Zweiter Blatt 162. Zahrgang Erlc-ena tLgllch mit Uirtnabme bei Eonntagi. Der M ni erpräsiden cmp ini gen Paris, 23. Im. -Lcuartcmcutd Bauches abend den Deputierten T h i e r r n des r 1 Der Vorsitzende der revo ist auf politische Motive völkerung herrscht Erregung. Im Betrieb waren Die sol- W Durchsuchung des franzosi'chen Dampfers „Tavignano". Rom, 27. Jan. Tie „Agenzia Stefani" veröffentlicht Pf Dir.. «< ».? T'-'Vr-u W'Äuktlich nbenbr 2Utc Gewerbeschule mtalvorti Bedingungen des; ov Dr. Markert —Pa» Ihm greiser, wahrscheinlich ein plosion um. Mukden, 27. Jan. Bekannte per Literflascbei empfieL' E. Dort, W Gicfzencr Stadttheater. Äolberg von Paul Hehse. Gießen, 29. Januar. Zur Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers wurde vorgestern abend bei festlich beleuchtetem fcaufe, dem durch die Ttt ..•leftenet LamtliendlLNer- merben dem #Un*eiqer' otennoJ roödienthcfa betqelefll, das ^Krttiblotl für Ice Krcb Stegen ' troeimol t»od)emhd). Die „Laabwiritchastllchen Lett« fragte" erldjemen monatlich »roeunaL der dieses Tongemälde so anziehend und rührend macht. Einige frischempiundene, volkslürnlick heitere Zwiegesänge standen in wirkungsvoller Weise am Schluß. Eine nicht minder bedeutende künstlerische Kraft bestritt der instrumentale Teil des Abends: Prof. G. Wjsle, Hofkonzert- meistcr in Dresden, weiß seinem Violoncell nicht nur erstaunliche Virtuosenkünste, wie chromatische und andere Läufe, Doppelgriffe, hohe Flageolettöne u. dergl. zu entlocken, sondern auch — was noch höher steht — einen Gefangston von vollem edlem Klang und warmer Empfindung abzugewinnen. Kein Instrument vermag ja gleich dem Violoncell zu „singen" und darin mit der menschlichen Stimme einigermaßen zu rivalisieren. Interessant war die Violoncell-Sonate von P. Locatelli, einem alten italienischen Gcigenkünstler (1693—1764), der neuerdings wieder zu verdientem Ansehen gelangt. Neben der Sarabande (ohne Begleitung' von I. S. Back und dem innigen AbendliÄ» von Schumann dürften wir noch den mehr auf äußerlichen Effekt zu- gestunten „Elfentanz" von D. Popper hören, der nun einmal zu dem eisernen Bestand sämtlicher Bioloncellvirtuosen der Welt gehört. — Die Klavierbegleitung hat wiederum Herr W. Fischer- Wiesbaden in dankenswerter Weise durchgeführt: das Zusammenspielen mit dem Instrumental-Solisten kann natürlich bei der Kürze der Vorbereitung und bei der vom Solisten beansvruchtcn Freiheit der Vortragsweise nicht stets so Haarschars stimmen, wie man es bei einem länger zusammenspielenden Ensemble erwarten würde: manchmal, z. B. bei dem Schumannschen „Entflieh mit mir", hätte das Klavier schon etwas mehr aus sich herausgehen und mit volleren Akzenten Mitwirken, dürfen. Wir verließeii die Aula mit dem befriedigten Gefühl, eine wirkliche Bereicherung unseres Schatzes an musikalischen Erlebnissen erfahren zu haben — und nebenbei mit der leisen Hoffnung, daß wir dank der jüngsten hochherzigen Spende eines kunstsinnigen Mitbürgers nun doch wohl in absehbarer Zeit auf einen eigenen Konzertsaal rechnen dürfen? P. Iptbc Note: 2Qn 25. Januar um 4 Uhr nachmittags traf der korpedobootszerstörer „Fulmine" den französischen Dampfer .kavignano", der neun Meilen östlich von Zanzir nahe der tripoliranischen Grenze angehaltcn worden war, mit fertig gerächtem Ladebaum, während drei Segelboote nordöstlich fuhren. Nachdem der Kommandant des „Fulmine" sestgestellt trttc, daß kr „Tavignano" sich außerhalb der ter i'ortalen Gew's, er be'and da cs allgemein hieß, daß der „Tav gnano" auf offener S.e Redaktion. Ervedition und Druckerei: Schul« ftraBe 7. Erped'tton und Bering. £>L Redaktion:112. rel.-2U>ruAii»eigerÄ'even. Ob 7 Wir Heer und Flotte. Dem ersten und zweiten Bataillon deS Braunschweigischen Infanterieregiments Nr. 92 ist der „Braunschweigischen Landeszeitung" zufolge vom Kaiser der Tote n k o p f verliehen worden. Montag. 29. Januar 1912 Roicmonsdrua und Verlag der Vrüblichen UnlversuälS • Buch- und breindruckeret. R. Lange, Gießen. (Siebener Aonzertverclu. 6. Moniert: Dritter Solisten.-Lbcnd. Gießen, 28. Januar. Man muß es unserer Konzertleitung lassen: sie ist unbeirrt und vsclgreich bemüht, nur künstlerische Genüsse ersten Ranges zu £ Tie- Auswahl der dargedotenm Lieder war recht^glücklich, fehlten «utvirlick auch nickt die bekannten Prygranrm-Stützen wie das Liegenlied von R. Wagner, das man unschwer entbehren, könnte, ebex die wundervolle aber nächstens totgcsungenc „Feldeinsamkeit" ' ton. Brahms, so stand daneben doch auch eine Reihe weniger be- bnwter wertvoller Kompositionen, unter denen wir besonders die hm yerrn Senius mit warmer Empfindung vorgetragenett zwei : kch-nbert-Licder sowie das Lied „Sotist" von H. Pfitzner hervor- Itian, das ein entzückendes Rokkokvbildckten Eichendorfss treffend ver- tenM. Daß ein Künstlerehepaar auch in feinster gegenseitiger Anvas- Irnieg gemeinsam zu singen versteht, war im vornherein anzu- «-hnren. Tic Duette mit ihrem vollendeten Zusammeuklang und ^ctiandergreifen der beiden Stimmen bewährte dies in genuß- ttuffcer Seife. Tie ..Tragödie" von Schumann wurde mit all ta schlichten Schot >t und dem poetischen Schmelz vorgetragcn, Utter dem Verdacht, türkische Soldate« zu f e ijt, s' stgeno m m e n und an Bord des „Volturno" gebracht. .