Erstes Blatt 162. Jahrgang MtzenerAnzeiger M. 286 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 4. Dezember |9|2 HU ©Ivn vUCI 4inCWl WU . General-Anzeiger für Oberhessen WM für mc Taqesnu.nmer Rotationrdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch und Stcinöruderei R. Lange. Redaktion, (trpebition unb Druckerei: Zchrlstratze 7. Land-: LHetz^für den bis vornntlags 9 llhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Gcschäslsstelle vahnhofstrahe 16a. Än-eiaent'eU: H. Beck. Die heutige Nummer umsatzt 16 Seiten. Ein Waffenstillstand mit Ausschluß Griechenlands. Konstantinopel, 3. Dez. Der Waffenstillstand zwischen der Türkei und Bulgarien, Serbien und Montenegro ist unterzeichnet worden. Damit wird aufs ernsteste bestätigt, daß Griechenland mit Bulgarien sich vollstänvig überworfen! hat. Der Waffeir- stillstand ist aber entscheidend, und Griechenland wird aus seinem eigenartigen Verhalten keine Vorteile ziehen tonnen Daß Bulgarien von den bisher Verbündeten die bei weitem schwierigste Aufgabe übernommen hatte, war klar, und König Ferdinand l>atte anfangs auch die unbestrittene Führung übernommen. (Gerade jetzt, wo das bulgarische Heer die heißesten Kämpfe und die aufreibendsten Austreu gungen hinter sich hat, wo seine Führer erkannt haben, daß nunniehr die Waffenruhe dringend nötig ist — in diesem Augenblick will Griechenland Schwierigkeiten machen. Die Griechen verlangen, wie es heißt, die' Uebcrgabe Janinas und der Garnisonen von Chios und M^tilene, obgleich bei den bevorstehenden abschließenden Friedensverhandlungen die Erfüllung dieser Wünsche an den Tatsachen doch nicht mehr viel ändern könnte. Der Hauptstreit liegt aber darin, wer Saloniki endgültig besitzen soll. Es könnte Griechenland nicht unerwünscht sein wenn Bulgarien bei Tschaialdscha noch einige Mißerfolge einheimst. Schon wird ja heute in Erwiderung auf die gestern veröffentlichte Erklärung des Generals Theodoroff darauf hingewieseu, Bul garicn hätte seine Truppen alle gegen Tschaialdscha zusammenraffen sollen, um dort mit den Türken schnell fertig zu werden. In Saloniki sei die bulgarische Hilfe nicht nötig gewesen. Man argwöhnt wohl auch in Athen, daß Bulgarien wegen einer anzubahnenden Bündnispolitik mit der Pforte sich bei den Verhandlungen vor Tschataldscha allzu entgegenkommend verhalten wolle. Wenn Adrianopel in türkischem Besitz bleibt, werden die Bulgaren bei ihren bisherigen Verbündeten auf entsprechenden Ersatz Ausschau halten. Man Dann also die künftige Entwickelung noch gar nicht übersehen. Es kann lvvhl dazu kommen, was heute schon ängstigt wird, daß Bulgarien den Türken noch einmal behilflich ist, die Griechen zurückzudrängen. Das Gescheiteste wäre für Griechenland, nachzugeben, umsomehr, da auch seine anderen bisherigen Waffengefährten, Serbien und Montenegro, das Schwert in die Scheide gesteckt haben. In Saloniki scheint übrigens die Lage wieder recht kritisch geworden zu sein. Bekanntlich ist es dort zwischen Bulgaren und Griechen früher schon zu Schlägereien gekommen, und heute veröffentlicht die „Frankfurter Ztg." aus Nom folgendes Telegramm: Ein Saloniker Banldirektor brridnet hierher: Saloniki ist heute ernster gefährdet als vor dem Einzug der Griechen. Nicht nur, daß diese sich unter den Augen iIrrer vfsiziere schlimmste Zuchtlosigkeiten leisten, ermutigt ihre Anwesenheit auch ihre in Saloniki ansässigen Konnationalen zu Ausschreitungen gegen ihre hauptsächlich jüdische Geschäfts- wnkurrntz an' der sie unter Benützung allerhand üblen Gesindels ibr Mütckien in unbarmherziger Weise kühlen. Bereits sind über ein Dutzend bekannterer jüdischer Geschäftsleute ermordet worden. Die Banken sind sehr besorgt. Tie Rivalität zwischen Griechen und Bulgaren droht jeden Augenblick in St r a ß enkä m p fe auszuarten, nachdem es an ^r Stadt Peripherie und jüngst in einem zentralen Kaffeehaus bereits zu blutigen Zusammenstößen gekommen ist. Die U n - sicherheit ist so groß, daß die europäischen Kolonien in engem Zusammenhalt eine Verteidigung zu organisieren versuchen, während die jüdische Bevölkerung sich möglichst in den Häusern aufhält. Das kann die Sympathie zu den Griechen nicht gerade verstärken. Wir erhalten folgende Meldungen: Der Berliner „Lokalauz." meldet aus Ko n staut i- uopel: Der Ministerrat dauerte am Dienstag bis 7 Uhr, und sofort wurden die osmanischen Delegierten von den gefaßten Beschlüssen verständigt. Da mit Griechenland eine Einigung nicht zu erzielen war, wurde der Waffen st ill st and mit unbeschränkter Dauer zwischen den türkischen und bulgarischen, serbischen und montenegrinischen Bevollmächtigten unterzeichnet, und zwar kurz nach 9 Uhr. Wie das Reuterfche Bureau erfährt, sind die türkischen BediÜbungen für den Waffenstillstand viel weitgehender, als die telegraphischen Berichte ausdrückeu. Danach verlangt die Türkei nicht nur das Necht, alle belagerten Festungen zu verproviantieren, sondern ebenso alle in Mazedonien oder sonstwo befindlichen türkischen Truppenkörper und die türkische Bevölkerung in den verschiedensten Landesteilen. Desgleichen verlangt die Türkei das Recht, durch das Adriatische und das Ionische Meer Lebensmittel