Nr. 255 Zweites Blatt 162. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. • Die „chiehener FamilienbläNer" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Zeitsragen" erscheinen monotlid) zweimal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Donnerstag, 5. Gttoder 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläls • Buch- unb Sleindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Spedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.:AnzelgerGreßen. Erster nationalliberaler Frauentag. Tin nationalliberaler Frauentag, der erste in seiner Art. Wurde, wie wir schon kürz erwähnten, am 1. Dl tober in Weimar unter starker, Beteiligung von nationalliberalcn Frauen aus ganz Deutschland, darunter der, Gattinnen der bekannten Parteiführer, abgchalten. Tin Frauen ausschuß, der sich in Berlin gelegentlich des allgemeinen Frauen- kongrcsscs gebildet hatte, halte Einladungen zu diesem national- liberalen Frauentag ergehen lassen. An der Spitze dieses Frauen-- auSschusses stand Frau Julie B a (se rm a n n-Mannheim, die Gattin des Partcivorsitzenden, und außerdem gehören dem Fraucnaussclmß nationalliberale Frauen aus Berlin, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Köln, Karlsruhe, Magdeburg, Mannheim und Stuttgart an. Frau Bassermann eröffnete den Frauentag mit einem Hinweis darauf, daß sich den nationolliberalen Frauen fetzt die Pforten der nationalliberalen Vereine öffnen. Sodann hieß namens der Parteileitung Generalsekretär Breithaupt -Berlin den Frauentag willkommen: Wir sinden uns jetzt einer ganz neuen (Situation gegenüber. Zweifellos ist die heittige Tagung ein bedeutungsvoller Vorgang für die nationalliberale Partei, für die damit ein weiterer neuer Abschnitt ihrer politisch: Tätigkeit einsetzt. Wenn wir bisher die Tomen auf unseren politischen Festen als Schmuck begrüßen durften, so stehen wir uns heute ganz anders gegenüber. Sic klopfen an die festverschossenen Türen der nationalliberalen Partei, um 'Einzug zu halten in die Reihen der Partei selbst und mn dort politisch mitzuwirken. Wenn heute die Parteileitung entschlossen ist und durch mich offiziell erklären läßt, daß wir die Pforten der Partei gern und freudig den nationglliberalcn Frauen öffnen, so ist das ein Beweis dafür, daß wir uns flar darüber geworden sind, daß wir die Mitarbeit der Frau in der Folgezeit nicht mehr entbehren können. Möge die heutige Tagung ein verheißungsvoller Anfang sein. Vorsitzende Frau Bassermann: Ts ist von großer Bedeutung, was die Parteileüung uns sagen läßt. Nun dürfen wir aber auch die Parteileitung nicht enttäuschen und wollen alle kräftig Mitarbeiten. (Beifall.) Frau Basserinann verlas sodann ein Telegramm ihres Gatten: „Ter Tagung nationalliberaler Frauen meine herzlichsten Grüße und Wünsche für besten Erfolg zunr politischen Kampf, der von Jahr zu Jahr schwerer wird." Sodann sprach Frau Geheimrat Steinmann -Bonn über die Aufgaben der nationalliberalen Frauen: Eine große Zahl von Frauen gehört bereits politischen Parteien an. Es gibt dasür mannigfache Ursachen. In der Hauptsache ist cs darauf zurückzusülzren, daß durch den Eintritt der Frau in das Erwerbsleben sich der Gesichtskreis der Frauen erweitert hat. Ist nun das Interesse der Frau an der Politik wirklich innerlich berechtigt oder entspricht es nur der mobcrncn Unruhe oder dem Reiz an der Neuheit? Und was kann es eine große politische Partei kümmern, wie die Frau über politische Tinge denkt? Man begegnet noch heute vielfach der Auffassung, daß die Frau sich um Politik nicht zu kümmern braucht. Wer so spricht, redet ans einer vergangenen Zeit heraus, die — mag man es begrüßen oder bedauern — sich flicht mehr zurückrufen läßt. Tie Millionen erwerbstätiger Frauen haben wirtschaftlich-e Interessen zu vertreten, die nicht dieselben zu sein brauchen, wie die ihrer männlichen Berufsgenossen, ja unter Umständen direkt entgegengesetzt sein können. Andererseits haben diese Frauen durch praktische Erfahrungen in ihrem Beruf sich Kenntnisse erworben, die ihnen ein fachiches Urteil über viele Tinge ermöglichen. Gerade die beiden großen Versicherungsgesetze, die jetzt in die Praxis um- gcsetzt werden sollen, haben zu den Ereignissen gehört, die das politische Interesse der Frauen geweckt. Bei beiden Gesetzen sind die Wünsche der 'Frauen nicht in allen Punkten erfüllt worden, und diese Tatsache .zeigt, daß cs den Frauen nicht gleichgültig sein kann, wie die Parteien sich zu solchen Forderungen stellen. Tas Tcmuncnbc Reichstheatcrgesetz ist auch ein Gesetz, das für weite Kreise der Frauen Interesse hat. Aber nicht nur aus der Berufsarbeit erwächst das politische Interesse der Frau, auch die freiwillige soziale und ehrenamtlich Tätigkeit führt die Frauen in das öffentliche Leben ein. Tiefe Frauen haben ein besonderes Interesse für das Rcichswohnungsgcsetz und für ihre Zulassung als Beisitzerinnen zu den Jugendgerichten und als Laienrichterinnen überhaupt. Wir haben erst in den letzten Tamm wieder mit Bedauern sehen müssen, daß mit dem Entwurf des Jugendgerichtsgesetz.es die Frau als Beisitzerin nicht vorgesehen ist. Hoffentlich läßt sich da nod) Wandel schaffen. Wir müssen weiter verlangen die Gleickibcrechtigung in der Zulassung zu k o m m u n a l e n Kommissionen. Tie nationallibcralc Partei bat noch nicht zu allen diesen Fordcrtingeu Stellung genommen Aber wir glauben uns mit diesen Forderungen aui der bisherigen Bahn der Partei zu bewegen. Eine der wichtigsten Forderungen der Frauenbewegung ist die Einführung der obligatorischen Berufsfortbildungsschnle für Mädchen. Wir verlangen auch die Zulassung der Mädchen zu den höheren Knabenschulen in kleinen Städten, wo es keine höheren Mäbchnschulen gibt. Auch das liegt durci-aus im Sinn einer liberalen Ausgestaltung des Unterrichlswefens. Jedoch nicht nur berufstätige und int öffentlichen Leben stehende Frauen, sondern auch die Hausfrauen müssen Ijeutc politische Interessen haben. Tas große Gebiet der Zölle und Steuern greift vielfach unmittelbar in den Wirtschaftsbereich der Hausfrau ein. Gerade diese letzten Fragen haben in jüngster Zeit vielfach im Mittelpunkt der Politik gestanden und sind eine der Ursachen gewesen, daß die politisch.