Nr. 502 Der •iefieetr Anzeiger erscheint täglich, anher SsnntaqS. - Beilagen: viermal wöchentlich Ol«tze»er.^mckliendtätter yiKitnül iDÖdjeniLKreis: Mettfirben Kreis Gieren (TienStag nndFreilaa), zweimal monatl. Land' wirtschaftlich« Seitfragen Ferniprvch - Anschlüße: für b: monatlich?,^ mertel- jährlich Ml. 2.20; durch 'Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 'Bi.; durch diePost 'Bit.2.— viertel- jährl. auSschl. Beilellg. Zeilenpreis: lofnllö'BU auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Äoeh. Verantwortlich hir den politiicheir Teil: August Goetz; für .Feuille- toir', .Veruuschles' und „®cvid)ly|oaie: R. Neurath; für .Stadt und Land-: E.Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umsatzl 12 Seiten. «--1 -r- -»■ - tinelCrifis bei den ( ndonerBeratungen ^ie^Bertreter der Balkanstaaten auf der Londoner ,,riebenskonsererrz werden ungeduldig. Tic Verhandlungen schreiten nicht fort, und die türkischen Diplomaten legen neue, lvichtiae Forderungen vor, mit der Begründung, das; ’ie beim ylbschluß des Waffenstillstandes von Bulgarien ge- '-.tuscht worden seien. Wenn die Darstellung stimmt, die cktzt aus Konstantinopel in den Blättern verbreitet wird, io ist Reschid Pascha (auch heute noch der 1. türkische Dele- -perte in London) in geradezu spaßhafter Weise übertölpelt worden, wobei die Folgen für die Türkei sich aber als recht ernst Herausstellen können. Das erste Waffenstill- standprotokoll enthielt für die Türkei das Recht, die belagerten Festungen mit Proviant zu versorgen. Die Griechen erhoben wegen Janina Widerspruch, und die Bulgaren taten so, als hätten sie aus diesem Anlaß mit Griechenland sich überworfen. Die Griechen schieden aus den Verhandlungen aus. Inzwischen legten die Bulgaren einen neuen Waffenstillstandsvertrag vor, worin die Versorgung der Festungen nicht verzeichnet war. Vielmehr sicherten sie sich noch die Benutzung des Bahnhofs von Adrianopel. Reschid hat seine Augen nicht aufgemacht und das Protokoll unterschrieben. Auffällig ist nun, daß die Türkei von dieser diplomatischen Blamage jetzt erst etwas hören läßt. Sie benutzt nun den Anlaß,, daß die Griechen zu den Verhandlungen in Loniwn Zulaß wünschen, um in London einen Druck anstznüben und verlangen nachträglich das Recht, die Festungen mit Lebensmitteln zu versorgen. Nötigenfalls wollen sie die Entscheidung der Botschafterkonferenz anrufen, und, falls diese ungünstig für die türkischen Forderungen ausfällt, wieder zu den Waffen greifen. Tic Sache wird also reelzt kritisch, und die Botschafterkonferenz, die bisher «den Türken zugeredet hatte, in ihrem eigenen Interesse nachzugeben, wird dem Ernst der Lage mehr Rechnung tragen müssen. Der Zwischenfall ist umso ärgerlicher, als man bezüglich der serbischen Forderungen endlich ins Reine gekommen ist. Albanien bleibt unabhängig, und Serbien erhält einen Freihafen auf neutralem Gebiete. Die österreichische Politik ist also erfolgreich durchgedrungen. Zugleich wird aüs Belgrad mit» geteilt, daß der Zwischenfall Probaska durch eine amtliche Entschuldigung des serbischen Vertreters in Wien aus der Welt aeräumt sei. Der Himmel schien sich aufzuhcllen, und der französiscl>e Ministerpräsident Poincars äußerte bei seiner Rede in der französischen Kammer auch nur gute Aussichten. Ob es in naher Zukunft über dem Bilk.inpro- blem nicht doch noch zu neuen kriegerischen Verwicklungen kommt, kann heute indessen kein Mensch mit Bestimmtheit ivissen. Wir erhalten folgende Meldungen: Das Reutersche Bureau erfährt: Trotz der von den türkischen Delegierten verursachten Verzögerungen war die Konferenz am Samstag vom freundschaftlichsten Geiste beherrscht. Die Delegierten der verbündeten Balkanstaaten wünschen lebhaft zu ernsthaften Unterhandlungen zu gelangen und in der Sitzung ließ man deutlich hören, daß das Äuffchieben auf hören müsse. Der griechische Ministerpräsident Veniselos sagte, daß die Delegierten jetzt schon zehn Tage in London wären, ohne Fortschritte zu machen. Ein anderer betonte die Notwendigkeit des praktischen Handelns. Die Mitglieder der Miss onen der Balkanslaatcn, die von dem Vertreter des Reutcrschcn Bureaus befragt wurden, drückten ihre große Genugtuung über das Ergebnis der Botschafterkonferenz aus und sprachen die Hoffnung aus, daß die Friedenskonferenz auch so große Fortschritte machen möge. Abends waren die Delegierten bedeutend optimistischer gestimmt. Wie die Agence Havas aus London erfährt, st i m m t die serbische Regierung dem Vorschlag der Botschafter betreffend die Autonomie Albaniens und einen Handelszugang zum adriatischen Meere zu. Der San Prohaska. Belgrad, 21. Dez. Die Angelegenheit des Konsuls Prohaska wurde heute friedlich beigelegt. Nachmittags erschien der Ministerpräsident Paschi tsch beim österreichisch-ungarischen Gesandten