162. Jahrgang Erstes Blatt GietzenerAnzeiger Nr. 80 Erstes Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 3. April 1912 s Awßener MiKdücr ass V/lv [) V11V l kSnS“ General-Anzeiger für Oberhessen LSBL ünnahm. «n ameigee Rotationsönid und Oerlag der Brühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Sspedition und vruckerei: Schulftrahe 7. "»nb-• e.&et“üt den bis vomuuags'y'iibn Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschästsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Zranzösisch-deutscher £ifttrieg. Von militärischer Seite wird uns geschrieben: Tie Franzosen machen außerordentliche Anstrengungen, um die Luftfahrt weiter zu entivickeln und auszubauen, und den Deutschen gegenüber eine ausgesprochene Ueberlegenheit zu erhalten. In ganz Frankreich finden öffentliche Sammlungen statt, für deren Erträgnisse Flugzeuge angekaust und dem Kriegsministerium zur Verfügung gestellt werden sollen. Sie lhabcn jetzt schon die Höhe von zwei Millionen Franken überschritten. Die Bewegung, die durch Frankreich geht und an der sich alle Kreise oer Bevölkerung beteiligen, kann nur mit derjenigen verglichen werden, die nach dem großen Unglück des Zeppelin-Schiffes bei Echterdingen in Deutschland auftrat. Seitdem aber haben bei uns die Spenden für die Lustschiffahrt sich nur in engen Grenzen gehalten. Abgesehen von der privaten Betätigung ist auch die Regierung in Paris bestrebt, die Militär- Luftfahrt nach jeoer Richtung hin zü fördern. Dem Kriegs- minifter ist ein Kredit von 22 Millionen Franken für 1912 und von 25 Millionen Franken für die folgenden Jahre glatt bewilligt worden, da er mit der Einbringung dieses Gesetzes nur den Wünschen der Bevölkerung und des Parlaments entgegengekommen ist. Wir müssen also damit rechnen, daß in Zukunft die französische Armee über eine große Zahl von Luftschiffen unb Flugzeugen verfügen wird, denen wir vorläufig noch keine ebenbürtigen Kräfte entgegenstellen können. Sie können in doppelter Weise verwendet werden, in erster Linie sollen sie der strategischen und taktischen Aufklärung und Erkundung dienen. Nicht nur die Erfahrungen der letzten Manöver, sondern auch ihre Verwendung im türkischitalienischen Kriege haben gezeigt, daß sie eine vollkommene kriegsbrauchbare Waffe sind, und daß sie in vorzüglicher Weile die Kavallerie ergänzen können. In vielen Fällen werden sie sogar auf diesem Gebiete mit größerem Erfolg und höherem Nutzen verwendet werden können, da sie unabhängig vom Gelände sind, größere Geschwindigkeit bc- sitzen, und von den vorderen feindlichen Linien nicht aufgehalten werden können. Im allgemeinen werden die Kavallerie-Patrouillen nur die vordersten feindlichen Abteilungen feststellen können. Es wird ihnen nur schwer möglich sein, über diese hinweg vorzudringen, um zu erkunden, was dahinter stattfindet. Die Luftfahrzeuge können aber ungehindert die vorderen Truppenabteilungen überfliegen, und die Masse des feindlichen Heeres austuchen und fest- stellen. In zweiter Linie können die Luftfahrzeuge als Waffe zum eigentlichen Kampfe benutzt werden, dabei ist zunächst an das Abwerfen von Explosivstoffen in der Form von Bomben, Handgranaten, Lufttorpedos und dergleichen zu denken In technischer Hinsicht bieten sich keine unüberwindlichen Hindernisse. Die Tragkraft auch der Flugzeuge ist so gesteigert, daß sie beträchtliche Mengen dieser Zerstörung srnittel mit sich führen können. Es find auch besondere Abwurfvorrichtungen aebaut, mit denen eine gewisse Sicherheit des Zielens uno Treffens erreicht wird. Tatsächlich beabsichtigen auch die Franzosen, mit den Flugzeugen unmittelbar nach ausgesprochener Mobilmachung oie Grenze zu überfliegen, um die deutsche Mobilmachung und den deutschen AusmarU) üachbaltig zu stören. Beides beruht bei uns auf den Eiseno ah nen; von ihrem ungestörten Betrieb ist die Sicherheit des Aufmarsches abhängig. Eine Zerstörung der Bahn auf offener, freier Strecke bietet wenig Aussicht. Dagegen kann die Zerstörung von Kunstbauten den Betrieb auf längere Zeit lahm legen. Hierbei kommen in erster Linie die Rheinbrücken in Betracht, über die der gesamte Verkehr aus dem inneren Deuftchland nach der bedrohten Westgrenze geleitet wird. Da im ganzen nur acht solche Brücken vorhanden sind, ist es klar, von welchem Einfluß die Zerstörung von einer oder mehreren von ihnen auf die Eisenbahntransporte fein muß. Der General Maitro tt, der ehemalige Stabschef des 6. Armeekorps in Chälons, hat in einer Studie über den Zukunftskrieg ausdrücklich auf ein solches Verfahren hingewiesen. Aber nicht nur die Rheinbrücken, sondern auch die Brücken über die Mosel, Nahe, Saar, Main und anderer Flüsse, ferner Ueberführungen über die Bahnen, wie sie im Westen Deutschlands häufig vorkommen, auch die größeren Bahnhofsanlagen selbst sind die gegebenen Angriffsobjekte der französischen Luftflotte. Wenn wir eine derartige Verwendung der französischen Luftflotte als feststehend annehmen, müssen wir uns schon im Frieden überlegen, wie wir uns am besten dagegen sichern können. Alle Kunstbauten in den Grenzprovinzen sind durch besondere Befestigungsanlagen gegen das Vorgehen feindlicher Kavallerie und kleiner Streifabteilungen gesichert. Dies genügt aber jetzt nicht mehr. Sie müssen auch gegen Zerstorungsversuche von oben gedeckt sein. Die Ausführung dieser Verteidigungseinrichtung ist allerdings sehr schwer und noch nicht endgültig gelöst. Da die Luftfahrzeuge weder durch Jnfanlerieseuer noch durch Feuer aus gewöhnlichen Geschützen zerstört werden können, bedarf es der Aufstellung besonderer Ballon -Abwehrkanonen an allen diesen gefährdeten Punkten. Sie müssen schon im Frieden sich an Ort und Stelle befinden, da nach den letzten Erfahrungen mit einem Ueherfall als Feldzugseinleitung gerechnet werden muß. Auch die Bedienungsmannschaft muß schon bei drohender Kriegsgefahr sich in unmittelbarer Nähe befinben. Außerdem müssen entlang der feindlichen Grenze zahlreiche F l u g ft a t io nen errichtet werden, in denen Fliegerabteilungen mit ihren Maschinen untergebracht sind. Die Flugzeuge müssen durch Aufstellung von Maschinengewehren und Ausrüstung mit Handgranaten zur Bekämpfung der feindlichen Luftflotte eingerichtet fein. Jeder dieser Stationen ist ein besonderer Abschnitt zur Bewachung und Sicherung zuzuweisen. Aehnlich wie bei Kriegsausbruch die Landesgrenze auf dem Erdboden durch besondere Truppenabteilungen ständig bewacht und gesichert wird, müssen es auch die Flugzeuge in der Luft tun. Sowie feindliche Luftfahrzeuge versuchen, die Grenze zu überschreiten, muffen unsere Flugzeuge dagegen Vorgehen, sie an- greisen und zu zerstören suchen. Nur auf diesem Wege wird es möglich sein, die weiter rückwärts befindlichen Kunstbauten $u sichern, und zugleich die eigenen Maßnahmen vor feindlicher Erkundung zu verschleiern. Dies alles weist auf einen möglichst umfangreichen Ausbau unserer Luftflotte hin. Dies