Ar.- 303 Mcheml ti-llch mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gletznier LamiNendlätter" werden dem Ägetfler' »iermal wöchentlich beigelegt, das *Irei,dlatt fir den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fraßen" erscheinen monatlich zweimal. Drittes Blatt 162. Jahrgang Lietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhejsen Dienstag, 24. Dezember 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen UniversuälS * Blich» und Eiemdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Exvedttion und Verlag: öl. Redaktion: e-sK 112. Tel.-Adr.:Anze»gerD»eßen. Auberordentliche Sitzung des Provinzialtagr. L. Gießen, 21. Dezember. 3. Bericht über bene Stand der Elektrizitätsversorgung. Der Vorsitzende bemerkt zunächst, daß der Provinz oureb die Bevölkerung große Schwierigkeiten bei der Lurchiut/rung der Leitungen gemacht worden seien, so daß die ProvinziciWeNvältimg sich manchmal überlegt habe, ob es denn übfibnui’t des großen Mühe- und Arbeitsaufwands wert sei, der zum Teil renitenten Bevölkerung Elektrizität zu verschaffen. Im Zttsammcichapg mit den ost unüberwindlich scheinenden Schwierig feiten wolle er hier eines Mannes gedenken, der die Provinz bei ifaen Arbeiten im Kreis Büdingen in geradezu aufopfernder Weise i'nterftüyl hohe Es sei dies der kürzlich leider zu früh verstorbene Kreisamtmann Froelick>-Büdingen gewesen. Die Provienzialver- waltung bedauere aufrichtig, seine Unterstützung in der Folge entbehren zu müssen. Hievaur berichtet Baurat Schöberl-Darmstadt eingehend f^er den gegenwärtigen Stand der Bauarbeiten an der elektrischen ue^rlandanlage Er schildert zunächst die Baugeschichte von dem an, an dem durch Beschluß der beiden Kammern die Er- de- Kraftwerks Wölfersheim feststand. Bereits im 5)erbste ' ging das Ausschreiben für die Ueberlandzcntrale in 3ud)- torm sämtlichen deutschen Elektrizitätssirmen von Ruf und Bc- o^'^ng zu /Die Angebote liefen Ende Dezember 1911 ein und wnrrx.i in de» Monaten Januar und Februar 1912 geprüft. Ende afWjat waren die ziemlich schwierigen Verhandlungen mit den t5leNrizl^tSfirmen soweit grdiehen, daß der ZusckKag erteilt wer den T^tnte, Es wurden dann im März und April die Baubureaus V^bjnzclnen elektrischen Firmen errichtet. Tie Allacmeinc ^osellschaft gründete eine Bauabteilung in Hungen err .*n ^°,T Fernleitungen und Transmol.'renstationen im vn> V**rof',b(*^r^ <'crncr errichteten die A.-E.-G. für M Exbaiutng der Ortsnetze Bureaus zu Laubach und Gießen, re 17710 Kiemen s-Sckuckert Werke solche zu Friedberg und Ober die Finna Pöge-Ehemnitz zu Nidda, die Bergmann ^Aijiläts-Unternehmungen zu Ortenberg, die Firma Stotz & fnrM'iTnm *11 ^bermörlen Mit dem 1. Llpril 1912 entstand onni ymiTntrcan der Provinz in Friedberg. Von diesem 3sJJL1 o n iß also die eigentliche Bauzeit zu rechnen. Es begannen die AI s'erkungsarbeiten an den Fernlinien, die Verhandlungen mit l <171 cinben rüber die Linienführung und über die Stand- brr 5 fort ibn en sowie die mit den Grundbesitzern wegen der \hmtfftUpg bpr Masten auf Privateigentum. Gleichzeitig wurde n'ttge^^i hifc irt fedem einzelnen Ort die Transmotorenstationen, da? SrtSmtz und die Straßenbeleuchtung auszuführen wären. }' ^audläne für die Stationsgebäude wurden von den Kreisbau- mtpeTtpren ru Flffedberg, Gießen, Schotten u. Büdingen bearbeitet: ’1C... bot die Bau arbeit en ausgeschrieben und üben nun die Bau- 2*wf)t au? Zuerst fand das Ausschreiben für etwa 30 Stationen ^rkedberg in mehreren Losen statt, die Submission mußff jedoch aufgehoben werden, weil die allzu hohen Preise nicht begaMt werden konnten. Es wurde dann mit einzelnen MUffgn und IIeineren Bauunternehmern und Maurermeistern — p'omöglim!Drtsansässigen — verhandelt und der Zuschlag zu ^nerni,rfVnnt Preisen erteilt. In gleicher Weise wurde nach diesen ®rf^ar al cr fFchf Bl, crwarf en, daß die Widerstände einen solchen itmfnna annrinnen würdnr. Er erkenne gerne an, daß viele Burgernifjstunb Gemeinderäte großes Entgegenkommen und Mrnänd,i;cicjt haben An anderen Stellen aber mußte die ~t,tl.