v. Ugron und sprach das aufrichtige Bedauern der serbischen Regierung für die von feiten einzelner Organe der serbischen Militärbehörden in Prizrend begangenen Mißgriffe aus. Paschitsch unternahm den Schritt freiwillig. Ein Sieg der Türken? Konstantinopel, 22. Dez. Nach einem amtlichen Telegramm des Kommandanten der Westarmee vom 19. Dezember haben die Türken nach fünftägigem blutigem Kampfe bei Janina die Griechen z u r ü ck g e s ch l a g e n , am andern Morgen das Defilö von M an o l a ki s überschritten und sind erfolgreich in der Richtung auf Saurat 6 vorgerückt. Die feindlichen Streitkräfte seien zerstreut und der Sieg sei errungen. Griechische Geg'nmeldnngen Athen, 22. Dez. Nach Mitteilung des Kri"gs- ministers besetzte ein Teil der griechischen Armee unter dem Befehl des Generals Damianos am 19. Dezember nach einem Kampfe Goritza. Drei Divis onen des Generals rückten auf drei Straßen vor und schlugen die türkische Armee nach dem Süden zurück. Der Marineminister erhielt gestern aus Chios die drahtliche Mitteilung, daß sich die türkischen Truppen auf Mytilene den Griechen ergeben haben, und daß 1700 türkische Gefangene in dem Hafen von Molivo eingeschifst worden sind. Ein Angriff der türkischen Flotte. Athen, 22. Dez Die türkische Flotte lief heute aus den Dardanellen aus. Ihre Torpedoboote bombardierten Tenedos Wie der Gouverneur von Tenedos meldet, veranstalteten türkische Einwohner während des Bombardements brr Insel durch die türkischen Schiffe Kundgebungen zu Gunsten der Türken. Tie griechische Besatzung schoß auf die Manifestanten, von oenen drei getötet und 12 verletzt wurden. Aus Stutari. Rjeka, 22. Dez. Ter Kommandant von Skutari unternimmt noch zeitweilig Ausfälle gegen die Montenegriner, die sich darauf beschränken, die Angriffe zurückzuweisen. In den letzten Tagen wurden mehrere montenegrinische Bataillone in die Heimat entlassen, angeblich auf kurze Zeit. Tic bulgarischen Finanzen. Sofia, 22. Dez. Die Regierung legte der Sobranje das provisorische Budget vor,'das vom 15./28. Dezember bis Ende März läuft. Der Finanzminister gab ein kurzes Expose über die finanzielle Lage des Landes: Zufolge des Krieges verringerten sich die Ein ünfte des Schatzes um etwa 25 Millionen Auf der anderen Seite würde man durch die Suspendierung der lausenden Arbeiten und die Herabsetzung des Verwaltungspcrsonals Ersparnisse von fast ebensolcher Höhe erzielen, so daß das Budget ohne Defizit abschließen werde, was der guten Organisation der bulgarischen Finanzen zuzuschreiben sei. Hinsichtlich der außerordentlichen Kred te gab der M nister an, daß man außer den im September bewilligten 84 Millionen und den jetzt geforderten 50 Millionen zur Bezahlung der Requisitionen annähernd 150 Millionen benötigen werde. Alle diese Kredite würden 'durch eine nach dem Kriege abzuschließende 'Anleihe gedeckt. Der Stand des Schatzes sei nichtsdestoweniger zufri d.nstellend, dank der wirtschaftlichen Bedeutung d s Landes, d s als ackerbautreibendes Land fähig sei, wahrend des Krieges alles, was es für die Armee benötige, selbst zu liefern. Für den Bau der Eisenbahnen und den Ankauf von Wagenmatcrial seien vorher 25 Millionen Schatzscheine ausgegebcn worden. Unter sehr günstigen Bedingungen habe die Regierung im Auslande für 65 Millionen Schatzsch inc untcrg.'bracht. Tank dies m befriedigenden Stand der Dinge sei die Armee jetzt reichlich mit Waffen und Munition versehen. Sie lönne den Krieg noch sechs Monate fortsetzen, falls es nötig sei. (Beifall.» Tcr französische Ministerpräsident über die künftige Gestaltung des Balkans. Ministerpräsident Poincar6 gab im französischen Senft u. a. folgende Erklärungen ab: Ter Balkan den Serben, Bulgaren, Montenegrinern und Griechen! Tas ist die gerechte Lösung, die die meiste Gew hr für Dauer und (Stabilität bietet. Es bestehl Ucbercinstimmung über die Autonomie Albaniens und darüber, das; Serbien einen Freihafen an der Adria erhalten soll. Wenn der Friede unterzeichnet sein wird, sei es durch die Friedensbevollmächtigten, sei es aus den Rat der Großmächte hin, so wird er aus fester Grundlage ruhen, die den Balkanstaaten erlaubt, sich zu entsalteil. Die Türkei wird ein beträchtliches Reich behalten, sic wird sort- fahren können, mit uns in guter Harmonie zu leben. Wft haben ihr gegenüber die gewissenhafteste Neutralität beobachtet. Sic wird gut daran tun, wenn sie aus die Wünsche der Völker hört, die ihr untertan sind. Unsererseits werden wir darauf bestehen, das; unsere Interessen in Libanon und Syrien respektiert werden, selbstverständlich ohne daß sich ein Zwiespalt zwischen uns und der Türkei über diesen Punkt ergibt. Wir sind entschlossen, die Integrität des ottomanischen Reiches in Asien aufrecht zu erhalten, jedoch ohne das; unsere Interessen dabei leiden. Sollte der Friede