Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten. Es ist von öorn herein etwas Unnatürliches, zwei afobemifdx: 'Beamte verschiedener Fachrichtungen dadurch zum „innigen Zusam- menarbeiten" zwingen $u wollen, da st man einen berf eiben dem anderen unterstellt. Die einzige Möglichkeit zu geeignetem Zu- Ktmmenarbcitcn bietet cm koordinierws verl>Sltstis, das allein durch korrekten dienstlick)en Verkehr Uehergrifielt einer von beiden Seiten Vorbeugen Tann. < 3>er Verband Großh .tieffifdier StaatSbaubcamten saht nod) bem Borgetragenen seine Wünsche dahin zusammen: 1. Eine Neuorganisation der Baubelwrden nach dem Prinzip der Trennung in die beiden Hauprfackrichtnngen — Archi- tettiir und Ingcnieunvesen — vorzunehmen, wobei elftere ben staallidnn und 6^ ?m e i nde - Hochbau, die Den final pflege, sowie den technischen Teil der Baupolizei und letztens bm nnt* Wasserbau, die Wasserversorgung und Ernt- wasterung der Stäbte und Dörfer, sowie den Vdiibcofidtur- dienst zu umfassen lmt. 2- Tie hiernach zu errichtenden staatlichen Bauämter einem Ministerium, zu unterstellen und ben MtciSämtem zu koordinieren. Die Neuorganisation der hessischen vaudehörden. Der Vorstand des V e r b a n d e s G r o ß h. h e s si s ch er akademischer StaatSbaubcamten bat einen Entwurf zur Neuorganisation der hessischen Bauvenval- tuiig und eine Denkschrift darüber ausgcarbeitct, die all' gemeines Interesse erregen werden. Wir geben hier zunächst beit Inhalt der Vorschläge des Verbandes bekannt, die in besonderem Gutachten der Gr Technischen Hochschule in Darmstadt und des Mittelrheinischen Architekten- und In genieurvereins gebilligt worden sind. Besonders wird über ernstimmend die Trennung nach Fachrichtungen gefordert. In dem Entwurf Heisti es«: Tie groben Tienstbczirkc der Hochbauämter und der K u l t u r i n s p e k t i o n e n verursachen bei Tie n it r c i s e n unvcrhäl tnis mäsjig hohen Zeitaufwand und große Reisekosten Ferner werden infolge der Zweiteilung - £»odibanänitcr und KreiSbauinspektoren einerseits, und KreiSbauinspektoren und Mnltur- inspettionen andrerseits — häufig doppelte Dienstreisen erforderlich. Auch ist der Umstand, daß fänitlidied Bauwesen nicht einem Ministerium, sondern zwei Ministerialabtcilungen in verschiebe nen Ministerien und einem Ministerium Ministerium des Innern» unterstellt ist, zweifellos ba^u angetan, die staatliche Bauverw.il tung kostspielig und den Geschäftsgang umständlich ui machen Schließlich kommt auch einem Teil der ftaatlidxn Baubeamten, den Großh. Kreisbaiiinspettoren, nicht die dienstliche Stellung zu, wie sie einem akademischen Beamten gebührt Zurzeit sind nachstehenbe Stellen sür staatliche akab. gebildete Lokalbaubeamte bubgetmästig vorhanden: 8 Bauinspektoren bei Hochbauämter unb Baubehörden für besondere Bauausführungen: 3 Wasscrbauinspektoren; 8 Bauafscssoren, wovon 2 Stellen dem Wasserbau Vorbehalten sind: 18 KreiSbauinspektoren: 4 Kultur inspektoren, 4 Knlturingenieure, zusammen 45 Stellen. Voraussetzung für jede Neuorganisation ist zweifellos die Stellung alles in Betracht kommenden Bauwesens, einschl. des kulturtechnischen, unter ein Ministerium, bezw. eine Minist-cialabteilung. Bei ben für eine Neuorganisation in Betracht kommenbcn Möglichkeiten bürste zunächst zu versudien sein, ob nicht schon burch bie strenge TurdMhrnng des Prinzips ber Trennung der Fächer nad) Hoch' und Tiefbau die anzustrebende Vereinfachung bei" Banverwaltung erreicht ioer ben roirb, wobei auch erfolgreich die eingangs nicht erwähnten Wasserbauämter mit in eine Neuorganisation einzubeziehen wären. Nad) dem Grunbsatz der Trennung bir Fäckfer dürsten an Stelle der zurzeit bcstehenben Hoch- unb Wässerbauämter, der Kulturinspektionen und der KreiSbauinspektoren nur 2 Arten vonDauämternzn errichten sein, nämlich Hochbau am ter und Tiefbau ämtcr. Tie Hochbauänrter für die Aufgaben des Architekten, die Tiesbauämter für die Aufgaben des Ingenieurs. IedeS Hochbauamt erhält einen als Architekt, und jedes Tiefbauamt, bezw. Tief- unb Wasserbau amt einen a!5 Ingenieur ausgebilbeten akab. Baubeamten als Vorstand. Die größeren Aemter erhalten einen zweiten akab. Daubeamten mit ber nämlichen Stellung zum Vorstand, rote sie zurzeit die Dau- assessoren einnehmen. Ten Hod)- und Tiefbauämtern wirb die erforderliche Anzahl staatlich anzustelleuder mittlerer Baubeamteu beigegeben die jetzigen Hochbauaufseher, Straßenmeister, Dammeistcr und Kultur- technikcr ufro.). Auch bie Bezahlung des mittleren Personals erfolgt burch bie Staatskasse: die auf die Kreise, Gemeinden ufro. etwa entfallenden Gehaltsanteile werden von den Genannten zu- rückerhobeu, falls nicht zweckmästiger Weise eine andere Regelung der Verteilung ber Gehaltsanteile zu bestimmen ist. Hochbauämter bürsten zu errichten sein: a) in Starkenburg: 1. in Darmstabt, 2. in Dieburg, 3. in Offenbach, 4. in Bensheim, 5. in Heppenheim, 6. in Größter au, 7. in Erbach, b) in Rheinhessen: 8. in Mainz (Kreis Mainz unb Bingen), 9. in Alzey, 10. in Oppenheim, 11 in Worms, c) in Ober- Hessen: 12. in Gießen, 13. in Friebberg, 14. in Alsfelb (Kreis Alsfeld unb Lauterbach), 15. in Bübingen Büdingen unb Schotten). Erläuternd fei bemerkt, baß für die Kreise Mainz—Bingen, desgleickwn Alsfelb—Lauterbad), beSgleidien Bübingen—Schotten ie ein Hochbauamt mit dem Sitz in Mainz, bezw. Alsfeld, bezw. . In dem 65 u t a d> t c n der technischen Hochschule sind folgende Ausführungen von Bedeutung: Der ft a a 11 i d) c Hochbau untersteht selbständigen Hoch- rotern Für einigermaßen wichtige Ausgaben sind von diesen teils mehr, teils weniger selbständig Neubau-Behörden bezw. Weil* bau Bureaus abgetrennt Aus dem Okbiet des .Hochbaues der Provinzen, Kreise, Gemeinden, Kirchen und Stiftungen sind tätig: 1. Eine Anzahl Privat-Architekten unb -Techniker, Gemeinde» bauausseher und Geiueindebanmeister. 2. Hierzu tommen bie Gcoßherzoglid-en Kreisbauinspektoren, bie nur jum Teil im Hodchau vor unb ausgebildet sind. 3. Ferner ist anzinühren: die Bauberatungsstelle für bie Hesst f die Landwinschastskammer. 4. Toe. .Mirdienbauroefen liegt in überwiegender Mehrheit in den Händen der Professoren Putzer-Darmstadt und Becker- Mainz. 5. Außerdem sind im Hochbau auf bem Gebiet der Denkmal- pflege einige Herren selbständig tätig. Für das Ofebiet bes Ingenieurbaues in Hessen kommen, vom Eisenbahnbaufad) abgegeben, in Betracht: 1. Die Großherzoglichen .üreiobauinspekioren ungeachtet ihrer Ausbildung als Ardsttekt ober Jngnietir. 2. Die Kulttir Ingenieure. 3- Die Ingenieure bei den Wasserbauämtern. 