(,itfülyntna drei und viermal neu abgesteckt werden, bevor mau mit beit Gemeinden und den Grundbesitzern einig werden fonnte f;n- snen Bezirken ist daher ganz unglaublich viel Zeit aufzi'weniKn gew»cn, bis die Leitungswege endgültig fcst- lagen. . Dort lief '(Cribefcjrjeher Mast feine Geschichte. Man kann lagen, dar, .neß>' Estei gK notwendig nxrr, um diese Hindernisse zu beseitigen, ar?, iKckU>itts u schreiten. Außerorc ^un < hriifmcni? ivirftc auch das schlechte Wetter biete-? Somme, im Späffornmer waren die Wiesentäler des Bogel sbera^ uversch^ekum Einem rnfe^p Fmnsmrilt der Arbeiten stand auch die Hoch- Toniunftur in EleÜrmeä-ik hindernd im Wege. Tie eleftro^ technischen Firme«. iuitd^urzeil über alles Maß beschäftigt und liefern Pläne und Fabrikat'onsgegenstände mir mit großen Verzögerungen. Auch f]jr bie übrigen Bauteile sind heute sehr lange Lieferzeiten crforberl:# ^ügrÄttncn Eisenmasten günstigstenfalls 10 Wochen, meist ii LÄÄbnenS nicht in Angriff genommen, so daß ihr schließlich bpj Aufttag auf die Ortsnetze entzogen werden mußte. Trotz dieser jb iriSevfii fjtirÄfcelin der verhältnismäßig kurzen Bauzeit von ^ah^^M^^Mtedigendes geleistet. Im Vergleichs zu der Bauzeit, die Ueberlandanlagen erforderten, kann sogar von einem gesprock)en werden. Heber den Stand der Arbeiten jnf fiuzelnen ist folgendes zu sagen: Zurzeit sind die Arbck5e-Elb'*S. 5 Ortsnetzen in Angriff genommen, in denen rund ZND00 Lampen und rund 1000 PS. an Motoren fest flngemelBrkxkttt). In diesen Ziffern ist der An- schlutzwert der Stadt und hetz Baüahois Friedberg sowie des Eisenwerkes Hirzenhain nicht ««th.^ten. 37 Ortsnetze sind bis auf Einzelheiten heute fcrtiggciR^t; ziemlich weit vorgeschritten sind die Arbeiten an den CiU'ju" ?,, nt 21 Gemeinden. Die Transmotorenstationen sind fertiggestMlz nt 13 Gemeinden. In den übrigen Gemeinden sind die Statte im Dau. Der heutige Bauzustand ber J^eaiifeitungcn ist: Die Linie .Kraftwerk über Inheiden, Hungensch Grünberg ist bis Rupperts- vurg im wesentlichen fertiggestellt.Ms her Teilstrecke Ruppcrts- vnrg--Laubach—Grünmgen siciim-hi.. Masten. Die Fernleitung ^^nersheim bis Bad-Nau beim nt Auf der Verlängerung vieler Sttecke von BadNaubenn übcr Juebbcrg bis Ockstadt . Masten. Das ErdkabK vvm Mraffwerk bis zum Bahn- yot Fnedberg ist betriebsfertig verleg!. Für die Fern- witungen vom Kraftwerk über Detteuhk^sen nach Lich und vvm Mtaftmert über Steinfurth, Rockenberg, > Gambacki nach Großen- ^ie ^Rasten angefachr.ni un > vum Teil bereits auf- gettellt. xvm Südwesthezirk (westlich derE. stnibahnlinie Friedberg— S^crv11?^ .stehen von Ockstadt über und Ober^Eschc-ach m_ Nieder-Erlenbach die Masten. Im Svbb^irk (östlich der Eisen Friedberg—Frankfurt^ Wen* die Masten von Nieder Florstadt bis Niadcr-Wöllstadt. Ferner ffchat bie Leitungslräger am der Verbindungsstrecke Inheiden—Nidda und von dort im Niddatal bis Schotten. Von Nrdda aus stehen im Leitungszug Sckwickartshauskm—Lißberg bis Hir-enhain sämtliche Holz- und E.senmasten. Die 5tupferleitungen werden von dem Mrailwerk aus bis Inheiden, von dort bis Nidda und von da über Liß erg nach Hirzenhain in den nächsten Wock>en gezogen, so daß hierin t die wesentliche Vorbedingung für die Stromlieferung an die Eisenwerke Hirzenhain erfüllt ist. Das bei der Vergebung eingeschlagene Verfahren — die Ar- beiten an eine große Zahl von Firmen zu vergeben — hat sich unter den heutigen Verhältnissen gut bewährt. Das ganze Gebiet wurde h erdurch nahezu gleichzeittg in Angriff genommen. Wenn auch das Arbeiten mit einer großen Zahl von Firmen eine er bebtid'e Anstrengung für die Bauleitung bedeutet, fo wurde damit doch der entartete Erfolg erzielt. Mit einer einzelnen Elektrizitäts- firma, selbst einer großen, wäre wohl innerhalb der kurzen Bauzeit nicht die Hälfte des Erreichten zustande gebrackst worden. Die Hoffnung, den vom fttaftroerf nicht allzuweit gelegenen Land städtchen, wie Nidda^Hungen, Laubach, Lich üstv., nodi vor Weihnachten elektrischen Strom zu liefern, wurde allerdings durch die geschilderten Hrndeniisse unmöglich gemacht. Hätte man noch rascher bauen wollen, so wäre dies auf Kosten der Güte und Vollkomme-heit der Anlage gegangen. Ter Bau würde mit aller Energie betrieben und die finanziellen Jnteres'en der Provinz in jeder Hinsicht gewahrt. Keine Mark wurde zuviel oder unnötig ausgegeben. Die Stromlieferung an den Bahnhof Friedberg wird Anfangs Januar mifaenommen werden. Kurze Zeit werden d e an der Kabelstrecke Wößersheim—Friedberg ange- schlossenen Gemeinden und zwar Wölfersheim, Söde» ujj Dorheim mit Elektrizität versorgt werden können. Der weitere Fortgang der Arbeiten ist so gebadtf, daß hierauf zunächst die 5000 Volt-Strecke vom Kraftwerk nach Steinfurth- Oppershofen—Rockenberg—Griedel und Gambach in Betrieb gesetzt wird. Hieran soll sich die Fernle tungssttecke Wölfersh''in Wohnbach—Obbornhofen—Bellersheim—Bettenhausen — Birklar —Lich anschließen. Fast