unglücklicherweise nicht geschlossen werden und der Krieg wieder Anfängen, so würden wir mit unseren Bcr- söhnungsversiichen wieder beginnen. Stark durch das nationale Gefühl und die Unterstützung der beiden Kammern würden wir den Brand auf seinen Herd zu beschränken suchen und bereit sein, unseren Einfluß im Orient und das Prestige des französischen Namens zu verteidigen. In der französischen K am mer besprach Poincars auch die Richtlinien der auswärtigen Politik und sqgte u. a.: Es ist selbstverständlich, daß die Autonomie Albaniens, die unter der Souveränität oder vielmehr Suze - ränität des Sultans errichtet wird, von allen Mächten einschließlich Frankreich kontrolliert wird. Es ist auch selbstverständlich, daß der für S e r b i e n auf albancsischem Gebiet offene Hafen frei und neutral fein wird. (Bewegung.) Er wird durch eine internationale Eisenbahn verbunden, die ebenso unter europäischer Kontrolle steht, mit der Freiheit des Transits für alle Waren, einschließlich Kriegsmunition. Serbien wird außerdem den Vorteil b er Evangelischer Kirchen-Gesangverein. Gießen, 22. Dez. „Die Geburt Christi" von Heinrich v. Herzogcnbcrg Zunr zweitenmal, nach längerer Pause, erfreute uns das schöne Kirchenoratorium Herzogenbergs mit seinem innigen Zu latnmcnftanq religiöser und künstlerischer Erhebung. Herzogen berg (geb. 1843 zu Graz, gcst. 1900 zu Wiesbaden) ist ein gediegener und sympathischer Tondichter, der im wesentlichen den Spuren der alten Meister folgt; bei der Gründung des Bach- Äereins mittätig, wirkte er später als Nachfolger Fr. Kiels in .der Kompositionslehre an der Berliner Hochschule für Munk; außer zahlreichen Kammermusikwerken, zwei Symphonien, Liedern niro. schuf er verschiedene Chorwerke, von denen die „Geburt Z Christi" wohl das bekannteste ist. — Eine gewisse Gebundenheit an die großen Vorbilder und der Mangel an schöpferischer Eigenart kann bei Herzogenberg nicht verschwiegen werden, .seine Starke liegt vielmehr in der sehr glücklichen Verwendung und technisch tadellosen Verarbeitung des Gegebenen, als in der Er iindung von Neuem, Packendem. — Merkwürdig, da,; der echt deutsche, gemüt und stimmungsvolle Stoff der Weihnachtslegende noch feine Vertonung von so endgültiger und typischer Große gefunden bat wie z. B. die Messe durch Bach und Beethoven ober die Passion durch Bach! Selbst des Groymersters Bach Keihnachtsoratorium ist hiervon nickt ganz auszunehmen, geschweige denn PH. Wolfrums grundgelehrtes aber etwas trockenes Weihnachtsmysterium". — Schon in einer der jüngsten Nummern unseres Blattes ist von sachkundiger Seite darauf hingewiesen worden, daß das Herzogenbergsche Weihnacktsoralorium nach der Intension seines Schöpfers kein gewöhnliches Konzert mit paniven Zuhörern sein soll, sondern die Gemeinde zu lebendiger Mit Wirkung beim Vortrag der Choräle heranziehen will: der Gedanke ist sehr schön und ganz aus der cvangclifchen Gemnnde-Jdee heraus empfunden. In der Ausführung muß er — wie so mancher, idealistische Gedanke — mit irdifchen Unzulänglichkeiten rechnen. Hierzu zählen wir z. B. die rhythnmche Schwerfälligkeit der ungeübten Menge, die es trotz verständnisvoller Nachhilfe des Organisten meist zu feiner wirkungsvollen Verschmelzung -mit dem übrigen Tonkörpcr kommen läßt. Tie Beteiligung der Gemeinde an dem Choralgesang hätte heute auch etwas alCgemcmcr und beherzter sein dürfen. — Die Solisten: Fraulein 5) i l l i tz e r - Frankfurt (Sopran), Frau Prof. stephan-Mar- ' buig (Alt), sowie die Frankfurter Herren Breiding (Tenor) ' und A. Müller (Baß> standen zumciit schon aus früherer Acht Wirkung in gutem Andenken und wetteiferten mit dem wohl- ^ßchullen Kirchenchor in klangschöner und sinngemäßer Wiedergabe des Werkes. Ter Kinderchor hielt sich gleichfalls recht wacker; in den Einsätzen entwickelte er sogar eine Schneidigkcit, die dem Chor der Erwachsenen stellenweise als Muster hätte dienen können. Eine außerordentliche Leistung vollbrachte Prof. Trautmann nicht nur mit der Einstudierung des Ganzen, sondern auch mit dem gleichzeitigen Dirigieren und Spielen der Klavierbegleitung — eine Aufgabe, die ungewöhnliche Ausdauer und Sicherheit erfordert. Tie Orgelbegleitung lag in den Händen des Organisten O. Gör lach. Tas Orchester, gebildet aus Mitgliedern der Regimentskapelle und anderen hiesigen Kräften, begleitete durchweg rein und klangschön; hervorzuheben ist die Ausführung der Oboe-Partie, die in den pastoral gefärbten Stellen des 3. Teiles in charakteristischer Weise mitzuwirken hat. Tic ganze Ausführung war eine würdige Vorfeier des Weihnachtsfestes, dessen religiös-künstlerischer Stimmungszauber uns stets aufs neue fesselt und bereichert. Wie mand>em der Hörer, die in dichten Scharen aus der Stadtkirche heimwanderten, mag es im Herzen nachklingen: „Friede auf Erden"! P. Der verlassene