Itr. 55 6dd)dni täglicb mft Ausnahme des EonnragS. Die „Landwirischaslltchen Seit» wichenllich General-Anzeiger für Oberhefjen tragen" erscheinen monatlich zweimat. £te „Sletzrner ^amiliendlStter" werden dem „Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Xrelsblah ffir den Kreis Ziehen" zweimal Sünftes Blatt 162. Jahrgang Gießener Anzeiger Samstag, 2. März 1912 RotanonSdrua und Verlag der Brühl'schen UniversilälS • Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strafe 7. Expedition und Verlag: 5L Redaktion:e-HA 112. Tel.-AdruAnzelgerGteßen. hessische Zweite Kamm«. bs. Darmstadt, 1. März. Der heutige Tag brachte den Schluß der Hauptaus- - spräche und den Anfang der Einzelberatung. Der Sozial- -lmokrat Adelung und der Nationalliberale Dr. W i n k- ilrr roaren die letzten Redner zur allgemeinen Beratung, D’HT Abg. Adelung scheint es in der Tat ernst mit einem Bündnis der Freisinnigen zu sein, denn er umschmcichelte tiefe Partei in einer Weise, die für einen Sozialdemokraten vt>gewöhnlich ist. Abg. Breidenbach holte sich freiwillig seine Rüge, Indem er sich als denjenigen bezeichnete, der gestern „Unverschämtheit" bei der Rede des Abg. Korell-König- slädten rief. Der Abg. Dr. Winkler hielt Abrechnung mit den Freisinnigen und den Sozialdemokraten. Besonders bc- Mftigte er sich mit dem neu in das .Haus gekommenen ^geordneten Korell-Königstädten, der seiner Ansicht nach her Typ eines politischen Berwandlungslünstlers sei. Auch auf den Abg. Henrich richtete er seine Pfeile. Herr Heu nd) spiele sich als der Finauzmiuister per excellence auf. Liefer Abgeordnete glaube, daß durch sein Erscheinen im Landtage eine Lücke ausgefüllt worden sei. Gegen den Abg. -orell-Königstädten wandte sich auch noch der Abg. W o l f - btadccken, der sich über den Ton beschwerte, den dieser Ab- grordncte in die Kammer trägt. Sitzungsbericht. Präsident Köhler eröffnet um 9*/i Uhr Die Sitzung. Ter Abg. Breidenbach (Bbd.) erklärt vor Eintritt in bie Tagesordnung, daß er es gewesen sei, der gestern den Zwischen- pis „Unverschämtheit" gemacht habe. Der Präsident erteilt dem geordneten deshalb nachträglich einen Ordnungsruf. Zur Tagesordming, Fortietzung der Generaldebatte über den ktaatshaushalt, sprichl^der Abg. Adelung (Soz.). Ich will nicht auf Einzelheiten ein len, aber ich kann Ihnen versichern, daß die Lage kleineren iprrten geradezu erschütternd ist. Hier ist eine durchgreifende [je notwendig. Aber nicht nur die unteren Beamten, sondern Hein Teil der akademisch gebildeten Beamten ist nicht auf Rosen «tlet. Bei den nichtakademischen Beamten wird oft nicht ein l das Existenzininirnum erreicht. Der Redner wendet sich kN gegen die Politik der nationalliberalen Partei. Bon den t sogenannten Nationalliberalen, die in Hessen in den ReickMag chlt wurden, ist nur ein einziger, der wirtlich als national al anzusprechen ist. Herr Dr. Osann hat gesagt, die Sozial traten und die Freisinnigen seien Stiefbrüder. Ihre Freunde, Dr., sitzen hier. (Der Redner zeigt anf den Bauernbund.) daß Ihre Partei der Stiefelputzer dieser Herren ist. Dem Dr. Osann kann der Borwurf nicht gemacht werden, daß er alc Anwandlungen habe. Was die Zollpolitik angeht, so >e von dem Abg. liebel erklärt, daß man keinen Abbau der e wolle. Die Landwirtschaft blute noch unter den Caprivischen Xlsverträgcn. Das ist für mich interessant, denn das Zentrum damals selbst seine Zusttmmung dazu gegeben. (Abg. liebel: kn darum.") 9hm, dann ist das also ein Bedauern, was Jt damit anHprcchen. Es läßt sich nicht bestreiten, daß die Hölle die Kleinen mehr treffen als die Großen. Es gehen allein vi Getrcidezölle etwa 600 —650 Millionen Mark int Jahre ein. Jür die Verstaatlichung der Offenbacher Polizei bestehen keine «Neichenden Gründe. Die Regierung will die Gemeinde damit Er schikanieren. Die Reichsfinanzreform war keine nationale t.roie sie hier genannt wurde. Eine Reicl)sfinanzreforin war swiß notwendig, das haben auch wir aiicrlamit, aber die Wege, h’ man wählte, waren falsch. Was die Teuerung angeht, so Wge ich: Entspricht die Schließung der Grenzen wirklich einem ßcdürfnis? Wenigstens in Zeiten der Not sollten die Grenzen prffnet werden. In Mainz hat sich ergeben, daß eine vorüber Itenbe freie Einfuhr von französischem Vieh einen Preisrückgang r Fleisch gebracht hat. Auch mit der Seuchenverschleppung ist M nichts so schlimm. 