unter sicherem Geleit zu befördern. Von griechischer Seite wird erklärt, man sei nicht in der Lage, diesen Bedingungen zuzustimmen, die es der Türkei ermöglichen, "irgendwelche Vorräte anzuhäufcn. Griechenland habe Bulgarien wiederholt dreiDivisionenfrischerTruppenzurVerstär- kung der T s ch a t a l d s cha-Ar m e e angeboten aber Bulgarien antwortete bisher n och nicht. Die Eifersucht zwischen Griechenland und Vulkanen. Reuter meldet aus Sofia: Bezüglich des Gerüchts, durch die intransigente Haltung der Griechen könnte sich der Abschluß des Waffenstillstandes verzögern, wird von zuständiger Stelle erklärt, der Waffenstillstand werde nötigenfalls ohne die G ri e ch e n unterzeichnet, die den Krieg allein fortsetzen könnten, wenn sie es wünschten. Die „Morgenpost" bringt aus Konstantinopel folgende Ankündigung: Nach Abschluß des bulgarisch-türkischen Sonderfriedens wird die Türkei ihre L an d- und Seestreitkräfte gegen Griechenland konzentrieren. Nach dem „Lotalauz." ist man in Konstantinopel sogar der Meinung, daß bei weiterem Widerstaub Griechenlands die Türkei und Bulgarien gemein- sam gegen Griechenland vorgehen werden. Die Griechen beharren auf der Uebergabe von Janina. Griechenland wird, trotzdem es den Waffenstillstand nicht unterzeichnet, die Friedenskonferenz beschicken. Dem „Temps" wird aus Athen gemeldet, daß der Bericht bes bulgarischen Generals Theodorow über die Unterwerfung der türkischen Besatzung von Saloniki in griechischen Kreisen lcbhaftes Befremden hervorrief. Es sei bekannt, daß die Türken sich erst ergaben, nachdem der griechische Kronprinz den Befehl zum Vormarsch gegeben hatte und seine Vorhut bereits mit den türkischen Truppen in Fühlung getreten war. Unbegreiflich sei es, daß die Bulgaren an 60000 Mann ihrer thrazischen Armee nach Saloniki geschickt hätten, wo die griechischen Verbündeten keinerlei Verstärkung bedurften. Diese 60 000 Manu wären vor Adrianopel und Tschataldscha notwendiger gernefen, wo sie zu einem raschen Erfolg der bulgarischen Offensive beigetragen hätten. Serbische Besorgnisse. Wie die „Deutsche Tageszeitung" aus Semlin erfährt, beschäftigt die Belgrader politischen M'rcife ein angeblich militärisches Abkommen zwischen Oester- reich-Ungar u und Rumänien als Ergebnis der Ofenpester Reise des Armeeinspekteurs von Hoetzendorff. Danach soll im Falle eines Krieges mit Serbien Rumänien den ersten Angriff gegen Serbien unternehmen. Die serbische Verteidigungsfront wird, falls diese Nachricht stimmen sollte, eine sehr beträchtliche Ausdehnung! erfahren, noch dazu, das es int Kriegsfälle auf die Hilso Bulgariens nicht rechnen kann, weil König Ferdinand für einen solchen Fall bereits die volle Neutralität Bulgariens Oesterreich-Ungarn zugesagt habe. Die albanische Frage! Laut Meldung der „Neuen Freien Presse" aus Kon stantinopel erklärte derrussischeBotschafterGiers dem Großwesir, Rußland könne ein unabhängiges Albanien, das ohne Kapital nur eine österreichisch- italienische Domäne wäre, nicht anerkennen, höchst e n s einer Autonomie unter Garantie sämtlicher Großmächte zustimmen. Neue Kämpfe vor Skutarl. Rjeka, 3. Dez. Seit gestern donnern die schweren Geschütze ununterbrochen vor Sku- t a r i, das augenscheinlich gegenwärtig die schwersten Angriffe zu besteheii hat. Das Wetter ist äußerst schlecht. Nach Meldungen von unterrichteter Seite leiteten die türkischen Truppen in Skutari, auf dem Tarabosch und den umliegenden sich noch in türkischen Händen liegenden Stellungen geftent eine heftige Beschießung der Montenegriner ein, welche kräftig erwiderten, sie die schwersten Angriffsbatterien, die bisher wenig gebraucht wurden, aufstellten. Der Ausgang des Kampfes ist bisher unbekannt. König Ferdinand und Javer Pascha. Sofia, 3. Dez. Der König empfing vorgestern iit Kirk Kilisse den 'General Javer Pascha, den Momntanr bauten der bei Mer hem ly gefangenen Rediftruppen^ sehr liebenswürdig. Der König gab Javer Pascha feinen Degen zurück und ermächtigte ihn, seinen Aufenthalt in Bulgarien zu wählen, wo es ihm beliebe. Ein Teil der Offiziere und der Kriegsgefangenen bleiben bei Stara Za- gora, der andere wird nach Pazardjik gebracht. Javer Pascha erwählte Sofia als seinen Aufenthaltsort. Der Eisenbahnverkehr in Mazedonien. Sofia, 3. Dez. Die bulgarischen Truppen erbeuteten auf der Linie Dedeagatsch-Saloniki 37 Lokomotiven und 300 Waggons, wodurch der Dienst auf der Linie Serres-Drama-Dedeagatsch vollkommen sichergestellt ist. Die Sühne der Bolkansrevel. Sofia, 3. Dez. Eine amtliche Verfügung ordnet die Ansetzung eines Kriegsrates in Serres an, der über bic Zivil- und Militärpersonen ab urteilen soll, die Freveltaten begangen haben. Nene militärische Einberufungen der Türkei. K o n st a n t i n o p e l, 3. Dez. Der Kriegsminister veröffentlicht ein Dekret, durch welches die Gestellungspflichtigen, die das 19. Lebensjahr erreicht haben, zu den Fahnen einberufen werden. Bjö nfon über Ibsen. (Aus neuen Briefen Björnsons.) Soeben sind im Gyldendalscben Verlage in Kopenhagen die beiden ersten Bände der Briese Björnstjerne Björnsons erschienen. Sie umfassen die Jahre 1857—71, also die Jugend und die ersten Mannesjahre des