Dienstag, 29. Oktober 1912 162. Jahrgang Erstes Blatt un vll Käufer Istip ein. _ Uesküb, der Hauptort des Wilajets Kossowo, das Herz Alt-Serbiens, war das Ziel und die Sehnsucht des serbischen Heeres. Mit stolzen Gefühlen werden die Serben durch _____bic große historische Ebene Moifowo Polje, durch das in Dazu so vielen Heldenliedern und Volkshymncn besungene Amsel .. . ; J ‘ _____ _____ 1 \ CS...,, 1 '?ßQ Sin kiiSsI>nH<-la' chwerhörige Itcn das „Otophoi rage zur Froöe nlicher Besuch erbeten ■hüre Nr. IS kostenix ,Ische OiophoneL rankfurt am Main kenheimer Anlage 50 p: s-Offerte!% MlltisllS-PIDr ;„rben, Meter 2.25 Ml mf-Haus, Ä Name der Stadt war Skupi, der ftd) in dem modernen slavischen Slopia und dem türkischen Uesküb erhalten Hal. Nur spärlich fließen die Nachrichten über seine Betgangen- 1Cit. Im Jahre 1002 wurde die Stadt burdi Basilees II. den Bulgaren entrissen, durch jenen grausamen Vernichter des Bulgarenreiches, der zwölf Jahre später nach der Entscheidungsschlacht beim beutigeu Demirhissar l»Ote) gefangenen Bulgaren die Augen ausstechen ließ und hundert, denen er ein Auge geschoirk hatte, mit der Ausgabe bf* austragte, die unglückliche Schar heimzuführen. Im vierzehnten Jahrhundert, in der Blütezeit der serbischen Herrschaft, war Skupi der Mittelpunkt des poliiischen Levens: hier wurde 1346 Stephan Dnschan zum Zaren der Zerben und Griechen gekrönt. Doch Jtem glanzvollen ?arcnturne war in Skup'i nur eine kurze Freude beschieden. Auf dem Amselfelde sank Serbiens Macht dahin, und hundert Jahre später pflückten die Osmaiien neue Lorbeeren auf der blutgetränkten Ebene. Am 23. Oktober 1448 brachte Murad II. einem ungarischen Heere des Hunhad, der für die Serben eingetreten war, eine vernichtende Niederlage bei. Nie mehr seitdem haben die Serben in Uesküb und im Lande rings umher festen Fuß fassen können. Aber ihre Herzen flogen Jahrhunderte lang voll Sehnsucht über die Bergeshöhen: ihre Heldengesänge kreisten immer wieder um die' Schlacht aus dem Amselseld und um Skupi, bte meine täten ir) zur Abhaltung von sen, Vereinssitzungen tu enlende Erinnerung, lenung. Reelle Bierprei? nt Spuck'; ik, Nord-Anlage 3: WirtschaftNgartcn 1 Maßnahmen getroffen, daß die Flüchtlinge in ihre Heimat ' zurückgebradu werden und die Beamten, die ihre Pflichten i vernachlässigt haben, entlassen. Ter hiesige Korpskommandeur verfügte, das von : morgen an verboten ist, nach 10 Uhr abends a u f । die Straße zu gehen. Ter Sultan nicht auf dem Kricgsschanplal',. Konstantinopel, 27 Cft. Tie Nachricht, daß sich , der Sultan auf den Kriegsschauplatz begebe, ist verfrüht. iTarüber ist noch keine Entscheidung getroffen worden.« Wie ein angehlich dem Kriegsministerium zugegangenes Telegramnr meldet, batten die Türken die starte Position von Ma rasch, westlich von Adrianopel, wieder Genommen. Man erwartet eine amtliche Bestätigung. Ter türkische Kabinettwechsel. Konstantinopel, 28. £tt Tie Bildung des M a- hinetts Kiamil, welche durch die Weigerung des gegenwärtigen Großwesirs Ghazi-Mukthar, zurückzutreten,^ aufgeschoben werden mußte, dürfte sich dennoch^bald vollziehen Die Einnahme von Uestüb macht auf die serbische Bevölkerung einen überwältigenden Eindruck. Uesküb wird nunmehr als Kleinod | i ?trad)tet, für dessen Verteidigung das gesamte serbische Volk bis zum letzten Blutstropfen kämvfen werde. Trc , änzliche "Aufteilung der europäischen Türker werde sich höchstens durch das rechtzeitige Eingreifen der Großmächte vereiteln lassen, da Mazedonien anscheinend für die Türkei bereits volltonrmen verloren jci. Einem amtlichen Bericht aus Belgrad zufolge ergab sich die nach Tetovo und Kalkandelen geflohene tür kis ch e .K o l o n n e der sie verfolgenden serbischen Kavallerie und legte die Waffen nieder. Auf der Strecke Uesküb—Tetovo wurden weitere 125 türkische El schütze er- Ib eutet. _ „ König Peter mit dem Ministerpräsidenten halt, wie Iverlautet, morgen (Dienstag) seinen feierlichen Einzug in Ucs tu b. Tie Türken ziehen sich von Istip gegen Belesch und Äoferuelue zurück. Tie Bevölkerung von Istip befiildct sich im A n f st a n d gegen die Türken und bemächtigte sich der Waffen aus den türkischen Magazinen. Tie serbischen Bortruppeu trafen abends in Hanstal* ^■Ausverkauf \ ^eschäfts l ü «■Mass JNBACH * Wetzsteinstraße 38 Hochburg altserbischer Herrlichkeit In malerischer Lage breitet sich Uesküb aus, auf dem Hintergrund der im Nordwesten den Horizont umrahmenden, schneereichen Höhen. Ein wundersames Uarbenspiel entfaltet sich ringsum in den rötlichgrauen sanften Hügel- massen des Südwesten, dessen idhllische Anmut schross ton trastierl mit den in bläulichgrauer Düsternis herüber- chiinmernden Gebirgsformen der Tscherna Gora, des Schwarzen Landes. Ans der weiten Ebene mit dem breit und gemächlich strömenden Flusse, den schweren Dunst- wollen des Sumpssees von Kaplan hebt sich Uesküb, an den beiden, von breiten .Kaianlagen umsäumten Usern des Wardar. Hier am Fluß hat die Stadt nichts mehr vom orientalischen Gewirr der Gassen, die den älteren Stadtkern noch zu einem unverfälschten Stück Asien machen. Bon der Höhe der altrömischen Brücke, die über den breiten Strom setzt, blickt man auf diese ganz europäischen Ufer- viertel, wo stattliche Moscheen, große Bauwerke und alt- türkische Anlagen sich dehnen. Am rechten Ufer hat die Stadl ihre jüngste Entwicklung zu verzeichnen. Hier dehnt sich die Bahnhofsanlage aus, und an sie haben sich in rascher Bautätigkeit eine Menge moderner Unterkunftsund Gasthäuser'angeschlossen. Das linke User wird von einem flachen Hügel beherrscht, den ein mittelalterliches', von niederem Mauerring eingeschlossenes Kastell bekrönt. Dieses Denkmal der alten Geschichte ist heute zu einer türkischen Kaserne mit Hospital und Gefängnis umgestaltet. Während man sich hier in Europa fühlt, tragen einen wenige Minuten Weges mitten in den Orient. Im Bazar wogt- das ewige Ein- und Vielerlei, wie man es in so vielen türkischen Orten antrifft: ein immer reges Leben uni» Treiben in holprigen krummen Gäßchen,''wo elende Baracken, Kaufläden und Werkstätten unter dem Schirm weit ausgespannter Matten oder Tücher gegen die Sonne eine kauflustige Bevölkerung anlocken. Das bunte Gemisch der Einwohner, Albanesen, Serben, Bulgaren und Türken, geht ganz in diesem behäbigen Kleinstadtbetriebe auf, und so harrt Uesküb seit langem des großen, nun vielleicht näher gerückten historischen Momentes, wo der Glanz halbtausend- ist, das; er sich .zu Unrecht einer schweren Schuld zecht, um sie, die Heilige, nickt zu betrüben. Den Schluß des Abends bildeten eine 'Reifte von gereimkn Erlebnihen, die der Diä ter mit seinen Kindern hatte, ksic spiegelten nickt nur den fröhlich-naiven Kinderftumvr wieder, |oir dern auch des Vaters innige Liebe zu seinen Kleinen. Die Zuhörer folgten aufmerksam deu einzelnen Darbietungen -und bereiteten dem Dichter eine herzliche Kundgebung. N. gusrührung, [leupl^erß I Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhelfen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch und Steinbruderei R. Lange. Redaktion, ikrpedition und Druckerei: Schulstratze 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. und beinahe, beinahe wäre uns " > i über diesen Hut an der Generalseäe gestolpert, rnenn nicht seine Frau mit alter Toa- Scklauheit dem Etvig-Weiblicken zum Siege und ihm zu den General-Hosen verftolfen hätte. Tas neueste Lustspiel „Die Generals ecke" von Richard Skowroy-nek, das