42 Prozent unseres einheimischen Viehes an Tuberkulose, von dem eingeführtcn Vieh dagegen mären nur <- 3 Prozent von der Tuberlulose befallen. Das sind doch Er »bningen, die man sich zu mitze machen sollte. Nun zum Wahl M. Sie inadi rechts) Itabcn durch Ihr Wahlrecht einer großen tybt hessischer Wähler das Wahlrecht genommen Die Interessen breiten Massen kommen in diesem Wahlrecht nicht zum Ausdruck. In Schulfragen stehen wir auf dem Standpunkt, daß die gemeinsame Sckmle erhalten werden soll. In religiösen sowohl als cutch in politischen Dingen soll man den Leuten völlige Freiheit gewähren. Die Schule ist die beste Basis für ein späteres gemeinsames Zusammenleben. Schule und Kirche müssen getrennt werden. Der Religionsunterricht soll dem Geistlichen Vorbehalten werden. Der Mg. Hebel hält liberal und Unglaube für glcicksbedeutend. Wenn er gesagt hat, daß alle Gläubige und Konservative zusammen stehen sollen, so gibt es dagegen nur das eine Mittel: der Zusammenschluß aller Liberalen. Wir werden stets dafür kämpfen. Der Präsident rügt den Ausdruck, daß die Negierung die Gemeinde schikaniere. 4lbg. Adelung rektifiziert und sagt, daß die Negierung der Gemeinde nicht wohl wolle. Abg. Dr. Winkler (natl.): Ich muß mich gegen die Angriffe des Finanzministers wenden, die er gegen meinen Parteifreund Dr. Osann gerichtet hat. Ich glaube, daß kaum einer sonst hier die Ausführungen des Dr. Osann mißverstanden hat. Der Staats muß sein besonderes Augenmerk auf die Jugendpflege richten. Sie ist die beste Hilfe zur Bekämpfung der internationalen Sozialdemokratie. Sie ist auch ein Mittel gegen die Anhäufung der Massen in den großen Städten. Tie akademischen Berufe sind überfüllt. Dieser Mißstand läßt sich nicht beseitigen, indem man die Examen vcrschärst. Mau müsse schon in den mittleren Schulen die Spreu von dem Weizen sondern. Man würde dann auch zu einer besseren Wertung der Wissenden kommen. Tic Herren, der Linken werden ja selbst wissen, welche Macht ihnen eine geistige Ueberlegenheit bringt. Redner wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Henrich (Fortschr. Vp.). Aus jedem Ton seiner Rede ging hervor, daß er mit dem Bewußtsein in dieses Haus kam, eine Lücke auszufüllen. Die Ueberlegenheit, mit der er seine Etatsrede hielt, zeigte, daß er von sich glaubte, selbst ber beste Finanzmimster zu sein. Der Abg. lUrid) hat gesagt, daß man bei den Bauassistenten mit dem Sparsamkeitssystem angefangen habe. Das ist ein Irrtum. Sic sind nicht aus Sparfamkeits.ücksickstcn entlassen worden, sondern weil die Baulätigbit eingeschränkt wurde. Dann hat der Abg. lUrid) den sonderbaren Vorschlag gemaclst, zwei Mnisterposten zu streichen. Er wollte damit nur seinen Wählern Sand in die Augen streuen, damit es draußen im Lande heißt, der Ulrid), das ist ein Kerl, der traut sich sogar an die Minister heran. Die Aufbesserung der Beamtengehälter ist dringend notwendig. Die Beamten müssen aber endlich Taten sehen. Geben wir also den Beamten was sie fordern, und die Regierung wird davon selbst den größten Vorteil ziehen. Der Redner wendet sich dann der allgemeinen politischen Lage zu. Der Justizrat Gallus im Wahffreise Tannstadt-Groß- Gerau führt seine Anhänger in das sozialistische Lager. Unter diesen Umständen ist ein Zusammengehen mit dieser Partei nidtt möglich. Hat dock) der Abg. Morell Mömgjtäbten selbst einmal gesagt, daß er es bedauere, daß das Bündnis mit der Sozial- demolratie gescheitert sei. Wenn sid) die Herren Freisinnigen ihres Stimmenzuwachses rühmen, so müssen sie bedenken, daß wir ihnen eine ganze Reihe von Wahlkreisen geschenkt haben. Wir haben ihnen viel größere Opfer gebracht als sie uns. Sie haben fid) von den Sozialdemokraten und and) von beit Konservativen wählen lassen. Sie sind positiv für die Sozialdemokratie eingetreten. Es ist feine Kunst, den deutschen Staatsbürger unzusrieden zu mad)en. Das beste Beispiel dafür ist, daß Sie inach links) hier sitzen. Parteien, die die Unzufriedenheit nähren, machen in unserer Zeit das beste Geschäft. Sie sollten sich hüten, das zn sehr hinauszuposaunen. Die Sozialdemokratie treibt Personenkult. Im Hessischen Volkssrennd wurde das Bild des Reichstagsabgcorbneten Quessel allen Genossen zur Auschaf- fung .empfohlen. Die Freisinnigen machen es gerade so. Jin Wahlkreise Alzey-Bingen habe ich aud) das Bild des Pfarrers Korell gesehen. Id) frage mich, wie kann man denn diesen Mann hier aufhängen? -"Zwischenruf: „Sie sind wohl eifersüchtig?") Präsident Köhler: Sie meinen wohl das Bild. Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Winkler (wrtsahrenb): Wir verstehen das einfach nicht — oder verstehen es doch. Aber meine Partei macht einen solchen Heroenkült nicht mit. Was das Auseinanderfallen der nationalliberalen Partei anbetrifft, so werden wir Ihnen in dieser Beziehung noch eine große Enttäuschung bereiten. Der Abg. Korell Königstädten hat sid) für die Zölle ausgesprochen, weil es so für seinen Wahlkreis am besten passt. Es empfiehlt sid) überhaupt,, den Abg. Korell bei seinen Wahlkreisen zu be- obad'tcn. Dieser Abgeordnete ist für mich der Beweis, daß es aud) unter den Menschen Mimigris, das sind verwandlirngsfähige Tiere, gibt.. Aber in Ober Hessen sind die Wähler nidst so leicht zu beeinflussen wie die Halbfranzofen in Rheinhessen. Das erste Auftreten bei der Elektrizitätsdebatte war nicht für den Abg. Korell-Königstädten. Wie man aber dem Abg. Morell aus seinem Standpunkt zur Zollpolittk im Gegensatz zu dem seiner politischen Freunde keinen Vorwurf macht, so sollte man es uns aber auch nickst immer vorhallen, wenn einmal dieser oder jener aus unserer Partei einmal -eine andere Meinung hat Der Abg. Korell hat sich aber aud) eine kleine imlitifdw Bilanzverschleierung zu schulden kommen lassen, weil er aus Taktik nickst von den Nationalliberalen gesprochen hat. Herr Korell hat den Bund der Landwirte gemeingefährlick) genannt. Danach wären alle Berufsvertretnngen gemeingefährlich. Die sozialdemokratisck)e Bewegung wird meines Erackstens etwas vorübergehendes sein. Man hält uns immer vor: Laßt einmal das Volk reif werden, bann sollt ihr sehen, wie es eud) geht. Wir sehen der weiteren Entwicklung der Dinge gern entgegen. Je reifer das Volk wird, desto mehr wird es sich von denjenigen abwenden, die den Gang der Staatsmasckstne hemmen wollen. Damit ist die allgemeine Beratung über den Hauptvoranschlag gesckstossen. Abg. Wolf-Stadecken (Bbd.) (zur Geschäftsordnung): Wir werden im Seniorenkonvent nicht noch einmal jeder Fraktion zwei Redner gewähren. Der Abg. Korell-Königstädten hat burd) die Art seiner Reden das gute Einvernehmen, das hier immer obge maltet hat, gestört. Dadurch wird die Rechte nur um so stärker zusammengehalten. Abg. Adelung >Soz.): Es kommt bei der Zalst der Redner ood) nicht auf die Stärke der Fraktionen an, fonbent auf das, was die Rebner zu sagen haben. Es folgen bann persönliche Bemerkungen der Abg. Henrich, Korell M'önigftäbtcn und Dr. Winkler. Der Abg. Korell Mönigftäbten erhält eine Rüge, weil er gegen den Abg. Dr. Winkler persönlich wurde. Es tritt dann eine Pause ein. Nach dieser beginnt die Spezialberatung. Zu Kapitel 1, Reste aus früheren Jahren, beantragt der 2lus- schuß die Bewilligung der "Einnahme von 465 718,02 Mk., der Ausgabe von 1849,68 Mk., und beantragt weiter: fid) damit einverstanden zu erklären, daß aus dem Abschlüsse der Jahres red nung von 1910 der Betrag von 2 060 079,67 Mk. vorerst reserviert bleibt, bis endgültige Entscheidung über diesen getroffen wird. Der Antrag wird ohne Aussprache angenommen. Bei Kapitel 2, Verwaltung, Kamera! und Forstdomänen des Gros l erzoglichen Hauses, fordert bie Mehrheit des Ausfdmsses 10 00ll Mk. zur Herstellung des vierten Affembleezimmers und. die Bewilligung der Einnahme von 6 273 750,— Mk., bet Ausgabe von 5 021 102,43 Mk. Heber diesen Antrag kommt es zu einer Aussprache. Abg. Stopl er (Ntl.) wendet sid) gegen die Umwandlung der Oberförsterstelle in Lqstterbach in eine Forstassistentenstelle. Abg. Morell- Angenrod (Bbd.) hält den Preis der von den StaatLbomänen^für Stroh geforbert wird, für zu hoch. Abcf7 Rckab (Soz.) spricht der Forstverwaltung seine Anerkennung aus, baß sie den Holzhauern eine Lohnerhöhung bewilligt habe. Er spricht bann gegen bas Verhalten einiger Oberförstereien, besonders der Oberförsterei Darmstadt, die sich den Forderungen der Holzhauer gegenüber rigords verhalten. Abg. Henrich (Fortschr. Vp.) spricht für die Aufbesserung der Forstwarte. Abg. Hauck (Bbd.) tritt für die Belassung der Dberförfttfe’ in Groß-Umstadt ein. Abg. Brauer (Bbd.) ist der Ansidst, daß aus den Jagd- öerbadtungen zu geringe Einnahmen erzielt werden, die in keinem rechten Verhältnis zu dem Wildschaden stehen. Abg. Wigand (Zentrum) wünscht M Erhaltung der Oberförsterei in Wimpfen. Abg. Kredel (Ntl.) schließt sick> diesem Anträge an. Abg. Dr. Osann matl.) wünscht gleichfalls eine Aufbesserung der Kommunalforstwarte. Im Landtage sei diese Angc- legcnh.it bereits am 17. Mai 1910 behandelt worden. Abg. B e st natl. > wünsdst, daß die Hofjagden wohl freihändig abgegeben werden formen, daß aber alle anderen Jagden zur Versteigerung kommen sollten. Abg. Busold -Soz.) unterstützt den Antrag Raab und beschwert sich ebenfalls über das zu scharfe Vorgehen der Oberförstereien. Abg. Brauer (Bbd.) beantragt, die beiden Vorstellungen der Städte Wimpfen und Groß-Umstadt auf Erhaltung der Oberförsterstellen für erledigt zu erklären. Geheimrat Wilbrand: Man müsse sich klar darüber fein, daß mit der Revision einiger Beamtenstellen eine Anzahl von Gemeinden gefd)äbigt werden. Wenn man sich nicht klar darDer Doppel dut. Die englischen Modeerfinder setzen kn Stolz darein, nidit nur elegante, sondern auch praktische ihrem Pudliium darzubieten. Während die sranzösischen Irttentünftler das Bedürfnis der „praktisd)en Hausfrau" nicht il außer Acht lassen, nimmt man in England daraus besondere ^rauctt^ciiiUctoti. Die Grundlinien der neuen Mode. Nur langsam und bedächtig lüften in diesem Jahre die Patt r Modensa öpser die Schleier von dein großen Gelreimnis der ■rurn Frühjal-rsmode. Jetzt hat der Leiter des berühmten Schnei decheliers Redfern in Paris einem Mitarbeiter des Neu- k? Herald einige interessante Einzelheiten über die kommenden Buitber verraten. „Die kommende Mode," so erklärte Mr. Ncd- k. „wird den Geist des gried-ischen Gewandes mit der Anmut und Ivc'.nehmheit der Roben des zweiten Kaiserreiches vereinigen. Wie 'km man über das zweite Kaiserreich denken mag, niemand kann kreiten, daß es eine Zeit des Luxus war. Damals begünihgte Vt Mode der Verwendung von üppig sließendcm, kostbarem Ma- kial, und das gab der Geselligkeit und der Frau jener Zeit eine Rr:e von Vornehmheit Das ist das Prinzip, an dem sich die kniende Mode inspiriert hat und in dieser Richtung liegen and) Grundlinien der Neuen Frübiahrstradst. Alle Jjarten und fflkersallenden Stosse werden verschwinden, an ihre Stelle treten iBtidje, zarte, schvnsallende Gewebe. Die straffen, herben Linien k vergangenen Mode mit ihren llebertrcibungen sind vorbei: nn künftig wird das Streben vorherrsd>en, die natürlidien Linien Körpers harmonisch zur Geltung zu bringen, aber alle ge Mlichen Extreme sind verbannt. Und das ist wohl das Cba- 'cheristische der neuen Tracht: daß alle Ucbertreibungen ver- ■tben sind Der neue Rock z. B. ist von dem Hiunpelrock. tkio weit entfernt wie von dem berüditigten „Ballonrock". Die fr:e der Hüffen wird betont, zugleid) aber durch Volants aus Wnen alten Spitzen gedämpft und gemildert. Der Rock wird genug sein, um körperliche Grazie zur Geltung zu bringen, PM' id) aber weit genug, um der Trägerin statt des Trippelns ein - > h zu erlauben; sie wird aud) in einen Wagen steigen können, »h ihr Kleid bis zu den Knien raffen zu müssen. Die Dame ick) nickst mehr in ein Futteral pressen, sondern sie wird bc kt11,e Lingeriekleider tragen. Und in ihren Reichtum an Sticke g'f. und tastbaren Spitzen ist die neue Mode auch wirklich ein? “tie für Damen im Gegensatz zu der verflossenen, die sich iflitlid) für die „Midinette" eignete." Rücksicht und weiß, daß ein Modell auf den besten Erfolg zu rechnen hat, wenn cs das Nützliche mit dem Angenehmen verbindet und Schick mit Billigkeit vereint. So haben Londoner Modefirmen vor einiger Zeit die Gesellfchaflstoilette gebracht, die gewendet als Straßenkleid getragen werden kann. Wie aus der Raupe sich der schöne Schmetterling entwickelt, so verwandelt fid) die Besitzerin eines fold'.en Kleides aus der Trägerin eines ein fad knappen Promenadcnkostüms in eine Dame in großer Toi fette. Der Erfolg mit diesem Versuch hat nun die Erfindung des Dovpelhutes zur Folge gehabt, der in der englifd)en Nachwelt gegenwärtig. Aufsehen erregt. Bei der Kostspieligkeit der modernen Hüte ist es aber aud) wirklich die ebenso einsadst wie kluge Lösung eines schwierigen Problems, daß die Käuferin eines solchen Doppclhntes — zwei elegante Hüte erwirbt. Die Hüte sind aus weichem Seidenstroh gemacht; die äußere und die innere Seite iveisen verschiedene Färbungen aus. Tas außerordentlid» rveiche Strob läßt sich falten, biegen und wenden, ohne daß es bricht, und so genügt eine Handbewegung, um den weißen Strohhut umzuwenden und nun einen roten aufzusetzen. Der Rand wird ausgeklappt und bietet einen pikanten farbigen Kontrast zu dem Kopf. Die Garnierung besteht aus einer großen Schnalle oder Schleife, die am äußersten Ende des Randes angebracht ist, und beim Umdrcben wieder an dieselbe Stelle kommt. Die Hüte sind in Farbe und Form höchst gesd)mackvoll zusammengestellt. — 5? o ch sch u l e für Frauen zu Leipzig. Ein erfreulicher Beweis für das erwachte Kulturbewußtsein unserer Frauenwelt ist