Zweites Blatt (62. Jahrgang Nr. US scheint ILglich mit Ausnahme deS Sonntag». Die „Gießener KamilievdlStter" werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, da» ' Mreisblatt fflr den Krris Lietzen ' zweimal wöchentlich. Tie „LandwirtichaftUcheu -eit. fragen" erscheinen monatlich zweimal. der Feststellung, daß eine Hauptstütze morsch unb beschädigt war? Der „Köln Ztg " entnehmen wir über den Lokaltermin der Oterüht Mo inm u) wn einige anderslautende Darstellun- Die Verteidigung der Vadeverwaltung in Sinz. Binz, 30. Juli. Tic Badeverwaltung teilt mit: Tic gestern nachmittag cingetrofsenc Gerichtskommission habe festgestellt, daß an der Konstruktion der Brücke nichts auszusetzen und der Unfall lediglich auf den großen Andrang des Publikums zuruckzn- führen fei. Die Brücke wurde wieder für den Verkehr frei- gegeben. Diese Erklärung fordert denn doch Widerspruch heraus, denn sic ist 'gar zu eilfertig in die Welt hinausposaunt worden. Wenn kein Konstruktionsfehler vorhanden war, so schließt das nicht aus, daß die Brücke allmählich bau-- fällig geworben war. Tann wurde ihr der große Andrang des 'Publikums allerdings gefährlich. Wie steht es mit öine amtliche deutsche Aeutzerung. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt zum Ableben des Kaisers von Japan: Mit der langen ereignisreichen Regierung des Dcrftorbencn Kaisers bleibt der Eintritt Japans in die Rewe der Großmäckle verknüpft. Rach dem Herkommen feines Landes und nach feiner verfönlichen Eigenart ist der Kaiser Mutsuhito in der Oeffentlich feit wenig hervorgetreken. Dennoch kann kein Zweifel sein über einen wesentlichen Anteil, der dem entschlaienen Monarclxn an der bewundernswerten Uetenührung Japans in ein modernes Staatswesen und an dem Auischwung des Bolles zu- fommt. Von Räherftebeuden wird rühmend berichtet, dan sein Leben von unermüdlicher A r b e i t für das Wohl d.s Landes anSgefüllt ivar. Wiederholt haben Mitglieder deu t, eher I ü r st c n hä u s e r, die bei Besuchen in Tokio vorn Kaiser galt freundlich empfangen wurden, seine edle Persönlichkeit tennen und ivürdigcn gelernt. Ter Trauer des japanischen Volkes um den Verlust ihres geliebten und geehrten Herrschers schrienen wir uns voll aufrichtiger Teilnahme an. Tcm ersten Kai,er des neuen Japans bleibt in Deutschland ein ehrendes Andenken g^ sichert. Tie Trauer in Tokio. T o k i o, 30. Juli. Der L a n b t a g ist zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen worden, um der kaiserlichen Familie das Beileid auszusprechen und die Ausgaben für die Bestattung des Kaisers zu bewilligen. Der neue Kaiser zog sich in den Aoyam-a-Palast zurück, wo er morgen die Minister, Räte und andere Würdenträger empfängt. Der geheime Rat schlägt vor, die neue Aera „Tai Sei" oder die „Große Rechtlichkeit" zu nennen. Die B e st a t t u n g des Kaisers erfolgt in Tokio gemäß einem Gesetz, das allerdings von dem Kaiser Mutsuhito nicht mehr unterzeichnet ist. Unmittelbar nach der Zeremonie der Tltronbesteigung des neuen Kaisers wurde der kaiserliche ?lhnentempel nach dem Shinto-Ritus ausgeschmückt und Opfergaben an Lebensmitteln wurden auf dein Altar niedergelegt. Deutschland und der Regierungsantritt Kaiser yoshihitor. Das Land der ausgehenden Sonne betrauert in Mutsu- hlto den großen Kaiser, der sein Volk aus der Gewalt der Vriesterherrschaft und mittelalterlickrer Abgeschlossenheit bc- ;reite, um es in einer beispiellos glänzenden Entwickelung Cuf die Höhen der abendländischen Kultur und einer politischen Weltmachtstellung zu führen Es ist hier nicht der Ort, diese Entwicklung von dem kleinen durch die Miß wirtschaft der Shogunc niederyehaltenen und zerklüfteten •apan der 50er Jaljrc des vorigen Jahrhunderts bis zum apanischen Imperium unserer Tage im einzelnen dar. iulegen. Es mögen ein paar kurze Daten hinreichen, aus bfnen schon zur Genüge zu erkennen ist, welch riesenhafte ^bensleistung der dahingeschiedene Kaiser zum Segen einer Ration in 45jührigcr Regierung vollbracht hat. Tas denkwürdige Dekret vom 17. Juni 1869 hob mit einem -chsage sämtliche 270 Kleinstaaten und alle Vorrechte des Adels auf. 1870 wurde die Justiz von der Verwaltung getrennt und der Telegraph eingeführt. 1871 folgte die -chöpsung einer modernen Armee, der Reichspost und eines neuen Munzsvstems, 1872 die allgemeine Schulpflicht und die erste Eisenbahn von Totio nach Yokohama, 1873 die allgemeine Wehrpflicht. Allerdings wurde die Entwicklung durch neue Aufstände unterbrochen, in denen sich der tollkühne Mut der alten Ritterschaft der modernen Staatsmaschine entgegenwarf. -,0 überfiel in der Nacht vom 24. bis 25. -Oktober 1876 eine 'dhat von Samurai das -Offizierskasino in Käimamoto Set Generalmajor Taneda und viele seiner Kameraden mitten ermordet, und am andern Morgen mußte sich das moderne Infanterie-Regiment, das die Okirnifon der Stadt Üdete, in seiner Kaserne den Rebellen ergeben. Im Jahre darauf erhob sich der Ritter Saigo Takonori gegen ten Kaiser, und 40 000 Samurai folgten seinem Rufe. Aber m einem langen, blutigen Feldzuge blieb die Regierung itegreirf), und seitdem hat der alte Adel keinen Aufstand mehr gewagt. Auf den Rat Itos bildete der Kaiser im Jahre 1885 ein Ministerium nach europäisctem Muster; wurde die Städteordnung gegeben und schließlich, im Jahre 1889, die mit Spannung erwartete japanische Verfassung. Am 29. 