ist wichtiger als eine Vermehrung der Kavallerie und Ausstellung neuer Stäbe und Truppenteile. Wir müssen eben mit dem Luftkrieg als eine feststehende Tatsache rechnen, die beizeiten uns die Mittel zur Durchführung dieses Kampfes sichern. Der proteftoratsoertrag über Marokko. Aus Fez wird vom 1. April gemeldet: Der Vertrag betreffend das Protektorat umfaßt sieben oder acht Artikel. Der Sultan unterzeichnete den Vertrag eigenhändig. Es geht das Gerücht, daß der Sultan am ersten Tage nicht geneigt Ivar, zu unterzeichnen, aber später keine Schwierigkeiten machte. Der Text, den Regnault aus Paris mitgebracht hatte, blieb unverändert. Der „Agencc Havas" wird noch ans Fez gemeldet: Der Protektoratsvertrag erklärt, daß Frankreich und Marokko übercingcTonnnen sind, ein neues Regime zu errichten. Der Vertrag erklärt sodann Freiheit der Religion und gibt Frankreich das Recht, der militärischen Besatzung unter dem Gesichtspunkt der Aufrechterhaltung der Ordnung in allen Punkten, wo sich dies als notwendig erweisen sollte. Die Besetzung sei dem Sultan vorher zu notifizieren. Der Vertrag spricht weiter davon, daß dem Sultan zur Aufrechterhaltung seiner Autorität Unter- slützung zu geivährcn sei. Er setzt die Vollmachten des General- residenten fest, er ordnet die diplornatisckie Vertretung MaroNöS durch Frankreich, gibt die Grundzüge einer stnanziellen Neuordnung und untersagt die Aufnahme von Anleihen ohne Zustimmung der franiöfifeben Regierung. Präsident Falliörcs hat dem Sultan telegraphisch feine Glückwünsche zum Abschluß der Untcrlxtnbluugcn ausgesprochen und ihn zugleich der Unterstützung FranNcickis versichert. . 1 1 1 i vom italieiwch-lürrischen Nrieqzschauplah. Peri m, 2. April. Das italienische Kriegs sch ifi „Piemont e" kündigte offiziell vom 1. 2lpril die Blockade für die Häfen Loheia und Kamera, zwei bedeutende internationate Pilgcrstationen, und von Salif, wo sich türkische Salzbergwerke befinden, an. Die Italiener hielten den britischen Dampfer „W o o - d o o ck" in der Nähe von Loheia an und brachten ihn nach Massaua. Tie Italiener zerschnitten bas Kabel zwischen der Insel Kamara und unf) dem arabischen Festlande. Tripolis, 2. April. In der gestrigen Nacht rückten ctiva 100 Mann Araber gegen Ain Zara vor und beschossen ein Fort, wurden aber bei dem Licht der Scheinwerfer durch Kanonenschüsse verjagt. Tobruk, 2. April. Auch gestern versuchten Türken und Araber wiederholt, die Italiener bei den Arbeiten an dem neuen Fort durch Gewehrfeuer zu hindern, wurden aber jedesmal durch Artillerie- und Gewehrfeuer der italienischen DeckungSlruvoen zurückgewiesen. Sie hatten Verluste zu verzeichnen, trotzdem sie sich in gedeckten Stellungen zu halten bemühten. Aut italienischer Seite wurde nur ein Soldat leicht verletzt. Die Bau- arbeitcn konnten ohne Unterbrechung weitergcführt werden. Aus heften. Die Landesausschuhsitzung der nationalliberalen Partei. Die Veröffentlichungen in verschiedenen Blättern über die Vorgänge in der Landesausschußsitzung der hessischen nationalliberalen Partei am Sonntag, 31. v. Mts., in Darmstadt haben den Vorsitzenden der Partei veranlaßt, folgende Erklärung abzugeben: „Tic streng vertraulich geführten Verhandlungen des Landcsausschusses der hessischen natronalliberalen Partei sind in dem offiziellen Versammlungsberichte in ihren Ergebnissen dar- gestellt. Tie „Kölnische Zeitung" und jetzt auch ausführlich die „Frankfurter Zeitung" und das „Mainzer Tagblatt" geben Einzelheiten über die Verhandlungen, die über die Grenzen des offb zielten Berichtes weit binausgehen. Ta die Geheimhaltung der Verhandlung nachdrücklich betont wurde, halten wir uns nicht für befugt und sehen-uns nicht veranlaßt, Einzelheiten derselben mitzuteilen uno müssen den genannten Blättern die Verantwortung für ihr Vorgehen überlassen." Deutsches Reich. Die Berliner „Morgenpost" meldet aus Luzern: Kaiser Milhelm wird am 7. September hier übernachten und am nächsten Vormittag in Begleitung des Bundespräsidenten Forrer nach Fluelen fahren, von wo ihn der Landamtmann von Uri und der Präsident der Tellspiele zum Tell-Spielhause geleiten werden. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Bundesrat gelangte vor Eintritt in die Osterpause zu einem Einverständnis auch über die Deckungsvorlage Ter für die neuen Wehrforderungen hiernach aufzustellende Gesetzentwurf zur Abänderung der Kontingentbestimmungen des Branntweinsteuergefetzes wird binnen kurzem seine formale Ausgestaltung erhalten. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß er dem Reichstag bei feinem Wiederzusammentrilt nach Ostern gleichzeitig mit den Wehrvorlagen zugehen »vird. Ter Vorstand des Wahlvereins der Fortschrittlichen Volkspartei des 2. olden burgischen Wahlkreises bittet um Veröffentlichung folgender Erklärung: Alle bisher verbreiteten Nachrichten über den Nachfolger Trägers Nietzsche; Soldakenjahre. Von Elisabeth Förster-Nietzsche.*) Ich gestehe, daß, wenn ich meinen Bruder im Morgengrauen in der Drnllichjacke sich zu feinem Pferd in der Artüleriekaferne begeben sah, ich mich ordentlich gedemütigt fühlte; doch mußte er nur die ersten sechs Wochen fein Pferd selbst besorgen, dann durfte er sich einen Burschen iPutzkameraden) halten, der ihm die unangenehmsten Seiten seines Dienstes abnehmen konnte. Mein Bruder selbst aber überwand den Wechsel und den schwierigen Zustand mit Tapferkeit und Humor, was sich besonders in einem Brief an Rohde ausspricht. Er schildert da zunächst seine Anwesenheit bei dem Philologentag in Halle und fährt dann fort: ,Za, mein lieber Freund, wenn Dich ein Dämon einmal in einer frühen Morgenstunde, sagen wir zwischen fünf und sechs, nach Naumburg geleiten und gefälligerweise die Absicht haben sollte. Deine Schritte in meine Nähe zu lenken: so erstarre nicht über das Schauspiel, das sich Deinen Sinnen bar? bietet. Plötzlich atmest Tu die Atmosphäre eines Stalles. Im halben Laternenlichte erscheinen Gestalten. Es scharrt, wiehert, bürstet, klopft um Dich herum. Und 'mitten brüt, im Gewanbe eines Pferdeknechtes, heftig bemüht, mit den Händen Unaussprechliches, Unansehnliches wegzutragen, oder den Gaul/mit der Striegel zu bearbeiten — mir graut es, wenn ich sein Antlitz sehe — es ist beim Hund meine eigene Gestalt. Ein paar Stunden später siehst Tu zwei Rosse auf der Reitbahn hcrum- ftürmen, nicht ohne Reiter, von denen der eine Deinem Freunde sehr ähnlich ist. Er reitet feinen feurigen, scbivungvollen Balduin und hofft einmal gut reiten zu lernen, obschon ober vielmehr weil er jetzt immer noch auf der Decke reitet, mit Sporen und Schenkeln, aber ohne Reitgerte. Auch mußte er sich beeilen, alles zu verlernen, was er in der Leipziger Reitbahn gehört hatte und vor allem sich mit großer Anstrengung einen sicheren und reglementsmäßigen Sitz aneignen. Zu andern Tageszeiten steht er, emsig und aufmerksam, am gezogenen Geschütz und hott Granaten aus der Protze