Nr. 74 Zweites Blatt 162. Jahrgang Gießener Anzeiger tddxtnf tiglltb mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Oberheften £te ^Gtehener $a:nili«nblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigetegt, das „Krtisblatl fflr de« Kreis Gifften" zweimal wöchentlich. Die „landwirtschaftlichen Leit' tragen" erscheinen monatlich zweimal. Mittwoch. 27. Mürz 1912 RolanonSdrua und Verlag der Brühi'schen UniversitätS - Buch- und Sremdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition und $ ruderet: Schul» strotze 7. Expedition und Verlag: bl. Redaktion:«^-112. Tel.-21druAi»zeigerD»etzen» Au» Hessen. bs. Darmstadt, 26. Marz, An? dem Finanzausschuß der zweiten Kammer. Der Finanzausschuß der Zweite:, Kammer hielt heute eine Sitzung ab, in der die Regierungsvorlagen belr Staatsschulden venvaltung für 1908, Landeskreditkasse 1906 und 1907, Kreisärzte, Wegparzellen in Gernsheim, Grundstücksteilc in Wron Umstadt ohne Aussprache genehmigt wurden. Der Antrag Ulrich und Gen, Gewerbeinspektioneu betr., wurde für erledigt erklärt, nachdem an Hand der Mitteilung der Regierung nachgewieseu worden war, daß die Zahl der Inspektionen im Steigen begriffen sei und Klagen über eine zu geringe Anzahl der Revisionen nicht hervorgetreten seien. Die Vorstellung dos Vorstandes der Verenigung Großh. Staatsbeamten i. P. auf Erhöhung bezw. Regelung der Bezüge der Pensionäre und ihrer Hinterbliebenen, ferner die Vorstellung ' des Vereins der Großh. Hess. Dominialsor st warte wegen Ausbesserung ihrer Gehaltsverl^ältnisse sowie die des Hessischen Jagdllubs sollen sämtlich mit der Beratuirg der Beamtenbesoldungsvorlage verbunden werden. Die Anträge des Abg. Ulrich, Hilfsangestellten in Staatsbetrieben betr. sotvie derjenige über die Bahn im M o d a u t a l sind alte Anträge, die von dem Antragsteller jedem Sanbtagc zugchcn, ohne daß ihnen eine besondere Begründung beigegeben wird. Mit Rücksicht auf das Fehlen jeder Begründung müßten diese Anträge für erledigt erklärt werden. Am Schlüsse der Sitzung wurde dann noch ausdrücklich sest- gestellt, daß alle Vorlage::, die an den Finanzausschuß gekommen sind, von diesem auch bearbeitet wurde::, mit Ausnahme derjenigen, über die eine Regierungsantwort noch nicht eingelausen ist und mit weiterer Ausnahme von der Schuldentilgungsvorlage, bei der der Finanzausschuß beschossen hat, sic erst in Beratung zu nehmen, wenn die neun: Bearntenbcsoldimgen vorliegen. Ans dem Biltschriftenausschnf!. Auch der vierte Ausschuß der Zweiten Kammer, der Bitt- schriftenausschuß, hielt beute vormittag eine Sitzung ab, in der die Regierungsantworten an die einzelnen Abgeordneten verteilt wurden. Die Regierungsvorlage, betr. den Berkaus fiskalischer Grundstücke wurde angenommen lieber die Wahl des Präsidenten des vierten Ausschusses konnte bekanntlich keine Einigung erzielt werden, da die Fort schrittliche Volkspartei ben Vorsitz für sich beanspruchte und die anderen Parteivertreler damit nicht einverstanden waren. In dieser Sache war ein eingegangenes Schreiben des Vorsitzenden der Fortschrittlichen Volkspartei verlesen und zur Kenntnis ge Kommen worden, in dem die Partei die strittige Sache als erledigt betrachten will, um einem gedeihlichen Arbeiten nicht im Wege zu fein. Die Reife Des Kaifers, Venedig, 26 März. Tie „.Hohenzollern" ist mit den, Kaiser, dem Prinzen und Prinzessin A u g u ft Wilhelm und der Prinzeftin Viktoria Luise