ses Blatt Nr. 259 }62. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. General-Anzeiger für Oberheffen Tie „Gießener ZamNienblätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- sragen" erscheinen monatlich zweimal. Samstog, 2. November 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brü-bl'schen Universität-Z - Buch- und Stetnbrudcrei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redasüou:^S112. Tel.-Adru iNnzeigerGießen. Bedeutung und Gründe der staatsbürgerlichen Erziehung.'^ Von Prof. Dr. A u g u st Messer. 1. Die große Bedeutung dieser Erziehungsausgabc im all gemeinen, wie insbesondere für unsere Zeit und unser Volk, ist leicht zu erkennen. Immer und überall ist der Mensch Glied eines Staates und hat als svlckres seine sittlichen Lebensausgaben zu erfüllen. Der Staat selbst ist ja rnd#^ sittlich Gleichgültiges, sondern ein menschliches Gemeinwesen, dessen Gestaltung nach den Forderungen des sii: liehen Bewußtseins jederzeit eine wichtige Ausgabe ist. Ter Idee nach ist also jeder Erwachsene-, verpflichtet, nach Maßgabe seiner Fähigkeiten und der bestehenden Rechtsverhältnisse daran mit zuarbeiten, daß der Staat immer mehr dem Ideal des Rcchts- unb des Kulturstaates sich annähere. Tas erstere fordert, daß die Beziehungen der Bürger zueinander, wie zu dem Gemeinwesen, nach den Maßstäben der Gerechtigkeit und Billigkeit geregelt werden: das zweite, daß den Staatsangehörigen ohne Ausnahme die Möglichkeit gewährt werde, sich im Sinne der sittlich berechtigten Kulturwerte je nach ihrer Begabung zu betätigen?) „Tie Ausgabe der staatsbürgerlichen Erzielmng ist also, die Bürger so zu erziehen, daß ihre Tätigkeit bewußt oder nnbeivußt, direkt ober indirekt dazu dient, den konkreten Berfas- sungsstaat, den sie bilden, diesem unendlich fernen Ideale eines sittlichen Gemeinwesens näher und näher zu führen. Ziel und Ausgabe sind damit für alle Zeiten und Berl)ältnisse unveränderlich gegeben?) Es ist darum oberflächlich geurteilt, wenn man in der neueren Bewegung für staatsbürgerliche Erziehung nur eine „Modesache" erblickt. Ihre Bedeutung ist unabl>ängig von mehr ober nünber vorübergehenden ZItströmungen. Aber freilich trifft auch für diese pädagogiici c Idee zu, was für andere Ideen und Ideale gilt, deren B-erl mir als überzeitlich, ewig sck'-ätzcn: bestimmte Zeitverhältnisse müssen es sein, die die Menschen dazu treiben, sich in ihren Ticnst zu stellen und an ihrer Verwirklichung zu arbeiten. Diese Verhältnisse sind es denn auch, durch die jene abstrakte Idee der Erziehung für den Staat konkreten Inhalt erhält, der für die einzelnen Völler und Zeiten naturgemäß mannigfache Verschiedenheiten auf weist. 2. Betrachten wir die wichtigsten Gründe, die gerade das d-utsche Volk in der Gegenwart bestimmen sollten, dieser Er- ziehungsaufgabe mit Kraft und 'Ausdauer sich anzunehmen. a; Es liegt in den: Wesen des modernen konstitutionellen Staates, daß er alle erwachsenen Männer (und später vielleicht auch einmal die Frauen) zur Anteilnahme am Staatsleben heranzuziehen sucht. Tas seht Kenntnis staallicl-er Einrichtungen, poli- tisch>es Interesse und, Bilichtbewußtsein voraus. Tamit sind auch der Ingenderziel-iing bestimmte Ausgaben gestellt. Tie verständnisvolle und gewissenhafte Ausübung des Wahlrechts, selbst wenn dies.mannigfache Beschränkungen und Ungleichheiten aufweist wie in den Einzelstaaten Teutichlands, hat politisck/e Erziehung zur nohvenbigen Vorbedingung. Tiefe Erziehung muß aber bei uns die Jugend