-n Interessen der Frauen allent halben gesteigert worden sind. Tiefes Interesse ist stets gewachsen von der Reichfinanzreform her bis zu diesen Tagen der Fleisch- teucrung. Uebcr allen materiellen Fragen stehetr uns aber auch die nationalen und ideellen Fragen. Wir deutschen Frauen fühlen uns als Glieder des deutschen Volkes, und jede einzelne von uns ist an ihrem bescheidenen Teil für das Ganze mit verantwortlich. Wir sehen auch hier, daß es letzten Eitdes Weltanschuungsfragen sind, zu denett wir Stellung nehmen müssen. Wir erkläret: uns gegen die materialistische ^Geschichtsauffassung. Wir wollen nicht vergessen, daß es mich für uns gilt, geistige und sittliche Güter zu verteidigen. Wir sind aber der Meinung, daß nur in der Verbindung der beiden Kulturmächte national und liberal Teutschland eine Zukunft hat. Nur auf diese Weise kann es seine Mission erfüllen. Wir wollen mcljr als bisher praktisch in der Politik mitarbeiten. W i r w o l l e n agitieren und wir wollen durch unsere Mitarbeit auch den anderen Frauen zeigen, daß ein Zusammenarbeiten von Mann und Fran in der nationolliberalen Partei möglich ist. Wir wollen vor allem wirken für die Schaffung und Erhaltung einer liberalenTradition in der Familie. Hier sind gegen uns Ultramontane und Konservative noch weit im Vorsprung» Darauf sprach Rcickrstagsabgeordneter Freiherr v. Richt- hofen über die politisch Lage. Er kam im Laufe seiner ?lns fübrungen auch auf die auswärtige Politik zu sprechen und wies auf die gegenwärtige gespannte Lage hin, die derart gestaltet ist, daß die nächsten Tage entscheiden werden, ob die deutschen Fraueit das kostbarste Gut, das sie besitzen, ihre Männer und Söhne, ins Feld werden schicken müssen. Tie Frauen müssen also auch an der auswärtigen Politik ein reges Interesse nehmen. (Lebhafter Beifall.) An den Vortrag schloß sich eine Aussprache über den Stand der nationalliberalen Frauenbewegung in den verschiedensten Gegenden Teutschlands und es wurden im einzelnen Vorschläge für die praktische Agitation gemacht. Ter Frauenausschuß, der den Frauentag einberufen hat, soll nach Möglichkeit erweitert werden und Frauen aus allen Landesteilen umfassen. Darauf schloß Frau Bassermann den Frauentag. * Hauptversammlung ötsBunöes deutscher§rauenvereine In Gotha wurde am Mittwoch die zehnte Hauptversammlung des Bundes Deutscher Fraucn-Vereine in Anwesenheit der Herzogin von der Bundesvorsitzenden Tr. Bäumer eröffnet. Die Vorsitzende Tr. Gertrud Bäumer hielt einen Vortrag über die Frage „W arum müssen die Frauen Politik treiben?" An der Aussprache beteiligten sich zahlreiche bekannte Vertreterinnen der Frauenbewegung, z. B. Frl. Lüders, Frl. Lisch newska, Fran Stritt, Frau Voß-Zietz und die Frau des national- liberalen Abgeordneten Bassermann. Am Schluß wurden die Leitsätze der Frau Bassermann angenommen, von denen besonders der dritte interessant ist. Er lautet: Für die Teilnahme der Frau am politischen Leben, auch ohne die Voraussetzung des Stimmrechts, sprechen folgende Gründe: a) Sie ist bei einer großen Zahl von Frauen der Ausdruck eines natürlichen Interesses und erwachenden staatsbürgerlichen Bewußtseins, das gepflegt und nicht zurückgehalten werden sollte: b) sie ist eine notwendige Vorschule für die künftige volkspolitische Mitverantwortlichkeit: c) die gemeinsame Arbeit mit den Männern für gemeinsame Ziele ist ein uncrläßliclxs Gegengewicht gegen frauenreebtliche Einseitigkeit: d) kein anderes Mittel ist geeigneter, als Vorurteile gegen die Mitarbeit der Freuen im öffentlichen Leben zu zerstreuen und Verständnis für ihre Notwendigkeit zu er» tvccken. Tie politische Mitarbeit ist der beste Weg, um die Parteien für die Berücksichtigung der Frauenintercffen zu gewinnen. Weiter wurde folgende Entschließung angenommen: Tie 10. Generalversammlung des Bundes bcut)d>er Frauenvereine sieht in der Mitarbeit der Fraucn in der üolitifdxm Partei eine notwendige Konsequenz der Frauenbewegung und einen seit Erlaß des Reichvercinsgesctzes gebotenen Weg staatsbürgerlicher Pflichterfüllung. Angesichts der vorhandenen Gefahren, die der Frauenbewegung drohen, erklärt der Bund, bei Aufrechterhaltung seiner absoluten politischen Neutralität, mit allen Kräften dafür eintreten zu wollen, daß die zunehmende Politisierung der Fran zugleich der Förderung der Frauen- intcressen dient, die durch die organisierte Frauenbewegung vertreten werden. Nachmittags folgten die Damen des Gesanttvorstandes, des Ortsausschusses sowie verschiedene delegierte einer Einladung der Herzogin auf Schloß Friedenstein.________________________ Aus Hessen. Nenkinteilnng der hkssisckeu DberforReteien. (rm.) Darmstadt, 2. Okt. Die Organisation der Großh. Oberförstereien wurde durch das Finanzministerium einer eingehenden Prüfunb unterzogen. Dabei wurde eine Reihe von Aenderungcn mit Genehmigung des Großherzpgs getroffen. Danach werden an 28 Heftischen Oberförstereicn in Starkenburg und Oberhessen andere Zuteilungen getroffen und drei Oberförstereien in Groß-Umstadt, Trebur und Wies eck bei Gießen vollständig aufgeteil, sie gehen damit ein. Deutsche Kolonien. Neue Unruhen in Sndwestasrika? Keetmanshoop, 1. Okt. Die Kopper-Leut? tauchen nunmehr auch im Keetmanshooper Bezirk auf. Am Montag wurde eine etwa 30 Mann starke Bande nördlich von Heigasib geseüen. Nach Aussage fliehender Buschmänner find die Leute durchweg mit Schußwaffen versehen. Die Schutztruppe trifft umfassende Maßnahmen zur völligen Säuberung der Ostgrenze. Aus Stafct und Land. Gieße n, 3. Oktober 1912. '* Aus dem Militärwochenblatt. Der Studierende, der Kaiser Wilhelms-Akademie Buch hold ist zum Unterarzt des aktiven Dienststandes beim Großh. Artillerie-KorpS, I.Heff. Feldartillerie-Negiment Nr. 25 ernannt. " Zentralstelle für Gewerbe. Der Groß Herzog hat am 28. September d. Js. de:n Konservator und Bibliothekar bei der Zentralstelle für1 die Gewerbe, Gewerberat Gottlieb Wagner zu Darmstadt auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in de« Ruhestand versetzt und ihm auS diesem Anlaß daS Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Groß, mutigen verliehen; ferner den KustoS am LandeSmufeum zu Darmstadt, Dr. Herrn. Kien z le, zum Direktor des Gewerbe- mnfeumS und der Bibliothek der Zentralstelle für Gewerkt ernannt. ” Vom Schlachthof. Der Tierarzt Hahn, ein ge» borener Gießener, ist gestern am Schlachthof als Volontair- 9lffiftent eingetreten. Er beabsichtigt, den Betrieb der Anlage in allen Teilen kennen zu lernen, um später die Stelle eineß Leiters eines Schlachthofes annchmen zu können. Durch das Entgegenkommen der Schlachthofsdirektton ist im Einverständnis mit der städtischen Verwaltung hier jetzt eine Stelle geschaffen, was Sonnenthal von Laube erzählt. Das Burgtheater ist wieder einmal ohne Direktor unb eine jener Krisen brofyt über bent alten, ehrwürdigen Institut, bereu cs in den letzten Jahrzehnten so viele durchgemacht hat. Seil langem jammert man über den Rückgang dieser „ersten deutschen Bühne", unb sehnsüchtig wenbcn sich bie Blicke nach ber klastischen Zeit ber Burg, bie burch bie ausopsernbe Tat eines einzigen Mannes herausgcführt würbe. Laube ist der Schöpfer dos Weltruhmes dieser Bühne gewesen; er lebt in unserer Erinnerung fort als ber ibealc Theaterbircktor, unb deshalb ist jede neue Kunde von ihm von JMercsse. Unb besonders, wenn biese Kunde von einem seiner getreuesten Mitarbeiter kommt, von einem großen Meister der Schuspiclkunst, der durch Laube und unter Laube die feste Grundlage für seine Größe schuf, von AbolfSonncn- tha l. In der Deutschen Revue veröfsenllicht die Tochter des genialen Bühnenkünstlers, Hermine v. Sonnenthal, eine Anzahl bisher unbekannter Briefe von unb an ihren Vater, unb ber schnste unter diesen ist unzweifelhaft das ausführlich Schreiben, m dem Sonncnthal auf Anregung seines Freundes Speidel über ,Laube in Hemdärmel n" berichtet. „Da, der interne Laube Sie begreifen, wenn ich Laube sage, meine ich das Theater. Das interne Theater, bas war sein Element, seine Lebenslust. Ter Dichter, ber Politiker waren nur Mittel zum Zweck, er nützte sie nur fürs Theater. Dort arbeitete