in Friedberg: der Titel Ober-Postassistent den Postafsistenten Kaiser in Darmstadt und Rönick in Lauterbach; der Titel Ober-Telegraphenassistent dem Telegraphenassistent Bigalke in Mainz. Versetzt wurden Post- sekretär Brenner von Nidda nach Heppenheim; die Postasfi- ftenten Adolph von Lauterbach nach Offenbach; Arnholb von Cberstadt, Großmann von Beerfelden, L. Harth von Nierstein, Nicolai von Mainz, Schneider von MsselSheim, Stoll von Ost- Hosen, Vissel von Sprendlingen (Rheinhessen), G. Wagner II. von Horchheim uni> Weiche! von Höchst nach Leipzig; Bönsel von Langenberg (Rheinland) nach Lauterbach; Grunenberg von Niederolm nach Aldekerk, Jung von Bad-Nauheim nach Frechen bei Köln, Koch von Büdingen nadj Tuisburg-Beek, Menz von Groß-Steinheim nach Rheinberg, Mörmann von Hungen, Raab von Altenstadt, Rödelspergger von MsselSheim, W. Sensfelder von Gießen uni> Stein von Fttedberg nach Köln; Schmrdt von Heppenheim nach Nidda; Wtblishawer von Worms nach NeiSholz bei Tüpeldorf und Wiedemann von Tarm- jiadt nach Meißen; die Tetegrapycnassistenten A. Diehl von Worms nach Tursburg Ateiderrch, Hefe von Worms nach Mühlheim (Ruhr; und Rockert von Mainz nach Düsseldorf. Angestellt: Telegraphenassistent Ehmig in Mainz. Seit anben: die Postsclretärprüsung! Odcr-Postassistent Bopf in Darmstadt und Postassistent Beck in Ossendach; die Postas.iaenren- prüsung: die PostgehlZen Bangert in Lollar, Deudert in Rcin- beim, EpPekLheimer in Nieder-Wöllstadt,, Fritzsching in "Nainz, Gutjahr in Heldenbergeir, freu fei ein in Schotten und Kirchner in Auerbach. Angenommen: Bizewachlmeister Kirschenstein zum Telegraphenanwärter in Offenbach. Gestor - b en: Telegraphensekretär a. D. Pabst in .Gießen und Ober» Telcgraphenassistent Lepper in Mainz. D a e Gieße uep Stadtbild wird voraussichtlich in allernächstet Zeit dadurch eine Verschönenlng erfahren, daß dec dein Staat gehörende, zwischen der alten Kaserne und dem neuen Schlöstcheu einerseits sowie der Senckenberg- st raste andererseits liegende, zurzeit nod) ungepflegte Platz t aulid) unb architektonisch angelegt werden soll. Wie man uns mitteilt, ist es den Bemühungen des Provinzial- Direktors zu danken, daß ein Arrangement zwischen der Stadt und dem Staat über den Platz zustande gekommen ist und daß die für die Ausführungsarbeiten erforderlichen Geldmittel, allerdings, noch nicht ganz, aber doch zum weitaus größten Teil, beschafst sind. Nach den im Finanzministerium ausgearbeiteten Plänen wird der Platz mit einer teinemeii Balustradenmauer, die von der Ecke des neuen Schlößchens nach derjenigen des alten Rentamtes zieht, architektonisch abgeschlossen werden. Zwei schmiedeeiserne Tore mit dahinteriiegenden beließen Wegen werden die notwendigen Zugänge zu den beiden Gebäuden — im neuen Schlößchen ist bekanntermaßen das Museum für Völkerkunde untergebracht — vermitteln. Tas vor berJOtauer nach der Straße zu liegende Terrain wird an bie Stadt überlassen, )ie dadurch Platz für ein sehr breites Trottoir gewinnt, ras mit zwei Reihen Lindenbäumen bepflanzt werden soll. Tas hinter der Balusttadenmaner liegende, nicht durch die leiden Eingangswege zu den Gebäuden beanspruchte Terrain oll Rasenplatz werden, der auf seinen drei Seiten mit einer geschlossenen, etwa 80 cm hohen Hecke eingefriebigt wird, in der gegenüber den Eingangstoren der den Platz flankierenden Gebäude je 2 größere schöne Lindenbäume zu stehen kommen sollen. Ter noch verbleibende und längs der Kaserne herzieheirde Teil des Platzes wird vertieft, wodurch erreicht wird, daß der eben noch im Boden steckende Hausteinsockel und die gleichfalls zum größten Teil noch in der Erde steckenden schönen