Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten. für Der Voranschlag für Kiarttschou. die smöglichkeiten Tie zur haben sich Bittschrift Erwägung 2. auf Ausländer, die im Deutschen Reicks geboren füll, wenn sie sich m bem Bundesstaote, bei bem der Antrag gestellt wird, bi-3 zur Vollendung des ein* undzwanzigsten Lebensjahres bauernd aufgehalten haben und die Einbürgerung innerhalb zweier Jahre nach diesem Zeitpunkt beantragen. 3. aus Ausländer, die mindestens cm Jahr wie Deutsche im Heer oder in der Marine eimoandfrei aktiv gedient haben, wenn sie den Antrag innerhalb zweier Jahre nach ihrer Entlassung aus dem Dienste bei dem Bundesstaate stellen, in dessen Gebiete der Dienst geleistet ist. Aus Heften. Ein parlamknlarijchkr Abend der Ersten Kammer. rb. Darmstadt, 27. März. Eine interessante Neuerung im parlamentarischen Leben unseres Großherzogtums, einen parlamentarischen Abend der Ersten Kayr- mer, hatten wir heute abend zu verzeichnen. Die Einladung dazu ging von dem Prinzen Viktor zu Erbach- Schönberg aus, und das Ganze war in der wohltuenden ungezwungenen Form eines offenen Abends bei Bier und kaltem Büfett gestalten. Neben den hier weilenden Mitgliedern und dem Präsidium der Ersten Kammer waren auch die drei Präsidenten und die Schriftführer der Zweiten Kammer, die Ausschußvorsitzenden und weitere Mit- Der Voranschlag für Kiautschou wurde g e*' nehmigt. Ob Her Ausschuß schon morgen den Voranschlag für Ostafrika beraten wird, hängt von dem Beginn, der Plenarsitzung ab. Ter Abschluß der Beratung des verparkten Geschäftsordnung^. Ausschuffes. DerverstärkteGeschäftsordnungsausschußer- ganzte in seiner heutigen Sitzung seine früheren Beschlüsse über Das Reichsmarineamt gab einen Ueberblick über Entwicklung von ÄLaut schon. Die Handelsbeziehungen dieses Schutzgebietes sind im Jahre 1911 auf 120 Milt. Mark angewachsen, die Schiffsverbindungen haben sich Mn 71000 Tonnen im Jahre 1900 auf über eine Million Registertonnen im Jahre 1911 vermehrt. Die Einfuhr ans Deutschland beträgt 20 Millionen Mark. Das Vertrauen Samoa u >d Kiautlchou im Vudgetausschulk. Der Budgetausfchuß erörterte heute beim Voranschlag Samoa die Frage, ob dieses Schutzgebiet an die Verwaltung von Neu-Guinea a n g e g l i e b c r t werden könne. Der Staatssekretär, der bekanntlich vor Uebernabme seines jetzigen Amtes Gouverneur von Samoa zu ermöglichen Tie javanischen Kulis als die geeignetsten für Samoa erwiesen, des Pflanzervereins wurde der Regierung überwiesen. 2Ius den Heid}$tag$ausid)üfien. :: Berlin, 27. März. Die Aufnahme von Anwändern in einen Bundesstaat. Der Ausschuß für das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz nahm heute den Ausländerparagraphen als § 7 a mit 11 gegen 9 Stimmen in folgender von den Nationatliberalen beantragten Fassung an: „Die Einbürgerung darf erst erfolgen, nachdem durch den Reichskanzler festgestellt worden ist, daß keiner der übrigen B u n d e s st a a te n Bedenken dagegen erhoben hat; erhebt ein Bundesstaat Bedenken, so entscheidet der Bundesrat. Die Bedenken förnten nur auf Tatsachen gestützt werden, welche die Besorgnis rechtfertigen, daß die Einbürgerung des Antragstellers ober eines der in § 12 bezeichneten Angehörigen das Wohl des Reichs ober eines Bunbesstaates gefährden würde. Die Vorschriften des Abs. 1 finden keine Anwendung: 1. auf ehemalige Angehörige des Bundesstaats, bei dem der Antrag gestellt wird, auf deren Kinder oder Enkel sowie aus Personen, die von einem Angehörigen des Staates an Kindesstatt angenommen find, es sei beim, daß der Antragsteller einem ausländischen Staate angehört. war, erklärte eine solche Zusammenlegung für untunlich, schon wegen der zu großen Entfernungen, wegen der ganz anders gearteten Kultur in Samoa und weil die Eingeborenen auf Samoa das als eine unerträgliche Herabsetzung betrachten und sich zu Unruhen hinreißen lassen würden. Der Staatssekretär erklärte, daß nicht die Absicht bestehe, die Würde eines Oberhäuptlings von Samoa wieder zu verleihen; er gab hierbei eine historische Darstellung über die allmähliche Abschaffung der Königswürde in Samoa. Auf die Anfrage, ob es nicht zweckmäßig sei, sich in Apia rechtzeitig für den nach Eröffnung des Panamakanals zu erwartenden großen Schiffsverkehr einzurichten, crlTärlc der Staatssekretär, daß sich das zurzeit nicht übersehen lasse. Es seien aber Studien im Gange über einen A u s bau des Hafens von Apia, lieber die Arbeiterfrage in Samoa gab der Staatssekretär aus Anlaß einer Bittschrift des Pflanzervereins dahin Auskunft, daß die Notlage sich gemindert habe infolge einer Zufuhr von chinesischen Arbeitern in letzter Zeit. Es schweben Verhandlungen mit der holländischen Regierung, um aus Java die Einfuhr von Kulis der Chinesen zur deutschen Mederlassung ist allgemein; der Zuzug von Chinesen gestaltet sich immer reger. Sehr ersprießlich arbeitet die deutsche Schule, an der die chinesische Regierung sich beteiligt. Tie Schule hat 195 Schüler. F ü r bic beutsche Industrie i st es nach wie v or empfehlenswert, den Entwicklungsmög des Geschäftes in China regste Auf des Geschäftes tn China regste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Während der letzten Unruhen hat sich Tsingtau als ein zuverlässiger Stützpunkt der ganzen wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in China erwiesen. Ausländischer Verschnittwein. Die Ermäßigung des deutschen Eingangszolles auf Der- schnittwein, die im deutsch-italienischen Handelsvertrag zu- gestanden worben ist, bezieht sich bekanntlich nur auf roten Verschnittwein. Dieser kann in Teutschlanb zum Verschneiden von weißem wie rotem Wein benutzt werben; der zu verschneidende weiße Wein soll babei in einer Menge von uicht mehr als 60 Proz. unb der zu verschneibenbe rote Wein in einer Menge von nicht mehr als 33' '3 Pro;, bes ganzen Gemisches mit bem ausländischen, zum ermäßigten Zollsätze eingeführten Wein versetzt werben. Nun wirb aber auch sehr viel auslänbischer Weißwein in Teutschlanb zum Wemverschnitt benutzt. Ter weiße Berschnittwein genießt zwar keine Zollermäßigung, bei seinem in ber Regel ganz nichtigen Preise ist aber bas Berschnittgeschäfl bvch recht lohnenb. In guten Erntejahren wirb biescr Wein in Süd- fraukreich, Spanien, Italien, Griecksculand zu 2 bis 5 Mk. pro Hektoliter gekauft, währenb ber zu verschneibenbe deutsche Weißwein zehn- bis zwanzigmal unb noch