im Komödie n h a u s wahrhaft lubelnd ausgenommen wurde, spinnt um solchen Kern seine drollig gemütlichen Fäden. Ter Mitautor des „Husarensiebers", der im deutschen Sbecr und im deutschen Offizier-Haus so trefflich Bescheid weiß, zeicknet mit sicheren Strichen die tragikomische Zdnllil klcmüablifckcn Garnisonslebens, in dem Sckneidemühl und Allenstein aks Großstädte am fernen Horizont kühner Träume stehen. Einige hübsche Episoden von Kampf und Liebe zwischen Militär und Zivil, die in die Familie des reichen Fabrikanten hineinspielen, umrahmen und durchziehen dies komische Heldenlied vom Mampf gegen die großen Hüte in Moppelbude. Skowronnek hat auf jede höhere, auf dichterische Bentuung ausgehende Gestaltung des Stoffes verzichtet: er gibt ein sehr l übsck gesehenes Milieubild mit prächtigen Possenszenen, in denen ouck die unDcrroüftlide Gestalt des dummpfiffigen Offiz-iersburschen nickt fehlt, und hat so die Lacher auf seiner Seite. Es war cm großer durchschlagender Theatererfolg. Dr. P. L. — T i e W e l t z e i t. Tie internationale ,3eitfonferen_i, die soeben im Pariser Observatorium tagte, bat beschlossen, daß alle Beobachtungen über die Bestimmung und die Uebermittlung der Zeit, die in den Observatorien der ganzen Welt gemacht tverden, in Paris zentralisiert werden sollen. Die französische Hauptstadt besitzt in dem Eiffelturm, wie der Pariser Astronom Eharles Nordmann im Matin au-'ührt, ein unvergleichliches Hilfsmittel iür bic Aussendung der Stundensignale mit Hilfe der drahtlosen Telegraphie: die Errichtung dieses Meisterwerks der Technik hat so einen praktischen Nutzen gehabt, an den bei seiner Erbauung niemand benfen tonnte. Obwohl die Stundensignale des Eiffelturms bereits 6000 Kilometer weit ausgesandt werden, reichen sic doch für die entfernteren Orte nock nicht aus, und man hat eine Anzahl anderer Stationen gewählt, die über die ganze Erde verteilt sind und bic französischen Signale ergänzen, sollen, m- bem sie in anderen Zeiten Stundensignale ausschicken.. Es wird also auf der Erde keinen Ort geben, an dem nicht wenigstens zweimal am Tage bic Seeleute, bic Forschungsreisenden, die Erdmesscr, bic Eisenbahnbehörden und die Uhrmacher die Zeit mit grösster Genauigkeit ieststellen können. Tie ausgesandte Zeitangabe wird immer die des Anfangsmeridians von Greenwich sein. Als Stationen für die Aussendung von Zeitsignalen wurden von der Konferenz gewählt: Paris, San Fernando Brasilien, Arlingwn Bereinigte Staaten, Mogadiscio Somaliküste-, Manila Phi- lippincn, Timbuktu, Nordbcick, Massauah (Eryrhrca und San Francisco. Die von der Konferenz getroffenen Bestimmungen bo , dürfen noch der Zustirnntimg der oerschiedcnen Regierungen, — D u l b e r g s „K o r a l l e n k e 11 l i n" in neuer Gestalt Ans Bremerhaven, 27. Oktober, wird, uns geschrieben: Im kleinen Bremerhavener Stadtthcatcr, bas seit einem Fahre von Gustav Burchard mit großem künstlerischen Ermt gekurt wird, gab's am Samstag etwas ganz Besonderes: man brachte Franz Dülbergs Drama „Morallenfettlin" zur llraiimiftrung. Man erinnert sich des Schicksals dieses Dramas. Ucbcrall, wo man versuchte, cs auszufüftren, wurde cs verboten, weil es |id) mit dem Problem der Dirnenliebe beschäftigt. Ein heftiger Protest zahlreicher Schriftsteller und Kümtlcr, die dieses Verbot mit gutem Recht als banausische und auf die Tauer unerträgliche Einschnürung ehrlichen und freien Kunstschaffens kmpmndcn, Hali nichts: das Stück blieb verboten. Nun bat das Ltadtthcatcr von Bremerhaven, wo man die Zensur nur dem Namen nach kennt, eine Aufführung des versehmten Stückes gewagt. Wer aber das Drama kannte, war crltaunt über das veränderte Gefickt da- es trug. Der Autor hat entschlossen alle Debatten und Bekenntnisse zum Problem des Stückes berausgestrichen und gegen eine romantische Erweiterung der Fabel eingetamckt, ^die das ganze Stück nicht zu seinem Vorteil in das beauemcrc und unbedenklichere Fahrwasser einer wohltemperierten Liebestragödie lenkt. Aus der Predigerin einer neuen, kühnen Ethik ist im veränderten Stück eine ergreifende, duldende Mäbckcngckftalt geworden. Da die Konseguenzen, die dem Ltuck sein eigentliches Relief gaben, nickt mehr gezogen werden, ,o steht seiner weiteren Bühnenlaufbahn wobl nichts mehr im Wege. Ünb ba cs auch in der neuen Form sprachliche Schönheit, brama- tü'cke Schlagkraft unb ergreifende Menschlichkeit hat, so wird es seiner Wirkung stets fieber sein. Tas Bremerhavener Publikum nCT Nöck den beiden letzten Akten den Tichter immer wieder nut großer Begeisterung vor den Vorhang. — Berliner 2 fteat erbrief: lir Somöbie der großen Hüte. Man schreibt uns aus Berlin: Zn Movpelbubc un fernsten Ostpreußen steht ein Oberst an der „Generalsecke"; er weif, bar der geringste Wind, ja ein Ieifer Luftzug ihn un letzten Augenblick rortroeft-en kann, so daß er nicht um die ersehnte Ecke kommt, soitdern vorher in die trüben Sphären des Zivil standes fliegt, unb deshalb ist er sehr nervös. Da naht ein Riccn- hut, solch ein Ungetüm der — in Kvppelbude — neuesten Mode, WOlle und /olle Qualitäten zu billigst eisen. "UHR Siu Abend bei Ernst Zahn. Gießen, 29. Okt. Tas Erwachen der beifnatfümtleriidicn Bestrebungen hat cs (trmad)t. daß man den, mit bA Eigenart einer bestimmten >■ genb sid' befdiäftigenben Zweig unserer Literatur, der immer id) unb vielgestaltig blühte, ebenfalls als Hcirnatkunst bezeichn hat. Man hat mit diesem Schlagwort die kleinen Talente- i OB aclvbi und die starken herabgesetzt, denn das Wesentliche '.r Dichtkunst ist cs nicht, daß sic einen Ausschnitt aus der Hei at gibt, sondern daß sie Menschen schafft, ein Wbild des r.'bcnS ist. Welche Sprache diese Menschen reden, wie ihre Le lissührung siäi gestaltet, das ist literarisch völlig gleichgültig, l iid nur der Roman schriftsteller bleibt in diesen Acußerlich- - stecken Der Romandichter grübt tiefer: er gibt im Gc- i. anbe feiner Heimat ein Menschheitsbild, einen Ausschnitt aus r ui Leben seiner Heimat, das sich zu einem Weltganzen aus- wächst. __ , 3ii biefen Romandicktern. die das Leben von der Wurzel cus verfolgen, um cs zu einem hodiragenbeu Blütenbaum zu entfalten, der feine Acste in alle Lande reckt, gehört Ernst Zahn, der i.ariiiherzige Schweizer Dichter, in dessen Adern gut deutsches Blut rollt. Schon bei seinen ersten dichterischen Versuchen vom Gluck begünstigt, ist er von Stufe tu Stufe geschritten und heute e ner unserer Inchetztendsten unb tiefsten Dichter, fein Literat, kon° bern ein vollblütiger Mensch, der sein Volk ba Qiinudit, iro cs am stärksten unb liebenswertesten ist, bet seiner harten Nlltagsarbeit, bei seinem Mampf mit dem 2eben. Unb babc. it er ein gemutstiefer Vater, ein glücklicher Gatte, der aus seinem ruhsarnen Familienlebest bic erfrischendsten Anregungen glückhaft sicheren Gedichtet schöpft. 30 stanb er gestern abend vor uns in dem biditgetullten Saal des Gcscllschaftsbauses, mit dem scharf modellierten, mar Bauten Kops unb las auf Veranla"ung der Fcrberscken Unircrft tät5budil)anbliing ans eigenen Werken vor. Unb er las gut vor: mit Wärme unb Kraft. Zuuäck't eine Anzahl reiner, seiner Gedichte die seine schlichte, herzliche Art unb sein starkes Ge- faltungsverwöteu machtvoll, bervorhobeu -Nach einer Paine las ct bann eine packende historische Novelle, -ter .lo b de s '.l o r o •?, rinc Art Rahmenerzählung, bei ber rrüftcre Erlebni"c des Ritters Johannes Avros sehr glücklich m die Gedanken 'einer Sterbe runbe eiugeflockteu sind. Das alte Motiv, bau bic einst Geliebte iLt der Sterbestunde noch einmal unvermutet amtritt, tu durch tie gesättigte, farbenreiche Svrackc, die Bilder von wunder- Earcr Eindringlichkeit schafft, fast ganz überwunden, unb mächtig Hebt sich bic eherne, festgefügte Gestalt des alten bcldhauvtrnauns non den Gesdehniiscn ab. Mit feiner Kunst tu ,eine scheue Ltebc Au dem jungen Ebelfräulein geschildert, leine ~iebe, die |o stark Veznqd'rels: monatlich 7öPs^vlettel- jährlid) Mk. 9.