Äregenz" dampfte nach zweistündigem Aufenthalt weiter. :Pcise-Atohi n Zentner mit Zack «t Mausen, auch mehren: t Ehringshausen löt.! amtlichen Vertreter der Studentenschaft noch eine besondere Farbigkeit gegeben war, Heyses nahezu 50 Jahre altes Schauspiel K o l b e r g aufgejührt. Eingeleitet wurde der Abend durch daS Vorspiel zur Over Raymond, von Thomas, das unter der Leitung des Herrn Obermusikmeisters W. L ö b e r eindrucksvoll gespielt wurde. Im Anschluß daran gedachte der Regimentskommandeur, Herr Oberst von Trotta gen. Treyden, in kurzen Worten der Bedeutung des Tages und brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Nack der Nationalhymne, die von den Versammelten flehend angehört wurde, hob sich der Vorhang über der alten Historie, die selbst bei ihrem ersten Erscheinen nur wenig zu begeistern vermochte. Eine Reihe farbiger Bilder zieht in wohlgeordneten Gruppen an uns vorüber, aber jede Szene beweist, daß Paul Heysc kein Mann der Bühne war. Sprache und Gesinnung macken allein kein Drama. Tic Regie, die von Herrn Kurt Gühne geführt wurde, hatte sich deshalb auch mit Glück auf schöne Bühnenbilder beschränkt und auf reizvolle Gruppen, nur wäre zu wünschen gewesen, daß die Uniformen etwas weniger nach Garderobe ausgefehen oder doch wenigstens gepaßt hätten. In der Darstellung tat sich besonders Fräulein Hilde Knokh vom Kgl. Theater in Hannover hervor, die für die Rose als Gast gewonnen war. Sie erfüllte die Rolle des vaterlandsliebenden Mädchens mit ftischem Leben und hatte einen tiefgreifenden Erfolg zu verzeichnen. Für den erkrankten Herrn Schröder war Herr Theo Münch vom Resideitzlheater in Wiesbaden einge- sprungcn und bemühte sich mit Glück um die wenig hervorstechende Figur des Leutnants Brunnow. Von unseren einheimischen Künstlern machte Herr B a k o f als Nettelbeck den stärksten Eindruck. Er sowohl als Herr Gühne in der Rolle des Rektors, Herr Norden als Invalide und Fräulein Brehm als Witwe Blank gaben ihren Rollen einige persönliche Züge, während alle übrigen in der Rethorik Hcyses stecken blieben. Herr Kaiser als Gneisenau hatte sich völlig im Ton vergriffen und machte den Eindruck starker Unpäßlichkeit, deren Grund wir nicht näher untersuchen wollen. Herr Rappeport brachste sich als Heinrich durch sein häufig zu hastiges Sprechen um einen großen Teil seines Erfolges. In den kleineren Rollen fielen Herr Conradi als Wirt, Herr Grosser als Wachtmeister angenehm auf. -O du-Rhöne, der lebha t gegen das Vorgehen der italienischen Kriegsschiffe den französischen geg nüber und be'onders g gen die Beschlagnahme des Postdampscrs „T a v i g n a n o" m> testierte. Poineare erklärte, daß er, bis er genauere Einzelheiten über den Zwischenfall deZ Dampfers „Tavignano" erfahre, fick Vorbehalte, bei der italienischen Regierung Vorstellungen zu er heben. Es hat nicht den Anschein, als beabsichtige Poincarö, den letzten „Tavignano"-Zwischensall mit den beiden andern zu verouicken, derentwegen das internationale Schiedsgericht im Haag angerusen werden soll. vom türtifd)dtalienifd)cn Kriegsschauplatz. Anhaltung eines österreichischen Dampf rs. Triest, 27. Jan. Die Gcneraldirektion des Oesterreichi- scheu Lloyd teilt folgendes mit: Der Dampfer ,^Bregenz", der tflem in Suez eintraf, berichtet, daß er am 22. Januar vor- ittagS, 15 Meilen nördlich von Perim, von dem italie- I i s ch e n Kriegsschiff „Volturno" angehalt en wurde, (in Passagier zweiter und 13 Passagiere dritter Klasse wurden Evhcngrin, ' ^egsried, m • "Ula, Carmen, icnUinotc,Ganiii Zairer, Morcna.1 9lleb,t und Schülp lickens, inlonberbeit bei n Damen und -verreib v umsverannaltumi, bo: brachen, den vielen - i der Zitzuna öoefe acwst Kniidjicn die erütembr i iinb nm scher - hm es geradezu Milcht h*- r im ifnterefle der «ll 1 iW - W J jiditen, lonar noch mj ebene unlrer fomt timr r SißuM nicht )ii ctiw1 'in rrchhaliiges ‘Nhig rcsnamichesAudilam hrn ist für Karneval re sichet EiM wn W >er Äür el ntgeialu Ln Zarnevalbun.. iniersiellt >'ch 'i-- im menschlichen reitet dem urwuchnktt' Kimnätte^tui SS Das wo jährige Jubiläum Der girma 6g. Phil. 6aiL Gießen, 29. Jan. 1912. Dm Samstag waren 100 Jahre vergangen, daß in einem Hause am Kreuzplatz, neben der Pelikan-Äpo- theke, mit kleinen Mitteln ein Geschäftsunternehmen gegründet wurde, von dem damals niemand voraussehen tonnte, daß es .nicht allein sich selbst tüchtig entwickeln würde, sondern daß es auch den Anstoß zur Begründung einer blühenden Industrie werden würde, die Tausenden von Familien in und um Gießen lohnenden Verdienst und vielfach Wohlhabenheit verschafft. Fast ein Zufall lvar es, der den Großvater des jetzigen Chefs des Hauses Gail, den Kaufmann Gg. Phil. Gail aus Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen 27. Jarruar 1812: Georg Philipp Gail aus Dillenburg gründet mit acht Arbeitern aus Tillcnburg eine Tabakfabrik in Gießen in einem Hause am „Kreuz", neben der „Pelikan-Apotheke". — 1825: Verlegung dcr Fabrik in das Haus in der Neustadt, wo sie sich jetzt noch befindet. Im Betrieb waren damals 40 Arbeiter tätig. — 1. November 1840: Gründung ber Zigarrenfabrik durch Georg Philipp Gail. Teilhaber wird Will). Köpfer, Georg Philipps Schwiegersohn. — 1847: Karl und Ferdinand Gail, Georg Philipps Söhne, werden Teilhaber der Zigarrenfabrik. — November 1849: Georg Philipp Gail errichtet die erste Krank.'nunterstützungskasse in Gießen