1890 konnte Mutsuhito in feier- kicher Form das erste japanische Parlantent eröffnen. Die großartigen Erfolge, die Japan seither besonders in der auswärtigen Politik erzielt hat, sind all- tekannt. beruhte Gleichviel, die moralischen Eroberungen, welche uns diese tatsächlichen Verdienste um Japans Größe ein getragen haben mögen, wurden mit einem Schlage gemacht durch den erzwungenen Frieden von Shimonoseki, bei dem die caprivi hohenlohesche „Staatskunst" es als förderlich für Deutschlands Interessen ansah, dem sieg reichen Großstaat mit Frankreich und Rußland in den Arm zu fallen und ihn um die schönste Frucht feiner glänzenden Waffentaten zu bringen. Es ist bekannt, daß man uns das nicht vergessen hat, obgleich Japan sich das ihm damals Entrissene längst wieder zu holen ccr- stand So scheint uns für die Förderung der deutschen In tereffen im östlichsten Asien alles von der Geschicklichkeit und Umsicht unserer dortigen Tiplomatie abzuhängen Der neue Kaiser empfängt in den nächsten Tagen den von seiner Europareise heimberufenen Katsura, ter das russisch-japanische Bündnis mitbringt, welches die Aus- schaltuikg Englands bedeutet Uns will scheinen, als habe es selten eine günstigere Gelegenlfeit gegeben, dem Teilt - schen Reiche wieder zu dem Einfluß zu verhelfen, der ihm gebührt. — Versteinerte Milch. Die jüngste Londoner Brand lata st rovhe, die bekanntlich durch Entzündung von -Zelluloid berbeigetübrt wurde, läßt es angezeigt erichemen, daraus hinzuweisen, daß wir in der zu -tein oerbarteten Milch, die heute bereits in großem Manitote gcwerbsmayig hergestellt wird ein vollkommenes Ersatzmittel für das teuergeiahrliche Zelluloid besitzen. Tic Milck wird zum Zwecke ter Erhärtung einem chemischen Prozeß unterworfen, durch den ter Kaiern in ^orm eines dunkelgelten Steinvulvers niedergeichlagcn wird, dreier wird durch die Beimischung von Formalrn in eine Mate verwandelt, die dem Horn ähnlich ist, und unter dem Namen Milchstein" oder „Galalith" in den Hantel kommt. Durch ge- Vermitzte Personen. Greifswald, 30. Juli. Obwohl keine Toten mehr in der Ostsee gefunden worden sind, werden noch aus Greifswald vermißt: Tic Studenten der Medizin Thiem, Marian und Sonic sowie die Studierende Margarete Grabowski. Tie Geretteten auü Greifswald haben an das Kommando der vor Binz licgcnbeit Hochseeflotte folgendes Telegramm gerichtet: -Im Auftrage einer großen Anzahl von Tarnen und Herten Greis- walds, die bei dem Brückeneinstutz in Binz durch das heldenmütige Eiiigreifcn unserer Seeleute gerettet wurden, gestatten wir uns, den beteiligten Offizieren und Mann- chaften für die tatfräftigte und aufopfernde Hilfeleistung inferen herzlichsten und tief gefühltcsten Dank ausM-- sprechen." Ist die Vadeverwaltung des Seebades verpflichtet, bei gefahrvoller See das Bad zu schließen? Im Anschluß an die Besprechung des Binzer llnglücks wird eine Rcichsgerichlsentschcidung interessieren, die stck auch mit den Pflichten einer Badeverwaltung beschäftigt. Air erhielten folgenden Bericht: . Für die Badesaison ist eine Entscheidung teS Reichsgerichts von lebhaftem Interesse. Sie warnt vor dem Baden bei zu hoher See und starker »ranbung. Denn eine natürliche Folge der starken Brandung ist ter Umstand, daß das ans Land getriebene Wasser wieder mit voller Gewalt zurückfließt und dadurch den Badenden mit ins Meer hinausnehmen kann. Auch die Badcverwal- tung, die bei gefahrvoller See haben läßt, trifft ein Verschulden unb, wie ber bem nachstehenb mitgeteilten Rechtsstreit zugrunbe liegenbe Unglücksfall zeigt, eine Haftpflicht für ben entstandenen Sdjabcn. Am 12. Juli 1904 ist der Eisenbahnbetriebsinspcktor K. ertrunken. K. war Anfang Juli in dem nicht weit von Königsberg liegenden «erbäte R. mit seiner Familie eingetroffen. An dem Unglückstage, wie auch schon mehrere Tage vorher, herrschte heftiger Sturm. K. war gleich den anderen Badegästen mit seinen ttlnbcrn in das Wasser gestiegen, führte jedoch die Kinder bald wieder aus bem Nasser heraus, weil neben bem hohen Wellengang ein । starkes Abziehen bes Wassers vom Straube her ich bemerkbar machte — eine unter bem Namen „Sucht" bekannte betontere Eigentümlichkeit der samlandischen Ku|lr. Mittwoch, 51.3u!i 1912 Rotationsdruck unb Verlag ber Br^ bi schen Universums - Buch- unb Stembrudectl R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und T nickerei: Schul- straße 7. Gjpebitwn unb Verlag: e=aft>51. Rkbattion:«--Sllr. Tel.