4. Die Ingenieure bei einer Dammbaubelwrde 5 Tie Ingenieure beim liefbauamt Bad-Nauheim. Die $eauffid)tigung der Baupolizei unb die Behanblung der Ortsbaupläne wird teils von Architekten teils von Ingenilureu auSgi-übt. Mit Rücksicht auf dick Ausdehnung des Großherzogtums und die hieraus sich ergebenden Schlüsse auf Größe und Verteilung ber Ar bei: sm ässe läßt hiernach auch ohne statistische Nachweise sofort erkennen, daß eine derartige Zerstückelung innerhalb ber zwei Hauptgebiete des .Hoch- unb Tiefbaues, die hierbei auch noch zum gröhten Teil ineinandergreifen, ein technisch unb wirtschaftlich erfolgreiches Arbeiten auf die Dauer ganz ausgeschlossen lit. Aus der einen Seite werden Spezialisten innerhalb eines Gebietes in einem verhältnismäßig engen Wirkungskreis oerroenbet, wodurch deren Brauchbarkeit für das gesamte 65c biet ihrer eigentlichen Fachrichtung sehr in Frage gestellt wird. An solch disponierten Aemtern wird es dann an friidjem Nachwuchs mit den ersorderlichen Spezialkenntnisfen mangeln Ied-r Neueintritt wird eine Probe auf allgemeine Unkosten bedeuten. Andererseits wieder werden zurzeit Beamte mit Ausgaben ber aller- verschiedensten Art gleichzeitig beschäftigt, die sowohl das Gebiet deS Hochbaues wie des Tiefbaues betreffen, ungeachtet der Ausbildung ber Bet reff enben unb ihrer Qualifikation Eine berartig zersplitterte Tätigkeit, bei der die einzelnen Fackwichtungen fast vollständig verwischt sind und die dem Studium aus der Hochschule tn keiner Weise entspricht, muß zu ben emftelten Bedenken Anlaß geben. Wenn unter Ausschaltung aller Neben- unb Sonderinteressen eine gesunde Organisation im Bauwesen Hessens erreicht werden soll, so kann dies u E nur geschehen auf der Grundlage der unbedingten Trennung nach zwei Hauptfachrichtungen Architektur- und Ingenieur Bauwesen. Alsdann wird es Aufgabe der eigentlichen Organisation fein, inner- halb dieser beiden Hauptgebiete alle Strafte möglichst zu Der- Büdingen für ausreickiend erachtet wird, einmal wegen der ge- , nngen Anzahl staatlicher Gebäude und staatlicher Bauaufgaben in den Bezirken Bingen, Lauterbad) und Schotten, bann and) wegen ber verhältnismäßig wenig umfangreichen Arbeiten auf . baupolizeilichem (lebtet. Wenn erforderlich, kann den betreffenden Aemtern ein zweiter Beamter Bauassessor) beigegeben roerdeii, wie dies wohl and) bei den Aemtern Gießen, Dffcnbad) und Tarnt- Habt notwendig sein wird. Assessoren werden hiernach er- halten müifcn: Tic Aemter Mainz, Gießen, Offenbach, Tarm- : Habt, Büdingen ober Alsfelb. Diefbauämtcr unb Tief- und Wasserbauämter dürften zu bilden fein: a) in Starkenburg: 1. in Darmstabt um iafsenb die Streife Darmstadt, Offenbach, Groß-Gerau), 2. in Bensheim umfassend die Streife Bensheim unb Heppenheim), 3. in -Ltcburg umfaffenb bie 5tYeife Tieburg und Erbach), b) in Mi l>ei n *’ * ’ ’c n ■ 4 m Maiitz Tief- und Wafserbauamt, umfassend die Mainz und Bingen mit dem Wasserbau im gegenwärtigen । Umfang-, 5. in Worms Tief- und Wasserbauamt, Kreis Worms nut bem Wasserbau im gvgenroärtigcn Umfang, (i. in Oppenheim umfassend bie Kreise Oppenheim und Alzen), c) in Ober- n - m i';" i, n, > in Friedberg, 9. m Lauterbach um fasienb bie Kreise Lauterbach unb Alsfeld), 10. in Nidda (umfassend bie mreife Bübingen und Schotten). Tie Tiefbauämter Darmstadt, Mainz und Wonns erhalten einen 2 Beamten, Darmstadt wegen bei groß n Ausdehnung d.-.> Bezirks, Mainz und Worms wegen bes Wasserbaues. Nad) Vorstehendem werden zu errichten sein: 15 Hochbau Ämter mit 15 Vorständen und 5 Assessoren, 10 Tiesbauäinter und Dies- und Wasserbauämter mit 10 Vorständen und 3 Assessoren, zusammen 25 Aemter gegenüber 32 Aemtern und Dienststellen letzt. Für a u ß e r g e w ö h nn liche Bau arbeiten dürften noch größere ftnailid, Hochbauten unb größere Ausgaben bei Denkmals arbeiten Tamm unb ^‘rüdenbauten, sowie für größere St raßen - Neubauten unb dergleichen! Bei Besetzung der nad)gewiefenen Stellen roerben zu verwenden fein: 22 als Arch:letten ausgebildete akab. Baubeamte, 14 d.sgl. als Ingenieure, zusammen 36 akab. Baubeamte gegenüber 45 bei ber jetzigen Organisation. Auch das (miltz ere Beamlenpersonal wird bei ber vorgesdstagenen Drcaniialiondänbcrung cntfprcd)end verringert werben können. ♦ In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß in Hessen zur Zeit sowohl besondere staatliche Baul'ehörden für jeden Zweig der Tedmif vorhanden sind Hochbau und Wasservauärnter, .üulturinspeltionen, Dammbaubedörde und lieroauamt; als auch iraatlicbe Baubeamte, die alle Zweige der Ted)uik zu bearbeiten haben, nämlich die Kreisbouinspesioren Für die Behandlung der technischen und Personalaugelegenlieiten hat sid) ferner der bisherige Zn Hand, roonad) ein Teil ber vorgenannten Tien st stellen bem Ministerium des Innern, ein anderer Teil dem Mrnisteriuiu der Finanzen untersteht, als nachteilig erwiesen. Allgemein kann die Vereinfachung entweder durch Einrichtung selbständiger,staatticher Bauämter zugleich für Hoch- und Tiefbau, etwa den früheren Kreisbauämtern entsprechend, oder durch getrennte Hoch- und Tiefbauämter in entsprechender Zahl erfolgen. Ter Verband der Großh. Hesfisdwn Staatsbaubeamteii hett sich in leinem Vorschlag entschieden für letztere Möglichkeit ausge- sprochcn. Die Trennung der Fachrichtungen besteht seit länger als 30 wahren auf den technischen Hochschulen und ist auch in der Vorbildung und Prüfung für den Staatsdienst durchgeführt. Außerdem ist diese Trennung auch für die mittleren Baude amten auf ben bcnitfcben Baugewerbeschulen unb in Hessen in der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der mittleren Baubeamten für den Staats- und Kreisdienst vom 15. Juli 1908 gewahrt. Tic technisdien Aufgaben find so bedeutend und vielseitig, dap ein gedeihliches Arbeiten von Verroaltungsbeamten und Technikern nur nebeneinander niemals aber untereinander möglich ist. Gegenwärtig ist in vielen Fällen ein gedeihliches Zusammenarbeiten des Verwaltungs- unb Daubeamten infolge des durch fortgesetzte bicnftlidK Meinungsverschiedenheiten gespannten per- |önlid)en Verhältnisses beider unmöglich geworden. Ein persön- lidwr Dienstverkebr findet, entgegen ben Voraussetzungen des Kunst- straßengesetzes, vielfach nickt mehr statt und muß infolgebessen durch den nicht beabsichtigten schristlichen Verkehr ersetzt werden. JeL .yd,« ^Et^§ vlatt 162. Jahrgang Dienstag, 26. März 19(2 M Gießener Ammer sfc.Ä." General-Anzeiger für Gberhefsen 88WL -—- ----- «• WW Aethylalkohol und Methylalkohol. Bei bem großen Aufsehen, das die Methylalkoholvergiftungen tn weiten Kreisen erregt haben, dürsten b\c iiachstehenden Mitteilungen and) sür den Laien von Interesse sein. Aethplalkohol, kurzweg Alkohol, aber auch Weingeist genannt, entsteht aus zuckerhaltigen Flüssigkeiten bei deren Gärung unb ist daher Hauptbestandteil der gegorenen Getränke und der daraus gewonnenen Destillate. Er ist daher enthalten einerseits in Bier, Wein, Obstwein unb Met, andererseits im Arrak, Branntwein, Kognak, Franzbranntwein, fRum, Spiritus ufro. TargeiteHt wird Alkohol aus Obst, Trauben, Runkelrüben, Zuckerrohr unb aus Abfällen bet Zuckerfabrikation, ferner aus Getreide, Kartoffeln, Reis und Mais. Methylalkohol, Holzalkohol ober Holzgeist genannt, entsteht bei ber trockenen Destillation des Holzes, kann aber auch aus ber Schlempe der vergorenen Runkelrübenmasfe hergestellt werden. Mäßiger Genuß von Alkohol bietet bem Menschen gewisse Vorteile: zweifellos werden durch ihn die Muskelkraft und die geistige Tätigkeit angeregt, sowie eine leichtere Abspannung über wunden. Nur der Alkoholmißbrauck ist dem mcnidilidjen Organismus gefährlich: er führt die Erkrankung fast aller ^yane des Körpers herbei und fd)roäd)t‘ in hohem kratze die Widerstandsfähigkeit