gleichzeitig mit letzterer Strecke wird auch die Fernleitung vom Kraftwerk über Berstadt—Utphe—Trais- Horlo s -Jnhe den—Hungen—Viffingen—Ruppertsburg und Lembach unter Strom gesetzt werden können. Bon Inlieiden aus findet dann der Anschluß der Linie nach Nidda—Lißberg—Hirzenlstiin statt. Im Frühjahr 1913 wird auch die Fernleitting Bad-Nauheim —Friedberg—Ockstadt und von dort über Ober- und Nieder Nosbach bis Nieder-Erlenbäch in Betrieb genommen werden können. An dieses Gerüst des Fernleitungsbaues schließen sich dann im weiteren Verlauf des Frühjahrs und Sommers die einzelnen, hier nicht besonders erwähnten Abzweigungen an. Die Arbeiten im Kraftwerk zu Wölfersheim schreiten rüstig vorwärts. Die Turbine I ist bereits fertig montiert und Turbine II ist angeliefert. Die Rohrleitungen sind im wesentlichen fertiggestellt. Aus der vorhandenen Meffclantage wird innerhalb 4 Wochen die Dampfturbine I gesveist werden. Bis dorthin wird mit der vorhandenen Dampfmaschinenanlage von zusammen etwa 300 PS. ein Provisorium geführt. Ist das heutige Sau Programm erfüllt, so ist zunächst der innere Ausbau innerhalb der Gränzen des Versorgungsgebietes durchzuführen und abzuschließen. Diese Ausgabe wird in der zweiten Hälffe des Jahres 1913 in Angriff zu nehmen sein. Daneben wird der föebante, die Kreise Alsfeld und Lauterbach mit Elektrizität zu versorgen, in die Tat umgesetzt werden müssen. Der Herr Provinzialderiktor hat Sie beretts davon unterrichtet, daß dieser Plan durchaus nickst aus dem Auge verloren, sondern ständig verfolgt wurde, daß sich jedoch eine so verantwortungsvolle Frage nicht von heute auf morgen zufriedenstellend regeln lasse. Die Kreise Alsfeld und Lauterbach können mit der Tatsache rechnen, daß sie in verhältnismäßig kurzer Zeit mit elektrischer Energie versorgt werden. Es l-andelt sich im wesentlichen nur darum, die zweckmäßigste Form hierfür zu finden, d. h. womöglich die Einheitlickstett in der Elektrizitätsversorgung der Provinz, ab- gßse.hen von dem Gebiet, das an die Stadt Gießen angeschloffen wird, durchzuführen. (Beifall.) Nachdem der Vorsitzende dem Vortragenden für seine Ausführungen gedankt hatte, bemerkt Oberbürgermeister Mecum, es sei bekannt, daß die Stadt Gießen den nördlichen Teil des Kreises Gießen zur Versorgung mit Elektrizität übernommen habe. Er könne aus Erfahrung die Schwierigkeiten bestätigen, die bei Aufstellung der Masten sich ergäben. Sei es doch sogar vorgekommen, daß ein Bürgermeister sich geweigert habe, einen Dachständer auf se'n Haus zu nehmen. Infolgedessen liege die Strecke da. Tie Stadt habe jetzt in ihrem Werk 2100 PS stehen. Die Gemeinden Klein- Linden, Allendorf und Henchefheim hätten Licht, ')Pten-Bufeck und Wieseck würden voraus'ichtlich heute abend angeschl"ssen und in den nächsten Tagen Rödgen, Großen-Buseck und Trohe. Nun komme aber die Schwierigkeit wegen der Haus'nstallationen. Er mochte die Bitte aussnrechen, daß die, die im Augenblick noch nickst angeschlosfen feien, sich noch geduldeten. Als Kuriosum wolle er zum Schluffe noch erwähnen, daß er einen eingeschriebenen Brief bekomm en habe, worin jemand mitgeteilt habe, vorgestern fei fehle Petroleumlampe entzwei gegangen und er würde die Stadt verklagen, wenn er bis zum nächsten Tage fein elektrisches Lickst habe. (Heiterkeit.) Bei Uebcrroinbung der Schwierigkeiten wegen Aufstellen der Masten hätten die Beamten der Provinzial- direttion und der Kreisverwaltung außerordentlich wertvolle Hilfe geleistet und er möchte nicht verfehlen, hierfür Dank abzustatten. Nachdem der Vorsitzende hierauf dankend erklärt hatte, daß die Beamten der Provinz nur ihre Pflicht getan hätten, spricht Abg. H o fm a n n - Hofgüll die Bitte aus, daß die Bau- l'Ntung den einzeln gelegenen Gütern etwas wohlwollender wie seither entgegenkommen möge. Ter Vorsitzende erwidert, daß die Provinz bestrebt sei, die einzelnen Güter so wohlwollend wie möglich zu behandeln, allerdings innerhalb des Rahmens der zur Verfügung stehenden Mittel. 