an Bord heute früh um 7 Uhr, gefolgt von dem Kreuzer „Kolberg", von hier abgefahren. Brioni, 26. März. Tie „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord und die Begleitschiffe trafen gegen 12 Uhr hier ein. Das österreichische Geschwader feuerte den Salut. Nachdem die „Hohenzollern" an der Boje fest- gemacht hatte, kam Erzherzog Franz Ferdinand an Bord und ging bald darauf mit dem Kaiser an Land. Das Prinzenpaar August Wilhelm und die Prinzessin Viktoria Luise folgten. Um 1 Uhr fand bei dem Erzherzog Frühstüclstasel statt. Nachmittags ist eine Automobilfahrt durch die Insel Brioni und eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten vorgesehen. Darauf soll die Weiterfahrt nach Korfu erfolgen. Das Wetter ist schön. Reid)stagsabgcoröneter Träger f. Berlin, 26. März. Geheimer Justizrat Albert Dräger, Mitglied des Reichstages und des Abgeordnetenhauses, ist heute nachmittag 2.55 Uhr an Herzschwäche im Sanatorium Grünewald gestorben. Im Trauerhause sind zahlreiche Teilnahmebezeugungen eingelaufen. Ter Berliner „Lokalanzeiger" meldet über die letzten Stunden Sllbert Trägers: Ter greife Parlamentarier war Keineswegs als Schwerkranker in das Grune- waldsanatorium gebracht worden, sondern sollte sich nur erholen Er las die Zeitung und empfing Besuche. Seine Stimmung war gut und humorvoll. Gestern mittag um 12 Uhr trat eine merkliche Schwächung der Herztäriakett ein, so daß die Aerzte die Familie benachrichtigten Kurz vor 3 Uhr starb Träger dann. — Der Präsident des Ab- aeordnetenhauses Freiherr v. Erffa sandte ein herzliches Beileidstelegramm. Der Vizepräsident des Mgeordneten- hauses Tr. Porsch kondolierte im Namen der Zentrums- frattion des Abgeordnetenhauses. Tie Zeitungen aller Parteirichtringen widmen dem'Verstorbenen ehrende Nachrufe. Albert Träger war am 12. Juni 1830 in Augsburg geboren. Er verkörperte den Typus des alten rvortschrittlers Eugen Richterscker Art. Er- batte, so entnehmen wir einem Nackrui der „Köln. Ztg.", mit beiden Füßen in der 48 er Bewegung genau den amb bat bis in seine letzten hohen Jahre hinein niemals einen gewißen Radikalismus der Gesinnung Dcrleugnct. Aber die.er Radikalismus wurde wohltätig gemildert, einmal burd) eine >ehr vornehme Kampsesweise, die niemals den Gegner perzönlich angrif: und niemals nach häßlichen Waffen griff, weiter dura: einen außerordentlich treffenden, manchmal recht boshaften, aber nre verletzenden Humor, lieber das Parlament hinaus ist Alben Träger auch in jungen Jahren schon burtb _icme bubterudH' Tätigkeit bekannt geworden. Eine besondere Eigenart Tragers «'waren dann noch seine Tamenreden, die eine gewinnBeruhmtdeit erlangt haben. Von Beruf war Träger Jurist. xsn Augsburg geboren, studierte er auf mitteldeutscku'n Hochschulen, war eine Zeitlang Rechtsanwalt in Reineren Städten und kam dann nach Berlin, wo er in Verkehr mit Eugen Richter trat und die Liebe für die Politik gewann. Au? öen Reid)$tag$au$id)üfien. :: Berlin, 26. März. Aus dem Budgetausschuß. Das Et atn o tg e se d wurde vom Bu dg et aus schuß in feiner heutigen Sitzung angenommen, aber die Ermächtigung zur Leistung von Ausgaben wurde auf das Höchstmaß von drei^Aonaten beschränkt. Ans die von mehreren Seiten geäußerten ^eoenten, baß die Ermächtigung der späteren Stellungnahme des Reichstags bräjudiziere, gaben die Vertreter des Rricksschatzamts, der.irieg-^ und der Marineverwaltung die .Erklärung ab, daß