Knabe im Kaiferpalaft von psking. Ein trauriges Bild^von dem Leben und dem Schicksal des kleinen Exkaisers von China entwirft der Berichterstatter eines englischen Blattes aus Petting. Die Stellung Puan-schi-kais gilt als erschüttert, von Tag zu Tag mehren sich seine Gegner und die innerpolitisch-en Schwierigkeiten und von Tag zu Tag vermindert sich seine Macht, so daß seine republikanische Regierung heute kaum noch imstande ist, auch mir die persönliche Sicherheit der abgefefcten Kaiserin-Witwe und des kleinen Kaisers zu gewährleisten. Einer düsteren und rätselhaften Zukunft geht das Reich der Mitte entgegen, und nirgends spiegelt sich diese ratlose Ungewißheit Harer und schwerer als in dem Winterpalast der verbotenen Stadt, wo der jugentüiche Kaiser mit der Kaiserin-Witwe dahinlebt. „Eine fürstliche Persönlichkeit, die soeben aus der verbotenen Stadt kommt," so beridjter der englische Journalist, „schildert mir, wie der gewaltige Bautenkomplcx und die ganze Umgebung des Winterpalastes vollkommen verödet und verlassen ist. Um den Kaiserknaben weilen nur noch die Kaiserinwitwe und einige hundert Eunuchen: alle Prinzen und Prinzessinnen, alle Bewohnerinnen des kaiserlichen Harems, alle Wutsverwandten der kaiserlichen Familie haben sich in der Stille davvngemacht und die Kaiserin mit ihrem Kinde allein gelassen. Noch werden täglich vom Zeremoniell vorgeschriebene Anzahl von Schafen, Schweinen und Hühnern geschlachtet, aber da die Leute, die sich sonst von ihnen ernähren, verschwunden 'sind, verkauft man die geschlachteten Tiere außerlsalb des Schlosses. Tie Eunuchen aber, jeder Zucht und jeder Aufsicht beraubt, plündern des Schloß und alle Nebengebäude, stehlen alle Kostbarkeiten und wenn nicht sofort etwas geschieht, wird von der Einrichtung und den Kunstgegenständen bald nichts mehr übriggeblieben fein. Tie Kaiserin weint unausgesetzt, aber sic wagt nicht, zum Sommerpalast überzusiedeln, da Gerüchte sie gewarnt haben, sie würde beim Verlassen der verbotenen Stadt erbarmungslos niedergemetzelt werden. Der kleine Kaiser ist ein armes, nickst sehr aufgewecktes Kind, das nichts von dem weiß, was vorgefallen ist. In den leeren Zimmern des Schlosses und zwischen geflaggten Höfen spielt er mit kleinen Holzsoldaten, auf demselben Boden, über den seine Vorfahren einst auf der Heimkehr von der Eroberung Halbasiens als ruhmgekrönte Eroberer einherschritten. Welcher Dickster sckstldert das Schicksal dieses neuen „Aiglo n", der bestimmt scheint, armselig dahinzuleben und dahinzusterben? und wer nimmt sich der noch übriggebliehenen preislosen Kunstschätze an, die herrenlos noch in dem Schlosse lagern und sich täglich vermindern? Niemand ist da, der h er ein Hüter wird, und nach dem Beispiel des Moskauer Kremls das Vorhandene schützt und erhält, damit dereinst wenigstens das Volk Chinas noch eine Erinnerung an seine geschwundene Größe bewundern kann." * — Ein Kampf in der Jugendschriftenbewegung. Zwischen dem Hamburger Jugendschrif'ten-Aus- schuß, der schon seit Jahren imter der Führung von Heinrich Wolgast für die künstlerische Hebung der Jugendliteratur kämpft, und dem Herausgeber und Verleger des Mainzer Volks- imb Jugendbücher Wilhelm Kotzde und Joseph Scholz, die ebcnsalls ihre Verdienste um die künstlerische Pflege der Jugendschriften haben, wogt seit einiger Zeit ein Streit hin und her. Kotzdc und Scholz hatten in einer Broschüre „Der vaterländische Gedanke in der Jugendliteratur" dem Hamburger Jugendschriften- ausschuß den SBomniri heimlicher sozialdemokratischer Propaganda gemacht und außerdem behauptet, die Hamburger machten mit ihrer Jugendbück^rei persönliche Geschäfte. Ter Arbeitsausschuß des Türerbundes verönentlicht nun nach Prüfung des Materials eine Erklärung, die ohne Anregung und ohne Vorwissen des Hamburger Prüfungsausschusses beschlossen worden ist. Darin spricht er sein Bedauern über die Kotzde-Scholzschc Flugschrift aus, „weil er von ihr Verwirrungen in einer aufrichtigen und innerlichen deutschnationalen Gesinnungspflege befürchte?', und bittet, den vereinigten deutschen Prüfungsausschüssen unter der Führung des Hamburger Prüfungsausschusses das bisherige Vertrauen zu bewahren. Dvllfreiheit haben Wir werden uns bemühen, bte Frage möglichst günstig für Serbien zu gestalten und ihm unumgängliche Garantien zu sichern, denn es liegt im Interesse des europäischen Friedens, daß man Serbien, wenn man von ihm Opfer verlangt, daß cs einen Teil seiner Ansprüche aufgibt, nicht die Möglichkeit zu leben und zu atmen verweigert. (Beifalls Es ist Lies eine Hauptfrage, die entschieden - u sein scheint. Es bleibt 'namentlich noch übrig, über die delikate Frage der Grenzen 'Albaniens zu beschließen. Viele andere Lösungen hängen überdies von den Ergebnissen der Verhandlungen der Kriegführenden 'ab, deren