dieselben gegenüber anderen Krankheiten. Der Methylalkohol gleicht in feinem chemischen Verhalten völlig bem gewöhnlichen Äthylalkohol unb roirft auf den M^nfchen, in geringen Mengen genossen, wie gewöhnlicher .llkohol- -Ne- thylalkohol unb Aethylalkolwl find in Geruch und Ge'chmack durch einen Laien gar nickt voneinander zu unterscheiden, _uno auch dem Sachverständigen fällt dies schwer/ Dazu kommt, daß Methylalkohol heute unter ber Bezeichnung „Sviritol" und „^pmtogen'' käuflich ist. Im Organismus wird Aethylalkohol innerhalb 20 Stunden beinahe vollständig verwertet, während nach den Fest- slellungen Delbrücks von Methylalkohol nur etwa.ein Zehntel derjenigen Mengen verwettet werden kann, die der tierifche Lrgam---- mus an Aethylalkohol zu verbrennen vermag. Methylalkohol flaut sich daher im menschlichen Körper, wirkt dadurch als GW um) Zerstört ben Körper. In Frankreick) und Italien ist Methyl- olkohol mit .einer hohen Steuer belegt. — T i e H e s s e n - N ii m m e r der Illustrierten 3 c t tung, die im ganzen hessischen Land mit Spannung erwartet wurde, hat um so mehr enttäuscht, als bie Erwartungen durch Voranzeigen des Berlages aufs höchste gesteigert waren unb von ben einzelnen Gemeinwesen und Interessenten z. T. ganz erhebliche Zubußen getriftet worden waren. Tie Abbildungen, die durch ein in Farbe, Zeichnung und Truck völlig mißlungenes Bildnis des Großherzogs eingeleitet werden, sind durchweg sehr mangelhaft, die von einem besonderen Zeichner des Veriages angefertigten Ansichten in keinem Falle wettvoll, sehr häufig aber nicht einmal, klar im Vorwurf. Tas Bild vom Hoherodskom bat mit der Natur nicht bie geringste Aehnlickkeit. Tement- sprechenb ist au»ck ber Text, der, meistens Reklame, kaum ben bescheidensten Anforderungen entspricht. Darmstadt, Mainz, Offenback, Worms, Bingen, Bad-Nauheim sind zu unzureichend behandelt uni) bie kurze Abhanblung über Gießen ist geradezu kläglich. Dir hören dann nur, daß Gießen Universitätsstadt ist unb daß es ein Theater besitzt, das burch ben Gemeinsinn der Bürger gebaut werden formte. Dazu bat man auf den von der Stadt bezahlten beiden Seiten noch zwei 2lbbil- bungen aus anderen hessischen Otten gebracht. Tie sonst so vorzügliche Illustnette Zeitung, die sich schon mannigfache Verdienste erworben hat, hat hier eine ausgesucht unglückliche Hand be- roicsen. — Ein Theaterskandal in München. Das Königliche Residenztheater in München erlebte bei der gestrigen Aufführung des Lustspiels von Slernheim „Tie Staffelte" einen Theater skandal, wie München ihn noch nicht gesehen hat. Das Stück wurde vorn zweiten Akt an unter fortwährendem Hohnlachen unb Skandal zu Enbe gefuhtt. Sämtliche Hoflogen waren von bayerischen Pttnzen besetzt, bie Zeugen der Vorgänge waren. — Der Hochtourist als Wetterbeobachter. Neuerdings macht Freiherr von M y r b a ch einen beachtenswerten Vorschlag. Tic Hodstouttsten, die sehr von ber Witterung abhängcn und daher nicht zu ben schlechtesten Wetterbeobacht em zählen, sollen aufgefordert werden, ihre Seobad)hingen über Wolken-, Schnee- unb Regenbildung, optische Erscheinungen u. a. in bie auf ben Berggipfeln vorhandenen Gipfelbücher einzutragen. Man hofft hierdurch ein umfangreiches Material zu gewinnen, das zwar keine genauen physikalischen Messungen enthält, aber doch für mannigfache Einzeluntersuchungen sehr wertvoll wäre. Zur Organisation dieses Unternehmend müßten bie großen alpinen Vereine, vor allem der Deutsch- und Oesterreichische Alpenverein gewonnen werden, für diesen Zweck besonders geeignet? Gipfelbücher auszulegen Es müßte eine Wetterrubrik in diesen Tüchern vorhanden sein, die durch eine Lochreihe abzutrennen wäre, damit die einzelnen Settionen des AlpenoereinS nach Einziehung des> Buckes oder schon vorher die Rubriken abtrenn en und den in' Frage kommenden meteorologischen Zenttalstellen zusenden könnten. Es wäre im Interesse ber wissenschaftlichen Forschung wünsdfens-» wert, wenn Myrbachs Vorschlag von ben Alpenverein.-n beachtet würde. Auch der Schiläufer ist in der Lage, manche Beiträge für die Wissenschaft zu sammeln, zumal er sich in einer Jahreszeit betätigt, in bet die Gipfel von anderen Touttsten kaum besucht werden kf Eine neue Besteigung des McKinley. Prof. N. E. Parker, von der Columbia Universität, der bereits zweimal vergeblich versucht hat, den höchsten Berg Nordamettkas zu erklimmen, will nun, wie die „Deutsche Rundschau für Geographie" berichtet, einen dritten Besteigungsversuch ausnihren. Im Jahre 1906 hat Parker gemeinsam mit Cook eine Bergbesteigung aus- gefübrt: dann hat er im Jahre 1910 bei einem zweiten vergeblichen Versuche wichttge topographische Ergebnisse erzielt. Bei der neuen Bergbesteigung wird Parker bis Sunrise bie Zentralbahn Alaskas benutzen. Bei der eigentlichen Bergbesteigung werden Schlitten, bie von Eskimohunden gezogen werden, zum großen Teile als Beförderungsmittel dienen. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissen» schäft. Dem Fürsten Albert von Monaco ist als Förderer ber Tiefseeforschung das österreichisch-ungarische Ehrcmzeicheni für Kunst unb Wissenschaft verliehen worben. — Dem Chirurgen^ PrimararS des Karlsbader Krankenhauses TV meb. Franzi Fink wurde vom Kaiser von Oesterreich ber erbliche Uutterftanbt verliehen. — Professor Dr. Anthes in Tarmftaot, ber (Ytoßh., Tenkmalpfleger für bie Altertümer, ist vom k. k. Archäologische^ Institut in Wien zum Korrespondierenden Mitglied ettvä^j worden. leetbewXhrte Glühlampe 70 6 6 Stromerspamli Grand Prix Brüssel 1910 Dcreh die Brktrlillltswwko end In»ti LAMPE einigen und s^Nständig zleichnrüßig zu beschäftigen, so daß dem Architekten Gelegenheit gegeben ist, sich auf dem gesamten Gebiet des Hochbaues zu betätigen und sämtliche zu seinem Gebiet gehörigen Aufgaben ausschließlich in vollem Umfang zu bearbeiten. Deutsche- Reich. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Verschiedenen Blättern wird erzählt, der Reichskanzler habe am 19. März sein Abschiedsgesuch einaereicht. In einer Provinzzeitung war hinzu- geiügt, der Kanzler habe nach einer Auseinandersetzung mit dem Kaiser sein (rntlassungsgesuch eigenhändig geschrieben, versiegelt und „durch den Hausminister überbringen" lassen. Es gibt Politiker, die aus dem Ausblechen eines Dementis schließen möchten, es müsse doch etwas wahres daran sein. Deshalb mag festgeitellt sein, daß die ganze Geschichte ins Reich der Fabel gehört. Zur zweiten Lesung des Po st Voranschlags haben die liberalen Fraktionen des Reichstags eine Reihe von Anträgen gestellt, die folgende Wünsche enthalten: Im Post- betriebsdrenste ist der Dienst nach 8 Uyr abends und an Sonntagen auf die Arbeitszeit der Post- und Telegraphen-Beamten sowie der Unterbcamten eineinhalbfach in Anrechnung zu bringen. Ter Erholungsurlaub der unteren Post- und Telegraphen-Beamten ist in angemessener Weise zu erweitern; Soldatenpakete bis zu 5 Kilo sollen im Verkehr mit den Angehörigen der Soldaten portofrei befördert werden; das Besoldungsgesetz soll dahin ab- geändert werden, daß eine Anrechnung der Dienstzeit, welche Arbeiter und Handwerker in aus Reichsmitteln unterhaltenen Betrieben zurückgelegt