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich fö Pi.; durch dtePost -2JIL2.— viertel- jährt aussckt Beftella. Zetlenpreis: lokal IdPs, auswärts 20 IMemitq. E hesredakteuc: 91 Goetz. Perautwonlich für den politischen Teil: August Goetz; tüt »Siciiille- ton", ,9 »igesd;lossen. ’ Dazu kommt die Einnahme von Uesküb durch de Serben. Drei Heeresabteilungen marschierten gegen U sbük vor: z w e i se r b i s ch e, von denen die eine unter I । in Kronprinzen über Mumanowo, die andere über Prisch- tiiia heranrückle, und eine serbisch-bulgarische Ko l, n n e, die von Egli-Palanla kam. s)htr in Uesküb konnten b' Türken eine erfolgreiche Offensive auf diesem Te.ie di ' Mriegsschauplatzes erhossen und mit der Ausgabe von N sind sind sie nicht allein völlig in die Defensive gedrängt, jc3tbcrn sie geben ben Serben auch den Weg durch das O ardartal ttad) Saloniki frei und ersparen ihnen die Er- Sirmung des schwierigen Passes von Katschanik. Es sind title folgende Meldungen zu verzeichnen: wie stellt cs um Kirf Kiliffe? In Konstantinopel wurde cs nun aud) amtlich bc- Wskennt gemacht, die Division Hilmi habe die Bul- larcn unter empsindlichen Verlusten drei Stunden über l i r k K i l i s s e h i ii a u s z u r ü ck g e w o r f e n. Dieser Meldung widersprechen aufs schärfste die Nach- I ichten aus Sofia. Dort will man sogar wissen, daß v linke bulgarisckie Armee aud) Baba Eski genommen . bc. Dieser Ort liegt südlich von Kirk Kilisse, ganz nahe ii der Eisenbahnlinie Adrianopel—Konstantinopel T. ........... ... irirb aus Sofia noch gemeldet, ein von Ko n stau ti- seid ziehen, auf dem am lö. Juni 1389 die sud|lavt|dw H Opel kommender Zug, der 14 Wagen M e h l Heldenschar Lazars dem Ansturm der Mohammedaner erlag, i. -eie, sei in der Nähe von Baba Eski von Bulgaren ab- Von einem Schimmer romantischen Glanzes sind für den g langen worden. Die bulgarischen Truppen marschierten I Zerben die düsteren Berge umgoldet, die dies Gefilde einer n. ch Kulelü-Burgas. Danach beabsick)tigen also die Bul großen Vergangenheit cintrcijcn; der Nainc Uesküb läßt n reu aud) die andere Bahnlinie nad) Adrianopel abzu-1 ihr Herz höher sd)lagen. Ist dod, die Stadt seit grauen e meiden, die vom Golf von Enos kommt. I Zeiten der Riegel in dem großen Längstal der Wardar, AuS Konstantinopel. gleichsam dem einzigen natürlichen Wege vorgeschoben, der Fn Konstantinopel herrscht seit Donnerstag tiefe Nie das alte Tardanirn und Panonien mit dem ägäischen Ge di?raeschlagenheit. Vielfach wird die türkische Sache be stade verband und durch das Tal der Bsd)in,a und Morawa us als verfahren betrachtet. den Zusammenhang mit Naiffus, dem heutigen serbi|chen m o n st antinopel, 28. Okt. In einer amtlichen Mit- Nisch und der Donau herstellte. Und dieielbe Rolle eines -Kuna wird festgestellt, daß der größte Teil der hierher! starken Bollwerkes zum Sd;utze von ^drei ^ajcingauacn ieflüchteten M usel m anen Orte verlassen hat, diel spielt Uesküb in der Neuzeit, wo die schtenenstrange der nicht vom Feinde angegriffen wurden und fern der Grenze einzigen hier nach Norden strebenden Bahnlinie, hart neben gen wie Rodosto und Tschataldsche. Tie Regierung hat f den alten Straßen, den alten Talern folgen. Der alte ** ‘ : ■„ Alsfeld U'15** - iin B 5 „.kehr nfldl i - 481 fahriger Vergangenheit wieder erweckt wird, wo aus Uesküb wieder Skupi wird, das Her; Alt-Serbiens . . . Die überfüllten Spitäler in Belgrad. Belgrad, 28. Eft. Infolge der großen Zahl der täglich eintreffenden Verwundeten mußten sämtliche Schulen als Spitäler eingerichtet werden. Das Kriegsministerium fordert alle mit der Krankenpflege vertrauten Mädchen und Frauen auf, sich in den Däenst des Roten Kreuzes zu stellen. Bisher sind 1500 Verwundete eingetroffen. Die Bevölkerung spendet den Verwundeten Speisen, Getränke, Geld und Blumen. Vor den Spitälern stehen hunderte «von Frauen, welche auf Einlaß warten. Die „Voss. Ztg." meldet aus Belgrad: Die nach Bulgarien reisende Erpeditiou des deutschen Roten K r e u; e s hat während ihres hiesigen Aufenthalts Operationen an Schwerverwundeten ausgeführt. Zum Dank dafür wurde ihr freie Reise bis zur Grenze bewilligt. Die. Wiener Politik. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Die Rede König Carols findet hier völlige Billigung. Gegen jede Verschlechterung ihrer Stellung bei den Balkanstaaten infolge Verschiebung des politischen Gleichgewichts müßten sich Rumänien und Oesterreich-Ungarn entschieden zu wahren wissen. Nach Bukarester Meldungen wird die eben erwähnte Ansprache König Carols als offizielle Anmeldung der Ansprüche betrachtet. Um der rumänischen Forderung auf Gebietserweiterung Nachdruck zu verleihen, werden von der rumänischen Regierung militärische Vorkehrungen getroffen. Tie Mobilisierung soll beschlossene Sache sein und in den nächsten Tagen erfolgen. Zahlreiche Reservisten gehen in den Garnisonen an der bulgarischen Grenze ab. Auch wird gemeldet, daß der Mini^^rat bedeutende Heereskredite beschlossen hätte. Tic griechische Flotte kreuzt nach einer Meldung des „Bert. Tagebl." aus Konstantinopel vor den Dardanellen und durchsucht alle einfahrenden Schiffe. Deutsches Reich. Stiftung des Großherzogs von Sachsen- Weimar. Aus Anlaß der Taufe des Erbgroßherzogs stiftete der Großherzog von Sachsen-Weimar 100000 M a rk für Zwecke der Landeswohlfahrt. * Die „Kreuzzeitun g", von der behauptet worden war, sie sei in anderen Besitz übergegangen, veröffentlicht eine Erklärung, in der sie es zurückwcist, daß ihre bisherige geschäftliche und redaktionehle Selbständigkeit künftig in Frage gestellt sein könnte. Tie Vereinbarungen mit dem „Deutschen Verlag" hätten lediglich die „Borussia-Truckerei" betroffen. Tie „ürcuzzcitung" aber werde auch in aller Zukunft in der gleichen Gestalt wie bisher vor ihre Leser treten und kein wie immer geartetes Intimitätsverhältnis mit irgend einem andern Zeiwngsunternchmen, sei es, welches es sei, eingehen. Sie sei auf eine dauernd gesicherte Grundlage gestellt. Am 9. Oktober sei das Stammkapital der Gesellschaft um 384 000 Mk. erhöht worden. Das baperische Gesetz über den Kriegszustand wurde am Montag von der bayerischen Kammer in namentlicher Abstimmung mit den Stimmen der bürgerlichen Parteien angenommen. Dagegen stimmten geschlossen die Sozialdemokraten. Wie Präsident Orterer am Schlüsse der Sitzung mitteilte, ist in Aussicht genommen, am Mittwoch die erste Session des Landtages zu schließen. Der Jesuiten erlaß der bayerischen Negierung wird am 22. oder am 25. November im Bundesrat verhandelt werden. Nicht Freiherr v. Hertling, sondern Kultusminister v. Knilling lüirb in der Sitzung 'ben Standpunkt seiner Regierung vertreten. Ausland. Die russische Fleischausfuhr nach Deutschland hat die Petersburger Fleischbörse erregt. Ein Komitee hielt bereits zwei Sitzungen ab, um die Ausfuhr zu hindern, die für Petersburg und Moskau, die Msatzgebicte der besten Qualitäten, verhängnisvoll werde. Die Fleischbörse