oder reinigt das Rohr mit dem ♦) Demnächst wirb im Verlage! von Alfred Kroner (Leidig) ein neues Nietzschebuch von der Schwester des Philosophen erscheinen, „Der junge Nietzsche", dem wir dieses Kapitel entnehmen. Wischer oder richtet nach Zoll und Graden usw. Vor allem aber hat er sehr viel zu lernen. Ich versichere Tich bet dem schon erwähnten Hund, meine Philosophie hat jetzt Gelegenheit, mir praktisch zu nützen. Ich habe in keinem Augenblicke bis jetzt eine Erniedrigung verspürt, aber sehr oft wie über etwas Märchenhaftes gelächelt. Mitunter auch raune ich unter dem Bauche eines Pferdes versteckt: „Schopenhauer hilf"; und wenn erschöpft und mit Schweiß beberft nach Hause komme, so beruhigt mich ein Blick auf das Bilb an meinem Schreibtisch: oder ich schlage die Parerga auf, bie mir letzt, samt Byron, sympathischer als je sind." Fritz versuchte den ganzen Winter hinburch seinen militärischen Dienst mit ben wissenschaftlick«m Arbeiten zu vereinigen, aber allmählich sah er ein, daß eine solche Toppelarbeit fast unmöglich war. Er klagt dem Freunde Rohde: „Elender Mensch sage ich zu mir, du hast nicht zwei Stunden des Tages; und selbst diese mußt du dem Mavors opfern, der dir sonst bas Leutnantspatent verweigert. Ach, lieber Freunb, was ist so ein reitenber unb fahrenber Artilleriste für ein Unglückstier, wenn er literarische Triebe hat! Unser alter Kriegsgott hat eben bte jungen Weiber, nicht alte verschrumpelte Musen gern. Ein Kanonier, der über demokratische Probleme oft genug in der Ka- fernenftube nackchenkt, auf einem schmutzigen Schemel kauernd, indem ihm die Stiebeln gewichst roerben, ist nun einmal em Paradoxon, auf das bie Götter mit Hohn blicken" Ter Winterdienst ist bei der reitenden Artillerie sehr beschwerlich. Fritz erfüllte aber feine Pflichten mit großem Eifer, unb von allen Seiten, vom Hauptmann, Leutnant, Unteroffizier, hörte man nur Lob über ihn. Taß das Lob der Unteroffiziere ganz unpatteiifch war, wage ich märt zu behaupten. Fritz ließ sie immer auf feine Kosten frühstücken, was ihre Herzen sehr erwärmte unb sie öfters dazu anstachelte, dem Herrn Freiwilligen etwas Angenehmes zu sagen, hie unb ba in recht brolliger Weise. Als z. B. einer berselben einem Kanonier, ber schon zwei Jahre diente, zum soundsovielten Male eine Einrichtung des Geschützes erklärte, schloß er mit folgenden Worten: „Schulze, Sie sind zu dumm, selbst der Freiwillige Nietzsche hät's schon begriffen" Eines Abends waren Mama und ich in Gesellschaft, als die Leutnants von meines Bruders Kompagnie sehr beunruhigt zu uns kamen und erzählten, Fritz habe in der Jmtrukttons- stunde zwei Ohnmächten gehabt; wir eilten eftchreckt nach Hause unb fanden ihn sehr krank unb schwach. Zwei Tage vorher war ihm ein Sprung auf sein Pferd (eines der unruhigsten unb feurigsten Tier der Batterie) mißlungen. Er war hart mit der Brust auf ben Borberzwiesek bes Sattels gestoßen, und hatte in der linken Seite einen heftigen, zuckenden Schmerz verspürt. Trotzdem war er ruhig weiter geritten und hatte auch noch zwei Tage lang den immer stärker werdenden Schmerz ausgehalten Am Abend des zweiten Tages aber kamen jene Ohnmächten/ und den folgenden Tag lag er unter heftigsten Schmerzen und starken Fieber ganz fest und konnte sich überhaupt mdrt mehr bewegen. Bei der ärztlichen Untersuchung ergab es sich, daß er sich bei jenem Anprall an den Sattel zwei Brustmuskeln zersprengt hatte. Infolgedessen war das ganze Muskel- und Bänder^ system entzündet, dazu kam eine sehr starke Eiterung, welche durch die Blutversetzung ber zerrissenen Muskeln herbergeführt worben war. Mein armer Bruder litt unglaubliche Schmerzen, brauchte zum Ausrichten unb Nieberlegen frembe Hilfe unb war so schwach geworden, daß er nach seinem Aufstehen bas Gehen wieder lernen mußte. Anfang August schreibt er im Uebermut bes ganz Genesenen:. „Heute darf ich Dir und mir gratulieren, Tir als dem glücklichen und vielbewunderten Sieger im akademischen Wettkampfe^ mir, dem endlich Genesenen, von dem bie Engel fingen: Gerettet ist das edle Glied, Tas Brustbein, nun vom Bösen, Tas immer strebend sich bemüht. Sich eiternd abzulösen" ... ~ Er erzählt dem Freund sodann, daß sie beide von Frau Fama für Kiel und Leipzig als Privatdozenten bezeichnet und in jenen Städten erwartet würden, fährt aber mahnend unb scherzend fort: „Aber nichts darf uns abhalten, erst nock ein Jahr in Paris zusammen zu verleben: nachher fei es jedem von uns gestattet, auf einer beliebigen Unioerfität beliebige Irrlehren, in beliebige, c,milrf)faugenbe Seelen zu streuen." Fritz mußte sich doch nock schonen und dürft: nicht daran denken, seine militärischen Dienstleistungen wieder auszimehmen. Obgleich er nur fünf Monate Dienst getan hatte, war er am 1. April zum Gefreiten befördert und erhielt auch die Qualifikation zum Landwehrleutnant, unter ber Bedingung, baß er noch einen Monat im Frühjahr nachdiente, um sich die nötigen Kenntnisse im Gespannexerzi«:en zu erwerben. Zum Abschied von seinem Militärjahr ließ er sich in einer scherzhaften militärischen Haltung mit gezogenem Säbel photographieren, was späterhin ftnb Ämnbinotwnen, bie jeher Grundlage entbehren. Dre Verhandlungen mit den in Betracht kommenden Kandidaten sind noch nicht abgeschlossen., endgültige Ausstellung eines Kandidaten für die Fortschrittliche Voltsparter erfolgt am zweiten Ostertage in Varel. Aus Straßburg wird gemeldet: In tnrr zweiten Kammer wurde am Dienstag ein Antrag auf Errichtung einer technischen Hochschule in Elsaß- Lothringen einstimmig angenommen. In Eßlingen ist der frühere ReichZtagsabgeordnete im 5. Württembergischen Wahlkreise Brodb eck (Fortschr. Volksp.) im Alter von 62 Jahren gestorben. Ausland. Dem schwedischen Reichstage wurde der Gesch- entwurf der Regierung über das P o l i t i s ch e W a h l r e ch t bet Frauen vorgelegt. Der Gesetzentwurf bezweckt die Verleihung des aktiven und passiven Wahlrechts an grauen in gleichem Maße wie an Manner. Verheiratete grauen, deren Manner in den letzten drei Jahren keine Steuern bezahlten, sollen kein Wahlrecht haben. Die „Dimes" meldet aus Schanghai vom 1. April. Sunyatsen und die provisorische Regierung haben in einer formellen Sitzung der Nationalversammlung ihre Aemter niedergelegt und ihre Siegel abgegeben. 