Dichters. Der Herausgeber Halvdan flobnt, der auf Einladung von Björnsons Witwe die Beröffent lichung seiner brieflichen Hinterlassenschaft übernommen hat, hatte unter einer gewaltigen Masse von Briesen Björnsons Auswahl ,u treffen, da dieser, wie mit der mündlichen Rede, so auch mit der brieflichen A ußerung verschwenderisch umzugehen pflegte. Ter Inhalt der beiden Bände ist nun überaus reich und mannig- ialtig und bringt zum Verständnis des Lebens und des Geistes des großen norwegischen Dichters söwie seiner Beziehungen zu den Zeitgenossen viel Neues bei. Auch über sein so ort besprochenes Verhältnis zu seinem großen Dichtergenossen, zu Henrik Ibsen, enthalten diese beiden Bande einen Reichtum von neuen Nitteilungen, denen wir im folgenden das wesentlichste entnehmen sollen. Das erstemal, daß Björnson von Ibsen spricht, findet sich in einem Briese an Clemens Petersen vom August 1857. „Ibsen ist aus Bergen angekommen lies sein „Fest auf Solhang N. Ich liebe ihn?!" Aber sckwn im November desselben Jahres bat die Tonart sich verändert. Da sitzt Björnson und ichwitzt über Ibsens neuem Stücke „Frau Inger auf Oestrut", das er kritisieren soll, weil kein anderer sich dazu bereit erklären will, und er kann doch nicht offen mit der Sprache herausrücken, hauptsächlich aus dem Grunde, weil er Ibsen nicht für groß genug hält, um so recht aus ganzer Kraft Björnson für frei von allen Regungen des Neides zu halten. Ter Gegensatz zwischen den beiden scharf ausgesprochenen Dichterpersönlichkeiten, der sich hier bereits andeutet, vertieft sich dann. Am 5. März 1859 berichtet Björn Clemens Petersen über die Theaterverhältnisse in Bergen, dessen Bühne Ibsen damals leitete, und die Schildrung, die er von Ibsens Lebensführung und Leistung in dieser Stellung gibt, ist nicht gerade wohlwollend zu nennen. Er liefe da in einer kleinen Egoistencliaue, erleide aber immer einen swhlschlag, wenn er vor das große Publikum treten solle, und er, björnson, habe ihm schon zweimal helfen müssen, weil eben •Vfen trotz aller Irrungen doch ein Dichter sei. „An dem £ ige, da Ibsen erkennt, daß er klein ist, ist er sogleich ein ganz lobenswerter Dichter. Das habe ich ihm deutlich gesagt, aber 1 bic Frucht ist, daß er ganz von Sinnen ist." Gerade hatte, 1?v Björnfon eigens hervorhebt, eine dänische Zeitschrift aus-' drücklich Ibsen im Vergleich? zu Björnson als den geringeren Autor bezeichnet, und schließlich weist er noch darauf hin, daß Ibsen auch äußerlich viel unscheinbarer sei, als er, auch feine Rednergabe besitze. Das ist nun doch ein Brief, den man nicht ohne unbehagliches Gefühl lesen kann: wer kann sich noch wundem, daß Ibsen schon frühzeitig bei aller Bewunderung für Björnsons dichterisches Genie ein tieses Mißtrauen gegen seine Persönlichkeit gefaßt hat, wenn er sieht, mit welcher Naivität Björnson den Dichtergenossen als den kleineren, ja überhaupt als einen Kleinen abzustempelu sucht! Am 5. Oktober 1864 bat Björnson an Ibsen folgendes geschrieben: „Deine außerordentlichen Gaben habe ick nie verkannt, aber Deine Richtung bat mich oft geängstigt, und noch mehr der Verkehr, der sich um Dich sammelte . . . Dein Leben liegt im ganzen so, daß die Sonne keinen Zugang darein fand, und da ziehen nun die Pflanzen mehr Wasser als Licht und mehr sumpfige Fülle als Farbe. Hingebung, Liebe, ruhige Betrachtung des Wesentlichen, das war es, was Dir fehlte — und Gott sei gelobt, daß Tu es nun erreicht hast und wir die Früchte davon bekommen." Ties ist ein verständnisvollerer Ton, und so spricht Björnson auch in diesem Briese die Hoffnung aus, sie würden vielleicht doch noch einmal im Einvernehmen miteinander leben können. Tas richtige Wort über die Art ihrer Beziehungen hat er in einem Briefe vom 19. Januar 1865 getroffen: „Wie oft sehne ich mich nach Dir, Ibsen! Das tue ich immer, wenn ich von Dir fort bin . . . Aber wenn wir zusammenkommen, so geht es schief." Dabei darf nicht vergessen werden, daß Björnson gerade in dieser Zeit sich Ibsens (ehr freundschaftlich angenommen, für ihn Geld gesammelt hat ufrtK Aber der innere Zwiespalt blieb unüberbrückbar. Als Ibsens mächtiges Bekenntnisdrama „Brand" erschienen war, ging Björnsons Meinung dahin: „Das ist kein Gedickt, und Ibsen ist kaum ein Dichter. Tas ist er gewesen, so sicher, wie er große Anlagen gehabt hat, es zu werden, aber er hat sie in Zweifel, Spitzfindigkeit, forcierten Hebungen und in dem Abstande zwischen Wort und Handlungen zunichte gemacht . . . Das ganze Buch hat mich in dem Grade gelangweilt, daß ich es noch nicht habe ordentlich auslesen können ... In zwei Monaten ist es tot." Nun, mit dieser Prophezeiung hat Björnson sich gründlich geirrt, ebenso rote mit mancher anderen. Und wenn er bann über Ibsens „Peer Gynt" sich „vor Lachen geschüttelt hat" (Brief an Hegel vom 15. November 1867), so deutet das doch auch nicht gerade auf ein tiefes Verständnis dieses merkwürdigen Werkes. In volle Entrüstung versetzte ihn bann der „Bund der Jugend". Darüber schrieb er am 30. November 1869 an Rudolf Schmidt: „Ibsens Stück will besagen, daß das junge Norwegen c:"_ intrigante, eingebildete Ge- | sellschast ist ... Er macht sich ein paar