haben, auf das Besoldungsdienstalter möglich ist; die zahlreichen und erheblichen Unterschiede, die in der Besoldung der etatsmäßigen unteren Post- und Telegraphenbeamten durch ungleichartige Anrechnung von Dienstzeiten entstanden sind, sollen beseitigt werden; es soll dahin gewirkt werden, daß das von den unteren Beamten der Reichspost- und Telegraphen- Beamten geforderte Leistungsmaß an wöchentlichen Dienststunden mit Rücksicht auf die erhebliche Steigerung des Verkehrs und die dadurch bedingte intensivere Anspannung der Kräfte angemessen herabgesetzt wird; über die Errichtung einer Pensionskasse für Postagenten sollen neue Erwägungen angestellt werden. Ausland. Aus Petersburg wird gemeldet: Die Ernennung des Gesandten inPekingKorostowez zum Gesandten in M arokko und des Botschafters v. Krupensky in Wien zum Gesandten in China wird amtlich bekannt gegeben. Zn Mesched fand zwischen den Anhängern des ehemaligen Schahs und den Konstitutionalisten ein ernster Kampf statt. Der russische Generalkonsul proklamierte den Belagerungszustand. In Mesched befinden sich ungefähr 2000 Mann russischer Truppen. Aus Stadt und Land. Gießen, 26. März 1912. ** Tageskalender für Dienstag. 20. März: Stadttheater: .Die fünf Frankfurter." Anfang 8 Uhr. " Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Hch. Walldorf aus Nieder-Saulheim eine Lehcerstelle an der Gemeindeschule zu Gundernhausen; dem Lehrer Friedr. Dunke nberger zu Nieder-Ohmen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kirtorf; dem Schul- amtSaspiranten Friedr. Braun aus Beienheim eine Lchrer- stelle an der Gemeindeschule zu Holzhausen v. d. H.; dem Schulamtsaspiranten Jak. Hagenauer aus Albenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Elsheim; der Schulamtsaspirantin Elisabeth Ha bermann aus Trechtlings- hausen (Preußen) eine Lehrerinstelle an der Gemeindcschule zu SponSheun; der Schulamtsaspirantin Elisabeth Hatteme r aus Gau-AlgeSheim eine Lehrerinstelle an der Gemeiude- schule zu Gau-AlgeSheim. — Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Psenburg und Büdingen in Büdingen auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen präsenticte Lehrer Karl Hofmann aus BücheS. — Erledigt ist die Stelle eines Reallehrers an der Realschule zu Wimpfen. Mit der Stelle ist Zeichenunterricht verbunden. **Ausdem Militär-Wochenblatt. Zu Obersten befördert : die Oberstleutnants Frbr. v. Lang ermann u. Erlencamp, beim Stabe des Leibgarde-Jns.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, unter Ernennung zum Kommandeur des 1. Ober-Elsass. Jnf.- Regts. Nr. 167; Dittrich beim Stabe des Inf.-Regts. Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Versetzt: die Oberstleutnants und Bats.-Kommandeure Doerr im 1. Ober-Elsass. Ins.-Regt. Nr. 167, rum Stabe des Leibgarde-Jnf.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115; Sonntag im Inf.-Leibregt. Großl)er^ogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zum ötabc des 2. Lberrbcin. Inf.-Regts. Nr. 99. Zu Bats.- Kommandeuren ernannt: die Majore Ritter und Edler v. Braun, Flügeladjutant Seiner König!. Hoheit des Grohherzogs von Baden, unter Versetzung in das Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117; v. Blücher im Generalstabe des 18. Armeekorps, unter Versetzung in das Schleswig-Holstein. Jnf.-Regt. Nr. 163, — letzterer mit dem 1. April 1912. Mit dem 1. April 1912 versetzt: der Major v. Legat im Großen Generalstabe, in den. Generalstab des 18. Armeekorps; Riedel, Königl. Württemberg. Hauptmann im Generalstabe, kommandiert zur Dienstleistung beim Generalstabe des Gouvernements von Mainz, diesem General stabe überwiesen. Von den zur Dienstleistung beim Großen Generalstabe kommandierten Offizieren sind: unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann zum Oberquartiermeister-Lldjutanten ernannt v. Stülpnagel, Oberlt. im Lelbgarde-Jnf.-Regt. (1. Grvßh. fre^O 9lr. 115; vom 1. April 1912 ab auf ein ferneres Jahr -ur Dienstleistung beim Großen Generalstabe kommandiert: Broicher im Garde-Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23; Frhr. v. Fritsch im Großh. Art.-Korps, 1. Grotzh. Heft. Feldart.-Regt. Nr. 25; von dem Kommando zur DieniueiMlng beim Großen Generalstabe enthoben: der Oberleutnant v. Gitsa im Großh. Art.-Kvrps, Defs-. Feldart.-Regt. Nr. 25, unter Verleihung eines auf den 12. April 1909 vordatierten Patents seines Dienstgrades Ernannt: der Hauptmann und Komp.-Chef Sckmltz im Qnf- Ikibrcgt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zum Adjutanten des Generalkommandos des lb. Armeekorps Claus, 5*0114)^0^ und Komp.-Chef im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, in Genehmigung seines Abschieds- aesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disv. gestellt und zur Dienstleistung beim Landw.-Be-irk Gießen (Hauptmeldeamt), dessen Uniform er zu tragen hat, kommandiert. Zum Komp -Hhes er» naniU: d^r Hauptmann Klauer im Hns.-Leibregt. Großherzogin ^Est.) Nr. 117. Zum Zlomp.-Chef ernannt, unter ^^.olberung zum Hauptmann: der Lberlemnant v. Pentz im 3ni -fReöl Äaner Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116. Mit dem L Arpil 1912 versetzt: von der Haupt-Kadettenanstalt: Verth, Vaubtnranm in das Jm.-Regt. Prinz Carl (4. Großh Hess.) sJtr. 118; zum Kadettenhause in Karlsruhe als Erheber'- dfr Leutnant Külv im Jnf.-Regt Prinz Carl (4. Großh. Hess.) Nr. 118. Verlebst: der Zeug-Oberleutnant stülp beim Arr.- debot in Darmstadt, zum Art.-Depot in Straßburg L E. Beordert zu {\äbnricf)en: Kronei ß, Fader, Hauck, Brünesbolz, Suttner im Jm -Regt. Prinz Earl (4. Großh. Hess.) Nr 118 Der -KÄ. mit der gesetzlichen Penswn aiu, dem aktiven Heere be- wllligt dem Cberleutnant v. Trockhausen im 2. Großh Hess Feld- )el::n§tvcrten Rui'.e, in berem Innern Das Feuer noch wütete. Tie freiroilliae Feuerwehr von Heuchelheim cn> naiM mit einer Saugdruckspritze dem hin er dem W ndhof fließenden Kroppbach Wasser, um des F.^rs Herr zu werden. Bürgermeister Kreiltng-Heuchelhetm war bemüht, die Menge von der Nähe der Brandstelle fernzuhalten. Gegen i/84 Uhr nachmittags erschien Oberstaatsanwalt Hofmann mit Vertretern des Amtsgerichts und der Landes-Brandkasse an der Brandstelle und besichtigte sie sehr eingehend. Er gab Befehl, das Feuer abzulöschen, aber nichts, an den noch fteyenden Gebäudeteilen abzubrechen, sondern nach Lockung des Brandes die Stätte aozusperren uftd dafür zu )Prg?n, daß nichts verändert wird. Tie Gebäude des Windhams sind mit 105 000 Mk. bei der Brandtasse versichert. Man schützt die Kosten der Wiederherstellung auf 50—60 000 Mk. Das gesamte Wirtschafts-Inventar ist ein Raub der Flammen geworden. Ebenso sind zum Verkauf dort aufgestapelte Möbel vernichtet. Ein Teil der Habe der Kohlyeyerfchen Eheleute, denen der Windhof gehörte, hat man in dem Restaurationsraum unter dem großen Saal geborgen. Ueberbte Entstehung des Brandes, der sich rasch verbreitete, hör: man bis jetzt nur Vermutungen, deren eine dahin gcht, daß die Acetyiengas-Anlaae nicch ganz in Ordnung g.nusen fei und den Brand verursacht habe. •• Automobildroschken in Gießen. Von jetzt ab verkehren in Gießen zwei Automobildroschken, deren Standort zunächst der Platz vor dem Bahnhof ist. In dem heutigen KreiSblatt ist der für die Automobildroschken aufgestellte Tarif abgedruckt. Landkreis Gießen. — Watzenborn-Stein berg, 25. März. Der Ge) ana« verein „H armo nie" feiert am 7. und 8. Juli sein fünfjähriges Stiftungs- und Fahnenweihfest verbunden mit einem volkstümlichen Wertungs singen. Die Vorarbeiten dazu sind bereits im vollen Gange und die Einladungsschreiben sind mit den Bedingungen zu dem Wertungssingen den Vereinen bereits zugegangen. =» Leih g est ern, 24. März. Am vergangenen Samstag veranstaltete der hiesige Gesangverein „Eintracht" in seinem Vereinslokal zu Ehren seines scheidenden Dirigenten Ri ema n n - Gieren einen Abschieds- kommers. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Finanzamtsgehilfe Schäfer sprach herzliche Abschiedsworte, in denen er der großen Verdienste gedachte, die sich der Scheidende während )einer fünfjährigen Tätigteit erworben habe. Borstandsmitglied Diehl überreiafte mit anerkennenden Worten ein kunstvoll ausgeführtes Diplom, durch das Herr Riemann zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt wurde. In bewegten Worten stattete dieser seinen Dank ab, der (Antracht ferneres Blühen und Gedeihen wünschend. Unter mit großem Beifall aufgenommenen Liedervorträgen nahte gar zu rasch die Scheidestunde. Nachdem das letzte Lied verklungen und Finanzamtsgehilfe Schäfer dem Scheidenden noch einige kernige Worte gewidmet hatte, setzte sich ein Fackelzug in Bewegung, der Herrn Riemann an die Bahn brachte. O Lich, 25. März. Allgemein begrüßt wird es in unserer Stadt, daß gegenwärtig die Wetterbrücke umge&aut und verbreitert wird. Es wird damit einem verkehrshindernden Uebel- stände abgeholfen. Denn über die seither nur wenige Meter breite Brücke führt die von Fuhrwerken sowohl als auch von Fuß. gängern am meisten benutzte Verkehrsstraße Lichs, die Verbiw dungsstraße des Bahnhofsviertels mit der inneren Stadt. Kreis Alsfeld. F. Alsfeld, 25. März. Nachdem der preußische Minister der ösfentl. Arbeiten den Beginn der Bau - arbeiten an den Bahnlinien Alsfeld —Niederaula mit Abzweigung nach Schlitz (inkl. Bahnhofsumbau Alsfeld) nunmehr genehmigt hat, hat die König!. Gifen- bahndirektion Frankfurt a. M. heute die hiesige Bauabteilung beauftragt, die Arbeiten sofort zu beginnen. — Kirtorf, 25. März. Das Kreisamt Alsfeld hat für den 2 7. März hier die Abhaltung eines Schweinemarktes gestattet. Gestattet ist nur der Auftrieb von Schweinen aus eigenen unoerseuchten Zuchten des Kreises Alsfeld und nur aus Orten, die nicht zu einem Sperrbezirk oder zu einem Beobachtungsgebiet gehören. Der Auftrieb der Schweine hat in Wagen zu erfolgen. Vor dem Auftrieb auf den Markt (100 Meter entfernt von diesem) müssen die Schweine dem beamteten Veterinärarzt zur Untersuchung vorgeführt werden. Durch ein ortspolizeiliches, dem beamteten Veterinärarzt vorzuzeigendes Zeugnis ist nachzuweisen, daß die aufzutreibenden Tiere unmittelbar ans der Zucht des Besitzers stammen, und daß der Herkunftsort unverseucht ist. Alter und Zahl der Schweine müssen auf dem Zeugnis vermerkt sein. Personen, die Handel mit Vieh tm Umherziehen betreiben, ist der Zutritt zu dem Marktplatz untersagt. —e— Groß-Felda, 25. März. Gestern hielt Missionar Spaich aus Wiesbaden hier und in Wind- sausen einen Missionsgottesdienst ab. Am Samstag- und Sonntagabend veranstaltete er in beiden Gemeinden Lichtbildervorträge, die die Mission in Indien zum Gegenstand hatten und recht gut besucht waren. Kreis Schotten. O Köddingen, 25. März. Gegenwärtig sind viele Bewohner des Vogelsbergs nach den benachbarten Städten und Landstrichen abgezogen, um dort die Erzeugnisse ihres Winter- fleißeS zu verkaufen. Man kann Vogelsberger Hausierer mit den Gegenständen der Holzindustrie jetzt allenthalben sehen. Von hier sind es hauptsächlich Holzlöffel und andere Küchengeräte, von Helpershain Stöcke, von Rebgeshain Rechen und von Sichenhausen die bekannten, „Wännerche" genannten halbmondförmigen Körbe, die nach der Ebene getragen und dort auch gern gekauft werden. Kreis Friedberg. — Friedberg, 25. Marz. Heute vormittag eröffne« unsere Obstbauschule ihr Sommerhalbjahr. Zunächst findet der Baumwarte rkurs statt, der aus Ober besten unb Starkenburg sehr gut besucht ist. Es wurden 32 Schüler aufgenommen, die zum Teil Unterstützung von den beiden Landwitt- schaftskammer-Ausschüssen erhalten. Der größere Teil besucht aber diesen Kursus, der aast Wochen bauert, freiwillig. Man ersieht aus diesem guten Schulbesuch, daß unsere landw. Bevölkerung dem Obstbau ein reges Interesse entgegenbringt. r. Reichelsheim, 25. März. Am Sonntag, 24. d. Mts., hielt die Molkereigenossenschaft Reichelsheim im Gasthof zur Post eine ordentliche Hauptversammlung ab. Nach Verlesung des Rechenschaftsberichts für 1911 wurde dem Vorstände Entlastung erteilt. Ferner wurde beschlossen, aus dem Reingewinn, der die beträchtliche Summe von 13 209 Mark erreichte, an die Genossen für die 1911 gelieferte Milch für das Liter 1 Psg. zurückzuverguten. Die Errichtung einer Kühlanlage wurde genehmigt. axM’Reg't. Nr. 61; zugleich ist er bei den Rest-Offizieren l S Regts., —« angestellt. **Regimentsjubilaum. Das 1. Kurhes sische Infanterie-Regiment Nr. 81 begeht am 24., 25. und 28. Juli 1913 die hundertjährige Wiederkehr des Stiftungsjahres. Alle ehemaligen aktiven und Reserve- Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamten des Infanterie- Regiments „Kurfürst", welche der Feier beiwohnen wollen, ebenso alle diejenigen Unteroffiziere und Mannschaften, die ihre Teilnahme noch nicht bei den in Bildung begriffenen Kreisvereinigungen ehemaliger 81er in Siegen, Lüdenscheid, WerdoP, Neheim, Wetzlar, Bad-Ems, Marburg, Kassel, Ziegenhain, Hanau, Gelnhausen und Fulda angemeloet haben, werden gebeten, ihre Adressen — unter Angabe der Dienstzeit — Kompagnie — baldmöglichst an das Regiment Frankfurt a. M., Kaserne, Gutleutstraße, oder an die genannten Vereinigungen einzusenden. ** Gerichtspersonalien. Der GroßherzoA hat den Aktuar bei dem Amtsgericht Langen Anton Bopf zum Aktuar bei dem Amtsgericht Lich ernannt. •• Provinzialdirektion. Der Grobherzog hat den KreiSamtSgehilfen Ludwig Lenz zu Gießen auf fein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlasten. Herr Lenz ist gleichzeitig von der Provinzialdirektion dec Provinz Oberhesten als Provinzialsekretär angestellt worden. ** Der 80. Gauturntag des Turngaues Hessen fand Sonntag vormittag unter dem Vorsitz des Gauvertreters, Stadtv. Helm- Großen, in Steins Garten statt. Vertreten waren 98 Vereine mit im ganzen 127 Stimmen. Den Willkommengruß der Stadt Greßen überbrachte mit herzlichen von großem Verständnis für die Turn fache zeugenden Worten Oberbürgermeister Mecum. Zu Ehren des verstorbenen Turnwarts Ruhl-Biedenkopf erhoben sich die Anwesenden von ihren Sitzen. Der Jahresbericht des Gauvertreters bot einen UebeMick über die Veranstaltungen des Gaues, die durchweg gut besucht waren und .einen würdigen und schönen Verlaus nahmen. Der Gau zählte am 1. Januar d. I. in 114 Vereinen 11571 (gegen 11134) Mitglieder, darunter 2282 (2213) Zöglinge. Frauen und Mädchen