er mit Lust, mit Liebe, mit Leidenschaft, mit Geist und Verstand. Ec war, wenn ich so sagen darf, der theoretisch Schauspieler, und ich glaube, bei einiger maßen äußerer Repräsentation wäre er der größte darstellende Künstler geworden. Ich hatte Gelegenheit, int Lause der Jahre ihn in den heterogensten Charakteren für die jeweilig abwesenden Darsteller die betreffenden Rollen markieren zu sehen unb zu hören, und mit welcher Vollendung und mit welcher Leidenschaft tat er dies! Es ereignete sich einmal, daß zu einer Duo-Szene der betreffende Herr und die Tarne fehlten; die Szene Eonnie einfach überfragen werden. Laube ließ sichs aber nicht nehmen, er markierte, vielmehr spielte, beide Rollen: wir traten alle in die Kulissen unb waren entzückt. Und wie arbeitete er in den Proben! Er legte dem Schauspieler erst die Rolle zurecht durch Stteichen, Aendern, Umarbeiten des Stückes — er nannte dies: zu Faden fragen. Tann kam die feinere Ziselierung, unb ba mußte alles heraus, was in der Rolle war, bis aufs letzte J-tüpselchn. Er war darin keineswegs so eigensinnig, wie man ihm vorzuwerfen pflegte, er trug immer der Individualität des Künstlers Rechnung." So trat das Stück von Probe zu Probe immer flarer und fertiger heraus, und wenn Laube bann zuletzt feinen Hut aufsetzte unb sagte: „Es wird gehen! Guten Morgen!", bann war ber künstlerische Erfolg bes Abends gewiß. „Wie er mit bem Theater, mit dem Schauspieler lebte, bas konnte man so recht am Abend einer Premiere sehen. Ich hatte oft Gelegenheit, ihn in solchen Fällen von ber Theater löge aus zu beobachten. Ich glaube, er hatte noch mehr Lampenfieber als wir unten, denn er zagte unb zitterte für jebra Einzelnen, er spielte jede Rolle in seiner Loge mit, er war im Theater ber Vorlacher und Vorweiner (ja, ber Vor meiner — bei einer leisen Biegung ber Stimme liefen ihm bie hellen Tränen über bie Wange, schon in ber Probe) unb wenn nun gar ber erhoffte Applaus ein wenig auf sich warten ließ ober gar ausblieb, ba schlug er ungestüm in die Hände so lange, bis das Publikum mit einstimmte, und bann stürzte er zum Abschluß freubestrahlenb auf die Bühne, pflanzte Jid) bort in der Mitte auf, trocknete den Schweiß — manchmal auch den Angstschweiß — von der Stirne, wir gruppierten uns um ihn, wie jun einen Feldherrn, um bie Parole zu empfangen, unb bie lautete kurz unb bünbig: „Gut ists gegangen!" __ Die Zwischenaktmusik begann, unb er saß schon wieder in seiner Loge. Oftmals aber auch, wenn nur der kleinste Fehler geschah — wie ein Sturmwind sauste er bann auf die Bühne und gleich auf den Betreffenden zu: „Was haben Sie heute? Sind zerstteul, haben eine Pause gemacht?" — „Aber, liebster Direktor, ein Pünschen" — „Ach, bie Szene hat durch Sie ein Loch gekriegt, machen Sies im nächsten Akt wieder gut" — — unb weg war er. Und so Tag für Tag, Abend für Abend, Theater, nur Theater. — Er mußte schon sehr krank sein, wenn er einen Abend fehlte und alles, auch bie kleinste Rolle von bem Neinsten Schauspieler, interessierte ihn, zumal wenn er sie zum ersten Male spielte. Ick) war eines Tages zu seinem gewöhnlichen Empfang zwischen sechs und sieben Uhr in seinem Salon. Um sieben Uhr meldete ber Diener, ber Wagen sei ba. „Was machst du denn heute im Theater?" frag seine Frau. „Verstl spielt zum erstenmal den Bedienten". Stand auf und ließ uns alle verblüfft zurück. Unerschöpflich war Laube in kühnen Experimenten. In der Zeit, da Sonnenthal als jugendlicher Liebhaber seine Wiener Lehrzeit burchmachte, beflagtc er sich eines Tages bei Laube wegen Mangel an Beschäftigung. 5r hörte mich ruhig unb wohlwollenb an, bann machte er eine Pause unb sah mir lange ins (Besicht. Endlich sagte er ganz trocken: „Studieren Sie den Franz Moor." — „Aber, Herr Dftcktor," rief ich erschrocken, „den Franz Moor?" — ,La, ich brauche einen Franz Moor." — „Liebster Direktor," erwiderte ich, „ich wollle eben um den Romeo petitionieren und Sie tragen mir den Fran- Moor an?" — „Tann müssen Sie eben noch ein wenig Geduld haben!" Unb mit einem freundschaftlichen Händebruck entließ er mich. Line moderne Operette. Eine Satire von Franz Molnär. Der Theaterdirektor: Was ist das? Der Theateragent: Das ist eine moderne Operette. Ein kolossales Werk! Entzückend! Glänzend! Grandios! Wenn Sie wollen, kann ick) Ihnen das Sujet hersagen. ' Der Direktor: Also hören wir. Der Agent: Ter Titel ist „Lord 58lunr". Dieser Lord Blum ist ein alter Junggeselle, der eben im Begriffe steht, nach Kairo zu reifen. Seine alte Tante ist freilich dagegen und sie ist freilich auch in einen Zirkusakrobalen verliebt. Der Direktor: Großartig. Der Agent: Sein Freund, Lord Pilitz, entwendet jedoch den Wechsel, um dann ungehindert die Bank von Monaco sprengen» zu können. Der Direktor: Die Bank? Der Agent: Ich glaube, ich spreche deutlich genug. Graf Pirnitzer, der während der ganzen Szene hinter dem Tivan stand, sendet nun rasch einen Diener zum Major, der freilich berfteti vor Wut. < f Der Direktor: Ah, jetzt beginne ich zu verstehen. ’ Der Agent: Doch als Dritter stellt sich Dr. Moriturk der Sache entgegen, jener berühmte Augenarzt, der einmal wegen einer Wechselfälschung gerade bei der Bank Lord Pilitz' nicht in bie Sache einwilligte. Verstehen Sie? Der Direktor: Gewiß! Natürlich! Der Agent: Folgt ber zweite Aufzug. Ter Vorhang hebt sich. Wir sehen lärmendes Markttreiben. Lord Mum plaudert als GrünzeughäMerin mit bem Admiral Weißenstein. Von jenem stellt cs sich ipater heraus, daß er fein anderer ist, als Graf Pirnitzer. Freilich folgt ihm auch feine Gattin hierher unb bann fingen sie das Duett. Lord Pilitz ist entrüstet.und Lilla ebenfalls Ter Direktor: Wer ist diese Lilla? Ter Agent: Tie wird vom Schnürboden im zweiten 'Auszug bcrantergelaffen. Freilich die Tante erfährt alles und schwör; dem Lord Vogler Rache. Ter Direktor (gefoannt): Nun, und der dritte Aufzug? Der Agent: Haben Sie's denn noch nicht erraten? Ter Tirektor: Nein. Der Agent: Ter dritte Auszug ist glänzend. Denken Sie nur, Lord Pilitz kehrt aus Karro zurück, wohin Lord Blum gleichfalls nicht reisen fonntc, die Jungen fallen einander um dew Hals, bie Tante wirb vom Schlag gerührt, Graf Pirnitzer verzichtet zu Gunsten seines jüngeren Bruders, da stürmt ber Schiffs- kapttän Herrin und schreit auf: „Lorb Pilitz, eilen Sie nach Dause, ein Sohn wurde Ihnen geboren!" Stellen Sie sich vor, wie zornig hierauf Lord Blum wird, er zerreiß das Testament in bet junge Tierärzte sich im SchlachthosSdienff praktisch vor- bilden können. — Vor einigen Sagen besichtigte der oberste bulgarische Vetermärbeamte D. Alexandrescou unsere SchlachtbofSanlagen. Ec sprach sich sehr lobend über bie hie- sigen Schlachthof-Einrichtnngcn au6. -Ein zeitgemäßes Geschäftshaus nut wirkungS- voller Fassade ist durch den Ladenumbau der Herren- bekleidungSfirma Karl Frensdorf an der Ecke der Bahn- hofstraße und der Neustadt entstanden. Ter Umbau bot eme Reihe von Schmierigkeiten, die jedoch geschickt überwunden wurden, so daß die Jnnen-Eincichtung des Ladens als äußerst zweckmäßig bezeichnet werden muß. Tie Ladcnfront weist nach der Bahnhofstraße und nach der Neustadt neun große Schaufenster auf und inacht mit dem architektonisch schönen Eingang einen großstädtischen Eindruck. Die Der- kaufSräume sind hufeisenförmig angelegt und in Matteiche mrt Fntarsieneinlage gehalten. 