lic bezüglich der vorgesehenen Bauten die Annahme dos Notgesetzes nur a l s grundsätzliche Zustimmung, aber nicht als Zustimmung zu den Einzelheiten und zu der Höhe der Kosten auffaffen. Ein» Entschließung der Voltspartei, die der Regierung einen Vornniri macht wegen des späten Einbringens des 'Jlotgckp*?, nnd darin eine Gefährdung des Budgetsrechts des Reichstags erblickt, fand keine Zustimmung. Die Voranschläge für Togo und Reu-Guinea. Hieraus würbe die Beratung des Voranschlags für Togo fest gesetzt Auf Anfrage über die provisorische Landungsbrücke erfiärk der llnterstaatssekretär, daß eine dauerhafte Landungsbrücke nicht unter 24 Millionen Mark heraestellt »verden könne: bei einer Berechnung der Lebensdauer aut 25 Jahre würde allein die jähr liche Anwrtisation mit 100 000 Mk. zu rechnen fein, so daß eine provisorische Brücke mit einem Aufwand von einer halben Million Mark für einige Jahre sich rentiere. Aus der Mitte des Aus sckmsses wurde beanstandet, daß die Summe zur Wiederherstellung der Brücke sofort dem Fiskus zur Verfügung gestellt werden soll, obwohl der Vertrag mit der Finna Lentz den Pächter hierzu verpflichte. Ans brr anderen Seite wurde aber anerkannt, daß cs sich hier um einen einzigartigen Fall handele, wodurch ein vis major die Unterlage des Vertrages zerstört worden sei. Der Unterstaalssekrelär wies darauf hin, daß die Aufrechterhaltung des fonnellen Anspruchs zu einem jahrelangen Prozeß mit einer Finna führen lvürde, mit der die Kolonialverwaltung in einer ganzen Reihe von Verträgen auf Gedeih unb Verderb verbunden sei Dann wurde der Voranschlag für Reu-Guinea beraten. Staatssekretär Solf teilte mit, daß das Kolonialamt in Verfolg einer Anregung aus dem borjübrigen Budgetausschuß die Ausstellung eines größeren, weitreichenden Wirt schafts-Programms für Neu-Guinea veranlaßt habe. Im Zusammenhang damit stehe auch die Ka i ser i:t - A u g n ft a F l u ß - E x p e d i t o n. Tas Zentrum regle an, daß von der Marine ein altes Kanonenboot bergegeben und dieses nach einem billigen Umbau für Neu Guinea verwendet werde. Der Staats fefretär sagte einen Versuch zu: im übrigen habe die Kolonial- gesellschaft ein Fahrzeug für den Kaiserin-Augusta-Fluß erworben Weiter wurde eine Einwirkung auf die Besitz- und Familien- verhältnisse gesordert, namentlich auch aus manchen Palao-Jnseln, die die wünschenswerte Volksvermehrung hemmen. Ter Staatssekretär sagte dies zu, aber hier sei die größte Vorsicht anzu wenden, da ein rauhes Eingreifen in solche altüberkommenen Sitten und Rechtsverhältnisse leicht zu Konflikten führe. Von sozialdemokratischer Seite wurde beanstandet, daß neuerdings größere Mittel für Neu Guinea aufgewendet werden, obwohl Sachverständige eine bedeutende Entwickelung dieses Schutzgebiets für unmöglich halten Der Staatssekretär erwiderte, er selbst habe bei einem Besuch Neu-Guineas dort gerade im Vergleich mit Sumatra einen außerordentlich günstigen Eindruck bekommen. Er halte deshalb die Aufwendung größerer Mittel für gerechtfertigt. Er verwies auf das Beispiel der englischen Kolonie Hongkong, deren Ausgabe in den 60 er Jahren der Gouverneur beantragt habe und die heute doch zu einer blühenden Kolonie geworden sei. Auch von sortschrittlicher Seite wurde auf die günstige Entwickelung des Jnselgebiets hingewiesen: man solle auch bei Neu Guinea nicht von vornherein die Ent» wickelnngsmöglichkeiten bestreiten, wenn auch die