Hauptportale der Kaserne freigelegt werden. Die Herstellung des Platzes, so wie geplant, und die damit erfolgende Bereicherung unserer Vaterstadt um ein weiteres, die Augen des Beschauers erfreuendes Bild ist dem Entgegenkommen unserer Stadtverwaltung und einer größeren Anzahlung" erer Mitbürger zu verdanken, die in verständnisvollster und liberalster Weise die Bemühungen des Provinzialdirektors unterstützt und zur Ausführung des Projettes zum Teil Gelder bewilligt, zum Teil freiwillig gespendet haben. Insbesondere durch den von der Stadtverordnetenversammlung in ihrer gestrigen Sitzung gefaßten Beschluß, einen Beitrag von 3000 Mark zu leisten, ist die für die Verwirklichung des Projektes erforderliche und voranschlagögemäß festgestellte Summe beinahe bei lammen. Es sollen nur noch 1000 Mark fehlen, die man im Interesse der Sache durch weitere freiwillige Beiträge aufzubringen hofft. Die Bilder, die den Platz nach seiner Herstellung bar ft eilen, find uns auf kurze Zeit üb er taffen worden und werden heute und morgen in dem Schaukasten unserer Geschäftsstelle in der Schulstraße aushängen. Wir zweifeln nicht, daß jeder, der sich für die Verschönerung der Stadt interessiert, Genugtuung über das empfinden wird, was Gemeinsinn auch hier wiederum im Interesse unserer Vaterstadt schasst. ** Unsere Stadtverordneten-Jubilare. Mit den Herren Wallenfels und Jughardt, die nunmehr 25 Jahre der Stadtverordneten-Versammlung angehören, steigt die Zahl der Stadtverordneten, die jetzt 25 Jahre als solche tätig sind, auf vier, da bie Stadtvv. Dr. Gutfleisch und Petri schon früher ihr Jubiläum feiern konnten. Herr H. E. Jughardt ist außerdem 16 Jahre Mitglied des Aufsichtsrats der Gewerbebank und 14 Jahre Ortsgerichtsmann. < ** Konzertverein. Durch plötzliche Erkrankung des Herrn N a t t e r e r vom Rebnerauartett macht sich eine Umstellung der Programme für die beiden nächsten Kammermusik- abenbe nötig. Am Sonntag, 8. Jan., kommen infolgedessen Trios von Haydn und Schubert, sowie eine Cellosonate von Richard Straus; zur Aufführung, während die für dieses Abend vorgesehenen beiden Quintette von Ess ar Fran ck und S g a m- b a t i dem nächsten Kammermusikabenü am 28. April Vorbehalten bleiben. Das Rebnerauartett trifft die Erkrankung des Herrn Natterer um so empfindlicher, als damit eine große Tournee durch Spanien in Frage gestellt wird, die am nächsten Montag an- getreten werden sollte. — Ten gesanglichen Teil wird Hofovern- fänger Otto Semper aus Darmstadt übernehmen, eeine ganz hervorragenden Leistungen in der letzten hiesigen Operw- aussührung dürften noch allen Hörern in Erinnerung fein und das Verlangen erwecken, den trefflichen Künstler auch im Konzert- faale zu hören. Herr Semper ist lyrischer Battton an der Hofoper in Darmstadt. Tank seines vortrefflichen Stimmaterials, seines durchgeistigten Vortrags und darstellerischen Talentes i)t er eines der am meisten beschästigten Mitglieder dieser Bühne. Auch als Lieder- und Oratorien)änger hat er mannigfache Gelegenheit gehabt, sich hervorzutun. Mit der schwierigen Baßpartie in Händels Messias erzielte er kürzlich in Mülheim einen glänzenden Erfolg. Die Kritik rühmt seinen llarrgvollen, umfang= reichen Baß, die vortreffliche Schulung jeiner stimme und feine bemerkenswerte Gestaltungskraft. — Es fei noch bemerkt, daß das Konzert im K l u b )' a a l c stattsindet und pünktlich 5h 4 Uhr beginnt. Zur Bequemlichkeit der Besucher ist der Eingang von der Weidengasse aus geöffnet und sowohl int Gartensaal als auch auf der Galerie Garderobe eingerichtet. ** Stabttheater. D.r ein S o r m a g a ft s v i e l ein theatralisches Ereignis für hier bedeutet, so