turnen 488 (54), zum Militär wurden 398 (405) Turner eingezogen. Aus dem Gau traten aus die Vereine Gelnhaar, Mellnau und Staufenberg, während neu ausgenommen wurden die Turnvereine Dreihausen, Garbenheim, Goßfelden, Grebenau, Helpershain, Lauter, Michelbach, Nieder-Ohmen, dtordeck, Ranstadt, Ulfa, Wallernhaus en und Warzenbach. Nach dem Bericht des Gauturn- wartes, Universitätsturnlehrer Will in Gießen, fanden 2 Gauvorturnerstunden, 4 Bezirksvorturnerstunden, eine Frauenvorturnerstunde und eine Turnstunde für die geübteren Turner statt. Den guten turnerischen Stand des Gaues beweisen die zahlreichen auch außerhalb des Gaues von Turnern des Gaues errungenen Preise. Der Bericht weist auf die Notwendigkeit hin, das Zöglingsturnen mehr auszubauen. Tie Rechnung des Kassenwartes P o st- Alsfeld wies 2796.79 Mk. Einnahme und 2680.61 Ml. Ausgabe nach. Die Gausteuer wurde wiederum auf 27 Psg. festgesetzt. Als Gauspielleiter, der Sitz und Stimme im Tur naus schuß hat, wurde Turner Fis ch er-Marburg gewählt. Beim deutschen Turnfest in Leipzig 1913 sollen vom Gau Hessen Gewandtheitsübungen aus geführt werden. Die Bezirlsturn- sährten mit volkstümlichem Wetturnen werden auf den 2. Juni festgesetzt, während das Jubiläumsturnfest in Gießen auf den 7. und 8. Juli 1912 bestimmt wurde. Das nächstjährige Gauturnfest wurde dem Turnverein Franken- berg übertragen. Als Kampfrichter für das diesjährige Kreisturnfest in Aschaffenburg wurden außer Gauturnwart Will gewählt der 2. Gauturnwart Günther-Marburg, Gau- schristführer Wenzel-Gießen, die Bezirksturnwarte Hartmann-Bad-Nauheim und Fiscljer-Marbura, Gauspielleiter Fischer-Marburg, Kaufmann Fix, Vaubel, Erb, A. Noll aus Gießen, Fisch-Bad-Nauheim, Lotz-Dorn-Assenheim und Schüler-Wetzlar. .** Der Stenographen-Verein Stolze- Schrey beginnt am Dienstag, 2. April, wieder einen Anfängerkursus. (S. Inserat.) "Der oberhessische Obstbaumwärterverein hielt im Felsenkeller seine Hauptversammlung ab, der als Vertreter des Oberhessischen Obstbauvereins Dr. Hoffmann- Friedberg beiwohnte. Im Laufe der Verhandlungen wurde die allgemeine Stcrbeversicherung der Mitglieder vorläufig zurückgestellt. Für den verstorbenen Schriftführer Bender- Grünmgen wurde der Baumwärter Karl Müller-Saasen gewählt. Es wird betont, daß in Zukunft die Baumwärter mehr mit der Geschäftsstelle und den Technikern des oder- hessischen Obstbauoereins zum besten des Obstbaues zusammen- arbeiten sollen. Die nächste Hauptversammlung findet in Friedberg statt. ** Vom Verein Hundes Port. Große Erfolge erzielte die Gießener Hundezucht wieder in diesem Jahre auf den Ausstellungen in Mannheim und Frankfurt a. M. Bei einer Beschickung mit 850 bezw. 1150 Hunden erzielten die Herren Volk und Schäfer III. auf Dobermänner fünf erste, zwei zweite, drei dritte und viele Ehrenpreise; Herr August Schwan auf rauhhaarige Pinscher zwei zweite, einen dritten und Ehrenpreis, Rechtsanwalt Hornberger auf deutsche Schäferhunde die Zuchtbewertung „vorzüglich" sowie zweiten, dritten, sechsten und Ehrenpreis, Herr Ernst Niemann jr. auf Bo^er fünf erste, drei zweite, vier dritte, einen sechsten und drei Ehrenpreise, Hoflieferant Schreiner auf Jagd- und Dachshunde drei erste, vier zweite, einen dritten, einen vierten und mehrere Ehrenpreise u. a. m. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens jetzt schon der am 28. April auf der LiebigShöhe stattfindenden fünften großen Ausstellung für Hunde aller Rassen gedacht, die der Verein Hundesport veranstaltet. Kein Hundebesitzer aus Gießen und Umgegend sollte versäumen, seinen Hund auszustellen, winken doch bei sehr mäßigem Standgeld diesmal besonders wertvolle Preise in großer Zahl. Ein auszustellender Hund braucht keinen Stammbaum zu haben, Rassenschönheit allein entscheidet. ** Heber das Großfeuer auf dem Windhof fei noch berichtet: Taufende zogen gestern trotz des ausge- w eichten Weges und des öfteren Regens nach dem Wind Hof, der bis auf die in schwerem Mauerwerk ausgesührten Hm- fasfungSwände ein Raub der Flammen geworden ist. Am Mittag brachten die Züge der Biebertalbahn zahlreiche Neugierige an die Brandstelle, mit Automobilen, mit Sommer- ipagen und zu Fuß pilgerte die Menge zu der allerdings : ..... ■" 11 । . g OSRAM -- Sro’ ßtmeinbe sjen 6tn vode. Die tjinntg bet 1 unb bat sich leisten. Hebt Liadtvertnlll ? Dor! dem Wiesent, um eine Wc au ® °:e«ßen '.1? Gemal Angen- $arn jnllebr Aandid u tzoonge! '1,-14- i> -obei von ^gebildet« jinahme-l ^ülerinnt ob. ® Hoffe", D Stadtgebiet« werden niüf w Wo Lthner a in einer Wi Diese entlud - cister in -ater, br fronen roi (Mark Btflbtöert p: dem Ilrrzli bandsür £) man den Lnti Landungt kmüligen. X Fußb blatze an bn »e- Lesldeuts lei hiesigen iörBeweg a: der M beemträchligte teren. Franks ^rtMente l yiu'iet und t harbu srurzte bi ziemü vchabeN Wmiptlod ui Vie 1 Das®? «rhn, das Hdtabbie frJidj gegei yormad xnkantenK örnito Mer »vmerski lvird be eJfir; "ahine b Verlusten 'pendensa Dießer ^ieine Bah l'Ä lormstadt 2253 meiner seitherigen Wohnung gegenüber. Dr. cbir. deut. Hoddes. Meine Wohnung befindet sich jetzt im Neubau Bahnhotstr. 73 lunf. rbunba acdruu «chreiba Vereinen Samt- „Ein. Heiden« ieds. laß ge. he Äo« edachle, ätigleü ^te mit Liploin, Vereins t seinen Gedeihen nmenen ?. Nach- sgehilse rrte ge> ng, bet t unfern lut uni in UeM- e Meln )on Fich Verein' ibt cd-»' ieder- Einbau L Eiicn- auabtei* ifeß hat ueinc« ieb von KE rrrbezirl Ausuich >em 2u'* noch ent. "dhvf lver- t die ^gen Nt :t3ab noch |S Han »A ülani. tflpelu »Ichen Heber e- hört kbai kn sei jetzt ob tauben eutigen :e Tatii hei--, i“Ä* Ä V rjuchuq bem t' t nach?'-' [bar ui kunsM Ulfen <£ nibel b- zu 68 It* SiBf' ib. » in W n 3^ neu. Mere BürgerWe zu Amberg. Anmeldungen neuer Schüler nimmt Unterzeichneter entgegen am Dienstag, 26. und Donnerstag, 28. ->arz, von 11—12 und nachmittags von 4 — 5 Uhr m «einem Amtszimmer, schriftlich lederzeit. Vorzulegen sind: Zmpft, Geburtsschein, Schulzeugnis. Ausgenommen werden -naben und Mädchen, welche die Volksschule 3 Jahre mit Erfolg besuchten. An der Anstalt kann die Reise für Ober-Sekunda einer Oberrealschule sowie die Berechtigung zum eiu» ja.hrig.freiwilligen Militärdienst erlangt werden. Der Unterricht der Serta ist an allen Wochentagen, der der Caiinta bis Ober-Tertia mit Ausnahme eines und der bei Unter-Sekunda mit Ausnahme zweier Tage nur auf den Bormittag gelegt. Schulgeld: Sexta 60 SDIL, Quinta, Quarta 72 Mk., Tertia 84 Mk.. Unter-Sekunda 108 Mk. Geschwister haben Ermäßigung. Fakultativer Lateinunterricht ermöglicht den späteren Uebertritt in ein Realgymnasium. Der Rektor der höheren Bürgerschule: Angelberger. v U Gießen, 25. März 1912. 