Rimatischen Verhältnisse beute noch sehr ungünstig seien. Die Aushebung des Kopra-Ausfuhrzolls, an die der Ausschuß früher dachte, wurde fallen gelassen, da die Erhöhung der Dampfer- subvention für die Jnteressenkreife einen vollgültigen Ersatz bedeute. Weiter wurde eine Erhöhung des Ausfuhrzolls für Paradiesvögel angeregt. Der Staatssekretär erflärte, er sei mit jeder Maßregel, die eine Einschränkung des Abfchießens von Paradiesvögeln ergebe, durchaus einverstanden. Er möchte aber auch nicht allzu sehr die Entschließungsfreiheit des Gouverneurs einschränken. lieber den Koprazoll ist eine Verständigung mit den Pslan- zern erfolgt. Nächste Sitzung Mittwoch. Ter Gefchaft?ordnungßau8fchuß verhandelte heute über die ihm vom Aeltestenrat überwiesene Frage der Vertretung der Fraktionen in den Ausschüssen. Den Anlaß hierzu hat bekanntlich der Wunsch der Reichspartei gegeben, die mit einem Bestand von 13 Mitgliedern durch Zuzählung zweier einer Fraktion nicht an gehörenden Mitglieder den Anspruch auf Ausschnßvcrtretung erworben zu haben glaubt. Das Ergebnis der heutigen Beratimg war das, daß der Gefchäftsord- nungsaussckmß eine Zuzählung nicht gelten lassen will, sondern lediglich die Mitgliedschaft zur Fraktion oder ein Hospitant enverhälttiis. Die Angelegenheit wurde so dem Aeltestenrate zurückgegeben. Aus Stadt und (and. Gießen, 27. März 1912. • • Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem Direktor der Mainzer Volksbank Hch. Friedr. JohS. Rein S das Ritterkreuz 1. Klaffe deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. "Die VerkehrS-Einnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr betragen nach vorläuftger Feststellung: 1. für die EisenbahndireltionSbezirke Frank, furt a. M. und Mainz: im Januar 9 548 000 Mk. oder gegen daS Vorjahr mehr 607 000 Mk. — 6,79 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 120 843 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 6 564 000 Mk. — 5,74 Proz.; 2. für die Preußisch-Hessische Eiscnbahngemeinschast: im Januar 162 264 000 Mk. oder gegen daS Vorjahr mehr 12 291 000 Tlf. — 8,20 Proz., in der Zeit vom Beginn deS Rechnungsjahres 1 837 472 000 Mk. oder gegen daS Vor- jahr mehr 132 228 000 Mk. = 7,75 Proz. • * Eisen bahn-Perfonalnachnchten. Ernannt wurde: der Schaffner im Probedienst Hohmann in Gießen zum Schaffner. Belohnungen haben erhalten: Rangiermeister Johann Christ und Rangier-Lokomotivführer Jüngst in Gießen, weil sie durch besondere Aufmerksamkeit und enl- schloffenes Handeln verhütet haben, daß ein Junge, der sich im Gleis befand, überfahren wurde; den Hilfsweichenstellern Wilhelm Diehl m Wetzlar und Au g u st Buhlmann in Herborn ist aus Anlaß der mit dem Ergebnis .sehr gut* abgelegten Weichenftellerprüsting je eine einmalige Lohn- zulaae zuerkannt worden. ** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert wurden zu Leutnants der Reserve die Vizewachtmeister im Landw- Bezirk Halle a. S.: v. Bülow, des 1. Bad. Leib-Drag.-Regts. Nr. 20,'Wachs mut h, des Großh. Hess. Train-Bat. Nr. 18: zum Cberteutn. der Leutn. der Reserve Fuchs Andernach, des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116; zum Leutn der Reserve der VizeseldN'ebel Praetvriu > vremnndO, des Inf Leib Regts. Großherzogin (3 Groß!:. Hefi Nr 117; zum Cbcrlcutit. der Leutn der Reserve Wenk- Mannheim, des Jnf.-Reats. Prinz Earl (4. Großh. Heft'. 