-Adr> AnzeigerGießen. (is-r es zeigte sich, bnn unter den Hunden eine ansteckende Krankheit wütete: Mikkelsen mußte sie töten unb nach Reikjavik fahren, um das Schiss dort zu tesinsizieren. Er segelte nun weiter nach ber ostgrönländischen Kolonie Angmagsalik, wo die (^tebv tion mit 45 bis 50 guten Hunden ausgerüstet wurde. Nur Iparrick liefen Nachrichten von der Alabama-Er pedition ein. Am 19. August 1909 erfuhr man durch einen Walsifch'änger von Mikkel,en, den dieser vor der Shannon-Jnsel getroffen hatte. Genau ein Jahr Väter traf die Kunde ein, daß die „Alabama" im aRari Dom Eise zerbrochen und gesunken war. Am 20. August 1910 kehr en füni von den Teilnehmern ter Fahrt heim, wahrend Mikkelsen 'eitel ui Begleitung von IVersen am 3. Marz sich am die arope Reise über das Inlandeis begeben hatte, seit dem 10 axnxl 1910 war keine Kunde von ,hm mehr eingetronen Und dennoch zweifelten die, die ihn kannten, kaum daran, daß ..likkeuen icldst den gewaltigen Schwierigkeiten sich gewachsen zeigen wurde Einer der Teilnehmer an ter Fahrt der „Alabama", ter ictztge Shuntan Jörgensen, hat Mikkelsen als einen „geradezu unvergleichlichen Erveditionssührer bezeichnet"., „Er war das ^teal tirutee^ Shirt, wie ein $är und ertüllt von etnem Sienmlten, durch, zu'ühren, was er sich vorgenommen hatte. Und alle seine plane waren sorgsam unb gut durchdacht. " Bei alledem hätte Mikkelsen und fein Gefährte Jversen die furchtbaren Anstrengungen, die seine Unternehmung ihm stellte, dock nickt überwinden können, hatte ihm nicht das Landgeltet hinlängliche Jagdbeute geboten, wodurch die beiten Reuenden vor dem Aeußersten geschützt waren. Die Voraussage hat 'ich al,o bc- währi dre dtensm te dieser Hinsicht ter Reife Mikkel,ens gestellt hat. eignete Zusätze erhält man ein Material, bas in ter geroerb« lieben Praxis die Stelle des Elfenbeins, des Marmors oder des Hclluloids zu vertreten geeignet ist. Das Galalith ift ein vorzügliches Surrogat für das stetig im Wert steigende Elienbetn. Es besitzt unbegrenzte Polierfähigkeit, eine schöngetönte Nagten hohen Eintrittspreise der deutschen und insbesondere der Berliner Theater erscheinen recht bescheiden, wenn man zum Ver gleiche die Preise heranzieht, die der Theaterbesuch m London und vor allem in Amerika erfordert. Kostet doch beispielsweise eine Loge im Eovent Garden 560 bis 640 Mark, unb das ist noch eine wahre Bagatelle neben den Preisen, die man lenseits des Ozeans für eine Loge befahlt, Preise, d,e bei den Sensationsvorstellungen bis zu *000 Mark steigen. Dem Mieter einer Theaterloge — sie werden in New Bork auf dem Wege der Versteigerung verkauft — gibt fein Bentz zwar das Recht aus Entschädigung für den Fall, daß bas Theater durch Brand oder ein Naturereignis vernichtet wird, dafür hat er ,ur seine Loge aber noch eine Steuer zu zahlen, bte für die 17 Wochen ter Saison mit 12 000 Mark berechnet wird. Tie Mehrzahl der Logenmhaber geht im übrigen nicht,eben Abend ms Theater, sondern sie vermieten an den Abenden, an tenen sie sie nicht benutzen, ihre Loge, und zwar mit recht erheblichem Nutzen. Man erwähnt in dieser Beziehung das Beiimel eines Milliardärs, dem die Saison, in ter er wegen Familientrauer das Theater nicht besuchen konnte, an Mietsgeldern ,euter Longen den hübschen Gewinn von über .320 000 Jxatl brachte. Man kann danach ermessen, wie einträglich das Gewerbe emes berufsmäßigen New Yorker Billetthändlers ist, dem die ^xxtulatxon am Billettmarkt ganz aridere Wisnchten aur Erwlg eröffnet alle inen minder bezahlten Kollegen in der alten iLelt __ Kurze Nachrichten avi ^unst unb Wissenschaft Die Pariser Akotemie ter Wissenschaften hat bem berühmten 90jährigen Jnsektensorscher Henry Fabre in ber Provence, von dem in ter letzten Zeit behauptet wurde, er ,ei in großer Not, einen Preis von 4000 Franks zuerkannt. — Ein württembergischer Arzt namens Z e 11 e r in Weilheim a. Ted stellte in einer Konserenz hervorragender Aerzte Krebskranke vor, die er nach einer geheimgehaltenen Methode operations - los behandelt hatte. gen. ES heißt da: Es wurde festgestellt, daß sich sowohl an der Bruchstelle wie auch an andern Stellen viele Astlöcher bcianben. -Lomit erscheint festgestellt, daß nicht, wie vorgeschrieben, oteolnt ein wandsrrieS Material verwandt worden ist. Der Bauiackverstandige bekundete dies mit der Einschränkung, daß er dennom den Ballen bei einer etwaigen Besichtigung nicht beanstandet hätte, da vtel- iack Holz mit Astlöchern auch zu Brückenbauten venvandt iverde, allerdings dürsten diese Löcker nicht so groß unb tieigehcnb lein, wie hier der Fall sei, was aber erst nach ersolglem Brücke gesehen werden kchmte Der gerettete Bruckenwarter sowie der Kollege dee- ertrunkene» Polizisten Päper bekunden ubereinstirn inend, daß die Menge 'ckatzungsweiie (i bis <000 Personen», die sich aus der Brücke beiand. ohne Ruckiickl bfim Anlegen des Dampfers nach vorn drängte nnd ttotz allen Ermahnungen bei Beanilen nickt zu bewegen war, sich ruhig zu verhalten. Das Ergebnis des Lokaltermins war die Feststellung, dan verichiedene Umstände zusammengewirkt haben, die Katastrophe herbeizuluhren, und zwar erstens das schadhafte Material des kalkens, zivritens das scharfe und heftige Anlegen des ^.aniwerö und drittens die überaus große Belastuiig des Brückenkopses durch die zahlreichen daraus beiindlicken Personen Hervorzubebeii ist noch eine Unterlassungssünde. Ter Gemeindevorstand des Badeortes ist gesetzlich verpflichtet, in jedem A-ruljiabr vor Beginn der Badezeit tiie B rucke auf ihre Sicherheit durch die Was,' e r b a u i n f p e k l