Erstes Blatt Mittwoch. 29. mal 1912 162. Jahrgang Eichener Anzeige General-Anzeiger für Oberheffen annabme^wn anjagteH Rotationsönid und Verlag der vrükl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchnlstrahe 7. bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschäftsslelle vahnhosstrahe 16a. Nr. 124 Ter «iefeener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich »iefetner^amilitnblüUcr, -ivknnalwöchentl.Nreir- blattfürben Kreis ftiefjen < Tienstag und Freitag); zineimal monnil. tand- wirlschasllicheSeitfraAen ncmlprcd) - Anschläge: hit die Redaktion 112, Berlag n. Expedition 51 Adresse für Tepeschen: Anzeiger Gießen. Bezugspreis: n,onatlich75Pf^ viertel- jährlich Mt. 2.20; durch •Jlbhole- u. Zweigstellen monotticb 65 Pf.; durch die Post 'IW. 2.— p’.erii l- lährl. a>lösch!. Be'leng. Zeilenprc::: lokal 15 v \ nllSwärtS 2U Pfennig, is hesredaktenr: 2l «Loetz. Verantwortlich für den pollttschen Teil. Slupmt Goetz; für ,'oer.tUc- lone, ,93ernu(d)ic3e und ,Geiichi»saari: K.Neu» ralh; für ,-Stadl und Land": E.Hcül für oen Anzeigenteil: H. 9?cd. Die heutige Nummer umjaht 10 Seiten- Uonferenzpläne. Italien hat zwar auf dem Papier ganz Tripolis für eine italienische Provinz erklärt, hat auch schon mit einem Phrasenschwall, der eines Cicero würdig wäre, von den Segnungen erzählt, mit denen es diese seine neueste Provinz beglückt ober vielmehr beglücken will. Aber die einfältigen Araber — vielleicht haben sie gar von dem entsetzlichen .rinderclend in ben sizilianischen Schwesclgruben gehört, vielleicht auch von der ständig wachsenden Auswanderung von der Appenninenhalbinsel die ihre arbeitsamen Löhne nicht ernähren kann, — haben bis jetzt wenig Sinn für die kulturellen Beglückungsversuche der Löhne der ewigen Roma gezeigt. Kaum hat die offiziöse Agenzia Ltesani die schönsten Ergebenheitsadressen arabischer Lcheichs in alle Welt hinaustelegraphiert, da mug sie bald darauf melden, daß in nächster Rühe von Tripolis türkische und arabische Soldaten in sehr angrifsslustiger Stimmung zu allen Tages- und Nachtzeiten austauchen. Sie werben natürlich — bie italienischen Berichte gaben die ungeschminkte, lautere Wahrheit — stets unter den größten Verlusten in bie Flucht geschlagen, aus italienischer Seite fällt höchstens ein Mann, ab und zu gibt es noch ein paar Verwunbete. Unwillkürlich denkt man an den berühmten einen Kosaken aus dem Ärimtriege. Da inan in Tripolis — nach italienischer Darstellung — eigentlich nichts mehr zu erobern Hai, nach anderer Aussassung sreilich nicht recht weiter kommt und ziemlich dort steht wie beim Beginn des gegen allen Völker- vrauch erfolgten Einfalles, so entfaltet die italienisckse Flotte eine um so regere Tätigkeit im ägäisck>en Meere. Man bat sich — große Siegeslorbeereu waren da nicht einzu Heimsen - in den Besitz von Rhodos gesetzt, sucht nach und nach alle Inseln int ägäischen Meere unter italienische Botmäßigkeit zu bringen Angeblich will England, dessen Uneigenuiihigleit von alter» her bekannt ist, Italien bie Herrschaft im Mitielmeer überlassen, ruhig mitansehen, wie es zu einer Balkanmacht erstarke. Fehlt nur noch, baß es ihm — bei ber weltfremden Großmut Albions ist alles möglich — Malta und womöglich Gibraltar abtritt. Vielleicht fürchtet es nur, daß die Entente mit Frankreich, dem sein marokkanisches Protektorat augenblicklich einige Schmerzen verursacht, dadurch ein wenig Schaden erleiden könnte. Die Albanen zeigen wieder eine bedenkliche Unruhe, fordern in langen Eingaben mit Perioden, die einem Livius Ehre machen könnten, Autonomie und sonstige schöne Tinge. König Mkita, der Schwiegervater des Königs von Italien, hat augenblicklich das Dramendichten eingestellt, ein Sinnen und Trachten geht auf ganz andere Dinge. Lus seinem Ländchen, das trotz ber stolzen Bezeichnung „Königreich" nicht viel mehr Seelen zählt als bie Stadt Lharlottcnburg, wandern viel kampfeslustige Bergsohne an unb über die türkische Grenze. Albanische Emissäre weilten nicht umsonst auf italienischem Boden Rechner man noch dazu, daß in Arabien keineswegs Ruhe eingetreten ist, so könnte mau es der verhältnismäßig jungen türkischen Regierung gar nicht verdenken, wenn sie sich sehnte, zu einem einigermaßen leidlichen friedlichen Abschluß mit Italien zu kommen. ________________________ Indes zeigt man in Konstantinopel wenig Neigung, sich augenblicklich in Verhandlungen einznlassen Ter Türkei kostet bis jetzt der Krieg wenig Geld. Während Italien schon Hunderte Millionen Franks hat ausgeben müssen und in die ursprüngliche Kriegsbegeisterung sich trübe Kassandrarufe mischen, hat die türhfdfc Regierung in ihren freilich nicht allzu vollen Säckel nicht allzu tief greifen brauchen. Der Kampf der verschiedenen Nationalitäten int Parlament ist vorläufig zur Ruhe gekommen, man fühlt sich als otto- manische Nation, auf die Italien einen tückischen Ueberfall gewagt hat. Die Folgen dieses Ueberfalles sind für alle anderen weit empfindlickier als für die cigcntlidyen Türken. Der Öandel nad) dem Orient, an dem aber die Türken direkt am wenigsten beteiligt sind, ist unterbunden. Italiener verlassen in Hellen Äharen -,cn türkischen Boden, wo sie bisher ihren Lebensunterhalt erwarben. Italien kann mit g leichen Ausweisungsrnaßregeln nicht antworten. Den Mächten, die an den Fragen im Mittelmeer und auf dem Balkan besonders interessiert sind, kann auf die Tauer ein fold)cr Zustand nicht behagen. Trotz aller angeblichen und wirklichen Freundschaft Englands für Italien wird man in Loudon nicht dulden, daß Italien sich auf ben Inseln des Mittelmeeres dauernd häuslid) cinridjtct. Es sei denn, daß es fid) dabei ganz ben Anordnungen und (Eingriffen Albions fügt. Tas kann aber Italien, bas fid) als aufstrebende Weltmacht fühlt, nicht. Dazu kommt, baß Rußlanb ben Balkan als feine Beute betrachtet, die ihm eines Tages zufulleu muß. Tie angebliche Türkenfreundlichkeit am Strande ber Neva besteht nur barin, baß man niemanb an- bereit einen >?auptbissen von bein osmanischen Reich gönnen will. So würbe eine Konferenz, trotzbem Rußland gerade auf ihre Einberufung am ersten bringt, zu keinem Ergebnis führen. Es wäre, um mit bem Schachspieler zu reben, eine Rernispartie. Außerbeni hanbelt es fick) nicht mehr bloß um Tripolis, sondern um die ägäischen Inseln. Der Beratungsgegenstand ist verwickelter geworden und vorläufig hat die Türkei nicht die geringste Neigung, and) nur Tripolis abzutreten, das Italien bereits als römische Provinz be- zcichnct. Lo werden denn vorerst bie Konferenzpläne nur in unverbiublichen diplomatischen Noten unb im Blätter- walb sich ihres Daseins freuen. Wie zu erwarten war, erheben die Türken gegen bie italienischen Melbungen von Grausamkeiten ber Türken ben ausgewiesenen Italienern gegenüber, Einspruch: Konstantinopel, 28. Mai. Die im Ausland verbreiteten Gerüchte über die Belästigung ausgcwiesener Italiener sind s a l s d). Bisher sind überhaupt nur wenige Italiener abgcreist. Lediglich in Smyrna