Ansgang man leider unmöglich kennen kann;. Erster deutscher Polizeikonareh. ~ Berlin, 22. Dez. In den fortgesetzten Beratungen des ersten deutschen Polizri- kongresses sprach Polizeipräsident K ö t t i g (Dresden) über „L-i e einheitliche Regelung des Erkennungsienstes'. ^n dieser Beziehung fielen in den einzelnen deutschen ^Bundesstaaten noch große Verschiedenheiten. Seit dem Jahre 1897 ist allgemein das '31)item Bertillon, die Anthropometrie, eingeMhrt worden. Im Jahre 1901 beschloß die Londoner Polizei das Fingerabdruckverfahren. Von den deutschen Bundesstaaten schlossen sich Hamburg und Sachsen diesem Verfahren an, desgleichen Preußen, das aber die Körpermessungen noch bcibehielt. Dazu kam, daß Sacksen und Bayern sich entschlossen, eigene Landeszentralen für das ^Fingerabdruckverfahren einzurichten. Das Körpermeßverfahren geriet dadurch immer mehr in den Hintergrund. Zu diesen Unstimmigkeiten kam noch, daß die verschiedenen Polizeibehörden den Kreis der zu messenden Persönlichkeiten verschieben begrenzten imb daß ferner die Untersuchung nicht einheitlich in den Händen einer Behörde lag. In manchen Teilen Deutschlands ist ein Meßverfahren überhaupt noch nicht eingeführt. Der Vortragende machte eine Reihe von Abänderungsvorschlägen, die der Gegenberichterstatter Geheimer Oberregierungsrat Hoppe (Berlin) ergänzte und welckn? die Zustimmung der Versammlung fanden. Danach soll die Anthropometrie nach Bertillon auf internationale Verbrecher beschränkt, dagegen das Fingerabdruckverfahren nach einheitlichen Grunbsätzen bei allen deutschen Bundesstaaten eingeführt werden. Weiter beschästigte sich die Versammlung mit der Regelung des Fahndungsverkehrs. Berichterstatter war Regierungsrat Dr. Harster (München). Die gegenwärtigen Bestimmungen erschweren die Festnahme einer gesuchten Persönlichkeit in ungeahnter Weise. Der Vortragende schlug vor, einheitliche Bestimmungen sür alle deutsche Polizeibehörden zu schaffen, ähnlich wie sie bei (der Bekämpfung des Mädchenhandels zutage kommen. Oberregierungsrat Dr. H o v p e sprach dann über den k r i m i - nalpvlizeilichen Nachrichtendienst. Während die internationalen Verbrecher sich alle Vorteile der modernen Verkehrs- ,entwickelung und des modernen Nachrichtendienstes zunutze machen, iß dies den Behörden bisher nicht möglich. Die gewöhnlichen iVublikationsmittel versagen hier. Den Telegraph kann man nicht 'in so ausgedehntem Maße benutzen, denn das würde zu viel Kosten verursachen und auch die Mithilfe der Zeitungen ist nicht imstande, den Nachrichtendienst in dem nötig werdenden großen Umfange zu versehen. Vorläufig muß man sich mit der direkten Benachrichtigung von Behörbc zu Behörde begnügen. Dieser Modus ist 'äußerst zeitraube"d. Der Vortragende scblug daher vor, ein allgemeines deutsches Polizeiblatt zu gründen. Oberregierungsrat Becker (Dresdens und Regierungsrat Steen grafe (Bremen) svrachen über die Einführung eines einheitlichen Vordruckes und Telegraphenschlüssels bei den deutschen ^Polizeibehörden. Die Versammlung beschäftigte sich dann noch mit der Frage, in welcher Weise die nächsten Polizeikonferenzen abgelwlten werden sollen. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, an dessen Spitze der preußische Minister des Innern steht. Dieser Ausschuß wurde beauftragt, der nächsten Polizeikonferenz Vorschläge zu unterbreiten .darüber, in welcher Weise die Anreg"naen der Berliner Tagung in -die Wirklichkeit umgesetzt werden können. Zum Ort der nächsten Tagung wurde München bestimmt. Aus Stadt und Land. Gießen, 23. Dezember 1912. Der goldene Sonntag flfat gehalten, was unsere Geschäftsleute von ihm erwartet halben. Das Geschäft in fast allen Artikeln begann schon ^gleich um 11 Uhr und hielt mit «wenigen Ausnahmen gleich?- - mäßig bis gegen 7 Uhr an. Allerdings behaupten einige .Geschäftsinhaber, daß große Stücke recht schlecht gegangen ■feien und der Einlauf der Kundschaft sich in der Hauptsache um Kleinigkeiten und billige Artikel gedreht bat. 'Im allgemeinen hört mau aber, daß das Weihnachtsgeschäft besser gewesen sei als im vergangenen'Jahre. Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft ist -es günstig, daß außer den drei letzten Sonntagen vor dem Feste noch ein vierter Hauptgeschäftstag dazu kommt, der Weihnachtsabend, der int vergangenen Jahre auf den goldenen Sonntag fiel. Wünschen wir imfeni Geschäftsleuten, daß heute und morgen ihnen ein gutes Geschäft beschert sein möge. — "Ter Christbaumhandet ist in der letzten Woche schr gut geo- gangen, die Vorräte waren gestern fast überall sehr gelichtet. Besonders ist die dLachfrage nach kleinen, billigen Bäumen recht groß, au denen allerdings die Händler n'icht viel verdienen können, Nach unserer Erkundigung werden m unserer Stadt etwa 2000 bis 2400 geschmückte Tanuen- bäume im Lichterglanz