'Baurat Schöberl führt aus, daß die Provistz natürlich durchaus bestrebt sei, Vie Elekttilzitätsabgabe auf möglichst breite Grundlage zu stellen. Wenn für den Anschluß einzelner Höfe gewisse Forderungen von der Bauleitung gestellt würden, so Kiege das daran, daß mit bett Mitteln zurückgehalten werden müsse. Man werde jedenfalls alles tun, um die Hofbesitzer möglichst zufrieden zu stellen. Oberingenieur v. S t a d tle r - Fried nicht behaupten könne, die Bauleitung sei sorgung der Höfe unkoulant verfahren. Forstmeister Dr. Weber-Konre: zu fern, daß 1. die elektrischen Moto leitungen angeschlosfen werden: 2. d werde, daß dieser Pumvenbettieb auf wo die Elektrizität der Provinz sonst 3. ein Betrag abgefordert werde, der liche, die Elektrizttät zu verwenden. Ter Vorsitzende bemerkt, daß schon Rechnung getragen worden sei. Zukunft schon in ihrem eigenen Int kommen zeigen. Auf Befragen wünscht niemand oer Vorsitzende den Erschienenen dantt und den Prvvinziallag schließt. * In dem gestrigen Bericht ist auS Versehen eine Zeile nickt mit abgedruckl worden, die den Zusammenhang zwischen unseren zur Vorlage über das Kleinpflaster gemachten allgemeinen Aus- fühningen und dem Gang der öffentlichen Verhandlung im Provinzialtag selbst vermitteln sollte. Die betreffende Zelle lautet: „Tie Verhandlungen verliefen im einzelnen wie folgt": und ist auf Seite 1 unseres gestrigen dritten Blattes in der dritten Spalte vor der sechsten Zeile von unten einzuschieben. Au» Stadt ttnö Land. G jenen, 24. Dezember 1912. Die Kinderklinik in Gießen. Die von dem Patronat der Zentrale für M. u. S. er« richtete Kinderklinik in Gießen ist nunmehr im Anschluß an die übrigen in Betracht kommenden klinischen Anstalten der Universität in Betrieb genommen worden. Damit ist eine wichttge Lücke in dem Unterrichtsb.trieb der medizinischen Fakultät unserer Landesuniverjität au8- gefüllt. Die Baukosten betrugen etwa 89QOO Mk und die Kosten der Einrichtung 30 00) Mk. Bau und Einrichtung sind mustergültig. Ties ist von den Vertretern der in Betracht kommenden Ministerin, denen auch die Pläne vorgelegen haben, bestätigt worden. Die Bauausführung lag in den Händen des Architekten Meyer in Gießen Die gesamte Einrichtung wurde in Gießen beschafft, um den berechtigten Interessen der Gießener Geschäfte zu dienen. Die für die Klinic' verwandten Stiftuug.n stammen nicht aus Gießen. Gelder des Blumentag.' und der Postkartenwvche oder Mitg iederb.i.räge der Zentrale oder des Patronats find dazu nicht verwandt worden. Ta gerade in ärztlichen Kreisen die Errichtung einer Kinderklini. als eine dringende Aufgabe des Staates b.z Llgiet wird, der dafür die 'Kosten selbst zu tragen habe, tonnten nur Stiftungen in Betracht kommen, die ausdrücklich für die Kinderklinik bestimmt waren. Für die Zentrale für M. und S. in Hessen bedeutet die Errichtung einer Kinderklinik einen entschiedenen Fortschritt. Sie bedarf dieser Anstalt besonders zur Ausbildung der in ihren Änrichtungen der offenen und geschlossenen Fürsorge tätigen Schwestern, deren Zahl bereits jetzt auf 25 angeumchsen ist. Bei dieser Gelegenheit darf wiederholt darauf hingewiesen werden, daß schwächliche, kranke oder lebensunfähige Säuglinge für das Wirken der Zentrale nicht in erster Linie in Betracht kommen. Sie will hauptsächlich gesund geborene Kinder durch Aufklärung der Eltern über einige lapidaren Grundsätze der Hygiene, vor den so häufigen Ernährungsstörungen schützen. Die Tätigkeit der Zentrale ist somit vorbeugend. Daß trotzdem bte Schwestern auch über die Krankheiten der Kinder orientiert fein müssen, ist selbstverständlich. Ties ist schon deshalb nötig, damit die Schwestern erkennen können, welche Kinder als kranke Kinder nicht in die Beratungsstellen der Großh. Zentrale und nicht vor die dort amtierenden AerAte (jetzt etwa 45) sondern in die Sprechstunde eines anderen Arztes gehören. Im Hinblick auf die Errichtung einer Kinderklinik war dies zu betonen, damit die früher im Publikum verbreitete Ansicht, daß die Zentrale hauptsächlich für kranke Kinder sorge, nicht wieder Boden gewinnt. • ** Kunstv erein. Die gegenwärtige Ausstellung ist nur noch am 2. Weihnachtsfeiertag und am Freibag zu sehen: von Samstag ab bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels der Gemälde einige Tage geschlossen. **DieWorpsweder Kunstausstellung in der alten Klinik bleibt am 1. Feiert ag geschlossen. N>m 2. Feiertag an ist sie wieder täglich von 10 bis abends 7 Uhr bis Sonntag geöffnet Für die Kunstfreunde, die die reichhaltige und interessante Ausstellung noch nicht besichtigt haben, sei ihr Besuch bestens empfohlen. " Die Bürgergesellschaft hielt am SamStag im Hotel Einhorn ihre Weihnachtsfeier ab. DaS dazu ausgestellte reichhaltige Programm wickelte sich gut ab und die einzelnen Darbietungen wurden von den Anwesenden mit vielem Beifall ausgenommen. Ein flotter Tanz beschloß die schöne Feier. Ein AuSflug findet am 2. Feiertage nach Textors Terrasse statt. ** Die Fortsetzung des Tunnels