verlangten die Behörden, wie verlautet, von wenigen Italienern bie Zahlung einer Gewerbesteuer. Neue türkische Angriffe bei Tobruk. Tobruk, 28. Mai. (Agencia Stefani.) Gestern früh marschierten Truppen an, um die Arbeiten zu beschützen, die das Fort am Meer beenden, sowie für ein anderes neues Fort einen geeigneten Platz zu erkunden. Tie mit dieser Arbeit betrauten Mannschaften, die vis jenseits von Wadi Auda vorgedrungen waren, wurden von zahlreichen Beduinen und vielen türkischen Regulären beschossen. Tic Teckungstruppen griffen ben Feind an und zwangen ihn zum Rüdzug. Tarauf tarnen andere Truppen aus dem Lager des Feindes den Flüchtlingen zu Luise, aber auch diese wurden infolge einer UmgehuiigSbewegung, die von dem 20. Füsilier- Das gefährliche Alter der Mannes. Bom gefährlichen Alter der Frau ist so viel gesprochen wor Kn, vom 'gefährlichen Alter des Mannes hingegen gar nicht. iSaruin wohl? Vielleicht weil davon allerdings sich iebroer woicl stomantffch.cs erzählen läßt, wie Frau.Karin Michael iS Dom gc- sährlichcn Alter der Frau zu sagen weiß. Was o.r. V. v.. Riddlc im neuesten öefte des „London Magazine" über das gefährliche Alter des Mannes zu sagen hat, das ilt nüchtern wisscmchaNlich, aber darum um so wertvoller. Tr. Ribble hat wohl md)t )o ganz unrecht, wenn er sagt, daß das gefährlidic Alter des Mannes weit untcrfd.äfct wird, und die Folge i|t bie, daß einer unter vier Männern (Enbc ber Vierziger ein halber Invalide, wenn nicht nicht, geworden ist Warum? Tie Antwort ist eigentlich selb,wer Nänd lich und scheint das ganze Problem zu lösen, Nämlich infolge der Unmäßigkeit in allen Dingen. Nun ist das Wort Unmäßigkeit mit Vorsicht aurzunehmcn . es bedeutet hier nur soviel, das der Mann un gefährlichen Alter, das durchschnittlich mit dem vierzigsten Lebensjahre beginnt, icine Lebensweise in der Regel noch auf dieselben Norme» zuwitzt, bic er als Jüngling ober in ben ersten Mannesjahren bewigt bat. Welch Unterschieb aber zwischen der Konstitution eines Zwanzigiahrigcii unb eines Vierzigjährigen befiehl, das läßt sich am besten an ihrer verschiedenen Ueberroinbuna von kleinen Kraul heuen zeigen. .\)olt sich ein Zwanziger einen Schnupfen, w dauert es gewöhnlich nicht lange, bis er ihn glüeflid) wieder los ist Ader wehe dem^.ieiliger! Ta tritt nicht selten die Erkältung mu all ihren §olge- 'rscheinungen auf: Tie Nerven werden angegnnen, die Verdauung wird unregelmäßig, und bas Erzübel aller im gefährlichen Alter stehenden Männer tritt auf: bic esd)laTlo|igfcit. Gewöhnlich wirb ber Mann diese „Unväßlichkeitcn — wie er ste zu nennen pflegt — dem „Mangel an Bewegung" zuichreiben, ben eine sitzende Lebensiveise mit fid) bringt llnrcdjtbat et nicht. Und so wird er denn nun beginnen, stck mit aller Gewalt am ben -von zu stürzen, um Versäumtes nach;»holen: ohne hierbei iebod) bie einfadjiten Vorsichtsmaßregeln, die ihm bic Vernunst eingeben sollte, zu beobachten. _ . , Ferner werden große Fehler in den tvenen begangen. hält für einen Mann, der in den Vierzigern steht und lieb eint Lebensstellung errungen hat, fast immer schwer, udi von leinen ^erufspflichten loszumadien und genügens Zeit tur eine grunb* äche Erholungskur zu finden. Aber das ^chlimmirc ist, datz itcy über diese Erholungskur Körper und Geist gewöhnlich nicht miteinander ins Einvernehmen setzen. Ter Geist eines ^aerrigers ist bnrdaueg jugendfrisch zu nennen, der üorper aber mmr ~cr Seift wüt deshalb eine ganz andere Erholung al-.- der -^vctt Der Turchsdmittsmenfd) aber ist nur allzu geneigt, ben worper dem Geist unterzuorbne». So unternimmt er denn längere iVUu- reifen, oder er durcheilt auf dem Zweirabe oder un Äutomomi Landschaften, deren Schönheit feinen E^ist crquiden |0lL an me Leiden feines armen Körpers aber denkt er nicht, oct Körper eines Vierzigers an bestimmten Stellen Fett an, wohin Fett eigentlich nicht gehört, dann muß er unter allen Umständen darauf sehen, daß er dieses Fett los wird, besonders da diese Fcttzunahmc in der Regel eine Folge schlechter Verdauung ist. Lier hilft der Sport, und Tr. Riddlc gibt beftimmtc Anweisungen, wie der im gefährlichen Alter stehende Mann Sport zu betreiben hat. Gewöhnlich tut der Mensch 16 bis 18 Sttcmjüge in der Minute. Beim gesunden Sport soll diese Zahl auf 22 bis 26 erhöht werden. Wird dieses Maximum jedoch überschritten, dann ist ber JSport ungesund, da dann die Zungen nicht mehr den heilsamen Sauerstoff aufzuiichmen vermögen und vergebens gegen die zu große Zufuhr anlämpfcn. Die Folge ist das Keuchen! Der zweite Zweck des Sports ist die Erhöhung der £> er ^tätigteit, die wiederum zur Folge bat, daß Stockungen unreinen Blutes aufgelöst und der ganze Blutkreislauf besser geregelt wird. Hier ist es ebenfalls klar, daß bei der geringsten Ucbertreibung gerade das Gegenteil von bem Erhofften erzielt wird. Man braucht, sich nur einen Wettläufer anznsohen, dessen Gesicht outet rot ist. Tas Blut scheint ans den Blutgefäßen zu drängen, und das geschwächte Herz ist nicht unftanbe, das Blut wieder in die Lungen zurückzutreibm. Ferner soll man bei jedem Sport in geringem Maße schwitzen, weil dadurch schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeschieden werden. Weiter soll der Vierziger viel Wasser trinken, was die Tätigkeit der Nieren regelt, wenigstens 4 oder 5 große Glas sollten das taglidie Minimum sein. Ferner hat er scharf gcivürzte Speisen und insbesondere jegliches Wildbret zu vermeiden, da bei des Verdauung berarriger Gerichte gewisse Gifte in die Arterien übergehen, bic für diese von der größten Schädiichkeit sind. Tie Folge aber ist bic Schlaflosigkeit, und deshalb kann jeder, der iidi eines gesunden Schlafes im gefährlichen Alter erfreut, versichert sein, daß seine Lriwnsweise eine gesunde ist. Zwölfter Delegiertentag der deutschen Eoethedünde. Am Pfingstmontag fand in Stuttgart der Tag der deutschen Goethebündc statt. Als neuer Generalsekretär wurde der Trama- turg des Stuttgarter Öostheaters, Tr. Walter Bloem. Ter Plan, eine Korrespondenz für die Gvethebündc zu erridtfcn, soll im Anschluß an bie in München erscheinende Zeitschrift „Tre Lese" verwirklicht werden. Sodann wurde rin eingehender Bericht über den Volksschülerpreis erstattet, der dauernd gesichett ist. Erfreuliche Mitteilungen machte der Berliner Goethebund über bie auf der letzten Versammlung in Aussicht genommene Goethe- bückerei, bie durch ein Abkommen mit dem Verlag Eoncordia in Berlin gesichert ist. Ueber „Goethebund und die Zensur" sprach Tr. Ludw. Goldstein rtönigsberg), der rin energisches Vorgehen der Goethcbünbc gegen alle Eingriffe polizeilicher Zensoren auf den Gebieten der Literatur und der Kunst empfahl. Im Anschluß daran wurde eine vom Landtagsadg. Tr. Elsas rcgimcnt ausgeführt wurde, genötigt, fid) zurückzuziel' u. .' :c Italiener hatten zwei Tote unb drei Verwund.,e. Verluste des Feindes sind, wie durch den Augcuscve.u gestellt wurde, sehr beträchtlich. Nack» diesem Zn licbem.iff wurde die Arbeit wieder