Freitag, Z. Mai (912 Zweites Blatt 162. Jahrgang M. 104 Eichener Anzeiger Erich ernr tltzNch mti Rusnahrne »h € nm tagt General-Anzeiger für Oberhefjen hres 191112. SteinsGarten Ällil Stift* " Uhr Die „Elehener LamlllendlLNer- werden bem ,®nAftflcre viermal wöchentlich derg-leql. bei „Krdsblen fit ör» Kreit 6te|en" jroetmel wöchentlich. Die „landwtrtlchaftllche» ftetl- fragen" erscheinen monatlich troeimol verein Stadtkirct- Landkreis Gießen. — Großen-Linden, 1. Mai. Im Gemeinde bad wurden im April 46 Wannen- und 121 Brausebäder abgegeben. (tacttontbrud un> Verlag der vrSblichen Unwerlltäl» • B.ich- unb Stembru (ferst Ä Lange. Setzen. -onntag, den o. nt Tikn^tan,,7. dS. M 8V, Utri- ynlayViw nnwiderrustich mir ebe Mtr. r Mtt. rbit ter leine Sgott ter nter ter fiter :te »eter. Platz UP'- jälfte- urant neuer fönen. Kreis Büdingen. H. Büdingen, 2. Mai. Büdingen dielet ;etzt im ©cf) müde deS Frühlings einen bezaubernden Anblick. Tie herrlichen Buchen- und 9la)clholzwälder haben ihr grünes Kleid angezogen. Tie zahlreichen Birn- und Aepielbäume stehen in überreichen! Blüteiifchmuck und lassen eine reiche Cbfiernte erwarten. Tie trockene Rebaftton. EipedlNon anb Druckerei- Schal' strotze 7 ErveviNoo unb Verlag 61- ReAaftiotve^tf» 111 Tel.-Adr^ AnzelgerSietzen. itileu- ilof? Pla«, rci*^ ecüunj . Hl. Dessoff, M>i|< des weltbekannt. 'iJItiitiferi und vvlt tistcnbntlarvcr- Stuart Lancotf lobÄSm& HocklNt""-.",, unbcate^Ä u-deren 'W fia grösste W Orchester: Mitglieder nschule aus Frankfurt filter, über welche sie den Wein gossen. Uns Deutschen aber liefern seit Alters Wald, Feld und Wiesenhang duftige Knospen, die, in den Wein getan, ihm besondere Eigenschaften verleihen, so das; er „als ein belebender Saft sich in die Adern der Lterb lichen ergießt". Tic Basis aller „Maiweinkräuter" bildet der Waldmeister^ (Asperula odorata). Zwar ist der Waldmeister vielfach durch Surrogate ersetzt worden. Vor allen Dingen sind ihm zwei scharfe Konkurrenten in den „Ruchgras" und in der „Ton- kabohne" entstanden, 4)ftc beide seinen aromatischen Stoft, das „Cumarin" enthalten. Aber treffend sagt Fontane: „Tie Donka» bohnc gehört in die Schnupftabakdose, nicht in die Maibowle". Zahlreich sind die Kräuter, die nach mancfan Rezepten zur Maibowle gehören, aber unter allen Umständen muß der Waldmeister ein Tritteil der Bestandteile bilden. Die übrigen Kräuter, die noch zum Zaubertranl gemischt werden können, sind: Maiblume, Erdbeere, Matzlieb, Potentilla, .Himbeere, Veilchen, Schafgarbe und Ahlbeere. Es heißt, das; all dieser vereinten Kräuter nur so viele sein sollen, als eine Hand halten kann, und nicht mehr. Alle müssen frisch gepftückt sein, außer dem Waldmeister, den man früh,morgens pflücken muß, oder zur Stunde, in der er im Schatten stech. Der wahre Kenner aber gibt wie bei allen Getränken und Gerichten doch immer der Einfachheit den Vorzug. „Mern nimmt ein Bündelchen Waldmeister, >'pült ihn sehr rasch in Wasser ab, legt ihn in eine Terrine und gießt eine Flasche Rheinwein darüber Nach höchstens einer falben stunde entfernt man das Kraut, rut Hutzucker nach Belieben dazu, stellt die Terrine auf Eis und gießt unmittelbar vor dem Gebrauch zivei Flaschen guten Mosel dazu Zuletzt wirft man noch ein paar Zweiglcin rechr jungen, frischgrünen Waldmeister dazu, der aber weniger zur Würze als zur Dekoration bestimmt ist." Tas ist die unverfälschte Waldmeisterbowle, sozusagen die Wald-- meisterbowle par excellence. Zwar triirren auch noch Zutaten hinzugefügt werden, aber die Hauptsache ist und bleibt die, daß diese Beigaben nicht darauf zielen dürfen, den Waldmeistergeschmack zu mindern, sondern ihn hervorzuhcbcn So machen einige Äpfel sinenschnitte das Aroma des Waldmeisters keineswegs lot, sondern sie beben es hervor. Aber hier gilt der Ausspruch Fontanes: „Apfelsinenschnitten als bloßes Cmament. Eine Scheibe zuviel mack't Kopfweh." Und dann darf eine Maibowle nicht au-sehen wie,eine „Entengrüße". Nur drei oder vier Waldmeisterbläuchen dürfen darauf schwimmen, „gerade genug, um den Beweis der Echtheit zu führen". Biel umstritten ist auch die Frage, ob zu einer echten Maibowle Soft gehört. Fontane aber sieht eine „Cliauot extra" als unumgänglichen Bestandteil der Maibowle an iÄfcjirti Frankfort a. S.. Zeil 49. Samöia», den 4. Mi »j abends 9 Uhr Eröffnung bev Wintergartens Feenhaft. Hußilattuni! Tiefiounki aa.öremb. । Auftreten v.nuTer»tL; Tanz- und Melone i kavaM. 2 Lavelle^ Dieaanzedcachtgeonn. Eintritt ftei. warten die wcitergchenden Einträge. Der württembergiscku Bun- desbevollmächtigte nimmt für sich ausdrücklich das Recht und die Pflicht in Anspruch, auch im Ausschuß noch die Bedenken seiner Regierung gegen die Vorlage des Bundesrats zu betonen. Die Abstimmung ergibt die Annahme eines Antrag S des württembergischen Abgeordneten Vogt Lml Danach wird die in der Vorlage eingeiührte Ermäßigung der Verbrauchsabgabe für die süddeutschen landwirtschaftlichen Brenne reien um 7,5 Mark für den Hektoliter Kontingentspili: us erny.itcrt auf 12 Mark bei den kleinen Brennereien bis zu 100 Hektoliter JahreSerzeuguna und auf 10 Mark für die Brennereien von 100 bis 300 Hektoliter, soweit sie vor dem 1 April 1912 betriebe- fähig hergerichtet sind und das ihnen jetveilig zugewiesene Kontingent nicht überschreiten. Für gewerbliche süddeutsche Brenne reien bleibt die Spannung durckuoeg aui 5 Mark wie in der Vorlage. Die Vorlage enthält die weitere Bestimmung, daß diese Vorschriften über die süddeutsche Begünstigung nur mit Zustimmung der betreffenden Staaten geändert werden können. Es ist ein Streit darüber, ob sich dieses R e ser vat recht auf die Sätze, aus die Differenz oder nur aus das Kontingent bezieht. Man kam hierüber noch nicht zu einer Einigung und wird morgen darüber weiter verhandeln. in Elly Berlow (Alt), L lss)> Herr KonzertmeiJ 1151,1,1 (Violine), Herr Ci a. M.: der Männeret- d 1. Reihe der Emporbühn-- raere Reihen und i Reihe ti itere Reihen der EmnorbuL. - unnumeriert bezw. Stehlt ff- In der Musikalienhandlc rten auch bei Herrn Haust, •ei Herrn Kaufmann IH’BL Itkirche. 