Personen, an denen er bas junge norwegische Volk hinrichtet. Das ist es, was ich unb alle mit mir Meuchelrnorb nennen. Ich selbst — hat er mich mit mehr gemeint, als mit der Anbringung von ein paar Erinnerungen an mich gerade an den schlimmsten Stellen, so ist das für ihn selbst am übelsten." Man erinnere sich, daß es damals allgemein hieß, Björnson sei als das Modell des Rechtsanwaltes Steensgaard anzusehen. Tie Aeußerungen Björnsons über Ibsen schließen, soweit die Periode bis 1871 in Betracht kommt, mit schrillem Mißklange. An den Verleger Hegel schreibt er am 20. April 1870: „Nehmen Sie sich vor Ibsen in acht! Er ist undankbar, unb wer das ist, kann alles . . . Nun kann er mir antun, was er will, er überrascht mich nicht mehr: wenn er aber wieder gut zu mir kommen will, so wollte ich ihn empfangen, als ob nichts geschehen wäre. Tenn nicht ich bin es, der ihm Uebles angetan hat." Aber wenige Monate später gesteht doch Björnson selbst in einem Schreiben an Line Bruun, es gebe für ihn bei Ibsen einen Punkt, wo er sehr streng werde und unnachsichtig verfolge. * — Deutschlands ältester Theaterdirektor. Der älteste Theaterdirektor Teuffchlands, vielleicht der älteste überhaupt, zieht sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Er ist freilich nur Direktor eines Puppentheaters, aber ein Mann, bei Generationen mit seiner Kunst erfreut hat: Papa IosefSchmid in M ü n ch e n , der jetzt, 91 Jahre alt, die Leitung seines Theater - chens in die Hände seiner Tochter legen will, die ihm schon lange eine getreue unb geschickte Helferin gewesen ist. Der alte Herr blickt auf eine 54jährige Tätigkeit als Puppenspielleiter zurück. Er. erfreut sich immer noch einer ungewöhnlichen Rüstigkeit und Gesundheit, aber das andauernde Stehen wird ihm allmählich doch schwer unb im Sitzen läßt sich bic Lenkung der Schauspieler seiner Bühne nicht durchführen. Deshalb hat er in einem Schreiben an den Münchener Magistrat seinen Enffchluß, die Direktion nieder - zulegen, kundgegeben zugleich mit dem Dank für das ihm von der Stadtgemeinde stets bewiesene Wohlwollen, das er auf seine Tochter und Nachfolgerin zu übertragen bittet. — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen-- schaf t. Ter Opernsänger Pennar ini vom Hamburger Stadt theater ist an das Frankfurt er Opernhaus verpflichtet worden für den ausscheidenden Leidentenor Otfried Hagen. Deutsches Reich. Das Kaiserpaar ist am Dienstag früh um 8.6 Uhr von Baden-Baden in Wildpark einoetro.ffen und hat sich im Automobil nach dem Neuen Palais begeben. Rumänischer Besuch beim Kaiser. An der Frühstückst asel beim Kaiser im Neuen Palais nahmen am Dienstag außer bcm Prinzen Ferdinand von Rumänien der rumänische Gesandte Dr. Bcldiman und Staatssekretär v. Kiderlcn-Wächter teil. Zur Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag zur Flcischteuerung ist nachzutragen, daß auch die Wirtschaftliche Vereinigung gegen ihn gestimmt hat. Es fehlte nur der Abgeordnete Herzog. , Verdeutschung von Fremdworten im preußischen Abgeordnetenhaus. Im Geschäftsordnungsausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses mürbe erfreulicherweise beschlossen, bie Bezeichnungen „Sessio n" durch „Tagung", „S en i o r c n ko n v c n t' durch „A eitest en rat", „Konstituierung des Hauses" durch „vollzogene Bildung", „Hospitanten" durch „st ä n d i g e G ä st e", „Kommisstone n" durch „A us- s ch ü s s e", „besondere Kommissionen" durch „S onder- a u s s ch ü s s c", „motivierte" durch „begründet c" Tagesordnung zu ersetzen. Abgclehnt itnirbc der Vorschlag, in den Befugnissen des Präsidenten das Recht der Polizei im Sitzungs- aebaudc durch das Wort „Hausrecht" zu ersetzen: die entsprechende Vorschrift wurde folgendermaßen gefaßt: Dem Präsidenten des Hauses steht die Handhabung der Polizei in den SitzungSräumen zu. — Der Reichstag sollte ähnlich vorgehen. Ausland. Eine dauernde deutsch-englische Verständigung? Laut „Evening News" steht eine dauernde deutschenglische Verständigung bevor. Sie werde zunächst sämtliche Mittelmeerfragen einschließlich der afrikanischen Frage umfassen. Prinz Heinrich von Preußen in England. Aus London wird berichtet: Unter den Gästen, die an dem Frühstück teilnahmen, das der deutsche Botschafter am Mittwoch zu Ebren des Prinzen Heinrich im Earlton-Hotel gibt, befinden sich Admirals Seymour, der russische Botschafter Graf von 'Benckendorff, Botschaftsrat Dr. v. Külmann von der deutschen Botschaft und die Fürstin von Pleß. Wie das Reuter- Bureau erfährt, besucht Prinz Heinrich vor der Abreise nach Kiel den König in Sandringham. Aus Stadt uns Canfc* Gienen, 4. Dezember 1912. ** Tageskalender für Mittwoch, 4. Dezember: Erste Overn-Vorstellung im Stadttheater: „Tie Walküre." Anfang 6K Uhr. . ** Für die Sitzung der Stadtverordn etcn- iBersammlung am Donnerstag, 5. Dezember, nachmittags 4 Uhr ist folgende Tagesordnung vorgesehen worden: 1. Baugesuch von Georg Martini für die Schillerstraße; 2. desgleichen von Karl Sier für die Ecke der Dammstraße und der Straße längs der Eisenbahn; 3. desgleichen von Heinrich Langsdor für den KrvfdorferWeg; 4. desgleichen von Wilhelm Seipp III. wegen Errichtung einer Halle auf