ausgenommen und geht ungestört von statten. Tie türkische Stimmung in Tripolis. Konstantinopel, 28. Mai. Tas Ministerium des 3 n n c r n veröffentlicht eine von etwa 10 Scdeiks and Häuptlingen von Tripolis unterzeichnete : worin sie schwören, daß sie ewig mit der Türkei vereinigt bleiben wollen. Der „altnationallibcralc Reichöverliand". In ben letzten Wochen ging durch die ganze Presse eine Anzahl von Mitteilungen über die Gründung eines „altnationalliberalen Reichsverbandes", über die wir heute aus einer Berliner Zuschrift einiges erfahren. Es heißt darin: Vor etwa V/i Jahren trat in Brcmnsdiwrig eine Reih' von Politikern zusammen, bic sich zur Aufgabe setzten, den „Links- abmarsd)" der Pattei auf^uhalten, unter Walwuna ber vollen Selbständigkeit nad> links unb nach redsts gleichmäßig Fühlung zu nehmen unb in der Presse für eine objektivere Beurteilung ber innerpolitischen Verl)ältnissc einzutreten. Die Besprechung führte zur BÜbung eines „Elferaus- s ch u s s e s", dessen Tätigkeit sich zwar nicht vor aller Oeffcnt- lichkeit zeigte, die aber manches Unheil von der Partei ferngehalten hat. Tas bekannte Wolff'fdie Telegramm nach der Präsidentenwahl, das eine Maffcnslucht aus der Partei verhinderte, die Vorbereitung zur Zentralvorstandssitzung, in der bic bekannten Anträge gegen die Iungliberalen Annalmte fanden, bic 30 weißen Zettel, bie gegen Basscrmanns Taktik abgegeben würben, bic Wahl .nm geschäftsführenden Ausschuß sind Aeußerimgen ber stillen Arbeit des „Elferausschusses". Als auf dem Telegiertentag in Berlin der Abg. Tr. Friedberg im Gegensatz zu dem Abg. Basser mann rückhaltlos bv* verschiedene Auffassung zwischen den Altnationalliberalen und ben Iungliberalen flargelegt hatte, mußte naturgemäß auch der „Elser- ausschuß" der Braunschweiger Vereinigung Stellung nehmen, wes^ halb -sich am Abend des TelegiertentagcS eine groije Anzahl von Telcgiertcn und Parlamentariern im preußischen Abgeord^ netenhaus zusammensanden, unter denen sich auch eine groß, Anzahl hessischer delegierter befand. Tic Aussprache ergab volle Einmütigkeit der Auffassung der Lage unb bie Nottvenbigleit, sofort an den Ausbau der Organisation in großem Maßstabe heranzutreten. Es gelang, den seitherigen Generalsekretär der nationalliberalen Partei, Herrn Fuhrmann, ate1 geschäftsfilhrcndcs Vorstandsmitglied zu gewinnen, der seine Stellung bereits angetreten hat. Tas Bureau des neuen Verbandes befindet sich vom 1. Juni ab Berlin, Schellingstraße 4. Im Laufe deS Monats Juni wird die Zusammenberufung des größeren Ausschusses stattfinden, um^^LÖrganifatüm in ben anjdnen Lanoestrilen in die HanhMu nehmen. Soweit die tatsächlichen Feststellungen, die ja bvn einigem Interesse sind. Da wir sck)on gerade genug an Parteienzersplitterung in Deutschland leiden, würden wir es beklagen, wenn die neue Gruppe es fertia brächte, einen Keil m die große nationalliberale Partei hineinzutreiben. Wir halten diese Bestrebungen gerade im mittelparteilichen Interesse für schädlich. Deutsche, Reich. Die Blätter melden aus Gmunden: Die Beise tz u n g des Herzogs GeorgWilhelm vonEumber- cingcbrachtc Entschließung einstimmig angenommen, in der es u. a. heißt: „Tie dem Reichstag ringereichte, von Professor Liszt verfaßte Petition auf Beseitigung der Präsent ivze nsur ist zu erneuern. Der Goethebund verwirft die Theaterzensur als eine unberechtigte Bevormundung des Volkes. Die Theaterzensur ift in praktischer Beziehung unnötig, ja schädigend und daher im Interesse der nationalen itultm verwerfbar. Tie bramatifdte Knifft bedeutet eine Aufrüttelung, Läuterung und Reinigung der Volksseele. Das Wollen und Streben ber lebendigen Kunst durch die Zensur unterbinden hrißl, den Entwicklungsstrom ber Volksseele gewaltsam hemmen." In ber öffentlichen Nachmittagssitzung sprach Professor Tr. W. Nagel (Darmstadt- über „Ein Normalspielp 1 an der deutschen Opernbühne". Ter Vortragende kennzeichn«te in großen Zügen den Niedergang des Theaters, für das dic Klassiker in der Hauptsache erledigt seien. Im Anschluß an diesen Vortrag wurde einütmnug eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: „Ter Goethebund hält cs für eine dringende Notwendigkeit, daß 1. die staatliche und städtische Fürsorge für das Theater im Interesse eines durch wahrhaft künstlerische und ideale Gesichtspunkte bestimmten Spielplans stärker cinsetze: 2. daß ein C r g a n yir Prüfung von Theaterstücken gcichaften werdet das eine gewffse Garantie dafür bietet, daß wirtlich wertvolle Theaterstücke und Lperettenwerke nicht dauernd von oer Buhne ausgeschlossen bleiben: 3. daß bei der Regelung ber Sri ne matogravhensrage der Unterschied zwischen oen, dem höheren Kunstzweck dienenden Veranstaltungen uno den wesentlich bem Erwerbsgeist entspringenden und der bloßen Schaulust dienenden Tarbietungen des Kinemawgraphen zu einem ent schiebenen und insbesondere steuerlichen Ausdruck komme." Zum Ort des nächsten delegiertentages wurde Breslau gewählt. — FesterSauerstosf. Dem englischen Physiker James Tew ar, der irinerzeit zuerst flüssigen Wasserstoff darstclltc, i>. es der „Umschau" zufolge kürzlich gelungen, festen Sauer non herzunellen. Teroai brachte den flüssigen Sauerstof' UI ein durch flüiftge Luft gefülltes Bakuumgesäß und fetzte dieses in Verbindung mit einem zweiten Vakuumgefäß, das ausgegiuh. Kokosnußkohle entbteli und ebenfalls durch flüssige Lust gclul,.- ^tbei verdichtete sich der Dampf des flüssigen Lau stons io rasch in der Kohle, daß die verbrauchte Verdampfung- wärme den ilümgen Sauerstoff zum Erstarren brachte 2et beim Schmelzpunkt gemessene Tampforud des festen Sauerstoffs bete/ nur 1,12 Millimeter. , , — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen- 1 ch a t t. ^n Zürich starb am 25. Mai der Professor der Phy'il an der dortigen Technischen Hochschule Tr. Friedrich Weber im 69. Lebensjahre. errungen. Kreis Friedberg. am j ITlainj, 28. J ^"vechaiidllinq j Deutsche Kolonien. Eine Reise des Staatssekretärs Dr. Sols. Der „Reichsanzeiger" nieldet: Staatssekretär des Reichs- tolonialamts Dr. Sols trat eine etwa viermonatigc D i e n st r c i s c nach D c u t s ch - S ü d w c st a f r i k a und den englischen Kolonien Südafrikas an. Sport. • ® au 9a Lahn- und Dill-Dau des Deutsche» Radfahrerbundes. 