4 Ihr. —--------- Ein konservatives Mitglied spricht gegen jede Verkürzung der Dienstzeit. Ein Zentrumsmitglied bittet den Kriegsminister, für das nächste Jahr eine Berechnung außwstellen, was eine Herab - setzung der Tienstzcü bei der Kavallerie kosten würde. Dann könnte die Sacke besser erwogen werden. Die Mitglieder der Volks- o a r t c i unterstützen den sozialdemokratischen Antrag auf H e r a b- setzunadcrTien st zeilbeidenberittenen Truppen. Nur wollen sie anstelle des 1. Oktober 1913 als Termin des Jn- krafitretens den 1. O kt ober 1915 setzen. Dementsprechend ändern die Sozialdemokraten ihren Antrag ab. D i c A b st i m» mung ergibt die Ablehnung des Antrags mit Stimmengleichheit, mit 13 gegen 13 Stimmen, x Konservativen, Nationalliberalen und das Zentrum stimmten dagegen, die anderen Parteien für den Antrag Im übrigen wurde der sozialdemokratische Antrag von den anderen Parteien ab- gclehnt. Ter Budgetausschuß ging sodann über zur Beratung des Gesetzentwurfes über die Erhöhung der FriedenSprä- s e n z. Ein Zentrumsmitglied wünschte, daß zunächst die Einzelformotionen besprochen werden. Tas geschieht. Gefordert ist eine neue Armeeinspektion. Ein Zentrumsmitglied befürwortet die Forderung, wünscht aber, das; es nicht eine ehrenamtliche wird, sondern eine bezalüte Inspektion, die mit einem wirklichen Armeeführer für den Kriegsfall besetzt wird. Der Kriegsminister gibt die Zusicherung. T i e Inspektion soll nach Saarbrücken kommen und da mutz die Verwendung im Kriege in erster Linie berücksichtigt werden. Die Forderung wird darauf angenommen, ebenso die geforderte Sanitäts-Inspektion. Zwei Generalkommandos, zwei Divisionsstäbe, zwei Feldartil- lerie-Brigadestäbe werden als Konsequenz der schon bereinigten zwei neuen Armeekorps gleichfalls genehmigt. Es folgt die Forderung von 22 neuen Landwehr- Inspektionen Der B e r i ch t e r st a 11 c r begründet diese Forderung mit dem Bedürfnis, im Kriegsfälle Höhere Offiziere zu haben. Ein Zentrumsredner bezweifelt die Notwendigkeit: Jrn Frieden seien die Bezirkskommandeure meist nicht mit Arbeit überlastet. Zu fragen ist, wie die Verwendung im Kriegsfälle fein soll. Generalmajor Wandel lehnt es ab, daß es sich hier um eine Verbesserung der AvaneementsverfalMisse fandele. Ebenso wenig soll es eine Entlastung der Bezirkskvmmondeure sein, wohl aber der Brigadekornmandeure. Tie Zahl der Beurlaubten aller Chargen nimmt ständig zu Im Mobilmachungsfall fehlt es an höheren Offizieren für die mobilen Formationen. Tie zur Disposition gestellten können den Bedarf nicht decken. Zeder Inspektion sollen fünf bis lieben Bezirkskoinmandos zugeteilt werden. Tie Forderung fat nicht mir militärisches, sondern auch bürgerliches Interesse wegen schnellerer Erledigung der Aushebungs- gefdxiftc. — Morgen geht die Beratung weiter. Die fortschrittlichc Volkspartei Hal im Budget- auSschuß zur Militärvorlage eine Entschließung beantragt, in der der Rcicfakanzler ersucht wird, dahin zu reiften, daß bei der Besetzung militärischer Stellen allein die persönliche Tüchtigkeit entscheide, unb daß nach den alljährlichen Beschlüssen des Reichstags die Reform des gesamten Militär st ras rechts, des Beschwerderechts und des ehrengerichtlichen Verfahrens gegen Lsfi- ziere sowie der Stellung der nicht dem aktiven Militärstande angehörenden Personen in diesem Verfahren in die Wege geleitet wird. Ter Wahlprüfungsau-schnß setzte die Erledigung der Prüfung der Wahl des Abg. Pauli '.Hagenow, kons.) bis zur nädjften Woche aus und beschäftigte sich heute mit der Wahl des Abg. Kovsch (Löwenberg, Vp.), der in der Stickpvahl mit 107 Stimmen Mehrheit gegen den konservativen Bewerber gewählt ist. Tie Branntweinfteuervorlage. Der Branntweinkontingentsausschuß verhandelte in seiner heutigen Sitzung ausschließlich über die süddeutsche Spannung. Bekanntlich hat die Vorlage der Verbündeten Regierungen verschiedene Sätze eingeführt für die landwirtschaftlichen und die gewerblichen Brennereien der süddeutschen Staa- t c n und außerdem nach der Größe der Brennerei gestaffelt. Eine Reihe von Anträgen der fübbcutfdyen Mitglieder verlangt größere Spannungen, während der Abg. Nebel ökons.) einen Antrag in entgegengesetzter Richtung eingebracht hat. Die Vertreter der württemoergischen, badischen und bayerischen Regierung betonen gegenüber den norddeutschen Einweichungen, daß ihre Staaten auch durch die Vorlage noch ungünstig gestellt würden und besür- 2lus den Rcid)$tag$au$fd)äfien. :: Berlin, 2. Mai. Die Militärvorlage. Der Budgetausschuß setzte die Beratung der Militärvorlage bei H 5 des Rcichsmilitärgesetzes fort, der in der neuen Fassung bestimmt: Has Gebiet des deutschen Reiches wird in militärischer Hinsicht in 24 Armeekorps bezirke eingetcilt. General- maior Wandel teilt mit, daß das eine Armeekorps im wesentlichen Ostpreußen bis zur Weichsel, das andere ^bic Gegenb von Saarbrücken bis Mörchingen umfassen soll. Tie Sozialdemokraten haben einen Antrag eingebracht auf Aushebung des Einiährigcn -Instituts unb Turch- fübrung der zweijährigen Dienstzeit bei