ersuchte um Zurückziehung des niedrigen Exporttarifes. Das internationale sozialistische Bureau beschloß, baldigst einen außerordentlichen internationalen Kongreß nach einer Stadt in der Schweiz einzubcrufen, um gegen den Krieg zu protestieren. Das Befinden des russischen Thronfolgers ist gut. Er befindet sich zeitweilig in froher Stimmung. Die Tagestemperatur betrug am Montag 37,5, abends 37,4, der Puls 120. Eine französisch-italienische Vereinbarung. Der französische Ministerpräsident Pvincar4 und der italienische Ministerpräsident Tittoni unterzeichneten folgende Erklärung: Ta Frankreich und Italien wünschen, das im Jahre 1912 abgeschlossene Abkommen in freundschaftlichstem Geiste auszuführen, versichern sie sich gegenseitig der Absicht, beide der Verwirklichung aller Maßnahmen, deren Erlaß Frankreich in Marokko und Italien in Lybien für opportun halten werden, kein Hindernis zu bereiten. Sie kvinmen auch darüber überein, daß die Behandlung als meistbegünstigte Nation gegenseitig Frankreich in Lybien und Jtalieu in Marokko zugesichert wird. Tic Meistbegünstigung soll im tveitesten Maße den Angehöri gen, Erzeugnissen, Einrichtungen und Unternehmungen beider Staaten gewährt werden. 25. Zahresseft der hessischen yauptvereinz der Evangelischen Sünder. bs. Darmstadt, 28. Oktober. . Deute vormittag wurde die Tagung des Evanaclischeu Bundes mit einer gcsäüosscnen A bgcordnetcn- und Mitglieder v e r s a m m l u n g des Hessischen Hauptvercins fortgesetzt. Pfarrer D. Waitz erstattete den Iahrcsbcrnü:, dem mir folgende Zahlen entnehmen. Tie M i t g l i c d e r z a h l in 178 Zweigvereinen be trägt: 1. in Starkenburg 7726 gegen 7564 im Vorjahre, also +161, 2. in Oberhesscn 5334 gegen 5377 im Vorjahre, also — 43, 3. in Rheinhessen 5282 gegen 5382 im Vorjahre, also — 100, zusammen 18342 gegen 18 323 im Vorjahre, also + 19; die Mitgliederzahl in 32 angcschlossencn Vereinen beträgt' 1 in Starkenburg 3263 gegen 2945 im Vorjahre, also 4-318 2. in Oh-rl>essen 135 gegen 135 im Vorjahre, also - 0, 3 in 34b7 gegen 338« im Vorjahre, also -f- 80, zusammen 6865 gegen 6467 im Vorjahre, also -j-398, insgesamt 25 207 liegen 24 791 im Vorjahre, also -f-417A So ist'der Landes verein in fcin^25. Vereinsjahr mit mehr als 25 000 Mitgliedern emgetrekcn. ne Landest'ersammlung fand am 10. und 11 Sev h-mbtr m B u tzb a cv statt und nahm einen glänzenden Verlaus ’n Qgxm u . Famuicnabcnde wurden insgesamt 275 igeoen oÜh ^^riAnrC?.?SaU,t?ltft und fanden in 130 Zlveigvereinen r -\rL- <>L'rial:n’ .Nannerversammlunaen und Tis ?u^u>"4abciu .vestip.el und grei ere Aufführungen so von Sä il ' h aI^C,LC unt> Ehrten zu historischen Städten, ro\v 93onik', Speyer, wurden in einer Anzahl von Zweigvereinen mit Erfolg durchaesührt. Bundesbüchercien gab es 24 mit 3552 Bänden. Tie (Asä'äftsstelle leitete den gesamten Vertrieb der Bundesblätter. Der Rechenschaftsbericht wurde durch den Rechnungsrat R o t b e r m e l - Darmstadt erstattet. Die Einnahmen beliefen sich aut 26145,08 Mk., die Ausgaben betrugen 26 035,11 Mk., so daß ein Kassenoorrat von 109,97 Mk. verbleibt. Tann erstatteten die einzelnen Vertreter der Zweigvereine Be- richt über ihre Tättgkeit. Pfarrer D. Waitz teilt mit, daß er eine Iubiläumssestschrist versaßt habe, die eine Geschichte des Hessischen Haupwereins und andere interessante Angaben enthält. Darauf hielt Landgerichtsdireklor Schmeckenbecher -Gießen einen Vortrag über die Geschichte und das Wesen des Jesuitenordens: er schlug folgende Entschließung vor: „Wir haben wiederholt aui die E-efahr hingewiesen, daß der Orden, der unserer evangelischen Müd e in der. Gegenreformation die ricfften Wunden geschlagen und über viele Bckenner des evangelischen Glaubens unvergessenes Weh gebracht Hal, in Deutschland wieder zugelassen werde. Wir halten es darum für unsere Pslicht, nicht etwa aus Furcht, sondern aus Liebe zu unserem deutschen Volke, das den konfessionellen Frieden braucht, einmütigen Protest zu erheben, sowohl gegen die Aushebung, als aud) gegen jede Abschwächung, Durchlöcherung oder gekünstelte Auslegung der nod) bestehenden §§ 1 und 3 des Jesuitengesetzes. An alle unsere evangelischen Glaubensgenossen im Lande aber richten wir die Aufforderung, angesichts der ultramontanen Gefahr einig zusammenzustehen und im Evangelischen Bunde, dem Wahrer der deutsch-protestantischen Interessen, sich fest zusammenzusd ließen." Diese Entschließung wurde einstimmig angenommen. An diese Sitzung schloß sich die öffentliche Hauptversammlung im Kaisersaat. Anwesend waren u. a. Oberkonsistorialpräsident D. Nebel, Prälat D. Flöring, Geh. Rat Römheld, Oberhofprediger Ehrhardt und Oberbürgermeister Dr. Glässing. Ter Vorsitzende, Pfarrer D. Waitz, verlas ein Tanktelegramm des Gropherzogs: „Bitte übermitteln Sie meinen aufrichtigsten Tank für die an mich gerichteten Worte treuen Gedenkens. Ernst Ludwig." Er teilte dann ferner mit, daß die Mitbegründer des Bundes, Direktor Philipp Brand-Mainz und Geh. Hofrat Tr. Wilhelm Städel-Tarmstadl zu Ehrenmitgliedern des Hauptvereins, der langjährige frühere Vorsitzende des Darmstädter Zweigvereins, Pfarrer Waitz zum Ehrenvorfitzendm ernannt wurde. Dann nahm das Wort Professor Tr. Eck-Gießen zu einem Vortrag über „Ter Protestantismus — ein Er- Sicher d e s deutschen Volkes zur Kraft". Ter Vortragende ging von der Frage aus, wie sich das nationale Bewußtsein des Einzelvolkes zu dem geschichtlichen Tatbeslandc ständiger Beeinflussung der Völker durcheinander verhalte. Er zeichnete kurz die Epochen des Altertums als eine Reihe von syn- krelifchen Bildungen, in denen in stetem Austausch die Völker ihre Gaben und Kräfte zu immer neuen Einzelheiten zusammenwachsen lassen. Nicht anders steht es um die deutsche Geschichte: aud) sie, durch das Mittelalter hindurch, stets unter der fortgehenden Einwirkung allgemeingeschichtlicher Faktoren, die — Papfttum und Kaisertum — uns aus der Fremde zuströmen. Als der stärkere Erziehungsfaktor erwies sick) in diesem Werdeprozeß des deutschen Volkes das Christentum. In Luther scheint die Erziehung ihr Ziel erreicht zu haben, Deutschtum und Christentum jur Einheit zusammengewachsen zu sein. Aber die neue Einhe.it hat sid) auf einem neuen Kulturboden, dem der modernen Welt, zu bewähren. Tas deutsche Volk steht der Kulttir der Neuzeit, .ihrer Wissenschaft, dem Weltverkehr durch zwei Jahrhunderte nach Luther fremd gegenüber. Sie bricht erst seit dem 18. Jahrhundert als Frembgewächs in die deutsche Geschichte ein. Es bleibt der Ruhm der alten Orthodoxie, lutherischen Gepräges, daß sie sich mit schroffer Einseitigkeit allein uni Gottes Wort gekümmert hat. Aber verständlich doch, daß eben unter dieser geschichtlichen Voraussetzung die Not der hereinbrechenden Kulturgedanken nur um so härter empfunden wird. Indessen, wenn Luthers Christentum und neuzeitliche Kultur nicht Acste eines Baumes, so sind sie doch Pflanzen eines Bodens, die gleichzeitig aufgeschlossen, nicht außer Beziehung zueinander stehen können: sie werden auseinander angewiesen sein. Tas deutsche Volk in aller Not. die moderne Kultur ihm schafft, wird in Luthers Glaube, in dem sich Weltfreiheit und Liebesdienst zur 'Einheit verbinden, die Kraft ftnden, sich zu belmupten. Eine gemeinsame Mittagstafel im Hotel Heß schloß sich an. Nachmittags wurde ein Waldspaziergang unternommen. 