3lus Statt unt Laut. Gießen, 3. April 1912. Juugdeutschlaud. Durch Deutschland geht eine lebhafte Bewegung zu- gunsten der Arbeit an der Heranwachsenden Jugend. Endlich hat man erkannt, welch gewaltigen Vorsprung die meisten anderen Kulturstaaten durch planmäßige Arbeit aus diesem Gebiet gewonnen haben. Allerdings ist auch bei uns schon eine segensreiche Arbeit zum Wohle der Jugend geleistet worden. Seit fast hundert Jahren wirten die Turnvereine, seit Jahrzehnten haben sich die konfessionellen Vereine der Jugend angenommen, und in den letzten Jahren sind Jugendsportvereinigungen aller Art ins Leben getreten. Aber immer noch entbehren fast 75 Prozent der Jugend zwischen Schule und Heer einer planmäßigen körperlichen Ausbildung, immer mehr geht die Wehrhaftigkeit der Jugend zurück und immer größer ist die Zahl der kriminellen Jugendlichen geworden. Bitter not tut unter solchen Umständen in Deutschland eine planmäßige Arbeit an der körperlichen und sittlichen Kräftigung der Jugend, besonders in dem Alter zwischen Schule und Heer, und diese Arbeit fördern zu helfen, ist die Pflicht aller national gesinnten Elemente. Das Verdienst des Generalfeldmarschalls Freiherrn v. d. Goltz ist es, diesen Gedanken in die Tat umge- setzt zu haben dadurch, daß er den „Bund Jung deutsch- land" schuf. . . . .. Eine werbende, eine vereinigende und eine ergänzende Tätigkeit will der Jungdeutschlandbund auf dem Gebiet der Jugendfürsorge entwickeln: Werben will er für seine Ziele die der Jugendpflege fernstehenden Kreise. Gewinnen will er für die praktische Arbeit an der Jugendpflege die reichen Lehrkräfte, die in der Armee und in ihrem Beurlaubtenstande enthalten sind. Vereinigen will der Jungdeutschlandbund alle, die an der Erstarrung der Heranwachsenden Jugend in vaterländischem Geiste arbeiten, namentlich die in diesem Sinne tätigen Vereine und Verbände. Diese zu fördern und zu unterstützen, ist eine seiner wichtigsten Aufgaben. "Hier gilt es, die gemeinsamen 'Jnter- ej|cn zu vertreten, namenilich bei den Behörden, dafür zu sorgen, daß Turn- und Spielplätze in stärterem Maße wie seither angelegt und den Vereinen zur Verfügung gestellt und daß die militärischen Einrichtungen der Jugend geöffnet werden. Aber es gilt auck auf die Bedeutung dieser Vereine in der Schule und bei den Eltern aufmertsam zu machen, sowie endlich auch die von den einzelnen Vereinen gemachten Erfahrungen an die Allgemeinheit zu vermitteln. Die ergänzenoe Tätigkeit des Bundes ist darauf gerichtet, überall aufklärend zu wirken, besonders dafür besorgt zu sein, daß alle vaterländisch gesinnten Vereine der Erstartung der Heranwachsenden Jugend ihre Aufmerksamkeit schenken. Auch sollen die schwächeren Vereine gefördert werden, sei es in materieller Hinsicht, sei es durch Zuführung von Lehrkräften. Wo sich die Notwendigkeit dazu ergibt, soll auch die Gründung neuer Vereine unterstützt werden. Auch in Hessen haben diese hohen Ziele des Jungdeutschlandbundes lebhaften Anklang gefunden. In einer aus allen Teilen des Landes zahlreich beiuchten Versamm- ung wurde am 31. Januar d. I. in Darmstadt ein Hesji- cher Landesverband Jungdeutschland als Glied des Ge- amtbundes gegründet, der sich durch einen Ausruf an alle kreise des Landes wendet, denen das Wohl der heranwach jendenJugendamHerzenliegt^Fi^ die meisten Kreise des Landes hat der Landesausschuß bereits Vertrauensmänner ernannt, die in ihren Bezirken als seine Organe die Interessen des Landesverbandes wahren und fördern sollen. In Offenbach hat sich nach einer gut besuchten öffent» liehen Versammlung aus den dortigen Vereinen bereits ein Ortsausschuß gebildet, in Gietzenist ein vorbereitender Ausschuß zusammengetrelen, und in den verschiedensten Orten find bereits im Anschluß an bestehende Vereine oder als selbständige Organisationen Jugendwehren entstanden. Tie zahlreichen Anmeldungen von Mitgliedern und die vielen Anfragen aus allen Teilen des Landes, die bereits beim Verbände eingegangen sind, legen Zeugnis dafür ab, welches Interesse die Jungdeutschlandbewegung überall findet. Möge dem Landesverband die Mithilfe aller vaterländisch gesinnten Elemente des Landes zuteil werden, damit es ihm gelingt, die hohen Ziele der Jungdeutschlandbewegung, den Plan der gemeinsamen Arbeit aller national gesinnten Elemente an der Erstarkung der Heranwachsenden Jugend auch in Hessen zu verwirklichen, ♦ — Landes Universität. Professor Dr. xllil. Walter Otto, Ordinarius dec alten Geschichte an dec Unwersitäl Greifswald hat einen Nus hierher als Nachfolger von Prof. Dr. M. L. Strack erhallen. — Ordensverleihung. Ter Großherzog hat dem Neallehrer Jriedr. Heusel an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey und dem Neallehrer Hch. Engel in Wimpfen auS Anlaß der Versetzung ui den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •• Lehrerpersonalien. Uebert ragen wurde dem Lehrer Sing. Greb in Zwingenberg eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weisenau, dem Schulamtsaspiranten Hch. Wolff aus Ober-Olm eine Lehrerstelle an dec Gememdeschule zu Bürstadt. ** Das Landgraf-LudwigS-Gymnasium zu Gießen war einschließlich der Vorschule im Schuljahre 1911/12 von 376 Schülern (darunter 9 Schülerinnen) besucht. Von den 362 Schülern, die am 15. Mai 1911 das Gymnasium besuchten, waren 307 evangelisch, 33 katholisch, 28 israelitisch und drei anderer Konfession; 304 waren aus Gießen, 51 aus anderen hessischen Orten und 16 auS anderen deutschen Staaten. Die Reifeprüfung haben 15 Schüler bestanden. Davon widmen sich dem Studium der evang. Theologie 3, der Rechtswissenschaft 2, der Heilkunde 4, dec Geschichte einer, dec Forstwissenschaft 2 und der Handelswissenschaft einer; je einer wird Offizier und Marineoffizier. — Als Beilage zum Jahresbericht liegt der erste Teil einer Abhandlung von Dr. Willy Gundel über die naiven, religiösen und philosophischen Anschauungen vom Wesen und Wirten der Sterne bei. •• SHeue Per sonenzüge auf der Bahnlinie Gießen—Fulda: Am 1. Mai werden auf der Strecke Gießen-Fulda zwei neue Personenzüge zur Einführung gelangen und zwar Pz. 527 Abfahrt von Gießen 335 nachm., Ankunft in Fulda 617 abends, sowie Pz. 528, Abfahrt von Fulda 701 vorm., Ankunft in Gießen 944 vorm. Tie beiden Eilzüge auf der Strecke Gießen—Fulda (Eilz. 528 Fulda ab 246 — Gießen an 457 nachm., sowie Eilz. 527 Gießen ab 216 — Fulda an 424 nachm.) werden andere Numerierung erhalten. • • Ausführung von Kalisalz-Analysen. Der „ReichSanzeiger^ veröffentlicht die Versuchsanstalten und Öffent- Uchen Handelschenuker, die für das Rechnungsjahr 1912 zur Ausführung von Kalisalz-Analysen zugelassen worden sind. Darunter befindet sich die Landwirtschaftliche Versuchsstation für Hessen in Darmstadt. * * Abgaben für Fa hrrader usw. In den ersten 10 Tagen des April können die Abgaben für Fahrräder, Automaten, Vtusikwerke usw. noch ohne Kosten bezahlt werden. Die Interessenten tun daher gut, möglichst alsbald unter Vorlage der früheren Steuerkarten ihre Abgabe bei dem Kreisamt zu entrichten. In derselben Zeit können auch noch Fahrräder unter Rückgabe der Nummccplatte abgemeldet werden. "Wahlen zur Eisenbahn-BetriebSkra nken- kasfe. Von den nicht dem Trierer Verband angehörenden Eisenbahnbediensteten sind folgende Kandidaten für die E.sen- bahn-BetriebSkranlenkassen aufgestellt worden: Karl Zorn, Güterabf. Gießen; Friedrich Otter, Bahnhof Gießen; Karl Schmulbach, Bahnmeisterei V Gießen; Georg Dreher, Bahn- hoj Lang-GönS, und Friedrich Jung, Bahniueisterei I Gießen. • * Stenographie. Am Montag, 