sei schon heute darauf hingewiesen, daß Fran Sorma am Freitag, 2. Februar, in „M d n n a Bann a" auftreten wird. ** Wandervogel. Trotz des anscheinend ungültigen Wetters unternahm bie hiesige Ortsgruppe des Wandervogels D. B. während der Weihnachtsserien eine Schneefchuhfahrt in die Rhön. Tie Beteiligung war verl/iltnismäßig gut. Auf dem Kreuzberg, wo das Standquartier war, lagen 40 bis 50 Zentimeter Schnee. Ein reges Leben entwickelte sich auf den Hängen des Berges. Unter sachkundiger Leitung sanden Schnce- schuhsahrten in die Umgegend statt. . Den Neulingen wurden die Anfangsgründe des Schneeschuylaufes beigebracht, während die Fortgeschrittenen Stemmbogen und Schwünge versuchten. Am vierten Tage hatte aber bie Freude leider ein Ende, da cs stark taute. ** Brand. Im Dach stock bed Hauses Neustadt Nr. 5 9 brach gestern nachmittag in der Wohnung eines Arbeiters Feuer aus. Drei Räume der Wohnung wurden zerstört uno der Tackstuhl beschädigt. Die Feuerwehr war sofort zur Stelle und verhütete ein weiteres Umsichgreifen des Feuers. Ter Brand soll von den ,Kindern, die sich allein in der Wohnung befanden, verursacht worden sein. Landkreis Gießen. a. Hungen, 4. Jan. Wir stehen mitten in der Winterszeit, aber ,eS grünt unb blüht* draußen. Gestern, also Anfang Januar, sind die Pfecchläger im Felde auf dem Rathause wieder verpachtet worden, heute sah ich auf meinem Gartcnfelbe nach unb habe wieder Blumenkohl eingeheimst, ein Teil, der noch steht, wächst weiter und verspricht in 14 Tagen bis 3 Wochen delikates Gemüse vom Felde. Rosenkohl treibt üppige Rosen, Salat unb Schmalzkraut wächst, hie unb da wiegen blühende Blumen ihr Köpfchen im Winde. Kreis Büdingen. § Bkerchenbach, 4. Jan. Um die hier zur cndgiltigen Besetzung ausgeschriebene Lehrer st eile hatten sich zehn Bewerber gemeldet, ein Beweis, wie sehr gesucht die Stellen an Orten sind, von denen eine höhere Lehranstalt leicht zu crrcichcii ist. Aon der Regierung würbe die Stelle dem ältesten der Bewerber übertragen, trotzdem dec Gcmeinde- oorflanb sich gegen diesen ausgesprochen halte. Starkenburg und Rheinhessen. R.D. Tarrn stabt, ' Jan. In Sitzung der Stadtticrorbnctcn leg.e Obcttürgecmcir.Dr. Glä ') iNA einen Bericht über den Stand ter Gemeinde angele g e n * heilen am Schluß des Jabres 1911 vor. Ti: orlsanweiendc Bevölkerung ist danach seit bet Volkszählung vom 1. a.:;emder 1310 um über 200 Seelen zurückgrzangen. Während ,ic damals auf 87 089 ieftgeftellt wurde, betrug fic am Schlüsse des abgeliu cncn Jahres nur 86 860 Personen. Tie Veremtackung des näbtumen Verwaltungsapparaies ist fortgesetzt irarbeit, nomenbirh wurde die Vereinigung der Gaswerkskaüe und der tstrarenbabnfaiic mit der Stadtkasse diirchgefübtk, io daß jetzt f ä m 11 i d:: it d b t i - schen Nebenkassen mit Ausnahme bet Pianohauskane mtc der Stadttasse vereinigt sind. Di: Beteiligung der Stabt an der Kunstausstellung 1911 hat einen Ucbersckuß von etwa 1000 Mk. gebracht, dazu eine trefentlidi stärkere Frequenz d r elektrischen Straßenbahnen. Tie M ißnabmen gegen die allgemeine Teu-rung, billiger Starts ff cl* und Kohlenvezug, Iteberlaifunq von Seefischen zum Selbstkostenpreis ufw., haben nur 3000—4000 Mark 5tofreit verursacht, während dafür ein Betrag von 30 (M)0 Matt geschätzt wurde: zwöls von der Stahr eingerichtete Fischtochkurse wurden non 295 Frauen und Mädchen besucht. Zur Ai beitstt>sensüri orgc wird berichtet, daß mit der Ausführung von N o r st a n d s i r b c i - ten am 6. November v. I. mit 70 Mann begonnen wurde unb rund 14 000 Arbeitsichichten geleistet werden konnten. Es rourcen drei neue Schulbauten fertiggcftd.lt. Die Volksschulen (Mütel- und