der glänzende Ausschwung, den die neue Hochschule für Frauen zu Leipzig genommen hat. Im ersten Semester, das jetzt zu Ende geht, ist diese jüngste Bildungsstätte deutscher Frauen fast von 900 Hörerinnen und Studierenden besucht tvorden. Ber- gleidst man das neue Vorlesungsverzeichnis, das soeben trfd)ienen ist, mit dem vorhergehenden, so erkennt man deutlich das bewußte Vorwärtsschreiten der jungen Anstalt. Nickst nur, daß die Vorlesungen bedeutend zahlreid>er und systematischer geworden sind, sondern es stehen jetzt den Studierenden der neuen Hochschule auch eine große Anzahl praktischer Uebungsstätten zur Verfügung. Ferner sind zwei wissenschastliche Institute eingerichtet worden, ein Institut für Erziehungskunde und ein sozialwissenschaftliches Seminar. — D i e Frauenrechtlerinnen am Scheidewege. Die bekannte Neuyorker Millionärin Frau O. H. P. Bel- m_o n t, die durch Errichtung eines billigen Gasthauses und eines „Schönheitssalons" für das Frauenstimmrecht Stimmung zu machen sucht, muß jetzt erfahren, daß Undank der Welt Lohn ist. In ihrem Sdwnheitssalon kann man massiert, frisiert und verschönt werden, die erlesensten Toilettewasser stehen zur Verfügung und die Idee, mit diesem Köder putzsüchtige Frauen anzulocken und so allmählich für das Frauenrecht zu interessieren, hat sick) zwar in der Praxis bewährt: es fehlt nickst an Kunden, aber den Gehilfinnen von Mrs. Belmont sind plötzlich Bedenken aufgetaucht und so manche Unstimmigkeiten erstanden. Zuerst begannen die Damen zu streiken, die in dem Gasthaus kochen und bedienen. Mrs. Belmont wollte ihre eigenen Diener zur Aus Hilfe hinschicken, aber die Männer waren empört und liefen ohne Münbigung davon. Nun hat auch die Vorsteherin des Schönhettssalons ihre Demission gegeben. Sie ist der An sich!, daß diese Form ber Propaganba doch der großen und sckwnen Sache unwürdig sei. „W^nu sie eintreten, werben sie empfangen mit ber Frage: „Haben Sie schon mit diesem Haarwasser einen Versuch gemacht? Haben Sie schon jene Teintpillen erprobt?" Unb bas scheint mir nicht ber rechte Weg, bas Frauenstimmrecht burch- zusetzen. Mrs. Belmont meint es gut, sie hat Tausende aus- gegeben. Sie kommt jeden Morgen um zehn mit ihrem schönen Privatautomobil, ein Diener öffnet ihr den Schlag. Daun kommt sie herein und arbeitet, kostet die Suppe, arrangiert die Seifen im Schönheitssalon und beaufsichtigt alles. Sie ist unermüdlich, aber sie hat meiner Ansicht nach einen falschen Weg eingeschlagen unb barum trete ich zurück." Unb nun herrscht im Frauen- klub bittere Zwietracht, bie einen sind für ben Sciwnheitssalor unb bie anderen bagegen. Was wirb gcsck)ehen? Tie tätige Mill lionärin erklärt jebenfalls, sie werbe ihren Plan nie aufgeben sie wirb weiter Seife unb Haarfärbemittel verkaufen, zum Heil unb Frommen der Frauenrechtlerinnen. Und beweisen, baß bies bei rechte Weg zum Frauenstimmrccht ist. ff; D i e weibliche Polizei in Siam. Siam ist wohl bas einzige Land, das sich einer vollständigen weiblichen Polizei macht rühmen kann. Es ist keine leichte Aufgabe, die den Amazonen anvertraut ist. Sic haben das - verantwortungsreiche Amt, den Harem im Palaste zu Bangkok zu bewachen. Trotz der schönen Uniform ist ihr Anblick fürchterlich, denn nur „mordshäßlick^e und schon in gereiftem Alter stehende Tarnen" werden für die Polizeimacht angeworben. Wer auch immer das innere Schloß, ben Wohnsitz der königlichen Frauen unb ihrer Hofbamen betritt bem heftet sich sogleich ein weiblicher Polizist an die Fersen Aber da,die Anforderungen groß und die Gehälter klein sind, so hält es schwer, diese Amazonen stets zu ergänzen. e j)le P bekommen. G der Mk. die 82-87 45-48 82-92 46-52 ein» 84-00 40-00 62-63 50'/,-51-4 73-78 66-72 50—52 49-51 44—47 40—48 be- des- dem Mk. 90 V,—»S 89-91 74-77 79-86 64-72 60-66 103-106 90-101 82-89 70-78 63-64 62-00 497,-50'/, 49',,-50 62—64 54—60 39-53 42—47 Preis für 100 T-fb. Lebend- Schlachtgewicht 40—43 41-44 35-89 30-33 über war, daß man Wunden schlagt. Dann hätte man lieber alles so belassen sollen, wie es war. Ten Holzhauern hätte man einen Aufschlag von 35 «Prozent gewährt, womit sie sehr zu frieden gewesen seien. Er habe sich sehr gefreut, daß die Abgg. Henrich, Dr. Osann und Wigand sich der Kommunal forstwarte angenommen hätten. Der Präsident schließt die Sitzung um V/2 Uhr. Fortsetzung der Spezialdebatte Dienstag 10 Uhr. Der Präsident erinnert daran, daß in der nächsten Woche auch Nachmittagssitzungen abgehalten werden. en von tzä siekit k I -in Cis I Kifttn dem M-i-Miser t I Kitt ist üb I ^ensllufs n I ->5ilitärho! I ^tigfeit der I -Mmen Ai I Kuder daru ■ Tkieiide Ang« I ilänncr, I j'lg und bl ■•tutritt in ? |r ^kracht kl Mriroen nicht ■J.danient ... 