aller Volkskreise erfassen und besonders sorgfältig und eindringlich fein, weil wir im Deutschen Reich eine so demokratische Wahlform haben, wie es bas allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht ist, uitb weil dieses nicht in langen, politisch schulenden Kämpfen tmie z. B. das englische Wahlrecht» errungen worben ist, sondern einem Volke, das darauf kaum vorbereitet war, gleichsam als Geschenk zuftel. b) Deutschland hat sich in den letzten fünfzig Jahren von einem europäischen Binnenstaat vorwiegend agrarischen Charakters zu einem Industrie und HandclSstaat entwickelt, baffen tommer- zielle Beziehungen die ganze Erbe umspannen. Bei der innigen Verwebung des wirtschaftlichen und des politischen Lebens ist darum auch eine Einführung in die wirtschaftlichen Fragen ein notwendiger Bestandteil der politischen Bildung. c) Durch die siegreichen Kriege von 1866 und 1870/71, durch die Schaffung einer starken 'Flotte und die Erwerbung von Kolonien ist Deutschland zu einer Weltmacht geworden. Soll die staatsbürgerliche Erziehung auch Verständnis für die auswärtige Politik der Regierung I er beiführen, so erfordert sie natürlich ausgebreitetes geographilcku's Wissen und Kenntnis der Machtverhältnissa der größeren Staaten. d) Tie überschnelle wirtschaftliche Entwicklung und, im Zusammenhang mit dieser, die gewaltige Ausbreitung der Sozial- bemofratie hat in der Nation schrossa Gegensätze geschaffen: auch der Gegensatz zwisckxm Gebildet und Ungebildet, zwischen (Stabt und Laub, Katholiken unb Protestanten, Gläubigen unb Freidenkern, den Staatsangehörigen deutscher und nichtdeutscher Nationalität bat sich verschärft: endlich ist die Kluft zwischen Nord- unb Süddeutsch und der altererbte Partikularismus noch nicht übcrmnnbcn. Um so dringender ist es geboten, eine alle einigende staatstreue Gesinnung schon in der Jugend zu pflegen unb ihr vor allem auch die Fähigkeit einzupflanzen, das Vaterland über *) Der Aufsatz ist im Einoerständnis mit Autor und Verlag entnommen dem soeben erschienenen Buck>e „Das Problem der fiaatdbürgerlitl.i'n Erziehung, historisch unb systematisch betrachtet" (Leipzig, C. Nemnich, geb. 5,10 Mk.). -) Im Prinzip also auch bic Frauen. 3) Ties unb das solgende Zitat nach Kerschensteiner, „Ter Begriff der staatsbürgerlichen Erziehung" 1910). S. 32. Es darf hier an ein Wort Kants erinnert ivcrbm:.„fiinber sollen nicht dem gegenwärtigen, ionbem dem zukünftig ^möglich besseren Zustand des menschlichen Geschlechts, das ist der Idee der Menschheit unb bereit ganzer Bestimmung angemessen erzogeit Werben!' („lieber Pädagogik'. Ausgabe von Vogt, 5. J75i. Nur wäre der Satz zu ergänzen durch die Berücksichtigung der Staatsidee. Gesundheitlicher Sicherheitsdienst. Tie Natur bietet feit eitrigen Zeiten das Bild eines Kampfes aller gegen alle: das eine Tier vernichtet das andere, die eine Pflanze die andere. Wie Mirza Schassy es ausdrückt: „Tas ist der Welten Lauf: Ein Tier frißt das andere auf." In diesem Kampf uins Dasein schenkte aber die Natur den einzelnen Lebewesen Hilfsmittel zum rechtzeitigen Erkennen und Bekämpfen oder Meiden feindlicher Gewalten. In der Tierwelt beruht die hierbei ent wickelte Tätigkeit, wie die Wissenschaft der Physiologie lehrt, zumeist auf Sinneswahrnehmungen. So verraten dem 5täsen seine langen Ohren, die Lössel, wie sie der Waidmann nenns, das Heranschleichen des feindlichen Fuchs^. In der Vogelwelt hinwieder ist das Auge der Hauptsinn für das Erkennen der Gefahr. Vollbewußt aber