Stadtschulen) wurden im rorigen Jahr: von 9349 Kindern besucht, die 271 Lehrkräfte unterrichteten, bie obligatorische Fortbilbungssämle für bie männliche Jugend von 934 ■ecfmlern, die Hauswirt,chaftliche Fortbildungsschule von 254 Schülerinnen. Tie Schul la ft en der Stabt betrugen im Rechnungsjahr 1910 1 241 123 Mark, d. i. 17Vs Prozent ber Gesamtausgaben von 7 009 317 Mark. Die Einnahmen aus ben elektrischen Straßenbahnen stieg von 349 000 aut 423 000 Mark, dagegen sind bic Schlachtungen im ftäbt. Schlachthos gegen 1910 um 1040 Stück iuriidgeoangen. Zum Schluß des Tendytä wird festgestellt, daß die allgemeine Finanzlage ber Sradt nicht ungünstig fei unb bic günstigen Ergebnisse in o:r Armenpflege trotz der u^>tnicrud)en Verteuerung der Lebensmittel, ber Spürsinn der Bevölkerung, die lebhaftere Bautätigkttt unb die allgemeine wirtschaftliche Lage der Stadt eine Besserung erwarten lassen. w. Mainz, 4. Jan. Ter Termin für bie Urteilsrevision in der Klagefache der Polizttassistentin Scyapiro und des Beigeordneten Berndt gegen den Verleger des „Neuesten Anieigcr'^ in Mainz, Heinttch Hirsch, ist auf den 20. Januar vor Dein 1. Strafsenat des N e i cy s g c r i ch t s in Leipzig festgesetzt., w. Bingen, 4. Jan. Dem Schleppdampfer K n i p s ch e r , der mit vier großen Schleppkähnen talwärts fuhr, rissen beim Binger Loch die Schlepptaue, sämtliche Anhängeschiffe wurden aus die Klippen geschleudert. 2er Schleppdampfer wurde stark beschädigt, fomitc jedoch bis Aßmannshausen weiterfahren. Kreis Wetzlar. --- Krofdorf, 4. Jan. Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, findet Samsiag, 6. d. Mts., bei Gastwirt Freund eine christlich-soziale Wahlversammlung statt. Hesscn-Nassan. )( Marburg, 4. Jan. Im Lokal der städttschen Sparkasse auf dem Rathause kam cs heute früh zu einem eigenartigenZwischenfall. Während die Beamten eifrig beschäftigt waren, die sehr zahlreich anwesenden Einleger abzuserligen, rief plötzlich eine Frau: „Mir hat jemand in die Tasche gegriffe n". Als bald darauf ein daneben stehendes Mädchen feststellte, daß ihr das Portemonnaie mit 140 Mk. abhanden gekommen sei, entstand eine große Aufregung. Das Kassenlokal wurde sofort ge- schlosfen, so daß niemand hinaus und hinein konnte und dann erschien die Polizei. Eine Frau, aus die sich der Verdacht lenkte, mußte sich in einem Nebenzimmer einer Visitation unterziehen, die indes keinen Erfolg hatte. Später stellte sich des Rätsels Lösung heraus, daß weiter nichts fehlte, wie die 140 Akk. und diese hatte das betreffende Mädchen zu Hause auf dem Tische liegen belassen. re. Frankfurt a. M., 4. Jan. Heute mittag gegen 121 Nhr erschoß sich der 23jädrige Kaufmann Otto Schmitt in der Miquelstraßc. Die Kugel ging durch die Schläfe und führte den sofortigen Tod herbei. Grund der Tat war Lebensüberdruß. vermischtes. (ff) Aus Bismarcks Pariser Tagen. Jules Claretic t)crölicmlid)t gegenwärtig in den „Annales" seine Erinnerungen und erzählt dann auch einiges aus Bismarcks Pariser Äusent- i'alt int Jahre 1867. Bismarck wohnte in ber Com4bie srancaise ber Aufführung von Ponsards „Lion Amoureux" bet und saß in ber Loge. Als von ber Bühne her bic hcrausforbernben Worte' erklangen: „Ces yeroe, muscadtns, bravant les carabtncs, Battaient des Prusfieus et non des jacobines (Diese Helsen, diese Stutzer, bie den Karabinern trotzen, schlugen Preußen und nid>t Jakobiner), lehnte sich Graf Bismarck brüsk zurück, runzelte feine Brauen, griff zu seiner Lorgnette unb sah bann kalt aus bie flatidienben Zuschauer. Trotzdem sprach Bismarck in den folgenden Taaen redjt günstig von den Pattsern und kurz daraus äußerte er sich bet einem großen Feste, über