3m Zeppelin von Eichen nach Frankfurt. lieber die Fahrt der „Viktoria Luise" von Gießen nach Frankfurt erhalten wir folgende Hübsche Schilderung: Um 3/13 Uhr fliegen wir mit dem Luftschiff „Viktoria Luise" in Gießen auf und landeten iiad) einer Stunde 20 Min. in der Luftschisfhalle in Frankfurt a. M. — Das sind die nackten Tatsachen. Was sie aber für den, der mitgefahren ist, enthalten, das kann man kaum schildern, das muß man miterlebt haben: denn Worte können das Gesehene, die Empfindungen nicht, oder nur ganz unvollkommen wiedergeben. Langsam wurden die Menschen unter uns kleiner, das Gefühl beherrschte uns, daß der Erdboden entschwände. In den Jubel der Freunde, die sich um das Lustschisf versammelt hatten, derer, die soeben erst die herrliche Fahrt von Frankfurt her beendet hatten, in die Klänge der Regimentskapelle, in den tausendstimmigen Freudenruf der begeisterten Menge, die den Flugplatz in geraden Linien dicht gedrängt umfäumte, mischte sick) das Summen und Surren der Propeller. In maiestätischer Ruhe schwebte das Lustschisf dahin und lautlos vor Bewunderung standen die 12 Mittahrer und Mitfahrerinnen an den Fenstern und ließen das herrliche Bild auf sich wirken. Das Kuattern des Fliegermotors unten auf dem Trieb deutete den Beginn des zweiten Teils des Flug seites an. Ter Horizont weitete sich. Gleiberg, Vetzberg und auf der anderen ^cite der Schiffenberg tauchten im leichten Nebelschleier ^auf und in herrlichster Sonnenbeleuchtung lag das Lahntal unter uns. Und wie lieblich sah unser Gießen tief da drunten aus! Auf den Straßen war es still, denn alles war ans dem Trieb, hie und da winkten fröhliche Menschen Ab- schiedsgruße. lieber das dicht besetzte Tach der Kaserne die Gasanstalt, Iohanneskirche nach dem Bahnhof fuhren wir in eilender Fahrt dahin, und dann gings über Die Wälder in ihrem braungelben Herbstkleid, die woblbe,teilten Accker der Bahnlinie entlang über Butzbach nach Nauheim. Ta die Fahrt ziemlich niedrig gehalten wurde, konnte man alle Einzelheiten bewundern. ^ie Hasen, stellenweise In Menge auftretend, spitzten er- ltaunt die Ohren und sprangen ratlos in den Ackerfurchen um her. .eine. Schafherde wurde von einem panikartigen Schrecken ergaben unb das liebe Federvieh suchte gackernd und schnatternd lchutzende Winkel auf. Und überall ans den sonnendurch- Üuteten Feldern, in Den Straßen und den Höfen der freundlichen Dörfer .an den Fen,lern der Häuser, in den dichtbesetzten wie Kinderipielzeug dahineilenden Eisenbahnzügen jubchtDe Tücher ichwenkendc Menschen. Wie wunderbar sahen die Bad'eanlaaen von Nauhenn aiis der Leich im Park mit seinen leichtgekräusel teil WA en die Villen und votels, wie ernst und feierlich tauchte der Lchlotzturni von Friedberg aus dem Nebel auf . Tie Dörfer mehrten sich, man eilte der Großstadt zu. lieber Preungesheim nut feinen reizenden kleinen Landhäuschen, die wie au« oDeHicrbogen zuwmmcngeieyl, aneinanbergereibt waren, ginqs nad) ornbemr xid)t gedrängt standen hier in langen nwyl ausgerichteten >-tratzenreihen die großen Mietskasernen, jeder, auch der klemite Raum ausgenützt Ein breiter, braunqelbgrüncr «aum- greifen die Promenade, umrahmt die Innenstadt. ' Tas Hessen- ienfmal nut der stark satinierten Helmzier leuchtete uns en gegen, und dann gings nach der Zeil. Tas Auge reichte nicht mehr aus, all die Herrlidikeiten in sich aufzunehmen. Hauptpost Dom, Ratbaus, der silberglänzende Mainstrom mit seinenBr. den inks im HintergrunD der mächtige Osthafen, dann Schauspiel- Nü “nb. Cöcrnbau.3. der Hauptbahnhof mit den Tausenden von Sagen, Lokomotiven und Sch.enen.tr. mgen, nut dem hastenden und. lagendem Verkehr recht« drüben der K.oloß der Festhalle dahinter das Univerptatsvlertel, das alles zu bewundern uni J/Hngene' D Gießener Konzertverein. Nächsten Sonntag roirb die musikalische Wintersaison mit einem Solistenabend in der neuen Universitätsaula eröffnet. Gesang- und Klavier- Vorträge bilden das Programm, das die Namen ausgezeichneter Aus Statt und Land. Gießen, 29. Oktober 1912. * * Tagcskalender für Dienstag, 29. Oktober: StaDh tbeater: .Heimat/ Anfang 8 Uhr. e » • • Aus der Verwaltung. Der Großherzog hot den KreiSamtmann bei dem Kreisamt Dieburg Regierungsiat Tr. Herm. Stammler zum vortragenden Rat im Ministerium des Innern mit dem 9lmt§titel .Oberregierungsraf und den juristischen Hilfsarbeiter im Ministerium de§ Innern NegierunaSrat Herm. Pfeiffer zum Kreisamtmann ernannt. • • Bahnpersonalien. Ernannt wurden der Hilfs, lokomotivbeizer Bock in Gießen zum Lokomotivheizer und der Materialienverwalter Auhagen in Fiilda zum Ober» Materialienoerwalter. — Versetzt wurde der Ober-Bahnhoiß. Vorsteher Wörner von Hungen nach Offenbach. — Die Fachprüfung erster Klaffe hat der komm. Eisenbahnafsistent Körner in Dillenburg bestanden. — Ter Lokomotivführer Weifsenbach in Usingen erhielt eine Belohnung für Verhütung des Ueberfahrens eines Fuhrwerkes. * • Pfarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Otto Schäfer 311 Hartershausen die evang. Pfarr- stelle zu Königftädten übertragen. * * Staa tsschuld buch. Die am 15. November ülligen Zinsen der in das Hessische S taa löschu l d b nch eingetragenen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 1. November ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post ober durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuch, zinsen überweisen. zu bestaunen war die Zeit za kurz. Plötzlich ücntummten Du Propeller, wir waren über dem Landungsrlay. Lautlos -und mit bewunderungswürdiger Ruhe und Sicherheit ging die Landung vor sich. Nachdem der Boden erreicht war. wurde das Schiff von der Landungsmannschaft langsam nach der Halle gezogen, an den Laufschienen am Boden befejriat und in die mächtige Halle geschoben. Tie Fahrt war zu Ende. Was sie bei- jedem ausgelöst hat, war ein Gefühl der Begeisterung und drr Tankbarkeit für den Mann, der nach jahrelangen Kämpfen, Em- bebrüngen und Enttäuschungen aller Art das jahrtausendelange Sehnen der Menschheit, auch den Luftraum xu beherrsche 1, ;ur Wahrheit gemacht hat. Als man wieder im V-Zug nach Gic> ?n saß und dröhnend über die Eisenbahnschienen dahinjagte, da lehnte] man sich nach der Freiheit, Schönheit und erhabenen Ruhr, da oben in den Lüften, nach, dem Summen der Propeller und! dem wehenden Winde. Wer einmal die Schönheiten einer Luftfahrt genoffen hat, der wird nie die Erinnerung daran und dar Sehnen nad) neuen Fahrten los werden. I 4«X) M. . i L-V.U- -Lr-^^llend S' bespan Tie 'm'^nnt, ui ^kslrlliq^ s?chtunc . len. 7: Am (F, "L' ain. brslve - 2Ä d°Ü <«n) dapan-W ** Für di e Sitzun g der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 31. Oktober, nachmit- tags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestelll worden: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch des Ph. Nicolaus für die Süd-Anlage. 3. Baugesuch • des Johann Georg Pfafs für Am Steg. 4. Baugesuch des Franz Brück für Schifsenberger Weg (Bauprojekt 3). 5. Baugesuch der Gewerkschaft Gießener Braunsteinbergwerke (Logierhaus für Arbeiter). 6. Einfriedigung von I. Wellhöfer für die Marburger Straße. 7. Einfriedigung der Hoch- und Tiefbau- Gesellschaft für die Marburger Straße. 8. Anbringung von Schaukästen Ludwigstraße 4, W. Nitschkowsky. 9. Beteiligung beim „Oberhessischcn Kunstverein". 10. Ausbau der Ederstraßc: hier Enteignung von Gelände. 11. Neugestaltung des Feuerlöschwesens. 12. Billettsteuer. 13. Gesuch des Johann Dutschmann 51t Bgd-Nauheim um Erlaubnis zum Gast- und Schankivirtschäftsbetrieb int Hause Seltersweg 70; 14. desgleichen des Emil Siek hier für Hammstratze 7; 15. desgleichen des Löb Grünewald hier für Mühlstraße 33. ** Rebimentsjubiläum des Inf.