50 Radfahrer aus dem Lahn- und Till» Dau hatten sich am ersten Pfingsttage vormittags tnHcrzhaufe» a. d. Edder getroffen, darunter 20 Fahrer vom Radklub Germania lind vom Radfahreroeretn 1885 aus Diesen. Tie gemeinsame Reise ging das Ittertal hinauf über die einstmalige hessische Enklave Bühl zur Eddertalsperre. Aus Schloß Waldeck wurde die Stacht zugebracht. Am zweiten Tage ging eS nach Hemfurt, wo die Sperrmauer besichtigt wurde, und dann nach Wildungen. Rach Besichtigung des BadcS trennten sich gegen 5 Uhr uachmUtagS tue Radfahrer, um in die peimat zurückzukehren. land fand Dienstag vormittag tm Mausoleum zu Gmun- bcn statt. Erzherzog Josef Ferdinand wohnte als Der- treter des Kaisers Franz Josef der Beisetzung bei. Zahlreiche Fürstlichkeiten und Abordnungen ivaren zugegen. Üauvbeiitzer-Bereiuc im Großherzogtum dessen bieli liier seinen erste» Verbanüstag ab. Bertielen waren die vereine Mainz, Darmstadt, Offenbach, (Hießen und Friedberg. Direktor B c» l. t - 'Juwij dankte Pu: da- ayc Jnu rezjc, 4» der 2lu»!ant. Das französische Ministerium der Arbeiten und Sozialen Fürsorge veröffentlicht eine Bevölkcrungs- st a t i st i k F r a n k r e i ch s für 1911. Danach betrug die Zahl der Geburten 742114, die der Todesfälle 776983, woraus hervorgeht, dast die Bevölkerung im Borjahre um 34869 Seelen abgenommen hat. Die Geburtenziffer von 1911 war die niedrigste, welche die vorhandenen statistischen Ausweise Frankreich jemals zu verzeichnen gehabt haben. Besonders stark war die Sterblichkeit, wie schon früher auch seht in dem Dcparte- ment der Normandie, sowie in einigen Gegenden der Bretagne und der Provence. Die marokkanischen Stämme haben nach einer neuesten Meldung in größeren Scharen die Stadt Fez von neuem angegriffen. Mai. Der Landesverband der 3n der großen >rg i. V. sand ivä X Allgemeine « icmittn und i jjimq roar die Jul El Zweigverein« 1 ixibmira! Tr. S a ■k Bertscbnbung, ■xitt am beredtste Kigenbem Maße gc Ä:nMung von Schr Kib Verbesserung Di gioltc Gesuche ginge iütislden, sondern beten, wie von C mücr zahlreich w umg der Namens nb kleinerer StÜd yntii* der auf bi .18 '?onn mit ui >nn aud) bie gleit "Zeitlichen Schreibg T:c gesamte M ersehen ist, auf m vcn Mitglieder, «eng 314. As Sei nngtta 1914 besti bst und Aachen al )n einer befonbt •t ^vortrag über ^Liiebeö m Böhn 5-mqjgemflB aussc ^aghel, Geh. Kreis Wetzlar. — Wißmar, 28. Mai. Gestern abend ,/,10 Uhr kam cß hier auf der OrtSslraße zu einer Messerstecherei. Zwei Burschen gerieten wegen emeS Mädchenß aneinander und im Verlaufe deß Streiteß versetzte der Zigarrenarbeiter Kraft dem Bäckergesellen Pape, der auß Lage in Lippe- Detmold stammt, vier Messerstiche in den Unterleib, durch die P. lebensgefährlich verletzt wurde. Der Verletzte kam nach Gießen in die Klinik, während Kraft verhaftet und nach Wetzlar in Untersuchungshaft gebracht wurde. Hessen-Nassau. h. Wiesbaden, 28. Mai. Unter reger Beteiligung hielt hier der Herbergsvervand für Hessen und Hessen-Nassau seine Hauptversammlung ab. Nach einer Andacht sprachen Hausvater W al ke n h o r st - Wildungen über „Die seelsorgerische Arbeit an den Wanderbrüdern und die bisherigen Erfolge", und HauSvater Kania-Kassel über „Hausvater- und Hausmutterferien". Die Konferenz beschloß, bei den Behörden Schritte zu tun, daß den HerbergSvorstehern und deren Frauen Ferien gewährt werden. Ueder ,^erbergskonsum- vereine" berichtet Hausvater Rothenberger -Frankfurt. Man war der Meinung, daß zum gemeinsamen Einkauf der Lebensmittel ein engerer Zusammenschluß der Verbergen nötig sei. Ein Ausschuß wurde mit der weiteren Verfolgung der Angelegenheit betraut und beauftragt, auf der nächsten Hauptversammlung Bericht über seine Tätigkeit zu erstatten. Den Kassenbericht des Verbandes erstattete der Rechner Pfarrer Kleeberger-Friedberg. 2(. Derbanöstag der Deutschen Techntter-Verbander. Köln, 28. Mai. Wie wir bereits berichteten, wurde der BerbandStag mit einem Vortrage des Lic. Traub-Tortmund über: ,fS) a ß Koali- tionsrecht und die Angestellten" im ehrwürdigen Gürzenich eröffnet. Am LamStag nachmittag begannen die Beratungen in frpnk Missionen. Im Mittelpunkt der ganzen Tagung, die von über 300 Abgeordneten beschickt ist, bei überfüllten Tribünen steht tue Errichtung einer neuen Satzung. Der Deutsche Techniker- Verband wurde vor fast 30 Jahren als paritätische Organisation gegründet, entwickelte sich aber durch die Verhältnisse zu einer Angestellten-Organisation Tie vom Verbandstag angenommene Satzung tragt dieser veränderten Lage Rechtmng, weü Arbcug^er in Zukunft von der Ausnahme ausgeschlossen sein sollen. Bemerkenswert ist weiter auch, daß eine straffere Zentralisation der Leitung durchgeuchrt wurde, die in einer Ehcttüchen Ml- von ihm alsdann beantragten Revision von KasseberiÄ und fraise, wurden gewählt Kaufmann Ringel-Gießen und »ädcrnrir. i Finger Darmstadt. Architekt S ch c m b s Darmstadt führte t i Vorsitz und ging zur Erstattung des Geschäftsberichtes im abge- laniencn Jahr. über. Als vorläufig erledigt können vier Arbeiten gelten: 1. Der Bericht an die Regierung und beiden frommem betreffend die Gemeinde st euergcsetzgebung. 2. Tie Reform des Landesbrandkassen-Gesetzes. 3. Der Be- rici>t an bie Regierung zwecks Eintreten beim Bundesrate gegen die Ueberhandnahme der Belästigungen und N a ch- leiledurch Kraftfahrzeuge, Automobile usw. in ben größeren Städten und die dadurch bedungene Erhöhung der Gefahr und Unglücksfälle. 4. Die Denkschrift an fämilitbe über bürgermeister, Bürgermeister und Sladtverorbneten-Bersammlnn- gen des Großherzogtums. Direktor Volk-Mainz schloß sich hierbei nochmals kur; an und zeigte daraus hin, wie in allen diesen Fragen auch das große Publikum durch zahlreiche Artikel in b*n Tagesblättern aller hessischen Städte auf bem lausenden gebahnt und das Interesse dadurch wachgerusen und rege gehalten worden [ei .hieraus tarnen mehrere Anträge des Vereins Ossenbach zur Verhandlung, zunächst die Frage der 2. Hypotheken. Direktor Volk. Tie Schorn sreinsegergeldsrage, über die Volk- Mainz, Winter-Ofsenbach und Schmidberger-Friedberg sprachm, wird im laufenden Geschäftsjahre in den Bereich der Tmigkeit des Landcsverbandsvorstandes gezogen werden. Eine längere spannende Aussprache rief der Antrag aus Gründung einer „Hessischen Hausbesitzer-Zeitung" hervor. Grundsätzlich wurde die Gründung beschlossen. Heber das rigorose ErmittlungS- verfahren der Hessischen Beyördenbeider Heranziehung der W c r t z u w a ch S st e u e r sprach Herr Winter- Ofsenbach. Der Vorsitzende empfiehl^ Material zu sammeln und wird dann der Landesverbands-Bontand an geeigneter Stelle, aber auch in geeigneter Form vorstellig werden. Betreffend die raschere Erledigung von Miets- und Räumungsklagen berichtete derselbe Redner mit dem Erfolge, daß beschlossen wurde, bei dem Ministerium der Justiz vorstellig zu werden. Ein weiterer Antrag Ofsenbackis, das Gesetz die Sicherung von Bauforderungen betreffenb, fand nicht allgemeinen Beifall und Anklang und war man in Majorität der Ansicht, daß fick hier die 3mereffent?n- kreise, die BaugewerkSvereinigungen, in ihrem eigenen Intern c selbst bemühen möchten, eine Besserung der Lücken des betreffenden Gesetzes anzustreben. Eine Revision desHessischenStempel- st e u e r g e s e tz e s, hauptsächlich hinsichtlich des Jmmobilienwech- sels, namentlich bei Zwangsversteigerungen, begründete Herr Winter-Offenbach. Auch frier wurde beschlosfen, Material zu sammeln und bann in der Sache vorzugehen. w Mainz, 28 Mai. Der frühere Direktor der Mainzer Lederwerke, Heinrich Hermann, hat in einem Anfall geistiger Umnachtung feinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. h. Friedberg, 