1 Nr 118. zum Leutn. der Reserve der Vizefeldwebel Herlt Mainz , des Inf Leil>-Regts. Großherzogin <3. Großh. Hess.) Nr 117 Ten Ab schied bewilligt: Scheel «Wetzlar. Hauptrn. der Reserve des Jns.-Leib Regts. Großherzogin (3. Großh Hess ' Nr. 117, mit der Erlaubnis zum Tragen der Landn . Armee Uniform ; Kl i n f e r Hanau), Rittm. der Reserve des Garde Trag-Regts. <1 Großh. Heft - Nr. 23, mit der Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform, Loos ti.l zeigt die ihn schützenden Machtmittel; ein Besuch des Felseneilands Helgolands schiebt sich dazwischen. Je zweitägiges Verweilen vermeidet lieber= anstrengung, so daß selbst weniger rüstige Tarnen und Staren mit Genuß teilnehmen können. Auch Nichlmitglieder sind bei frü^eiliger Anmeldung willkommen ifiqung an einer fünftägig t Anschlußfahrt nach dem reizvollen Dänemark wird ermöglich:. Im Großherzogtum .Hessen wird mir diese Fahrt vom Flotlenverein veranstaltet, Starkenburg unD Rheinhessen. R. B. D a r m ft a d t, 25. Mär;. Ter Verein „BraunS- hardter Heim" hielt heute in^ neuen Justtzgebäuoc in Gegenwart der ersten Vorsitzenden, Fürstin Marie ;u Erbach-Schönberg, seine Mitgliederversammlung ab. Im Auftrag der Fürsttn eröffnete Generalstaatsanwalt Geheimrat Tr. Praetorius die Versammlung. Er wies darauf hin, daß im Laufe des letzten Jahr^hnts die Straffälligkeit bi: Frauen in Heften erheblich abgenommen hat. In der Zuchthausabteilunp riften rourben auf einem WeOM still + 16,5 • C. der itt n. Vermietbare Safes (Schrankfächer) Müller. Dietz. KavonSeife eine neuartige Haushaltseife von c*7t fabelhafter Wafchkraft Preis pro Stück 20 Pfg. — Jetzt überall erhältlich Vertreter für Giessen und Umgegend: Adolf Siegel, Giessen, Löberstrasse 26 75 87 97 if 8 0 10 i55 l 2» , 2t 15 6 10 4 5,7 Höchste Temperatur am Dliebriqfte „, 55,7 .54,5 •51,7 9,9 82 6,7 ft Sonnenschein Klarer Himmel Nebel tot, einer konnte sich retten. März 1912 Wir empfehlen uns für alle In das Bankfach ein schlagenden Geschäfte wie: An- und Verkauf von Wertpapieren, Geldsorten etc. Ausstellung von Schecks- und Kreditbriefen auf alle grösseren Plätze der Welt Einlösung von Kupons Diskont-, Scheck- und Konto-Korrent-Verkehr Aufbewahrung und vollständige Verwaltung von Wertpapieren und Wertgegenständen aller Art _______ __________________i Ausflug nach dem Steinernen Meer von einer Schneelawine überrascht unb verschüttet Zwei sind wandt und allen anderen Mitteln vorgczogen, was nuck von medizinischen Autoritäten bestätigt wird. Leciferriu lerne Ovo-Lecitbin-Eisenoerbindung) ist sehr schmack hast, put bekömmlich und befördert Aunleirtj die Verdamme und Asftmilation,- die Patienten fühlen sich beim Gebrauch des Leciierrinö sofort wohler und frischer. Man achte beim Einkauf genau aus den Namen gccifcrrtn. den Apotheken erhältlich -um Preise von Mk. 3.— 'längere 3er reichend» ganz sicher von Univ. Apotheke u. 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Man vermutet, daß Dr. Hacker und Fräulein Papleit, die zuletzt die Fischerhütte verließen, die Lawine lostraten, die nun auf die übrigen in gerader Linie absteigenden Personen rasch anwachsend herunterstürztL. (Siehe auch letzte 91achrichten.) * Zürich, 27. März. Zwei Schweizer Skiläufer, die über den Septtmer-Paß in das Engadin wollten, wurden von Schnee stürmen überrascht. Dem einen gelang es, abzusteigen und Hilfe zu holen. Der andere, der vor Erschöpfung zurückgeblieben war, war bereits erfroren. Salzburg, 