dem Grundstück Flur 23 Nr. 147/48; 5. Ausführung einer Rohrleitung zwischen dem Pumpwerk Queckborn und her Stadt; 6. Acnderung der Bestimmungen über den WafferpreiS; 7. Festsetzung der Kokspreise; 8. Gesuch um Aufhebung der Verbrauchssteuer auf Wein; 9. Rechnung deS Realgymnasiums und der Oberrealschule für 1911: 10. Rechnungsabschlüsse des Gas- und Wasserwerks, des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn für 1911: 11. Rechnung 1911/12 und Voranschlag 1912/13 der Löberschen Stiftung; 12. Gesuch des Georg Erhard um Erlaubnis zum Betrieb einer Kasfec- rnirtschast im Hause Walltorstraßc 19; 13. desgleichen des Joseph Schlüter zum Schankivirtschaftsbetriebe im Hause Kaiser-Allee 47 (Ostenb); 14. desgleichen des Theodor Rödel zum GastwirtschastS- betriebe im Hause Walltorstraße 28 (Zum Schwanen). ** Der Provinzialausschuß hält am Samstag, 7. Dezember, vormittags s/<9 Uhr, eine Sitzung mit folgender Tagesordnung ab: a) Gesuch des Emil Sieck zu Gießen um Erteilung der Erlaubnis zum Gast- und Schankwirtschastsbetrieb in dem Hause Hammstraße Nr. 7. b) Gesuch des Karl Pfeil fiu Gießen um Erteilung der Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft in dem Hanse Kaiser-Allee Nr. 32 (Neuer Schützenhof). c) Gesuch der Konrad Köhler Ehefrau Marie geb. Teuschlc zu Gießen um Erteilung der Erlaubnis zum Gast- wirtschaftsbetriebe in dem Hause West-Anlage 35. d) Tagegelder und Reisekosten des früheren Gemeindeeinnehmers D a h m e r von Nösberts. — In einer Sitzung am Mittwoch, 11. Dez., vormittags 3/<9 Uhr, verhandelt der Provinzialausschuß folgende Angelegenheiten: a) Enteignung von Gelände wegen'Verlängerung der Nollgassc zu Grün in gen. Gesuch des Löb Grünewald zu Gießen um Erteilung der Erlaubnis zum Gast- und Schankwirtschaftsbetrieb in dem Hause Mühlstraße 33. c) Gesuch deS Heinrich Rudolf Lanalitz in Merkcnfritz um Genehmigung einer feststehenden Dampfkessel-Anlage, d"' Enteignung von Gelände zur Bahnhofserweiterung Or Irnberg. •' Der Landwirtschaftliche Verein für Oberst essen wählte in seiner Außschußsitzung zum Vorsitzenden einstimmig den Grasen Wilhelm zu SolmS-Laubach ans Schloß Arnsburg bei Lich; zum stellv. Vorsitzenden den seitherigen, Oekonomierat Korell-Angenrod. Beide Herren nahmen die Wahl an. ** Eine Erinnern ngsfeier an die Befreiungskriege 1813 — 1815 wurde in der letzten Sitzung der Jun g- Deutschland -Vereinigung Gießen-Stadt angeregt. Im Mittelpunkt der Feier sott ein ohne allen Prunk zu feierndes Turn- und Sportfest für die Jugend stehen. Der anwesende Vertreter der Universität hat in Aussicht gestellt, daß die Universität in Gemeinsckast mit der Stadt, den Turnvereinen usw. die Feier in die Wege leiten würde. Für die Förderung der sonstigen ^machst in Angriff zu nehmenden Unternehmungen rourbc die Bildung besonderer Unterausschüsse in Aussicht genommen und ;um Teil schon vollzogen. *’ Stadttheater. Allen Freunden echten Humors wird der Hinweis »villkommeu sein, daß am Donnerstag, 12. Dezember, Professor Marzel! Sulzer wiederum einen .lustigen Abend" int Stadttsteater veranstaltet. — Ucbev Ludwig Thomas .Magdalena", die nm Freitag stier zum ersten Male gegeben wird und jüngst auch in Frankfurt a. M. auf geführt würde, schreibt ein dortige? Blatt u. a.: .Tie Gestalt der Magdalena, bet gefallenen Sünderin, fchreitet in mancherlei Gewändern durch die Literatur ... Aber außer der biblischen Magdalena trägt vielleicht feine von allen ein so einfaches und natürliches Kleid wie dieses unglückselige Kind aus den bayrischen Bergen. So recht ein AlltagSschickial ist de« ihrige, so recht ein AlltagSmädel ist die atme £?eni, |o rechte AlltagSleute sind sie alle im Dorf — und daß auS dem geruhigen aBciftnaeicbcn ohne rechtes Merken die gewaltige Tragik de? MenfcheitdafeinS mit Unerbittlichkeit erwachsen kann, das ist eß waü uns beim Abrollen dieser Alltagsgeschichte so sehr ans Herz areiit......Tas Volksstück Thomas bat biet, wie auch überall sonst, wo es über die Bretter ging, sein Publikum von Herzen er- griffen." . _ *1 $ u f i! Volks-Abonnements-Konzert der Sandle des Jnwntcru^Regmtcnts „Kaiser Wilhelm" am Donnerstag fei hmgewicsen. Tas Programm ist sorgfältig ;n ,ammcngeftettt und gut einstudicrt Nr 1 D A Mo-art Sinfonie in O-Dur Ein mabret Wunderwerk kontrapu'nktischei Shuyt ist das ornale. Als Nr. 2 wird eine Neuheit m Gehör , gebracht werben, die erst kürzlich ihre Uraufführung tn Hamburg erlebte. „Koit und Hämarik" (Ewiges Glück), eine esthnische Sage. Nr. 3, Variationen über die russische Nationalhymne aus dem Streichquartett Lp. 3 D. Nr. 4, Waldreben, aus dem Musikdrama^„Siegfried". Der 2. Teil bringt als Nr. 5 eine Suite in 6 Sätzen, für Cr(beiter, von Klughardt, „ ?!ui der Wanderschaft" genannt. Ten Schluß bildet die Ouvertüre zur Oper „Wilhelm TM". •• Wurstprelse. Leber- und Blutwurst, also die beiden billigen Wurstsorlen, die für die breiten Volksschichten am meisten in Betracht fontmen, kosten in unserer Nachbar- 'tobt Wetzlar nur 80 Pfg. ba6 Pfund, während hier immer noch 90 Pfg bezahlt werden müssen. Da die Geschäftsunkosten in Wetzlar wohl kaum niedriger sind als hier, wäre es angebracht, daß auch hier ein billigerer