ben berittenen Truppen, sowie der einjährigen Ti en streit bei den anderen Waffen Eine gute kavalleristische Ausbildung ist nackt Meinung der Antragsteller auch in kürzerer Zeit möglich. Man brauche nicht die rein parademäßigen Tinge, die für den Felbsolbaten überflüssig sinb. Ter Kriegsmini st er legt bcnigcgenübcr ben Wert ber jetzigen Ausbilbung für ben Krieg bar. Ein Mitglied der Volkspartei bezeichnet die Verkürzung ber Tienstzeit an sich für wünschenswert. In bet Gegenwart fei dies allerbings noch nicht ratsam, ehe nicht bie Iugenbausbilbung eine intensivere Vorbereitung gibt. Bei der Kavallerie könnte die Lanze wegfallen, dann wäre eine Herabsetzung bet Tienstzeit schon jetzt möglich. Tie Rekruten könnten am 1. Nov. anstatt am 1 Oktober eingestellt werden: das würde eine große Ersparnis sein und hätte auch nach andere Vorteile. Ein Zentrumsmitglied wendet sich gegen ben Antrag der Sozialdemokraten. Eine verspätete Einstellung ber Rekruten empfiehlt sich vielleicht für bie Weinbau treibenben Gegenben. Bon nationalliberaler Seite wirb daraus hingewiesen, baß bei der Ausbildung der berittenen Truppen es sich nicht nur um den Mann, sondern auch um die Pferde handele, was gegen eine Herabfetzung der Tienstzeit spreche Vielleicht sei es aber möglich, in ber Art ber früheren Tispositionsurlauber nach dem ersten bezw. zweiten Jahr einen gewissen Prozentsatz zu entlassen, um bamit einen Ansporn zu eifriger Tienstaneignung zu schaffen. Als Ersatz könnten dann mehr Ersatzreservisten ausgebildet werden. Von Zentrumsseite wirb ausgeführt, baß eine Heranziehung wirklich aller Wehrfähigen zum Tienst yine große Belastung des Volkes sein würbe. Jetzt bleibe wenigstens ein Teil frei von biefer Last. Mehr wert sei eine intensive Ausbilbung. Tie Einführung der zweijährigen Tienstzeit habe ungeheure Mehrkosten veranlaßt. 02 Millionen ordentliche Ausgaben seien dadurch jährlich nötig geworden. Etwas ähnliches sei zu erwarten, wenn die Herabsetzung bei den reitenden Truppen fintrete, was an sich angängig wäre. Wenn die Erziehung unserer Jugend eine andere geworden sei, werde vielleicht in Zukunft eine Verkürzung ber Tienstzeit möglich sein. Ein Mitglied ber Volks Partei bittet bie Militärverwaltung s i ch an bie Unterrichtsverwaltungen zu w e n b c n , um bie Frage ber Jugenbausbildung in ein lebhafteres Tempo zu bringen. Eine vorzeitige Entlassung habe ihre Bedenken Zu erwägen sei ber Gcbanke, ob die Infanteristen nicht im Frühjahr zu achtzehnmonatlicher Dienstzeit eingestellt werden könnten, um wenigstens eine minderwertigere Winterarbeit zu ersparen. Ter M r i c g 9 m i n i ft e r führt aus, daß wir die ziffermäßige Neberlegenheil über Frankreich nicht mehr haben. Wir müssen bas durch die Qualität der Ausbildung ausglrick>en, und das wird uns ermöglicht durch unser stärkeres Unteroffizierkorps. Tie Kavallerie muß als Angriffstrupve erhalten bleiben. Eine spätere Einstellung ist nicht zu empfehlen, weil man da zu tief in den Minter hineinkommt. Tarunter würde gerade die erste Ausbildung leiben. Eine Pause zwischen Entlassung unb Einstellung ist jetzt schon vorhanben. In Wirklichkeit haben wir fetzt nur eine Tienstzeit von 23 ober 22 Monaten. Der Winterbienst ist burch- aus nicht so minberroertig, wie er früher vielleicht war. Einjährige gibt es in der Armee etwa 15 000. Ter Zugang an Reserveoffizieren beträgt jährlich etwa 1000. Immer von Parabc- brill uftr. zu reben, wiberspricht ben Erfahrungen von 1866 unb 1870. Tas wirb auch in Frankreich, bet Schweiz, Amerika unb sonst anerkannt. Auch bie japanischen Erfahrungen lehren dasselbe. Bei ber Jugenbbilbung ist früher gewiß manches versehen worben, unb es muß ba mehr getan werben. Die Früchte reifen aber langsam unb sie müssen nicht auf körperlichem Gebiete liegen, sondern ber natcrlänbifrfie Boben muß kräftig betont werben. Es wird altes geschcfan, um bie jetzigen Bestrebungen zu förbern. Aus Siafct und Land. G i eß e n, 3. Mai 1912. ** National liberale Partei. Man schreibt uns: Der Wahlkreisvorfitzendc der Nationalliberalen Partei in unserem Reichstagswahlkreis hat für Samstag nachmittag eine Vertrauensmänner- unb Mitglieder-Versamm lung hierher einberufen, die sich mit dem nationallibcralen Vertretertag beschäftigen soll. Besondere Einladungen ergehen nicht. ** Die neuerrichtete gewerbliche Fortbildungsschule hat am Dienstag ihren Anfang genommen. Von einer größeren Eröffnungsfeier wurde abgesehen, da int kommenden Frühjahr die hiesige Gewerbeschule ihr 75jähriges Bestehen feiern kamt Zu einer einfachen Feier hatten sich im Versammlungsraum des Wemerbe- Hauses Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstandes mit den Mitgliedern des Lehrerkollegiums und den Schülern zusammcngesünden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Kraus müll er, Stadtv. Winn als Mitglied des Aufsichtsrats und Vorstands, sowie Baumeister Traber als Leiter der Schule hielten kurze Ansprachen, loorftt sie die Gesichtspunkte barlegten, die zur Neugründung geführt hatten, und Worte der Mahnung an die gewerbliche Jugend richteten. Ter Besuch der Schule übersteigt die vorgesehene Besuchszisfer erheblich. ** Der Ortsgewerbeverein hielt am Montag abend eine Mitgliederversammlung ab, in der die verschiedenen Berichte über das abgelaufene Vereinsjahr erstattet wurden. In der Aussprache wurde allgemein bitter Klage darüber geführt, daß von der Stadt in letzter Zeit Arbeiten nach auswärts vergeben worden seien, trotzdem die Differenz in den Angeboten zwischen den auswärtigen und den hiesigen Unternehmern im Verhältnis