15. Avril, beginnt der Gabelsberger-Stenographen • Verein sein neues manchem Scherz und noch mehr Mißverständnissen Veranlassung gab. So beendete Fritz sein militärisches Tienstjahr fröhlich, frisch und mutig, und doch war es ein schwereres Jahr gewesen, und sein Leben hatte an einem sehr dünnen Faden gehangen. Aber wie seltsam! Diese ernste Krankheit hatte trotz ihrer Gefahr meinem Bruder ein großes Geschenk gebracht: ein halbes Jahr vollständiger Freiheü, wo er ganz auf sich allein gestellt, ohne von der Universität, ihren Lehrern oder Kollegien beeinflußt zu sein, ohne auf Studien und Verkehr, an dem ihm nichts lag, Zeit verschwenden zu müssen, befreit von dem drückenden mili- tärischen Dienst, nur sich und seinen eigensten Bestrebungen leben tomile. Wie wendet sich nun sein ganzer Eifer philosophischen Problemen zu, wie bekommen selbst die philologischen Arbeiten fast unwillkürlich einen philosophischen Hmtergrund. Vielleicht hat doch der Mensch sein typisches Erlebnis? — Noch einmal erscheint im späteren Leben meines Bruders die Krankheit al- die Befreierin von einem drückenden Zwang, als die grausame, gefährliche Führerin zu „Nietzsche mit sich allein". e --Bonderenglischen Südpolarer peditivn. Zu der bereits vorgestern mugeteilten Ankunft der „Terra Nova" m Akaroa wird uns aus London weiter gemeldet: Wie die Zeitungen melden, ist die „Terra Nova", das Schiff der antarktischen Expedition Scotts, am 1. April morgens in Akaroa in Neu,eeland eingetroffen; aber weder Kapitän Scott noch seine Mannsck-aft besanden sich auf dem Schiffe. Ter Kapitän des Schiffes überbrachte eine Meldung von Scott, wonach er noch einen Winter in der Antarktis Aubrmgcn wolle, um seine Forschungsarbeiten zu vollenden. Tie letzten Nachrichten, die in Mac Murdo^sund, der Cperationöbaiu« der Scottschen Expedi- tion, eingetroffen waren, lauteten dahin, daß er er am 3. Januar einen Punkt 140 englische Meilen vom Südpol erreicht Halle und im weiteren Vorräten begriffen war. cpaiere Nachrichten, etwa daß Scott den Südpol gefunden Härte, Ijatten Die „Terra Nova" nicht mehr erreichen tonnen, da sre gezwungen war, die Roß- See zu verlassen, bevor sie zufror — Emin Paschas Nachlaß. TaS Hamburger Kolonial-Jnüitut hat den gesamten schristlicyen Nachlaß Tr. Emin Paschas erworben. Es handelt sich iun sechs Bände Tagebücher vom 15. Oktober 1874, also von der ersten Ausreise nach Afrika an bis zum 23. Oktober 1892, dem Tage der Ermordung des Forschers. Außerdem sind noch e l f B ä n 0 e ober Pakete mit w i s s e n s ch a ft 1 i ch e n A u f - zeichnungen verschiedenster Art vorhanden. Tas Kolonial- Jnstitut beabsichtigt die Veröffentlichung des Nachlasses. — Tie „große F r ü h l i n g s s a i s 0 n" der Pariser Oper. Im Mai und Juni, wird die Pariser Große Oper eine große Frühlingssaison veranstalten, bei der in besonderen Festaufführungen in erster Linie die Werke ausländischer Meister zu Gehör gebracht werden sollen. Tie Feste werden mit der Ausführung von Massenets „Roma" eröffnet, vom 7. bis zum 30. Mai spielt dann die Große Oper von Atome Carlo in Paris, wobei zum erstenmal in der Seinestadt Bottos „Mephfftopheles" mit Schaljapin in der Titelrolle aufgeführt wird. Ten Höh^ punkt soll dann die Aufführung des Ringes der Nibelungen und von Tristan und Isolde bieten. Tas Rheingold, die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung werden dabei von Felix von Weingartner dirigiert, während bei den Aufführungen von Tristan und Isolde Ni lisch am Tirigentenpult der Pariser Großen Oper erscheinen wird. — Max Bohrhammer, der bekannte Charakterdarsteller des Franlfurter Schauspielhauses, der sich auch hier in Gießen großer Sympathien erfreut und kürzlich mit großem Erfolg als Shylok und Carlos (Clavigo) jn Luzern gastierte, wird dem Frankfurter Schauspielhaus erhallen bleiben, nachdem ihm der jetzt abgelaufene Vertrag abermals erneuert wurde. Gleichzeitig erfahren wir, daß Herr Bayrhammer im kommenden Winter auch in einem hiesigen Verein wieder auftreten wird. — Ein schwerer Schlag. Im Washington Herold lesen wir: „Was ist mit Ihrer Frau nur los, sie ist ja ganz nieder- gebrochen?" „Ein schwerer Schlag!" „Was ist denn geschehen?" „Mein Gott, geifern ging sie zu einer Versteigerung von Trödel- waren, eS war schrecklich heiß, sie nahm ihren neuen Hut ab, Icßte ihn beiseite und dann kam plötzlich einer und versteigerte ihn für 35 Cents. . T Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- ichaft. Mil Beginn des 2omm>.rsemesters wird in der Kunst- idjule des -slaixischen Institute zu Frantfurt a. M. ein Meister- 'euencr jur Bildhauerei für Damen eröffnet. Tie Leitung 5a Bildhauerin Fcl. ilouije Schmidt übertragen worden. PeremSfabr mit der Tmchsührung seines Sommer-Unlerrickst-- planes, der neben Kursen in der Stenographie für Anfänger und Fortgeschrittene auch solche für Französisch und Mafchmemcvreiben enthält. Wir wollen nicht verfehlen, bei dieser Gelegenheit darauf auimertfam zu machen, welchen hervorragenden Singen Die Kenntnis dec Stenographie jedem junge» Raumunm und jebem umgen Bureanbeainten bringt, wie immer mehr sich die Nach rage nach chnellschn ttundigen jungen t'euleu hebt und wie immer wieder viele oie Er'ahrung machen müssen, daß sie weiter gekommen luaren oder daß ihnen diese oder jene Stelle sicher geiveien tväie, wenn ne hätten stenographiereii können. Deshalb kann nicht ost genug den Eltern der alljährlich dem Kaufmanns- oder Bureauberuf zu- trömenden jungen Leuten geiaten werden, ihren Kindern etwas mit auf den Lebensweg zu geben, das iljuen unter allen Umstanden, wenn auch vielleicht nicht sofort, dann aber immer spater zu gelegener ^ett, ein Mittel zum Borwäriskommen jem wird, nämlich oie Kenntnis der Stenographie. (Siehe die Anzeige des Gabelsberger- Ltenographen-Pereiiis.) • • 92 — 9 6, nicht 72—76 Pfennig, wie gestern infolge eines Schreibfehlers berichtet wurde, ist zurzeit der ft dl b er» preiS, den unsere Metzger anlegen müssen. Lanlttreis Gießen. Ettingshausen, 2. April. Bei der gelinden Witterung sind die FeldberelnigungSarbeilen diesen Winter einen bedeutenden Schritt vorwärts gekommen, indem cm großes Stück Feld drainiert wurde, ja gerade doppelt so viel, als zuerst vorgesehen war. Tie Drainagekosten werden sich bis jetzt auf 45 uUO bis 50000 Bit. belaufen. Es bleibt für nächsten Winter nur noch l/i des Geländes zu bromieren. Gehen die Arbeiten so weiter, so wird schon im Herbst 1914 die Uebergebung der Grundstücke an die neuen Eigentümer tattfinden. — TraiS-Horloff, 2. April. Am 1. April wurde der an der Bahnstrecke Gießen—Gelnhausen gelegene Per- onenhaltepunkt Trais-Horlosf als Ladestelle für den Wagenladungsverkehr der an g es ch l 0 s s e nen Werke eröffnet. Dec Bahnhof liegt 3,40 km von Hungen und 3,01 km von Ober-WidderSheun und besitzt keine Rampe. Kreis Büdingen. § Hirzenhain, 2. April. Durch die Umsicht des Zugperjonais wurde gestern