-Regts. K^ai) er Wilhelm Nr. 116inGießen Am Sonntag, 27. -Oktober, fand in Gießen der dritte Vertretertag der Jubiläums-Vereinigung ehem. 116er statt, an dem Vertreter von Vereinigungen und Vereinen teil nahmen. Auch das Offizierkorps batte vier Vertreter unter Führung des Herrn Major Freiherr v. Bibra entsandt. Aus dem von dem 1. Vorsitzenden R.-A. Kaufmann erstatteten Bericht war zu entnehmen, daß der J.-V. jetzt 40 Vereinigungen mit zusammen über 8000 Mitglieder, angeboren. Neu ausgenommen wurden die Vereine Hanau. Elberfeld, Neuwied, Clroß-Berlin, Dieburg, Biedenkopf und Heldenbergen. Bezüglich der Arbeitseinteilung zum Fest selbst wurde folgendes beschlossen: Ter rein militärische Teil bleibt ausschließlich dem Regiment Vorbehalten. Hierzu gehört die Feier innerhalb des Offizierkorps, die Parade selbst, die Bataillonsfeiern in den Fefthalleti am Sonntag abend, die Ehrung der Veteranen von 1866 und 1870 am Montag, sowie das Turnen unb Spielen der aktiven Mannschaften an den beiden Hauptfesttagen. Der J.-V. wurde solgendes Tätigkeitsfeld zugewiesen: Sie soll zunächst die in den einzelnen Bezirken wohnenden ebeni. 116er zu- sammenschließen, die Meldungen zur Teilnahme am Fest, Bestellungen von Quartieren und Verpflegung famMeln, eine nach Jahrgängen und Kompagnien geordnete FestteU- nebmerliste aufstellen und diese zusammen mit den Quartier- und Eßkarten nebst deii bestellten Regirnentsgeschidi ten rechtzeitig vor dem Fest durch ü)re Obmänner' an die einzelnen Festteilnehmer verteilen lassen, die Aufstelluna und -Ordnung der Vereine bei der Parade durchführen und für ibre Mitglieder Extrazüge und F-abrpreisermäßigungcn zu erreichen suchen. Dem Verein ehem. 116er in Gießen endlich wurde die Herrichtung des Festplatzes, Besorgung der Quartiere und der Verpflegung der auswärtigen Kameraden, die Vorbereitungen für die Begrüßungsfeier am Samstag abend und dre Schlußfeier am Moutag abend übertragen und dafür beschlossen, ihm aüs der Kasse der J.-V. eine Beihilfe zur Herrickstung des Festplatzes zu gewähren. Beschlossen wurde ferner, von allen Mitgliedern der J.-V. für das Jahr 1913 einen Beitrag von 30 Pfg erheben, wogegen festgelegt würde, dgß sie von der Zahlung jedweden Festbeitrages befreit find. Ta sowohl die J.-B. als auch der Gießener Verein ausschließlich nur für die der J.-V. angehörendeir ehem. 116er forgen können, kann allen früheren Regimentsangehörigen nicht dringend genug geraten werden, sich alsbald der in ihrem Bezirk bestehen- den losen Vereinigung anzuschließen, da ihre Unterbringung ijiii) Verpflegung bei dem zu erwartenden Massenandrang sonst sehr in Frage gestellt ist. Die nächste Sitzung des engeren Vorstandes jinbet am zweiten Sonntag im Dezember in Gießen statt. Nach einem Dank an die Erschienenen schloß der Vorsitzende die Sitzung mit einem begeistert aufgenommenen Hurra auf den erhabenen Regi- mcntschef. V d.^-Aiildireit > i^üncbcna , b -„r äs; 1.WI-5W '$ii '.■'JäSÄ * ■rS" "iuiLt6& . 1,ir. . - mtiil fimntenipicl H* NM b-KBSft u den von S«. u^v ?l; , j dmiir ®«ll Kr »«"* konblung *5 - guli b. 3. *1 ‘ -d»-ck- b-S ° 4 - -iHt ist ßtrr Challi> • 'fohlen» nam6 auch ückcklb Leu , f,n icbt geschätzt wird Ar ßerr GNLlifc oft > ■fjiiiingfn fßnbcii imir 11 istkalkschen unb Theate fj^funbigtr Mitarbeiter, gönnt, noch recht lange " Stabttheater S t^-CudermannS.heil) I', c bracht roirb, da vor zr L । rnc Aufführung des W 1 November, findet de I | tzüt, an dem drei Wer fcfräuln'n &)bil Snne uc Üffffli Abend gaitieren. tfonnemcnt statt, doch h " Ter Turnveri . "' nb aui btt Tnrntnch 03 AaL den von dem I t rb uno Aechner Erl : ein: für den Verein güt <00, wobei die Zunahm - c lurnbeiud) Mr an 11 tuten 5230 Turner, hnen einen sehr zuft - -vl'l der aus Turnfesten ’ tnnahmte rund 84( -131 'Di l. betrug. Bei , ’ ’ 'ur den Loffkand Sprechet Will : i>mnchAahl,2.Tur - /'ranke, Zeugw '.»‘"""bü-sort - -von den weiterer t. ou Annahme eines '^hrntag die EiM I. r v ’lr,e beantragt r ’* 3ung^eu vermtst^ du ■ Wnlaiifr und ' ’ "ragc »Was leb, 1 , Praxis" A " D-m Uä?” Ifc """»mal, atobfr bitt die ' ?'»Mika, t "oerwießn, unb au» ^ovrt 5- NlNöglMtZ I ■*«'2e6en9rinajri vermischte». Forman ausdrücklich Forman! Bioson stärkt Sie! : Hüte vorstellend. 4 Olt». Löb Grünewalds m des Jnf.-Rec- Der beispiellose Erfolg deS Forman hat wie üblich zu Nachahmung des Artikels gereizt. Man verlange Wafserkraften (mit TemonftTatnmen), Ende Januar n. I. Dr. Ebel über die Bedeutung der Flur- und Straßennamen für die Heimatkunde, endlichem Fobruar n I. Amtsgerichts- rat Müller (Gießen) über die Verfassung des deutschen Reichs uitb der Bundesstaaten. Sämtliche Dorträge sind allgemeinverständlich und finden bei freiem Eintritt statt Jedermann ist herzlich eingeladen! Wenn dieser Versuch Anklana findet, soll er im nächsten Winter wiederbolt werden: für den Sommer aber sind Führungen durch die (Gießener Samntlungen und durch andere Sehenswürdigkeiten geplant. ** T i e Straßenbahn beförderte am Flug tage rund 10000 Personen. Ter Masscntransport setzte erst . um ischastsbetrich im fc »es Enül Siek hü.'.: ielbfl mehrfach Diebstähle und Unterfchtagiingen. Die crIArotnbelten Waren heb et denn Rentamt der Umucrfität zur Zahlung an» weisen. Der neue Kölner Erzbischof. Köln, 29. Okt. Bei der heutigen ErzbischofSwahk wurde der Bischof von Münster Felix von Hartmann gewählt. -tadtverordnel. lg, 31. Oktober, n* esordnung aufqcn ugesuch des Ph. 9hcol: such - des Fohann 6er Jd) des Franz Sriid1 !). 5. Baugesuch der ‘rglverfe (Loginhau- j. Wellhöfer für die 9 l der hoch- und litte Straße. 8. Anbriiu. W. Mtschkowsky. ? - (5crid)t»faaL Leipzig, 28. Eft. Tas Landgericht verurteilte den Chemiker gratis Lohaus weqcn Fälschungen, die er im physikalich-chemischen Fnstttut der Universität Leipsig begangen hat, zu zwei Jahren drei Wochen Gefängnis. Ophaus verschaffte sich auf den Namen des Znstuuts Waren im Wert von 7000 Mk. und beging im Institut Universitäts-Nachrichten. hk. Marburg. 28. Cft. Ter Privaldozent Tr. Paul czacobstdal in Göttingen hat den Ruf als außerordentlicher Prozessor der klassischen Archäologie an der hiesigen Universität angenommen. * Räuberbanden. In Rombactr i Lothringens schltclren in daö Goldwarengesääft von S o b r e 111 f a «nbau.'rft 1 c b c ein Zwei von Hncn raubten die Ladentische und ^.chmnennrr aus, während ein dritter an der Türe heben blieb und den 'üsivasier mfldüe Tic Fran des G^efchäfisindaberS bemerkte den ttinbrmt) und lief, da ibr Mann nicht zu Hause war, zur Hintertür hinaus Alsbald wurde sie von einem vierteil Räuber durch R c v o l - o e r s ch ü s s e schwer verletzt. — Tie zadireiänn Euimuche, die in den letzten Monai.n in großen Berliner (Schauen mittags gegen 121 Ufyr ein und war gegen V$6 llhr abends I verübt wurden, ließen auf eine große, wohlorganincrte beendet.- Tic Wagenhalle für das Straßenbabnunter-1 brechcrgcfellschaft schließen. ES ist letzt gelungen, 18 M»t- nehmen wird im kommenden Fahre durch einen Anbau ‘1 ~l!- '; l; '■ ::; •" -- Sein 25jäbrigeß Geschäftsjubiläum begeht nrr. 1. November Musikalienhändler Ernst Cha Hier een.