26. März. Drei Salzburger Tou- 2. L 2=1 Das Lawinenunglück bei Wien. Wien, 26. März. Die Expedition zur Rettung der am Lochschneeberg von einer Lawine verschütteten Touristen mußte infolge Schnee ft urmes in das Hotel Lochschneeberg zurück- kehrcn. Von dem einzigen Menschen, der bisher gerettet ist, einem Fräulein Papleit, wurde folgendes mitgeteilt: Die Gesellschaft brach unter Führung des Dr. Dacker auf Auf dem ^serpentinweg zwischen Kaff erstem und Klosterwappen gerieten dic Absteigenden an eine mächtige, etwa sechs Meter überhän- a ende Schneem a sse. Dr. Hacker war etwas'vorauf. Frl Papleit hatte ihm kaum zugerufen, daß sie den Schnee unter ihren nützen wanken fühle, als die ganze Fläche zu rutschen begann L)ie begrub die Teilnehmer unter sich. Zwei Holzkncchte sahen die unheilvolle ^zenc und begannen die Rettungsarbest. Da Fräulein Papleit nur von einer dünnen Schneedecke bedeckt war, wurde sie bald hervorgezogen. Sie ist vollständig imverletzt Die Methylaikohoivergistungen vor Gericht. sh. Berlin, 26. März. e Unter großem Andrange begannen heute im kleinen Schwur- serichtssaal des hiesigen Landgerichts vor der 10. Strafkammer Sie Verhandlungen in dem großen Prozeß wegen der vielbesprochenen Methylalkoholvergiftungen, über den wir gestern schon einen kleinen Vorbericht veröffentlichten. Den Vorsitz im Gerichtshof führt Landgerichtsdrre?ktor Gries-- korn, die Anklage vertritt Staatsanwalt Gutjahr, während als Verteidiger die Rechtsanwälte Justizrat Jvers, Dr. Jaff6, Dr. Wetthauer, Dr. Puppe und Dr. Msberg tätig sind. Unter den zahlreichen Personen, die zwar dem Tode durch Vergiftung mit Methnlalkohol entgangen sind, jedoch dauernde körperliche Schädigungen, vor allem Sehstörungen und andere Augenerkrankungen baöongetragen haben, hat sich ein Privatschreiber Lehmann dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Ihm steht Rechtsanwalt Walter Bahn zur Seite. 27 Sachverständige sind geladen. — Unter den 114 vorgeladenen Zeugen interessiert an erster Stelle der Kriminalkommissar Toussaint, dem seinerzeit die Aufdeckung der wahren Ursachen der Vergiftungen im Städti fd>en Ashl für Obdachlose gelungen ist. Die Sachverständigen allein füllen den Gettchtssaal dermaßen, daß kein Platz für die zahlreichen Vertreter der Presse übrig bleibt, so daß für diese besondere Plätze im Zeugenraum hergestellt werden müssen. Rechtsanwalt 'Dr. Puppe als Vertreter des Angeklagten Re- domski bemerkt, daß «diesem die Anklage überhaupt noch nicht zugestellt worden sei. Erst aus den Zeitungen habe sein Klient erfahren, daß gegen ihn eine Nachtragsanklage erhoben worden sei. Die Lust im GteriditSfaal ist so schwül, daß eine Zeugin ohnmächtig wird Darauf stellt Rechtsanwalt Dr. Werthauer den Antrag, die ganze Sache zu vertagen und einen neuen Termin anzusetzen, da bie Prozeßordnung in Bezug auf Nachtragsanträge gegen Scharmach und Redomski nicht eingehalten sei. Rechtsanwalt Dr. Jafw schließt sich diesen Ausführungen an. — Justizrat Jvers wendet sich gegen den Antrag der beiden anderen Vetteidiger. Staatsanwalt Gutjahr stellt fest, daß die Nebenklage zulässig i|t und widerspricht dem BertagunaSantrage. Der Grund, weshalb die Herren Verteidiger diese Anträge stellten, sei wohl der, daß sie sich etwas allzulang bei dem Metternichs Prozeß auigcbalten hätten und ihnen jedenfalls infolgedessen die notige Zen zur Vorbereitung gefehlt habe. Dafür könne aber die