28. Mai. Bon einem Personenzuge der Lime Friedberg-Homburg ließ sich gestern abend ein lojähriaer Bursche aus Niederrosbach überfah- r e n. Der Lebensmüde wurde auf der Stelle getötet. — Beim Bolzenwerfen nach einer Scheibe wurde ein Gastwirt so unglücklich von einem Geschoß ins Auge getroffen, daß dessen Sehkraftverloren ging. = Bad-Nauheim, 28. Blau Am Samßtag findet im neuen Konzerthause baß erste große Kunstlerkonzert statt. Für daß Konzert ist eine der bedeutendsten Sängerinnen der Gegenwart, Frau Martha Leffler-Burckard, König!. Kammersängerin vom Hoftheater zu Wießbaden, verpflichtet iDorben. Die Künstlerin, die durch ihre glänzenden Erfolge bei den Bayreuther Festspielen, sowie bei den Festaufführungen im Prinzregenten-Theater zu München bekannt ist, wird die große Arie der Rezia aus Oberon „Ozean, du Ungeheuer*, sowie Lieder von Weingartner und Richard Strauß zum Vortrag bringen» Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach, 28. Mau Ein schwerer Einbruch sdieb stahl wurde im Bureau des Sekretärs des hessischen Landesvorstandes der sozialdemokrati chen Bartet verübt, das sich in dem Gebäude des Offenbacher Abendblattes in der Herrnstraße 16 befindet. Der Tater erbrach einen Schrank und em wendete daraus die darin an- geschraubte öieldkassette, in der sich ein größerer Geldbetrag befand. Bon dem Täter, der.mü den Lolalverhallnijsen vertraut gewesen fein muß, fehlt jede Spur. Der englische Kriegsminifter in Wetzlar. Gießen, 29. Mai. Die abermalige Reise des englischen Kriegsministers Lord Haldane wurde anfänglich allgemein mit der hohen Politik in Verbindung gebracht und als eine Fortsetzung seiner früheren Tätigkeit zur Anbahnung besserer Beziehungen zwischen Deutschland and England angesehen. Zwar wurde demgegenüber entschieden der private Charakter der diesmaligen Reise Lord Haldanes betont und bestimmt mitgeteilt, daß sie lediglich der Auffrischung der deutschen studentischen Crinnerungcn des Ministers und seiner Erholung dienen sollte, aber das Gerede von einer Zusammenkunft HaldaneS mit dem deutschen Botschafter in London Freiherrn v. Marschall und wichtigen politischen Aufträgen beider Staatsmänner wollte nicht verstummen. Jetzt aber lfat der tatsächliche Verlauf der Reise des Ministers bestätigt, daß es sich nm eine Erholungsfahrt an die Stätte seines Studiums in Deutschland und zu einigen der deutschen Goethestädte handelt. Die erste Zeit seines Aufenthaltes in Teuifchland verlebte der Minister in Göttingen, luo er vor nahezu vier Jahrzehnten studiert hat. Sein dortiger Aufenthalt diente nur der Erholung, Besuche empfing er so gut wie keine und namentlich die Vertreter gewisser großstädtischer Zeitungen, die ihn ausfragen wollten, mußten unverrichteter Tinge wieder abziehen. Gestern mittag gegen 2 Uhr ist Lord Haldane, in dessen Begleitung sich der bekannte englische Historiker Professor B r o w n befindet, von Göttingen abgcreist und zwar nach unserer Nachbarstadt Wetzlar, wo er um 5.10 Uhr eintraf und im „Herzoglichen Haus" ab stieg. Der Minister gedenkt mehrere Tage in Wetzlar zu verweilen, um als begeisterter Verehrer Goethes hier die Stätten, die durch den Aufenthalt des Dichters geweiht sind, zu besuchen und einige Ausflüge in die Umgebung zu machen. Von Wetzlar aus begibt sich Lord Haldane voraussichtlich über Koblenz nach London zurück. wandern und Reifen, Räder und Sommerfrischen. △ Grünberg, 28. Mai. Tas Pfingstfest stand in Grün- berg unter dem Zeichen des „Wandervogels", denn der Gautag der Hessischen Wandervogel fand für 1912 hier statt. Es waren zum Gautag gewandert folgende Ortsgruppen: Franv- furt, Wiesbaden, Höchst a. M., mit je 2, einer Mädchen- und einer Bubengruppe, Marburg mit 3 Gruppen, ferner Bad-Homburg, Bensheim a. d. B., Bonn a. Rh., Büdingen, Darmstadt, Friedberg, Gießen, Godesberg a. Rh., Hanau, Gelnhausen, Heidelberg, Kl.-Linden, Laubach, Lollar, Mannheim, Mainz, Wetzlar, Worms, Ziegenhain bei Zvassel mit je 1 Ortsgruppe. ^luHerdern waren gekommen Vertreter von Bkünchen^ Leipzig und Hamburg. Zusammen waren eS 310 Wandervögel^ darunter 68 Mädchen. Die Mädchen waren alle in Bürgerhäusern einquartiert. Die Buben hatten unter Leitung und Aufficht der Gruppenführer in Scheuern Hordenquartierc bezogen. Am zweiten Pfingsttage fand am Ausgange des herrlichen Brunnentals nuttagfr großes Abkochen statt, wonach die Wandervögel eine« Sängerkrieg und schöne BolkstänAc unter sich veranstalteten. Zu diesem herrlichen Schauspiele im Tale hatten sich viele Hun- berte von GrünbergS Einwohnern cingesunden und sahen untf hörten von dem BcrgeShangc den Volkstänzen und Volksliedern zu. Die Ausbildung erfolgt unentgeltlich unter Gewährung von freier Wohnung und Verköstigung im Mutterhaus, sowie einer entsprechenden Vergütung. Dem Alice-Fraucn- Berein gehören z. Zt. 89 Pflegerinnen an. Da jedoch ortwährend an den Verein Gesuche um Ucberlassung von Schwestern gerichtet werden, denen nicht entsprochen mer- den kann, da über sämtliche Schwestern bereits verfügt ist, können noch wettere Lehrschwestern angenommen werden. Frauen und Jungfrauen, die sich dem edlen Berufe )er Krankenpflege widmen wollen, seien hierauf hingewiesen. Nähere Auskunft erteilt die Vorsteherin des AUce- Hospitals zu Darmstadt. ** Wartburg-Verein. Der Verein christlicher junger Männer „Wartburg" hat den Pfingstmontag dazu benutzt, in die Gottesnatur hinauszugehen und eine größere Marschtour unternommen. Morgens um 51/, Uhr ging es bis Wetzlar mit der Bahn, von da aus Marschtour nach Dianabura und Greifenstein. Kurz vor Dianaburg wurde zum Morgenkaffee abgekoclfl. Dann ging es unter röhlichen Gesängen zur Burg Greifenstein. Am Fuße der Burg wurde zum zweiten Male Rast gehalten und zu Mittag abgekocht, wobei sich der Verein des Entgegenkommens eines Flurschützen erfreute, dem die frohen Augen der Wanderer und ihre frischen Lieder wohl der beste Dank waren. Tann ging es zurück über Katzensurt nach Wetzlar, wobei unterwegs noch einmal zum Kaffee ab- c;etod)t wurde. Um 9 Uhr langte man wieder in Wetzlar an, um mit der Bahn nach Gießen zurückzufahren. ** Zu der Notiz über den Diebstahl in der Goethestraße ist mit^uteiten, daß die Dame am Bahnhof nicht durch einen Polizeihund sestgesteltt wurde. Es lagen Tatsachen vor, sie einem Verhör zu unterziehen und dies geschah zufällig von einem Beamten, der seinen Hund bei sich hatte. Landkreis Gießen. = Groß en-Lin den, 28. Mai. Der hiesige Ge- sangverein Harmonie erzielte frei dem am zweiten Pfingstfeiertage in Kassel abgehaltenen Gesangswettstreit und starker Konkurrenz in der 1. Land klas f e den ersten Preis, während die mitkonkurrierenden Vereine in der Punktzahl weit zurückblieben. Der unter der Leitung des Herrn Sarnes stehende Verein hat schon mehrere Preise SflblW ■ ■*; m W- - "l L umltr; ! uitb ■5-n $art(,cni> Kfar der ÄBerin ' vr Serband i für da>ldlr rJ53« ffiÄS * eonntaflSrufre . -freiem. ; .-.Tnidlige unbeg ttiintibflierunpen .