erstrahlen. Landesuuiversität und Amtsgericht Gießen. Einen umfangreichen Platz im neuen Staatsvoranschlag nimmt der Etat für die La nbes Universität Gießen ein Die allgemeinen finanziellen Verhältnisse der Universität sind gegen das Vorjahr nur unwesentlich verändert worden. Da die Gesamteinnahme sich für 1913 auf 638 601 Mk. und die Gesamtausgabe 1653 371 Mk. belauft, so ist für 1913 ein Skaatszusebuß von 1 014 770 Mk. erforderlich. Im vorigen Etat betrug die Einnahme 614 937 Mk., die Ausgabe 1628 536 Ml., der Staatszuschuß war nur 1170 Mark geringer Die persönlichen Ausgaben sind von 551 497 Mart aut 491 262 Mark zurückgegangen, die fach lichen und Betriebsaltsgaben dagegen um 85 000 Mark auf 1162 109 Mark gestiegen. Dies beruht jedoch nicht auf wirklichen Minderleistungen an Honoraren und dergleichen, sondern auf er weiterte Inbetriebnahme der Kliniken, deren Soiideretats jetzt höhere Ausgabeposten enthalten, besonders die Medizinische und Frauenklinik, die chirurgische Klinik unb die Klinik für psychisch und Nervenkranksten. Nickü unerheblich sind die im Kapitel ^fntralbauwesen" des Ministeriums des Innern angeforderten Kosten für bauliche Zwecke -der Lmidesuniversität. S o s v l l e n a m Hauptgebäude sechs größere Liegehallen ange werden, die 7800 Mark Mten erfordern. Für das Jahr 1913 sind zunackrst für drei Liegehallen 3900 Mark eingestellt dr Scrtcgun g der W a schkü d.c in ein befonberes Gebäude VA ™ ° erforderlich und als ente Rate für 1913 10 000 Mark cuigeftellt. Weiter werden angewrdert für die U n t - ?Crfm 5100 Mart für Verlängerung der Bucherauszuge und Beschaffung von 5 neuen eisernen Bu cherge,teilen, Erweiterung der Lichtanlagen usw. Im autzorordentltdien Etat werden weiter die Anforde rungen tur bie neuen Kirn iksb a u t e n gestellt und K^miUriR9Val^ und Nasenkrankheiteii, die q/nm Ordert'Wurden im vorjährigen Etat 2^2^ t^^m^lligt Da die «tadt Gießen einen Zuschuß Gßrn WnrF «ff ‘ocrho 1 noch die restliches mw als^Kosten rur die innere Eiurickming 17 ar früher in Göttingen und Bonn tätig Seine Publt- iationeu gehören dem Gebrete der Rellgivnsphsilosophie und der Geschichte der Theologie sowie dem der allgemeinen Geschichte der Entwickelung des inodemen Denkens an. — Ter Professor der Matheniatik au der Universität Erlangen, Geheimrat Dr. Paul G o r d a u, iü im Alter von 75 Jahren gestorben. — Der berühmte Wiener Cneu lallst, Hofrat Professor David Heinrich Müller, ist im J7. Lebensjahre gestorben. Kleine Lageschronik. In Hagen erschoß nach einer heftigen Auseinandersetzung der Tiefbauunternehmer (rrnft Iüng ft seine Frau. Jüngst, der Vater von acht Kindern ist, stellte sich sofort der Polizei. Aus München wird gemeldet: Hofrat Prof. v. Bürkel geriet in seinem Jagdgebiete in dem Tllliachlate auf der Gems- jagb mit seinem Revierjäger in eine Lawine. Beide wurden etwa 700 Meter fortgerissen und in bewußtlosem Zustande mif- gesunden. Es ist aber gelungen, sie wieder ins Leben zurückzurufen. Nach neuerer Meldung sind bei dem Sturm im Kaspj. scheu Meer über sechzig Fischerboote g ef entert Leute am Lande mußten das Unglück mitansahen, ohne HÜst bringen zu können. Bisher sind zehn Leichen geborgen. Der südböhmische Wallfahrtsott Svpekau bei Mülhausen wurde gestern durch einen großen Brand fast gänzlich ein- geäschert. Im Küstengebiet des schwarzen Meeres erfolgten mehrere aufeinander folgende Erdstöße, die sich auf eine Länge von drei Werst ausdehnten und die Gestalt der Küste veränderten. Der Meeresbooden erhob sich und es entstand eine Springslul. Heber 20 Häuser bet Umgebung von Otraba würben beschädigk. An der Erdoberfläche bilbeten sich Stifte bis zu 150 Meter. Dn Schaben ist unbeschreiblich; allein ber Verlust an zerstörtem Grunb unb Boben beträgt mehrere Millionen Rubel. tzandel. Vom Roheisenverband. Köln, 21. D^. In ber heutigen Hauptversantm- lung bes Robeiselweichanbes berichtete bie Verbanbsleitung über bie Marktlage: Das Roheisengeschäst ist sowohl im Jnlcmbe wie auch im Auslanbe in allen Roheisensorten sehr lebhaft. Mit geringer Ausnahme haben bie Jnland- abnehmer ihren Bebarf für baS erfte Semester nächsten Jahres gedeckt unb teilweise erheblich größere Mengen angeforbert als int lausenben Jahre, so baß bie Verkäufe die Beteiligungsziffer bereits überschritten haben. Die Nachfrage vorn A u s l a n d e ist sehr lebhast, bewnbers in den phosphor- haltigen Sorten und kann nur zum geringen Teile befriedigt werben. Der Novernberversanb hielt sich mit ca. 103 Prozent ber Beteiligung ans ber Höhe ber Vormonate. Die Abrusung ist außerorbentlich bringenb, so baß die Hochosenwerke ihre Mühe haben, derselben nachzukommen. * * Vom Hypothekenmarkt. Nachdem es seither schon sehr schwer unb teilweise unmöglich war, zu entsprechenben Zinsen zweite Hypotheken zu bekommen, machen bie