unter dem Bahnkörper des Main-Weser-Bahnhofs zu dem Zwecke, einen weiteren Bahnsteig anzulegen, ist seither, trotz der Schwierigkeiten, die sich bei dem über die Baustelle hinrollenden starken Eisenbahnverkehr ergeben, von der Hoch- und Tie-fbaugesellschaft Winn & Co sehr schnell gefördert worcken. Die Verlängerung der Unterführung beträgt, soweit sie dem Reiseverkehr dienen soll, 14 Meter. Der Gang erhält nur einen Treppenaufgang zum Bahnsteig 3. Im stumpfen Winkel schließt sich hieran der 30 bis 35 Meter lange Tunnel, der nur für den Verkehr des Eisenbahnpersonals dient. Man hat, um durch den felsigen Boden durchzukommen, Sprengungen vornehmen müssen und ist jetzt dabei, die Seiten des Tunnels in Betonmauern herzustellen. Da die Arbeiten ungestört ihren Fortgang nehmen können, hofft man, daß spätestens zwischen Ostern und Pfingsten der neue Bahnsteig fertig sein wird. ** Von d er Klärbeckenanlage. Durch das häufige Hochwasser der Lahn stellt sich der Betrieb unserer Klärbeckenanlage in diesem Betriebsjahr teurer als in den Vorjahren, weil das Ueberpumpen des Wassers Kohlen erfordert, die bei normalem Wasserstand gespart werden. Ter Vorrat an Klärbeckenschlamm hat sich wieder so gehäuft/ ^aß das weittvolle Düngemittel kostenlos abgegeben wird, -sonders empfehlenswert ist es, den Schlamm bei Frostetter abzuholen, weil der gefrorene Schlamm sich besser -fladen und fortschaffen läßt. ** Die Hochbauten in unserer Stadt ruhen, oeit es sich um städtische Ünd private Bauten Hand"' t vollständig, nicht etwa wegen der nahen Festto j>ern wegen der Witterung. Es ist zu befürchten, d Frost das Abbinden des Mörtels verhindert. Nur daß man der Ver- 'pforgt '«'er- der Hautklinik wird noch gearbeitet, um ben Bau unter Dach zu bringen. ♦* Auch eine Verein fachung im Staatsbetrieb. Auf einer oberhefsischen Bezirkskasse erschien dieser Tage ein in demselben Ort wohnhafter Bürger, um das fällige Ziel seiner direkten Steuern zu entrichten. Der Beamte fertigte den Mann mit ben Worten ab, „er möge auf ein andermal kommen, er, der Beamte, habe augen- blirklich keine Beit". Um den nochmaligen Weg zur Bezirkstasse und auch die Zeit zu ersparen, vielleicht auch einem ähnlichen Empfang zu entgehen, ging der biedere Bürger direkt auf das dortige Postamt und zahlte den schuldigen Betrag an das Postscheckamt in Frankfurt ein, wo er dann inzwischen, wenn auch auf recht umständliche Weise, an seinen Bestimmungsort wieder zurückgewandert sein wird. Einfachere Zahlungsweise kann man doch gewiß nicht verlangen. *• Invalidenversicherung. Landwirte, Gewerbetreibende und andere Betriebsunternehmer, die keine oder höchstens zwei VersicherungSpflichtige beschäftigen, sowie Hausgewerbetreibende, die früher die Anwartschaft erworben hatten, ihre Ouittungskarten aber hernach verfallen ließen, seien noch einmal darauf ausnierksam gemacht, daß, wenn sie sich vor dem 1. Januar 1913 wieder eine Quittungskarte ausstellen lassen, die Anwartschaft nur noch einmal mit 200 Beitragswochen erwerben können. Wird dieser Termin versäumt, dann lebt die Anwartschaft nur nach 500 Beitragswochen aus. Wer an seine Familie denkt, kann und darf diesen letzten Termin nicht versäumen. Abgesehen davon sollten auch Landwirte usw., die keine oder höchstens zwei versicherungspflichtige Personen beschäftigen, sowie Hausgewerb- treibende, die das 40. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt und och nicht versichert waren, nicht versäumen, sich frenvillig zu versichern. Landkreis Gießen. — Dan bringen, 23. Dez. Der Turnverein Daubringen (gegr. 1895) veranstaltet am 2. Weihnachtsfeiertage eine Weihnachtsfeier. Turnerische Hebungen und Theaterstücke werden von den Turnerinnen und Turnern ansgesührt. -in. Hungen, 22. Dez. Am 1. Weihnachtsfeiertag begehen Wagnermeister Friedrich Schaue rin ann und Frau und Weichensteller Heinrich Schäfer und Frau das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Kreis Büdingen. X Nidda, 22. Dez. Heute adeiio sand die B es eheruiiß unserer K l e i n k i u d e r s ch u l e statt. Dlirch Lieder und Dekla» mationcn wurde die ftcier verschönt. Pfarrer Werner hielt die Ansprache. Zivei prächtige Ehriswäume strahlten im Lichterglanz und fröhlich glänzten die Augen der 65 Kinder, die mit Kleidungs- stücken, Spielzeug rind Zuckeriverk beschenkt ivurden. 