für Zigarren- arbeitet". — 27. Januar 1852:* 40jährige Gedächtnisfeier der Gründung der Fabrik. — 1852: Errichtung der Zigarren-Filiale in Maricnschloß, ausgegeben 1883/84. — 1854: Errichtung ber Zigarren-Filiale in Rockenberg, aufgegcben 1894. — 1857: Errichtung der Filiale in Rodheim. — 27. Januar 1863 : 50jährige Gedächtnisfeier der Gründung der Fabrik. Infolge eines Trauersalles in der Familie um 1 Jahr verschoben. — 350 Arbeiter nehmen teil. — 30. August 1865: Georg Philipp Gail, der Gründer, stirbt, 80 Jahre alt. — 1865—69: Fortführung der Firma durch Karl und Ferdinand Gail. — 1869: Karl Gail wird alleiniger Inhaber der Fabrik. — 27. Januar 1882: Karl Gail, Kommerzienrat, stirbt, 62 Ekahre alt. — 1882—85: Fortführung der Firma durch Erich Wasscri'chleben, Wilhelm und Karl Gail. — 28. Februar 1882: Errichtung einer Stiftung von Karl Gails Erben für Arbeiter nach 50- und 25jähriger Dienst- »«’M?»««" mitlein Bien " l$f c Kov.Duer A ’jclir iaötnnflß” be,ul mir g in(i »sKS ■eilen.»®"”» ttosj". SsK. ‘"IKtttti. Aus Hessen. Das kaofmannifche Foilb ldung-schulwesku in Hkffen kat na chdem jetzt erschienenen offiziellen Jahresbericht in Schuljahr 1910/11 wiederum einen Aufschwung genom- |rten. Die Gesamtzahl der Schüler ist von 1247 im Jahr vorher auf 1356 im Berichtsjahr gestiegen. Die Gesamt- tinnahmen erhöhten sich von 72154 Mk. auf 76 836 Mk., die Gesamtausgaben von 67 435 Mk. auf 71 763 Mk. Die !rätzte Schülerzahl in den unter Verwaltung oder Ansicht der Handelskammern stehenden Schulen wies Offen- ach auf, nämlich in 10 Schulklassen 282, darunter elf Schülerinnen. Darmstadt zählte ht 9 Schulklassen 267 Schüler, Mainz 232 in 9 Klassen, Worms 199 in 9 Klassen, Ließen 176 in 6 Klassen, Bitt gen 72 in 3 Klassen, Friedberg 65 in 3 Klassen, Alsfeld 34 und Lauterbach 29 in je 3 Klassen. Die Zahl der Lehrer betrug in Offenbach 11, in Darmstadt 12, in Mainz 10, davon acht im Haupte Icmt, in Worms 10, in Gietzen 8, in Friedberg 6 und ■ in den anderen drei Städten je 5. In Mainz ist die kaufmännische Fortbildungsschule ein Teil der von der dortigen Handelskammer unterhaltenen „Oeffentlichen Han- Z belslehranstalt", die neben der erwähnten Fortbildungsschule eine Handelsschule für Mädchen, eine Handelsoor- /schule und eine holdere Handelsschule, sowie handelswissen> schastliche Vortragskurse umfaßt. Die Besucher aller dieser Institute sind natürlich in der angegebenen Schülerzahl boi> 232 nicht mit einbegriffen. $it Zahl ber Gewerbesteuerpflichtigen im Grosiherzoglnm Hessen belief sich im Jahre 1910 auf 81 740 Personen, von denen ein Gewerbesteuerkapital von 9 335 443 Mk. versteuert wurde, '(vite Zahl der zur Handelskammer wahlberechtigten Fir- jten betrug 7883, die mit einem Gewervesteuerkapital von ^62()5 522 Mk. veranlagt waren. Tie meisten Zugehörigen # im Handelskammer wies Darmstadt auf, nämlich 1820 (im Jahre 190.5 dagegen 1907), die ein Gewerbcsteuer- kstntal von 1 058657 Mk. ausbrachten, während in Mainz trrh der geringeren Mitgliederzahl (1655) ein Gewerbc- sieuerkapital von 1332962 Mk. aufgebracht wurde: die ‘ liahl der wahlberechtigten Firmen ist hier seit 1905 um 3B gestiegen. Noch leistungsfähiger zeigt sich die Handelskammer Offenbach, in der von 1042 Firmen ein Ge- Lerbesteuerlapital von 1 036 161 Mk.versteuert wird; hier hick en die loahlberechtigten Firmen gegen das Jahr 1905 * sick um 84 vermehrt. Im Bezirk der Handelskammer Lorms wiesen 784 Zugel)örige 869 912 Mk. Gewerbe- ' ßcverkapital auf, in Gießen 9/2 ein Gewerbesteuerkapi- von 441 371 Mk., in Bingen 855 281661 Mk. und in Friedberg 755 184 798 Mk. Mit Ausnahme von : -(oinz und Offenbach ist die Zahl der wahlberechtigten Firmen in allen anderen fünf Handelskammern z u r ü ck gegangen, und zwar um rimb 300 Firmen. Konterbande auszuschiffen pflege, stieg der Kommandant an Bord des franzö fischen Dampfers, wo er das Fehlen ber Zollauswege feststellte. Daher b g'cilct' der , F.ilmine' den „Tavignano" nach Tripolis, wo er gc" een abend um 9 Uhr ein traf und sogleich einer Untersuchung unterworfen wurde, die ergab daß die Ladung aus Mehl, Zucker, Ocl, Wein. K'onservenfleisck und Leinwand bestand, daß jedoch spezifische Kriegs konterbande nickt vorhanden war. Nach dieser Feststellung wurde der ..Tavignano" soaleick 11 Uhr freigelanen Dillenburg, veranlaßte, sein kleines Fabrikationsgeschäft .ins seiner Heimat nach Gießen zu verlegen Dillenburg gehörte damals zum Großherzogtum Berg, daS Kaiser Na- .oleon geschaffen hatte und das von ihm mit den Segi nungcn des Tabakmonopols beglückt werden sollte. Dem ivollte der tatkräftige Kaufmann entgehen und so wandle er sich nach dcr nächsten, in einem monopolfrcten Lande gelegenen Stadt, um dort sein Gewerbe zu betreiben. Trotzdem auch in Hessen das Gespenst des Tabakmonopols in dcr ersten Zeit des Bestehens der Gailschen Fabrik mehrfach auftauchte, entwickelte fich das Geschäft unter der tat- lräftigcn Leitung des ersten Chefs gut, so daß es auch die späteren, die Tabakindustric bedrohenden Stürme gut überstehen konnte und heule mit über 600 Arbeitern mit an der Spitze der hiesigen Industrie steht. Daneben haben die drei Generationen, die in den hundert Jahren des Bestehens der Firma Gail an ihrer Spitze standen, stets an öffentlichen und gemeinnützigen Angelegenheiten teil- genommen, so daß auch in