Hypothekenbanken jetzt selbst bei guten Objekten, bie neu belieben werben sollen, Schwierigkeiten, an erster Stelle höher als 50% ber Taxation zu geben. Dabei werben bie amtlichen Schätzungen, bie bei ber Beleihung zu Grunbe zu legen sinb, von ben Gelbgebern mit einem gewissen Mißtrauen beobachtet unb gar häufig burd) Vertrauensleute nachgeprüft. Von einem Vertrauensmann einer Hypothekenbank wirb uns folgenber in Gießen in neuester Zeit vorgekommener Fall mitgeteilt. Im Jahre 1907 erwarb ein Herr X ein Anwesen für 110 000 Mark, bas bamals ortsgerichtlich auch so geschätzt war. Von bem Anwesen würbe vom Erwerber bald darauf ein Bauplatz abgetrennt unb bafür 20 000 Mark erlöst, so baß bie Hofreite noch 90000 Mark wert war. In bem Grunb- stück bat ber Eigentümer bis heule etwa 10000 Mark verbaut, so baß sich ber augenblickliche Selbstkostenpreis auf 100 000 Mark beziffert. Das Anwesen ist von ber Branbversicherung mit einem Gebäubewert von 93 000 Mark geschätzt, wobei der Bauwcrt ber Funbamente unb ber Keller nicht mitgerechnet ist. Auf Grund ber Branbversicherungstaxe hat nun bas Lhcksgericht, bas bei seiner Schätzung ben burd) ben Schätzer ber Lanbesbranbkasse zu Grunde gelegten Bau wert berücksichtigt, bas Grrrnbstück zur hypothekarischen Beleihung auf 136 000 Mark eingeschätzt. Danach soll also bas betrefsenbe, Anwesen in brei Jahren um 36 000 Mark wertvoller geworben sein, babei ist in ber Gegenb, in ber sich bas Anwesen befinbet, nichts geschehen, was einen solchen Wertzuwachs rechtfertigen könnte. Die hohen Taxationen unb bte bannt Hanb in Hanb gehenben Hypotheken beförbent ohne Zweifel bie Steigerung ber Wohnungsmieten. Dieser Fall soll in Gießen nicht vereinzelt bastehen. Wenn man hock) geschraubte Taxationen zu bem Zweck, eine hohe, über ben lvahren Wert hinausgehenbe Belastung zu ermöglichen, erreichen kann, so ist biese Art ber Taxation von Immobilien im allgemeinen Interesse ungesunb. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterbien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen ffie Dienstag, de» 24. Dez. 1918; Meist trüb, vereinzelt Niederschläge, etwas milder. Letzte r^actzriehten. Türkische Kriegsplrine. :/: Köln, 23. Dez. (Priv.-Tel.) Der „Köln. Ztg" wirb aus Konstantinopel g-melbot, daß Mahmud Schefket Pascha an die Spitze des Heeres gestellt werden soll, um die Truppen nach Sofia und Athen zu führen. Der Plan geht von den jungtürkischen Mhrevn aus, die sich anscheinend den Beistand der türkischen Freiwilligen gesichert haben. Aus diesem Grunde werden auch den türkischen Vertretern bei den Friedensunterhandlun- gen keine entgegenkommenderen Instruktionen erteilt. Der Minister des Aeußern hat des- • halb wiederholt seine Entlassung erbeten, aber bisher ohne Erfolg. Der Gr o ß w esir und Nasim P ascha sind für die Fortsetzung des Krieges. Bulgarische Grausamkeiten. Konstantinopel, 22. Dez. MuhamedanischcFlüchtlinge aus Keschau sagen aus, daß die regulären bulgarischen Truppen, die kurz vor dem Waffensllllstand dort antamen, sich gut geführt haben. Dagegen haben die Ko- midatschis vorher schrecklich gehaust und zahlreiche Türken ermordet. Flüchtlinge aus Scharköna bestätigen, daß dort von Bulgaren große Metzeleien verM worden sind. * Ein Autounglück Pforzheim, 23. Dez. Das Automobil bei Fabrikanten Rönger fuhr im benachbarten babischen Dorfe Söllingen in eine Gruppe von 12 spiele^ ben Kinbern. Drei Kinder wurden überfah' ren und schwer verletzt, ein vierjähriges Mädchen ist seinen Verletzungen inzwischen erlegen. Panik in einem Kinemalographen. Brüssel, 23. Dez. In dem in der Nähe der ftcmzösi- schen Grenze liegenden Dorf Menier entstaub in einem von 700 Personen besetzten Kmematographm-Theater burd? einen Filmbranb eine Panik. Eine Anzahl Personen sprang von ber Galerie auf die im unteren Stock befinde- lichen Leute. Zwölf Personen, meist Frauen und Kinder, lvurden getötet nick) 50 verwundet. Die ganze Panik war unbegründet, da irgend eine Gefahr >llcht bestanden hat. Der Brand wurde sofort gelöscht- band. ^.^«udsleitung tir " °>°- MäfafoJ je Wen die M* S Semeitet nife ! '* Jtofct Man «M he «eifiufeJ onberg m den p^oi geringen Teile beirirbi; ö) mit ca. 103 Pro» vmte. Die Abruhmsi )ochvsemverk ihre M , bena^ fpieli ’t iv^„Origes ™ ^Jn r(edCn' fische» l1t. ; ent^ kS-j® '»*%» w?J ,-F^ " ^ht her „ Mr 'llt V»I £S?-J NE' ÄÄ $6,&: rboole I »k'b: i -«Ä2Tj:i t eilte Lvrii?