9lmb die Sonntagsschüler erhielten ein kleines Geschenk. Pfarrer Werner sprach allen, welche zur Veranstaltung der Bescherung durch Gaben und Arbeiten mitgeholfen hatten, Dank aus. — Aus Anlaß der 40jährigen Gründungsfeier des 5k r i e g e r v e r e i n s hatten viele Gebäude Fl.aggenschmuck angelegt. Abends fand unter Vorantritt der Feuerwehrkavelle ein Fackelzug statt, an den sich ein Kommers in Kralls Saalbau schloß. Es ivaren dazu erschienen der BezirkSkommandeilr Oberstleutnant Schweizer-Friedberg, der Vertreter des Landeskriegerverbandes Hassia, Rechtsanwalt und Oberleutnant der Landwehr Scheer-Lauterbach nnb andere geladene Baste. Die Begrüßungsrede hielt Oberst Weimer, die Festrede Rechtsanwalt R ö m Held. Alle Redner brachten Glückwünsche für das Gedeihen des Vereins. Eine Anzahl 40;ährige nnb 25jähr,ge Gedenkzeichen ivurden verteilt. Die Feier wurde bnrd) Musik- vorträge und durch Gesangsvorträge des Mämiergesangvereins verschönt. Kreis Alsfeld. Ok. Alsfeld, 23. Dez. Nach einem langjährigen Brauch wird auch in diesem Jahre wieder auf dem Kirchturm ein Ehr ist bäum aufgestellt, der mit elektrischen Lichtern versehen ist. Am Weihnachtsabend werden diese gebrannt und ein Gesangverein singt daneben ein Weihnachtslied. Diesen Vorgang nennt man hier „DaL Christkindchen wiegen". Aus einer (Stiftung erhält der Gesangverein an dem Abend Essen und Trinken/ i. Homberg, 23. Dezember. Seit ca. 10 Jahren wird in der Gemarkung Nieder-Ofleiden Kieselgur gegraben und wöchentlich wurden mehrere Waggons nach Ludwigshafen versandt. Die Lager find nun aber erschöpft; man hat in der Gemarkung Ober-Ofleiden ergiebige Lager gefunden, die nun auch ausgebeutet werden. Das Mineral wird nach der am nächsten gelegenen 'Station Homberg befördert. Kieselgur ist ein weißes Pulver, wie Kreide aussehend, und dient zur Herstellung von Wasserglas und zum Verpacken von Dynamit. — Die Schürfungsarbeiten zur Wasserleitung der Arbeiterkolonie Neu-Ulrich- stein sind fertig und im Frühjahr wird mit dem Bau der Leitung begonnen. Das Wasser liefert die Stadt Homberg für eine jährliche Pachtfumme. — Wie sehr sich unser Städt- cheu gehoben, seitdem es durch eine Bahn dem Verkehr freigegeben, zeigt sich immer mehr. Sind doch in den letzten fünf Jahren 20 neue Häuser entstanden, teils Gesckstifts-, teils Privathäuser. In diesem Jahre wurde am Südabhang ein neues Villenviertel eröffnet, wo zwei sehr schmucke Häuser entstanden sind. Für das kommende Jahr sind wieder mehrere Neubauteil vorgesehen. Vom Bahnhof nach der Stadt ist eine vollständig neue Straße entstanden. Kreis Schotten. U. Schotten, 22. Dez. Im nächsten Jahre sollen bei der Einlage von Meliorationen und Weidegelegenheiten in 15 Gemarklingen der Streife Schotten und Lauterbach größere Anlagen uon Weißdorn- und Haselnußhecken gemacht werden, die den, Vogelschlitz dienen sollen. In Betracht fommen die Gemarkungen Gedern, Herchenhain, Oberseenlcn, Feldkrücken, Bannerod, Crainfeld, Heisters, Ber- luiitshaiu, Grebenhain, Reichlos, Lanzenhain, Herbstein und Obermoos. Nuiversitäts-Ncrebrichten. — U n i v e r s i t ä t s n a ch r i ch t c n. Der Staats- intb Verwaltungsrechtslehrer Prof. Dr. jur. et feient. polit. Heinrich Triepel in Kiel hat einen Ruf in gleicher Eigenschaft an die Berliner Universität erhalten. Nach den Informationen der „Hockjschulkorrespondenz" scheint es sich hier um eine neue Pro fessnr zu handeln. — Wie wir hören, hat der Matljemot ' Geh. Hofrat Pros. Tr. Paul Stückel non der Technische" schule zu Karlsruhe den Ruf an die Universität H berg angenommen: er übernimmt hier zum 1. Ap' eine neugegründete Professur. — Wie die „Hochschulkorrcs erfährt, hat der ordentliche Professor für deutsches P- Rechtsgeschichte, Handelsrecht, .Uirchenrecht und Rechts. '♦t der Universität Marbur g Dr. Ernst H e v m a uf nach Tübingen als Nachfolger des verstorbenen j. Rietschel erhalten. — Zum Nachflstger des v ■Vfo. Regierungsrats Prof. Dr. L. Krümmel auf der | ber Geographie an der Universität Marburg wurde Professor Dr. Wilhelm Meinardus von der Universität M ün ster i. W. berufern Landwirtschaft. um zwar 3 554 117 473 634 1 800 690 310 861 808 037 143 574 926 411 169 703 Stück 7 530 40 59 1912 399 621 234 467 118 374 20 129 231 579 231 61 850 10 634 Etel Rindvieh Schafe Schweine Ziegen Federvieh und Gänse Enten £) ü (nie r Truthühner Kaninchen Bienenstöcke Werde Maultiere und Maulesel 1907 392 091 194 408 3725 430 735 113 2056 222 308 150 171313 261 479 255 552 2711 Bayerns Viehstaud am 2. Dezember 1912. Von ber am 2. Dezember 1912 im Deutschen Reich vorgenommenen Viehzählung liegen nunmehr für Bayern bie vorläufigen Ergebnisse vor. Nach