-jrtlidjung des • ixgen Schluß d W« «orflanb W M l- Lorsi I Zit „Teutlche * I r ionöi’tnuininer Maits und i 30 000 Sicinplaren i: !2Mlilcher Pro K. ljouptoeffot Verein für Krankenpfleae vom Roten Kreuz (Protektor Großherzoa Emst Ludwig; Präsidenttn: Prinzessin Ludwig von Battenberg, Prinzessin Viktoria von Hessen, z. Zt. vertreten durch die Großherzogin) hat die Ausgabe, im Kriege im Zusammenwirken mit dem hessi chen Landesverein vom Roten fttcu* die Militärverwaltung in der Fürsorge für die im Felde Verwundeten und Erkrankten zu unterstützen, im Frieden diese Hilfstätigkeit vorzubereiten und überhaupt zur Förderung einer zweckmäßigen Krankenpflege in Friedenszeiten, besonders in Hessen, mit Rat und Tat beizutragen. Zur Erfüllung dieser satzungsgemäßen Aufgaben bildet der Mice-Frauen- Verein Berufskrankenpflegerinnen für Kriegs- und Friedenszeiten aus und verwendet diese im Frieden zur Aus Übung der Krankenpflege im Mutterhaus (dem Alicc-Hoipi- lat zu Darmstadt) und in anderen Krankenlstiusern, sowie außerhalb von solchen (in der sog. Privatkrankenpsleae), indem er sie dem Staate, Kreisen, Gemeinden, kirchlichen Verbänden, freien Krankenpflegevereinen usw. zur Ver- ugung stellt. Außer im Alice-Hospital zu Darmstadt wird der Krankejipslegedienst von Schwestern des Alicc- Frauen-Vereins zurzeit versehen: in der Medizinischen Klinik und der Frauen-Klinik der Landesumversi- tät Gießen, im Kreiskrankenhaus zu Alzey, im Kreiskrankenhaus zu Alsfeld, im Stadtkranken- haus zu Bad-Nauheim, in der Lungenheilanstalt der Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen, „Eleonorenheilstätte" bei Win ter kästen. Ferner sind noch an 14 verschiedenen Orten des Großherzogtums Alice- Schwestern in der Privat- und Gemeindekrantenpflege tätig. Ter AlicoFrauen-Verein ist Mitglied des Verbandes der Deutschen Frauen-, Hilfs- und Pflegevereine unter dem Roten Kreuz und des Verbandes Deutscher Krankenpflege- anstalteu vom Roten Kreuz und sorgt für feine Schwestern in gefunden und kranken Tagen in auskömmlicher Weise durch Gewährung freien Unterhalts und eines mit den Dienstjahren steigenden Gehalts, eines alljährlichen, vier- wöchentlichen Erholungsurlaubes, ferner ärztliche Behandlung und Verpflegung während der Erkrankung und einer angemessenen Alters» und Dienstunfähigkeitsversorgung. Die Probezeit und Ausbildungszeit der Schwestern beträgt in der Regel mindestens ein Jahr. Am Schlüsse müflen sie eine wissenschaftliche und technische Prüfung aMcgcn und werden dann als Rote-Kreuz-Schwestern im Dienste des Vereins lebenslänglich angestellt. Voraus- etzung für die Aufnahme in die Schwesternschaft, die von der Vorsteherin des Alicehospitals als Oberin geleitet wird, bildet völlige Unbescholtenheit, völlige geistige und körperliche Gesundheit, ausreichende Bildung des Verstands und Gemüts und ein Lebensalter von nicht über 35 Jahren. Au» Statt und Land. Gießen, 29. Mai 1912. •• Daß Großherzogßpaar trat gestern von Sewastopol auß die Rückreise nach Darmstadt an. Daß ruff. Kaiserpaar begleitete eß auf der Kaiserjacht „Standart* von Lwadia nach Sewastopol. •• Lehrcrpersonalien. Der Großherzog Haiden provisorischen Lehrer an dem Ernst-Ludwig-Seminar zu Bensheim, Joh. Bentz, zum Lehrer an dieser Anstalt ernannt. — Ernannt wurde ferner die Schulamtßafpirantin Hulda Waldner auß Wasselnheim zur Lehrerin an der Eleonoren- schule zu Darmstadt, unter Belassung in der Kategorie der Volkßschullehrerinnen. — Entlassen wurde der Lehrer an der Gcmeindeschule zu Rieder-Ingelheim, Leonhard Muntermann auf sein Nachsuchen, mit Wirkung von» Tage seiner Dienstniederlegung an. — In den Ruhestand versetzt wurde die Lehrerin an der kath. Schule zu Bingen Franziska Hutter auf ihr Nachsuchen biß zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit. — Erledigt ist eine cvang. Schnlstelle zu Bücheß. Daß Präfentationßrecht steht dem Fürsten zu Ysenburg-Büdingen in Büdingen zu. ♦♦ Das HilfS schulwesen im Großherzogtum Hessen. Wie in Deutschland, so hat sich auch in Hessen das HilsSschulwcscn verhältnismäßig rafch entwickelt. Nach einer soeben veröffentlichten Statistik bestanden am 1. Mai d. I. in den fünf größeren Städten: Darmsiadt, Gießen, Mainz, Offenbach und WormS int ganzen 29 Hü'.-chuiUasfeii, gegen 24 im Vorjahre. Diese Ostern erhielten neue Klaffen Darmstadt 3, Offenbach und Mainz je 1. Die meisten Klassen überhaupt zahlt Darmstadt mit 9, dann kommt Offenbach mit. 8 und Mainz mit 7. In Worms bestehen 3 und in Gießen 2 Klassen. Die Gesamtschülerzahl betragt 651, nämlich 367 Knaben und 284 Mädchen. Der Koniesslon nach sind 393 evangelisch, 245 katholisch und 13 andersgläubig Die durchschnittliche Klassen- starke beträgt in Darmstadt 20,77, in Gießen 24, in Mainz 21, in Ossenbach 24,26 und in Worms 25 Kinder. Die älteste Hitssfchuleinrichtnng hat Mainz, gegründet 1892 Tann kommen Darmstadt und WormS im Jahre 1899; 1903 folgte Ossenbach und 1904 Gießen. ** Hessens Weinernte 1911. Nach dem ersten Viertel- jahrSheft der Statistik des Deutschen Reiches für 1912 waren in Hessen 1911 rund 12 900 Hektar Weinberge vorhanden, die 3 8 7 685 Hektoliter Weinmost im Werte von 23 475 462 Mark erbrachten. Der Turchschnitlsertrag aus den Hektar betrug 30,1 Hektoliter, der Preis eines Hektoliters Most beziffert sic auf 60,6 Mark. Ter Geldertrag von einem Hektar Rebsläche beträgt 1820 Mark^ ** Kleyer-Stistung. Der für Förderung deö Auto- mobilbaueS und der Luttschissahri an der Technischen Hoch - schule in Darmstadt errichteten „ftletj er-Stiftung'* ist vom Großhcrzog am 11. Mai die Genehmigung erteilt worden. •• Eine neue Station an Der Main-Weser- Zahn. Am 1. Juni wird der an der Bahnstrecke Frank- 'urt a. M.—Kaffe! zwischen den Stationen GunterShausen ind Oberzwchren neu errichtete Haltepunkt RengerShaufen für den Personen-, Gepäck- und Expceßgut-Vertehr eröffne werden. * Alice-Frauen-Verein Der 1867 von der Großherzogin Alice von Hessen gegründete Altce-Fraueu- leit schriftlicher Propaganda des Meteorologische veobachtungen^der Station Gießen. Wetter 1JS« KavonSeife / qanZz ohne Soda!! / fabelhafter Waschkraft Stück LV Pf qanz^ * VtMinit km. Köhler 04489 ungefärbt urwoliert I Ry ff h 3 U SEfT CC&D lÖ U ffl K Frankenhausen I hCionnnoii? " . cvj-l« Hach wod TMfcee. ■ Kreuzplatz 5. 2994 __■■ Kreuzplat Zirkus MAY Vorverkauf: Zigarren ■ Haus Sonntag, Sonnenstrasse. s Bed. Himmel Bew. Himmel 2 2 2 10 10 8 Garbenheim Goetheplatz Höchste Temperatur am Niedrigste „ , Niederschlag: 0,8 mm. Europas grösste und vornehmste Wanderschau, eröffnet in Giessen auf dem Oswaldsgarten am Sonnabend, 1. Juni, eine neuartige Haushaltseife von den hiesigen Chefredakteur und Verleger Hirsch. (£3 sind über 100 Mengen geladen. Beigeordneter Berndt und irtau Schavirv werdet, durch die ^lainter 41 nmähe Tr. Pagenstewer und Tr traust, Hirsch durch Tr. Bernstein (München) und Tr. Bovo iTnrinuaM) vertreten. Ten Vorsitz der Verhandlung führt Landgerichtsdirektor Nagel. Am DienStag mittag beraubten Banditen aus dem P o st - wagen des Expreßzuges von Paris nach Nizza eine Menge Postiäcke ihrer Wertsachen und verschwanden unbemerft. Ter Wert der geraubten Postsachen ist nicht sehr hoch Mai - + 17,5u C. „ =■ + 4,8 0 C. Natur- Voll« Reis eine Arastnahrung Letzte llacbricbtcn. Sigmaringen, 29. Mai. Heute abend trifft bet Exkönig Manuel von Portugal hier zum Besuch des Fürsten von HohenzoNern ein. (f>crid)t»faaL l Mainz, 28. Mai. In Darmstadt beginnt am 18. Juni die Viederverhandlung in dem Prozeß Berndt-Schaviro gegen verbanden mit Weinhandlung ,7a Tclevb. 