9üif diese Weise kommen die verschiedenen Abteilungen deS LagerbestandeS in KleidungS- stücken gut zur Geltung. Besonderer Wert ist auf die Bele»,chtung der Ladenräume und der Erker gelegt, die zusammen mit 57 Lampen erhellt werden. Geschmackvoll auSgestattete Anprobierräume für Herren »und Damen, sowie ~ die Zu- schneideret befinden sich im ersten Stock. Zeitgemäße Telephonanlagen verbinden alle Räume untereinander und eine verdeckt eingebaute WarmwasscrheizungSanlage vervollständigt die Einrichtung. Die Gießener Architekten und Geschäftsleute, die mit den Arbeiten betraut waren, haben sich durch ihre Leistungen ein gutes Zeugnis ausgestellt. " Paket einsam ml un g durch die Post. ES ist noch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusendende Pakete auf Bestellung auS den Wohnungen abholcn läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Paket abzuholen bei (Name lind Wohnung), unfrankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben. Auch kann die Bestellung auf Abholung von Paketen dem Postamt durch Fernsprecher mitgeteilt werden. Hierauf wird die Sendung bei der nächsten Paketbestellfahrt gegen eme Gebühr von 10 Pfg. vom Hause deS Absenders abgeholt. DoS Verfahren ist einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung sieht. Landkreis Giessen. () Lich, 2. Okt. Auf dem hiesigen Güterbahnhofe nnb auf den Bahnhöfen verschiedener Nachbarorte werden schon fleißig Kartoffeln eingeladen. Das Malter kostet jetzt 3.75 Mk. bis 4.00 Mk. Kartoffeln, wie sie der Acker liefert, werden für 3.50 bis 3.75 Mk. verladen. Im vergangenen Jahr betrug der Kartosselpreis um diese Zeit 6 50 Mk. und 7.00 Mk. A WeiterShain, 2. Okt. Ein Leichenzug, wie ihn unsere Gemeinde wohl noch nicht gesehen hat, bewegte sich gestern durch daß Dorf: galt eS doch, dem Bürgermeister Sann daS letzte Geleite zu geben. Als Vertreter deS Krcis- amteS Gießen widmete NegieruugSrat Merck dem tüchtigen Beamten einen warmen Nachruf. Die Grabrede hielt der Pfarrer von Londorf. Mehrere Kränze wurden am Grabe niedergelegt, darunter vom Kriegerveccin, von der Spar- und Leihkasse und der Gemeinde. Bürgermeister Sann starb an Blutvergiftung. Kreis Schotten. A Ober-Seibertcnrod, 2. Okt. Gelegentlich des Besuches der Bürgermeister des Kreises Schotten in Darm- stabt zur Ausstellung „Der Mensch" wurde der hiesige Bürgermeister Schmiermund, der Senior der Bürgermeister des Kreises, durch eine Ansprache des Großherzogs geehrt. — Aus dem vorderen Vogelsberg, 2. Okt. Die Grummeternte ist beendet. Da sie gutes Wetter begleitete, ist ihre Qualität neben der Quantität recht zufriedenstellend ausgefallen. Nun befindet sich die Kartoffelernte im Gange. Hier hilft bti» Wetter aber nicht wie beim Grummet. Der Oktober hat mit sommerlicher Temperatur und altgewohntem Regenwetter eingesetzt. Das ^Kartoffelernten wird unterbrochen. Tas Ergebnis der Kartoffeln ist sehr gut. Man erntet allgemein gegen das vorige Fahr den doppelten Ertrag. Die befürchtete Fäule tritt nicht in dem Maße auf, wie man erwartete. Dabei find die Knollen vollkommen und sehr groß ausgefallen. und läßt den Dampfer Heizen, aber der Maschinist ist nirgends zu finden. Was sagen Sie zu dieser Wendung? 1 Der Direktor: Glanzend! Ter Agent: Ter Maschinist, der kein anberer ist, als Lilla in Männerkleidung, kommt mm auf den Händen gehend herein, verschluckt das Testament und be.1i das Geheimnis aus, worauf wieder der Schiffskapitän herein ftürmt und ruft: „Lord Pilitz, eilen Sie nach Hanse, ein Solm wurde Ihnen geboren." Nun schlägt das Orchester ein, das Sdnff setzt sich in Bewegung, doch Lord Blum verspätet die Abfahrt und die Jungen reisen tatfädilid) nach Antwerpen Fertig. Nun? Der Tircktor: Großartig. Nur . . . Der Agent: Nur? T e r Direktor: Nur finde ich, daß der Stoff ein wenig zu simpel ift..... Die Geschichte von Descartes’ Schädel. Die Köpfe der großen Männer, die bei ihren Lebzeiten soviel zu tun haben, um weltbewegende unftcrblid)c Gedanken hervor zubringen, scheinen and) nach dein Tode ihrer Besitzer noch zu mancher Beunruhigung und Verwirrung zu führen. Nachdem mir er|t vor kurzem lange Erörterungen über Schillers Schädel gehört haben, erregt jetzt die Frage nach dem Verbleib des Kopfes von Descartes in wissensd»aftlicken Kreisen Aufsehen. Die Pariser Akademie der Wissenfdxnten wurde durch eine Veröffentlichung der Akademie von Stolt,olm auf einen Tank bricf aufmerksam, den der französische Gelehrte '3erthe 11 et 1820 an Berzelius geschrieben hatte, um den Empfang des Schädels von ^esraNes zu bestätigen. Wo aber ist nun der Kopf des grollen Begründers der modernen Philosophie hingekommen? Im Pariser sJiaturhiItoriidx’it Museum, mo er {nrfbemabrt fein sollte, Dchnbet er sich nidu. llnd auch seine Geschichte liefert keine Spuren für tue Wiederaufiindung Als Descartes 16ät) in Stock Imlm starb, an einer Erkältung, die et sich bei dem inathemaiiicken Unterricht der Königin von Schweden mgezogen haben soll, ließ her sranzömche Gesandte die Leiä-e des großen Landsmannes nach ivranhTid) bringen. .tic Bestattung fand in der Kirche Saintc- Genevawe statt, nachdem Ludwig XIV. aus unbekannten Gründen das patten einer Leidxnrede untersagt hatte. Die Leiche hatte bann eine kleine dvffee zu überstehen, wurde im Museum ber vlNorilcheu -Len final er bewahrt und schliesslich endgültig in der *Sr ® beigefept. Man war aber durchaus ber Jnuto, da st der ganze Körper hier seine ewige Aube gc- ®«nunberung erregte es daher, als Berzelius «-dwbel Descartes in Schweden geblieben fei, während nur der übrige Körper nach Franttrick gebracht Universitäts-Nachrichten. — Der 0. Professor der alten Geschichte und Epigraphik an der Wiener Universität, Hofrat Dr. Eugen Bormann feiert am 6. Oktober seinen 70. Geburtstag. Er stammt aus Milchen bad) in Westfalen. Von 1881 dis 1885 wirkte er in Marburg und kam dann als Nachfolger Hirschselds nach Wien. — Die Herzoglich Anhaltische Regierung hat mit Vrrffi gung vom 10. August 1912 zum erstenmal genehmigt, daß eine Dame zum ordentlichen Studium der Chenrie am Friedrichs- Polytechnikum zu Cöthen zugelassen wird. Als Vorbildung wurde das Abgangszeugnis einer höheren anhaltischen Töchterschule angesehen. Tagung des deutschen Museums. O München, 2. Okt. Mit einer Sitzung des Vorstandes begann heute die Tagung des Deutschen Museums. Dem Verwaliungsbericht ist zu entnehmen, daß die Gesamtzahl der Mitglieder des Teutschen Museums mit ungefähr 3700 die gleiche, blieb wie im Vorjahre. Tie Jahreszuschüsse und Mitgliederbeiträge sind von rund 107 000 auf rund 120 000 gestiegen. Ebenso haben aud) die einmaligen Beiträge eine kleine Erhöhung von 2 260 000 Mark auf 2 293 000 Mark erfahren. Tie Zahl der Besucher des Deutsd)en Museums betrug im abgelaufenen' Verwaltungsjahr 324 000. Tie stärkste Besucherzahl brachte der Monat August mit 32 000. Ter Museumsneubau ist im Rohbau vollendet, während im Innern die Montage der Hallen demnächst in Angriff genommen wird. Ter Museumsbetrieb