i o u v r ü s e n zu lallen: das hat er in diesem Jahre unter! aff en. -iir Unten udiunfl wäre um so nötiger gewesen, als der im Winter durch Eis der Brücke zugesügle Sd)abcn hätte ausgebessert iverden müllen. (Einar MiNelsen: Der Mann und sein werk. <1[YÄ Sieger über die Schrecken d^,s. Polareises vnd ter Polarnacht ist Einar Mikkelsen glücklich beimgc kehrt Der kühne 9leifenbe ist jetzt erst knapp 32 Jahrcalt^un. ikiwn in frühen 3abren bat er sich der Polar,onckmng zugewandtt ^tei lockte die See: als fünfzehiiiährign Bursck^ wurde er ^änffsjunge auf dem dänischen Schulschiffe.Georg otagc, fuhr . Ätr. Salzte jur See unb machte «»»■ sei,, Steuermannsexamen. Damals begann fane -aufbahn als 'telarsorscher, denn noch im selben Jahre nabm er an Amdrnns Expedition nach Ostgrönland teil erwarb er sich dann bei ber Baldwui-Zieglencken Expedition i ?arf) Franz Josef-land, bei der er als Karthograph tcMgiwar, um ' i 'inhre Inna al-' 1 Steuermann tätig gewesen war, MWMM-E SmS ” er qnfanms englnto «5^ I rot"inC7a^yi'Ulid°tcnUC^bafngttii SÄe&STÄ^Ä &. =weiyeuen: übriaetiä idate Mikkelsen barm auck eine allerliebste woe an schaulicker Sänlbcrung und einen dlücklichm des Als es galt, Nachwrickungen nach ber ^erlal,en'maii^ unglücklichen Arylius-Erichien anzustellen, l^e sick d^ ^Au, merksamkrit bes Ausichuf'es, der ttck Tut ble Umcrn^u^ g bildet hatte, auf Mikkelsen. und am 20 Januar 1909 mirnB der kühne Reisende zu neuer fahrt bu Heimat aut nrrr 45 Tonnen großen Jacht „Alabama". Von Amanganwaro^ Reise ter „Alabama" von Mitzgrichuk verfolgt. SchiN legette zunächst nach ben faröem, um dort Hunte an Bord , Vornehmlich die siegreichen Kriege gegen China unb wißland haben den mit ungeheurer Energie emporstreben itn Staat an (vebietsumfang verdoppelt, ihm zu einer starken Stellung auf dem asiatischen Festland verhalfen iinb Japan die b^>eutsame Stellung eines „England des ! fernen Ostens" gegeben. Das ist das gewaltige Erbe, das nun auf Poshihtto, den 33jährigen Haruno Mtya übergeht. Der neue Kaiser ist europäisch erzogen und ein Freund • ber Kultur des Westens. Ob man deshalb damit rechnen darf, daß er sich der freilich nicht immer uneigennützigen Bemühungen der europäischen stnlturstaaten um die heutige Mite Japans in Dankbarkeit erinnert, das ist die wert, tragende Frage, die in diesem Augenblick die Staatsmänner ter im fernen Osten interessierten Mächte wohl am meisten beschäftig! Zu diesen Mächten geirrt mit ui erster Limc Deutschland, das mit dem jlipanisckfen Kaiserreich int Jahrzehnten in besonderen Beziehungen steht. Es 'st bekannt, daß die von Mutshuhito seinem Volke gegebene Ver iassmtg in ihren Grundzügen dem preußtsch-deutlchen Vorbild nachqeforrnt ist und vor allem: daß die siegreichen Feldzeichen des Mikado schwerlich ui der Lage gewesen wären, mit dem in "ter Mandschurei bewiesenen Elan i bic Truppen des Zaren niederzuzwingen, wenn die -apanische Strategie und die glänzende Kriegskunst der iapanischen Armeeführer nicht auf der z a h en , la n g» i iä 1) riii c n Arbeit der deutschen 3nJtjniJEH^LLL Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dann sprang er von neuem in das durch Pfähle abge-- grenzte Bad hinein, wurde jedoch von einer hochgehenden Welle erfaßt, hochgehoben und mit dem Kopfe gegen einen der die Badegrenze bezeichnenden Pfähle geschleudert. Dadurch scheint K. besinnungslos geworden zu sein, denn er wurde trotz guter Schwimmkenntnisse von dem Wasser auf die See hinausgetragen, wo er bald hinter den Schcmm- köpsen verschwand. Besondere Ausrüstungen zur Hilfeleistung waren nicht vorhanden, jedoch ist das für den RecAsjtreit belanglos, da angenommen wird, daß bei der hohen See auch diese nicht mit Erfolg hatten angewendet 4oerden können. Seine Kinder haben die vorliegende Klage erhoben und stellen Ansprüche auf Unterhalt. Sie machen geltend, daß der Gemeindevorsteher die Verhältnisse des Bades gekannt habe und daß er durch Erhebung der Kur - taxe auch vertraglich verpflichtet sei, für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. Er und die Gemeinde seien deshalb für den Unfall, der durch Schließen des Bades bei der gefahrdrohenden See hätte bermie-ben werden können, haftbar. Tas Landgericht hat die Klage abgewiefen. Das Lberlandesgericht Königsberg erklärte in seinem Urteil die beklagte Gemeinde und den Gemeindevorsteher zur Hälfte für haftpflichtig. Das Oberlandesgericht kommt deshalb zu .iner Verurteilung der Beklagten, weil sie unterlassen haben, das Baden bei dem hohen Seegange zu untersagen. Tenn jeder, der ein Bad an der See eröffnet, übernimmt — so führt das Lberlandesgerichr aus — damit die Verpflichtung, auf die besonderen Verhältnisse aufmerksam zu achten. Er muß, wenn er nichts anderes tun kann, zu dem äußersten Schutzmittel, zum Schließen des Bades, schreiten. Wenn der (Gemeindevorsteher die Gefährlichkeit kannte, so bedeutet es eine arobe Fahrlässigkeit, wenn er nicht zum Schließen des Bades unter den doppelt gefährlichen Ver hältnifsen schritt. Zur Hälfte bürdet das Oberlandesgericht das Verschulden dem Verunglückten selbst auf, da dieser die hohe See gesehen hatte und auch die Gefährlichkeit des Wassers zum Teil gekannt und deshalb auch die Kinder sortgeschafst habe. Wenn er barm wieder ins Wasser sprang, so liege darin ein mitwirkendes Verschulden an seinem Tode. Gegen das Urteil des Obertandesgerichts Königsberg hatten die Beklagten wie auch die Kläger Revision beim Reichsacricht eingelegt, jedoch erfolglos. Der VI. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofs erkannte aus Zurückweisung der Revisionen. 8. Deutsches Sängerdundessest. ~ Nürnberg, 30. Juli. Ilebereinstimmend stellten die Musikkundigen fest, daß das Niveau des deutschen Volksgesanges sich durchweg gehoben hat. Vielfach konnten überraschend schöne Leistungen festgestellt werden, und die Befürchtung, daß die verschiedenen Gesangvereine Deutschlands nur noch zu den Kaiserpreiswettsingen ernsthaft Vorbereitungen treffen, und sich anstrengen würden, erscheint glück- lickterweise ganz hinfällig. Gerade für Nürnberg haben sich die meisten Vereine so wohl vorbereitet, daß die dtotwendigkeü der Abhaltung von Bundesfeften aufs neue dargetan ist. Die schärfsten Kritiker sind noch immer in den Reihen der Gesangvereine selber zu iinbai. Das zeigte sich vor allem bei der gestrigen ersten Haupt- ausführnng, deren vormittägliche Probe sogar einen kleinen Zwischenfall herbeiführte, als ein von dem Leipziger Königlichen Musikdirektor Gustav Wohlgemut!) komponiertes Lied durch den Leipziger Männerchor zum Vortrag gelangte. Einigen Chor- meistern gefiel die Komposition wohl nicht und sie zischten deshalb. Darauf drehte sich der temperamentvolle Wohlgemuth um und ries den Kollegen zu: „Meine Herren, Sie haben die Partitur nicht studiert?" Natürlich erregte diese Kritik der Kritik große Heiterkeit und man trug sie Wohlgemuth um so weniger nach, als er unstreitig einer unserer bedeutendsten Dirigenten ist und seine Sängerschar wohl zu leiten versteht. Erfreulich war vor allem das starke Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen deutschen Stämme. Und wie man die deutschen Brüder aus Oesterreich ausgenommen hat, verdient immer wieder unterstrichen zu werden. Nach ihnen waren es vor allem die Schwaben, die als Träger des Bmrdesgedankens gelten dürfen und deren zakstreicl-c Beteiligung am Feste allgemein lebhaft begrüßt wurde. Freilich reichte ihre Zahl bei weitem nicht an die Sänger des Königreichs Sachsen heran, die mit ihren 10 000 Mann geradezu demonstrativ wirkten. Die Sachsen verstände:: sich jedenfalls am besten mit den Bayern und feierten bei den verschiedenen Kommersen förmliche Verbrüderungsfeste. Ueberall sah man die grün-weißen Farben und den Ausländern muß es so vorgekommen sein, als wenn Sachsen inzwischen zum größten 2ftmdesstaal avanciert wäre. Demi der tatsächlich größte Bundesstaat Deutschlands, Preußen, war nur durch die Berliner Sänger- fd)üh, die Hannoveraner und Schlesier in größerer Zahl vertreten. Tie Rheinländer verschwanden fast ganz un£ doch hatte man sich gerade auf sie gefreut, da der Kölner Mannergesangverein noch immer an der Spitze aller deutscher Männergesangvereine marschiert mrd auch die Bonner, Dortmunder, Crefelder imb Essener Mannergesangvereine von dem Deutschen Kaiserpreis- wettsingen her sich eines besonders guten Rufes erfreuen. Bemerkenswert war noch der starke Zuzug von Danziger und Königs berger Sängern: er zeigte, daß im deutschen Osten das deutsche Lied eine ganz besondere Pflege genießt. Und besonders unter den Tanziger Sängern gab es eine ganze Anzahl, die mit Stolz auf ihre Beteiligung an den meisten zurückliegenden Sängerfesten Hinweisen konnten. Daß auch die deutschen Brüder aus dem ehemaligen Königreich Polen, aus den baltischen Provinzen, und vor allem aus Deutsch Südwestasrika der Gegenstand besonderer Aufmerksamkeit und Sympathie waren, versteht sich wohl am Rande bei einem Feste, das neben der Pflege des deutschen Liedes auch bet Pflege der deutschen Gemeinbürgschaft gilt. Die heutige zweite Hauptaufführung wurde eingeleitet durch einen von Karl Hirsch (Nürnberg) dirigierten Männeräwr mit Crdyeftcr „Das Deutsche Lied" von Wendel. Sänger unb Dirigent n>arcn bemüht, nicht unter den Leistungen des Vortrages zurückzubleiben Und sie blieben auch nicht zurück, wie der stürmische Beifall zeigte. Unter Lei Ning des Hundes Ehormcistcrs Viktor Keldorfet trug sodann der Niederöster- reidniche Sängerbund das vom Chormeister Kremser kom- Monierte Lied ,^Jrn Wärter" vor. Die Sänger wußten sich den Intentionen des Komponisten und des Dirigenten in vortrefs- lieber Weise anzupassen und sie trugen in gleich meuter bah er Weise unter Tirekliou von Bundesckormeister Adolf K i r ch e l auch Lasites „St. 