scheinen manche Tierarten die Gefahr zu erfassen: denn sie beachten sorgsam die Warnungen fremder Tiere. So flüchtet der zuvor ruhtg äsende Rehbock eiligst, wenn der warnende Ruf des Eichelhähers das Herannahen des Jägers verrät. Ferner lassen einzelne in Rudeln oder Gruppen lebende Tierarten, z. B. die Gemsen, durch ein älteres erfahrenes Mitglied der Gemeinschaft einen besonderen Wachdienst ausüben, verlassen sich auf die Aufmerskamkeit dieses Tieres und befolgen seinen Warnungsrus sofort. bic Partei unb über partikularistische und persönliche Interessen jeder Art zu stellen. e) Tie Beteiligung der Laien an der Rechtspflege in Schössen . Schwur-, Gewerbe , Handelsgerichten usw., der Ausbau^der Selbst Verwaltung in den Gemeinden und in Berufs- unb Stanbeso r tretungen verscl iedencr An, all das stellt an die politische unb wirtschaftlich? Ausbildung bet Iugenb unb an bic Erziehung zu Verantwortlichkeitsbewußtsein gegen ben Staat wachsende An forberunacn. f) Auch darauf hat man nachdrücklich lnngewicsen, baß bic jüngeren Generationen bas im Jahre 1870/1871 Errungene vielfach nicht mehr zu schätzen wissen; baß gclcgcntlid) schon eine förmliche „Reicheoerbrosient?it" tu weiten Kreisen sich bemerkbar gemacht habe: baß endlich praktischer Materialismus unb Genußsucht sich ausbreice. Gegen das alles erhofft man in der besseren staatsbürgerlichen Erziehung ein Heilmittel zu hüben. Sie müßte in der Tat dem Zögling Verständnis dasür geben, was Einzel st an unb Reich für ihn bedeuten, unb welchen Rang Deutschland als Mu hur float unter den Großmächten entnimmt: sie müßte auch 511 seiner sittlichen Vertiefung und Bereicherung beitragen, indem sie ihm Sinn unb Interesse erweckt für Ausgaben überpersonlicher Art, unb indem sie ihm das Gewissen dafür schärst, daß selbst die Gestaltung seines privaten Lebens nicht Sache seiner persönlichen Willkür sei, daß es vielmehr auch für ben Staat von Be tcutung ist, toafe jeder Einzelne ein sittlich tüchtiger Mensch wcrbc.^) g) Endlich lonunt auch der Umstand in Betracht, baß gerade von feiten politischer Parteien, insbesondere Zentrum unb Sozialdemokratie, bic politische Beeinflussung der Jugend energisch in Angrns genommen worden ist. Es erscheint bringend wünschens wert, daß dieser eine möglichst objektive, parteilose staatsbürger- lick,e Erziehung vorausgehc, als bereit Träger in erfter Linie bic Schule in Betracht kommt. ! Verwiesen sei hier auf ein Wort, bas ein so kompetenter Veurl. h'i" wie Gras Posadowsli im Reichstage (am 12. Te- zember 1905) gesprochen hat: „Tie bürgerliche Gescttschast wird uic Sozialdemokratie nicht mit "Gesetzen, nicht mit großen Worten überwinden, sondern nur, n enn . . . durch das ganze Leben der bürgerlichen Klassen ein größeres Maß sittlichen Ernstes geht". Kircbc itnfc Schule. Zum Fall Traub. Tie in Nr. 257 unseres Blattes veröffentlichten Darlegungen von Prof. Dr. Schi an (aus dein Oktöberheft der Zeitschrift „Deutsch-evangelisch") über den Fall Traub waren uns von einem Geistlichen übermittelt worden. Leider hat der Einsender wichtige Abschnitte ganz verschwiegen, die doch ein anderes Bild ergeben. Den mitgeteiltcn Ausfüllungen folgten noch folgende weitere Darlegungen: „ES mag scheinen, als ob ich mit diesen letzten Aussühruugen meinen früheren Sätzen über die Härte des Strafmaßes nüber spreche. Erscheint cs vielleicht nur deshalb hart, weil das Breslauer Konsistorium unbegreislich milde geurteilt hat? Ich anr- worte doch mit Nein. Ta ist ein Punkt, an dem