erforderte in Einnahmen und Llusgaben 641 000 Kreis Friedberg. , , L. Friedberg, 2. Okr. Der Anschluß der Gesc^Nslewte an die elektrische Leitung ist stark. Zum 5^flr. berg elektrisches Licht haben: die Leitung Stadt oberirdisch fein. — Die hieugen 3 u^r sich geeinigt, um 8 Uhr abends und Lwnntags Y mittags Ladenschluß eintreten zu lassen. Starkenburg und Rheinhessen. .. d. Mainz, 2. Okt. In der heutigenS.r tzu n g,01 ö verordneten wurden zwei Mchiet^brtefe jut V u9nb bracht und zwar vom ncüheren Beigeordneten Dr. von dem in den Ruhestand versetzten Gouverneur Grm von erlieft en. - In die Ortstare wurde auch der Bezirk Biebrich-Amöneburg ""«zogen uno oa mit einem langgehegten Wunsche ewtsprochen. - , Stadtv. Molthan und Genossen, die W arert haus-imdFN^- steuer enrzuführen, wurde an den rriNMiza^chut — Tie Kinematographen sollen ebemall-» der 9, worfen werden. - D.eF letschte ne rung nahm hinaus langes Seit in Anspruch. Beig. Dr. ü lb^r d^ MeiNung datz mit den Beschlüssen der preußischen^und der hesst^en^Rcchming^fiir die Stadl Matnz lediglich d,e Möglichkeit Lrickattenl ,dHaa ) rinder aus den Niederlanden und irisches Sl«'ch aus dertodgwij einzuführen, denn die Einfuhr von kommen Er Rumänien und Bulgarien dürfte nicht m ^Aadst - halte es für unbedingt notwendig,, daß weckere Getnete fur dte Em fuhr von Fleisch und Vieh freigegeben baü bie Eingabe an die hessische Regierung «^Ket werden, datz^die Einfuhr von Dich auch aus Frankreich und den deutsch'NVtvlmnen, den Niederlanden und von frisd)em Fletsch aus od)»«* 9 ftattet werbe. Der hier bestehenden UnteriutfmngSstclle tur bereitetes" Fleisch solle die Befugnis zur Untersuchung von rrudxgn Auslandsfleisch erteilt werden. Tie Eingabe .wurde Unstimmig genehmigt und ein Kredit von 10000 Mark bewilligt, damit^sofort frisches Fleisch aus der Schweiz bezogen werben rann. öur den Besuch der Ausstellung "Der Mensch ^.^.^ltadt burch die städtischen Arbeiter »vurden 800 Mark bewilligt. ^ Arbeiter erhalten keinen Lohnabzug, haben freien Eintritt in mc Aus stellung und erhalten als Reffevergütung eine Mart. Die Verschandelung Der IHarfsburg. fc. Braubach a. Rh., 2. Okt. Heute beschäftigte sich der Bezirksausschuß erneut mit der Klage der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen gegen die Blei- und Silberhütte Brcmbach a. Rh. Tie Vereinigung hat gegen die Errichtung einer Kupferschmelz- Hütte zur Gewinnung von Kupfervitriol und Zinkoxyd mit mehreren Bürgern aus Braubach a.RH. Einspruch erhoben und macht geltend, daß durch diese Anlage die Vegetation außerordentlich geschädigt, die Gesundheit gefährdet, der Bestand der Burg bedroht, vor allem aber das Landschaftsbild empfindlich geschädigt werde. Eine von dem Bezirksausschuß vorgenommcne Besichtigung hatte das Ergebnis, daß der Firma verschiedene Bedingungen gestellt wurden, so Errichtung des Schornsteins in einem Seitentale, Einschränkung der Verwendung von schwefelhaltigen Materialien, unterirdische Abführung der Gase usw. Mit diesen Bedingungen erklärte sich die Hütte einverstanden, obwohl es erhebliche Anforderungen an sie stelle. In der heutigen Verhandlung erklärte die Bürgervereinigung durch ihren Vertreter, daß sie gegen jede Erweiterung der Hütte Einspruch erhebe. Ein Braubacher- Bürger, der ebenfalls Einspruch erhoben hatte, erklärte, daß die Sterbeziffer von Braubach sinke, sobald die Hütte von Braubach verschwinde. Der Bezirksausschuß entschied, daß der Blei- und Sitberhütte unter den angeführten Bedingungen die Genehmigung zu erteilen sei mit der Erleichterung, daß der Rauchkanal oberirdisch angelegt werden kann. Nach dem Gutachten der Gewerbesachverstan digen, so wurde in der Begründung ausgeführt, sei nach Einhaltung der voraeschlagenen Bedingungen von erheblichen Schäden oder Belästigungen keine Rede. Zum Schutz des Landschaftsbildes genüge nach Lage der Sache die Verlegung des Schornsteins in ein Seitental. wurde. Die Reliquie, die burd) viele Hände gegangen war und zuletzt von Arngren für den lächerlichen Preis von 3 7 Franks erworben worden war, wurde von der Pariser Akademie mit „religiöser Verehrung für ein so hohes Geschenk" angenommen; sie trug die Inschrift: „Sclzädel von Descartes, von Hanstrorn 1666 behalten, als man den Körper nach Frankreich schicken mußte." Die Ueberweisung an das Naturhiswrisdfe Museum wurde in den Sitzungsberichten der Pariser Akademie ausgezeichnet. Seitdem ist keine Spur von bem Sdfädel erhalten. . In den Archiven des Museums finden sich nur Angaben über einen Gipsabguß des Sclxidels, der von dem großen Phrenologen Gall genommen wurde und an dem Gall „als die entwickelften Organe, die der Erziehung, des Raumsinns und der ReclZen- begabung" rühmte. Tiefer Gipsabguß wurde dem Museum von Boulogne-sur-Mer übergeben. Die Verwalter und Vorsteher des naturhistorifchen Museums können über den Originalschädel feine Auskunft geben. Wenn er wirklich int Museum gewesen ist, so glauben sie, daß er sich unter den Skeletten befunden haben müsse, die durch.die Uederschwemmungen von 1910 in Unordnung geraten sind. Unter diesem Hausen von Knochen müßte man ihn also herauszufinden suchen, den Sdjäbel des großen Descartes. * ff. Schuhromanzen. Eine interessante 2lusstellung erregt augenblicklich in London beträchtliches Aufsehen. Es ist eine Ausstellung von Kunstwerken der sftißbekleidung-künstler aller Völker und aller Zeiten. Eine ganze Reihe von historisdien Schuhen, die ihr von privater Sefte zugestellt worden sind vermag die Sammlung aufzuweisen. Ta kann man das winzige Schübck-en der berühmten englischen Schönheit Grace Fletcher Norton bewundern bie Zeit ihres Lebens unvermählt geblieben tit. ^aS Pendant dieses schuhchens ist dem in der FeldschladN verwundeten Brauttgam der schönen auf seinen Wunsch mit in« Wtab gegeben worden, ferner nt tiuf der Ausstellung ein Pro du' werk von ^tbub einer .-oerzensdame des „allzeit fröhlichen" Königs Karl U, von England tu leben. Zu ihm paßt eigentlich ein Riesen- Reitstteiel recht wenig, der einem Cromwellschen Krieger gehört haben fall. Er mutz - nach der Große des Fußes zu urteilen — em wahrer Enakswhn gemeßen jein. Auch aiG der frnnVfi jueben Ge'chzchte wißen. .ne Reihe von Schühchen 'nett! Emz °l- betten zu erzählen Und wenn gar erst bie orientalischen Kuns , werke, die in unvergleichlrcher Fülle zur Schau geeilt find reden konnten, |o würben ganze Bücher voll darübn geschrieb^ werden können. L-te mrnw.i her orientalischen Vertreter ans d^ -chuhrcia . pellen |d>on an uch Heine Vermögen dar iie KS mit Brillanten und Perlen übersät. 