-, bei damals von Berlin hierher übersiedelte, die Musikalien- hanblung Wilh. Rudolph übernahm und unter der Firma mist ChcAier (Rudolph'S Nachfolger) mit Erfolg weitersührte. In Juli d I übergab Herr Challier daS Geschäft seinem ** Jung-Deutschland. Am nächsten Montag [H'nb veranstaltet die Gruppe Gießew-Stadt in der Turn i rncie deS Turnvereins eine Berfammlilng, in der Professor । t’i f f in«er* Darmstadt über „Iung-Deutschland im »essscnland" und Prof. D. Dr. Schöll- Friedberg üper . <» Frage „Was lehrt die bisherige Jugendarbeit für die n ^«'Smntmann ’nnnt wurden der fr- Hebung einer Anklage nicht ausreichten. Der Eindruck der Stege des Balkanbundes in Petersburg. Kreis Friedberg. Petersburg, 29. Okt. (Priv.-Tel.) Tie Heut^ an r, ^riphbera ?R Okt Die städtische Gewerbe- dem Siegen des Balkanbundes ist hier nur oberflächlich. Man tL‘ ^rteoverg, 4ti. ijn. aas iiaon^e ^ew befürchtet, daß Rußland bei einer Balkankonferenz genau so iso- Akademie hat heute ihr Wintersemester begonnen. Morgen ^in wird ivie 1878 in Berlin und 1856 in Paris. Tic Tatfinden die ersten Vorlesungen statt. Bis jetzt haben sich! fache berührt ziemlich, daß Oesterreich und Italien in der Bal- nahezu 200 Schüler einschreiben lasten. — Die Verwaltungs- kanfragc sich geeinigt haben und auch die Haltung Run^niens behörde hat genehmigt, daß die zehn Zigarrengeschafte Friedbergs den 8 Uhr-Ladenschluß einführen. ** Der Turnverein von 1846 hielt am Samstag tüiid auf der Turnkneipe seine ordentliche Hauptversammlung oi Nach den von dem 1. Sprecher Heß, dem 1. Turnwart l 1 b und Rechner Erle erstatteten Berichten war das letzte! kalir für den Verein günstig. Tic Mitgliederzahl stieg aus über SO», wobei die Zunahme der Zöglinge besonders erfreulich ist. per Turnbesuch war gut, allein an den 92 Riegen turnavenoon. finiten 5230 Turner. Auch die Festster- und die ^amenrrege htunt einen sehr zufriedenstellenden Besuch aufzuweilen. Die :a0l der auf Turnfesten errungenen Preise betrug 70. Xie Ka„e lkfinnahmte runb 8400 Mk., während das Bereiusvermögen .131r betrug. Bei der teiliveise vorgenommencm ErgänzungS- ,>st>I für den Vorstand wurden gewählt als 1. Sprecher Emst V) t ß , 2. Sprest-er Wilh. Erle, Schriftführer Ernst I u n g und i-nrid) W ahl, 2. Turnwart Theodor Wittenbecher,Rechner 'La.il Franke, Zeugwart Jobs. Köhler, Turnältcitc Ludwig A c- p I e r und K. D 0 r e y s e ck und als Beisitzer Karl'G r 0 n i n - icr. Von den weiteren zur Verhandlung gekommenen Anträgen st die Annahme eines Antrages erwähnt, daß auf dem naststten ’C-dturntag die Einführung von Zöglings-Wetturnen innerhalb :,i Bezirke beantragt werden soll. ' inMer fchmücken. Für den ge,anglichen Teil ist dte Hofern laertn Frl. Gertrud GenerSbach-aus Darmstadt, fürden n ernt entölen In. Bro f. Joies Pembaur aus Letvzigund I nu, Maria Pembaur, gewonnen worden. Die grotze xun i 11 rr Gertrud Geyersbach, die ich tn den ht^en !gpnart i rungen und außerdem m Wolf-Ferraris JJ® ®nrtran 1 .m glockenreinen Sopran und ihren ^öenr»sch«bßp In Gunst aller Aiusikframde jungen hat, braucht N'cht loetter 1 riesen zu werden. Sicherlich werden sich alle sreucn, oat, ,1 gelungen ist, die beliebte Künstlerin vor-ihrem Weggange fach Wien für dieses Konzert zu vervilichtcw ES -rwähnt bleiben, daß das Engagement durch ein besonders kindliches Eutgegentommen des - (iqrr, ermöglicht wurde, welch» die aui den November ' «W Ä'Äbad. "Ä« , t rmtot'S Ghiabrth im .lannbäuicr g bet Sobn .btt alt Mann « nigt haben und auch die Haltung Rumäniens erregt "Besorgnisse. .Man glaubt hier nicht, dgß die Balkan^ floaten von ihren Siegen entsprechende Vorteile haben werden. :/: Belgrad, 29. Okt. (Priv.-Tel.) Aus dem bulgarischen Heer'sind Nachriststen hierher gelangt, daß die Bulgaren nabe vor Konstantinopel ständen. Ferner wird gemeldet, daß nahezu der ganze Sandschak Novibazar sich in den Händen der Serben befindet. nach der Lahnseite hin und durch eine Fortsetzung des f Baues in feiner Front so vergrößert werden, daß darin l)ai1OCL bis zu 48 Wagen Platz finden !Öraten Die Möglichkeit I Kleine F i n a n z ch n \ I Zn Tüsseldon ist die Gründer Vergrößerung war bei Errichtung der Wagenhalle vor- düng einer Papierfabrik beabiiclstigt ES handelt sich um dre rtpfplwni ° ° I Vereinigung mehrerer bestehender Privatbetriebe zu emcr Attien- ' •. mrtf Ti i 0 n rt i 11 h i r n 11 in TPr NntSdienel I wit einem Äkliel,kapital von 2 Millionen Mark. — ^ie A ® 01bcne 8 Dt enstinb tl anm. Der JtQtSöicnci ^()Cnmd)C Transportgesellschaft William Egan L Eo. tn Frank- Karl Moll feierte tn aller Stille vorgestern den Tag, on I turt n y? erklärte in einem Zivilprozeß vor dem Landgerntst dem er vor 50 Fahren in den Dienst der Stadt Gießen ge-l Frankfurt a. M , daß sic ihre Zahlungen entstellen locrbe. Sie treten ist. Er wurde allerdings vor etwa zwei Jahren mit witl einen ger>-l>tlieh.n «erate>ch verluchen und »u dtetem Lwecke rt ra t- h s m r.j. I lur bie nächsten Tage ihre Gläubiger berufen — Tu Tu mir amu vollem Gehalt in den Ruhestand versetzt, laßt c8 sich adel Beer und Rosenberg in Budapest ist mit über 1 Million trotzdem nicht nehmen, immer noch Dienst für die Stadt 3111 fronen Passiven iniolvenl — Tic Zeichnung auf die 6 Mül. tun. Karl Moll war in Gießen der letzte AmtSverkündiger, l Mark 5‘ , Prozent. Vorzugsaktien von Blohm L Daß in Hamburg der mit der Schelle in der Hand die Bekanntmachungen für ist.so reichlich erfolgt, daß auch aus die Spcrrstückc nur eint die Bürgerschaft auSrief. Schon Molls Vater und Groß-1 gerinjct “°atCn\\ i ^n bVVe i Conceptionsbucht. Südvater waren in Gießen CdSbiener, wie man den Beamten westasrikanische Zeitungen früher bezeichnete. DaS Amt war über 100 Jahre in der > eeptionsbucht C. .^"“Tnb’wÄn £ Kw'H. »»'m« * bfc liianito? irfonSrr» rrfm.cn, baft er «ufter dem I 1 Moll-Scherzo bie io selten gehörle Barcawle von Chopin vor- I , it eine unseres Wissens hier in den Konzerten noch nicht vielte prachtvolle ülavierkomposition. Eines Stoben künst- „iil", £ edrrut sich auch Faru Mana Pembaur, I 1 in zahlreichen Stadien im Zusammenspiel mit ihrem Gatten I n cinci Weise gefeiert wurde, wie sic Tonkunstlern iclten be< h eben ift Tie „Zwickauer Zeitung schreibt über daS Zu- ' u menspi l des (Ehepaare» Pembaur (Schumann- Variationen n' Sain, SaenS, Beethovenvar,Lt,onen): „Zwei Seelen und |Lr‘ Gedanke zwei Herzen und ein Schlag! Die Vortrage aut nn Klavieren scheinen sich neuerdings den Konzerisiaal zu er- .l'-rn, wie e.. die großartigen Evsolge zogen, welche Wilhelm L.tbaue und Frau Carnino zurzeit.auf einer Tournee ,n Eng. Ijnb davontragen 2fudi hier dürste diese .lrt der Vortrage irrn besonderen Anziehungspunkt büden Richt unerwähnt wollen in- lassen, daß Pros, i r n 111 m a n n selbst die Klavierbegleitung » den von Frl. Geyersbach gesungenen Liedern zu übernehmen |1|tA . AUIH L; tb® ber vber.Bahch. Aenbach. _ j' r°^ Eisenbahnasf^' 7 ^er -ofoniotiüia! * ,0,llen dl! (lang, P, Die glänzendsten Tugenden rühmt man ihnen nach, HTj den Sodener Mineral-Painllen von Fay. Sie stnd klein und vrä« sentieren sich bescheiden, aber es ruhen die wirksamsten Ztzräfte d. ■ 2odencr HcilaueUcn in ihnen Sie sind beauem anzuwenden und vertagen nie, wenn man mit ihrer Hilse Naiarrhe der Luftwege, Verschleimungen, Hustennnd Heiserkeit bekämvsen will. Dann endlich: üe und überall erhältlich und billig, denn die Schachtel JgLJ kostet nur Ki Pfennig.__ssuA» Gießen. AmSoim^ : dritte Vertretern 3ung ehm. 116er ii- ungen und Vereinen: hatte vier Vertreter iir. hm v. Bibra entiar: rtben R.