1 Itnsers gelöst Andernsal Jriiibcnt Cra ■riem Posten I dahin gei I Linet ju Vmgsmehrheil WStbrvorlagen, «hing der 61 Mehrvorlagen ■taf sbuen £ Bn starken Jet ■»n Kroatien if von ihm g if beiden obei Wpartei ein 4? zwei Tri! üingten An iwrni durchzi « Zusthianer Iji, 37 Ugei -chrvorlage i: xnig daran tr einseyten, 2 rüden. So reiche gesetzt chnpräsident ■'t Opposition ^öglichte, da ? erledigen. Aach 9?eir "fbtr ein und fflbeni auch j ?en mußten j’to Rekruten F^ung Hins -Mmte Zusm tmiary, vor Märkte. F. C. Wiesbaden. D iebh os »M arktberi cht vom 1. Marz. Auftrieb: Rinder 80 (Ochsen 45, Kühe 35, Bullen 0), Kälber 1>8, Schale 13, Schweine 228, Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe, Schweine ruhig. Llchrerbericht der Zrciwwigen $an!täts=Koloiine vom t oten Areuz zu G.etzen für das Jahr 1911. (8. Jahr des Bestehens.) Suspendierung des Kartoffelzolls für vorjährige Ernte. Ein Vertreter des Zentrums beanstandete jetzt nachträglich dieses Verfahren des Bundesrats und richtete an diesen die Frage, auf Grund welcher gesetzticlien Bestimmungen er eine solche Verfügung zu erlassen sich berechtigt halte. Im Zolltarifgesctz und in sonstigen gesetzlichen Bestimmungen fei eine solche Vollmacht nicht ersichtlich, die dem Bundesrat die Befugnis zuschreibe, einen bc- stehendcn Zoll einseitig auszuhebcn. Dem müsse man aus prinzipiellen Gründen entgegentreten Dieser Einspruch des Zentrumsabgeordneten deckt sich mit dem Inhalt eines Artikels, der heute früh in der Deutschen Tageszeitung erschienen ist. Schatzsekretär Wermut h begründete das Vorgehen des Bundesrats mit der seit Jahr zehnten geübten Praxis, aus B il l i q k e i t s g r ü n d e n rn ernzelnen Fällen Zölle ganz oder teilweise zu erlassen. Es- sei auch schon im Plenum bei der Verhandlung der Anfrage ausgeführt worden, daß in diesem Jahr tatsächlich besondere Verhältnisse vorliegen, die generell eine Erlassung des Zolles aus Billigkcitsrücksichtcn gerade im Sinne des Gesetzes rechtfertigen. Der Ausschuß beabsichtigt, diese Frage beim Haushalt des Reichsschatz amt- grundsätzlich zum Austrag zu bringen. Bis dahin wurde die Wciterbesprcchung zuräckgestellt. Die zweite grundsätzliche Frage, mit der sich der Budgetausschuß heute beschäftigte, knüpft an an den Fall eines U e b e r t r i t t s eineshohen R e i ch s b e a ni t e n in P r i v a t d i e n st. Aus der Mitte des Ausschusses wurde aus Anlaß dieses Falles angeregt, das Pensionsgesetz dahin zu ä n dern, daß das gesetzliche Ruhegehalt ganz oder teilweise bei ilebernahme einer gutbezak.lten Privatstellung ruhe Es tagen zwei Anträge vor, von der Voltsparter 34,87 Mark, die im neuen Rechnungsjahr gedeckt werden muß Hervorgehoben sei, daß u. a. die Stadt Gießen 100 Mark die Sparkasse 100 Mark tzu den Kosten sugefteuert haben und dich die - Stabe Gießen auch das Devot stellt und schon verschieden- Anschaffungen gemacht hat. Auch sonstige Privatpersonen, öfient liefe Anstalten und Vereine haben Beiträge gegeben, jedoch bleibt noch viel zu tun übrig, bis die Ausrüstung komplett ist und das Ziel erreicht ist Mögen sich deshalb' immer noch mehr der Sacl)e wohlgesinnte Menschen finden, die ihr Scherflein dazu geben. gung gegen die im Kaligesetz vorgesehene Verteilung der Propagandagelder durch das Reich zum Ausdruck Der Regierungsvertreter betonte, daß vom Standpunkt des Reichsamts des Innern aus kein Bedenken dagegen vorliege, daß die Verteilung der Propagandagelder — hierzu wäre eine Abänderung des Kaligesetzes erforderlich — wieder au das Kalisyndikat abgegeben werde. Wie sich jedoch die Verbündeten Regierungen hierzu stellen, sei nod* nicht bekannt. Der Staatssekretär des Innern erklärte im weiteren Verlauf der Verhandlungen sich be reit, den Versuch zu einer Beseitigung der Schwierigkeiten mit dem Propagandafonds zu machen, unter dem Vorbehalt der Entscheidung der Verbündeten Regierungen; er bat aber, für dieses Jahr es bei den bisherigen Grundsätzen zu belassen, lieber die Verteilung der Pro pagandagelder gab die Regierung detaillierte Aus- kunft. U. a. erhält der Verein zur Förderung der Moor kultur 30 000 Mk.; für die deutschen Kolonien werden 250 000 Mk. verwendet; an den Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften werden 160 000 Mk. gezahlt, an die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft 183 000 Ml., an den Bund der Landwirte 25000 Mk. Nach seinem Ab satz gerechnet hätte der Bund der Landwirte 46 000 Mt. erhalten sollen; vom Syndikat hat er früher 57 000 Mk. gestrige d Weichen , ^'den unb Ä Aanlesp« pL^ntas durc Lache z rj-f un w.