höher im Preise steht. Nach dem bentschen Weingesetz vom Jahre 1909 ist ein derartiger Verschnitt gestattet. Tas Gesetz erlaubt aber außerdem — und hierunter h a t ber einheimische Weinbau schwer zu leiben —, baß bic Mischung unter beut feiern Namen, z. B. Niersteiner, Türkheimer usw., in den Handel gebracht wird, wenn der Anteil des inländischen Weines in ber Mischung überwiegt. Wer also 51 Proz. Niersteiner Wein mit 49 Proz. französischem Weißwein verschneibet, ist berechtigt, bas Produkt als „Nier- fteiner" zu verkaufen; verboten ist nur bic Angabe eines bestimmten Weinbergs ober Weinbergbesitzers. Im Reichstag ist zwar bei der Beratung des Weingesetzes ein Tellara- tionszwang für berartige Mischungen von inländischem mit ausländischem Weißwein verlangt worden; die Regierung hat aber diese Forderung als unannehmbar zurückgewiesen mit ber Begründung, daß auch Mischungen vmi deutschem Wein üerfd)iebener Herkunft mit ber Herkunftsbezeichnung des überwiegenden Bestandteils der Mischung versehen werden dürften. Man könne den ausländisck)en Berschnittwein nicht ungünstiger behandeln als den inländischen; eine derartige Differenzierung stände im Widerspruche mit den Grundprinzipien unserer Handelsverträge. Ob wohl das Ausland gegebenenfalls auch solche Rücksicht auf unsere Erzeugnisse nimmt? England hat sich seinerzeit nicht gescheut, auf unseren Waren das mabc in Wcrmanty zu verlangen, bas bazu bestimmt war, bem beutschen Fabrikat ein Privilegium obiosum zuzuerkennen. Im letzten Jahre haben wir aus Spanien 461 808 dz, aus Frankreich 397 864 dz, aus Portugal 149 603 dz, aus Griechenlanb 120 266 dz, aus Italien 115 096 dz Wein in Fässern erhalten. Ein recht erheblicher Teil biefer Einfuhr geht im Wege bes Verschnitts in ben freien Verkehr unb trägt dann mit gesetzlicher Zustimmung bie ebelsten deutschen Weinnamcn. ÜÜwta Erstes vlatt 162. Jahrgang Donnerstag, 28. März 1912 erscheint täglich, außer JBHB V 'WW' M Ve,og»prei»: Sonntags. - Beilagen: M . ■ ▼ monatlich7LB'.,oiertel- viernial wöchentlich Ä AA ■ A X ▲ ▲ Jk A ..Ünlich M. furch OketzenerKamllfendlätter, W M W W ZA A .'Ibhole- u. Aroemiahvöcfxnil.KreiS: ■ WM W MV BI 19 || flf I MW B B B M 11 monaihcf) blatt fürötnKrelsSiefcen WWW» MM BL< ■ ■ WX B /■ Ml Ä WT 1 M B ÄX B (Dienstag und Ire-,ag>; M ■ W M W M B X W B B BT B B B Bl B ausscht. Beftellq. Lwe.mal monatl. Land W D KL W W M L tkz B A äE W H U ■ M ■ M Zeilenprei: lokalIbPf-, »irlschaftliche Seitsragen M W B ▼ B W BMW W M W auü.van» Fernwi cch.AnIch.'lisse: M M ~ Cbesredakteur: A Goetz. für die Redaktion 112, Verantwortlich für den Aerlag u. Expedition 61 /T * I 2 •• zi* < ir •• politischen Teil: August MLWL" General-Anzelaer für ©berbeffen Annahme von Anzeigen h*x n , K tr Z? f [ ff „DerlchtsfaaE. K. Neu- jur die Tagesnmniner Nvmuon5orua uno Verlag der vruhl schen Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und vruckerei: Zchulstraße 7. KolI>: iür .Stadl und b.r °°r.n,„°gs 9 Uhr. ________________________Büöingtn: Sernfpruhtr Nr. 269 6tfd)äftsficHe Vahnh-Iftrahe "16a. > B.ck. gHebcr des anderen Hauses erschienen Bon der Regierung bemerkten wir bie brei Minister, ben Geh. Staatsrat tVrug o. Nibba und andere Mitglieder der Ministerien, den Ober- bürgermeister Tr. Glässing, den Geh. Kabinettsrat Röm- held, den Flügeladjutanten Rittmeister Frhrn v. Massenbach u. a. m. Auch Großherzog Ernst Ludwig und Prinz Heinrich von Preußen beehrten die Gesellschaft mit ihrem Besuch. Der Gastgeber und seine Gemahlin madp ten die Honneurs, unb bald entwickelte sich in ben behaglichen Räumen in ber Heinrichs!raße ein buntes, geselliges Sieben. Wie bic Erste Ständckammcr auf eine am Schluß ber vorigen Kammertagung erfolgte Anregung bes Prä sibiums für bic Plenarsitzungen ben Frackzwang abgeschafst hat, so war auch für bieten Abenb der ^traßenanzug gewünscht worben. Ter Großherzog unb Prinz Heinrich verweilten bis nach elf Uhr in ungezwungener Weise unter den Gästen und unterhielten sich lebhaft über bic verschiedensten Themata, so baß ber ganze Abenb einen animierten und harmonischen Verlauf nahm. DaS Beamtenbe'oldungßgkset; bs. Darmstadt, 27. März. Tas Beamtenbesoldungs- gesetz, das ein Mantelgesetz unb acht Einlagen umfaßt, darunter das Gesetz die Gehälter der Staatsbeamten unb Lehrer unb bic Deckungsfrage umfaßt, ist heute dem Großherzog vom Finanzminister unterbreitet worden und wirb morgen mit einer Einführung ben Kammern zugehen. Weiter enthält bic Vorlage bas GesetzbetreffcndAen- berung bes Wohnungsgeldzuschusses und die Bestimmungen über Aufhebung des Gesetzes betreffend die Entschädigung für Dienstwohnungen. Ferner die ander- weite Regelung ber Witwen- unb Waisenversorg u n g sowie Aenberung bes Urkunden st empel- g e s e tz e s. Die Reife öes Kaisers. Korfu, 27. März. Tic „H o h e n z o l l e r n" mit dem Kaiser unb dem Begleitschiff ist gegen 6 Uhr mich herrlicher Fahrt bei schönstem Wetter in Korfu eingetrosfen Tie Fons seuerlen Salut. Die „Hohenzollern" und der Kreuzer „Kolberg" gingen in ben Hasen vor Anter. Der Kaiser bleibt an Bord Sin Neger am Nordpol. Es ist eine interessante Tatsache, baß an der Eroberung der Hole nicht nur die kaukasische Rasse beteiligt ist, sondern daß auch die Neger ihren Anteil an ber Vollbringung dieser großen Aufgabe gehabt haben. Tas einzige Expedittonsmitglied, das nämlick; außer ben vier Eskimos mit Peary die Stätte des Nordpols betrat, wat der Neger Matthew Henson, der dadurch mit einem Schlage einer der berühmtesten Vertreter seiner Rasse wurde. Seine Erlebnisse und Eindrücke in der Arktis schildert er nun in einem vor kurzem erschienenen Werk „Ein Neger- Forscher am Nordpol". „Matt" Henson verlor schon früh seine Eltern, wurde von einem Onkel auf bie Schule geschickt und wurde bann Schiffsjunge. 