nichtgeschäsllicher Beziehung Gießen stolz darauf sein kann, eine solche Familie sein nennen zu können. Georg Philipp Gail, dcr Gründer des Hauses, wurde schon fünf Jahre nach seinem Zuzug älterer Zunftmeister dcr Meisterzunft. Von 1822 b.s 1824 war er Bürgermeister, von 1823 bis 1830 Landtagsabgeordneter des Bezirks Heuchelheim, und 1855 gründete er die Freiwillige Gatlsche Feuerwehr, der er, wie seine Nachfolger, als stets opferbereiter Chef angehörte. Am 30. August 1865 starb der bis zu seinem Ende tätige Mann als Achtzigjähriger. Sein Sohn Georg Karl Gail, Kommerzienrat, stand der Firma von 1835 bis zu seinem Tode 1882 vor. Er war namentlich als hilfsbereiter Freund und stiller Wohltäter bei vielen geschätzt, die seine milde Hand kennen lernten. Wilhelm Gail war von 1887 bis 1898 Mitglied der Handelskammer, und ist seit 1907 lebenslängliches Mitglied der Ersten hessischen Kammer. 1892 wurde er Kommerzienrat und 1908 Geh. Kommerzienrat. Seine tätige Fürsorge wendet er neben vielen gemeinnützigen Einrich^ tungen namentlich den hiesigen wissenschaftlichen Samin* langen zu und die Wilhelm-Gail-Stiftung unseres Gc> schichtsmuseums und das Museum für Völkerkunde legen Zeugnis dafür ab, was Geheimrat Gail auf diesem Ge^ biet geleistet hat. Wie sehr gerade dieser Zweig seines! gemeinnützigen Wirkens anerkannt wird, zeigt die vor wenigen Tagen erfolgte Ernennung zum philosophischen Ehrens doktor der Landesuniversität. Der Werdegang des Gailschen Fabrikun* t e r n e h m e n s sei im nachstehenden Auszug aus der Geschichte des Hauses Gail niedergelegt: Die Wirren in China. Tschifu, 27. Jan. Aus Dalny sind hier 400 Revolutionäre eingetroffen. Die Transportschiffe, die sie gebracht haben, kehren nach Schanghai zurück, um neue Verstärkungen zu holen. Nach Lung kau, unweit Schwanghsien, sind Mannschaften mit zwei Geschützen auf dem Seewege abgesandt worden. Es verlautet, von dort seien tausend Revolutionäre nach Laitschaufu ausmar- schicrt. Tie Städte Minghaitschau und Weihaiwei gingen zu den Revolutionären über. Mordnnschläke. Peking, 27. Jan. Gegen den Kommandeur von Tientsin, General T s ch u n g h u a i t s ch i, der als entschiedener Gegner der Revolution bekannt ist, wurden heute, als er, von Peking zurückkehrend, im Wagen von der Station zur Einaeborenenstadt von Tientsin fuhr, von einem jungen Chinesen zwei Bomben geworfen. Der Wagen des Generals wurde beschädigt, dieser selbst blieb unverletzt. Der Täter suchte zu entfliehen und feuerte Wiener .e*<° ' -arten- auf seine Verfolger, wobei ein Polizeibeamter verwundet wurde. Schließlich gelang es, den Fliehenden festzunehmen. Gegen den früheren Mandschukommandanten der Kaisergarde, Liangpi, warf ein Chinese in Ofsiziersuniform eine Bombe, als Liangpi vor seinem Hause vom Wagen stieg. Liangpi wurden die Beine gebrochen, auch erhielt er andere Verletzungen. Der An- Revolutionär, kam bei der Ex- lutionär gesinnten Vereinigung zur Beschleunigung der Reformen ist ermordet worden. Tie Tat zurückzuführen. Unter der Be- leit. — 1885: Wilhelm Gail, der jetzige Chef, wird alleiniger Inhaber. — 27. Januar 1887: 75jährige Gedächtnisfeier der Gründung der Fabrik. — 15. April 1889: Erwerbung der Rauch- Labakfabnk von Breda in Kassel. — 7. September 1892: Gründung der Filiale in Krofdorf. — 1892: Gründung der Gailschen Tampfziegelei und Tonwerk. — 10. April 1893: Erwerbung der Kau- und Rauchlabakfabrik von Salfeldt u. Stein in Nordhausen. — 6. Juni 1904: Gründung der Filiale in Bieber. — 2. April 1906: Gründung der Filiale in Leihgestern. — 1. März 1907: Gründung der Filiale in Allendors an der Lahn. — 1. Juli 1911: lTr. Georg Gail, der Sohn des Chefs, wird Pvokurist. Die Feier des hundertjährigen Bestehens war als ^a- nnlien- und Geschäftsfest gedacht. Aber es konnte nicht fehlen, daß darüber hinaus auch andere Kreise es sich nicht nehmen ließen, ihre Glückwünsche &u dem für Stadt und Staat bedeutungsvollen Tag auszusprechen. Zahllos waren die Glückwünsche und Blumenspenden, die der Firma und ihrem jetzigen Chef — ab gestern Seniorchef — zugingen. Der erste Teil der gestern vormittag vor sich gehenden Glückwunschfeier im Geschäftshaus in der Neustadt war den Mitarbeitern Vorbehalten. Die Angestellten der hiesigen und auswärtigen Fabriken des Hauses hatten sich mit Vertretern der Arbeiterschaft eingefunden, um dem verehrten Chef ihre Glückwünsche zu entbieten, die zumeist mit sinnigen Geschenken verbunden waren. Es sprachen hierbei für die Beamten Prokurist Jung, für die Werkmeister Jakob Schnepp, genannt Bender, von Krofdorf, für die Arbeiterschaft Fräulein Dönges (einen gereimten Glückwunsch), Vertreter der Fabriken in Kastel und Nordhausen, Prokurist Wagen schein für Dampfziegelei und Tonwerk und der Kommandant Wenzel für die Freiwillige Gailsche Feuerwehr. Ihnen allen dankte mit bewegten Worten Geh. Kommerzienrat Gail. Er dankte seinen Angestellten und Arbeitern für ihre treue Mitarbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Firma auch im neuen Jahrhundert in den alten bewährten Bahnen sich kräftig weiter entwickeln werde. Weiter teilte er mit, daß er seinen Sohn, Dr. Georg Gail, heute zu seinem Teilhaber gemacht habe und überreichte zwei Arbeitern, Pbil. Schäfer von Launsbach und Luise Schmidt von Rooheim, die jetzt 25 Jahre im Geschäft tätig sind, die