9 Dar' Uc ’inh Mark, der Museumsneubau 2 326 WO Mark.. InmehrtägigeN Verhandlungen wurde sestgelegt, welche Gebiete tm neuen ..luienm ^^Aus^Anlaß der Sitzung gab die Stadt Mündien hnite abrnb ihren Gästen im Rathaus einen Begrutzungsabend 3m -auje des Abend gedachte Staatssekretär Tr. e l b r u ck des ^erde- aanas des Deutschen Mmeums und hob hervor, dal; |td) letzt schon zeige, daß mit dem Deutschen Museüm ein Kulturelemcnt eritcn Ranges geschaffen werde. Sein Hoch galt der bäuerlichen Gastfreundschaft. Lberbüraermeister Tr. Bor sch dankte. Sern Hod; galt den Männern der Wissenschaft und der Technik au» allen Gauen Deutschlands. Aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts, v. Zur Verj ährung von Ansprüchen, insbesondere zur Verteidigung gegen bie Einrede der Verjährung. — E. d. RG. 78/130. — Nach § 208 BGB. wird eine im Lauf befindliche Verjährung durch ein Anerkenntnis des Anspruchs seitens des Schuldners unterbrochen, so daß der Laus der Verjährungsfrist von neuem beginnen muß. Zu einem solchen Schuldanerkenntnis genügt jede einseitige, dem Gläubiger gegenüber geschehene, aus drückliche oder stillschweigende, Kundgebung des Schuldners, aus welcher die Ueberzeugung desselben von dem Bestehen des Anspruchs erhellt. Gegenüber der ununterbrochen abgelausenen Verjährung ist die Berufung auf ein vertragsmäßiges, d. h. ein von dem Schuldner erklärtes und von dem Gläubiger, wenn auch nur stillschweigend, angenommenes, Schuldanerkenntnis nach BGB. §§ 222, 781 erforderlich, das nach § 781 regelmäßig seitens des Schuldners in schriftlicher Form erteilt sein muß; es sei denn, daß das Schuldanerkenntnis auf Grund einer Abrechnung ober im Weg eines Vergleid?» — d. h. einer burch beiberfeilige Nachgabe zustande gebrachte Einigung — erteilt ift — BGB. § 782 —, oder baß es von einem Kaufmann im Betrieb seines Hanbelsgewerbes abgegeben ift — HGB. § 350 —; in diesen besonderen Fällen bedarf das Schuldanerkenntnis der schriftlichen Form nickt. Gegenüber der abgelaufenen Verjährung ist auch die Berufung auf einen Verzicht des Gläubigers auf solche möglich. Dieser kann formlos, ausdrücklich ober stillschweigenb, geschehen sein; er erfordert aber Kenntnis des Gläubigers von der cinge- tretenen Verjährung. Ein nach eingetretener Verjährung formlos — nicht schriftlich — erfolgtes Sdmldanerkenntnis kann hier- nad>, wenn es in Kenntnis der Verjährung abgegeben ist, als stillschweigender Verzicht auf die Einrede der Verjährung geltend gemacht werden und wirksam fein. Endlid) ift gegenüber der Einrede der Verjährung der Einwand der Arglist Möglich — nach § 242 BGB. —, dieser indessen nur dann, wenn der Schuldner dem Anspnichsberedstigt''n burd) sein Verhalten begrünbeten Anlaß gegeben hat, während der Verjährungszeit von der gerichtlichen Geltendmachung feines An- sprudjs abzusehen. ----------------- >1. _ L_ | jiii 3ft Napoleon wirklich auf St. Helena gestorben? Ter „Temps" veröffentlidst einen kuriosen Artikel aus der Seher des Herrn Alb6ric Cahuet, in welchem erzählt wirb, daß bie Nachricht vom Tode Napoleons im Mai 1821 nickt nur in SFrankreich, sondern auch im ganzen übrigen Europa, vielleicht mit usnahme Englands, sehr kühl und gleichgültig aufgenommen wurde. Es gab nämlich damals sehr viele Leute, bie überzeug^ waren, daß Napoleon niemals nach 3t. Helena verbannt worden war, und daß er infolgedessen dort auch nicht habe sterben können. Ihren Ursprung hatte diese felsenfeste Ueberzeugung in einer Anzahl merkwürdiger Zeugnisse, die später von einigen für das Romantische und Extravagante schwärmenden Sckriftstellern geschickt gruppiert worben sinb. Tas erste dieser „unanfedstbaren" Zeugnisse lieferten bie „Mämoires de l'agent Sebra", bie 1840 in Lüttich lierausgegeben wurden. Sebra, ein ehemaliger Polizeiagent, erzählt in ben Memoiren, daß er, als er der Person des Kaisers attackiert war, im März 1808 von dem Polizeirninifter Fouche, beauftragt wurde, einen „Doppelgänger" Napoleons ausfindig zu machen. Fouche lvünschte lebhaft, eine Person, bie bem Kaiser ähnlich wäre, bei ber Hand zu haben, um sie bei ge« wissen Gelegenheiten für den Kaiser eintreten lassen zu können. Ledru fanb sehr rasch ben Mann, ben er suchte, bank dem Beistanb bes Obersten Rochalve vom 3. Plänkler "Regiment, der ihm unter seinen Soldaten einen zeigte, welcher infolge seiner-Aekm- lichkeit mit bem „Petit Corporal" im Regiment zu einer Berühmtheit geworden war. Es war ein gewisser Francois Eugene Robeaud, der am 19. Juli 1781 in dem 6 Kilometer von Verdun gelegenen Oertchen Baleicourt geboren war. Ledru erzählt, daß er diesen Robeaud zu Foucpe brachte, und daß dieser den Mann dem Kaffer vorstellte. Dann heißt es weiter: Bis 1816 hörte ich nichts mehr von ihm. 1816 aber meldete der Bürgermeister von Baleicourt der Polizei Ludwigs XVIII. das Verschwinden Robeauds, von dem man schon seit einem Jahre nichts mehr gehört habe. ES wurde ein Ermittelungsverfahren ringel eit et; aber es führte zu nichts, und die Sache blieb unerledigt. Zch habe^dahmter immer ein Gelirimnis vermutet." w..-tad „Geheimnis" wird durch nacMehende Zeugnisse aus- aeklart. Zuerst tritt Miß Maud Ella Richie, bie den Kaiser Jebr genau kannte, aut ben Plan. Sie hatte Gelegenlirit, ben Gnangenen von e>t. Helena zu sehen, hat in ilnn aber nicht dcnr Malier erkannt. Und es wird nod) besonders liervorgehoben, daß der General Bertrand und,der famose Arzt O'Möara mit dem gefangenen von Longwood sehr familiär und ohne den geringsten .neipekt sprgdxn, während der Gefangene immer höchst demütig unb imterrounig anttvortete. Dann erklärte ein Juwel en Händl er aus Verona namens Petrucci, bas; im Jahre 1816 sich dickt neben ;einem Laden ein sehr intelligenter Brittenhändler etab- Qn!t ^brE) sich bald bie Svmpathie ber ganzen Aadwarichatt unb wußte sich burch sein liebenswürbiges Be- nehmen eine gute jiundschaft zu verscliaffen. Er srinen etwa lunszig Jahre alt zu fein und glich bem Kaiser Napoleon so sehr, datz man ihm allgemein „Buonaparte" nannte. Ein paar Jahre lebte er sehr ruhig unb zufrieben, bis er rines schönen Morgens im ??? . 11 ",”. einen neriiegeltcn Briefumschlag übergab. Er ging bann Tort, um nie wiederzukehren. Petrucci hielt das gegebene Ver- iprcdKii unb 1 durfte ben Brief ab. Und es erschien halb darauf cm tranzonicher Polizrimann, um bie Hinterlassenschaft bes geheimnisvollen Brillenmachers zu ordnen. Petruccis Sduvrigen crkauite man mit „100 000 Äronen". Und der Juwclenhändler von Jerona war bis an sein Lebensende überzeugt, baß sein Nachbar kein anderer geweien war als Napoleon. . . Zeugnisse werben unterstützt unb erhärtet durch einige Mitteilungen, bie für „offiziell" gelten: 1. Mcm liest unter bem a. September 1823 in den Eimragungen des Staatsanwalts Karl Friedrich Arnstein, ber in Schondiunn bei Vien amtierte: „Gestern versuchte ein Unbekannter bei Nacht die Park- maucr zu erUettern und in den Park etn.wbring*n. Die Schilb- wache schoß auf ihn. Er konnte nur nod) die Worte: jöenoa Don Rcickardt . -König . . . Sohn'" spi cken. dann versrffieb cr- er keine Papiere bei sich hatte, konnte seine Jdentttät r.