die Einwohner der Lichtstadt: „Sie rufen zwar nicht: es lebe Bismarck?, sondern: da ist Bismarck! — und das ist bttnahe noch schmeichelhafter. Bismarck stand im Mittclpunlte des Interesses. Allerdings äußerte sich dieses manchmal tu recht merkwürdiger Form. Hortense Schneider, die gerade bie Rolle ber Großherzogin von Gerolstein gespielt hatte, sagte eines Tages: Ter Prince os Wales hat mich in meiner Loge besucht. Ich hosse, bie)er verteufelte Bismarck wird es auch tun." Bismarck war damals in Paris Mode und zwar im wahren Sinne des Wortes. Tie Damen trugen Kleider aus Stoffen, die nach BiSmarck benannt waren: „Couleur Bismarck". Es war eine Art Kastanienbraun, bas verschiebene Abstufungen hatte. Es gab eine Farbe „gutgelaunter BiSmarck", dagegen auch eine andere, die „schlechtgelaunter Bismarck" genannt würbe. kk. D a s G e h e t m n i s b e S d) i n e f i I d) c h Redakteurs. Ter mächtige Aufschwung des d)iitcfi|d)en 'Jlationalgeful)lc5, der infolge 0er Revolution in China sich überall, wo Söyne deS Himnt- 'iicnen Reiches wolmen, bemetfbar macht, hat in Neuyork zur Gründung zweier chinesischer Zeitungen flefülitt, die die Neugier der in Neuyork lebenden 2UOOOO Chinesen über ihren .großen" Sun-Pat-Den zu befriedigen bemüht sind. Schon war ein drittes chinesisches Blatt im Entliehen, als einer der gräfeten Neuyorker ZcitungSmagnaiei» einen genialen SeDanfen batte. Er engagierte nämlich den Leirer der werdenden Zeitung, räumte ihm in seinem Blatte täglich Drei chinesische Spalten ein und rieb sich, als ihm diefer Vertrag gelungen war, schnumzelnb Die Hände, weck er einen Meisterstreich gemacht zu haben glaubte. Allein nur wenige Tage fpätcr war der chincsilche Redalleur über alle Berge und feine chinesische Spalte erfchien mehr in dem eiighjdjen Vlatte. Was war gefcheben? Ter Zopfträger batte seine reöaltionclle Tätigkeit nut folgeiiüec 'Tlitteiluiig eröffnet, die die crfic Der ihm eingeräumten Spalten eüueiteic. Diese Zeckimg wird von nieoer- trächligen Ehristenhundeu gedruckt und gehört einem christlichen Teufel. Sie verdient nicht einmal, daß anüänbiae (äbmejen sie aniüucfcu. Wenn ein chinesischer Landsmann wirklich zu wissen wünsch!, idciS unser berühmter Sun-Pat-Len macht, bann abonniere er auf die beiden hier von Chinesen gedruckten und ucrfanüen Blatter Ball Street 9lr. 27, 29 und 31. Tas war Das Geyeimms des chiuesifcheu Redakleur-s, über dessen Streich gcgcniöäilig gan» Neuyork lacht. li. ter Rheumatismus-Ham m c r. Lndüch sc ciut ein Heilmittel gegen den Rheumatismus gefüllten zu sein, wc.üg- stens behauptet ein Pariser Httlkünftlcr, riu solches in Gestalt eines „Rh..u.alismu- ?-r*mcrv' zu haben. Ob D.i Bel iitblung ?^lut>tnbc mjcr 1910 :am°k auf i ftS'-eUcn tiiA !Ä mit ,e Itabti, S* mit tlöt an h’r 1000 % : ^ng, S1 Hoft-n 5 ^Ichäyt S Mden Mrsorge »^rbci, mürbe und f^Wotn [sid)u[eit 9349 blMorisch. iMmi, ^itrüuttn isiakr 19io fabelt ton m Straßen. Jen sind die 1040 Ltück Wellt, das; i sei und die ^erlichen öevollnMa, ältliche Lage ^teilsrevision tb des Bei- n ?In;eigtr" ar cor dem leitgesetzt. dampfet m taliüärti ne. Särnt- jeschleuderl. imtc jedoch Ii^eigenteit ii Gastwirt lerjamm- : städtifchm th zu einem die Beamten toben Ein« Mir hat je* ) darauf ein das Portesei, entstand e sofort getonnte unb ne sich der mmer einer Itttte. Später veiter nichts s betreffende gelassen, mittag gegen to Schmitt die Schläfe mb der £at Mes Claretic Erinnerungen irii'er Ausenl- t^bie francaise bei und lab, dernden Sorte Lne§, AUment diese Smtzcr, cht Jakobiner), seine Ärauen. >ie klatschenden .genben Tagm äußerte er W ichtstadt: > \ Wmarct! - iard stand J» h dieses manch- wer- die 0«*^ eit hatlc, W » meiner Log "es auch tun- us Stossen, di ,nk" ös Ivar mi'ungen E ;egen auch eme wurde- »edalteurs. 