Mitteilung des Bayerischen Statistischen Landesamtes stellt sich der jetzige Viehstand Bayerns und seine Entwickelung seit ber Viehzählung vom 2. Dezember 1907 wie folgt: 4- 1,9 4- 20,6 + 14,5 — 4,6 — 35,6 - 12,4 + 0,9 — 12,8 - 15,4 — 2,4 — 1,0 — 15,0 Gegenüber 1907 ergibt sich bemnach eine Zunahme hauptsächlich für Pferbe, Ziegen unb Bienenstöcke, währenb die übrigen Vi.h- gattnngen, insbesondere auch die Rinder und Schweine, sich an Zahl vermindert hohen. Da mn 10. Okt. 1910 eine außerorbentlickie Viehzählung durchgeführt wurde, die sich auf Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen erstreckte, so ist es von Interesse, die neuesten Viehzählungsergebnisse auch denen von 1910 gegenüberzustellen. Allerbings ist wegen des verschiedenen Zählungstermins eine strenge Vergleichbarkeit nicht möglich. Tie Rindviehbestände, für die im Jahre 1910 ein starker Rückgang festgestellt wurde, haben sich bis 1912 wieder um 68 307 Stück (2,0 Proz. gehoben. Ta gegen zeigen von 1910 auf 1912 einen Rückgang die Schafe um 164 687 Stück (25,8 Proz.), die Schweine um 435 378 Stück (19,6 Proz.' unb die Ziegen um 2107 Stück (0,7 Proz'. Weitere Nachweise über den neuesten Viehstand in den einzelnen Kreisen unb Bezirksämtern sind in dem allernächstens erscheinenden Heft 1 der Zeitschrift des Statistischen Landesamts für 1913 (Lindauer'sche Buchhandlung, München» enthalten. Stückzahl Zunahwel 4-) u.Abnabme(—) 1912 gegen 1907. vorn Hundert 9 23') 533 9462 ü 2 22 643 22 874 351 389 413 239 4 7 769 397 075 vermischtes. * Einsturz einer Fabril. Aus Köln, 21. Te- zernber, wird heute gemeldet: Heute morgen 7i Uhr, lurz vor Beginn der Arbeit, erfolgten in der Schwarzfarbenfabrik Heller u. Tütt in der Radertalerstraße mehrere Explosionen, die schließlich den E i u st u r z des ganzen Fabrikgebäudes herbeiführten. Die Ursache ist noch unbekannt. Von den wertigen anwesendelt Beamten in der Fabrik wurde der Fabrilmeister Peckmann verschüttet, so daß sein Tod herbeigeführt wurde. Zwei andere Beamte wurden schwer, zwei Feuerwehrleute leicht verletzt. Kleine Tagerchronik. D i e Typhus-Epidemie beim Eisenbahn rcgiment in Hanau hat leider das erste Opfer gefordert: Ter Gefreite Zeller von der 4. Kompagnie ist in der letzten Nacht gestorben. Gegemoärtig liegen noch 2 2 2 Soldaten krank, davon 12 schwer. Die Kaiser Friedrich-Quelle in Offenbach hat dem Rcgiment 5000 Flaschen Mineralwasser als Geschenk für die Kranken überwiesen. * In dem Tonbergwerk Schippach bei Aschaffenburg ereignete sich am Montag mittag eine Schlagwetterexplosion. 5 Bergleute sind verletzt worden. In Krautze bei Lüchow erschlug der Hofbergbesitzer Busse seine Ehefrau mit einem Hammer und erhängte sich dann im Garten. Aus Tokio wird gemeldet: In dem Kohlenbergwerk Ubari bei Sappore ereignete sich eine Explosion. Von 20 0 Bergleuten wurden nur drei gerettet. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter Dicicr Rubrik stehenden ArMel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 23. Dez. Noch ein Wort zur Filialsteuer! Mit Vergnügen nehme ich davon Notiz, daß die Herren Schade und Füllgrabe mit Zucker und Nüböl aus Preis halten; ich hatte ganz allgemein die Tendenz derartiger Geschäfte, mit einzelnen Artikeln den Anschein der Billigkeit zu erwecken, fest- gestellt. Gehören die Herren mit den beiden Artikeln nicht zu dieser Sorte, so nehme ich an, das; die Vorgänge ber letzten Zeit bereits reformierend gewirkt haben, da im Sommer dieses Jahres ein hiesiger Grossist den Zucker bei u. F. im Pfund ungefähr kaufen konnte wie direkt bei Waggonbezug. Auch müßte ich mich sehr täuschen, wenn ich nicht bei S. u. F. im Schaufenster große Lappen mit Inschriften wie „Großer Zuckerab- fd)Iag,/ und „billiger Zucker" gesehen hätte. Tie Objektivität in Beurteilung der Preise der Gießener Geschäfte durch S. u. F. beurteile ich anders wie diese Herren; auch die Eingabe an die Stadtverordnetenversammlung beweist gar nichts, da die meisten der angeführten Artikel in der Qualität so viele.Variationen aufweiscn, daß mir bie Herren Halberstebt und Halfs als Sachverständige nicht maßgebend sind; da verlasse ich mich doch lieber auf die Handelskammer in Gießen. Wer z. B. bei S ch e p e l e r unb Schabe u. Füllgrabe in Frankfurt kaust, wird letztere für billiger halten können, während ich lieber bei Schepeler kaufen würde. Ein kleines Beispiel aus der Gießener Praxis: Ein Herr kaufte bei 2. u. F. Blumenkohl 3 Haupt ä 35 — 1,05, ein Gemüsehändler im Seltersweg nimmt, — man