^!ldC,lCkt Aber er muß wohl Franzose unb eine icbr bedeutende Persönlichkeit sein, denn Oie französische Gesandt- IC ittrbcn köMil. ina gejfotbtit? n Prüfet aus her \enäblt mirb, baß «121 nidit nur in >va, Di« ifl miifttnommen i> rhannt morbm U ^aphik an WA K mit 8rt*. dM feto rgttitzz. ^-lnsbeson. ®tnrtbe bet befindliche K- Ntens des vttiahtungssrist Oeichehcnc, aus Uttfc Cr”' M1S Nen des An- gelaufenen KM b. h. ein »laubiger, wenn injtfenntnii nai , *81 regelmäßig r°rm erteilt sein "ms auf Gnin) ",~7 b h- einet Einigung — er» ks von einem es abgegeben ist allen bedarf das lt. isl auch die Be- li! iolche möglich vcigend, geicheben rs von der einge- Berjabrung fornv mnlnis kann bitt» rbgegeben ist, als lerjährung geltend cjahrung der Gin»' dieser indessen -berechtigten durch hat, während der rachung seines An- Technik aus MgMS IN einer i einigen für das Schriftstellern gr ,,unanied't6oren" Scbru", die 1840 chmraliger Polizei er der Person des em Poli;mniii>ier r" Napoleons aus ne Person, die dein ,, um sie bei gelassen zu föiinm. suchte, .dank - ikler-Negnncnt, dn infolge seiner-Aelm- ii ent zu einet • »nietet »«Ä flebru erzählt, »ad s dieser den ' 1’^ 1816 horte.ich Iber Bürgermei'iei I Has Pen'chwin IZ«H« *»* ■riabren cingclnU-- L unerlebigt- M W*tS ■ bit w k'ZS MEZ L.ZW ■ V0N • -.-gjif,- l'«gS M-ZS- ■ff*kei8® Ken des ^Ssen Hielt ~%cr^ ■ n-tn- Med ■ daNnLJst praktische und korrekte Für Damen Tel. 434 Marktstrasse 9 NORI Knorr-W*e Alleinverkauf der berühmten „Ilerz“-S; huhwaren Mäusburä 5 a3/io Tanzschuhen mit niederen und amerik. 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Durch einen Bergrutsch in der Nahe von Odessa wurden 24 Häuser zerstört und 18 Personen getötet. Ebenso viele Personen befinden sich noch unter den Trümmern. Durch beit Sturm stürzte in Co u reelles em pauS ein. Zwei Personen ivurden getötet. VISITKARTEN Einigungen, liefert zu mäßigen Preisen die Brüh?sehe Univ.-DrucktnL | Ganz besonders preiswert sind: einzelne BettsteUen. komplette Betten, Kleiderschränke, Waschkommoden, Isachtschränke. Sofas u. Matratzen in eigener Werkstätte hergestellt. Jos. Collisy Möbel - Fabrik - Lager kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgcmcin&c. (Bottcsölciut in ver sonuaage ^ust-Anlage). Donnerstag, den 3., u. Freitag, den 4. Oktober 1912: Laubhüttenfest» Ende. Donnerstag: Vorabend: 5.4» Uhr. Wotflcitd 8.30, nachmittags 4 Uhr. Freitag: Vorabend 6.43 Uhr. Iugcndgottcödicust mit Predigt. Morgens 8.30 Ilhr. Sams tag, den ö. Oktober 1912; Vorabend: 5.45 Uhr. Morgens: 9.00, nachmittags 3.30 Uhr. SabbatanSgang: 6.40 Uhr. Ven,. Während der Wintcrmouatc beginnt der Morgen» gottcsdienft am Labbat um 9 Uhr. Mädchen u. Z-rauen, mich Kindern mit dünnem, schwachem Haar, zumal wenn Kopfschup» pcn, «hictrcii und Haar* ausfall sich einstellt, sei folgendes bewährte u. billige Rezent zur Pflege des Haares emvioblen. MöcheMlichlmaligesWakchen deSHaaresmiiLuekvr«kom binierteiiiKrHirirr-Sliam po<»n tPaL SV Pf.l, daneben regelmäßiges kräftiges Einreiben des Haarbodens mit Zucker* CrininobKräu- ter-Haarwa**cr (ft 1.1.25) U.ZuckerirSucsinl Krün- fer- Haarnührfctt «Dose 60 Pf-'- Olrosiariige Wirkung, von Tausenden bestätigt. Echt bei Ang. Roll, (?rntt Roll. Carl Lcibcl n. Otto Schaaf. 13,6 9.8 6.4 2 e c- 10,4 6,9 5,7 bis 2. Oktober =- 4- 16,5’ 0. „2. , - + 9,8*0. Märkte. le. Frankfurt a.M. Diehhst-Mar ktbericht vom 2.Oft. Austrieb: 104 Rinden darrurter Ochsen 49, Bullen 0, Kühe und Färsen 55, Kälber 56/, Schale 254, Schweine 1616 Tendenz: Rinder nicht ganz geräumt, Kalber und Schafe rege, geräumt, Schweine rege, kleiner Uebet(1Qnb-$teU!ütl00$|b> Lebens- ödjla.ijt- gewicht Lebendgewicht ... . . . VoUfteischlge Schweins unter 80 kg Lebendgewicht • • • Vollsleischige Schweine von 100—120 lc? Lebendgewicht . . . Lollfleischige Schweine von 120—150 kg Zwiebeln trockene,gesunde Winterware 50 Milo Mk. 2.75, ordnere Posten bedeutend lnlllgei, versendet Ijndwig Erb, Echzell in der Wetterau. Telephon Anschluß. >'"44 Kälb er. Feinste Mastkälber . . . . . . - « Diittlere Mast- und beste Saugkälber . Geringere Aiast- und gute Saugkälber 6 d) a s e. Handel. S Bad-Nauheim, 2. Okt. Drop deS reichen Obstsegens hat das Tafelobst einen im Verhältnis zur Ernte hohen Preis. Das bewiesen nicht nur die kürzlich oorgcnommenen öffentlichen Versteigerungen, wobei für den Zentner Acpfel am Baum durchschnittlich 12—15 Mark bezahlt wurden: das beweist auch der für gebrochenes Obst letzt bemdjenbe Verkaufs- preis, wenn er int allgemeinen auch noch nicht an den Berstergerun- gen hcranreicht. Es beträgt der Preis für den Zcnyier ge- mischter Sorten Aepscl Tafel- und WirtschaflSobst' hter eben allgemein 10 Mk. bohe Lummen musi man ,ur auserlesenes feines Tafelobst anlegen. So wirb z. B. ber „örafat- öeiner", der edelste.Äpfel in unserer Gemarkung, mit 25 bis 30 Psg., die Ananas Reinette mit 18 bis 20 P,g pro Plund bezahlt, während man für „.stonigl. Knrzstiel ', ..Ohudreinette von Blenheim", Landsberger Reinette u. a. 12 bis 15 Pfg. für das Pfund ausgeben must. Für 2 ch ü t t e l o bst zahlen die hiesigen Apfelweinkeltereien eben 6,50 Mark d a S .'Je alter. Im vergangenen Herbst kostete der Doppelzentner Mclterobft um bicie Zeit 14 Mark. gewicht Mk. feinste Mastkälber. . . . . PiilUere wiast- und beste Saugkälber .... Geringere wiast- und gute Saugkälber . . Geringere Saugkälber......... S cha le. Weidemastschafe: Mastlämmer und Äiasthammel . Schwe ine. , , Vovsteischige Schweine von 80-100 kg Lebend- APiOifflt • • 4 • • • • O V /g • V DoUsteischige Schweine'unter 80kg Lebendgewicht 68'/,-69V, VoUsleischige Schweine von 100—120 kg Lebend- VoUsleistl)ige Schweine von 120—150 kg Lebend- gewicht Limburg a. d. Lahn, 2. Oft. fj rit rfjt ma vt t. schnittspreis vro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,30 Mk., weiter Weizen sangebaute Fremdsorten) 16,80 Mk., storn 12,75 Mk., W BÄ 11,00 Braugerste 13,50 ML., vaser Mk. 9,50 Wik., Erbsen 0,00 Mk* Kartoffeln 3,60 bis 4,00 Mk. Ocdfe n. Vovsieifchige, ouSgemästete, höchsten Schlachtwertes im Alter von 4—7 Jahren . . . • Tie noch nicht gezogen haben (ungeiocht) . . Junge, fleischige, nicht ausgemastete und altere K auSgemästete . .....• • • • • Bull en. Vollsteischige, ausgeio^ höchsten Schlachtw. . . Bollsleischige, jüngere Färs en, Stn5*. , Vollsteischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes . • • • • Vollsteischige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren ... Wenig gut entwickelte Marsen. . . . . . • Aeitere ausgemästete Lühe und wemg gut eiu- wickeUe jüngere Stütze . . ...... Mäßig genährte Kühe und Färsen St a l b ec. slvaft hat in großer Aufregung feine Sacfc rrvannnt 2. In den sLndesamtlichen Registern von Balercourt ist Jxn. d in dieser ölemeinbe geborene ehemalige D^atRo^aud am belena, einem englifdm Territorium , «e,to Italien und verkauft dort ^Uen. Iw Jahre 18-3 liegt endlich die Vaterliebe über Klugheit und lästr feine Brillen im Stich und pilgert nach cschonbrunn, um s?inen Sohn zu sehen In dem -lugenblick, tn welchem er fern stinb ans Öen drücken will, wird er niedergeschosien. Wenn Alexander Dumas diesen romantischen Sw^ka^t hatte, hatten wir wahrscheinlich ein Pendant zu den „Drei Musketieren be kommen! ^Fmc?»Uebahcke Bieb h-k-M arMb t wm 2? Oft. Auftrieb: Rinder 98 (Ochsen 33, Bullen Q, Kiche 6j), Kälber 306, Schafe 70, Schweine 463. ioo<ßfb. Geschäft mittelmapig. Ld- SZacht- Ohne Reiben, ohne Ein- seifen, ohne 9tafenblcichc kann heutzutage eine Hausfrau mühelos ihre Wäsche selbst tun, wenn sie dieselbe ■modernen Wasch- u. Bleichmittel Giotil Stunde kocht. 'Jiadibcm die Wäsche ausgcsvült, iit sie rein und idmeeweih- Per '/.Paket 30 Pig- Fabrikanten HanauerSenenfabr.J.Gtotb G m- b. H. istiederlage bei: Wilhelm Wagner, (Hiencn, Stein inane 45.