dafür ausgesetzte Ehrengabe. Weiter teilte er mit, daß er zum Gedächtnis des Tages eine Georg Philipp Gail-Jubiläums-Stiftung für Beamte und Arbeiter mit einem Grundstock von 50000 Mk. errichtet habe. In das von ihm auf das fernere Blühen und Gedeihen der Firma ausgebrachte Hoch wurde lebhaft eingestimmt. Nach einer kurzen Pause erfolgte die Beglückwünschung der Firma und ihres Chefs durch die Vertreter der Behörden und der beruflichen Vereinigungen. Die Glückwünsche der Staatsregierung überbrachte mit denen des Großherzogs der Minister des Innern von Homberak zu Bach. Er hob die weit über Gießen hinaus reichende Bedeutung der Firma Gail hervor und überreichte Geh. Kommerzienrat Gail dos Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Phllipps des Großmütigen, den Prokuristen Jung und Petri das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens, dem Werkmeister Schnepp, genannt Bender, aus Krofdorf das Band zu dem bereits früher verliehenen Ml- gemeinen Ehrenzeichen, dem Arbeiter Heinrich Müller und der Arbeiterin Elise Häuser aus Klein-Linden das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit"^ Weitere Glückwünsche übermittelten für die Provinz Oberhessen und den Kreis Gießen Geheimerat Dr. U s i n g e r und für die Stadt Gießen Oberbürgermeister Mecum, der mit den Beigeordneten Emmelius und Keller erschienen war. Er teilte mit, daß die Stadtverordneten-Versamm- lung beschlossen habe, zum Andenken an den Begründer der Firma und der Gießener Tabakindustrie die neue Straße vor dem Lärchenwäldchen zwischen Licher Straße und Kaiser- Mlee und ihre spätere Fortsetzung nach der Marburger Straße „Georg Philipp Gail-Straße" zu nennen. Für die Handelskammer gratulierte deren 2. Vorsitzender, Kommerzienrat Schirmer, der auch im Namen des Vereins der Dabakindustriellen von Gießen und Umgebung mit herzlichen Worten eine Glückwunschadresse überreichte. Der Verein der deutschen Tabakindustriellen ließ durch Fabrikant Minderop in Köln seine Glückwünsche aussprechen. Für die Universität sprach der Rektor Prof. Dr. König, der besonders auf die Verdienste hinwies, die sich der jetzige Chef des Hauses Gail um die hiesigen wissenschaftlichen Sammlungen erworben hat. Am Abend fand eine Feier im Familienkreise statt, während heute ein y-eft das gesamte Personal in Steins Garten vereinigen wird. Ärrr Stadt und Land. Gieften, 29. Januar 1912. ** Weibliche Handwerker. Wie die Handwerkskammer bekanntgegeben hat, sind die weiblichen Handwerker unter die Vorschriften der Handwerkskammer einbezogen worden. Die Bestimmungen der Gewerbeordnung über das Lehrlingswesen, über die Ablegung ber Gesellen- und Meisterprüfung und über die Befugnis zum Halten und Anleiten von Lehrlingen finden daher nunmehr auch Anwendung auf die weiblichen Handwerker. Nach Anhörung von Sachverständigen der verschiedenen zunächst in Betracht kommenden Gewerbe und entsprechenden Beratungen wurde die Festsetzung der Lehrzeit für weibliche Lehrlinge wie folgt beschlossen: „Für Weißnäherinnen, Putzmacherinnen und Damenfriseusen 2 Jahre, für alle übrigen Gewerbe (z. B. Damenschneiderinnen) 3 Jahre." Die Arbeitgeber weiblicher Lehrlinge sind verpflichtet, die vorgeschriebenen Bestimmungen über die Lehrzeit einzuhalten. Mle weiblichen Lehrlinge sind binnen 4 Wochen nach Beginn der Lehre bei der Handwerkskammer anzumelden, gleichzeitig ist ein Exemplar des dreifach auszufertigenden Lehrvertrags einzureichen. Ferner sind die Arbeitgeber weiblicher Lehrlinge verpflichtet, die Meisterprüfung abzulegen, soweit chnen nicht die Befugnis zum An- leilen von Lehrlingen nach Antrag von den Verwaltungsbehörden weiterverliehen wurde. Während einer aus Billigkeitsgründen bis 1. Okwber 1913 festgesetzten Uebergangs.eit können weibliche Handwerker zu den Gesellen- und Meisterprüfungen auch dann zugclassen werden, wenn sie die vorgeschriebene Lehr- und Gesellenzeit oder die Ablegung der Gesellenprüfung nicht nacfaiP weisen vermögen. Zuwiderhandlungen gegen die auf Grund der Reichsgewerbeorduung erlassenen Vorschriften unterliegen gesetzlicher Strafe. ** Zigaretten st euer. Die neuen Ausfuhrungsbcstim- nrungen zum Zigarettensteuergesetz haben bei den Jigarettenhänd- lern vielfach Die Meinung hervorgerufen, als dursten sie ihre mit den bisherigen Banderolen versehene Ware in diesem Zustande von einem bestimmten Zeitpunkte ab nicht mehr verkaufen. Dam ist aber nicht so. Der BundeSratsbefchluß vom 16. November 1911 besagt: „Der Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt, von dem an Zigaretten, Zigarettentabake und Zigarettenhüllcn nur noch mü neuen Steuerzeichen versehen aus der Erzeugungsstätte oder aus dem Zollgewahrsam entfernt werden dürfen." Die Bestimmung geht also lediglich di« Fabrikanten unb Importeure an. 