ich von den Eutschcidungsgrünben abweiche: und dieser Punkt liegt gerade dort, wo es sich um Strafabmcssung handelt. Breslau war zu dem verhältnismäßig milden Urteil gekommen, weil es bei Traub „n i ch t unedle Motive" fand. Diese Bewertung feiner Motive findet der Oberkirchenrat „mit den festgestellten Tatsachen nicht vereinbar". Hierin urteile ich anders. Traub hat in maßloser und beleidigender Form polemisiert; man tut ihm auch gar nicht Unrecht, wenn man „bic Bekämpfung und Zerstörung der Landeskirche, soweit sie seinen Anschauungen nicht entspricht", als sein Ziel bezeichnet: seine Kampfmittel sind oft sehr anfechtbar gewesen, teilweise geradezu sittlich verwerflich: aber seine Motive sind nach meiner Ucberscugung nicht unedel. Es ist freilich schwer zu fassen, wie an sich edle Motive zu einem Kamps mit derartig unedlen Massen führen können. Begreiflich wird das nur, wenn man die ungeheure Leidenschaftlichkeit des Charakters dieses Mannes, seine immer schärfer werdende prinzipielle Feindschaft gegen bas System ber Landeskirche, seine Stellung als kirchenpolitischer Führer, seine Situation als über die Maßen beschäftigter, eilig arbeitender Redakteur, als Volksredner in großer Versammlung, in ber ihn, ben Meister des Worts, ost genug die eigene Rebe, der Drang der Massenbeherrschung, der Beifall der Hörer weiter hingerissen haben mag, als er gewollt hat, — wenn man das alles sorgfältig in Rechnung stellt. Auch muß der eigenartigen allgemeinen kirchlichen Verhältnisse gedacht werden, in denen wir leben, ber ungeheuren scharfen Zuspitzung ber Abneigung weiter Kreise gegen alles, was Kirche heißt, der in ben praktischen Notwendigkeiten gegebenen Inkongruenz von Religion unb Kirche, bic von vielen 5um tatsächlichen ober gar notwendigen Gegensatz erweitert wird. Unb wenn man einerseits bei ber inneren Stellung, bic Traub gegenüber dem Lanbeskirchentum einnimmt, kaum begreifen kann, daß er mit gutem Gewissen meint, lanbeskirchlichcr Pfarrer bleiben zu können, so muß man doch ans der anderen Seite daran erinnern, daß eben dieses Landeskirchentum heutzutage in ganz außerordentlicher Weise umstritten ist, baß die Anschauung vom Pfarrer als lediglich ber Gcmeinbe Dienendem, lediglich ihr Verpflichtetem, innerlich nur an die Religion Gebundenem auf viele, auch auf Pfarrer, eine geradezu faszinierende Kraft ausübt. Demgegenüber betonen bic Entscheidungsgründc wirklich bic Beamtenaualität bes Pfarrers mehr als dem allgemeinen Rechtsempfinden (ich glaube: auch dem auf her rechten Seite) entspricht; sie nehmen ben Fall zu sehr vom Gesichtspunkt der „Disziplin" aus: sic ziehen zu wenig bic Konseguenzen aus der Qualität des Pfarrers als des zu selbständiger Stellungnahme in religiösen Fragen Be- rulcncn und Vcrpslichtcten. Demgegenüber muß and) ber Schluß unedle Motive als nicht ztttresfend erscheinen. Fiel er aber fort, bann war auch ein milderes Urteil möglich." Endlich führt Pros. Tr. Schian noch an, ber Umstand, daß ähnliche Maßlosigkeiten der Polemir sich heute, wie bei Traub so auch bei seinen Gegnern finden, hätte ein milderes Urteil herbeiführen sollen. In Traub sei ivrder die freie Theologie verurteilt noch die kirchliche Reformbcwogung, sondern nur die Agitationsweise eines Einzelnen. Vermitd?tc$. • Statistisches von ber deutschen Invasion in Paris. Mit wachsender Sorge beobachten nationalistische Gemüter m Frankreich das stete und nnanshaltsaine Anwachsett der deutsch.französischen Handelsbeziehungen, und mit Besorgnis wird dabei icügeftcllt daß die deutsche AnSinhr nach Frankreich verhältnismäßig viel stärker wächst als die französische nach Lenlschlanb. 