«"6 di- h** übtti h N>»dmkn Miu 5,011 WÄ n mit hi ras M < chre ^ogen 1 Glieder ^örAvol, HanSeL. •• Konkurse in Hessen. lieber den Nachlaß bei Karl Philipv Jakob Becker von G 0 n s e n h e i ni wurde am 3. Febr. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. Schreiber m Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderuugen sind bis zum 5. März bei dem Amtsgeri i t Mainz anzumelden. — lieber den Nachlaß der Heinrich Zinner Ehefrau Walburga geb. Spimienhiru in Neu- Isen bürg wurde am 14. Febr. das Konkursverfahren eröffnet, da die Ueberschuldung des Nachlasses nachgewiesen ist. 63erid tvlcm-ior Dliebevbof in Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernännk. Konkurssorderungen sind bis zum 18. Marz bei dem Amtsgeri.dl Cffenbach anzumelden. — Ueber beit Nachlaß des am 13. Zebu 1912 in Mainz - Kastel verstorbenen SchreuiermeisterS Z 0 s e 0 >' Braun wurde am 26. Febr. das Koukursveriabren eröffnet Rechtsauwalt Winkler in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 21. März bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. vüchertisch. — Gin Sachregister zum Gr 0 ßh. Hess. Regierungsblatt, die Jahrgänge 1907 bis 1911 umfassend, ist soeben verausgabt worden. Es enthält in seinem Hauptteilc die Gesetze, Verordnungen, Bekanntmachungen, Erlasse usw. und in seinem Anhänge die Bekanntmachung bestätigter Stiftungen und Schenkungen, dürfte somit ein wertvolles Nachschlageweck für alle Bezieher des Großh. Hess. Regierungsblattes sein. Verlag I. Diemer in Mainz. In allen Buchhandlungen erhältlich. — König Rolf, ein Schuldrama von Dr. Karl Geng- nagel, 2. Auslage. Darmstadt 1911. Verlag der A. Berg- straeßerschen Hofbuchhandlung. — Für die „Erziehung zum Staate" ist nicht sowohl die Unterlveisung in zufälligen Namen, Zahlen und dergleichen als vielmehr die frühzeittge Beeüt- lussung des jugendlichen Gemütes von Wichtigkeit. Es lassen ich darin Eindrücke hervorbringen, welche aus Lebzeit hinaus ras Wollen und Handeln des Individuums bestimmen. Unter den hierzu geeigneten Mitteln steht das Schuldrama, welches von, und vor Schülern ausgeführt wird, an oberster Stelle. Der Verfasser sieht daher einer Zeit entgegen, wo jede neu erbaute Schule in Deutschland eine Art Bühne besitzt, auf der der Schüler zur sittlichen Tättgkeft im Staate Anleitung empfängt unb wo- elbst Christentum, Monarchie und Ackerbau als die höchsten nationalen Güter unseres Volkes verherrlicht werden. Das vorliegende Schauspiel soll unter anderem dazu beitragen, die literarisch Begabten unseres Volkes auf das Schuldrama im obigen Sinne als ein zurzeit unkultiviertes Gebiet unserer National- Literatur aufmerksam zu machen. Der Gesamtwert des Inventars ist mit 5252 Mark zufetzen und auch so gegen Feuerschaden versichert. Mle Mitglieder der Abteilung Gießen sind gegen Hnfall- und Ansteckungsschäden im Dienste der Kolonne versichert bei der „Deutschland" mit 3 Mark täglicher Entschädigung, 9000 Mark Invalidität und 3000 Mark gegen Todesfall. Die Prämien hierfür bezahlt die Stadt Gießen. 9tuüerbem erhalten die Mitglieder bei Beschädigungen während einer Hebung nach bestimmten Grundsätzen eine Vergütung fettens des Zentralkomitees der Vereine vorn „Roten Kreuz". Gegen Haftpf ttchtschäden hat der Hessische Landesverein eine Versicherung zu Gunsten der Kolonne und ihrer Mitglieder abgeschlossen. und vom Zentrum, von denen der erste der weiter- gehende war; er wollte die Pension um den Betrag küren, um den das neue Gehalt der Privatstellnng das bisherige Gehalt übersteige. Von anderer Seits wurde darauf hingewiesen, daß dieser Antrag unter Umständen eine große Härte bedeuten würde, da schon bei der Bemessung des Beamtengehaltes der Rechtsanspruch auf das spätere Ruhegehalt berücksichtigt sei und das Gehalt deshalb entsprechend niedriger festgesetzt werde. Die Anträge wurden schließlich zurückgezogen zugunsten einer Erklärung des Zentrums, die um eine Novelle zum Beam ten-undOffizier-Pensionsgesetzer sucht,wo nach das Einkommen aus einer int Ruhestand erfolgten Privatanstellung unter bestimm ten Voraussetzungen auf das Ruhegehalt an gerechnet werden kann. Staatssekretär Delbrück sagte eine Erwägung der Erklärung zu, da allerdings gewisse Unebenheiten nicht zu bestreiten