zu der Bausumme nicht unbedeutend gewesen sei. Es sei selbstverständlich, daß die hiesigen Unternehmer, die durch die örtlichen Verhältnisse (andere Steuer- und Lebensverhältnisse) schwerer belastet seien, nicht so billig arbeiten könnten als die auswärtigen. Hierauf müsse aber die Stadt Rücksicht bei Vergebung von Arbeiten nehmen, umsomehr, als nur ein zahlungsfähiger Mittelstand auch seinen finanziellen Verpflichtungen gegen die Stadt Nachkommen könne. Au; neuen Briefen der Droste. Die Veröffentlick'ung der Briefe Annettens v. Droste Hüls- Hoff an ihre Freundin Elise Rüdiger wird im neuesten Heft der Deutsck-.en Rundfckau von Kurt P l n t hus fortgesetzt und vertieft wieder in maudter Hinsicht unser Bild oon, Deutschlands Tröster Dichterin. Das erste der neuen Schreiben ist amj.4. Dez. 841 von der Meersburg datiert, wo Annette bei ihrem Schwager, dem bekannten Erforscher des deutschen Altertums, v. Laßberg, mit Levin Scbucking zusammen eine menschlich und dichterisch gleich reiche Zeit verlebte Die Klatschereien über ihr Verhältnis zu dem jungen Sebücking werfen einen Schatten in dies Jdhll; die alte. Neiderin und Klätscfann, von der sckwn in den ersten Briesen die Rede war, die Bornstedt, verbreitet das -Gerücht, als ob das Zusammentreffen Annettens mit Levin auf der Meersburg ein verabredetes Rendezvous gewesen sei. Tie^streng religiöse und konservative Mutter der Dicktterin, die von Schücking als einem vermeintlichen Freigeist unb als Bürgerlichem nichts wissen wollte, deutet diesen „dummen Klatsch" bei Tochter an. „Ich kann", meint Annette, „diese Milde nur meiner 'Abwesenheit und der Furcht, meine Genesung durch Aerger rückgängig zu madxn, zuschreiben; wär ich gesund und in Rüschfaus, so hätte es gewiß sehr harte Szenen gesetzt, deren.Resultat unerfreulich und trennend gewesen wär, unb dock? weiß ich nicht, ob nicku ernste Ermafanngen und Beschränkungen meiner warten, wenn ich zurück Tom nie." Auch als sie nach ihrer Hrimat und Ehrern Wohnsitz Rüschhaus zurückgekehri ist, spielt ihre Sorge für Schücking weiter in den Briefen eine große Rolle: sie unterstützt ihn nicht nur mit reidKm volkskundlichem Material für seine Arbeiten über Westfalen, sondern sie möcküe dem „schusseligen" unb noch unfertigen Jüngling, der damals als Hofmeister in ben Dienst des Fürsten Wrede getreten war, alle Weg? für die Zukunst öffnen. „Gott weiß, wie er mir am Herzen liegt! Ich habe wieder recht gefühlt, daß er mir, mit allen seinen,Schwächen, doch wirklich lieb ist wie ein eigenes Kind." Freilich spricht sie davon, ihre Briefe von ihm zurück zu verlangen, die sie ihm lassen könnte „trotz des Wimmen kleinen Wörtchens" Tu, mit dem sie sich anreb.'ten, „wenn nicht so viel von einer anderen Sache barinflänbe." Tamit rann doch mir eine tiefere Neigung für Levin gemeint fein, und daß sie nicht nur in ihrem Freundes-, sondern auw in ihrem Frauenherzen für ihn empfand, das beweist die instinktive Abneigung, die sie zugleich gegen Luise v. Gall, seine spätere Gattin, hegte. Als sie eine Novelle der geistreichen und schonen SchriftsteUerin im Cottaschen Morgenblatt lieft, wird sie, ohne noch viel von ihr zu wissen, an ihre Feindin die Bornstedt erinnert und meint ahnungsvoll: „Ist sie einigermaßen hübsch und angenehm, so kann sie Levin sehr gefährlich werden. Cb es zu wünschen wäre? — Vielleicht. Unter zwei) Uebclti das kleinste!" lieber ihr eigenes Dichten berichtet sie von der Meersburg, daß sie wach im Bette liege unb im Dunkeln Gedichte mache. Am Tage schreibt sie an ihrem nicht vollendeten Prosawerk „Bei uns zu Lande auf dem Lande", „und abends chep Licht wird das bereits fertige (später auch die Geistlichen Lieder) abgeschrieben." Als sie im Sommer 1843 eine Reihe von Zeitscknifteu in die Hand bekommt, stellt sie nachdenNiche Betrachtungen über den Schrift stellerruhm an. „Wenn ich sehe, wie alles durcheinanderkrabbelt, um berühmt zu werden, dann kommt mich ein leiser Kitzel an, meine Finger auch zu bewegen. Geduld? Geduld! — Aber wenn ich dann wieder sehe. Wie einer kaum den,Kopf über bem Wasser bat, daß schon ein anderer hinter ihm einen Zoll höher auftaucht und ihn wieder nicbcrbriufi, wie Heine schon ganz verschollen. Freiligrath und Gutzkow veraltet sind, kurz die Zelebritäten sich cinanbn: auffressen und neugenerieren wie Blattläuse, dann scheint mirs besser, die Beine auf den Sopha zu strecken, unb mit halbgeschlossenen Augen von Ewigkeiten zu träumen . Ach, Elise! es ist alles eitel! Was hilft es mir, daß die Buchhändler glauben, auch mich kurze Zeit bem Publikum als Zugpflaster auflegen zu können, um mich nachher wie eine verbrauchte spanische Fliege ben Seite zu werfen ... So steht mein Entschluß fester als je, nie auf den Eftect zu arbeiten, keiner beliebten Manier, keinem anberen Führer als der ewig wahren Natur durch die Windungen des Menschenherzens zu folgen, und unsere blasierte Zeit unb ihre Zustände gänzlich mit dem Rücken anzusehen. Ich mag unb will jetzt nidrt berühmt werden, acker nach hundert Jahren möcht ich gelesen werben . . ." Maiwein unö Maibowle. Was ist es, das der Maibowle unter allen Getränken ihren eigenen Reiz sichert? Es ist, daß ber Frühling in ihr lebt. Der Frühling mit seiner ganzen herben Frische unb seinem würzigen Dufte scheint in biefem köstlichen Tranke eingefangen. Und darum hat er auch so viele Freunde unter den Dichtern gefunden — wenigstens unter denen, die einen guten Trunk zu schätzen wissen. Bei ihnen erscheinen Frühling und Maibowle immer als vertraute Gesellen. An sich ist die Maibowle uralt, schter ebenso