1908 lieferte Frankreich nach Deutschland für 617 Millionen Frcs Ware, während Tenlschland nach Frankreich nur für 607 Millionen ans'ührte: 1911 haben steh die Verhältnisic bereits wesentlich verschoben, Deutschland lauft von Frankreich für 819 Millionen isre-s., vcifauft den Frau osen aber für 965'Millionen, so daß die Handelsbilanz mit 146 fPlUlioneu zu Gnnsten Deutschlands abschließt, lind varallcl verläuft damit das Anwachsen der Zahl von Deutschen, die nach Paris übersiedeln und dort ihren Beruf betreiben. Der „Mahn" stellt fest, daß in Berlin GuO Franzosen leben, während die Zahl der Denlschen in Paris bereits auf nicht weniger als 80 000 Köp'e gestiegen ist, wobei die Oesterreicher nnd Schweizer nicht niit.wrec! u, l imC. ________________________________________________ Spielplan des Eichener Stadttheaters. Direktion: Hermann Steingoettcr. Sonntag, den 3. November, nachmittags 3* . Uhr (unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Jusanterie-Ncgiinents), bei fleuieit Preisen: „Der tibclc Sauer." Ende gegen 6 Uhr. JlbeiibS lya Uhr, bei kleinen Preisen: „Ter Biberpelz." Ende nach 93/. Uhr. Dienstag, den 5. November, abends 8 Uhr 16. Dienstag-Abonnement - Vorslellnng): „Das Prinzip/ (Nenheit!) Lnstiviel in drei Elften von Hermann Bahr. Ende nach 10'/, Uhr. Mittwoch, den 6. 'November, abends 7 Uhr (5. Mitttvoch-AbomiemciU-Borstellung): „Rosenmontag/ Ende gegen 10 Uhr. Freitag, den 8. November, abends 8 Uhr (5. Freitag-Abonnemcnt-Vorstellung»: „Der Biberpelz/ Ende nach 10' , Uhr. Sonntag, den 10. November, nachmittags 3X Uhr, bei kleinen Preisen: „Matthias Gollmger/ Ende Uhr. Abends 7'/, Uhr: Zur Feier von Schillers Geburtstag' „Die Breul von B'esüua.' Eiide IPX lllir. ‘-Glujali£a£en. Im Bereich der menschlichen Ordnung ist der Daseinskampf der Lebewesen seiner größten Härten beraubt. Dem Menschen drohen weniger bon den Feinden, die er mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, Gefahren für Leib und Leben, sondern die wichtigsten Schädlinge sind für ihn die nur dem Auge der Wissenschaft, dem Mikroskop, sichtbaren Bakterien und Protozoen, die lebenden Erreger der Infektionskrankheiten. Wenn aber in diesem Falle auch die natürliche Warnung, das Erkennen der Feinde durch die eigenen Organe, versagt, so kann man doch auch hier von einem Sicherheitsdienst sprechen, der sich an die Intelligenz und Berstandeskrast des Menschen wenLet. Die ärztliche Wissenschaft ist es, die mit einem Heer von Forschern und Aerzten in Heilstätten und Laboratorien den gesurrdheitlichen Sicherheitsdienst versieht: immer tieser sucht sie alles zu ersorlchen, was den menschlichen: Organismus KU stören oder in seiner Leistungsfähigkeit herabzusetzen vermag, indem sie gleichzeitig die Mittel zur Bekämpfung der Schüblinge sorgsam erprobt. Pflicht des einzelnen Menschen ist es da nur, den Sicherheitsdienst der Wissenschaft zu beachten, sich im allgemeinen mit den Ergebnissen der Forschung vertraut zu machen, und den gegebenen Warnungen folgend, rechtzeitig Abwehrmaßregeln gegen etwa eingetirungene Schädlinge zu ergreifen. So kennt die Wissenschaft ber den Erkrankungen der Atmungsorgane und bei chronischen Störungen des Verdauungsapparates als bewährte, den Krankheitsprozeß hemmende Mittel in erster Linie die Kreosotpräparate; ferner gibt sie die warnende Weisung, bei derartigen Erkrankungen