02524 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil» nähme bei dem unß betroffenen schweren Verluste und für die sehr zahlreichen Blumen» spenden sagen wir allen unseren innigen Dank. flafbiirint Pfeil uni) Linder. zu haben Die übrigen em Vergehen beschuldigt. bestehende Gesellschaft von STiläufcm Bezirksrichters Hacker wurde in der In verschiedenen Gegenden Frankreichs, insbesondere in Mittel • Südwessirankreich, sind infolge andauernder Regengüsse und und Südwessirankreich, sind infolge andauernder Regengüsse uni der Schneeschmetze viele Flüsse über die Ufer getreten. In Brive Eine auS elf Persoi unter Führung des Wi Amtlicher Wetterbericht. Dcffentlicber Wetterdienst, Gieße«. ^setterauSsichten in Hessen für Mittwoch, den 27. März 1912: Meist heiter und trocken, kälter. Aulle, Figcac, Anaoulönic, Grenoble und anderen Orten sind die niedrig gelegenen Stadtviertel überschwemmt. Bei Newport auf der Insel Wight ist ein großer Dampfer gestrandet. Das Rettungswerk ist mittels Ra- fetenayparates im Gange. vüchettisch. — Der Frühling kommt! Ein Oster-- und Frühlings- Bilderbuch von Eugen Oßwald mit Versen von Adolf Holst. Mil 8 großen farbigen Bildern und zahlreichen Zeichnungen tm Text Verlag Jos. Scholz, Mainz. Ein wunderschönes Buch voller Frühlings- und Ostcrfreude mit herzigen, innigen Versen und farbenprächtigen Bildern. Eine entzückende Fcslgabe für alle Kinder, Knaben und Mädchen, die bereits lesen [öraten, bis zum 4. Schuljahre etwa. Nähe von Lochschneeberg bei Wien von einer Lawine erfaßt und verschüttet. Bisher ist einer gerettet, ein Toter geborgen worden. Eine Expedition zur Rettung der Verschütteten ist abgegangen. Die übrigen Skiläufer, sämtlich Wiener, werden für verloren gehalten. Aus Paris wird gemeldet: Gestern abend gegen acht Uhr fuhr ein Wagen über die Puteanxbrücke. In bem Wagen saßen drei Personen, von denen eine um Hilfe rief. Auck eine mit Chloroform durchtränkte Maske wurde aus dem Wagen geworfen. Polizcibeamte zu Rade nahmen die Verfolgung auf, konnten das Auw aber nicht erreichen. Gericht-saal. D e t m o X b, 24. März. Einen geradezu ttagischen Abschluß sand ein Streit um bat Besitz bes großen Loses her Lotterie des landwirtschaftlichen Hauprvereins für dos Fürstentum Lippe ^«r Hauptgewinn im Betrage von nur 3000 Mark fiel auf ein Los, da- ein Bürger bon Lemgo besaß. Nachdem die Nummer beS Haupttreffers bekannt geworden war, behauptete ein anderer Lemgoer Bürger, der schon einmal das große Lod derselben Lotterie gewonnen hatte, daß er das Los verloren habe unb es daher ihm gehöre. Als der Besitzer bc5 Loses den Gewinn nicht hcrausgad, strengte sein Gegner Zivilklage an. Als diese nicht zu seinen Gunsten endete, ven'iel er in Trübsinn unb maßte feinem Leben selbst ein Ende So fest hatte er sich in die Idee verrannt, daß das LoS ihm gehöre. Und es scheint, daß d'ksi fixe Idee auch auf seine Witwe überging; berat sie setzte nach dem Tode ihres Mannes den Streit um das LoS fort, bet aber schließlich mit Abweisung der Klage endete. Baku, 25. Marz Ter Multimillionär Magiern wurde wegen schwerer Mißhandlung des Ingenieurs Bebutow zu 2'/, Iai-ren (^e'angniS und Verlust der bürgerlichen Rechte verurteilt Sen, --ohn, ein Neffe von ihm und zwei Rittmeister er hielten wegen Beihilfe je zwei Fahre Gefängnis. Der Grnnd der Mißhandlung war der Verdacht, baß Bebutow der jungen Frau deS 70jätjngen -t-agiew den Hof gemacht habe. hertsfchädliches *<*>etranl, an ocrichiebene oajarmtnrtc geliefert unb a^*ur* .Betruges und deS Vergebens gegen Z 12 des Nabrungsw.ittelgesetzes schuldig gemacht zu haben Die übrigen cttangeklagten sind der Beihilfe zu biesern Vergehen beschuldigt. vermischtes. * Brand in einer Altertümerhandlung. Am Samstag abend brach in der Antiquitätenhanblung von Karl Löhr in Braunschweig Großfeuer aus, das bald einen gewaltigen Umfang annahm, da das Feuer an den aufgespeichenen Altertümern, Möbeln usw. reiche Nahrung fand. Gegenstände von sehr großem Werte, kostbare Fürstenberger und andere Potzellansachen wurden vernichtet, auch das alte aus dem 15. Jahrhundert stammende Daus ist voraussichtlich verloren. Der Schaden ist groß. Um 9.45 Uhr wat der Brand auf feinen Derb beschränkt Die beiden unteren Stockwerke finb erhalten geblieben. Tie ganze wertvolle Gemäldesammlung ist verloren. DaS Feuer ist vermutlich in der Tapezierwerkstatt ausgebrochen. tz In Seenot. Das Linienschiff „Elsaß" ist am Samstag vormittag am westlichen Eingang des Skagerak mit dem schwedischen Dampfet „Pollux" bei dichtem Nebel zusammen gestoßen. Der Starkenburg und Rheinhessen. tm. Darmstadt, 25 Mär». Pnnz Heinrich von Preußen ist gestern abend zu Besuch am hiesigen Stofe, wo feine Gemahlin und fern Sohn Prinz 3tegifrmmb schon weilen, eingetroffen. Die Pnnzliche Famllie wird die Cftcrreicrtage hier yibringen. Darmstadt, 22. März. Am Seminar für DolkS- schullehrerinnen unterzogen sich vom 4.-7. d. MlS 25 Kandidatinnen der Prüfung. 24 bestanden, worunter 14 Evangelische, 10 Katholiken und eine Israelitin. Vom 11.—14. d. Mts. fand die Prüfung für die Externen statt, wobei von den im Institut der Englischen Fräulein in Mainz ausgebildeten Kandidatinnen 12 das Examen bestanden. Do» Aufnahme-Examen für neu in das Seminar eintretende Schülerinnen findet Ende des Monats statt. ob. Bingen, 24. März. Die Stadtverordneten be- schloßen, Vorschriften zu erlaffen, nach denen innerhalb deS Stadtgebietes große Hunde an der Leine geführt werden müffen. v Worms, 25. März. Ter Sohn des Gutsbesitzers Behner aus Licbfrauenthal bei Mettenheim spielte gestern in einer Wirtschaft in Eich mit einer Brown ingp, st ole. Diese entlud sich und die Kugel drang einem Schuhmacher- meister in die Lunge. Dieser starb eine halbe Stunde später. Er hinterläßt Frau und drei Kinder. Zwei andere Personen wurden leicht verletzt. Kreis Wetzlar. = Krofdorf, 25. März. Heule fand eine Sitzung der Gemeindevertretung statt, in bet wegen bet elektri^ sch en Sttaßenbahnverbindung mit Gießen gesprochen tvurde. Die Gemeindevertretung ist grundsätzlich mit der Erbauung der Straßenbahn durch die Stadt Gießen einverstanden und hat sich bereit erklärt, einen größeren jährlichen Zuschuß zu leisten. Heber die Höhe des Zuschusses wird nunmehr mit der Stadtvertretung von Gießen verhandelt werden. ? Dorlar, 25. März. Die Gemeinde Dorlar hat in dem Wiesental nach Hof Bubenrod eine Quelle angekauft, um eine Wasserleitung anzulegeo Hcssen-Naffau. 0 Marburg, 25. Mär». In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten würbe der Beitritt ber Stadt Marburg zu dem kürzlich in Kassel ins Leben gerufenen Verkehrsverba n b für Dessen unb Waldeck beschlossen. Ferner genehmigte man den Antrag des Magistrats, 600 Mk. zum Garanttesonds iur Landung eines Zeppelinluftschiffes in Marburg zu bewilligen. Sport. )( Fußball. Am letzten Sonntag fand auf dem Sportplätze an ber Hardt das Verba ndsspiel der II-Klasse des Westdeutschen Spielverbandes zwischen den 2. Mannschaften des diesigen Sportvereins von 1900 und des Vereins für Bewegungsspiele statt. Trotz des langen Regenwetters tuar der Platz in spielfähiger Verfassung, mir ber starke Sturm beeinträchtigte das Spiel stark. Der Sportverein siegte mit 4:0 Toren. „Pollra , em Dampfer von 709 Tonnen, ber der Reederei UbarM Hournbum gehört, war von Addewalla nach London unterivego. Der Dam pscr ist gesu nkcn . bie Besatzung wurde gerettet. Die „Elsaß'" ist unbeschädigt Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Tie Mamvitzcn des Wracks ragen »roei Maer über das Wasser Eine Wracktonne ist ausgelcgt. Tic Beleuchtung deS Wracks für die erste Nacht hat bas Kriegsschiff sichergesteltt. * Eine