alt wie die Weine, aus ber sie zubereitet wird. Wenn auch bie Alten gerade nicku ben Walbmeister zur Würzung des Deins benutzten, so hatten sie doch auch den Brauch, den Geschmack von Getränken durch ein Blumenaroma zu verfeinern. So besaßen die Römer ihre 9b|'cn> Kavr.3Ä& SnertiÄ^f mderM'r,b(r vo" Wodkas Einladung vorder Z-W 2»°" k k) Zu gewähre i Die Ausgabe d< Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben. T Mai Wetter 1912 A tN Mai 15,5 C. Höchste Lenrperatur Vtievllgste - Ängen.Ute milde schuf..gen. Schädigung einer UiCHQu.i MM8V^£\ i^ütien oo^titate bei 15 0 95 4.3 e & 2 2 d. 0 0 3 48,7 48,4 4SU o @■2 2 2 Versäumen Sie nie ><'Haftung von tadel Stiefeln und Hal bst 3,5 45 4.8 € & Inanen h Van der 10. Interesse Gcricytssaal. Darmstadt, 2. Mau Wegen -vergehen« gegen das P o st g e s e tz wird der Inhaber der ,‘.Holen Radler", I. 8. Schwattmg, zu einer Äeldiiraie von 80 WIL verurteitt, da er etwa zUO geichtonelie Briese, entgegen den postalischen Beilmunungen, durch einen seiner Boten zur Verteilung bringen lieü. Ter V o i c wurde zu einer Eetdslraie von 4 0 M k. veruiteitu Tie Ltrast richtete sich nach den gesetzlichen Vefnmmniiflen, welche das 'Jldit- iache des zur Verwendung noiivendig geiuejenen Vortos lemeyt. NW 88 W 8W des Getreidehandels. Im Sonnenschein Rlarcrpmune/ Sonnenschein Tunst lang der Handelskammer in .Hreie.D bei der Reichsregierung da jur oeriüenbet, baß einem infolge des ualieniich-ui etlichen Krieges ui den Tarbaiiellen &uruugeyaltenen Tarnpsichiffes, ivelches für deutsche । vir men und auch rür die bdreffeiwe hiesige iiirma bt* stimmte vveireibelaoiuigen birgt, die Turchiahn nach Rotterdam gejtattct wird. Lecher und alle Bemühungen in dieser ^Ungelegen» heil bisher vergeblich geblieben. (6cn^tnvU*tw5' -fylMK a(v(v 6Um&vw^4&«. 27 50 77 IHärttc. fc. Wiesbaden, Wi'**. H e u- lind Stroh markt. Angeiabren roaien 6 Wagen mit Heu unb Strolu Man noiieite: peu ii.7O-0.00 'Uif., l r o 0 tRichtilroh) 5.20—6.60 Inf. — ,x r u cb t m q r 11 Haler 23.0 —23.20 'Uif. Alles <ür 10J Kilo. /'ipnrgei s^^^eohongsZ Grotzhanoiung für Oktceioe» und in die Hansels.arnrner durch Vermitt» . * COBURG 0exira $006 ?00o” Wvtz Luftkcyzsfahrt. Zum Unfall des „5 i e m e n 4 - S d> u d e r t". Berlin, 2. Mai. Ueber den Unfall des 3iemeiusedtudret* Lufischiifes wird von zuständiger Stelle mitgeieilt : Tas si.mens- s-Q,uuerr-Luftschifs flug heute vormittag b Uhr vom Biesdorfer Gelände auf. Cs beabsichtigte auf dem Viüggelfee eine toahet- lanbung vorzunehmen, was auch vorzüglich gelang. Bei dem zweiten Ver.uch tauchten iedoch die Gonuein liefet ins tüancr, io bau die laufenden festlich en Propetter dcrS Wasser berührten und verbogen wurden. Die ytiLfavrt zur ^>alle wurde niu den uiwerfebrten Propellern angetreten. Lis zu der Landung in Bies- uurf oas ^aug.eir iwguuvuen werden iuuie, neun: im heraus, bau es bei der Hßanerlanuung unklar geivorden war und muM naj.ig ab rollte und infolgedessen nicht rechtzestig erfaßt werden tonnte. Tas Luftschiff ging imolgeoesfen mit den drei Gondeln in den Wald und zoa eine furche, wobei sämlliche Propeller verborgen wurden. Nachdem es vom Walde freigekommen war, stieg uns Luftnhtfs zstta iuj ruceier ut uie x>ui/c. vier wurden m Der Luft so gut wie möglich die Propeller gerade gerichtet und dann zur Landung auf den Feldern zwischen Kaulsdorf und der vallonhalle geschritten, wo man w.Z.i der Feldarbest auf ausreichende Hilse rechnen konnte. Vv.t hier wurde das Luttia-iff in die volle geschleppt,, wo es ll1 > Ui/r eintraf. Tie vuile nt vollständig unbeschädigt. Auch die übrigen Beschädigungen sind gering. •i "’C. ,'' %,°8er Erl.Sch'1",‘ Ter Lärm in der Marburger Ströme. Nachdem das Autoungebener, das das Buseckertal mit ÖicßftV verbinden sollte, glücklich beseitigt ist, passiert die Marburger Straße jeden Tag drei- oder viermal ein Auto— wem es gehört, hat Einsender nicht feststellen können — das statt der üolichen pupe ein Blasinstrument führt, das an die Trompeten von Jericho erinnert und geradezu alarmierend und belästigend wirkt. Vielleicht liest der glückliche Besitzer dieses Autos diese Zeilen- um sich zu Gemüt zu führen, daß die gewohnte Hupe völlig als Warnungssignal genügt, und dag man auf seine Milmensasen, die ohnehin vom zunehmenden Lärm geplagt werden und sich dagegen schützen müssen, ein wenig Rücksicht nimmt. X. Ltttgcsandt. (Für Form und Inhalt aller unter die,er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Reoattion dem Publilurn gegenüber (einerlei Verantwortung.) Gießen, 3. Mai. 3um Eingesandt in Nr. 103 erhalten wir folgende Erwiderung: Ter Einsender sieht einen Wolf, wo tatsächlich ein Aeng» lieber i. S. des Leitartikels des Tarmstädter Täglichen Anzeigers mit gutem Gewissen ein Mahnwort an Leidensgefährten gerichtet hat. Mst Freuden würde der Mahner die Einführung der preußi- schen Besoldungsordnung begrüßen, sie roüroe ihm noch LU Proz., mehr als die Regierungsvorlage bringen. Also, — »ctr Ein- sender, legen Sie manchmal die nur zu oft schief geschlifiene Partechrilie ab und wittern Sie nicht überall Unredlichkeit. ES kommt ja vor, daß in diesen leidigen Streitigkeiten Nevenbezüge, freie Wohnung u. Ügl. bei Vergieiujungen emiadj tot geschwiegen werden, damu richten sich fotdfc Unternehmungen aber von jcibit. Ter ängstliche Mahner darf die Gelegenhest bcnu&en, den allzu Scbarien noch eins vorzuhallen. Ist nicht mit großer Bestimmtheit behauptet worden, daß unter den einzelnen Ministerien und den einzelnen Abteilungen derselben hartnäckige Kumpfe über die Vorlage itattgemnoen Haven? Tag an der ©armäetigteu, mit der die einzelnen Abteilungen die Forderungen für Die ihnen un.erstellten Bearntenklassen vcnochten haben, die neue Besoidungs- ordnung geschestert ist? Tie jetzige —, auch den Mahner nicht beirie- digende Vorlage nur ein Kompromiß ist? Ist jcinano so harmlos, zu glauben, daß, was z. Zt. innerhalb des Ministeriums unmögiu.1 war, mit Hilfe des Landtags gelingen, daß gar ans deS Landtags Initiative unS eine preugische Beioldungsordnung in absehbarer Zeit beschieden würde'? Wer so harmlos ist, warte auf die Taube auf dem Tache, mir ist der Sperling in der Hand lieber. 