'Äe Händler werden davon gar nicht berührt, so daß icke Sorge ihrerseits wegen der Bestände oder bei Neubestellungen entfällt. Kreis Friedberg. (L.) Friedberg, 26. Jan. Vorfeiern zu Kaisers Geburtstag fanden heute hier statt. Um IP/z Uhr hielt die Schillerlchule (höhere Mädchenschule) ihre Feier. Im Singsaale der Anstalt versammelten sich sämtliche Schülerinnen sowie das Lehrerkollegium. Nach Gesang hielt Lehramtsassessor Fink die Festrede. Um 41/2 Uhr fand in der Aula der Augustinerschule die Kaiserfeier der Realschule und des Gymnasiums statt. Nach Händels Andante für Violinchor, vorgetragen vom Schülerorchester folgte mit Instrumentalbegleitung der Ambrosianische Lobgesang. Nun folgten Vorträge, abwechselnd mit Instrumental- Vorträgen. Die Festrede hielt Professor Balser, endend mit einem Doch auf den Kaiser. Die ganze Festversammlung sang zum Schlüsse das Lied: Ich hab mich ergeben. Abends um 8 Uhr fand in der Seminarturnhalle die Entlassungsfeier der Abiturienten verbunden mit der Kaiserfeier statt. Hier hielten der Direktor und Lehramtsassessor Philipps Ansprachen. Starkenuuig imi) Rheinhessen. ! Mainz, 26. Jan. Die Kaisergeburtstagsseier, die alljährlich in allen Schulen Deutschlands abgehalten wird, gestaltete sich dieses Jahr im Mainzer Realgymnasium besonders prächtig. Ein Orchester von 22 Schülern begann unter Leitung des Abiturienten Wolfgang Lenk mit der Ouvertüre zu „Titus" die Veranstaltung. Nach einigen Dellamationen folgte dann, von dem Orchester begleitet, der Chor „Wilhelmus von Nassauen", bei dem eine große Anzahl von Schülern beteiligt war. Den Schluß der Feier bildete die Festrede des Oberlehrers Schulze, der jn lebenoiy-poetischem Vortrage über die Reize und Schönheiten des Schisportes sprach. Jn zeitlich gegliedeter Reihenfolge führte der Redner die Entwicklung des Schneeschuhlaufs vor und betonte besonders seine Einführung und Verbreitung in Deutschland. Hessen-Nassau. □ Rodheim, 28. Jan. Eine gemeinsame Kaiserfeier veranstalteten heute die Kriegervereine aus den Drei Orten unseres Kirchspiels Steinheim, Rabertshausen und Rodheim. Die Vereine erschienen zur Kirchenparade, Pfarrer Schlosser hielt in dem dichtgefüllten Gottes hause die Festpredigt. Danach marschierten die Vereine mit wehenden Fahnen nach Hause. 0 Marburg, 28. Jan. Bei der gestrigen akademischen Kaisergeburtstagsfeier in der Aula der Universität sprach der Direktor des historischen Seminars, Prof. Dr. Busch, über General York von Wartenburg und die Konvention von Tauroggen. Am Schluffe des Festaktes erfolgte die Bekanntgabe der Namen der Studierenden, die die im letzten Jahre gestellten wissenschaftlichen Preisaufgaben richtig bearbeitet haben. Es sind dies: falb. mck. Otto Hirz aus Struthütten in Westfalen (med. Aufgabe), stud. vhil. Alfred Schumann aus Berlin (Phil. Aufgabe), stud. Phil. Joh. Iseler aus Fürstenwalde (hist. Aufgabe), Apotheker Arno Biehöver aus Wiesbaden (bot. Aufgabe), sowie falb. Phil. Ferd. Iber aus Welferode (altphil. Aufgabe). Hinzugefügt fei, vatz gestern die Mitglieder des akademischen Lehrkörpers zu der Feier zum ersten Male vollzählig in ihren nach Fakultäten sich unterscheidenden farbigen Ornaten erschienen. Die Leitung des bei der Feier mitwirkenden atabemifdyen aemischig, Chors unterstand Universitäts-Musikdirektor Professor Jenner. Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauen seuche in Hessen vom 20. bis 26. Januar 1912. Märkte. Kreis: Am 20. Jan. waren verseucht: 1* *011120. bis 26. Januar stnd neu verseucht : Wollt 2u. bis -6- Januar ist die ceudx erloschen n,: Darmstadt . Arheilgen, Weiterstadt — Arheilgen Bensyeim . Bensyeim. — — Sieburg . Tiebing, Ober-Roden Urberach Groß-Zimmern, faben- Haufen — Erbach . . — — Q>roB-®erau Gr-Gerau, Bischofsheim, Kelsterbach — Groß-Gera, öeppenbeim — — — Cfienbadj. . Langen, Bürgel, Stein- Krotzenburg, Hainstadt, JügeSyeim, Egelsbach Neu-Isen- Iügesbeini bürg Egelsbach Gießen Langsdori. Leihgestern, Lick, (Srüntngen, Mufchenbeim, (vroßcn- Linden, Wayeuborn Harbach Alsfeld . . . Sckadenbach — — Büdingen. . Ranstadt. Ltockheim.Lor- bach, Leidhecken, Düdelsheim, Taueruheun, Luid- Heim, Eßolderbach, wlauberg, WeningS, Dlitiel-tÄrüudau Stockheim Düdelsheim Sriebberg . Beienheim, Bruchenbrücken, |Cber-(i1d)- bach, Kirchgöns, Rieder-Weisel, 'btassen- heim, Kaichcn, Rodbenn, Atelback, Pohl - Göns, Ober- Ptörlen, Wickstadt, Rockenberg Butzbach Beienheim Bruchenbrücken, ‘DleU back, Kaichen, PoblgonS, 'Tlafienbehn, Obermörlen, Kirchgölls, Nieder- Weisel Lauterbach. Pfordt, Ober-Wegfurth — Oberwegfurü Scholten. . Areienfeen, Rudingshain, —— Rudiiigsbai» Mainz . . . Ctadecken, Sörgenloch Mainz Viehhof Nack, Heimersheim Vtainz #iel)i)if Stadecken Sörgenloch Alzey.... Badenheim, Albig, Wons- bettn — Bingen. . . Engelstadt, Groß- Winternheim, Wind- Hauser Hof, Rieder- HüberSheim, Schwaben- Heim Oppenheim Bechtolsheim, Dienheim, Selzen, EimSheim Bechtheim, BermerS- Dolgesheim WormS. . . — Abenbeintz heim, Abenheim, Osthofen Bermershki« Osthofen fc. Frankfurt a. vr., 26. Jan. Heu- und Strobmarkt. Angesahren waren 13 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Maa notierte: Heu 4.10—4.50 Mk., Stroh (Kornlangstrobl 0.00—0.00 Ml, Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Geschält schleppend. Tie Zufuhren waren aus Oberhesjen, dem Kreise Dieburg und aui dem Obeitaunus. N NE SW 51,6 51,7 «51,2 Bew. Himmil Bed. Himmel Bew. Himmel — 07 - 4,7 - 1,7 Meteorologische Beobachtungen der Station Liehen. Wett« Jan. 1912 Höchste Temperatur am 27. bis 28. Januar — 4- 0,0 eC. Niedrigste . . 