1888 kam er mit Peart) zusammen, ber den aufgeweckten jungen Mann in feine Dienste nahm und bei allen^einen Expeditionen in ihm eine zuverlässige und aufopfernde stütze tand. Er erwies sich in allen möglichen Tingen als brauchbar und erwarb sich durch eifriges Selbst-Studium wifsenschaftliche Kennt- triffe in der Polarforschung Am wichtigsten aber war er Pearn toeaen seiner außerordentlichen Zähigkeit und Ausdauer. Heitsons Schilderung jener letzten entsä>eidenden Tage, die den Manch zum Nordpol und sein Erreichen umschlossen, ist reich an fvan- itenbcn und großartigen Augenblicken. Pearn fuhr mit ]'einem Schlitten voran, der Neger mit den vier Eskimos folgte: sie fuhren auf dem Treibeis dahin unb konnten jeden Augenblick ins Wasser stürzen. WirNich wurde auch Henson plötzlich vom Schlitten geschleudert, und wäre wohl in der eisigen Flut zugrunbe gegangen, wenn ihn nicht ein Eskimo gerettet hätte. „Als wir am 6. April 1909 Halt machten, da sah ich Commander Pearn an der Arbeit, seinen Schlitten umzuladen unb einige Bündel auszupacken. Schließlich zog er ein kleines, zusammengedrücktes Paket hervor und entfaltete es. Ich erkannte seine alte seidene Fahne und schloß daraus, daß wir uns in einem Lager von Wichtigkeit befanden. Zunächst hatten wir unsere verschiedenen Lager Camp I, Camp. II usw. genannt, dann nach ber Umkehr von Kapitän Bartlett erhielten die Lager Namen, rvic Camp Nansen, Camp Cagui usw.; nun fragte ich, ob der ™ame dieses Lagers wohl „Camp Pearv" sein würde. ,,-LieJi, jnejn Junge," sagte ber Commander, „soll Camp Morris K. >>e>up sein, bas letzte und nördlichste Lager ber Erde." Er befestigte die Fahne an einem Stab und pflartzte sie auf das Tach des Zeltes. Einige Minuten hing sie schlaff und leblos in der toten Ruhe: bann straffte eine leicht anwachsende Brise ihre Falten und bald breitete sie sich aus in ihrer leuchtenden Farbe. Tas Sternenbanner war „auf den Pol genagelt", (fine glühende Delle des Patriotismus durchströmte mich und ich erhob meine Stimme, um das Symbol meines Vaterlandes zu grüßen. Tie Eskimos tretten rund herum, und nun hallten drei herzliche Hurras durch die stille frostige Luft, während unsere Hunde in dumpfem Staunen aufschauten. Tie dünne Seidenfahne hatte Pearo aut all feinen arktischen Reisen getragen und sie immer flattern lassen an seinem letzten Lager." Henson schildett dann die Rast am Pol unb die wissenschaftliche Feststellung des Erreichten durch Pearv. Nachdem es dem Commander gelungen war, den Ott wirklich als Nordpol zu erweisen, „fühlte ick, daß die Zeit gekommen war, zog ben Mandschuh meiner Rechten unb trat auf ihn zu, um ihn zu seinem Erfolg nach 18 Jahren der Anstrengung zu gratulieren: aber war es nun der Wind, der ihm in die Augen blies, ober die Sonne, die chn blendete, er bedeckte mit beiden Händen seine Augen und gab uns Befehl, uns für vier Stunden schlafen zu legen, dann wollte er vor dem Aufbruch seine Resultate noch einmal konttollieven." Zuletzt erfolgte noch die Auspflanzung des amerikanischen Banners am Nordpol selbst auf einem hohen schwimmenden Eisberg. „Wie es fo im Winde rauschte und knisterte, fühlte ich eine wilde Freude und Verzückung. Vom Anbeginn der Gefchichte an, wo immer die Kulturarbeit von dem weißen Mann getan wurde, war er von dem Farbigen begleitet worden. Vom Bau der Pyramiden, von der Wanderung ber heiligen drei Könige zu Christus bis zur Entdeckung der neuen Welt und des Norh- pols, war der Neder der treue, ausdauernde Begleiter des Kaukasiers gewesen und ich empfand es tief, daß ich es war, ein niedriges Mitglied meiner Rasse, das vom Schicksal auserwählt worden, fic bei dieser vielleicht letzten ber großen Welterrungen- schaften zu vertreten." * — Münchener Theaterbrief: Ein neues Derk des Taifun-Tichters Lengyel. Aus München wird uns gefebriebfn: Tas dreiaktige Schauspiel „Tie Zarin" von Melchior Lengyel und Ludwig Biro, das am Tienstag im hiesigen Lustsvielhaus feine deutsche Uraufführung erlebte, erweist sich als ein mit großem bühnentechnischen Geschick gearbeitetes Theaterstück, das auf literarische unb künstlerische .Ambitionen unbekümmert verzichtet unb bem großen Publikum ntdjt mehr bieten will als spannende Unterhaltung. Tie im Mittelpunkt bet wechselvollen und nicht wenig aufregenden Handlung flehende Herrscherin ist wohl ein Extrakt jener Gestalt oer gefronten’ Tirne, die in Hundetten von Kolportageromanen mit all ihrer: Grausamkeit und ihrer sinnlichen Unenätttichkeit genügeito geschildert worden ist. Und auch auf der Bühne erscheint sie umgeben 2?on jenen Gestalten, die der Hiniertreppenlüeratur eigen find. Tirektor Eugen Robert hat die nicht gerade aut bie brüen JnUinkte des Publikums abzielende billige .Kost zum Gegenstand, einer lehr sorgsamen Regiearbeü gemacht, unb so erzielte bas Werk bei ausgezeichneter schauspielerischer Tarstellung beim Publikum einen lauten Beifall. Tie Kritik hat nur diesen Erfolg fest zu st eilen, zu einer literarischen Würdigung bietet diese neue Arbeit Lengyels weder Anlaß noch Gelegenheit. — EinneuerJntendant für München Wie man hört, ist die Stellung des Freiherrn von Speidel, des Intendanten am Münchener Hoftheater, stark erfchüttert. Freiherr von Speidel hat in der Hofgefellschaff schon lange mit heftigen Wio^r-. ständen zu kämpfen gehabt. In erster Linie wird ihm zum Vorwurf gemacht, daß er sich bei der Wahl der Stücke mehrfach : ergriffen habe. Als Nachfolger nennt man den jungen Grafen, Courten, den Sohn eines ehemaligen Kommandeurs der päpstlichen Leibgarde. kf. Eine Hochspannungsleitung von 750000 V o n. Während die ersten Hochi'pannungSleitungen, die in ben 80. Jahren des vergangenen Jahrhunbetts gelegt würben, mit bescheidenen Spannrings zahlen von 10000 Volt arb<’: i-n, sind die Amerikaner jetzt bei einer Spannung von 750lM' Volt ou- gelangt Die erste 4raftleitung vom Niagara hatte nur 10 000 Volt Spannung: seit einigen Jahren hat man bie 100000 bei Hochspannungsleitungen überschritten, unb seit jüngster Zeit hat, wie Marchand in der „Nature" mitteilt, eine Elektrizitälsgesell- schaff in Pittsfield einen Umformer gebaut, der einen Hochspannungsstrom von 750 000 Volt aussenden wird Vorläufig dient er jedoch noch nicht vrattischen Zwecken, sondern es sollen, daran die günstigsten Bedingungen zur Uebertragung elektrischer- Kraft unter so hoher Spannung untersucht werden. Tie Maschine ist beinahe 8 Meter hoch. Bei einer Belastung von 600 000 Bold sind die übertragenen Teile von einem hellen Sttahlenkranze eMtrischer Lichtbüschel umgeben, die die (fiektrizität zum Teile- kn die Luft entladen. Ausland. Aus Saloniki wird gemeldet, daß derfrühereSultan Abdul Hamid in der Nacht von Montag auf Dienstag nach Konstantinopel gebracht worden sei, da man ihn in der Villa nicht mehr für gesichert halte, falls die Italiener eine .Aktion unternehmen, was man für die nächste Zeit erwartet. Deutsches Ueich. -Im preußischen Abgeordnetenhaus wurde bei der Beratung des Kultusetats in einer Abendsttzung am