'Uiidwl" vor. Allgemeinen Jubel und Beifall lösten die folgenden zwei gemeinsamen Vorträge aus, die Professor Förstler Stuttgart) dirigierte, nämlich die „Liebesklage" von 5Börjueine Komposition im Volksliedton und „Im tiefsten Wald" von Speidel In einer geradezu musterhaften Weise trug die Freie Verernigung der Sächsischen Sängerbünde sodann das vorn Komponisten Wohlgemuth selbst dirigierte Lied „In der Fremde ' und Jüngsts „An die Mägdelein ' vor Der rauschende Beifall,, der den 53 ort rüge» folgte, entlohnte den Komponisten und seine wackere Sängerschaft für den Aufwand an Fleiß, den sie zur Einstudierung dieser Lieder' gemacht batten Im Mittel Punkte der heutigen Hauptausführung stand der Pilgercbor von Richard Wagner, den dieser im Jahre 1861 dem Wiener Manner yiaugtierein gewidmet und den der Wiener Mannergesangverein dem Deutschen Sängerbünde zur Versügung gestellt batte" Ter Chor, der unter Leitung von Musikdirektor Gustav Wo tilge inutb sLeipzigl mit ifrirr Innerlichkeit und seinem Empfinden vorgetragen wurde, fand durch die geradezu künstlmu'chr Wieder gäbe begeisterten Widerhall bet den Zulwrern. Breus „Früh ling am Rhein" und „Lützows wilde Jagd" von Weber, bei dem sich namentlich die Dirigenten Hirsch-Nürnberg und Langs- Hagen besonders hervortaten, erregten einen Beifallssturm, auf den der Westfälische Provinzialsängerbund mit Recht stolz lein kann. Peti'ckkes „Neuer FrühUng" fand unter Leitung des Ntusik- direktors Wohlgemuth «Leipzigs eine ausgezeichnete Interpretation. Tie fedrs niederländischen Volkslieder für Soli, Männerchor und Orchester von Kremser tarnen trotz der Feinheit der Durchführung, um die sich der Königliche Musikdirektor Hans Sckmeidcr Prag) hervorragend verdient gemacht hat, bedauerticherwecse bei der im Saale herrschenden Unruhe nicht zur Geltung. Die Solisten, Kgl. Kammersänger Wolf (München, als Tenor lutb Kämmeriänger Alfred Käse (Leipzig, als Bariton, litten io auch unter der Unruhe. Ter Dirigent wußte aus der gewaltigen Sängerschar und aus dem Orchester das beste hcrauszuholen und sie zu einer Begeisterung und einem Schwung fortzureißen, die einen rauichenden Beifallssturm auslösten. Tamit schloß die zweite Hauptaufführung. .Heute abend nnbet der dritte Kommers in der städtischen Festhalle statt, dem morgen im Rathaussaale der Sängertag folgt. Die Eisenbahn Lich—Grünberg. Man schreibt uns: Ten Spruch: „Tas ist der Fluch der bösen Tat, daß sie stets Böses muß gebäre»*, kann man mit Recht aus die neue Bahn Lich—Grimberg cinwenden. Hätte man dein Trängen oer Gemeinden von Lich bis (Ärünberg und auch von Privaten gefolgt, die Bahn statt nördlich südlich um Grün berg vorbeizufuhren, so mären alle Kalamitäten, in die die Gemeinden hinemgesiihrl werben sollen, nicht vorgekomiuen. Es wird nämlich an die anschließenden Gemeinden der Strecke Butzbach—Grünberg von der Lenz & Co. Eisenbahn-Gesellschast das Ansinnen gestellt das von den Gemeinden der Etsenbalm-Gesellschaft geliehene Kapital statt mit 4 oder 37* Proz. mit nur 3 Proz. zu verzinsen, so daß die Gemeinden einen ansehnlichen Verlust erleiden müßten. Wit- wollen einmal die durch die salsche Veranlagung der Bahn veranlaßten Nachteile zusammenslellen: 1. Tie Bahn hat zwischen Queckbon: und Grünberg eine so starke Steigung erfahren, daß sie für den Güterverkehr unbrauchbar -ist. 2. Die Baukosten zwischen Queckbon: und Grünberg sind durch notwendig gewordene Ausgrabungen und Auffüllungen sehr groß geworden. 3. Um die durch den geringen Güterverkehr und größere Zinsenlast von den größeren Baukosten veranlaßte Unterbilauz zu decken, griff die Bahnoenvaltung wieder zu einer falschen Maßregel, indem sie den Fahrpreis für Personen und Güter erhöhte. Während die Staatsbahnen für den Kilometer IH. Klaffe 3 Pfg. und IV. Klasse 2 Pfg. erheben, stellt sich hier der Fahrpreis im Durchschnitt bei der III. Klaffe aus 47, Pfg. und bei IV. Klasse am' 37, Psg., sogar von Grünberg nach Harbach bei III. Klaffe auf 5 Psg. und IV. Klaffe 37. Pfg. Nur bei der Strecke von Grünberg nach Butzbach hat man es bei III. Klasse bei 3,6 Pfg. und IV. Klaffe bei 2,56 Psg. belasten. Daß sich der Verkehr bei solchen Fahrpreisen nicht heben kann, ist ganz natürlich. Wäre die Bahn südlich um Grimberg geführt worden, was gut ausführbar war (1885 hatte die hessische Negierung schon ein Projekt mit einer Steigung von 1 zu 80 entwerfen lasten), so wäre der Ban der 37, Kilometer langen Strecke Neumühle—Wetterfeld nur eine Frage der Zeit gewesen. Tamit wäre die Strecke Londorf—Grünberg—Laubach—Hungen—Nidda ujw., also Nord-Ober- Hessen mit Süd-Oberhessen verbunden worden, umsomehr, als die Fortführung der Marburger Kreisbahn nach Londorf auch nur eine Frage der Zeit ist. Hatte dte Lenz'sche Eisenbahngesellschast bei diesen: Bahnbau ihren Kopf ausgesetzt und den Gemeinden nicht nachgegeben, so ist es jetzt den Gemeinden nicht zu verdenken, wenn sie jetzt auch ihrer: Kopf auisetzen und nichts bewilligen. Universitäts-Nachrichten. I] Marburg, 30. Juli. Ji: der theologischen Fakultät der hiesiger: Universität habilitiert sich nwrgen Herr Lic. theol. Rudolf Bultmann mit einer Antrittsvorlesung über »Die Bedeutung der Eschatologie für dos llrcbnflentum*. Gerichtssaal. 