ein Unfall verhütet. Em hiesiger Mann fuhr mit einem mit Stroh beladenen Wagen am Krieg erd en tmal über das Bahngeleise, als der hier 11.30 Uhr nach Gedern abgehende Personenzug daherlam. Der Zug konnte unmittelbar vor dem Wagen zum Stehen gebracht werden. Derartige Uebergünge bä Nebenbahnen, )ie in der Nähe von Bahnhöfen liegen, gehörten mit Schranken versehen zu fein. § Dauernheim, 2. April. Gestern mittag kam die telegraphische Nachricht, daß die seither bei ftarl P.ann- ftiel im Tienste stehende Magd Lina Reuter ein Geständnis abgelegt hat, die beiden Brände angelegt zu haben. Kreis Schotten. I. Ulfa, 2. April. Die Wohltat einer Wasserleitung wird unserer Einwohnerschaft mit verhältnismäßig geringen Kosten zuteil, die dem Einzelnen für die Wasserabnahme erwachsen. Nach Anhörung von Sachverständig en wurden durch den Gemeinderat nachstehende Taxen festgesetzt. Als Grundtaxe für jedes Haus bezw. jede selbständige Familie gilt der Betrag von 7 Mt. Außerdem werden erhoben für jede Person 80 Pfg., für jedes Stück Rindvieh 90 Pfg., für jedes Schwein 30 Pfg. und für jedes Schaf 10 Pfg. Als ein Mißstand wird eö bereits letzt empfunden, daß mit dem Bau der Wasserleitung nicht gleich die Kanalisation der Straßen ausgeführt ist, zumal bei gleichzeitiger Ausführung der beiden Arbeiten bedeutende Kosten erspart worden wären. Kreis Friedberg. X Friedberg, 2. April. Na^dem in Bad-Nauheim der Blumenpflege durch Schulkinder schon seit Jahren die größte Aufmerksamkeit geschentt wird, will man auch hier mit praktischerBlumenpflege beginnen. Durch den Lbst- und Gartenbauverein wurden an die älteren Mädchen der Stadt- und Schillerschule eine größere Anzahl Topfpflanzen zur Pflege während der Sommermonate vertettt. Im Herbst werden dann die bestentwickelten Blumen mit Preisen bedacht. X Bad-Nauheim, 2. April. Zu den ältesten Vereinen am Platze zählt die hiesige „Konkordia". Der Verein feiert in diesem Jahre sein 50jähriges Jubiläum in größerem Maßstab. Derzeitiger Dirigent ist Musiklehrer L. Marguth. — Da die Umbauten am Bahn- Hos bis zur Ankunft der Kaiserin nicht fertiggefteltt sind, wird am alten Güterbahnhof ein besonderer Emp- l angspavillon errichtet. Er ist gestern eingetroj,en. △ Nieder.Wöllstadt, 2. April. Dec dienst, älteste Polizeidiener Hessens, Herr Bechtold von hier, trat gestern nach 55jahriger Tätigkeit im Alter von 80 Jahren in den Ruhestand. Der Gemeindecat hat be- schloffen, ihm in Anbetracht seiner treuen Dlenstfühcung den biöhertgen Gehalt lebenslänglich auszuzahlen. k«. Ober-RoSbach, 2. April. Die hiesigen Wald, arbeiterinnen haben mit Beginn dieser Woche die Arbeit niedergelegt. Sie erhalten für den ganzen Tag 1,50 Mk. Tagelohn und müffen eine Stunde well bi8 zur Arbeitsstätte gehen. Sie verlangen 1,80 Alk. Siarienbuig und Rheinhessen. Darmstadt, 2.April. Prinz Georg von Griechen, land ist, n. d. .Tarmst.Ztg.^, heute vormittag 10Uhr 56Min. zum Besuch im Neuen Palais erngetroffen. rb. Darmstadt, 3. April. In der Färberei und Waschanstalt Reich in der Pallaswiesenstraße eniitanb heute vormittag anscheinend durch Selbstent-Ündung eine Benzinexplosion, durch die der Färber W. Krüger erheblich verletzt wurde. Der durch die Exploswn entitanbene Brand tonnte bald gelöscht werden. — Im Zusammenyang mit der Angelegenheit Wag- ner-Soxlety Halle Geheimrat Wagner gegen die Witwe seines verstorbenen Afsfflenten Dorsch eine Anzeige wegen Erpref- sung erhoben. Die Staatsanwaltschaft hat nunmehr beantragt, das Verfahren einzu st eilen. m. Offenbach, 2. April. Die Oberhesjische Milchzentrale in Wenigs beabsichtigt dre Mckchoer- sorgung für das gesamte Offenbacher Stadtgebiet zu übernehmen und war deshalb oei der Stadtverwaltung vorstellig geworden. Die Gesellschaft verlangte von der Stadt die Stellung der Pferde für den Milchtransport und will da- gegen dre Milch um 1 Pfg. das Liter billiger verkaufen als Die hiesigen Milchhandier. Tie Butter sott das Pfund um 10 P,g. unter dem sonstigen Tagespreis verkauft werden. Der VerianungsauLichuk lehnte das Angebot ab, da dadurch die hiesigen Milchhändler und sonstige Interessenten eine erhebttche Schädigung erfahren würden. — Nach der Tenkfchri t üoer die letzte kommunale Arbeitslosenzahlung belief sich die Zahl der Arbeitslosen auf 591 Personen und zwar 543 männlichen und 48 weiblichen Le- schlecht, während im Jahre 1910 nur 289 Personen arbeitslos waren. Während 1909 die meisten Arbeitslosen länger als 8 Wochen ohne Beschäftigung und Verdienst waren und bei der Zahlung am 1. Dezember 1910 die Arbeitslosen von 2—4 Wochen an erster Stelle standen, waren im Februar 1913 die meisten Arbeitslosen 4—8 Wochen ohne Arbeit. Dem Berufe nach ist die Gruppe der ungelernten Arbeiter am stärksten vertreten und in der Gewerbsgruppe die Lederindustrie. _ t c d. Mainz, 2. April. In der heutigen ätfcung der Stadt- verordnelen wurde die Beratung dcs Voranschlags zu Ende geführt und der Voranschlag mit den vom Finanzausschuß gestellten Aiucägen genehmigt. Bei den höheren Schmen beantragte Dr. ft ö l b, der Oberbürgermeister möge bei der Regierung dahm vorstellig werden, daß die Ferienordnung wieder abgcändert roeiüc und zwar dahin, daß die Herbstferien mil dem 1. August beginnen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. — lieber die Veranstaltung der Münchener Festwoche in der Stadthalle wurden schwere Klagen geführt. Derartige Raubzüge auf die Taschen der Bevöllcrung dürften sich in Zukunft nicht wiederholen. w Mainz, 2. April. Ter Baggermaschmen-Besttzer Hermann Kirsch aufl Niederwallufs kam gestern abend mit dem Kopfe in die Transmission seiner zurzeit bei Kostheim ^egenden Baggermaschine und erlitt infolge ferner Verletzungen ofort den Tod. f Hessen-Nassau. 0 Marburg, 2.April. Unsere elektrische Straßen, bahn erzielte im März, also zwischen den Semestern, eine Einnahme von 6917 Mk. Die Gesanuemnahme seit Eröffnung betragt 27 303 Mk. oder täglich 219 Mk. w. Frankfurt a. M., 2. April. Der Musikdirektor Georg Hübner erlitt im Uebungssaale des Domes bei der Probe des LirchenchoreS einen Blutsturz, der sofort tätlich war. F. C. Wiesbaden, 2. April. Der Aufenthalt des Kaisers in Wiesbaden wird aller Voraussicht nach sieben Tage wahren. Generalintendant Graf Hülsen-Häseler wird dem Kauer m siothi den Spielplan für die Maisestvorstellungen unterbreiten. Borges.ym sind vier Opern und zwei Schauspiele, darunter „Der Waffenschmied", f,Cbera", „Zar und Zimmermann" und „Der Verschwender" mit Konrad Dreher als Gast. Kongreß der Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen. O Berlin, 2. April. Nachdem der Verband der Zeichenlehrer und Zeichenlehrerinnen Preußens seine diesjährige Hauptversammlung mit der Eröffnung einer Ausstellung von Schüler- und Schülerinnen-Arbeiten ein» geleitet hatte, der auch Staatsminister Exz. v. Studt beiwohnte, sand im Kunstgewerbemuseum em Vortragsabend statt, der sehr zahlreich besucht