Mittwoch auch die Frankfurter Universitätsfrage besprochen. Bekanntlich liegen von Konservativen, Nationalliberalen und Sozialdemokraten Anträge hierzu vor. Ter Zentrumsabg. Bell meinte, ob der Weg der Verordnung oder eines Gesetzes beschritten werden müsse, lasse sich erst entscheiden, wenn die Satzungen und alle Verträge vorgelegt werden. Erst dann lasse sich auch feststellen, ob die Gründung der Universität zweckmäßig ist. Ter Kultusminister v. Trott zu Solz erklärte u. a.: Tie Errichtung einer Universität in Frankfurt bedürfe eines könig- lichenPrivilegs. Der Weg der Gesetzgebung würde nur in Frage kommen, wenn eine Universität in Frage käme, die nicht als staatliche Veranstaltung nach dem allgem. Landrecht anzusehen wäre. Nur in der Organisation, die die äußeren finanziellen Verhältnisse regelt, wird sich, so führte der Minister weiter aus die Universität Frankfurt von den andern unterscheiden dürfen. Die finanziellen Verhältnisse sollen in Frankfurt durch ein Kuratorium geregelt werden. Die Verantwortung für die Verwaltung der Universität aber würde dem Minister oder den von ihm beauftragten Beamten zustehen. Die Zuschüsse der Stadt Frankfurt müßten so festgelegt werden, daß sie ein» geklagt werden können, so daß die Universität also unabhängig wäre für alle Zukunft von dem Willen der Spender. Ist das aber der Fall, so ist eine klare Unterlage geschaffen und ein unzulässiger Einfluß auf die Gestaltung der Universität nicht zu befürchten. In der Mittwoch-Sitzung des Landtags von Schwarzburg-Sondershausen wurde der Regierungsentwurf betr. die Abänderung desLandtagswahlgesetzes mit allen gegen eine Stimme angenommen. Ter Entwurf bringt für die Landtagswahlen anstatt der bisherigen öffentlichen Wahl die geheime Mahl durch Stimmzettel. Tie Wahlmänner zu den sechs allgemeinen Wahlen und ebenso auch die Abgeordneten werden künftig durch Stimmzettel gewählt. Sechs Abgeordnete werden nach wie vor von dem «gierenden Fürsten ernannt und sechs von den Höchstbesteuerten gewählt. Das Wahlalter wird vom 21. auf das 25. Lebensjahr erhöht. Tie Hamburger Bürgerschaft bewilligte einstimmig die vom Senat dringend beantragten 5 Millionen zu den H a f e n - bauten am alten Hafen, um dem Bedürfnis von Schiffsliegeplatzen näher zu kommen, bis die großen neuen Anlegeplätze in Waltersdorf vollendet sind, waA in 5 Jahren der Fall sein dürfte. London, 27. März, ^ie k^umiig uver Du Mindestlohn-Bill im Unterhaus wurde bis in hie frühen Morgenstunden des heutigen Tages fortgesetzt. Schließlich wurde die dritte Lesung mit 213 gegen 48 Stimmen angenommen. Die Arbeiterpartei hatte gegen das Gesetz gestimmt. Ramsay Macdonald erklärte, daß, wenn der Minimallohn von fünf Schilling in die Bill ausgenommen worden wäre, sie, wie er glauoe, den Ausstand beendet hätte. Jetzt aber könne er den Arbeitern nicht sagen, daß die Bill ihnen genügend biete, um zur Arbeit zuruckzukehren. Tie Bill habe ihren Zweck verfehlt. Lloyd George warnte die Mitglieder der Arbeiterpartei ernstlich vor der Verantwortung, die sie durch die Zurückweisung der Bill auf sich nähmen, ohne zu wissen, welche Wirkung sie ausuben würde, oder ob sie nicht alles böte, was die Bergarbeiter verlangten. Nach verschiedenen weiteren Reden von Abgeordneten der Arbeiterpartei gegen das Gesetz wurde bte Bill unter Hochrufen auf die Regierungspartei angenommen. Ter Bergarbeiterverband beschloß, während der Festsetzung der Mindestlöhne durch die Distriktämter, eine Abstimmung über die Wiederausnahme der Arbeit zu veranstalten. Die Bewegung im Schneidergewerbe. Frankfurt a. M., 27. März. Heute vormittag begannen unter dem unparteiischen Vorsitzenden Magistratssyndikus Tr. Hiller die Verhandlungen zwischen dem Verband der Arbeitgeber und dem Verband der Arbeitnehmer für das Schneidergewerbe. Trotz der Versuche Dr. Hillers, eine Einigung herbei- zusühren, wurde über keinen strittigen Punkt eine Einigung erzielt. Abends 7 Uhr wurden die Verhandlungen aus morgen Donnerstag 9 Uhr vertagt. Eine Lohnbewegung der Gärtner. Berlin, 27. März. Tie Gärtnereigehilfen^ soweit sie in landwirtschaftlichen Gärtnereien beschäftigt sind, beschlossen heute abend einstimmig, in allen Betrieben die Arbeit niederzulegen, welche ihre Forderungen: Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden bisher nicht bewilligt haben. Heer und Flotte. Die Manuschaftsbesoldung. Wie die „Tägliche Rundschau" hört, beträgt der Mehr auf- svand für die Mannschaftsbesoldung, die von der neuen Hecresvorlage verlangt wird, 25 Millionen Mark jährlich. Es ist eine Erhöhung von 22 auf 27 Pfg. in Aussicht genommen. die Anfragen. Zum Teil hanoelt es sich dabei um eine bene« -redaktionelle Fassung. So erhielt die einleitende Bestimmung des ß 32 folgenden Wortlaut: „Interpellationen an den Reichskanzler müssen bestimmt gefaßt und, von mindestens 30 Mitgliedern unterzeichnet, eingereicht werden." Wesentlicher ist die Annahme eines Antrags Gröber, der in einem neuen § 32 a folgende Bestimmung trifft: „Werden Interpellationen in so großer Zahl einaereicht, daß die ordnungsmäßige Erledigung der Geschäfte des Reichstags verhindert wird, so kann der Reichstag bis zur Beseitigung dieses Hindernisses die Verhandlungen über Interpellationen auf einen bestimmten wöchentlichen Sitzungstag be- Nhränken. Auch in diesem Falle kann der Reichstag die Verhandlungen über einzelne Interpellationen durch Beschluß an einem anderen Sitzungstag zulassen." Tie Bestimmung über die Stellung von Anträgen bei Interpellationen erhielt durch Anna hm e eines Antrages der Linken folgende Fassung: „Bei der Besprechung einer Interpellation können Anträge gestellt werden, die die Feststellung verlangen, daß die Behandlung der den Gegenstand der Interpellation bildenden Angelegenheit durch den Reichskanzler der Anschauung des Reichstags entspricht oder nicht entspricht. Tie Abstimmung über diese Anträge muß vertagt werden, wenn diese von mindestens 30 anwesenden Mitgliedern verlangt wird: sie erfolgt alsdann am nächsten Sitzungstage." Durch diese Fassung ist dec Ausdruck Billigung oder Mißbilligung des Verhaltens des Reichskanzlers aus dieser Bestimmung der Geschäftsordnung herausgebracht. Ein Antrag, daß die Abstimmung in jedem Falle namentlich sein müsse, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Mehrheit ging davon aus, daß ja namentliche Abstimmung nach der benetzenden Geschäftsordnung