seien; aber es sei nicht die Besorgnis abzuweisen, daß ein durch Ausnahme- Verhältnisse veranlaßtes scharfes gesetzliches Eingreifen nach der anderen Seite große Härten ergeben würde. Von nationalliberaler Seite wird der gegenwärtige K a n» I e i b e t r i e b als in tiefer Beziehung Oer» alt et beanstandet. Durch eine Verbesserung dteses schwer- älligen Llpparates könnten beträchtliche Ersparnisse, sowie 'ine Beschleunigung des Geschäftsganges erreicht werden. Ter Staatsfekretär erklärte, daß eine Neuregelung des ganzen Kanzleib etr ieb es be- bereits in Aussicht genommen sei. Für Dienstbescktädigungen im Kriege kommen den Angehörigen der frcmnll. Kricgskrankenpflege und deren Hinterbliebenen laut Reickwgesetzcn dieselben Sätze zugute, wie den Angehörigen der Armee und Marine. Alle Mitglieder sind gegen Haftpflicht vom Landesverein ver- Iicherr, die bei der Wteilung Gießen außerdem noch feiten« AnstÄrn C4lCBCn qcgen Unf°ir und Gesundheitsschädigung durch Durch das deutsche Zentralkomttee vom Roten Kreuz wer- den ferner aui Kvitcn des Landesvereins alle Mitglieder gegen ~ ienftbc)(häbigungcn nach besonderen Grundsätzen verforgt betrugen 2544,10 Mark und die Ausgaben 2578,97 Mark. Es ergibt sich hiernach eine Mehrausgabe von Die Kolonne hatte zu Beginn des Jahres 40 Mitglieder. o^.",e W L-,«R vs-»; 5 Ter verstärkte Geschaf1?ord"unflsausschuß trat unter dem Vorsitz des sozialdemokratischen Abgeordneten Haase heute zusammen, um sich über den Geich ä s t s p l a n zu verständigen. Tie Verfassungsanträge Verantwortlichkeit des Reichs.crnzlers werden zunächst nicht ftt Beratung gezogen werden. Von konservativer Seite wurde angeregt, überhaupt gleich in eine Revision der gesamten Geschäftsorditung zu treten. Hiergegen wurde von der Linken dringender Widerspruch erhoben; sie verlangte, daß zunächst Die brennende Frage, die Angelegenheit der Beschlußfassung bei Interpellationen und kleinen Anfragen erledigt werden solle. In der Zwischenzeit soll dann das Material für die Revision der ^ganzen Geschäftsordnung angesammelt und nach Erledigung jener brennenden Fragen in Angriff ge- nommert werden. Dieser Beschluß wurde gegen die S t i m m e n d e r K 0 n s e r v a t i v e n gefaßt. Zum Berichterstatter des verstärkten Geschäftsordnungsausschusses wurde der Abg. Gröber (Zentr.) bestellt. Aus den Reid)stagsausfd)fiffen. :: Berlin, 1. März. Das Kaligefeh im Budaetaueichuß. Der Budgetausschuß des Reichstages setzte vorgestern die Aussprache über die Ausführung desKaligesetzes fort. Eine lange Reihe von Anträgen, die zur Verteilung kommen, will das Kuligesetz zum Teil von Gimnd aus ändern. Am weitesten geht der Antrag der Sozial demokraten; sie verlangen die Verstaatlichung des ganzen Kalibergbaues, das heißt feine Heb er- nähme auf das Reich Ihre sonstigen Anträge, Bekanntmachung der Durchschnittslöhne, öffentlicher Anschlag der Quotenübertragungen, Einziehung Der gesamten Kaliabgaben nach Abzug der Kosten für den allgemeinen Reichsetat, sollen nur einstweilen bis zur Durchführung der Verstaatlichung und als Eventualanträge gelten. Die Einkassierung der Kaliabgabe für das Reich wird auch in dem Antrag eines Zentrumsahgeordneten gefordert, der die Sonderbesteuerung für die Kali-Industrie noch verschärft dieser verschärfende Antrag wird aber im Verlauf der Aus spräche noch zurückgezogen. Die Volkspartei beantragt eine Herabminoerung der K.aliabgabe, die jetzt nach dem geltenden Gesetz 60 Psg. für den Doppelzentner reinen Katts beträgt auf 15 P s g<; auch dieser Antrag will die ganze Einnahme nach Abzug der Propaganda- usw Kosten dem Reich zuführen. Weitere Anträge von den Konservativen und Zentrums-Elsässern for dern eine vierte in Süddeutschland gelegene Aus- Hangs st ation für die Berechnung der Fracht; die Zen trums-Elsässer schlagen hierfür Mülhausen oder Straßburg vor. In der'Erörterung kam auch heute eine starke Abnei In dem Budgetausschuß gaben heute beim Haushalt des Reichsamtes des Jnttern einige aktuelle Vorgänge Anlaß zu Auseinandersetzung grundsätzlicher Bedeutung. In dem ersten Falle he Pollsleychige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht 491/*—00 le. Frankfurt a. M., 1.März. Heu- und Lkrobinarkl Angelahren waren 11 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. -,en notierte: Heu 4.00—4.50 Mk., Stroh (Kornlanqilroh) 0.00—0.00 M. Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo, (')efcfjäh mittel. Tie Zufuhren waren aus Lberhesfen, den Kreisen Tteburg >"'d Hanau. ML A bi & Nhi/tter, Kss