war. Direktor Tr. P. Jossen vom Königlichen üuiistgemerbemuseum sprach über das Thema „Ter Kampf um oen materiellen Geschmack in Deutschland, England und Frankreich". Tie Ausstellung zeigte nicht nur eine Vertiefung der Auflassung, sondern auch ein lebhaftes Bestreben, dem Geschmack gerecht zu werden. Aber eines bleibe noch zu tun: Die Schaffung eines deutschen nationalen Geschmacks. Was wir an deutschem Geschmack geschaffen haben, sei noch sehr dürftig. ES gelte, alle Kräfte anzustrengen, um hier der aufblühenden deutschen Nation eine würdige Stellung zu schaffen. Ties sei nicht zu erreichen aus 'dem Wege, den Deutschland seit 1870 betreten habe, auf dem Wege der billigen Herstellung dessen, was andere Nationen schufen, sondern aus dem Wege der Qualitätsarbeit. Tie Ausführungen ernteten reichen Beifall. Heute vormittag begann im Bürgersaale des Rathauses die Hauptversammlung des Verbandes unter dem Vorsitz des Prosessros Tr. Knebel (Frankfurt a. M.). Nach den Begrüßungsansprachen wurden eine Anzahl Telegramme verlesen. Hierauf rourbe in die Tagesordnung eüigctr-ten. An erster Stelle hielt Senator Professor Tr. Roß von ter Technischen Hochschule Hannover einen Vortrag über daS Wesen und die äcDcuiung deS heutigen Zeichenunterrichts. Tie Ausführungen ergänzte ein Gegenreferat deS Direktors Tr. S. Schwarz in Lübeck. Morgen werden die Verhandlungen fortgesetzt. tuftidünabrl. Paris, 2. April. Der Flieger Hamel und seine Begleiterin Miß Davis, die heute früh 9.38 Uhr in Hendon bei London aufgestiegen waren, sind abends nach 6 Uhr nach zwei Zwischenlandungen in Jssl)-leS-Mouleneaux angekommen. Berliner Untergrundbahn. Der Betrieb der Berliner Untergrundbahn- strecke Leipziger Platz—Spittelmarkt ist gestern wieder ausgenommen worden. Berlin, 3. April. Nachdem der Betrieb der Untergrundbahn in vollem Umfange wieder ausgenommen worden tst, machen die Arbeiten zur Beseitigung der Ueberschwem- mung in der offenen Baugrube große Fortschritte. Die Tunnelstrecke unterhalb der Spree ist noch nicht gedichtet. Das Wasser dringt noch immer in großen Mengen ein und wird mit sieben Kreiselpumpen wieder herausgepumpt, die über 50 000 Liter in der Stunde fördern. vermischtes. *Schneeundftalte. Die tetzcen Tage haben einen überraschenden Wetterumschlag gebracht, ba in^ter Pflanzenwelt mannigfachen Schaden angerichtet hat. In Süddeutschland, an der 23erg|traüe und in der Rheineebne, wo dre Baumblüte schon begonnen hat, dürste der Schaden besonders groß fein. Mit dem Kalterullsall i|t auch öüjnee emgextexen, der namentlich im nördlichen Deutschland in größeren Mengen gefallen ist. — Aus dem Hoherodskopf hat es in der Nächst bei 4 Grad Kälte ziemlich heftig geschneu. Der Schnee ist aoer nicht liegen geblieben. Auf dcm Feldberg ist ebenfalls Schnee gefallen und im hessischen Bergland, im Sauerland usw. sind die Höhen ebenfalls beschneit. Nach einer Meldung aus Hirschbcrg in Schlesien ist seit gestern früh im Riesengebirge und in den Tälern viel Schnee gefallen. In ganz Thüringen herrscht feit gestern morgen heftiger Schneefall und Kälte. Aus dem I n f e l b e r g siel das ^yerniometer auf 4, in Oberhof auf 3 Grad unter Null. Sogar im Rheingau ist Schnee gefallen. * Z u der Verschleppung des jungen Mädchens in die Ellenriede bei Hannover wird mitgeteilt, daß es sich um die Plätterin Martha Sonnenberg aus Nörenberg handelt. Sie war ibrdm Bräutigam nach Hannover nachgereist und stellte ihn zur Rede, well er sie nicht heiraten wollte. Auf dessen wiederholte Weigerung nahm das Maoctzen einenRevolver,verletzteihren Bräutigam schwer und tötete sich selbst durch einen Schuß ins Herz. * Eifersuchtsdrama. In Berlin gab am Dienstag vormittag gegen 11 Uhr der Maurerpolier Schulze auf die von üjrem Mann geschiedene Ehefrau G o h l k e, die in einem Hause in der Linienstraße ein Grünkramgeschäft betreibt, auS Eifersucht drei Revolverschüsse ab, von denen zwei die Brust, einer den Kopf traf. Der Täter wollte fliehen und s cho ß auf die vor dem Laden angefammelle Menschenmenae. Ein Schutzmann wurde an der Hand verletzt. Die Menge richtete den Schulze, der schließlich verhaftet ivurbe, schrecklich zu. Frau Gohlke wurde in hoffnungslosem Zustande in Die Charitee gebracht, wo sie ihren Verletzungen erlag. Kleine Tagerchronik. In der Thnamitfabrik in Würgendorf explodierte ein mit 1000 Kilogramm Säure gefüllter Behälter, der sich in Ausbesserung befand. Ein Schlossermeister wurde sofort getötet, ein Ingenieur erlitt so schwere Brandwunden,- daß er bald darauf starb. In Bochum wurde eine zehnköpfigc Einbrecherbande festgenommen, die über 100 Einbrüche ausgesührt hat. Tie Bante' dehnte ihre Raubzüge bis Ostsriesland, Hannover, Hessen und Oberrhein aus und suchte besonders die Häuser von Aerzten und Geistlichen heim. Tie Inhaber deS „Zwickauer Tageblatts", das aut ein 50 jähriges Bestehen zurückblickt, stifteten 10000 Mark al5\ Unterstützungssonds für das gesamte Personal. Ter „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Berlin: Tic verschwundenen Schüler sind inS Elternhaus zurück- gekehrt. In London wurden in der Nacht zum Sonntag aus dem Iuwelengeschäst von Gttlingcr Schmucksack)en im Werte von 300 000Mark gestohlen. Tie Einbrecher bohrten durch mehrere dicke Mauern der nebenstehenden Häuser große Lockrer, ehe sic in bad Juwelengeschäft gelangen konnten. ES müssen wenigsten- 4 Personen an dem Raube beteiligt gewesen fein. Amtlicher Wetterbericht. Oessentltcher Wetterdienst, Gießen. WetterailSsichten indessen für Donnerstag, den 4. April 1912: Wolkig, doch trocken, kühl, nordweslliche Winde, stellenweise Nachtirost. Letzte Nachrichten. Die spanisch-fraujöfischen Verhandlungen. Madrid, 2. Avril. Nach einer Meldung deS offiziösen „Mundo" sind die Grundlagen der Verständigung zwischen Frankreich und Spanien jetzt gefunden. Spanien tritt an Frankreich einen breiteren Landstreifen ab, so daß die Bahn zwischen Tanger und Fez ganz auf dem französischen Interessengebiet gebaut werden kann. Spanien erhält dafür ausgedehnte Gebietsteile im Nordern Boston, 3. April. Die Baumwollindustriellen der Neuengland st aalen bewilligten ihren Arbeitern eine, weitere Lohnerhöhung von 5 Prozent, so daß sie im ganzen jetzt um 10 Prozent aufgebessert worden sind. Tas nervöse Zeitalter. Nervös ist heutzutage die Mehrzahl der Menschen, sei eS durch Uedcrarbcitung, uterger, Schicksalsschläge ober durch cmuc Krankheiten. Durch die Nervosität altern die Menlchcu viel rascher und vertieren frühzeitig ihr frisches Aussehen: die Haut wird runzelig, die Haare orau, der Körper verliert seine Schönheit und 3-riicyc. Nervosität hangt intim mit dem Blutzustandc zusammen: dadurch daß d.Bliunicht feine normale Zusammensetzung hat, weiden d. Nerven nicht genügend gespeist, folglich ist gesundes, normales '-blut die erste Grundbedingung. Leciscrrin ist das hervorragendste Präparat um Nervosität zu bejeiiigcn, gesundes Blut zu schaffen und dadurch Lebeussrischc und Energie wieder zu erzielen. 