jederzeit durch entsprechende Unterstützung erzwungen werden könne. Die „Kurzen Anfragen" wurden noch einmal verhandelt und im wesentlichen im Sinne der Beschlüsse erster Lesung angenommen. Eine Redaktionskommission soll sich mit ihrer endgültigen Fassung beschäftigen. Damit hat der verstärkte Geschäftsordnungs- ausschuß die ihm überwiesenen Geschäftsordnungsanträge erledigt. Aus Statt unt tanO. Gießen, 26. März 1912. * * Landesuniversität. Bei dec Erinnerungsfeier des 75jährigen Bestehens des Eoang. Predigerseminars zu Friedberg am 27. März wurde von der theologischen Fakultät Tr. Jakob Schoell, Professor am Predlger-Semmar, zum Doktor der Theologie ehrenhalber promoviert. * * 3n Audienz empfangen wurde vom Großherzog am Mittwoch u. a. Geh. Hostat Professor Dr. Spenge! von Gießen. * * Ordensverleihung. Ter Großherzoa hat das Allgemeine Ehrenzeichen, mü der Inschrift: „Für Verdienste" dem Vi-eseldwebel Großhaus und dem Bizejeldwebel Krei- ling, beide seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. veil ) Nr. 116, verliehen. *- Neuer Bundesrarsbevollmächtigter. Ter Grotzherzog hat die .Erteilung des Kommissorimns als stell- Jubiläum des eoang. Predigerseminars. (B) Friedberg, 27. März. Die Feierdes 75- jährigen Bestehens des hiesigen Predigerseminars begann heute morgen 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche, in dem der derzeitige Direktor der Anstalt Professor D. Eger die Festpredigt hielt. Unter Zugrundelegung von Hebr. 13, Vers 8: Jesus Christus, gestern, beute und derselbe auch in Ewigkeit, erinnerten wir uns an die Männer, die in den letzten 25 Jahren die Anstalt geleitet und wies auf den Geist hin, den sie gepflegt haben und der auch jetzt noch daran zu finden sei — der Geist dessen, der gesagt hat: Ohne mich könnt ihr nichts tun. Als zweiter Prediger sprach Prälat D. Flöring-Darmstadt im Anschluß an Eval. JoU. Kap. 4, V. 34. Er ermahnte zum Glauben an die Zukunft unserer evang. Kirche, die u. a. von der Tüchtigkeit und Würdgikeit des Pfarrerstandes abhänge. Die Feier wurde durch zwei Chorgesänge des hiesigen evang. Kirchengesangvereins verschönert. Die akademische Feier sand um Vrl2 Uhr im Festsaal des Predigerseminars statt. Nach einer Eröffnungsansprache des Kandidaten Schultheis redete Prof. Dr. Schöll von der Notwendigkeit und den Aufgaben des Predigerseminars, die er dahin präzisierte, aus tüchtigen Theologen tüchtige Pfarrer zu machen. Hierauf gab Direktor D. Eger einen eingehenden Rückblick über die Persönlichkeiten der Lehrer, die seit 25. Jahren an der Anstalt gewirkt haben und zeichnete in kurzen prägnanten Strichen eines jeden Eigenart und Bedeutung. 2lls einziger, der schon vor 25 Jahren im Amte war, lebt noch Musikdirektor Schmidt, der in voller Rüstigkeit an der Feier teilnahm. Es waren ernste, ehrende Worte des Gedenkens und des Dankes gegen die früheren Lehrer. In den letzten 25 Jahren haben 454 Pfarramtskandidaten die Anstalt durchlaufen gegen 257 im zweiten und 456 im ersten Vierteljahrhundert ihres Bestehens. Er schloß mit der Entlassung der 9 Kandidaten, die den Kursus beendigt hatten. Nach ihm hielt der Präsident des Großh. Oberkonsistoriums D. Nebel-Darmstadt eine Ansprache, worin er auf die Entwicklungsgeschichte des Predigerseminars zu sprechen kam, das 1837 als staatliche Anstalt gegründet, aber im Laufe der letzten 25 Jahre zu einer rein kirchlichen und kirchlich geleiteten wurde, die aber trotzdem mit dem Staate in enger Verbindung steht. Ms Zeichen der .An- erlennuno Her kündigte er die von dem GroLherzog vollzogene Ernennung des derzeitigen Direktors zum Geheimen Kirchenrat und die Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen an Prof. Dr. Schöll. gunt Schluß sprach er die herzlichsten Glückwünsche deS Großh. berkonsistoriums aus für das fernere Gedeihen des Seminars. Die Grüße der theologischen Fakultät der Landesuniversität brachte der Dekan derselben Geh. Kirchenrat D. Krüger- Gießen. Er betonte das vortreffliche Verhältnis, das zwischen der Fakultät und dem Predigerseminar vorhanden sei, und wünschte diesem Verhältnis einen guten Fortbestand. Zum Beweis seiner Ausführungen promovierte er den Prof. Dr. Schöll zum D. theol., weil er, wie es in der gleichzeitig überreichten Promotionsurkunde heißt, in amtlicher und schriftstellerischer Wirksamkeit der Ausbildung der hessischen Pfarrer mit glücklichem Erfolge obliege. Dekan Wahl-Beienheim beglückwünschte daS Seminar im Namen des Dekanats Friedberg und überreichte als Geschenk der Dekanatsgeistlichen ein Bild, den Säemann darstellend, als ein Sinnbild der Seminararbeit. Mit Dankesworten des Direktors und dem gemeinsamen Gesang eines Kirchenliedes schloß der Festakt, an dem viele frühere Schüler der Anstalt und die Spitzen der hiesigen Behörden teilgenommen hatten. Anschließend hieran fand ein einfaches Festessen im Hotel Trapp statt, bei dem der Strom der Beredtsamkeit in ernsten und heiteren Ansprachen hohe Wellen schlug. Auf Vorschlag des Geh. Kirchenrats D. Eger begab sich ine Festversammlung um 4 Uhr zum Friedhof, um an den Gräbern der früheren Direktoren des Predigerseminars D. Schwabe und D. Diegll Kränze niederzulegen. Am Grabe D. Tiegels hielt Prof. D. Smend - Straßburg eine kurze Gedächtnisrede. Auch daS Grab des langjährigen Dieners am Prüngerseminar Haber wurde besucht und seiner von Prof. Eger in ehrenden Worten gedacht. < * Der Großherzog hat anläßlich der Feier des 75 jährigen Bestehens des evang. Predigerseminars zu Friedberg dem Direktor des PredigerseminarS, Professor der Theologie und Pfarrer zu Friedberg D. Karl Eger den Charakter als Geh. Kirchenrat erteilt und dem Professor der Theologie am Predigerseminar und Pfarrer zu Friedberg Dr. Jak. Schöll daS Ritterkreuz 1. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. LCi.uunoet k-euohuiuu ugier zum mv jetzt ab ohne Antrag der Eltern frei von der Stadt geliefert werden, da bisher nur etwas über 1 Prozent von der freienn Lieferung keinen Gebrauch gemacht hatten. 2ie Stadtverordneten stimmten dem Antrag dec Bürgermeisterei zu. ™ Mainz, 26. März. Ter hiesige Verein für Flugwesen hatte an den Großherzog die Bitte gerichtet, daS Protektorat über den Verein zu übernehmen. Der Groß- Herzog hat dieser Bitte entsprochen. In dem Antwortschreiben hat der Großherzog von den großen flugsportlichen Veranstaltungen anläßlich des zweiten beutfckzen Zuverlässigkeüsfluyes am Oberrhein 1912 mit Interesse Kenntnis genommen und bie Einladung au den Veranstaltungen, die in den Tagen 15.. 