Preis festgesetzt würde. * * TieGroßeGießener Karneval-Gesellschaft wählte für die kommende Karnevalzeit folgende Herren in den Elferrat: Hornberger und Kaufmann Vorsitzende, Naurath und Hasenkrug Schriftführer, Trcyfuß und Roediger Finanzministet, und Berners Zeremvnienmeister, Noll Minister deS Innern, Lchtvedler Minister des Aeußeren, Weidig Vergnügungsministcr. — Mit dieser Zusammenstellung des Elferrates hofft die Karneval- Gesellschaft einen glorreichen Fasching 1913 zu sichern, und sie wird bestrebt sein, den Karneval in würdiger, humorvoller Weise durchzuführen. Nicht einer Radaufastnacht soll das Wort gegeben werden, sondern einem lebensfrohen, vornehmen Humor, wie cr mustergültig in den vom Großherzog so gern besuchten Veranstaltungen des Mainzer Karnevalvereins und der Darmstädter Karnevalgesellschaft zu sinden ist. Um diese Absichten gut durchführen zu können, ist man bereits mit beliebten Rednern in Main; und Köln in Verbindung getreten, und auch die übrigen Vorbereitungen verbürgen einen Karneval, der durchaus cimvand- frei geleitet werden wird. Veranstaltungen wie das Oktobersest werden künftiglsin nicht mehr stattfinden, da sich gezeigt hat, daß hierzu in Gießen nicht das geeignete Feld ist. Für die Fasching 1913 sind vorgesehen: mehrere Damen- und Herrensitzungen, ein Prinzenball in Steins Garten und ein Tienstagsball. Tie Vorarbeiten sind bereits im Gange und wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, werden auch bereits Lieder und Vorträge eingefordert. Am Neujahrstag sott ein kleiner Umzug der gefüllten Karnevals- Tafi'c stattfinden. * * Ge ft ü rzt. Am Samstag stürzte ein 19 Jahre alter Pflegling in der Siechenanstalt die Treppe herunter, erlitt einen Schadelbruch und starb am darauffolgenden Tage an den Folgen dieser Verletzung. Der junge Mensch hatte die Gewohnheit, beim Passieren der Treppe stets mehrere Stufen zu überspringen und kam auf diese Weise zu Fall. * * Billige Kohlen. Gestern abend traf ein Wächter der Wach- und Schließgesellschaft einen Mann, der mit einem Sack voll Kohlen aus einem Besitztum in der Stein- traße fanr Er brachte ihn zur Polizei und es stellte sich jeraus, daß die Kohlen gestohlen waren. . Landkreis Gießen. s. Lollar, 3. Dez. Der im September ds. Js. gegründete Eisen bahn er -Verein Lollar und Umgebung beging im Saalbau „Zur Linde" seine erste Festlichkeit, verbunden mit Großherzogs Geburtstagsfeier. Ter geräumige Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, zählt doch der Verein jetzt schon 250 Mitglieder. Daß Programm war sehr reichhaltig, die Theatervorführungen fanden durch das flotte Spiel ungeteilten Beifall. — Die frühere Bendersche Zigarrenfabrik hier ging durch Kauf in den Besitz des Schneidermeisters V. Freudenberger über. Der Kaufreis beträgt 87 000 Mark. ----- Grünberg, 3. Dez. Der Vogelsberger Geflügel* und Vogelzuchtverein hält vom 7. bis 9. Dezember in der Turnhalle eine Geflügelschau ab. Die Vorbereitungen hierzu sind schon längst int Gange und bie Anmeldungen laufen recht zahlreich ein, so daß die Aus- stellung reichhaltig beschickt werden wird. Auch eine Sammlung von Harzer Kanarienvögeln, sowie eine solche von aus- gestopften Tieren wird ausgestellt werden. Kreis Friedberg. □ Butzbach, 1. Dez. Die zweite Hauptversamm- u n g des H e s s i s ch c n Kommunalbcamtcn-Vcrban- des fand im Taunus-Hotel statt. Ter Vorsitzende Stadtrechner Hebel- Dieburg erstattete den Rechenschaftsbericht des Vorstandes. Vertreten waren die Berufsverbändc der Bürgcrmeistercigcliiljcn, Gcmeinbercchner, technische Gemeindebeamten, Polizcidiencr, Feld- chützen, Kreisstraßenwärtcr, Pfandmcisler und Schuldiener. Der Verband zählt über 2200 Mitglieder, wovon 500 anwesend waren. Die .Kreisstraßenwärtcr Seib-Rockenberg und Feloschütz Schmidt- Oberolrn berichteten über die von bcm VerbandSrechner, Gc- meinderechner Arnolb-Grüningen gestellte Rechnung für 1911 und nnben nichts zu bemerken. Sie weist eine Einnahme von 1400.25 Mark, eine Ausgabe von 1369.05 Mk. und eine Sparkassenein läge von 720 Mk. auf, so daß das Verbandsvcrrnögen 751.20 beträgt. Der Vorstand wurde durch die Herren Lcyer- zapl-Butzbach, Mischlicki-Groß-Gerau, Sommer-Erback) und Haas- ^ieburg auf 17 Mitglieder ergänzt. Der Vorsitzende behandelte die gestellten Anträge und brachte die Eingabe vom 16. August ). I. zur Kenntnis. Er bedauert, daß diese so dringende Angelegenheit einen so langsamen Fortgang nehme. Während von der Regierung für die Erhöhung der Gehälter der Staatsbeamten und Lehrer so promvt gearbeitet worden sei, müsse es geradezu verbitternd wirken, daß so wenig geschehe, auf die säumigen Gemcmbcvertretungcn zugunsten der Gemcindebebicnsteten cin- zuwirken. Auch bie Eingabe der Kreisstraßenwärter sei von den Krcisvcrwaltungen bis jetzt unberücksichtigt geblieben, obschon sich auch bei diesen Krcisbebicnstetcn die Teuerung fühlbar mache Die Not aller Gemeindebeamten und -Bediensteten sei unerträglich, ebenso die Unstimmigkeit der Fürsorgckasse. Nach langer Aussprache kam man zu dem Entschluß, bei dem Ministerium wiederholt um Beschleunigung der Anstellungs- und Gehaltsrege- lung und um Abänderung des Fürsorgckassegesetzcs vorstellig zu werdeii. Ein gemeinschaftliches Mittagessen schloß sich an. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 3. Dez. Im Lehrerseminar wird eine Seminarschule eingerichtet. Sie wird vier Massen umfaßen und jede Klasse 30 Kinder stark werden. Seither unterrichteten die Seminaristen tm der Musterschule und der Staat zahlte chafür an die Stadtkasse 800 Mk Die gleiche Summe soll setzt für Miete gezahlt werden. - Die hiesigen Zigarrenhändlei haben sich geeinigt, den Ladenschluß Sonntags um 3 Uhr nachmittags eintreten zu lassen. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 3. Dez. Bei Staatsminister Dr. Ejwald fand gestern ein Diner zu 50 Gedecken statt. Der Großherzog und die Großherzogin waren der Einladung gefolgt. Außer Mitgliedern standesherrlicher Familien nahmen mit ihren Damen teil bie Diplomaten, die Generalität, die Hofstaaten, die Minister, andere höhere Staatsbeamte und Offiziere, der Präsident der Zweiten Kammer, sowie ber Oberbürgermeister von Darmstadt. rm. Reinheim, 3. Dez. In der Kon kurv fache des Niedcr-Modauer Spar und lorli-bnsrercinö fand heute am hiesigen Amtsgericht eine Gläubigervcrsammlungl Uatt. Mit großer Befriedigung wurde die Mitteilung entgegen, genommen, daß die seither von der Landw. Gen offen schaft-hm * in Verbindung mit der Verwaltungs- und Verw^rtimgs-Gcsclll sckafl in Frankfurt für Tarletm gellend gemacht; Fvryeruua 700 000 Mark auf die Summe von 130 000 Mark, also yr 570000 Mark ermäßigt wurde. Damit ändert sich' das Bil> insoweit, als die Unterbilanz i<$t m. Äa ist von Rncktrilt des japanischen Kabinetts. Herzens Der Eiferrat (vVl3) statt a*/h 09908 Giessen, den 4. Dezember 1912. Lebende iü j Neuheit! Neuheit! Dm Beste für die MaatpÄeße ist: b7a Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft, Charlottenburg, Salznfer 16. Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfeldc. glieder 40 Psg. Da sich Nad. kksangSciillazeil (Hm ßtorc) und ÖS6 übrige glsnzkiibc Pr^rsrnrn. Heute vollständig neues Programm Zu haben in den Apotheken und Drogerien. In der Hauptrolle Max Linder und Frl. Napierkowska. in Toben und Dosen. Drama in 2 Akten Vorführungsdauer ca. 8/< Std. die Hilfe Frankreichs finden tretbe, werde es außerstande sein, die Ansprüche Serbiens durchzusetzen. Die Zeitung „Erening News" erwartet von der deutsch-englischen Intimität in der Balkanfraqe einen vollständigen Ausgleich der beiderseitigen Interessen, namens lich auch hinsichtlich der Verhältnisse im Mittelmeer |utb in Afrika. Donnerstag, den 5. Dezember, abends 8'/« Uhr ____im arohen Hörsaal der Universität: iflffl UWverW am Nachmittag brgon aatsanwalt Bechtold gegen die ZiaeiM. strenge des Gesell erteibiger, Rechtsannchj tuing ober Totschlir«.! lefiagte nicht gehn#.' r Beratung den Mat- ) versuchten loh onrben verneint. Da tbhaus, das Gericht er» Magdalena Em Volksstück in 3 Aufzügen von Ludwig Thoma. Ende 10 Uhr. a4/,. ‘'■ **<:?■ [D7n Telephonische Verbindung Humoreske. । Handel. Magdeburg, 3. Dez. Sämtliche Derbe des Helmstedter Bra un kohlcnreviers gründeten infolge der Auflösung des Mitteldeutschen B r a u n t o Irl en s n n di - kats Leipzig eine Dertriebsstelle sür Erzeugnisse in Brikett« unter der oirma Helmstedter Brikettverein W m b H mit dem Sitz m Helmstedt. Der Helmstedter Brikettverein umsaßt imtzühernd 100 000 Waggons Briketts und steht hinsichtlich der Lieferungsmöglichkeit mit an der Spitze großer Konzerne im mittel deutschen Braunkohlenrevier. Bom Kansal Edl. : Wien, 4. Dez. (Priv.-Tel.) Konsul Edl /Uestüb nach Prizrend abgereist. Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen tot Tonner-tao, den 5. Dez. 1913 : Allmähliche Zunahme der Bewölkung, später leichte Niederschläge, etwas milder. Letzte Tlacbricbtctt. Tagung der ersten hessischen Kammer. A B. Darmstadt, 4. Dez. Tie erste Kammer wird zur Erledigung einiger dringlichen Gegenstände am 17. Dezember ju einer kurzen Tagung Zusammenkommen. • England und die Dalkanfrage. :/: London, 4. Toz (Priv Tel.) England teilt rn den Balkanfragen durchaus den Standpunkt des Dreibundes, daß durch die serbischen Ansprüche der Weltfrieden nicht bedroht werden dürfe. Selbst wenn Rußland die serbischen Ansprüche unterstütze und dabei auch * Zwanzig Menschen vom Blitz getötet. Ter Pretz-enttale wird aus Johannesburg gekabelt: Äl- man gestern nachmittags zur Beerdigung eines C Pferd der elektrischen Wasserwerke schritt, lauug plötzlich der Blitz in das Trauergefolge em. Zwanzig Perionen wurden tödlich getroffen, während sechzehn verletzt wurden, davoii fünf schwer. Gott, dem Allmächtigen hat ’es gefallen, unsere innigstgeliebte Mutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Johannette Leidner Ww. nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden, in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stille Teilnahme bitten Die tief trauernden Familien- Leidner Müller Giessen (Liebigstrasse 69 II) 4. Dez. 1912. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Dezember 1912. nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 7881 den heutigen Titz. ejJömmIung rj *ten über bl £ ksvmstiler, Ä stimmte7. ),c *btm not id;. 