neue Oelfrucht inDeutsch-Südwest- afrika. Im Okawangogebiet ist eine neue Oelfrucht entdeckt worden, die große wirtsckstiftliche Bedeutung erlangen kann, da sie auf einem großen Gebiete (von 30—40 000 ha> oorkonnnt, das wegen Wassermangels al- Weide- ober Farmland nicht zu verwenden ist. Es handelt sich, wie der „Tropenpflanzer" berichtet, um die Munkuettinuß, die Frucht eines zu den Euphorbiengewächsev gehörigen Baumes, den die Botanik Rhicinidendron rautaneni nennt. Die Ausbeutung der Bestände soll mit Hilfe einer Feldbahn erfolgen. ES soll auch bereits eine GeseUsckwst in Bildung begriffen sein, die innerhalb kurzer Zeit eine IahreSauS- beutc von mehr als 50000 Hektolitern zu erzielen hofft. Kleine Tagezchronik. Der Bettreter berBiebricher Firma Tvckerhoff & Widmann in Saloniki, Herr Beckel, der feit anfang März dort vermißt wurde, wcsbalb auch die deutsche Botschaft in Konstarauiopel sich bemüht batte, ist fetzt in Saloniki in seinem Zimmer auf- gefunben worden, wo er sich verborgen gehalten batte. Berkel versuchte bei seiner Entdeckung zu cnlflieben, verletzte sich aber babei unb würbe fcftgenommcn und ins Krankenhaus gebracht. Eine Untersuchung über das eigentümliche Verhalten bes Becktt wurde cingdeitet. Am Samstag nachmittag brannte in Spremberg die Tuchfabrik von W. ^-chwetach vollständig nieder. Der Schaden beträgt etwa 500 000 Mark 90 Arbeiter sind brotlos. In Breslau sprang gestern abend ein Wagen bet Straßenbahn aus den Schienen unb fuhr gegen bas Gelänber der Königs- brihfe. Die auf bem Vorderteil stehende Frau des HuttnacherS Menze stürzte über das Geländer in die Ober und ertrank. Bonträuber im Automobil. In Chantilly schossen sechs Automobilisten, die aus der Richtung von Paris tarnen, zwei Kassenboten nieder Einer wurde getötet, ber andere verwundet. Sie raubten 40 000 Fr. unb flohen. Zu bem Raubanfall werden folgende Einzelheiten gemeldet: Paris, 25. Mäy. Die sechs Banditen kamen um 1 /j 11 Uhr im Automobil an. Vier drangen mit Revolvern in die iwialc ber Societe Generale, töteten den Kassierer unb einen Angestellten, verletzten einen anderen Angestellten schwer und raubten 40000 Fr Der fünfte wachte mit einem Karabiner, ber sechste hütete das Automobil. Die Banditen beschosien die Personen, welche sie verfolgten, und verschwanden in ber Richtung nach Paris. Bei ASniöres ließen sie das Automobil stehen NacÄ>em die Räuber in bie Bureauräume der Societe Generale in Chantilly eingedrungen waren, stellten sie sich vor den Schaltern auf und feuerten auf Kommando Revolverfchusfe ab Der Kassierer wurde sofort getötet, ein anderer Angestellter starb nach zehn Minuten, ein dritter wurde schwer verwundet, ein vierter bückte sich und entging so den Schüssen und flüchtete. Der Vorfall spielte sich in wenigen Minuten ab. Nachdem die Banditen das Automobil in Asmöres, wohin die Polizeiagenten sie verfolgten, stehen ließen, kletterten sie über eine Eifenbahnbrücke unb sprangen auf einen vorbeifahrenben Zug. Es handelt sich um eine seit Monaten vergeblich verfolgte Bande. Paris, 25. März Infolge des Raubanfalls in Chantilly wird Ministerpräsident Poincare morgen im Mirasterrat Maß nahmen unterbreiten, durch die sich die Tätigkeit der Polizei wirksamer geftaüet. — Bei Montgeron überfielen dieselben Banditen ein Auto. Der junge Mann, der sich darin befand, wurde schwer verletzt. Er stellte sich tot, weshalb sie ihn liegen ließen Paris, 25. März Die Bluttat rief in der Bevölkerung eine um so größere Erregung hervor, als die Bemühungen der Polizei, der Verbrecher habhaft *u werden, seit vier Monaten vergeblich sind. Die Sicherheitsbehörden ordneten eine lieber- wachung sämtlicher Pariser Bahnhöfe an, ebenso werden sämtliche Pariser Tore von der Polizei ftreng überwacht. Da sich in dem Augenblick, wo die Banditen in Asniöres flüchteten, zwei Züge kreuzen, konnte bisher nicht feftgeftellt werden, in welchen sie gesprungen sind. Letzte Nachrichten. Knldscha, 25. MLrr. In der Nähe von Schicho hat eine große Schlacht zwischen Regierungs- truppen und Revolutionären stattgefunden. Die Regierungsarmee aus Umtschi wurde geschlagen. Sie verlor 1500 Tote, 80 Gefangene, drei Geschütze, viele Munition unb Proviant. Die Revolutionäre hatten 200 Tote und dringen jetzt weiter nach Schicho vor. Lnftschiffahrt. Frankfurt a. M., 26. März. Eine Anzahl Frankfurter LportSlente bat auS privaten Mitteln ein Flugzeug „Frankfurt" gestiftet und dem deutschen Kaiser zur Verfügung gestellt. Harburg, 26. März. Auf der Fischbecker Heide stürzte der Flieger Rost, der Schauflüge unternahm, aus ziemlicher Höhe ab. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und mehrere Armbrüche. Er wurde bc- wußllos unter dem zertrümmerten Apparat hervorgezogen. Die Methqlalloholvergiftungen vor Gericht, sh. Berlin, 23. März. DaS Massensterben in bem städtischen Asyl für Obdachlose in Berlin, das insgesamt über 100 Opfer forderte, beschäftigt von heute ab die 10. ötra fromm er des Landgerichts I in einem Prozesse, der sich gegen folgende Personen richtet: 1. den Drogisten Julius Scharmach auo Charlottcnburg, 2. den Reisenden und Essenz- fabrifanten Karl Zastrow aus Cl)arlottenburg, 3. den Reisenden Bruno Meyen aus Berlin und 4. den Reisenden Wilhelm Romerski aus Berlin. Der vauptangeklagte Drogist Schar- mack wird besckmldigt, Methtilalkoholschnaps, ein überaus gesund- Bekanntmachung. Von den von dem Oberhesnschen Verein für Innere Misston für die Herberge zur Heimat dahier abgegebenen y/oiaen Schuldverschreibungen wurden gelegentlich der heutigen, bei Großh. Polizeiami vorgenommenen Auslosung die nadntcoenben Stücke zur Rückzahlung gezogen: LiL A Nr. 17, 29, 37, 54, 56. 58, 69, 70, 93, 97, 160, 175, 177, 187, 198, 200, 213, 230, 330, 350 = 20 Stück ä 50.- Mk....... 1000.- Mk. Lit B Nr. 20, 26. 39, 42, 48, 91, 116, 117, 140, 149 = 10 Stück L L00 Mk. --- Mk. . . 2000.- , »ufammen 3000.— Mk. Wir bringen dies hiermit mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis der Interessenten, daß die Stücke bet der Mitteldeutschen Grrbitbanf, Filiale Gießen, zur Einlösung gebracht werden können. Gießen, am 22. März 1912. D*/i Ter Bornand des Cbcrbdftfcben Vereins für Innere Mission __zu Gießen.___________________ Bekanntmachung. Anleihe der israelitischen Religionsgemeinde Gießen von den Jahren 1892 und 1897. Bei der diesjährigen planmäßigen Verlosung wurden die Schuldoett'chreibungen Nr. 77, 137 und 64 des IahreS 1892 und Nr. 41 des JahreS 1897 zur Rückzahlung am 1. Juli d. I. bestimmt, an welchem Tage die Verzinsung aufhört. Gießen, den 24. März 1912. D”/, Der Vorstand der ifraelit. Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim._____________ ©iterartilcl empfiehlt in größter Auswahl a!8: 2122 Schokolade Hasen und Eier Zucker-Hasen und -Eier Marzipan-, Wassel- ii. Dessert-Eier 8arteHnagt=beftn, -Eier nnh gefüllte flörbM Ludwig Völl, Marktstr. 32 Konditorei. Schokolade- u. Zmkrrwaren-Fabrikatton. Prmi ipcife^flartoifcln in verschiedenen Sorten enwfiebLt au den biüiaiten Tagesvreisen 11262 H. Trechsler. Steinstr. 48. Televb. 581. Wine und Wiederverkaufer Erna-Preise. 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