16. (Himmelfahrt) und 17. Mai auf die dritte Hauptetappe Mainz entfallen — Ankunft der Zuverlässigkeitsflieger (25 Piloten), .besondere Schauflüge (8 Flieger), Abfahrt der Iuverlässigkeits- -flieger mit Höhenivettbewerb, Tellnahme von einem oder zwei Zeppelinschissen angenommen. KreiS Wetzlar. X. Krofdorf, 27. März. Wie schon kurg berichtet /tmtbe, hat der Gemeinderat rn seiner letzten Sitzung die zwischen Oberbürgermeister Mecum und Bürger- meister Braun durchgesprochenen Bedingungen, unter denen eine Straßenbahnverbindung Gießen —Krofdorf zu erreichen sein würde, gcbllligt. Hebet die Bedingungen wird von den beteiligten Stillschweigen bewahrt, da ein Vertrag noch nicht besteht und die Zu- »limmung der Gießener Stadtverordneten noch aussteht. Unsere Gemeinde i t bei der eleltr. Lichtanlage mit Gießen gut gefahren und ho ft dasselbe von der Straßenbahnverbindung. Der wirtschaftliche Vorteil einer modernen und regelmäßigen Fahrtverbindung wird für unsere Gemeinde außerordentlich groß sein. Neben der Möglichkeit, daß dadurch Arbeiter und Produkte bequem und billig zur Stadl gelangen können, wird Krofdorf mit seinem Wunderbaren Wald und die alte Feste Gleiberg Gießen nähergerückt. O Hochelheim, 27. Mürz. TaS dürftige Futterjahr 1911 macht sich jetzt in vielen Haushaltungen geltend, die Milchwirtschaft ist vielfach zurückgegangen. Infolgedessen fehlt es den Msesabci- kanten vielfach an dec Kasematte, die auch im Preise'sehr ge- sttegen ist. Hessen-Nassau. 0 Ma rburg, 27. März. Unsere Stadt ist jetzt um zwei große Wohlfahrtsanstallen reicher geworden. In der Universitais- straße wird in der nächsten Zeit daS sog. PhilippshauS eröffnet, das christlichen Versammlungen dienen soll und womü auch ein Hospiz verbunden sein wird, und weiter ist seit gestern auch der westlich der Stabt aus BergeShohe liegende Elisabethhos von zahlreichen weiblichen Insassen bezogen worden. wandern nnd Reisen. MW Friedberg, 24. März. Der Taunusklub „Welte rau", der mu einer Anzahl seiner Mitglieder als Zweig- v er ein auch dem B. H. E. angehört, hielt gestern abend rnuer dem Vorsitz von Finanzrat H o o s - Friedberg bei Gastwirt Ph. Steinhäuser hier seine 31. Hauptversammlung ab. Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden war der Klub im ab- gelausenen Vereinsjahre rege tätig, durch Anbringung von neuen Markierungen, Wegweisern und Schildern im ArbeüSgebiet und durch Wanderungen. Es wurden 12 Programmwanderungen aus- geführt mit einer Gesamtteilnehmerzahl von 301 (gegen 221 im Vorjahre). An mindestens neun Touren beteiligten sich Fräulein Kissel und Frl. Wichmann-Bad-Nauheim, Prof. jkamer-Fried- verg und Schriftsteller Wichmann, Kaufmann Weber und Ober- lchrer Fuldner-Bad-Nauheim. Ihnen werden bei einer befon- sonderen Veranstaltung Wanderauszeichnungen überreicht. Außerdem werden auch die Wanderer ausgezeichnet, die innerhalb fünf Fahren sich an 25 Wanderungen beteiligt haben. Es lind dies Direktor Dörr und Geometer Ritzett-Friedberg und Rechnungsrat Kissel-Bad-Nauheim. Die Mitgliederza^ beträgt jetzt 312 (201 in Friedberg und 111 in Bad-Nauheim>; davon gehören 90 dem Vogelsberger Höhen-Club an. Auch die daraus von Reallehrer Koth-Friedbcrg v rg narnmme Rechnungsvorlage ergab eine Günstige Entwicklung. Tas Vereinsvermögen beträgt jetzt 1148,59 Mk. Außerdem ist der sogen. Turmbaufonds, der zwecks Errichtung eines Aussichtsturms auf dem Steinkops vorhanden «Ü, auf 1343,20 Mk. angewachsen. — Aus dem Bericht des ßanberwatts Geometer Ritzert-Friedberg ist hervorzuheben, daß Verhandlungen mit Nachbarvereinen gepflogen worben sind, als )eren Ergebnis zwei größere Markierungslinien nach dem Vogels-- .^rg entstehen werden, die eine von Friedberg ausgehend und J&er die Sternbacher Kirche, Kloster Engelthal, Altenstadt und die «tonneburg nach Gelnhausen führend, Die zweite in Bad-Nau- Vim beginnend und über Steinfurth, Münzenberg, Muschcn- Inm, ^Arnsburg, Lich, Nonnenroth, Laubach und Lauterbach «ch Schlitz führend (blauer 0)- — Bei der Neuwahl des "oxtzgndes wurde der ^orjtaßb roiebergeroä^lt. — Von den, Sß' Uägcn knüpf re sich vor allem an den des Professors Strahier- tiricbberß, der TaunuSklub möge die Bestrebungen der Jung- deutf chla n d-B eweg u ng unterstützen und dem Bund all Mitglied beitveten, eine lebhafte Aussprache Ter Vorstand erklärt« sich bereit, sich mit dem Gegenstand näher zu befassen. Biel Anllang fand em Antrag von Lehrer Oswald, der an den Vorstand daS Ersuchen richtet, der Frage der Einrichtung einer Schüler- und Studenten Herberge im Arbeitsgebiete des TaunuSklubs „Wetterau" näherzuttetcn. Auf Vorschlag von Finanzrat Hoos wird aus der Versammlung heraus ein AuS- jchuß gewählt, der gemeinsam mit dem Vorstand die Frage der Iugendwanderungen und Schillerherbergen bearbeiten soll. Die Berliner Untergrundbahn unter IDaflcr. Ter bereits gestern mttgeteilte Wassereinbruch in her Berliner Untergrundbahn hat seinen Grund in dem Bruch beS durch die Spree führenden Tunnell. Wir erhalten darüber noch folgende Meldungen: Berlin, 2,. März. In der Baugrube der Unter- ^rundbahn brach in der vergangenen Nacht in der Mitte der Spree zwischen der Stralauer und der Wallstraße die Stirn- wand del Fangdammes und große Wassermassen ergossen sich in die 10 Meter tiefe Baugrube, wo 80 Mann mu Be- tonierungSarbeiten beschäftigt waren. Der .fertiggestellte Bau in der Spree sowie die Baugrube in der Spree und in der Stralaper und Klosierstraße bis zur Kunstschule sind völlig unter Wasser gesetzt. Ein Arbeiter und zwei Pferde konnten durch Polizei und Feuerwehr rechtzeitig gerettet werden. Wegen der Einsturzgefahr ist die Brücke über den Tunnel für den Verkehr gesperrt. DaS Wasser drang am Bahnhof Sptttelmarkt ein, und man befürchtet, daß eS weiter bis zum Bahnhof Leipziger Platz vorbringt. Der Verkehr zwischen ben beiden Bahnhöfen wurde vollkommen einge- stellt. Der Schaden ist sehr erheblich. Man sängt jetzt durch Zwischenschächte bad Wasser ab, damit cS nicht größeren Schaden anrichtet. Nachdem das Wasser in der Baugrube bis zum Spreeniveau gcsttegen war, wurde die Brückensperrung wieder aufgehoben. Ueber die Ursache des Wasser- durchbrucheS kann bisher besttmmtes nicht angegeben werben, doch scheint die starke Strömung des