27. , 28. , = — 68 ’O. Kein Gichtiker versäume eine hluslicbe Trinkkur mit (■*!. Aesmannehttuser natürlichem Glchtwauer Rein natürliche Füllung;, mit natürlicher Kohlensäure reichert. Broschüre mit Heilberichten und Arzt-GutacbUn o* Brunnenverwaltung Gichtbad Aesmannshaueen am Rhein. Depot für Gtwaer: Jean Weiwei, Telephon 23I> Fraueir-Feuilletorr. Kriegshelferinnen. Dor einigen Tagen hielt in 'Darmstadt der hessische Landesvercin vom Roten Kreuz eine Tagung ab und bei dieser Gelegenheit ließ er die Aufforderung ergehen, daß sich Helferinnen für die freiwillige Krankenpflege im Kriege melden möchten, yn KrieySzeiten uürd stets der Wille zur Wohltätigkeit besonders rege fein. So haben sich auch immer in den letzten Jahren, wenn ein Krieg oder gar ein Aufstand in fernen Erdteilen ausbrach, eine Anzahl Mädclien und Frauen gemeldet, die sich bereit erklärten, den Verwundeten und Kranken hilfreich zur Seite zu stehen, dieben den ständigen Schwestern sind immer auch solche Damen mitaegangen, die nicht viel mehr als nur den guten Willen zum Helfen hatten. 'Der gute Wille aber allein Und vielleicht auch Geld, sind in so ernsten 'Dingen nicht immer ausreichend. Wer im Kriege wirklich helfen will, muß etwas davon verstehen. So ist denn der Verein vom Roben Kreuz stets bemüht gewesen, möglichst viele Damen für die freiwillige Krankenpflege im Kriege auszubilden, um im Ernstfälle über eine nicht zu geringe Zahl von Helferinnen zu verfügen. 'Denn es muß immer damit gerechnet werden, daß ein großer Teil der ausgebildeten Damen durch irgend welche Umstände daran gehindert ist, mit ins Feld zu ziehen. Tie Damen werden zuerst theoretisch vorgebildet. Dann kommt ein praktischer Kursus von vier Wochen, der alle ein bis zwei Jahre wiederholt wird. Sind die Kriegshelferinnen theoretisch und praktisch genügend vorgebildet, dann werden sie in die große Liste eingetragen, die in Berlin ber General Corwan führt. Nach dieser Lifte werden die zur Verfügung stehenden Helferinnen aus die einzelnen Armeekorps verteilt, und im Mckilmachungsfalle erhallen sie ihre Ordre. Treten irgendwelche Umstände ein, die es den ausgebildeten Helferinnen md)t gestatten, ber Ordre Folge zu leisten, wie durch Verheiratung usw., so können sie von ihrer eingegangenen Verpflichtung befreit werden. Die ständigen sowohl als auch die freiwilligen Schwestern sind strena militärisch organisiert. Als Kriegsgepäck geht ein einziger Handkoffer mit, dessen Größe, Farbe unb Schloß, und vor allem dessen Inhalt genau bestimmt ist. Er muß enthalten: Sechs Hauben, ein Westen- tuch, einen Seelenwärmer, zwei Waschkleider, sechs Kragen oder Tücher, drei weiße «schürzen, drei Nawtiacken ober -Hemden, fünf Taghemden, zwei wol- fme Unterhemdchen, wie es zart in dem amtlichen Verzeichnis heißt, zwei Korsetts ober Reformkorsetts, zwei Unterröcke, zwei Staubröcke, vier Beinkleider, ein Paar Halb schuhe, ein Paar Lederschuhe, warme Schuhe unb Gummischuhe, ferner zwei Paar Handschuhe und einen Regenschirm, einen Spiegel, eine Feldflasche und ein Taschenmesser. Dann kommen noch ein Reisetintenfaß, Laterne und Feuer.zeug und ein Neues Testament mit Psalmen. Zum Schluß sind noch drei Neutralität Zeichen, eine eiserne Portion unb dann als letztes unb doch manchmal so unendlich wichtiges, was auch bei feinem Soldaten fehlen darf, die Erkennungsmarke. Denn wie oft verirrt sich eine Kugel auch zu denen, die bei ihrem guten Werke zwischen Freund und Feind keinen Unterschick machen. Das alles aber darf nicht willkürlich ausgesucht sein, fonbeni steht schon heule in gebrauchsfertigem Zustande bereit. * Kleine Modeneuheiten Spitzen, die sich gegenwärtig größter Beliebtheit erneuen, sollen künftig besonders zu Blusen sehr viel verwendet werden. Venezianische Spitzen spielt dabei die Hauptrolle; jckoch werden auch Mailändische und Irische Spitzen sowie andere Arten dabei reichlich verwendet. .— In Paris beginnt man in ber zweiten Hälfte des Januars gewöhnlich schon an Strohhüte zu benfen, wenn sie auch vorläufig nur im Silben getragen werben können ober für später Vorbehalten werben müssen. Vom kommenden Strohbut heißt es nun, baß er „verhältnismäßig Nein" sein soll (was schon oft von Hüten versprochchi worden ist); ebenso wird angegeben, der kommende Strohhut sei manchmal völlig un- garniert. Es wird dazu ganz feines, biegsames Stroh verwendet, baß sich wie Stoß falten läßt; außerdem verwendet man regelmäßig zwei Farben, so daß Garnierung tatsächlich entbehrlich ist. Solckp: Slrohhüte sollen besonders zum Tragen zum Schneider- kleid bestimmt sein. Als Hauptfarbe für die kommende Saison wird, gleichfalls aus Paris, ein grüner Farbton gemeldet, der als .^wsynlhgrün" bezeichnet wird. Der Stofs, der für absynth- grün besonders geeignet fein soll, ist Taffet. Neben dem grünen Tastet versprechen die Pariser Modekünstler auch einem zweifarbigen, nämlich grün und blau gefärbten Taffet eine große Zukunft, ber opalisierende Farbenwirkungen erzielen soll. _ In der der Sckmiuckmobe der Gegenwart soll ein recht alter Schmuck wieder zu Ehren kommen, nämlich Jet. Jet wirb nicht nur in Form von Garnierung auf weißen Stoff, sondern auch als Schmuck im Haar zusammen mit Diamanten angewendet, was allerdings^einen reizvollen Gegensatz bildet, jckoch für Helles Haar nur in Frage kommen büchte. Für Armbänder hat man neuerdings neue Formen gefunden. Das gegenwärtige Armband ist nicht mehr der steife Ring, sondern ist biegsam. Es besteht entweder aus Metall, mit den verschiedenst« Steinen, ober aus einem schwären Seidenband das burch ein« fettenartigen Metallgriff gezogen ist. Die Steine, bie dazu