0 Marburg, 30. Juli. Am 14. Mai b. I. würbe in Mlendorf an der Eber das zweijährige Söhnchen der Familie Wolf bort von einem Holzfuhrwerk aus Battenberg überfahren unb getötet. Ter Fuhrknecht Born aus letzterem Orte, ber den Wagen begleitete, batte sich deshalb beute vor der Ferienkammer des hiesigen Landgerichts wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß er nach Möglichkeit den aus der Torfstraße spielenden Kindern ausgewichen sei, den unglücklichen Knaben, der ihm gerade in die Pferde hineingelaufen sei, habe er nicht bemerken können. Tas Gericht kam nach Vernehmung einer ganzen Anzahl Zeugen zu einem freisprechenden Erkenntnis. Sport. — Bad-Nauhein:, 30. Juli. Hier findet vom 5. bis 8. August ein großes Golf-Tournier statt. Es ist bekcnmt, daß Bad-Nauheim in letzter Zeit alles aufbietet, um auch auf dem Gebiete deS Sports mit anderen großen Bädern in die Schranken treten zu können, und inan darf sagen, daß die Bemühungen bereits mit besten: Erfolg gekrönt sind. Ter Bad-Nauheimer Golfplatz ist herrlich gelegen, sehr gut instand gehalten und em äußerst angenehmer Aufentl)altsort. Tas beoorftebeube Tournier wird sich gewiß einer regen Beteiligung erfreuen, denn cS weile:: augenblicklich sehr viele Freunde dieses gesunden Sports bei rms, die das Tournier ohne Zwe:fel interessant gestalten werden. Lnstschissahrtl Das neue Zeppelin-Luftschiff „Hansa". Friedrichshafen, 30. Juli. Tas neue Luftschiff „Hansa" ist heute Vormittag um 10 Uhr 15 Min. zu seiner er st en Probefahrt aufgestiegen. Es wird voraussichtlich am Donnerstag die Reise nach Hamburg antreten. Friedrichshafen, 30. Juli. Heute nachmittag 5 Uhr 20 Minute:: unternahm das L u f t s chi f f „H a n f a" einen zweiten Aufstieg, an welchem ebenso wie heute vormittag Gras Zeppelin selbst teilnahm. Die Nachmittagssahrt diente zu einer Gcfchwin- digkeitsprüsung. Es steht noch nicht bestimmt fest, daß das Lust- schiss am Donnerstag die Fahrt nach Hamburg antreten wird. Jedenfalls ist die Nachricht unrichtig, daß das Luftschiff zunächst nach Franksutt a. M. übersiedeln wird. Vermischter. ♦ Ein Unfall in den Bergen. Aus Paris wird gemeldet: Der 35 jährige Ingenieur v a n G o e t h c n , ein Belgier, und seine 32 jährige Schwester, bestiegen gestern einen Berg in der Belle Done-Gruvve in der Dauphinse. Auf dem Rückweg um 2 Ubr nachmittags überschritten sie den Gletscher Domenon. Tas Fräulein glitt aus, fiel unb wäre in einen Abgrunb gestürzt, wenn es ihrem Bruber nicht ge langen wäre, es im letzten Augenblick am Rock sestzubalten. Ein Herr, der sie begleitete, lief, um Hilfe zu holen. Aber diese Hclie kam erst um 10 Uhr abends an. Der Bruder hielt bis dahin, also 8 Stun den lang, seine Schwester über dem Abgrund fest. Diese war bewußtlos geworden. Als es endlich gelang, Herrn van Goetden von seiner Last zu befreien., brack er ohnmächtig zusammen. Tas Fräulein wurde auf einer Iragbabrc :n ein Hospital gebracht, wo sie bewußtlos barmeber hegt Man befurchtet, baß es sich bei dem Sturz einen Schädelbruch zu gezogen bat. * i-c eng 1: sche Untersuchung über die T i - tonte" K a t a ftrovb e. Lis London wird berichtet' "Lord Merie» gab bas ergebne ber Untersuchung über die „Titanir"- KataNiovbc bekannt. Ter Zusammenstoß mit dem Eisberg wird der übertriebenen Ge s ch w : u d i q k e : t zugeschrieben, dem UrteU lagt Lord Mersey weiter: T:e Umstande überzeugten ihn davon, daß das non der „Ealifornian" gesichtete Schiff! die „Titanic" gewesen sei. Die Nacht sei klar und die See rubi£ gewesen. Wenn die „(Ealifornian", die die Notrakcten der „Titanic" gesehen habe, durch bas Eis hindurchgefahrcn wäre. n»as sie ohne Ckiabr hätte tun können, so hätte sie wahrscheinlich viele, wenn nickt alle Lebenben ber „Titanic" gerettet. Das Urteil cuir- psiehlt Verbesserungen der 2 ch o 11 e n c i n r i ch t u n g unb betont, baß bas Hanbclsamr bie E-rmäditigung^ bekommen müßte, den Grundriß und den Kostenanschlag ber Schisse bet Begin« bes Baues zu prüsen. Er erflärt, baß ber Llusrüstung bcs Schiffes mit Rettungsbooten unb Notflößen nicht ber Sonn enge, halt, i'onbcm bie Passagierzahl zu Grunde gelegt merben müßte. Mersey drückt schließlid) den , Wunsch aus, die internationale Konserenz möge eine gemeinsame Aktion cinleitcn, bie die Ausrüstung der Schisse einschließlich der Rettungsarbeiten und Scheinwen'cr sowie die Frage der Acnberuug des Kurses bei Eisgesahr zum Gegenstände habe. * D i e großen Ohren. Torfarzt (zum Bauer, dem bei der Rauserei beide Ohren abgerissen worden sind): „Das war klug, daß Ihr gleich zu mir gekommen seid, Huberbauer: ictzt heilen die Ohren vielleicht noch glatt wieder an!" — ,,Tas hab' ich auch gedacht, aber was ich noch sagen nrollt’, Herr Doktor . Könnten Sie sic nicht, bevor sie angenäht ivcioqr a bissel besdineiden?" Kleine 6age$d>ronif Wie von zuständiger Seite nritgeteilt wird, ist auf dem Truppenübungsplatz E l s e n b o r n ein Soldat an der Ruhr gestorben. Eine Anzahl anderer ist erkrankt oder krankhcits- verdächtig. Die Leute »erteilen sich auf die 68. Infanterie- brigade und gehören den Regimentern 'Ihr. 135 unb Nr 145 an. Drei Ingenieure unb em Arbeiter ber Eifenbahngcscllfchast Paris — Lyon — Mittelmeer waren am Montag mit der Prüfung der Festigkeit einer Eifenbahnbrückc über die Turance zwischen Mont Dauphin und 5t. (Element beschäftigt. Tie Ingenieure und der Arbeiter befanden sich auf einem fliegenden Gerüst unter der Brücke. Plötzlich stürzte das Gerüst mit ben Männern in die hier besonders wilde und durch das jüngste Gewitter stark angeschwollenc Durance. Tie Ingenieure Tisfier unb Girard sowie der Arbeiter ertranken. Der britte Ingenieur wurbr verletzt unb bewußtlos aus bent Wasser gezogen. Man hofft, ihn zu litten. 