________ID8*/« LufischrffahrL. Main» 2. Okt. Auf dem hiesigen Flugplatz „Droster Sand" findet am kommenden Sonntag nachmittag eur vom Verein für Flugwesen veranstaltetes Fliegen statt Das Luft- schiii Viktoria Luise" kommt von Franfturt a. M. mit Passagieren hier an und landet, um einen Passagierwechsel vorzu- "^Friedrichshafen, 2. Okt. Der für heute beabsichtigte Werkstättenaufstieg des M a r i n e l u f t s ch i f fs ist jr.cl* tag verschoben worden, damit am Luftschill noch vmchiedene Verbesserungen vorgenommen werden können. Gras Zeppelin beabsichtigt, die Fahrt persönlich zu leiten. Straußfedern, M. Reitz Ww., Riegelpfad 20. (6375 Vermischtes. • Tödliche Automobil-Unfälle. Bei Saarburg lLotbringenl stürzte das Automobil des Gasthofbesitzers B ade l von der Rönigsburg eine steile Böschung hinab, als es einem Fuhr- werk m.Sweichen wollte. Tie Insassen, eine Frau von 37 Jahren, «in ftrÄiifein von 18 Jahren und ein Herr, wurden heiaus- geschl'eude t. D i e b e i d e n D a m e n gerieten unter das Gefährt und wurden s o s o r t g e t ö t e t. Ter Herr- erlitt so schwere innere Berletzuimeu, daff an seinem Aufkommen gezweifelt wird. L,er Ehauffeur konnte sich durch Abspringen retten. - Bei - anb§- bera a d. Wartbe überschlug sich der Kraftwagen des^rustischen Barons Stryk bei einem Zusammenstost mit einem ,mi iwerf. Ter Kutscher erlitt so schwere Verletzungen, daß er am ; c ian5- port in das Krankenhaus starb. Der Baron eilttt einen > >n- b r u ch. Ter t tzauffeur blieb unverletzt. - Ter Millionär J r u e c Brom n raunte bei einer Probefahrt für das Vauderbilt Kennen bei Atilwaukee (Nordamerika- gegen einen Zaun, erlitt einen Schädelbruch und war sofort tot. , * Eisenbahnunfall. Em Klembahnzug fuhr zwischen S ch w e r i n s b u r g und Löwitz gegen eine vom Sttirm aus die Schienen geworfene Pappel und entglerste. Der öugfustccr wurde von der Maschine giichleudert und war fosort tot ^er Deizcr, der zwischen Maschine und Baumstamm. emgeNemmt wurde, ist stark verbrüht worden. ^Zier Stunden muffte der,Bedauernswerte aushaltcn, ehe er befreit werden konnte. .An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Kleine Tageschronik. Durch das Sturmwetter der letzten Tage sind an der Küste von Portngal ein vortngiesisches, ein ,unb.ctu anderes ausländisches Schiff gestrandet. Acht Fischerboote sind 0^^ In ^'e u st*r e l i tz Wollte der frühere Gutsinspektor Lemcke sich und feine Familie wegen Nahrungssorgen töten. Er ölhicte feinem Kind die Pulsadern, zertrümmerte dann seiner ^-rau mit einem schweren Hammer den Schädel und versuchte hieran sich zu erhängen, verlor hierzu aber den Mut. Er wurde MarmaroS-Sziget (Ungarn) stürzten 30 Männer und Frauen bei einer Neberlahrt über die allein iu^ Basler. Brautleute. Extra billiges Schlalzimmer Aogehol in nur prima Qualitäten bei langjähriger Garantie Schlafzimmer, Hal. 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Nennstiel Flocketrasso 7 Fernsprecher 236 Mustorkarten auf Wunsch sofort zu Diensten & zur Bereitung von Gemüsen, Saucen usw. stellt man vorteilhaft her Tapeten:: Linoleum Linkrusta Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister. I. d. N.: Friedrich Kohl weyer. vorteilhaftes Angebot vorzügliche Qualität 150 cm breit p. Meter 1.20 160 cm breit p. Meter 1.25 Heute nacht entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Gatte, unser Onkel und Schwager M Gießen (Asterweg 43), Essen a. Ruhr, Frankfurt a. M.,_am 2. Okt 1912. Die Beerdigung findet an seinem Geburtstage, Freitag, den 4. Oktober, nachmittags 41/? Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Cleverstolz ersetzt beste Meiereibutter Vitello ist feinster Gutsbutter ebenbürtig Tödes - Anzeige Statt Jeder besonderen Meldung. Freiwillig aus dem Leben geschieden ist unser hoffnungsvoller und Bruder Hand- Arbeiten! Stets frisch erhältlich in allen einschlägigen Geschäften Alleinige Fabrikanten: Van den Bergh’s Margarine - Ges. m. b. H. Cleve 5 Würfel 20 Pfg, einzelne Würfel 5 Pfg. Heute abend entschlief sanft nach schwerem Leiden unser innigstgelicbter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Gemmer, Wied, Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen: Familie Gemmer. Gießen (Credncrstraße 45), 2. Oktober 1912. Die Beerdigung findet SamStag nachmittag um 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes Um stille Teilnahme bitten die trauernd Hinterbliebenen. / In deren Namen: Frau Helene Simon "Wwe. Neuheiten in Hedebo-, Astern-, Richelieu-, Macramö-, Knüpf - Arbeiten, Filet, Gnipure, Kelim, Smyrna, Rhodos Am 1. d. M. abends 7 Uhr entschlief in Garbenteich infolge eines Herzschlages unser guter Vater, Onkel und Grossonkel Schneidermeister AdcUH Aich Veteran aus dem Feldzuge 1870/71 aus Gelsenkirchen-Schalke, im Alter von 64 Jahren. Die trauernd Hinterbliebenen: Johann Arch, Bernhardine Arch, geb. Neukämper Heinrich Arch nebst Braut, Familie Jakob Arch, Holzheim, Wwe. Karl Heller nebst Kinder. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück bei dem Hinscheiden unserer lieben Mutter, Groh- mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Marie Schmidt Wwe geb. Kreiling sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, den 2. Oktober 1912. [6628 « Westfälisches Bettuch-Halbleinen Garbenteich, Gelsenkirchen-Schalke, Holzheim, den 3. Oktober 1912. 66a6 Die Beerdigung findet Freitag, den 4. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause in Garbenteich, Steinbacher Strasse 9, aus statt. €L ^öhr & Co Mitglied der Rabatt-Sparvereinigung. Kartoffel-Lieferung Die Lieferung von 80000 kg gute und durch- lcsenc Speisckartoffeln für die hiesige Anstalt soll öffentlich vergeben werben. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens 18. Oktober 1912, vormittags 10 Uhr, hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Kartoffelsorten zu benennen und die Bedingungen, die auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten offen liegen, anzuerkenuen. Die Proben sind getrennt von den Angeboten einzureichen. Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung zu teilen. Zuschlagsfrist 8 Tage. (Sieben, den 2. Oktober 1912. Drosch. Direktion der LandeS-Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen. . I- dl.: Lotz, Grosch. Hausverwalter. (ß3/in Verdingung. Flir die Provinzial-Licchcnanstalt Ober- hcffen iu Wieweit soll die Lieferung vou ca. 600 Ztr. gut. Tpcisekartoffeln vergeben werden. Tie näheren Bedingungen liegen auf dem PerwaltungSbureau an den Wochentagen von 3—5 Uhr nachmittags offen, woselbst Angebote nut der Aufschrift »Lieferung an Kartoffeln für die Provinzial-Siechenanstalt* versehen, bis zum Er- öffnungStermin ToRiteröfafl, Den 17. WM 191», norm. 9 Uhr. cinzmcichcn sind. 9 Gießen, den 30. September 1912. ßJ/ Direktion der Provinzial-Siechenanstalt. "11 !T" A Wegen Aufgabe des \ /I Geschäftes verkaufe 1/1 / 1 L—iL} ich meine sämtlichen V 1 V 7\ 1 :: Federn :: Blinder. Blumen __ usw., alles nur prima Ware, weit unter Preis, teils zu und unter Einkauf. Hüte, werden noch garniert Verstellbare Huthalter, auch für Herrenhüte geeignet, abzugeben. [6463 M. Wagenbach,Wetzsteinstr. 38 HB ■