verarbeitet werden, sind hauptsächlich Diamanten, Rubinen und Sma- ragben; außerdem werden auch Perlen unb alle möglichen Ldrl- steinnachahmungen getragen. Eine etwas absonderliche Neuheit der Schmuckmooe ist eine neue Form der Armbanduhr. Die erste Armbanduhr, war wie eine gewöhnliche Taschenuhr rund, nur natürlich kleiner, dann kamen eckige Uhren im Armband an die Reihe, und die neueste Armbanduhr hat die Form einer Haselnuß. Dies ist übrigens eine Mode, die sich nur die begüintt Dame leisten kann, beim biefe nußförmche Armbanduhr besteht aus Platin unb ist mit bat kostbarsten Steinen besetzt. • ff. Die Allta gsdluse. Die Alltagsbluse, birfe J* scheidenere Schwester ber Spitzen- und der ,Lingerie"-Bluse bflbd einen unentbehrlichen Bestandteil der Kleidung ber modernen Fror weil sie beauem, für die verschiedensten Gelegenheiten verwendbar und schließlich auch im Durchschnitte nickt kostspielig ist. 3® ganzen unb großen halt sich die Mode in bezug auf bie Allta--' bluse klugerweise zurückhaltend und vermeidet es, dies wichtig« und praktische Kleidungsstück zu schroffen Modewandlimgen j« unterwerfen. Tod) gibt es auch für bie Alltagsbürse gewillt Moderichtungen und Modevorschriften. Man kann sie aus eint® Stoffe Herstellen ober auch verschiedene Stoffe kombinieren. meisten vorzuziehen bleiben neutrale Farben, bie am leichtet iS mit den Tönen des Rocks zusammengehen. Was ben Stoff an- betrifft, so bevorzugt bie Mode mit Enlschickenheit geschmeidige, weiche Materials. Die beliebtefte Mobebluse ist gegenwärtig Wl aus Satin, die in einfachen, reinen Linien gqdpuuen und a« liebsten mit Handstickerei in kontrastierender Farbe gefriert wrw. Auch ein Stückchen Spitze, am richtigen Platze angebracht, nnra dekorativ vorteilhaft. Mit ber Satinbluse streitet die Diuffelia« bluse um den Vorrang. Diese wird auf einem Grunde von gleich' farbigem Satin ober solchem in Stontraftfarbc gearbeitet Mussclm ist nicht so praktisch, wie Satin, aber weicher und macht auch einen eleganteren Eindruck, und daher kann die Muftelw' bluse bei manchen Gelegenheiten getragen werden, wo ixe bluse nicht am Platze wäre. Letzte Mode ist die Bluse aus dofl* Stoffe, unb in seiner Farbe, wahrend Rock und Jackett gteidxd" aus einem Stoffe, aber aus einem anderen und in völlig schiebenem Farbentone her gestellt werden. -----=3 9 I Rm. Besonders preiswerter [ < erl, ■ I Schneiderei-Artikel ff i ii 1 "' Lew. Hk Bnchen-Scheit Fichten-Scheit Btichen-Ünüppel Eichen-Knüppel Btrken-Knüppel Kiefern-Knüppel Jichten-Knüppel Buchcn-Neisig Eichen-Ncisig Ktefern-Reiüg Fichlen-Reisig Btichen-Slock Etchen-Slock Kiefern-Stock k>eu- und Strobrnr mb 0 Wagen Stroh. ! :ontlang(lroh) 0.00-u.W: >0 Kilo. Geschält Ichle» dem flreife Dieburg uai 14 27 139 338 1505 Die Buchenknüppel Buchenstöcke Buchenreisig Eichenrundscheiter Eichenknüppcl Kiefernknüppel AbeA Lermem OHM 171 154 50 5 8 70 E s 22-26 13-32 19-31 •J l bet Station A & N 5 Zimmer ] i-bioaiuepiliiL S-Ztmmer Wohnung bu octmieicn ver 1. April. Neustadt 78. Billigste Bezugsquelle für Schneiderinnen und Privatbedarf. Mädchen sucht Stelle t Ge- schäitsh. Fr.tÄertr. Weisten bach. gewerbsmatz. Steuern nermiitL, Kreuzvl. 6II 0732 Schöne 4-Zimmerwohn. all. Zu beb. v. 1. Avril zu irrten Willtelmur. 3» 3 Zimmer 1 Schönes geräumiges Vereinszimmer von ein größ. Verein gesucht. Schrlstl. Angebote unter 0681 an den Gienener Anzeig. erb. 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Donnerstag, den 1. und Freitag, de» Februar, kommt in den Tislrtklen Bruch 4 u. 11, Grauerborn folgendes Holz zur Ver- Ä MWcn welches bürgert, kochen kann, für Küche und Hausarbeit bei hohem Lohn gesucht. 0728 L'cbigsböbe Giesren. Zusammenkunft ist am 1. Tag in der Sandhecke bei Holz Nr. 133, am 2. Tag Grauerborn 14 an der Niederbessinger Grenze. Bemerkt wird, daß am 1. Tag dos Buchen-Brennholz und am 2. Tag daS Dichten-Stangenholz zur Versteigerung kommt. Ellingshausen, den 26. Januar 1912. Großherzogliche Bürgermeisterei Ettingshausen. Keil. 738 Gebote sind nach Sortiment und trennt mit entsprechender Aufschrift bis zum 3. Febr. l. I., nachm. 1 Uhr, bei unterzeichneter Bürger- meisterei einzureichen, wo alsdann die Eröffnung stattfindet. DaS Holz wird auf Wunsch vom Forst- Holzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Laubach, Distrikt „ /Buchwald und Kisselsbach", Freitag, den 2. Februar 1912. 500 Meter Buchenscheiter "'“"■Nen. häufen Jagd-Verpachtung. Freitag, den 2. Februar l. I., vormitt. 12 uhr, wird im Rathaus zu Nleder-Bcssingen die Jagd in dec Gemarkung Nieder-Bestlngen auf 300 ha Feld und Wiesen und 151 ha Wald zusammen au weitere 6 Jahre öffentlich verpachtet. Rieder-Bessingen, den 22. Januar 1912. Großh. Bürgermeisterei Rieder-Bessingen. Horst. 676 t-jmillkkl». »crX.lHL 3 Zimmer ] Jagd-Verpachtung. SamStag, den 10. Februar t. I, nachmittags 2 Uhr, soll im Gemeindehaus dahier die der Gemeinde Wettcrfeld zuslehende Jagd, be- stehend auS 19OO Morgen Feld u. 650 Morg. Wald, öffentlich meistbietend auf sechs weitere Jahre ver- pachtet werden. Es wird bemerkt, daß Wetterfeld Haltepunkt der Nebenbahn Friedberg — Husiqen — Laubach— Mücke ist. Tie Haltestelle liegt mitten im Jagdgebiet. 620 Wer erteilt Latein? Schriftliche Angebote u. 0665 an den Gießener An», erb. 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