9 Personen bei einer Scgclbo o t fa hr t ertrunken Neumünster, 30. Juli. Heute nachmittag kenterte infolge einer heftigen Winbböe auf dem Einfelbersee ein mit zwölf Personen besetztes Segelboot. Sämtliche Per- l'oncn fielen ins Wasfer unb nur brei würben gerettet. Tie Ertrunkenen finb zwei Söhne unb eine Tochter bes Schneidermeisters Hafenbank aus Einfeld, ferner Rentner Gewicke und zwei SHnber, ferner der Methobistenprediger Clasen mit zwei Kindern aus Kiel. Eine fenfationelle Verhaftung in New Dork. New Bork,'30. Juli. Ter Oberste Gerichtshof klagte gestern abend ben Polizeileutnant Becker des Mordes an dem Spielhöllenbesitzer Rofenthal an. Becher ist aus der Polizeistation verhaftet und ins Kiimuialgesängnis gebracht worden, wo er sich auf die Anklage als nichtschaildig öerteibKjk und seine Freilassung ohne Bürgsd>aft verlangte. Tie Anklage erfolgte auf die Auslagen von drei Spielern hin, die seit einiger Zeit unter dem Verdacht ber Mitschuld an ber Ermordung verhaltet finb. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden ArtiZek übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Bad Salzschlirf. Vor einigen Tagen mußten die beteiligten Kreise davon ÄVnntnis nehmen, daß die Kreisst raße zwischen Lauterbad) und Salzschlirf für den Fuhr verkehr bis auf weiteres gesperrt sei, weil bort gewalzt wurde Wenn man berücksichtigt, baß bie (Entfernung ber beiben genannten Orte voneinanbcr auf ber .Kreisstraße 10 Kilometer beträgt, ivöh- renb bet jetzt notwendige Umweg über Rudlos unb Angersbach 17 Kilometer ausmacht, so muß man sich fragen, ob bie Maßnahme imbebingt erforbcrlid) war, zumal bie Kreisstraße eine Breite von wohl 10 Meter besitzt unb ber Fußsteig auf beiden Seiten genügend breit ist, um auch unter den jetzigen Umstünden jeglichen Fuhrverkehr ausrecht erhalten zu können. Ganz besonders unangenehm wird die Sperrung von den in Salzschiin weilenden Ettirgästen empsunden, die öfters Wagenfahrten nach Lauterbach zu unternehmen gewohnt waren. -r. ..... .... Tic Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 29. Juli 1912. Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Wett« Sonnenschein Niederschlag : 0,1 mm. 21,91 a 30. , — 4 10,66 C. Tolche wunderbare Wandlung erzielt Biofon^ Jnsolge einer schweren Krankheit gehet ich in einen bebentiidjen Lchwacdezunand verbunden mit nroher AvvetitloüS' tett. vledoch bald nach Bcattni deS Biosonirinkens tonnntc ich zu meuter ördntenjvreuöe fonitntiercn, daß sich bei mir eine bedeutende des Allgemctnbenubens und wischercs Aussehen eintzelkte. rpaprend ich noch vor einigen Monaten von vielen nuigegeben ivar. lyole taj mich fetzt wieder sehr gekräftigt und werde fein anderes ~ Fw gebrauchen als Biokon, denn ich habe Hie volle E^wiyhett, dag ich Ihrem Präparat viel zu verdanken bak- ü inil Stabe, Honsberg a. W.. 29. Januar 1912. Neuestrake k- llntettchnft beglaubigt: Dr. «intina, Kgl. »toter. Biosou bergeiteU unter Benutzung deS D. R. P. 171371, ist das beste u. bdliaite Näha u. Krinngungsmittcl feiner Art, Dose ica. 7, Kilo» Mark 3.— tn Apotyeren Trogerren. ß4/» Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: A u gnst Goetz. Müüer'fche BaöcanftalL Was s er tv arme der Lahn ain31.Julr: 17e H. ’filnnnn inifol/aiiJhqno ®*bnhohtx. 11. \ oin 29. Juli bis 12 Anjrnit beiegeBfleilSKamnaHS 14 Reklametage. Schlachtoiehpreise ff: F r a n k s u r t o. 2)1. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 91—105 Mk. 7, Kg. Schlachtgw. 88-100 Pf. 7, , , 81—83 , 7, Kg. 92-100 Pfg. 7, . 92—96 . 7, , 80-96 t Getreibepreise in Blannhein: Brotpreise in Gießen We^en 100 Kg. 22.00-22.25 Mk. Roggen 100 Kg. 18.25—18.50 Mk. Weißbrot 2 Kg. 62 Big., Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. Juli 1912 Barometer auf 0° reduziert Temperatur ber Luft Abfolute j Feuchtigkeit Relative ! Feuchtigkeit 1 Winb- richftiug Windstärke (Brat» d«r Bewölkung in 3cbnl«l der pchld tzimmolofl. 30. - 744,2 2L8 8,3 43 SW 4 9 30. 745,4 16,0 10,2 75 SSW 2 10 -■ '«46,9 15,2 11,1 86 SSE 2 10 Höchste Tempera tue am 29. bi« 30 - 3 4lt = H J. Lilienfeld des Saison-Ausverkaufes Schluss __———————----- _ , Bahnhof strahe 15^11. Stock, .vreunbL möbl am kommenden Samstag Schuhwarenhaus, Seltersweg 52 irreunbL möbl. 3immer schöne 3 Zimm. ätiobn. mit zu oerm. Wortbcftr. «. V Bade Duplex lüditigc SArcincrflcicKcn 160001 nilt~ bauevnbe Arbeit fof. flcf. Parterrc-Wolinunft 06177 an übernimmt in seiner 4X Ci freien 3eit die 2 boditrnditiflc (^rttliun^ c Grnchtshos L- r des Moides - U an. Becier ij j nalgesängnis gebt« iiuldig verleidigll a tc. Äe Anklag? e l hin, die seil cin»| der ErmoLilng x gilt Smit? Kit Ä 5106J Schntzeuitraste 1811 ,»7, Schöne «-wimmer tuobnunfl mit 6fas u. allem Uibcbür. evcmi. auch nut ' mllunfl, zu verm. Näheres Abc rweg4O, Ecke Nord-Anl. Englisch.Unterricht s. Damen u. 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