9efl*W L. des ^n"u ' Muyort zur e bie W< eb »"dJ* lnonelle elll, e cec ’ nie«1' vird"Lsllich«' udige^ Lilien niikl'ch Liniiert ;15SS Uiöu/j' tzestch solche A-ind'»^ jn »u ro n KD 6 Zimmer | D8/1 Paul Hofstetter. Statt besonderer Anzeige. Eie 184 dach u d. H. Gebrüder Berdux [195 verkaufen. Vließen, Ebelstrafte 11 A, Hacker, Richard Jürgas u. Guido Lehrmann vom Großh. Hoftheater in Darmstadt. i Fernsprecher 231 Gewöhnliche Preise. 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Musik von Conradi, Brettschneider und Bogumil Zevler. Ende 10*/, Uhr. Montag, den B.Jan. 1912, abends 8 Ubr Außer Abonnement. Abonn. genießen Ermäßig. Gastspiel der Herren Georg Männer-Turnverein. Die Turnstunden beginnen am (». Januar u. zwar Samstags 6 Ubr: Schülerturnen,- Samstags 8*/, Uhr: Militär-Tnrnabt.: Montags 8*/, Uhr: 01151 Brave Mädchen von 16—18 Jahren suchen Stelle. Gewerbsmäßige Stellenvermittlung vonJrau Christine Hüttenberger, SelterSw. 67 seinen Patienren t*rm*r Ersol« bringt, stel» nicht io fest, wie vie Tatsache, daß er mit seinem Rheumatismus-Hammer ferne Taschen mit Erfolg füllt. Er Hai gan; ungtbeurtn Zuspruch urw hic Polizei bat Horklehrungen trefft.l Imissen, um den Bcrtehr '?'r feinnn Hause in geordneten Bahnen M halten, ^n langer Reihe ftehen bic Wartenden, die sich aus allen Gesellschanskleiien zu- so». m en setzen, und harren sehnsüchtig auf den Augenblick, in dem bet Rheumatismus Hani mm- ihnen Erlösung unb Heilung ver schäft. Tie ganze Behandlung soll darrn bestehen, baß feer „'Pt- Irbrtc" die schmerzende Stelle dreimal mit dem Hammer beklopft, Nne ein Auktionator bei der Versteigerung, unb in demselben ‘.'iiigenWüfc ist nach seiner Angabe bic K^rankheü gebannt und der Vancnt geteilt iiifttiotSüijltnnÄ.v wasche nn a. waschen u.bügeln. 037) Withclmstr. 47 III. Aotzilüng, besserem Hause oer 1. Avril ges. Schriftl. Angebote mit Preis unt. 081 an den Gieß. Anz. erbeten. Nutz und Brenuholzversteigerung ttönigl. Oberförtterei ttrofdorf. Tienstag, den 16. Januar, vormittags 11 Ubr, kommen bei Earl Jost, Restaurant zum Bahnhof, in Fronbau,en zum Verkauf: Schufbe'.irk WallkliauS. Tistr. Munzenhan. .»^8 und 59 Lindenschied: Eichen -- 20 Rm. Scheit und Änuovel, 6^0 Rm. Relsig, Buchen - 2Rm. Schichlnuvbolz, 413 Rm. Scheit, 128 Rm. Knüppel, 18 Rm. Ltockholz, 1570 Rm. Reisig, Fichten 22 Stämme und Tcrbstangen mit 1,5 Ium. _ ' Schutt bezirk Salzböden. Dtur. <6 und ,9 vardt, SO Hasenganen: Eiciien - !) Rm. Schichtnutzholz, 67 Rm. Scheit und Knüppel 700 Rm. Reifig 2. und 3. Kl., Buchen 53 Rm. Scheu, 29 Rm. Knüvvel, 251 Rur. Reisig, Fichten — 54 Stamme und Derbstungen mit 43 Fstw^ 8 Rm. Reisig 2. Kl. Wohltäter der Menschheit sind sie gewesen, und das werden sie recht lange noch bleiben. — FanS echte Sodener Mineral-Pastillen, die vor nunmehr 25 Jahren »nm ersten Male in die Welt gingen unb bic Wirkung ber Sobener Heilguellcn in bic Ferne trugen. Sic haben nn- gezahlten Menschen, bte von Katarrhen, von Husten, Heiser^ keit. Berschleinmng :c. geplagt waren, geholfen und ihre Berbrcitung ist heute so groß, baß man sie überall als vor trenltd) kennt unb benützt. „Fanö ächte" kosten nur 85 Pfg. unb find überall erhältlich. ss18/1- Wir suchen für bic ganze Provinz Oberhesscn, nebst angrenzenden Gebieten, für sofort einen energ., strebsamen Reise-Beamten. 