den Körper widerstandsfähib zu erhalten, wobei als appetitanregendes Stärkungsmittel die Somatose bewährt ist. Bei Erkrankungen der Atmungsorgane, 5)usten, Katarrhen, Tuberkulose ist deshalb bei den leisesten Anzeichen einer Erkrankung den Warnungen des gesundheitlichen Sicherheitsdienstes Folge zu leisten, und unter Hinzuziehung eines Arztes, das Mittel zu verwenden, das die Wirkung der Kreosotpräparate und der Somatose besitzt, die Guajaeose. Diese enthält in einer angenehm schmeckenden und bekömmlichen Zusammensetzung das zuträglichste Gua- jaeolpräparat, nämlich das guajaeolsulfosaure Kalzium (etwa 80/0) und flüssige Somatose (Fleischakbumose/. Man nimmt die Guajaeose in Milch, Kakao oder mit ein wenig Wasser verdünnt. Die Wirkung zeigt sich bereits nach kurzem Gebrauch: Der Appetit und die Ernährung des Körpers bessern sich, zugleich verschwinden allmählich die sonstigen Krankheitssymptome, wie Husten und Verschleimung. Guajaeose ist in den Apotheken zu M 3.— die Flasche erhältlich. Man achte auf den geschützten Namen die Originalpackung. C”k JitaiicMa Marktltrahs 8 Telephon 496 0 Abteilung Herren Die h Paletots?“86 in Herrengrössen in in öleH»© 7.50 Mk. 25.- Mk. bis 5.75 Mk. Mk. 16— bis pumpen ctc. kaufen Sie nur bei 16767 2.25 Mk. bis Heroorragende Auswahl! Streng reelle Bedienung! Spezialität: 6 Obstbäume Henkels Bleich-Soda. bis bis bis aus eigener Rösterei in Herrengrössen in Jünglingsgrössen 55.- 34.— 28.- in Apotheken o. Drogerien Mk. 21.— bis Mk. 65.— Mk. 14.— bis Mk. 50.- J ünglingsgrössen Knabengrössen Mk. 15.— Mk. 10.— Mk. 4.50 D das Beste Mk. Mk. 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Die Wolle ist rein, locker und weich, aller Geruch nach Schweiß, Schmutz usw., der sonst der Wolle sehr gerne anhaftet, ist verschwunden, die Wolle duftet frisch und angenehm, dabei hat das Gewebe in keiner Weise gelitten und ist nicht filzig. Die Eigenschaft des Persil ermöglicht also eine Reinigung der Wollwäsche, wie sie nach der alten Methode ausgeschlossen ist. Aber nicht die Waschkraft allein ist es, die Persil auch für Wollwäsche unentbehrlich macht, sondern vor allem seine Desiniektlonskrait, die ihm eine grosse hygienische Bedeutung gibt. Wollwäsche verlangt in hygienischer Beziehung besondere Aufmerksamkeit, da sie Verunreinigungen wie Fett, Schweiß und ähnliche Stoffe, die die besten Nährböden für Bakterien bilden, hartnäckig festhält und dadurch leicht zum Ueberträger von Krankheiten wird. Diese Verunreinigungen genannter Art löst und zerstört Persil vollständig. Wissenschaftliche Versuche haben ergeben, daß in handwarmer (30—40 Grad) Persil lauge schon nach wenigen Minuten selbst die widerstandsfähigsten Bakterien im Keime getötet werden. Lauwarme Persillauge steht also an Desinfektionskraft den bekannten Desinfektionsmitteln nicht nach, ohne jedoch deren Giltigkeit und Umständlichkeit im Gebrauch zu besitzen. Persil wurde auf der „Internationalen Hygiene-Ausstellung zu Dresden“ in Würdigung seiner hervorragenden Eigenschaften als selbsttätiges Waschmittel sowie als Desinfektionsmittel mit der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Erhältlich nur in Original-Paketen, niemals lose. HENKEL & Co. DÜSSELDORF, HJleinige Fabrikanten auch-der aftSeliebüth ö Die Va Europas do LhitfeiiW .Ed« reich den P , -Herland, •urüd unb i entspreche das den kann nicht a rcgung zu di her Grop nationale »t Ians soll ein lischen FI lag, freie l Hattet. 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