-!'" N° wurden Honen 9hibeL Nachdem es seither >ch° zu entsprechenden Zuve en die vypothekenbanl? i beliehen werden solla als 50°* der Taxate ' Schätzmgen, die bei k i von den Geldgebern m | ad gar häutig durch $c | rtrauensmmn einer tzyp , ien in neuester Zeit rot- re 1907 erwarb ein her Damals ortsgerichtlich aot lurde vom Erwerber bei; afür 20000 Mark erlri -ert war. In dem Grün! oa 10000 Mark verbm mpreis aus 100000 Ma' andversicherimg mit tmm ißt, roobti btx Äaulvu rqneöMi v\t. Aus Auw drtsgericht, das bei seine mdesbrandkasse zu Grünt, ndjtück zur hypothekarrscha tzt. Danach soll also k it 36 000 Mark wertvolle in der sich das Anwew olchen Äertzumchs rtti n nnd die damit Sand u hne Zweifel die Steigs in GieM nicht vereM Taxationen zu dem M nausgehende BelaiKmg? ;fe Art der Taxation vri mtgesund^ ___ bericht. ie»»' ®'&mi enstag, den vcis milder. ____ — chten. Ser ÄÄ Set, daß M°d» ! S&äs?: "^nlerhandlu" e1t$u « QnftruHt» ni)e5fC^fe?rnN^ des Äeuß Jer hu TJÄM-fi«*’1* "zKlieg-s. "5*$S •-£**■*" Militär-Konzert auHerühit von der «avellc treb Soifer Wilbelm-Reg. 116 unter Leitung deS Herrn Cbermuü(meiner Vöbcr am 25. Dezember, I. Feiertag Stein’® Garten ifnfannR^Ubr. Ausgesuchtes ftimmunaSöoUct'öcibnatbtß* vrogramin. Sein jyeinMpaiig. iQHr±>2i Gintritt 45 Pjg. Liebigshöhe Am Freitag, den 3. Weihnachts-Feiertag Militär-Konzert auSaefllhrt von der Novelle deS brennen Jm'.-Regts. „Kaiser Wilhelm". Leitung: Cbcrmuntmeiftcr Löber Aufaus <8/< Ubr 0102^4 Gilltritt 45 Bsg, ÄVeteranenVerein ^ Feiertag, 27.Dc;cmbcr 1912 * abends 9 Uhr Weihnacht; Feier im Caf^ Ebel (unterer Saal). Der Vorstand. V-/, aus Worpswede und Niedersachsen Abends D»/„ sind alle Räume gut beleuchtet. In den Räumen der alten Klinik Ausstellung deutscher Maler Geöffnet täglich v. 10 bis 7 Uhr (auch Sonntags) verlängert bis 29. Dezember. Unter Förderung der I I Stadtverwaltung u. des I Kun.t-Vereins ■ 5. Turnus. Mgrchjnrnbaurr-Gklangvrrem Mittwoch, de« 25. 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Ich habe kürzlich in einer Zeitung (der Name ist mir entfallen) gelesen, daß Sie als einziger sozialdemokratischer Stadtverordneter in Gießen für die Filialsteuer gestimmt hätten, es war angegeben, daß geschäftliche Interessen für Ihre Stellungnahme niaßgcbend gewesen seien. Es sollte wohl verblümt darauf hingewiesen werden, daß Ihre Kundschaft ans kleinen Kolonialwarenhändlern besteht. Ich habe es nicht geglaubt und ich glaube es heute noch nicht, daß derartige Motive Sie beeinflussen können. Ich frage Sie aber, wie in aller Welt können Sie ein Ausnahme-Gesetz sanktionieren (ein Steuer-Gesetz, wenn cs nur einzelne Personen betrifft, ist ein Ausnahme-Gesetz) und was glauben Sie wohl, was mit dieser Steuer erreicht wird? Glauben Sic, man könnte damit das Rad der Zeit aufhaltcn oder glauben Sie, nun würden die Filialgeschäfte verschwinden, und wenn Sic das nicht glauben, wenn Sie also einsehen, daß die Filialgeschäfte doch bestehen bleiben, inwiefern soll denn diese Steuer den Kolonialwarenhändlern helfen. Es kann ja möglich sein, daß die Inhaber dc- Filialgeschäfte die Steuer nicht abwülzen, es kan aber auch gerade so gut möglich sein, daß sie es tue,. — und wer glauben Sie wer dann die Notleidenden sind? Lassen die Filialgeschäfte auf einzelne Massenartikel einen kleinen Aufschlag kommen (nicht so Danips-Mlislhiritn nnb Modelle Kinos fürMcr empfiehlt in großer Auswahl Edgar Sorrinm Ziehen Tel. 165 Neustadt 11 Haus- u. Küchengeräte Handlung. 7897 Neujahrskarten en gros *Dlf. 1.—, 2.—, 3 —, 4.—,5.— v. lOOStütf empfiehlt Emil Fiebermann, Frankfurt a. M.lb"/" «Heater- und Ball- Tücher, Hauben, Schals, Handsch., Hadrer, Taschen, Strümpfe, Ban der, Spitzen, Sei denstaffe (a7/11 Salomon&Cie. Direkt: Hermann Stelngoetter Dienötaa, d. 24. Dezmbr. 1912 keine Vorstellung hoch, daß Sie nicht doch dann nach billiger wären als die kleinen Kolonialwarenhändler) so wird dieser Aufschlag von der breiten Masse bezahlt, Arbeiter und kleine Beamte, sie würden dann diese Steuer zu bezahlen haben, diese Steuer, auf die Sie so stolz sind. Sie hätten dann auf Kosten der kleinen Leute Ihren Stadlsäckel bereichert, den kleinen Ko- lonialwarenhändler aber nicht geholfen. Ich hoffe, daß die Stadt Butzbach resp. der Stadtvorstand, dem ich die Ehre habe anzugehören, sich nicht durch Gießen beeinflussen lassen nnrix^ sondern sich den hessischen Städten anschließt, die diese Steuer abgelehnt haben. 8219 Butzbach, den 21. Dezember 1912. Hochachtend Josef Appenheimer. Rollbahnfahnk i Frankfurt a.U. Aral I, 157O.._ —» eiDZiger&c Gleisanlagen zu Kauf u. Miete Mittwoch, 25. Tcz. 1912, (1. Feiertag-abends 7 Uhr: 10. Mittwoch - Abonn. - Borst. Gewöhnliche Preise. Neuheit'. Neuheit! Magdalena Ein Volksstück in 3 Auszügen von Ludwin Thoma. Ende 9 Uhr. a«/« Tonnerstan, 26. Tcz. 1912 (2. Feiertag» nachmittags 3'/.. Ubr: unter Mitwirk, der Kapelle des hiesigen Infanl.-Negts. „Kaiser Wilhelm" Nr. 11® Kleine Preise ~9Kt Zum 7. Male Neuheit! Neuheit! Autoliebchen Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akien von Hean Gilbert. Ende nnd) fi Uhr. Abends 7'/, Uhr. W Kleine Preise. "W? Neuheit! Neuheit! So n Windhund Schwank in drei Akten von Curt Kraatz und Arthur Hoffmann. Ende 10 Uhr.