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Betrachtungen eines Mannes wie Burckhardt sind nicht dem Veralten ausgesetzt. Tas Buch, das in den letzten Lebensjabren Bnrcklwrdts entstanden ist, ist in drei Abschnitte gegliedert: „Tas Altarbild", „Das Porträt" und „Tie Sammler". Eine Unmenge seiner Beobacht lungen hat der berühmte Forscher auch in diesem Werke nieder- 9CtC9— Teuerung und Haushaltungsgeld. TaS beste Mittel, eine genaue lieber!id)t zu erhalten und sich klar darüber zu werden, wo gespart werden kann, besteht in einer geordneten Buchführung, wie sie durch Hoffmanns H a u s h a l t u n g s - buch ermöglicht wird, dessen eigenartige Einrichtung schon manche Hausfrau zur Sparsamkeit erzoaetr hat. Dabei bereite! die Führung dieses praktischen Buches durchaus ferne Schwierigkeiten. Alles ist einfach und klar, selbst für den, der sonst nichts mit Buchführung zu tun Hai. Das praktische Buch erscheint bei Julius Hoffmann, Verlag, Stuttgart. — Die verbündeten kaufmännischen Vereine für weibliche Angestellte, Sitz Frankfurt a. M., haben für 1912 ein Jahrbuch für Handlungsgehilf innen herauSgegebcn, daS I Kleine Tageschronii. Läger entdeckten bei Trubach eine wohnlich eingerichtete Felsenhöhle, die von einem Mjährigen Manne bewohnt war. Als die Polizei hinzukam, war der Höhlenbewohner ver- schwunden. Später wurde er in der Rahe erhängt autgetunden. Roch seinen Papieren handelt es sick um einen seit vierzig Jahren verschollenen Schmiedegesellen aus Mosch. An Brüssel ist auf Veranlassung von Deutschland und England die .stonserenz zur Bekämpfung des Alkohol- genufies in Afrika zusammengetreten. Bertrcllen und icl-.it Länder, Deutschland durch den Gesandten von Flotow und den ehemaligen Gouvertieur von Togo, den Grafen Zech. In der Bef fern ngsanftcrlt für junge weibliche Sträflinge in Clemont meuterten 300 Sträflinge, zerstörten die Einrichtungsgegenstände, schlugen die Fensterscheiben ein und verprügelten schließlich die Wärter. Erst der herbeigerusenen Gendarmerie gelang es, die Ruhe wieLerherzuftellen. In B o se n wurden v i e r T a m e n, die in einer Privat Pension toohnten, das Spfer einer Gasvergiftung. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. In der Silvesternacht war in T e ut s ch-Eh l au auf den Posten, der die Brigade^ und die Regunentsbureauo zu überwachen hat, in denen wichtige Papiere ausbewahrt werden, ein Schuß abgegeben worden. Gestern pH zum zweiten Male auf den Posten vor diesem Bureau Eine Aohmma v. 3—4 Jim. in d Nähed.,lohanncskirche z. 1. Avr. a. d. Dauer z. miet. ges. Schristl. Ang. m. Preis u.0119 an den Gießener Anzeig-erb. Junger ststann sucht sltzon mililkrtts Zimüitt Schrilil Ang.m.Preis u.0122 nn den Gießener Anzeig, erb. Hübsch. Zimmer mit guter Pens, in der Nähe der stlinik. gcfudU z. 20. Jan. Offerten mit Preis sub H. J. Seb. 50 hauptvostl. t8105 ' ,'vxnulciu sucht möbliertes Zimmer mit voll. Pcniion. Schriftl. Angeb. m. Preis u. 0*,ll an den Gieß. Anz. erb. tatertele „Kolosseum“ Dir.: KARL OHM. Tel. 645. Walltorstr. 2lm 4., 5. u. 6. 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L Ulf ebensiahr: Tuberkulose 2(1) 2(1) — Lungenentzündung KD 1 (1) —— Lungeiierweiterung 1 1 — Herzschlag 3 3 — Blinddarmentzündung 1 (1) 1 (1) — iPliitclobieiterung 1 (1) — — strebs 2 (1) 2 (1) — Hinrichtung 1 (1) KD —* im Wochenbett 1 (1) 1 (1) — unbekannter Ursache 1 1 — Otfeiti. WlnmsmolM Freitag, de« 5. Januar, abends S’/2 Uhr spricht der seitherige Reichstagsabgeordnete Br. Werner (Giessen) im großen Saale des Kolosseums über D*F Die kommende Ncichstagswahl Freie Aiisspriiltze für jedermann. Der Wahlausschnh. Hßtßl-Rßslaoranl Böhme, Brannfßls Z Für Tanz.An«flüge empfehle Saal mit spiegelglattem Tanzboden. Klavier und Violinspieler stehen frei zur Verfügung. — Sonntags Frci-Konzcrt. — Billard. Kegelbahn. — Gute Küche und Keller. — Prima Kaffee. Eigenes