SpreewasserS den Bruch der Spundwände herbeigefuhrt zu haben Berlin, 27. März. Die Durchbruchstelle im Spreetunnel der Untergrundbahn bietet am Abend beim trüben Laternen!icht ein noch traurigeres Bild der Verwüstung als am Tage. Die Hoffnung, daß man schnell mit den Ausschöpfungs- und Ausräu- mungSarbeiten fertig werden würde, um morgen den Betrieb wieder aufnehmen zu können, hat sich als trügerifd? erwiesen. Man versucht zwar durch Zementsäcke das Wasser vom Bahnhof Sptttelmarkt abzudämmen, doch ist der Erfolg sehr gering. Die Wassermassen sind von heute mittag btS zum Abend noch 70 Zentimeter gestiegen, so baß sie jetzt nicht nur bie Gleise, sondern auch die Bahnsteige überfluten. Wahrend ber Nacht werden sechs Kreiselpumpen ausgestellt, von denen jede in der Sekunde 138 Liter aufzusaugen vermag, um aber bis morgen abend die gesamte Wassermenge aus ber Strecke Spittelmarkt bis Leipziger Platz entfernen zu können. Müßte man 15 Kreiselpumpen in Betrieb setzen. In der Praxis wird die Arbeitsleistung zum Teil wieder zerstört, weil die Spree fortgesetzt neue Attacken auf die Notschutzwände ausübt. Zu allem Unglück trat heute abend noch Kurzschluß in der elektrischen Leitung ein, so daß man, falls der Strom nicht wiederhergestellt werden kann, die Pumpen durch Lokomobilen treiben muß. TaS Straßenblld ist naturgemäß in allen Stationen gleich lebhaft. Die Aufnahme des Betriebes wird sicherlich nicht vor einigen Tagen erfolgen können. Wann ber Spreelunnel sein früheres Aussehen zeigen wird, ist noch gar nicht abzusehen. Berlin, 27. lutär». m i* gelungen, in dem Tunnel der Untergrundbahn vor dem Spittelmarlrbahnhof eine Spundwand herzustellen. Gleichzeitig wurde eine Tampspumpe mit einer durchschnittlichen Förderung von über 3000 Liter in der Minute in Betrieb gesetzt Schätzungsweise sind annähernd 100 000 Kubikmeter Wasser in den Tunnel eingebrungen. Die Banträuber im Automobil. Die Nachforschungen ber SicherheitSbehörbe nach den Automobilbanditen blieben bisher vollständig vergeblich. Man will die Verbrecher an den verschiedensten Orten gesehen haben, aber alle diesbezüglichen Angaben erwiesen sich als unrichttg. Mir erhielten darüber folgende Nachrichten: Paris, 27. März. In Dünkirchen verständigte ein Casstier die Polizei, daß ihm zwei Leute wegen ihrer Aehnlichkeit mit den Banditen aufgefallen seien. Als die Polizeibeamten eintrafen, waren die beiden Leute verschtounden. Auf der Marmortafel des Tisches, an dem sie gesessen hatten, war die mit Garnier unterzeichnete Bemerkung zu lesen: Chantot, ber gefährlichste Mann Griechenlands, ist daS Urdlld beS verbrecherischen Automobilisten. Die Polizei glaubt, daß eS sich um einen schlechten Scherz handelt. Eine ähnliche Szene spielte sich fast um dieselbe Stunde in Rouen ab. Ein Witt tdeponierte der Polizei, daß einer seiner Gäste, auf den ber Steckbrief Garniers paffe, ein Zeitungsblatt zuruckgelassen habe mit der Aufschrift: Niemals werdet ihr mich festnehmen. Garnier. Die Polizei fahndet auf ben Mann, obgleich sie überzeugt ist, daß eine Täuschung vorliegt. Paris, 27. März. In Dünkirchen ivurden außerdem am Dienstag vier Leute angehalten, die eine gewisse Aehnlichkett mit den Automobilbanditen hatten. Es stellte sich jedoch heraus, daß es vier bekannte Flieger waren, die in Dünkirchen eine Fliegerschule errichten wollen. In Mery (Depatternent Oise) wurde gestern abend der Pariser Schnellzug von der Gendarmerie und einer bewaffneten Volksmenge umringt, bie „Schlagt ihn tot’." rief. In dem Zuge befanden sich drei Automobilisten, bie in Valmondois ihren Sagen verlassen und den Zug bestiegen hatten, was zu dem Gerüchte Anlaß gab, daß sie die Auwmobilbandüen seien. Die Reisenden wiesen jedoch nach, daß sie friedliche Kaufleute seien. In Courbevois bei Paris wurde der Karabiner gesunden, mit dem einer der Banditen nach der Bluttat von Chantilly bie Verfolger abgewehrt hatte. Die Nachforschungen ergaben, baß ber Karabiner aus einem am 24. Dezember vorigen Jahres bei einem Wafsenschmieb in ber Rue Lafayette verübten Einbruchs- biebstahl berrühn, als beifen Urheber vor einiger Zeit ein Anarchist namens Kibaltschitch unb bie verantwortliche Redakteurin an der Zeitung „Anarchie", Frau Maittezean, oerhastet wurde. Paris, 27. März. Mehrere reiche Privatleute haben dem Direktor ber Sicherheitsbehörde Guichard ihre Automoblle zur Verfügung gestellt, um ber Polizei bie Verfolgung ber Auwmobil- banbiten zu erleichtern. Tas Anerbieten wurde jedoch ab gelt b n t. Paris, 27. März. Polizeipräfekt Lspine verfügte, daß nunmehr die oft sehr bedeutenden Einnahmen am Totalisator auf dem Rennplätze stets unter Bewachung von 20 mit Revolvern bewaffneten Schutzleuten nach Paris gebracht werden fallen. Wie festgestellt wurde, sind bie Automobilbanbuen durch einen vor einigen Monaten verübten Waffenbiebstahl in den Besitz von 19 Revolvern, 9 Repetierkaradinern unb 6 Jagdgewehren gelangt. vermischtes. * I rn Schneesturm umgetommen. Ter Amtsrichter Weiß, der Amtsgerichts'ekretär Meindl unb ber Ingenieur Pichler aus Ingolstadt unternahmen am Sonntag eine Scbliahrt von Kitzbuhel auf den Bengdstein. Sie gerieten in einen iurchtöarcn Schneesturm, bei dem Weiß infolge ber Ueber- anftrengung bewußtlos zusammenbrach. Seinen Begleitern adano. cj iiuQi zweitägigen großen Anstrengungen, Kufstein zu erreichen. Gestern früh ist eine .Expedition abgegangen aur Die Suche nach Weiß, der voraussichtlich bereits tot ist. * Juwelenräuber. In Warschau Deriutfjten gestern abend drei LäSdlLD der IichMriü totes Jmselengcicvaftes. im Torweg des Wohnhauses eine Lebertasche mü Juwelen unb Uhren iu entreißen. Aus ihr Htlfeaeschrei eilten mehrere Herren herbei, bie von ben Räubern burch Schüsse verwunbet würben. Ein zu'Lllig vordeigehenbec Polizeiagent pcriolgte bie Strolche und verwundete sie durch mehrere Schüsse. .Einer wurde fest- genommen, die anderen entkamen. Kleine Tagerchronik. Gendarmerie und Feuerwehrleute haben am Dienstag abend bei dem Torfe geringen an der Werra einen Zigeuner auf- gespurt, ber, al» er sich entdeckt sah, auf feine Verfolger etwa 10 ^diuife abttucac, von denen einer einen Feuerwehrmann verletzte. Ter Zigeuner wurde verhaftet. Cb er zu Der Bande gehört, die den Fuldaer Förster ermordet hat, ist nod) nicht festgestellt. Am Mittwoch ist auf Zeche Kaiserstuhl bei Dortmund bie Trommelnabe ber Förderungsmaschine gerissen Infolge