1 Mortenb isU Akratischen StimtS *-ie mankfurter Stck. 'Mmen ans 39 »X Jlftfinbletn, einem von Missionar Marti» Maier aus China über: Die Revolution in China. D*811. Oberh. Verein sür die Baseler Mission. Eintritt 50 Psg. D. Schlosser. Steins Saalbau Giessen Donnerstag, den 5. Dezbr. 1913, abds. 8'/< Uhr: II. Volks-Abonnements-Konzert der Kapelle des Infanterle-Regta. Kaiser Wilhelm II. Nr. 116. Programm: Mozart. Jupiter-Slnfonie. Strobel, Koit u. Hämorik (Neuheit). Haydn. Variationen über die russ. Hymne. Klughardt, Auf der Wanderschaft, Suite in sechs Sätzen. Rotwini, Tell-Ouvertüre. (Cto/n I. Platz 1 Mark. - II. Platz 50 Pfg. Leberwurst ä Psund 35 Psg. Schwartemagen ä Pfund 60 Pfg. p879 M. Keßlcr, RoWMr Kflgc* Der heutigen Kummer licat eine Sonder Beilage über das Heilverfahren der Dr. mcd. (Lolemau'ichen Bruch-Heil Anstalten, Berlin W. 62 Wormser Strahe 10, bei. [sl4 Mitteilung Der Deutsche Kellner-Bund ü. G. teilt hierdurch mit, dass das ehemalige Mitglied HERMANN HERR nach unseren Satzungen gestrichen ist und keine Berechtigung mehr hat, irgendwelche Geschäfte für uns zu erledigen. i. A.: Deutscher Kellner-Bund U. G. Mltaler Cieta Direkt.: Hermann Steingoetter Freitag, den 6. Dez. 1912, abends 8 Uhr: 9. Freitag - Abonnem. - Borst. Gewöhnliche Preise. Sdjrll^djf zum Braten, Pf. 14Pfg. MoMlocta stets billig abzugeben. J. A. Schach,5 Worms-Hochheim a. Rhein. per Pfd. 18 Pfg. ZchkWt große, Pfd. 28 Pfg. Hch.K«!bßeisch Seltersweg 12 Telephon 285 Grosse Giessensr Kariml'lleselhcM 1911 Für die kommende Karncvalzeit bestimmte, einwandfreie Lieder und Vorträge sind bis zum 19. Dezember, vormittags 11 Uhr 11 Minuten, an Herrn Karl Neurath einzuscnden. Zum Krokodil Morgen, Donnerstag, 5. Dez. 'Metzelsuppe Z Morgens Wellfleisch mit Kraut. Willi. Mayer. t7880 Tv ;'Kstz andAchmalt Einladung. Der lülenialißiioiBVergBii^gs-CliihFraBtot a.M. veranstaltet am Donnerstag, den 5. Dezember d.Js. im Park-Restaurant Rödelheim sein 4. Stiftungsfest verbunden mit Tanzkränzchen, Dlumenpolonaife und sonstigen Ueberraschungen. tss’/i« Trambahnverb.-Linie 3 und 18. Anfang 8‘/e Uhr abends. Ertrawagen bis 4.35 Uhr morg. Ter Borstand. $ Wt fr' ; 2 hntrbt Alte *'*»■ ’» ®Ä WrK lebiflii* °ch^n, i 11 einer Äff ' ^ä6e den )ire’hon toitbtt^g ficMspiel-kans | Bahnhofstr. 34 Ecke Schanzenstr. Morgen Donnerstag abend 9 Ubr: Monats- Versammlung tm Hotel Grostherzog. Evangelischer Sund. Sonntag, den 8. Dezember, abends 81/« Uhr Fmilieii-Aberist in Tteins Garten Vortrag des Herrn Pfarrers Haupt-Grüningen: „N kvünzeliW in Ksrnteii «ns Mmlien" mit Lichtbildern. Musikalische Darbietungen. Alle Evangelischen sind herzlich eingeladen. - (Eintritt für Mitglieder 20 Psg., für Nichtmit« Bezirks - Geilügelausstellung am 7„ 8., 9. Jezeinbn in htr Turilhalle zn kriinberg Veranstaltet v.VogelsbergerEsiefillgelzuchtvcrein Grünberg und dem Landwirtschaftskammer-Ausschuh für Oberhessen. Eröffnung Samstag 2 Uhr, Verlosung Montag 2 Ubr. Eintritt 30 Psg. sür wden ^.ag. Kruder 10 Pfg. Eintrittskarte berechtigt zugleich als Freilos zur Freioerlosung von mehreren Stammen Hübner und Tauben. 7870 Um zahlreichen Besuch bittet Ter Vorstand. Gott, dem Allmächtigen hat eS gefallen, unseren imrigstgeliebten Sohn und Bruder Heinrich im Atter von 8 Jahren in ein besieres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Bäcker Haas. Steinbach, den 3. Dezember 1912. Die Beerdigung findet Donnerstag 2*/2 Uhr Londvn, 4. Dez. Aus Tokio wird gcmclhct: das Kabinett seither vergeblich bemüht hat, einen folger des K r ie g s m i n i ster S zn ftnbnt, bat es beschlossen, dem Kaiser sein Nstcktrittsgcsuch zn unterbreiten. Rubrik stehend» Artikel! im gegenüber kinetkil : c n; 3. Dezembv sich tu dem Pew:- fitbfr Satz: „Der hl Unterstützung der ZnSa tzeschasiung von ZiiL-I Veil Lang-Göns itziül Erechnm, ob der Futtel henzucht sei vielfach L jar kein Futter batte, ndes Oberhessischer t ndern, baß es sein gup )ic ihm nicht fötlwil 115 unerhört beznchnall ti allgemeinen öncntlffl Anschuldigungen,uir4 rüchter von Sangst« iftevcl angemeien ilaube ich es ganz a ollten sich boch^uch z ren, ehe Sie ein s°W Sie noch nichts geh. Kaninchenzucht? w , s>t-Berbande satt . tcnlimto»«® IW i di- «Äu 0 enorm bvch J,n^ Mit E kommencr CMv, o° Misch ichsstation m KM ■ rote folgt- 28 MfS »I 'm, 25 $tO5- ,. jf £ 23 Pl°»- w- LV 21 Pro;- feste w Bahnhofstr. 54. 09900 Bahnhofstr. 54. Programm vom 4. bis inkl. 6, Dezember 1912. Im Strom des Lebens hochmodernes Drama. Verrat derVerlasseiwn dramatisches Lebensbild. Ist neue jUnshilterin reizende Komödie und das übrige glänzende Programm. Jedes Bild ein Schlager! Trinken Sie „KomfrancK“ I Die glückliche Qeburt eines Jungen zeigen hocherfreut an S. Oppenheim und JFrau ]"ekla geb. Rosenbaum. giessen, am 4. Dezember 1912. Bahnhofstr. 33. 7892 Pferde betnhren eeeb Im Winter euf glittef Bahn ihre volle Leistungsfähigkeit durch Leenhardt s Origieal-H-Stoll« U rett der larki Orielnil.H-StelUnalnd Htöiwlhrt «rd un GtSrivch £l hllilgetiD. \ Ttft inst Q beizte i*S| leieiift Miselie frisch vom Qfong bei (6397 3)1. Simon, Moritr. 43 Brenn Holz ver Zentner Mk? 1.15 ans Haus. 2. 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