Fuhrwerk. Hochachtend K. Böhme, Hotelier. Vortrag. Am Dienstag, den S. Januar d. Js. werde ich tn Steins Garten einen öffentlichen Vortrag halten betr. WtairMiÄe und politie Belrachtungen zu den Reiebslagswahlen Der grobe Saal wird gut gelüftet, geheizt und 73/4 Uhr geöffnet sein. Der Eintritt ist frei für alle Erwachsenen. Auch Damen sind willkommen. Restauration findet statt, aber Tabakrauchen vor und während meines Vortrags ist nicht gestattet. Der Vortrag beginnt punkt S1/* Uhr. D-/t Spohr, Oberst a. D. Die unterzeichneten Bercine machen hiermit auf den auf Veranlassung der hiesigen OrtSgruvve des Hanka- BundeS am Lamstag, den 6. Januar 1912, abends 81/? Uhr, im großen Saale des CasS Leib in öffentlicher Dersamm- lunq stansindenden Vortrag des Herrn 8ch. zyHrtt Proscisor Dr. fliwr ans Berlin, Präsidenten dcS deutschen HaniabundcS, über die Befreiung des Bürgertums aufmertiam. Wir bitten entere VereinSmitglieder und alle Parteifreunde, tn dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Gießen, den 31. Dezember 1911. »*/i Der Vorstand deS Vereins der fortschrittlichen Volkövartei. Der Vorftand des nationalliberalen Vereins. 6ijentia[jn^ö6rticainfen=$crcin Giehen- v*/l Samstag, den 6. Januar 1912, abends 8 Uhr, findet unsere Weihnachtsfeier in dcrTurnhalle am Oswalds Garten, verbunden mit Konzert, Theater und Tanz, statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Ter Borstand. NB. Die Eintrittskarten für Nicktmitglieder können von ben fülltel. zum Preise von LPfg. bei Hrn.Stattonsschaffner Loh, sowie abends an berSafie inEmvfang genommen werde« Nach beendeter Inventur unterstelle Ich mein gesamtes grosses Warenlager einem Inver -Ausverkauf B Verkauf nur gegen Bar. Auswahlen können während der Zeit des Ausverkaufs nicht gemacht werden. Schuh Warenhaus Herbert neben der Eiurel-Apntht-ke Marktplatz 2 Marktplatz 2 8 Biograph Blockstrasse 12 Plockstrasse 12 0116 Spannung ohnegleichen! Aufsehen erregend! " raph (0112) Bahnhofstrasse 54. - Gießen, den 3. Januar 1912. Dcr Vorstmd Ätü Mins her fsrWM. Pslksssrtei. Bahnhofstrasse 54. Heute der mit ausserori Drama ans dem Leben eines Irrenarztes in 2 Akten. Außerdem unser großartiges Programm! Wer wirklich etwas hervorragendes sehen will, besuche M den Biograph. Der Sorftinb w des mtiamisliberaleil BereiilS. MraBiüwie™*! der MW Ma Paris Am Sonntag, den 7. Januar, vormittags IO1/2 Uhr, findet in Giehen, Cafs Metropol, Plockstraße, ün oberen Saale eine gemeinschaftliche Versammlung der Vertrauensmänner der fortschrittlichen Volkspartei und der nationalliberalcn Partei statt, in welcher die Organisation für den Wahltag besprochen toerden soll. Wir bitten unsere Vereinsmftglieder und Freunde sich ZU dieser wichtigen Besprechung recht zahlreich einfinden zu wollen. Heute zum letzten Male der hervorragende Schlager Zelle Nr. 13 beginnend Samstag, den 6. Januar Äeltere Fassons, Einzelpaare n. Restbestände werk5en^eVs\bXbeelbst‘ 30 Winterschnhe n. Tanzschuheebe“ Sgetu,end Auf alle regulären Artikel gewähre IO"/« und Rabattmarken. Mitglieder und Freunde des Hansabundes in Stadt und Land — auch Damen — sind willkommen DV1 Ortsgruppe des hansabundes für den Kreis Gießen. Oeffentllche Versammlung Samstag, den 6. Januar 1912, abends S‘2 Uhr, im große» Saale des Cas6 Leib (Kolosseum) zu Gießen Vortrag des Herrn Geh. Iustizrat Prof. Niessev aus Berlin Präsident des Hansabundes über Pie Befreiung des Bürgertums Drama in 4 Akten, Spielzeit ll/4 Stuude. Eine Sensation, ohne Effekthascherei, ohne alltäglichen Ehebruch, Verführung und brutale Szenen. Ein Film für verwöhntes Publikum. Allein Aufführungsrecht für Gießen. Nur noch heute! Nur noch heute!