2080 Seltersweg 70 relevb.2080 Anerkannt vorzügliche Küche. Nur Weine erster Firmen, gut abgelagert. Berkaus m Glas, Flaschen und Gebinden zu jeder Zett. Vedcutende Preisherabsetzung. Weinvroben zur Verfügung. abends 8*|4 Uhr verhaftet. Er konnte nur mit Müde vor der wütenden Menge geschützt werden. Aus Billa Neal 3,»an,en wird genieldel. in ftneni spicltheater ist rin Brand au-gebrochen, wobei 80 Personen um gekommen und viele andere schwer verletzt worden sind. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, den 30. Mai 1912: Wechselnd bewölkt, vereinzelt leichte Regensälle, etwas wärmer. Großen-Buseck. Nachdem bereits 14 Tage verstrichen sind, daß in einem hiesigen Gehöft die Maul- und Klauenseuche ausgcbrock>cn ist und kein iveiterer Fall sich gezeigt bat, so lebte jeder in der Hoffnung, daß wir Landwirte letzt nach Belieben mit unfern Kühen der Feldarbeit nakbgehen künMen Aber dem ist nicht io. Alles staunte, als am vorigen Samstag unser Polize wiener nochmals bekannt machte, das; daö Fahren mit Kühen bis aus weiteres bei Strafe verboten ist Man fragt sich, auo welchen Gründen wird die Sperre nicht in eine Gehöftsperrc umgesetzt? Wenn man so sieht, wie die Leute ihren Wagen oder Marren selbst ziehen bei unserer bergigen (Gemarkung, so glaubt man sich in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurückgesetzt Es ist traurig, wenn man die alten Leute sogen hört, es ist gut, baü wir schon so alt sind, das; nhr manches nicht mehr zu crlcl>en brauchen. Wenn man weiter sieht, wie die Landwirte draußen bei ihren Kartoffeläckern stehen und sehen, wie die Kartoffeln aus der Erde herauskommen und sie ihnen durch Eggen unb dergleichen nicht nachhelfen können, so fragt man sich: ,,«tnd wir der freie deutsche Bauernstand?" In den Zeitungen steht oftmals von der Landflucht zu lesen, kann man es der Jugend verdenken, wenn sie bei solchen Gesetzen der Landwirtschaft den Rücken lehrt und sich der Stadt zuwendet Wo sind die Manner wie Abg. Köhler-Langsdorf war, der für seinen Bauernstand lebte Wir richten an alle unsere Abgeordneten die Bitte, dahin zu wirken, daß bei Ausbruch einer Seuche nur Gehöft- und Gemarkung^ sperre eingeführt wird und nickst wie frier, Ortssperre, denn der Bauernstand kann es bei der steigenden Steuerschraube nicht vertragen, daß man ihn im Sommer drei Wochen einfperrt, denn er soll und mutz seinen Verpflichtungen auch nachkommen. Alle Landwirte, die ihre Feldarbeit mit ÄSfrcn verrichten, können sich denken, in welcher Lage wir sind, zumal das Pflanzensetzen vor der Tür ist und die Aecker nicht bebaut sind. Statt Karten Emilie Hen°PP Carl Müller Verlobte Erdbeeren täglich frisch eintreffenb, empfiehlt billigst W. Hankel 3730 Tel. 612 Neuen-Bäue 7. Schöne Bohnenstangen, das Hundert von 7 Mt an. iow Waichpsäfrle u Waich- ieilitüncn emvneblt M495 K. Gerth.Vanbmannitr.il. I jSSte..--1 ÄS-Wl 1 tl hin j16 (H^otbffcns'z rbtrQ0e öU ' bberfler^r'lc en. föttfTShl rsJcut« ftp H ; Ten •: ' ‘oen S t e m d e [. uSm 3nnnobilren»t6. begründete bent-, j)"cn' Material zu sammelt ühere Direktor der Mainz« at in einem Anfall geistig« 1 Erhängen ein End, 17. Hauptversammlung der Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. In der groben Volkshalle des Rathauses zu Reichen- h rg i. B fand während der Pfingstfriertage die Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins unter Beteiligung bet bcutid/en und österreichischen Sprachvereine statt. Mit der lagung war die Jubelfeier des 25jäfrrigen Bestehens des Reichen- c qcr Zweigvereins verbunden. Ten Vorsitz führte Geheimer Oderbaurat Tr. Sarrazin Berlin). Für das Vertrauen und die Wertschätzung, bereu sich der Sprachverein erfreuen darf, »richt am beredtsten die Tatsache, datz seine Hilfe in immer redendem Matze gesucht wird für die sprachwissenschaftliche Besudlung von Schriftsätzen aller Art, die sprachliche Durchsicht ..nd Verbesserung von Entwürfen, Verordnungen und dergleichen. 5olck'e Gesuck>e gingen aus nicht nur von Behörden, staatlichen wie i"äbhid)en, sondern auch van Verbänden, Vereinen und Körper- ichaftcn. wie van Geschäftsleuten und Privaten aller Art. Nicht mnder zahlreich waren die Gesuche um Prüfung und Berich- igung der Namensschreibung von Sttatzen und Plätzen größerer inb kleinerer Städte und Ortschaften, Arbeiten, denen lieb na- ■nftttiid' der auf diesem Gebiet besonders zuständige Tr.» Wüls- ! ng Bann'» mit unermüdlickxnn Eifer unterzogen hat. wie ihm denn nud) die gleichfalls belwrdlich erbetene Aufstellung einer ■ rheitiidhen Schreibweise der Eiscnbafrnstationsnamen zu danken ist. Tie gesamte Mitgliederzahl beläuft sich, soweit bis setzt zu uberfeljcu ist, auf inefrr als 31000, einschl. der 4000 unmittelbaren Mitglieder Tic Zahl der Zwetgveretne betragt gegenwärtig 314. Llls Zciwunkt der nächsten Hauptversammlung wurde Pfingsten 1914 bestimmt. Ter Vorstand kann zwischen Hamburg, Löln und Aadzcn als Tagungsort wählen. . In einer besonderen Festsitzung hielt Prof. Tr. joauffen iPrag) b-ij Festvortrag über „Tie Geschichte. Art und.-spräche des deutschen Volksliedes in Böhmen". — In den Gesamworstand wurden dte iatzungsgemäß ausfd>eidenden Herren, darunter Prof. Tr. Otto Vefraghcl, Geh. Hofrat, wiedergewählt ar. Sestern abend >|,10 Uh, zu einer Messerstecherei. ne- Mädchens aneinander I 'setzte der Zigarrenarbeiter I der auS Lage in Lippe« I rstiche in den Unterleib, I etzt wurde. Ter Verletzt, I ährend Kraft verhaftet uni I gebracht wurde. sau. Unter reger Beteiligung I rband für Hessen unt rsammlung ab. Nack I ter Walkenhorst'Vil-1 ; Arbeit an den Wander- lge", und Hausvater it a- und Hausmutter- chloß, bet den Behörden erasvorjtehern und deren lieber ^erbergskonsum. thenberger-Franlsttt i gemeinsamen Ein tau i der nmenschluß der Herbergen )e mit der melieren Bep ui und beauftragt, aus der M über seine Tsttgkeu t des Verbandes erftalte» | ger-Friedberg. ’ und MinechiM iaIt-bVK9H2'^- A Ortsgruppen- Fm» ch^Wdchcn.,^ llt 16 öMW1 3 y&iSn, TatmitflK. rg & anffat, MnnlpL bach, VrÄ klOß*' ai« W-ü» :rnen ^^310 Mndervc^. n waren ^^L^undMl'ichc^ mter LettE u MartlereU^otalsnsL^ mach ^ersichp^'?