11. Bon gut unterrichteter Seite liegen noch Mitteilungen über folgende Gegenstände vor, worüber Interessenten Nähere» auf dem Sekretariat der.Handelskammer erfahren: a) Internationale Ausstellung in Gent 1913, b) Internationale Baufach-Ausstel- lung in Leipzig 1913, c) Baltische Ausstellung in Malmö 1914, d) Formular für 2lgentur*Vcrträge, entwon'en von der Handels- kammcr in Berlin, e) Eröffnung eines Zollamts in ttijero, f) neue Tarabestimmungen in Frankreich, g) Lieferungen für ausländische Bebörden, h) zweifelhafte Firmen im Auslande (Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien Niederlande, Rumänien, Rußland, Aegypten, Vereinigten Staaten von Amerika. । g £ ft« Fulda —Gießen zwei neue Personenzüge eingelegt und zwar ein Personenzug 528 (Fulda 7.01 Dorrn., Gießen an 9.45 Dorrn.) und ein Personenzug 527 (Gießen ab 3.3o nadjm., Fulda an 6.12 nachm.). Tie Züge erhallen in Fulda und Bietzen gute Anschlüsse und vermitteln auch einen günstigen Anschluß nach und von den anschließenden Nebenbahnen. Mit dieser Zugver- mehrung ist einem schon längst empfundenen Verkehrsbedürfnis, welches der Handelskammer wiederholt Veranlassung zu Vorstellungen bei der Eifenbahnverwaltung gegeben hat, entsprochen worden. i) Sommerfahrplan der Biebertalbahn. Zum Sommer fahrplan der Biebertalbahn sind eine Rtthe von Wünschen geäußert worden, welche jedoch nur zum Tell Be- Gießen. Tic auf Grund von Klagen über die zu langsame Beförderung von Postpaketen zwischen Leipzig und Gießen nut der Post- und Eisenbahnverwaltung gc ührten Verhandlungen haben zu einem befriedigenden Ergebnis nicht geführt, naüibcm sich herausgcstellt hat, daß die durch das Umsetzen der Postwagen verkürzte Umladezeit auf dem Bahnhose Bebra eine schnelle Bc- förberung ausschließt. 6. Eisenbahnangelegenheiten. a) Für die beantragte Herstellung des Anschlusses zwischen dem Personenzug 519 Alsfeld—Fulda und dem Schnellzug D 88 Fulda—Elm—Würzburg—München konnte eisenbahnieckig ein Bedürfnis für die Zeit vom 1. Oktober bis 30. April nicht anerkannt werden. b) Tie beantragte Herstellung eines Anschluss eSzwischen dem in Alsfeld um 1.40» abgehenden Zug 525 an den Schnellzug D 90, welcher 2 23 nachm. in Fulda abgeht und in Elm den Anschluß nach Bayern vermittelt, konnte nicht erreicht werden, weil der Personenzug 525 (Finda an 2.4j nachm., wegen seiner Anschlüsse in Gießen sestliegt unb nicht früher in Fulda angebracht werden kann. c, Vom 1. Mai d Is ab soll ein neuer Eilzug von Kassel über Nordhauscn — Halle nach Berlin eingelegt roerben; der Zug soll in Kassel 6.35 Uhr vorm. abfahren und in Berlin 12.53 nacknn. ankommen. Tie Handelskammer hatte den Wunsch ausgesprochen, daß dieser neue Eilzug seinen Ausgangs- vunkt schon in Gießen nehmen möge. Tie Eisenbahnverwaltung konnte diesem Antrag nicht naher treten, weil bei Der normen- bigeu frühen Abfahrtszeit in Gießen (jpäieften-3 um 4.UU vorm von vornherein eine ausreichende Besetzung auf der Strecke (Hießen—Marburg ausgeschlossen märe. d) Ter schon wiederholt gestellte Antrag auf Herstellung einer späteren Abendverbindung von Kassel nach Frank- i u r t a. M soll daraufhin geprüft werden, ob und üi welcher Helfe einem etwa vorliegenden Verkehrsbedürfnisse cnnprod>at werden könne. 7. Bestellung von Sachverständigen. Ter Kaus- rnännische Verein in Alsfeld hatte an die Handelskammer das Ersuchen gerichtet, darauf hinzuwirken, daß in Alsfeld ein beeidigter Sachverständiger für Futtermittel, Kartoffeln usw. und ein Ersatzmann für ihn bestellt werde. Unserem Anträge entsprechend sind denn auch die Herren Georg Zinn und Josef Rothschild III. in Alsfeld am 19. März d. IS. vom Großh. Amtsgericht in Alsfeld als Sachverständige für Gutachten illnw Getreide, Mehl, Kartoffeln, Futter- und Tüngemittel gerichtlich beeidigt worden. 8. BerufSgenosscn schalt für den T e t a il h a nd el. Von Unternehmern von TetailgesckMen ist beim Bundesrat die Errichtung einer eigenen Berufsgenossenschaft beantragt worden. Tas Rcichsversick)erungsamt hat deshalb die amtlichen Handelsvertretungen zu einer gutachtlichen Aeußerung über Zweckmäßigkeit unb Art einer versicherungsrechtlichen Abgrenzung der Tetail- handelsbetriebe vom übrigen Handel, sowie ferner über die Bildung einer Handelsberussgenossenschaft, in welcher Grotz- und Klcinhandelsgeschäste vereinigt sein würden, aufgeforbert. In ihrem Bericht an das Reichsversicherungsamt hat die Handelskammer zunächst darauf hingewiesen, daß sic sich bereits im Jahre 1906 für eine einheitliche Regelung der Unsalloersicherung im Kleinhandel durch Ausdehnung der Unfallversicherungspfllcht aus alle Kleinhandelsgeschäfte für den ganzen Umfang ihres Betriebes, b. h. auch auf die bisher nicht versicherungspslichtige rausmanmschc Tätigkeit und durch Errichtung einer besonderen Berufsgenosseu- schaft für den Kleinhandel ausgesprochen habe. Tic Handelskammer vertritt auch heute noch diesen Ltand- vunkt und hat sich daher ganz auf den Boden der