dieser Störung müssen 600 Arbeiter etwa vier Wochen feiern. Der 20-iübrige Färber Rixgens aus Raydt bei Düffel- darf, ber sich vor einigen Tagen der Görlitzer Polizei gestellt hat. wurde al- ber Bankräuber ermittelt, ber im 'Jluguft 1911 in zwei Breslauer Bankgeschäften unter Drohung mit bem Revolver einen Raubanfall versucht hatte, aber versä-eucht worden war Gestern wurde bemerkt, baß aus einem Zimmer beS Märkischen MuseumS in Berlin ein Bild von ber Wand ver- schwunben war, eine Hanbzeichnung von Papin, ein Bildnis Fellners barstellend. Das Bild war von ber Wanb ordnungsgemäß losgeschraubt. ES steht noch nicht fest, seit wann da- Bllb fehlt. Der 70jährige Besitzer Hancn bet Schtoachenwalber Mühle bei dürfte nroalbe stürzte in ber Tunlelheit von dem Stall- hoben herab unb blieb schwer verletzt liegen. Seine Frau wollte auS einem benachbarten Otte Hilfe holen, wurde aber unterwegs von einem Herzschlag getroffen. Auf bem Zier ker See in Mecklenburg würbe ein Segelboot, in dem ber Einjährig-Freiwillige Peters aus Köln unb ber Sohn bes Restaurateurs Petersen aus Neustrelitz eine Fahrt unternahmen, von einer heftigen Boe ersaßt und zum Kentern gebracht. Beide Insassen ertranken. Tic Leichen sind noch nicht geborgen. Ter Brauereidirektor Hauptmann a. D. Dr. Alfred Mau - ritz in München stiftete dem 18. Infanterieregiment 5000 Mk für Unterstützung RegimentSangehönger. Ter kaiserliche Förster Ichtencgger sprang bei Ischl, weil er Tienftentlassuna zu befürchten hatte, von einer 40 Meter hohen Felswand und blieb mit zerschmetterten Gliedern liegen. Vier Kürassiere des 9. französischen Regiments in Noyon überfielen in später Stunde eine SchnapSwirttn, bie ihnen ben Eintritt verwehren wollte, mißhanbelten sie und ihre alte Tante furchtbar, schlugen mit ben Säbeln auf zu Hilfe eilende Passanten und mißhandelien bann iwch einen Schmieb unb einen Wachtmeister, bis eS enblich einer Patrouille gelang, sie zu entwaffnen unb festzunehmcn. Von ber Labung ber „(Sofana", die vor kürzem bet einem Zusammenstoß mit dem deutschen Schiff „Pisagua" in den Grund gebohrt wurde, ist von Tauchern eine jtiftc mit öJolb geborgen worden. Ein Zyklon richtete in Buenos-Aires bedeutenden Schaden an. Acht Personen wurden getötet, 30 verletzt. Gleichfalls wütete ein Zyklon im Distrikt Innin unb tötete 10 Personen und verletzte 20. ------------ ■■ 1 g Gericht-saat. London, 27 März. Gestern begann vor dem Londoner Schnmraericht gegen 26 Frauen, bie am 1. März irrt Lonboner Westend bie Fenster eingeschlagen hoben, die Verhanblung. Das Urteil lautet in verschiedenen FÄlep auf 4 biS 6 Monate Gefängnis. ■ .. - ------------ - . 3 *- Amtlicher wctierdcricht. Oesfentlichev Wetterbienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Freitag, den 29. März 1912: Wolkig, boch meist trocken, kühl. Danksagung Familie Wagner Besold icrt einen Für bie vielen Beweise herzlicher Tellnahme bei bem un8 betroffenen schweren Verluste sagen wir innigsten Dank. Letzte Nachrichten. Die hessische Beamtenbesolduagevorlage. Gießen, den 28. März 1912. 232S bs. Darmstabt, 28. März. In ber Ersten Kammep hielt Finanzminister Braun bie Einführungsrebe iur ~ ‘ bungsresorm-Vorlage. Die Vorlage erforbi Mehraufwand von 2299230 Mark. Zur Deckung werden in erster Linie benutzt bie 460 220 Mack, bie der diesjährige Voranschlag als Ueberschuß ergibt, sowie 400000 Mark aus den Eisenbahnüberschüssen. Vom 1. April 1913 ab ist außerdem' die Erhöhung der Einkommensteuer von 115 auf 120 Prozent und ber Vermögenssteuer von 95 Pfg. auf 1 Mk. für 1000 Mk. Vermögen vorgesehen. Die Beamtendesol- bunaen sotten in folgenber Weise erhöht werden: Einkommen unter, 1500 Mark werden um 13 Prozent, von 1500 bis 2000 Mark und 12 Prozent, von 2000 bis 3000 Mark um 11 Prozent, von 3000 biS 4400 Dtark um 10 Prozent, von 4400 bis 6000 Mark um 8 Prozent, von 6000 bis 7000 Mark um 6 Prozent zach über 7000 Mark um 4 Prozent erhöht. B! bs. D a r rn st a d t, 28. März. Die für das nächste Iahv angesetzt gerocfenc Ausstellung der Darm städter« Kun nler ko lonie ist auf Veranlassung deS Großherjogs auf das Jahr 1914 verschoben worden. 2311 Familie Malkomesius. Gießen (Mittelweg 14), 28. März 1912. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres guten KindeS Emmi sagen innigsten Tank Die letzten 14 Tage Die besten Schuhmarken D», — Mk. 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Strohpressenkonkurreni Lonlgo 1909 D*/t '■ ■ Grand Prix — Weltausstellung BrOeeal 1910 Großes Theaterdrama in 3 Akten. 1200 m lang. Von der Nordischen Film Co. __ Als Einlage Geldgier DHcaterdrama in 2 Akten. Außerdem cinhcrlMlMnbtsPlMlliiiiil Bilanz öom Rechnnngsjahr 1911 105 1 104 Beigetreten im Jahre 1911 . . . . g Daher Stand der Mitglieder Anfang 1912 " F12 Der Vorstand. 2314 Direktor I. Briegel. F. Stumpf. 2. Wallbott V. H. Wehrum, Lagerhalter. Aktiva. vH An Kassenbestand 345,55 , Warenbestand n. E. 3238,29 „ Ausständen 618,26 , Mobilienwert 60,— Geistliches Musikfest in der Charwoche zu FRANKFURT a. M. Dirigent: Willem Jlengelberg. [D”/g Mittwoch, den 3. April 1912, in der Festhalle, 7 Uhr abends: VIII. Symphonie v. Gustav Mahler. Donnerstag, den 4. April 1912, im grossen Saal des Saalbaues, 11 Uhr vormittags: Matinee der Amsterdamer Künstler. (Solisten, Chor und Orchester.) Charfreitag, den o. April 1912, in der Festhalle, 6 Uhr abends: Matthäus-Passion v. Joh. Seb Bach. Mitwirkende Zangvereeniglng der Maatschappij tot Bevorderlng der Toonkunst, Amsterdam, Cäcllien-Vereln, Neeb'scher Männerchor und Mitglieder des Lehrer-Vereins, Frankfurt a. M.. Conzerlgebouw Orkest, Amsterdam. Opernhaus-Orchester u Orchester der Sonntagskonzerte der Museumsgesellschaft, Frankfurt a. M. zusammen 800 Sängerinnen und Sänger, 1000 Knaben, 3 Orchester, 300 Musiker, 12 Solisten. (Die Hauptproben sind nicht öffentlich.) Karten -Verkauf durch C. A. Andrö, bteinweg 7, B. Firnberg, Schillerstr., 20, Th. Henkel, Schillerstr. 14, E. Naumann, Bibergasse 3 in Frankfurt a. M. Für die Konzerte in der Festhalle am 3. und 5. April (Mahlers VIII. Symphonie und Matthäus-Passion) sind Abonnementskarten bis zum 20. März zu haben zu Mk. 25 —, 18.—, 10.—, 7.—, 6 —, 4.50, 3.— und 2.—. Einzelkarten: Reservefonds 1195,— Betriebsrücklage 672,— Reingewinn 1007,60 Ml. 4262,10 Prim.LMariojM ertragreiche bewährte Sorten in Stückgut u. 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