^ L,«gesandt. (Für Fornl und Inhalt aller unter biefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber ketnerlet Verantwortung.) Sieben, SS. Mai. Zum A b \ cö i e b der 3 e 11 m i f | i o « in Oswalds (Barten. Gott fei Tank, endlich sind roir wieder einmal von dem schönen (besang befreit. ES war herzzerreißend, wenn bet Gesang in die Wohnungen hineinschallte, sowie die Xone dcS öenn Predigers, ilieber doch ein paar Karusselle ober einen Zirku» hören, wie diese schönen Melodien, von denen wir jety hoffentlich befreit bleiben werten. Mehrere Anwohner der Nord-Anlage. jroei Sondernummern erscheinen lassen, die sowohl in Anbetracht -pres Inhalts und ihrer Ausstattung, als auch der Auflage von ijOOOO Exemplaren ein beredtes Zeuanis für die Leistungsfähig- Verbandes ablegten. ESsgfe ZOG ,„i> dM".°Zh, «°ch»E ÜB* «erbandstag's^l- Erstes" l-n w gellte bieM°tun§5^ ,anISfb Tagu^'^bür^ j M. jrt . ' I Die R-inigun-;s,virkung ist einfach fabelhaft. Selbst durch und durch verschmutzte Wäsche wird mit Kavon-Seist bei spielend leichter Arbeit wie neu. Empfindliche Stoffe wie Seide, Wolle, Spitzen, Gardinen ufro. bleiben vollständig unverändert. Kein Einlaufen! Kein Farbenverblafsen! Dabei billig: Sei richtiger Anwendung braucht man von Kavon-Seise halb so viel Lctfc rote fonft Zusammensetzung nnd Waschkrast die reinste und vollkommenste Hausseife, die die Seifen-Jndustrie je hervorgebracht hat.________________________________________________________22* vermischtes. * Hochwasser in Ungarn Aus vielen Cn* schäften Ungarns werden Hochwasserschäden gemeldet. Der Wallfahrtsort Mariaradna ist überschwemmt Im Arader ttomitaf sind mehrere Häuser cinaeftünf In S^ilagnsoukyo, E.^atz, Negen und Maros-Vasarheln m Siebenbürgen verursacht das Hochwasser einen Schaden von Millionen Mehrere Brücken der Maros sind fort aeschwemntt und der Bahndamm beschädigt Ter Verkehr tst an vielen Stellen unterbrochen. Es lausen weiter zahl reiche Meldungen ein, daß Häuser eingestürzt sind. Auch Menschen sind den Fluten znm Opfer gesallcn. Wad) neueren Nachrichten ist das Hochwasser im Abnehmen gegriffen 289 Häuser sind einge stürzt. Kleine Lagcschrontl. In der ersten Pfingstnacht wurde in einem Wäldchen bei Üoblenz-Ncuendors rin Sergeant des 28. Infanterie- Regiments ermordet aufgesunden. Ter Getötete hielt in der Hand ein Taschenmesser, mit dem et sich anscheinend, nachdem chm das Seitengewehr entrissen worden war, verteidigt hat. Es scheint sich um eine Schlägerei zu handeln. In Aschaffenburg fiel am Montag ein 1*,,jährig es fitnh in heißes Sodawasser und erlag kurz darauf seinen Brand-- wunden. Am Samstag vormittag wollte in Nürnberg bei einer Probe für das an den Pfmgittagen stattfindende Prelsretten Frau Clara Kuppenheim, die Gattin eines Fabrikanten aus Pforz heim, eine Hürde nehmen, wurde aber von dem Pferde abgc roorien. Tas Pferd blieb an einem Hindernis hängen, fiel auf die Frau und erdrückte sie. Aus Planen i. Bogtl. wird gemeldet: Zwei Automobile Plauener Fabrikanten, die von Müh'.troff kamen, gerieten beim Ucberfrotcn an einer steilen Sttatzenböschung aneinander. Sie wurden die Böschung h i n ab g e schl eu d er t. TaS eine Automobil überschlug sich vollständig. Seine fünf Insassen wurden hinausgcsdsteudett und schwer verletzt. Eine Person ist bc^ rritS gestorben. In München ist die Tochter Wilhelm von Kaulbachs Fran Geheimrat Marie v. Bölk gestorben. Eine Gesellschaft junger Leute befuhr in einem Kahn einen Weiher bei Aachen. In ihrem Uebermut schaukelten sie )o lange, bis der stahn umschlug. Ein junger Mann, der einem Mädchen beistand, ertrank mit diesem In dem luremburgischen Orte Mit mt der Obermosel wurde am Pfingstmontag ein Mädchen, das sich am Tomtersttig derheiraten wollte, von seinem früheren Liebhaber auf dem Heimweg vom Kircktgang ans dem Hinterhalt durch einen Reoolverschuß ins Herz getötet. Ein auf den Bruder des Mädchens abgegebener Schuß ging fehl. Bei einem im Dorfe Lühebusch znnschen arbritswilligm und streikenden Maurern ausgebrochenen Streit wurde ein arbeitswilliger Polier mit einer Eisenstange erschlagen, ein anderer Arbeitswilliger lebensgefährlich verletzt. Aus dem Kummerowfec im Regierungsbezirk Stettin kenterte infolge starten Wellenganges ein mit drei Personen besetztes Boot. Die Insassen, Student Peters und zwei Primaner ertranken. Das Boot wurde heute abend bei Berehen ans Ufer getrieben; die Leichen wurden noch nicht gefunden. In Genf wurde am Dienstag der zweite internationale Kongreß für Lustfchiffahrtsrecht eröffnet. Bei einem Zusammenstoß eines Feuerwehr-Automobils mit einem Ikrivatautomobil wurde in Wien der 62 jährige serbische Konsul John Wassiliewitsch fefrr schwer verletzt, während seine ihn begleitende Tochter mit leichteren Verletzungen davonkam. Die Verunglückten mußten, da das Automobil vollständig zertrümmert war, aus den Fenstern herausgezogen werden. fwMdjart zum Ausdruck kommt. Der BerbandSdeitrag wurde nit ber neuen Satzung auf 24 Mark festgesetzt 2ie Jahresberichte erstatteten 2 chwenkler - Lichterfelde unb 'en»- Berlin. Ter Verband täNt über 30000 Mitglieder und ~ritpt ein Vermögen von 630 000 Mk. In Leitsätzen über die furch'ührung des Berbandsprogramms narben Selbsthilfe und Staatshilfe als die Mittel bezeichnet, iie für eine Besserstellung in Anspruch zu nehmen sind. Be- 5 heiß umftntten war der Satz, daß von allen gesetzlich •uläifigen Mitteln Gebrauch gemacht werden solle, um eine Schädi- iung wirtschaftlicher Interessen der Techniker abzuwehren. Turch .'eeinflusiung der Gesetzgebung soll die Staatshilfe angeregt ,-eroen und die Mitglieder sind deshalb verpflichtet, in den kölnischen Parteien zu wirken Ucber „AngestcllteundWirtschaftspolitik" sprach t?r Redakteur der „Teutschcn Techniker-Zeitung" E Richard Schubert-Berlin und in ehier Entschließung wurde betont, 1MB der Verband grundsätzlich jede Bestrebung unterstütze, die । g-eignet fei, einen Ausgleich zwischen der Höhe des Gehaltes jub ber Kaufkraft bes Gelbes zu schaffen Eine andere Entscküießung betraf die Erhöhung ber 8ihrenze der pfändung-freien Einkommens entbrechend dem veränderten Eristenzminimum. In Anbetrackn ber angetünbigten Verbesserung bed Angestell- ttnrechts für Handlungsgehilfen durch eine Novelle »um Handels- k iktzbuch fand die nachfolgende Entschließung einstimmig Annahme: „Da feit langem die Verbesserungsbedürftigkeit des Tech- rnkerrechtS von Regierung und Reichstag anerkannt worden ist, | gibt der in Köln versammelte 21 Verbandstag des Deutschen | L'chniker-Derbandes seinem Befremden Ausdruck, daß die Re- girrung es ablehnt, bei ber geplanten unvollkommenen Regelung : r>ee 4 w> franko Porto u. Lis« empfiehlt und versendet Carl Heintze, Hamburg. Aiutcrtor $718] ; JuLBach bietet stets aparte Neuheiten a7» Waschgarnituren jeder Preislage Dr. Thompson’s Seifenpulver schont die Wäsche fliuves^ I nlurig i? 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Der "'ten Partei mg der Lehrer n « in Tlenste v, darauf trat die t*öa heutigen Bnichicrstl W folgen . l- -iie deulsä , . die manu, I JJJ™ ®illen uni .1. ?an*Lm gegen I PKungslos! 1 V« erklär < ’^ebt, die A I L k!.V"len, E ™Wen hä Wtoi "Ä -b15^ S ®£,t«lteii, "3 » werden 4. “• du dieser der M, >edoch, öü, S?8 wü Sä«?.8*« kti 1? ^t(ciL ^Ät^llen tzK,- ^eit :: £:t‘ Üir «