von dem -betau* listenverbande von Rheinland und Westfalen sowie der Bereinigung von kaufmännischen und gewerblichen Vereinen des Handelskammerbezirks Bochum an den Bundesrat gerichteten Tenk- schrist gestellt, in tvelcher an der Hand ziffernmäßiger Unterlagen die Gründe für die Errichtung einer Äletn* handelsberufsgenossenschaft in überzeugender Weise bargelegt werden. Ter Errichtung einer Handelsberussgenossenschast, welche Groß- und Kleinhandeisbetriebe vereinigt, konnte die Handelskammer das Wort nicht reden. Tenn der (Seiabrentanf einer Handelsberufsgenossenschaft könnte den Eigentümlichkeiten des Kleinhandels und der Berschiedenartigkeit 1 einer Betriebe doch nicht in wünschenswertem Maße angepaßt werden unb eS würde auch hier der Fall eintreten, daß der Kleinhandel, genau wie bei der Lagereiberufsgenossenschaft, in unverhallnismäßiger Weise zu Gunsten des Großhandels zu den Kosten einer HandelS- berufSgenossenschast beizutragen hätte. 9. Zur Revision oes Gefahrentarifs zur Lagereibe rufsgenofs en schäft hat sich die HandclsUunmer dahin ausgefvrochen, ba., Der neue Gef.ih.entarif nicht den Wünschen der Te.aillisten entchreche, da er: a) die Detallbetriebe auf die gleiche Tar f .uie s i ■ le die n fil'g" - cidrrcn Engrosbetriebe, b) innerha.b der Detailbetriebe keinen Unterschied macht zwischen den Kl . . . .i.i - ...i.j-n, uie ouru) oahrüühle, Hcizu.:gS^ ug.n, F d '^ulcmobile bedeutend Unfall- gefährliu.r fuib, c, Dl. luuiilen Betriebe dadurch, daß sie gewerblich. gestellte n.u.t beicoufiigcn, einen viermal so hohen Beitrag zayten müh en ..is tue größeren Be.riebe, die geioerblichc ei Tie Handelskammer hatte die Einstellung eines direkten Wagens II. und IN. Klasse nach Thüringen in den von Gießen 1.29 Uhr nackm. abgehenden Schnellzug D 4 5 beantragt. Ta aber der <-chnell;i^ D 4o durch die Aufnahme des Zugteils von der Lahn in GJicßen Dollitanbig ausgelastet ist, so ist auch mit Rücksicht aus die erhöhte geschwindigkeit des Zuges im Bezirk Kassel die Führung weiterer Kurswagen ausgeschlossen. , f. Einem Anträge auf Einführung von sonntags* karten von Wetzlar nach Gietz en konnte nicht statt- gegeben werden, da Sonntagskatten grundsätzlich nur den Bewohnern größerer Städte Gelegenheit zur Erholung in Treier Lutt geben sollen und außerdem durch die in Wetzlar seit ieher bestehenden Sonntagskarten nach Bad-Nauheim, Braumeis, Bad- Ems, Krofdorf, Gleiberg, Limburg und Weilburg dem Ausflugs- rerkehr in ausreic^ndem Maße Rechnung getragen seu g) Tie Reisenden der Main—Weserbahn mit ihren Aw- chlußlinien haben seit dem 1. Mai v. I. unter cinn erheblichen Verschlechterung des Verkehrs mit Bayern zu leiden. Während bis zu dem genannten Termin in Frankfurt a. M. ein Uebcrgana von D 180 auf den D 160 nach Würzburg—München bezw. Gemünden—Kis- ingen möglich war, so ist ein solcher durch die an sich unbedeutende Früherlegung von D 160 um 4 Minuten ab Frankfurt 7.10, jetzt 7.06) bezw. Spaterlegung von v 180 um 12 Minuten (früher an Frankturt 7.06 je&t 7 18) jeit bem 1. Mai v. Is. nicht mehr zu erreichen. In Gemeinschast mit der Handelskammer in Wetzlar hat deshalb die Handelskammer bei der Königl. Eisenbahndlrektion in Frank,urt a. M. eute Wieder- Herstellung der seitherigen guten Verbindung nach Bayern beantragt und zwar entweder durch etne Verschiebung der Abfahrtszeit von D 160 um y> Stunde oder eine öüaterlegung des D 44 um IV* Stunde. r. gvermehrung auf der Strecke Fulda — Vom 1. Mai d. Is. ab werden aus der Strecke Personenzüge eingelegt ilba 7.01 vorm., Gießen an rücksichligung gefunden haben. „ ._ . k) Bei der Kgl. Eisenbahndirektwn Frankfurt a. M. ist der Anschluß der Güterabfertigungsstellen Grotzen- Buseck und Reiskirchen an das Fernsprechnetz beantragt worden. „ , „ . 1) Ter Eisenbahndirektion Altona ist nach Anhörung der beteiligten kreise ein ausführliches Gutachten über die Bei- ladung von Gütern in P r i v a t g ü t e r wa g c n, insbesondere Privatbierwagen, erstattet worden. _ m) Tie Einführung des Frankaturzwang s s u r leere Emballagen, welche von der Handelskammer Wiesbaden beantragt unb diesseitig befürwortet worden war, ist mit der Begründung abgelehnt worden, daß die Ausdehnung des Frankaturzwanges auf alle leeren Emballagen ober aus leere Weinfässer, ober aus alle Kisten mit leeren Flaschen der Eisenbahn- Verkehrsordnung widersprechen und außerdem die Ausdehnung des Frankaturzwanges von einem großen Teile der Verkehrstreiben- ben sehr unangenehm empfunden werden würde. n) Laut Mitteilung der Königl. Eisenbahndirektton - leitung Gießen—Berlin beantragt. Ter Antrag war jeboch abgelehnt worden. Nunmehr hat die Handelskammer, indem sie die Bedürinisfrage von neuem bejahte, beschlossen, ihren Antrag zu wiederholen. 3. FernsprechnachtbicnstinGießen. An das breiige Kaiserliche Telegraphcnamt hatte die Handelskammer das Eriuchen gerichtet, bei bet Kaiserlichen Oberpostdireklion in Tarrniladt zu beantragen, baß bet beschränkte Nachtdienst bei ber hiesigen Fetn- ivrechvermiltelungsstelle dauernd eingerichtet wird, auch ohne daß die Handelskammer die Gewähr für die Einnahmen in einer be» stimmten Höhe übernimmt Diesem Anträge ist entsprochen worden. 4. Beschädigung von Postpaketen. Klagen über Be- l'cbäbigung von Postpaketen mit Zigarren als Inhatt hatten der Handelskammer Veramassung gegeben, bei dem Reickispoitamt dahin vorstellig zu werben, daß künftig diesen Paketen eine wtg- tältigerc Behandlung zuteil werde. Tiefem Grfudjcn entsprechend hat das Reichspostamt den Postanstalten die sorgsame Belwnd- lung von Paketen mit Zigarren erneut zur P|licht gemacht. 