staune — 85 Psg. für einen Blumenkohl. Also sind S. li. F. viel billiger. Ja „prost Mahlzeit", der „teure" eine Blumenkohl wiegt noch 100 Gramm mehr wie die „3 billigen" von S. u. F. Würde ich nach dem Schema der Herren S. u. F. urteilen, könnte ich nur sagen, sie selbst sind viel zu teuer gegen Geschäfte ihrer eigenen Art. Zuck er kauft man in Mainz, .Alsfeld, Darmstadt — Mastgänse in Mainz unb Darm stabt — R o - sinen und Blockschokolade in Alsfeld — Zitronat, Orangeat, Kakao usw. in Berlin billiger wie bei Schade u. Füllgrabe in Gießen. Zucker kauft man — wenn ich mich nicht sehr "”r<» — sogar bei Schade unb Füllgrabe in Da ^ger wie bei denselben Herren in Gießen; ergo -erer Preisregulator nach Gießen, um den S)er- Wii in ihren „billigen" Preisen nach- zu -hiebe betragen durchweg mehr wie bie ' V. — 'tverordneten ist die Steuerfrage er- ie Herren anbieten, können sie sich Steuerveranlagung nicht paßt; bann sssion in Gießen damit beschäftigen aden. Wenn der Reingewinn in der jyürbe ja ohne weiteres ber Ar- leinbcsteuergesetzes anzuwenden sein, n recht netten Preise der Herren ir Berechnung ihres Reingewinnes ' Angaben, so muß man zu dem Getöses, mit dem bie etwa darunter Meteorologische Beobachtungen ber 5© 1912 3 tri 2 ezeucher — -4- 3.. Höchste Temperatur am 22. bis Niedrigste 22. r??8hrifl' erprobten guten Qualitäten Atic für jedes Stück. A.Salomon&Cie. 23. 23. bekannt, titel der '»out hM m 3 en gros und Umsatz ca. 600 000 Mark in in Kolonial Warenbranche, dieses Geschäft bezahlt an Staatssteuer jährlich 1794,30 , Gemeindesteuer 2333,28 s. 85 z ea 8 SSE S Summa 4127,58 allein 535,44 Mark Gewerbesteuer. Glaubt ein M € Z t» Wiefcck, 22. Dez. Zum erstenmal strahlen am tag abend die Straßen unserer Gemeinde im elektrischen Lichtes, was von sämtlichen E big begrüßt wurde. Nur die verlängerte Ti jetzt von diesem Werke des Fortschrittes ausges Tie verlängerte Turnsttaße, mit Recht das Masst c-4Ü nest genannt, ist zum Teil seit Jahren in ciueitz" Zustande, für Menschen unb Vieh fast saft lebensgefährlich. Bei fremden Leuten, die qiej' fieren müssen, ruft ihr Zustand Svott hervor, j Kosten wäre diesem Uebelstand abgeholfen, wenn y Fußpfad machen würde, damit man weniger einigt^ lich in feine Behausung kommen könnte. Sollte bie später von einer elektrischen Beleuchtung ausgeAil so wäre mit geringen Kosten Abhilfe zu schaffe^ nur eine oder zwei der jetzt überflüssig gewordenen auszuftellen. Zu bereu Unterhaltung würden ff evtl, selbst bereit erklären. 80Filialenals Beweis für die groBtc cu'tung -3Tämgmr ■ mieren, ist der Spesen-Apparat der Firma so e nÄ daß jedes kleinere Geschäft mit ihnen koD rieren kann. Es wird die Hauptaufgabe der Steu Mission sein, die Unkoftenberechnung derartiger Geschäs die Lupe zu nehmen und mit den Steuerdeklarationen a ähnlicher Geschäfte zu vergleichen. Nun zur Steuerleistung: Mir ist ein Geschäft in daß dieses Geschäft dreimal foviel bei seinem Engros-UmjM 600 000 Mark wie S. u. F. im Detailhandel mit 300 OM Umsatz verdiente? (Daß die Steuer der Angestellten bei Vergleichen keine Rolle spielt, ist selbstredend. Wäre u. nicht, so würde jemand anderes diese Leute beschäftigen.! bleibe ich habet, daß die ©teuerleiftuug ber Filial Almosen ist, anstatt eine Steuerzahlung nach bet sähigkeit. Der Gesetzgeber wollte durch die Filiale unb 2 verhindern, daß einige mit Kapital gespickte Un ganze Geschäft an vielen Orten an sich reißen, losigkeit im Wirtschastsleben ist eine solche N o t w e kj unentbehrlich. Gefällt es einem Filialgeichäst dadurch^ in Hessen, dann Adieu. Wer unersättlich sortwäh-i Leuten die Existenz untergräbt, verdient fein Mitins Rücksicht, selbst wenn die Steuer mehr wie 15, Reingewinn betragen dürfte. Das schäbige Mäntelchen zum Volke", dem man ja nur billig, billig TllfdÄ1 verdeckt nur den ganz Dummen die Schädlichkeit Groß-Kapitalisten. 2e b e it unb leben l a f f e n ifl satz, ohne den ein Zusammenwolmen von Menscheck H E. Krumm, Stab Für dringende Fälle ist Donnerstag,) den (2. Weihnachtsfeiertag), sicher anzutreffen: _____________Zahnarzt Seltersweg 77^ Die nach- A p t» n I o sind von 12 Uhr niittfc stehenden Ä U 1 ul V nachts nur für dringende FÜl anzutreffen : Am 1. Feiertag, den 25. Dezem Dr. 9 iichner, Frankfurter Str.assSJi Dr. Meyer hott, Süd-Anlage (a. d. Job Am 2. Feiertag, den 26. Df-zem jUgjt • • Dr. Geyer, Seltersweg 64. — Dr. Floc|i, um T&nswn- 16 8 70 6 ö 10 tytLtek. 23 2” 49.4 +30 51 89 23. 9;; 50.3 +0 7 4 4 91 24. 5l,0 I -j- 1,1 4 9 98