-A- Kaufm-' hmen, daß der ; 1! über 8000 «M -urdrn bieSeteine»: ■Sieburg, S*hPi: rbeitoeinteituug i™ . ™- Der rem miM«r jinmt »otbebalten. st Lssijierbrps, bic -ML« 1*^5? ^^ie soll zunäcbf W- 2 m l16er' I [en Ml™' jgitiftoteii > be5 Fef^^"' ■ f[t D M der a^^Aier c I ijKimg in moderner Richtung auffielev. Alsdann kam . hie BegkUWSs' .. 111C rcd)t gelungene Japan Rische, die japanische itiqdp ....................“ ‘""iK..... en, ^/-restplabtt , stellt lst'^en Soun t am ich m114 • *30$ ,CS5'" Eutol-Bonbons Patentamtlich geschützt unter No. 115022, 116(68» 116783 Äerztlich empfohlen 88u/u bleiben trotz aller Konkurrenz ,,DasBeste^e^en Husten u. Heiserkeit,, Samie u.Velvels, &°«bfinaÄ LLL1 Salomon L Eie. gegen Schnupfen^W Wirkung frappant! Dose 30 t (l fgllschcn Werke, namentlich durch sein Lexikon deS Liedes, .n auch außerhalb Deutschlands bei Fachleuten und Biblio» | ihlsen sehr geschätzt wird. In Fragen deS Musikalienhandels | in: Herr Challier ost daS Wort ergriffen und seine An- * ,f)iuungen fanden immer Beachtung. Auch im Gießener 1 ,m sikalischen und Theaterleben war Herr Ch. ein tatkräftiger, 1 sichknudiger Mitarbeiter. Hoffentlich ist cS dem Jubilar ver- | gönnt, noch recht lange seine Tätigkeit fortzusetzen. " S t a d t t h e a t c r. ES sei darauf aufmerksam gemacht, Sudermanns .Heimat« im Freitag-Abonnement nicht I g.'l rächt wird, da vor zwei Jahren an diesem AbonnemcntStag .2 e n? Aufführung des Werkes stattfand. — Am Freitag, den 11 November, findet der erste sogenannte Kammerspielabend ||3i<, an dem drei Werke von Strindberg gegeben werden. -Ijciulein Sybil Bane vom Leipziger Schauspielhause wird an öTSnbe10'^ llbekm Abend gastieren. Diese Vorstellung findet außer 2. $il(ettftaier. 13. Abonnement statt, doch haben Gutscheine Gültigkeit. rurde von Kunstmaler Emst Vollbehr, der vom 15. bis! feinden Atzbach, Dutenhofen, Dorlar und Waldgirmes be- 37. Oktober hier die Kolonialkunst-AuSstellung veranstaltet I rechnet. xlte, 10 Künstlersteinzeichnungen, Motive auS den deutschen! Hessen-Nassau. lc onicn in 9lftifa, und 36 Bilder aus Kamerun als Ge- ) ( Marburg, 27. Okt. Etwa zwei Stunden süd- ntnr übenviesin. lich unserer Stadt, bei Hassenhausen befindet sich allem rWZMzMWZ ZWUMMs ■FäoIv^** b™ Eppichen und Decken, die durch ihre Farbe^mammen- '^^ ^ll da^ ganze Gräberfeld aufgeschlossen werden " moderner Richtung auffrelev. Alsdann kam IvU.oa ga i 5ranffurter Iavnn-^iche. bie 'Nvanifche Kirsch.I ^reaerbeims fand heute die En thüllun g eines Denk- ..... —------ ~xc waren mit Serden-Hand- ' : ür ben verstorbenen Gründer des Heims, General- itidereieii bespannt, und kleine Äorbmobel luden zum Sitzen , tnant D Chapius , statt. Die Weiherede hielt Bankier an. Tic BelcuchNing wurde burch ^apan-^mpionv be- , bc ^eufville. Ferner sprachen Kammerherr v. Bod- iparkstellrgt. Am Eiugang ttani erm. laparasche ^erfha rn Rittmeister v. Beer und der Kommandierende General Mem Kostüm. Weiter fielen We echten Perser-Teppiche • Armeekorps, General v. Schenk. Tas Denkmal ist uu, die bei Boden uni) die Wände bedeckten. Das <-chau- des urme r 5rQnffurtcr 'Bildhauerin Fräulein 1 l'tcr im eingesetzte Ausschuß bat ein Programm zusammengestellt,! ; vier Vortrage aus versck ledenen Gebieten des Wissens umfaßt. Ter erste Vortrag findet nächsten Donnerstag in Iben Turnhalle der höheren Mädchenschule an der Rord- s Wage statt. In ihm wiro der Vertreter der .stunstwisfen jiiiwaft an unserer Universität, Proefssor Dr. Rauch, unter .orführung von LichtbUdern die Frage behandeln: „Die kjo-ll man Kunstwerke betrachten?" s. Anzeigen- liil). Im zweiten Vortrag, 27. November, spricht Prof. Tr. Mitein aus Frankfurt a. M. über die Verwertung von Dia in anten fände bei Conceptionsbucht. Sud- Zeitungen melden Tiamantcnfunhe bei^Con- Es wurden die Swakovtal- und Meisel-«^eldcr | bearbeitet, und zwar konnten aus 56 Kubikmeter Sand 2154 Steine ' o.mM •= I gewaschen werden. Die Steine sind bis zu 1 , und Vi Karat groß. Landkreis Gießen. Reichenbach (Schlei.>, 28. Okt. Das Bankhaus v. E i n e m -- Lollar, 28. Okt. OKstern feierte der Gesangverein flibt burd) A„s^ag bekannt, daß es die Zahlungen ein* „Liedertafel" im Saalbau „Zur Linde" sein Stis- stellen muß. tu ng s f est. Das beifällig aufgenommene abwechselungs- -------------------------------—------ - - reiche Programm bot außer Männerchören von Abt, Gern-! Wetteraussichten in Hessen tur Mittwoch, den 30. urt. ivu. Hardt, Wengert u. a. m. ein Solo-Quartett für Frauen- und Wolkig, meist trocken, etwas kühler. Männerstimmen, Darbietungen einiger Herren des Gießener , ~ Gernhardtschen Zither- und Mandolinenchors und der Ka-l ZI<1 flirtCtHCrt» pelle Schön-Lollar. Das Bereins-Theater spielte einen yug Konstantinopel. flotten Einakter mit CJefang, Solo- und Duo-Szene und eine Konstantinopel, 28. Okt. Das hier verbreitete stürmische Heiterkeit erregende Pantomime „Der neue Gerücht, Mehmud Mukhtar Pascha sei abgesetzt Küfergesell^. Dann begann der Tanz. uni> verhaftet worden, ist falsch. Mukhtar verlor durch KreiS Alsfeld. die Schuld seines Dieners sein gesamtes Gepäck: fein per» d. Alsfeld, 28 Okt. Bei der heutigen Beigeord- sönlicher 9tt)jutant bringt ihm heute abend neue Kleider netenwahl erhielten Justizrat Heinrich Reh 330 Stimmen und Wäsche. Auch das Gerücht über die Verhaftung des und Schneidermeister Wilhelm Jakob (Soz.) 215 Stimmen. Generals Psis Pascha ist noch unbestätigt , ro Ä (ai„u JamÄur* ;, Qnhr Wtihlbek-ckitiuten! Die Panik in Konstantinopel hat nicht den Umlang l^ei) 'It somit gewählt. Die Zahl der -Ö3at)lbcred)tigten I nngcnommc„ bcr anfangs befürchtet wurde. Die geiamte Lage betrug etwa 9o0. Von ihrem Stimmrecht haben 58 -pro$, in bcn Reiben leiden Tagen hat sich nameMlich infolge des cnet’ der Wähler Gebrauch gemacht. I gischen Eingreifens des Ü ripgsministers entschieden gebessert. Ta KreiS Lauterbach jetzt erst die Linientruppen bester Qualität aus 5irciJ Tnuuv,uu*' t . r. ^dem Tnnern Kleinasiens eintreffen, um in die Front n. Schlitz, 27. Okt. Mit Beginn des Wmtersemestersl ^^ge^hen wird hier den letzten Kämpfen keine irgendwie ent- hat e§ an der hiesigen höheren Bürgerschule einige frf)eibenbe Bedeutung beigemessen. Die fremdländischen Militär- Veränderungen gegeben. An die Stelle von Lehrer attachees sollen endgültig inorgen mittag abreisen. Steuerwakd, der vorn 1. Oktober an seiner Militärpflicht ge- Der Vormarsch der Serben. nügt, trat Lehrer Hahn aus Alsfeld. Für die aus Gesund- Belgrad, 28. Okt. Das Hauptquartier soll heitsrücksichten auf »/, Jahr beurlaubte Lehrerin Frl. Schnee- morgen von Vrauja nach Ueskub verlegt Werdern ÄSÄ SS ‘Sli’UÄ “ ”s W “ft * « unter ein Metzgerfuhrwerk und erlitt derartige Ver- , ergeben. I lctzungen, daß feine sofortige ?lufnahme ins Grafl. Hospital Numanien. erforderlich war.— Die kürzlich hier unter dem Verdacht deS Bukarest, 28. Okt. Die Ageuce Roumaine ist er* KindeSmordeS verhaftete Dienstmagd wurde aus der Unter- nächtigt, das Gerücht, wonach Rumänien die Mobili- suchungShaft entlassen, da die Verdachtsmomente zur Er- sierung angeordnet habe, zu dementieren. ““ 15. Siow«! StootSschiilbb iei den ÄZf®?.' : ine," 0^0 "aber deshalb ° seine Tätigkeit darin einzustellen. .SÄ « '■* Ä du-ch ,-m- '•e Post oder durch e berichtigenden Cchuldbu: "-ichechejs j Crjei4t di < nQxör/ wur-, b°se>ii^°„>r y6ll,N Vu Ende L dl' MK 'träum zu tt im dienen hni.; na6 ft " u>n>nen bertSCnen <• L-SchSn 5 Gerung bD »tn. 8 01Tdn uni. 6 kan», ‘ t»’ 29- Cllobtt 1„ v*n?, ' • ' ■ V Stets fertig nach Mass Fernsprecher 741. 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