5. Postpaketverkehr zwischen Leipzig und bv"/.l_________________________________________________ VISU KA R TEN m j«10 brüchigen Schriftart und Kartonu)** VIOIIWK1C.1N smdentuchrnVer «uugungen liefert in mäßigen Preisen die BrühTsche Univ -Dnuxem> am 1. bis 1. , 1. . 2. S LiBversrolz und B’/• GroßberzogltcheS Amtsgericht. Vitello Margarine Nur noch Freitag l Samstay Der gesamte noch vorhandene Restbestand meines gewähre ich auf sämtliche Schuhwaren iO Froz. Rabatt Die Ausgabe der Rabatt-Marken erfolgt ebenfalls. Peter Kronenberg Kaplansgasse 18 Kaplansgasse 18 m verpachtet. i 3061 jcn b»/4 fernt werden. B Letter :5 A di! 1. * WV Aushilfskellner I * NW iSW SW Versäumen Sie nicht, diese günstige Gelegenheit zur Anschaffung von tadellosem Schuhwerk besonders, in farbigen Stiefeln und Halbschuhen für Damen, Herren und Kinder o 0 3 » BTiLer U 6d. 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Montag, den 6. Mai 1912. nachmittags 5 Ubr. werden aus dem SelterSberg bei der bisherigen ffbolcra- baratfe 4 Grabstllcke auf mehrere Jahre meistbietend Möbellagers bestehend in Schlafzimmern, Speisezimmern, Wohnzimmern^ Küchen sowie einzelnen Möbelstücken, Betten, Sofas u. s. w. wird, um damit zu räumen, zu jedem annehmbaren Preise verkauft ES wird daraus hingewiesen, dahnach 6 4 der Lokal- Poli^ei-Berordnuna vom 6. Juli 1888 Markise» so befestigt sein müssen, daß ihr tiefster Bankt mindestens 2,25 m über dem Niveau der Straße liegt. Markisen, welche dieser Bestimmung nicht entsprechen, müssen wieder ent- Spanisches Jmporthaus Kirchenplatz II. Apfelsinen-Preisabschlag Dutzend 30, 40, 50, 65, 80 Pfg.! Prima patcrno Doppelblut Dutzend 80, 110 Pfg. Zitronen Dutzend 35, 45, 55, 70 Pfg. Für Wicdcrvertäufer billige Preise. Zu selbig. Preisen w. SamStog auf d. Kanzleiberg veri Frischer Kopfsalat extra dick, per Stück 11 Pfg. qqsm tftädt. 8 8 llhr ,?'««> ti Will“"1 Sitätunr Ller das iur yallr ivurö« 'rüder lülue, Henry |, , 1 rechtzeitig Il^n mit öen ötei -de retgekommen war, £ e öiet loutoen in Jelltt geroße geiiojiei und der rttldardril auf aus, m tourot das UurtiQMn -ullras. Ä 7en «e>-Mmgen (iS Gänzlicher Ausverkauf wegen Aufgabe des Geschäfts. Fufrbodenanstrich trocknend. Bernsteinlackfarbe, lost fltw., Pst. 00 Pf. sämtliche Cclinrbcn, Lacke, Piniel. Jußbodcnöl, BobnerwachS, Parkctrose rc. 2138 Gust. Walter, Mänsbnrg 13. Tel. 386 115,5 a de. jet Dldbril iWnben Artikel Dluum flegeimiier kmeiltt ig) Dießen, 3. Mai. .fit toii folgende ßnuibeumg: , mo ialsalylich cm Arng»' nitQötet täglichen Anzeigers in Leidensgeiahnen geticow r die Einsiihrung her preuijt- ie toüioe ihm noch 10 Aoz. ngen. Also, - Herr (im. nr zu oft schiel geschlinene )t überall Unieöliütfeit. @8, t Streitigkeiten Nebenbezüge, mgen einiach tot geschiviegen irnehmungen aber von iciDit. t Gelegenheit benuM, ben en. nicht mit grogei unter den einzelnen Mini, derselben hartnäckige flame 1 Tai; an der Hannäckigien. Forderungen für die ihnen haben, die neue Äesoldungs. iud) den Mahner niut beitie* i? Ist ienuinö so hamlo-, ja Örs Ministemmö unmögiu \, daß gar aus des üandtagS iönngvorbMNg in absehbarer nlos ist, warte aus die Taub« ng in der Hand lieber. rburgrr Straße. . is das Buseckertal mit W ift passiert die Alburger em Auto- mein es gehoN, „ - w»8 w w -MI Bahnlinie Friedberg- Nidda; von Frankfurt a. M. In 2 Std- von Giessen In 1 Std- von M Gelnhausen In 1 Std. zu erreichen, d r Solbad In staatlicher Verwaltung. [ Kochsalz-, Lithium-, Stahl-1. Schwefelquellen 1 Herrlicher Part und Wald, ruhige Lage. Arzt. \ ürossherzogllche Badedlrektion. I RI |1Ä!„ „ Franklurler y HA 00 W l!.llu!döGrn Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Bei der heutigen Wahl durch die Vertrauensmänner im I. Wahlbezirk «nießen tft Herr Wilbclm Weil, Lang-Göns zum Mitglied der Landwirfschastekamuier und die Herren 1. Heinrich Gilbert II., Heuchelheim 2. BürgermeisterBaltb.Hir»VI.,Waftenborn-Sieinberg au Mitgliedern des Ausschusses der LandwirtschastSkammer für die Provinz Cbertencn gewählt worden. Einwendungen gegen die Wabl können binnen einer Wocke nach Ablauf des heutigen Wahltages 27. Avril 1912» erhoben werden. Sie sind bei der Bülgermeiiterei des Wohnorts oder bet dem Unterzeichneten oorzubringen. Gießen, den 27. Avril 1912. IB’/» Der Wahlkommissar. ______________________Weicker, Grohd. Regierungsrat. Die Gemeindettenerzettel für 1912 werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestelll. Dieienigen Steuerpflichtigen, welche bis zum 1. Juni keinen Steuerzeuel erhalten haben, werden ausgeiorderl, > hiervon auf dem Steuerbureau Anzeige zu erstatten. IB’/» t« v KIxöhittarll II p eu' .lUlb ( «plan « 'tu »nb 5 20-0.60 iilL - I' 1____ Zkhuni 13., 14., 15., 17. u. 18. Mal ußld'SH Lose‘3M. Bo"« 17553 Qew.: Bar ohne Abzug ML 360000 “aupttuwlnne: Bar Geld lart: 100000 5000C 1OOOO 500© Coburger Lose ”• rt biben In all. Lo't'rtrfwcbSft^n, Loserertiuhetellen, doreb Lud. Hüller&Co. Berlin C., Breltestrasae 5 H. C. Kröger Be lin W.. Friedrichstr. 193a Ferd. Schäfer BusSt-ldorf OKänifls-Allee 52 und vu Freiu«. lAnde'kreger- VerUad. Berüa. Od »war beötwlb, weit Cs war ein lonlunenz °a- die gaW yiobulti drei ilmgerdamcr Firn liefert Tas Borgeben de '"Arie geschaffen, di- nickt fonfi , " baburdi einen st guter Bearbeitung bie M.e D'amantenschle n vollkommen lesstungs ZÄT "rbeiten st ptiral werden. ,trüber ” ! *««. .ww * „h 'S1*" «61 was® N't! nur S; $ie An ? :;,rung^r.rl ,0l.'^ri Herr in ^räf *“ !i"* Ä"’ schliche n> &Ä6 's * b^-btcl? 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