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Vorstand: Landwirt Heinrich Wagner VL, Direktor; Gemeinderechner Christoph Formhals, Rechner; Landwirt Ludwig Weiß, Kontrolleur, sämtlich zu Allendocf an der Lumda. Satzung vom 3. März mit Nachtrag vom 20. März 1912. Bekanntmachungen erfolgen unter dec Firma der Gcnoffenschaft im Gießener Anzeiger. Willenserklärungen des Vorstandes erfolgen durch mindestens zwei Mitglieder. D,e Zeichnung geschieht indem die Zeichnenden zu der Firma der Genossen- schäft oder zur Benennung des Vorstandes ihre NamenSunterfchrift beifügen. Die Einsicht der Liste der Genoffen ist während der Dienststunden deS Gerichts jedem gestattet. Gießen, den 26. März 1912. [B% Großh. Amtsgericht. Hochfeinen gewässerten Stockfisch schone weiße Stücke, schcWe, ÄaHian Sanier, jungen it. empfieylt 1162 C.G.Kleinhenn Tel. 66, Bahnhofffr. SS. Flusi- u. Seefische I. M. Schulyof Telephon 119. — Prompter versand nach auSwaris. 12 Ich litt selt tzJahren an gelbl. Ausschlag mit furchtbarem Hautjucken Durch ein halb. Lt. 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Es ist keine kleine Aufgabe, ein Drama, bei dem die wildelten Leidenschaften zum Ausdruck kommen sollen, derartig aufzubauen, daß das Gesamtbild verständlich und klar bleibt, wobei daS rein Menschliche der Sünde in einer dezenten Weise widergegeben werden muß. DaS ist indessen bei diesem Biographsilm in einer Weise gelungen, welche jedem Kenner deS Lebens Bewunderung abringen muß. Es ist aber auch lange kein Film erschienen, der solche Erfolge auszuweisen hatte, inbezug auf ausvertauftc Häuser, wie Der weisse Domino. Außerdem: tau des Bauern von der HM Die Rache des Licinius Karneval in Rizzo Rosalie als Tänzerin Pathe Journal zum Ziel gesetzt. Von der nach Millionen zählenden deutschen schulentlassenen Jugend treibt jetzt noch nicht viel mehr als ein V iertel regelmasttg irgendeine Art körperlicher Hebung. Nahezu drei Viertel gilt es noch dazu heranzuziehen. Deutsche Väter und Mütter! Wir brauchen ein starkes Geschlecht für die Zukunst unseres VolkcS! Nur eine wehibaftc Jugend sichert den Staaten unv Nationen eine glückliche Zukunft. Tas lehrt die Gc,chrchtc aller Zeiten dis rn die jüngste Stunde. Darum sendet eure Kinder in die Vereine, die die körperliche und sittliche Erziehung im vaterländischen Geiste als ernstes Ziel vor Augen haben, und wo cö an solchen Vereinig«,igcn fehlt,, helft neue gründen als Glieder des Bundes „Jungdcutfchlaud" und hütet int herzen der Jugend die Liebe zum Teutichtum und Vaterland. TagcSordnnng: 1. Jahresrückblick im Verein. 2. Nechniingsablage. . 3. Ergänzungswahl deS Voritandes. 4. Anträge § 23 der Satzungen. 5. Verschiedenes. 10 Uhr: Allgemeine Bürgerversnmmlnng. Tagesordnung: Verkehrsverhältnisse. lBororlSverkebr der elektrischen Straßenbahn, Bahnsteig' sperre und Bahnhossvlatz. vinterlandbahn, Kunstsammlung und Museen u. a. m.) Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein jy/t Ter Vorstand. Die sichere und glückliche Zukunft unseres Vaterlandes beruht auf einer kräftig aciund an Leib und Seele und wehrbast Heranwachsenden Jugend. l^d geraoe ocr Maend droben in unTercr Zeit in leiblicher, sittlicher und vaterländischerBez.eh. ng die^grökten Gefahren! Deshalb sind in allen deutschen Gauen von ieher treudeutsche Männer und J-rauen, sowie vaterländische Vereimgiingen, am‘ eU entlassenen Jugend ein frohes Gedeihen zu körverlicher Kraft und Uttliche.^uchtigreu zu erleichtern. Von dieser verdicnitlichen Arbeit darf letzt eine noch ttesere und um passendere Wirkung erhofft werben, nachdem die daran be tet Unten Verbatwe nch neuer biiinv in einzelnen Bundessiaaien in besondere ^rganuaitonen ^uwmmengeschlpfft.n höben. Soll aber eüf »oller ßrioln ersieli, ,oll die « e f a m t e beuttoe 3'm=nb erfa6t werden, so bedarf es der Mitwirkung dor roctteiten Lolkskretse, vor allem auch der Väter und Mütter unserer Heranwachsenden Jugend. Diese allgemeine Teilnahme besonders für einen wichtigen Zweig der Junend- pflege gewinnen zu helfen: für die Erziehung der Jugend zu körperlicher und fittltcher Tüchtigkeit in HauS, Beruf und öffentlichem Leben, hat ftch der Bürgcrvtrcin Giktzcn. I Freitag, den 12. April 1912, abends 81/. Uhr, im Saale des Hotel Einhorn Hauptversammlung. Darmstadt, im März 1912. Inschriften werden erbeten an die Geschäftsstelle des Hessischen Landesverbandes Jungdeutschlaiid in Darmstadt, die weiteres Material gerne übersendet. - Die Höhe des Aiilgliedsbeitrags ist nach den Satzungen in das Ermessen des Einzelnen gestellt. Kinematograph Bahnhofstr. 54 02860 Bahnhofstr. 54 Diesem Aufruf deS von Generalseldmarschall Jrbr. v. d. Goltz ins Aben gerufenen Bundes Jungdeutschland tolnenb wurde nm 31. Januar, do. Js. in Darmstadt ein Hessischer LandeSvcr. and Jnngdeutschlaud als Glied bes Ge,amibundes gegründet. Zahlreiche Vereine und Einzeliniiglieder sind ihm bereits bcinetreten. Soll es ihm aber gelingen, seine Ziele überall im Lande zu verwirklichen, so bedarf er der Mithilfe der tveiteiten Streife. Darum ergebt unser Nus an alle die, denen das Wohl der Jugend am Herzen liegt. Helfen Sie unS, treten Sie iinicrem Bunde bei zur gemein,amen Arbeit an der Erstarkung der Heranwachsenden Jugend; denn sie rft die Zukunft unseres Vaterlandes! lu'* Im Namen des Landes-Ausschusses des Heffischeu Landes-Verbandes Jungdeutfchland: Frhr. v. Beyl. Biograph Vlockstraste 12 02857 Plockstraste 12 Ab heute: Der MjE?- Luftschiff „VIKTORIA LUISE" ist während der Oster- feiertage in Frankfurt a. M. in seiner Halle am Rebstockhof zu besichtigen. Bei günstiger Witterung finden Aufstiege statt. -.— Kassen an den Zugängen. Gute Restauration am Platze. Iä'7. Das neueste ZEPPELIN- Bekanntmachun ES ist mir gelungen folgende Posten spottbillig zu erwerben. 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Avril 1912, nachmittags 4 V» Ubr, im Hotel-Rcstaurnnt Royal lElgeS) Anszerordentliche Generalversammlung Tagesordnung. Auflösung der Sasse. D*/J Der Vorstand. MION-Pi» Piauosorte Fabrik Willi. Arnold. Kal. baver. Hof licferant, Aschaffenburg. Bestes und feinstes Fabrikat der Neuzeit. Man verlange den Jubiläums-Prachtkata' log nut dem höchsten Nabatt ab Jabrik, mit Zeugnissen und Lieferungsbedingungen. Ans Mi Michtt Str Naturaufnahme Aik Djmnaiitkiiditbk Großes amerikanisches Drama Georges de Areuse Naturaufnahme Kioemalggrapliische Heiligkeiten bringen Neues auS aller Welt. Meine Wohnung befindet sich jetzt Seltersweg 81!, (der alten Wohnung gegenüber). I Zahnarzt Metz. Zahnarzt Frutig verreist Vertreter in dringenden Fällen Herr Zahnarzt Haubach, Bahnhofstr. 65 A H. „ „ Metz, Seltersweg 81. 2522 Heute treffen gröbere Sendungen la. spring- lebcndfrifchc holländische Kabliau, Schellfische, Schollen u. Bratfische ufw. ein. Eventl. 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